Bend inė kalba (S anda dsp ache)
2025, N . 98, S. 1 bis 13
Inhal slink Tu inio nuo oda
ISSN 2351-7204 (elek oninis online) ode
U hebe ech © 2025 Damian Gocół. Ve ö en lich om Ins i u ü die li auische Sp ache. Dies is ein
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Emp angen: Gau a: 2025-10-24 ode Akzep ie : P iim a:
2025-12-30. 1 mündliche Geschich e in Bezug au Sp ach- und Kul u geschich e
STUDIES Žodinė is o ija kalbos i kul u
s udijose
DAMIAN GOCÓL
Uni e si ä Ma ia Cu ie-Skłodowska in Lublin
E-Mail: [E-Mail geschü z ]
ORCID-ID: h ps://o cid.o g/0000-0003-1176-0067 Fo schungsbe eiche:
Sp achwissenscha , mündliche Geschich e, Medienwissenscha , Kul u wissenscha .
h ps: doi.o g/10.35321/bkalba.2025.98.08
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Zusammen assung
In diesem A ikel wi d die Beziehung zwischen mündliche Geschich e und sp achlichen und kul u ellen S udien
e ö e . De Au o beginn dami , e schiedene De ini ionen und Ansä ze ü die mündliche Geschich e in diesen
Wissensbe eichen o zus ellen. E konzen ie sich au die de ini ionellen und me hodologischen Vo schläge, die
un e ande em on Je zy Ba miński, Linda Wa s, Ga y Okihi o, Dawid Dunaway, Donald Ri chie, Richa d Do son,
Alessand o Po elli, Ka ja Rolle , Na alie B abe , Diane Da ies, Anisa Pu i, Ma hew F. Simmons und Da id Ca
o geleg wu den. Anschließend un e such e die Schni s elle e schiedene Fo schungsme hoden und se z
linguis ische und kul u elle S udien in einen an h opologischen Ansa z de mündlichen Geschich e ein. E
iden i izie Schlüssel hemen, die die mündliche Geschich e mi diesen Disziplinen e binden: Tex uali ä , E zählung,
Subjek i i ä , Beziehung zum Gedäch nis und Pe o manz. Schlüsselwö e : mündliche Geschich e, Sp achwissenscha , Kul u wissenscha , E zählung, O ali ä , Tex uali ä , Subjek i i ä .
ANOTACIJA (in anzösische Sp ache)
S aipsnyje ap a iamas žodinės (saky inės) his o ijos i ling is inių bei kul ū inių s udijų Ve bindungen. P adžioje
au o ius p is a o į ai ias žodinės is o ijos apib ėž is i požiū ius į jas į ai iose žinių s i yse. Die wich igs en Punk e
sind die De ini ionen de Me hoden, die o geschlagen wu den, die be ki a ko, Je zy Ba miński, Linda Wa s, Ga y
Okihi o, Dawidas Dunaway, Donaldas Ri chie, Richa das Do sonas, Alessand o Po elli, Ka ja Rolle , Na alie B abe ,
Diane Da ies, Anisa Pu i, Ma hew F. Simmonsas und Da idas Ca as. Toliau an opologiniu požiū iu i žodinės is o ijos
kon eks e nag inėjama į ai ių y imo me odų sanki a bei ling is iniai i kul u y imai. Išski iamos pag indinės
emos, jungiančios žodinę is o iją su šiomis disciplinomis: eks ualumu, na a y umu, subjek y umu, san ykiu su
a min imi, pe o ma y umu. ESMINIAI ŽODŽIAI: wö liche Geschich e, Linguis ik, Kul u s udios, Geschich en, Saky inė
kalba, Tex ualumas, Subjek i umas.
1. Einlei ung
Diese A ikel widme sich eine Re lexion übe das Ve häl nis zwischen mündliche Geschich e
und dem S udium on Sp ache und Kul u als heo e ische A bei . Diese Beziehung wu de in
mündlichen Geschich ss udien he ig disku ie ( gl. Po elli 2003; Dunaway 1996; Danielson 1996). Die
Vo ei e de Fo schung an mündlichen Tex en un e Sp achwissenscha le n und
Kul u wissenscha le n können au die ühes en Sammle mündliche Tex e zu ückge üh
we den, insbesonde e on sogenann en gewöhnlichen Menschen ( gl. Bu ke 2004). Die Dialek ologie
2
ha einen besonde en Bei ag zu diesem Be eich geleis e ( gl. Pelcowa 2014), dahe wu de die
linguis ische und an h opologische Felda bei o als Vo läu e de mündlichen Geschich e
angesehen (Je zy Ba miński nann e die mündliche Geschich e soga "einen neuen Namen ü die
al en P ak iken on Dialek ologen und Folklo is en [...], gesp ochene Tex e on sogenann en
ein achen Menschen au zuzeichnen" (Ba miński 2008a: 9). Es wä e jedoch eine Übe eibung,
anzunehmen, dass die mündliche Geschich e nu als eine A sp achliche und kul u elle
Fo schung be ach e we den kann. Zwei ellos gab es Techniken zu Au zeichnung mündliche
Tex e o de o malisie en mündlichen Geschich e. Dennoch is es schwie ig, o de E s ellung
on Tonau nahmen als sepa a e T end da on zu sp echen. Die mündliche Geschich e is
un ennba mi de Audio- ode Video au nahme e bunden ( gl. Po elli 2003; Rolle Simmons und
Audio- und Videoau nahmea chi e ( gl. Rolle 2015; B abe und Da ies 2016; 2015) e al. 2025).
Le z e e O is besonde s wich ig ü die Iden i izie ung on Ähnlichkei en zwischen mündliche
Geschich e und sp achlichen und kul u ellen S udien. Ein Beispiel ü diesen Ansa z in de
o ma i en Pe iode de mündlichen Geschich e is Benjamin Bo kins We k Lay My Bu den Down: A
Folk His o y o Sla e y (Bo kin ed. 1945). De Fo sche a bei e e an eine Sammlung ehemalige
Skla enbe ich e (im Rahmen des Fede al W i e s' P ojec in den USA in den 1930e Jah en
au gezeichne ). E benu z e dahe Sammlungen, die ü die mündliche Geschich e ypisch sind, um
die Wel sich und die Sp ache eine bes imm en ausgeschlossenen sozialen G uppe zu
ekons uie en. Seine A bei wa dahe aus soziolinguis ische Pe spek i e in e essan . Wi
können on ins i u ionalisie e mündliche Geschich e sei den ie zige Jah en sp echen (ich
disku ie e dies aus üh liche in Gocół 2023). Sei den sechzige Jah en is jedoch eine
o ensich liche Annähe ung an die sp achlichen und kul u ellen S udien sich ba (siehe Do son
1996). Die zei genössische En wicklung de Ko pus o schung ha zu einem e höh en In e esse an
a chi en de mündlichen Geschich e ge üh , insbesonde e in de Dialek ologie und Soziolinguis ik
(Rolle 2025; B abe und Da ies 2016; Simmons e al. 2025). In diesem A ikel we de ich au de
G undlage ühe e und neue e Li e a u übe die Fo schung an de Schni s elle on Sp ache
und Kul u e suchen, die wich igs en Kon ak punk e zu iden i izie en, Themen, die die mündliche
Geschich e mi sp achlichen und kul u ellen S udien e binden. Ich we de meinen Übe blick übe
den S and de Fo schung zu mündlichen Geschich e in den sp achlichen und kul u ellen S udien
dami beginnen, zu un e suchen, wie de Beg i on Ve e e n diese Disziplinen e s anden
wi d. Dadu ch kann ich nach Ansich de Fo sche die Beziehung zwischen ihnen bes immen.
Anschließend we de ich du ch die Analyse de gemeinsamen Fo schungs hemen einzelne
Fo schungsbe eiche iden i izie en, die aus diesen Wissensbe eichen abgelei e und in de
mündlichen Geschich e e wende we den, und ich we de bes immen, ob die im Rahmen de sp achlichen und kul u ellen S udien en wickel en De ini ionen den a sächlichen S and de Fo schung wide spiegeln. Da die gemeinsame Fo schung eine lange T adi ion ha , is de A ikel heo e isch-summa ische Na u und ziel da au ab, dem Lese ein syn he isches Bild de Schlüsselpunk e zu e mi eln, die die sp achlichen und kul u ellen S udien mi de mündlichen Geschich e e binden. 2. DEFINITION de mündlichen Geschich e und ih e me hodologischen Bedeu ung
Plizie ungen
Die ame ikanische Folklo is in Linda S. Wa s besch ieb die mündliche Geschich e als eine
Felda bei s echnik ode -me hode. Diese Me hode beinhal e die Au nahme on In e iews, die die
E inne ungen de In o man en e assen. Dies e möglich es dem Folklo is en, einen b ei e en
Zugang zu Besch eibungen al e T adi ionen, Ri uale, Handwe k und Ak i i ä en zu e hal en.
In e iews en hal en o Da en, die nu mündlich übe agen wu den - insbesonde e in
Gesellscha en, die selbs keine sch i lichen Dokumen e p oduzie en. Zu diesen
"geschich slosen" G uppen zähl e Wa s Skla en, Mie e , Mühlena bei e und Haus auen au .
Dank de Au nahmen konn e das Wissen übe ih e Ve gangenhei mi neuen In o ma ionen
e gänz we den, die nich sch i lich au gezeichne wu den, und mi eine neuen Sich weise
(Wa s 2007: 293-294). De E hnohis o ike Ga y Y. Okihi o sch ieb e was ande s übe mündliche
Geschich e als Wa s. In seinen We ken bezeichne e e die mündliche Geschich e aus auschba
3
als Me hode ode Theo ie. Indem e die mündliche Geschich e als Me hode ka ego isie e, mein e
1
e den gesam en Fo schungsp ozess, de die Konzep ion des P og amms, die Auswahl de
Sp achgemeinscha , das In e iew, die T ansk ip ion und die Bea bei ung, die endgül ige
2
Bea bei ung, die Ve wendung on Dokumen en und die Ablei ung des Endp oduk s um ass .
In Bezug au die Beziehung zwischen Geschich e und Folklo is ik, E hnolinguis ik ode
Dialek ologie be on e Okihi o die No wendigkei , bes imm e Bedeu ungen au zudecken, die im
Bewuss sein bes imm e G uppen o handen wa en, abe au g und ih e Abwesenhei in
sch i lichen Quellen nich Gegens and eine Fo schungs ekons uk ion gewo den wa en.
Seine Ansich nach gil diese Si ua ion in e s e Linie ü Gemeinscha en, die solche
Dokumen e übe haup nich e s ell haben ode nu eine e nachlässigba e Rolle bei ih e
E s ellung gespiel haben, wie z. B. F auen, Mi gliede de A bei e klasse, e hnische und
assische Minde hei en und unwissende Gemeinscha en. Sie wu den ausschließlich aus de
Pe spek i e ande e Gemeinscha en p äsen ie , die ihnen außen o s anden, und sie soll en in
ih e eigene Wel anschauung passen. Aus diesem G und wu den E eignisse in ih em kul u ellen
Be eich o übe sehen, als i ele an ode ma ginal angesehen, und diese G uppen wu den
nega i bewe e . Dahe sah Okihi o ein g oßes Po enzial im S udium ih e mündlichen
Geschich en aus de Ve gangenhei . Fo schungs echniken aus de E hnog aphie und
e wand en Disziplinen spielen eine en scheidende Rolle im Fo schungsp ozess de mündlichen
Geschich e. Lau Okihi o soll e sich die Besch eibung mündliche Be ich e aus de Ve gangenhei au die E assung soziale Ve ände ungen und da au konzen ie en, wie sich das soziale Bewuss sein de un e such en G uppen gebilde ha (Okihi o 1981: 43).
In de Li e a u inden wi auch De ini ionen, die sich meh au die Fo m de Kommunika ion
konzen ie en. In einem seine A ikel analysie e Alessand o Po elli die mündliche Geschich e
als ein spezi isches Gen e des Disku ses, im Wesen lichen einen Clus e e schiedene
Sp achgen es. In e essan e weise behandel e de Au o die Gen eka ego ie nich abs ak ,
sonde n in enge Ve bindung mi de kommunika i en Si ua ion. Lau ihm wi d das Wesen de
mündlichen Geschich e dadu ch bes imm , was gesag wi d, an wen, übe welchen Kanal und mi
welche Wi kung. Die De ini ion de mündlichen Geschich e is hie eng mi de Si ua ion des
Gesp ächs e bunden, das om Fo sche in einen sozialen und kul u ellen Kon ex und inne halb
eine Gemeinscha spezi ische Kommunika ion und Kenn nisse übe die Wel eingebe e is
(Po elli 1997). In de zei genössischen soziolinguis ischen und dialek ologischen Re lexion wi d die
mündliche Geschich e o als eigens ändige Fo schungsdisziplin konzipie . Simmons und ande e
a gumen ie en, dass es mi de Linguis ik die Fähigkei eil , Wissen übe menschliche
Gemeinscha en zu ekons uie en, ein gemeinsames Ziel de mündlichen Geschich e und de
Linguis ik. Ausgangspunk ü diese Rekons uk ion is das S udium geog a ische , his o ische ,
soziale und sp achliche Ähnlichkei en, die sich in Sp ache und Tex wide spiegeln. Aus diesem
G und nehmen O algeschich sa chi e bei sp achlichen und kul u ellen Rekons uk ionen eine besonde e Bedeu ung an (Simmons e al. 2025: 273275).
Lau Ka ja Rolle is de Tex de mündlichen Geschich e selbs , insbesonde e in g oßen Co pus,
die als Fo schungsma e ial dienen, sowohl ü den Linguis en als auch ü den Kul u o sche on
en scheidende Bedeu ung (da Kul u ohne Sp ache nich ekons uie we den kann und
umgekeh ). Diese Ko po en e möglichen die Iden i izie ung lokale , geog aphische und
his o ische Sp ach a ia ionen und ih e kul u ellen Implika ionen (Rolle 2015).
Na alie B abe und Diane Da ies beme k en, dass O algeschich sa chi e on Soziolinguis en
wiede e wende we den können. Big Da a: "willkommen zu de Gelegenhei , die uns die
a chi ie e mündliche Geschich e bie e , Ve ände ungen des Dialek s im Lau e de Zei zu
ka og a ie en, indem äl e e und jünge e S immen aus denselben Gebie en e glichen we den.
[...] Angesich s de Zen ali ä de gesp ochenen Sp ache und des Ein lusses on Sp achs ilen im Be eich de mündlichen Geschich e kann ein Schwe punk au dem Dialek sowohl ü mündliche His o ike als auch ü Sp achwissenscha le on Vo eil sein".
(B abe und Da ies 2016: 98).
1
De Beg i sp achliche Gemeinscha wu de om Fo sche e wende , um sich au "diejenigen zu beziehen, die
sp achliche Symbole und A ikula ionsmus e und ein gemeinsames Wel leben und -e lebnisse eilen" (Okihi o 1981: 35).
2
Okihi o un e scheide deu lich zwischen Bea bei ung und endgül ige Bea bei ung. E s e es besch änk sich au die
E s ellung eine T ansk ip ion, die eine wö liche Au zeichnung de Äuße ungen des Gesp ächspa ne s da s ell -
un e Be ücksich igung on Fehle n, Pausen, Ges en, die die Sp ache beglei en, usw. Wäh end de endgül igen
Bea bei ung wi d diese " oh" Ve sion de T ansk ip ion eine edak ionellen Bea bei ung un e zogen, was zu einem öllig neuen Dokumen üh - s anda disie und nähe an de gesch iebenen Sp ache ( gl. Okihi o, de e s e P äsiden de Ve einig en S aa en
1981: 40–41).
4
Je zy Ba miński de inie e u sp ünglich die mündliche Geschich e als "eine in e disziplinä e
Ak i i ä wissenscha liche und allgemeine soziale Na u " (Ba miński 2008a: 11). De
Beg i "Ak i i ä " wa zu allgemein, so dass die De ini ion im Lau e de Zei e eine
wu de. Lau Ba miński is die mündliche Geschich e "eine o ganisie e Tä igkei
wissenscha liche , soziale und kul u elle Na u , die die Au zeichnung, Sammlung und
Bea bei ung pe sönliche Aussagen (Accoun s) on Fo sche n, Dokumen a is en,
Jou nalis en, Regionalis en usw. beinhal e und sie in Folge einem b ei e en K eis on
in e essie en Pa eien zu Ve ügung s ell " (2014: 10). Ba miński e kann e, wie Okihi o, den P ozesscha ak e de mündlichen Geschich e (Au zeichnung, A chi ie ung, Bea bei ung) an.
In seinem A ikel on 2014 üh e de in Lublin ansässige Geleh e jedoch eine neue Un e scheidung
ein, die zu o in seine A bei nich au ge e en wa . E a gumen ie e, dass wi on zwei
e schiedenen Ve s ändnissen de mündlichen Geschich e sp echen können. Die e s e wi d du ch
die oben zi ie e De ini ion e ass . In diesem Ansa z nann e Ba miński es o ganisie e
mündliche Geschich e. Neben ihm gib es eine spon ane mündliche Geschich e. Nach Ansich de
Fo sche is es eine spon ane P axis des Geschich ene zählens, die zu Scha ung des
Gedäch nisses eine Gemeinscha übe ih e Geschich e üh (Ba miński 2014: 10[…]11). Diese
beiden on Ba miński gep äg en Beg i e beziehen sich au öllig un e schiedliche Konzep e. Es
gib keinen gemeinsamen Nenne zwischen ihnen. De Fo sche ha sie keine gemeinsamen
Ka ego ie zugeo dne . Dies is ein bishe unbekann e Ansa z. Die mündliche Geschich e ha e
zu o nich als Name ü spon ane menschliche Äuße ungen gedien , sonde n als Name ü die
P axis, sie zu sammeln und zu analysie en. Die F age bleib , ob Ba miński's Un e scheidung seine
spon anen Viel al ge ech e ig sein kann. Meine Meinung nach e iel achen sich die Einhei en
übe die No wendigkei hinaus. Un e de Annahme de Exis enz eine spon anen mündlichen
Geschich e müss en wi sie als eine na ü liche menschliche kogni i e Fähigkei be ach en und
ih e En s ehung soga au die An änge de Menschhei e s ecken. Inzwischen haben iele
Disziplinen sei langem Beg i e e wende , die die spon ane mündliche Geschich e e olg eich
e se zen können - e s anden als sowohl die P axis des Geschich ene zählens als auch eine
kogni i e Fähigkei - z. B. E zählung (meh übe die Ve wendung dieses Beg i s in de mündlichen
Geschich e siehe Gocół 2013; 2014). Da übe hinaus bes eh die Ge ah , dass wi , wenn wi beide
De ini ionen gleichzei ig e wenden, das Fo schungsma e ial und seine Analyse au die gleiche
Weise bezeichnen. Die Iden i ä de mündlichen Geschich e wi d in e s e Linie du ch ih
spezi isches Fo schungsma e ial bes imm : mündliche Tex e übe die Ve gangenhei , die on Ve e e n seh un e schiedliche Hin e g ünde un e such we den. Aus diesem G und soll e es allgemein als Fo schungs-, soziale und kul u elle T ends de inie we den, die au de Au zeichnung, A chi ie ung und Analyse ode Ve a bei ung mündliche Tex e übe die Ve gangenhei basie en ( gl. Gocół
2016; 2023).
3. His o ische und an h opologische Ansä ze
Ba miński (2014) be on e auch den in e disziplinä en Cha ak e de mündlichen Geschich e. Bei
de Besch eibung dieses Aspek s s ü z e e sich in e s e Linie au ühe e S udien on Da id
Dunaway (1996), Richa d Do son (1996) und Donald Ri chie (2003). Ri chie be on e, dass das
Gedäch nis de Ke n de mündlichen Geschich e is (2003: 19), wäh end Dunaway und Do son die
3
O ali ä de Übe agung als Ve bindung zwischen e schiedenen Fo schungsansä zen be on e
(Dunaway 1996: 9[…]10; Do son 1996: 287). Insbesonde e de d i e Geleh e, als Folklo is , widme e
de O ali ä und ih e Rolle bei de In e p e a ion on Geschich en aus de Ve gangenhei
e hebliche Au me ksamkei . E be on e, dass de e s e Kon ak zwischen Folklo is ik und
mündliche Geschich e e s in den 1960e Jah en s a and (Do son 1996: 287).
3
Es is e wähnenswe , dass Ri chie eine kla e Ka ego isie ung de mündlichen Geschich e ausd ücklich e mieden ha .
E glaub e, dass de Fo schungsp ozess komplex sei und die e wende en Fo schungsme hoden eindeu ig on den
Fo schungszielen eine bes imm en Disziplin abhängen. Dahe e klä e Ri chie ausd ücklich, dass seine Meinung nach
keine De ini ion de mündlichen Geschich e wi klich e assen wü de, was mündliche Geschich e a sächlich is . Seine
Ve bindung zum Gedäch nis wa ü den Fo sche wich ig, da e glaub e, dass ein Sys em on Bedeu ungen aus Tex en
ex ahie we den könn e. Fü ihn wa en mündliche Geschich sbe ich e dahe Ma e ial, das die Rekons uk ion de konzep uellen Sphä e e möglich e (Ri chie 2003: 19).
5
Lau Dunaway e lang e die mündliche Geschich e ih e zei genössische in e disziplinä e Fo m seh
langsam - ein P ozess, de e s in den 1990e Jah en abgeschlossen wu de (Dunaway 1996: 10). Als
Do son (1996) übe die En wicklung de mündlichen Geschich e sch ieb, hob e meh e e bedeu ende
P obleme he o , die sich aus de g öße en In e pene a ion de Konzep e des Sammelns,
A chi ie ens und Analysie ens mündliche Be ich e aus de Ve gangenhei mi e schiedenen
Fo schungsdisziplinen, insbesonde e de Folklo is ik, e gaben. E beme k e, dass die mündliche
Geschich e in den sechzige Jah en haup sächlich du ch die Linse de Geschich e und e wand e
Disziplinen be ach e wu de. Die Folklo is ik e wende e jedoch ande e Fo schungsme hoden und
e olg e Ziele, die sich on denen de Geschich ssch eibung un e schieden. Dahe un e scheide
de Geleh e zwischen zwei Fo schungsansä zen. De e s e Ansa z, die mündliche eli ä e
Geschich e, basie au Me hoden, die aus de adi ionell e s ändlichen Geschich e abgelei e
sind. Fo sche , die sich ü diesen Ansa z en scheiden, konzen ie en sich in e s e Linie au die
Analyse des Inhal s de Bo scha , au die Bes ä igung his o ische Ta sachen, aus denen sie eine
E zählung übe die Ve gangenhei ekons uie en. Die mündliche eli is ische Geschich e neig e zu
"Eli e"-Geschich e und g oßen E zählungen und s imm e somi mi dem adi ionells en T end in de
mündlichen Geschich e übe ein (Do son 1996: 287-291). Wi können diesen Ansa z nun als his o isch
bezeichnen, da sein Ziel eine ela i objek i e Rekons uk ion his o ische Ta sachen is ( gl. Gocół
2016; 2023). Ta sächlich is es heu e nich nu ypisch ü die posi i is isch o ien ie e Geschich ssch eibung, sonde n auch un e ande em ü Jou nalis en, die sich bemühen, die "lee en Flecken" de Geschich e zu üllen ( gl. Bo owik 2008).
De zwei e Ansa z, die mündliche Volksgeschich e, neig e zu kleinen E zählungen, Geschich en
übe lokale Geschich e und T adi ion. De Schwe punk lag au den Be ich en des "Volkes". Bei
diesem Ansa z neigen O alis en dazu, die S uk u und Sp ache de Bo scha sowie die dami
e bundenen Ges en und Emo ionen zu analysie en (Do son 1996: 287-291). La y Danielson (1996)
p äsen ie e eine ähnliche Pe spek i e au die mündliche Geschich e, mi besonde em Fokus au
die lokale Geschich e. Diese Ansa z kann als an h opologisch bezeichne we den, weil e nich
his o ische Ta sachen in den Mi elpunk des In e esses s ell , sonde n den Menschen, das
e kennende Subjek , und das Ziel de mündlichen Geschich sak i i ä en is nich die objek i e
Rekons uk ion de Ve gangenhei , sonde n die Rekons uk ion des Gedäch nisses, de A en,
sich zu e inne n und übe die eigene und die eigene soziale G uppe zu sp echen ( gl. Gocół 2016).
Diese Ansa z s eh den zei genössischen Me hoden de Linguis ik und de Kul u wissenscha en, insbesonde e de E hnolinguis ik und de linguis ischen Gedäch nis o schung, nähe . Nide la 2010;
Wójcicka 2014a; und Czachu 2017). Das is eine seh gu e Idee.
In Polen s ü z e sich Pio Filipkowski (2010) au Do sons Ab eilung. Dunaway, Do son und
Danielson be on e die In e disziplina i ä de mündlichen Geschich e, wäh end Ba miński
da au hinwies, dass einige P ojek e de mündlichen Geschich e um
anso -Mul i-Disziplina i ä he um liegen, abe e en wickel e diese Idee nich (Ba miński 2014: 11).
Die zei genössische dialek ologische und soziolinguis ische Fo schung, die au g oßen
Da ensä zen basie , ha eine ausgep äg e an h opologische Neigung. Ih Fokus lieg imme au
de menschlichen Gemeinscha , de en einziga ige Eigenscha en du ch das S udium ih e
Sp ache und Kul u ekons uie we den können, wie sie sich in mündlichen Geschich en
wide spiegeln. Gu besch iebene Tex ko po en, beglei e on sp achlich ele an en Me ada en,
e möglichen die Rekons uk ion de egionalen und zei lichen Viel al eine Gemeinscha
eine sei s und de Wel anschauung diese Gemeinscha ande e sei s. Solche Da ensä ze
e schiedene Mu e sp achle dialek ale und egionale Fo men sind wich ig in de Pädagogik
und de Popula isie ung on Wissen sowie in de in e nen Kommunika ion e schiedene soziale
G uppen, die nach Fak o en wie Al e , Wohno , He kun , Sp ache, sozialem S a us, Geschlech
usw. di e enzie we den (Rolle 2015: 81[…]82). Au g und zei liche Ve ände ungen in sp achlichen
und kul u ellen Da en können on Linguis en en wickel e Da ensä ze als besse e sekundä e Quelle
ü das Ve s ändnis de Geschich e dienen ( gl. B abe und Da ies 2016: 106, gl. Pu i 2025: 122[…]123).
In ih en Besch eibungen ach en Soziolinguis en meh da au , was de Gesp ächspa ne sag und
wie e es sag . Diese Un e schied im Ansa z mach mündliche Geschich squellen ü die
Soziolinguis ik in e essan , abe ein on einem Soziolinguis en en wickel e Tex kann zu eine
neuen quali a i en his o ischen Quelle we den (B abe und Da ies 2016: 106). Ein neues Ziel, das diese beiden Ansä ze kombinie , kann die Rekons uk ion nich nu de Geschich e, sonde n o allem des Gedäch nisses selbs sein, das sich in
6
sp achliche und ex liche Da en (B abe 2025). Dies bedeu e , dass sich beide Disziplinen nich
so seh au die Geschich e konzen ie en, sonde n au den Menschen und die menschliche
Gemeinscha . Die F age bleib : Wie wa ih e ühe e Beziehung und was ha die mündliche
Geschich e aus de Folklo is ik, de E hnolinguis ik und de Dialek ologie gewonnen? Die
Beobach ungen de Fo sche haben zu meh e en Schni punk en mi sp achlichen und
kul u ellen S udien ge üh . Die wich igs en da on we den im Folgenden au ge üh .
4. Tex uali ä
Das Fo schungsma e ial eines O alis en is ein mündliche Tex übe die Ve gangenhei , de
iele spezi ische Me kmale au weis . Viele da on wu den in den Tex en on Ba miński (2008)
und dem i alienischen Kul u wissenscha le Alessand o Po elli ( gl. 1997; 2003; 2005)
besch ieben. Die Fo sche be on en un e ande em die Hö ba kei , die Ges en, die
Si ua ions ähigkei , die Dialogi ä , die Va iabili ä und die Ve gänglichkei solche Tex e.
Mundliche Tex e en s ehen imme im P ozess de In e ak ion. Die mündliche Kommunika ion wi d
an die dialogische Si ua ion angepass . Wi sp echen imme mi jemandem […] im Dialog wi d eine
I-YOU-Beziehung gebilde . Aus diesem G und wechseln sich die Rollen des Absende s und des
Emp änge s in mündlichen Tex en ab. Obwohl die Äuße ung die Fo m eines Monologs annehmen kann
(wie es in mündlichen Geschich s ex en o de Fall is ), is sie imme an jemanden ge ich e
(Ba miński 2008b: 15). Die dialogische Na u de mündlichen Geschich s ex e wu de auch on
Po elli be on . E beme k e, dass eine de Beziehungen, die sich in einem In e iew zu mündlichen
Geschich e bilden, de Dialog zwischen dem In o man en und dem Fo sche is . Po elli hö e
jedoch nich au , die Rolle de zwischenmenschlichen Kommunika ion bei de Kons uk ion
mündliche Geschich s ex e zu be onen. E lenk e auch die Au me ksamkei au ande e
Beziehungen, die die endgül ige Fo m de E klä ung beein lussen. Dazu gehö en die in ape sonelle
Kommunika ion (I-I) und die soziale Kommunika ion (I-THEM). Die endgül ige Fo m des Tex es wi d
dahe nich nu du ch den Dialog mi dem Fo sche beein luss , sonde n auch du ch das Gedäch nis und den sozio-kul u ellen Kon ex (Po elli 2003: 72 […] 73; 2005: 2 […] 6).
Aus diesem G und können mündliche Geschich s ex e de Kon e sa ionsanalyse
(I-YOU-Beziehung) un e zogen we den, abe auch dazu dienen, die subjek i e Pe spek i e des
Indi iduums (I-I) und des Kollek i s (I-THEM) zu ekons uie en ( gl. Wójcicka 2016).
Diese ex lichen Ma ke spiegeln sich auch in g oßen Tex ko po en wide und e möglichen die
Rekons uk ion sp achliche und men ale Me kmale on Gemeinscha en (Rolle 2015; B abe
2025). Dies zeig sich in de Me a-Besch eibung on Tex en und in de Rekons uk ion on
Gemeinscha sme kmalen, die sich in de Sp ache wide spiegeln (B abe und Da ies 2016: 99),
manchmal mi Hil e on Modellen küns liche In elligenz (Simmons e al. 2025: 274). De Tex
bleib dahe de Schwe punk neue Fo schungen.
5. E zählung
E zählung is eine de am häu igs en e wende en Beg i e in zei genössischen
Geis eswissenscha en. Ich lasse eine Übe p ü ung seine De ini ionen im Be eich einzelne
Disziplinen aus, die ich be ei s in eine ande en A bei du chge üh habe (Gocół 2013: 1018; siehe
auch Fila 2014: 1334), un e de Annahme, dass die E zählung ein geschlossenes Ganzes in Fo m
eine bedeu ungs ollen besch eibenden Sequenz is , die in Bezug au Handlung und Zei o ganisie
is und in de Lage is , eine kogni i e Funk ion zu e üllen und in kogni i e Schema a und Sk ip e zu
gelangen, in denen das Subjek en hüll wi d (Gocół 2016: 1732 Ba ke 2005). Dieses Ve s ändnis
dieses Beg i s is das E gebnis jah elange Analysen au den Gebie en de Linguis ik, de
Li e a u wissenscha , de Philosophie, de Soziologie und de Psychologie. Alessand o Po elli
(2003), Ma zena Ma czewska (2014), und Anna Nide la (2010) iden i izie en die E zählung als eines
de wich igs en Me kmale mündliche Geschich s ex e. De His o ike Da id Ca (1991)
konzen ie e sich nich nu au E zählmus e , sonde n o allem au die kogni i e und soziale
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Funk ion on Geschich en. Dies üh e dazu, dass sich die his o ische Fo schung in zwei Be eichen
in die Linguis ik e wandel e. Zue s wu de nich nu de Inhal , sonde n auch de Au bau de
Tex e un e such . Folglich begannen his o ische Analysen au die E gebnisse de S ilis ik, de
Tex ologie und de Linguis ik zu ückzug ei en. Zwei ens wu de die Geschich e nich meh nu als
das S udium de Ve gangenhei e s anden, sonde n die Be onung e lage e sich au die
Tex analyse. Die His o ike in e essie en sich neben de Rekons uk ion de Reihen olge de
a sächlichen e gangenen E eignisse auch ü die Rekons uk ion de konzep ionellen Sphä e,
de Konzep sphä e de E zähle , de en T ans o ma ionen sich aus his o iog aphische
Pe spek i e als ebenso in e essan e wiesen haben ( gl. Ca 1991). Dies b ach e die his o ische
Fo schung linguis ischen Analysen nähe (und einen an h opologischen Ansa z ü die mündliche
Geschich e), die sich au die Rekons uk ion on Elemen en de konzep ionellen Sphä e basie end
au Tex en konzen ie en, beispielsweise die Un e suchung de linguis ischen Wel anschauung.
Anisa Pu i beme k e, dass sich die soziolinguis ische Fo schung nich ausschließlich au den Tex
konzen ie ; Vielmeh s eb sie du ch die Analyse on ex uellen Da en danach, die pe sönliche
E ah ung des Einzelnen und de Gemeinscha zu ekons uie en. Die besch eibende Ka ego ie,
die den Tex mi dem Lebens e lau e binde , is genau die E zählung, die die zei liche
O ganisa ion des Wissens übe das Leben du ch sp achliche Fo men e möglich (Pu i 2025: 113).
Lau Ka ja Rolle , die un e ande em die zu o e wähn e Fo schung on Bo kin zi ie , e möglich
die na a i e Fo schung die Rekons uk ion nich nu de sp achlichen Mi el, die on eine
bes imm en Gemeinscha e wende wu den, sonde n auch ih e E ah ung, die diese
spezi ische Sp ache zum Ausd uck b ach e. In olgedessen sind mündliche Geschich se zählungen
eine we olle Wissensquelle ü die Soziolinguis ik, und wenn sie on einem Dialek ologen ode
Soziolinguis en en wickel we den, können sie auch zu einem We kzeug ü die soziale Bildung
we den (Rolle 2015: 74, 78). Lau B abe und Da ies is die Beziehung zwischen E inne ung,
E zählung und Iden i ä ü zei genössische Fo sche on Sp ache und Kul u on en scheidende Bedeu ung. Die E zählba kei de Quellen is in diesem Ansa z de Schlüssel zu Rekons uk ion des Gedäch nisses und de subjek i en E ah ung eines Indi iduums und de b ei e en sozialen E ah ung on G uppen, die gemeinsame Va ian en de Umwel sp ache und gemeinsame Sp achmus e e wenden, die in einem his o ischen Kon ex en wickel wu den und sich im Gedäch nis wide spiegeln (B abe und Da ies 2016: 99, c . B abe 2025).
6. Subjek i i ä
Ba miński (2008), Po elli (2003), Nide la (2010) und Ma czewska (2014) be on en die Subjek i i ä
de mündlichen Geschich s ex e. Eine na ü liche Konsequenz de Ane kennung de na a i en
Na u his o ische Quellen und S udien wa die Da s ellung des Subjek s als übe legene
Ka ego ie, die die E zählung o ganisie e und gleichzei ig den Tex und die Sp ache selbs
übe sch i .
Ca (1991) be ach e e das Subjek , das seine eigene E zählung e gangene E eignisse o m e,
als den en scheidenden Fak o bei de Bes immung de Spezi i ä on Quellen übe die
Ve gangenhei . Dieses Thema ha seine eigenen Absich en und weis na a i en Elemen en
gewünsch e Funk ionen zu. Sie unk ionie en in eine bes imm en Zei und sozialen Umgebung, die
zum Kon ex ih e E zählung bei äg und ih en S andpunk und das im Tex da ges ell e
We sys em bes imm . Ih e Aussagen we den du ch die E zählmus e gep äg , die sie auswählen
und modi izie en. Da übe hinaus wu de die his o ische E zählung als bis zu einem gewissen G ad
du ch die empi ische E ah ung des Subjek s o de inie behandel (Ca 1991). Diese Sich au
die his o ische E zählung s eh dem sp achlich-kul u ellen und an h opologischen Ansa z nahe.
Das Thema, en wede als Homo na ans ode Homo loquens ode als eine Ka ego ie, die die
Sp ache anszendie , wu de zu zen alen Ka ego ie in de E hnolinguis ik - wie in de
Ta in den gesam en Geis eswissenscha en. Es is das Subjek , das ein bes imm es
Wel bild (sp achliche ode sp achlich-kul u elle Na u ) e mi el , und au de G undlage
des on ihm gescha enen Tex es wi d die konzep ionelle Sphä e ekons uie (Fila 2013:
95[…]104; Ba miński 2008b: 168; ü den sp achlich-kul u ellen Ansa z siehe Anusiewicz e al. 2000).
Sowohl in den Wissenscha en de Sp ache und de Kul u als auch in de Geschich ssch eibung
he sch e de kons uk i is ische Ansa z. Danach kons uie das Subjek nich nu eine
E zählung übe die Ve gangenhei , sonde n auch seine eigene Iden i ä (manchmal
Iden i ä se zählung genann ) ode , allgemeine gesag , Subjek i i ä . Das Ve s ändnis des
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Themas ha sich auch in de Linguis ik mi de sogenann en zwei en kogni i en Re olu ion
e ände . Die Vision des ep äsen a i en Subjek s (ein symbolisches Sys em, Subjek geis )
wi d du ch einen ökologisch-phänomenalen Ansa z e se z , wobei de Beg i "Subjek " auch die
Umgebung um ass , die diese Subjek e e leben und in de sie agie en (Muszyński 2008: 80 […] 84).
Lau Ch is Ba ke konzen ie sich die sp ach-kul u elle Fo schung au das Thema, wie wi zu
dem we den, was wi sind, wie wi eine Vision on uns selbs als Subjek scha en, wie wi uns
iden i izie en (und emo ional binden) mi de Besch eibung on uns selbs als Ve e e eine
bes imm en G uppe ode Ka ego ie (Gende , Rasse, Al e sg uppe) (Ba ke 2005: 11[…]12). In diesem
Ansa z is das Subjek keine isolie e Ka ego ie, sonde n ein Mi glied eine G uppe, die ih e
E zählung übe das Leben inne halb eines b ei e en Disku ses ode Disku sen e s ell . Ähnlich wie
bei Ca s Konzep gib es eine e lexi e Beziehung zwischen einem Indi iduum, das eine E zählung
übe sich selbs und die G uppe e s ell , und de G uppe, aus de en Disku s und Iden i ä sie schöp en und die sie mi e s ellen.
7. Das Ve häl nis zum Gedäch nis
Linguis ische und kul u elle Analysen mündliche Geschich s ex e übe schneiden sich zunehmend
mi de En wicklung on linguis ischen Gedäch niss udien ( gl. Chlebda 2019; Wójcicka 2014a;
Czachu 2017). Da E zählungen on Na u aus subjek i sind und im sozialen Disku s en s ehen, is
es en scheidend, ih e Beziehung zum indi iduellen und kollek i en Gedäch nis zu bes immen. Ma a
Wójcicka un e eil e diese Ansä ze in ze allende und in eg ie ende. De e s e Ansa z geh
da on aus, dass E inne ung und Geschich e ge enn e Ka ego ien sind, die nich s gemeinsam
haben. Diese Ansich wu de allmählich du ch in eg ie ende Posi ionen e d äng , die un e
ande em on Ve e e n de "neuen Geschich e" be ü wo e wu den. Be ü wo e dieses
Ansa zes wa en dagegen, E inne ung und Geschich e als eine einzige Ka ego ie ode als
ge enn e Ka ego ien zu behandeln. S a dessen nahmen sie an, dass Gedäch nis und Geschich e
du ch komplexe, meh dimensionale Beziehungen mi einande e bunden sind (Wójcicka 2014a: 89[…]96; 2014b: 24[…]33, c . Woźniak 2008).
Lau Ka ja Rolle is das Ziel de Fo schung aus de Pe spek i e eines Linguis en nich die
Rekons uk ion his o ische E eignisse, sonde n ielmeh die Rekons uk ion des indi iduellen
und gemeinscha lichen Gedäch nisses - ein Punk , de sich in dem on ih un e such en
Millennium Memo y Bank-Ko pus wide spiegel (Rolle 2015: 78). Lau B abe und Da ies spiegel
sich das Gedäch nis im E zähls il und den Gen eelemen en wide , wie z. B. die Sä igung des
Tex es mi Anekdo en und das gemeinsame Wissen und die Sp ache des Absende s und des
Emp änge s. Dies e möglich die Rekons uk ion des indi iduellen und kollek i en Gedäch nisses (B abe und Da ies 2016: 100, 103).
Da das Gedäch nis ü uns nich di ek zugänglich is , wi d seine Analyse au die
Un e suchung on Tex en eduzie , die au E inne ungen basie en. Dies e ö ne einen
wei e en Be eich ü die gemeinsame Fo schung zwischen Linguis ik und mündliche Geschich e.
8. Pe o ma i i ä
Angesich s de kon ex uellen und subjek i en Na u de E zählung wu de es no wendig, au
ih e Aus üh ung zu ach en. Die His o ike hö en au , den Inhal de Nach ich zu un e suchen;
Auch die A und Weise, wie es ge o m wu de, wu de wich ig. Die dynamischs e En wicklung de
Fo schung in diesem Be eich wa mi de Emanzipa ion de mündlichen Quellen e bunden, in de
sich die No wendigkei e gab, die non e balen Elemen e de kommunika i en Si ua ion und ih e
Auswi kungen au die E zählung zu besch eiben, was den Einsa z sp achliche S udien e o de e ( gl. Mo issey 2003; Rolle 2015; Ma czewska wu de in den le z en Jah en in den USA e e en.
2014).
9. Schluss olge ung und Diskussion
Wie leich zu sehen is , is eine bes imm e Reihe on Themen im Zusammenhang mi de mündlichen
Geschich e en s anden, die aus de Pe spek i e de sp achlichen und kul u ellen S udien
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in e essan sind und du ch ex ologische, e hnolinguis ische, na a i e, kon e sa ionelle,
konzep uelle ode Gedäch niss udien analysie we den können. Alle diese Themen sind enge mi
den Eigenscha en mündliche Tex e übe die Ve gangenhei e bunden als mi i gendeinem genau
de inie en Rahmen de mündlichen Geschich e. Man könn e die Hypo hese au s ellen, dass das,
was diese e schiedenen Ansä ze wi klich e ein , das Fo schungsma e ial selbs is - ein iel
g ündliche cha ak e isie es Feld als die mündliche Geschich e selbs . Die Kul u wissenscha en
zielen au eine objek i e Besch eibung de Kul u eine bes imm en Gemeinscha ab, wäh end die
Sp achwissenscha en au eine ielsei ige Besch eibung de Sp ache zielen. Sie un e scheiden
sich in e n du ch ih e e schiedenen Pe spek i en. Ih gemeinsames In e esse lieg in de
men alen Sphä e, die das gemeinsame Wissen übe die Wel un e den Mi gliede n eine
sp achlichen Gemeinscha wide spiegel . Linguis ische und ex uelle Da en e möglichen seine
Rekons uk ion. Hie übe schneide sich das In e esse diese Disziplinen mi de mündlichen
Geschich e. Ih e e s e und g undlegende Ve bindung is de Tex selbs . Alle De ini ionen de
mündlichen Geschich e konzen ie en sich au den mündlichen Tex - seine E s ellung,
Au zeichnung und Ve a bei ung. Dieses einziga ige Fo schungsma e ial is eine Quelle ü
sp achliche Da en, die die Rekons uk ion de Wel sich eine bes imm en Gemeinscha e möglichen. Zu den Un e disziplinen, die sich besonde s au dieses Me kmal konzen ie en, gehö en die Tex ologie (das S udium on Tex en aus linguis ische Pe spek i e), ge olg on denen, die eine bes imm e Wel sich und die Me kmale eine bes imm en Gemeinscha aus Tex en ekons uie en.
Die E zählung o ganisie sp achliche und ex uelle Da en, e binde sie mi eine zei lichen O dnung
und e so g sie mi einem his o ischen Kon ex . Es is dahe de Schlüssel zum Rekons uie en des
gemeinsamen Wissens und de G uppeniden i ä . Aus diesem G und we den Un e disziplinen, die
spezi ische G uppenme kmale ekons uie en, da au zu ückg ei en: soziale (Soziolinguis ik),
egionale (Dialek ologie) ode G uppen (Folklo is ik). Im Mi elpunk des In e esses an den
Wissenscha en de Sp ache und de Kul u s eh das Subjek , sowohl das Indi iduum (eine
sp echende Pe son) als auch das Kollek i (eine G uppe, die Me kmale eil ). Ih Bild kann au de
G undlage on linguis ischen und ex uellen Da en ekons uie we den, was sowohl sp achlich als
auch kul u ell ü die An h opologie on besonde em In e esse is . Au de G undlage mündliche
Geschich s ex e we den die E inne ungen on Einzelpe sonen und G uppen ekons uie . Dies kann
nich nu ü Gedäch niss udien wich ig sein, sonde n auch ü die Subdisziplin an de Schni s elle
on sp achlichen und kul u ellen S udien, nämlich de E hnolinguis ik, die da au abziel , das Wel bild
eine G uppe zu ekons uie en. Alle diese Disziplinen in e essie en sich ü die Pe o mance und die
spezi ische kommunika i e Si ua ion, in de ein mündliche Tex gescha en wi d. Die Au üh ung
e olls ändig die ü die mündliche Geschich e ypischen Me kmale, da de Dialog den Tex selbs
e zeug , de als Fo schungsma e ial dien . Die Leis ung bezieh sich au spezi ische
Felda bei s echniken, die ypisch ü sp achliche und kul u elle S udien sind. Die Schlüssel hemen, die die mündliche Geschich e mi diesen Disziplinen und ih en Un e disziplinen e binden, sind im Diag amm da ges ell .