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Sozialer Stand und Identifizierung von Frauen im Preußen des 14.–16. Jhs. aufgrund der Dokumente des Deutschen Ordens

Abstract

  Die Frauennennung und -identifizierung in den historischen Quellen insbesondere in den mittelalterlichen Kanzleidokumenten des Deutschen Ordens und der fruhen Neuzeit macht ein Phanomen aus, das aus dem in Standpunkt vieler wissenschaftlicher Disziplinen forschungsbedurftig ist. Das Thema ist nicht nur der Forschungsgenstand der Namenkunde, betrifft aber auch die allgemeine Sprachwissenschaft, Geschichte, Soziologie, Anthropologie u.a. Im vorliegenden Aufsatz wird es versucht, den Schwerpunkt im zweierlei Hinblick zu betrachten. Einerseits ist es interessant, ob die Frauen in den historischen Dokumenten durch ihre eventuell aufgezeichneten Namen identifizierbar sind, andererseits entsteht die Frage, wie ihr sozialer Stand und die Frauennennung bzw. -identifizierung korrelieren.

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Sozialer Stand und Identifizierung von Frauen im Preußen des 14.–16. Jhs. aufgrund der Dokumente des Deutschen Ordens

Author: Darius Ivoška
Year: 2023
DOI: 10.35321/all88-01
Source: https://journals.lki.lt/actalinguisticalithuanica/article/download/2237/2330
S aipsniai / A icles 11
DARIUS IVOŠKA
Ins i u ü li auische Sp ache
ORCID id: o cid.o g/0000-0003-3898-0000
Wissenscha liche Fo schungs ich ungen: His o ische
Onomas ik, Bal isch-slawisch-deu sche Sp achkon ak e.
DOI: doi.o g/10.35321/all88-01
SOZIALER STAND UND
IDENTIFIZIERUNG VON
FRAUEN IM PREUSSEN
DES 14.–16. JHS. AUFGRUND
DER DOKUMENTE DES
DEUTSCHEN ORDENS
P ūsijos mo e ų socialinė padė is
i jų iden i ika imas XIV–XVI a.
Vokiečių o dino dokumen uose
ANNOTATION
Die F auennennung und -iden i izie ung in den his o ischen Quellen insbesonde e in
den mi elal e lichen Kanzleidokumen en des Deu schen O dens und de ühen Neuzei
mach ein Phänomen aus, das aus dem in S andpunk iele wissenscha liche Disziplinen
o schungsbedü ig is . Das Thema is nich nu de Fo schungsgens and de Namenkunde,
be i abe auch die allgemeine Sp achwissenscha , Geschich e, Soziologie, An h opologie
u.a. Im o liegenden Au sa z wi d es e such , den Schwe punk im zweie lei Hinblick zu
be ach en. Eine sei s is es in e essan , ob die F auen in den his o ischen Dokumen en
du ch ih e e en uell au gezeichne en Namen iden i izie ba sind, ande e sei s en s eh die
F age, wie ih soziale S and und die F auennennung bzw. -iden i izie ung ko elie en.
SCHÜSSELWÖRTER: F auen(namen)e wähnung, F auennennung, Mi elal e ,
Sozials and.
DARIUS IVOŠKA
12 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVIII
ANNOTATION
The naming and iden i ica ion o women in his o ical sou ces, especially in he chance y
documen s o he Teu onic O de (he ea e – DO) o he Middle Ages and he ea ly mode n
pe iod, cons i u es a phenomenon ha is in need o esea ch om he poin o iew o many
academic disciplines. The opic is no only he subjec o esea ch in onomas ics, bu also
conce ns gene al linguis ics, his o y, sociology, an h opology and o he s. In he p esen
pape , i is a emp ed o app oach his opic in wo ways. On he one hand, i is in e es ing
o see whe he he women in he his o ical documen s a e iden i iable by hei possibly
eco ded names; on he o he hand, he ques ion a ises as o how hei social s a us and he
naming o iden i ica ion o women co ela e.
KEYWORDS: men ion o women’s (names), naming o women, Middle Ages,
social s a e.
I. EINLEITUNG
Gegens and de o liegenden Un e suchung bes eh in den Besonde hei en
on den F auen- und ih e Namene wähnung als Kennzeichen de en sozialen
S andes in den his o ischen Dokumen en des Deu schen O dens (DO). Aus
p agma ischen G ünden wu de es abe nich nu au den Quellen de O denszei
besch änk , sonde n auch eine Quelle aus den Zei en des ühen He zog ums
P eußen he angezogen.
Zu dem empi ischen Ma e ial und dessen Quellen
Fü die Un e suchung wu den absich lich die handsch i lichen und
ged uck en his o ischen Dokumen e des DOs sowie die de ühhe zoglichen
Zei P eußens he ausgesuch . Aus welchen G ünden die au Deu sch und
La ein e ass en Dokumen e de O dens- und He zog umskanzlei gewähl
wu den und welche Rolle sie in den namenkundlichen Fo schungen spielen,
beda es hie keine speziellen E klä ung, weil die ühe His o iog aphie
P eußens und Li auens sowie die Sp achen, au welchen die en sp echenden
Un e lagen e ass wu den, schon meh mals besp ochen sind (Blažienė 2017:
63; I oška 2016: 209; 2019: 98–99; 2020: 133–135). Den Haup ko pus de
e o sch en Quellen machen die P i ilegien des DOs, die Ende des 14. –
An ang des 15. Jhs. ausges ell wo den sind. Vo wiegend handel es sich um
die handsch i lichen in Deu sch und La ein e ass en Hand es en, um ku ze
Ein äge in den inanziellen Regis e n, um Ve me ke übe elende Bewohne
de S ad Königsbe g in den Ve zeichnissen de O denskanzlei sowie um die
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Soziale S and und Iden i izie ung on F auen im P eußen
des 14.–16. Jhs. au g und de Dokumen e des Deu schen O dens
Ein äge übe s eue p lich ige Bewohne des ös lichen Teils on He zog um
P eußen in den Tü kens eue -Regis e n1. De Cha ak e und Zweck de oben
gennann en Dokumen e weisen ohne ih e spezielle Auswe ung da au hin,
dass sie iele In o ma ionen übe die Bewohne des P ußenlandes, de en
Ve häl nisse mi einande und mi de O dens e wal ung sowie ih e Wohn- und
Tä igkei sums ände be gen. Solche iel äl igen In o ma ionsbes ände sind ü
die Un e suchungen zahl eiche Fachbe eiche in e essan und wesen lich.
Zu dem Vo haben
Be ei s de Ti el des Bei ages e ä , dass es sich im G unde genommen
nich um F auennamen handeln wi d, sonde n um F auene wähnungen und
um die da aus e olgende Nennungshäu igkei on weiblichen Namen in dem
spä en Mi elal e und bald danach. Au die Idee das his o isch-namenkundliche
Ma e ial on einem solchen Blickwinkel aus zu be ach en, is de Au o
des Au sa zes nach de aus üh lichen Auswe ung des ex alinguis ischen
Kon ex es, in dem es sich be inde , gekommen. His o ische Namen selbs ,
ih e Nennungshäu igkei , - a iie ung, Anpassung den Pa adigma a eine
F emdsp ache u.a. sind aussagek ä ige E scheinungen. Es gib abe iele
Fälle, wenn eine Pe son meh mals in den his o ischen Dokumen en e wähn
wi d, jeden alls mi e schiedenen Appella i a bezeichne (wah scheinlich aus
eilweisen Iden i izie ungsg ünden), mi dem Namen abe nich benann . Eben
solche Phänomene p o ozie en ein al e na i es, sich on dem onomas ischen
Fo schungske n ab ennendes Fo schungs o haben.
Zum Ziel des o liegenden Au sa zes wi d eine k i isch-übe blickha e
Analyse on F auene wähnungen als Anzeichen ih es Sozials andes in
P eußenland des 14.–16. Jhs. gese z .
1 Die Quellenbesch eibung olg in dem Kapi el „F auen- und F auennamene wähnungen in den
Dokumen en des Deu schen O dens und des He zog ums P eußen in dem 14–16. Jh.“
DARIUS IVOŠKA
14 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVIII
II. FRAUEN- UND
FRAUENNAMENERWÄHNUNGEN IN
DEN DOKUMENTEN DES DEUTSCHEN
ORDENS UND DES HERZOGTUMS
PREUSSEN IN DEM 14.–16. JH.
Mi de Absich ch onologisch die P oblema ik on den
F auennamene wähnungen als Anzeichen ih e sozialen Rolle zu e o schen,
wu den zunächs die äl es en Quellen des 14. Jhs. gewähl , ge olg on den
spä e en des 15. und 16. Jhs.
1. ORDENSFOLIANTEN NR. 105, 107
Zu den ühes en E wähnungen de F auen bzw. F auennamen gel en die
in den P i ilegien des DOs dokumen ie en Fälle. Es handel sich hie um
die O dens olian en N . 105 und 107 (im Wei e en – OF). Beide Folian en
sind g undsä zlich P i ilegiensammlungen. De OF 105 en häl da un e auch
Dokumen e ande en Cha ak e s wie in e ne und ex e ne G enzbesch eibungen
des O denss aa es, Ve äge bzw. Abkommen zwischen dem DO und den
Bischö en on Samland und E mland usw. Was abe iel nü zliche ü die
onomas ischen Fo schungen is und dem OF 105 hinzuge üg wo den is , wi d
das Hochmeis e egis e genann . Eben die Hand es en (P i ilegien) sind die
bes en Fo schungsgegens ände ü die Namenkundle , weil sie nich nu die
O s- bzw. Pe sonennamen en hal en, sonde n auch einen seh we ollen
Kon ex mi aus üh lichen zusä zlichen Da en scha en. Au diese Weise
kommen auch die Ve häl nisse zwischen den P i ilegie en au , solche wie
Ve wand scha sbeziehungen, die ü diese Un e suchung besonde s nü zlich
gewesen sind.
Es kann keines alls gesag we den, dass F auene wähnungen in den OF 105und
107 zahl eich sind. In dem OF 105 gib es allen alls zwei dokumen ie e Fälle.
Bei de e s en E wähnung handel es sich um eine seh abgekü z e Hand es e,
au g und welche de Ma schall des DOs Ru he on Elne im Jah 1373 den
B üde n Pimenen, Wisselgin und ih em Ne en 6 Hoken Land zu Lekeniken2
(OF 105 106 , s. Abb. 1) e liehen ha e
2 Löcknicken, K . Ge dauen (Ge ullis 1922: 87).
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Soziale S and und Iden i izie ung on F auen im P eußen
des 14.–16. Jhs. au g und de Dokumen e des Deu schen O dens
Abbildung 1, OF 105 106
De Ne e wi d als ʃwes [e ] ʃon on Pimenen und Wisselgin bezeichne , sein
Name wi d nich e wähn , wie auch de Name seine Mu e . Die Namen de
Pe sonen männlichen Geschlech s we den in solchen Dokumen en as imme
gebuch , mi Ausnahme de en de nich olljäh igen Nach olge und E ben.
Dahe kann man schluss olge n, dass die Familie de Schwes e zweie B üde
kein männliches, olljäh iges Familienobe haup gehab ha e. Da de Ne e
mindes ens eine Vo ausse zung des kün igen E ben e üll e (männlichen
Geschlech s wa ) gelang e in die Hand es e als P i ilegie e di ek nach seinen
Onkeln. Seine Mu e wu de nu e wähn , um Ve wand scha sbeziehung
zwischen den Onkeln und dem Ne en aus Iden i izie ungsg ünden, anzugeben.
Die F au, als ein e blich unbe ech ig es Subjek , wu de mi ih em Namen
nich benann , obwohl sie gegebenen alls die Rolle des Familienobe haup es
ausge üll haben muss e.
In dem OF 105 gib es auch einen Sonde all, in dem eine F au e wähn
wi d, de en Name auch dokumen ie is . Das 1392 da ie e Dokumen is aus
unkla en G ünden zwischen dem o s ehenden 1262 und dem nach olgenden
1286 da ie en Dokumen en ganz ande e A einge üg . Die E ʃame owe
Ge d ud zusammen mi I em ʃone We nhe , die eine ewige Lampe in einem
Königsbe ge K ankenhaus am Tage de heiligen Ge ud ʒcu bu nen (OF 105
29 –29 , s. Abb. 2) e sp ochen haben
Abbildung 2, OF 105 29 –29
De Name de geeh en F au is in diesem Fall e wähn , weil sie die di ek e
Ansp echpe son in dem Abkommen mi dem Ra hmann de S ad Königsbe g
gewesen is . Es is eine de ühes en F auennamene wähnungen in den
Dokumen en des DOs. Keine wei e en F auen- bzw. ih e Namene wähnungen
sind in dem OF 105 zu e en.

DARIUS IVOŠKA
16 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVIII
Ein ande e O dens olian , de unge äh dieselbe Zei spanne um ass , nämlich
OF 107, übe lie e auch einige Zeugnisse übe F auen. Zunächs geh es um
1396 e wähn e K e schme s Haus au, die zusammen mi ih em Mann als eine
Begüns ig e angegeben wi d, ih Name abe ehl . Die K e schme amilie soll
in Samland zu Gi mow3 gewohn und on dem samländischen Vog Johan on
Lo ich 20 Mo gen Acke e hal en haben (OF 107 301 , s. Abb. 3)
Abbildung 3, OF 107 301
De Name des K e schme s He mann is de einzige dokumen ie e Name on
allen Begüns ig en. Die Namen de F au und wei e en E ben we den nich
angegeben. Besonde s au allend is hie die Ta sache, dass die Haus au
übe haup mi e wähn wi d und zwa di ek nach dem Haup begüns ig en –
ih em Mann. Übliche weise we den in den Hand es en nu die E ben und
Nachkommen männlichen Geschlech s genann , on denen nu die, die bei
de P i ilegienauss ellungs- und dem Ve gabeak p äsen gewesen wa en, z.B.
1339 I em dedimǫ idelibus noʃ iß ni wex e ilio a iß sui ʃu heyken none ncoß
in campo Gi dewi higen4 [...] (OF 105 240 ). In diesem Auszug is sich ba ,
dass niemand auße de Haup beliehenen in den Hand es en ex einge agen
wu de. Die zu de gewöhnlichen Hand es en o mel gehö ende Nennung on
ech en E ben und Nachkommen is auch ausgelassen. Ein ech es Beispiel eine
ypischen Hand es e im Sinne de Beliehenennennung wä e 1376 [...] mi willen
unʃi me egebi eg[e ] o lien nd gebin unʃi[ ]n ge uwen Jacob Smalken n wiʃʃekan
den b ud[e ]n nd ʃine ech en e ben n nochkomelingen d ie hacke czu gauladin5 [...]
(OF 105 68 ). Die k asse männliche Linie de Begüns ig en und Nachkommen
is seh deu lich, die Namen on zwei angigen E ben mögen sowohl genann
als auch ausgelassen we den. F auen we den in solchen Dokumen en nu
ausnahmsweise mi genann .
3 Ge mau, K . Fischhausen, Ki chspiel Ge mau (Blažienė 2000: 41).
4 Ge eniken, im Samland (PUB III 234), Falsch on Ge ullis (1922: 40) als Gi deni higen gelesen.
5 Gauleden, K . Wehlau (Blažienė 2005: 60).
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Soziale S and und Iden i izie ung on F auen im P eußen
des 14.–16. Jhs. au g und de Dokumen e des Deu schen O dens
In dem OF 107 gib es noch einen eigena igen Ein ag, de im Jah 1388
au gezeichne wu de und au g und dessen [...] B ude Johan on Lo ich Voy cʒu
Samland haben gegeb[e]n Ma yn eine ouwe cʒu Slakalaux6 mi ij hoken acke do
ʃelbeʃ gelegen und haben daß ge an mb daß willen wenne do owe a m waß und
o ich en de acke wu de o wuʃ en nd nß do on kein dynʃ wu de ge an nd
haben Im do cʒwene hoken gegeben cʒum ʃelben ech e alß i e hand eʃ e ʃp ich di obi
diß gu iʃ gegeben [...] (OF 107 183 , s. Abb. 4).
Abbildung 4, OF 107 183
Ungeach e de A mu und No de F au, is sie zu de Zei die einzige
Besi ze in des Gu es und alle dami zusammenhängenden Rech e gewesen. Das
wa abe auch kein G und bei de Ve gabe alle Besi z ech e an He n Me yn
den Namen de ehemaligen Besi ze in anzugeben. Es muss un e s ichen
we den, dass nich nu das Gu , sonde n auch die F au selbs nach de
Hand es en e leihung un e Besi z Me yns gelang sind. Das is ein plausible
Ve me k übe den sozialen S and de F auen um Ende des Mi elal e s.
Die le z en ka gen Ein äge de O denskanzlei in dem OF 107 be e en eine
Wi we, die um 1400 in ein ku zes Regis e gelang und zusammen mi ih em
Sohn als Besi ze in on zwei Huben Land bezeichne wu de, ü die sie keine
Hand es enu kunde ha e (OF 107 1 , s. Abb. 5)
Abbildung 5, OF 107 1
6 Schlakalken, K . Fischhausen, Ki chspiel S . Lo enz (Blažienė 2000: 144).
DARIUS IVOŠKA
18 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVIII
Im Hinblick da au , wu de es o gesehen den Hand es en ex auszus ellen,
indem ein i ela ige Ve me k Kyne wy we mi I em ʃone (OF 107 3 , s. Abb. 6)
gemach wu de, das Bla blieb abe lee .
Abbildung 6, OF 107 3
Diese Fall is auße o den lich, weil die Bezeichnung Ibidem Kyne eyne wi ewe
mi I e[m] ʃone (OF 107 1 ) den Namen Kyne zu en hal en schein , wo übe es
sich auch on den Angaben Reinhold T au manns (1925: 45) u eilen läss .
Un e ande en E wähnungen on dem Namen Kynne üh e de Au o auch
den e mein lichen F auennamen Kyne an, spa e abe beliebige Kommen a e
übe den e en uellen geschlech so ien ie en Namengeb auch aus. Volens
nolens en s eh hie die F age, ob Kyne ein männliche ode weibliche Name
is ? Die F age schein niemals o he ges ell und behandel gewesen zu sein.
Die einzigen Beme kungen und Andeu ungen au dessen eminine Na u gib
de Bea bei e und He ausgebe des „Ma ienbu ge T essle buches de Jah e
1399–1409“ D . E ich Joachim und de Bea bei e des „Kon en üh ungsbuchs
de Elenden B ude scha on Königsbe g-Löbenich (1477–1523)“ Die e
Heckmann. Au g und de Ein agungen Joachims in dem Pe sonen- und
O s egis e des T essle buches – Judekynne = Jüdin (MTB 619) – bes ehen
keine Zwei el, dass e beide Wö e ü Synonyme häl . Vgl. auch Kuwe kynnen =
Ku innen, Ku ische F auen (MTB 624). Es e weis sich, dass -kynne als ein Su ix
ode ein sou e änes Mo phem be ach e wi d, dass die Bedeu ung ‘F au’ agen
soll. Das wi d spä e auch aus ielen wei e en F auene wähnungen e sich lich.
Heckmann (2000: 25) häl -kynne eindeu ig ü einen „ emdsp achlichen
Su ix“, de lau ihm, „in F auennamen, wie z. B. P ewschkynne ode
Ly awekynne an S elle on P ewszsche und Ly awesche“ geb auch gewesen sein
soll e. Die Beme kungen sind seh akku a , was sich auch du ch die Auszüge
aus den T essle buchein ägen, wie 1407 de auwen Mackynnen Su willen
mumen (MTB 434) bejahen läss .
Das is zwa glaubwü dig, s ell abe gewisse F agen im Zusammenhang mi
den Ein ägen in den „Sc ip o es Re um P ussica um“ (im Wei e en – SRP).
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Soziale S and und Iden i izie ung on F auen im P eußen
des 14.–16. Jhs. au g und de Dokumen e des Deu schen O dens
In de Ch onik Wigands on Ma bu g wi d un e ande em auch on einem
Wegweise (eine Wegweise in?) namens Kynne be ich e :
1386 [...] Bunse, Rexa, Ma yco, Kynne nd Da ge wellin ü en on Mislo czü
Susükendo [...] (SRP II 668–669),
1386 [...] an de Wisle czwe mile obinwendig Ragni dy wege gancz s, als sy
Eykin nd syn b ude , Mase, Sko z, Bunse, Kynne, Da ge, Rexa, Ma eiko nd Paül
habin lasin czeichen [...] (SRP II 671),
1393 [...] Desin weg haben gegangen P eiwus, des com u s dyne czu Ragni ,
Zanda und Kinnen on de Balge, Claus, Wi semund nd Lailicke on Ragni [...]
(SRP II 673),
1394 [...] Zanda nd Kinne s deme cmi amp czu Syn hen im gebi e Balge
haben dese wege gegangn in dem xciiij ja e ken Weduckeln [...] (SRP II 678),
Da man da au hin annehmen, dass un e ielen Männe n, die den
O densb üde n die Wege aus dem P ußenland nach Li auen zeig en, auch
eine F au gewesen wa ? Das is kaum möglich, weil die F auene wähnungen
in den Dokumen en des DOs imme gewisse au ih Geschlech hinweisende
Bezeichnungen en hiel en7. Ob es abe möglich is , dass ein Mann den Namen
besessen ha e, de au die appella i e Bedeu ung ‘F au, Ga in’ s ü zen soll e,
is eine F age, die noch bean wo e we den muss.
2. MARIENBURGER TRESSLERBUCH
DER JAHRE 1399–1409 UND DAS
GROSSE ZINSBUCH DES DEUTSCHEN
RITTERORDENS 1414–1438
Eine ande e Quelle, die ela i zahl eiche F auene wähnungen lie e , is
„Ma ienbu ge T essle buch de Jah e 1399–1409“ (im Wei e en – MTB). Es
handel sich hie um die D uck e sion des O dens olian en N . 140 – eine
on nich ielen bis heu e e hal ene inanziellen Dokumen ensammlungen des
DOs. In dem Regis e übe Einkommen und Ausgaben des DOs we den die
F auen häu ige als zu o e wähn :
Im Jah 1400 ha die auwe zu Tzippelynsdo im gebi e zu Os e ode [...] mi i en
kynde n dem DO 15 Ma k gegeben (MTB 45). 1403 ha Kunne Pauwil Ruszen wyp
7 Hinweise au den sozialen bzw. Familiens and, wie in den Fällen Kyne eyne wi ewe mi I e[m] ʃone
(OF 107 1 ), deß me cʒene s hawʃʒ aw (OF 89K 19 ), de auwen Mackynnen Su willen mumen
(MTB 434) u.a. beglei en as alle F auene wähnungen in den mi elal e lichen U kunden des
DOs.
DARIUS IVOŠKA
26 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVIII
Blažienė G asilda 2017: Al p eußische Eigennamen als Quelle de al p eußischn
Lexik. – Incon i Bal is ici in Pisa. S udi e saggi, Pisa: Joke , 63–85.
Diehlmann Hans Heinz 2006: Die Tü kens eue im He zog um P eußen 1540/2,
Memel – Tilsi , Hambu g: Ve ein ü Familien o schung in Os - und Wes p eußen.
Diehlmann Hans Heinz 2008: Die Tü kens eue im He zog um P eußen 1540/3,
Ragni – Ins e bu g – Geo genbu g und Saalau, Hambu g: Ve ein ü Familien o schung
in Os - und Wes p eußen.
Ge ullis Geo g 1922: Die al p eußischen O snamen, Be lin, Leipzig: Ve einigung
wissenscha liche Ve lege Wal e de G uy e & Co.
GZB – Das g osse Zinsbuch des Deu schen Ri e o dens (1414–138), h sg. P. G. Thielen,
Ma bu g: N. G. Elwe Ve lag, 1958.
Heckmann Die e 2000: Das Kon en üh ungsbuch de Elenden B ude scha on
Königsbe g – Löbenich (1477–1523), Köln, Weima , Wien: Böhlau Ve lag.
I oška Da ius 2016: Beme kungen zu P oblema ik de bal ischen O snamen
wes lich de Weichsel. – Ac a Linguis ica Li huanica 74, 208–225.
I oška Da ius 2019: Li auische his o ische Pe sonennamen in dem Ma ienbu ge
T essle buch de Jah e 1399–1409. – Ac a Linguis ica Li huanica 81, 97–109.
I oška Da ius 2020: Zu F age de bal ischen Eigennamen des Gebie es Ragni
und Tilsi in den O densdokumen en des 14.–15. Jah hunde s. – Ac a Linguis ica
Li huanica 83, 132–150.
MTB – Das Ma ienbu ge T esslebuch de Jah e 1399–1409, h sg. on A chi a h
D . Joachim, Königsbe g In P eußen: Ve lag on Thomas & Oppe mann, 1898.
OF – O dens olian en aus dem Geheimen S aa sa chi ,,P eußische Kul u besi z“ (im
Tex – OF 105, OF 107, OF 89k).
PUB III – P eußisches U kundenbuch, Bd. 3, L g. 1: 1335–1341, he ausgegeben im
Au age de His o ischen Kommission ü os - und wes p eussische Landes o schung,
h sg. on M. Hein, Ma bu g: N. G. Elwe Ve lag, 1944.
SRP II – Sc ip o es Re um P ussica um, Die Geschich squellen de p eussischen Vo zei
bis zum Un e gange de O denshe scha , Bd. 2, h sg. on T. Hi sch, D . M. Töppen,
D . E. S ehlke, Leipzig: Ve lag on S. Hi zel, 1863.
T au mann Reinhold 1925: Die al p eußischen Pe sonennamen, Gö ingen:
Vandenhoeck & Rup ech .

S aipsniai / A icles 27
Soziale S and und Iden i izie ung on F auen im P eußen
des 14.–16. Jhs. au g und de Dokumen e des Deu schen O dens
P ūsijos mo e ų socialinė padė is
i jų iden i ika imas XIV–XVI a.
Vokiečių o dino dokumen uose
SANTRAUKA
Vėly ųjų idu amžių bei anks y ųjų naujųjų laikų mo e ų į a dijimas i jų iden i ika-
imas is o iniuose šal iniuose, o ypač Vokiečių o dino kancelia iniuose dokumen uose, y a
ne ieną mokslo s i į dominan is enomenas. S aipsnyje nag inėjamas ne ik mo e ų į a -
dijimas a du, be i a do san ykis su mo e s s a usu i iamuoju laiko a piu. Pasi ink a em-
pi inė medžiaga leidžia leng ai i nuosekliai pama y i kalbamosios p oblema ikos dinamiką.
Pas ebė a, kad XIV–XVI a. laiko a piu esminių pokyčių mo e ų į a dijimuose a dais a jų
iden i ika ime ne yks a. Kaip pa odė ch onologinis y imas, mo e ų a dai, kaip pag indi-
nis jų iden i ika imo būdas – gana e as eiškinys, ypač lyginan su y iškų a dų paminė-
jimu. Gausesni mo e ų a dų paminėjimai kai ku iuose dokumen uose ne odo endencijos
ki imo laiko a ž ilgiu, jie labiau p iklauso nuo pas a ųjų paminėjimo aplinkybių bei do-
kumen ų paski ies. Pas ebė a, kad inansiniuose dokumen uose, ypač kons a uojančiuose
įsipa eigojimus i įsiskolinimus, mo e ų a dai minimi dažniau nei p i ilegijose a mokė-
jimo, do anojimo ak uose. Apsk i ai dokumen uose mo e ys minimos ais a ejais, kai jos
y a ienin elės a sako ės, a ba jų a dai padeda iden i ikuo i y us ap ašomojo pobūdžio
paminėjimuose, pa yzdžiui, 1373 me ais b oliams Pimenen i Wisselginbei ski ian žemės
sūnėnui, šis iden i ikuojamas kaip minė ų b olių sese s sūnus ʃwes [e ] ʃon on Pimenen und
Wisselgin OF 105 106 . Išanalizuo a medžiaga leidžia da y i iš adą, kad mo e ys, kaip i y-
ai, minimos ais a ejais, kai jų a sakomybė sąlyginai okia pa i kaip y ų, pa yzdžiui, našlė,
aldan i jai p iklausan į u ą, nepilnamečio ( y iškos giminės) pa eldė ojo mo ina a pan.
Ki ais a ejais y ai bu ę pag indiniai sando ių subjek ai a a sako ai, odėl šiuose doku-
men uose bū en jie i į a dijami. Žinoma, a min ina i ai, kad mo e s socialinis aidmuo
idu amžių isuomenėje bei ka alikų bažnyčios laikysena mo e s a ž ilgiu kalbamaisiais
laikais aip pa p isidėjo p ie gana san ū aus mo e ų minėjimo is o iniuose dokumen uose.
Į eik a 2023 m. gegužės 22 d.
DARIUS IVOŠKA
Lie u ių kalbos ins i u as
Pe o Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius, Lie u a
da ius.i [email protected]