Henschel, Helmu
A icle
In e bankgeschä e und Bankenliquidi ä
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Henschel, Helmu (1980) : In e bankgeschä e und Bankenliquidi ä , K edi und
Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 13, Iss. 1, pp. 38-65,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.13.1.38
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K edi und Kapi al H. 1 (1980)
Ve lag Duncke & Humblo , Be lin 41
In e bankgeschä e und Bankenliquidi ä
Von Helmu Henschel, Düsseldo
Sei An ang de 70e Jah e wi d in de geld- und k edi poli ischen
Diskussion des ö e en die F age au gewo en, ob die Banken du ch
eine In ensi ie ung de In e bankgeschä e Liquidi ä scha en und sich
dadu ch de Kon olle du ch die Geld- und K edi poli ik de Bundes-
bank en ziehen können. Dabei sind einige Au o en de Ansich , daß
du ch eine Auswei ung de In e bankgeschä e die (objek i e) gesam -
wi scha liche Liquidi ä des Bankensys ems e höh wi d1. Ande e e -
e en die Ansich , daß zumindes die (subjek i e) einzelwi scha liche
Liquidi ä du ch eine Auswei ung de In e bankgeschä e e höh wi d
und die K edi ins i u e, eine Liquidi ä sillusion un e liegend, sich e -
hal en als hä en sie meh Liquidi ä als ihnen objek i zu Ve ügung
s eh 2. In beiden Fällen wü den die K edi ins i u e eine es ik i en
Poli ik de Bundesbank nich s a k genug ode nich schnell genug ol-
gen.
1 Vgl. z. B. Vinzenz Timme mann, In e bankk edi e und Geldpoli ik, in:
Kyklos, Bd. 29 (1976) S. 495 - 526, S. 497 .; O ma Issing, Zu Rolle de In e -
bankbeziehungen, in: K edi und Kapi al, 10. Jg. (1977) S. 526-539, S. 529 .
und S. 535. Siehe abe auch schon ü den Hinweis au die e höh en Geld-
schöp ungsmöglichkei en de einzelnen Bank bei Saldenannahmebe ei scha
de ande en Banken; Rudol Schilche , Geld unk ionen und Buchgeldschöp-
ung, ein Bei ag zu Geld heo ie, 2. Au l. Be lin 1973 (1. Au l. 1958) S. 155.
2 Vgl. z. B. Geschä sbe ich de Deu schen Bundesbank ü das Jah 1971,
S. 56 .; Mona sbe ich e de Deu schen Bundesbank, Sep embe 1972, S. 13 und
Juli 1974 S. 14 .; O o P leide e , Zu Re o m des k edi poli ischen Ins umen-
a iums, in: Zei sch i ü das gesam e K edi wesen, 26. Jg. (1973) S. 53-58
und S. 88-92, S. 88-91; I ene Moesch und Die ha d B. Simme , Banken,
S uk u en — Mach — Re o men, Köln 1976, S. 70 .; Rüdige Pohl, Geld-
k eislau und Einkommensk eislau , eine k eislau analy ische In e p e a ion
de Zen albankpoli ik, Be lin 1976, S.
145
.; Helmu Schlesinge , Neue e
E ah ungen mi de Geldpoli ik in de Bundes epublik Deu schland, in: K e-
di und Kapi al, 9. Jg. (1976) S. 433 - 454, S.
435
.
Von Obe hause wi d eben alls die Un e scheidung zwischen (objek i e )
gesam wi scha liche Liquidi ä und (subjek i e ) einzelwi scha liche Li-
quidi ä gesehen, doch sieh e nu die gesam wi scha liche Liquidi ä als ü
die Geldpoli ik ele an an. Siehe dazu Alois Obe hause , Geldpoli ik als Li-
quidi ä spoli ik, in: K edi und Kapi al, 5. Jg. (1972), S. 373 - 406, S. 378.
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In e bankgeschä e und Bankenliquidi ä 39
Um zu klä en, ob die K edi ins i u e du ch In e bankgeschä e Liqui-
di ä scha en, mi de sie eine es ik i e Poli ik de Bundesbank un-
e lau en können, soll im olgenden gep ü we den:
(1) was un e Bankenliquidi ä e s anden we den kann,
(2) ob die (objek i e) gesam wi scha liche Liquidi ä du ch eine Aus-
wei ung de In e bankgeschä e e höh we den kann, ode
(3) ob unabhängig on de En wicklung de gesam wi scha lichen
Bankenliquidi ä die (subjek i e) einzelwi scha liche Liquidi ä
du ch eine Auswei ung de In e bankgeschä e e höh we den kann.
Im 4. Teil wi d e such , ein Resümee zu ziehen.
I. Vie Maßs äbe zu Messung de Liquidi ä 3
Wie liquide eine Bank is , kann mi den e schiedens en Maßs äben
gemessen we den und läß sich kaum eindeu ig es legen. E heblich
leich e äll dagegen das U eil, ob eine Bank illiquide is ode nich .
Es bie e sich dahe an, die Liquidi ä als Abwesenhei de Illiquidi ä
zu de inie en.
Aus dem Wi wa de seh un e schiedlichen in de Diskussion au -
e enden Liquidi ä skonzep e lassen sich d ei besonde s wich ige Illi-
quidi ä sbeg i e he aus il e n:
— Eine Bank is illiquide, wenn sie die Zahlungs e p lich ungen ge-
genübe ih en Einlege n nich meh e üllen kann.
— Eine Bank is illiquide, wenn sie wegen Mangel an Zen albankgeld
ih Mindes ese e-Soll nich e üllen kann.
— Eine Bank is illiquide, wenn die KWG-G undsä ze übe das Eigen-
kapi al und die Liquidi ä de K edi ins i u e oll ausgenu z sind
und keine K edi e meh gewäh we den können4.
3 Hie sollen lediglich ie k edi poli ische wich ige Abg enzungen de Li-
quidi ä ssiche ung einande gegenübe ges ell we den. Fü eine um assende
Diskussion de heo e ischen Beg ündungen und ak ischen Ausges al ung sie-
he Hans-Jacob K ümmel, Liquidi ä ssiche ung im Bankenwesen, in: K edi
und Kapi al, 1. Jg. (1968) S. 247 - 307, 2. Jg. (1969) S. 60 - 110. Einen Übe blick
bie e auch Aki a U iu, Liquidi ä als Risikop oblema ik de Banken, in:'ös e -
eichisches Bank-A chi , 26. Jg. (1978), S. 311 - 321.
4 Die G undsä ze übe das Eigenkapi al und die Liquidi ä de K edi ins i u-
e we den om Bundesau sich sam ü das K edi wesen, Be lin, au ges ell ,
das auch ih e Einhal ung übe wach . Die hie ele an en G undsä ze II und III
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40 Helmu Henschel
Alle d ei Fo men de Illiquidi ä e such jede Bank zu e meiden.
Dabei is die e s e Fo m (Illiquidi ä gegenübe den Einlege n) siche -
lich die wich igs e doch muß sie hie nich wei e disku ie we den.
Schon be o es zu eine solchen En wicklung komm , sind nämlich in
de Regel die beiden ande en Fo men de Illiquidi ä einge e en:
— Solange eine Bank übe haup noch Gu haben bei de Bundesbank
un e häl , is sie (mi ode ohne Ein e s ändnis de Bundesbank)
ih en Einlege n gegenübe zahlungs ähig. Die Bundesbank kann eine
Un e sch ei ung des Mindes ese e-Solls nich e hinde n, sonde n
nu im nachhinein Sank ionen aussp echen.
— Es is das Ziel de (im Anhang abged uck en) KWG-G undsä ze II
und III, die Zahlungsun ähigkei gegenübe Einlege n zu e hin-
de n. En sp echend üh sind die Wa nma ken gese z : Die g und-
sa zbelas e en Ak i a e eichen das Maximum on 100 °/o de
en sp echenden Finanzie ungsmi el lange be o die Zahlungs ähig-
kei des Ins i u s den Einlege n gegenübe on de F is ens uk u
de Bankbilanz he in F age ges ell is .
Nu die beiden le z en Liquidi ä smaßs äbe sind also als ele an an-
zusehen. Die an de Ve ügba kei on Zen albankgeld ode an unaus-
genu z en G undsa z azili ä en de inie e Bankenliquidi ä kann jeweils
gesam wi scha lich ode einzelwi scha lich gemessen we den. Dami
e geben sich insgesam ie mögliche Maßs äbe zu Messung de Ban-
kenliquidi ä . Sie sollen noch e was e läu e we den:
1. Gesam wi scha liche Liquidi ä
Die gesam wi scha liche Bankenliquidi ä bes eh o allem in de
Fähigkei de Gesam hei alle K edi ins i u e, zusä zliche Mindes e-
se e e p lich ungen zu e üllen, denn ehe wi d das Mindes ese e-
Soll un e sch i en, als daß ein Ins i u die Auszahlung on Einlagen e -
weige . S i ig is manchmal, inwie e n die als Mindes ese en bei
de Bundesbank gebundenen Mi el als liquide anzusehen sind. Zwei el-
los können sie zu Zahlungen eingese z we den. Wenn dabei jedoch das
Mindes ese e-Soll un e sch i en wi d, is das be e ende K edi -
ins i u de Bundesbank gegenübe als illiquide anzusehen. Die an de
E üllung de Mindes ese ep lich gemessene Liquidi ä kann m. E. die
we den in ih e ak uellen Fassung ( om 30. 8. 1974) in einem Anhang wiede -
gegeben.
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In e bankgeschä e und Bankenliquidi ä 41
da ü au gewand en Mi el nich meh en hal en. Die Liquidi ä is also
nich am Liquidi ä ssaldo, sonde n an den eien Liquidi ä s ese en
zu messen. Das sind die Ube schuß ese en de K edi ins i u e bei de
Bundesbank und alle Ak i a, zu de en Ankau die Bundesbank sich e -
p lich e ha , und die dahe jede zei in Zen albankgeld umgewandel
we den können. Die gesam wi scha liche Bankenliquidi ä is Null,
wenn es keine eien Liquidi ä s ese en meh gib , wenn also die Ban-
ken übe kein po en ielles Zen albankgeld meh e ügen und alles
ak uelle Zen albankgeld de Banken im Mindes ese e-Soll gebunden
is .
Al e na i zu diese De ini ion kann die gesam wi scha liche Ban-
kenliquidi ä als das Volumen unausgenu z e G undsa z azili ä en de
Banken de inie we den. Das Bankensys em is also liquide, solange
wei e K edi e gewäh we den können, ohne daß dami gegen die
G undsä ze übe das Eigenkapi al und die Liquidi ä de K edi ins i u e
e s oßen wi d. Ube die Höhe diese Liquidi ä gib es keine egel-
mäßigen s a is ischen Da en, obwohl das Bundesau sich sam ü das
K edi wesen ode die Bundesbank zu E s ellung en sp echende Zei -
eihen du chaus in de Lage sind.
2. Einzelwi scha liche Liquidi ä
Auch bezogen au das einzelne K edi ins i u kann Liquidi ä als
Ve ügung übe Zen albankgeld z. B. zu E üllung de Mindes ese -
e e p lich ungen gegenübe de Bundesbank e s anden we den. Als
liquide we den om einzelnen Ins i u jedoch nich nu Ube schußgu -
haben bei de No enbank und die üb igen eien Liquidi ä s ese en
(Ak i a, die an die Bundesbank e kau we den können) angesehen,
sonde n alle Ak i a, die e kau we den können. Je nachdem wie
schwie ig bzw. eue de Ve kau is , gib es Un e schiede im Liquidi-
ä sg ad de einzelnen Ak i a. Seh wenig liquide sind z. B. G und-
s ücke, Gebäude und Bü oein ich ungen; abe auch sie sind nich öllig
illiquide.
Als besonde s liquide gel en neben den eien Liquidi ä s ese en
— insbesonde e Fo de ungen an K edi ins i u e mi Lau zei bis zu
3 Mona en, abe auch
— Fo de ungen an K edi ins i u e mi eine Lau zei on 3 Mona en
bis zu 4 Jah en
— bö sengängige es e zinsliche We papie e.
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42 Helmu Henschel
In den beiden e s en Fällen handel es sich s e s, im d i en Fall o
(sowei die We papie e Bankschuld e sch eibungen sind) um In e -
bank o de ungen. Wa um gel en diese als besonde s liquide?
Die Fo de ungen an Banken lassen sich du ch Ve kau ode Beleihung
no male weise leich e und schnelle zu Zen albankgeldbescha ung
e wenden als die en sp echenden Fo de ungen an Nich banken. Dabei
wi d in de Diskussion o bezug da au genommen, daß diese liquiden
Anlagen nich ode nu ge ing ügig belas end in den G undsä zen II
bzw. III au ge üh we den. Alle dings we den die In e bank o de un-
gen nich deshalb als liquide gel en, weil sie nich als belas end bei den
G undsä zen au ge üh we den. Sie we den im Gegen eil nich als be-
las end au ge üh , weil sie liquide sind. Die Behandlung bei den KWG-
G undsä zen is nich U sache, sonde n Folge des liquiden Cha ak e s
de In e bank o de ungen. Diese Liquidi ä scha ak e wi d du ch die
Behandlung bei den G undsä zen lediglich noch e s ä k . So wie diese
Ak i a einzelwi scha lich als mögliche Zen albankgeldquelle be ach-
e we den, müssen alle dings auch die en sp echenden Passi a als U -
sachen mögliche Zen albankgeldab lüsse be ücksich ig we den. Das
wi d noch eingehend e ö e .
Als neben de eben disku ie en Ve ügung übe Zen albankgeld
zwei e Möglichkei zu De ini ion de Liquidi ä kann auch einzelwi -
scha lich de Spiel aum bei de Ausnu zung de KWG-G undsä ze übe
das Eigenkapi al und die Liquidi ä de K edi ins in u e ange üh we -
den5. Das einzelne K edi ins i u kann nu K edi e gewäh en, solange
die Ausnu zung de G undsä ze II und III 100 % nich übe sch ei e .
Das Volumen beide Fo men de einzelwi scha lichen Liquidi ä is
de einzelnen Bank s e s bekann .
Die an de Ve ügba kei on Zen albankgeld gemessene Liquidi ä
wi d zuweilen als objek i e, gesam wi scha liche Liquidi ä de sub-
jek i en, einzelwi scha lichen Liquidi ä gegenübe ges ell , die on
den K edi ins i u en anhand de unausgenu z en G undsa z azili ä en
beu eil wü de. Diese Gegenübe s ellung is jedoch nich zwingend. So-
wohl die Ve ügba kei on Zen albankgeld als auch die unausgenu z-
en G undsa z azili ä en können gesam wi scha lich und einzelwi -
5 Köhle e i soga die Au assung, daß das Volumen nich ausgenu z e
G undsa z azili ä en ü die Bes immung de einzelwi scha lichen Liquidi ä
gene ell bedeu same is als die Ve ügung übe Zen albankgeld. Vgl. dazu
Claus Köhle , P obleme de Zen albankgeldmengen S eue ung, Be lin 1976,
S. 36 .
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In e bankgeschä e und Bankenliquidi ä 43
scha lich be ach e we den. Es sind also in de Ta nich zwei, sonde n
ie De ini ionen de Liquidi ä zu un e scheiden. Die S eue ung de
mone ä en Expansion übe eine Beein lussung de Bankenliquidi ä
du ch die Bundesbank wi d e schwe ,
— wenn die Bundesbank die gesam wi scha liche Liquidi ä nich kon-
ollie en kann (Teil 2) ode
— wenn sich gesam wi scha liche und einzelwi scha liche Liquidi ä
nich pa allel en wickeln und die K edi ins i u e sich an de einzel-
wi scha lichen Liquidi ä o ien ie en (Teil 3).
Im olgenden soll also gep ü we den, ob dies de Fall is , und welche
Rolle die In e bankgeschä e dabei spielen.
II. In e bankgeschä e und (objek i e)
gesam wi scha liche Bankenliquidi ä
1. E höhung de gesam wi scha lichen Liquidi ä du ch
Ve minde ung des Beda s an Zen albankgeld
K edi ins i u e benö igen Zen albankgeld um den Zahlungs e p lich-
ungen nachzukommen, die in Zen albankgeld zu e üllen sind. Das
sind im wesen lichen
(1) die Ba auszahlungen an Nich banken,
(2) die Un e hal ung de Mindes ese egu haben bei de Bundesbank,
(3) de übe Bundesbankkon en abgewickel e Teil de Ube weisungen
an ande e K edi ins i u e.
(4) Da übe hinaus benö igen die K edi ins i u e Zen albankgeld als
Rese e ü plö zlich au e ende Zahlungs e p lich ungen ode Ein-
zahlungsaus älle.
Es is zu p ü en, ob diese Zen albankgeldbeda , wie z. B. Timme -
mann mein , du ch eine Auswei ung de In e bankgeschä e eduzie
we den kann6. Die Be onung lieg dabei au Auswei ung de In e bank-
geschä e. Es komm nich da au an, ob du ch die Exis enz on In e -
bankgeschä en Zen albankgeld gespa wi d. Fü die Geld- und K e-
di poli ik is nu wich ig, ob du ch die Auswei ung de In e bankge-
8 Bei Timme mann, 1976, S. 498 wi d z.B. die Pa allele zum Lie e an en-
k edi gezogen: „Die Un e nehmen spa en Bankengeld du ch gegensei ige K e-
di gewäh ung, die Banken spa en Zen albankgeld."
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44 Helmu Henschel
schä e de Zen albankgeldbeda wei e e minde und dami eine
es ik i e Poli ik un e lau en we den kann.
2. Reduzie ung des Zen albankgeldbeda s ü die Ba geldhal ung
Die Höhe de Ba geldhal ung de Nich banken is Ausd uck de Zah-
lungsgewohnhei en in eine Volkswi scha , die sich im allgemeinen
nu seh langsam ände n. Gleichwohl un e lieg die Ba geldhal ung
ku z is ig e heblichen z. B. saisonalen (Feie age, Fe ien) Schwankun-
gen. Die Banken können z. B. mi de Ges al ung on Ube weisungslau -
zei en und mi de Gebüh enpoli ik die Zahlungsgewohnhei en du ch-
aus beein lussen. Die Höhe de In e bank o de ungen spiel ü die Ba -
geldhal ung de Nich banken jedoch keine Rolle. Dies gil mi zwei
alle dings seh un ealis ischen Ausnahmen, au die z. B. Issing (1977)
hinweis 7. Die K edi ins i u e könn en (1) K edi e ehe an Kunden ge-
wäh en, die e ah ungsgemäß nu wenig Ba geld abziehen, ode (2) die
eien Liquidi ä s ese en des Bankensys ems übe den Geldma k an
Ins i u e e lage n, de en Kunden e ah ungsgemäß nu wenig Ba geld
abziehen. Wenn sich die K edi schöp ung so au Kunden mi nied ige
Ba geldabzugsquo e konzen ie e, wä e die Auswei ung de In e bank-
beziehungen ein Mi el, um den Zen albankgeldbeda de K edi ins i-
u e zu e minde n. Ein de a iges Ve hal en de K edi ins i u e is
zwa nich öllig auszuschließen, doch sind keine Mechanismen zu e -
kennen, die das ü das einzelne Ins i u o eilha e scheinen ließe.
Rele an wü de diese Möglichkei de Zen albankgelde spa nis wohl
nu bei zen ale Lenkung und Willensbildung des Bankensys ems ode
wenn Kunden mi nied ige Ba geldabzugsquo e e heblich höhe e K e-
di zinsen zahlen wü den.
3. Reduzie ung des Zen albankgeldbeda s
zu E üllung des Mindes ese e-Solls
Ebensowenig wie de Ba geldumlau kann die Höhe des Mindes e-
se e-Solls de Banken di ek du ch eine Va ia ion de In e bank o -
de ungen wesen lich e ände we den, da au die Einlagen on inlän-
dischen K edi ins i u en keine Mindes ese en zu hal en sind.
Eine Reduzie ung des Mindes ese e-Solls könn e abe e eich we -
den, wenn, wie auch Issing (1977) au zeig , analog zu Fo de ungsab e-
ungen Einlagen an K edi ins i u e e lage we den, die wenige Min-
7 Vgl. Issing, 1977, S. 530.
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In e bankgeschä e und Bankenliquidi ä 45
des ese en zu un e hal en haben8. Das sind Ve lage ungen on K e-
di ins i u en an Bankplä zen mi hohem Einlagenbes and an Ins i u e
an Nebenplä zen mi nied igem Einlagenbes and. Die Bundesbank will
solche Manipula ionen zu Ausnu zung des Nebenpla zp i ilegs (alle -
dings nu als Ve lage ungen inne halb eines Ins i u s) soga schon beob-
ach e haben9. Mi de Einsch änkung des Nebenpla zp i ilegs und dem
Ube gang zum P og essionss a el e ah en bei de E mi lung de Re-
se esä ze im Mä z 1977 is die A ak i i ä solche Manipula ionen
noch wei e zu ückgegangen. Den — was die Beziehung zu den Kunden
angeh — mögliche weise seh schwe en Nach eilen ü das Einlagen
abgebende Ins i u s ehen nu läche lich ge inge Vo eile gegenübe .
4. Reduzie ung des Zen albankgeldbeda s
zu Abwicklung des Zahlungs e keh s
Die K edi ins i u e benö igen Zen albankgeld zu Abwicklung des
Zahlungs e keh s übe das Gi o-Ne z de Bundesbank. Dieses Zen al-
bankgeld s eh den Ins i u en ohnehin in Fo m de Mindes ese egu -
haben bei de Bundesbank zu Ve ügung, die einen adminis a i es -
gese z en Mindes bes and au dem lau enden Kon o de K edi ins i u e
bei de Bundesbank da s ellen. Das Zen albankgeld dien hie gleich-
zei ig zu Abwicklung des Zahlungs e keh s und zu E üllung des Min-
des ese e-Solls. Dabei kann man da on ausgehen, daß zu Bewäl igung
des Zahlungs e keh s allein e heblich wenige Zen albankgeld benö-
ig wü de, als zu E üllung des Mindes ese e-Solls gehal en we den
muß. Es kann nämlich beobach e we den, daß bei eine Senkung de
Mindes ese esä ze die Zen albankgu haben s e s en sp echend edu-
zie we den, ohne daß dies eine Wi kung au den Zahlungs e keh
hä e10.
Du ch eine In ensi ie ung de In e bankbeziehungen mi dem Ziel
eine Abwicklung des Zahlungs e keh s an de Bundesbank o bei
könn en die K edi ins i u e die zu E üllung de Mindes ese ep lich
8 Vgl. dazu Issing, 1977, S. 530.
9 Vgl. Mona sbe ich e de Deu schen Bundesbank, Mä z 1977, S. 22 .
10 Vgl. dazu Helmu Henschel, Die Ve so gung de Volkswi scha mi Zen-
albankgeld, Wes LB S udien 2/1976, 2. Au lage Düsseldo 1976, S. 27.
Schon on Schaa wi d dahe e kann , daß die Zen albankgu haben du ch
e minde e Salden im Ve echnungs e keh zwischen den K edi ins i u en
nu gesenk we den können, „wenn die eiwilligen T ansak ionsbes ände übe
den gese zlichen Rese en liegen, so daß ein Spiel aum zu Senkung de Re-
se en bes eh ". Ge ha d Schaa , Zu Beu eilung des Bankengleichsch i s im
Mischgeldsys em, in: Schmolle s Jah buch, Bd. 86 (1964), S, 33 - 54, S. 54.
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52 Helmu Henschel
die Summe de Liquidi ä alle Ins i u e objek i gleich. Sie nimm abe
subjek i zu, wenn die Möglichkei , du ch Abbau on In e bank o de-
ungen an Zen albankgeld zu kommen, höhe eingeschä z wi d als die
Möglichkei , du ch Abzug de en sp echenden Ve bindlichkei en Zen-
albankgeld zu e lie en. In diesem Fall wä e die Summe de (subjek-
i en) einzelwi scha lichen Liquidi ä alle K edi ins i u e g öße als
die (objek i e) gesam wi scha liche Bankenliquidi ä . Man kann wohl
da on ausgehen, daß dies egelmäßig de Fall is , daß die Banken hie
also eine Liquidi ä sillusion un e liegen18. Das gleiche A gumen gil in
abgeschwäch e Fo m soga ü die We papie bes ände, sowei sich Ab-
sa z und E we b de Papie e zwischen Banken abspielen, denn hie gib
es häu ig in o melle Rücknahme egelungen ode doch die E o de nisse
de Ku sp lege.
Wü de jede Bank ih e einzelwi scha liche Liquidi ä au ih e eien
Liquidi ä s ese en (im Du chschni ca. 1-3 °/o des Geschä s olu-
mens) besch änk ansehen, wü de wohl kaum noch ein K edi e geben.
Ebenso wie das Volumen de liquiden Mi el übe schä z die einzelne
Bank nämlich auch den Um ang de im Rahmen de Geld- und K edi -
schöp ung no wendigen Liquidi ä s o so ge. Das einzelne Ins i u kann
und da sich nich da au e lassen, daß de Ve lus an Ube schuß e-
se en in olge eine K edi gewäh ung sich nach de du chschni lichen
Ba geldabzugsquo e und dem du chschni lichen Rese esa z ich e , und
daß die Ube weisungsab lüsse sich im Sys em ausgleichen. Die Möglich-
kei en de mul iplen Geld- und K edi schöp ung gel en nu ü das Ban-
kensys em. Das Ve hal en de einzelnen K edi ins i u e kann dami
nich e klä we den.
Du ch die Auswei ung de In e bankgeschä e kann zwa die (objek-
i e) gesam wi scha liche Liquidi ä des Bankensys ems nich nen-
nenswe beein luß we den, doch wi d du ch die unsymme ische Be-
ücksich igung on In e bank o de ungen und -Ve p lich ungen die
(subjek i e) einzelwi scha liche Liquidi ä daue ha e heblich höhe
angese z , als es den eien Liquidi ä s ese en en sp äche. Abe auch
de subjek i e Liquidi ä sbeda is e heblich höhe als de objek i e.
Das heiß abe , wie noch aus üh liche zu e ö e n sein wi d, daß du ch
diese Lücke zwischen gesam wi scha liche und einzelwi scha liche
18 Zu Beg i und Konsequenzen de Liquidi ä sillusion siehe z. B. Pohl, 1976,
S. 152 . Zu Un e scheidung zwischen (objek i e ) gesam wi scha liche und
(subjek i e ) einzelwi scha liche Liquidi ä siehe auch die in Anme kung 2)
zi ie e Li e a u .
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In e bankgeschä e und Bankenliquidi ä 53
Liquidi ä nich unbeding eine S ö ung de Geld- und K edi poli ik
de Bundesbank bewi k wi d.
2. Liquidi ä gemessen an den unausgenu z en G undsa z azili ä en
Bei de an de Ve ügungsgewal übe Zen albankgeld gemessenen
Liquidi ä kann eine Lücke zwischen einzel- und gesam wi scha liche
Liquidi ä en s ehen, wenn die Ins i u e subjek i Ak i a ü liquide
hal en, die es objek i nich sind, weil die Bundesbank da ü kein Zen-
albankgeld be ei s ell . Die unausgenu z en G undsa z azili ä en sind
dagegen eindeu ig de inie . Hie kann es keine Disk epanz zwischen
einzel- und gesam wi scha liche Liquidi ä und dahe auch keine Li-
quidi ä sillusion geben.
IV. Wi d die Geld- und K edi poli ik du ch eine Auswei ung
de In e bankgeschä e behinde ?
Du ch eine Auswei ung de In e bankgeschä e läß sich keine nen-
nenswe e E höhung de objek i en, an de Ve ügung übe Zen al-
bankgeld gemessenen gesam wi scha lichen Liquidi ä bewi ken. Da-
gegen is eine E höhung de Liquidi ä nach den d ei ande en hie un-
e such en De ini ionen du chaus möglich. Im olgenden Abschni soll
gep ü we den, ob die Geld- und K edi poli ik du ch die Lücke zwi-
schen einzel- und gesam wi scha liche Liquidi ä (gemessen an de
Ve ügung übe Zen albankgeld) eine sei s ode du ch die Beein luß-
ba kei de G undsa z azili ä en ande e sei s behinde wi d.
Es e schein zunächs einleuch end, daß eine Beein lussung des Ve -
hal ens de K edi ins i u e mi Hil e on Ve ände ungen de eien Li-
quidi ä s ese en nu seh schwe möglich is , wenn die K edi ins i u e
sich nich an den eien Liquidi ä s ese en o ien ie en, sonde n
(1) an ih e einzel wi scha lichen Liquidi ä , gemessen an den indi i-
duellen (subjek i beu eil en) Möglichkei en de Zen albankgeld-
bescha ung zu E üllung des Mindes ese e-Solls ode
(2) am Spiel aum bei den G undsä zen II und III.
De einzelne Spa kassendi ek o , so wi d o gesag , is kein Volks-
wi . E kenn die eien Liquidi ä s ese en des Bankensys ems ga
nich . Die gesam wi scha liche (objek i e) Liquidi ä kann dahe au
sein Ve hal en keinen Ein luß haben. Das is abe nu ein Scheina gu-
men . Fas alle wi scha spoli ischen Maßnahmen wi ken nu indi ek .
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54 Helmu Henschel
nu übe einen T ansmissionsmechanismus. Die F age is , ob du ch
S eue ung de gesam wi scha lichen Liquidi ä das Ve hal en de ein-
zelnen K edi ins i u e in de ich igen Rich ung und im no wendigen
Ausmaß beein luß wi d.
1. O ien ie ung an de einzelwi scha lichen Ve ügung
übe Zen albankgeld s a an den eien Liquidi ä s ese en
Wenn die gesam wi scha lichen eien Liquidi ä s ese en eduzie
we den und bishe ige Gebe am Geldma k zu Nehme n we den, s ei-
gen die Geldma k zinsen. Dann abe wi d auch einzelwi scha lich on
den Ak eu en am Geld- und Kapi alma k die Ge ah des Mi elab lus-
ses höhe , die Möglichkei de Mi elbescha ung ge inge eingeschä z .
Zwa bes ehen wenig Zwei el an eine Disk epanz zwischen den Ni eaus
de (objek i en) gesam wi scha lichen Bankenliquidi ä und de (sub-
jek i en) einzelwi scha lichen Bankenliquidi ä , doch we den sich no -
male weise beide in dieselbe Rich ung en wickeln. Mi eine Einsch än-
kung de eien Liquidi ä s ese en wi d also auch die einzelwi scha -
liche Bankenliquidi ä abnehmen.
Dem wi d zuweilen en gegen gehal en, daß die K edi ins i u e du ch-
aus ohne Rücksich au Mindes ese e-Ve p lich ungen expandie en
könn en, weil die Bundesbank, um den Kollaps einzelne Ins i u e ode
soga des Sys ems zu e hinde n, die no wendige Liquidi ä schon ech -
zei ig be ei s ellen wü de (Schlepp au heo ie)19. Hie müssen zwei Fälle
un e schieden we den.
— De geschä spoli ische Spiel aum de K edi ins i u e is au ku ze
Sich seh eng, und die Bundesbank soll e keine Vo sch i en e lassen,
zu de en E üllung die K edi ins i u e echnisch und ech lich nich
in de Lage sind. Viele En scheidungen müssen abe ein au wendiges
Beschluß- und Kon ollsys em du chlau en und an eine Vielzahl on
Ve zweigungspunk en o ganisa o isch bewäl ig we den. K edi zu-
sagen sind ech lich bindend. Dem ha die Bundesbank bishe auch
s e s Rechnung ge agen. Inso e n is die Bundesbank ku z is ig a -
sächlich im Schlepp au de K edi ins i u e. Alle dings nu in dem
Sinne, daß ih Spiel aum ü Maßnahmen zu Abschöp ung de Ban-
kenliquidi ä du ch die Ge ah eine allgemeinen und (das is wich-
19 Vgl. dazu z. B. Geschä sbe ich de Deu schen Bundesbank ü das Jah
1971, S. 56 . Geschä sbe ich de Deu schen Bundesbank ü das Jah 1973,
S.
3
.; Gu owski, 1974, S. 16.
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In e bankgeschä e und Bankenliquidi ä 55
ig!) auch du ch in ensi es Bemühen de K edi ins i u e nich zu e -
meidende Illiquidi ä des Bankensys ems beg enz is .
— Ube diese ehe nach Tagen ode Wochen als nach Mona en zu be ech-
nende Zei spanne hinaus, muß die Bundesbank solche Rücksich en
nich nehmen20. Sie kann die K edi ins i u e mi dem augenblicklich
o handenen Ins umen a ium, das om S a zins ü Mindes ese -
eun e sch ei ungen bis zu Schließung des Ins i u s eich , zu jede
gewünsch en Reduzie ung ode soga Umkeh ung de mone ä en Ex-
pansion zwingen. Au mi le e Sich kann on Schlepp au keine Rede
sein21.
2. Das Ve hal en de K edi ins i u e
in de Liquidi ä sk ise des Jah es 1973
Die eben au ges ell en Behaup ungen sollen anhand eine Analyse
de Vo gänge im Jah 1973 noch einmal e deu lich we den, da ge ade
das Jah 1973 als Beleg ü eine Nich beach ung de eien Liquidi ä s-
ese en du ch die K edi ins i u e und dami ü die Schlepp au heo ie
ange üh wi d22. Ta sächlich wa in diesem Jah eine K edi expansion
zu beobach en, obwohl die Banken eilweise noch nich einmal ih e Min-
des ese e e p lich ungen e üllen konn en. Gleichzei ig s ieg die In-
e bank e schuldung seh s a k an, so daß in de Ta de Ve dach
nahelieg , die K edi ins i u e hä en au Basis ih e (subjek i en) ein-
zelwi scha lichen Liquidi ä o z schä s e Res ik ionspoli ik de
Bundesbank die K edi expansion o ange ieben und dami den ge-
sam wi scha lichen Belangen zuwide gehandel . Es gib abe auch eine
ande e, meh echnische E klä ung:
— Die eien Liquidi ä s ese en wu den 1973 seh s a k (z. B. on Fe-
b ua au Mä z 1973 um übe 80 P ozen ) eduzie . Dies üh e zu
einem auße o den lich s a ken Ans ieg de Geldma k sä ze.
— De s a ke Ans ieg de Geldma k zinsen bewi k e einen en sp echen-
den Ans ieg de Te mingeldzinsen und en sp echende Umbuchungen
on Spa einlagen zu Te mineinlagen. En sp echend de un e schied-
lichen Mindes ese esä ze ü Spa - und Te mineinlagen wu den die
20 Diese Un e scheidung des seh ku z is igen und des mi el is igen
Handlungsspiel aums gib es auch bei de Bundesbank selbs , gl. Geschä s-
be ich de Deu schen Bundesbank ü das Jah 1973, S. 4. Siehe auch Schle-
singe , 1976, S. 449.
21 Vgl. dazu auch Mona sbe ich e de Deu schen Bundesbank, Sep embe
1973, ß.
7
.
22 Vgl. z. B. Moesch und Simme , 1976, S. 70 .
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56 Helmu Henschel
eien Liquidi ä s ese en so auch „ma k bes imm " wei e e in-
ge .
— Te mineinlagen können nu zu zehn P ozen zu En las ung im
G undsa z II he angezogen we den (Spa einlagen: 60 P ozen ). Du ch
diese Umbuchungen wu de bei ielen K edi ins i u en de G und-
sa z II zu meh als 100 P ozen ausgelas e . Da häu ig de G undsa z
III nu mi dem Übe lau (unausgenu z e G undsa z aszili ä ) on
G undsa z II e üll we den kann, gab es auch seh wesen liche P o-
bleme mi dem G undsa z III.
— Die Schwie igkei en bei de E üllung on G undsa z II und III sind
also wei gehend ohne Ak i i ä de K edi ins i u e nu in olge on
Umbuchungen p i a e Einlege au ge e en. Sie konn en un e Aus-
nu zung de Kons uk ion diese G undsä ze du ch Auswei ung de
In e bank e schuldung bewäl ig we den.
— Die Auswei ung de In e bank e schuldung is also Re lex de un-
e schulde en G undsa zkalami ä en gewesen und nich ein T ick zu
Scha ung (subjek i e ) Liquidi ä ü wei e e K edi expansion.
— Die auch in diese Liquidi ä sklemme noch zu beobach ende K edi -
expansion is keines alls die Folge eine hohen subjek i en Liquidi-
ä gewesen. Die E klä ung is seh iel ein ache : Es wu den ein ach
die ech lich- e bindlichen Zusagen eingehal en. Die Zusagen selbs
gingen dagegen, sowei wi da übe s a is ische Da en haben (Spa -
kassen, Realk edi ins i u e), in de Ta d as isch zu ück.
Zu Beu eilung de F age, ob du ch das Ve hal en de K edi ins i u e
die Geld- und K edi poli ik de Bundesbank behinde wi d, muß ge-
p ü we den, welche Zweck mi de S eue ung de mone ä en Expan-
sion eigen lich e olg wi d. Eine es ik i e Geld- und K edi poli ik
dämp die mone ä e Expansion mi dem Ziel, die gesam wi scha liche
Nach age und dami die In la ions a e zu senken. Sowei nun abe , wie
dies 1973 geschah, einzelne K edi nehme ih e in de Ve gangenhei au -
gebau en, mi es en Kondi ionen ausges a e en K edi linien ausnu z-
en, um die dami e hal enen Mi el bei ande en Banken zinsgüns i-
ge (!) anzulegen, gib es keinen Bezug zwischen K edi expansion eine -
sei s und de gesam wi scha lichen Nach age ande e sei s. Die es ik-
i e Konjunk u poli ik wi d du ch diese Fo m de K edi expansion ehe
ge ö de als behinde . Die Wi kung de Bundesbankpoli ik wi d noch
e schä , weil mi solche ein mone ä en K edi expansion eine Ein-
lagenauswei ung e bunden is , ü die ebenso wie in olge de Umbu-
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In e bankgeschä e und Bankenliquidi ä 57
chung on Spa - zu Te mineinlagen e höh e Mindes ese en an allen.
Die Maßnahmen de es ik i en Geld- und K edi poli ik können schwä-
che dosie we den, sowei die dadu ch bewi k en ma k bes imm en
Ve ände ungen des Nich banken e hal ens in dieselbe Rich ung wi ken.
Die Banken haben 1973 nich wegen eine zu hohen subjek i en Li-
quidi ä die es ik i e Poli ik de Bundesbank behinde :
— Sie sind nich eine Liquidi ä sillusion un e legen, denn die zahl-
eichen Un e sch ei ungen des Mindes ese e-Solls haben auch ein-
zelwi scha lich die Liquidi ä sk ise seh deu lich we den lassen.
— Sie haben sich nich um eine wei e e K edi expansion bemüh , son-
de n diese sowei wie möglich eingesch änk .
— Die es ik i e Poli ik de Bundesbank wi d übe zeichne , wenn man
sie an den eien Liquidi ä s ese en ode den unausgenu z en
G undsa z azili ä en miß , weil diese Wi kung du ch gleichge ich e e
ma k bes imm e Ve hal ensände ungen de Nich banken e s ä k
wu de.
— Die mone ä e Expansion in de Liquidi ä sk ise wa eilweise wede
U sache noch Wi kung gü e wi scha liche Nach ages eige ungen,
sonde n eilweise lediglich Re lex on zinsinduzie en Umbuchungen
in de Finanzsphä e. Eine de a ige Expansion s eh nich im Kon-
lik zum S abili ä sziel de Bundesbank. Insowei wi d also de
„Miße olg" de es ik i en Geld- und K edi poli ik übe zeichne .
Die Bundesbank is — In e bankgeschä e hin ode he — mi ih em
geld- und k edi poli ischen Ins umen a ium jede zei in de Lage, die
Bankenliquidi ä au ein Volumen um Null ode auch un e Null zu e-
duzie en. Da de Zen albankgeldbeda de K edi ins i u e abe au -
g und de Ma k ein lüsse s ändig schwank und nich genau o he seh-
ba is , wi d es abe bei einem Volumen de eien Liquidi ä s ese en
„um Null" ku z is ig imme wiede zu Fehlbe ägen, zu nega i e Ban-
kenliquidi ä kommen. Die Bundesbank s eh dann s e s o de Wahl,
en wede e a ische Schwankungen de Geldma k zinsen mi eine Ge-
ah de De ou e des Kapi alma k es hinzunehmen (1973) ode in hek-
ischem Ak ionismus s ändig liquidisie end ode liquidi ä sabschöp end
am Geldma k einzug ei en (1979). Es is eben seh p oblema isch, ein
ela i g obes Ins umen wie die quan i a i e Liquidi ä s e so gung
zu Feins eue ung des Geldma k es einzuse zen. Da ü wä e eine lexi-
ble Anpassung de Re inanzie ungszinssä ze (Diskon - und Lomba d-
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58 Helmu Henschel
sa z) ode eine O enma k poli ik übe die ganze B ei e des Ma k es
seh iel besse geeigne .
3. O ien ie ung an de G undsa zauslas ung
s a an den eien Liquidi ä s ese en
Die Kon olle de mone ä en Expansion du ch das geld- und k edi -
poli ische Ins umen a ium de Bundesbank wi d zwei ach e schwe ,
wenn die K edi ins i u e K edi e gewäh en solange sie liquide sind und
sich bei de Beu eilung ih e Liquidi ä an den unausgenu z en G und-
sa z azili ä en o ien ie en, denn
— die G undsä ze sind es o gegebene Rech s o sch i en, die nich
ü die E o de nisse de Geld- und K edi poli ik s ändig a iie
we den können und
— du ch Auswei ung de In e bank e schuldung können sich die K e-
di ins i u e, wie be ei s e ö e wu de, G undsa z azili ä en selbs
scha en.
Im olgenden soll gep ü we den, ü welche Ins i u e ein solches
Ve hal en möglich wä e, und ob dieses Ve hal en in de Reali ä zu e -
wa en is . Wenn sich die K edi ins i u e in de Ta an den unausgenu z-
en G undsa z azili ä en o ien ie en wü den und nich an de Ve ügung
übe Zen albankgeld, müß e en wede das Ve hal en de K edi ins i-
u e geände we den ode Ziel ich ung, Ausges al ung und Handha-
bung de G undsä ze müß en öllig geände we den.
Wenig So gen mi dem Zen albankgeldbeda z. B. zu E üllung des
Mindes ese e-Solls haben z. B. passi las ige K edi ins i u e, denen
meh (Passi -)Mi el zu ließen als sie ü die K edi e an Nich banken
benö igen. Diese Ins i u e sind adi ionell Gebe am Geldma k , haben
also meh In e bank o de ungen als In e bank e p lich ungen. Fü sie
is mögliche weise die s ändige Beobach ung de eien Liquidi ä s e-
se en nich ganz so wich ig. Sie können sich jede zei Zen albankgeld
bescha en, indem sie ih e Ausleihungen am Geldma k einsch änken.
Es is also zu p ü en, ob die K edi expansion diese Ins i u e on de
Höhe de eien Liquidi ä s ese en des Bankensys ems unbeein luß
bleib .
Eine Reduzie ung de eien Liquidi ä s ese en e wa du ch eine E -
höhung des Mindes ese esa zes e u sach eine Ve knappung de Mi -
el am Geldma k und dami einen Ans ieg de Geldma k zinsen. Dabei
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In e bankgeschä e und Bankenliquidi ä 59
is hie nich zu disku ie en, daß de Geldma k zins bei unbesch änk em
Zugang zum Lomba dk edi nu ein un ollkommene Indika o de
Knapphei s e häl nisse am Geldma k is ( es e Lomba dsa z als Zins-
obe g enze). De Ans ieg des Zinsni eaus wi d ak i las ige K edi ins i-
u e endenziell zu eine Einsch änkung de K edi gewäh ung bewegen,
weil ja die Re inanzie ungsbasis eu e und unsiche e gewo den is .
Abe auch die passi las igen K edi ins i u e we den nun nich un e
Ausnu zung ih e e gleichsweise besse en Liquidi ä slage mi eine
Auswei ung des K edi geschä es eagie en,
— weil die E agsmöglichkei en am Geldma k a ak i e gewo den
sind,
— weil mi dem Zinsans ieg auch ih e Re inanzie ungsbasis eu e wi d
und
— weil die We papie bes ände bei s eigenden Zinsen und sinkendem
Ku s als wenige liquide angesehen we den.
Die du ch eine Senkung de eien Liquidi ä s ese en ausgelös e Ve -
hal ensände ung de K edi ins i u e geh also bei allen Ins i u en in die
ich ige Rich ung. Auch passi las ige Ins i u e, die keine P obleme mi
de Zen albankgeldbescha ung haben, o ien ie en sich indi ek doch
an de En wicklung de eien Liquidi ä s ese en und nich nu an de
G undsa zauslas ung. Es muß also nich be ü ch e we den, daß die K e-
di ins i u e ohne Rücksich au das Ni eau de eien Liquidi ä s ese -
en ih e K edi expansion o se zen, solange die G undsa z azili ä en
noch nich oll ausgenu z sind.
Abe noch aus einem wei e en G und kann die Möglichkei de K e-
di ins i u e, sich du ch Auswei ung de In e bank e schuldung zusä z-
liche G undsa z azili ä en zu bescha en, nich als o ene Flanke de
Geld- und K edi poli ik angesehen we den. Die Zielse zung de G und-
sä ze is gewe bepolizeiliche A . Sie dienen de Bankenau sich als be-
iebswi scha liche S uk u no men zu Siche ung de Einlege . Die
Benu zung de G undsä ze ü die Geld- und K edi poli ik, e wa du ch
Va iie ung des Volumens de ungenu z en G undsa z azili ä en z.B.
nach konjunk u poli ischen E o de nissen, wü de de eigen lichen Au -
gabe de G undsä ze zuwide lau en23. Im Sinne des Einlege schu zes is
es dagegen du chaus unp oblema isch, daß du ch In e bank e schuldung
zusä zliche G undsa z azili ä en en s ehen, denn ein Ins i u , daß sich
23 Vgl. dazu auch K ümmel, 1968, S. 276.
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60 Helmu Henschel
am Geld- und Kapi alma k e inanzie en kann, is eben dem Einlege
gegenübe nich illiquide.
4. Fazi : Die es ik i e Geld- und K edi poli ik kann nich
du ch eine Auswei ung de In e bankgeschä e un e lau en we den
Zusammen assend kann es gehal en we den, daß die In e bankge-
schä e keine S ö ung de Geld- und K edi poli ik e u sachen24, denn
— die (objek i e) gesam wi scha liche Liquidi ä , gemessen an den
eien Liquidi ä s ese en, wi d nich nennenswe beein luß ,
— die (subjek i e) einzelwi scha liche Liquidi ä en wickel sich in
de gleichen Rich ung wie die gesam wi scha liche Liquidi ä und
könn e soga s ä ke im gewünsch en Sinne eagie en als die eien
Liquidi ä s ese en,
— die an den unausgenu z en G undsa z azili ä en gemessene Banken-
liquidi ä kann zwa du ch In e bankgeschä e e höh we den, doch
sind die eien G undsa z azili ä en nich ausschlaggebend ü die
K edi expansion du ch die K edi ins i u e. Auch is die Kon olle
de so de inie en Liquidi ä zu ablau spoli ischen S eue ung de
mone ä en Expansion nich geeigne .
24 Auch Timme mann (1976, S. 519) komm in seine empi ischen Un e su-
chung de Zusammenhänge zwischen In e bank e schuldung und Geldpoli ik
zu dem E gebnis, daß die Hypo hese eine S ö ung de Geldpoli ik nu in 10
on 28 Fällen nich (!) den Beobach ungen wide sp ich . Dieses E gebnis is
besonde s in e essan , weil Timme mann das s a is ische Ma e ial mi dem
Ziel de Nachweisung eine solchen S ö ung g ündlich au be ei e ha
(S. 505 .). Das nega i e E gebnis seine Un e suchung hinde ihn alle dings
nich da an, die wide leg en Behaup ungen in de Zusammen assung e neu
au zus ellen (S. 525).
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In e bankgeschä e und Bankenliquidi ä 61
Anhang
2. Bekann machung N . 1/69
des Bundesau sich sam es ü das K edi wesen be e end die G undsä ze
übe das Eigenkapi al und die Liquidi ä de K edi ins i u e
om 20. Janua 1969
(Bundesanzeige N .
17
om 25. Janua 1969)
in de Fassung de Bekann machung übe die Ände ung und E gänzung
de G undsä ze übe das Eigenkapi al und die Liquidi ä de K edi ins i u e
om 30. Augus 1974
(Bundesanzeige N . 167 om 7. Sep embe 1974)
(1) Das Bundesau sich sam ü das K edi wesen gib gemäß § 10 Abs. 1
Sa z 3 und § 11 Sa z 3 des Gese zes übe das K edi wesen om 10. Juli 1961
(BGBl. I S. 881) — KWG — hie mi die im Ein e nehmen mi de Deu schen
Bundesbank und nach Anhö ung de Spi zen e bände de K edi ins i u e au -
ges ell en G undsä ze bekann , nach denen es ü den Regel all beu eilen
wi d, ob das Eigenkapi al eines K edi ins i u s angemessen is und ob die Li-
quidi ä eines K edi ins i u s aus eich (§10 Abs. 1, § 11 KWG).
(2) Übe sch ei e ein K edi ins i u die in den G undsä zen es geleg en
Obe g enzen nich nu ge ing ügig ode wiede hol , so is in de Hegel die
Ve mu ung beg ünde , daß das K edi ins i u nich übe das e o de liche
Eigenkapi al e üg (G undsa z I und G undsa z I
a)
ode daß seine Liquidi ä
zu wünschen üb ig läß (G undsä ze II und III). Bei de Beu eilung de An-
gemessenhei des Eigenkapi als und de Liquidi ä eines K edi ins i u s kön-
nen Sonde e häl nisse be ücksich ig we den, die — je nach Sachlage —
ge inge e ode höhe e An o de ungen ech e igen.
G undsa z II
Die Anlagen eines K edi ins i u s abzüglich de We be ich igungen in
1. Fo de ungen an K edi ins i u e und Kunden mi e einba e Lau zei ode
Kündigungs is on ie Jah en ode länge ,
2. nich bö sengängigen We papie en,
3. Be eiligungen,
4. An eilen an eine he schenden ode mi Meh hei be eilig en Gesellscha ,
5. G unds ücken und Gebäuden und
6. de Be iebs- und Geschä sauss a ung
sollen die Summe de nachs ehenden lang is igen Finanzie ungsmi el nich
übe s eigen.
Als lang is ige Finanzie ungsmi el sind anzusehen:
1. das Eigenkapi al,
2. die Ve bindlichkei en (ohne Spa einlagen) gegenübe K edi ins i u en und
aus dem Bankgeschä gegenübe ande en Gläubige n mi e einba e
Lau zei ode Kündigungs is on ie Jah en ode länge ,
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