Vei , O o
A icle
Elemen e eine olkswi scha lichen Theo ie des
Kapi alma k es
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Vei , O o (1949) : Elemen e eine olkswi scha lichen Theo ie des
Kapi alma k es, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN
1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 69, Iss. 1, pp. 15-43,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.1.15
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15] 15
Elemen e eine olkswi scha lichen Theo ie
des Kapi alma k es
Von
O o Vei , F ank u a. M.
Inhal s e zeichnis: I. Das adi ionelle Schema S. 15 — II. Die Anlage on Ve -
mögen S. 16 — III. Funk ion de Bö se und de Banken S. 19 — IV. Kapi al-
ma k und Gü e wi scha S. 24 — V. Ein lüsse au das K edi yolumen S. 27 —
VI. Ein lüsse au den Zin9 und du ch den Zins S. 30 — VII. De in e na ionale
Kapi alma k S. 37.
I. Das adi ionelle Schema
We den al eingewu zel e G undübe zeugungen, die in P axis und
Wissenscha sei Jah hunde en ge es ig sind, du ch neue E kenn -
nisse e schü e ode übe hol , so daue es ge aume Zei , bis man sich
ganz au den Wandel eins ell . Selbs im engs en K eise de? E kennen-
den hal en sich Residuen de adi ionellen Denkweise. Meis e en sie
au Nebengebie en zu age. T o z de Einsich in die Unhal ba kei de
T adi ion äll es schwe , sich on dem zu lösen, was das Denken iele
Gene a ionen gep äg ha .
We den Wandel de G und o s ellungen in de Physik heo e isch
beg i en ha , kann sich den Kosmos du chaus noch nich nach de
Axioma ik de Rela i i ä s heo ie und de Quan enmechanik anschau-
lich o s ellen. Daß Zei und Raum beg i lich nich zu ennen sind,
daß die klassischen Beg i e on Masse, Ma e ie und Subs anz au -
gegeben we den müssen, daß au die Fes s ellba kei de Dinge im
Raum e zich e we den muß, ja daß die kleins en Teile de Na u , die
Elek onen, übe haup nich Dingcha ak e haben, sonde n als Ene gie-
Anme kung de Sch i lei ung: De Au sa z wu de Ende 1944 abgeschlossen und
ü Schmolle s Jah buch Bd. LXVIII, He 3 gese z , abe nich meh ausged uck *
da die Zei sch i in olge de Zuspi zung de K iegse eignisse ih E scheinen ein-
s ellen muß e. Teile desselben wu den inzwischen in einen Exku s zu dem Buche
des Ve asse s „Volkswi scha liche Theo ie de Liquidi ä " au genommen, da»
1948 im Ve lage Vi o io Klos e mann in F ank u a. M. e schienen is . Da jedoch
de Au sa z als Ganzes einen selbs ändigen We besi z , so wi d seine Ve ö en -
lichung je z nachgehol . Die Pa ag aphenhinweise sind neu und beziehen sich au
das genann e Buch.
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16 O o Vei [16
ladung, als Schwingungs unk ion anzusehen sind
—
dies und ande es
mögen wi heo e isch beg ei en. Abe selbs Physike on Fach be-
kennen, daß wi kliche Anschauung in de nachklassischen Bahn ihnen
schwe äll .
Um wie iel schwe e muß es dem Be ach e de Wi scha allen,
on den übe hol en G undaxiomen de klassischen Schule sich so wei
zu be eien, daß e sie au Einzelgebie en nich doch s illschweigend
zug unde leg . Dies um so meh , als die nachklassische Na ionalökono-
mie bei namha en Wissenscha le n noch nich oll ane kann wi d
—
im Gegensa z zu as einhelligen Ane kennung des Neuen in de
Physik! Dazu komm , daß die Abg enzung gegen die klassische Leh e in
de Na ionalökonomie du chaus nich summa isch ollzogen we den
kann. Was bes ehen bleib und was nich , is nu du ch p äzise De i-
ni ionen zu e assen.
Ein Beispiel ü das Beha ungs e mögen de klassischen Denkweise
lie e die Vo s ellung, die bis heu e übe das Wesen desKapi al-
ma k es anzu e en is . Daß es sich um einen „Ma k " handel , au
dem die Wa e „Kapi al" on Spa e n angebo en und on in es ie enden
Un e nehme n ode on de ö en lichen Hand1 nachge ag wi d
—
das
wi d o auch on denen un e s ell , denen die p inzipielle Ge enn hei
des Spa - und des In es i ionsp ozesses längs kla gewo den is . Auch
on de Ausgleichs unk ion des Zinses und de an de Bö se ausgehan-
del en Ku se wi d dabei gesp ochen, selbs wenn man heo e isch e -
kann ha , daß die Bewegung des Zinses on ganz ande en Fak o en ab-
häng und daß die Bewegung de Ku se ganz unabhängig is on dem,
was man sich un e un e nehme ische Kapi alnach age o s ell .
Is nun, wie wi heu e wissen, de klassische Ha moniegedanke, de
Spa en und In es ie en in einen ma k mäßigen Zusammenhang b ing ,
g undsä zlich unhal ba 2, so is da aus nich zu olge n, daß es einen
Ma k ü Kapi al übe haup nich gib . Ge ade hie zeig es sich, daß
de klassische Gedankengang einen Ke n ich ige Anschauung bi g .
Inwiewei e dennoch nich hal ba is ode zu alschen Folge ungen
e lei e , wi d e s bei nähe em Zusehen e kennba .
II. Die Anlage on Ve mögen
Die wi scha lichen Vo gänge, die das „Kapi alma k " genann e
Phänomen ausmachen, sind de Kau un<J Ve kau on G unds ücken,
1 De k edi inanzie e Au wand des S aa es is hie und im Folgenden de un e -
nehme ischen In es i ion gleichzuach en.
2 Un e de Vo ausse zung de geschlossenen Wi scha . In Abschni VII üh en
wi die o ene Wi scha als Da en a ian e ein, wobei die klassische Theo ie meh
"Wi klichkei snähe gewinn .
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17] Elemen e eine olkswi scha lichen Theo ie des Kapi alma k es 17
Hypo heken, Un e nehmungsbe eiligungen und We papie en e -
schiedens e A . Te minologisch wä e es besse , on einem „Ve -
mögensanlagema k " zu sp echen. Aus G ünden de Ve s ändigung
bleiben wi indessen bei dem adi ionellen Ausd uck, unbeschade
de heo e ischen Vo behal e zum Kapi albeg i (§ 71). In diesem Sinne
gehö en auch de Kau und Ve kau on unbebau en G unds ücken und
ande en Ve mögensobjek en zum Kapi alma k . Gegens and de An-
lage sind Kapi algü e ode An ech e au solche. De E we b gil jedoch
als Kapi alma k o gang nu dann, wenn beim E we be die Anlage
on Ve mögen und nich die Ve wendung zu un e nehme ische
Tä igkei , zu Gü e p oduk ion1 im Vo de g und s eh . We den Ka-
pi algü e als P oduk ionsmi el e wende , so is de Be eich des
Kapi alma k es e lassen. P ak isch sind die G enzen zwischen Kapi al-
ma k anlage und p oduk i e Ve wendung iel ach ließend. Die mei-
s en Kapi algü e , die g undsä zlich als P oduk ionsmi el anzusehen
sind und die dahe zum un e nehme ischen Be eich gehö en, können
auch als bloße Ve mögensanlage e wo ben und be ach e we den. So
kann ein spekula i e Anlege Maschinen ode Rohs o o ä e e we -
ben, die e nich zu Gü e p oduk ion, sonde n lediglich zu Siche ung
ode Ve meh ung seines Ve mögens zu nu zen beabsich ig . In solchen
Fällen we den P oduk ionsmi el als Kapi alma k we e behandel ,
wäh end sie im Regel all nich zum Kapi alma k gehö en2.
De nich o ganisie e Kapi alma k , au dem die Anlage
on Ve mögen je nach Gelegenhei (gegebenen alls du ch Ve mi lung
on Makle n ode on Inse a en) s a inde , un e scheide sich im
P inzip nich on dem o ganisie en, de in de Ein ich ung de
E ek enbö se zusammenge aß is . Die Vo gänge des Kapi alma k es
e hal en an de Bö se eal ypische Deu lichkei . Auch den E we b on
Spa kassengu haben und die Zahlung on Ve siche ungsp ämien kanu
man zum Kapi alma k echnen, da Spa kassen und Ve siche ungs-
1 Wü de an S elle on „Gü e p oduk ion" im o liegenden Zusammenhang on
„In es i ion" gesp ochen, so wä en Unkla hei en zu be ü ch en, da de englische
Beg i „In es men " sowohl die Kapi alma k anlage wie die un e nehme ische
Nu zung on Kapi al um aß .
2
Die Abg enzung en sp ich den zwei Möglichkei en, die in dem Beg i „S a c h -
kapi al" s ecken: Das Sachkapi al bes eh aus Gü e n (Kapi algü e n), die de
P oduk ion ande e Gü e ode de daue nden Nu zung gewidme sind. Sowei die
e s e e Möglichkei (P oduk ionsmi el) in Be ach komm , is de Handel in Kapi al-
gü e n kein Kapi alma k o gang. — Wenn Wal e E u c k e n das Phänomen des
Kapi als au aß als un e nehme ische Ve ügungsmach übe Konsumgü e , die zum
Un e hal de an de P oduk ion Be eilig en benö ig we den, so g ei diese De i-
ni ion wei e zu ück, is abe mi de hie o ge agenen Au assung du chaus e -
einba . Ve ügungsmach übe Kosumgü e is die Vo ausse zung de P oduk ion oni
Kapi algü e n.
Schmolle s J«h buch LXIX, l 2
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18 O o Vei [18
gesellscha en ih e Mi el egelmäßig in G unds ücken ode We -
papie en anlegen. De Kapi alma k o gang wi d nu du ch Zwischen-
schal ung de Ins i u e e hüll .
Auszugehen is on dem En schluß des Ve mögensbesi ze s, eine
Anlage o zunehmen, die wede dem unmi elba en Ve b auch noch
unmi elba de Gü e p oduk ion gewidme is . Solche Ve mögens-
besi ze können Un e nehme ode Nich Un e nehme sein.
Nich Un e nehme , die sich en schließen, eine Kapi alma k anlage o -
zunehmen, handeln als S p a e . Jede Spa ak is ein Ak de Kapi al-
ma k anlage, so e n nich in liquides e Fo m gespa , also „geho e "
wi d. Wie auch imme man den Beg i de Ho ung bes immen mag,
imme is eine Hal ung on Einkommens eilen in liquides e Fo m,
also in Geld gemein 1. Da unbe is e e Bankdeposi en als Geld (Gi al-
geld, Buchgeld) anzusehen sind, können auch E spa nisse in Sich depo-
si en als Ho ung au ge aß we den („Deposi enho ung"). Dagegen is
die Einzahlung au Spa kon en und be is e e Kon en bei K edi banken
(Fes geld) de Kapi alma k anlage zuzu echnen. De E ich ung sol-
che Kon en s eh gegenübe , daß die K edi banken s e s einen gewissen
Bes and an We papie en hal en. In diesem Fall is e sich lich, daß es
auch zwischen Kapi alma k anlage und Ho ung
—
ebenso wie zwischen
Kapi alma k anlage und un e nehme ische Nu zung — ließende
G enzen gib . In de Theo ie wi d die Ho ung meis als Sonde o m
des Spa ens angesehen, die dadu ch gekennzeichne is , daß dem Geld-
o gang kein gü e wi scha liche Vo gang, keine en sp echende
Gü e p oduk ion gegenübe i (inak i es Geld). Diese Au assung
kann akzep ie we den, so e n sie nich mi de naheliegenden An-
nahme e bunden is , daß ande e Spa ak e eine en sp echende P o-
duk ion au oma isch auslösen2.
Die G ade de Liquidi ä on Ve mögensanlagen bilden eine Skala
on ielen S u en (§ 12), un e denen de Anlege seine Wahl i .
Daue nd inden Übe gänge und Umschich ungen on S u e zu S u e
s a . Besonde s sinn ällig sind alle dings die Übe gänge on Ve -
mögensanlagen de liquides en S u e zu den S u en, die wi zum Kapi-
alma k echnen, und umgekeh . Jede Kau und Ve kau on Kapi al-
ma k we en s ell einen solchen Übe gang da .
Dabei handel es sich nich nu um Käu e aus Spa e mögen, das
geho e wa , sonde n auch aus Un e nehme e mögen, das in
Kassen ese en und Geschä sdeposi en gehal en wu de. De Kapi al-
ma k is keine Domäne des Spa e s. Auch Un e nehme e en als An-
1 Vgl. die sechs möglichen Beg i sinhal e des Ho ens, die Joan Robinson
au zähl : The Concep o Hoa ding. The Economic Jou nal. June 1938, S. 231 ..
2 Zu g undsä zlichen Ve wendba kei des Spa beg i es gl. § 72..
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19] Elemen e eine olkswi scha lichen Theo ie des Kapi alma k es 19
lege au , indem sie Be iebsübe schüsse und Rese en e we en.
Gelegen lich können solche Anlagen auch gespeis sein aus K edi en,
die u sp ünglich zu P oduk ionszwecken au genommen wa en. Das wi d
de Fall sein, wenn e wa ein geplan es P oduk ions o haben, ü das
eine Anleihe au genommen wu de, nich ode nich sogleich zu Aus-
üh ung komm , so daß es lohn , in de Zwischenzei We papie e zu
hal en. We den solche Un e nehme übe schüsse als E spa nisse be-
zeichne (Un e nehme spa en), so wi d dadu ch nich nu de Spa -
beg i unzulässig e wei e , sonde n es wi d auch de o übe gehende
Cha ak e de Anlage nich zu Gel ung geb ach . Nu sowei eine un e -
nehme ische Ve wendung on Ve mögen au länge e Sich a sächlich
nich beabsich ig is , emp iehl es sich, on Spa e mögen zu sp echen.
Dieses kann na ü lich auch aus Un e nehme gewinnen en s anden sein.
III. Funk ion de Bö se und de Banken
Ha sich nun ein Ve mögensbesi ze en schlossen, au den Höchs -
g ad an Liquidi ä zu e zich en, den die Hal ung on Geld bie e , so
kann e eine de genann en kapi alma k mäßigen Anlagen o nehmen.
Hie s ehen ihm wiede um e schiedene G ade de Liquidi ä
zu Ve ügung. Am wenigs en liquide is in de Regel die Anlage in
G unds ücken, am liquides en die We papie anlage. Ih e ela i e
Liquidi ä wi d e ziel du ch die O ganisa ion de Bö se, in de ein
s ändige Ausgleich zwischen Nach age und Angebo in den meis en
We papie en s a inde . An de Bö se is ü We papie e s e s Geld
e häl lich. Jedoch gib es auch hie Abs u ungen de Liquidi ä je nach-
dem, ob die Papie e an de Bö se zugelassen sind ode nich , ob sie
am lich no ie we den und ob sie einen kleinen ode g oßen „Ma k 64
haben, das heiß , ob egelmäßig wenige ode iele In e essen en ü das
Papie o handen sind.
Vom Anlege aus gesehen is die Bö se eine Ein ich ung zu Scha -
ung on Liquidi ä . Ebenso wie die Ein ich ung Belbs ha abe die
gescha ene Liquidi ä nu echnischen Cha ak e . Sobald de bö sen-
mäßige Handel o äll , hö die Liquidi ä de We papie anlage au .
Das zeig sich sogleich, wenn de Handel du ch angeo dne e Höchs -
ode Mindes ku se e schwe wi d. Die Repa ie ung de Käu e ode
Ve käu e, die de Ku seing i zu Folge ha , wi k sich als Liquidi ä s-
minde ung aus. Die P axis de deu schen Bö sen sei Mai 1943 ha das
seh anschaulich gemach . Abgesehen da on is die Ta sache, daß die
on de Bö se bewi k e Liquidi ä lediglich echnischen Cha ak e ha ,
ü den Anlege nich on Nach eil. Einzelwi scha lich is
die Liquidi ä du ch die Bö se oll gesiche . Es kann dem Anlege
gleichgül ig sein, daß es gesam wi scha lich zum Wesen de
2*
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20 O o Vei [20
We papie anlage gehö , illiquide zu sein1. Wü den alle We -
papie e au einmal zum Ve kau angebo en, so wü de die Mechanik de
Bö se e sagen und die Gesam liquidi ä de E ek enanlagen wä e
e iden .
Hin e de ela i en Liquidi ä ü den Gläubige s eh die Ta sache,
daß die Emi en en de Papie e lang is ige K edi e e hal en haben, die
e s zum Te min de Emissionsbedingungen ode übe haup nich ällig
we den. Ha die Emission den Rech scha ak e eine es en Schuld
(Anleihe, Obliga ion, P andb ie ), so is ein lang is ige Rückzahlungs-
ode Tilgungs e min o gesehen ode die Rückzahlung s eh im Be-
lieben des Schuldne s. Ha die Emission Be eiligungscha ak e (Ak ie,
An eil, Kux), so komm eine Rückzahlung übe haup nich in F age.
Daß es o z solche lang is igen Fes legung geling , s e s g oße Spa -
summen zu We papie anlage he anzuziehen, be uh au de Fähig-
kei de Bö se, Lang is igkei beim Schuldne in
Liquidi ä beim Gläubige zu e wandeln.
Diese Wandlungse olg wi d e ziel du ch die an de Bö se oll-
zogene Komme zialisie ung, die En pe sönlichung, die Ve sachlichung2
de Schuld- und Be eiligungs e häl nisse. De Gläubige kenn seinen
Schuldne nich . E kenn o nu seh ungenau seinen geschä lichen
S a us. Wenn e sich ü diesen in e essie , so e lang e zwa eine
besse e Kenn nis des We es seine Fo de ung. Abe e benu z diese
Kenn nis nu , um sich ein zu e lässiges Bild da übe zu machen, wie
ande e Anlege seine Fo de ung bewe en und in nahe Zukun be-
we en we den. Ob solche Bewe ung au wi kliche Kenn nis de Ve -
häl nisse beim Schuldne be uh ode e wa au k asses em I um, kann
ihm gleichgül ig sein. Aus de Meinung ande e Anlege zieh e seine
Schlüsse. E weis diese Meinung sich als e ehl , so da e nu nich
de le z e sein, de dies beme k . Keynes3 sp ich on einem „game
o Snap, o Old Maid, o Musical Chai s
—
a pas ime in which he is
ic o who says Snap nei he oo soon no oo la e, who passes he
Old Maid o his neighbou be o e he game is o e , who secu es a
chai o himsel when he music s ops. These games can be played
wi h zes and enjoymen , hough all he playe s know ha i is he
Old Maid which is ci cula ing, o ha when he music s ops some o he
playe s will ind hemsel es unsea ed".
We nu diesen Spielcha ak e de Bö se be ach e , wi d geneig
sein, denen zuzus immen, die das Bö senspiel als En e nung on ge-
1
Vgl. J. M. K e y n e 8, The Gene al Theo y o Employmen , In e es and Money.
London 1936 S. 153: „In es men s which a e , ixed4 o he communi y a e hus
made ^liquid4 o he indi idual/4
8 T e ende Ausd ücke on S o m b a .
s a. a. 0. S. 155 .
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21] Elemen e eine olkswi scha lichen Theo ie des Kapi alma k es 21
sunden wi scha lichen Ve häl nissen ansehen. Die Glossie ung du ch
Keynes, die hie nu eilweise wiede gegeben wu de, gib solche
K i ik Nah ung. So bezeichne Keynes den „Fe isch de Liquidi ä '4
de Bö senanlagen als höchs „an i-sozial". Dem s eh abe gegenübe ,
daß die Bö se die Funk ion ha und die Fähigkei besi z , liquide ge-
hal enes Ve mögen p oduk ionswi scha lich zu e assen und zu
lenken.
Diese pa adox anmu ende Sach e hal wi d e s ändlich, wenn
man die heo e ischen G undlagen de A bei sweise des Kapi alma k es
un e such . Daß die Ve sachlichung des Gläubige -Schuldne -Ve häl -
nisses du ch die Bö se spiele isch übe s eige we den kann, is nich
nu zu e klä en aus de Eigena de Bö se selbs , sonde n es e klä
sich aus dem Wesen des Liquidi ä sp oblems.
Wo au es hie ankomm , is die wiede hol gemach e Fes s ellung,
daß in eine Wi scha so dnung, die den Na u al ausch übe wunden
ha , Liquidi ä die eigen liche Vo ausse zung un e nehme ische In-
es i ion da s ell . Te minologisch unzweckmäßig is es, in de Theo ie
on einem „Kapi albeda des Un e nehme s zu sp echen, selbs wenn
dem eine ich ige Vo s ellung zug unde lieg 1. Un e nehme kapi al is
g undsä zlich Sachkapi al. Als solches is es E gebnis, nich Vo -
ausse zung de P oduk ion. Vo ausse zung sind die liquiden Mi el,
die de Un e nehme zu Bezahlung de P oduk i k ä e wäh end de
P oduk ionsdaue b auch . Diese Mi el we den ihm zu Ve ügung ge-
s ell on K edi banken2, die sie du ch Geldschöp ung be ei -
s ellen. Dazu sind die Banken im Rahmen ih e Liquidi ä be ähig . Zu
dem Vo gang de Geldschöp ung s ell de Vo gang bei de Selbs inan-
zie ung eine Pa allele da . Auch die eigenen Mi el des Un e nehme s
müssen on eine Bank abdisponie we den. Dabei we den, ebenso wie
bei de K edi inanzie ung, Mi el ak i ie , die sons inak i , also dem
K eislau en zogen gewesen wä en. Hinsich lich de ak i en und dahe
gü e wi scha lich wi ksamen Geldmenge s eh die Selbs inanzie ung
de K edi inanzie ung gleich.
Du ch diese Funk ion e hal en die K edi banken eines geschlossenen
Geldsys ems eine au onome S ellung im Wi scha sp ozeß. Sie
bes eh unbeschade dessen, daß man die Rolle de Banken auch als
bloße Ve mi lung im Gü e k eislau ansehen kann. So inde eine
bankmäßige Ve mi lung e wa s a , wenn de in es ie ende Un e -
nehme seine Lie e an en ode seine A bei e mi Mi eln bezahl , die
1 Vgl. meinen Au sa z: De Ein luß des Geldes au den Gü e k eislau . Wel -
wi scha !. A chi . Mä z 1944 Bd. 59, S. 211 ., besonde s S. 220 .
2 Die K edi banken eines geschlossenen Geldsys ems we den (nach dem häu ig
kons uie en Modell de Uni e salbank) als heo e ische Einhei behandel , in die
auch die No enbank einbeg i en is .
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22 O o Vei [22
e du ch Bankk edi e hal en ha . Lie e an en und A bei e nehmen
das Zahlungs e sp echen de Bank en gegen an S elle on Gü e n, au
die sie als Äqui alen ih e Leis ung Ansp uch e heben. Hie i die
Bank als Schuldne in au . Gleichzei ig is sie abe Gläubige in des In-
es o s, dem sie K edi gegeben ha . Diese Zweisei igkei , die das Eigen-
ümliche de Banken unk ion da s ell , wi d auch deu lich im Ve häl -
nis on Ve mögensbesi ze (Spa e ) und In es o . Die Bank is Schuld-
ne in des Spa e s, de au Gü e e zich e , und Gläubige in des In-
es o s, de Gü e in Ansp uch nimm . Wenn im Fall de Selbs inan-
zie ung Spa e und In es o in Pe sonalunion s ehen, so wi d auch
hie di e Ve mi lung de Bank geb auch , da die In es i ionszahlungen
nich im gleichen Sch i mi dem An all de Un e nehme übe schüsse
ällig we den. Auch bei de Selbs inanzie ung sind Spa en und In-
es ie en heo e isch ge enn e P ozesse, die e s in Zusammenhang
geb ach we den du ch Zwischenschal ung de Bank, bei welche die
s illgeleg en Gelde ak i ie we den.
Die K edi ie ung de on de Bank als Schuldne in o ges eck en
Mi el e olg nun in de Regel in ku z is ige Fo m. Will de in es ie-
ende Un e nehme sich lang is ige Mi el e scha en, so emi ie e
Schuld- und Be eiligungspapie e i gendwelche A . Diese we den nich
unmi elba im Publikum un e geb ach , sonde n sie we den zunächs
on de Bank übe nommen. Auch wenn de Un e nehme selbs mi
den Anlege n in Ve bindung i , die seine Emissionen übe nehmen,
is eine Bank zu zahlungs echnischen Abwicklung eingeschal e . Dabei
ha die Bank
—
ähnlich wie bei de Selbs inanzie ung — die Au gabe
des Geldbe ei s ellens. De Vo gang spiel sich genau so ab, als hä e
die Bank die Emissionen ü einen heo e ischen Augenblick übe nom-
men und dann e s an die Anlege wei e gegeben.
Am kla s en und wi klichkei snächs en is es nun, den Fall zu e -
olgen, daß die Emission e ek i on eine Bank übe nommen wi d
und daß dami ein o ene K edi de Bank an den Un e nehme ab-
gelös wi d. Du ch die Übe nahme bleib die du ch den K edi e höh e
Bilanzsumme de Bank unbe üh . Wäh end sich au de Passi sei e
de Bankbilanz übe haup nich s ände , wi d au de Ak i sei e de
Pos en Debi o en um dieselbe Summe gesenk , wie de Pos en eigene
We papie e anschwill . Man kann sich den Vo gang auch so denken,
daß die Bank zu Übe nahme de Emission neues Geld ausgib , mi dem
de Un e nehme in den S and gese z wi d, den an angs ku z is ig
au genommenen K edi zu ückzuzahlen. Dann e inge de Un e neh-
me sein Gu haben au de Passi sei e de Bankbilanz in demselben
Maße, als e es du ch die ihm neu zuge lossenen Mi el wiede e höh .
An de Finanzlage des Un e nehme s selbs ha sich eben alls nich s
geände . Nu kann e besse schla en. Was e an angs on de Bank
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29] Elemen e eine olkswi scha lichen Theo ie des Kapi alma k es 29
ühe in Ansp uch nehmen und sich dadu ch ein Kon oko en gu -
haben scha en, ehe de Ve käu e übe den Gegenwe e ügen kann.
Diese Vo gang is abe nich die Regel. Die meis en Bö senk edi e
we den nich o dem Kau ak belas e , sonde n als Übe ziehungs-
e laubnis zu Ve ügung ges ell , so daß de K edi au wand e s am
Tage des E ek enkau s ällig wi d. Selbs wenn abe du ch o zei ige
Be ei s ellung ein zusä zliche K edi au wand en s eh , so äll diese
auch bei lebha en Bö senumsä zen nich seh ins Gewich . Da übe
hinaus kann keine Rede da on sein, daß on de Bö se aus das K edi -
po en ial de p oduk i en Wi scha besch änk wi d.
2. Die F age is nun, wie es mi de en gegengese z en Behaup ung
s eh : K edi ö de ung du ch den Kapi alma k . Auch hie beginn
das P oblem e s in dem Augenblick, in den} die Banken eine Emission
am Ma k un e b ingen. Wi d die Emission aus eigenen Mi eln de
Anlege übe nommen, so besse sich de S a us de Bank. Die Bank
wi d ei ü zusä zliche K edi gewäh ung. Inso e n kann man sagen,
daß das Besch ei en des Kapi alma k es das Gesam k edi po en ial aus«
dehn . Dies gil in gewissem Um ang auch, wenn die Emission on den
Anlege n nich aus Eigenmi eln, sonde n mi Hil e on Bankk edi
übe nommen wi d. Wi haben gesehen, daß bei we papie gedeck en
Bö senk edi en zwei ha ende Schuldne o handen sind. Mi we -
papie gedeck en Bö senk edi en können die Banken g oßzügige e -
ah en als mi ungedeck en Un e nehme k edi en. So wi d auch bei
emd inanzie e Übe nahme on Emissionen die K edi e so gung
de Wi scha e besse .
E was ande s sehen die Dinge aus, wenn man das P oblem un e
dem besonde en Gesich swinkel de Wi kungen des Spa ens
be ach e , wie das e wa in dem pos hum e schienenen Buch on Hans
Ges ich geschieh 1. Beim Ve gleich de möglichen Anlagea en on
E spa nissen komm Ges ich zu dem Schluß, daß du ch E ek enspa en
die K edi gewäh ung de Banken ge ö de wi d. Fü den Ve gleich mi
liquide en Fo men de Spa anlage, dem Spa en in Ba geld ode in
Deposi en, das die Liquidi ä de Banken beeng , is diese Schluß un-
zwei elha ich ig. Wenn abe im wei e en Ve lau gene ell on k edi -
ö de nde Wi kung des E ek enspa ens gesp ochen wi d2, so kann
dies un e Ums änden zu eine alschen Vo s ellung üh en. Selbs e -
s ändlich is das Spa en in E ek en o m k edi wi scha lich güns ige
als das Spa en in Geld. Da aus is abe nich die wei e gehende
Folge ung zu ziehen, daß du ch solches Spa en das Gesam k edi -
— /
1 Hans Ges ich, K edi und Spa en. Jena 1944 S. 67 . ,
. 2 a. a. 0. S. 80.
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30 O o Vei [30
po en ial höhe wi d, als es o de K edi ein äumung de Bank ge-
wesen is , die du ch die E ek enübe nahme de Spa e abgelös wu de1.
Man kann das auch ande s ausd ücken. Jedes Spa en bedeu e Ve -
zich au Ve b auch. Es ha zunächs eine Minde ung des Einsa zes on
P oduk i k ä en und eine Senkung des Sozialp oduk es zu Folge.
Diese Minde ung kann ausgeglichen we den du ch den Einsa z on
P oduk i k ä en an ande e S elle. Das wi d besonde s e leich e ,
wenn die E spa nisse in We papie en angeleg we den. E leich e
wi d abe imme nu de Ausgleich, nich de Meh einsa z
on P oduk i k ä en. Nu ein solche wü de die K edi inansp uch-
nahme e g öße n.
Alle dings gib es einen besonde en Sach e hal , du ch den ein sol-
che Meh einsa z he beige üh we den kann. Gewisse In es i ionen
sind abhängig on de Finanzie ung du ch Spezialins i u e, die ih e
eigenen Schuld e sch eibungen am Kapi alma k un e b ingen. So be-
uh de Häuse bau in Deu schland wei gehend au de Placie ung on
P andb ie en. Käu e on P andb ie en sind o zugsweise ech e
Spa e . Eine Finanzie ung on P andb ie geschä en du ch Bö sen-
k edi komm kaum o . Da nun die P andb ie banken selbs keins
geldschöp enden K edi geschä e machen, sonde n lediglich die in
P andb ie en angeleg en E spa nisse als Hypo heken ausleihen, is
diese besonde e A de Spa ä igkei a sächlich Vo ausse zung de
K edi gewäh ung und dami Vo ausse zung de In es i ion. Hinsich -
lich de besonde s s uk u ie en Bauwi scha i also die gene elle
Fes s ellung zu, daß das E ek enspa en das K edi olumen ausdehn .
VI. Ein lüsse au den Zins und du ch den Zins
Den Ausgleich am Kapi alma k bewi k de Zins. Abe e u dies
nich nach dem simplen Mechanismus de klassischen Theo ie, wonach
Angebo on E spa nissen den Zins senk und die In es i ionen an eg
und umgekeh . Sonde n auch hie sind komplizie e e Wege zu e -
olgen. Wenn nun selbs un e denen, die das klassische Schema als
übe hol be ach en, übe Wesen und Wi ksamkei des Zinses so wenig
Übe eins immung zu e zielen is , so o enba sich ge ade hie das ein-
gangs be üh e Phänomen, daß Elemen e de als übe hol e kann en
Anschauung sich un e sehens wiede einschleichen. Das wi d beim Zins-
1 Auch P eise komm in eine seh in e essan en Un e suchung zu dem
Schluß, daß e meh es Spa en „in nich liquide Fo m" (also E ek enspa en) die
Liquidi ä de Banken besse und dami die In es i ionsmöglichkei en heb . Hie is
deu lich gemach , daß dies nu im Ve gleich zum Spa en „in liquide Fo m" (Ho en)
gil . — Vgl. E ich P e i 8 e , Spa en und In es ie en. Jah b. . Na . u. S a . 1944,.
Bd. 159, S. 285 .
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311 Elemen e eine olkswi scha lichen Theo ie des Kapi alma k es 31
p oblem obend ein ge ö de dadu ch, daß es meh e e Spiela en des
Zinses gib , bei de en Analyse man sich nich gleich wei om klassi-
schen Boden zu en e nen b auch . Allzu o wi d abe e säum , eine
kla e Ve s ändigung da übe he beizu üh en, welche Spiela jeweils
zu Deba e s eh .
Fü eine Theo ie des Kapi alma k es kommen zwei E scheinungs-
o men des Zinses in F age: 1. de Geldzins ode Leihzins; 2. die
E ek i e ziesung ode Rendi e de Kapi alma k we e, die auch be-
zeichne wi d als E ek enzins (so e n man sich da übe kla is ,
daß nich nu die Ve zinsung on We papie en, sonde n auch on
ande en Kapi alma k we en gemein is ). Nich iden isch is diese
Spiela des Zinses jedoch mi dem Kapi alzins, obgleich hie seh
enge Zusammenhänge bes ehen, au die sogleich einzugehen is .
1. Zum Wesen des Bankgeschä es gehö es, daß die Be ei s el-
lung on Geld on zwei Sei en e lang wi d: on den Debi o en,
die K edi au nehmen, und on den K edi o en, die ih Ve mögen in
liquides e Fo m anzulegen wünschen. In welchem Um ang die Bank
diesem doppelsei igen Liquidi ä sbegeh en zu en sp echen e mag,
häng on ih e eigenen Liquidi ä slage ab. Zwischen de Nach age
nach liquiden Mi eln sei ens de Un e nehme und Ve mögensbesi ze
und dem Angebo an liquiden Mi eln sei ens de Banken bes eh eine
s ändige Spannung. Die Banken müssen au eigene Liquidi ä e zich-
en, um den Nach agenden Liquidi ä zu Ve ügung s ellen zu können.
E leich e wi d ihnen die Be iedigung de Liquidi ä snach age, in-
dem Ve mögensbesi ze du ch Anlage in Kapi alma k we en zugun-
s en de Nach agenden au eigene Liquidi ä e zich en. Das En -
gel dieses Ve zich s, de bald on de Bank selbs , bald om
Ve mögensbesi ze geleis e wi d, is de Geldzins1. Seine Höhe is
abges u nach dem G ad des Liquidi ä s e zich es. Ba geld bleib s e s
zinslos; manchmal auch Sich gu haben, die höchs ens ein seh ge inges
Zinsen gel b ingen; ü Fes geld und Spa einlagen e häl man be ei s
ein höhe es En gel ; ü We papie anlagen ein noch höhe es, das wie-
de um nach de A de Papie e abges u we den kann2. Den höchs en
1 Die Theo ie de „Abs inenz" ode des „W a en s", die on Senio
ausgeh und die sich auch bei Cassel inde , e klä den Zins als En gel ü einen
Ve zich au Ve b auch ode ü einen Au schub on Ve b auch. Zwischen diese
Zinse klä ung und de Liquidi ä s heo ie, die on Hahn und Keynes beg ünde
wo den is , bes eh ein bishe nich beach e e Zusammenhang. Mach man sich den
na u alwi scha lichen Hin e g und des Liquidi ä sphänomens kla , so e schein
Liquidi ä als Be ähigung zu so o igem Ve b auch. (Zum Gesam p oblem des Zinses
gl. §§ 62—71.)
2 Bei dem schwankenden Un e schied de Rendi e zwischen Ak ien und es e -
zinslichen Papie en wi ken z. T. auch Liquidi ä sgesich spunk e mi .
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32 O o Vei [32
Zinse ag e ziel man in de Regel bei Anlage in Be eiligungen und
G unds ücken1.
Au die Du chschni shöhe des Zinsspiegels wi ken
nun die Vo gänge am Kapi alma k wiede um on zwei Sei en ein: on
Sei en de Disposi ion übe Geld e mögen und on Sei en des Angebo es
an Kapi alma k we en. Du ch Ve mögenshal ung in liquides e Fo m
wi d de allgemeine Zinsspiegel gehoben, weil dem Liquidi ä sgewinn
des Ve mögensbesi ze s eine Liquidi ä seinbuße de Banken gegenübe -
s eh . De Ve mögensbesi ze e häl jedoch ein seh ge inges Zins-
en gel , solange es bei liquide Anlage bleib . Ve scha sich abe die
Masse de Ve mögensbesi ze du ch Übe gang on liquides e zu wenige
liquide Anlage höhe e Zinse äge, so sink de allgemeine Zinsspiegel,
weil die Liquidi ä de Banken wächs . Bie e die Masse de Ve mögens-
besi ze Kapi alma k we e an, so ollzieh sich das Umgekeh e. Da
abe ein Teil des gebilde en Ve mögens s e s in liquides e Fo m ge-
hal en wi d, kann de Geldzins nie so wei sinken, wie e ohne jede Ve -
mögensbildung sinken wü de. So e klä es sich, daß jedes Spa en
—
als
eine de Quellen de Ve mögensbildung
—
ein zinss eige ndes Momen
da s ell . Dagegen wü de de Geldzins ganz e schwinden in dem
i ealen G enz all, daß au Liquidi ä allgemein e zich e wü de. Das
wü de o ausse zen, daß alles Einkommen unmi elba zum Ve -
b auch ode zu In es i ion geläng , und daß nich einmal ü kü zes e
Zei liquide Mi el gehal en we den. Da abe in de wi klichen Wi -
scha nich nu de Ve mögensbesi ze ode Spa e Liquidi ä nach-
ag , sonde n auch de Un e nehme , wi d on beiden Sei en de Zins
hochgehal en. De Un e nehme kann alle dings seine Liquidi ä snäch-
age wiede kompensie en, indem e We papie e ausgib und dadu ch
einen Teil de Ve mögensbesi ze e anlaß , au Liquidi ä zu e -
nich en. Zum Wesen de Geldwi scha gehö es jedoch, daß niemals
ganz au Liquidi ä e zich e wi d.
Sowohl die Liquidi ä snach age, die dem Zins s eigende Tendenz
e leih , wie das E ek enangebo sind abhängig om In es i ions-
olumen des Un e nehme s. Dami is die In es i ion in die Bes im-
mung de Zinshöhe eingeschal e .
Abe wiede um lieg die Beziehung e wickel e , als sie manchmal
da ges ell wi d. Wenn Ges ieh e klä 2, ü die Zinshöhe sei maß-
gebend de „K edi beda ü In es i ionszwecke eine sei s, die K edi -
be ei scha de Banken ande e sei s", so muß man wei e agen, wo-
du ch diese zwei Fak o en bes imm we den. Dabei zeig sich, daß man
1 In diese Abs u ung komm die Ko ela ion on Geldzins und E ek enzins
be ei s zum Ausd uck, die wei e un en e klä wi d.
2 a. a. O. S. 108.
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33] Elemen e eine olkswi scha lichen Theo ie des Kapi alma k e 33
doch wiede anlang bei de Zu ück iih ung des Zinses au das P oblem
de Liquidi ä . De „K edi beda ü In es i ionszwecke" is ü die
Bankenliquidi ä mi bes immend, und die „K edi be e scha de Ban-
ken" is on ih abhängig1.
Obend ein un e lieg das Ve häl nis onln es i ionund
K edi beda seine sei s gewissen Bedingungen. Wi können die
Beobach ung machen, daß im Konjunk u au schwung das K edi olu-
men nich imme in dem Maße wächs und daß demen sp echend die
Bankenliquidi ä nich in dem Maße zu ückgeh , wie die In es i ionen
zunehmen (§ 54). Das K edi olumen schein also nich eine bloße
Funk ion des In es ions olumens zu sein. Das e klä sich dadu ch, daß
ein P ozeß allgemeine und bei allen Un e nehme n e wa gleichmäßige
Zunahme de In es i ionen eine wei gehende Selbs inanzie-
ung e möglich . Sie e gib sich da aus, daß die Zunahme de In-
es i ionen einen Zuwachs an Sozial e mögen bewi k , de sich als
Meh einkommen de Gesam hei
—
e eil au Un e nehme und Nich -
Un e nehme — niede schläg . Sowei dieses Meh einkommen nich zu
e höh en Lohnzahlungen und zu E spa nissen on Nich Un e nehme n
e wende wi d, ließ es den in es ie enden Un e nehme n selbe zu.
Diese inanzie en dami den o sch ei enden In es i ionsp ozeß, so daß
das An angsk edi olumen nich zu s eigen b auch . Nu wenn die In-
es i ionen eine S euung un e liegen, das heiß , wenn die In es i-
ions a e bei einigen Un e nehme n nied ige is als bei ande en,
we den bei den s ä ke in es ie enden die liquiden Mi el knapp, weil
die schwäche ode ga nich in es ie enden in liquide Fo m spa en,
also Bankgu haben und Kassen ese en ansammeln. Dadu ch we den
die s ä ke in es ie enden Un e nehme gezwungen, zusä zlichen K edi
in Ansp uch zu nehmen. Dagegen we den bei gleichmäßigem In es i-
ions o sch i alle Un e nehme wei gehend on den Banken ab-
hängig. Nehmen sie dennoch K edi e au
—
e wa indem sie We papie e
emi ie en — so können sie die au genommenen Mi el zu Tilgung
äl e e K edi e benu zen. Das üh zu de im Konjunk u au schwung
1 Wenn G e 6 i c h gleichwohl de Meinung is , seine Au assung des Zinses
s ünde zu de Zins heo ie on Keynes in „scha em Gegensa z" (S. 108), so e klä
•ich das o enba da aus, daß e das Theo em de liquidi y p e e ence allzu isolie
au aß , ohne au die Ablei ung zu ach en, die bei Keynes alle dings ech kompli»
zie is . Deu liche als in de Gene al Theo y ha Keynes in de Deba e mi 0 h
1
i n
um die Ve einba kei de S ockholme Theo ie (ex an e« und ex pos -Be ach ung
on Spa en und In es ie en), die 1937/38 im Economic Jou nal s a and, den Geld-
beda des Un e nehme s ü In es i ionszwecke als Bes immungsg und des Zinses
eingeschal e . Keynes gib hie zu, daß de Un e nehme schon bei de Planung de
In es i ionen eine — on ihm „Finance" genann e —: Geldmenge nach ag und on
den Banken e häl . Dadu ch wi d abe de Zins ebenso beein luß wie du ch die
Liquidi iä sneigung de« Spa e s.
Schmolle s Jah buch LXIX, 1 3
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34 O o Vei [34
üblichen Au auung al e K edi e, welche die Neuinansp uchnahme
on K edi zum g oßen Teil kompensie .
Dieses Schema, das na ü lich in de P axis iel achen Modi izie un-
gen un e lieg , gil nu auße halb des Be eichs de Bä geld-
zahlungen. Ba geld kann nu aus o handenen Kassen ese en ode
du ch Bänkk edi (le z en Endes on de No enbank) bescha we den.
Da nun de Haup bes and eil de In es i ionskos en au A bei slöhne
en äll , die ganz in ba ausgezahl we den, bleib insowei eine gewisse
Abhängigkei de Un e nehme on den Banken bes ehen. Das Volumen
des Ba geldumlau es s eig und äll mi zunehmende ode ückgängige
Beschä igung on A bei e n, die wiede um mi dem Au und Ab de
In es i ionen gekoppel is . T o zdem is na ü lich das Ba geld olumen
nich ein ge eues Spiegelbild de Beschä igung, da jede Ba geld-
summe zu iel achen Zahlungen e wende wi d. Von de F equenz
de Lohn- und Gehal zahlungs e mine sowie on de Umschlags-
equenz des Ba geldes bei de Ve wendung zum Ve b auch häng es
ab, welche Zahlungse izienz das Ba geld ha . G undsä zlich is jedoch
de K edi beda ü Lohngelde äuße s ge ing im Ve gleich zum
Volumen de Beschä igung, ü die e meh e Lohnzahlungen au -
zuwenden sind. Imme hin lie e die Bewegung des Ba geld olumens
einen gewissen G admesse de Beschä igung und dadu ch mi elba
de In es i ions ä igkei , wenn man un e ände e Lohn e mine und
Zahlungsgewohnhei en un e s ell 1. Dagegen bie e das iel um ang-
eiche e Gi algeld olumen wede ü den G ad de Beschä igung
noch ü die In es i ions ä igkei einen Anhal .
'Diese Beobach ung, die Wilhelm Lau enbach2 e s mals ange-
deu e ha , üh zu dem Schluß, daß das K edi olumen mi dem
In es i ions olumen nich unk ional gekoppel is , und zwa um so
wenige , je gleichmäßige in es ie wi d, je ge inge also die S euung
de In es i ionen is 3. De Ein luß de In es i ions ä igkei au die
Liquidi ä de Banken und au den Zinsspiegel du chmiß manche lei
Umwege, die den Zusammenhang e schleie n. Zwa is es ich ig, daß
die Zunahme de In es i ionen den Zins mi bes imm . Abe man da
1 Die s a ke Au blähung des Ba geldumlau es wäh end des K ieges is neben de
ges iegenen Lohnsumme eine auße gewöhnlichen Ve langsamung de Umlau ge-
schwindigkei zuzusch eiben. Zum Teil handel es, sich bei diese Ve ände ung de
Zahlungsgewohnhei en um Zwangsspa en ode „Zwangsho en".
2 Wilhelm Lau enbach, K edi olumen und Bankenliquidi ä . Banka chi
om 1. 3. 1939. De selbe. Liquidi ä spoli ik. Banka chi om 1.4.1939.1— Vgl. abe
auch den e was ande sa igen Gedankengang on Ca l Fohl, Geldschöp ung und
Wi scha sk eislau . München und Leipzig. 1937 S. 115 ui^d an ande en S ellen.
8 Die Bewegung des K edi olumens häng nach Lan enbach ab on d ei
Bes immungsg ünden: on de S euung de In es ionen, om Spa en de Nich -
un e nehme und on de Loh summe.
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351 Elemen e eine olkswi scha lichen Theo ie des Kapi alma k es 35
sich die Ve bindung nich so ein ach o s ellen, wie es
—
in unbewuß e
Anlehnung an die klassische Theo ie
—
meis geschieh .
Auch das Bedü nis de Un e nehme nach Ablösung on Bank-
k edi en du ch Appell an den Kapi alma k is nich unmi -
elba mi dem In es i ions olumen gekoppel . Gewiß we den im Kon-
junk u au schwung am meis en neue Emissionen dem Kapi alma k
zuge üh . Selbs wenn man abe die Mi elbescha ung aus ande en
Quellen in Rechnung s ellen könn e, wä e de Emissionsum ang kein
ge eues Spiegelbild des In es i ionsbeda s. Auch in Zei en de De-
p ession können Un e nehme Anlaß haben, an den Kapi alma k
he anzu e en, e wa weil die Banken illiquide gewo den sind1 und au
Konsolidie ung al e K edi e d ängen. Komm dadu ch ein Angebo
am Kapi alma k zus ande, so sinken die P eise und E ek enku se.
Die Ve mögensbesi ze we den dadu ch zu Übe nahme de Emissionen
ange eg .
E s ech is de Re lex de In es i ionsbewegung au dem Kapi al-
ma k abgeschwäch und e ze , wenn de S aa die S elle des in-
es ie enden Un e nehme s einnimm (§§ 58/59). Nich nu gil auch
hie die En las ung des K edi olumens du ch das Wiede e ügba -
we den des im e s en Anlau gescha enen Gi algeldes2, sonde n es
komm hinzu, daß de S aa p ak isch unbeg enz e Möglichkei en ha ,
selbs liquide Mi el be ei zus ellen. Seinen Ba geldbeda deck e
du ch Scha zwechselbegebung bei de No enbank. Sind du ch die
No enbank e assung G enzen gese z , so kann de S aa eigene Kassen-
scheine ausgeben ode e kann ü die Ausgabe on Da lehnskassen-
scheinen und ande en Zahlungsmi eln so gen. Den ande en K edi -
banken kann e diskon ähige Papie e zulei en, die länge be is e sind
als die Handelswechsel de p i a en Un e nehme . Wäh end die Banken
bei K edi gabe an P i a e zu Wiede he s ellung ih e Liquidi ä
die Un e b ingung on We papie en b auchen, i diese No wendig-
kei bei K edi gabe an den S aa nich au . Die Liquidi ä wi d den
Banken du ch die begebenen S aa s i el oll zu Ve ügung ges ell .
Indem de S aa seine Papie e ü diskon ähig e klä , „ e leih "3 e
den Emp änge n Liquidi ä .
Gleichwohl kann na ü lich de S aa Anleihen emi ie en, die am
Kapi alma k un e geb ach we den. E wi d dies un, um seine
schwebende Schuld nich übe mäßig anschwellen zu lassen und um
du ch He anziehen de Spa e eine in la o ische En wicklung zu e -
1 Das is wegen des Ein ie ens on K edi en in de Dep ession meis ens de Fall.
2 Daß das K edi olumen in Deu schland in den Au schwungsjah en on 1933 an
nu seh wenig s ieg, e klä sich aus dem da ges ell en Sach e hal . In g oßem
Um ang anden damals K edi ilgungen s a .
3 Nach eine Fo mulie ung on Ges ich.
3*
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36 O o Vei [36
hinde n. Ande s als bei p i a en K edi nehme n b auchen abe die
Banken beim S aa nich als Mahne de Konsolidie ung au zu e en.
Die S aa s e schuldung e weis die Banken an den Geldma k (§ 56),
de liquidi ä smäßig alles leis e , was sie b auchen1. Wi sehen also, daß
die These, de Zins we de du ch den K edi beda ü In es i ionen
beein luß , bei s aa liche In es i ion e s ech nu beding ich ig is .
2. Ziehen wi nun den P oblemk eis on Zins und Kapi alma k
wei e , so komm zunächs die Eigen e zinsung des Un e nehme -
kapi als in Be ach , die sich ausd ück im Kapi alzins (§ 71). E
e gib sich aus den Ne og enze ägen, die bei de Anlage in un e -
nehme ischen In es i ionen zu e wa en sind. Diese G enze äge we -
den zwa in Geld ausged ück ; ü ih Zus andekommen sind jedoch
p imä Vo gänge de Gü e p oduk ion maßgebend, wie sie in p äg-
nan e Fo m Wal e E u c k e n im Anschluß an Böhm-Bawe k da -
geleg ha . Danach is G undlage des Kapi alzinses die „We schwel-
.lung" de P oduk ions ak o en du ch Einschlagen e länge e P o-
duk ions wege sowie die „Rück e se zung" de in den P oduk ions-
p ozeß eingespann en Gü e und Leis ungen. Sekundä wi k abe auch
de Geldzins an de Höhe de Ne oe äge mi , da e die Kos en de
Bescha ung des zu In es i ion e o de lichen K edi s mi bes imm .
Den so an allenden Kapi alzins umsch eib K e y n e s in seine Theo ie
de ma ginal e iciency o capi al. De Höhe nach ha de Kapi alzins
eine be äch liche S euung. E läß sich nich wie de Geldzins au
einen Du chschni sspiegel b ingen. Dagegen is e da s ellba als Ku e
de allenden G enze äge, die an einem bes imm en Punk — dem
Punk des W i c k s e
11
sehen Gleichgewich s
—
on de Ho izon ale des
Geldzinses geschni en wi d2.
De En s ehung nach is om Kapi alzins abzulei en die E ek i -
e zinsung ode Rendi e on G unds ücken, Be eiligungen und We -
papie en, die sich abgekü z bezeichnen läß als E e k e n z i n s. E
komm zum Ausd uck in den P eisen de Kapi alma k we e bzw. den
E ek enku sen. Diese s ellen sich im wesen lichen nach de Höhe des
Geldzinses ein, so daß de Kapi alzins ü den S and des E ek en-
zinses ohne Belang is . De E ek enzins is eine Funk ion des
Geldzinses.
Die G ünde da ü liegen eine sei s in Disposi ionen de Un e -
nehme , ande sei s im Ve hal en de Ve mögensbesi ze . Bei de Wahl,
1 De Un e schied on Geldma k und Kapi alma k läß sich du ch den Liqui-
di ä sg ad de gehandel en Papie e umsch eiben.
2 My dal de inie den Kapi alzins im Anschluß an den „ ealen" ode „na ü -
lichen" Zins on W i c k s e 11 als „E agsquo e des Realkapi als". Guna My dal,
De Gleichgewich sbeg i als Ins umen de geld heo e ischen Analyse. In: Bei-
äge zu Geld heo ie. He ausgeg. on F . H a y e k. Wien 1933 S. 394.
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Elemen e eine olkswi scha lichen Theo ie des Kapi alma k es 37
ob e seinen K edi beda du ch Bankk edi ode du ch E ek enaus-
gabe decken soll, wähl de Un e nehme den Weg, de mi den ge-
ings en Zinskos en belas e is 1. De Zins ü Bankk edi lieg zwa
übe dem Geldzins, abe e s eh mi ihm in Zusammenhang und be-
weg sich pa allel zu ihm. Dahe ich e sich auch de Zins, den de
Un e nehme ü E ek enk edi zu zahlen be ei is , nach dem Geld-
zins. Von de Sei e des Ve mögensbesi ze s wi d de Zusammenhang
on E ek enzins und Geldzins dadu ch he ges ell , daß bei de En -
scheidung übe die Anlage on Ve mögen in Kapi alma k we en de
Geldzins als Kapi alisie ungs ak o dien . Da de Zins, de bei An-
lage in Bankgu haben e ziel wi d, eben alls eine Funk ion des Geld-
zinses is , muß de E ek enzins e was höhe liegen, um den Ve mögens-
besi ze zu de wenige liquiden Kapi alma k anlage zu e anlassen.
Die Spanne zwischen E ek enzins und Geldzins wi d ge ade so g oß
sein, daß sie als Äqui alen ü den Ve zich au den höhe en Liqui-
di ä sg ad on Bankgu haben emp unden wi d. En e n sich de
E ek enzins s ä ke om Geldzins, so wächs die Nach age am Kapi al-
ma k . Dadu ch s eigen die Ku se, und de E ek enzins sink . Nähe
sich ihm de Geldzins sowei , daß die Di e enz ü den ge inge en
Liquidi ä sg ad de Anlage in E ek en kein Äqui alen meh gewäh ,
so s eb das Geldkapi al in die liquide e Deposi enanlage zu ück, und
das Spiel des Ausgleichs de Zinssä ze beginn in umgekeh e Rich ung.
So wi d de E ek enzins au lange Sich s e s so wei übe dem
Geldzins liegen, als es du ch die Neigung zu liquide e Anlage beding
is . Das e klä zum Teil den Sinn de liquidi y-p e e ence-Theo ie on
K e y n e s. Na ü lich un e lieg de Liquidi ä sd ang e heblichen
Schwankungen und Un e schieden. Ganz e lie e abe seine Bedeu-
ung niemals. Sieh man on de so beding en Spannung zwischen
E ek enzins und Geldzins ab, so endie de e s e e au die Daue
dazu, dem le z e en''sich anzupassen2. So is es doch schließlich de
Geldzins, de als eigen liche Mo o de Kapi alma k -
bewegungen anzusehen is .
VII. De in e na ionale Kapi alma k
Je nähe wi den Einzelp oblemen kamen, die eine olkswi scha -
liche Theo ie des Kapi alma k es au wi , um so meh muß en An-
deu ungen genügen, de en Ausa bei ung im b ei e en Rahmen o -
behal en bleib . Das gil ganz besonde s, wenn die bishe eingehal ene
1 E ha diese Wahl im p ak ischen Einzel all nich imme . Dennoch mach de
Ve gleich de Zinskos en ü den Finanzie ungsweg, im g oßen gesehen, iel aus,
2 Vgl. P e i s e , a. a. 0. S. 277 .
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38 O o Vei [38
Vo ausse zung de geschlossenen Wi scha e lassen wi d zu-
guns en eine Analyse des o enen Sys ems, in welchem die P o-
bleme des in e na ionalen Kapi al e keh s sich anmelden. Bei einem
Eingehen au diese P obleme is Gegens and de Un e suchung nich
nu de eigen liche Ak de Kapi alanlage, sonde n auch die geldliche
T ansak ion, die Geldübe weisung on Land zu Land mi ih em be-
sonde en F agenk eis. Hie sind wi zu äuße s e Knapphei genö ig ,
weil die P obleme zum Teil in ein ande es Gebie hinein üh en, in
das Gebie de Zahlungsbilanz heo ie, dessen E schließung im ge-
gebenen Rahmen ohnehin nich möglich und no wendig is . Lediglich
gewisse Un e schiede und gewisse Pa allelen zwischen dem Kapi al-
ma k de geschlossenen und de o enen Wi scha sollen he o -
gehoben we den.
Die heo e ische Kons uk ion de geschlossenen Wi scha ha
eine une wa e e Wi klichkei snähe e lang du ch die he me ische Ab-
dich ung g oße Wi scha sgebie e, die heu e mi Hil e de Zwangs-
kon olle des gesam en Zahlungs e keh s zuwege geb ach wi d. Mi
einem o enen Sys em is nu zu echnen, wenn und sowei eine kom-
munizie ende Ve bindung zu Außenwel du ch Goldwäh ung
ode mindes ens du ch eien De isenma k o handen is .
Einen solchen Zus and machen wi im olgenden zu heo e ischen
Bedingung — wohl wissend, daß in de P axis manche lei Zwischen-
s u en zwischen geschlossene und o ene Wi scha o kommen.
Da es kein einhei liches in e na ionales Geldsys em gib , is die
Geldschöp ungsmach de Banken beg enz du ch die No wendigkei
de Rücksich au den S and des Zinses und de Wa enp eise im Aus-
land. Eine K edi poli ik mi in la o ischem ode de la o ischem E ek
kann im long un nu im Gleichsch i mi dem Ausland be ieben
we den. Abweichungen üh en zu Ve schiebungen de Leis ungsbilanz
(Tendenz zum Aus uh - ode Ein uh übe schuß). Sie we den bei Gold-
wäh ung wiede ausgeglichen du ch die Mechanik de Goldpunk e, bei
eiem De isenma k du ch Spannungen de Zinshöhe und de Gü e -
kau k a de Geldeinhei . Wi d du ch expansi e K edi poli ik de
P eisspiegel in einem Lande meh gehoben als in de Wel wi scha ,
so ließen Gold ode De isen aus dem Expansionsland ab, und de Zins
s eig , wodu ch schließlich wiede die en gegengese z e Tendenz he -
o ge u en wi d. Dahe is im o enen Sys em die Be ei s ellung on
Liquidi ä du ch die Banken nich unbeg enz möglich. Das Geld als
T äge on Liquidi ä is knapp. De Zins wi k als Knapphei sp eis.
E s eig , wenn die Spa ä igkei im Ve gleich zu Geldschöp ung zu
ge ing is . E sink , wenn im Ve gleich zu Geldschöp ung eichlich
gespa wi d.
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