Ac a Linguis ica Li huanica
2025, ol. 92, pp. 1–10
Con en s link / Tu inio nuo oda
ISSN 2669-218X (online / elek oninis)
Copy igh © 2025 Alb ech G eule. Published by he Ins i u e o he Li huanian Language. This is an Open
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Recei ed: / Gau a: 2025-01-12. Accep ed: / P iim a: 2025-03-12.
1
BENENNUNG UND UMBENENNUNG VON FLIEßGEWÄSSERN. DER
FALL
SCHWAPPACH
. EIN NACHTRAG ZUM
DEUTSCHEN
GEWÄSSERNAMENBUCH
.
Upė a džių į a dijimas i pe a dijimas. Duomenų apie
Schwappach
papildymas
Vokie ijos
anden a džių žodyne
ALBRECHT GREULE
Uni e si ä Regensbu g
E-mail: [email p o ec ed]
ORCID ID: –
Wissenscha liche Fo schungs ich ungen: Tex g amma ik, Theolinguis ik und geis liches Lied,
Onomas ik, his o ische Syn ax.
h ps://doi.o g/10.35321/all92-04
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ANNOTATION
Wann und on wem wa um die Fließgewässe so benann wu den, wie sie je z heißen, können wi
heu e nich ode nu mi Hil e e ymologische Hypo hesen nach ollziehen und e mu en. Wa um wu de z.B.
de Rhein zum e s en Mal
*Reinos
ode die Donau
*Dānewjos
genann ? Das P oblem häng mi dem hohen
Al e de Hyd onyme zusammen und häng da on ab, wie lang bzw. bedeu end ein Fließgewässe is . Ande s
is die Lage, wenn es um die Umbenennung eines Gewässe s geh . Wie de im Bei ag besch iebene Fall zeig ,
können wi dann genau e olgen, welche Mi spiele in de Neuzei an eine Um- ode Neubenennung ö de nd
ode hinde lich be eilig sind. Es is symp oma isch, dass beim Beispiel all aus Baye n de Schwappach benann e
Flusslau ela i ku z, abe ein Zu luss eines g oßen Flusses, des Mains, is . Da übe hinaus is in e essan und
bezeichnend, dass das Engagemen zweie Heima o sche no wendig wa , um eine Umbenennung in Gang zu
b ingen. Mi ih en Ini ia i en e bunden sind F agen de Geog aphie, Siedlungsgeschich e und Namenübe -
lie e ung. Fe ne spiel dabei die Namene ymologie des Hyd onyms
Schwappach
eine wich ige Rolle und wi d
neu disku ie .
SCHLÜSSELWÖRTER: Flussname, Um-/Neubenennung, Siedlungsgeschich e, Namene ymologie, Phan om-
Name.
2
ABSTRACT
The o igins o hyd onyms when, by whom, and why he lowing wa e s we e i s named as hey a e
oday o en emain beyond ou ull unde s anding. We can only specula e, elying on e ymological hypo heses.
Fo ins ance, why was he Rhine called
*Reinos
, o he Danube
*Dānewjos
? Such ques ions a e deeply ied o
he an iqui y o hese names and he signi icance o size o he wa e ways hey deno e. The si ua ion, howe e ,
changes when i comes o enaming a body o wa e . As he case examined in his a icle demons a es, we can
p ecisely ace he indi iduals and ac o s in ol ed in a mode n enaming o he obs acles p e en ing i . A elling
example om Ba a ia illus a es his dynamic: Schwappach, hough a ela i ely sho ibu a y o he Main,
became he ocus o a enaming e o . No ably, i ook he dedica ed in ol emen o wo local his o ians o
ini ia e he p ocess. Thei e o s highligh b oade issues ela ed o geogeog aphy, se lemen his o y, and name
ansmission. Addi ionally, he e ymology o he hyd onym
Schwappach
plays a c ucial ole and is eexamined
in ligh o hese de elopmen s.
KEYWORDS: i e name, enaming, se lemen his o y, name e ymology, phan om name.
1. DER GEWÄSSERNAME
DIE SCHWAPPACH
Einen Gewässe namen
Schwappach
wi d man im Deu schen Gewässe namenbuch
(DGNB) e geblich suchen. Auch de Siedlungsname
Schwappach
is e s eck un e den
Namen-Komposi a
Un e -Schwappach
und
Obe -Schwappach
. Die beiden Ki cho e sind
Teile de Gemeinde Kne zgau im Landk eis Haßbe ge in Un e anken (Baye n). Sie liegen
beide am S eins elde Mühlbach. Dessen Quellbäche, Löh enbach und Eschenaue Mühlbach,
en sp ingen im Na u pa k S eige wald. De S eins elde Mühlbach is mi sam dem Löh en-
bach übe 10 km lang und münde wes lich on Won u (Landk eis Haßbe ge, Un e anken,
Baye n) on links in den Seebach, de in den Main münde . Im Un e lau wi d e
auch
Schwappach
genann
1
.
Die Disk epanz zwischen dem Namen
Schwappach
als Siedlungsname am Obe lau
des S eins elde Mühlbachs und sein Au auchen als Namen a ian e im Un e lau läss
e ah ene Gewässe namen o sche da au schließen, dass u sp ünglich de ganze Fluss,
mindes ens ab de Ve einigung de Quellbäche bis zu Mündung,
Schwappach
hieß und die
Benennung om Un e lau he e olg e.
In de on Hans K ahe beg ünde en und on Wol gang P. Schmid he ausgegebenen
Reihe
Hyd onymia Ge maniae
, eine Sammlung nahezu alle deu schen Gewässe namen mi
ih en his o ischen Belegen, inde man die O snamen Obe -, Un e schwappach un e dem
S ichwo Schwappache See, de gemäß Mess ischbla (Topog aphische Ka e 1:25000, o.J.,
N . 5934) ech s zum Höcke seeg aben (z. P a bach z. Main) ließ . His o ische Belege sind
nich e zeichne
2
. Die Lokalisie ung is nach heu igem Wissenss and alsch. Deshalb ehl
ein S ichwo Schwappach im DGNB.
Die in Un e schwappach au gewachsenen B üde He ibe Muse und E ns Muse
haben sich als Heima kundle au un e schiedliche Weise, de eine als His o ike , de ande e
als Ju is , zum Ziel gese z , die al e einhei liche Benennung des S eins elde Mühlbachs,
1
Schwappach-Wikipedia
. Vgl. die bebilde e Besch eibung des Flusslau s du ch Muse 2024a und 2024b und
abweichende Benennungen des Fließgewässe s in Kap. 2.
2
Spe be 1970: 211.
3
nämlich Schwappach, wie e im Volksmund und in de Heima li e a u genann wi d, wiede -
he zus ellen. Welche behö dlichen Hü den mi welchem E olg dabei zu übe winden wa en,
wi d im Kapi el 2 „Umbenennungs e such“ ausge üh .
2. UMBENENNUNGSVERSUCH
Die om Baye ischen Landes e messungsam 1980 he ausgegebenen Topog a-
phischen Ka en (L 6128) weisen das im S eige wald en sp ingende und in Ho hausen
(Gemeinde The es, Landk eis Haßbe ge) in den Main mündende Fließgewässe noch mi dem
Namen
Schwappach
aus. In am lichen, 2020 e ö en lich en Ka en is dasselbe Gewässe
jedoch
S eins elde Mühlbach
benann . Inne halb on 40 Jah en wu de de am liche Name
geände , ohne dass dies die Gemeinde e wal ung on Kne zgau und die Bewohne on
Obe - und Un e schwappach beme k hä en ode in o mie wo den wä en.
En gegen de allgemeinen Ve mu ung, dass es den O sbewohne n und -bewohne in-
nen egal is , wie das Gewässe , an dem sie wohnen, o iziell und in den Ka en heiß , haben
es sich die Heima o sche E ns und He ibe Muse zu Au gabe gemach , den Zusammen-
hang zwischen dem Namen des Fließgewässe s Schwappach und den Siedlungsnamen (Obe -,
Un e -)Schwappach ka og aphisch sich ba zu machen und o iziell wiede he zus ellen.
He ibe Muse lo e e in einem Au sa z die his o ische Tie e des Namens
Schwappach
du ch
e ymologische Un e suchungen aus (s.u. Kap. 3), E ns Muse woll e als Ju is nich s ill-
schweigend hinnehmen, dass das besag e Gewässe „ohne e kennba en ech e igenden
G und schon sei ge aume Zei den am lichen Namen ‚S eins elde Mühlbach‘ üh und
auch in Zukun wei e hin üh en soll e. S and doch o allem de bed ückende Gedanke im
Raum, dass den beiden Schwappach-Dö e n du ch die Namensände ung die ‚Pa enscha ‘ ü
den Namen ih es O es en zogen wo den is . Es wa nich auszuschließen, dass die in de
Geschich s o schung allgemein ane kann e These, wonach an Gewässe n en s andene Sied-
lungen in alle Regel den äl e en Gewässe namen als O snamen übe nommen haben, un-
beach e geblieben is . Hinzu komm , dass den O sbewohne n keine Gelegenhei gebo en
wo den is , ih e Meinung zu äuße n. Ih e In e essens- und Ge ühlswel konn e dadu ch e -
heblich e le z wo den sein.“
3
Mi de o iziellen Bi e um Übe p ü ung de hyd onymischen Angelegenhei und mi
de „An egung“, dem Gewässe den u sp ünglichen Namen
Schwappach
zu ückzugeben,
se z e E ns Muse am 9.6.2023 einen am lichen B ie wechsel in Gang, de mi de
„Bekann machung übe die Teilumbenennung des Gewässe s
S eins elde Mühlbach in
Schwappach
am 29.7.2024 ende e. In ol ie wa en zu o das „Landesam ü Digi alisie ung,
B ei band und Ve messung“, das Wasse wi scha sam Bad Kissingen, die be eilig en Ge-
meinden sowie das Baye ische S aa sminis e ium ü Umwel und Ve b auche schu z. Nach
meh e en Bescheiden, die eine Umbenennung im Sinn des Bi s elle s ablehn en, e olg e
übe aschend am 29.2.2024 die Mi eilung des Wasse wi scha sam es Bad Kissingen, dass
3
Muse 2024: 1 .
4
eine Teilumbenennung inzwischen beschlossen sei und nu noch ollzogen we den müsse
4
.
Was zu dem Sinneswandel de Behö den üh e, is nich bekann . Die abschließende Behand-
lung du ch das Land a sam Haßbe ge und die Übe p ü ung du ch die Rech sab eilung
üh en zu de im Am sbla des Landk eises e ö en lich en Bekann machung olgenden
Inhal s: „De Teilabschni des Gewässe s ‚S eins elde Mühlbach‘ wi d ab dem Zusammen-
luss des ‚Löh enbachs‘ mi dem ‚Eschenaue Mühlbach‘ o Obe schwappach (Gemeinde
Kne zgau) bis zu Einmündung des ‚Zabelbach‘ bei de Hohenmühle (Gemeinde Kne zgau)
in ‚Schwappach‘ umbenann .“
Die Bemühungen de Heima o sche , den au g und his o ische E kenn nisse e mu-
e en u sp ünglichen Gesam namen
Schwappach
o iziell und am lich wiede he s ellen zu
lassen, üh en nu zu dem Teile olg, dass das Hyd onym
Schwappach
zum Namen des
Abschni s des S eins elde Mühlbachs e klä wu de, de du ch Obe - und Un e schwappach
ließ . De Name
S eins elde Mühlbach
bleib als Abschni sname ü den Un e lau bes e-
hen. – Zu den Konsequenzen de am lichen Teilumbenennung ü die Namen-Lexikog aphie
s. Kap. 5.
3. NAMENGESCHICHTE / ETYMOLOGIE
Die gewünsch e, nu eilweise e olg eiche Umbenennung des S eins elde Mühlbachs
wu de wissenscha lich wesen lich be ö de du ch die Fo schungen on He ibe Muse zu
E ymologie und zum Al e des Namens
Schwappach
, publizie 2024 in
De S eige wald.
Zei sch i eine änkischen Landscha
5
. Den Ans oß gab die Auseinande se zung mi de
im
Heima buch ü das Tal de Schwappach
6
o ge agenen E ymologie, die au de e mu -
lich äl es en u kundlichen Nennung des Namens
Schwappach
be uh . Sie lau e
Suabaha
,
inde sich im Codex Ebe ha di, einem im 12.Jh. e ass en Ka ula des Klos e s Fulda, und
wi d da ie au „ums Jah 800“ (Genaue es zu Suabaha, s. Kap. 4). Die gesiche en
Nennungen des Namens beziehen sich au die Schwappach-O e: 1285 (?)
Swapach
, 1303
Swopach
; in de Munda lau e de Name
Schwabbi
7
. Die jünge en his o ischen Belege sind
gu aus de äl es en Fo m
Suabaha
(lies Swab-aha) ablei ba , wobei de Wandel in de
Sch eibung on / -b-/ in
Suabaha
zu /-p-/ in den spä e en Belegen als Re lex au den
bai ischen Sch eibusus <p> s a <b> zu ückge üh we den kann. Auch das zwei e Glied des
Komposi ums
Suab-aha
, das im Al hochdeu schen „ ließendes Gewässe “ bedeu e e,
e schein egelmäßig in süddeu schen Gewässe namen abgeschwäch als
-ach
(als selbs ändi-
ges Appella i
Ach
,
Ache
u.ä.).
4
Muse 2024: 4.
5
Muse 2024a; 2024b.
6
Waile sbache 1986: 12–19.
7
Belege nach Muse 2024a: 4; Muse 2024b: 8. Die beiden Schwappach-O e we den im Codex Ebe ha d I,
177 a, als „Eshinowe ubi es cu ia sicu Hamelenbu g. In quam cu iam pe inen , Swapach, Swapach“ lokalisie ;
Obe schwappach als „si a iux a ecclesiam Gangol i“.
5
Muse s A gumen a ion ich e sich nich gegen die lau liche En wicklung des Namens,
sonde n gegen die Deu ung als „Schwaben-bach“. Genauso wie Wol -A min . Rei zens ein
mi Bezug au die S ad Schwabach in Mi el anken an de Mündung des Flusses Schwabach
in den Main (in Annalen des 12.Jh.
Suabach
genann ) das Bes immungswo
Suab-
(
ach
) au
die Alemannen
8
bezieh
9
, wi d auch im
Heima buch ü das Tal de Schwappach
e klä , dass
de Name
Schwappach
(<
Suabaha
) au die Anwesenhei on „Mainsueben“ an de Wende
om 2. / 1. Jh. . Ch . zu ückzu üh en sei
10
. Um 60 . Ch . d angen die Sueben und ande e
Ge manen in das Gebie zwischen Main und Alpen ein, nach Ausweis de a chäologischen
Quellen gab es am Main und nö dlich da on du chaus es e Siedlungen. Diese soge-
nann en „Mainsueben“, wu den 10/9 . Ch . on D usus un e wo en
11
. Dass abe Sueben
wi klich am Main und am Rande des S eige walds daue ha gesiedel haben, müss e du ch
a chäologische Funde nachgewiesen we den. Auch dass sich ih Name in einem Hyd onym
es gese z haben und bis ins Mi elal e übe lie e wo den sein könn e, is aglich
12
.
De unsiche en E ymologie des Namens
Schwappach
als „Schwaben-bach“ se z
He ibe Muse eine Al e na i e en gegen, die au de „geog aphisch-hyd ologischen Un e -
suchung des Gewässe s, seines U sp ungs und Ve lau es in de ihn p ägenden und auch on
ihm gep äg en Landscha “ be uh
13
. Es äll au , dass de Wasse s and de Schwappach on
den klima ischen Gegebenhei en im U sp ungsgebie , dem S eige wald, abhäng , dessen
Höhen die egen eichen, on Wes en kommenden Wolken ab angen, und es bei länge an-
daue nden Niede schlägen zu en sp echenden Wasse massen komm , die im nu wenig ab-
allenden Feld- und Wiesengelände zu e heblichen Übe schwemmungen und Übe lu ungen
on am U e liegenden Anwesen üh en. In Un e schwappach und im bachabwä s gelegenen
S eins eld siedel en Baue n nahe am Wasse lau und li en un e den Übe schwemmungen.
„Die Neigung des Baches zum Übe lau en is auch in jüngs e Zei noch es s ellba .“
14
No male weise wi d bei eine Namene ymologie das passende Benennungsmo i zu
einem gegebenen Namen gesuch . Im o liegenden Fall is es umgekeh : Man ha ü das
Re e enzobjek , die Schwappach, ein plausibles Benennungsmo i , such abe nach einem
dazu passenden Appella i . Das Appella i , das den aus dem S eige wald kommenden, im
Un e lau zu Übe lu ungen, die zu Ve sump ung üh en, neigenden Fluss am bes en
cha ak e isie e, wa das deu sche Wo
schwappen
. Das DWB, Bd. 15 (DWB XV), Sp. 2281,
gib als Bedeu ung on
schwappen
olgende Besch eibung: „eigen lich on lüssigkei en,
8
Se z die sachliche Gleichse zung on (al hochdeu sch)
Suāba
‘die Schwaben’ mi den Alemannen o aus und
dass die „Mainsueben“ sich
Suāba
nann en bzw. genann wu den.
9
Rei zens ein 2009: 203.
10
Waile sbache 1986: 18 .
11
Sueben:
Wikipedia
.
12
Zum Al e de mi
Schwab-
benann en Gewässe , gl. auch Fas nach 2002: 13–18.
13
Muse 2024b: 4–7.
14
Muse 2024b: 6.
6
plä sche nd, kla schend anschlagen, übe lieszen (daneben schwippen, schwuppen), übe -
lieszen machen, übe gieszen, übe schü en; on un es en, schwammigen, weichen, e en
massen, schlo e n, schwanken u. ähnl.“ und üh als äl es en Beleg an: Joh. Ba h,
weibe spiegel, 1565: „mi dem wasse e c. im agen schwappen“.
Mi diesem e ymologischen Hin e g und gesell sich die Schwappach zu eine G uppe
on Fließgewässe n im Einzugsbe eich des Mains und des Necka s, wie z.B. Schwabbach und
Schwabach
15
, ü die ähnliche geologisch-hyd og aphische Bedingungen gegol en haben
dü en wie die ü die Schwappach oben besch iebenen. Die his o ischen Belege ü alle
Namen e geben in summa olgendes Bild: 8. Jh.
Suabaha
, 9.Jh.
Suabah
, 11.Jh.
Suapaha
,
S aba
,
12.Jh.
Suaba
, 13.Jh.
Swapah
,
Swapach
, 14.Jh.
Swabach
, 15.Jh.
Swapach
,
Schwabach
. Die in
den Sch eibungen es s ellba en Ve ände ungen des Namens im Ve lau de Geschich e sind
alle du ch bekann e Lau wandlungen e klä ba . Als Ausgangs o m ü alle Namen kann
ahd.
*Swab-aha
, mi Lau e schiebung
*Swap-aha
gel en.
De e s e Bes and eil des Flussnamens
*Swab-aha
kann e ymologisch mi dem Ve b-
s amm on nhd.
schwabb-en
, (mi Lau e schiebung)
schwapp-en
(s.o.) in Ve bindung ge-
b ach we den – mi dem Un e schied, dass de Ve bs amm gegenübe dem Nominals amm
*swab-
im Auslau e doppel is , was eine In ensi ie ung de Bezeichnung des (i e a i en)
Vo gangs des Übe ließens bezweck e und onoma opoe isch beding is ( gl. die In e jek ion
schwapp!
). Die wei e e E ymologie on ge manisch
*swab-
is unkla ; es dü e sich um eine
wes ge manische lau symbolische Wo schöp ung handeln. Seman isch und mo phologisch
nahe s eh das englische Wo
swamp
‚un e Wasse se zen, übe schwemmen; Sump ‘
16
, wenn
man neben ge m.
*swab-
eine Auslau a ian e ge m.
*swap-
annimm , die um ein Nasalin ix
(-m-) e wei e wu de
17
.
4.
SUABAHA
(KNETZGAU) – EIN PHANTOM-NAME?
Bezieh sich de Beleg
Suabaha
aus dem Codex Ebe ha di wi klich au den ON.
Schwappach (Gemeinde Kne zgau)? Ein Blick in das Digi alisa de Handsch i des Codex
Ebe ha di I, 152 b (Digi alisa N . 304) zeig , dass
Suabaha
(ohne T ennungspunk ) o
Suabheim
im Komplex on O en, da un e
Bie gila
(=Ma k be gel, Mi el anken) und
V ba eshei
(
m
) (=U e sheim, Mi el anken) „in pago Rangewe“ (= Rangau, Mi el anken),
die „die comi issa Reginsuin “ dem Klos e Fulda schenk e, gesch ieben s eh . Bei dem Tex
handel es sich um einen kopie en Auszug aus eine T adi ionsu kunde, die au das 9.Jh.
da ie wi d und in de Edi ion des Codex Ebe ha di die Numme 93 äg
18
.
15
Vgl. DGNB 484; DONB 573.
16
Das DWB XV, Sp. 2198, se z un e dem S ichwo
Schwamm
(ahd.
swamp
) englisch
swamp
, mi deu sch
schwappen
in Beziehung. Die u sp üngliche Bedeu ung on
Schwamm
wa nach dem DWB ‘die nachgiebige
schwankende Masse’.
17
Vgl. IEW I 1052.
18
Meye zu E mgassen 1995: 259.
7
Es e heb sich die F age, ob es sich bei dem Syn agma
Suabaha Suabheim
um zwei
O e handel ode nu um einen. De Beleg 9.Jh.
Suabheim
wi d in
Wikipedia–Schwebheim
(Bu gbe nheim) zu ech au das heu ige Schwebheim (S ad Bu gbe nheim, Landk eis
Neus ad an de Aisch-Bad Windsheim, Mi el anken) bezogen – und nich wie bei
Rei zens ein (2009: 205) au Schwebheim (Landk eis Schwein u , Un e anken).
Bei Schwebheim (Mi el anken) en sp ing die isch eiche Aisch. Es is denkba , dass in den
Vo lage-Dokumen en zum Codex Ebe ha di <
suabah heim>
als Name eine Siedlung, das
heu ige Swebheim (Mi el anken), gesch ieben s and und de Kopis e sehen lich ode ab-
sich lich da aus zwei Namen mach e:
Suabaha
und
Suabheim
. <suabah> hal e ich nich ü
einen Fließgewässe namen, sonde n ü einen Gebie snamen, de sich au das Quellgebie de
Aisch e wa einein ie el Kilome e südlich de O smi e on Schwebheim bezieh . Die Aus-
gangs o m des Gebie snamens (ahd.)
*Suab-ahi
n., spä e
*Swebech
,
*Swebich
, is on ge m.
*swab-
(s. Kap. 3) mi dem Kollek i -Su ix ahd.
-ahi
abgelei e
19
. Sobald
*Suabah
mi dem
G undwo -
heim
komponie wu de, wu de
*Suabah(i)heim
haplologisch gekü z zu
Suabheim
, spä e ebenso
*Suebichheim
zu
Swebheim
usw., munda lich šwębɒ.
Zum Ve gleich kann de ON. Schwebda (Gemeinde Meinha d im no dhes-
sischen We a-Meißne -K eis), am Os hang des Meinha d an de We a gelegen, he ange-
zogen we den: 9.Jh
. Suebada
(U kunde de Reichsab ei Fulda), 1243
Sueuede
, 1269
in
Swebede
, u sp ünglich S ellenbezeichnung
*Swab-idi
, on ge m.
*swab-
(s.o.) mi dem
Kollek i su ix as.
-i hi
n. abgelei e
20
. Dami haben wi ein synonymes Gebie snamenpaa
*Swab-ahi
(in Mi el anken) neben
*Swab-idi
(in No dhessen), beide Namen sind on dem-
selben Wo s amm ge m.
*swab-
‘das Übe ließen’ mi un e schiedlichen Su ixen abgelei e .
Ande e sei s is siche , dass die Nennung on
Suabaha
zwa kein Phan omname is , sie abe
nich au Schwappach (Un e anken), sonde n au Schwebheim (Mi el anken) zu beziehen
is .
5. SCHWAPPACH: NACHTRAG ZUM DGNB
Auch ohne den Beleg
Suabaha
im Codex Ebe ha di kann die Schwappach in die
G uppe de Schwabach-Gewässe namen einge eih we den und muss ins DGNB pe Nach ag
au genommen we den. De Flussname
die Schwappach
pass gu in die geog aphische
Namenlandscha um Kne zgau. Das Pendan zu
Schwappach
is die au de ande en Main-
Sei e aus den Haßbe gen kommende und in Haß u mündende Nassach (in Haß u zum
Main)
21
. Beide Namen sind Komposi a mi dem G undwo ahd.
aha
‘Fließgewässe ’ und das
Bes immungswo bezieh sich au hyd ologische Besonde hei en (Übe schwem-
mungsneigung, umgebende Flo a). Au g und diese Bildungsweise können sie eine
19
Bach 1953: § 193–195, 160–162.
20
Von de Fo schung allgemein zu ahd.
swebēn
‘wogen, wallen, sich bewegen, schwimmen’ ges ell , gl. Udolph
2023: 148.
21
Zu
Nassach
gl. DGNB 370.
8
Gewässe namenschich zuge echne we den, de en Benennung du ch Siedle im ühen Mi -
elal e e olg e. Äl e en Namenschich en gehö en nu de o ge manische Name des Mains
(la .
Moenus
) an sowie de in den Namen
Haß u
,
Hassgau
und
Hassbe ge
e bau e
Gewässe name ge m.
*Hasa
, de al e Name de Nassach
22
. Zu jüngs en Gewässe na-
menschich gehö de Name
Löh enbach
, eine de Quellbäche de Schwappach, de nach
dem Bes and on Lä chen (im S eige wald) benann is
23
.
LITERATUR
Bach Adol 1953: Deu sche Namenkunde II: Die deu schen O snamen [Ge man Onomas ics
II: Ge man Place Names] 1, Heidelbe g, Win e .
Codex Ebe ha di:
Digi alisa e des Codex Ebe ha di
[Digi al copies o he Codex
Ebe ha di]:
HS AM K 425 und HS AM K 426
. Zugang:
h ps//a cinsys.hessen.de>a cinsys>lis .ac ion [Zug i 20.01.2025].
DGNB:
Deu sches Gewässe namenbuch: E ymologie de Gewässe namen und de
zugehö igen Gebie s-, Siedlungs- und Flu namen
[Ge man Wa e Name Book:
E ymology o Wa e Names and he Associa ed A ea, Se lemen and Field Names], on
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