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Prozessorientierter Netzwerkaufbau in den Sozialräumen der Stadt Mülheim an der Ruhr

Abels, Stephanie,Bebermeier, Karin,Schubert, Herbert,Spieckermann, Holger

Abstract

In den Kommunen wird ein vernetztes, integriertes Handeln durch eine institutionelle Zergliederung der Daseinsvorsorge in eine Vielzahl funktionaler Teilaufgaben behindert. In der Folge dieser Fragmentierung erfahren die Adressaten soziale Dienstleistungen in den Sozialräumen ihres Stadtteils oder Stadtteils funktions- und hierarchiebezogen – d.h. vertikal und horizontal – getrennt. Wegen der Barrieren des engen Ressortdenkens und der fehlenden Transparenz agieren die professionellen Akteure relativ isoliert auf den „operativen Inseln“ fachlicher Zuständigkeiten. Gemeinsame Schnittstellen werden kaum wahrgenommen, was zum Aufbau von ineffizienten Doppelstrukturen und Mehrfachangeboten geführt hat. Vor diesem Hintergrund besteht die innovative Idee darin, in der Kommune eine wirkungsvolle und effiziente Netzwerkversorgung zwischen isolierten Agenturen, professionellen Dienstleistern und ehrenamtlich engagierter Bürger/innen zu entwickeln. Denn das dafür erforderliche organisatorische Verfahren der Netzwerkkooperation, das im Profitbereich bereits seit den 90er Jahren etabliert ist (vgl. Zulieferernetze der Mobilitätsindustrie) wartet im Non-Profit-Sektor noch auf die systematische Einführung. Die wissenschaftlichen und sozialpolitischen Diskurse des letzten Jahrzehnts verdeutlichen jedoch vermehrt den hohen Bedarf einer vernetzungsorientierten Organisationsentwicklung der kommunalen Daseinsvorsorge und ihrer Verwaltungsagenturen. Auf der Ebene der Sozialräume von Stadtteilen und Stadtbezirken, aber auch innerhalb der zentralen Kommunalverwaltung sollen aus diesem Grund sowohl Hierarchiebarrieren zwischen Die Qualitätsentwicklung hängt entscheidend davon ab, ob diese Barrieren überwunden werden und sowohl eine integrierte Vorgehensweise der professionellen Akteure gefunden wird als auch der Anschluss an die zivilgesellschaftlichen Potenziale gelingt. Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt „CityNet“ die Koordination professioneller und ehrenamtlicher Interventionen verschiedener Ressorts, um die individuellen und sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung wirkungsvoll und effizient zu sichern. Im Ergebnis werden Instrumente der „Netzwerkplanung“ entwickelt, mit denen die bisher isolierten Leistungen der einzelnen Infrastrukturen und Dienstleistungsanbieter im Sozialraum miteinander bedarfsorientiert und adressatenfokussiert verbunden werden.

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Kölner Schriftenreihe für Management und Organisation in der Sozialen Arbeit, Band 1 / 2012 Sigrid Leitner, Michael Mroß, Herbert Schubert (Hrsg.) Prozessorientierter Netzwerkaufbau in den Sozialräumen der Stadt Mülheim an der Ruhr Stephanie Abels, Karin Bebermeier, Herbert Schubert, Holger Spieckermann Diese Veröffentlichung erscheint im Rahmen der Onlinepublikationsreihe „Kölner Schriftenreihe für Management und Organisation in der Sozialen Arbeit“. Alle Veröffentlichungen dieser Reihe können unter http://opus.bsz-bw.de/fhk abgerufen werden. Die Veröffentlichung des Bandes 1 der „Kölner Schriftenreihe für Management und Organisation in der Sozialen Arbeit“ basiert auf einem Forschungsprojekt der Fachhochschule Köln. Das Vorhaben wurde vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Sozialamt der Stadt Mülheim an der Ruhr finanziell gefördert. Herausgeber Prof. Dr. Sigrid Leitner Prof. Dr. Michael Mroß Prof. Dr. Herbert Schubert Schriftleitung Holger Spieckermann, M.A. Institut für angewandtes Management und Organisation in der Sozialen Arbeit Fachhochschule Köln Gustav-Heinemann-Ufer 54 50968 Köln http://www.f01.fh-koeln.de/fakultaet/institute/imos/ Köln, September 2012 ISSN 2195-1330 3 Inhaltsverzeichnis 1 Einführung ................................................................................................................... 5 1.1 Handlungsbedarf ............................................................................................................................................. 5 1.2 Transferziele des Projekts ............................................................................................................................. 7 1.3 Planungsund Entwicklungsinstrument DAPP .................................................................................... 9 2 Ausgangslage in den Mülheimer Stadtteilen Altstadt I und Altstadt II ................ 11 2.1 Sozialraumbeschreibung ........................................................................................................................... 11 2.2 Bevölkerungsstruktur .................................................................................................................................. 12 2.3 Bevölkerungsbewegung ............................................................................................................................ 18 2.4 Ausländische Bevölkerung ........................................................................................................................ 22 2.5 Konsequenzen für das Projekt CityNet ................................................................................................. 26 3 Situationsanalyse ...................................................................................................... 27 3.1 Professionelle und lebensweltliche Orientierung der Stichprobe .............................................. 27 3.2 Stichprobenbeschreibung ......................................................................................................................... 29 3.3 Kooperationsbedarfe und Kooperationsgründe ............................................................................... 30 3.4 Auswahlkriterien ........................................................................................................................................... 32 3.5 Einrichtungsübergreifendes Controlling ............................................................................................. 33 3.6 Einrichtungsübergreifende Qualitätssicherung ................................................................................ 35 3.7 Vernetzungsbedarfe für ältere Menschen ab 60 Jahren ................................................................. 37 4 Ergebnistransfer und Vernetzungsstrategie .......................................................... 39 4.1 Identifikation der im Alter vollzogenen Lebensprozesse und Aktivitäten ............................... 39 4.2 Anlass und Ziele der Quartierswerkstatt „Selbstbestimmtes Wohnen im Alter“ ................... 45 4.3 Anlass und Ziele der Quartierswerkstatt „Gestaltung der Weitergabe von Wissen und Fertigkeiten zwischen den Generationen“ .................................................................................................... 46 5 Dialogprozess in der Quartierswerkstatt am 09. Mai 2011 .................................... 47 5.1 Das Netzwerkinstrument „Netzwerklabor“ ......................................................................................... 47 5.2 Ablauf, Methodisches Vorgehen und Ergebnisse ............................................................................. 53 6 Dialogprozess II in der Quartierswerkstatt am 12. Juli 2011 ................................. 60 6.1 Ablauf der Quartierswerkstatt .................................................................................................................. 61 6.2 Methodisches Vorgehen ............................................................................................................................ 61 6.3 Ergebnisse der Gesprächsrunden in den verschiedenen Themenfeldern ............................... 62 6.4 Ergebnistransfer ............................................................................................................................................ 74 4 7 Praxistransfer durch bilaterale Gespräche .............................................................. 77 7.1 Bilaterales Gespräch der AG „selbstversorgtes Wohnen“ (19.07.2011) ..................................... 77 7.2 Bilaterales Gespräch der AG „Entlassmanagement“ (20.07.2011) ............................................... 78 7.3 Bilaterales Gespräch mit Vertretern der AG „Wohnen“ und „Entlassmanagement“ (08.12.2011) ............................................................................................................................................................... 80 8 Schlussfolgerungen für NRW .................................................................................... 83 8.1 Abgleich mit bestehenden und relevanten Vernetzungsansätzen ............................................ 83 8.2 Systematische Bedarfserhebung durch eine fernmündliche Befragung ................................. 84 8.3 Identifikation der im Alter vollzogenen Lebensprozesse und Aktivitäten ............................... 84 8.4 Das Instrument „Netzwerklabor“ ............................................................................................................ 84 8.5 Das Instrument „Quartierswerkstatt“ ..................................................................................................... 85 8.6 Koordinationsverantwortlichkeit ............................................................................................................ 85 8.7 Diversität im Netzwerk ................................................................................................................................ 86 9 Verzeichnisse ............................................................................................................. 87 9.1 Literatur ............................................................................................................................................................ 87 9.2 Abbildungsverzeichnis ............................................................................................................................... 89 9.3 Tabellenverzeichnis ..................................................................................................................................... 91 CityNet – Bericht der Transferforschung 5 1 Einführung In den Kommunen wird ein vernetztes, integriertes Handeln durch eine institutionelle Zergliederung der Daseinsvorsorge in eine Vielzahl funktionaler Teilaufgaben behindert. In der Folge dieser Fragmentierung erfahren die Adressaten soziale Dienstleistungen in den Sozialräumen ihres Stadtteils oder Stadtteils funktionsund hierarchiebezogen – d.h. vertikal und horizontal – getrennt. Wegen der Barrieren des engen Ressortdenkens und der fehlenden Transparenz agieren die professionellen Akteure relativ isoliert auf den „operativen Inseln“ fachlicher Zuständigkeiten. Gemeinsame Schnittstellen werden kaum wahrgenommen, was zum Aufbau von ineffizienten Doppelstrukturen und Mehrfachangeboten geführt hat. Vor diesem Hintergrund besteht die innovative Idee darin, in der Kommune eine wirkungsvolle und effiziente Netzwerkversorgung zwischen isolierten Agenturen, professionellen Dienstleistern und ehrenamtlich engagierter Bürger/innen zu entwickeln. Denn das dafür erforderliche organisatorische Verfahren der Netzwerkkooperation, das im Profitbereich bereits seit den 90er Jahren etabliert ist (vgl. Zulieferernetze der Mobilitätsindustrie) wartet im Non-Profit-Sektor noch auf die systematische Einführung. Die wissenschaftlichen und sozialpolitischen Diskurse des letzten Jahrzehnts verdeutlichen jedoch vermehrt den hohen Bedarf einer vernetzungsorientierten Organisationsentwicklung der kommunalen Daseinsvorsorge und ihrer Verwaltungsagenturen. Auf der Ebene der Sozialräume von Stadtteilen und Stadtbezirken, aber auch innerhalb der zentralen Kommunalverwaltung sollen aus diesem Grund sowohl Hierarchiebarrieren zwischen Die Qualitätsentwicklung hängt entscheidend davon ab, ob diese Barrieren überwunden werden und sowohl eine integrierte Vorgehensweise der professionellen Akteure gefunden wird als auch der Anschluss an die zivilgesellschaftlichen Potenziale gelingt. Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt „CityNet“ die Koordination professioneller und ehrenamtlicher Interventionen verschiedener Ressorts, um die individuellen und sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung wirkungsvoll und effizient zu sichern. Im Ergebnis werden Instrumente der „Netzwerkplanung“ entwickelt, mit denen die bisher isolierten Leistungen der einzelnen Infrastrukturen und Dienstleistungsanbieter im Sozialraum miteinander bedarfsorientiert und adressatenfokussiert verbunden werden. 1.1 Handlungsbedarf Mülheim an der Ruhr ist in Nordrhein-Westfalen die Stadt mit dem höchsten Bevölkerungsanteil älterer Menschen (vgl. Stadt Mülheim an der Ruhr 2007: 27). Den Sozialdaten ist zu entnehmen (vgl. auch Kapitel 2), dass sich Mülheim an der Ruhr in den Jahren von 1975 bis 2006 einem kontinuierlichen Wandel unterzogen hat, sodass der Anteil der Menschen im dritten und vierten Lebensalter den Anteil der jüngeren Bevölkerung deutlich übertrifft. Die Stadt Mülheim an der Ruhr steht somit vor der sozialpolitischen Herausforderung, eine bedarfsgerechte Infraund Versorgungsstruktur in den Sozialräumen zu initialisieren, die den Bedürfnissen einer alternden Gesellschaft Rechnung trägt und mit Instrumenten der Netzwerkplanung begegnet. In der einschlägigen Literatur wird unter einem Netzwerk eine informelle Gruppe von gelegentlich interagierenden Personen und/oder Institutionen verstanden, die sich selbst organisieren (vgl. Kyrer 2001: 392). Netzwerke sind das Ergebnis langwieriger Aushandlungsprozesse, deren Zusammenarbeit auf gegenseitigem Respekt, Anerkennung und Affinität beruht (vgl. Sänger 2007: 429). Unterschieden wird zwischen natürlichen Netzwerken, wozu primäre und sekundäre Beziehungssysteme zählen, sowie tertiären Netzwerken, zu denen künstlich erzeugte Figurationen CityNet - Bericht der Transferforschung 6 gehören. Bestandteil primärer Netzwerke sind vor allem Beziehungssysteme wie beispielsweise die Familie oder der Freundeskreis. Während es in primären Netzwerken vordergründig um die Vermittlung von Gefühlen, dem Aufbau von Vertrauen und der Mobilisierung von Hilfe und Unterstützung geht, herrschen in den sekundären Netzwerken eher schwache Bindungen vor, deren Beziehungssystem sich beispielsweise durch die Zugehörigkeit zur Nachbarschaft oder durch die Mitgliedschaft in einem Verein realisiert (vgl. Schubert 2008: 38). Dies deutet darauf hin, dass natürliche Netzwerke überwiegend soziale Ressourcen mobilisieren und zivilgesellschaftliches Sozialkapital repräsentieren, während künstliche Netzwerke professionelle Potenziale bündeln. Zu Letzterem gehören Kooperationen im Profit-Sektor, aber auch Vernetzungen zwischen öffentlichen, sozialwirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen im Non-Profit Bereich (vgl. ebd.: 39f.). Es ist sinnvoll, das persönliche Netzwerk älterer Menschen im Übergang ins Vierte Lebensalter zu stärken und zu stabilisieren, wenn man den steigenden Anforderungen des demografischen Wandels ausreichend gerecht werden möchte (vgl. Fischer 2002: 68). Verschiedene Dimensionen des gesellschaftlichen Wandels in der Moderne zeigen in diesem Kontext, dass an die Stelle traditioneller Formen der Gemeinschaft durchaus neue soziale Beziehungen treten, die mit der Netzwerkkategorie erfasst werden (vgl. ebd.: 73). Beck verweist in diesem Zusammenhang auf die Entzauberungsund Freisetzungsdimension der Moderne, nach denen sich der gesellschaftliche Wandel durch die Herauslösung aus historisch vorgegebenen Sozialstrukturen und durch den Verlust von traditionalen Sicherheiten vollzieht, die zuvor soziale Zugehörigkeit, Glauben und traditionale Normen gegeben hatten (Beck 1986: 206). Oft fühlt sich der Einzelne bei der Bewältigung des Alltags und einschneidender Krisen überfordert, wenn die primären Netzwerke zu große Lücken aufweisen und die individuellen Kapazitäten erschöpft sind. Insbesondere für Lebenslagen älterer Menschen ergeben sich aufgrund des gesellschaftlichen Strukturwandels einschneidende Auswirkungen, auf die tertiäre Netzwerke adäquat eingehen können, um die Lebenszufriedenheit zu fördern. Die Sozialund Infrastrukturplanung wird deshalb gegenwärtig nach der Netzwerkplanung modernisiert (vgl. Schubert 2008: 84). Ein Alleinstellungsmerkmal der kommunalen Daseinsvorsorge besteht darin, dass die in natürlichen Netzen gebündelten sozialen Ressourcen – wie z.B. die Primärnetzwerke der Familie, des Freundeskreises und vertrauter Kollegencliquen sowie die Sekundärnetzwerke der Vereine – auch Gegenstand der fachlich-professionellen Primärprozesse sind. Mit der Konstruktion künstlicher (tertiärer) Netzwerke werden professionelle Ressourcen gebündelt und fachliche Aktivitäten interdisziplinär koordiniert sowie mit den lokalen Primärund Sekundärnetzwerken gekoppelt. Das Aufgabenfeld der sozialen Infrastrukturplanung hat sich in den vergangenen Jahren somit dahingehend verschoben, dass Vernetzungen von öffentlichen, sozialwirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren in den vielfältigen Einrichtungen und Diensten des Bildungs-, Gesundheits-, Jugendund Sozialsektor zum Planungsgegenstand geworden sind (vgl. Schubert 2007). Mit dem Eindringen der Logik des Sozialmanagements in das System der sozialen Arbeit sind seit den späten 1980er Jahren somit nicht nur die lebensweltlichen Netzwerke in den Blickpunkt der Betrachtung gerückt, verstärkt wird auch der institutionelle Kontext der kommunalen Daseinsvorsorge als organisatorisches Netzgefüge wahrgenommen und der Bedarf einer „Netzwerkkooperation“ im Public Management konstatiert. Die Implementierung einer tertiären Netzwerkkooperation im Non-Profit-Bereich repräsentiert eine innovative Perspektive, denn die Kooperation und Koordination der beteiligten Akteure werden zwar auf der Grundlage gemeinsamer Ziele unter den Partnern vereinbart, rechtlich und wirtschaftlich bleiben die Akteure jedoch selbständige Einheiten. Die Kontrolle über das CityNet - Bericht der Transferforschung 7 Zusammenwirken wird so aufgeteilt, dass die einzelnen Leistungsbeiträge dezentral verantwortet werden. Mit der Umsteuerung auf das organisatorische Verfahren der Netzwerkkooperation wird die Basis für die Innovationsfähigkeit der kommunalen Daseinsvorsorge geschaffen, da das Zusammenwirken einer Prozesslogik folgt. Unter einem Prozess wird in diesem Kontext eine zielgerichtete Verbindung zuvor isolierter Leistungen zu einer Folge von logisch zusammenhängenden Aktivitäten verstanden (vgl. Kyrer 2011: 450). In dem Prozess gibt es einen definierten Anfang (Input) und einen definiertes Ende (Wert, Output), sodass die fragmentierten Einzelleistungen verschiedener Dienste und Träger im Sozialraum miteinander kombiniert und in einem zusammenhängenden Prozess abgewickelt werden (vgl. ebd.). Die Kette lässt sich nach primären und sekundären Aktivitäten differenzieren (vgl. Schubert 2012): Während die primären Aktivitäten die Herstellung der Dienstleistung sowie ihre Distribution unter den Adressaten beinhalten, werden im Sekundärprozess die Inputs bereit gestellt, die für die Erbringung des Primärprozesses notwendig sind. Dazu zählen beispielsweise die Bereitstellung von Materialien und Know-How, sowie materiellen Ressourcen. In der Analyse der Prozesskette können Schwachstellen identifiziert, unklare Absprachen und Verantwortungsdefinitionen sowie eine umfassende Ablaufstruktur ermittelt werden. Dies bewirkt für die Adressaten eine höhere Wertschöpfung – also einen höheren Nutzen, da die Prozessund Ergebnisqualität im Vordergrund stehen. Auch für die die Akteure des Netzwerkverbunds entstehen durch die Netzwerkorganisation Vorteile, die sich im Folgenden wie folgt darstellen lassen: (1) Die Ziele der kommunalen Daseinsvorsorge lassen sich im Rahmen einer Kooperation erfolgreicher umsetzen (2) Das Zusammenspiel unter den erfahrenen Partnern wirkt positiv auf das Innovationspotenzial des einzelnen Akteurs zurück (3) Zu Kompetenzen und Ressourcen, die jeweils nur in einzelnen Diensten vorhanden sind, für den Erfolg aber gebraucht werden, gelingt ein effizienter Zugang aus den jeweilig anderen Einrichtungen (4) Zwischen den Einrichtungen und Diensten findet ein kontinuierlicher Austausch bereichernder Ideen und Anregungen statt und (5) im kooperativen Zusammenspiel werden Leistungen erzielt, die kein Partner aus eigener Kraft erreichen kann. Vor einer flächendeckenden Neuorganisation werden jedoch exemplarische Modellprojekte benötigt, um die die Erfolgsbedingungen zu identifizieren und die Schritte zur Netzwerkkooperation beispielhaft und nachvollziehbar zu demonstrieren. Das Projekt CityNet liefert zu diesem Erkenntnisgewinn einen theoretischen und praxiserprobten Beitrag. 1.2 Transferziele des Projekts Mit dem Projekt CityNet wurde das Ziel verfolgt, das Prinzip der Netzwerkkooperation - zu dem bereits gute Erfahrungen im Profitbereich existieren - in angemessen modifizierter Form auf den Non-Profit-Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge in den Sozialräumen der Stadt Mülheim an der Ruhr zu transferieren. Durch die Definition von Schnittstellen wurden zu diesem Zweck bedarfsgerechte Lösungen zu dem Problemen und Herausforderungen des demografischen Wandels entwickelt und auf diese Weise eine höhere Qualität der sozialen Dienstleistung bzw. der Altenhilfeplanung angestrebt. Der Forschungstransfer sollte in einer „Netzwerkplanung“ erfolgen, über die verschiedene Akteure aus der Verwaltung und verschiedenen Feldern der sozialen Daseinsvorsorge von sozialer Arbeit über Jugendhilfe und Bildungswesen bis hin zu Gesundheitswesen und Kultur raumund problemkontextbezogen in einen zielorientierten und CityNet - Bericht der Transferforschung 8 systematischen Kooperationszusammenhang gebracht werden. Im Mittelpunkt standen die soziale Dienstleistungsinfrastruktur der Stadt Mülheim an der Ruhr und ihre Vernetzung zu Prozessketten. Auf der Grundlage einer detaillierten Problembzw. Bedarfsanalyse und einer Sammlung bedarfsdeckender Ideen für eine Netzwerkkooperation wurden potenzielle Kooperationspartner identifiziert, Vernetzungsstrategien und Vernetzungsinstrumente entwickelt und die Implementierung und Realisierung der Netzwerkkooperation wissenschaftlich begleitet. Schubert (2008: 88) hat für den Aufbau und ,Betrieb´ von infrastrukturellen Netzwerken in der Sozialwirtschaft ein instrumentelles Ablaufschema entwickelt, das in den Jahren 2009 bis 2011 von der FH Köln – Forschungsschwerpunkt Sozial • Raum • Management - in Kooperation mit der Stadt Mülheim an der Ruhr erprobt wurde (vgl. Abbildung 1): (1) Vorbereitungsphase / Konzipierung: a. Darstellung der Ausgangssituation mit Mitteln der Berichterstattung (statistische Daten, Geschäftsstatistiken) b. Definition der Prozesse und ihre Aggregation zu integrierten Vernetzungsachsen (Primärund Sekundärprozesse) c. Identifikation der Akteure für die Vernetzung (2) Konstitutierungsphase / Implementierung: a. Akquisition der Kooperationspartner entlang der definierten Prozessketten b. Formulierung der Netzziele c. Entwicklung eines Vernetzungskonzepts d. Entwicklung mehrerer Vernetzungsinstrumente e. Entscheidung über eine fokale und/oder laterale Netzwerkverantwortung f. Institutionalisierung der Netzwerkkoordination durch bilaterale Gespräche g. Vereinbarungen / Kontrakte über die Leistungen der Kooperationspartner und die Kooperationsweise Abbildung 1: Ablaufschema zum Aufbau von infrastrukturellen Netzwerken CityNet - Bericht der Transferforschung 9 Die zu initiierenden Netzwerke sollten (a) operativ auf Primärprozesse des alltäglichen Lebens ausgerichtet sein (z.B. die Sozialisation eines Menschen im dritten und vierten Lebensalter), (b) sich dafür in der sekundären Vernetzung die erforderliche Unterstützung holen, (c) durch die Vernetzung von unterschiedlichen Fachleuten einen tertiären Charakter besitzen und (d) entweder vertikal bzw. diagonal nach einem hierarchischen oder horizontal nach einem heterarchischen Steuerungsmodus über Ressortgrenzen hinweg organisiert werden, um das Zusammenwirkungen der Akteure adressaten-, qualitätsund wirkungsbezogen zu verwirklichen. Es handelt sich somit um den Typ des „Kontraktnetzwerkes einer Wertschöpfungspartnerschaft von Dienstleistern im Sozialraum, die entlang einer Wertekette von verknüpften Dienstleistungen geordnet werden. Sie umfassen die Beziehungen zu den Akteuren, die für den primären Kernprozess notwendig sind. Dazu zählen Ehrenamtliche von Vereinen genauso wie professionelle Dienstleistungseinrichtungen. Durch ihre Verbindung werden Stärken gebündelt und Schwächen kompensiert, sodass die primäre Wirkungskette wirkungsvoller arrangiert wird. Die Netzwerke zeichnen sich durch eine vertikale oder diagonale Form der Zusammenarbeit aus, die zwischen mehreren kommunalen Organisationseinheiten auf der strategischen Ebene (Ämter/Fachbereiche) und lokalen Organisationen und Trägern der operativen Ebene geregelt ist. Ziel des Vorhabens war somit die Realisierung eines institutionellen Einbettungskontextes, indem das Kooperationsgefüge sozialräumlich von einer Koordinationsagentur moderiert wird. Dadurch können stabile Vertrauensbeziehungen geschaffen werden, die möglichst auch nach der Entwicklungsund Erprobungsphase als „selbst tragende Strukturen“ weiter agieren und von den strategischen Verwaltungsstrukturen unterstützt werden. Damit trägt das Projektvorhaben vor allem zur „sozialen Nachhaltigkeit“ bei, weil das organisatorische Verfahren der Netzwerkkooperation die Perspektive von einer interventionistischen ausgerichteten hin zu einer stärker präventiven kommunalen Daseinsvorsorge erweitert und die Sicherung der Grundbedürfnisse älterer Menschen im dritten und vierten Lebensalter – beispielsweise aufgrund der Beteiligung verschiedener Akteure aus dem Jugend-, Gesundheitsund Kulturbereich auch intragenerationell – in den Blick nimmt. Durch die Etablierung einer Netzwerkstruktur in den Sozialräumen der Stadt Mülheim an der Ruhr wird den psychischen und physischen Folgen des Alterns angemessen Rechnung getragen. Dadurch wird die Wertschöpfungskette der sozialen Daseinsvorsorge in der Stadt Mülheim an der Ruhr gleichzeitig verbessert. In einer abgestimmten Kette sollen die Akteure mit dem Ziel kooperieren, den sozial wirksamen Wertschöpfungsprozess durch die Kooperation und den zielorientierten Einsatz ihrer Ressourcen zu optimieren. 1.3 Planungsund Entwicklungsinstrument DAPP Um das in Kapitel 1.2 skizzierte Zielvorhaben zu erreichen, wurde im Rahmen des Projekts CityNet das methodische Instrumentarium DAPP entwickelt, nachdem die Netzwerkplanung von der örtlichen Sozialplanung realisiert und in die Implementierung überführt werden kann. Das Modell umfasst vier Bausteine (vgl. auch Abbildung 2): (1) DATENANALYSE: PROFIL DES AUSGEWÄHLTEN UNTERSUCHUNGS-/SOZIALRAUMS Um die Lage im Sozialraum zu erörtern, wird zuerst eine Analyse lokaler Strukturdaten vorgenommen. Das Ziel dieser Analyse besteht darin, einen Überblick über die Lebensverhältnisse der Bewohnerschaft in den ausgewählten Quartieren Mülheims zu gewinnen, in dem örtliche Statistiken sekundäranalytisch ausgewertet werden (insbesondere zu Merkmalen der Bevölkerungsstruktur und Bevölkerungsentwicklung). CityNet - Bericht der Transferforschung 16 deutlich, dass sich für die Zukunft komplexe Anforderungen an eine altersgerechte Versorgung in Mülheim an der Ruhr ergeben werden, denen mit einer zielgruppenorientierten Vernetzung der Infrastrukturen angemessen Rechnung zu tragen ist. Abbildung 7 zeigt sowohl für Altstadt I als auch für Altstadt II, dass eine überdurchschnittliche Quote von Einpersonenhaushalten vorhanden ist. In Altstadt I liegt der Prozentwert bei 48% und in Altstadt II bei 45%. In den übrigen Stadtteilen Mülheims fällt der Anteil der Einpersonenhaushalte mit einem Prozentwert von 40% geringer aus. Bei Betrachtung der Statistischen Bezirke in Altstadt I und in Altstadt II zeigt sich in Abbildung 8 und 9, dass die Haushaltsform der „Alleinerziehenden“ Prozentwerte um 5% sowie die anderen Familienhaushalte mit einer Personenanzahl von 3 und mehr Prozentwerten zwischen 8% und 13% aufweisen. Der Haushaltstyp „zwei Erwachsene“ bildet mit Anteilen zwischen 34% und 41% die am zweitstärksten auftretende Form. Es dominieren in allen Statistischen Bezirken die Single-Haushalte mit Werten um 50%; in Stadtmitte liegt der Anteil sogar über 50%. Abbildung 7: Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung nach Haushaltsgröße in Altstadt I und Altstadt II und sonstige Stadtteile am 30.06.2009 Quelle: Referat V.1 Stadtforschung und Statistik (o.J.): Privathaushalte. Mülheim an der Ruhr 48% 45% 40% 30% 30% 32% 11% 12% 15% 10% 13% 14% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Altstadt I Altstadt I Sonstige Stadtteile 4 u. mehr drei Personen zwei Personen eine Person CityNet - Bericht der Transferforschung 17 Abbildung 8: Haushaltstypen in den Statistischen Bezirken von Altstadt I am 30.06.02009 Quelle: Referat V.1 Stadtforschung und Statistik (o.J.): Privathaushalte. Mülheim an der Ruhr Abbildung 9: Haushaltstypen in den Statistischen Bezirken von Altstadt II am 30.06.02009 Quelle: Referat V.1 Stadtforschung und Statistik (o.J.): Privathaushalte. Mülheim an der Ruhr In den Abbildungen 10 und 11 kristallisiert sich heraus, dass der Anteil der Single-Haushalte vor allem in der Altersgruppe der 35bis unter 65-Jährigen mit über 40% vertreten ist. Bei der Gruppe der 65-Jährigen und älter betragen die Prozentwerte zwischen 30% und 40%. Eine Ausnahme stellt der Statistische Bezirk „Südwest“ in Altstadt II dar, wo nur 27% der 65-Jährigen und älter zur Gruppe der Singles zählen und ausnahmsweise die Gruppe der 18bis unter 35-Jährigen mit 29% überwiegt. Im Statistischen Bezirk Nord von Altstadt I fällt der Anteil der älteren Alleinlebenden mit 40% am höchsten aus; zugleich ist dort der Anteil der jungen Erwachsenen am niedrigsten. 53% 50% 48% 45% 4% 3% 5% 4% 34% 39% 37% 39% 8% 8% 11% 12% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Stadtmitte Südwest Südost Nordost Sonstige Haushate 2 Erwachsene Alleinerziehende Singles 47% 44% 42% 49% 4% 4% 4% 5% 39% 39% 41% 33% 10% 13% 13% 13% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Südost Nordost Nord Südwest Sonstige Haushate 2 Erwachsene Alleinerziehende Singles CityNet - Bericht der Transferforschung 18 Abbildung 10: Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung (Singles) in den Statistischen Bezirken von Altstadt I am 30.06.02009 Quelle: Referat V.1 Stadtforschung und Statistik (o.J.): Privathaushalte. Mülheim an der Ruhr Abbildung 11: Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung (Singles) in den Statistischen Bezirken von Altstadt II am 30.06.2009 Quelle: Referat V.1 Stadtforschung und Statistik (o.J.): Privathaushalte. Mülheim an der Ruhr 2.3 Bevölkerungsbewegung Die nachstehenden Abbildungen zeigen, wie sich die natürlichen Bevölkerungsbewegungen im Jahr 2007 entwickelt haben. Darüber hinaus werden sowohl die innerstädtischen als auch die Stadtgrenzen überschreitenden Zuund Fortzüge beleuchtet. Nach Abbildung 12 sind sowohl in Altstadt I als auch in Altstadt II und den sonstigen Stadtteilen Mülheims weniger Geburten zu verzeichnen als Sterbefälle, so dass das Verhältnis der natürlichen Bevölkerungsbewegung unausgewogen ist. Besonders deutlich wird dies in Altstadt I, wo der Anteil der Sterbefälle an der Bevölkerung im Stadtteil 1,66% beträgt, während der Anteil der 25% 23% 22% 19% 40% 42% 42% 43% 35% 35% 36% 38% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50% Stadtmitte Südwest Südost Nordost 18unter 35 Jahre 35-unter 65 Jahre 65 und älter 27% 23% 17% 29% 43% 43% 46% 44% 30% 34% 40% 27% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50% Südost Nordost Nord Südwest 18unter 35 Jahre 35-unter 65 Jahre 65 und älter CityNet - Bericht der Transferforschung 19 Geburten bei 0,82% liegt. Gemäß den Ausführungen des Familienberichts werden die abnehmenden Geburtenraten und steigenden Sterberaten auch für die Zukunft prognostiziert. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Gesamtbevölkerung Mülheims bis 2025 von ursprünglich 170.327 Einwohnern im Jahr 2005 auf 153.186 Einwohner im Jahr 2025 weiter reduzieren wird (vgl. Zentrum für interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung / Stadt Mülheim an der Ruhr 2007: 33). Abbildung 12: Natürliche Bevölkerungsbewegungen / Geburten und Sterbefälle 2007 in Altstadt I und Altstadt II und sonstige Stadtteile 2007 Quelle: Stadt Mülheim an der Ruhr, Stab Kommunale Entwicklungsplanung und Stadtforschung (o.J.): Bevölkerungsbewegungen im Jahr 2007. Mülheim an der Ruhr. Abbildung 13 zeigt, dass es sowohl in Altstadt I als auch in Altstadt II und den sonstigen Stadtteilen einen höheren Anteil innerstädtischer Zuund Fortzüge gibt als Außenwanderungen über die Stadtgrenzen. Erkennbar wird, dass das jeweilige Verhältnis zwischen den Zuund Fortzügen sowohl innerstädtisch als auch über die Stadtgrenzen hinaus prozentual ausgeglichen ist. Dies lässt sich exemplarisch an Altstadt I belegen, wo die innerstädtischen Zuzüge 7,7% betragen und die innerstädtischen Fortzüge 7,9%, die Zuzüge durch Außenwanderung 4,8% und die Fortzüge durch Außenwanderung 4,1%. Dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass es sich bei der Stadt Mülheim offenkundig um einen stabilen Wohnstandort handelt. Ferner fällt auf, dass die Prozentwerte innerstädtischer Zuund Fortzüge sowohl in Altstadt I als auch in Altstadt II höher sind als in den sonstigen Stadtteilen, so dass in den beiden Untersuchungsräumen offensichtlich eine stärkere Fluktuation gegeben ist als im übrigen Stadtgebiet. Dies wird insbesondere bei den innerstädtischen Zuund Fortzügen erkennbar; in Altstadt I beträgt die Zuzugsquote 7,7%, die Fortzugsquote 7,9%. In Altstadt II beträgt die Zuzugsquote ebenfalls 7,7%, die Fortzugsquote wiederum 7,7%. In den sonstigen Stadtteilen betragen die Prozentwerte für die Zuund Fortzüge dagegen jeweils nur 5,8%. 0,82% 0,78% 0,68% 1,66% 1,09% 1,15% 0,00% 1,00% 2,00% Altstadt I Altstadt II Sonstige Stadtteile Geburten Sterbefälle CityNet - Bericht der Transferforschung 20 Abbildung 13: Natürliche Wanderungsbewegungen / Zuzüge und Fortzüge als Außenwanderung und Umzug im Stadtgebiet 2007 in Altstadt I, Altstadt II und sonstige Stadtteile 2007 Quelle: Stadt Mülheim an der Ruhr, Stab Kommunale Entwicklungsplanung und Stadtforschung (o.J.): Bevölkerungsbewegungen im Jahr 2007. Mülheim an der Ruhr. Dieser Eindruck wird auch in Abbildung 14 bestätigt, in der der Gesamtanteil der Zuund Fortzüge für jeden Stadtteil im Jahr 2007 aufgeführt ist. Insbesondere Altstadt I (Zuzüge 14%, Fortzüge 15%) und Altstadt II (Zuzüge 18%, Fortzüge 18%) weisen höhere Prozentwerte auf als die übrigen Stadtteile. Dort liegen die Prozentwerte der Zuund Fortzüge bei 12% und weniger. Abbildung 15 unterstreicht, dass die Einwohner von Altstadt I mit 35,1% überdurchschnittlich häufig innerhalb Altstadt I umziehen, am zweithäufigsten ziehen sie nach Altstadt II mit 20,6%. Bei den Einwohnern von Altstadt II zeigt sich, dass der überwiegende Anteil mit 40,1% innerhalb Altstadt II umzieht und 15,1% am zweithäufigsten nach Altstadt I abwandern. Was die Umzüge in die übrigen Stadtteile anbelangt, favorisieren die Bürger von Altstadt II mit 11,1% den Stadtteil Dümpten am drittstärksten, während die Bürger aus Altstadt I mit 9,7% nach Menden-Holthausen ziehen. 4,8% 4,1% 3,5% 4,1% 3,9% 3,5% 7,7% 5,8% 7,9% 7,7% 5,8% 0,0% 1,0% 2,0% 3,0% 4,0% 5,0% 6,0% 7,0% 8,0% 9,0% Altstadt I Altstadt II Sonstige Stadtteile Zuzüge Außenwanderung Fortzüge Außenwanderung Zuzüge Stadtgebiet Fortzüge Stadtgebiet 7,7% CityNet - Bericht der Transferforschung 21 Abbildung 14: Umzüge im Mülheimer Stadtgebiet 2007 Quelle: Stadt Mülheim an der Ruhr, Stab Kommunale Entwicklungsplanung und Stadtforschung (o.J.): Bevölkerungsbewegungen im Jahr 2007. Mülheim an der Ruhr. Abbildung 15: Umzüge im Mülheimer Stadtgebiet 2007 (von…nach…) Quelle: Stadt Mülheim an der Ruhr, Stab Kommunale Entwicklungsplanung und Stadtforschung (o.J.): Bevölkerungsbewegungen im Jahr 2007. Mülheim an der Ruhr. Eine Antwort auf die Frage, aus welchen Herkunftsgebieten sich die meisten Zuzüge nach Mülheim ereignen und in welches Zielgebiet die meisten Fortzüge abwandern, zeigt Abbildung 16. Ersichtlich wird, dass mit über 50% die meisten Zuund Fortzüge aus NRW stammen, während die Zuund Fortzüge aus den übrigen Bundesländern sowie dem Ausland mit unter 16% deutlich geringer ausfallen. 14% 18% 11% 10% 10% 7% 12% 10% 10% 15% 18% 11% 10% 10% 5% 11% 9% 10% 0% 2% 4% 6% 8% 10% 12% 14% 16% 18% 20% Zuzüge Fortzüge 35,1% 20,6% 5,1% 5,4% 6,8% 9,7% 5,9% 5,8% 5,6% 15,1% 40,1% 6,8% 11,1% 7,8% 3,2% 5,9% 5,2% 4,7% 0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0% 25,0% 30,0% 35,0% 40,0% 45,0% von Altstadt I von Altstadt II CityNet - Bericht der Transferforschung 22 Abbildung 17 zeigt, dass mit 3,4% die meisten Zuzüge aus Polen kommen. Als zweitstärkste Nation ist die Türkei mit 3,1% und Serbien / Montenegro mit 2,3% in Mülheim an der Ruhr vertreten. Abbildung 16: Zuund Fortzüge nach dem Zielund Herkunftsgebiet in Mülheim 2007 Quelle: Stadt Mülheim an der Ruhr, Stab Kommunale Entwicklungsplanung und Stadtforschung (o.J.): Bevölkerungsbewegungen im Jahr 2007. Mülheim an der Ruhr. Abbildung 17: Zuzüge nach Nationalität in Mülheim 2007 (die zehn Häufigsten) Quelle: Stadt Mülheim an der Ruhr, Stab Kommunale Entwicklungsplanung und Stadtforschung (o.J.): Bevölkerungsbewegungen im Jahr 2007. Mülheim an der Ruhr. 2.4 Ausländische Bevölkerung Nachdem in Kapitel 2.2 bereits ein Überblick über den Anteil der ausländischen Bevölkerung in den Stadtteilen nach Geschlecht gegeben wurde, bilden die nachfolgenden Abbildungen das 64% 13% 16% 5% 3% 58% 14% 8% 13% 6% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% Zuzüge Herkunftsgebiet Fortzüge Zielgebiet 3,4% 3,1% 2,3% 2,0% 2,0% 1,2% 1,2% 1,1% 0,8% 0,7% 0,0% 0,5% 1,0% 1,5% 2,0% 2,5% 3,0% 3,5% 4,0% CityNet - Bericht der Transferforschung 23 Strukturmerkmal „ausländische Bevölkerung“ differenzierter ab, indem ein Überblick über den Anteil der Ausländer sowie den Anteil der Bewohnerschaft mit einem Migrationshintergrund gegeben wird. Abbildung 18 zeigt, dass sich sowohl in Altstadt I als auch in Altstadt II und den sonstigen Stadtteilen der größte Anteil der ausländischen Bevölkerung mit Prozentwerten zwischen 45% bis 49% im Alter zwischen 0 bis unter 35 Jahre befindet, zu der zweithäufigsten Gruppe zählen mit Prozentwerten zwischen 39% bis 41% die 35bis unter 60-Jährigen. Die Gruppe der 60bis unter 65-Jährigen sowie die Gruppe der 65-Jährigen und älter ist sowohl in Altstadt I als auch Altstadt II und den sonstigen Stadtteilen Mülheims mit Prozentwerten unter 10% unterrepräsentiert, wenn zum Vergleich beispielsweise die Gesamtbevölkerung herangezogen wird, in der die Gruppe der 60-Jährigen und älter in Altstadt I mit 32% und den sonstigen Stadtteilen mit 29% die Gruppe der 0 bis unter 30-Jährigen knapp übersteigt (Kapitel 2.2). Abbildung 18: Ausländische Bevölkerung nach Altersgruppen in Altstadt I, Altstadt II und sonstige Stadtteile am 30.06.2009 Quelle: Referat V.1 Stadtforschung und Statistik (o.J.): Bevölkerungsbestand am 30.06.2009. Mülheim an der Ruhr. Abbildung 19 zeigt, dass in Altstadt I mit 18,7% die meisten der ausländischen Bürger türkischen Ursprungs sind und 9,7% aus Serbien, Kosovo und Montenegro sowie 6,0% aus Kroatien stammen. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Altstadt II, da dort die Türken die häufigste Gruppe der ausländischen Bürger sind (vgl. Abbildung 20). Im Vergleich zu Altstadt I ist der Anteil der türkischen Bewohner mit 36,1% deutlich höher. Zur zweithäufigsten Sprachgruppe zählt in Altstadt II mit 10,4% ebenfalls Serbien, Kosovo, Montenegro. Bei den übrigen Nationalitäten zeigen sich zwischen Altstadt I und Altstadt II Unterschiede; während in Altstadt I 6% der Bewohner aus Kroatien stammt, kommen in Altstadt II 6,9% der Bewohner aus Italien. 47% 49% 45% 39% 38% 41% 4% 4% 5% 10% 8% 9% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Alstadt I Altstadt II sonstige Stadtteile ausländische Bevölkerung 0unter 35 Jahre 35unter 60 Jahre 60unter 65 Jahre 65 Jahre und älter CityNet - Bericht der Transferforschung 24 Abbildung 19: Ausländer nach ihrer Nationalität in den Stadtteilen von Altstadt I am 30.06.2009, die zehn Häufigsten Quelle: Referat V.1 Stadtforschung und Statistik (o.J.): Bevölkerungsbestand am 30.06.2009. Mülheim an der Ruhr. Abbildung 20: Ausländer nach ihrer Nationalität in den Stadtteilen von Altstadt II am 30.06.2009, die zehn Häufigsten Quelle: Referat V.1 Stadtforschung und Statistik (o.J.): Bevölkerungsbestand am 30.06.2009. Mülheim an der Ruhr. Abbildung 21 gibt über die Anteile der ausländischen Bevölkerung mit Migrationshintergrund Auskunft, das sind hier Ausländer und Deutsche mit zweiter Staatsangehörigkeit nach ihrer nichtdeutschen Staatsangehörigkeit. Insbesondere in dem Statistischen Bezirk „Südost“ (37%) von Altstadt I lebt ein überdurchschnittlicher Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund, während im Statistischen Bezirk „Südwest“ (13%) von Altstadt I sowie „Südwest“ (14%) und „Nord“ (18%) von Altstadt II weniger Ausländer mit Migrationshintergrund wohnhaft sind. Auf die übrigen Statistischen Bezirke verteilen sich die Prozentwerte mit 21% bis 26% gleichmäßig. 18,7% 9,7% 6,0% 5,5% 4,8% 4,4% 4,1% 3,7% 3,1% 2,7% 0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0% 25,0% 30,0% 35,0% 40,0% 36,1% 10,4% 6,9% 3,9% 3,8% 2,7% 2,4% 2,4% 2,3% 2,0% 2,0% 0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0% 25,0% 30,0% 35,0% 40,0% CityNet - Bericht der Transferforschung 25 Abbildung 21: Bevölkerung mit Migrationshintergrund in den Statistischen Bezirken Altstadt I, Altstadt II am 30.06.2009 Quelle: Referat V.1 Stadtforschung und Statistik (o.J.): Bevölkerungsbestand am 30.06.2009. Mülheim an der Ruhr. Die Haushaltsform der Einpersonenhaushalte zählt mit Ausnahme des Statistischen Bezirks „Südost“ (28%) in Altstadt I bei den Migranten zu der häufigsten Lebensform. Am zweithäufigsten leben die Migranten in Zweipersonenhaushalten. Abbildung 22 legt dar, dass der Haushaltstyp „3 Personen“ mit Ausnahme des Statistischen Bezirks „Südwest“ (16%) in Altstadt I prozentual geringer vertreten ist, als der Haushaltstyp „4 Personen und mehr“. Der Haushaltstyp „4 Personen und mehr“ beträgt dort nur 13%, obwohl in den übrigen Statistischen Bezirken von Altstadt I und Altstadt II Prozentwerte von über 20% erreicht werden. Abbildung 22: Migrantenhaushalte in den Statistischen Bezirken von Altstadt I, Altstadt II am 30.06.2009 Quelle: Referat V.1 Stadtforschung und Statistik (o.J.): Privathaushalte am 30.06.2009. Mülheim an der Ruhr 24% 13% 37% 26% 24% 24% 18% 14% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% Stadtmitte Südwest Südost Nordost Südost Nordost Nord Südwest Altstadt I Altstadt II 34% 44% 28% 32% 29% 30% 31% 32% 27% 26% 30% 28% 28% 28% 24% 23% 17% 16% 19% 15% 17% 17% 18% 17% 22% 13% 22% 25% 26% 25% 27% 28% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Stadtmitte Südwest Südost Nordost Südost Nordost Nord Südwest Altstadt I Altstadt II 4 Personen und mehr 3 Persoen 2 Personen 1 Person CityNet - Bericht der Transferforschung 32 3.4 Auswahlkriterien Insgesamt 41,8% aller Befragten gaben darüber Auskunft, wie wichtig Ihnen ähnliche Werte und Ziele, eine ähnliche Branchenherkunft und Vorstellung von Qualität sowie Sympathie bei der Auswahl des Kooperationspartners sind. Dazu wurden sie aufgefordert drei potenzielle Kooperationspartner zu benennen und eine Bewertung für jeden einzelnen abzugeben. Im Folgenden werden die Ergebnisse exemplarisch für den erst genannten Kooperationspartner vorgestellt: Auf die Frage: „Wie wichtig sind Ihnen ähnliche Ziele und Werte bei der Auswahl ihres zukünftigen Kooperationspartners?“ geben 67,6% an, dass ähnliche Ziele und Werte bei der Auswahl des favorisierten Kooperationspartners „sehr wichtig“ sind. 29,7% wiederum finden ähnliche Ziele und Werte „eher wichtig“. Nur 1,4% der Befragten finden ähnliche Ziele und Werte „eher unwichtig“, weitere 1,4% sogar „unwichtig“. Während ähnliche Werte und Ziele eine wichtige Rolle bei der Auswahl des Kooperationspartners spielen, ist eine ähnliche Branchenherkunft dagegen für die Mehrheit der Befragten nicht so wesentlich; so sind nur 9,5% der Ansicht, dass dieselbe Branchenherkunft „sehr wichtig“ ist und 21,6% halten sie für „eher wichtig“. 23% für „eher unwichtig“ und 37,8% der Befragten finden die Branchenherkunft sogar „unwichtig“. 8,1% sind zum Befragungszeitraum noch unsicher, ob die Branchenherkunft bei der Auswahl des Kooperationspartners eine Rolle spielt. Für 31,1% spielt bei der Auswahl des zukünftigen Kooperationspartners Sympathie eine „sehr wichtige“ Rolle. Weitere 36,5% halten Sympathie für „eher wichtig“, 17,6% dagegen für „eher unwichtig“. Für 10,8% der Befragten ist Sympathie „unwichtig“. 4,1% sind zum Befragungszeitpunkt unsicher, ob Sympathie bei der Auswahl des Kooperationspartners ausschlaggebend ist. Wichtig ist den Befragten vor allem eine ähnliche Vorstellung von Qualität. Für 60,8% spielt eine ähnliche Vorstellung von Qualität in diesem Kontext eine „sehr wichtige“ Rolle, 36,5% finden sie „eher wichtig“. Nur 1,4% der Befragten finden ein ähnliches Qualitätsverständnis „eher unwichtig“, 2,7% sind zum Befragungszeitraum unsicher. Abbildung 26 zeigt die Antworten nochmal im Vergleich und macht deutlich, dass für die Befragten bei der Auswahl des Kooperationspartners insbesondere ähnliche Werte und Ziele und eine ähnliche Vorstellung von Qualität ausschlaggebend sind. Abbildu n 3.5 E i Von d e Kooper a Kooper a gemein s Mehrhe i Kooper a Zufried e dem ge m zufried e „zufried e Erhebu n 45,8% d der Zuk u auf?“). I n Zukunft gemein s der B e Kooper a Kooper a ähnlich e 1 Den E einrichtu n den erst g 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% n g 26: Ausw a i nrichtun g e n insgesa m a tionspartn e a tionspartne r s ames Cont i t der Bef r a tionspartn e e nheit mit d e m einsamen e n“ mit der K e n“. Nur 5, n gszeitraum er Gesamts t u nft ein ge m n diesem Zu s kein ge m s ames Cont r e fragten m a tionspartn e a tionspartne r e s Ergebnis Ergebnissen z n gsübergreife n g enannten Koo 67,6% 29,7% 1,3% 1, ähnliche Ziel e Werte a hlkriterien g sübergr e m t 177 B e e rn ein g e r ein gemein s rolling mit d r agten (73, 5 e r betreibt. 2 e r Koordina t Controlling K oordinatio n 6% sind „t e nicht besti m t ichprobe a n m einsames C s ammenha n m einsames C r olling mit i h m achten d e rn ein Cont r ein gemein wie bei d z ugrunde ge n den Controlli n perationspart n 9,5% 21,6 % 2 3 3% e und äh Branch e CityNet - Be f ür zukünfti g e ifendes C e fragten in f e meinsames s ames Contr o d em erst g e 5 %) kein g 2 0,3% der B e t ion des ge m in Ihrer Ko n des einric e ilweise zu f m men. n tworteten a C ontrolling a n g zeigt sich C ontrolling h rem erst g e arüber hi n rolling aufb sames Cont r d er Frage z l egt werden n gs und der e n er, da nicht all 31, % 3 ,0% 37,8% 8,1% nliche e nherkunft richt der Trans g e Kooperat C ontrollin f ormierten Controlli n r olling durch ? e nannten K o g emeinsam e efragten m a m einsamen C o operationsb htungsübe r f rieden“. 8, 3 a uf die Frag a ufbauen („ B , dass bei d e geplant i s e nannten K o n aus Ang a auen würd e r olling aufb a z uvor, da d aus Gründ e e inrichtungsgr e l e Akteure me h 1% 36,5% 17,6% 10,8 % 4 , Sympathie ferforschung ionspartner g 55,4% da r n g durchfü ? “); dabei ze o operations e s Controlli a chten in di C ontrollings eziehung?“). r greifenden 3 % können e, ob Sie m i B auen Sie m i e r Mehrheit d s t. Nur 4,9 % o operations p a ben daz u e n (Frage: „ W a uen?“): au c d ie Mehrh e e n der Vergl e ifenden Qual i h r als einen Ko o 60,8% 36,5 % 1, 4 % 1% ähnli c Vorstellu n Quali t über, ob S h ren („Füh r igt sich, das partner1 ve r ng mit d e e sem Kont e ( „ Frage: Wie Davon ist Controlling s ihren Zufr i i t ihren Koo p t … ein ge m d er Befragt e % der Bef r p artner in d e , ob sie W ürden Sie m c h hier ergi b it der Befr e ichbarkeit b tätssicherung o perationspart n % 4 %2,7% c he n g von t ät Sie mit b i ren Sie m s nur 25,5% r fügen, wä h e m erst g e e xt Angabe n zufrieden si n die Mehrh s (44,4%) u n iedenheitsg perationspa m einsames C o e n (84%) au c f ragten str e e r Zukunft a mit zu k m it einem zu k b t die Befra g r agten (72, 1 b eim der A n erneut die A n ner benennen sehr wichtig eher wichtig eher unwich t unwichtig weiß nicht 33 i sherigen it Ihrem über ein h rend die e nannten n zu ihrer n d Sie mit eit „sehr n d 27,8% rad zum rtnern in o ntrolling c h für die e ben ein n. 68,9 % k ünftigen k ünftigen g ung ein 1 %) zum n alyse des n gaben für konnten. t ig Befragu n Kooper a Von d e einricht u Vergleic Controll i Controll Befragu n ihnen b i Abbildu n Von d e gemein s erfolgen Steueru n sich b e Controll Kooper a 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% n gszeitrau m a tionspartn e e n 19,2% u ngsübergr e c he nutzen i ngs nutzen ? ing zielfüh r n gszeitpun k i sher noch n n g 27: Instr u e n 19,2% d s amen Con ?“)– sind 35, n g und Koo r e ispielsweis e ing küm m a tionszweck s 23,5% 2 9 m nicht an e rn interessi e aller Befr a e ifenden C o (Frage: „ W ? “). Weitere r end zu pr a k t noch uns i icht gestell t u mentennut z d er Befragt e trollings er f 3% der Ans i r dination k ü e eine Gru m ert. Dami t s als Steuer u 9 ,4% 11, 8 CityNet - Be dem Aufb a e rt ist. a gten - di o ntrolling g W elche Instr u 26,5% halt e a ktizieren, w i cher, welc h hat (vgl. A b z ung beim g e e n – die A f olgen soll cht, dass ei n mmern soll t ppe von M t wird d e u ngsinstru m 8 % 26,5% richt der Trans a u eines g e i e Angabe n g emacht h a u mente wü r e n Kennza h w eitere 17, 6 h es Instrum e b bildung 27) e meinsame n A ngaben d a (Frage: „ W n e Führung s t e. Nur 5,9 % M itarbeiter/i e utlich, da s m ent in der s t % 11,8% ferforschung e meinsame n n zur Ins t a ben - wü r den Sie z u len als ein 6 % das Be n e nt sie eins e . n Controllin g a zu macht e W ie sollte di e s kraft/ein H a % der Befragt nnen um s s die ( w t rategische n 17,6% 1 n Controllin t rumentenn u r den 29,4 % u m Aufbau geeignetes n chmarking. e tzen würd e (Mehrfachn e n, wie di e e Koordinat i a uptverant w en bewerte n das einric h w irtschaftlic h n Ebene ver o 1 ,8% 11, 8 n gs mit zu k utzung be % vor alle m eines gem e Instrument . 23,5% wa e n, da sich d n ennungen m e Koordina t i on des Co n w ortlicher si c n es als sinn v h tungsüber g h e) Sicher u o rtet wird. 8 % 11,8 % 34 k ünftigen i einem m Soll-Ist e insamen , um ein ren zum d ie Frage m öglich) t ion des n trollings h um die v oll, dass g reifende u ng des % Abbildu n (Mehrfa c 3.6 E i 41,8% d Kooper a „ Würde n favorisi e Qualität Qualität Befragu n Kooper a 26% de Entwick würden Gespräc Zielvere zielführ e Weitere Verfahr e empfeh l gemein s Instrum e 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50% n g 28: K c hnennung e i nrichtun g d er Gesam a tionspartn e n Sie ein g e ren 56,8 % ssicherung, ssicherung n gszeitrau m a tionsbezie h r 177 Befra g lung eines Sie zur gem c he zur ein r inbarungen e nd eingesc 17,4% hal t e n und da s l enswert. Ä h s amen Qu a e nt sie nutz e 26,50% 14, 7 K oordination s e n möglich) g sübergr e tstichprobe e r in der Zu k g emeinsame s % beim während stattdesse n m noch unsi c h ung von V o g ten macht e gemeinsa m einsamen Q r ichtungsü b mit 34,8%. hätzt und m t en auch M a s CAF-Mod h nlich wie b a litätssicher u e n würden ( M 7 0% 5,90% CityNet - Be s verantwort e ifende Q u nahmen k unft ein ge s Qualitätss y erst ge n 21,6% d e n einrichtu n c her, ob ein e rteil ist. e n in diese m m en Qualitä t ualitätssich e b ergreifend e Mit 28,3% m it 17,4% di e a nagement m e ll – für d b eim einrich u ng Unsic h M ehrfachn e 23,50% 1 7 richt der Trans liche bei m ualitätssi c dazu Stell u e meinsames y stem mit n annten K er Befragt n gsintern e e einrichtu n m Kontext A t ssystems n e rung nutze n e n Qualitäts wird die En e Entwicklu n m odelle – w d ie einricht tungsüberg h erheit; so e nnungen m 7,60% 35,3 0 ferforschung m einrichtu c herung u ng, ob Si Qualitätssy s Kooperatio n K ooperation en der Ü e rfolgen so l n gsübergrei f A ngaben d a utzen wür d n ?“). Dabei z sicherung e twicklung e n g eines ge m w ie beispiel ungsübergr reifenden C sind 30,4 % öglich, vgl. A 0 % 5,90% n gsübergrei e mit ihr e s tem entwi c n spartner… e spartner Ü berzeugun g lte. Weiter e f ende Quali t a zu, welche s d en (Frage: „ z eigt sich, d e insetzen w e ines gemei n m einsamen Q s weise das e ifende Q u C ontrolling b % noch u n A bbildung 2 5,90% 5, 9 i fenden C o e m erst g e c keln würd e e ntwickeln?“ ) eine ge m g sind, d e 14,9% s i t ätssicheru n s Instrume n „Welches I n d ass 45,7% v w ürden, gef o nsamen Lei t Qualitätsha n EFQM, DIN u alitätssiche r b esteht auc h nschlüssig, 2 9). 9 0% 29,40 % 35 o ntrolling e nannten e n (Frage: ) . Davon m einsame d ass die i nd zum g für die n t sie zur n st r ument v or allem o lgt von t bilds als n dbuchs. EN ISOr ung für h bei der welches % Abbildu n möglich ) Zur K o Kooper a mit de m Ansicht, Qualität dass e einricht u auch e Qualität zur Qua l 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50% n g 29: Instr u ) o ordination a tionspartn e m Kooperati o dass die sverständni s e ine Einz e u ngsübergr e ine Grupp e ssicherung ü l itätsdurchf ü 30,4% u mentennut z des g e e r gaben 22, o nspartner ü Führungs e s ses betrau t e lperson s e ifenden C o e von M ü bernimmt. ü hrung inst a 45,7 % CityNet - Be z ung bei de r e meinsamen 6% aller Be f ü bernehmen ? e tage mit t werden so s ich um o ntrolling h a itarbeiter/in 22,5% der B a lliert wird ( v % 34, 8 richt der Trans r gemeinsa m n Qualität s f ragten ein e ? “). In dies e der Koord i llte, weiter e die Bel a a lten es 17, 5 n nen die A B efragten h a v gl. Abbildu n 8 % 2 ferforschung m en Qualität s verständni s e Antwort (F r e m Kontext i nation ein 37,5% halt e a nge küm 5 % der Befr a A ufgaben d a lten es für n g 30). 2 8,3% s sicherung ( s ses beim r age: „Wer s o sind 37,5 % es einricht e n es desha mert. Im a gten für e m d er einricht möglich, da 17,4% ( Mehrfachn e erst g e o llte die Koo % der Befra g ungsüberg r lb auch für Gegensa t m pfehlens w ungsüberg r ss ein Quali 17,4% 36 e nnungen e nannten rdination g ten der eifenden denkbar, t z zum w ert, dass eifenden t ätszirkel Abbildu n (Mehrfa c 3.7 V Auf der Mensch e Mensch e Überze u Versorg u weitere Auf die Antwor t Daraus e 1. S A a i d A w i z W a 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50% n g 30: Koor d c hnennung e ernetzun g Datenbasi s e n ab 60plu e n ab 60 J a u gung, das s u ngsleistun g 13% waren z Frage: „ Wel c t en gegebe n e rgibt sich f o S ENIORENGER Im Hinblic k A kteure, da lange selbs t a uch nach e in den Allta g d er Ausba u A ktivitäten w ird empf o infrastruktu r z wischen d e W ohngeme a ngeregt, d können. 5,0% d inationsve r e n möglich) g sbedarf e s der telef o s von den B a hren“ bea n s Bedarf v g en in Mülh e z um Befrag u c he Bedarfe n , die in v e o lgendes Be ECHTES W OH N auf ein sen i ss die Woh t bestimmt i n e inem länge g zurück fin u haushalt s wie die Rei o hlen, vers t r ellen Vers o e n Generat i inschaften f d a sich die s 37,5% CityNet - Be r antwortlich e e für älter e o nischen Be f B efragten id e tworteten 8 v orhanden e im an der R u ngszeitrau m sehen Sie f ü e rschiedene n darfsrankin g N EN i orengerech nungen ba r n den eigen ren Kranke n den könne n s naher Die n nigung der t ärkt auch o rgungsstru k i onen Mülh e f ür ältere M s e positiv a 37, 5 richt der Trans e bei der ei n e Mensch fragung w u e ntifiziert. D 8 7% aller A ist, neue R uhr zu opti m m noch uns i ü r Ältere Me n n Clustern z g : h tes Wohne n r rierefreier w en vier Wä n n hausaufent n . Um das s e n stleistung e Wohnung Angebote f ktur zu ve r e ims zu int M enschen i m a uf die eig 5 % 1 7 ferforschung n richtungsü b e n ab 60 J u rden die f ü ie Frage: „S e A kteure. Ins g Angebote m ieren. 13 % cher, ob Sie n schen ab 6 0 z usammen g n wünscht s w erden, so d n den verwe i halt wieder e lbstversorg e n benann t oder Einka u f ür das M e r ankern, u m ensivieren. m dritten un ene Selbst v 7 ,5% b ergreifend e J ahren ü nf wichtig s e hen Sie wei t g esamt 74 % zu schaffe n % sahen kein e weitere Be d 0 Jahren“ w u efasst und ich die Meh d ass ältere M len können selbständig te Wohnen t . Dazu zä u fsbringdie n e hrgenerati o m unter an d Auch neue d vierten L e v ersorgung s 22,5% e n Qualitäts s s ten Bedar f t ere Bedarfe % waren d a n und be s e Bedarfe, w d arfe sehen. u rden facet t klassifiziert h rheit der M M enschen m und unter a zu Hause l e zu garantie hlen beisp n ste. Darüb e o nenwohne n d erem den Wohnform e e bensalter - s fähigkeit a 17,5% 37 s icherung f e älterer für Ältere a von der s tehende w iederum t enreiche wurden. ülheimer m öglichst a nderem e ben und ren, wird ielsweise e r hinaus n in der Kontakt e n – z.B. - werden u swirken CityNet - Bericht der Transferforschung 38 2. ALTERSGERECHTE FREIZEITANGEBOTE Die Befragten vertreten den Standpunkt, dass es in der Stadt Mülheim an der Ruhr und in den Untersuchungsräumen Altstadt I und Altstadt II eine Vielzahl an Freizeitangeboten, Interessensgruppen, Initiativen und Veranstaltungen für Senioren gibt, bei denen sich ältere Menschen bilden können, kreativ werden oder andere Menschen treffen können, um ihr soziales Engagement zu fördern. Kritisiert wird in diese Zusammenhang jedoch, dass die Angebote für Menschen ab 60 Jahren des Öfteren nicht altersgerecht, d.h. attraktiv genug sind und die „jungen Alten“ mit dem bisherigen Angebot (bspw. „Seniorentreff“) nicht erreicht werden. Die Weiterentwicklung und inhaltliche Optimierung von sportlichen, kulturellen und musikalischen Angeboten wird deshalb empfohlen. 3. BERATUNGSANGEBOTE Auf Platz 3 liegt der Ausbau der Beratungsangebote. Es wird beispielsweise auf das Problem verwiesen, dass insbesondere Angehörige von Demenzerkrankten Beratungsleistungen benötigen, um die Pflege der Angehörigen ausreichend sicher stellen zu können. Darüber hinaus mangele es an Beratungsund Anlaufstellen, um die Beratungsbedarfe älterer und pflegebedürftiger Bürger/innen, die unter anderem in Fragen der Pflegeversicherung und Testamentsvollstreckung bestehen können, ausreichend abzudecken. 4. FÖRDERUNG DES BÜRGERSCHAFTLICHEN ENGAGEMENTS UND PARTIZIPATION Die Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements und der Partizipation wird angeregt, um vor allem den Wissenstransfer zwischen den Generationen zu intensivieren. Denn der Wissenstransfer zwischen den Generationen erschließt nach Meinung der Befragten neue Potenziale. Der Wissenstransfer ist zurzeit nicht nur ein zentrales Thema der Personalentwicklung für Betriebe in der Wirtschaft – der internationale Fachbegriff spricht vom „Age Management“- sondern auch ein Thema für den Umgang mit dem demografischen Wandel in der Stadtgesellschaft. 5. ALTERSGERECHTER ÖFFENTLICHER PERSONENNAHVERKEHR Auf Platz 5 der genannten Bedarfe liegt der Ausbau eines altersgerechten öffentlichen Personennahverkehrs. Die Befragten geben in ihrer Bewertung Hinweise darauf, dass der ÖPNV nicht barrierefrei ist und das Schilder und Verkehrspläne des Öfteren für ältere Menschen nicht lesbar sind. Auch die Fahrpläne werden kritisiert: Insbesondere bereits mobilitätseingeschränkte und nicht in Stadtmitte lebende Bürger/innen hätten aufgrund der schlechten Fahrzeiten am Abend Schwierigkeiten, am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. CityNet - Bericht der Transferforschung 39 4 Ergebnistransfer und Vernetzungsstrategie Mit der Durchführung der Befragung konnten die Bedarfe der älteren Menschen zuverlässig identifiziert werden. Für die aus der Befragung identifizierten Bedarfe wurde eine Vernetzungsstrategie entwickelt, der eine Prozessanalyse wichtiger Schlüsselprozesse des Alltagslebens älterer Menschen zugrunde lag. Ferner wurden aus den Bedarfen die Themen für die Quartierswerkstätten abgeleitet, die als Instrumentarium zum Netzwerkaufbau eingesetzt wurden. 4.1 Identifikation der im Alter vollzogenen Lebensprozesse und Aktivitäten Der Mensch ist als soziales Wesen in bestimmte Funktionsund Strukturzusammenhänge eingebunden. In diesen Funktionsund Strukturzusammenhängen geht der Mensch Beziehungen zu anderen Menschen ein, um seine Handlungsziele zu verwirklichen. Norbert Elias bezeichnet die aus der Beziehungsaufnahme resultierenden Handlungsketten als „Interdependenzketten“, die vom Individuum bis in die Gesellschaft reichen und somit in einen komplexen Verflechtungszusammenhang münden (vgl. Bullinger/Nowak 1998: 38f.). Die Gesellschaft lässt sich als ein großes gesellschaftliches Gesamtnetzwerk begreifen und untergliedert sich in weitere kleinere Netzwerke. Mit Hilfe der sozialen Netzwerkanalyse lassen sich soziale Wechselseitigkeiten beschreiben und analysieren. Denn die „sozialen Netzwerke stellen reale, empirisch beschreibbare soziale Beziehungen zwischen den Individuen dar“ (ebd.: 41). Auch die Lebensund Systemweltzusammenhänge lassen sich so rekonstruieren. Da jedes Individuum sich in unterschiedlichen Netzwerken bewegt – die sich in Art, Größe und Anzahl unterscheiden können, ist das Individuum „je nach Konstellation dieser Netzwerke […] unterschiedlich in Kommunikation eingebunden und findet dort mal mehr mal weniger soziale Unterstützung“ (ebd.). In diesem Kapitel wird deshalb die soziale Eingebundenheit eines Menschen in eine Systemwelt aufgezeigt. Dies wird anhand eines Beispielstagesablaufs bzw. Lebensprozessablaufs praktiziert. Zunächst wird hierfür der exemplarische Tagesablauf eines Menschen im ersten Lebensalter dargestellt und mit dem Tagesablauf eines Menschen im dritten und vierten Lebensalter verglichen. Auf diese Weise wurde eine Vernetzungsstrategie entwickelt, die Unterstützungsbedarfe identifiziert und Möglichkeiten aufzeigt, die Versorgungslücken durch Kooperationsmöglichkeiten zu reduzieren. Die Abbildungen 33 und 34 zeigen verschiedene Aktivitäten (bzw. Teilprozesse) eines Menschen im ersten, dritten und vierten Lebensalter. Diese Aktivitäten sind als sich wiederholende Prozessketten zu verstehen. Mit der Bündelung von Teilprozessen in Prozesse soll eine Übersicht über die Vielzahl der Aktivitäten im Sozialraum gegeben werden. Die Prozesse setzen sich aus primären und sekundären Bedürfnissen zusammen. Unter dem Begriff Bedürfnis wird unter anderem ein physischer und psychischer Mangelzustand verstanden, der das Verlangen nach Essen, Trinken und Zuwendung etc. auslösen kann (vgl. Hobmair 2003:268). Die Befriedigung der primären Bedürfnisse dient dabei der Selbstund Arterhaltung, wohingegen die sekundären Bedürfnisse als erworbene Bedürfnisse bezeichnet werden. Beide Bedürfnisarten treten zusammen auf (vgl. ebd.:269). Im Rahmen der Prozessanalyse werden die Prozesse daher in Anlehnung an die von dem amerikanischen Vertreter der Humanistischen Psychologie Abraham H. Maslow entwickelte Bedürfnispyramide erstellt und anschließend in sogenannten Schlüsselprozessen klassifiziert. 4.1.1 Die Bedürfnispyramide nach Maslow Maslow war der Überzeugung, dass sich bei dem Menschen mit der Geburt zuerst die physiologischen Grundbedürfnisse entwickeln und auch im späteren Entwicklungsverlauf im CityNet - Bericht der Transferforschung 40 Vordergrund stehen. Die physiologischen Grundbedürfnisse können Hunger, Durst, Verlangen nach Schlaf und Wohnung beinhalten. Wenn die physiologischen Bedürfnisse unbefriedigt sind, können alle anderen Bedürfnisse aufhören oder in den Hintergrund gedrängt werden (vgl. Maslow 2008: 63). In den beispielhaften Tagesabläufen eines Menschen im ersten, dritten und vierten Lebensalter werden diese Bedürfnisse in Form von Teilprozessen wie z.B. schlafen, aufstehen, sich waschen und pflegen, frühstücken und sich bewegen berücksichtigt und den übergeordneten Prozessen „Gesundheit“, „Versorgung“ und „Mobilität“ zugeordnet. Sobald die physiologischen Bedürfnisse relativ gut befriedigt sind, taucht ein neues Bedürfnisensemble auf, das Maslow als Sicherheitsbedürfnisse katalogisiert (vgl. ebd.: 66). Die Sicherheitsbedürfnisse äußern sich beispielsweise durch den Wunsch nach Schutz, Geborgenheit und Stabilität. Bezogen auf die Beispieltagesabläufe wird mit diesem Bedürfnis beispielsweise der Haushalt bzw. das Wohnen verbunden, da das Wohnen dem Mensch einen Schutzund Rückzugsort bietet. Dieser Teilprozess wurde dem Prozess „Wohnen“ zugeordnet. Laut Maslow sind die Sicherheitsbedürfnisse bei einem gesunden und glücklichen Erwachsenen in unserer Kultur üblicherweise befriedigt. Im Vordergrund steht deshalb das Treffen von Freunden, Bekannten und der Familie. Der dazugehörige Prozess ist folglich der Prozess der „Sozialen Einbettung“. Unbefriedigt können die Bedürfnisse dagegen beispielsweise bei Kindern und psychisch kranken Erwachsenen sein, die nach Sicherheit streben und die Welt als bedrohlich wahrnehmen (vgl. ebd. 66f.). Wenn die physiologischen Bedürfnisse und die Sicherheitsbedürfnisse zufrieden gestellt sind, treten die Bedürfnisse nach Liebe, Zuneigung und Zugehörigkeit auf (vgl. ebd.: 70). Danach folgen die Wertschätzungsbedürfnisse, die sich insbesondere in dem Wunsch nach Anerkennung und Aufmerksamkeit äußern (vgl. ebd.: 72). Der Wunsch nach Selbstverwirklichung ist das hierarisch höchststehende Bedürfnis. Das aktuelle Güterund Dienstleistungsangebot kann Einfluss auf die Bedürfnisstruktur nehmen, da Bedürfnisse erst durch das Angebot von Produkten und Dienstleistungen entstehen und die Nachfrage entsprechend bedingen (vgl. Finis-Siegler 2009: 25). Da das Bedürfnis durch die Interaktion mit anderen Personen befriedigt wird, wird es ebenfalls dem Prozess „Soziale Einbettung“ zugeordnet. Gemeint ist das „Streben nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung sowie […] [die] Verwirklichung und Ausschöpfung seiner eigenen Möglichkeiten“ (vgl. Hobmaier 2003: 270). Darunter fallen Aktivitäten wie der Schulbesuch, die berufliche Aktivität und der Nutzen von kulturellen Angeboten. Alle Unternehmungen, die eine Selbstverwirklichung begünstigen oder ermöglichen, werden daher als Prozess „Arbeit und Aktivität“ und „Bildung und Kultur“ bezeichnet (vgl. Abbildung 31). Abbildu n an Hob m Die Pr o Bedürfn deshalb Sicherh e Aktivitä t kulturell e Abbildu n 1 „ G S “ n g 31: Schlü m air (2003) o zesse „Ges u istheorie v o in die e itsbedürfnis s t “ und „Bild u e Bedürfniss e n g 32: Lebe n 2. Sc h „Sozi a kultu r der A 1 . Schlüssel p „ Physiologisc h G rundund S icherheitsbe “ sselprozess e u ndheit“, „ V o n Maslow e Kategorie s e“ zusamm u ng und K u e der Ane r ke n n sprozesse d h lüsselproz e a le und r elle Bedürfn i nerkennung “ p rozess: h e dürfnisse CityNet - Be e in Anlehnu V ersorgung “ her die tief e bzw. in e n geführt. ltur“ werde n n nung“ zug e es Alltags ss: sse “ richt der Trans u ng an die B e “ , „Wohnen e r angeord n den Schl ü Die übrige n n der Kateg o e ordnet (vgl . Bedü r B e B I B P At m ferforschung e dürfnispyr a “ und „Mo n eten und h ö ü sselprozess n Prozesse „ S o rie bzw. d e . Abbildung r fnisse nach S e T ransze e dürfnisse nac Geltungsb e B edürfnisse na ntegration, K o Beziehung e B edürfnisse n a körperlich e Versorgung s P hysiologisch e Grundbe d m en, Trinken, N a mide nach M bilität“ ver k ö heren Bed ü „Physiolo g S oziale Einb e m Schlüsse l 32). e lbstverwirkli c n denz... h Anerkennu n e dürfnisse... c h Zuwendun o mmunikatio n e n, Familie... a ch Sicherhei t e Sicherheit s sicherheit... e (körperliche ) d ürfnisse N ahrung, Schl a M aslow in A n k örpern ge m ü rfnisse un d g ische Gru n b ettung“, „A r lprozess „S o c hung n g n g n , t ) af... 41 n lehnung m äß der d werden n dund r beit und o ziale und CityNet - Bericht der Transferforschung 48 fokussierte, nahm die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und für Fahrzeugsysteme und Produktion profitorientierte Organisationen aus den Feldern der mittelständischen Wirtschaftsund der Mobilitätswirtschaft in den Mittelpunkt der Betrachtung. Im Verlauf des Forschungsprozesses wurden durch eine quantitative Befragung von Profit und Non-Profit Organisationen in Nordrhein-Westfalen Ergebnisse zum Stellenwert der Netzwerkorganisation in den aktuellen Organisationsstrategienund konzepten generiert. Durch vertiefende qualitative Fallanalysen wurden Gelingensbedingungen und Unterstützungsbedarfe bei der Einbindung von Organisationen in eine Netzwerkkooperation aufgedeckt und modulartige Beratungsinstrumente induktiv abgeleitet. Zentrales Ergebnis der Befragung war, dass in den Fallstudien – mit Ausnahme einer automobilwirtschaftlichen Kooperation – keine systematische Analyse der Prozesse stattfand, die miteinander verbunden werden sollten. Eine systematische Prozessanalyse ist aber relevant, um: (1) zu erkennen, ob Prozesse gemeinsam von mehreren Organisationen erbracht oder parallel von einzelnen Organisationen erbracht werden; (2) zu erkennen, ob ein Teilprozess den anderen bedingt bzw. erst erbracht oder abgeschlossen werden kann, wenn der Vorgängerprozess beendet ist; (3) Zu definieren, welcher Hauptprozess aus den vernetzten Teilprozessen entstehen soll; (4) Verantwortungsbereiche für das Management der Teilprozessschnittstellen zu definieren und (5) Verantwortungsbereiche für die Diagnose von Schwachstellen festzulegen. Darüber hinaus kann eine Prozesskettenanalyse Auskunft über kulturelle, strategische, soziopsychologische, wirtschaftlich-finanzielle Barrieren sowie Barrieren im Informationsund Materialfluss geben. Vor diesem Hintergrund wurde das Management-Tool bzw. Beratungsinstrument „Netzwerklabor“ entwickelt und im Projekt CityNet im Rahmen der ersten Quartierswerkstatt praktisch erprobt. 5.1.1 Prozesskettenanalyseund Modellierung Für die Analyse, Abbildung und Modellierung von Teilprozessen einer Netzwerkkooperation wurde das Prozesslabor (vgl. Schmude 2010) zum Netzwerklabor weiter entwickelt. Dafür wurden Konzeptbausteine des Prozesslabors übernommen, das sich auch für die Modellierung und Simulation von interorganisatorischen (Teil-) Prozessen eignet. Die Modifikation war notwendig, weil das Prozesslabor ursprünglich auf die intraorganisatorische Prozessbetrachtung ausgerichtet ist. „Unternehmen die im Wettbewerb bestehen wollen, müssen ihre Geschäftsmodelle den veränderten Marktgegebenheiten anpassen. Die Business Simulation im Prozesslabor hilft dabei (…) komplexe Herausforderungen zu meistern. Das Prozesslabor ist ein von der betrieblichen Praxis getrennter Raum, in dem zeitlich begrenzt Geschäftsprozesse entwickelt und simuliert werden. Es ist damit eine risikofreie Umgebung, in der neue Lösungen nach einer strukturierten Methode durch ein Team aus Mitarbeitern, Führungskräften, Organisationsberatern und sonstigen beteiligten Personen erprobt und weiter entwickelt werden.“ (Schmude 2010: 28). Das Prozesslabor bietet Mitarbeiter/innen und Führungskräften somit gleichermaßen die Möglichkeit, primäre, sekundäre und innovative Geschäftsprozesse während der Arbeit in einem Prozesslabor ganzheitlich zu optimieren. Dabei können sowohl bestehende Prozesse als auch als auch Entwürfe betrachtet werden. Dadurch werden Umsetzungshindernisse, Reibungsverluste und Brüche im Prozessablauf schnell und zuverlässig identifiziert. CityNet - Bericht der Transferforschung 49 Der Modus des Prozesslabors sieht vor, einen linear verlaufenden Prozess zu simulieren, indem die Weitergabe von Teilleistungen begutachtet wird. Bei der Verknüpfung von Teilprozessen in einem interorganisatorischen Netzwerk jedoch sind neben diesen bilateralen Leistungsaustauschbeziehungen auch multilaterale, flexible und am jeweiligen Kooperationsgegenstand ausgerichtete Prozessketten zu berücksichtigen. Aus diesem Grund wurde der Baustein „Beobachtung von linearen Teilprozessverknüpfungen“ im Forschungsprojekt „ONE“ zur „Beobachtung von multilinearen Teilprozessverknüpfungen“ weiter entwickelt und der Name „Netzwerklabor“ vergeben. 5.1.2 Methodisches Vorgehen im Netzwerklabor Im Netzwerklabor gehen die Akteure der Frage nach, wie die Teilprozesscluster die Anschlussfähigkeit zu anderen Clustern sicherstellen können. Dafür wird der Netzwerkaufbau simuliert. Dies geschieht, indem kein „End to End Ablauf“ vorausgesetzt wird. Stattdessen wird durch einen kreisförmigen Aufbau der Teilprozesskettencluster, die Nachahmung verschiedener Netzkonfigurationen bzw. Verknüpfung der Teilprozesskettencluster ermöglicht. Ziel des Netzwerklabors besteht darin: (1) Verknüpfungsbedingungen von Teilprozessen aufzudecken; (2) Defizite im interund intraorganisatorischen Berichtsund Entscheidungswesen zu erkennen und (3) Schwachstellen innerhalb der Teilprozesse und Übergabepunkte zu bestimmen. Durch eine ganzheitliche Simulation und –modellierung sollten die Prozessebenen (i) Kultur, (ii) Strategie, (iii) sozio-psychologische Ebene, (iv) wirtschaftlich-finanzielle Ebene und (v) Informationsund Materialfluss berücksichtigt werden (vgl. Schmude 2010: 33). 5.1.3 Das Netzwerklabor im Rahmen der ersten Quartierswerkstatt am 09. Mai 2011 Elemente des Netzwerkinstruments „Netzwerklabor“ kamen in den in der in Kapitel 4.2 vorgestellten Quartierswerkstatt zur Anwendung, wodurch eine Netzwerkstrategie – die sich an den lokalen Gegebenheiten und abgeleiteten Prozessketten eines älteren Menschen im dritten und vierten Lebensalter orientiert – entwickelt wurde. Das Ziel der am 09. Mai 2011 in Mülheim an der Ruhr stattgefundenen ersten Quartierswerkstatt bestand darin, dass die Teilnehmer/innen zwei am Alltag eines älteren Menschen ausgerichtete Dienstleistungsketten im Bereich „Wohnen“ des Vernetzungsfelds I erörtern. Mithilfe des Netzwerkinstruments „Netzwerklabor“ sollten die Teilprozesse und Teilprozessebenen entlang der Prozesskette eines Menschen im dritten und vierten Lebensalter auf der Grundlage von Fallbeispielen simuliert und analysiert werden (vgl. dazu methodisches Vorgehen in Kap. 5.2.2). Dabei lag der Fokus unter anderem auch auf der Übernahme von Koordinationsaufgaben durch zentrale Akteure, die die Verknüpfung der verschiedenen Teilprozesse zu einer integrierten Prozesskette entlang der Bedürfnisse älterer Menschen im dritten und vierten Lebensalter übernehmen. Zu den beiden Dienstleistungsketten zählten: (1) die Rückkehr in die eigene Wohnung nach einem Krankenhausaufenthalt und (2) das Selbstversorgte Wohnen durch barrierefreie Gestaltung der Wohnung. Abbildung 36 zeigt die verschiedenen Stationen, die der ältere Mensch in der Dienstleistungskette vom Krankenhaus zurück in die eigene Wohnung durchläuft. Die Dienstleistungen sind in den Clustern „Krankenhaus“, „Wohnen“, „Gesundheit“ und „Versorgung“ zusammengefasst. Der Sozialdienst des Krankenhauses, die Wohnungsunternehmen, die Hausärzte und die Pflegestützpunkte nehmen in dieser Kette eine Schlüsselfunktion ein, weswegen sie eine CityNet - Bericht der Transferforschung 50 Koordinationsaufgabe der Dienstleistungen im Netzwerkverbund übernehmen können (vgl. Abbildung 37). Im Gegensatz zu der Teilprozessdarstellung im Netzwerklabor sind die Teilprozesse in der Dienstleistungskette nicht kreisförmig angeordnet, sondern vertikal aufgelistet und beliebig erweiterbar. Abbildung 36: Dienstleistungskette und potenzielle Koordinationsverantwortliche für die Rückkehr aus dem Krankenhaus in die eigene Wohnung „Entlassmanagement“ CityNet - Bericht der Transferforschung 51 Abbildung 37: Dienstleistungsnetzwerk in der Prozesskette vom Krankenhaus zurück in die eigene Wohnung Abbildung 38 zeigt die Dienstleistungskette des sozial eingebundenen und selbstbestimmten Wohnens in den eigenen vier Wänden, das bereits in der fernmündlichen Befragung von der Mehrheit der Befragten als besonders verbesserungswürdig bezeichnet wurde und in dem Bedarfsranking Platz 1 belegte. Im Verlauf der Quartierswerkstatt sollte geklärt werden, wie die für die einzelnen Dienstleistungen in der Kette zuständigen Akteure zusammenwirken können, damit ältere Menschen in Mülheim an der Ruhr möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben können. Für diese koordinierte und zielgerichtete Zusammenarbeit werden effektive und effiziente Netzwerke gebraucht (vgl. Abbildung 39). CityNet - Bericht der Transferforschung 52 Abbildung 38: Dienstleistungskette und Koordinationsverantwortliche für das selbstversorgte Wohnen Abbildung 39: Dienstleistungsnetzwerk in der Prozesskette selbstversorgtes Wohnen CityNet - Bericht der Transferforschung 53 5.2 Ablauf, Methodisches Vorgehen und Ergebnisse Die Quartierswerkstatt am 09. Mai 2011 bestätigte zunächst die Ergebnisse der fernmündlichen Befragung im Projekt CityNet, da die an der Quartierswerkstatt insgesamt 33 teilnehmenden Personen als Einstieg dazu befragt wurden, auf welche Unterstützungsfaktoren sie setzen und eine ähnliche Bedarfslage – wie in der fernmündlichen Befragung benannt - konstatierten. Bei der Auswahl der Unterstützungsfaktoren konnten die Teilnehmer/innen zischen folgenden Unterstützungsfaktoren wählen: • Familie • Freunde/Nachbarschaft • Altersgerechte Wohnung • Stationäre Einrichtungen • Professionelle Dienstleistungen • Unterstützung durch Ehrenamtliche. Auf die Frage: „Stellen Sie sich vor, Sie sind alt und brauchen Unterstützung. Auf welche Unterstützungsfaktoren setzen Sie?“ reagierten die Teilnehmer/innen mit folgender Rangfolge: (1) Professionelle Dienstleistungen (2) Altersgerechte Wohnung (3) Freunde/Nachbarschaft (4) Familie und Unterstützung durch Ehrenamtliche (5) Stationäre Einrichtungen Aufgrund der zunehmenden beruflichen und familiären Verpflichtungen - beispielsweise bei der Kinderziehung - seien Familien nicht mehr in der Lage, sich um die Versorgung ihrer pflegebedürftigen Angehörigen ausreichend zu kümmern. Ältere möchten jedoch laut Angaben der Teilnehmer/innen so lange wie möglich in der eigenen Wohnung leben. Um dies zu ermöglichen, werden in der Regel zuerst Freunde und die Nachbarschaft aktiviert, bevor die stationären Einrichtungen gewählt werden. Aus diesem Grund sei die Suche nach Alternativen im Umgang mit steigenden Anforderungen und begrenzten Ressourcen im Bereich der Seniorenund Altenarbeit notwendig. Die nachstehenden Kapitel geben einen Überblick über den Ablauf der Quartierswerkstatt (vgl. Tabelle 3), das methodische Vorgehen sowie die zentralen Ergebnisse. 5.2.1 Ablauf der Quartierwerkstatt Tabelle 3: Ablaufprogramm der Quartierswerkstatt 09.00 Uhr Stehkaffee 09.30 Uhr Begrüßung und Einführung • Ergebnisse der telefonischen Befragung • Vorstellung des Modells der Prozesskette 10.45 Uhr Pause 11.00 Uhr Arbeitsgruppen • Berichte aus der Praxis • Bearbeitung von Schwerpunktthemen 13.00 Uhr Mittagspause CityNet - Bericht der Transferforschung 54 13.30 Uhr Arbeitsgruppen • Vertiefung • Sammlung von Konsequenzen 16.00 Uhr Kaffeepause 16.15 Uhr Austausch im Plenum • Rückmeldungen aus den Arbeitsgruppen 17.00 Uhr Ende der Quartierswerkstat t 5.2.2 Methodisches Vorgehen in der Quartierswerkstatt am 09. Mai 2011 Um zu prüfen, welche Alternativen im Umgang mit steigenden Anforderungen und begrenzten Ressourcen im Bereich der Seniorenund Altenarbeit vorhanden sind und welche Möglichkeiten eines Netzwerkaufbaus in Mülheim an der Ruhr bestehen, wurde mit den beiden Arbeitsgemeinschaften (AG I „Entlassmanagement“ und AG 2 „selbstversorgtes Wohnen“) der beiden Dienstleistungsketten im Rahmen des Netzwerklabors in insgesamt 2 Modulen gearbeitet. Modul I (12.45 Uhr bis 14.00 Uhr) Ziel des ersten Moduls bestand darin, dass die Teilnehmer/innen die verschiedenen Teilprozesse der Dienstleistungsketten auf der Grundlage von Fallbeispielen simulieren. Im Rahmen des ersten Moduls fanden dazu folgende Arbeitsschritt statt: (1) Zuordnung der Akteure zu den Teilprozessen und Diskussion des Gegenstands der Dienstleistungskette; (2) Analyse der Kooperationsmöglichkeiten simuliert an Fallbeispielen und mithilfe folgender Fragestellungen im Rahmen des Netzwerklabors: a. An welchen Schnittstellen können wir zusammen wirken? b. Wie können wir inhaltlich zusammen wirken? c. Wer koordiniert was? Durch die Initiierung themenspezifischer Teilprozesse erhielten die Akteure der Arbeitsgemeinschaft Gelegenheit, mit Experten verschiedener Handlungsfelder zusammen zu arbeiten. Zu diesem Zweck tauschten sich zunächst die Experten aus einem Handlungsfeld über den Gegenstand der Teilprozesse aus. Die Fallbeispiele dienten dabei als praxisnaher Einstieg in die Simulation der Kooperationen. Modul II (14.00 Uhr bis 15.00 Uhr) In Modul II erhielten die Akteure Gelegenheit, verschiedene Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen den Teilprozessen herzustellen und die Anschlussmöglichkeiten an andere Themencluster zu prüfen. Dazu wurden sie aufgefordert, Koordinationsmaßnahmen für die Kooperationsmöglichkeiten zu bestimmen und zu dokumentieren. Besonderer Schwerpunkt wurde auf die Qualität der kooperativen Dienstleistung und die Zuständigkeiten gelegt. Die Maßnahmen wurden im Anschluss in eine Maßnahmenund Koordinationslandkarte2 übertragen, 2 Der Begriff Maßnahmenund Koordinationslandkarte wurde verwendet, da der ursprüngliche Begriff des im Forschungsprojekt modifizierten Instruments „Kompetenz-, Ressourcen und Informationslandkarte“ sich als nicht CityNet - Bericht der Transferforschung 55 wodurch sie für alle Teilnehmer/innen der Quartierswerkstatt nachvollziehbar und überprüfbar blieben. Fallbeispiele AG I erhielt ein Fallbeispiel (Frau Nilius), dass sich mit der Lebenssituation einer älteren Frau beschäftigte, die nach einem längeren Krankenhausaufenthalt entlassen wurde und wieder zurück in die eigene Wohnung kam. Aufgrund körperlicher Beschwerden und eines kleinen sozialen Netzwerks ist die Frau seitdem auf infrastrukturelle Versorgungsangebote angewiesen. In AG II wurde ein Fallbeispiel (Herr Schmidt) präsentiert, dass sich mit der Lebenssituation eines älteren Mannes beschäftigte, der nach dem Tod seiner Frau allein zu Hause lebt. Aufgrund abnehmender physischer und psychischer Kompetenzen ist auch bei ihm der Bedarf einer Inanspruchnahme infrastruktureller Versorgungsangebote gegeben. Die ehrenamtlich tätigen, lebensweltlichen Teilnehmer/inne sowie die Vertreter dienstleistungserbringender Organisationen beider Arbeitsgemeinschaften analysierten im Verlauf der Quartierswerkstatt, welche Dienstleistungen und Akteure benötigt werden, um die Rückkehr aus dem Krankenhaus in die eigene Wohnung und das selbstversorgte Wohnen zu ermöglichen. Gleichzeitig sollten Verknüpfungsmöglichkeiten der einzelnen Teilprozesse definiert werden. Die Ergebnisse werden nachstehend arbeitsgruppenbezogen ausgewertet. 5.2.3 Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaft I „Entlassmanagement“ An der Arbeitsgemeinschaft „Entlassmanagement“ nahmen Vertreter folgende Fachbereiche teil: • Evangelisches Krankenhaus • Mülheimer Wohnungsbaugesellschaften • Seniorenbeirat • Mobiler Pflegedienst • Seniorenhilfegruppen (z.B. zum Thema Demenz) • Sozialplanung der Stadt Mülheim an der Ruhr Die Teilnehmer/innen kamen im Rahmen der Analyse der Dienstleistungskette zu dem Schluss, dass zu Beginn der Rückführung eines älteren Menschen aus dem Krankenhaus in die eigene Wohnung vor allem ein Antrag auf Pflegestufe gestellt werden müsse. Auch die allgemeine Beratung und Informationsweitergabe von haushaltsnahen und unterstützenden Dienstleistungen sei wichtig, um ältere Menschen bei der Rückkehr aus dem Krankenhaus zielorientiert zu unterstützen. Zu den unterstützenden Angeboten zählen in diesem Zusammenhang unter anderem auch die Angebote der Seniorenberatung, des Pflegestützpunktes und des Seniorenbeirats. Auch Selbsthilfegruppen wird eine zentrale Rolle zu geschrieben. Alltägliche Maßnahmen – wie beispielsweise das Einkaufen und Kochen – können von Mahlzeitendiensten und Einkaufshilfen, bzw. den Alltagshilfsdiensten in Form des Concierge-Dienstes verschiedener zielführend erwies und es primär um die Generierung von Koordinationsmechanismen für eine Netzwerkkooperation in der Sozialwirtschaft ging. Ziel der Kompetenz-, Ressourcenund Informationslandkarte besteht in der Identifikation von Ressourcen, Kompetenzen und Informationen sowie bestehender Kontakte zwischen Netzwerkpartnern sowie der Darstellung in einer Landkarte. Daraus werden Handlungsoptionen für die interne und externe Kooperation lösungsorientiert abgeleitet. Die Kompetenz-, Ressourcenund Informationslandkarte gehört ebenfalls zu einem Instrument, das modulartig aus den Befragungsergebnissen des Projekts ONE bedarfsorientiert abgeleitet wurde. CityNet - Bericht der Transferforschung 56 Wohnungsbaugesellschaften bereitgestellt werden. Die benötigten Pflegeleistunden und die ärztliche Betreuung sollen nach Meinung der Teilnehmer/innen auch weiterhin von den ambulanten Pflegediensten und Hausärzten übernommen werden. Damit der ältere Mensch in den eigenen vier Wänden alt werden kann, wird eine Wohnraumanpassung angeregt, die von den technischen Diensten der Wohnungsunternehmen umgesetzt werden können. Zur Sicherheit der Betroffenen wird auch eine Installation eines Hausnotrufs empfohlen. Als weiterer Unterstützungsfaktor wurde ein Seniorenwegweiser genannt sowie eine Bürgeranlaufstelle, die Beratung anbietet und den Übergangsprozess zwischen Krankenhaus und eigener Wohnung übernimmt. Sanitätshäuser stellen Hilfsmittel bereit, die Bereitstellung wird in diesem Kontext vom Krankenhaus-Sozialdienst und Pflegedienst übernommen und auf Qualität hin überprüft. Beide Institutionen sind nach Meinung der Befragten auch für die Schulung der Angehörigen und das Case-Management zuständig. Identifikation sieben zentraler Akteure In der Schlussbetrachtung der auf den fiktiven Fall bezogenen Dienstleistungen wurden von den Teilnehmer/innen sieben zentrale Akteure benannt, die in der Prozesskette „Rückkehr des älteren Menschen aus dem Krankenhaus in die eigene Wohnung“ eine zentrale Rolle spielen. Dazu gehören nach Meinung der Befragten: (1) Krankenhaus-Sozialdienst (2) Pflegedienst (3) Arzt (4) Wohnungsunternehmen (5) Gesundheitsamt, soziale Dienste der Kommune (6) Krankenkasse / Pflegeberater (7) „Kümmerer“, Selbsthilfegruppen, Sozialverbände. In Hinblick auf die Fragestellung: „Welche Kooperationspunkte müssen zwischen den sieben zentralen Akteuren geklärt werden?“ benannten die Akteure drei thematische Schwerpunktcluster, die in Kleingruppen bearbeitet wurden. In der anschließenden Diskussion wurde geklärt, welche Qualität die Themenschwerpunkte erreichen sollen, welche Maßnahmen dafür notwendig sind, wer welche Aufgaben übernimmt und wie die Kooperation unter den Partnern zu gestalten ist: (1) INFORMATION UND TRANSPARENZ Die Teilnehmer/innen erachteten es als notwendig, dass in Mülheim an der Ruhr gezielt Informationen gestreut werden, die die Hemmschwelle für die Inanspruchnahme von Hilfeleistungen reduzieren. Der in der Stadt Mühlheim bereits existierende „Seniorenwegweiser3“ soll nach Meinung der Akteure zu diesem Zweck umstrukturiert werden, indem eine lebensweltbezogene Auflistung wichtiger Anlaufund Informationsstellen erfolgt. Dies könne realisiert werden, in dem die Dienstleistungsangebote mit Fallbeispielen unterlegt werden, wie es bei der Quartierswerkstatt exemplarisch am Beispiel Frau Nilius praktiziert wurde. Darüber hinaus sei es sinnvoll, Schlüsselpersonen, Türöffner, Bürgerlotsen, Fachkräfte und wichtige Strategen aufzulisten, damit ältere Menschen einen Zugang zu ihnen finden und sich mit 3 Bei dem Seniorenwegweiser handelt es sich um eine kostenlose Informationsbroschüre, die über Maßnahmen und Angebote der Mülheimer Seniorenund Altenhilfe informiert (http://www.muelheim-ruhr.de/cms/senioren1.html, Zugriff 11.11.11 13:52Uhr). CityNet - Bericht der Transferforschung 57 dem bestehenden Dienstleistungsangebot besser identifizieren können. Durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Beratungsleistungen könne die Kommunikation des Dienstleistungsangebots auch bereichsübergreifend erfolgen. Beim Ausbau eines transparenten Altenhilfesystems wurde vor allem die angestrebte Qualität der entsprechenden Informationen und die Realisierung der Qualität durch Zuständigkeiten und Handlungsmaßnahmen als besonders wichtig erachtet. (2) AUSTAUSCH ZWISCHEN DEM KRANKENHAUS UND DEM PFLEGEDIENST In Mülheim an der Ruhr wurde in der Vergangenheit bereits ein Pflegenetz in einem Krankenhaus initiiert, das sich mit der Versorgung älterer Menschen beschäftigt. In dem Pflegenetz engagieren sich Vertreter des Krankenhauses und der ambulanten und stationären Pflege, indem sie Strategien entwickeln, wie der Austausch zwischen dem Krankenhaus und der ambulanten/stationären Pflege optimiert werden kann. Auch in der Zukunft dient das Pflegenetz laut Angaben der Teilnehmer/innen als Arbeitsplattform zur Entwicklung und Organisation einer Überleitungsund Kommunikationsstrategie, damit ältere Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt zurück in den Alltag finden. Zu diesem Zweck wurde in der Vergangenheit bereits ein „Überleitungsbogen“ entwickelt und implementiert, der den Kontakt zwischen dem Krankenhaus und dem ambulanten Pflegedienst verbessern soll. Zu prüfen ist jedoch laut Angaben der Beteiligten, ob der Überleitungsbogen genutzt wird und ob die Kommunikation zwischen Krankenhaus und ambulanter Pflege bereits verbessert werden konnte. Für die Zukunft sei der Ausbau des bereits existenten Pflegenetzwerks daher geplant. (3) ROLLE DER WOHNUNGSUNTERNEHMEN IM CASE-MANAGEMENT Die Teilnehmer/innen waren der Meinung, dass die Wohnungsunternehmen den Anteil barrierefreier Wohnungen erhöhen müssen. Zu diesem Zweck sei es empfehlenswert, entsprechende Umbauten in den Beständen vorzunehmen. Gleichzeitig könne die soziale Unterstützung älterer Menschen durch feste Ansprechpartner in den Wohnungsunternehmen gewährleistet werden. Diese Aufgabe könne von einem „Kümmerer bzw. Quartiershausmeister“ wahrgenommen werden, der mit verschiedenen sozialen Diensten kooperiert und die Fälle passgenau weiter vermittelt. Damit die Hilfeleistung an Akzeptanz gewinnt, sei es notwendig, sie durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit bekannt zu machen. Handlungsmaßnahmen Die Teilnehmer/innen erarbeiteten unter Berücksichtigung ihrer in der Quartierswerkstatt entwickelten Themenschwerpunkte weitere Handlungsmaßnahmen für den Ausbau bestehender Netzwerke und vereinbarten personelle Koordinationsverantwortlichkeiten, die unter den Teilnehmer/innen der Arbeitsgemeinschaft aufgeteilt wurden. Zu den Handlungsmaßen zählen: • Ausbau der Personalstruktur der Seniorenberatung; • Informationsweiterleitung der in der Quartierswerkstatt gewonnen Erkenntnisse an das Pflegenetz und private Anbieter; • Entwicklung eines Konzepts zum Einbezug der in der Quartierswerkstatt zentralen sieben Akteure; • Sammlung und Identifikation einer detaillierten Angebotsübersicht der Wohnungsunternehmen und • Anpassung des Seniorenwegweisers. CityNet - Bericht der Transferforschung 64 kontinuierliche Pflege der Homepage sei primär Aufgabe der Stadt Mülheim. Die verschiedenen Dienstleister Mülheims seien aber verantwortlich, die Stadt Mülheim bei der Gestaltung der Homepage zu unterstützen und zuzuarbeiten. Die Tischgäste waren der Auffassung, dass die an der Quartierswerkstatt beteiligten Teilnehmer/innen sich in einem regelmäßigen Turnus (alle 6 Monate) treffen sollten, um an den entwickelten Ideen weiter zu arbeiten. Da während der Quartierswerkstatt neue Kontakte geknüpft und Projekte vorgestellt wurden, sei die Netzwerkarbeit effektiv gewesen. Der Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit wurde angeregt, um die Programme und Projekte publiker zu machen. Verschiedene Einrichtungen könnten darüber hinaus möglicherweise auch Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, wenn diese für weitere Treffen und Veranstaltungen gebraucht werden. 6.3.2 Freie Zeit Die Teilnehmer/innen des Thementischs „Freie Zeit“ gaben an, dass sich Ältere in Sportvereinen – bspw. als Jugendwart - engagieren können. Eine weitere Überlegung beinhaltete die Nutzung deines ortsansässigen Jugendzentrums. Hier könne ein Austausch zwischen Alt und Jung stattfinden, von dem insbesondere ausländische Jugendliche profitieren, da sie nach Meinung der Befragten des Öfteren keinen Bezug zu Älteren haben. Dies sei damit zu begründen, dass die eigenen Großeltern oftmals in den Herkunftsländern geblieben seien. Auch bereits bestehende Projekte in der Stadt seien geeignet, um Erfahrungen und Kompetenzen von Älteren an Jüngere weiter zu geben. Die Gruppe „Freie Zeit“ kam daher zum Schluss, dass Verbindungspunkte von Jüngeren zu Älteren und von Älteren zu Jüngeren gefunden werden müssen, um ein tragfähiges Netzwerk zwischen den Generationen herstellen zu können. Dazu zählen beispielsweise verschiedene Spielaktionen (z.B. Lesen, Kegeln), Spielplätze für Jung und Alt, gemeinsame Ausflüge, Gartenarbeit, Kochen, Backen und Handarbeiten. Bei der Weitergabe von Kompetenzen zwischen Jung und Alt wurde insbesondere die Bedienung von neuen Geräten genannt. Auch Werte wie Fröhlichkeit und Herzlichkeit sowie die interkulturelle Mischung von Jüngeren können nach Meinung der Teilnehmer/innen ein Beitrag zur Förderung eines Beziehungsnetzes zwischen den Generationen sein. Zur Frage, welches Wissen Jüngere an ältere Bürger/innen in Ihrer „Freien Zeit“ weitergeben können, wurden vor allem Kompetenzen im Umgang mit Computern und sonstiger Technik etc. genannt, wie es bereits beim Thementisch „Kultur“ der Fall war. Die Kompetenzen können die Jugendlichen in Form eines Computerkurses an Ältere vermitteln. Für die Organisation des noch brach liegenden Wissens älterer Menschen und dessen Entdeckung und Vermittlung schlugen die Teilnehmer/innen vor, die Arbeiten des Centrums für Bürgerschaftliches Engagement (CBE) vermehrt in die Öffentlichkeit zu stellen. Diese würden bereits das Wissen von Älteren organisieren, indem sie Projekte mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten anbieten. Auch die Akquisition älterer Bürger/innen Mülheims stelle eine Möglichkeit zur Gewinnung von Älteren für ehrenamtliche Tätigkeiten dar. Dies könne realisiert werden, indem beispielsweise Sportund Freizeitvereine gezielt aufgesucht werden. Das Instrument der „aktivierenden Befragung“ könne zur Akquisition Älterer genutzt werden. Hier führen die Teilnehmer/innen an, dass die Akquisition möglicherweise durch den Einsatz von Schüler/innen aus 11. Klassen realisierbar wäre. Des Weiteren sei ein „Rentner-Begrüßungspaket“ vorstellbar, welches „NeuRentner“ nach ca. sechs Monaten erhalten. Inhalt des Pakets könnten diverse Infomaterialien sein, die das Interesse Älterer zur Weitergabe ihres Wissens und der Fähigkeiten ermuntern. Die Älteren CityNet - Bericht der Transferforschung 65 könnten darüber hinaus zu einer Bürgerversammlung eingeladen werden, um die Ressourcen der Interessierten währenddessen gezielt zu ermitteln. Der Austausch zwischen den Generationen könne auch an Schulen praktiziert werden und beispielsweise im Lehrplan fest verankert werden. Gestaltet werden könne dies durch eine Arbeitsgemeinschaft im Nachmittagsbereich unter der Beteiligung von Trägern der Jugendhilfe. Eine zusätzliche Möglichkeit stelle die persönliche Ansprache durch Institutionen und bekannte Schlüsselakteuren, wie beispielsweise Ärzte dar. Diese könnten ältere Bürger/innen - die sich ehrenamtlich engagieren wollen -an geeignete Institutionen vermitteln. Zuletzt wurden noch die Möglichkeit eines Gewinnspiels und der Besuch der Seniorenmesse von den Teilnehmer/innen benannt. Als Motivation zur Teilnahme hielten es die Teilnehmer für denkbar, dass Preise unter den Teilnehmer/innen verlost werden. Die Nutzung der Seniorenmesse zur Gewinnung Älterer wäre auch mittels eines speziellen Stands denkbar, der die Themenschwerpunkte „Ehrenamt“ und „Kompetenzen Älterer“ gezielt fokussiert und in die Öffentlichkeit transferiert. Die Teilnehmer/innen der Gruppe „Freie Zeit“ kamen zu dem Schluss, einen zentralen Ort zu schaffen, der es ermöglicht einen Überblick über die vorhandenen Fähigkeiten von älteren Menschen zu erhalten. Hierfür wäre insbesondere ein Supervisor geeignet, der die Vermittlung von älteren Bürger/innen an entsprechende Stellen übernimmt. Zu beachten sei jedoch eine flexible Zugangsmöglichkeit durch eine mobile Ausrichtung der Vermittlungsarbeit. Gleichzeitig sei es notwendig, die Bedürfnisse vor Ort nicht aus dem Blick zu verlieren, da jeder Stadtteil ein eigenes Profil und seine eigene Sozialstruktur habe. Deshalb plädierten die Teilnehmer/innen weiterhin für die Aufteilung der Vermittlungsstelle in eine zentrale und dezentrale Stelle im Stadtteil. Zur Frage wer zur Realisierung der aufgestellten Maßnahmen einen Beitrag leisten kann, wurden unter anderem das Servicebüro, das an die Sozialplanung der Stadt Mülheim angegliederte „Netzwerk der Generationen“6 und verschiedene Beratungssprechstunden in Mülheim an der Ruhr genannt. Die Teilnehmer/innen waren sich einig, dass eine flächendeckende Installation des Netzwerks der Generationen aufgrund seiner zielorientierten Arbeit in allen Stadtteilen Mühlheims empfehlenswert sei 6 Die Stadt Mülheim an der Ruhr hat Ende 2008 in verschiedenen Stadtteilen Mülheims unter dem Namen „Netzwerk der Generationen“ Arbeitsgemeinschaften eingerichtet, in der Bürger/innen, private und soziale Dienstleister und Anbieter an der Umsetzung verschiedener Ideen arbeiten (vgl. http://www.muelheimruhr.de/cms/netzwerk_der_generationen2.html, Zugriff am 09.11.2011, 16:14). CityNet - Bericht der Transferforschung 66 Maßnahmenkatalog der Tischgruppe „Freie Zeit“ Die Teilnehmer/innen waren an der Umsetzung der einzelnen Ideen interessiert und vereinbarten Zuständigkeiten. Zu den Maßnahmen zählten unter anderem die Fortentwicklung des Themas „Bürgerlotsen“, der Ausbau weiterer generationsübergreifender Projekte an Schulen und Kindergärten, die Durchführung einer aktivierenden Befragung in Stadtteilen und an Schulen, die Akquisition weiterer ehrenamtlicher Bürger/innen die kurz vorm Ruhestand stehen und die Kooperation mit Unternehmen. Darüber hinaus wurde vereinbart, die Beratung von Bürger/innen über die Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements auszubauen sowie die Implementierung des Begrüßungspakets für „Neu-Rentner“ zu forcieren. 6.3.3 Beziehungsaufbau und Beziehungspflege Laut Angaben der Teilnehmer/innen geben Ältere insbesondere ihre Lebenserfahrungen und Werte wie beispielsweise Gelassenheit, Geduld sowie Verbindlichkeit in das Themenfeld „Beziehungsaufbau und Beziehungspflege“ ein. Jüngere hingegen zeichnen sich durch ihre Aufgeschlossenheit und Flexibilität aus, welche die Beziehungen zwischen den Generationen ebenfalls positiv beeinflussen kann. Das brach liegende Wissen älterer Menschen kann gemäß den Angaben der Teilnehmer/innen insbesondere durch die persönliche Ansprache entdeckt werden. Zielführend sei es, die am Ehrenamt Interessierten miteinander in Kontakt zu bringen, um eine Vernetzung zu bewirken. Zur Realisierung der Ideen sei es empfehlenswert, eventuell vorhandene Konkurrenzen zwischen Institutionen etc. abzubauen, um neue Quellen für die Ehrenamtssuche ausfindig machen zu können. Auch Firmen - die den Kontakt zwischen baldigen Ruheständlern und der Akquisitionsstelle herstellen wollen – seien an dem Wissenstransfer im Bereich Beziehungsaufbau und Beziehungspflege zu beteiligen. Maßnahmenkatalog der Tischgruppe „Beziehungsaufbau und Beziehungspflege“ Die Arbeitsgruppe war sich einig, die während der Quartierswerkstatt entwickelten Ideen und Vorschläge durch Maßnahmen auf den Weg zu bringen, in denen beispielsweise ein Seniorenund Pflegedienst den Kontakt zum Integrationsdienst verschiedener Wohlfahrtsverbände herstellt. Auf diese Weise sei es möglich, neue Möglichkeiten zur Akquisition auszuschöpfen und Beziehungsaufbau bzw. Beziehungspflege zu betreiben. Gleichzeitig sei es notwendig, verschiedene Gesundheitsmediatoren7 mit einzubeziehen oder multikulturelle Familienvereine. Eine weitere Maßnahme sei darüber hinaus, die besprochene Thematik in die eigenen Institutionen einzubringen und die Fragestellung - wie der Austausch zwischen Jung und Alt gefördert werden kann – vor Ort zu klären. Im weiteren Verlauf wurden zusätzliche Maßnahmen benannt, bei denen jedoch die Zuständigkeit durch einen Verantwortlichen ungeklärt blieb. Die Teilnehmer/innen der Gruppe „Beziehungsaufbau und Beziehungspflege“ hielten fest, dass es eine zentrale Anlaufstelle für Projekte und Institutionen geben solle, die interessierte Ehrenamtliche an diese weiter vermittelt. Auch solle es in naher Zukunft einen Übersichtsplan geben, der über die gesamten Angebote von 7 Die Aufgabe von Gesundheitsmediatoren besteht in der Vermittlung von Diensten der Gesundheitsförderung, zu denen Bürger/innen sonst keinen einfachen Zugang finden. Die Zielgruppen sind generationsübergreifend. Die Dienste reichen von Diensten der freien Wohlfahrtspflege bis hin zu den Krankenhäusern der Stadt. CityNet - Bericht der Transferforschung 67 Mülheim an der Ruhr informiert. Für die Zielerreichung sei es zudem wichtig, Institutionen und Bürger/innen durch ein Netzwerk miteinander in Kontakt zu bringen. Durch diese Herangehensweise können Projekte entstehen, die von Bürger/innen und Institutionen gleichermaßen umgesetzt werden. Diese Art der Zusammenarbeit könne auch auf der politischen Ebene erfolgen, indem der Jugendstadtrat beispielsweise mit dem Seniorenstadtrat kooperiert. Als letzte Maßnahme nannten die Teilnehmer/innen die Schaffung und Gestaltung von Begegnungsorten für Jung und Alt. 6.3.4 Stadtteilgeschichte und Stadtteilleben Die Teilnehmer/innen nannten unter anderem bereits bestehende Projekte in Mülheim an der Ruhr, in denen Ältere beispielsweise an Schulen gehen und den Kindern Geschichten erzählen. Anschließend hätten die Schüler die Möglichkeit die Älteren zu interviewen, um einen Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen im Stadtteil zu erreichen. Auch Medienfilmprojekte seien bisher erfolgreich gewesen, da in den Filmen über ältere Menschen berichtet wird, indem diese ihr Wissen über den Stadtteil und Gebäude mitteilten. Zusätzlich wurde der Vorschlag unterbereitet, das Thema „Rechtsradikalismus“ und Widerstandsgeschichten einzubringen, um die Bedeutung der Demokratie für Jüngere deutlich zu machen. Auch Jugendheime würden mit Senioren zusammenarbeiten. Ein Resultat seien die vorhandenen Workshops in der Stadt, in denen unter anderem auch ein kultureller Austausch zwischen Älteren und Jugendlichen mit Migrationshintergrund stattfindet. Dabei einigen sich die Teilnehmer/innen darauf, dass der Spaßfaktor für beide Gruppen (Jung und Alt) das verbindende Glied zwischen den Generationen sei. Allerdings sei auch die Anerkennung der erbrachten ehrenamtlichen Leistungen und die gegenseitige Wertschätzung ein entscheidender Faktor, damit der Wissenstransfer gelingt. Deshalb müsse es einen „Kümmerer“ bzw. eine Vertrauensperson geben, die sich um die Belange des bürgerschaftlichen Engagements kümmert und diese fördert. Es wurde jedoch auch festgehalten, dass ein Einbezug von Jugendlichen eher schwierig sei, da die Bindung zum Stadtteil fraglich wäre. Durch den Wegfall von Jugendzentren sei es beispielsweise schwer, Jugendliche zu erreichen. Weitere Institutionen und Tätigkeitsfelder, in denen sich Ältere in Bezug auf die Stadtteilgeschichte und das Stadtteilleben engagieren können, seien beispielsweise die kirchliche Gemeinden, die Ladenkirche, Vereine, Lesepatenschaften und Bildungspatenschaften. Generell waren sich die Teilnehmer/innen einig, dass die Weitergabe von Wissen die Identität mit dem Stadtteil erhöhe. Eine Stadtteilbegehung könne die Identifikation mit dem Stadtteil ebenfalls begünstigen, zumal diese Aktion mit verschiedenen Arbeitskreisen verbunden werden könne. Der Besuch von verschiedenen Institutionen hätte gleichzeitig den Effekt, die Bürger/innen über bestehende Angebote in Mülheim an der Ruhr zu informieren. Zum einen wäre das CBE als Vermittler für die Wissensweitergabe geeignet und zum anderen würden die Kirchen, Kindergärten, Vereine, Schulen, Altentagesstätten, Altenvereine ebenfalls von dem Wissen Älterer profitieren. Darüber hinaus seien weitere Institutionen, wie die Stadtplanung, die Mülheimer Verkehrsbetriebe, die Bezirksvertretungen, die Stadtteilfeste, die Werbegemeinschaften, die Nachbarschaftsvereine, die Wohnungswirtschaft und der Streichelzoo geeignet, um Kompetenzen von Älteren einzubringen. Die Teilnehmer/innen kamen zu dem Schluss, das noch brach liegende Wissen älterer Menschen zunächst durch die Erhebung von Bedürfnissen (durch eine Abfrage mittels eines Fragebogens) zu ermitteln. So können nach Meinung der Akteure gleichzeitig eventuelle bestehende Hürden bei Senioren - sich aktiv einzubringen - abgebaut und parallel eine Rekrutierung gestartet werden. Die Rekrutierung erfordere allerdings einen zentralen Ansprechpartner, der die Übersicht über diesen CityNet - Bericht der Transferforschung 68 Informationspool behält und den Informationsfluss zwischen den Institutionen garantiert. Auch die Ansprache von Vereinen sei eine denkbare Option Ältere für die ehrenamtliche Weitergabe Ihres Wissens im Themenfeld Stadtteilgeschichte und Stadtteilleben zu gewinnen. Die Realisierung des Vorhabens sahen die Teilnehmer/innen der Gruppe „Stadtteilgeschichte und Stadtteilleben“ in der Zusammenarbeit mit dem CBE, da der CBE über vielfältige Kontakte verfügt. Auf diese Weise könne auch der Fragebogen - der zur Ermittlung der Bedürfnisse genutzt wird – an die entsprechenden Stellen weiter geleitet werden. Um das Wissen und die Fähigkeiten älterer Menschen zu entdecken und an interessierte Institutionen zu vermitteln, wurden von den Akteuren folgende Vorschläge angeregt: • Es sollen kleinräumige Treffen geschaffen werden, um Potenziale von Älteren zu entdecken; • Die Institutionen müssen Strukturen haben, in denen das Ehrenamt integriert werden kann; • Es müsse eine Aufwertung des Ehrenamts durch eine Zertifizierung geben. Dadurch sei auch ein Anreiz für Jugendliche denkbar; • Durch eine öffentliche Ehrung von Ehrenamtlichen könne die Aufwertung zusätzlich erhöht werden, zudem versprachen sich die Akteure durch die Maßnahme eine positive Ausstrahlung in das Quartier; • Die Einbeziehung Älterer in Schulen sei vorteilhaft, da die Senioren die Freizeitgestaltung mit organisieren und gestalten können und • Der Aufbau und die Pflege einer Datenbank müsse durch eine Person koordiniert werden. Laut Angaben der Teilnehmer/innen stellt die hohe Fluktuation von Bürger/innen im Stadtgebiet jedoch eine Hürde dar, da zum einen die Erhebung von Bedürfnissen und zum anderen die Bindung an den Stadtteil erschwert werde. Weiterhin stellten die Teilnehmer/innen heraus, dass die Organisation in einem Netzwerk unabdingbare Voraussetzung sei, damit die Arbeit zielführend verläuft. Ohne eine klar erkennbare Struktur sei ein Konkurrenzkampf der Ehrenamtlichen untereinander wahrscheinlich. Die Trägerverbundenheit müsse deshalb aufgebrochen werden, damit eine institutionsübergreifende Zusammenarbeit möglich werden kann. Um dem Konkurrenzkampf entgegen zu wirken sei es wichtig, dass jede Institution den Informationsfluss fördere, eine Absprache mit den am Ehrenamt Interessierten trifft und Informationen über das Ehrenamt in der eigenen Institution rückkoppelt. Um die Bereitschaft und die Motivation zum Ehrenamt zu fördern, sei es zudem notwendig, einer Vereinnahmung der Ehrenamtlichen entgegen zu wirken. Maßnahmen der Tischgruppe „Stadtteilgeschichte und Stadtteilleben“ Die Teilnehmer/innen erklärten sich bereit, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die die Bedarfe und Kompetenzen von potenziellen Ehrenamtlichen ermittelt. Gleichzeitig sei die Arbeitsgruppe dafür zuständig, die Akteure zusammen zuführen. Auch für die Einführung einer Wertschätzungskultur gegenüber dem Ehrenamt wollten sich die Teilnehmer/innen einsetzen. 6.3.5 Familie und Familieninfrastruktur Zur Frage nach Kompetenzen älterer Bürger/innen im Themenfeld Familie und Familieninfrastruktur wurden vorwiegend lebenspraktische Aspekte genannt, die aus der Lebenserfahrung der Älteren resultieren. So hätten Ältere beispielsweise gelernt, problematische Lebensphasen zu meistern. Darüber hinaus verfügen sie nach Meinung der Teilnehmer/innen des Thementischs „Familie und Familieninfrastruktur“ über Erfahrung in der Lebensorganisation und CityNet - Bericht der Transferforschung 69 beim Beziehungsaufbau. Sie haben sowohl schulisches Wissen als auch ein hohes Maß an beruflicher Erfahrung, welches sie gezielt weitergeben können. Die Teilnehmer waren der Meinung, dass auch Jüngere im Themenfeld Familie und Familieninfrastruktur über Wissen verfügen, das sie an ältere Bürger/innen weitergeben können. So sei es beispielsweise eine Fähigkeit Jüngerer, Dinge in Frage zu stellen. Darüber hinaus verfügen Jüngere in der Regel über ein größeres soziales Netzwerk. Bezogen auf ihre allgemeinen Kompetenzen falle ihnen besonders der Umgang mit moderner Technik leicht. In einem nächsten Schritt wurde thematisiert, in welchen Projekten oder Institutionen Wissen und Fähigkeiten von älteren Menschen bereits einbezogen werden und welche Institutionen in Mülheim an der Ruhr dieses Wissen gebrauchen können. Hier wurden eine Vielzahl von bereits existierenden Projekmaßnahmen und Institutionen in der Stadt benannt, zu denen nach Meinung der Befragten unter anderem Kindergärten, Ausbildungsinstitute, Religionsgemeinschaften, Arbeitslosenzentren und Wohlfahrtsverbände etc. zählen. Auf die Frage, wie es organisiert werden kann, das brach liegende Wissen älterer Menschen in Mülheim zu entdecken und zu vermitteln, gab es von den Diskussionsteilnehmern konkrete Vorschläge: Es gehe vor allem darum Lernund Kontaktanlässe zu schaffen, für die auch Orte und Räume zur Verfügung stehen. So wurde beispielsweise angeregt, (Nachbarschafts-)Treffpunkte im öffentlichen Raum zu schaffen, die generationsübergreifend gestaltet werden. In diesem Zusammenhang nannten die Teilnehmer unter anderem Spielplätze, die von Alt und Jung genutzt werden. Als institutionelle Anlaufpunkte wurden darüber hinaus Familienund Jugendzentren, das Centrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE), die Kirchengemeinden und die Sportvereine genannt. Als mögliche Organisatoren oder Gestalter für die Umsetzung der Ideen wurden die Kommune, das Netzwerk der Generationen, verschiedene Stadtteilkoordinatoren, die Kirchen, politische Institutionen, Unternehmen oder ehrenamtliches Engagement aufgezählt. Auf die Frage, was in Mülheim an der Ruhr getan werden kann, um das Wissen und die Fähigkeiten von älteren Menschen zu entdecken und an interessierte Institutionen weiterzugeben, wurden von den Teilnehmer/innen des Thementisches „Familie und Familieninfrastruktur“ allgemeine Vorschläge gemacht; so entstand beispielsweise die Idee, dass Reisen ein geeignetes Mittel darstellen, um andere Kulturen kennen zu lernen. Es herrschte ein Fokus auf der Begegnung von alten und jungen Menschen. Begegnung könne durch Stadtteilfeste, gemeinsame Bildungsangebote oder vorhandenen Angebote in Einrichtungen (z.B. Jugendzentren) geschehen. 6.3.6 Bildung Ähnlich wie beim Thementisch „Kultur“ definierte die Gruppe „Bildung“ zunächst den Begriff ihres Themenfelds. Hier einigen sich die Teilnehmer/innen auf die Definition „Bildung als Lebenserfahrung“. Weiterhin stellen die Teilnehmer/innen fest, dass Ältere über einen hohen Kulturstatus verfügen, so dass ihre kulturellen Kompetenzen ins das Themenfeld „Bildung“ integriert werden sollten. Bildung erfolge vornehmlich über die Familie, was jedoch nicht ausschließe, dass Bildung auch über das Ehrenamt vermittelt werden könne. In Mülheim an der Ruhr sei es jedoch schwierig sich ehrenamtlich im Themenfeld Bildung zu engagieren, da oftmals erst aufgrund von konkreten Nachfragen Angebote geschaffen werden. Schlussfolgernd stellten die Teilnehmer/innen fest, dass potenziell am Ehrenamt Interessierte angesprochen und gezielt zusammen geführt werden müssen. Hierbei könne die Schule als zentrale Anlaufstelle fungieren. Auf die Frage, über welche Kompetenzen Jüngere verfügen, wurde vor allem die Unbekümmertheit von Jüngeren genannt. Bei Älteren sei eher die Angst vor dem Älterwerden CityNet - Bericht der Transferforschung 70 bezeichnend. Die leitende Fragestellung im Themenfeld Bildung sei jedoch, ob es unserer Gesellschaft gelingt eine moderne Großfamilie zu werden, indem viele verschiedene Menschen zum Wohl des Einzelnen das klassische Familienmodell durch ihre Kompetenzen gezielt ersetzen. Dies sei wichtig, da ein Großteil der Bildung über die Familie vermittelt werde, die klassische Großfamilie jedoch nicht mehr existiere. Ein weiterer Vorteil von Bildung wurde von den Teilnehmer/innen mit „Bildung schafft Integration“ umschrieben. Beispielhaft nannten die Teilnehmer/innen verschiedene Projekte in Mülheim an der Ruhr, die auf diese Wirkung bereits abzielen. Genannt wurden unter anderem Projekte des CBE, die Generationenwerkstatt und das Netzwerk der Generationen. Im weiteren Verlauf erhoben die Teilnehmer/innen weitere mögliche Stellen bei denen das Wissen von Älteren und Jüngeren gebraucht wird. Insbesondere der Jugendstadtrat und die Stadtteilkonferenz können das Wissen nach Meinung der Befragten verwenden. Auch Medienhäuser und die verschiedenen Verbände können von einem Wissenstransfer profitieren. Zur Weitervermittlung und Organisation des Wissens werden jedoch ein Ansprechpartner und entsprechende Räumlichkeiten benötigt. Zudem begünstige die Schaffung einer Anerkennungskultur die Gewinnung weiterer Ehrenamtlichen. Um das brach liegende Wissen älterer Menschen zu entdecken und zu vermitteln, sei vor allem die Entscheidungsfreiheit wichtig, wo das Wissen eingebracht wird. Anschließend werden nach Meinung der Akteure Kontaktpersonen benötigt, um die Weitervermittlung an Schulen oder Familienzentren etc. zu übernehmen. Denkbar sei für jedes Thema eine verantwortliche Person, die als Multiplikator tätig wird. Parallel hierzu könne eine „Wissens-Börse“ implementiert werden. Auch die Einrichtung einer „ständigen Konferenz“ zum Austausch unter den betreffenden Personen sei hilfreich. Für eine optimale Entdeckung und Weitervermittlung von Fähigkeiten sei es notwendig, die vorhandenen Angebote bekannter zu machen, Zugangsmöglichkeiten zu erörtern und Ehrenamtliche nach ihren Kontakten zu fragen, um den Pool an Ehrenamtlich Engagierten aufrecht zu erhalten. Tabelle 7 fasst die zentralen Ergebnisse der zweiten Quartierswerkstatt zusammen: CityNet – Bericht der Transferforschung 71 Tabelle 7: Übersichtstabelle Ergebnisse der Quartierswerkstatt 12. Juli 2011 Thementische Runde Kultur Freie Zeit Beziehungsaufbau / Beziehungspflege Stadtteilleben/ Stadtteilgeschichte Familie / Familieninfrastruktur Bildung 1. RUNDE WOLD-CAFÉ Welche Kompetenzen haben ältere Bürger/innen im Themenfeld X? • Essund Tischkultur • Singen • Geschichte • Kochen • Gartenund Pflanzenkunde • Spiel • Sport • Gartenarbeit • Kochen, Backen • Handarbeit • Lebenserfahrung • Werte wie Gelassenheit, Geduld und Verbindlichkeit • Wissen über den Stadtteil • Wissen über Gebäude • Zeitzeugen • Erfahrungen hinsichtlich des Rechtsradikalismus • Lebenspraktische Aspekte und Erfahrungen in der Lebensorganisation und beim Beziehungsaufbau • Schulisches Wissen • Berufliche Erfahrungen • Lebenserfahrung Welches Wissen können Jüngere an ältere Bürger/innen im Themenfeld X weitergeben? • Umgang mit Medien/Technik • Migrationserfahrun gen • Umgang/Bedienung mit Computern, sonstiger Technik • Werte: Fröhlichkeit/ Herzlichkeit • Interkulturelle Erfahrungen • Werte wie Aufgeschlossenheit, Flexibilität • Einkaufsund Besuchsdienste • Sport/Spiel • Kritisches Reflexionsvermögen • Soziale Netzwerke • Umgang mit moderner Technik • Unbekümmertheit 2. RUNDE WORLD CAFÉ In welche Projekten / Institutionen des Themenbereichs werden Wissen und die Fähigkeiten von älteren Menschen bereits einbezogen? • Diverse Altund Jung Projekte • Diverse Kochkulturprojekte • Sternstunden • Jugendcentren • Evangelische / katholische Kirche • Seniorenmesse • Sportvereine • Schülerprojekte • Generationenprojekt e • Ausbildungspaten • „Leihomas“ etc. • Netzwerk der Generationen • Netzwerk der Generationen • Medienprojekte • Schulprojekte • Begegnungszentren • Wohlfahrtsverbände • Arbeitslosenzentren • Kindergärten • Ausbildungsinstitute • Multikulturelle Familienvereine • VHS • Medienhäuser • Unternehmen etc. • CBE • Netzwerk der Generationen • Div. Projekte Welche Institutionen in Mülheim an der Ruhr können dieses Wissen für die Weitergabe gebrauchen? • Politik • Multikulturelle Familienvereine • Jugendeinrichtung en • Kindergärten • Schulen • Jugendcentren • Evangelische / katholische Kirche • Seniorenmesse • Sportvereine • Schülerprojekte • Generationenprojekt e • Ausbildungspaten • „Leihomas“ etc. • CBE • Schulen • Kirchen • Vereine • Kindergärten • Altenvereine • Stadtplanung • Bezirksvertretungen • Wohnungsbaugesellschafte n • Begegnungszentren • Wohlfahrtsverbände • Arbeitslosenzentren • Kindergärten • Ausbildungsinstitute • Multikulturelle Familienvereine • VHS • Medienhäuser • Unternehmen etc. • • Jugendstadtrat • Stadtteilkonferenz • Verbände • Medienhäuser CityNet - Bericht der Transferforschung 72 3. RUNDE WOLD-CAFÉ Wie kann es organisiert werden, das noch brach liegende Wissen älterer Menschen in Mülheim an der Ruhr zu entdecken und zu vermitteln? • Bestandsaufnahme aller Projekte • Dokumentation • Veröffentlichung • Verschriftlichung von Alltagsgeschichten und Biografien Älterer • Arbeiten des CBE bekannter machen • Akquisition älterer Bürger/innen durch Aufsuchen von Sportund Freizeitangeboten • Aktivierende Befragung Älterer durch Schüler/innen • RentnerBegrüßungspaket • Bürgerversammlung • Information der Bürger/innen • Gewinnspiel auf Seniorenmesse • Durch persönliche Ansprache • Austausch und Vernetzung der am Ehrenamt Interessierten • Erhebung der Bedürfnisse durch eine Befragung • Schaffung eines zentralen Ansprechpartners für den Informationspool • Ansprache von Vereinen, in denen Ältere sind • Schaffung von Lernund Kontaktanlässen • Schaffung von Orten und Räumlichkeiten • Schaffung Nachbarschaftstreffpunkt e • Schaffung institutioneller Anlaufpunkte (Kirchengemeinden, Sportvereine, Familienund Jugendzentren) • Schaffung von Ansprechpartnern • Schaffung einer Anerkennungskultur • Bereitstellung Räumlichkeiten Wer kann das organisieren? • Institutionen • Netzwerker • Privatpersonen • Durch Workshops • • Schulen • Träger der Jugendhilfe • Ärzte • CBE • Kommune • Netzwerk der Generationen • Kirchen • Politische Institutionen • Unternehmen 4. RUNDE WOLD-CAFÉ Was kann in Mülheim getan werden, um das Wissen und die Fähigkeiten von älteren Menschen zu entdecken und an interessierte Institutionen zu vermitteln? • Selbstdarstellung aktiver Institutionen und generationsübergr eifender Maßnahmen • Vorstellung auf der Seniorenmesse • Ausbau des ÖPNV • Schaffung eines zentralen und dezentralen Orts bzw. einer Vermittlungsstelle • Installation eines Supervisors • Abbau von evtl. vorhandenen Konkurrenzen • Identifikation neuer Quellen zur Ehrenamtssuche • Kontaktaufnahme zu Firmen und Personalentwicklern, zur Akquisition von Ruheständlern • Schaffung kleinräumiger Treffen, um Potenziale Älterer zu ermitteln • Implementation einer Struktur in den Institutionen für das Ehrenamt • Aufwertung des Ehrenamts durch Zertifizierung • Öffentliche Ehrung Ehrenamtlicher • Einbezug von Schulen • Aufbau und Pflege einer Datenbank und Koordination durch eine Person • Organisation von Reisen zum kulturellen Austausch • Begegnung zwischen Alt und Jung • Durchführung von Stadtteilfesten • Organisation von Bildungsangeboten in vorhandenen Einrichtungen (z.B. Jugendzentren). • Schaffung von Kontaktpersonen zur Weitervermittlung an Schulen und Familienzentren • Schaffung einer WissensBörse • Einrichtung einer ständigen Konferenz • Installation eines Multiplikators für jedes Thema Was können Sie dazu beitragen? • Servicebüro • Netzwerk der • Förderung des Informationsflusses in der • Bekanntmachung des vorhandenen Angebots CityNet - Bericht der Transferforschung 73 Generationen • Beratungssprechstun den Einrichtung • Absprache mit Ehrenamtlichen • Freigabe von Ehrenamtlichen • Rückkopplung von Informationen in der eigenen Institution • Erörterung der Zugangsmöglichkeiten • Kontaktabfrage der Ehrenamtlichen • Herstellung von Beziehungen und Aufrechterhaltung Maßnahmen • Entwicklung einer Datenbank • Fortführung der Quartierswerkstätt en • Ausbau der Öffentlichkeitsarbei t • Bereitstellung von Räumlichkeiten • Ausbau der Thematik Bürgerlotsen • Ausbau generationsübergreif ender Projekte in Schulen und Kindergärten • Durchführung einer aktivierenden Befragung an Schulen und in den Stadtteilen • Akquisition Älterer, die vorm Ruhestand stehen • Kooperation mit Unternehmen • Ausbau Beratungsangebote • Installation des Rentner-Pakets • Kontaktaufnahme zwischen einem Mülheimer Pflegedienst und einem Wohlfahrtsverband zur Akquisition • Rückkopplung des Themas in die eigene Institution • Austausch zwischen Kindergärten und Altenheim • Schaffung einer Anlaufstelle für Projekte / Institutionen • Erstellung Übersichtsplan • Schaffung eines Netzwerks • Kooperation Jugendstadtrat und Seniorenstadtrat • Schaffung Begegnungsorte für Jung und Alt • Bildung einer AG zur Ermittlung der Bedarfe und Kompetenzen • Zusammenführung von Akteuren • Entwicklung einer Anleitungsund Wertschätzungskultur (z.B. durch Zertifizierung) CityNet - Bericht der Transferforschung 80 7.3 Bilaterales Gespräch mit Vertretern der AG „Wohnen“ und „Entlassmanagement“ (08.12.2011) Während mit den beiden Arbeitsgemeinschaften im Juli 2011 zwei bilaterale Gespräche geführt wurden, wurden die Vertreter am 08.12.2011 zu einer sektorenübergreifenden Gesprächsrunde eingeladen. Das Ziel der Gesprächsrunde bestand in einer Diskussionsrunde, bei der folgende Aspekte im Rahmen der Implementation und Erprobung der Netzwerkkonstruktionen beleuchtet wurden: • Welche Fortschritte wurden seit dem letzten bilateralen Gespräch in den Arbeitsgemeinschaften „Entlassmanagement“ und „Wohnen“ erzielt? • Hat bereits ein Austausch zwischen den Akteuren der Arbeitsgemeinschaft „Entlassmanagement“ und den Akteuren der Arbeitsgemeinschaft „Wohnen“ (insbesondere mit den Wohnungsbaugesellschaften) stattgefunden? • Wurde seitens der Vertreter des Entlassmanagements Kontakt zu den Hausmeistern der Wohnungsbaugesellschaften aufgenommen? • Wurden die Möglichkeiten einer Informationsveranstaltung für die Hausmeister erörtert und kommuniziert? • Wurde Kontakt zu Nachbarschaftsvereinen aufgenommen, um alle relevanten Akteure mit einzubeziehen? • Welche Entwicklungen haben sich seit der Quartierswerkstatt vollzogen? Darüber hinaus wurden die strukturellen Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit in Hinblick auf die Strukturund Prozessqualität erörtert und auch potenzielle Perspektiven der Zusammenarbeit unter Berücksichtigung folgender Fragestellungen arbeitsgruppenspezifisch thematisiert: • Welche Akteure wirken in den beiden Arbeitsgemeinschaften mit? • Sind weitere Akteure hinzugekommen? • Wie wird die Zusammenarbeit u.a. in Hinblick auf Vertrauen, Transparenz, Verbindlichkeit, Konfliktfreudigkeit, Lösungsorientierung und Kommunikation von den Akteuren bewertet? • Welche Ziele verfolgen die beiden Arbeitsgemeinschaften? • Wie wird die Zielerreichung überprüft? • Welche Mitglieder werden für die Realisierung der Ziele benötigt? • Welche Stärken / Kompetenzen bringen die Akteure in die Zusammenarbeit ein? • Wie häufig treffen sich die Akteure? • Welche Kommunikationsstrukturen werden genutzt? • Wie gestaltet sich die Aufgabenverteilung? • Wie werden die Prozessabläufe gesichert und Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit erreicht? Um die Perspektiven des gesamten Netzwerks zu untersuchen und potenzielle Entwicklungsverläufe in der Zusammenarbeit zwischen beiden Arbeitsgemeinschaften zu identifizieren, waren folgende Fragestellungen von besonderem Interesse („Kontraktmanagement“): • Wie wird eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Arbeitsgemeinschaften koordiniert? • Wie häufig treffen sich die beiden Arbeitsgemeinschaften zusammen? • Wie wird die Prozessqualität gesichert? • Findet Öffentlichkeitsarbeit statt? CityNet - Bericht der Transferforschung 81 • Gibt es Ausstrahlungseffekte auf (benachbarte) Kommunen? • Gibt es Schnittstellen zu anderen Diensten und Fachbereichen der Stadt Mülheim an der Ruhr? An dem bilateralen Gespräch nahmen eine Vertreterin der Wohnungswirtschaft, zwei Vertreter des ambulantenund stationären Pflegewesens und Pflegenetzwerk sowie die Sozialplanung der Stadt Mülheim an der Ruhr teil. Während des Gesprächs kristallisierte sich heraus, dass in den beiden Arbeitsgemeinschaften seit den letzten beiden bilateralen Gesprächen keine weiteren Treffen stattfanden. Lediglich die Arbeitsgemeinschaft „Entlassmanagement“ – deren Vertreter sich zum Teil bereits durch ihre Zusammenarbeit im „Pflegenetzwerk“ kennen - arbeitete an dem Überleitungsbogen weiter, der laut Angaben der Akteure im Dezember 2012 unmittelbar vor der Veröffentlichung stand. Auch eine Schulungsmaßnahme, bei der Bürgerlotsen in insgesamt acht Stunden zu allen Anliegen und Bedarfen des Älterwerdens mit dem Ziel informiert werden, dass sie Senioren zukünftig beraten, wurde seitens der Stadt Mülheim an der Ruhr entwickelt und die Umsetzung für das erste Quartal 2012 geplant. Um die geplante Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft zu forcieren, sollen an der Schulungsmaßnahme laut Angaben der Stadt Mülheim an der Ruhr auch die Hausmeister der Wohnungsbaugesellschaften Mülheims teilnehmen können. Da nicht alle Vertreter des Wohnungswesens aus terminlichen Gründen an dem bilateralen Gespräch teilnehmen konnten, wurde die Information über den Schulungslehrgang und Möglichkeit, dass die Hausmeister daran partizipieren und in Zukunft somit die Schnittstelle zwischen Senioren und Bürgerlotsen bilden können, auf das neue Jahr vertagt. In diesem Kontext informierten die Akteure darüber, dass eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Arbeitsgemeinschaften „Wohnen“ und „Entlassmanagement“ weiterhin gewünscht sei. Um die strukturelle Zusammenarbeit qualitätvoll zu arrangieren und Prozessqualität bei der Realisierung der entwickelten Handlungsmaßnahmen zu garantieren, wurde im Rahmen des Kontraktmanagements der Abschluss eines Kooperationsvertrags erwogen. Damit die Kooperation und Vernetzung zwischen den Akteuren einen Nutzen beinhaltet, sollte der Kooperationsvertrag nach Meinung der anwesenden Gesprächsteilnehmer/innen verbindliche Absichtserklärungen zu folgenden Punkten beinhalten: • Genaue Festlegung des Vorgehens der Kooperation; • Art und Umfang der Kommunikationsstrukturen o Wie wird kommuniziert? o Wie regelmäßig wird kommuniziert? und • Ziele der Kooperation. In diesem Zusammenhang wurde die Mitwirkung von Kostenträgern und Krankenkassen im Netzwerk als sinnvoll erachtet, da viele Problemlagen mit den zur Verfügung stehenden (monetären) Mitteln als nicht ausreichend bewertet wurden. Auch der Transfer der bisherigen Zusammenarbeit und entwickelten Handlungsideen auf Landesebene wurde als zielführend eingeschätzt. Die Entwicklungen im Projekt CityNet wurden insgesamt als positiv beurteilt. Dabei wurden Vorund Nachteile der Netzwerkarbeit identifiziert. Zu den Nachteilen zählen beispielsweise, dass die Netzwerkarbeit langwierig sei und keine schnellen Ergebnisse zu Folge hätte. Positiv sei im Gegensatz dazu, dass Netzwerkarbeit in eine Vielzahl von Maßnahmen münden könne. Zu den Maßnahmen, die sich im Verlauf des Projekts CityNet im Allgemeinen und durch das Instrument „Quartierswerkstätten“ im Besonderen heraus gestellt haben, wurden von den Akteuren unter anderem folgende Aktivitäten und Entwicklungsverläufe benannt: CityNet - Bericht der Transferforschung 82 1. Im Jahr 2012 wird es eine Fortsetzung der Quartierswerkstätten zum Thema „Wohnen“ und „Entlassmanagement“ geben. Die Quartierswerkstätten sollen in einem sechsmonatigen Turnus veranstaltet werden. 2. Durch die beiden Quartierswerkstätten im Sommer 2011 wurde unter anderem Kontakt zum Verein türkischer Sozialdemokraten geknüpft. Im Jahr 2012 werden im Rahmen dieses Kontakts 1-2 stündige Informationsveranstaltungen zum Thema „Älter werden in Deutschland“ für Migranten/innen angeboten. Eine Umsetzung dieser Veranstaltungen ist mit verschiedenen Kooperationspartnern geplant. 3. Auch ein deutsch-türkisches Freundschaftsfest an der Freilichtbühne wurde für das Jahr 2012 in Erwägung gezogen und befindet sich in der Planung. Somit konnte der Kontakt zu Migrantenvereinen intensiviert werden, was sich positiv auf das Feld „Kultur“ (vgl. Abbildung 40) auswirkt. 4. Durch die Quartierswerkstätten wurden darüber hinaus weitere, neue Kontakte (z.B. zu Kirchengemeinden, Gesundheitsmediatoren) geknüpft und mit der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren Mülheims begonnen. In diesem Kontext wurden auch Räumlichkeiten untereinander ausgetauscht und eine Mitwirkung in den Arbeitsgemeinschaften der Stadtteile (Netzwerk der Generationen) erreicht. 5. Auch auf kommunaler Ebene ergaben sich im Verlauf des Projekts CityNet neue Kontakte, wie zum Beispiel zu der ZWAR Zentralstelle NRW, die Kommunen, Wohlfahrtsverbände, Träger und Einrichtungen bei der Gestaltung einer zukunftsorientierten Seniorenarbeit berät.8 6. Das Thema „Wohnen“ erhielt durch CityNet einen höheren Stellenwert. Vom Sozialdezernat wurde dazu in Kooperation mit der Wohnungswirtschaft ein Handlungskonzept erarbeitet, an dessen pragmatischen Umsetzungsmöglichkeiten in Zukunft gearbeitet wird. 7. Mit der Quartiersplanung der Stadt Oberhausen wurden neue Wohnprojekte in der Stadt Mülheim an der Ruhr (z.B. Mehrgenerationenwohnprojekte) besichtigt und der kommunale Austausch angeregt. 8 http://www.zwar.org/index.php?pageid=38&textsize=0 (Zugriff am 09.12.2011, 09:32 Uhr) CityNet - Bericht der Transferforschung 83 8 Schlussfolgerungen für NRW Die vorangegangen Kapitel zeigen, dass die Grundlagen für die Netzwerkkonstruktion im Verlauf des Projekts CityNet systematisch geschaffen wurden. In den Teilnetzwerken „Wohnen“ und „Entlassmanagement“ haben sich relevante Akteure bzw. Schlüsselpersonen zusammen gefunden, um an einer seniorengerechten Fortentwicklung des selbstversorgten Wohnens und des Entlassmanagements - zunächst arbeitsgruppenintern und später dann gemeinsam - zielorientiert zu arbeiten. Dabei scheint es von Vorteil zu sein, wenn Arbeitsgruppen bzw. Teilnetzwerke zunächst teilgruppenspezifische Ergebnisse erarbeiten; insbesondere die Arbeitsgemeinschaft „Entlassmanagement“ ist von ihren Handlungsmaßnahmen überzeugt und deshalb motiviert, an das Netzwerk „Wohnen“ thematisch anzukoppeln. Beide Teilnetzwerke können sich auf diese Weise gegenseitig befruchten und somit den veränderten Lebenslagen älterer Menschen angemessen Rechnung tragen. Die wissenschaftliche Prozessbegleitung in der Erprobungsphase gibt darüber Auskunft, dass die Akteure an der Ausdifferenzierung ihres Vernetzungskonzepts weiter arbeiten und insbesondere die Instrumente des Qualitätsmanagements und der Kontraktsteuerung zur Sicherung der Prozessqualität (wie zum Beispiel der Aufbau eines Berichtsund Dokumentationswesens) bei der Zusammenführung in ein Gesamtnetzwerk in den Blick nehmen, damit die Netzwerkkonstruktion auch über die Projektgrenzen hinaus im Sinne eines Netzwerk-Controllings Verbindlichkeit bewirkt. In den Beratungsgesprächen konnten im Rahmen eines Wirkungsdialogs („Jour Fixe“) mit den Akteuren während der Prozessbegleitung auf Verbesserungen hingewiesen und neue Handlungserkenntnisse systematisch generiert werden. Dazu zählen unter anderem die Handlungsidee, die Hausmeister im Rahmen eines Lotsensystems einzubeziehen, dafür jedoch zunächst zielorientierte Schulungsmaßnahmen zu entwickeln. Auf diese Weise kann von ihren Ressourcen und Zugangsmöglichkeiten zu älteren Menschen besser profitiert werden. Um einer Überlastung des Netzwerks entgegen zu wirken, erwies es sich als zweckdienlich, die Gesprächsrunden nicht wie ursprünglich geplant monatlich, sondern quartalsweise durchzuführen. Auf diese Weise konnten die Entwicklungsverläufe differenziert erörtert und für alle Beteiligten transparent gemacht werden. Im Rahmen einer Instrumentenüberarbeitung für das Mainstreaming lassen sich folgende Schlussfolgerungen festhalten, die auch auf andere Kommunen in NRW ausstrahlen können: 8.1 Abgleich mit bestehenden und relevanten Vernetzungsansätzen In Mülheim an der Ruhr gab es bereits vor Projektbeginn einige Vernetzungen und Kooperationen. Dies wird insbesondere durch das Netzwerk der Generationen deutlich, dass u.a. an der Weiterentwicklung der Wünsche und Bedarfe aller Generationen arbeitet und zu diesem Zweck Bürger/innen Mülheims sowie Dienstleister und Vertreter von Organisationen stadtteilbezogen an der Entwicklung der örtlichen Gestaltungsmöglichkeiten teilhaben lässt. Das hohe Maß an Partizipationsmöglichkeiten scheint ein wesentlicher Erfolgsgarant für die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre zu sein, in denen eine Vielzahl von Maßnahmen auf den Weg gebracht wurde. Das Projekt CityNet hat von den bestehenden Kooperationsbeziehungen Gebrauch gemacht und die Erfahrungswerte insbesondere in den Quartierswerkstätten mit einbezogen. Insbesondere die Bestrebungen des „Pflegenetzwerks“ haben dazu geführt, dass zwischen dem Feldern „Wohnen“ und „Versorgung“ in Zukunft gemeinsam an den entwickelten Handlungsideen weiter gearbeitet wird. Durch die Beteiligung bestehender Vernetzungsansätze wird den identifizierten Bedarfen älterer Menschen im dritten und vierten Lebensalter noch angemessener Rechnung getragen. CityNet - Bericht der Transferforschung 84 8.2 Systematische Bedarfserhebung durch eine fernmündliche Befragung Bevor mit der systematischen Entwicklung einer Netzwerkkonstruktion begonnen wurde, wurden im Projekt CityNet zunächst die Bedarfe älterer Menschen im dritten und vierten Lebensalter erhoben. Dazu wurden fernmündliche Interviews mit Bürger/innen und lebensweltlichen sowie professionellen Akteuren Mülheims geführt. Die Ergebnisdarstellung in Kapitel 3 gibt nicht nur über die Bedarfe älterer Menschen Auskunft, gleichzeitig konnte ermittelt werden, wie ein einrichtungsübergreifendes Qualitätsmanagement und Controlling von den Akteuren bewertet werden. Hier zeigt sich erkennbar, dass ein einrichtungsübergreifendes Qualitätsmanagement eher favorisiert wird, als ein einrichtungsübergreifendes Controlling. Dass die Möglichkeiten einer einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung und eines Netzwerk-Controllings noch nicht ausgereift und eher unterbeleuchtet sind, zeigen auch die Entwicklungen der beiden Arbeitsgemeinschaften bzw. Teilnetzwerke. Hier wird erst allmählich über die Möglichkeit einer Kooperationsvereinbarung im Rahmen der Prozesssicherung nachgedacht, um Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit des Gesamtnetzwerks herzustellen. Gleichzeitig wird jedoch auch auf die Gefahr verwiesen, dass eine Kooperationsvereinbarung nur auf dem Papier besteht. Damit ein Netzwerk nachhaltig arrangiert werden kann, sollte diesem Risikofaktor für die strukturelle Ausgestaltung von Netzwerken besondere Beachtung zuteilwerden. Die fernmündliche Befragung und Identifikation von Bedarfslagen älterer Menschen stellt ein geeignetes Instrument dar, um die Bedarfslagen älterer Menschen sozialraumbezogen auszuwerten. Auch wenn die Themen wie zum Beispiel „Wohnen“, „Bürgerschaftliches Engagement“ und „Freizeit“ gesamtgesellschaftliche Themenfelder darstellen und diskutiert werden, konnte durch die Befragung ein auf die Stadt Mülheim an der Ruhr bezogenes Bedarfsranking vollzogen werden. Ein solches Ranking kann die Grundlage für die weitere Netzwerkonstruktion bieten. 8.3 Identifikation der im Alter vollzogenen Lebensprozesse und Aktivitäten Die Darstellung der sozialen Eingebundenheit eines Menschen in eine Systemwelt wurde im Projekt CityNet anhand eines Beispieltagesablaufs eines Menschen im ersten, dritten und vierten Lebensalter exemplarisch aufgezeigt (vgl. Kapitel 4). Die dargestellten primären und sekundären Aktivitäten ließen Rückschluss auf die sozialen und kulturellen Schlüsselbedürfnisse sowie physiologischen Grundund Sicherheitsbedürfnisse zu, wonach die Quartierswerkstätten bzw. Auswahl vernetzungsrelevanter Akteure für den Netzwerkaufbau getroffen wurde. Somit bietet die Identifikation der im Alter vollzogenen Lebensprozesse und Aktivitäten eine geeignete Grundlage, um nach Möglichkeiten zu suchen, wie vor allem die im Alter ausfallenden Unterstützungsformen durch institutionelle Hilfsformen kompensiert werden können. Darauf aufbauend wurde die Vernetzungsstrategie entwickelt. 8.4 Das Instrument „Netzwerklabor“ Mittels verschiedener Elemente des im Projekt „ONE“ der Fachhochschule Köln entwickelten bzw. modifizierten Beratungsinstruments „Netzwerklabor“ (vgl. Kapitel 5.1) wurden die primären und sekundären Prozesse, die ein älterer Mensch im dritten und vierten Lebensalter durchlebt, von den Teilnehmer/innen der ersten Quartierswerkstatt fallbezogen ausgewertet. Die Auswertung ermöglichte die Analyse der Kooperationsmöglichkeiten, wohingegen die Koordinationspunkte und Optionen weitestgehend unterbeleuchtet blieben und deswegen in bilateralen Gesprächsrunden erneut thematisiert wurden. Durch dieses Ergebnis zeigt sich, dass die Beratungsinstrumente zwar ein geeignetes Werkzeug zur Analyse von Prozessen innerhalb von CityNet - Bericht der Transferforschung 85 Netzwerkkooperationen darstellen, jedoch den inhaltlichen Gegebenheiten des Netzwerks situationsbedingt angepasst werden sollten. Ein wesentlicher Gelingensbzw. Erfolgsfaktor eines ergebnisorientierten Beratungssettings besteht deshalb unter anderem auch in einem flexiblen Gestaltungsspielraum der Beratungsinstrumente. 8.5 Das Instrument „Quartierswerkstatt“ Im Verlauf des Projekts CityNet wurden zwei Quartierswerkstätten zu den Themen „selbstbestimmtes Wohnen im Alter“ und „Gestaltung der Weitergabe von Wissen und Fertigkeiten zwischen den Generationen“ veranstaltet, an denen zwischen 30-35 Mülheimer Akteure teilnahmen (vgl. Kapitel 4.2 ff.). Sowohl den Beteiligten der Stadtverwaltung, als auch in den Sozialräumen und aus anderen zivilgesellschaftlichen Feldern wurde Gelegenheit geboten, Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Themenfelder und daraus resultierenden Prozesse inhaltlich und organisatorisch zu erarbeiten. In der Konsequenz ergaben sich aus dieser themenorientierten Zusammenarbeit neue Arbeitsgruppen als Grundlage für die Netzwerkkonstruktion, wie sich an den Arbeitsgemeinschaften „Wohnen“ und „Entlassmanagement“ beispielhaft belegen lässt. Auch diente das Instrument „Quartierswerkstatt“ als ein Forum für den gegenseitigen Austausch und das Kennenlernen der Akteure. Aus diesen Kontakten ergaben sich viele kleinere „Teilnetzwerke“, die für das Jahr 2012 gemeinsam an neuen Handlungsmaßnahmen arbeiten wollen. Dies ist als besonders positiver Nebeneffekt im Rahmen des Gesamtkonzepts zu bewerten. Die Quartierswerkstätten wurden von den Teilnehmer/innen als geeignetes Instrument in der Netzwerkarbeit gelobt und werden deshalb auch über das Projektende hinaus fortgesetzt (vgl. Kapitel 7.3.). Da mit den Quartierswerkstätten und den Instrumenten „Netzwerklabor“ und „WorldCafé“ verschiedene Themenfelder differenziert bearbeitet werden können, hat sich die Quartierswerkstatt als Vernetzungsinstrument bewährt. Damit wird sie auch einem flächendeckenden Einsatz in anderen Stadtbezirken und Kommunen im Sinne eines Mainstreamings gerecht. Ein wesentlicher Gelingensfaktor besteht dabei vor allem in dem Einbezug verschiedener Akteursgruppen, damit die Analyse und Entwicklung neuer Handlungsmaßnahmen im Rahmen eines Netzwerkaufbaus vielfältig wird. Der Beteiligung von Bürger/innen wird dabei eine besondere Rolle zuteil, da sie aufgrund persönlicher Erfahrungswerte wichtige Erkenntnisse in der Netzwerkarbeit beitragen können. 8.6 Koordinationsverantwortlichkeit Die Koordination der interdisziplinären Netzwerke „Wohnen“ und „Entlassmanagement“ im Rahmen der Netzwerkkonstruktion wurden von der Sozialplanung der Stadt Mülheim wahrgenommen und somit durch eine zentrale Instanz gesteuert und aufrechterhalten (vgl. Schubert 2008: 43). Dies ist für die Sozialplanung der Stadt Mülheim an der Ruhr mit einem erhöhten Ressourcenaufwand verbunden, der bereits als sehr umfangreich eingeschätzt wurde. Die politische Unterstützung und Übernahme von Verantwortung der Stadt Mülheim an der Ruhr erweist sich für die Realisierung und den Aufbau eines Netzwerks zunächst als besonders zielführend, da auf diese Weise ein hohes Maß an Akzeptanz für das Vorhaben bewirkt wird. Dies stabilisiert das Vorhaben und ist möglicherweise auch für andere Kommunen zielführend und somit nachahmenswert (vgl. ebd.: 44). Unter nachhaltigen Gesichtspunkten stellt sich jedoch die Frage, inwieweit dieses hierarchische Vorgehen in der Zukunft möglicherweise in ein selbstgesteuertes Vorgehen transferiert werden kann. Um die Nachhaltigkeit und Komplexitätsreduktion des Netzwerks zu garantierten, empfiehlt sich möglicherweise, über CityNet - Bericht der Transferforschung 86 alternative bzw. ergänzende selbstgesteuerte Unterstützungsund Steuerungsfaktoren nachzudenken. Somit kann positiv Einfluss auf die Selbstorganisation des Netzwerks genommen werden, da sich tendenziell die Bindung der Akteure bzw. Organisationen an das Netzwerk erhöht (vgl. ebd.: 44). Durch die dezentrale „Selbstverpflichtung“ wird die Verlässlichkeit des Verhaltens im Netzwerk sichergestellt, auch wenn sich die Leistungen nicht mehr kontrollieren und anordnen lassen, wie es beim hierarchischen Modell der Fall ist (vgl. ebd.). 8.7 Diversität im Netzwerk Wie bereits aus Punkt 8.1 hervor geht, baut der Netzwerkaufbau in Mülheim an der Ruhr auf bereits aktive Kooperationen und Einzelpersonen auf, die am Netzwerkverbund interessiert sind. Daraus hat sich eine vielfältige Akteursund Dienstleistungsstruktur im Rahmen des Netzwerkaufbaus ergeben. Akteure des Sozialen, des Gesundheitswesen, der Bildung, der Kultur und der Wohnungswirtschaft arbeiteten beispielsweise fach-und sektorenübergreifend miteinander, um die Versorgungssituation für Menschen ab dem dritten Lebensalter zu optimieren und bedarfsgerecht auszugestalten. Um untereinander anschlussfähig zu bleiben und eine „Netzwerkkultur“ zu entwickeln, benötigten die Akteure Zeit. Um zu verhindern, dass es beim Netzwerkaufbau zu Reibungsverlusten kommt, sollte der Diversität der aus den Sektoren stammenden Akteuren angemessen Rechnung getragen und der zeitliche Rahmen einer Begleitung des Netzwerks entsprechend ausgedehnt werden. Denn der Begriff Netzwerk steht nicht nur für einen stabilen Rahmen, sondern auch für Prozesse der politischen Entscheidungsfindung, Produktion und Implementation (vgl. Sänger 2007: 429). Die Prozesse der politischen Entscheidungsfindung, Produktion und Implementation des Netzwerks können langwierig sein. Am Beispiel des Netzwerkaufbaus im Projekt CityNet zeigt sich, dass ein Netzwerk nur dann die Aufgabe von Gestaltungsund Steuerungssystem übernehmen kann, wenn die Akteure zu einer Einheit gewachsen sind und sich als handlungsfähig für die Problemlösung und Zielerreichung verstehen. Die empirischen Befunde aus dem Projekt CityNet sichern somit die theoretischen Handlungsempfehlungen der einschlägigen Literatur und belegen, dass sich beim Aufbau und der Konsolidierung des Netzwerks (u.a. Kontraktmanagement, Aufbau eines Berichtsund Dokumentationswesen) ein schrittweises Vorgehen empfiehlt. Payer spricht in diesem Zusammenhang davon, dass Netzwerke aufgrund ihrer höheren Komplexität deutlich mehr Zeit für ihre Entwicklung in Anspruch nehmen als Kooperationsbeziehungen (Bauer-Wolf, Payer, Scheer 2008: 14). Der Netzwerkaufbau kann einen Zeitrahmen von 2 Jahren – auch wenn sich der Netzwerkaufbau auf eine zuvor identifizierte Bedarfslage bezieht – durchaus übersteigen und somit längerfristig bis dauerhaft angelegt sein. Dies sollte im Sinne des Mainstreamings entsprechend Berücksichtigung finden. CityNet - Bericht der Transferforschung 87 9 Verzeichnisse 9.1 Literatur Abels, S. (2010): Qualität als Dialogbegriff. Eine Analyse der Qualitätserwartungen in der Prozesskette einer Netzwerkkooperation. Eine empirische Untersuchung in der Altenhilfeplanung der Sozialräume der Stadt Mülheim an der Ruhr. Masterarbeit im Studiengang „Management und Pädagogik in der Sozialen Arbeit“ an der Fachhochschule Köln. Bauer-Wolf, S.; Payer H.; Scheer, G. (2008): Erfolgreich durch Netzwerkkompetenz. Handbuch für Regionalentwicklung. Wien: Springer Verlag. Bebermeier, K. (2010): Entwicklung einer Prozesslogik für den Aufbau von Unterstützungsnetzwerken im späten Lebensalter. Am Beispiel einer empirischen Untersuchung der Altenhilfe in den Sozialräumen der Stadt Mülheim an der Ruhr. Masterarbeit im Studiengang „Management und Pädagogik in der Sozialen Arbeit“ an der Fachhochschule Köln. Beck, U. (1986): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. Bullinger, H.; Nowak, J. (1998): Soziale Netzwerkarbeit. Eine Einführung. 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In: Feuerhelm, W.: Taschenlexikon der Sozialarbeit und Sozialpädagogik. 5. Aufl. Wiebelsheim: Quelle und Mayer Verlag. Referat V.1 für Statistik und Stadtforschung (o.J.): Mülheimer Räume. Mülheim an der Ruhr Referat V.1 Stadtforschung und Statistik (o.J.): Bevölkerungsbestand am 30.06.2009. Mülheim an der Ruhr Referat V.1 Stadtforschung und Statistik (o.J.): Privathaushalte. Mülheim an der Ruhr Sänger, R. (2007): Soziales Netzwerk. In: Feuerhelm, W. (Hrsg.): Taschenlexikon der Sozialarbeit und Sozialpädagogik. 5. Aufl., Wiebelsheim: Quelle und Meyer Verlag, S. 429–431. CityNet - Bericht der Transferforschung 88 Schmid-Urban, P. et al. (1992): Kommunale Sozialberichterstattung. Eigenverlag des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge. Frankfurt am Main Schubert, H. (2007): Steuerung und Infrastrukturplanung in Netzwerken – Chance und Anforderungen für die Sozialplanung“. 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CityNet - Bericht der Transferforschung 89 9.2 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Ablaufschema zum Aufbau von infrastrukturellen Netzwerken ............................................. 8 Abbildung 2: Die Grenzen der neun Stadtteile von Mülheim an der Ruhr .................................................. 12 Abbildung 3: Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung Altstadt I und Altstadt II und sonstige Stadtteile ................................................................................................................................ 13 Abbildung 4: Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung nach Staatsangehörigkeit am 30.06.2009 Altstadt I und II ................................................................................................................ 14 Abbildung 5: Bevölkerung nach Altersgruppen am 30.06.2009 in Altstadt I, Altstadt II und sonstige Stadtteile ................................................................................................................................ 15 Abbildung 6: Bevölkerung nach Altersgruppen am 30.06.2009 in den Statistischen Bezirken von Altstadt I ......................................................................................................................... 15 Abbildung 7: Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung nach Haushaltsgröße in Altstadt I und Altstadt II und sonstige Stadtteile am 30.06.2009 ............................................................ 16 Abbildung 8: Haushaltstypen in den Statistischen Bezirken von Altstadt I am 30.06.02009 ................ 17 Abbildung 9: Haushaltstypen in den Statistischen Bezirken von Altstadt II am 30.06.02009 .............. 17 Abbildung 10: Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung (Singles) in den Statistischen Bezirken von Altstadt I am 30.06.02009 ........................................................................................ 18 Abbildung 11: Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung (Singles) in den Statistischen Bezirken von Altstadt II am 30.06.2009 ......................................................................................... 18 Abbildung 12: Natürliche Bevölkerungsbewegungen / Geburten und Sterbefälle 2007 in Altstadt I und Altstadt II und sonstige Stadtteile 2007 ............................................................ 19 Abbildung 13: Natürliche Wanderungsbewegungen / Zuzüge und Fortzüge als Außenwanderung und Umzug im Stadtgebiet 2007 in Altstadt I, Altstadt II und sonstige Stadtteile 2007 ............................................................................................................ 20 Abbildung 14: Umzüge im Mülheimer Stadtgebiet 2007 .................................................................................. 21 Abbildung 15: Umzüge im Mülheimer Stadtgebiet 2007 (von…nach…) .................................................. 21 Abbildung 16: Zuund Fortzüge nach dem Zielund Herkunftsgebiet in Mülheim 2007 ..................... 22 Abbildung 17: Zuzüge nach Nationalität in Mülheim 2007 (die zehn Häufigsten) ................................... 22 Abbildung 18: Ausländische Bevölkerung nach Altersgruppen in Altstadt I, Altstadt II und sonstige Stadtteile am 30.06.2009 .................................................................................................. 23 Abbildung 19: Ausländer nach ihrer Nationalität in den Stadtteilen von Altstadt I am 30.06.2009, die zehn Häufigsten ...................................................................................................... 24 Abbildung 20: Ausländer nach ihrer Nationalität in den Stadtteilen von Altstadt II am 30.06.2009, die zehn Häufigsten ...................................................................................................... 24 Abbildung 21: Bevölkerung mit Migrationshintergrund in den Statistischen Bezirken Altstadt I, Altstadt II am 30.06.2009 ................................................................................................ 25