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Pädagogik und Geschlecht als Gegenstand politischer Kämpfe. Zur Analyse rechter, antifeministischer und rassistischer Diskurse

Author: Tagung "Pädagogik und Geschlecht als Gegenstand politischer Kämpfe" (2023 : Flensburg)
Publisher: Opladen • Berlin • Toronto : Verlag Barbara Budrich
Year: 2025
DOI: 10.25656/01:34142
Source: https://www.pedocs.de/volltexte/2025/34142/pdf/Bergold-Caldwell_et_al_2025_Paedagogik_und_Geschlecht.pdf
Be gold-Caldwell, Denise [H sg.]; Blum, Rebekka [H sg.]; Dangela , Ma ina [H sg.]; G enz, Juno [H sg.]; Mau e ,
Susanne [H sg.]; Thon, Ch is ine [H sg.]
Pädagogik und Geschlech als Gegens and poli ische Kämp e. Zu Analyse
ech e , an i eminis ische und assis ische Disku se
Opladen • Be lin • To on o : Ve lag Ba ba a Bud ich 2025, 389 S.
Quellenangabe/ Re e ence:
Be gold-Caldwell, Denise [H sg.]; Blum, Rebekka [H sg.]; Dangela , Ma ina [H sg.]; G enz, Juno [H sg.];
Mau e , Susanne [H sg.]; Thon, Ch is ine [H sg.]: Pädagogik und Geschlech als Gegens and poli ische
Kämp e. Zu Analyse ech e , an i eminis ische und assis ische Disku se. Opladen • Be lin • To on o :
Ve lag Ba ba a Bud ich 2025, 389 S. - URN: u n:nbn:de:0111-pedocs-341421 - DOI:
10.25656/01:34142; 10.3224/84743116
h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-341421
h ps://doi.o g/10.25656/01:34142
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DIPF | Leibniz-Ins i u ü Bildungs o schung und Bildungsin o ma ion
In o ma ionszen um (IZ) Bildung
E-Mail: [email p o ec ed]
In e ne : www.pedocs.de
Denise Be gold-Caldwell
Rebekka Blum
Ma ina Dangela
Juno G enz
Susanne Mau e
Ch is ine Thon (H sg.)
www.bud ich.de
ISBN 978-3-8474-3116-9
9783847 431169
Ti elbildnachweis: Ch is ine Thon
(Ex em) Rech e, assis ische und an i eminis ische Mobilisie ungen e su-
chen pädagogische und bildungspoli ische Themen zu e einnahmen und
gesellscha liche Anschluss ähigkei he zus ellen. De Band be ass sich
mi diese En wicklung, e deu lich posi ionie e Gegenna a i e und ana-
lysie , wie die „Neue Rech e“ emanzipa o ische Pädagogik ang ei , und
eigene au o i ä e E ziehungs- und Bildungskonzep e o mulie .
Die He ausgebe innen:
Denise Be gold-Caldwell, Ve .-P o . ü E ziehungswissenscha mi dem
Schwe punk Geschlech e o schung, Ins i u ü E ziehungswissenscha ,
Eu opa-Uni e si ä Flensbu g
Rebekka Blum, Wissenscha liche Mi a bei e *in im A bei sbe eich
Geschich sdidak ik, Fachbe eich Geschich e und Kul u wissenscha en,
Uni e si ä Ma bu g
Ma ina Dangela , Wissenscha liche Mi a bei e in im A bei sbe eich
Geschlech e o schung, Ins i u ü E ziehungswissenscha en, Eu opa-
Uni e si ä Flensbu g
Juno G enz, Wissenscha liche Mi a bei e in im A bei sbe eich Geschlech-
e o schung, Ins i u ü E ziehungswissenscha en, Eu opa-Uni e si ä
Flensbu g
Susanne Mau e , bis 2022 P o esso in ü E ziehungswissenscha mi
dem Schwe punk Sozialpädagogik an de Philipps-Uni e si ä Ma bu g
Ch is ine Thon, bis 2025 P o esso in ü E ziehungswissenscha mi
Schwe punk Geschlech e o schung, Ins i u ü E ziehungswissenscha -
en, Eu opa Uni e si ä Flensbu g
Pädagogik und Geschlech
als Gegens and poli ische Kämp e
Pädagogik und Geschlech
als Gegens and poli ische Kämp e
D. Be gold-Caldwell, R. Blum, M. Dangela , D. Be gold-Caldwell, R. Blum, M. Dangela ,
J. G enz, S. Mau e , Ch. Thon (H sg.)J. G enz, S. Mau e , Ch. Thon (H sg.)
Ve lag Ba ba a Bud ich
Pädagogik und Geschlech
als Gegens and
poli ische Kämp e
Zu Analyse ech e , an i eminis ische
und assis ische Disku se
Pädagogik und Geschlech als Gegens and
poli ische Kämp e
Denise Be gold-Caldwell
Rebekka Blum
Ma ina Dangela
Juno G enz
Susanne Mau e
Ch is ine Thon (H sg.)
Pädagogik und Geschlech als
Gegens and poli ische Kämp e
Zu Analyse ech e , an i eminis ische
und assis ische Disku se
Ve lag Ba ba a Bud ich
Opladen • Be lin • To on o 2025

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Na ionalbibliog a ie; de aillie e bibliog a ische Da en sind im In e ne übe
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ISBN 978-3-8474-3116-9 (Pape back)
eISBN 978-3-8474-3251-7 (PDF)
DOI 10.3224/84743116
Umschlagges al ung: Be ina Leh eld , Kleinmachnow – www.leh eld g aphic.de
Ti elbildnachweis: Ch is ine Thon
5
Inhal
Vo wo und Danksagung ................................................................................ 9
I. Zu Ein üh ung
Denise Be gold-Caldwell, Ma ina Dangela , Juno G enz
Die pos mig an ische Gesellscha als Aus agungso
an i eminis ische , assis ische und ech sex eme Disku se ....................... 13
II. An i eminismus und Au o i ä e S ömungen als
(T ans-)Na ionale Phänomene
Rebekka Blum
An i eminis ische Mobilisie ungen in ansna ionale Pe spek i e ............... 29
Johanna Sigl, Juliane Lang
F auen- und Quee eindlichkei in ech em Gewal handeln .......................... 43
Vik o ia Rösch
T adwi es und Rech e Mom luence innen – Rech e Bilde on
Mu e scha in den Sozialen Medien ............................................................ 55
Judi h Goe z
„Inakzep able F ühsexualisie ung“ und „ungus iöse
Sexualisie ungsp opaganda“ – Kinde buchlesungen on D agqueens
im Visie an i eminis ische Ang i e au sexuelle Bildung .......................... 69
Funda Hülagü Demi bilek
An i-gende Ideology as Social Pa hology o Righ s? An i- eminis
Mobiliza ion and he Poli ics o Child Well-Being in Tu key ....................... 87
Jenni e Degne -Man oan
An i eminis ische Ne zwe ke: Die deu sche Männe ech sbewegung ......... 107
6
Gwenaëlle Pe ie
De Bildungsbe eich als wi ksames Mobilisie ungs eld ü
An i-Gende -Ak i is *innen in F ank eich – disku ie am Beispiel de
Kon o e se um eine inklusi e, geschlech e ge ech e Sp ache ................... 125
Rajni Pal iwala
The Hindu a Educa ional P ojec : One Na ion, one Religion, one
Cul u e, wo Gende s ................................................................................... 143
Z. Ece Kaya
We mach (die) Geschich e? An iemanzipa ion und An i eminismus
in de deu schen Pädagogik als he scha simmanen e Wissenscha
im Kolonialismus und im NS ....................................................................... 163
III. An i eminismus und Neu ech e Aneignungs e suche des
Pädagogischen
Juno G enz
Pädagogik als Schaupla z an i eminis ische Me apoli ik ............................ 183
Meike Sophia Baade
E ziehung, Bildung und die Geschlech e poli ik de Neuen Rech en .......... 201
Julian Sehme , S ephanie Simon
Quee eindliche Mobilisie ung on ech s: Kul u elle
Deu ungskämp e um geschlech liche und sexuelle Viel al und ih e
Bedeu ung ü Bildung und E ziehung ........................................................ 219
Heike Maue
An i eminismen in Bildungskon ex en als Ang i e au die
Gleichhei s- und Pa izipa ions e sp echen on Demok a ie ...................... 239
Ka ja Lell, Bu ak Şengüle
Aşk, Ma k e Ölüm – Rassis ische Kon inui ä en, hegemoniale
Männlichkei en und a ek i e Blickwechsel in Filmbildungs äumen
de Mig a ionsgesellscha ........................................................................... 259
Elija Ho n, Klemens Ke elhu
Umkämp e Kinde und Jugendliche: T ans*, Pädagogik und Poli ik. ........ 279
7
Lucia B uns, Es he Lehne
“E en he oughes Nazis came c ying o me when hey had a b oken
hea ”. Gende - e lec i e pe spec i es on he social-pedagogical
in e ac ion wi h igh -wing you h in he ea ly 1990s ................................... 295
Thea S olle
Sonde zeichen? Nein danke! – Wie Gende s e n & Co aus de Schule
e bann wu den. Eine Analyse on Delegi imie ungss a egien ................ 309
Ch is ine Thon
Rech e Disku se übe Familie und E ziehung – hegemonie heo e ische
Analysen ....................................................................................................... 325
Ch is ophe F i zsche, Susanne Mau e
Is au o i ä e E ziehung schuld am An i eminismus? Ein B ie wechsel
zwischen Sozialpsychologie und E ziehungswissenscha .......................... 335
Sieglinde Jo ni z, Susanne Mau e , Sa ah Meye , We ne Thole
Zwischen Analyse und S ellungnahme: E ziehungswissenscha liche
Pe spek i en au die Neue Rech e im Gesp äch .......................................... 349
IV. S a eines Ausblicks
And ea Pe ö
„Besse e Geschich en“ in de Hochschulbildung – Lis ige S a egien
ü die Geschlech e o schung ode : Was kann man un, wenn man
nich s un kann? Kann de Henke ein Ve bünde e de
Geschlech e o schung sein? ........................................................................ 371
Au o *innen e zeichnis ............................................................................... 385
He ausgebe *innen e zeichnis .................................................................... 389
14
diesem Ma e ial (e ziehungs)wissenscha lich umgegangen we den kann. Be-
ei s seh üh e kann e Ch is ine Thon, dass in dem Zug i au Familien und
in de Einhegung pädagogische Konzep e eine neue e S a egie de ‚Neuen
Rech en‘ zu e o en is , die Sa ah Meye (2022) im Kon as zu den lau en
und e balen Ang i en au demok a ische O dnungen als ‚leise‘ Me apoli ik
bezeichne . Dieses ‚leise‘ me apoli ische P ojek gil es zu analysie en und he-
gemonie heo e isch zu be ach en, weil es insbesonde e die E obe ung des o -
poli ischen Raums is , die eine ‚Kul u poli ik‘ on ech s so e olg eich we den
läss , wie sie de zei is .
Mi de Tagung is es gelungen, einen gemeinsamen Diskussions aum zu
e ö nen, de nich nu ansdisziplinä ausge ich e wa , sonde n auch inne -
halb de E ziehungswissenscha Fo schung zu Rech sex emismus und Ras-
sismus sowie Geschlech e o schung in einen Aus ausch b ach e. Das nun o -
liegende Buch e sammel die in e disziplinä en Bei äge de Tagung, o dne
sie sys ema isie end ein und wi d du ch zusä zliche Bei äge e wei e . Rech s-
ex emismus, ech e Ideologien und auch An i eminismus haben sich sei he
wei e no malisie und an idemok a ische K ä e sind in pa eipoli ischen
Aussagen all äglich gewo den. Auch Zug i e au Bildungsins i u ionen und
eigene Bildungsen wü e demok a ie eindliche K ä e e ah en eine zuneh-
mende No malisie ung. De Band changie dahe zwischen Bes andsau -
nahme, Re lexion und si uie en Gegenen wü en.
Die Sys ema isie ung und le z lich auch die Ve knüp ung de e schiede-
nen Kon ex e is nich zule z de publizis ischen, o schenden und Ne zwe ke
knüp enden A bei on Ch is ine Thon zu e danken, die on außen dispa a
wi kende Themens änge und Auseinande se zungen schnell in einen Zusam-
menhang b ach e und Pe sonen aus e schiedenen Kon ex en zu Teilhabe in
gemeinsamen Fo en einlud. Nich zule z aus diesem G und is die Mul ipe -
spek i i ä dieses Bandes en s anden, die ih en e ziehungswissenscha lichen
Fokus dennoch nich einbüß . De Band leis e einen Bei ag dazu, die Ne z-
we ke, Theo eme und S a egien neu ech e und an idemok a ische Ak-
eu *innen in den Felde n Pädagogik, Bildung, E ziehung, Familie und auch
da übe hinaus sich ba zu machen, mi dem no ma i en Ziel e bunden, die
ha mlos e scheinenden ‚leisen‘ Me apoli iken au zuzeigen und Ansä ze ü
mögliche Gegens a egien zu en wickeln.
Ande s als die Bei äge on Rebekka Blum und Juno G enz in Teil 1 und 2
des Bandes, nimm die o liegende Einlei ung keine sys ema ische Ein üh ung
in die Auseinande se zung und um An i eminismus und ech e Ideologien
o ; ielmeh e olg sie das Ziel, einen gesellscha s heo e ischen Einblick
au Zusammenhänge zu e mi eln und eine Rahmung o zunehmen. In die-
sem ein üh enden Bei ag gehen wi deshalb zunächs au En s ehungskon-
ex e und Hin e g undbedingungen de Ve knüp ung on Ideologien de Un-
gleichhei bei gleichzei ige Pos ulie ung de menschlichen Gleichhei ein und
e deu lichen hie , wie o dem Hin e g und eine pos mig an ischen Gesell-

15
scha sanalyse de ech e Kamp , um Hegemonie zu e s ehen is (1). In einem
zwei en Sch i s ellen wi e schiedene Zusammenhänge zwischen Rassismus
und An i eminismus da , besonde s um he o zuheben, wie sie auch au einan-
de e weisen können (2) und um sie im d i en Sch i o dem Hin e g und
eine pos mig an ischen Gesellscha zu lesen (3). Ab undend nimm diese
Ein üh ung Bezug au Gegenna a i e und demok a isie ende Ho izon e, die
im Buch eben alls angesp ochen we den (4).
2 Die Ambi alenz de Mode ne
Die Mode ne e schein häu ig als de Beginn des Gleichhei s e sp echens alle
Menschen und gleichzei ig wi d sie in iele lei Hinsich als zen ale Kon ex
und Beginn e schiedene Ideologien de Ungleichhei be ach e . Neben ex-
plizi kolonialismusk i ischen Fo sche *innen (Cas o Va ela/Dhawan 2015; s.
Kaya in diesem Band) e weisen auch Geschlech e o sche *innen (Klinge
2006), Gesellscha s heo e ike *innen (Bauman 2022) und kapi alismusk i i-
sche Theo ie- und Fo schungspe spek i en (Al husse 1977) au die Ambi a-
lenz de Mode ne. Die in diesem Zei aum en s andenen Ideologien de Un-
gleichhei eine sei s und das Ve sp echen de Gleichhei ande e sei s, läss sich
als Ambi alenz auch in den E ziehungs- und Bildungskonzep ionen de Mo-
de ne wiede inden, die sich in die en s ehende Pädagogik kons i u i ein-
sch eib . Nich zule z deshalb inden ech sex eme, assis ische und an i emi-
nis ische K ä e auch ih en Ausd uck in pädagogischen Kon ex en bzw. wi d
Pädagogik als Vehikel genu z , um Ideologien de Ungleichhei zu es igen
ode zu e b ei en. Denn noch imme kann – auch übe pädagogische Maßnah-
men – das Gleichhei s e sp echen de Mode ne in ih Gegen eil e keh und
besonde s im Hinblick au ech sex eme Ideologie zu de en Ve b ei ung ge-
nu z we den (Rommelspache 2009).
Besonde s (ex em) ech e Ak eu *innen knüp en an e schiedene Ideolo-
gien de Ungleichhei an – neben Rassismus und An isemi ismus auch An i e-
minismus (Salzbo n 2018) –, um das Gleichhei s e sp echen au zukündigen
und Ungleichhei zu legi imie en.
Rech sex eme Ideologien de Ungleichwe igkei e olgen das Ziel, Un-
gleichhei en zu no malisie en, und e suchen, in das poli ische, p i a e und
kul u elle Feld o zud ingen, um eine Hegemonie hie a chische Posi ionen
du chzuse zen. Besonde s in popula isie en Fo men hal en diese Ideologien
seh iele Anschlussmöglichkei en be ei , weil dahin e liegende an idemok a-
ische P inzipien nich e kann ode e kann we den. Mi Bezug au An onio
G amscis Hegemonie heo ie läss sich on eine Aneignungss a egie de
‚Neuen Rech en‘ besonde s im o poli ischen Feld sp echen. Do muss das
o be ei e we den, was dann die Mach übe nahme e möglich , denn ein
16
poli ische Wechsel muss au kul u ellem Gebie o be ei e we den (s. Baade
in diesem Band). Zu diesem o poli ischen Feld gehö en nich nu Bildungs-
ein ich ungen und Bildung selbs , sonde n auch die amiliä e Umgebung und
das häusliche Um eld; genau au diese Be eiche zielen neu ech e Ak eu *in-
nen ab, indem sie d ei S a egien e wenden: Sie gewinnen (A ikula ions-)
Raum, in dem sie das Feld des Sagba en e schieben und neue Felde de Un-
sagba kei abs ecken (G enz 2025), sie lösen kla e (mo alische) G enzziehun-
gen au und s ellen sich selbs als ha mlos und soga als Op e da (ebd.). Diese
S a egien so gen da ü , dass Beg i e wie „Remig a ion“, „E hnoplu alismus“
und „de g oße Aus ausch“ du ch disku si e Ve schiebungen le z lich auch in
de bü ge lichen Mi e e angen. All diese Beg i e sind zen al ü das me -
apoli ische P ojek de ‚Neuen Rech en‘, sie we den inzwischen abe auch zu-
nehmend in e mein lich neu alen Be ich e s a ungen und Auseinande se -
zungen e wende .
3 Rassismus und An i eminismus als ideologische
Ve sa zs ücke im Rech sex emismus
Rassismus, An isemi ismus und An i eminismus sind Teile ech sex eme und
neu ech e Ideologien. Alle d ei nehmen wenige die indi iduellen/a ek i en
Eins ellungen Einzelne in den Blick, sonde n lassen sich gesellscha s heo e-
isch als Dominanzs uk u en eino dnen (s. ü Rassismus Fo ou an 2020: 13).
Rassismus is zudem au ie Ebenen wi ksam: De indi iduellen, de zwi-
schenmenschlichen, de ins i u ionellen und de gesellscha lichen (Meche-
il/Mel e 2011). Rassismus läss sich somi als O dnungsp inzip be ach en,
das au all diesen ie Ebenen eine Wi kung en al e und le z lich auch in all-
äglichen Zusch eibungen, Ve le zungen bis hin zu Tö ungen e sich lich we -
den kann (Bojadžije e al. 2025). Auch An i eminismus und An isemi ismus
lassen sich au diesen ie Ebenen be ach en, die ineinande g ei en und nu
analy isch oneinande zu ennen sind.
Wäh end Rassismus in de NS-Zei und da o und auch danach als biolo-
gische Un e scheidung he o geb ach wu de, s ell E ienne Baliba schon in
den 1980e Jah en es , dass de Beg i ‚Kul u ‘ ode kul u elle Zusch eibun-
gen eine assi izie enden und es sch eibenden Logik olgen und wi es de -
zei ehe mi eine „Kul u alisie ung on Rassismus“ ode „Kul u alismus“
(Fo ou an 2020: 14) zu un haben bzw. dies im Mi elpunk eine assismusk i-
ischen und pos mig an ischen Analyse s ehen muss. Diese A des Rassismus
geh on g undsä zlich e schiedenen und un e ände lichen Kul u en aus, wo-
bei G uppen on Menschen homogenisie und ihnen Eigenscha en ode Men-
ali ä en zugesch ieben we den (ebd.). Du ch den ela ionalen Cha ak e on
Rassismus is die E zeugung on „Ande en“ an spezi ische his o isch-poli-
17
ische Kon ex e geknüp (ebd.: 16) und e weis imme au beides: die Ve an-
de en und au das Selbs bild de jenigen, die die Ve ande ung o nehmen (Ve-
lho/Thomas-Olalde 2011).
Wenn deu lich wi d, dass die jeweils assi izie e G uppe le z lich aus auschba is , dann
wi d e kenn lich, dass es beim Rassismus nich um die G uppen selbs geh , sonde n um ih e
Funk ion ü den E hal des Selbs bildes, de P i ilegien und de Mach eine Dominanzge-
sellscha (Fo ou an 2020: 17).
Besonde s am Beg i und am Umgang mi den sog. Gas a bei e *innen wi d
die Funk ion „ ü den E hal des Selbs bildes de Dominanzgesellscha “(ebd.)
deu lich, wie Ve onika Kou abas (2021) gezeig ha . Sie a bei e he aus, dass
besonde s Pe sonen, die in de Ve so gungsa bei ä ig wa en, einem Rassis-
mus begegne sind, de „zwischen Au - und Abwe ung“ changie e und in
dem „ge ade das Wechselspiel beide Elemen e ü ,Gas a bei ‘ kennzeichnend
is “ (Kou abas 2021: 294). Deu lich wi d, dass das Elemen de Zuo dnung mi
einem einge loch enen hie a chischen Bezug au das ela ionale Selbs bild de
Dominanzgesellscha diese Fo m de Ve ände ung e s he o b ing und sie
sowohl in eine ma e iellen wie auch symbolisch-disku si en Si uie ung des
Ge-B auchens zu ückläss (Kou abas 2021: 295). Die ka ego iale und (be-
g enz e) Au we ung bei gleichzei ige mone ä e Abwe ung in eine p ekä en
gesellscha lichen S ellung üh diese G uppe in eine ak i e Fo m de A bei s-
k a ausbeu ung und läss gleichzei ig das Selbs bild de Dominanzgesellscha
in ak , dass A bei en wie diese nich on ihnen ausge üh we den (müssen).
Eine solche Kons uk ion un e lieg abe nich nu assis ischen O dnun-
gen, sonde n sie bedien gleiche maßen an i eminis ische Kons uk ionen. An-
i eminismus wi d in diesem Zusammenhang als He scha ssiche ung e -
s anden (Ku z-Sche e al. 2009), dem kein Beg i on Feminismus o aus-
gese z we den muss (s. aus üh lich dazu auch Blum in diesem Band). An i e-
minis ische A ikula ionen – insbesonde e in Zusammenhang mi Rassi izie-
ungen – hal en in sich selbs das Po enzial be ei , sich gegen G uppen on
ma ginalisie en Subjek en zu wenden und diese abzuwe en und gleichzei ig
eine Au we ung de au och honen G uppe o zunehmen (s. auch Lell/Şengü-
le in diesem Band).
Wiede um am Beispiel de Gas a bei e *innen läss sich au eine symbo-
lisch disku si en Ebene zeigen, dass o allem F auen „ o angig als Op e
und Un e d ück e pa ia chale Kul u en homogenisie “ wu den. Vo allem
muslimische ode als muslimisch gelesene F auen „gal en und gel en als nega-
i e Kon as de weißen, deu schen, bü ge lichen F au und dienen dami de
Selbs e gewisse ung als au geklä e und e mein lich geschlech e ge ech e
Gesellscha so dnung“ (Messe schmid 2016: 162 . zi . n. Kou abas 2024:
150). Ul ike Lingen-Ali und Paul Meche il (2020) e weisen au den domi-
nanzkul u ellen Sinn und die a ek i -p ak ische Wi ksamkei de Rücks än-
digkei szusch eibung und s ellen he aus, dass diese „nu e ass we den du ch
eine His o isie ung de Zusch eibungsmus e und eine Analyse his o ische
18
(Dis-)Kon inui ä en de en sp echenden A ek logiken“ (ebd.: 8). Sie e wei-
sen da au , dass de „imaginie e Kö pe de Ande en und nich zule z seine
Sexualisie ung […] zu kul u ellen Plausibilisie ung de imme auch einen
Reiz mi sich üh enden Ge ah , die on ihm ausgeh , eine bedeu same Rolle
[spiel ]. Diese wi d dem Kö pe de mig a ionsgesellscha lichen Ande en, die
im Zuge dieses P ozesses zu Ande en we den, nich zule z übe mig a ions-
gesellscha liche Geschlech e disku se zugewiesen“ (ebd.: 8 .).
Die A ek logiken gil es o allem in de Auseinande se zung mi Rassi i-
zie ungen in ih em an i eminis ischen Gewand nachzu ollziehen. Es is abe
auch wich ig, Geschlech nich nu in seine kul u assis ischen Übe o mung
in ech en Disku sen auszumachen, sonde n gleichzei ig die Einhegungen und
die nach innen gewand en E wa ungshal ungen, Zusch eibungen und Fes -
sch eibungen im Blick zu behal en, denn in diese dicho omen O dnung e ol-
gen ech e Zug i e au Geschlech und Geschlech e e häl nisse auch g und-
sä zlich.
4 Rassismus und An i eminismus in de
Mig a ionsgesellscha
Die ak uelle gesellscha liche Si ua ion zeichne sich du ch eine Ambi alenz
aus, denn eine sei s sind die mig a ionsgesellscha lichen Ve häl nisse no ma-
lisie wo den und doch ode ge ade deswegen gleichzei ig auch s a k in F age
ges ell wo den. Sie we den zum disku si en G admesse eine Deba e um
Zugehö igkei so dnungen, sind abe gleichzei ig on Rassi zie ungen, Kul u -
alisie ungen und auch on ech en Ideologien s uk u ie und bed oh . Es läss
sich eine Zunahme de Ane kennung on Mig a ion als gesellscha liche Re-
ali ä sehen und gleichzei ig zeig sich eine Fo üh ung de Gewal nich nu
gegenübe assi izie en Menschen, sonde n ak uell kann eine Zunahme de
Gewal gegen die Menschen beobach e we den, die sich insgesam gegen Ras-
sismus wenden (Füllek uss e al. 2022: 11 .).
De Beg i Mig a ionsgesellscha (Meche il 2004; Füllek uss e al. 2022)
e weis au die Bedeu ung on Mig a ionsphänomenen, die eine spezi ische
Kons i u ion de gesellscha lichen O dnungen zeigen. Zugleich wi d au ein
Spannungs e häl nis on Mig a ionsphänomenen im Allgemeinen e wiesen.
Es geh um die He s ellung und Wandelung on G enzen und spezi isch um
die Rela ionali ä de Posi ionie ung de Mig a ionsande en zu Nich -Mig a i-
onsande en (Füllek uss e al. 2022: 14). Diese Pe spek i e e schieb die Be-
ach ung on den Mig a ionsande en zu Kon ex en und S uk u en und die
dami einhe gehenden „E möglichungs- und Ve unmöglichungsbedingungen“
(ebd.: 15), die auch du ch assis ische S uk u en und Ins i u ionen gep äg
sind. Mig a ionsgesellscha liche Analysen e s ehen sich als Gegen eil de
19
Pe spek i en, die Beg i e wie Eiwande ungsgesellscha ode Zuwande ungs-
gesellscha nu zen, da die na ionals aa liche Idee in diesen Beg i en mi ans-
po ie wi d, wodu ch die Mig a ions-Ande en imme die Mig a ions-Ande-
en bleiben und als solche he ges ell we den. De Beg i Mig a ionsgesell-
scha „geh in Anlehnung an hegemonie heo e ische Pe spek i en ielmeh
on de B üchigkei und Kon ingenz des s e s umkämp en Sozialen aus“
(ebd.: 15), denn in de Ins abili ä de O dnungen lieg zugleich auch das
T ans o ma ionspo enzial (ebd.). Diese Kon ingenz und B üchigkei we den
on neu ech en S ömungen und Ak eu *innen als e was Konsis en es und
Fes es, als eine A Bed ohung kons uie .
Kommend aus de Kuns und Kul u szene wu de de Beg i Pos mig an i-
sche Gesellscha on eine ak eu szen ie en Pe spek i e zu k i ischen Ge-
sellscha sanalyse ans o mie (Fo ou an 2021: 47). „Das Pos mig an ische
e weis au eine s e ige Hyb idisie ung und Plu alisie ung on Gesellscha -
en, die zwa nich allein du ch Mig a ion e zeug , jedoch an ih en lang e -
handel we den. Mig a ion wi k als zen ale disku si e T eibe in diese Ge-
sellscha und o dne kul u elle E zählungen, na ionale Na a i e und P ämis-
sen de Zugehö igkei neu“ (Fo ou an 2021: 49).
Die Neu e handlungen gesellscha liche O dnungen, die nich on de
Mig a ion an sich ausgehen, sie abe als zen ales auch disku si es Feld e -
handeln, sind in diesen Kon lik um Ane kennung und Zugehö igkei einge-
woben. Als eibende K a des Ke nkon lik es de pos mig an ischen Gesell-
scha sieh Fo ou an (2021) die „Aushandlung und Ane kennung on Gleich-
hei als zen alem Ve sp echen de mode nen Demok a ien, die sich au Plu a-
li ä und Pa i ä als G undsa z be u en“ (ebd.: 13), dies wi d abe du ch die
„Omnip äsenz des Mig a ionsdisku ses e deck “ (ebd.: 14). Zen ale Punk
eine pos mig an ischen Analyse, is es deswegen, den „Fokus au gesell-
scha spoli ische Ke nkon lik e um Ane kennung, Chancenge ech igkei und
Teilhabe zu lenken, die als umkämp e poli ische Gü e auch on Mig an *in-
nen und ih en Nachkommen beansp uch we den“ (ebd.).
Fo ou an (2021: 19) heb d ei zen ale Aspek e im Hinblick au die E klä-
ung on pos -mig an ischen Gesellscha en he o : Zunächs geh es um Ge-
sellscha en, die sich selbs im Hinblick au Aushandlungsp ozesse in de An-
e kennung ein Mig a ionsland bzw. Einwande ungsland gewo den zu sein,
(neu) posi ionie en. Als zwei es Momen e s eh sie da un e Analysen, in de-
nen Mig a ion o de g ündig angesp ochen und es eigen lich um gesellscha -
liche No men und We edeba en geh , wobei hin e de Mig a ions age an-
de e Kämp e ausgeblende we den. Als d i es Momen heb sie he o , dass
pos mig an ische Analysen übe die binä codie e Mig a ionslinie hinaus ge-
hen müssen und hyb ide Zugehö igkei slinien in den Fokus ücken. Ein „mul-
ipa adigma ische( ) Zugang“ (ebd.), in dem die s a ke Fokussie ung de Un-
gleichhei s o schung au die F agen de sozials uk u ellen und ökonomischen

20
Ungleichhei du ch „kul u elle und symbolische, also auch emo ional-iden i i-
ka i e Ansä ze“ e wei e wi d (ebd.: 20).
In de pos mig an ischen Pe spek i e wi d es möglich Rassismus als ge-
sam gesellscha liche Konsequenz zu be ach en (Fo ou an 2020: 12) und
diese auch als ideologische Ve sa zs ücke in ech en und neu ech en Disku sen
zu e kennen. In Deu schland is Rassismus mi Mig a ions agen und de Ab-
weh en sp echende Plu alisie ung geknüp (ebd.: 17 .): „Die Abs ak ion de
Plu ali ä wi d plö zlich g ei ba im Kö pe ‚des Ande en‘, nämlich ‚des Mig-
an en‘, de unge ag G enzen übe sch ei e : na ionale Außeng enzen ebenso
wie iden i ä e, kul u elle und symbolische Zugehö igkei so dnungen“ (ebd.).
Sie schluss olge da aus, dass das no ma i e Pa adox de pos mig an ischen
Gesellscha sich in einem ambi alen en Ve häl nis zwischen dem zen alen
Ve sp echen de demok a ischen Gesellscha en au F eihei und Gleichhei
sowie die Plu ali ä und die Aushandlung on Ane kennung, Chancengleich-
hei und Teilhabe o mie (ebd.: 18). Um abe die Au ech e hal ung on so-
zialen Hie a chien und de en Legi ima ion o zunehmen, beda es eine „No -
mabsenkung“: „Rassismus kann also als ekla an e No mabsenkung e s anden
we den, bei de den nich dominan en G uppen die Schuld an ih e sozialen
Benach eiligung zugesp ochen wi d“ (ebd.).
Die de zei ige und schon lange andaue nde Zunahme an i eminis ische ,
assis ische , au o i ä e , ech e und ech sex eme Na a i e, Disku se und
Gewal a en kann deshalb eine sei s o dem Hin e g und gelesen we den, dass
diese No mabsenkung spezi isch als hegemoniale S a egie e angen ha ,
ode sie kann ande e sei s o dem Hin e g und e s anden we den, dass die
pos mig an ische Gesellscha schon on Beginn an au S uk u en und Ideo-
logien de Ungleichhei au gebau wa , die lange Zei e deck , nun abe ziem-
lich o ensich lich F üch e äg .
Denn, wie Ve onika Kou abas es häl , gab es zwa eine Ve ände ung des
Blicks au Mig a ion e wa sei den 2000e -Jah en in Deu schland (z.B. e kenn-
ba du ch die Ände ung des S aa sbü ge scha s ech s) (Kou abas 2021: 61).
Es läss sich abe gleichzei ig auch on eine Zunahme assis ische und ech s-
populis ische poli ische Disku se und die Posi ionie ung on „sog. Volkspa -
eien als Ve e e _innen de gesellscha lichen Mi e“ sp echen, die nich nu
„o en gegen eine Ve ände ung Deu schlands du ch Fluch /Mig a ion“ (ebd.:
62) sp echen, sonde n auch die Zugehö igkei beispielsweise on Muslimin-
nen o en in F age s ellen. Und nich nu das, mi de Deba e um Thilo Sa a-
zins Buch „Deu schland scha sich ab“ (2010) wu de die Tü zu eine e neu-
en bio- assis ischen Deba e um In elligenz, Kö pe lichkei und Zugehö igkei
in de Mi e de Gesellscha geö ne .
Obwohl eine Pe spek i e au Pos mig a ion es e möglich , „Meh deu ig-
kei in Bezug au iden i ä e Ve o ungen, geog a ische Lebensbezüge, amili-
ale und e wand scha liche Kons ella ionen mi zudenken“ (Lembe ge 2019:
171) und es zugleich e möglich , den Blick au die „Ve lech ungen“ zu we en
21
und zu analysie en, wie „s uk u elle Rassismus beispielweise die pos mig-
an ische Gesellscha un e läu “ (ebd.), schein die Si uie ung, kon on ie
mi zunehmendem Au o i a ismus und Rech sex emismus, noch eine beson-
de e Tie enschä e zu e langen.
5 A ikula ionen und Gegenna a i e in de
pos mig an ischen Gesellscha
Die Pe spek i e au eine Mig a ionsgesellscha , wie sie Paul Meche il u.a.
e e en, und die Pe spek i e au eine pos mig an ische Gesellscha s heo ie,
wie sie beispielsweise on Naika Fo ou an e e en wi d, beg ei en Mig a ion
als „in eg ales und s uk u bildendes Me kmal mode ne Gesellscha en“
(İkiz-Akıncı/Fo ou an 2024: 19). Diese (pos -)mig an ische Gesellscha
zeichne sich nach Fo ou an du ch „Hyb idisie ung und Plu alisie ung on Le-
benswi klichkei en und Iden i ä skons uk ionen“ (ebd.) aus. Als Fak o en ei-
ne gelungenen T ans o ma ion e weis Fo ou an au einen „Umgang mi
Di e si ä “, genauso wie einen „Ga an on Pa izipa ion(smöglichkei en)“
und eine „ö en liche Da s ellung, sowie poli ische und soziale Rep äsen a-
ion“ (ebd.: 20 ., ku si i.O.).
Von eine gelungenen T ans o ma ion sind wi (nich nu de zei ) wei en -
e n ; es läss sich ehe on eine zunehmenden T ans o ma ion in au o i ä e
S uk u en sp echen. Dennoch läss sich es hal en: „Gesellscha pos mig an-
isch zu be ach en, bedeu e , ge ade die ma ginalisie en, nich e zähl en ode
sys ema isch ausgeblende en Geschich en und Biog aphien in den Mi elpunk
zu s ellen“ (Ohnmach 2023: 145). Einen solchen Blickwechsel nehmen nich
nu Ka ja Lell & Bu ack Şengüle im o liegenden Band o . Auch im Bei ag
on Ece Kaya inden sich Gegena ikula ionen und eine Zen ie ung des ande-
en Blicks in de pos mig an ischen Gesellscha . Die Au o in nimm eine his-
o isie ende Pe spek i e ein und zeig , wie die Gewal om Kolonialismus zum
Na ionalsozialismus eich und wie pädagogische Ins i u ionen sowie e zie-
hungswissenscha liche Fo schung da an be eilig sind. Denn die Pe spek i e
de pos mig an ischen Gesellscha e möglich nich nu , die gesellscha lichen
P ozesse on O he ing in den Blick zu nehmen, sonde n auch den Fo schungs-
p ozess selbs „gemäß de pos kolonialen In e en ion“ in den Fokus de Wis-
senscha sk i ik zu se zen (Siou i e al. 2022: 15) und dami die „Si uie hei
de Fo schung“ (ebd.: 16) (auch de his o ischen) zu e lek ie en. Die den Fo -
schungsp ozess lei ende F age is : „[W]e o sch übe wen, wie und in wel-
chem Rahmen?“ (ebd.).
Die Pe spek i e au eine pos mig an ische Gesellscha e o de nich zu-
le z die Annäh ung an und die unbeding e Nu zung on T ansdisziplina i ä ,
um die G enzen de O dnungen on Wissensp oduk ion zu e lek ie en. Sie
22
e deu lich auch gleichzei ig den wich igen Einsa z on ac i is esea ch
(ebd.: 17), wie sie auch in (quee -) eminis ischen, assismusk i ischen und an-
de en k i ischen Fo schungen zum T agen komm . Eine pos mig an ische Le-
sea bedeu e , eine „epis emologische Wende und [...] eine adikale In age-
s ellung des binä en Denkens zwischen Mig an *innen und Nich -Mig an *in-
nen“ (Yildiz 2021: 25, ku si i.O.) o zunehmen. Eine pos mig an ische Lesa
bedeu e o allem ein non-dualis isches E kenn nisp inzip und eine e kenn -
nis heo e ische Ve schiebung (Yildiz 2022: 32). Es gil das „essenzialisie ende
Di e enzdenken zu en na u alisie en und als soziale Kons uk ionen sich ba
zu machen“, z.B. in Hinblick au die Be ach ung on Mig a ion und Mobili ä
(ebd.: 35) ode on O he ing P ozesse auch inne halb de Fo schung. „Eine
k i ische Hal ung gegenübe dominan en na ionalen Deu ungen und de dazu-
gehö igen Geschich ssch eibung is das Ma kenzeichen pos mig an ische S u-
dien. Un e pos mig an ische Geschich ssch eibung is gleichzei ig eine pos -
na ionalis ische Fo m de His o iog a ie zu e s ehen“ (ebd.: 47).
Die pos mig an ische Lesa de Wi klichkei is als ein Ve such zu e s ehen, die Pe spek-
i en und E ah ungen jene zu Sp ache zu b ingen, die im Sinne des dominan en eu ozen -
ischen Wel bildes als ›nich mode n‹, ›nich zi ilisie ‹, ›nich au geklä ‹ und ›nich eman-
zipie ‹ e o e wu den und we den. Im Gegensa z zu gängigen na ionalen Na a i en wi d
im pos mig an ischen Disku s nich nach in eg a i en Leis ungen on Menschen ge ag , die
ein wesen liche Bes and eil de Gesellscha sind, es ücken ielmeh P ozesse on En o ung
und Neu e o ung, Meh deu igkei und G enze ah ungen ins Zen um (Yildiz 2022: 46).
En sp echend sind Subjek i ie ungs agen auch in e sek ional und dekolonial
zu denken (Spies/Tuide 2022; Be gold-Caldwell 2020). Im Sinne de Gegen-
a ikula ion und des Empowe men s sind diese A ikula ionen auch o dem
Hin e g und eine Aneignung und Rückbeziehung zu e s ehen, die sich in
hyb iden Räumen Bahn b echen kann und gleichzei ig als pos mig an ische
Kompe enz (Akbaba/Wagne 2024) deu lich wi d.
Mi Blick au die gesellscha lichen Ve häl nisse in de pos mig an ischen
Gesellscha s ellen sich Fo de ungen nach Pa izipa ion und Inklusion, welche
als ineinande e sch änk gesehen we den können. Auch in de pädagogi-
schen P axis we den die gesellscha lich e ablie en Dominanz- und Disk imi-
nie ungs e häl nisse sich ba und s ellen dami dem ans o ma i en Po enzial
de E ablie ung on Teilhabe und Inklusion eine Ba ie e. Das Fo schungsp o-
jek on Bos anci (2023) zu Gelingensbedingungen ü Inklusionsp ozesse in
den ühkindlichen Bildungsein ich ungen komm zum zen alen E gebnis,
dass die ins i u ionelle E ablie ung on en sp echenden Le n äumen ü die pä-
dagogischen Fachk ä e eine de zen alen Fak o en is .
Es b auch Räume, die e möglichen, auch die gesellscha lichen Ve häl nisse zu e s ehen,
und zwa au allen Ebenen, au indi iduelle , s uk u elle und his o ische Ebene. Das ei-
gene E leben zu e lek ie en, au de ak uellen und biog a ischen Ebene, is no wendig, um
das Eingebunden-Sein diese Ve häl nisse nach ollziehen zu können (ebd.: 176 .).
23
In diesem Sinne b auch es Räume de ak i en Auseinande se zung und Re le-
xion eine sei s, es b auch ande e sei s Ebenen de Auseinande se zung mi
den Ve sch änkungen und zu gu e Le z auch Ressou cen, um diesen Wide -
sp üchen, Ve ände ungen und auch de Gewal begegnen zu können.
6 Gegenna a i e und ein Fazi
Analysen, die sich mi Rech sex emismus beschä igen, un das häu ig nich
o dem Hin e g und eine pos mig an ischen Gesellscha , in de die Ve le -
zung, Di amie ung und Ausg enzung de Ande en imme die de Mig a i-
ons-Ande en bleib und wenig hin e ag wi d. Mi eine pos mig an ischen
Pe spek i e wi d jedoch die No m e le zung und -he abse zung gegenübe
Mig a ions-Ande en deu lich he o gehoben; eine Pe spek i e, die wi hie
einmal deu lich machen woll en. Mi unse em Au schlag woll en wi eine wei-
e e Tie enschä e be ei s ellen, die neben Rassismus auch An i eminismus als
Ideologie beg ei , die sich in eine pos mig an ischen Gesellscha , assis i-
sche S e eo ypisie ungen bedien .
Obwohl die Analysen in diesem Buch g öß en eils nich explizi au die
pos mig an ische Gegenwa sanalyse Bezug nehmen, wenn sie hinsich lich
neu ech e und an i eminis ische A ikula ionen und Zuspi zungen Sys ema-
isie ungen o nehmen, geschieh dies doch o dem Hin e g und eines iel-
schich igen Gesellscha s e s ändnisses, zu dem auch eine pos mig an ische
Pe spek i e gehö .
„The e is always a be e s o y“, so häl And ea Pe ő in ih em Abschluss-
bei ag des Bandes es . T o z des ep essi en Ve lus es de eigenen S elle und
olgend de Schließung de Gende S udies Zen en in Unga n und de no we-
nigen (Wissenscha -)Mig a ion. Sie s ell sich die F age: „[W]ha can you do,
when you hink no hing can be done?“ und sie gib uns einige Hinweise, die in
Zei en wie diesen, in Zei en eine kollek i en und disku si en Ve dich ung on
au o i ä en und ech en Na a i en und S uk u en doch noch an die eigene
S imme glauben läss . Zunächs e weis sie au eine S a egie des kollek i en
Teilens de eigenen Geschich e und des eigenen ( ielleich auch besse en)
Du chkommens und e weis au die poli isch-s a egische Wi kung diese
Kollek i ie ung. Sie häl uns an, besonde s in diesen Zei en in ö en lichen
Deba en engagie zu sein und sich nich zu ückzuziehen. Es soll da um ge-
hen, wie P obleme gelös we den können und wenige da um, in echnologi-
schen F agen zu e ha en. Denke übe deinen Wide zugang nach, da übe wie
du sch eiben und sp echen kanns . Sei p äsen und pass au dich au .… und
las bu no leas : S op sleepwalking!
30
eak ionä en, ch is lich- undamen alis ischen und ech en Ak eu *innen domi-
nie en Demons a ionen „Mani pou ous“. Bis zu hunde ausend Menschen
nahmen an den Demons a ionen eil (Ball 2014). Sie dien en als Vo bild ü
wei e e ech e Mobilisie ungen in Eu opa mi ähnlichen Inhal en, z.B. die
„Demo ü Alle“ in Deu schland, die „Familien Allianz“ in Ös e eich, „U ime
Obi elji“ (‚Im Namen de El e n‘) in K oa ien; „Ai o a iolii o“ (‚Ech e Ehe‘)
in Finnland; „La Mani Pou Tous-I alia“ (‚Die Demons a ion ü alle‘) in I a-
lien; „Alianca za Rodinu“ (‚Allianz ü die Familie‘) in de Slowakei; und
„Coali ie pen u Familie“ (‚Koali ion ü die Familie‘) in Rumänien (Da a
2021).
Im Folgenden wi d die Ve wobenhei on An i eminismus mi ech en En -
wicklungen au de Basis heo e ische Analysen eingeo dne . Hie zeig sich
be ei s die gesellscha liche Anschluss ähigkei an i eminis ische Inhal e übe
Geschlech e bilde , die in e schiedenen Gesellscha en und Milieus ge eil
we den. Anschließend wi d die Ve sch änkung on An i eminismus mi Ras-
sismus e deu lich und he ausgea bei e , wa um ein Ve s ändnis on An i e-
minismus als eigens ändige K a und nich nu als Gegenbewegung zu emi-
nis ischen Mobilisie ungen sowohl inhal lich sinn oll als auch no wendig is ,
um Ausschlüsse in eminis ischen Bewegungen nich zu ep oduzie en. Dazu
wi d das Ve s ändnis on An i eminismus als Absiche ungsk a pa ia chale
Ve häl nisse o ges ell . Dieses Ve s ändnis e möglich es, die e schiedenen
in diesem Kapi el zusammenge ass en Bei äge un e dem Dach des Beg i s
An i eminismus zu bündeln und o z egionale , zei liche und (sub)kul u el-
le Un e schiede die Gemeinsamkei en de En wicklungen zu e assen.
2 An i eminismus als zen ale Bes and eil on ex em
ech em und au o i ä em Denken
An i eminismus als zen ales Elemen ex em ech e Ideologie zu beg ei en,
is noch ela i neu und eminis ischen In e en ionen in de A bei und Fo -
schung zu ex emen Rech en zu e danken (u.a. AK FE. IN 2019; Goe z 2018;
Haas 2020a; Lang 2017). Die Auseinande se zung s eh auch im Zusammen-
hang mi ech en Anschlägen, die sowohl an isemi isch und assis isch als auch
an i eminis isch mo i ie wa en. So beg ünde en die A en ä e on Halle
(2019, Deu schland), El Paso (2019, USA), Oslo/U øya (2011, No wegen) und
Ch is chu ch (2019, Neuseeland) ih e Ta en mi dem wahnha en Glauben an
die Ge ah eines „G oßen Aus auschs“2 (Haas 2020b; Sande s 2020; Kaya
i.d.Bd.).
2 Das Ve schwö ungsna a i des ,G oßen Aus auschs‘ behaup e , dass Masseneinwande ung
zu einem Aus ausch de als weiß imaginie en ,u sp ünglichen‘ Be ölke ung Eu opas ode

31
Doch nich nu anhand diese gewal olls en Ausp ägungen läss sich e -
kennen, dass das ex em ech e Wel bild und o allem die ihm zug undelie-
genden Geschlech e bilde als g undlegend an i eminis isch zu e s ehen sind.
Rech e Wel bilde basie en au dem Glauben an eine e mein lich na ü liche
O dnung, die allein au Zweigeschlech lichkei be uh . Cis Männe n und cis
F auen we den dabei komplemen ä e Eigenscha en zugesch ieben. So we den
F auen klassisch o allem mi A ibu en wie emo ional, passi und ü so g-
lich besch ieben und auch in mode nisie en Va ian en meis als Gegenen wu
(Haas 2020a) zum als kämp e isch, a ional und s a k gel enden Mann gezeich-
ne (Vi chow 2011). Die ex em ech e Pa ole, Männe und F auen seien
„gleichwe ig, abe nich gleicha ig“, be on die jeweils spezi ischen Au ga-
ben und ih e na ü liche Un e schiedlichkei . Judi h Goe z besch eib es als eine
imaginie e Wesens- ode Na u ha igkei de Geschlech e , die ohne wei e e
A gumen e auskomm (Goe z 2018). Eine „eindeu ige“ Geschlech siden i ä
is neben de „e hnischen“ Zugehö igkei ein G undp eile ex em ech en
Denkens und zen al ü die He ausbildung eine kla en Iden i ä . Feminis i-
sche Emanzipa ionsbes ebungen g ei en diese p opagie e Eindeu igkei des
Geschlech s und die da aus esul ie ende Rollen e eilung an. Feminismus
wi d so zum Feindbild eines ech en Wel bildes, das nu zwei Geschlech e
kenn und diese unums ößlich biologisch beg ünde (He mann 2020; Schu z-
bach 2019). Jegliche Ve ände ung de Geschlech e ollen wi d abgelehn und
alle Menschen we den au ih en Pla z, ih e Rolle im zweigeschlech lich kon-
s uie en Ge üge es geleg (Blum/Haas 2025).
3 Die gesellscha liche Ve anke ung on An i eminismus
An i eminismus is , wie gezeig , eine sei s ein zen ale Bes and eil ech e
Ideologie. Zum ande en is An i eminismus als g undlegende Ideologie in pa -
ia chalen Gesellscha en zu e s ehen, die jeweils den ak uellen S a us quo im
Geschlech e e häl nis absiche bzw. e such , idealisie e Geschlech e e -
häl nisse de Ve gangenhei wiede he zus ellen. Dies geschieh , indem mi ei-
ne e mein lichen U sp ünglichkei ode Na ü lichkei de Geschlech e hie-
a chie a gumen ie wi d (Blum 2021). Das Unbehagen gegenübe de Libe-
alisie ung on Geschlech und Sexuali ä is gesellscha lich e ablie . Ak u-
elle S udien belegen die wei e Ve b ei ung an i eminis ische Eins ellungen in
Deu schland. Meh als ein D i el de deu schen Be ölke ung (47,3 % de
No dame ikas üh e. Diese P ozess we de on eine kleinen G uppe on Menschen, die zu-
mindes implizi als Jüd*innen kons uie we den, ges eue und on ‚dem‘ Feminismus o-
ange ieben. De so he beige üh e ‚Un e gang des Abendlandes‘ sei demnach du ch ( .a.
muslimisch gedach e) Mig an *innen, emanzipie e F auen und eine e mein liche poli ische
und mediale Eli e e schulde (Haas 2020b).
32
Männe und 28,7 % de F auen) s imm mindes ens eine de an i eminis i-
schen Aussagen zu, die in de Eins ellungss udie de Uni e si ä Leipzig abge-
ag wu den (Höcke /Pickel/Decke 2020). Da übe hinaus is ein Ans ieg de
Häu igkei geschlossen an i eminis ische Wel bilde on 19 % im Jah 2020
au 25 % im Jah 2022 zu beobach en (Decke e al. 2022).
Weil dieses Geschlech e bild gesellscha lich wei e b ei e is kann An i-
eminismus als Tü ö ne in die ex eme Rech e ungie en (Blum 2021): „So
gesehen s ehen neonazis ische Männlichkei s- und Weiblichkei skons uk io-
nen in engem Zusammenhang mi de He ausbildung bü ge liche (d.h. weiße ,
deu sche , he e o- und cissexuelle , nich -behinde e Mi el- und Obe -
schich s-)Männlichkei en und -Weiblichkei en, we den abe explizi e und a-
dikale o mulie und in eine neonazis ische Deu ung de Wel eingebunden“
(S u e/Hechle 2015: 52). Da übe hinaus is An i eminismus eng mi wei e en
Ideologien de Ungleichhei e knüp , e wa mi An isemi ismus (Hessel/Mi-
siewicz 2020; S ögne 2014) und Rassismus (Be gold-Caldwell/G ubne 2021;
Die ze 2016; Jäge 1999).
4 Die Ve sch änkung on An i eminismus und Rassismus
Die Ve sch änkung on An i eminismus und Rassismus zeig sich an e schie-
denen S ellen. Neben de Au o de ung an weiße F auen, iele Kinde zu be-
kommen, um dem e mein lichen „g oßen Aus ausch“ en gegenzuwi ken,
we den weiße F auen nich nu in ex em ech en Na a i en o allem als Op-
e „impo ie e Gewal “ du ch eine e mein liche „Masseneinwande ung“
da ges ell (Goe z 2018: 255 .). Sexismus und sexualisie e Gewal au „die
Ande en“ zu p ojizie en und sie dadu ch abzuwe en, is kein neues Phänomen
in de Beobach ung de ex emen Rech en (aus üh lich dazu AK FE. IN 2019).
In den le z en Jah en ha e diese „E hnisie ung des Sexismus“ (Jäge 1999) und
dami die assis ische Au ladung und Ins umen alisie ung eminis ische Po-
si ionen in e schiedenen Kampagnen und Wahlkämp en in Eu opa Hochkon-
junk u . In zahl eichen eu opäischen Lände n e such en G uppie ungen ab
2015/16, ih e assis ischen Inhal e du ch die Ins umen alisie ung on F auen-
ech en o anzu eiben. Lang e kämp e We e wie Gleichbe ech igung müss-
en gegen einen e mein lich ücks ändigen Islam e eidig und geschü z
we den, so die A gumen a ion (Be gold-Caldwell/G ubne 2021).
Die Fo de ung nach dem „Schu z de einheimischen F auen und Kinde “
(AK FE. IN 2019: 148) wi d häu ig mi Fo de ungen nach eine Ve schä ung
de Mig a ions- und Be ölke ungspoli ik e bunden und basie au klassi-
schen an i eminis ischen Rollenbilde n, in denen die (weiße) F au on ih em
(weißen) Mann o dem als bed ohlich behaup e en „ emden“ Mann geschü z
we den muss (AK FE. IN 2019; Be gold-Caldwell/G ubne 2021). Ein gene-
33
elle Au u gegen (sexualisie e) Gewal an cis F auen is hingegen sel en zu
inden. Vielmeh wi d im Namen on F auen ech en an i eminis isch agie ,
indem pa ia chale Ve häl nisse als G undlage on (sexualisie e ) Gewal un-
sich ba gemach we den. Du ch die Ve schiebung au als emd ma kie e
„mig an ische Männe “ als e mein lich alleinige Tä e wi d de Blick weg
on s uk u ell e anke en Gewal e häl nissen in pa ia chalen Gesellscha -
en hin zu eine e mein lichen Tä e g uppe gelenk . S a eine Auseinande -
se zung mi diesen bed ohlichen S uk u en inde eine Ex e nalisie ung pa i-
a chale Gewal au „die Ande en“ s a (Blum/Haas 2025). Dass es ech en
an i eminis ischen Ak eu *innen o allem um eine assis ische Ve einnah-
mung diese Fälle geh , zeig sich auch da an, dass sie massi gegen die Is an-
bul-Kon en ion gegen Gewal an F auen und häusliche Gewal mobilisie en.
Diese Kon en ion wu de 2011 au EU-Ebene als e bindliche S anda d es -
geleg . De Ra i izie ungsp ozess s ock jedoch, da iele Lände Einsch än-
kungen o de n ode sich gänzlich dagegen aussp echen (Zacha enko 2020).
5 An i eminismus als Absiche ung pa ia chale
Ve häl nisse
Häu ig wi d An i eminismus o allem als Gegenbewegung zum „Feminis-
mus“ besch ieben (Kiepels 2013; Roßha 2008), die du ch eminis ische E -
ungenscha en e s a k . In einigen De ini ionen on An i eminismus wi d da-
he zunächs das eigene Ve s ändnis on Feminismus de inie und da aus An-
i eminismus abgelei e (Henninge 2020). An i eminis ische Mobilisie ungen
a bei en sich jedoch en gegen de In en ion eine De ini ion des Feminismus-
e s ändnisses kaum an spezi ischen eminis ischen Ve s ändnissen ab, son-
de n kons uie en Ze bilde on Feminismus, die ih e Ang i e e mein lich
legi imie en (AK FE. IN 2019: 26–30). An i eminis ische Mobilisie ungen
weisen im Zei e lau du chaus he o ische Mode nisie ungen au , weshalb
eilweise auch on An i-Gende ismus gesp ochen wi d. Eine genaue e Ana-
lyse zeig jedoch, dass auch ak uelle En wicklungen, die den Beg i Gende
okussie en, im Ke n mi klassischem An i eminismus e bunden sind (Blum
2019: 106–115).
Dies zeig sich exempla isch an den En wicklungen in den USA. Hie wi d
pa allel und on denselben Ak eu *innen, insbesonde e de Republikanischen
Pa ei, sowohl ü die Einsch änkung des Zugangs zu Schwange scha sabb ü-
chen – klassisch an i eminis isch – als auch gegen die Rech e on quee en und
ans* Pe sonen – mode nisie e Va ian en – mobilisie . Dies mach deu lich,
dass An i eminismus und LGBTQIA*-Feindlichkei im Ke n zusammenhän-
gen, da es in beiden Fällen um die Au ech e hal ung cis-männliche bzw. he-
e osexuelle Hegemonie geh . Dies is jedoch keine neue En wicklung,
34
sonde n im an i eminis ischen Wel bild angeleg (Blum 2023). Ein Beleg mi
Fokus au Deu schland is , dass de F auenbewegung be ei s im Kaise eich
o gewo en wu de, F auen zu en weiblichen und zu „Zwi e wesen“ zu ma-
chen (Plane 1998: 93–95). Dabei handel es sich um Vo wü e, die sich
sp achlich on heu igen un e scheiden, abe deu lich au Vo s ellungen on
He e osexuali ä und Zweigeschlech lichkei als ausschließliche No m be uhen.
Wenn An i eminismus eine De ini ion on Feminismus o ausgese z
wi d, passie es zudem schnell, dass nu Pe sonen, die sich diesem Ve s änd-
nis on Feminismus zuo dnen, als Be o ene on An i eminismus ane kann
we den. Dabei wi k An i eminismus auch s uk u ell und ziel in de Regel
da au ab, FLINTA* und quee e Pe sonen au ih en – im an i eminis ischen
Wel bild – gesellscha lichen Pla z zu e weisen. Wäh end die gesellscha li-
che E wa ung an cis F auen ein „klassisch“ weibliches Au e en und die Fes -
sch eibung au den p i a en Raum und en sp echende Au gaben wie Ca e- und
Fü so gea bei bedeu e , kommen quee e Pe sonen im an i eminis ischen
Wel bild schlich nich o , was eine Unsich ba machung bis hin zu Auslö-
schungs e suchen bedeu e . Dies äuße sich beispielsweise in Ang i en au
quee e Clubs wie 2022 in B a isla a, Oslo und O lando und au quee e Ve an-
s al ungen wie den CSD (Blum 2023) ode D ag-Lesungen (meh dazu im Bei-
ag on Judi h Goe z i.d.Bd.).
Da übe hinaus is An i eminismus, wie besch ieben, eng mi Rassismus,
An isemi ismus, Klassismus und ande en Ungleichhei sideologien e knüp
und FLINTA* o colo , FLINTA* in A mu und jüdische FLINTA* e leben
An i eminismus au spezi ische Weise. Dies wi d jedoch o übe sehen, wenn
nu au konk e e eminis ische Bewegungen geschau wi d, die ih e sei s o
seh weiß und akademisch o ganisie sind (Gu ié ez Rod íguez/Tuzcu 2021),
so dass iele FLINTA* o colo sich eils nich mi dem hegemonialen Ve -
s ändnis on Feminismus iden i izie en (können) bzw. o mals nich als Femi-
nis *innen ange u en ode ezipie we den (Zamani 2023). Wenn An i eminis-
mus eine De ini ion on Feminismus o ausgese z wi d, bes eh die Ge ah ,
dass Ausschlüsse in eminis ischen Bewegungen ep oduzie und auch in Kon-
zep e und De ini ionen on An i eminismus übe nommen we den. Dies kann
dazu üh en, dass FLINTA*, die in e sek ionale Disk iminie ung e leben, nich
als on An i eminismus be o en e kann we den – eine doppel e Exklusion
(Blum 2023). Es is dahe no wendig, An i eminismus als eigens ändige Ideolo-
gie zu beg ei en und De ini ionen möglichs allgemeingül ig zu o mulie en.
6 De D eisch i des An i eminismus
Das Ziel, an de Theo iebildung zu An i eminismus wei e zua bei en und Ve -
s ändnisse zu schä en, lieg auch meine P omo ion zu An i eminismus in
35
Wes deu schland zwischen 1945 und 1990 zug unde, die ich 2024 abgeschlos-
sen habe.3 Anhand on P imä quellen habe ich ein G und e s ändnis on An-
i eminismus e a bei e und die Sys ema ik eines „D eisch i s des An i emi-
nismus“ en wickel . Die Sys ema ik basie au de E kenn nis, dass pa ia -
chale Ve häl nisse sozial kons uie sind (u.a. Cyba 2008) und dahe imme
wiede abgesiche we den müssen, um ih e S abili ä zu gewäh leis en. Diese
Absiche ung is in ech lichen Rahmenbedingungen und ins i u ionellen No -
men e anke , en al e ih e Wi kung abe o so implizi , dass sie ü iele
unsich ba bleib . Um dieses Phänomen zu e klä en, habe ich den Ansa z des
s uk u ellen An i eminismus en wickel . Wenn pa ia chale S uk u en o z
ih e e mein lichen Selbs e s ändlichkei du ch Gleichs ellungsbemühun-
gen, eminis ische und quee e Bewegungen ode Pe sonen he ausge o de
we den, also gegen diese au begeh wi d, mobilisie sich s uk u elle An i-
eminismus zu eine Bewegung, die diese He aus o de ung abweh . Diese
En wicklungen lassen sich als D eisch i on Absiche ung, Au begeh en und
Abweh sys ema isie en, de e deu lich , dass An i eminismus nich e s als
Reak ion au eminis ische Bewegungen en s eh , sonde n be ei s in pa ia -
chalen S uk u en e anke is , um de en Fo bes and zu siche n.
Diese E wei e ung des Ve s ändnisses on An i eminismus is wich ig, um
de im Beg i An i eminismus angeleg en Vo s ellung, An i eminismus gäbe
es nu au g und eminis ische Bewegungen, An i eminismus als eigens än-
dige Ideologie en gegenzuse zen, die de Absiche ung pa ia chale Ve häl -
nisse dien . Dieses Ve s ändnis e möglich es auch, K ä e und En wicklungen
als an i eminis isch zu beg ei en, die sich nich gegen sich dezidie als emi-
nis isch e s ehende Pe sonen ich en. Da übe hinaus läss sich diese Sys e-
ma ik – die Absiche ung pa ia chale Ve häl nisse du ch s uk u ellen An i e-
minismus, das Au begeh en dagegen, z.T. du ch schlich nonkon o mes Ve -
hal en, und die Mobilisie ung zu einem bewegungs ö migen An i eminismus,
de ü iele An i eminismus e s sich ba mach – au un e schiedliche En -
wicklungen anwenden. Mi diesem Ve s ändnis läss sich de gemeinsame
Ke n an i eminis ische En wicklungen und Mobilisie ungen mi einem ge-
meinsamen Beg i e assen, o z zum Teil g oße egionale , zei liche und
(sub)kul u elle Un e schiede. Denn so un e schiedlich die im Folgenden da -
ges ell en En wicklungen, Ne zwe ke, Ak eu *innen und Mobilisie ungen
auch sein mögen, sie alle s ehen im Zusammenhang mi de Absiche ung pa -
ia chale Ve häl nisse und/ode de Abweh on In ages ellungen du ch e-
minis ische, gleichs ellungspoli ische und quee e Pe sonen.
3 Die Disse a ion wi d im F ühjah 2026 bei Ba ba a Bud ich e scheinen. Die Fo schung o i-
en ie e sich an Ansä zen de G ounded Theo y nach Glase /S auss, da diese das Ziel e -
olg , in einem zi kulä en P ozess on Da ene hebung, Da enanalyse und Theo iebildung
neue Theo ien zu en wickeln (Glase /S auss 2010). Ausgehend on einem o enen, de Ge-
gens andsangemessenhei e p lich e en Fo schungsp ozess wu de klassische Li e a u a bei
mi 20 quali a i en In e iews und A chi eche chen in d ei eminis ischen A chi en kom-
binie .

36
7 Absiche ung, Au begeh en und Abweh anhand de
Bei äge im Sammelband
Die S uk u des D eisch i s on Absiche ung, Au begeh en und Abweh e -
möglich es, die un e schiedlichen Bei äge und Ansä ze im olgenden Kapi el
un e dem Dach des An i eminismus zu e einen. Unabhängig on konk e en
eminis ischen und quee en Bewegungen sowie an i eminis ischen K ä en
und Ak eu *innen, die jeweils egionale, (sub)kul u elle und zei liche Spezi-
ika au weisen, können wi sie als im Ke n an i eminis isch besch eiben. Dass
an i eminis ische En wicklungen dabei iele e schiedene Ausp ägungen und
Ausd ucks o men haben können, wi d in de Fülle unse e Bei äge deu lich.
Johanna Sigl und Juliane Lang beleuch en in ih em Bei ag die Ve sch än-
kung on ex em ech e Gewal und Geschlech . Sie e läu e n diese anhand
de No wendigkei , in e sek ionale Ve sch änkungen, wie das Zusammenwi -
ken on geschlech sspezi ischen und assis ischen Ta mo i en, in den Blick zu
nehmen. Da übe hinaus o dnen sie Ang i e au quee e Menschen und die
Ch is ophe S ee Days in de CSD-Saison 2024 als ech e A ikula ions o -
men ein, in denen das ex em ech e Geschlech e bild gewal ö mig in E schei-
nung i . Dabei zeigen sie die Zusammenhänge in den Ta mo i a ionen, den
spezi ischen Ta aus üh ungen und -kon ex en sowie in den Folgen und Aus-
wi kungen ü gewal be o ene F auen und Quee s au und o dnen ech e Ge-
wal aus auen- und quee eindlichen Mo i en als männliche Resou e änisie-
ungss a egie ein, die zu No mie ung eine binä en und he e ono ma i en
Geschlech e logik bei äg . Diese Blick zeig die Gewal ö migkei , die in de
Abweh on Emanzipa ionsbes ebungen liegen kann und die ech en Wel bil-
de n insgesam zug unde lieg .
Auch Vik o ia Rösch se z sich mi dezidie ech en E scheinungs o men
auseinande . Sie analysie ech e T adwi es und Mom luence innen – e -
mein lich ha mlose Va ian en ex em ech e Geschlech e bilde – und zeig
den Ein luss und die A ak i i ä ( ech e ) Mu e scha sbilde au . Diese Mu -
e scha sbilde können als Absiche ung pa ia chale Ve häl nisse und Mom-
luence innen als e mein liche Ausb üche ech e F auen aus s a en Ge-
schlech e bilde n e s anden we den, wobei deu lich wi d, dass sie o allem
die Möglichkei de Pa izipa ion au Basis de Absiche ung pa ia chale Ve -
häl nisse e möglichen. Die Fixie ung au den e mein lich p i a en Raum wi d
on Mom luence innen nich e ns ha un e lau en, sonde n ielmeh du ch ö -
en liche Wiede holung abgesiche . Im Bei ag wi d deu lich, dass T adwi es
und Mom luence innen als Absiche ung pa ia chale Ve häl nisse zu e s e-
hen sind, die au de Ausbeu ung und Unsich ba machung on (weibliche )
Ca e-A bei basie en.
In dem Bei ag on Judi h Goe z wi d wiede um die Abweh gesellscha -
liche Au b üche du ch an i eminis ische Ak eu *innen deu lich. Sie analysie
37
die mediale Be ich e s a ung in Ös e eich zu an i eminis ischen P o es en ge-
gen D ag-Lesungen zwischen Mä z und Juni 2023 und un e such , wie diese
An eindungen in bes ehende an i eminis ische Na a i e zu sexuelle Bildung
de Viel al eingebe e sind. Dabei können D ag-Lesungen als „p og essi e
Bildungsansä ze, die zum Abbau on Disk iminie ung und Benach eiligung
bei agen wollen“ und dami als Au begeh en gegen cis-he e ono ma i e
S uk u en e s anden we den. Die P o es e gegen diese Lesungen können als
Abweh dieses Au begeh ens eingeo dne und als Ve such e s anden we den,
adi ionelle Geschlech e e häl nisse abzusiche n. Judi h Goe z beleuch e ,
wie die P o es e und da in geziel eingese z e an i eminis ische Na a i e, wie
das Na a i „F ühsexualisie ung“ auch du ch die Medienbe ich e s a ung
eine wei e Ve b ei ung und Popula isie ung e ah en, auch weil in den weni-
gen Kla s ellungen und Rich igs ellungen o aus üh liche E läu e ungen zu
Hin e g ünden und Zielen de D ag-Lesungen und sexuelle Bildung wei ge-
hend ehlen.
Funda Hülagü Demi bilek analysie an i eminis ische Mobilisie ungen
und die Ins umen alisie ung eines e mein lichen Kindeswohls in de Tü kei
und be ach e sie un e F agen de Ve sch änkung mi au o i ä en En wick-
lungen sowie den Auswi kungen on Neolibe alismus und sozioökonomische
E osion. Dabei okussie sie nich nu au die A ikula ion, sonde n be ach e
an i eminis ische En wicklungen als E ek e gesellscha liche und s uk u el-
le Wide sp üche. Dazu nu z sie das Konzep de „sozialen Pa hologien“ aus
de K i ischen Theo ie, um an i eminis ische Bewegungen in den Kon ex ge-
sellscha liche und o allem kapi alis ische En wicklungen zu s ellen. De-
mi bileks Ansa z kann dabei als Analyse de Absiche ung on He scha s e -
häl nissen gegen Libe alisie ungen du ch die Ins umen alisie ung des Kindes-
wohls e s anden we den. Sie zeig auch, dass dies geling , weil Kinde nich
als eigens ändige Subjek e, sonde n als Eigen um be ach e we den. Ein ge-
meinsame Bezugspunk de Bei äge on Goe z und Demi bilek is , dass sie
jeweils beleuch en, wie im Namen des e mein lichen Kindeswohls an i emi-
nis ische Inhal e du chgese z we den. Auch wenn sich Demi bilek au die Tü -
kei und Goe z au Ös e eich konzen ie , wi d deu lich, dass an i eminis ische
A ikula ionen o eine ähnliche Rhe o ik au weisen.
Jenni e Degne -Man oan analysie die Ve ne zung e schiedene masku-
linis ische G uppie ungen in Deu schland und okussie dami au Ve ne -
zungen in de Abweh gesellscha liche und eminis ische Au b üche. Diese
Fokus e möglich es, an i eminis ische Mobilisie ungen als E ek e geziel e
Ve ne zung zu e s ehen und mach deu lich, wo die G undlagen ü gemein-
same A ikula ionen und Mobilisie ungen liegen (können). Degne -Man oan
a bei e he aus, dass die Männe ech sbewegung einen s a ken Fokus au P ob-
lemdeu ungen und Ideologiep oduk ion leg , was imme ein ache is , als kon-
s uk i e Ansä ze zu en wickeln und sich mi de Komplexi ä gesellscha li-
che Ve häl nisse auseinande zuse zen.
38
In Gwenaelle Pe ie s Analyse de Deba en um geschlech e ge ech e
Sp ache in F ank eich wi d de D eisch i on Absiche ung, Au begeh en und
Abweh deu lich. Sie analysie diese Kämp e um Geschlech e o dnungen in
F ank eich auch aus linguis ische Pe spek i e. Dabei wi d deu lich, dass
Sp achpoli iken und o allem de Ve such, Sp ache in eine wie auch imme
gea e en U sp ünglichkei es zusch eiben, als Absiche ung (pa ia chale )
Ve häl nisse e s anden we den können. P axen geschlech e ge ech e Sp a-
che können als Au begeh en und In e en ion gegen „an i eminis ische No -
men“ e s anden we den, die wiede um zum Teil agg essi abgeweh we den.
Dabei wi d deu lich, dass diese Abweh als symbolische Kämp e im Sinne ei-
nes Kul u kamp es gedach we den können und o eine lange Kon inui ä au -
weisen. Gwenaelle Pe ie geling es, diese Abweh in den Kon ex on Kolo-
nialismus und Na ionalismus zu s ellen, wenn sie he ausa bei e , dass die
„S anda dsp ache“ auch als „Ki de Na ion“ e s anden wi d.
Die le z en beiden Bei äge dieses Kapi els zeigen, wie wich ig eine Aus-
einande se zung mi An i eminismus und E ziehung bzw. E ziehungswissen-
scha is und schlagen dami be ei s eine B ücke zum nächs en Kapi el. Rajni
Pal iwala a bei e an i eminis ische Geschlech e bilde im Hinduna ionalis-
mus he aus und zeig , wie sich diese in E ziehung und Bildung niede schlagen.
Dazu s ell sie zunächs den Hinduna ionalismus in seinen G undzügen sowie
e schiedene hinduna ionalis ische O ganisa ionen o . Da an anknüp end a -
bei e sie Männlichkei se wa ungen – „new ideal Hindu man“ – und Weib-
lichkei san o de ungen he aus, die zum Teil in eine Au we ung spezi ische
Weiblichkei liegen und so de en A ak i i ä e klä en. Auch wenn sich in de
spezi ischen A ikula ion zum Teil g oße Un e schiede zu En wicklungen in
Eu opa ausmachen lassen, wi d gleichzei ig deu lich, dass E ziehung, Bildung
und insbesonde e Geschlech e bilde ü die poli ischen Ak eu *innen zen al
sind und um assend wi ken. So wi d auch im Bei ag on Rajni Pal iwala de
Zug i au Kinde übe eine allum assende Zu ich ung du ch E ziehung und
Pädagogik deu lich. De Bei ag on Rajni Pal iwala is somi als Analyse de
Absiche ung pa ia chale Ve häl nisse auch du ch pädagogische Konzep e zu
e s ehen.
Ece Kaya a bei e die Absiche ung on He scha s e häl nissen he aus
und zeig , dass ak uelle A ikula ionen eine lange Kon inui ä haben, au Ko-
lonialismus au bauen und mi Rassismus e woben sind. Ece Kaya okussie
dabei auch au die Absiche ung on He scha s e häl nissen du ch e zie-
hungswissenscha liche S uk u en und a bei e he aus, dass Wissenscha
nich das „Ande e on He scha “ is , sonde n sich in Komplizenscha mi
He scha s e häl nissen be inde . Dami wi d die Ve s ickung unse e Wis-
senssys eme mi Kolonialismus, An i eminismus und ande en he scha ssi-
che nden K ä en deu lich, de wi uns nich ein ach en ziehen können, son-
de n die eine s ändigen Re lexion und Au a bei ung beda . Ece Kayas Bei-
ag ungie somi be ei s als wich ige Anknüp ungspunk ü den zwei en
39
Teil des Sammelbandes, in dem an i eminis ische und neu ech e En wicklun-
gen im Be eich de Pädagogik und aus e ziehungswissenscha liche Pe spek-
i e nähe beleuch e we den.
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46
mo i ie en K iminali ä – ech s“ (PMK ech s) lau BKA-S a is ik 45% de
Gesam älle aus (BKA 2024: 6).
Analog zum Ve s ändnis on ech e Gewal als ‚Bo scha s a ‘ läss sich
auch Gewal gegen F auen und Quee s unabhängig on de ideologischen Ve -
o ung de Tä e :innen als eine solche e s ehen: Sie ich e sich neben den
di ek Be o enen imme auch an die gesellscha liche G uppe, de diese an-
gehö en und an die Gesellscha insgesam . Die S a e eidige in Asha He-
daya i beg ei „Gewal gegen F auen [als] Ausd uck on Mach - und Abhän-
gigkei s e häl nissen, die s uk u ell in unse e Gesellscha beg ünde sind“
(Hedaya i 2023: 14) und die in ech en Wel bilde n eine Zuspi zung e ah en
(Clemm 2023). Ungleichhei s e häl nisse allgemein und eine adi ionell un-
gleiche Geschlech e o dnung im Besonde en we den in ech en Wel bilde n
als „na u gegeben“ e klä . Rassismus beg enz die gedach e Wi -Gemein-
scha nach außen, eine s a e Geschlech e o dnung s uk u ie die Gemein-
scha in ih em Inne en. Gewal dien hie bei de Ve eidigung de gedach en
O dnung nach innen wie nach außen. Sie i u.a. F auen, die gängigen Weib-
lichkei san o de ungen nich en sp echen, ebenso wie LGBTIQ*-Pe sonen,
die qua ih e Exis enz die binä e Geschlech e o dnung un e lau en. Die Gewal
uß in an i eminis ischen, homo- und ans eindlichen Mo i en, wobei sich die
einzelnen Ungleichwe igkei sdimensionen übe lage n und mi un e po enzie-
en können. So be ich e Hedaya i da on, dass behinde e F auen – im Ve -
gleich zu Gesam be ölke ung – as doppel so iel kö pe liche und zwei bis
d eimal so iel sexualisie e Gewal im E wachsenenal e e ah en (Hedaya i
2023: 167 .). Ex em ech e Ang i e gegen poli ische Gegne :innen e en
weibliche und LGBTIQ*-Poli ike innen in besonde e Hä e: weil sie emanzi-
pie e F auen ode Quee s sind und dami nich nu als poli ische Gegne :innen
angeg i en, sonde n auch ü die Abweichung on de Geschlech e no m
sank ionie we den (Lang/Sigl 2023).
4 Rech e Gewal in geschlech e e lek ie ende
Pe spek i e
Die Ve wobenhei on ech e Gewal mi jene Gewal , die F auen und Quee s
au g und ih e Posi ion im Geschlech e e häl nis i , zeig sich in den Dy-
namiken, die den Ta en zug unde liegen ebenso wie in den spezi ischen Ta -
aus o mungen und den Folgen ü die Be o enen. Rech e Gewal kenn dabei
e schiedens e Ausd ucks o men und die Annähe ung an ech e Gewal kann
aus un e schiedlichen Blickwinkeln e olgen (exempla isch Köbbe ling 2018).
Wi möch en uns hie au Fo men ech e Gewal konzen ie en, in denen das
Geschlech de Op e ode de en geschlech liche und sexuelle O ien ie ung
eine Rolle ü die Ta ausübung spielen. Dabei zeigen wi au , wie die Übe -

47
schneidung ex em ech e und geschlech e bezogene Gewal wiede um spe-
zi ische Gewal elde he o b ing , in denen F auen und Quee s zu Be o e-
nen ech e Gewal a en we den. In de gesellscha lichen Wah nehmung und
de wissenscha lichen Diskussion wi d diese e geschlech lich e Analyse
ech e Gewal mo i a ionen und Gewal a en meis nach wie o e nachläs-
sig . Wenn abe da on auszugehen is , dass Geschlech eine S uk u ka ego ie
( gl. Aulenbache 2021) ü ech es Denken wie Handeln da s ell , dann wi d
es nö ig, ech e Gewal un e eben diese Pe spek i e zu analysie en.
Hie ü g ei en wi zum einen au Ta besch eibungen zu ück, die im Rah-
men eines In e iews mi Mi a bei e innen eine Be a ungss elle ü Be o ene
on an isemi ische , assis ische und ech e Gewal en s anden sind2, zum an-
de en nu zen wi exempla isch ausgewähl e Medienbe ich e übe en sp e-
chende Gewal a en aus dem Jah 2024 und explizie en die geschilde en Ta en
in eine in e sek ionalen Pe spek i e. In de Da s ellung blicken wi zunächs
au ech e Gewal , in denen die (du ch die Tä e zugesch iebene) weibliche
und quee e Geschlech siden i ä de Be o enen a auslösend is . Geschlech
wi d hie zu einem zen alen Re e enzpunk ü die di ek e Gewal ausübung.
Hie zu zählen in besonde e Weise auch Ta en, die F auen in ih em p i a en
Nah aum ang ei en. Im Wei e en okussie en wi au ech e Disku sgewal , die
sich gegen die Sich ba kei quee en Lebens ich e . Anhand on Beispielen
wi d deu lich, wie de adikalisie e Disku s, de mi un e in den Sozialen Me-
dien beginn , den Näh boden ü eale Ang i e bie e .
5 Rech e Gewal gegen F auen
In einem pa ia chal übe o m en, he e osexuellen männlichen Begeh en we -
den F auen objek i izie . Lehn eine F au männliche Annähe ungs e suche,
Ansp üche und Zug i e au ih en Kö pe ab, so o de das demen sp echend
männliches Besi zdenken he aus. Wenn Männe in ih em Begeh en du ch
F auen zu ückgewiesen we den, e leben sie dies als K änkung ih e Männlich-
kei .
Die in einem solchen Kon ex ausgeüb e Gewal gegen F auen kann dami
als männliche Resou e änisie ungss a egie e s anden we den. Besonde s ge-
äh de du ch männliche Gewal is eine F au dann, wenn sie sich aus eine
Pa ne scha lös , den Mann e läss (Clemm 2020: 132). Nich zule z die
ak uellen Zahlen zu Femiziden und Pa ne scha sgewal zeigen, dass die
2 Wi beziehen uns im Folgenden au In e iews mi Mi a bei e innen eine Be a ungss elle
ü Be o ene ech e Gewal , welche die G undlage ü eine Un e suchung zu den e ge-
schlech lich en Dimensionen ech e Gewal mi Blick au B andenbu g bilde en ( gl.
Lang/Sigl 2023).
48
Be ei scha on Männe n, sich du ch Gewal handeln gegenübe F auen in ih-
em Männlichkei sbild zu ehabili ie en, s eig (BKA 2024). Zu sehen sind
diese Zahlen im Kon ex wel wei e geschlech e poli ische En wicklungen:
au poli ische Ebene inde sich diese in de Ve schä ung on Gese zen u.a.
im Feld de ep oduk i en Selbs bes immung on F auen. Au de Mik oebene
sehen wi wel wei s eigende Zahlen an Femiziden und Gewal a en on Män-
ne n an F auen (Dy o e al. 2023).
F auen, die sich an eine Be a ungss elle ü Be o ene ech e Gewal wen-
den, e ah en männliche Gewal in de In e sek ion mi assis ischen, an isemi-
ischen ode ech sex emen Mo i en. Auch hie inden sich Fälle, in denen die
Männe en wede gewal oll agie en, wenn eine Pa ne in die Beziehung be-
ende e, ode abe wenn F auen die Annähe ungs e suche eines Mannes di ek
zu ückwiesen.
Beispielha be ich e en die Mi a bei e innen eine Be a ungss elle on ei-
nem Fall, in dem ein Mann seine Nachba in gegenübe sexuell mo i ie es
In e esse zum Ausd uck b ach e. Die F au selbs wa als weiße Deu sche nich
di ek on Rassismus be o en, ih Kind sowie de Va e ih es Kindes jedoch
schon. Nachdem die F au die Annähe ungs e suche ih es Nachba n abwies,
schlug sein In e esse in Ablehnung um. Es olg en egelmäßige misogyn kon-
no ie e e bale Ang i e, die un e Bezugnahme au ih Kind und den Kinds-
a e assis ische Ausd ucks o men anden. Fü die F au, die mi ih em Kind
zusammen die Wohnung bewohn e, bes and die einzige Möglichkei , de Si u-
a ion zu en kommen, da in, sich eine neue Wohnung zu suchen. Vo he gegan-
gene Ve suche, Un e s ü zung du ch ih e Ve mie e :innen zu bekommen,
schlugen ehl. Ebenso ehl schlug das Vo haben, den Vo all zu Anzeige zu
b ingen. Die Beam :innen bewe e en die on ih geschilde en Si ua ionen als
„Nachba scha ss ei “ und negie en dami die Misogynie und den Rassismus
des Mannes als Ta mo i .
Die Meh achbe o enenhei on F auen, die neben ih e Geschlech szu-
gehö igkei noch on wei e en Disk iminie ungsdimensionen be o en sind,
heb auch Ch is ina Clemm als E ah ungswe ih e A bei als Anwäl in ü
gewal be o ene F auen he o (Clemm 2020: 193). Sie e schwe e es den Be-
o enen, adäqua e Un e s ü zung zu bekommen – e wa indem, wie hie ge-
schilde , die poli ische Mo i a ion de Ta en ni ellie ode den F auen und
ih en Familien nich zugehö wi d. Viele on ech e , assis ische und miso-
gyne Gewal be o ene F auen machen die E ah ung, dass das on ihnen
E leb e als Beziehungsgewal ode Nachba scha ss ei en poli isie wi d.
Dies gil sowohl ü Haus e wal ungen und Ve mie e :innen wie ü die zu-
s ändigen E mi lungsbehö den. Hie is zu e mu en, dass de wei e hin do-
minie ende en poli isie ende wie emo ionalisie ende Blick au F auen inne -
halb de E mi lungsbehö den die Wah nehmung de ech en Ta mo i a ion
behinde und es zugleich ü sie e schwe , Un e s ü zung zu bekommen ( gl.
Lang/Sigl 2023).
49
Nich imme s ellen sexualisie e Ta mo i a ionen den Beginn de Ang i e
au F auen in ih em Wohnum eld da . In ande en Fällen beg ünde das assis-
ische Denken de Nachba :innen die Gewal . In einem du ch die Mi a bei-
e :innen de Be a ungss elle im In e iew geschilde en Fall sah sich eine
junge F au assis ische Gewal du ch einen Nachba n ausgese z . Sie wa nach
ih e Fluch aus einem Land im no dös lichen A ika in ih e e s e eigene Woh-
nung in eine os deu sche mi elg oße S ad gezogen. Di ek nach ih em Umzug
begann de Nachba , sie assis isch zu bed ohen. Jedes Mal, wenn sie ih e
Wohnung e ließ, wu de sie on ihm ge ilm und dabei assis isch beleidig .
Dies üh e nach einige Zei dazu, dass sie nu noch un e Beglei ung ih e
Wohnung e lassen konn e. Sein Ve hal en mach e es de jungen F au unmög-
lich, sich in ih e Wohnung wei e hin siche zu ühlen. Au ih e Beschwe den
bei de Haus e wal ung e olg en keine Reak ionen, so dass sie sich genö ig
sah, zu kündigen und sich eine neue Wohnung zu suchen.
Die ehlende Un e s ü zung besch änk die Möglichkei en on F auen, sich
gegen Gewal zu Weh zu se zen. Was allgemein ü die Handlungs äume ge-
wal be o ene F auen gil , i au meh achma ginalisie e F auen in beson-
de e Weise zu: „F auen weh en sich häu ig nich , weil ihnen das gesellscha -
lich so beigeb ach wu de, und wenn sie es doch un, we den sie dami bes a ,
dass ihnen nich geglaub wi d, weil sie on dem e wa e en ‚ ypisch weibli-
chen‘ Ve hal en abweichen“ (Hedaya i 2023: 85).
Von solchen und ähnlich gelage en Fälle wuss en die Mi a bei e innen de
Be o enenbe a ung meh ach zu be ich en. Dass on assis ischen Ang i en
im Wohnum eld mögliche weise häu ige F auen be o en sind, kann auch
dami zusammenhängen, dass das Wohnum eld als häusliche Sphä e in klassi-
schen Geschlech e en wü en F auen zuge echne wi d. Zugleich bedeu en
Ang i e im eigenen Wohnum eld das Eind ingen in einen p i a en Raum, in
dem sich Menschen eigen lich geschü z ühlen soll en. An einem O , an dem
es keine Ö en lichkei gib , po enzie sich die Vulne abili ä on F auen ge-
genübe ech e und misogyne Gewal : „Hie sind sie besonde s e le zba
und in ih e So ge ü die Familie und den pe sönlichen Nahbe eich de Gewal
in besonde e Weise ausgese z . Die e mein liche P i a hei des Raumes
schü z sie dabei nich . Ganz im Gegen eil machen sie die E ah ung, dass
ihnen ein Schu z e weh wi d – indem Außens ehende das Geschehen wahl-
weise, wie be ei s oben besch ieben, als ‚Beziehungskon lik ‘ ode ‚Nachba -
scha ss ei ‘ en poli isie en“ (Lang/Sigl 2023: 102).
Rech e Ang i e im Nachba scha sum eld gegenübe F auen und Kinde n
benö igen keine sexualisie e Komponen e; gleichwohl d ücken sie sich aus
den geschilde en G ünden geschlech sspezi isch aus. Aus eine assis ischen
Ta mo i a ion he aus e olgen Ang i e au Mü e und ih e Kinde , die seh
bewuss on den Tä e n als Nachba scha skon lik e inszenie we den. Diese
e mein lichen Nachba scha skon lik e we den du ch die Tä e assis isch
übe laden. Sei es, dass die Lebensweise de neuen Nachba :innen exo isie
50
wi d ode die Lau s ä ke de Kinde kul u alisie wi d. De ge eil e soziale
Nah aum wi d on den Tä e n als Bed ohung und P o oka ion ih es ech en
und assis ischen Lebensen wu s gesehen. Die Spanne de ausgeüb en Gewal
eich dabei on e balen Bed ohungen im T eppenhaus übe mu willige Sach-
beschädigung bis hin zu e such em To schlag und Mo d (ebd.).
Die In e sek ion misogyne Gewal mi ech en und assis ischen Ta mo i-
a ionen und Gewal a ikula ionen inde hie au zwei Ebenen s a : Die dem
Rech sex emismus inhä en e Geschlech e ideologie un e s ü z die En wick-
lung on Männlichkei sbilde n, bei denen Gewal elemen a e Bes and eil de
männlichen Iden i ä is . F auenhass als Teil eine „Ideologie de Ungleichwe -
igkei “ üg sich ein in ein ech es menschen e ach endes Wel bild und kann
Gewal gegen F auen nich nu legi imie en, sonde n auch e s ä ken. Die dop-
pel e Akzep anz de Ungleichwe igkei sch eib sich in die geschilde en Ta-
en ein. Es sind nu wenige Fälle bekann , in denen es den Be o enen gelang,
die Ang i e als assis ische und ech e Gewal ö en lich zu machen und
dadu ch auch poli ische Un e s ü zung zu e ah en. In einem solchen Fall
wu de du ch die Be o ene und ih e solida ische Nachba scha au die assis-
ische Bed ohung eine alleine ziehenden F au und ih e Kinde au me ksam
gemach . So kam es zu Sachbeschädigung in Fo m eines e b ann en Kinde -
wagens sowie zu assis ischen Bed ohungen, die an die Wohnungs ü de Fa-
milie gekleb wo den sind ( gl. Hambu ge Abendbla 2024). Ande s als in
ielen ande en ähnlich gelage en Fällen konn e hie du ch ein solida isches
Um eld de be o enen F au so iel Ö en lichkei gescha en we den, dass
die Bed ohungen du ch die e an wo lichen S ellen nich igno ie we den
konn en. Nich nu Teile de s äd ischen Poli ik e u eil en die Ang i e, son-
de n auch die Wohnungsgenossenscha äuße e sich ö en lich und sp ach ih-
e Mie e in Un e s ü zung zu. De Familie wa es ku ze Zei spä e möglich,
umzuziehen. In ielen ähnlich gelage en Fällen, die uns on Mi a bei e innen
de Be o enenbe a ungss elle geschilde wu den, geling es indes nich , die
Be o enen in diese Weise um assend zu un e s ü zen.
6 Quee eindliche ech e Gewal
Zei gleich zu Zunahme auen eindliche und emizidale Gewal p ägen Bil-
de quee eindliche Au mä sche und an i eminis ische Selbs inszenie ung
das Bild eine sich mode nisie enden Rech en. Die ablehnende Posi ionie ung
gegenübe di e sen Geschlech siden i ä en und quee em sexuellem Begeh en
kann als ö en liche Ve handlung übe die Deu ungshohei on e geschlech -
lich e Wi klichkei e s anden we den. Wäh end sich ech e Gewal , ausgeüb
on männlichen Tä e n gegen F auen, häu ig im pe sönlichen Nah aum de
F auen e eigne und eine ö en liche Thema isie ung mi un e un e bleib ,
51
p äg das o en quee - und ans eindliche Gewal handeln die Au i e ech e
G uppie ungen in alle Ö en lichkei . Dami wi d diese A des Gewal han-
delns zu ech en Bo scha s a , mi de die Op e als Rep äsen an :innen eine
Communi y angeg i en we den – ganz unabhängig da on, ob sie sich selbs
de Communi y zugehö ig ühlen. Die misogynen Ta en ech e Männe gegen
F auen und Kinde olgen eine sexis ischen und an i eminis ischen Ideologie
und dienen den Tä e n zu Wiede he s ellung ih e beschädig en gewal ollen
Männlichkei . In den ech en quee eindlichen Ta en wi d diese Aspek abge-
lös du ch die poli ische Bo scha s unk ion, die den Ta en innewohn . Hie
geh es wenige um die ‚Repa a u eine konk e beschädig en Männlichkei ‘,
s a dessen olgen die Ta en einem No mie ungsd ang – im Sinne eine Ve -
eindeu igung sexuelle Iden i ä und de Rep äsen a ion de selben.
Dass die Bo scha s a en nich minde ge äh lich ü die on ihnen Bed oh-
en bleiben, zeig sich an olgendem Beispiel: Im Rahmen gemeinweseno ien-
ie e Soziale A bei wu den in einem S ad eil in Hambu g in einem T e -
punk de O enen Kinde - und Jugenda bei egelmäßig Angebo e ü quee e,
nich -binä e und ans Kinde und Jugendliche o ganisie . Au diese A bei
wu den ech e Medien au me ksam und skandalisie en sie übe ih e Kanäle in
den Sozialen Medien. Im Rahmen de en ach en poli ischen He zkampagne,
in de sich Posi ionen gegen eine e mein liche ‚F ühsexualisie ung‘ mi
Quee eindlichkei e banden, wu den auch die Kon ak da en und die Ad esse
de Ein ich ung ge eil . Dies üh e dazu, dass de T e punk im F ühjah 2024
di ek angeg i en wu de: Unbekann e e üb en Sachbeschädigungen au dem
Gelände und leg en aus Holzbalken ein g oßes Hakenk euz au das G und-
s ück. De Ang i e olg e im di ek en zei lichen Vo eld des nächs en ange-
kündig en T e ens ü quee e, nich -binä e und ans Kinde und Jugendliche.
Die Soziala bei e :innen sahen sich in de Folge gezwungen, das Angebo zum
Schu z de Kinde und Jugendlichen an einen ande en, nich ö en lichen O
zu e legen (Ku e 2024).
Auch die Ang i e und P o es e gegen Ch is ophe S ee Day Pa aden in
e schiedenen deu schen S äd en im Somme 2024 ( gl. Mellea/Dücke 2024)
lassen sich un e dem Vo zeichen de ö en lichen A ikula ion quee - und
ans eindliche Gewal als Bo scha shandeln e s ehen. Hie ließ sich be-
obach en, dass eine Vielzahl de Demons ie enden junge, mi un e minde jäh-
ige Angehö ige neonazis ische Szenen und Subkul u en wa en. Dies is inso-
e n neu, als klassisch an i eminis ische Kampagnen gegen das ech e Feind-
bild „Gende “ in de Ve gangenhei maßgeblich aus dem ech s-in ellek uellen
sowie pa eigebundenen Spek um ge agen wu den (Lang i.E.). Das Bundes-
innenminis e ium äuße e au eine An age, dass es „sei Jah en ein s eigendes
Ni eau e bale Ang i e au die quee e Szene [ es s elle]. Insbesonde e sei
dem Somme 2024 e kenne man jedoch eine e meh , ealwel liche und phy-
sisch-gewal o ien ie e‘ Fokussie ung, zum Beispiel im Rahmen on Ve an-
s al ungen wie dem Ch is ophe S ee Day“ (Reiche 2024, o.S.).

52
Die subkul u elle Rech e gil sei jehe als gewal be ei . Den P o es en de
jugendlichen Neonazis olg en in meh e en Fällen Gewal a en gegen Teilneh-
mende de Pa aden: in de b andenbu gischen K eiss ad O anienbu g g i en
Unbekann e einen Teilnehme de Pa ade an: zwei Unbekann e s ießen ihn
om Fah ad und schlugen ihn au dem Heimweg on eine Feie nach de
Pa ade bewuss los (Domschei 2024). Die unbekann en Tä e :innen konn en
en kommen, ein Zusammenhang mi de P ide-Pa ade am Tag zu o lieg
nahe. Im sächsischen Bau zen en schieden sich die Ve ans al e des Ch is-
ophe S ee Days da ü , die anschließende Feie nach de Pa ade abzusagen,
aus Angs o ähnlichen Gewal szena ien (SZ 2024).
Du ch ih e äuße e E scheinung e kennba e quee e und ans Pe sonen sind
einem e höh en Risiko ausgese z , kö pe lich angeg i en zu we den, da sie
schon du ch ih bloßes Dasein die he e ono ma i e Geschlech e o dnung in
F age s ellen. Nich in jedem Fall lassen sich Aussagen zu ideologischen Ve -
o ung de Tä e :innen e en, bei einigen Gewal a en abe lieg ein ex em
ech e Hin e g und nahe. Die ö en lichen Ang i e jugendliche Neonazis im
Somme 2024 sind de bishe ige Höhepunk eine o en quee eindlichen
Agenda de ex emen Rech en und des allgemeinen Ans iegs quee eindliche
Gewal a en de le z en Jah e (exempla isch Lü e e al. 2022). Zugleich so g e
die ö en liche Wah nehmung ech e Gewal gegen Quee s auch ü Momen e
de gegensei igen Un e s ü zung und Solida isie ung: Die Anzahl on
P ide-Pa aden in Deu schland 2024 s ieg und dabei auch die Zahl de da an
Teilnehmenden.
7 Fazi
De Wunsch nach Au ech e hal ung eine he e ono ma i en Geschlech e o d-
nung dien ech en Tä e :innen zu ideologischen Legi ima ion auen- und
quee eindliche Gewal . In meh e en de on uns besch iebenen Ta kons el-
la ionen äuße sich diese als männliche Gewal . Die Tä e bedienen sich dabei
männliche Legi ima ionss a egien ebenso wie ech e Ideologie agmen e zu
Beg ündung ih e Ta (Lang/Sigl 2023: 103). Rech e Gewal dien in diesen
Fällen de He s ellung und Resou e änisie ung eine gewal a in-weh ha en,
solda ischen Männlichkei ( gl. Vi chow 2010). Jene Bilde eine adi ionel-
len, gewal a inen Männlichkei inden sich in den Ansp achen ech e Ak eu e
an Jungen und Männe (Saue 2024) – und sie inden ih e Zuspi zung im Ge-
wal handeln ech e Tä e .
De Blick au die iel äl ige Ve sch änkung on auen- und quee eindli-
che Gewal mi ech e Gewal e ö ne Möglichkei en, die jeweiligen Ta -
kons ella ionen p äzise besch eiben und dem Phänomen auch poli isch in adä-
qua e Weise begegnen zu können. In Zei en au o i ä e Ve ohung, in denen
53
die gesellscha liche Ve handlung geschlech e poli ische Themen imme
zen ale wi d, schein uns dies sowohl in wissenscha liche wie auch zi ilge-
sellscha liche Pe spek i e d ingend gebo en.
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55
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Vik o ia Rösch
1 Einlei ung
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den. B i any Sellne (ehemals Pe ibone) e künde e am 04. Juni 2022 au ih-
em Teleg amkanal ih en Abschied om Ak i ismus und s ell e – zumindes
o übe gehend – die Videos au ih em YouTube-Kanal au p i a 1.
Diese d ei Beispiele ücken jeweils au ih e Weise einen spezi ischen As-
pek des Ve häl nisses on ech em, weiblichen Ak i ismus und Mu e scha
ins Lich . Eine sei s gil Mu e scha als No m, ande e sei s s eh sie in Wi-
de s ei zum eigenen poli ischen Ak i ismus, denn o z Mode nisie ungen im
Rollenangebo ü ech e F auen, ungie Geschlech in de Ideologie de ex -
emen Rech en imme noch als „soziale Pla zanweise “ (Lang 2015: 169).
F auen gel en als ü die Rep oduk ion zus ändig, Männe ü die Poli ik. Keine
Mu e zu sein is ebenso beg ündungsbedü ig wie die eigene poli ische Be-
ä igung als F au. Mu e scha s ell in diesem ideologischen Ge üs einen
zen alen S ellenwe da , die Essenz de Exis enz als F au und zen ale An-
ieb ü die eigene poli ische Be ä igung. Eine Möglichkei , das spannungsge-
ladene Ve häl nis au zulösen, is es, die eigene (zukün ige) Mu e scha zum
inhal lichen Ke n des poli ischen Ak i ismus zu machen – e wa als T adwi e
ode ech e Mom luence in.
Die T adwi e (Ko e wo aus „ adi ional“ und „(house-)wi e“) is eine
Social-Media-Figu . So bezeichnen sich F auen, die ih Haus auensein in ih-
en Accoun s p ominen nach außen agen. T adwi es e kö pe n in e s e Li-
nie einen Li es yle, de nich o de g ündig poli isch is , sonde n sich au das
1 Die Au o in ha dies am 29.08.2022 in ih en Feldno izen no ie und einen Sc eensho des
en sp echenden Pos s des Teleg amaccoun s on B i any Sellne h ps:// .me/s/b i anysell-
ne e s ell .
62
e s ä k we den, abe auch al e na i e Deu ungen e ablie we den, die e än-
de e Pe spek i en au Mu e scha e möglichen.
Exempla isch möch e ich dies anhand meine Analyse des Accoun s eine
jungen F au au zeigen, die be ei s bei dem ech en Kampagnen-Ve such
#120Dezibel ( gl. Wielens 2019) in E scheinung a und au Ins ag am Teil
des ech en Ne zwe kes is . Im En s ehungsp ozess dieses A ikels wu de das
P o il au Ins ag am au ‚p i a ‘ ges ell , weswegen ich da au e zich en
we de, das P o il zu benennen und die Bilde zu zeigen. Die Reichwei e nach
Außen is demen sp echend nich meh gegeben, doch ha sie mi wei übe
ausend Followe *innen mindes ens inne halb de Szene und ang enzenden
Milieus eine gewisse Reichwei e.
Ich möch e dabei zwei Aspek e he o heben: (a) die Bildsp ache und (b)
die Anknüp ung an die Deba e um A achmen -Pa en ing.
De Accoun um ass knapp 330 Bei äge und knapp 30 Highligh s o ies
(S and 15.08.2024). In ih e Bio (eine A Ku zs eckb ie au Ins ag am) nenn
sie ih Al e , üh sich als Mu e ein und besch eib sich als bedü niso ien-
ie , na u nah und in e essie an adi ionelle E näh ung. Diese Selbs da s el-
lung zieh sich auch du ch die Bilde , die sie p äsen ie . Wi sehen eine junge
F au mi langem o b aunem Haa in de Na u , mal schwange , mal spielend
mi ih en Kinde n, die Kinde agend im Tuch ode au dem A m, wi sehen
sie s illen. Die Fa ben de Fo os spiegeln die Jah eszei en wide . Wi sehen sie
in e schiedenen Posen den Kinde n zugeneig , sich kümme nd. Neben den
ielen Bilde n en hal en die Bei äge eils auch seh lange Aus üh ungen übe
ih en All ag als Mu e und ih e Gedanken zu Mu e scha und Familie. Sie
hema isie do auch imme wiede Ans engungen, in den Bilde n sind diese
alle dings nich p äsen . In de Übe sich übe das ganze P o il zeig sich eine
isuelle Ha monie und das ollkommene Au gehen de jungen F au in de
Rolle als Mu e .
Die junge F au o ien ie sich an de sogenann en bedü niso ien ie en E -
ziehung und emp iehl auch einen E ziehungs a gebe mi dem Ti el „a ge-
ech “. E ziehungsdisku se wandeln sich und so auch mögliche Anknüp ungs-
punk e de (ex emen) Rech en. S ephanie Simon und We ne Thole haben
Bü ge lichkei und Au o i ä als zen ale zei his o isch übe daue nde Kennzei-
chen on El e n a gebe n he ausgea bei e , an die die ex eme Rech e anknüp-
en kann (Simon/Thole 2021). Eine de jüngs en En wicklungen is die In eg a-
ion bedü niso ien ie e E ziehungsansä ze, auch bekann als A achmen -Pa-
en ing (Köhle 2022). Ein zen ale Anknüp ungspunk ech e Ak eu *innen
lieg in de e ziehungsmäßigen Legi ima ion on Homeschooling und de E -
ziehung zu Hause ( gl. Köhle 2022: 41, 47). Ähnliche En wicklungen lassen
sich in de Be ü wo ung on Hausgebu en und ande en ep oduk i en P ak-
iken beobach en, die geziel om s aa lichen Ein luss e ngehal en we den sol-
len. Dami geh eine s a egische Depoli isie ung on El e nscha einhe , in
de en Rahmen Mu e scha und El e nscha olls ändig als p i a e Au gaben

63
e handel we den. Die Anhänge *innen diese E ziehungskonzep e posi io-
nie en sich häu ig als Außensei e innen und inszenie en ih e P ak iken als wi-
de s ändige Ansä ze gegen die o he schenden gesellscha lichen No men. In
diesem Kon ex wi d die Rolle de Mu e geziel als Gegenen wu zu s aa lich
egulie en E ziehungsmodellen konzipie .
Bilde on hingebungs olle Mu e scha inden wi in den sozialen Me-
dien auch auße halb de (ex emen) Rech en, ebenso die Bebilde ung des be-
dü niso ien ie en E ziehungsansa zes in al e na i en Milieus. Au dem ana-
lysie en Accoun we den no malisie e Vo s ellungen on Familie und Mu -
e scha p äsen ie . Auch ih e Highligh s o ies sind ü Ins ag am keine Be-
sonde hei : Von S o windeln, Kinde büche n, E s auss a ung bis zu
‚Homemaking‘. De T end zu U sp ünglichkei als Gegenbild zu hek ischen
Mode ne und Übe lussgesellscha inde sich auch in ande en Milieus (S ich-
wo : Slow-Food, DIY, Minimalismus e c.). Die digi ale Au be ei ung de ei-
genen Na u nähe und die Bildsp ache de Roman ik sind eben alls gängige Su-
je s au Ins ag am ( gl. Lickha d 2021). De Fokus au die Ke n amilie üg
sich da übe hinaus nah los in den gesellscha lichen Familismus ein (No z
2015).
In de Kon as ie ung zu ande en Bilde n au Ins ag am wi d deu lich, dass
die ex eme Rech e keine genuin ech en Bilde on Mu e scha e ablie en
muss, die übe bekann e Rollenbilde hinausgehen. Sie kann au ein gesell-
scha liches Bildwissen zu ückg ei en, denn die Roman isie ung on Mu e -
scha is bildlich in unse e Gesellscha eingelassen.
4 Fazi und Ausblick: Bildp oduk ion und
Geschlech e e häl nis
In diesem Bei ag wu de deu lich, wie T adwi es und ech e Mom luence in-
nen ein Rollenangebo ü junge F auen scha en und dabei das gesam gesell-
scha liche Bild on Mu e scha mi p ägen. Die Fokussie ung au das P i a e
bie e einen Bea bei ungsmodus ü die Ca e-K ise. Du ch die e geschlech -
lich e A bei s eilung bekommen ep oduk i e Tä igkei en einen Pla z. T adwi-
es und ech e Mom luence innen eku ie en au ein idealisie es Bild on
T adi ion und scha en mi ih em Rollenangebo einen Gegenen wu zu den
Zumu ungen des All ags. Gleichzei inde übe die Bilde eine äs he ische
Au we ung on Ca e-A bei und Mu e scha s a .
Gesam gesellscha liche Vo s ellungen on Mu e scha sind un ennba
e woben mi den isuellen Da s ellungen on Mu e scha ob in Social Me-
dia, au Plaka en ode im Museum. Sie spiegeln eine sei s gesellscha liche
Aushandlungsp ozesse wide und bie en ande e sei s du ch ih e Bildha igkei
die Möglichkei , diese zu beein lussen, denn Bilde en al en eine ungeheue
64
no ma i e Wi kk a . Dahe lohn sich ein Blick au die isuelle Pe o manz
ech e Mü e , um zu e s ehen, wie Mu e scha als „T äge hema“ (Reusch
2022) de ex emen Rech en unk ionie . Diese Da s ellungen g ei en au ie
im gesam gesellscha lichen Bildwissens o a e anke e Vo s ellungen zu-
ück – insbesonde e au das Bild de so genden F au, die in ih e Rolle als
Mu e ollends au geh .
Au den sozialen Medien e en die T adwi es und ech en Mom luence-
innen au ein Um eld, das in e s e Linie indi iduelle Bea bei ungsmodi on
All ags agen und Li es yleen scheidungen sich ba mach . T adwi es bie en
mi ih em indi idualisie en Bea bei ungsmodus le z lich ein Bei ag neben
ielen wei e en Bilde n. So wi d es möglich, das eg essi e Geschlech e bild
als Wahl eihei zu amen, obwohl eine ak i e En scheidung inne halb de
Rech en gegen Mu e scha keine adäqua e Wahlmöglichkei is . Wie an den
eingangs besch iebenen Beispielen sich ba wu de, bes eh ein no ma i e
Zwang zu Mu e scha .
Wenn die Bilde on Mu e scha , die on T adwi es und ech en Mom-
luence innen in den sozialen Medien e b ei e we den, nich explizi ech s,
sonde n Teil eine kollek i en Ikonologie on Mu e scha sind, s ell sich die
F age nach dem spezi isch ech en Momen um. Ein genaue e Blick au die
Funk ion on Mu e scha ü die Wel o s ellung de ex emen Rech en
zeig , dass diese o z alle Bekundungen de P i a hei eine biopoli ische
Funk ion ha . Sie wi d unmi elba mi dem E hal de eigenen Gemeinscha
e knüp , sei es in Bezug au Volk, E hnie ode T adi ion ( gl. Bo sch/Kopke
2018). De ech e P ona alismus is dabei s e s auch ein An ina alismus: Mu -
e scha gil zwa als essenzielle Bes and eil on Weiblichkei , wi d jedoch
nu dann ane kann und idealisie , wenn sie bes imm en Zugehö igkei en en -
sp ich – nich jedoch bei mig an ischen ode quee en Pe sonen. T adwi es
idealisie en zudem eine asymme ische Kons ella ion in eine he e osexuellen
Pa ne scha . Auch wenn diese als selbs gewähl e Lebenss ilen scheidung
p äsen ie wi d, e en dabei doch eg essi e Elemen e jene Geschlech e po-
li ik zu age, die le z lich im Wide sp uch zu Gleichhei smaxime demok a i-
sche Gesellscha en s ehen. Le z lich is die gesellscha liche F age nach de
Ausges al ung des Geschlech e e häl nisses und nach de gesellscha lichen
O ganisa ion on So ge ä igkei en (inne halb s. auße halb de Familie, p i-
a e s. gesam gesellscha liche Au gabe e c.) eine poli ische. Bilde on Mu -
e scha und Ca e-A bei sind elemen a e Bes and eil diese Auseinande se -
zung. Au Ins ag am, TikTok und Pin e es abe auch im Fe nsehen begegne
uns eine schie endlose Flu on Bilde n. Diese wi d noch e s ä k du ch
KI-gene ie e Visualisie ungen, die au bes ehenden gesellscha lichen Vo -
s ellungen be uhen und le z lich dazu bei agen, al he geb ach e Bilde zu es-
igen (Adeoso e al. 2024). Eine Auseinande se zung um die gesellscha liche
Ausges al ung on Mu e scha is ein Ringen um die Bilde on Mu e scha .
65
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69
„Inakzep able F ühsexualisie ung“ und „ungus iöse
Sexualisie ungsp opaganda“ – Kinde buchlesungen
on D agqueens im Visie an i eminis ische Ang i e
au sexuelle Bildung1
Judi h Goe z
1 LGBTIQA+-Feindlichkei im Au wind
Sei einigen Jah en ge a en Kinde buchlesungen on D agqueens in e schie-
denen ös e eichischen und deu schen S äd en e s ä k ins Visie ech e , kon-
se a i e und an i eminis ische Ak eu *innen. Be ei s zu o ha en in den
USA Lesungen, bei denen D agqueens in Biblio heken, Schulen ode ande en
ö en lichen Räumen Kinde büche mi dem Ziel o lesen, kindge ech e Ein-
blicke in iel äl ige Lebens- und Liebesweisen zu e mi eln, zu massi en P o-
es en und soga Ve bo en en sp echende Ve ans al ungen in einigen Bundes-
s aa en ge üh .2 Dass D agqueen S o y Hou s auch im deu schsp achigen
Raum zunehmend zum Ziel on konse a i en und ech sex emen G uppen
a ancie en, läss sich jedoch nich allein als Impo p oduk aus den USA bzw.
als Folge de Rezep ion ech e US-ame ikanische Disku se e klä en. Denn
auch hie zulande zähl LGBTIQA+-Feindlichkei zu den zen alen, wenn auch
häu ig on de Fo schung e nachlässig en, Ideologien en sp echende Ak-
eu *innen und is auch in de sogenann en Mi e de Gesellscha ie e wu -
zel ( gl. u.a. die Leipzige Au o i a ismus S udien 2020, 2022 und 2024 hg.
on Decke e al.).3 Auch Ang i e au sexuelle und geschlech liche Bildung
de Viel al , zu denen auch Kinde buchlesungen on D agqueens gezähl
1 Im Bei ag we den e schiedene Zi a ionss ile e wende . Li e a u angaben, die sich au den
Ko pus de im Bei ag du chge üh en Medienanalyse beziehen, we den in Fußno en ange-
geben. Die üb igen Li e a u angaben we den im Tex in Klamme n als Ku zzi a ionen da -
ges ell und im aus üh lichen Li e a u e zeichnis am Ende au ge üh .
2 Nossel, Suzanne (2023): The d ag show bans sweeping he US a e a chilling a ack on ee
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70
we den können, haben im deu schsp achigen Raum eine lange T adi ion. Dass
LGBTIQA+-Feindlichkei jedoch in den e gangenen Jah en Au wind bekom-
men ha , kann als Teil eines um assende en an i eminis ischen P ojek s ech e
und konse a i e Bes ebungen eingeo dne we den, das da au abziel , du ch
emo ional bese z e Themen (wie e wa Geschlech und Sexuali ä ) Bed o-
hungs- und Sch eckensszena ien zu e b ei en, um dadu ch neue Au me k-
samkei im medialen und gesellscha lichen Disku s zu gewinnen. In diese
Hinsich e suchen ech sex eme Pa eien und G uppie ungen gemeinsam mi
konse a i en und ch is lichen Ak eu *innen D agqueen-Lesungen als Bed o-
hung, insbesonde e ü Kinde , abe auch ü Familien da zus ellen. Dabei is
es ih Ziel, p og essi e Bildungsansä ze, die zum Abbau on Disk iminie ung
und Benach eiligung bei agen wollen, zu delegi imie en und adi ionelle Ge-
schlech e e häl nisse zu s ä ken.
An i eminis ischen Ak eu *innen geh es da um, Au me ksamkei au sich
zu ziehen. Ge ade ih e Mobilisie ungen gegen D agqueen S o y Hou s e an-
schaulichen, dass sie disku si e Räume wie die mediale Be ich e s a ung und
die ö en liche Deba e ü die Ve b ei ung und Popula isie ung an i eminis i-
sche Na a i e nu zen können. Inso e n wi d hie die on Elisabe h Tuide
(Tuide 2016, S. 177) be ei s 2016 besch iebene „e neu e Disku si ie ung on
sexuelle Viel al und Sexualpädagogik“ o gese z , du ch die „ein no ma i es
Ve handlungs eld“ gescha en wi d, in dem „sexis ische, homo- und ans*- eind-
liche Ressen imen s wiede als scheinba no male All äglichkei geäuße we -
den“ können und „das Sexuelle da in e/no mie “ wi d. Ge ade weil diese
P ozess noch nich abgeschlossen schein , lohn sich eine genaue e Be ach-
ung de dami e bundenen Deba en.
2 Anliegen des Bei ags
Ausgehend on eine disku sanaly ischen Be ach ung de medialen Be ich -
e s a ung in Ös e eich wäh end de e s en Hochphase de P o es e gegen
D agqueen-Lesungen, die sich on An ang Mä z bis Ende Juni 2023 e -
s eck e, soll im o liegenden Bei ag de F age nachgegangen we den, wie
sich die An eindungen im Kon ex bishe ige an i eminis ische Na a i e und
um sexuelle und geschlech liche Bildung de Viel al eino dnen und, welche
wiede keh enden disku si en Mus e sich dabei iden i izie en lassen.
Dabei beg ei e ich Kinde buchlesungen on D agqueens inso e n als Teil
sexuelle Bildung de Viel al , als es bei en sp echenden E en s o allem da-
um geh , in eine kindge ech en A und Umgebung Geschich en o zulesen,
die Kinde n die Möglichkei bie en, Einblicke in die Viel al mögliche Gen-
de -Pe o mances, Lebens- und Liebesweisen zu e hal en. Sowohl die Ge-
schich en in den ausgewähl en Büche n als auch die Inszenie ungen de
71
D agqueens selbs e möglichen es Kinde n au un e hal same Weise ein b ei es
Spek um on Geschlech siden i ä en und -ausd ücken kennenzule nen. Auch
die Akzep anz gegenübe Menschen, die nich binä -hie a chischen bzw. (he-
e o-)no ma i en Vo s ellungen en sp echen, kann so ge ö de we den. D ag-
queens können Kinde n zudem als Rolemodels da ü dienen, die eigene K ea-
i i ä und Fan asie im Hinblick au Selbs ausd uck zu en al en. Sie e mu igen
dazu, Indi iduali ä en lang de eigenen Wünsche und Vo s ellungen zu en wi-
ckeln und sich nich den o he schenden No men un e o dnen zu müssen.
Kinde buchlesungen on D agqueens egen somi iel äl ige Le n- und Sensi-
bilisie ungsp ozesse mi Bezug au Di e si ä , Ande ssein, Inklusion und
Gleichbe ech igung an; sie können e mu igend und empa hie ö de nd wi ken
und Kinde n dadu ch auch hel en, ih e Umwel besse zu e s ehen, und sich
in de Wel zu o ien ie en ( gl. u.a. Keenan & Ho Mess 2021).
De Fokus dieses Bei ags lieg au de Analyse de medialen Be ich e s a -
ung zu (Ang i en au ) D agqueen-Lesungen, um sich ba zu machen, welche
ech sex emen und an i eminis ischen Disku sposi ionen in de Be ich e s a -
ung au geg i en we den und so in die ö en liche Deba e gelangen. Es soll
un e such we den, wie en sp echende disku si e Mus e kon ex ualisie und
e klä we den sowie ob bzw. inwiewei Medien zu Au klä ungsa bei übe
die Thema ik bei agen.
Um das Vo haben zu ealisie en, soll in einem e s en Sch i 1) die Ge-
schich e ech e und konse a i e Ang i e au sexuelle Bildung de Viel al
in Ös e eich ekons uie und anschließend da an sollen 2) die in de Fo -
schungsli e a u zum Thema bishe benann en, zen alen an i eminis ischen
Na a i e iden i izie we den. De Fokus wi d dabei au den Vo wu de Se-
xualisie ung on Kinde n bzw. sechs wiede keh ende disku si e Mus e inne -
halb des Na a i s geleg . Anknüp end da an soll ausgehend on de Medien-
analyse, am Beispiel des ech en Kamp beg i s F ühsexualisie ung, 3) au ge-
zeig we den, inwie e n selbige in ak uellen Deba en o gese z we den. Im
Zuge dessen sollen 4) Ve säumnisse de medialen Be ich e s a ung beleuch e
sowie 5) soll de F age, wie Bildung in de medialen Be ich se s a ung e -
handel wi d, nachgegangen we den.
3 Empi isches Ma e ial und Me hoden
Fü die Analyse de medialen Be ich e s a ung übe D agqueen-Lesungen
wu de eine k i ische Disku sanalyse (KDA) nach Sieg ied Jäge (Jäge 2012)
gewähl , um die zug unde liegenden Mach e häl nisse und Ideologien au zu-
decken. Das empi ische Ma e ial diese Un e suchung um ass 172 Bei äge
aus 19 e schiedenen ös e eichischen Tageszei ungen sowie ach OTS-Mel-
dungen aus dem Zei aum om 1. Mä z 2023 bis zum 30. Juni 2023. Diese
78
sie ung“ gewa n und „mi den Jugendschu zbes immungen a gumen ie “
ha e. Du ch die häu ige Ve wendung des Beg i s, eingebe e in Zi a e ech e
Poli ike *innen, en wickel sich dessen Eigendynamik, so dass e o an auch
ohne di ek e Zi a e ode kon ex ualisie ende E klä ungen in den Medien au -
geg i en wi d. Die Ti ole Tageszei ung (17.04.2023) nenn beispielsweise
„F ühsexualisie ung on Kleinkinde n“ als G und, wa um „Ve e e de FPÖ,
de Iden i ä en um Ma in Sellne und Pe sonen aus dem Hooligan-Um eld [...]
gegen die Ve ans al ung“ p o es ie ha en. Ein ähnliche Wo lau is in De
S anda d (22.04.2023) zu lesen, dass „neben ech sex emen G uppen wie den
Iden i ä en um Ma in Sellne auch die Wiene FPÖ und ÖVP gegen [...] an-
gebliche ,F ühsexualisie ung‘ ge ommel hä en. Fo gese z wi d das Na a-
i auch, als in G az Kinde buchlesungen on D agqueens s a inden sollen.
Die Kleine Zei ung sp ich om „Teno : Es wü de sich dabei um eine ,inakzep-
able F ühsexualisie ung‘ handeln“ (21.05.2023) und hema isie die So ge,
dass es sich „um unangemessene, ühkindliche Sexualisie ung handel “
(22.05.2023). Anhand de Beispiele wi d nich nu die scheinba selbs e -
s ändliche Ve wendung des Beg i s – häu ig ohne E klä ungen und Kon ex-
ualisie ungen – deu lich. Das dami e bundene Na a i e lang dadu ch in
de medialen Be ich e s a ung auch einen wei e en Legi ima ionsschub – und
ebenso die poli ischen Bes ebungen an i eminis ische Ak eu *innen.
6.2 Ve ände -gleichbleibende disku si e Mus e
Die Analyse de medialen Be ich e s a ung zeig nich nu die zen ale Rolle
des Na a i s de F ühsexualisie ung im Zuge de Ang i e au D agqueen-Le-
sungen. Auch eine Fo se zung de aus de Fo schungsli e a u übe sexuelle
Bildung bekann en disku si en Mus e wi d deu lich. So inde sich 1) de Vo -
wu eine geziel en Sexualisie ung on Kinde n, die das kindliche Wohl ge-
äh de, bei nahezu allen Zi a en de FPÖ Ak eu *innen zum Thema wiede , o
auch in Ve bindung mi de Rede on Kinde - und Jugendschu z.
Ans a die e mein lich nega i en Auswi kungen sexuelle Bildung au
die En wicklung on Kinde n in S ellung zu b ingen, sind ih e Gegne *innen
dazu übe gegangen, s ä ke die angeblich dadu ch he o ge u enen Ve unsi-
che ungen als A gumen anzu üh en. So lau e de Ti el de PA (16.04.2023):
„FPÖ-Nepp: Kinde dü en in ih e Geschlech siden i ä nich e unsiche
we den!“. Im wei e en Tex heiß es: „Fü uns F eihei liche sowie die übe wäl-
igende Meh hei de Gesellscha is kla , dass es nich in O dnung is , wenn
als F auen e kleide e Männe e suchen, Kinde in ih e Geschlech siden i ä
zu e unsiche n.“ T o z de Ve schiebung bleib die dahin e s ehende Absich
dieselbe: De Vo wu po en ielle Ve unsiche ungen on Kinde n ziel ebenso
wie die Behaup ung de nega i en En wicklungen da au ab, Ängs e und So -
gen um eine besonde s ulne able G uppe (Kinde ) zu e b ei en und dadu ch

79
D agqueens ebenso wie sexuelle Bildung als Bed ohungen zu kons uie en. In
de medialen Be ich e s a ung wu de de Ve unsiche ungsdisku s absei s de
P essemeldungen bislang noch kaum au geg i en. Die in de Fo schungsli e-
a u 2) e wähn e Kons uk ion on Kindhei als sexuali ä s eiem Raum, ba-
sie end au de Vo s ellung eine idealisie en kindlichen Unschuld, schwing
dabei zwa s e s mi , wi d jedoch nich explizi zum Thema de Be ich e s a -
ung gemach . Ans elle des 3) Vo wu s, sexuelle Bildung üh e du ch eine
P opagie ung homosexuelle Lebensweisen zu eine ,Homosexualisie ung‘
on Kinde n und Jugendlichen, schein inzwischen das Feindbild T ansgende
ge ück zu sein. So inden sich in de medialen Be ich e s a ung und den P es-
seaussendungen zahl eiche Ang i e de FPÖ au die „T ansgende -Lobby“,
„T ansgende -Agenda“ (zi . n. PID P esse- und In o ma ionsdiens de S ad
Wien, 24.03.2023), die „linken T ansgende -P opagandis en“ (FPÖ Wien Ra -
hausklub, 16.04.2023) ode die „T ansgende -P opaganda“ (FPÖ Wien RK,
11.04.2023): „Abe Kinde sollen ein ach Kinde sein und nich mi T ansgen-
de -P opaganda zugemüll “ (FPÖ Wien RK, 14.03.2023) ode ü „T ans-
gende p opaganda missb auch “ (FPÖ Wien RK, 11.04.2023) we den.
Wäh end die on de FPÖ kons uie en Beg i e „T ansgende -I sinn“
und „Sexualisie ungsp opaganda“ imme hin ün bzw. neun Mal in de un e -
such en medialen Be ich e s a ung o kamen, konn en sich „T ansgen-
de -Agenda“ und „T ansgende -P opaganda“ (je eine Nennung) nich du ch-
se zen. Dennoch e deu lichen die Beispiele, dass das ak uelle, (leich ) e än-
de e Feindbild zwa in gegenwä ige Deba en in eg ie wu de, das disku si e
Mus e jedoch in gleichbleibende Weise da au abziel , die Da s ellung iel-
äl ige Lebens- und Liebensweisen g undsä zlich als Bed ohung ü Kinde
da zus ellen. Da an knüp 4) auch die Büchse-de -Pando a-A gumen a ion an,
mi els de e behaup e wi d, die Akzep anz sexuelle Bildung de Viel al
wü de den Weg zu Tole anz on Pädophilie ode ‚Missb auch‘ ebnen. Eine
en sp echende A gumen a ion zeig sich in de Zusammen assung eines S a e-
men s on Nepp im Wiene Land ag: „Nepp e wähn e ein Beispiel eine
12-Jäh igen in den USA, die sich du ch die ,Indok inie ung‘ e anlass sah,
ih e B üs e abzunehmen, was sie nun be euen wü de. [...] Ho mon he apien
bei Sexuals a ä e n wü den abgelehn , gleichzei ig wü de dasselbe Medika-
men bei Kinde n e wende we den“ (PID de S ad Wien, 24.03.2023). Auch
hie kons uie die FPÖ unzulässige Au oma ismen und Ve gleiche, die
Ängs e schü en und alsche Zusammenhänge sugge ie en. So dien de i e-
üh ende Ve gleich on Ho mon he apien bei Sexuals a ä e *innen mi de en
Anwendung bei Kinde n in e s e Linie dazu, die medizinische Behandlung
on ans*- Jugendlichen in ein nega i es Lich zu ücken. Dass es bei den
Lesungen lediglich um ein Au zeigen de iel äl igen Möglichkei en und nich
um Zwänge geh , wi d on de FPÖ bewuss igno ie . 5) Die Da s ellung on
sexuelle Bildung als unna ü lich, pe e s ode pädophil mi dem Ziel, alles
on de He e osexuali ä Abweichende zu s igma isie en und abzuwe en,
80
inde sich eben alls in ak uellen Disku sen. So be ich e De S anda d
(17.04.2023) da übe , dass „LGBTQI-Pe sonen“ im Zuge de P o es e gegen
die Lesung am 16.4.2023 „ u schädigend als Pädophile e unglimp “ wu den.
Nepp ha e schon im Vo eld be on , dass „solche Pe e si ä en [...] on Klein-
kinde n e ngehal en we den“ (FPÖ Wien RK, 11.04.2023) müss en. Auch die
nega i en Zusch eibungen wie „ungus iös“ ode „inakzep abel“ dienen le z -
lich de Abwe ung de Lesungen sowie de iel äl igen Lebensen wü e, die
dabei hema isie we den. Auch 6) de Fokus au he e ono ma i e Zweige-
schlech lichkei und ‚ adi ionelle‘ We e (sowie Geschlech e e häl nisse)
wi d deu lich.
So wi d die FPÖ on de Kleinen Zei ung (23.03.2023) dami zi ie , dass
sie „Kinde und Jugendliche da in s ä ken, zum eigenen Geschlech , de e es
ausschließlich zwei gib “ zu s ehen. Zudem b ach e die FPÖ einen An ag ein,
„dass de Gemeinde a und Land ag nu zwei Geschlech e ane kennen solle“
(PID S ad Wien, 24.03.2023). Obgleich die FPÖ in ih en S a emen s häu ig
da au abziel , sexuelle Bildung de Viel al ein Au zwingen bes imm e Le-
bensweisen zu un e s ellen, zeig sich bei genaue e Be ach ung, dass on ih
selbs ein Gegenmodell zu Viel al p opagie wi d, das keine Abweichungen
zuläss .
Zusammen assend läss sich es hal en, dass die Ang i e au Kinde buch-
lesungen on D agqueens in iele lei Hinsich an bes ehende disku si e Mus-
e anknüp en und diese in eine neuen Rahmene zählung adap ie en bzw. ak-
ualisie en. Wenngleich sich bes imm e disku si e Ve sa zs ücke ode Feind-
bilde geände haben, bleiben die mi un e schiedlichen he o ischen Mi eln
in den Disku s eingeb ach en Bed ohungskons uk ionen, Abwe ungen und
Delegi ima ionen wei gehend gleich.
6.3 E klä ende Kon exualisie ungen
In einigen wenigen Bei ägen wi d das Na a i de F ühsexualisie ung zu-
mindes kon ex ualisie ode soga hin e ag . Dazu zählen eine sei s Bei-
äge, die e klä ende Eino dnungen un e schiedliche Iden i ä en und Begeh-
ens o men sowie E wähnungen de LGBTIQA+-Feindlichkei de ex emen
Rech en beinhal en, und ande e sei s Thema isie ungen, die e klä en, dass es
bei den Lesungen wede um Sex noch um Sexualisie ung geh . Als Beispiel
ü den e s genann en Zugang kann ein ühe Kommen a aus De S anda d
genann we den, de den un e schiedlichen Umgang mi He e o- und Homose-
xuali ä de ex emen Rech en und de en Ala mismus zum Thema mach :
„Wenn in einem Kinde buch ein Papa seine Ga in einen Schma ze gib , is
alles gu . Wenn in einem ande en eine Mama de ande en Mama ein Bussi gib ,
dann is das ,F ühsexualisie ung‘. Wenn ein de he e osexuellen Meh hei ange-
hö ige Mensch aus einem de unzähligen Kinde büche übe Va i-Mu i-Kind
81
o lies , is das bes ens. Wenn eine D agqueen aus einem Buch o lies , in dem
es um die Viel al on Lebensen wü en geh , is das ,Sexualisie ungsp opa-
ganda‘“ (De S anda d om 10.03.2023).
In wei e en Bei ägen kommen D agqueens selbs ü ko igie ende Kla -
s ellungen zu Wo . So wi d beispielsweise Be nd Hein ich-Piebel alias Sa-
man ha Gold in de Kleinen Zei ung (23.03.2023) zi ie : „Ich enne nich in
S apsen he um und e wi e Kinde . Unse Au i ha nich s mi Sexuale -
ziehung zu un. Die FPÖ wi T ansgende und D ag in einen Top . Ich bin
ein schwule Mann und ühle mich nich als F au“ (23.03.2023). D agqueen
F eya on Kan an wo e in einem In e iew in de Kleine Zei ung
(18.04.2023) au die F age, ob sie nach ollziehen könne, wa um „ on den
Gegne n ja eine angebliche ,F ühsexualisie ung on Kleinkinde n‘“ k i isie
we de: „Wenn ich so e was hö e, muss ich im e s en Momen lachen, im zwei-
en bin ich schockie . Ich habe selbs pädagogischen Hin e g und – und mi
Sex haben diese Geschich en nich im Ge ings en zu un“. Auch in De S an-
da d (17.04.2023) wi d im Nachgang de Lesung am 16.4.2024 zumindes in
einem Halbsa z be ich e , dass in de gelesenen S o y „ ieles d innen“ gewe-
sen sei, „nu keine Sexualisie ung“. In einem ande en Bei ag heiß es, dass die
Lesungen als „sexualisie e Bühnenpe o mances geb andma k “ wü den,
„auch wenn do in Wah hei nu al e sge ech e Kinde büche o ge agen
we den“ (De S anda d, 22.04.2023).
Wenngleich die en sp echenden Kla - bzw. Rich igs ellungen du chweg
beg üßenswe sind, ehlen aus üh liche E klä ungen zu Hin e g ünden und
Zielen sexuelle Bildung wei gehend; auch Expe *innen, die iele de skiz-
zie en Vo wü e und A gumen e en k ä en könn en, kommen in de medialen
Be ich e s a ung kaum zu Wo . Wie hil eich en sp echende Kon ex ualisie-
ungen ü eine sinn olle Deba e sein könn en, zeig sich beispielsweise in
einem Kommen a de Vo si zenden im Bundes e band Ös e eichische Kin-
de schu zzen en, Pe a Bi chbaue . Da in k i isie sie nich nu die Ve wen-
dung des Beg i s, sonde n e weis auch au die p ä en i e Wi kung sexuelle
Bildung: „Bei solchen Ve ans al ungen mi D agqueens on ‚F ühsexualisie-
ung‘ zu sp echen is nich ich ig. Was heiß das denn? Dass Kinde zu üh
übe Sexuali ä Bescheid wissen? Da o b auchen wi keine Angs zu haben.
Aus dem Kinde - und Jugendschu z wissen wi , dass eine al e sangemessene
Sexuale ziehung be ei s im Kleinkindal e beginn . Sie is eine wesen liche
P ä en ion gegen sexuellen Missb auch“ (De S anda d, 18.04.2023). Abe
auch Bi chbaue s um assende e Eino dnung wi d du ch das p oblema ische
Na a i de po en iellen Bed ohung eingelei e : „Können solche E en s mi
D agqueens Kinde n wi klich schaden?“ DER STANDARD ha zwei Expe -
innen aus dem Kinde - und Jugendschu zbe eich ge ag . (De S anda d,
18.04.2023). Inso e n mag es auch nich e wunde n, dass die iel äl igen
Möglichkei en, übe Kinde buchlesungen on D agqueens Le np ozesse anzu-
egen, in de medialen Be ich e s a ung kaum e wähn we den. So s ell
82
Bi chbaue s Kommen a , in dem sie auch die Po en iale di e si ä sbewuss e
Bildung un e s eich , eine de wenigen Ausnahmen da : „Wenn Kinde e wa
Di e si ä üh kennenle nen, äll es ihnen leich e , diese einzuo dnen. Das
mach keine Angs , sonde n nimm sie“ (De S anda d, 18.04.2023). Lediglich
in einem Bei ag übe F eya on Kan wi d de F age, was Kinde on D ag-
queens le nen können, e was aus üh liche nachgegangen. Sie be on die Ve -
mi lung uni e selle We e, den Abbau on Be üh ungsängs en, abe auch
Meh sp achigkei und Mul ikul u ali ä – sowohl ü zugezogene Kinde , abe
auch jene de „sogenann en Meh hei sgesellscha “. Sie wolle „Iden i ika ions-
igu en p äsen ie en“, da sie selbs e leb habe, „wie es is , wenn imme nu
übe ande e ge ede wi d, nie übe einen selbs “ (De S anda d, 19.04.2023).
Und an ande e S elle üh on Kan aus: „Kinde können on uns iel zu
Themen wie Di e si ä le nen. Viele on uns sind selbs du ch ein ie es Tal
de Düs e nis gegangen – das mach uns glaubwü dig. Und, nich zule z : Wi
D agqueens und -kings sind na ü lich olle En e aine innen!“ (Kleine Zei ung,
19.04.2023).
7 Fazi
De o liegende Bei ag ha es sich zu Au gabe gemach , ausgehend on eine
k i ischen Disku sanalyse de medialen Be ich e s a ung übe Kinde buchle-
sungen on D agqueens in Ös e eich de F age nachzugehen, inwie e n sich
die ak uellen Deba en in be ei s bekann e an i eminis ische Na a i e und um
sexuelle und geschlech liche Bildung de Viel al eino dnen und welche wie-
de keh enden disku si en Mus e sich dabei iden i izie en lassen. Dabei wu de
deu lich, dass die ak uellen Mobilisie ungen an eine Vo geschich e und be-
s imm e Na a i e und disku si e Mus e anknüp en konn en, die be ei s zu o
ü ande e Ang i sziele eingese z wu den. De Haup eil de Analyse wid-
me e sich de F age, wie de ech sex eme Kamp beg i de F ühsexualisie-
ung in de ak uellen Be ich e s a ung hema isie wi d und inwie e n sich
dami e bundene disku si e Mus e e ände haben. Dabei ha sich zunächs
gezeig , dass ech e Ak eu *innen übe ö en liche S a emen s e suchen, be-
s imm e Na a i e in den medialen und somi auch ö en lichen Disku s einzu-
b ingen, um diese wei e e b ei en zu können. Du ch den Fokus au die Be-
ich e s a ung konn e e anschaulich we den, welche Disku sposi ionen aus
ech sex emen und an i eminis ischen Milieus in Zei ungsa ikeln au geg i -
en we den und dadu ch auch in die gesellscha liche Deba e gelang en. Zwa
wu den nich alle on de FPÖ in P esseaussendungen ode in Gemeinde- und
Land agssi zungen kons uie en Beg i e und Na a i e in den Medien dann
a sächlich auch übe nommen. Dennoch konn e anhand des Beispiels de
F ühsexualisie ung gezeig we den, dass du ch wiede hol e Zi a ionen on
83
FPÖ S a emen s in de medialen Be ich e s a ung die Ve wendung des Be-
g i s eine Eigendynamik e lang e. Die unk i ische Übe nahme diese Rhe o ik
e möglich e es an i eminis ische Ak eu *innen, ih e Sich weisen und Na a-
i e wei e zu e b ei en und zu no malisie en.
Da übe hinaus mach e die Analyse deu lich, dass de Vo wu de e -
mein lichen F ühsexualisie ung wei e hin ein zen ales Na a i an i eminis i-
sche Ak eu *innen ausmach und die in de Fo schungsli e a u zum Thema
iden i izie en disku si en Mus e im Kon ex des neuen Ang i sziels Kinde -
buchlesungen on D agqueens o gese z und in die neue Rahmene zählung
in eg ie wu den. Die zen alen A gumen a ionslinien blieben dabei im We-
sen lichen un e ände , wenngleich sie an ak uelle Deba en angepass und
du ch neue Ve sa zs ücke in eg ie wu den. Auch in ak uellen A gumen a io-
nen we den Ängs e und Bed ohungen kons uie , indem die Ve mi lung on
Wissen übe sexuelle Viel al und Geschlech e iden i ä en als unna ü lich und
schädlich da ges ell wi d, weil es Kinde übe o de e. ‚T adi ionelle‘, binä e
Geschlech e ollen und He e ono ma i i ä hingegen we den als de ich ige
Weg zu gesunden En wicklung on Kinde n p opagie . Neu is de e meh e
Fokus au T ansgende -Themen und Ve unsiche ungsdisku se. Mi Beg i s-
kons uk ionen wie „T ansgende -P opaganda“ e such die FPÖ wei e hin
Ängs e o eine angeblichen Ve unsiche ung de Geschlech siden i ä on
Kinde n zu mobilisie en.
Abschließend läss sich e gänzen, dass um assende E klä ungen zu sexuel-
le Bildung de Viel al und zu den posi i en E ek en dami e bundene Le n-
p ozesse ü Kinde wei gehend ehlen. Expe *innen, die diese Deba en mi
undie en In o ma ionen hä en be eiche n können, kamen kaum zu Wo , was
eine di e enzie e Diskussion eben alls e schwe e. D agqueens und Ve an-
s al e *innen bekamen zwa gelegen lich die Möglichkei zu Rich igs ellung,
doch insgesam dominie das p oblema ische Na a i de Bed ohung on
Kinde n.
Die Analyse mach olglich auch deu lich, dass Medien eine en scheidende
Rolle in de Ve b ei ung an i eminis ische – und hie .a. LGBTIQA+- eind-
liche – Na a i e einnehmen, weil sie, wie das Beispiel de D agqueen-Lesun-
gen zeig , häu ig unk i isch und ohne aus eichende Hin e agung die on
ech sex emen Ak eu *innen e b ei e en Na a i e übe nehmen. Du ch die
eils unkommen ie e Rep oduk ion ech sex eme Kamp beg i e wie
F ühsexualisie ung we den en sp echende Na a i e nich nu no malisie ,
sonde n auch Ängs e wei e ges ä k . In diese Hinsich we den iele Bei äge
de Ve an wo ung nich ge ech , komplexe Themen wie sexuelle Bildung de
Viel al di e enzie zu beleuch en, da sie es e säumen, ih en au klä e ischen
Au ag e ns zu nehmen und die Ö en lichkei um assend und ak enbasie
zu in o mie en. Du ch die e eng e Deba e we den le z lich auch Chancen zu
Au klä ung und Bildung, die gleichzei ig auch wi ksame S a egien in de Zu-
ückd ängung homo- und quee eindliche Eins ellungen sind, eduzie .

84
Li e a u
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87
An i-gende Ideology as Social Pa hology o Righ s?
An i- eminis Mobiliza ion and he Poli ics o Child
Well-Being in Tu key
Funda Hülagü Demi bilek
1 In oduc ion
O e he pas decade, se e al igh -wing populis and/o neo-conse a i e ac-
o s a ound he wo ld ha e made he issue o child p o ec ion and a pa icula
unde s anding o child en’s igh s one o hei main mobilizing hemes. They
ha e po ayed child en as ic ims, some imes o wha hey call “gende ideo-
logues”. Fo example, du ing he 2024 Eu opean Pa liamen elec ions, he
a - igh VOX pa y in Spain placed a baby igu e on i s campaign pos e s,
in i ing people o o e o poli icians who would p o ec child en.1 In B azil,
Bolsona o’s ic o ious 2018 elec ion campaign p opaga ed ha he le is op-
posi ion planned o dis ibu e baby bo les wi h penis-shaped ea s, spa king
ou age in wo king-class neighbo hoods despi e he ob iousness o he lie
(Della To e 2023). In he ecen ly decla ed Va ican doc ine on human dig-
ni y, “gende heo y” is conside ed once mo e one o he mos impo an a -
acks on human digni y, along wi h abo ion and su ogacy, which a e said o
ha m child en and hei inalienable igh s om bi h (Dicas e y o he Doc-
ine o he Fai h Decla a ion 2024). In some o he con ex s whe e an i-gende
policies mee p o-na alis policies, as in Hunga y, “li ing o one’s child en”
is posi ed as he mos sanc ioned no m, and hose who allegedly “li e o hei
child en” a e p esen ed as hose ci izens who a e less desi able and excluded
om so-called espec able socie y (Ko á s 2020).
Echoing hese global poli ical s a egies and discu si e pa e ns, he
an i-gende /an i- eminis mobiliza ion in Tu key has poli icized he issue o
child en in wo main ways. Fi s , child en a e seen as h ea ened by so-called
“pe e se ideologies”. This discou se a ge s non-he e ono ma i e gende
iden i ies and ela ions. I de elops a na i is -na ionalis a ack ha
1 Fo u he de ails on he elec ion campaign o he Vox Pa y and hei use o he discou se
o child en’s igh s, please check hei social media channels. h ps://www.ins a-
g am.com/p/C7zl4W4ui -/.
94
cons i u es one o he easons behind non-sha ed cus ody decisions, is o ally
los om hei pe spec i e. The eby, in hese g oups’ pe cep ion, a child’s igh
o a ca ing and sa e en i onmen is ac ually con la ed wi h he igh o he a-
he o ha e au ho i y o e his child and/o unhinde ed access o he child.
In ha sense, he igh s discou se becomes an in e ed and lipped adop ion
o o iginal child en’s igh s. The no ion o igh s is used as i pa icula is ic
iews and/o he e o-pa ia chal concep ions o a he hood a e amenable o
make uni e sal claims on he igh s o child en. The al eady weak and non-e -
ec i e public measu es ha a e aken o p o ec child en and p omo e hei
au onomy a e conside ed as coe ci e in ingemen s on o p i a e li e.
3.2 Displacing he causes o ha ms
The Associa ion eac s o ac ual child abuse and/o c imes agains child en
only selec i ely. Fo example, hey especially eac in he case o inciden s
whe e he ha m p ocess in ol es so-called “alcohol” o “d ug” using pe pe a-
o s. These ac o s make i possible o he sel -desc ibed child en’s igh s de-
ende s o gi e a plausible explana ion o w ongs agains child en ha associ-
a es ha m wi h bad habi s. This ine i ably blu s o he elemen s ha ha e a
g ea e explana o y po en ial.
A ecen case o his a i ude was displayed in ela ion o he mu de o he
9-yea -old Sy ian e ugee Gina Me cimek in 2023 in Kilis, Tu key. Gina was
subjec ed o sexual iolence be o e being mu de ed and he pe pe a o s we e
wo male adul s wi h Tu kish ci izenship. The associa ion suppo ed he iew
ha he main cause o his iolen mu de was he insu iciency o he legally
de e mined sen ences, which ailed o de e c iminals om bad beha io and/o
co ec hem. Nei he he in e sec ional powe di e ences be ween pa ies (a
9-yea -old e ugee gi l and wo adul men wi h close connec ions o local
powe holde s) no he in oxica ing poli ical cul u e o impuni y (see below)
we e hema ized as causes o he c ime.
Se e al p og essi e ins i u ions in Tu key, including ci il socie y o gani-
za ions and women’s igh s ad oca es, con end ha he exis ing penal legisla-
ion is al eady highly de eloped and su icien bo h o add essing gen-
de -based c imes and se ing as a de e en , and ye hey add ha signi ican
p oblems a ise du ing he implemen a ion phase (Human Righ s Wa ch 2022).
One such signi ican p oblem is g an ing impuni y (e.g. educed sen ences o
aba emen ) o he male pe pe a o s o se e al se e e c imes agains women
and non-bina y indi iduals. In Tu key, especially in ela ion o cases o gen-
de -based iolence, cou s o en hand down educed sen ences based on “good
conduc ” (i.e., espec ul beha io du ing ial) and “p o oca ion” (e.g., ic-
im’s alleged ac ions leading o iolence). Such legal jus i ica ions ein o ce
pa ia chal no ms and discou age su i o s om seeking jus ice. The de ense

95
o child en’s igh s by an i- eminis g oups delibe a ely igno es his eali y and
ad oca es se e e and, i necessa y, e ibu i e o ms o punishmen : e.g. chem-
ical and su gical cas a ion o sexual o ende s, o o al p ohibi ion o alco-
holic d inks and d ugs.
To sum up, he an i-gende g oup e e s o child en’s igh s in wo main
ways. In cases o amily b eakup, a child’s igh o sa e and ca ing en i onmen
is con la ed wi h he un e he ed igh o a a he o ha e access o his child –
ega dless o he a he ’s endency o iolen beha io . In cases o public ha ms
agains child en, a child’s igh o sa e y and p o ec ion om abuse is educed
o he elimina ion o bad indi idual habi s (o adul s) ia ha sh measu es o
punishmen . In bo h cases, he child’s igh o well-being is lipped and u ned
almos upside down o ask ei he o mo e uninhibi ed p i a e licenses o e
child en o o mo e e ibu i e public measu es o e he p i a e. This in e ed
neo-au ho i a ian unde s anding, which akes un e e ed en i lemen o chil-
d en as jus i ied pa en al p o ec ion and ca e, o se e e punishmen as a o m
o child p o ec ion, also c ea es a pe missi e basis o jus i ying o he o ms o
injus ice.
3.3 Pe missi eness owa ds injus ice
The g oup sees he public ban on ma iage be o e he age o 17 as a o m o
unwa an ed public in e e ence. Teenage s o e he age o 12–15 a e consid-
e ed ma u e enough o en e in o ma iage con ac s. The exis ing legal p o i-
sions o p o ec child en, especially gi ls, om ea ly ma iage a e seen as oo
es ic i e and e en igno an o human na u e. To co e up and/o a ionalize
his pe missi eness, he g oups eso o ac ics and s a egies ha gi e he im-
p ession o exposing eli e conspi acies agains child en.
Se e al in e na ional con en ions such as he Council o Eu ope Con en ion
on he P o ec ion o Child en agains Sexual Exploi a ion and Sexual Abuse, also
known as he Lanza o e Con en ion (2007), a e a ge ed by he Associa ion on
he alleged easons ha hey lowe he consensual age o sexuali y be ween chil-
d en o 15 and hus pu po edly p o ide he g ound o sexual o enses agains
child en. The Lanza o e Con en ion is also po ayed as an eli e plo agains
child en, allegedly o se e he “global ashion indus y” ha exploi s chil-
d en’s bodies. The aim o his discou se is o no only co e up hei ad ocacy
o ea ly ma iage and make i appea ha mless, bu also o scandalize in ima e
and heal hy adolescen iendships – in he way hey a e designa ed and main-
ained by p og essi e eminis and child en’s igh s ad ocacy g oups – and c ea e
misleading add esses as pe pe a o s o social ha m o child en.
96
4 S uc u al Hypoc isy o he Capi alis Social Fo ma ion
in Tu key on Child Well-Being
The capi alis social o ma ion unde he ule o he Jus ice and De elopmen
Pa y (AKP) in Tu key has been go e ned by wo di e en modes o social
powe since he ea ly 2000s. On he one hand, in line wi h he e hos o p o-
g essi e neolibe alism as de ined by Nancy F ase (2016), human li e, includ-
ing he well-being o child en, has been no ma i ely alued – bu o cou se
wi hin he limi s o he neolibe al imagina y o “ amily alues” (Coope 2020)
and he u he p i a iza ion o ca e. Consequen ly, child en’s igh s a e la gely
o mula ed as igh s pe aining o he p i a e sphe e. On he o he hand, again
like he “cannibalis ic” (F ase 2023) neolibe al egis e o social powe , hu-
man li e including he well-being o child en has been ma e ially de alo ized:
li e is subjec o des uc i e powe s o he ma ke and ma ke iza ion. Fu he -
mo e, de alo iza ion p ocesses ope a e in an in e sec ional modali y, whe eby
child en a e exposed o di e se ha ms depending on hei social posi ion. These
di e se ha ms a e, howe e , only spo adically ecognized by he uling powe .
In mos cases and ields o injus ice, big segmen s o socie y as well as he
uling powe s ay ei he silen o de-mobilized. The cases ha d i e mos pub-
lic ou c y a e scandalized cases o sexual o ense agains child en. This com-
bina ion o an al eady p oblema ic p ocess o alua ion wi h a disa owed p o-
cess o de alo iza ion c ea es a sui gene is condi ion o s uc u al hypoc isy,
which ac s as a social dynamic ha u he condi ions socie al cogni ion and
consciousness. Le me unpack hese h ee a gumen s, espec i ely he wo
modes o social powe and he ideological implica ions o hei hypoc i ical
coexis ence.
4.1 Valuing h ough P i a iza ion
The Tu kish P esiden E doğan himsel was able o mobilize a conside able
sum o social suppo in he ea ly 2000s hanks o his claims ha he p ima y
aim o a s a e is o make human li e che ish. As such, he was also polemicizing
agains he s a e secu i y adi ion in 1990s Tu key ha pu s a e su i al o e
human secu i y. In 2005, Tu key adop ed he Child P o ec ion Law, which is
buil on he Uni ed Na ions Con en ion o Righ s o a Child. Wi h he la e
2000s and ea ly 2010s, he AKP go e nmen s ha e seemingly become mo e
asse i e in including child en in social policies. To ha end, he Minis y o
Family and Social Policies in oduced a se ies o public announcemen s and
ad e isemen s o sensi ize he public as well as in o m ca egi e s abou hei
du ies on child en’s igh s.
97
The Minis y has since hen claimed o suppo child en be o e all wi h he
mo o o “Child en Fi s ” (2011). In public se ice ad e isemen s ha ol-
lowed his new policy e a, he Minis y has encou aged child en pe sonally o
call a na ional help numbe in case hey a e wi nesses o domes ic iolence
and/o i hey ea i . This alua ion and encou agemen , howe e , has s ayed
la gely symbolic. Fo example, legal expe s unde line ha he in ol emen o
he Minis y o Family A ai s in child p o ec ion cases (e.g. agains child
abuse a home o a school) is conside ed o be mos ly ine ec i e, ei he be-
cause he Minis y emains mos ly eluc an and ill-p epa ed o ge in ol ed o
when i does ge in ol ed, his in ol emen emains con ingen and conjunc-
u e-d i en (A.D., pe sonal communica ion, 18.08.2023). Howe e , he mos
impo an eason o he symbolic ac i a ion o he Minis y is he planned e-
placemen o public p o ec ion mechanisms by p i a e o ganiza ions and he
p i a iza ion o public esponsibili y h ough he esponsibili y o he e ono -
ma i e amily indi iduals o he child’s well-being.
In ac , he Minis y is e y ac i e in o ganizing p i a e suppo and ye
eluc an o expand public esou ces. The no ions o public esponsibili y and
public powe o c ea e he necessa y mechanisms ha would suppo child en’s
well-being ha e been la gely eplaced by so-called ci il esponsibili y, which
means gi ing g ea e social powe o unaccoun able and eligiously mo i a ed
g oups o o ganize he public sphe e whe e child en a e supposed o be unde
he p o ec ion o public powe . This includes compulso y p ima y and second-
a y educa ion acili ies, do mi o ies and/o any o he ec ea ional schools
(Emane 2023). This was a shocking case du ing he healing p ocess a e he
ea hquake in Sou heas Tu key in 2023. Se e al su i ing child en, who had
los hei pa en s and close ela i es, we e en us ed o (legally ou lawed) eli-
gious sec s and hei p i a e ins i u ions (Bi gün 2023).
In line wi h his p i a iza ion modali y, s eng hening he e ono ma i e
amily alues ha e been deemed essen ial o he ep oduc ion o neolibe al-ne-
oconse a i e socie y in E doğan’s Tu key. In public se ice ads ha ollowed
he “Child en Fi s ” policy e a, o example, on he os e ca e sys em i is said,
“We can o cou se p o ide he child wi h spo s se ices, bu he also needs o
play oo ball wi h his a he ” (2011). Ne e heless, beyond discu si e encou -
agemen and ad e isemen , i is also due o he o ce o ma e ial ci cums ances
ha a child’s gene al well-being has become a amily a ai and a ask o p i-
a e commi men . The p ona alis policies ha a e suppo ed by he s a e in
Tu key, such as he IVF ea men s o he de ac o es ic ion o abo ion su -
ge ies o medica ion p o ided in public hospi als, lea e a limi ed oom espe-
cially o mo he s li ing in po e y and/o wi h no access o p i a e hospi als
o a ee choice abou ha ing a child o no . O e all, he no ma i e alua ion
o child en in Tu key posi s child en’s igh s mainly as a “ igh o be bo n” and
o be ca ed o by he e ono ma i e amily and/o p i a e ins i u ions such as
eligious sec s and ci il socie y o ganiza ions.
98
4.2 Disa owed De- alo iza ion
Despi e all hese (al eady p oblema ic and limi ed) discu si e o symbolic al-
ua ions, se e al epo s and expe opinions based on objec i e indica o s show
ha he pe cen age o child en wi h high li e sa is ac ion in Tu key is d as i-
cally low. A ecen epo p epa ed by he Uni ed Na ions Child en’s Fund
(UNICEF 2020) anked he coun y o ha e he lowes pe cen age o child en
wi h “ easonable” sa is ac ion among he OECD coun ies. Tu key was anked
he second coun y o ha e he highes a ali y a e among kids aged 5 o 14,
epo ing a 1.96 pe cen mo ali y a e.
The assessmen s, based on child en’s own accoun s, also show ha he e
a e se e al o he dimensions o well-being ha ad e sely a ec child en in
Tu key. In hei pionee ing esea ch on child en’s oice on well-being, Pına
Uyan-Seme ci and Em e E doğan (2014: 37) demons a e ha om child en’s
pe spec i e, happiness is also closely ela ed wi h ai ea men and non-dis-
c imina ion a school, a mo e lo e and app ecia ion-o ien ed oge he ness wi h
iends and a mo e equal ela ion wi h he pa en s. In o he wo ds, om he
child en’s poin o iew, i is e y impo an o be ecognized and espec ed as
au onomous indi iduals wi h in insic sel -wo h, and ye he o ganiza ion o
social li e is a om mee ing his impo an demand.
The educa ion sys em is hea ily ma ke ed, and public schooling is so badly
a ec ed ha his inc eases inequali ies among child en and impo e ishes he
quali y o school li e. Wo king-class child en who wan o be success ul a
school mus ely on sec a ian eligious communi ies and associa ions o each-
ing ma e ial suppo and/o o ex acu icula ac i i ies. Ye , he ac i i ies o
hese communi ies a e also lacking anspa ency and accoun abili y (Emane
2023). Fo he las decade, se e al inciden s happened which in ol ed cases o
sexual(ized) iolence agains child en in hose communi ies and/o se ious
child neglec .
Mo eo e , many wo king-class child en a e in ol ed in income-gene a ing
ac i i ies o help hei amilies (Uyan-Seme ci/E doğan 2022). Some a e uno -
icially labo ing wi h hei amilies in seasonal ag icul u al wo k and hus can-
no a end school (Dayioğlu/Ki da /Koc 2024). O he s a e o icially in eg a ed
in o he labo o ce unde he scheme o app en iceship p og ams and ye a e
subjec ed o se e e wo kplace exploi a ion (Ko kmaz 2025). In bo h cases,
child en a e hea ily ha med. In he case o ieldwo k, he si ua ion migh be
e en wo se o he gi ls who along wi h hei mo he s a e usually in cha ge o
housewo k and sibling ca e as well. In he case o app en iceship p og ams,
which also in ol e e ugee and displaced child wo ke s, he a e o occupa-
ional acciden s is high. The Sy ian child en e ugees li ing in Tu key also
su e om signi ican abuse and exploi a ion as hey a e pushed o and/o mus
engage in in o mal jobs in he ex ile and simila labo -in ensi e small p oduc-
ion sec o s (Dayioğlu/Ki da /Koc 2024).
99
To sum up, his sho po ai o he child-well-being poli ics in Tu key
poin s o a s uc u al hypoc isy, a s a e o wo- acedness which ideally alues
and ye ma e ially de alo izes child en. This hypoc isy is s uc u al because
he e a e no uni e sal and genuinely de eloped public wel a e policies ha aim
a ed essing he ha ms he child en su e om. The e is a sel -con adic o y
alk and p ac ice o aluing child en, which indeed unc ions as an ideological
mechanism ha deeply a ec s he socie al/public pe cep ion on child en’s
igh s. This con adic o y combina ion o alua ion h ough p i a iza ion and
disa owed de alo iza ion exe s a emendous o ien ing p essu e on social
schemas o hinking and unde s anding.
4.3 De alo izing while Valuing: The Implica ions o he Social
“Mind”
In G amscian hough , hegemony ope a es by es ablishing a speci ic pedagogic
ela ion wi h he al eady ambiguous consciousness o he domina ed masses
(Pa naik 1988). I indeed educa es masses in ce ain ways o seeing and pe -
cei ing. In he same way, I would a gue ha he co-exis ence o alua ion and
de alo iza ion c ea es a speci ic impai ing pedagogy. The e y ac ha hese
wo appa en ly con adic o y social p ocesses can coexis and be sus ained in
his coexis ence, wi hou necessa ily causing a c isis o poli ical legi imacy,
poin s o a “pa hology o no mali y” (Ha is 2019). Despi e he pe asi e alk
o alue, child en a e angibly, con inuously and di e sely de alo ized. In
o he wo ds, he con adic ion is nei he ques ioned, exposed, no con es ed a
a gene al and sys emic le el. On he con a y, in he absence o an emancipa-
o y commi men —one ha seeks o b idge he gap be ween che ished alues
and ha m ul p ac ices by ac i ely add essing he ha m— he eal con adic ion
solidi ies in o s uc u al hypoc isy. The longe such a con adic ion is no mal-
ized wi hou e ec i e challenge, he mo e i deepens p oblems o easoning o
a ionali y.
The no maliza ion o s uc u al hypoc isy, I would a gue, gene a es a dis-
connec , which in u n among many o he expec able pa hological eac ions o
social diso de s – such as he gene al de hema iza ion o social ha ms, e.g. in
he case o child labo in Tu key – causes a special social pa hology: he pa ho-
logiza ion o igh s. The s uc u al hypoc isy in he ield o child en’s well-be-
ing co up s socie al consciousness and pe o mances, because by disa owing
he che ished alues in p ac ice, i also “unde mines he in insic alue o hese
alues” (B own 2018). The igh s a e ei he indeed dis espec ed in conc e e o
deemed as p i a e esponsibili ies. This p ocess o i ializa ion and p i a iza-
ion dep i es child en’s igh s o hei uni e sally ag eed con en and no ma-
i e powe . They u n child en’s igh s in o an emp y signi ie ha can be illed
wi h di e en con en s and e en wi h hei e y opposi e. This ela i iza ion

100
acili a es he use o child en’s igh s as a poli ical weapon ha also disguises
social injus ices. This is also because he ou iniza ion o poli ical hypoc isy
makes i possible o imi a e i : o use symbolic poli ics as a smokesc een o
social injus ice/ o o ms o injus ice and dep i a ion. Ra he han exposing he
s uc u al hypoc isy, he child en’s igh s discou se se es o u he obscu e i .
Howe e , I would like o unde line ha al hough s uc u al hypoc isy a -
ec s he whole socie y, no all social g oups a e a ec ed in he same way by
his disconnec and i s pedagogic powe . In o he wo ds, di e en social g oups
ep oduce o also e u e his co up ing p ocess in hei own poli ical pe o -
mances in a ious ways. In he wo ds o he new gene a ion adhe en s o he
C i ical Theo y adi ion, he e is a “dynamic adap a ion” (Thompson 2019:
101) p ocess. This adap a ion and he shape o i di e s om one social g oup
o ano he because o he socie al posi ions hese g oups occupy. Socie al po-
si ions a e unde s ood he e as non-s a ic and si ua ed loca ions, which a e de-
ined by in e sec ing class, gende , sexuali y, e hnic ela ions bu also by poli -
ical a ilia ion and wo ld iews.
Some social g oups do no only no malize s uc u al hypoc isies in hei
own ways and me hods bu also “ aise [ hei ways o no maliza ion] as a i -
ue” (Ha is 2019: 722). This means ha hey ind g ea com o and joy in
hei ways o adap ing o and/o accommoda ing s uc u al hypoc isies. Those
who possess such a endency in he case o child en’s well-being poli ics, I
would a gue, a e especially g oups ha a e al eady engaged in poli ical ideo-
logies such as eligious ex emism o exclusiona y na ionalism, which p oduce
gende ed, acialized and/o class-based jus i ica ions o eigning social s uc-
u es o inequali y. These g oups al eady end o possess a lipped no ion o
ci il and/o pe sonal igh s: masculinis igh s as un e he ed p i a e o pa ic-
ula is ic en i lemen o ha e powe o e and/o owne ship o some hing (be i
o he pe sonal beings, animals and/o ecological en i ies such as land and wa-
e ). The s uc u al hypoc isy and he no maliza ion o i pe mi s hem o make
a i ue ou o his lipped unde s anding. In o he wo ds, hose g oups use and
usu p he igh s discou se as he hypoc i ical clima e bo h eaches and enables
hem o mimic i as an oppo unis ic i ue co e o hei own poli ical and
in e es -o ien ed agendas. In he case o an i- eminis g oups who use and
usu p he discou se o child en’s igh s, his mani es s i sel in he ollowing
h ee ways ha again e e o symp oms desc ibed in he p e ious pa :
In he absence o a poli ical commi men o uni e sal igh s and hei eal-
iza ion and due o he p i a iza ion o child en’s ca e and p o ec ion, hese
igh s a e easily esigni ied and e en u ned upside down o e e o he neo-au-
ho i a ian pa en al igh s o e child en. The an i- eminis g oups’ usu pa ion
o child en’s igh s c ea es a con usion o minds and hea s abou he eal
causes and pe pe a o s o he ha ms child en su e om. On he one hand,
hey po ay public emedies ha a e designed o add ess child ulne abili ies
as a oci ies agains a he s/pa en s. Ra he han c i icizing child ulne abili y,
101
hey add ess and a ack he legal and/o uni e sal no ma i e amewo ks ha
allow o a gene alized p oblema iza ion o ulne abili y. On he o he hand,
hey use he discou se o child en’s igh s o jus i y hei misogynis and/o
an i- eminis a i ude owa ds di o ced mo he s. As such, hey also c ea e a
mo alis o bi , which d aws se e al people in like a magne – and no neces-
sa ily sec a ian and/o eligious ones – who a e ying o make sense o hei
pe cei ed ic imhood such as a he s and/o di o ced men. The child en’s
igh s discou se also sublima es he age and ange hese g oups possess o-
wa ds women (i.e. hei ex-pa ne s).
Mo eo e , as child en’s igh s lose hei no ma i e ancho , which would
no mally es ablish clea , open and uni e sally binding ela ionships be ween
o ms o abuse and hei causes, i becomes easie o obscu e and/o shi he
eal causes o abuse. As such, he discou se o child en’s igh s – in i s pa ho-
logical o m – no only p o ides some empo a y elie o hose seeking expla-
na ions and/o easy solu ions, bu also p o ides a ee check on a ange o p ac-
ices anging om mo alis o igilan is ac ions. In o he wo ds, in he absence
o a ailable p og essi e social and poli ical ools, he pa hologiza ion o he
igh s discou se p o ides a ee check on eg essi e-mo alis and/o ebel-
lious- igilan is modes o e-connec ing wi h pe cei ed injus ices. One o he
excuses gi en by he mob ha lynched Sy ian e ugee wo ke s in Tu key in
Kayse i in he summe o 2024 was he alleged abuse o a child by a Sy ian
man (Gaze e Du a 2024).
Finally, a ecu en s uc u al hypoc isy also inci es hese g oups o
weaponize he discou se o child en’s igh s o hei own poli ical objec i es:
1) o a ack hei sel -decla ed opponen s such as eminis and/o LGBTQI+
igh s ad oca es; 2) o co e hei own co up and abusi e beha io owa ds
child en. Such a weaponiza ion becomes mos e ec i e – e ec i e in he sense
o ge ing ou o ma ginal poli ical posi ions and mains eaming i sel – as i
does no ope a e by denying igh s s aigh away and/o disa owing injus ices.
On he con a y, i ope a ionalizes a discou se o child en’s igh s by de elop-
ing a discu si e oolki ha makes he so-called ad e sa ies (e.g. emi-
nis /quee ac i is s) he eal exploi e s. They hus en ench s uc u al hypoc isy
a he han challenge i .
5 Concluding Rema ks
In his essay, I a gued o he need o deepen he exis ing eminis analyses on
he ins umen aliza ion o child en’s igh s by he an i-gende mobiliza ion
wi h espec o he social w ongs ha plague he li es o child en in conc e e.
Such a amewo k helps con ex ualize his ins umen aliza ion and poin o i s
s uc u al de e minan s. The main hesis is ha he pe spec i e p o ided by he
102
social pa hology discussions in oduces di e en le els o social eali y and
p o ides a mo e holis ic analysis o he ecen e og essi e phenomena. I in-
i es us o e lec on he socio-on ological sou ces o a social phenomenon:
“wha makes his possible?” o in he case o his essay, “wha makes child en’s
igh s o be poli icized in his an i-gende is way possible?”
This essay answe s his ques ion wi h he help o he Tu kish case by saying
ha s uc u al con adic ions ha a e no add essed u n in o s uc u al/poli ical
hypoc isies ha c ea e pa hological ways o seeing and pe cei ing. S uc u al
hypoc isies ha e a pedagogical, mind- o ming powe . They c ea e and/o in-
ci e he e ile g ound o he e up ion o pa hologies o mind. Social pa holo-
gies as second o de diso de s, as Zu n (2011) de ines hem, deny in a ious
ways he ue na u e o quali y o social w ongs ha d i e s uc u al hypoc i-
sies. They ei he obscu e and/o o example de hema ize hem. Some social
g oups, al eady unde he in luence o poli ical ideologies o inequali y, adap
o hese social injus ices in a dynamic way, which no only obscu es he social
injus ice bu also c ea es a i ue ou o hei me hod o adap a ion. In e ec ,
hey c ea e a pa hological e sion o he child en’s igh s discou se. In doing
so, hey bo h en ench he exis ing s uc u al hypoc isy and c ea e condi ions
o usu ping he igh s discou se o hei own in e es s and socio-poli ical
goals.
The s uc u al hypoc isies ha plague con empo a y capi alis social o -
ma ions exe cise a pa hological o ma i e powe o e social consciousness.
An i-gende ideology is such a pa hology o igh s. This a gumen needs o be
u he discussed and subs an ia ed h ough compa a i e esea ch in di e en
na ional con ex s. Fi s , because, his essay is limi ed o he Tu kish case and
he limi ed analysis o da a on he Tu key-cen e ed an i- eminis g oups needs
o be en iched by ma e ial om di e se con ex s. Second, when i comes o
explo ing s uc u al and/o ma e ial condi ions, he exis ing li e a u e on ideo-
logy c i ique ends o poin o he aliena ing o ces o he capi alis ma ke ,
anging om sel -es angemen o commodi ica ion p ocesses. Howe e , he
capi alis ma ke does no exis in a poli ical oid. I is always media ed by a
poli ical-e hical ield, which adds u he laye s o he aliena ing powe s un-
leashed by he capi alis ma ke . Thi d, mo e esea ch is needed because in
o de o show how s uc u al con adic ions and/o ma e ially condi ioned so-
cial injus ices become pa hologies o he mind, i is necessa y o e eal he
exac ideological mechanisms, p ac ices and ansmission bel s h ough which
social con adic ions u n in o social pa hologies.
Such a esea ch agenda is necessa y no only o ad ance scien i ic obus -
ness, bu also o help de elop p og essi e coun e -s a egies ha would expose
and comba hese o ma i e mechanisms o “ugly” pedagogies. Rega ding po-
li ical s a egies, he ideology-c i ique de eloped abo e, e en i indi ec ly,
hin ed a he impo ance o poli ical legi ima ion c ises o a success ul dis-
c edi ing o pa hologiza ion p ocesses. O cou se, he e is no p esc ip ion o
103
he making o a success ul legi ima ion c isis, which unmasks all hypoc isies
and econnec s i s -o de expe ience o injus ices wi h a igo ous ( e)cogni-
ion o hem. As Nancy F ase (2015) unde lines, he e is a di e ence be ween
legi imacy de ici s and legi ima ion c ises. Fo he la e , a s onge coun e -
hegemonic o ce is equi ed—one ha no only upholds p og essi e alues and
uni e sal no ms bu also enhances hei immanency and p ac ical applicabili y.
Finally, he poli ical na u e o child en’s igh s is dis inc and ca ego ically
di e en om ha o women’s igh s, o example. Child en a e no ecognized
as na u al spokespe sons o hei own igh s, making child en’s igh s pa ic-
ula ly ulne able o usu pa ion. To add ess his limi a ion and e-cen e chil-
d en wi hin emancipa o y hinking, u he eminis esea ch is needed – espe-
cially s udies ha explo e shi s in he socie al and in e gene a ional signi i-
cance o child en and childhood.
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110
Beck e al. (2021) gehen da on aus, dass sich in den e gangenen Jah en
Kon ex , Inhal e und S a egien maskulis ische Ak eu _innen e ände en.
Männe ech so ien ie e Ve eine hä en zuguns en on ä e ech lichen Lob-
byis _innen und An i-Gende -Ak i is _innen an Rele anz eingebüß .6 S a e-
gisch we de zunehmend au die Anpassung und Umdeu ung geschlech e poli-
ische Beg i e und hegemoniale Gleichhei sdisku se gese z (ebd.: 8; Ges-
e kamp 2020), abe auch Disku spi a e ie, Re aming on Disku sen und P o-
oka ion gehö en zum Repe oi e (Beck e al. 2021: 23). Pos - und an i emi-
nis ische, biologis ische sowie an i-e a is ische und wissenscha s eindliche
A gumen a ionsmus e sowie amilis ische Gemeinscha sideale (No z 2015)
bilden den Ke n maskulis ische Ideologiep oduk ion (Ges e kamp 2012). Da-
mi e bunden is de Wunsch nach eine pa ia chalen Resou e änisie ung
(Fo s e 2006) sowie eine Ablehnung s aa liche Eing i e (du ch Familienge-
ich e, Jugendäm e ode Bildungsein ich ungen) in die ‚p i a e Sphä e‘ de
Familie (Beck e al.: 2021: 32 .). Hin ich Rosenb ock s ell zudem es , dass
die Männe ech sbewegung eine inhal liche Nähe insbesonde e zu Neuen
Rech en au weis und de en Ressou cen zum Teil ü sich nu z (Rosenb ock
2012a: 132).
Neben p o eminis ischen, ins i u ionalisie en Männe be a ungss ellen so-
wie he apeu ischen und komme zialisie en Be a ungs- und Coachingangebo-
en gib es einige maskulis ische Anlau s ellen. Ve eine wie MANNda , A-
GENS (A bei sgemeinscha zu Ve wi klichung de Geschlech e -Demok a-
ie), das Fo um Soziale Inklusion (FSI), de Vä e au b uch ü Kinde (Va K)
ode die In e essensgemeinscha Jungen–Männe –Vä e (IG-JMV) be eiben
Ö en lichkei s- und Lobbya bei , bie en egionale Ve ne zungsg uppen an
und sind an de O ganisa ion des sei 2015 s a indenden Gende kong ess in
Nü nbe g be eilig (Beck e al. 2021).
Aus ausch, Ve gemeinscha ung und Ideologiep oduk ion inden jedoch
o allem online s a – au Social Media, Blogs, in Fo en ode du ch bewe-
gungsnahe al e na i e Medienpo ale. Das Ne z en sp echende In e ne sei en
wi d als ‚Manosphe e‘ (Ging 2019; Johanssen 2023) bezeichne . Neben män-
ne - und ä e ech so ien ie en Ak eu _innen zählen hie zu auch G uppie un-
gen wie Pick Up-A is s (Schu zbach 2018), Men Going Thei Own Way
(MGTOW) (Lin 2017; Jones/T o /W igh 2020) und Incels (in olun a y celi-
ba es) (Kaise 2020; K ache 2020).
6 Männe ech e s ellen hie bei einen Sammelbeg i ü e schiedene Männe be e ende An-
liegen und P oblemdeu ungen (s.u.) da . Vä e ech e sind eine on ielen P eile n männe -
ech liche Anliegen, de häu ig on eigens ändigen O ganisa ionen bea bei e wi d.
An i-Gende ismus is eine Spiela des An i eminismus, die sowohl in Teilen de Männe -
ech sbewegung als auch bei ch is lich- undamen alis ischen und adikal eminis ischen Ak-
eu _innen zu inden is .

111
2.2 Maskulismus als soziale Bewegung
Soziale Bewegungen zeichnen sich aus du ch einen (in o mellen) Ne zwe k-
cha ak e (1), die Ausbildung eine kollek i en Iden i ä und kollek i ge eil e
Deu ungs ahmen (2), das S eben nach gesellscha lichem Wandel (3) und da-
au abzielendes P o es e hal en (4) (della Po a/Diani 1999: 16; Ruch 1995:
11; Ro h/Ruch 2008: 638). Sie sind ein ela ionales Phänomen, d.h. sie han-
deln die eigenen G enzen und Zugehö igkei en, P oblemdeu ungen und Ve -
an wo lichkei szusch eibungen, S a egien und Ziele s ändig neu aus und
sp echen Anhänge _innen und Un e s ü ze _innen, abe auch Opponen _innen
in eine Weise an, die au die (De-)Mobilisie ung e schiedene Zielg uppen
hinwi k (Ruch 2005: 197).
Die deu sche Männe ech sbewegung bes eh aus Einzelpe sonen, Ve ei-
nen und in o mellen G uppen, die ne zwe ka ig mi einande e bunden sind.
Um mo alische Ressou cen zu gene ie en, muss sie insbesonde e die Legi i-
mi ä ih e Anliegen kommunizie en (Ro h/Ruch 2008: 25; Ruch 1984: 616)
bzw. die Illegi imi ä ih e poli ischen Gegne _innen be onen, eine s a ke So-
lida i ä un e einande en wickeln und Ve bünde e inden, die ih e In e essen
auch übe den Wi kungsk eis de Bewegung hinaus e b ei en.
Die aus dem Ne zwe k en s ehenden Bewegungsgemeinscha en (S aggen-
bo g 1998; Hassan/S aggenbo g 2015) sind in ih e ideologischen P ägung,
hema ischen Schwe punk se zung und O ganisa ions o m du chaus e schie-
den: Es gib in o melle (Un e s ü zungs-)Ne zwe ke, ins i u ionalisie e und
auch pa einahe S uk u en (Beck e al. 2021). Mi Hil e eigene al e na i e
Medien lassen sich Inhal e übe die Bewegungskanäle hinaus e b ei en und
neue Un e s ü ze _innen gene ie en. Die Bewegung kann abe auch au Be ü -
wo e _innen in den hegemonialen Medien zählen, die übe die Benach eili-
gung on (cis) Männe n und die e mein lichen Ve ehlungen ‚des Feminis-
mus‘ be ich en ode auch zen alen Ak eu _innen de Männe ech sbewegung
übe In e iews und Gas bei äge eine Pla o m geben (Aigne 2012). Thema-
isch p oblema isie die Männe ech sbewegung zu un e schiedlich s a ken
An eilen eine Benach eiligung on (cis) Männe n u.a. bezüglich Bildung, A -
bei , Gesundhei , Pa ne scha , El e nscha und E ziehung. An i eminismus
und eine (cis)männliche Op e hal ung dienen als ge eil e Deu ungs ahmen, de
eine kollek i e Iden i ika ion e möglich . Ideologisch eich das Spek um on
(links-)libe alen bis hin zu ex em ech en Eins ellungen und Wel deu ungen.
Die e schiedenen Gemeinscha en können als Teil eine ‚Bewegungs a-
milie‘ (della Po a/Ruch 1995: 232) e s anden we den, die sich zunächs übe
den Einsa z ü Männe ech e de inie . Inne halb de Bewegungs amilie läss
sich zwischen di e sen G uppie ungen un e scheiden, die mi einande koope-
ie en, konku ie en ode auch in Kon lik zueinande s ehen. Da übe hinaus
lassen sich si ua ionsspezi ische Bewegungskoali ionen, d.h. zei lich be-
g enz e Koope a ionen, beobach en, wäh end de e Ressou cen ge eil und
112
Ak ionen gemeinsam koo dinie we den (McCammon/Moon 2015: 326 .).
Dies is bspw. de Fall, wenn einzelne O ganisa ionen de Männe ech sbewe-
gung sich mi ch is lich- undamen alis ischen ode auch e schwö ungsideo-
logischen Ak eu _innen e bünden, wie bei P o es en gegen eine Pädagogik
de geschlech lichen und sexuellen Viel al (Oldemeie e al. 2020) ode auch
im Rahmen de Co onap o es e (Blum/Rahne 2020).
3 Ne zwe ke als Bewegungs essou ce
Das In e ne und neue Technologien bie en Möglichkei en de schnellen,
zei - und o sunabhängigen, kos engüns igen, e gleichsweise nied igschwel-
ligen und massen auglichen Kommunika ion sowie eine Vielzahl an Hand-
lungs epe oi es ü Bewegungsak eu _innen (Dola a/Sch ape 2015: 17 .;
Ruch /Teune 2017: 21; Illgne 2018: 254; Fieli z/S aemmle 2020: 433). Ne z-
we ke lassen sich mi wenig Au wand au bauen und p legen. Sie s ellen nich
nu eine Ressou ce on Bewegungen da , sonde n bie en auch die Möglichkei
de Ein lussnahme au Gelegenhei ss uk u en (Diani 1996; Cinalli/Füglis e
2008). Da übe hinaus können sie ein kollek i es Bewuss sein ö de n, mi
dem die eigene Posi ion und Wel deu ung (insbesonde e im Falle adikale
G uppie ungen) wenige alleins ehend e schein (Ackland/Gibson 2013:
231 .; Veilleux-Lepage/Achambaul 2019: 23). Pe sonalisie e Kommunika-
ions o men wie Social News Agg ega o en und Mik oblogs e gänzen kollek-
i es Handeln, das wiede um on Onlinepla o men koo dinie und gebündel
we den kann (Benne /Sege be g 2012: 743 .). So en s ehende Koali ionen
mobilisie en wiede um g öße e Mengen an Ak eu _innen (Ea l/Kimpo 2011:
148 .). Gleichzei ig bes eh die Ge ah eine Abscho ung in homogene, i -
uelle Gemeinscha en und eine Radikalisie ung on Online-Communi ies
(Caiani/Pa en i 2013: 3 .), wie in Teilen de Manosphe e (Ho a Ribei o e al.
2020; Ro he mel 2020).
3.1 Soziale Ne zwe kanalyse
Die soziale Ne zwe kanalyse lie e ela ionale Da en übe die Einhei en, Be-
ziehungen und Abg enzungen eines Ne zwe ks (Se dül 2002: 127 .). Be ach-
e we den einzelne Ve bindungen on Indi iduen sowie die allgemeine Ne z-
we ks uk u (Snow/Zu che /Ekland-Olson 1983: 118), welche als Fo m sozi-
alen Kapi als und dami als Bewegungs essou ce in e p e ie we den (Diani
2005: 340; Schmid 2006: 38 .). Wie eingangs besch ieben, lieg bishe keine
S udie o , die das Ne zwe k de Männe ech sbewegung e ass . Zwa konn e
eine b ei e Anschluss ähigkei maskulis ische Ideologie agmen e und Na a-
113
i e es ges ell we den (u.a. Ganz/Meßme 2017; Maye /Ajano ic/Saue
2018; Höcke /Pickel/Decke 2020; Kaise 2020; Näse -La he /Oldemeie /
Beck 2019; Kalks ein e al. 2024), ein Übe blick übe die Ak eu slandscha
und de en Ve bindungen übe die eigenen Kanäle hinaus abe s ell ein Fo -
schungsdeside a da .
Die Online-Ne zwe kanalyse nu z Hype links (Pa k 2003; Pa k/Thelwall
2003), um Kommunika ionss uk u en au zudecken (Baggio/An onioli Co ig-
liano 2009: 309 .). Ve linkungen können als A ini ä sbeziehungen, als Kom-
munika ions- und Koo dina ionsp ade sowie als Un e s ü zungsangebo e be-
ach e we den (Bu is/Smi h/S ahm 2000: 215) und haben e schiedene
Funk ionen: Sie dienen de Rek u ie ung, In o ma ions e b ei ung, Solida i-
sie ung, Koali ionsbildung und Ressou cen eilung (Diani 1996; Diani/Mische
2015).7
Ne zwe ke basie en zunächs au zwei zu be ach enden Einhei en: Kno en
(nodes) und Kan en ( ies/edges). Bei de Online-Ne zwe kanalyse s ell jede
Websei e einen Kno en da . Die Ve bindung zwischen zwei Websei en is die
Kan e. Eine Websei e ungie also als Kno en im i uellen Ne zwe k, de übe
Links P ade zu ande en Kno en he s ell .
E hoben wu de in diesem Fall ein ego-zen ie es Ne zwe k (Gampe 2020:
109), d.h. es wi d mi einem ode meh e en S a kno en begonnen, de en Be-
ziehungen dann sch i weise e hoben we den. Die Ve bindungen wu den ge-
ich e e ass , es wu de also zwischen eingehenden und ausgehenden Ve lin-
kungen (Inlinks und Ou links) un e schieden. Die E hebung e olg e binä und
s a isch, so dass nich die Häu igkei de Ve linkungen zwischen Kno en do-
kumen ie wu de, sonde n allein die Ta sache, dass eine Ve bindung zwischen
ihnen bes eh . Die Da en basie en au eine einmaligen E hebung, die sich übe
den Zei aum Dezembe 2022 bis Mä z 2023 e s eck e.8
Bei de Auswe ung wu den olgende Messwe e9 be ücksich ig :
7 Einsch änkend gil , dass übe die hype linkbasie e Ne zwe kanalyse nu diejenigen Ak-
eu _innen e ass we den, die eine In e ne p äsenz haben und nu jene Beziehungen und In-
hal e au gedeck , die die Ak eu _innen ö en lich p eisgeben. Da übe hinaus s ell die Ne z-
we kanalyse bloß einen punk uellen Einblick in die S uk u en de Bewegung da . Das glei-
che Vo gehen zu einem ande en Zei punk ode das Nu zen eine ande en E hebungsso wa e
kann ande e E gebnisse lie e n. Nich zule z können wäh end de E hebung und Auswe ung
di e se Fehle au e en (Bo ga i e al. 2022: 43 .). Es handel sich hie dahe um einen
eingesch änk en Blick au das Ne zwe k de Männe ech sbewegung, de dennoch eine
g undlegende Übe sich und eine Basis ü aussagek ä ige Un e suchungen de In o ma i-
onskanäle und (Online-)Ressou cen lie e .
8 Die Da ene hebung und -auswe ung wu de mi de eien P og ammie sp ache R und de
Applika ion RS udio du chge üh und eils du ch die Ne zwe kanalyse-So wa e Gephi e -
gänz . Diese wu de auch zu Visualisie ung des Ne zwe ks he angezogen.
9 Zu Analyse wu den e schiedene Ve ah en genu z , die ein üh end bei Bo ga i e al.
(2020), Luke (2015) und Thelwall (2004) besch ieben we den. Die nach olgenden Aus üh-
ungen sind do im De ail nachzulesen.
114
• Dich e des Ne zwe ks: Wie s a k sind die Ak eu _innen mi einande
e ne z ?
• Du chschni liche P adlänge & Diame e (längs e P ad): Wie
iele Sch i e liegen zwischen den Ak eu _innen, d.h. wie schnell
ließen In o ma ionen?
• Deg ees: Anzahl de (eingehenden und ausgehenden) Ve linkungen
– Wie s ehen Ak eu _innen mi ande en in Ve bindung?
• Clus e koe izien : Wie o en ode geschlossen is das Ne zwe k?
Lassen sich geschlossene Subg uppen inden?
• Modula i ä : Wie du chlässig sind einzelne Subg uppen?
• Asso a i i ä : Ve ne zen Ak eu _innen sich au Basis bes imm e
Me kmale?
• Globale und indi iduelle Zen ali ä smaße: Gib es Ak eu _innen,
die besonde e Rollen im Ne zwe k einnehmen, und wenn ja, welche
sind dies?
3.2 Sch i e de Da ene hebung und -analyse
Ausgehend om oben skizzie en Fo schungss and zu Männe ech sbewe-
gung habe ich sieben Ak eu _innen zum Ausgangspunk genommen, on de-
en Webp äsenzen aus ich händisch eine Wande ung übe die jeweiligen Ve -
linkungen un e nommen habe, um so wei e e S a kno en ü die Ne zwe ka-
nalyse zu inden. Auße dem habe ich das Bundes o um Männe als einen Ak-
eu au genommen, de aus p o- eminis ische Pe spek i e agie , wäh end ü
die ande en Ak eu _innen au Basis bishe ige Fo schung eine an i eminis i-
sche Posi ionie ung angenommen wi d (Beck e al. 2021: 7 .; Claus 2014;
16 .; Kempe 2011a: 36 .). Insgesam e gaben sich so el S a kno en. Da un-
e be inden sich die Homepages de bekann es en deu schen Männe - und Vä-
e ech s e eine (u.a. MANNda , AGENS, Fo um Soziale Inklusion, Vä e au -
b uch ü Kinde ) sowie e schiedene, meis on Einzelpe sonen bespiel e
Weblogs. Daneben wu den Kampagnen und Ak ionsbündnisse, die eine
Schni s elle zwischen de Bewegung und ande en zi ilgesellscha lichen und
poli ischen Ak eu _innen da s ellen, in das Sample au genommen (u.a. die Ini-
ia i en Genug T änen und Familienschu z) sowie de deu sche Gende kon-
g ess als eine (zumindes in de Außenda s ellung) in e na ional ausge ich e e,
on Bewegungsak eu _innen ge agene Tagung. Auße dem wu den die Kno-
en au den Dimensionen poli ische O ien ie ung10, hema ische Schwe punk
10 Un e schieden wu de zwischen (links-)libe alen, konse a i en und ex em ech en Ak-
eu _innen. Diese e s ehe ich als Sammelbeg i e, die eine e s e g obe Eino dnung e mög-
lichen sollen, dahe wu de keine wei e e Ausdi e enzie ung o genommen. Ausschlagge-
bend ü die Eino dnung wa en sowohl die Selbs e o ung de Ak eu _innen (so e n
115
und Ak eu sa ka ego isie , um einen Übe blick zu bekommen, übe welche
S uk u en die Bewegung e üg (O ganisa ionen, Be a ungss ellen, Blogs,
…), ob es es e Themenschwe punk e gib und welche poli ischen O ien ie-
ung die Ak eu _innen am ehes en zuzuo dnen sind.
Mi dem Pake RC awle (Khalil/Faki 2017) habe ich einen ein achen
C awl11 ü jede de el Websei en du chge üh . Anschließend wu den alle
Websei en, die on mindes ens zwei de S a kno en e link wu den, in einen
zwei en C awl au genommen und in einen d i en all jene, die ie ode meh
Inlinks au wiesen. Das e hobene Ne zwe k mi 1.095 Kno en und 1.738 Kan-
en is au g und on Aus eiße n und ehlenden We en nu wenig aussagek ä -
ig. Dahe wu den im Anschluss an E hebung und Auswe ung meh e e Re-
duk ionen des Ne zwe ks o genommen. Im Folgenden we den die E gebnisse
de Ne zwe kanalyse nach einem e s en Reduk ionssch i au alle Kno en mi
zwei ode meh Inlinks o ges ell und anschließend allgemeine Aussagen zum
Ne zwe k de Männe ech sbewegung au Basis alle Reduk ionssch i e ge-
o en.
3.3 E gebnisse
Das Ne zwe k eduzie e sich im e s en Reduk ionssch i au 237 Kno en und
809 Kan en. Jedoch sind wenige als zwei P ozen de Kno en di ek mi einan-
de e bunden. De Diame e be äg ach Sch i e, die du chschni liche P ad-
länge 3,4 Sch i e. In o ma ionen b auchen also e gleichsweise lange, um on
einem Ende des Ne zwe ks zum ande en zu gelangen.
In de g a ischen Da s ellung (Abb. 1) sind ein seh gu e ne z es Zen um
sowie einige s a k e ne z e Kno en e kennba , die zum Teil im Zen um, zum
Teil pe iphe liegen. Dies deu e au e schiedene Communi ies hin, die jedoch
mi einande in Aus ausch s ehen. De Clus e koe izien be äg 0,159. Die
Kno en im Ne zwe k endie en somi nu in ge ingem Maße dazu, geschlos-
sene G uppen zu bilden. Mi dem Algo i hmus on Blondel e al. (2008) lassen
sich sechs Communi ies mi eine Modula i ä on 0,397 aus indig machen.
Das bedeu e , die e schiedenen Communi ies s ehen in Aus ausch mi einan-
de und übe lappen sich, s a kla oneinande abgeg enz zu sein. Nied ige
Asso a i i ä swe e deu en eben alls da au hin, dass Ähnlichkei en in Bezug
au die o ges ell en Me kmale keinen Ein luss au die Beziehungen de Kno-
en haben – libe ale und ech e Ak eu _innen, Ve eine, Blogs und al e na i e
o handen) als auch F emd e o ung du ch Fo schung, Reche chen und Enzyklopädien. Bei
Uneindeu igkei wu de die Webp äsenz au sp achliche Codes und Rhe o ik un e such (Po-
pulismus, Feindbilde , G uppenbezogene Menschen eindlichkei ) ode in sel enen Fällen als
nich zuzuo dnen ma kie .
11 Ein Webc awle is ein Compu e p og amm, das au oma isch das In e ne bzw. in diesem
Fall einzelne Websei en du chsuch und analysie .

116
Medien und Ak eu _innen mi e schiedenen hema ischen Schwe punk en
s ehen mi einande in Aus ausch.
Im Du chschni e üg jede Kno en übe 3,4 Ve bindungen inne halb des
Ne zwe ks, wobei die meis en wenige als ün eingehende und wenige als
d ei ausgehende Ve linkungen au weisen. Es gib wenige Aus eiße mi be-
sonde s ielen Ou links, die Inlinks sind dagegen gleichmäßige e eil . Die
Zen alisa ionsmaße zeigen eine hohe Popula i ä einzelne Kno en (s. Tab. 1),
sowie dass einige Kno en besonde s nah zu allen ande en s ehen und besonde s
ein luss eich sind. Dass einzelne Kno en eine B ücken unk ion einnehmen, is
dagegen ehe unwah scheinlich (s. Tab. 2).
Abbildung 1: Nach Blondel e al. (2008) g uppie e Übe sich des Ne zwe ks
Quelle: Eigene Da s ellung
117
Tabelle 1: Übe sich de Kno en mi den meis en In- und Ou links
Inlinks
Ou links
h ps://gende ama.blogspo .com (23)
h ps://jungsundmaedchen.wo d-
p ess.com (111)
h ps://allese olu ion.wo dp ess.com
(18)
h ps://pa ia cha .wo dp ess.com (54)
h ps://man- au.ne (17)
h ps://wg dl.com (47)
h ps://mannda .de (16)
h ps://emannze .wo dp ess.com (47)
h p://cunc i.ne (14)
h ps://gende ama.blogspo .com (43)
Quelle: Eigene Da s ellung
Tabelle 2: Übe sich de Kno en mi den höchs en Zen ali ä swe en
Closeness
Cen ali y (1)
Eigen ek o
Cen ali y (2)
Be weenness
Cen ali y (3)
h ps://jungsundmaed-
chen.wo dp ess.com
h ps://gende ama.blogs
po .com
h ps://gende ama.blogs
po .com
h ps://pa ia cha .wo d-
p ess.com
h ps://allese olu-
ion.wo dp ess.com
h ps://jungsundmaed-
chen.wo dp ess.com
h ps://gende ama.blogs
po .com
h ps://man- au.ne
h ps://agense .de
h ps://emannze .wo d-
p ess.com
h p://cunc i.ne
h ps://pa ia cha .wo d-
p ess.com/
h ps://wg dl.com
h ps://mannda .de
h ps://mannda .de
Quelle: Eigene Da s ellung
Libe ale Ak eu _innen sind kaum Teil de di ek en Rou en zwischen ande en
Kno en. Zen ale sind dagegen Ak eu _innen, die ehe dem konse a i en bis
(ex em) ech en Spek um zugeo dne we den können (1). Besonde s schnell
e eichen einige Blogs sowie das al e na i e Nach ich enpo al Cunc i ande e
Ak eu _innen. Sie sind somi besonde s ein luss eich (2). Gu e ne z sind
neben zwei maskulis ischen Blogs zwei de g öß en deu schen Männe ech s-
e eine (3). Die Ko ela ion de Zen ali ä smaße e gib einen (seh ) s a ken
posi i en Zusammenhang. Dies spiegel sich auch in de Übe sich de Zen a-
lisa ionsmaße: Un e den ün zen als en, populä s en und ein luss eichs en
Kno en be inden sich auch nach wei e en Reduk ionssch i en imme wiede
118
die gleichen Ak eu _innen. Diese können als Ke n des Ne zwe ks besch ieben
we den.
4 Fazi & Ausblick
Das e hobene (unbe einig e) Ne zwe k eich übe die Männe - und Vä e -
ech sbewegung hinaus. Neben Bewegungsak eu _innen und al e na i en Me-
dien exis ie en Ve bindungen zu ande en poli ischen Ak eu _innen, zu Sym-
pa hisan _innen und Opponen _innen, di e sen Be a ungss ellen und ö en li-
chen Ein ich ungen. Es gib einige besonde s gu e ne z e Ak eu _innen. Ins-
gesam is die Dich e des Ne zwe ks jedoch ehe ge ing.
Die Ne zwe kanalyse dien e als e s e Sch i , um einen Übe blick übe die
Ak eu _innen de Männe ech sbewegung und de en Beziehungen zu gewin-
nen. Deu lich wu de, dass das Ne zwe k aus wenigen, da ü umso ak i e en
Ak eu _innen bes eh . Die S uk u en sind kaum o malisie . Thema isch lieg
de Schwe punk au Männe ech en und An i eminismus, die eine ideologi-
sche Klamme ü die Bewegungs amilie da s ellen. T o z poli isch un e -
schiedliche Ve o ung weisen die zen alen Ak eu _innen in ih en Ve linkun-
gen zumindes eine O enhei ü die (ex eme) Rech e au .
Libe ale Ak eu _innen weichen mi jedem Reduk ionssch i zuguns en
konse a i e und ex em ech e Ak eu _innen. Dies deck sich mi de Ab-
nahme ins i u ionalisie e S uk u en zuguns en on Einzelpe sonen be iebe-
ne Weblogs. Konk e e Hil s- und Un e s ü zungsangebo e ü Männe wie
psychologische und medizinische Be a ung, P ä en ionsangebo e, Anlau s el-
len ü Op e häusliche Gewal , Sozialbe a ungen ode S a älligen- und Ob-
dachlosenhil en we den kaum bis ga nich e link und e schwinden nach
nu wenigen Reduk ionssch i en gänzlich. F aglich is , wa um ins i u ionali-
sie e Angebo e im Ne zwe k kaum p äsen sind. An i-e a is ische Vo s ellun-
gen und ein allgemeines Miss auen gegenübe s aa lichen O ganisa ionen, die
s e s un e Feminismus e dach s ehen, können eine mögliche E klä ung sein.
Da übe hinaus läss sich agen, wie hoch die Be ei scha is , übe die Tex -
p oduk ion hinaus ak i zu we den, um eigene S uk u en au zubauen. Wenn
bspw. de Ausbau on F auenhäuse n mi dem Mangel an e gleichba en An-
gebo en ü (cis) Männe in F age ges ell wi d, könn e sich da in eine e le z e
Ansp uchshal ung (Kimmel 2017) zeigen.
Thema isch e schieb sich de Schwe punk mi jedem Reduk ionssch i
zuguns en maskulis ische und an i eminis ische Inhal e. Dies bes ä ig den
Be und, dass An i eminismus und eine (cis)männliche Op e hal ung es e Be-
s and eil de kollek i en Iden i ä de Männe ech sbewegung sind und die he-
e ogenen Gemeinscha en de Bewegungs amilie zusammenhal en. In e es-
san is da übe hinaus, dass zwa Familie und El e nscha auch in diesem
119
Rahmen e handel we den, Ak eu _innen, die einen Fokus au das Thema se -
zen, jedoch kaum p äsen sind.
Aus den bishe igen E kenn nissen läss sich olge n, dass die Männe -
ech sbewegung einen s a ken Fokus au P oblemdeu ung und Ideologiep o-
duk ion leg , jedoch wenig eigene P oblemlöses a egien en wickel . De Ak-
i ismus is gep äg on Abg enzung und Empö ung und läss somi wenig
Raum ü kons uk i e Ansä ze. Vo handene Ressou cen we den au g und ide-
ologische Di e enzen nich wah genommen. Die Männe ech sbewegung
scha es somi bishe nich , nachhal ige Bündnisse einzugehen und die eige-
nen Inhal e übe ein beg enz es Un e s ü zungsne zwe k hinaus zu e ablie en.
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126
inklusi en Sp ache o geschlagenen g a ischen, lexikalischen und g amma i-
kalischen Ände ungen in zahl eichen ö en lichen S ellungnahmen. So e klä e
z.B. im Mai 2017 ein Mi glied de Académie F ançaise2, Michael Edwa ds,
au de Websi e de Akademie, dass mi de inklusi en Sch eibweise „das
Fleisch des F anzösischen selbs ze essen und sein Geis mi eine A ze eb-
alem S o e n beleg wi d“. Im He bs 2017 wu den Leh e *innen, die das
Mani es „Nous n’enseigne ons plus que le masculin l’empo e su le éminin“
(siehe oben) un e zeichne ha en, on Abgeo dne en soga mi Sank ionen be-
d oh .Sind die o seh he igen Reak ionen und auch die Daue diese Deba e
als Beispiel ü eine ‚ anzösische Besonde hei ‘ zu e s ehen, die aus eine
manchmal als , isze al‘ bezeichne en, also aus eine ie emp undenen, emo i-
onalen und ge adezu leibkö pe lichen Bindung an die Sp ache bes eh ? Sind
die F anzös*innen nich soga da ü bekann ? So sch eib e wa Dubois (2003:
461): „In diese ‚Na ion de G amma ike ‘ [...] is die Rech sch eibung ein
‚Na ionalspo ‘, dessen ‚Meis e scha en‘ einen beeind uckenden E olg e -
zeichnen..“3 – Wes lich des Rheins haben schließlich auch schon ande e De-
ba en, z.B. übe Regionalsp achen ode Anglizismen, ge ob ...
Abe wie is es dann zu e klä en, dass auch in B asilien, Deu schland,
Schweden, Ös e eich, I alien, A gen inien ode de Schweiz das Bes eben de
Fö de ung geschlech e ge ech e Sp ache so hi zige Deba en auslös ? Ein
Ve gleich de Kon o e sen um die e such e E ablie ung geschlech e ge ech-
e Sp ache in F ank eich mi den en sp echenden Auseinande se zungen in
ande en na ionalen Kon ex en is du chaus au schluss eich. Zwa gib es in
F ank eich a sächlich bes imm e Sp achideologien, die dazu bei agen, die
Akzep anz on geschlech e ge ech e Sp ache zu blockie en (1). Wenn man
die Deba e übe geschlech e ge ech e Sp ache alle dings nu im Hinblick au
die Beziehung de F anzös*innen zu ih e eigenen Sp ache analysie , so we -
den die beiden wich igs en poli ischen Funk ionen diese Deba e ausgeblen-
de : Denn in F ank eich wie auch in ielen ande en Lände n wi d die Ableh-
nung geschlech e ge ech e Sp ache o als Teil eines b ei e en Wide s ands des
konse a i en Lage s gegen den Wandel on Geschlech e no men und gegen
Feminismus insgesam inszenie (2).
Die Analyse de En wicklung de in de anzösischen Deba e mobilisie -
en A gumen e is hie ins uk i . Denn die Kon o e se konn e auch deshalb
so lange andaue n, weil die K i ike *innen geschlech e ge ech e Sp ache ih e
2 Die Académie ançaise is eine kul u elle Ins i u ion, die im 17. Jah hunde geg ünde
wu de und u sp ünglich dami beau ag wa , die anzösische Sp ache mi Regeln auszu-
s a en. Heu e is sie ehe eine Ins i u ion, die zu Ve b ei ung de anzösischen Li e a u und
Sp ache bei agen soll. Ih e Legi imi ä is jedoch ums i en, insbesonde e au linguis ische
Ebene, was mi dem seh ge ingen An eil on Linguis *innen in ih en Reihen zusammen-
häng .
3 Im anzösischen O iginal heiß es : «Dans ce e ‘na ion de g ammai iens’ […], l’o hog aphe
es cons i uée en un ‘spo na ional’ don les ‘championna s’ ecueillen un imp essionnan
succès.».

127
A gumen e e neue n konn en, indem sie sie eine sei s an einen Disku s an-
knüp en, de zu eine neuen Fo m des An i eminismus gehö und de speziell
au den Bildungsbe eich bezogen is . Zu diesem Disku s mobilisie die An i-
gende -Bewegung in F ank eich sei An ang de 2010e Jah e (3). Ande e sei s
konn e an einen an iin ellek ualis ischen Disku s angeknüp we den, de au
die Delegi imie ung on k i ischem Wissen insgesam abziel und de sei 2020
on einem Teil de poli ischen Rech en und ex emen Rech en e e en wi d (4).
1 Zwei Sp achideologien, die in F ank eich besonde s
s a k e e en sind
In ande en ankophonen Lände n und Regionen wie de Schweiz, Belgien
ode Québec (Bos ieux-Onyekwelu 2020; Mo on-Puech/Sa is/Bou a ie
2020) schein die Regulie ung de geschlech e ge ech en Sp ache du ch die
dami be ass en Behö den wenige Kon o e sen auszulösen. Lau de Lingu-
is in Ann Coady (2020) is es die in F ank eich besonde s ausgep äg e P äsenz
zweie linguis ische Ideologien, e s anden als ‚kul u elle Vo s ellungen on
de Na u , de Fo m und dem Zweck eine Sp ache und on Sp ache allgemein‘
(Gal/Woola d 1995: 130), die die Vi ulenz de Deba e in F ank eich e klä en
können.
Die e s e diese Ideologien is die Vo s ellung eine ‚S anda dsp ache‘, die
in einem e ikalen Konzep de ‚Sp ach e b ei ung‘ on eine ‚Sp achbe-
hö de‘ legi imie wi d und ü die Sp eche *innen e bindlich sein soll. Diese
S anda dsp ache sei „ on Na u aus besse (schöne , elegan e , logische ) als
alle ande en Va ian en und [müsse] dahe geschü z we den“ (Coady 2020:
XI–XII). Diese Ideologie wi d in F ank eich insbesonde e on den Mi gliede n
de Académie ançaise genäh , die den My hos eine eins uni e sell ge eie -
en Sp ache au ech e hal en, welche den Geis de Au klä ung und de Uni-
e sali ä in das Eu opa des 18. Jah hunde s und dann wäh end de Kolonial-
zei auch in die ganze Wel ge agen habe. Au e was di use e Weise wi d
diese My hos auch on de konse a i en anzösischen P esse gep leg . De
Linguis Alain Ben olila o mulie es z.B. so: „Wi F anzosen legen g oßen
We au die Ve bindung zwischen Sp ache und Denken – einem s a ken und
p äzisen Denken –, wäh end die ankophonen Lände ein ehe u ili a is isches
Ve häl nis zu Sp ache haben. Wi sind das Volk de Au klä ung. Wi haben
nich die gleiche Geschich e ...“. (Pech 2018). T o z ih e ge ingen o iziellen
Be ugnisse und ih e schwachen A gumen e spiel die Académie ançaise
wei e hin eine in symbolische Hinsich seh dominan e Rolle als Hü e in de
anzösischen Sp ache (Vienno e al. 2015). Die o he schende Ideologie ei-
ne ‚S anda dsp ache‘, die geschü z we den soll e, beein luss abe nich nu
die Ins i u ionen, sonde n auch die Vo s ellungen de anzösischen Bü ge *in-
128
nen, die in Bezug au geschlech e ge ech e Sp ache „konse a i e als de Res
de F ankophonie“ sind (Abbou e al. 2018a).
Die zwei e linguis ische Ideologie, die die Akzep anz geschlech e ge ech-
e Sp ache blockie en kann, is Ann Coady zu olge die Ideologie on de Sp a-
che als ‚Ki de Na ion‘. Wäh end die Sp ache in e lichen ande en eu opäi-
schen S aa en o allem im 19. Jah hunde als Ins umen zu E zeugung, Be-
s ä kung und Ve b ei ung eines Na ionalge ühls und dami zu Legi imie ung
de en s ehenden Na ionals aa en eingese z wu de (Thiesse 2001), so dien e in
F ank eich die Bek ä igung de Einhei de anzösischen Sp ache schon in
de Ve gangenhei poli ischen Ambi ionen: Be ei s 1539 ug die Ve o dnung
on Ville s-Co e ê s, mi de F anzösisch als einhei liche Ve wal ungssp ache
bes imm wu de, zu Du chse zung und E ablie ung eines zen alisie en S aa-
es bei. Wäh end de F anzösischen Re olu ion wu de eine egel ech e Sp ach-
poli ik (Candéa/Vé on 2019: 174) eingelei e , und in de D i en Republik dann
noch ak i e e olg . Um ‚die E zählung on de Na ion‘ zu näh en, wu de
eine Poli ik de sp achlichen Ve einhei lichung – gegen die Regionalsp achen
– p ak izie , ü die die Schule eine zen ale Rolle spiel e. Die S ä ke de Ide-
ologie de Sp ache als ‚Ki de Na ion‘ is auch heu e noch spü ba – ob man
dabei nun an die Bedeu ung de F ankophonie im Kon ex de Außenpoli ik
denk , um ‚die G öße F ank eichs‘ zu bek ä igen (E u 2018), an den deu -
lichen Wide s and gegen die Ra i izie ung de Eu opäischen Cha a zu den Re-
gionalsp achen ode an die Reak ionen bes imm e Poli ike *innen au die Fo -
de ungen nach eine geschlech e ge ech en Sp ache. So bek ä ig e de ehema-
lige Bildungsminis e Jean-Michel Blanque in seine Rede o de Na ional-
e sammlung am 15. No embe 2017 die Mach des zen alis ischen S aa es
in sp achlichen Angelegenhei en und d oh e zum wiede hol en Male mi de
Ge äh dung des epublikanischen Uni e salismus: „ich we de na ü lich da au
ach en, dass es nu eine G amma ik gib , so wie es auch nu eine Sp ache und
eine Republik gib “4. In F ank eich bes eh die ums i ene Dimension de ge-
schlech e ge ech en Sp ache also in e s e Linie da in, dass sie die Au o i ä
des S aa es in sp achlichen Angelegenhei en in F age s ell . Die Deba en bie-
en inso e n die Möglichkei , ein on bes imm en Eli en ge agenes e ikales
Sp ach e s ändnis zu ea i mie en, und zugleich Fo de ungen zi ilgesell-
scha liche Ak eu *innen im Kon ex eines zen alisie en S aa s zu ückzu-
weisen.
4 H p://www.assemblee-na ionale. /15/c i/2017-2018/20180055.asp#P1095007.
129
2 Ein euphemis isches Feld ü den ‚gewöhnlichen
An i eminismus‘5
Obwohl sich die Medienbe ich e s a ung übe die anzösische Kon o e se
um geschlech e ge ech e Sp ache o nu au den anzösischen Fall kon-
zen ie ha , soll e man – angesich s ähnliche Deba en in ande en Lände n –
diese Kon o e se nich ausschließlich un e dem Gesich spunk eine anzö-
sischen Sp achspezi ik be ach en. So s ieß e wa in B asilien Dilma Rousse s
En scheidung, s a des üblichen Ti els p esiden e demons a i die weibliche
Fo m p esiden a zu e wenden, au he ige K i ik und e eg e den Zo n insbe-
sonde e on Teilen de gesellscha lichen und poli ischen Eli en (Paz/Pelúcio/
Bo ba 2020). Ähnliche Reak ionen wa en in I alien zu beobach en, als Lau a
Bold ini, die ehemalige P äsiden in de Abgeo dne enkamme , das Thema ge-
schlech e ge ech e Sp ache und die Feminisie ung on Ti eln in die ö en liche
Deba e einb ach e. In Deu schland äuße en sich meh e e Linguis *innen, Li-
e a *innen und Pe sönlichkei en aus dem Bildungsbe eich ala mie zu den
e mein lichen Ge ah en, die eminis ische Fo de ungen und s aa liche Ini ia-
i en ü eine geschlech e ge ech e Sp ache ü die Gesellscha angeblich mi
sich b ingen wü den (He genhan 2020). In Schweden wiede um wi d die Fö -
de ung und Ve wendung des neu alen P onomens hen in de d i en Pe son
Singula p oblema isie : Auch hie p ange n manche Linguis *innen, Sch i -
s elle *innen und Jou nalis *innen die Ve wendung dieses P onomens als ge-
äh lich ü die schwedische Sp ache und ih e Sp eche *innen an (Le Bou-
eillec 2020). Wie läss sich all das e klä en? Ein Ve gleich de jeweiligen Dis-
ku s-Kons ella ionen is e hellend, da e die an i eminis ische Dimension de
Deba en deu lich mach . Folgende Be unde we den dabei deu lich:
1. Übe all do , wo die geschlech e ge ech e Sp ache ums i en is , inden
die Deba en in einem Kon ex s a , in dem die No m de Gleichhei de Ge-
schlech e und de Sexuali ä en an ö en liche Ane kennung gewinn . In
F ank eich äll die 2017 e ö ne e Kon o e se z.B. in eine Zei , in de meh-
e e Maßnahmen e abschiede wu den, die eine wachsende ins i u ionelle Le-
gi imi ä eminis ische Anliegen, und neue dings auch LGBTQI-Anliegen, in
e schiedenen Be eichen mani es ie en: Das be i den Be eich de poli i-
schen Rep äsen a ion ebenso wie den de A bei swel , die Wi scha ebenso
wie den Bildungsbe eich, nich zule z die Ins i u ion de Ehe und Maßnahmen
zu Bekämp ung on Gewal gegen F auen. In all diesen Be eichen e läss de
S aa Gese ze und e abschiede Policy-P og amme, die da au abzielen, Ge-
schlech e gleichhei zu s ä ken. Beispiele ü den Fall F ank eich sind die 1999
und 2000 e abschiede en Gese ze zu Gleichs ellung on F auen und Män-
ne n in de Poli ik, die in den olgenden Jah en noch e wei e wu den, um das
5 De wesen liche Inhal dieses Abschni s is dem olgenden A ikel en nommen: Loison/Pe -
ie /Noûs 2020.
130
P inzip de Pa i ä zu s ä ken; die Ein üh ung on Quo en in de Wi scha
und die Ein üh ung on Bildungsp og ammen zu Sensibilisie ung on Kin-
de n ü die Gleichs ellung on Mädchen und Jungen. Ein e gleichba e Kon-
ex is auch in ande en Lände n zu beobach en, in denen geschlech e ge ech e
Sp ache ums i en is . In B asilien olg de Wide s and eines Teils de poli i-
schen Klasse und de Medien gegen den Beg i p esiden a au Ini ia i en de
Regie ung on Dilma Rousse in Bezug au die Rech e on F auen und on
G uppen, die in Bezug au Sexuali ä und Geschlech ma ginalisie we den
(Paz/Pelúcio/Bo ba 2020). In Deu schland „haben sich die Sp achdeba en e-
poli isie , sei 2018 ein Gese z e abschiede wu de, das die Exis enz eines
d i en Geschlech s ane kenn “ (Wiede 2019).
2. Geschlech e ge ech e Sp ache wi d übe all besonde s on konse a i en
Pe sonen und G uppen bekämp , die auch noch an ande en F on en als de
Sp ache in einen Kamp gegen Gleichs ellung in ol ie sind. So wu den die
zahl eichen Gese zes o schläge, die in F ank eich sei 2017 in die Na ional-
e sammlung und den Sena eingeb ach wo den sind, um die Ve wendung
geschlech e ge ech e Sp ache zu e bie en ode einzusch änken, s e s on
Ak eu *innen o cie , die sich in e schiedenen pa lamen a ischen Deba en
ö en lich gegen die Fö de ung geschlech liche und sexuelle Gleichs ellung
posi ionie haben. De anzösische Abgeo dne e Julien Aube , Mi un e -
zeichne eines Gese zes o schlags zum Ve bo geschlech e ge ech e Sp ache
im ö en lichen Diens 6 ha sich z.B. auch ö en lich dazu bekann , 2019 in den
Reihen on „La Mani pou ous“ („Demo ü alle“) gegen den En wu des
Bioe hikgese zes mi demons ie zu haben (Fo ca i 2019). Diese En wu sah
in seinem A ikel 1 die Ö nung de assis ie en Rep oduk ion auch ü lesbi-
sche F auenpaa e o . De selbe Abgeo dne e ha e sich übe dies in den Pa la-
men sdeba en übe die Ö nung de Ehe ü gleichgeschlech liche Paa e als
Gegne eines solchen Vo schlags he o ge an. Agnès Thill, eben alls eine Un-
e zeichne in on Gese zes o schlägen gegen geschlech e ge ech e Sp ache,
wu de 2019 aus de Pa ei „La République en Ma che“7 ausgeschlossen, weil
sie sich im Rahmen de Deba en übe die Fo p lanzungsmedizin homo eind-
lich geäuße ha e. In Deu schland a die CSU, die ul akonse a i e
‚Schwes e pa ei‘ de CDU, in ih em Wahlp og amm om Sep embe 2017
da ü ein, die ö en liche Finanzie ung on Fo schungen zu geschlech e ge-
ech e Sp ache und on Geschlech e o schung allgemein zu s eichen. Auch
die – inzwischen als e assungs eindlich einges u e – ech sex eme Pa ei
„Al e na i e ü Deu schland“ e such e on An ang an übe die Lände pa la-
men e die Ein üh ung geschlech e ge ech e Sp ache au zuhal en bzw. wiede
6 Gese zes o schlag N . 3922 zum Ve bo de Ve wendung geschlech e ge ech e Sp ache ü
ju is ische Pe sonen, die mi eine ö en lichen Au gabe be au sind, 23. Feb ua 2021.
7 „La épublique en ma che“, zu o „En ma che“, is die poli ische Pa ei, die on Emmanuel
Mac on 2016 geg ünde wu de, Auch wenn die Pa ei angib , sie sei wede ech s noch links,
kann sie au de ech en Sei e des poli ischen Spek ums einge eih we den.
131
abzuscha en (He genhan 2020). In Schweden komm die K i ik am neu alen
P onomen hen zu einem g oßen Teil „ on an i eminis ischen G uppen, die in
In e ne o en ak i sind und einen e mein lichen ‚S aa s eminismus‘ anp an-
ge n, sowie on ech sex emen G uppen“ (Le Bou eillec 2020: XV-XVI).3.
In ö en lichen S ellungnahmen gegen geschlech e ge ech e Sp ache wi d iel-
ach au he o ische Mus e zu ückgeg i en, wie sie sei langem ü das Re-
pe oi e an i eminis ische Disku se ypisch sind. Zahl eiche Bei äge in de
anzösischen Deba e übe geschlech e ge ech e Sp ache p ange n z.B. die
e mein liche Inkompe enz ih e Be ü wo e *innen an – ein klassisches Mo-
i an i eminis ische Polemik. So z.B. ein Jou nalis on Causeu 8 im Jah
2020, de die eminis ische Ak i is in Typhaine D. als „Dummkop “ bezeich-
ne (Des imais 2020). Ande e machen sich übe die Deba e lus ig, indem sie
beispielsweise eine be ühm e Fabel des bekann en Sch i s elle s La Fon aine9
pa odis isch gende n: „Maî e.sse co be.au.lle su un a b e pe ché…“ (Meis-
e .in Kolk abe. in au einem Baum…)10. Ande e wiede um sexualisie en die
Deba e, ans a sie inhal lich zu üh en. Ma c Fuma oli on de Académie
ançaise sch ieb 1998: „ anchons en e ec euse, ec ice e ec ale“11 (Lass
uns zwischen Rek o in, Rek ö in und ek al un e scheiden). Diese d ei Dis-
ku ss a egien, die ü einen „gewöhnlichen An i eminismus“ (Desca ies
2006) cha ak e is isch sind, we den sei jehe da ü eingese z , eminis ische
Fo de ungen zu delegi imie en. Die Gegne *innen geschlech e ge ech e
Sp ache sind auch de Meinung, dass es keinen Sinn mache, das F anzösische
ände n zu wollen, weil es nich sexis isch sei. Sie e klä en beispielsweise, dass
das Geschlech on Wö e n (Genus als g amma ische Ka ego ie) nich s mi
dem Geschlech on Indi iduen zu un habe, ode auch, dass das Maskulinum
‚neu al‘ sei (Bos ieux-Onyekwelu 2020), und wide sp echen dami zahl ei-
chen wissenscha lichen A bei en zu diesem Thema. Dieses ‚sp achliche A -
gumen ‘ kann du chaus als Va ian e eine klassischen A gumen a ionss a egie
des An i eminismus e s anden we den, die da in bes eh , Ungleichhei en zwi-
schen den Geschlech e n zu un e eiben ode soga zu leugnen (De eux/La-
mou eux 2012: 17). Die Ve ze ung bzw. die Desin o ma ion, die mi diese
Nega ion e bunden is , bes eh da in sich zu weige n, „die Vo he scha an-
zue kennen, die männlichen We en und P ak iken einge äum wi d“ (Desca -
ies 2006: 144). Diese Weige ung wi d hie sozusagen au das sp achliche Feld
angewand .
8 Causeu is eine anzösische Zei sch i , die de eak ionä en Rech en zuge echne wi d (ein
Beg i , den sie lau de Websi e Wikipedia mögliche weise selbs ü sich beansp uch ha ).
9 Jean de la Fon aine wa ein im 17. Jah hunde lebende be ühm e anzösische Sch i s el-
le , dessen Gedich e o im Schulun e ich behandel we den. E wi d als ,klassische Au o ‘
be ach e .
10 „Éc i u e inclusi e: des manuels scolai es en en l’expé ience“, F an e in o. , 27. Sep em-
be 2017.
11 „La que elle du neu e“, Le Monde, 31 juille 1998.

132
Doch wenn die Gleichhei sno m im ö en lichen Raum an Legi imi ä ge-
winn , wie es heu e in allen Lände n de Fall is , in denen sich eine geschlech-
e ge ech e Sp ache en wickel , ände n sich die A gumen a ionss a egien de
An i eminis *innen in Reak ion da au eben alls.
3 ‚Geschlech e ge ech e Sp ache in de Schule‘ als
Gegens and und A ikula ionsa ena ü einen Disku s,
de Geschlech e gleichhei ablehn
In den Deba en um geschlech e ge ech e Sp ache in F ank eich und ande en
Lände n (z.B. Deu schland, Schweden und B asilien) wu den auch ande e A -
gumen e o geb ach , die die Ins i u ionen Schule und Hochschule sowie die
Schüle *innen und ih Wissen in den Mi elpunk s ellen. Dami un e schieden
sie sich on den A gumen en, die on Gegne *innen geschlech e ge ech e
Sp ache in ühe en Phasen de Kon o e se o geb ach wu den. So ziel en in
F ank eich meh e e de zahl eichen eingeb ach en Gese zes o schläge, mi
Hil e de e die Ve wendung geschlech e ge ech e Sp ache e bo en ode zu-
mindes eingesch änk we den soll e, speziell au den schulischen Be eich ab.
De be ei s e wähn e Abgeo dne e Julien Aube on de Pa ei „Les Républi-
cains“12 eich e be ei s 2017 einen Gese zes o schlag13 ein, in dem die Regie-
ung au ge o de wu de, die Ein üh ung geschlech e sensible Sp ache in
Schulen zu e hinde n. De Abgeo dne e Roge Chudeau on de Pa ei „Ras-
semblemen Na ional“14 eich e seine sei s einen Gese zes o schlag ein, dem
zu olge die sogenann e „inklusi e Sch eibweise“ („éc i u e inclusi e“) in
schulischen und hochschulischen Dokumen en und Publika ionen alle A so-
wie in Zi il-, Ve wal ungs- und Handelsak en e bo en we den soll e15.Wel-
che A genau sind die A gumen e, die au Schule und Wissen bezogen sind?
Und wie läss sich e klä en, dass sie in F ank eich e s ab He bs 2020 in den
Vo de g und ück en, obwohl die en sp echende Kon o e se in diesem Land
ja be ei s 2017 e ö ne wu de – nach de e wähn en Ve ö en lichung eines
12 „Les épublicains“ is eine konse a i e poli ische Pa ei am ech en Rand des poli ischen
Spek ums, die bis o ku zem die g öß e ech sge ich e e poli ische Pa ei in F ank eich da -
s ell e. Ih Wähle gewich ha sich mi dem Au kommen des Mac onismus und dem E s a -
ken de ex emen Rech en abgeschwäch .
13 Gese zes o schlag N . 381, in dem die Regie ung au ge o de wi d, die Ein üh ung ge-
schlech e ge ech e Sp ache in Schulen zu e hinde n.
14 „Rassemblemen Na ional“ is de neue Name de „F on Na ional“ und s ell die wich igs e
poli ische Pa ei de ex emen Rech en in F ank eich da .
15 Gese zes o schlag N . 777 übe das Ve bo de sogenann en „inklusi en“ Sch eibweise in
Schul- und Uni e si ä s e ö en lichungen und -dokumen en, sowie in Zi il-, Ve wal-
ungs- und Handelsak en, de in de Na ional e sammlung am 31.01.2023 einge eich wu de.
133
on Leh e *innen un e zeichne en Mani es s, sowie eines Schulbuchs, das be-
s imm e Fo men geschlech e ge ech e Sp ache e wende ? Mi ande en Wo -
en: Wie läss sich die En wicklung de A gumen e gegen geschlech e ge ech e
Sp ache in F ank eich e s ehen und in e p e ie en? Und was zeig uns eine
en sp echende Analyse im Hinblick au die poli ische Funk ion de Deba e
übe geschlech e ge ech e Sp ache in F ank eich?
Zunächs einmal wu de wiede hol die Idee o mulie , dass geschlech e -
ge ech e Sp ache und inklusi e Sch eibweise, de en Geb auch sich (angeblich)
au akademische K eise und eminis ische Ak i is *innen besch änke, in dop-
pel e Hinsich ausg enzend seien: gegenübe Pe sonen mi ge inge en Bil-
dungsabschlüssen als Akademike *innen, gegenübe Kinde n, die dadu ch
beim Le nen ‚in Schwie igkei en geb ach ‘ wü den –beispielsweise Schü-
le *innen mi P oblemen wie Dyslexie ode Dysphasie16 –, sowie gegenübe
Kinde n und Pe sonen mi spezi ischen kogni i en Beein äch igungen ode
mi Sehbehinde ungen. Das A gumen , die Ve wendung geschlech e ge ech e
Sp ache ‚im Namen de Ve eidigung de Rech e on Kinde n mi Behinde-
ungen‘ abzulehnen, inde sich auch in de Regie ungspoli ik wiede . Das
zeig insbesonde e ein Rundsch eiben om 5. Mai 2021, das sogenann e
‚Rundsch eiben Blanque ‘ (nach dem Namen des ehemaligen Bildungsminis-
e s) übe die Regeln ü die Feminisie ung in Ve wal ungsak en des Bildungs-
minis e iums. Hie heiß es: „Die Komplexi ä und Uneinhei lichkei [ge-
schlech e ge ech e Sp ache] s ellen ... Hinde nisse ü den E we b de Sp a-
che wie de Lese ähigkei da . Solche küns lichen Klippen sind besonde s un-
angeb ach , wenn sie die Bemühungen um Schüle mi Le nschwie igkei en
behinde n, die an ö en lichen Schulen mi dem Ziel de Inklusion un e nom-
men we den.“ Die Wiede au nahme diese A gumen a ion läss sich au zwei-
e lei Weise e klä en. Zum einen is das A gumen quasi ein Echo au eine Rhe-
o ik, die sei den 2010e Jah en in meh e en Lände n wei e b ei e is und
dazu dien , ö en liche Maßnahmen zu Fö de ung de Gleichs ellung di e se
Geschlech e und Sexuali ä en zu delegi imie en. Sie s ü z sich au die Figu ,
gemäß de e ‚Kinde als unschuldige Op e schulische Indok ina ion‘ gel en.
Übe dies wü den ih e El e n dabei in ih e E ziehungs eihei behinde
(Kuha /Pa e no e 2018). Diese in e na ional zi kulie ende Idee wi d in e -
schiedenen Lände n egelmäßig on Gegne *innen de Geschlech e ge ech ig-
kei und sexuellen Gleichs ellung ange üh , um ö en liche P og amme zu
Fö de ung de Gleichs ellung zu disquali izie en (Kuha /Pa e no e 2018; Paz
e al. 2020; Schmincke 2017). Wie Kuha und Pa e no e be onen, e schein
die ‚Figu des kindlichen Op e s‘ als ein Mechanismus, de ‚mo alische Pani-
ken‘ ak i ie en kann (Thompson 1998 in Kuha /Pa e no e 2018). Dadu ch,
16 Siehe Gese zes o schlag 4003, de am 23. Mä z 2021 in de Na ional e sammlung einge-
eich wu de und da au abziel , die Ve wendung geschlech e ge ech e Sp ache in ö en li-
chen Ve wal ungen und O ganisa ionen, die mi eine ö en lichen Diens leis ung be au
sind ode ö en liche Zuschüsse e hal en, zu e bie en und zu ahnden, S. 4.
134
dass sie geschlech e ge ech e Sp ache als Bed ohung ü die gesellscha liche
O dnung da s ellen und so eine ‚mo alische Panik‘ auszulösen suchen, e ol-
gen die Ak i is *innen de An i-Gende -Bewegung das Ziel, Beso gnis in de
Be ölke ung zu e egen und die Au me ksamkei de Medien au sich zu zie-
hen. Die ‚wes liche Kons uk ion de kindlichen Unschuld‘ is lau Kuha und
Pa e no e (2018) ein besonde s e ek i es F aming, um g oße Teile de Be-
ölke ung anzusp echen.
Zwa wi d in de anzösischen Deba e übe geschlech e ge ech e Sp ache
nich so seh mi eine Ge ah ü die Geschlech siden i ä ged oh , wie es sons
in in e na ionalen Deba en häu ig de Fall is 17, sonde n ehe mi de Ge ah
e höh e Schwie igkei en beim Le nen in de Schule. Die He o hebung dieses
A gumen s äg jedoch dazu bei, das Miss auen gegenübe de (s aa lichen)
Ins i u ion Schule zu schü en und die Vo s ellung zu e b ei en, dass diese mi
eine ‚E ziehung zu Geschlech e gleichhei und sexuelle Viel al ‘ po enziell
schädlich ü Kinde sein könn e. In F ank eich is de Rückg i au dieses
A gumen Teil eine Reihe on ö en lichen Deba en, die sei An ang de
2010e Jah e on e schiedenen Ak i is *innen de An i-Gende -Bewegung,
on Jou nalis *innen und Poli ike *innen inszenie wu den und au die Ins i-
u ion Schule und die El e n on Schüle *innen abziel en, um ö en liche Maß-
nahmen zu Fö de ung de Gleichs ellung zu delegi imie en (Gallo /Pasquie
2018). So wu de 2010 z.B. ein Ku z ilm ü die G undschule, de einen Kuss
zwischen zwei Fischen mi männlichen Vo namen zeig e und au diese Weise
de Homophobie en gegenwi ken woll e, le z lich nich ausges ahl , nachdem
de Vo wu e hoben wo den wa , de Film be ö de e Homosexuali ä bei Kin-
de n. 2011 wu den die neuen Biologieleh pläne, die ein Kapi el mi dem Ti el
„Mann ode F au we den“ en hiel en, zunächs on ka holischen Ve einigun-
gen und spä e auch on ech en Pa lamen a ie *innen k i isie , die gegen die
‚Gende -Theo ie‘ mobilisie en. Schließlich wu de 2014 ein Schul e such –
das Pilo p ojek „ABCD de l’égali é“, das gemeinsam om Minis e ium ü
Bildung und om Minis e ium ü F auen ech e ge agen wu de und da au
abziel e, Geschlech e s e eo ypen zu bekämp en und die Gleichs ellung on
Mädchen und Jungen zu ö de n – abgeb ochen. Dies geschah in einem poli i-
schen Kon ex , de nich zule z on massi en Mobilisie ungen gegen die Ehe
ü gleichgeschlech liche Paa e gep äg wa . Angesich s solche E eignisse
wi d kla , dass die Gegne *innen geschlech e ge ech e Sp ache, die die Kon -
o e se übe eine inklusi e Sch eibweise in die Schule hinein agen, die Au -
me ksamkei eines Publikums au sich ziehen wollen, das be ei s ü ande e
Auseinande se zungen um Gende agen in de Schule mobilisie wo den is .
Insbesonde e kann mi de Au me ksamkei on O ganisa ionen wie den
17 In Schweden e a die Kolumnis in „Elise Claeson die Ansich , dass die Ve wendung des
P onomens hen schädlich sein könn e, insbesonde e ü kleine Kinde . Da Kinde on Na u
aus zum Konse a ismus neig en, könne die Vo s ellung, dass es ein ‚Dazwischen‘ gebe, sie
bei ih e En deckung on Geschlech und Sexuali ä s ö en“ (Le Bou eillec 2020: XVI).
135
„wachsamen El e n“ („pa en s igilan s“18) ge echne we den. 2022 wu de
diese G uppe on É ic Zemmou s ech sex eme Pa ei „Reconquê e“ ins Le-
ben ge u en. Sie mobilisie sei dem gegen die Thema isie ung on Gende a-
gen in de Schule19. Au de Websei e de G uppe be e en zwei de 14 Aus-
sagen, die die e schiedenen Themen illus ie en, au die die Au me ksamkei
on El e n gelenk we den soll, die Ve wendung geschlech e ge ech e Sp a-
che20. Sie wi d als Zeichen ü ein ‚Abglei en‘ de Ins i u ion Schule in e p e-
ie .Das Sch eckgespens de Schulschwie igkei en ü Kinde mi Behinde-
ungen kann abe auch in ganz ande en poli ischen K eisen Wide s and he -
o u en. Mi de (unbewiesenen) Un e s ellung, dass das S eben nach Ge-
schlech e gleichhei ande e Ungleichhei en (zwischen sozialen Klassen, zwi-
schen nich behinde en und behinde en Menschen) he o b inge, g ei en K i-
ike *innen geschlech e ge ech e Sp ache au ein klassisches Ve ah en de
eak ionä en Rhe o ik zu ück, das Albe O. Hi schmann (1991) in seinem
Buch „Rhe o ic o eac ion: pe e si y, u ili y, jeopa dy besch ieben ha . Als
‚pe e s‘ we den die angeblich mo alisch agwü digen Auswi kungen on
Gleichs ellungsmaßnahmen e ike ie . Diese he o ische S a egie ziel da au
ab, die Bes ebungen zu Fö de ung de Gleichs ellung de Geschlech e zu
delegi imie en, indem man ihnen ande e He aus o de ungen gegenübe s ell .
Eine solche S a egie wu de in F ank eich be ei s Ende de 1990e Jah e bei
den Deba en übe Geschlech e -Pa i ä in de Poli ik angewand . Damals wu -
den en sp echende Maßnahmen mi dem A gumen k i isie , dass sie die Un-
gleichhei zwischen den sozialen Klassen im poli ischen Feld nich be ücksich-
ig en. Au diese Weise wu de e möglich , das P inzip de Geschlech e gleich-
hei nich o en in F age s ellen zu müssen. Vielmeh wu de das Ausschlussa -
gumen umgekeh und gegen die Bekämp ung on Ausschluss qua Geschlech
zum Einsa z geb ach . Geschlech e ge ech e Sp ache will ja ge ade de Un-
sich ba machung ode He abwü digung des Weiblichen sowie quee e und
nich -binä e Iden i ä en in de Sp ache en gegenwi ken und die egali ä e Re-
p äsen a ion alle Menschen in de Sp ache e möglichen. Wenn das konse a-
i e Lage behaup e , diese Sp ache sei das P i ileg eine akademischen und
18 Das Äqui alen dazu in Deu schland wä en die „beso g en El e n“. Siehe: h ps://www.be-
so g e-el e n.ne /.
19 Au ih e Websi e s ellen sich die „wachsamen El e n“ als ein Kollek i o , das insbeson-
de e au die „zahl eichen mili an en Linksex emis en und ‚Wokes‘ [au me ksam machen
will], [denen] es geling , die dekons uk i is ische Ideologie bis in die Schulbüche , in die
Leh pläne zu e b ei en“.
20 „Ich bin Leh e an einem Gymnasium (…), wo die ideologische Indok ina ion pe manen
is : inklusi e Sch i , LGBT-En gleisungen ode D uck on Sei en de Gewe kscha en.
Wenn wi ih en Thesen wide sp echen, müssen wi mi hin e häl igen Rep essalien wie ge-
lee en Mülleime n in unse en Spinden ode D ohungen au unse en Messenge n echnen“
(Syl ain, Leh e ). – „In einem Gymnasium haben Leh e das Gedich ‚La Co neille e la
Rena de‘ („Die Rabe und die Füchsin“) umgesch ieben und die Schüle au ge o de , es zu
le nen, indem sie das ü ih en Geschmack ‘zu männliche’ We k on La Fon aine e nich e-
en“ (B uno, Angehö ige eines Schüle s). [Websi e abge u en am 30. Janua 2025].
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Religion, one Cul u e, wo Gende s1
Rajni Pal iwala
Righ wing o ganisa ions and mobilisa ions, hei ideologies and pola isa ion
a e g owing globally. In looking a he phenomena, he p e-dominan ocus,
pa icula ly o jou nalis s and poli ical scien is s, has been on ac i i ies and
deba es in public spaces o ien ed o elec ions, hei links o collec i e iolence
o pog oms, ha e campaigns and a acks on hose named as libe al, le -wing,
an i-na ional and/o e o is s. C i ical conce ns emain – wha makes and sus-
ains he membe s and sympa hise s o hese o ma ions in hei wo ld iew.
Wha a e he ideologies and pedagogies o sel -c ea ion and iden i y lea ning
o hese o ganisa ions? Despi e he o en misogynis ic and conse a i e iews
hey ad oca e and he palpable gende -based iolence hey enable, how a e
women isible in hem, e en passiona e in hei suppo ? A g owing body o
wo k has u ned o hese ques ions and pa adoxes, as does his a icle.
The igh is upsu ge has ollowed he dep eda ions o neo-libe al and i-
nance capi al wi h inc easing social and economic inequali ies. Many a eas and
g oups a e unable o ob ain he li elihoods and communi y li e hey had o
mee hei aspi a ions. They ac i ely scapegoa ‘o he ed’ social g oups as he
culp i s and a h ea o a pu po ed pas o social, amilial and gende ha mony.
Majo i a ian and sup emacis poli ical o ma ions – some wi h a long i shi -
ing p esence – p opound his, essen ialising socio-cul u al bounda ies and a
na ional e hos. In India, he Rash iya Swayamse ak Sangh (hence o h RSS
o Sangh), es ablished in 1925, embeds i s explana ions o cu en p edica-
men s in i s na a i es o adi ion, his o y, eligious con lic and inju ies o he
Hindu na ion. Cas e, e hnic and o he iden i ies and an an i- eminis h us in
gende and social ela ions a e imb ica ed.
E en a b ie incu sion in o igh is p ojec s con on s us wi h complexi y
and di e si y, globally and in any one coun y. This a icle es s on he p emise
ha his o ical, empi ical and p ocessual speci ici ies a e c ucial o unde s and
hei sway. Quick gene alisa ions, o en based on compa ison wi h Eu opean
1 My app ecia ion o he Pedgen eam o o ganizing his impo an con e ence and publica-
ion. Many hanks o eam membe s and o iends in India, whose ca e ul eading and com-
men s ha e made he pape s onge , hough many o hei conce ns could no be add essed.
144
ascism and na ional socialism admi ed by he Sangh’s ea ly men o s and
ounde s, may obscu e he dynamics. Un o una ely, space limi a ions demand
ha many dimensions, ajec o ies and de ails be elided.
This a icle mo es beyond isible economic p ocesses and behind poli ical
pa ies o look a pedagogical p ocesses wi hin he RSS. Con es s o e ideas
ake place in many domains–in o mal poli ical p ocesses and campaigns, in
s a e ins i u ions, in media, in cul u al pe o mances and a e ac s, in esea ch
ins i u ions and in ellec ual wo k, and mo e. In each a ena, he dynamics o
eaching-lea ning link hose who speak/pe o m wi h hose who hea /wa ch.
The RSS had explici ly amed i sel as an educa ional p ojec o a ec and
o ganisa ion. I deploys wo ds and symbols ha e oke meanings and emo ions
wi h a logic o he han ha o a ional deba e, e en as he la e is bo h asse ed
and sni ed a . This is e iden in one o he “ci ic and mo al lessons” in an RSS
ac i is ’s dia y: “Ra ional a gumen s sepa a e people om us. I is no neces-
sa y o con ince people o he need o he RSS. Ou a gumen s should appeal o
he hea . To succeed in RSS wo k, we should a ac socie y wi h a swee ongue.
We should a oid a ho empe and deba e” (Ande sen/Damle 1987: 95, 96).
A e ou lining some cen al ene s o he RSS, his a icle discusses i s ped-
agogical spaces, in as uc u e, wo k and s a egies, he con en and p ocesses
o eaching-lea ning. I d aws on a di e se ange o w i ings and disciplines,
pa icula ly e hnog aphies, memoi s, and epo age, as well as pe sonal en-
coun e s and con e sa ions. I looks a e e yday p ac ices and he common
sense o he o ganisa ion, membe s, and sympa hise s. A ocus on i s cen al
gende cons uc s ollows– he mili an , agg essi e Hindu male (despi e he
‘swee ongue’) p o ec ing he Hindu-Indian na ion, suppo ed by he domes i-
ca ed Hindu women, unde gi ded by a B ahmanical Hinduism. Taking his u -
he , he Rash iya Se ika Sami i (hence o h Sami i) is discussed. I was
o med in 1936 as he i s a ilia e and emale coun e pa o he exclusi ely
male pa en Sangh. RSS ideas and p ac ices pe ade all i s a ilia es, pe haps
wi h shi s in accen . Among he a ilia es engaged in educa ion is Vidya Bha-
a i (1977; hence o h VB), a ne wo k o o mal and non- o mal ins i u ions,
some o which had long been un by he RSS (Nai 2009). Pedagogical p ac-
ices in VB and o he schools and i s cu icula a e discussed. These h ee si es
o m an a c o eaching and cons uc ions o socie y and gende now being
pushed in o public educa ion and examina ions by he uling pa y, despi e e-
sis ances no elabo a ed he e.
The e a e o he igh o ien ed poli ical o ma ions in India, many oo ed in
Hindu o o he eligious g oups, bu he RSS is undoub edly he la ges . Said
o be he la ges NGO in he wo ld, i guides a ‘ amily’ o a ilia es – he Sangh
Pa i a (Sha da 2018). I was es ima ed ha in 2016 he e we e 1.5–2 million
egula RSS swayamse aks ( olun ee membe s). They me in a ound 57,000
daily shakhas (local b anches), and weekly and mon hly b anches, dis ibu ed
o e 36,293 loca ions. Alumni and a ilia e membe s add up o se e al millions
145
(Ande sen/Damle 2019: xi). I s g ow h su ged om when i s membe s i s had
a signi ican p esence in he cen al go e nmen . A ilia es a e ac i e in di e se
domains: he Vishwa Hindu Pa ishad (1964 – VHP) mobilising Hindu sadhus
o eligious campaigns, Se a Bha a i in social wo k, he Sami i (1936) and
Vidya Bha a i men ioned ea lie and he cu en uling pa y, he Bha a iya Ja-
na a Pa y (BJP). I is he la ges and iches poli ical pa y globally wi h almos
o al con ol o e he mass media in he coun y and a i al p esence in social
media. The Pa i a uns an English weekly, a Hindi daily, a e nacula news
se ice, an online po al and publishing houses (Ande sen/Damle 2019). The
shee olume o membe ship numbe s, unds and mul iplici y o loca ions, o -
ganisa ions and ac i i ies gi es he RSS and i s ideology a emendous ma e i-
ali y. This has been made by and o ac i is s’ sus enance and commi men .
1 The RSS and Hindu a
A i s incep ion ea ly in he las cen u y, he RSS desc ibed i sel as an educa-
ional p ojec o cha ac e building o Hindu men, o ale and ‘awaken’ hem
o igh a supposed ‘ h ea ’ o ma ginalisa ion; his is he case despi e a Hindu
majo i y popula ion and i s p edominance in s a e and cul u al ins i u ions, as
well as in policy and go e nance ins umen s. I was h ough g adual change
and o ganisa ion a he han di ec in ol emen in he elec o al-poli ical p o-
cess ha he RSS said i would ans o m he poli ical and social di ec ion o a
coun y s uggling agains o eign ule and make a Hindu Rash a o Hindu
na ion-s a e (Kanungo 2002). An in e nal deba e as o whe he i should di-
ec ly pa icipa e in elec o al poli ics was esol ed by coope a ion wi h
like-minded pa ies and se ing up a poli ical pa y a ilia e. This boos ed i s
numbe s and powe , bu i con inues o call i sel a cul u al and no a poli ical
o ganisa ion.
S eams o Hindu na ionalis s, including he Sangh Pa i a , ha e coalesced
a ound he e m Hindu a2 o sel -asse i e Hinduness cons uc ing a singula
poli ical Hinduism. This p esupposes who is a Hindu and wha Hindu eligion
and cul u e a e. The RSS and Pa i a ideologues end o equa e Hinduism wi h
a pa icula sec , pe haps he la ges – sana andha m. Simul aneously, hey
na iga e sec a ian bounda ies and di e ences wo king o c ea e an idea o one
uni ied Hindu communi y, emb acing all hey name as Indic eligions. They
2 This was coined by V.D. Sa a ka , ne e a membe o he RSS bu admi ed by i s ounde .
He was an a heis and an i- eligion wi h a cheque ed his o y wi hin he an i-colonial s uggle.
He was an accused in Maha ma Gandhi’s assassina ion bu , ci ing lack o su icien e idence
o di ec in ol emen , was discha ged. He has gained iconic s a us wi hin he Hindu Righ ,
leading he p esen egime o hang his po ai in Pa liamen nea hose o o he eedom
igh e s.
146
a gue ha Hinduism is he cul u e o he Indian na ion-s a e, a Hindu Rash a
o all hose whose sac ed si es all wi hin i s geog aphical bo de s. As Sa ka
(1993) a gues, i is an endless ci cling o ai h and poli ics.
Schola s emind us ha “Hindu a is no a monoli hic cul u al cons uc . I
has a ied o e ime [and…] he con ex wi hin which i has been a icula ed”
(Bane jee 2005: 75). Some o he Pa i a , oo, asse plu ali y (Ande -
sen/Damle 2019). Pa aph ased below a e some cons an ene s delinea ed by a
mul i-disciplina y g oup o schola s.
Hindu, and Hindus alone...a e he o iginal inhabi an s and sole c ea o s o ...[ he] socie y and
cul u e [o he Indian na ion]. Hinduism is uniquely ca holic and ole an , and hence supe io
o any o he ai h, bu i s ole ance has o en been mis aken o weakness. The Hindu na ion
has been epea edly conque ed by aliens, pa icula ly Muslims and hen he Ch is ian B i ish,
and mus acqui e s eng h h ough RSS sanga han [o ganisa ion] o coun e all p esen and
u u e h ea s...all cul u al adi ions [wi hin India mus ]...Hinduize hemsel es.... I was he
Wes e n o m o knowledge... ha sys ema ized and popula ized he idea ha India lacked a
homogeneous ci iliza ion and a single communi y. ‘Pseudo-secula ’ na ionalis s...pe pe u-
a ed i ...wi hin he ‘pseudo-secula ’ cons i u ion...only a...Hindu Rash a will a o d p o ec-
ion o non-Hindus... [as agains ] ‘pseudo-secula is s’ who ‘appease(d)’ Muslims in hei
pu sui o a poli ics o ‘ o e banks’ (Basu e al. 1993: 37).
In sum, he g ea ha monious Hindu socie y and cul u e o he pas , simul ane-
ously ole an , assimila i e and uni a y, o he o iginal inhabi an s and ancien
na ion we e denig a ed and weakened by he dep eda ions, ideas and cul u e o
in ole an Muslim and Ch is ian ‘in ade s’ and ule s. Hindus who ha e lea n
he u h mus hold he eins o go e nmen al powe i Hindus a e o li e he
li e hey dese e and i India, ha is Bha a , is o be g ea again.
A co e elemen in he RSS wo ld iew and s a egy is ha he Hindu na-
ionalis mus be in ellec ually, mo ally and physically ained and o ganised,
eady o igh o he Hindu-Indian na ion; i has been emascula ed by philos-
ophies and he p ac ice o non- iolence, such as o Gandhi (who emains a
p ime be e noi e) and Buddhis s (Bane jee 2005).3 P opaga ed in ob ious and
sub le ways, hei s is a s aunchly bina y sexual and gende ed cons uc ion o
he amily4 o social ha mony, hough some ad oca es deny his by ci ing pol-
icies o he ‘ hi d gende ’ and he p esence o quee he oes in he epics.5
3 Empe o Ashoka, hi d cen u y BCE.
4 This was seen ecen ly in he go e nmen a gumen s agains same-sex ma iage in he Su-
p eme Cou .
5 Which a e downplayed i no made in isible.
147
2 O ganiza ion and aining in he RSS: Lea ning
Hindu a
These ene s a e conc e ised in he Sangh’s ac i i ies and eachings. Ac oss
w i ings by ideologues and membe s o he RSS (Sha da 2018) o a ilia es,
disenchan ed ea lie membe s (Meghwanshi 2020; Kelka 2011), jou nalis s
and ilm-make s (Vachani 2022), e hnog aphe s (Valiani 2011; Ghassem-Fa-
chani 2012; Ma hu 2008), poli ical scien is s (Ande sen/Damle 1987; 2019;
Kanungo 2002) and his o ians, li e a y and cul u al heo is s (Basu e al. 1993),
one inds commonali y on he o m and con en o i s explici pedagogy.6 Di -
e ences eme ge on sub- ex s, expe iences o socially di e se pa icipan s and
di ec ions being aken.
The o ganisa ional spine o he RSS is a ne wo k o local neighbou hood
uni s named shakha o 10–20 Hindu men, and a hie a chy o ca e ully chosen
and ained ull- ime leade s/ eache s/p eache s/o ganise s (p amukhs, p a-
cha aks, sanghchalaks, sa sangchalak) wi h di ided and inc easing esponsi-
bili ies o e ideological educa ion, o ganisa ional ma e s and a ea co e ed.
F om 1979, Muslims could o mally join (Ande sen/Damle 2019: 82) and a
Muslim a ilia e has been o med. Sha da (2018) claims ha he e a e Ch is ian
and Muslim senio wo ke s and many long- ime swayamse aks, bu he ew
epo s and pe sonal es imonies o non-Hindus a e o hose who le .
Ideally, boys join he RSS as p e-adolescen s, o “you can educa e young
child en and inculca e good alue sys ems (samskaa ) in hem mo e easily”
(Sha da 2018: 94). Shakha membe s a e slo ed in o ou age g oups: 6 o 10
yea s, 10 o 14 yea s, 14 o 28, and 28 o olde . They mee daily – mo ning,
ea ly e ening, o a nigh – as pe pa icipan s’ con enience.7 Held in open,
public spaces, mos ly wi hin o nea esiden ial a eas, he sessions a e isible
o passe sby. This embeds he RSS in neighbou hood and communi y li e. In-
c easing p esence in ields, pa ks and spaces a ached o s a e educa ional in-
s i u es u he no malises i .
Fo Golwalka ,8 he daily shakha was akin o medi a ion and ensu ed habi ,
con ic ion and loyal y (Kanungo 2002). I was and emains he cen al ‘cha -
ac e - o ming’ pedagogical p ocess. S a ing and concluding a shakha session,
membe s s and in age-o de ed lines salu ing he bhagwa dhwaja (sa on lag)–
i is he Sangh’s Gu u. The Sangh p aye speaks o bowing o he holy Mo h-
e land o Hindus and o God; i asks ha olun ee -swayamse aks be esolu e
and he oic o p o ec hei ai h and achie e ic o y o hei o ganised powe
6 Indi idual ci a ions a e gi en only whe e he e a e di e ences o pa icula i ies.
7 Along wi h weekly, mon hly and e-shakhas o diaspo a membe s, his is a new lexibili y,
pa ly o deal wi h membe ship a i ion (Ande sen/Damle 1987: 87).
8 Golwalka , he head o he RSS a e he ounde Hegdewa , is known as Gu uji o espec ed
eache .

148
o make he Hindu na ion p ospe ous. The ac i i ies a e designed o c ea e com-
muni y as in he celeb a ion o selec ed Hindu and RSS cons uc ed es i als.
Ri uals, games and physical exe cise p o ide un and laugh e , and encou -
age bonding and coope a ion and build cou age. Pas and cu en membe s
speak o he a ac ion o he ac i i ies o boys, especially o hose om ‘cha-
o ic’ homes and poo neighbou hoods, whe e open space, physical educa ion
aine s and any equipmen we e absen o inaccessible. T aining h ough “a
se ies o pe o mances o egula ed iolence,” (Valiani 2011: 142) e e ence
pu po ed ancien Hindu adi ions and his o ies o b a e Hindu wa io s and
ule s. The physical d ills a e basic and mili a is ic – wielding bamboo o
wooden s icks (la hi), iden s and swo ds. Acco ding o an ex-membe , San-
jee Kelka , sympa he ic o wha he says a e he o iginal RSS eachings, “Mil-
i a ism was synonymous wi h discipline, splendou and powe , no ascism”
(2011: 11). E en wi h be e o imp o ed in as uc u e, he egula i y and ‘dis-
cipline’, he ideology o ‘cha ac e -building’, he communi y/wel a e ac i i ies
ha membe s may pa icipa e in and, inc easingly, he impo an ‘con ac s’ ha
can be made lead pa en s o send hei sons o he shakha (as I hea d o e he
yea s om amily membe s and uni e si y s uden s).
Vachani sugges s ha “ he didac ic componen in he sha i ik [physical]
p og amme is sub le wi h he p ima y aim o i ing ec ui s and p epa ing hem
o be ecep i e o he ideological messaging ha occu s in he boudhik (in el-
lec ual) sessions” (2022: 85). The e may be no di ec denig a ion o Muslims,
bu he games in ol e ole-play wi h he sub- ex o de ea ing he o he – he
Muslim enemy – wi h p ope s a egy and inne s eng h (Vachani 2022: 84–
86). S o ies o Hindu and o he Indic he oes, who ough o escaped ‘c uel’,
‘opp essi e’ Muslim ule s and we e ic o ious despi e be ayals by Muslims
build an an i-Muslim wo ld iew. In he discou ses and songs, eci a ion o he
names o Hindu-Indian he oes, Vedic sages and con empo a y scien is s,
non-Muslim and non-Ch is ian eedom igh e s, places o pilg images and i -
e s and moun ains call in o being an e e nal Hindu na ion. A ew ‘g ea ’ women
a e named, claiming ha Hinduism always “ espec ed” women (see la e ).
Swayamse aks lea n RSS p incipals, mo als and i s his o y o India as a Hindu
na ion – an idealised pas , whe e my h, epic and ac coalesce. Only hose co -
up ed by wes e n ideologies can deny his pas (Basu e al. 1993).
Hindu disuni y and lack o cou age in acing Muslim opp esso s, and he
need o he o ganised Hindu uni y o he RSS o change hei pligh , wea e
h ough he discou se. “The RSS appeal is he basic simplici y o i s ideologi-
cal message, p eached in a s yle ha delibe a ely a oids complexi ies and de-
ba es, and inculca ed simul aneously ia a whole ba e y o i uals and sym-
bols. No majo in ellec ual e o , o mas e ing o di icul ex s, is equi ed”
(Basu e al. 1993: 36). Sha da, oo, emphasises his: “The e y p ocess o in-
duc ion is so simple and un [sic] ha be o e one ealises, he is adop ed in o
he sa on b o he hood. The in ellec ual inpu s come much la e and hey a e
149
no anywhe e nea hea y s u like Dialec ic Ma e ialism ... Since hese inpu s
a e based on Hindu e hos and ancien adi ions, unde s anding and app ecia -
ing hem is much easie . They s ike a cho d immedia ely in one’s hea . I don’
know o many people who joined RSS as ac i e olun ee s a e being con-
inced abou i s philosophy and ideology” (Sha da 2018: 95). Though p oud
o he in ellec ual lessons, he says ha he egula swayamse ak can ind i
epe i i e, bu ha hey ha e become mo e a ied (Sha da 2018: 100).
Ande sen and Damle (1987) had no ed he high a i ion among membe s,9
bu also an abili y o sus ain high le els o commi men . Loyal y is cen al o
he pedagogy. Those who emain, and e en some who lea e, no e he in ensi y
o he male bonds o med h ough shakha ac i i ies, in o mal in e ac ion and
pe sonalised ca e in any di icul y. Some say ha he wa m h and iendship
a he han he subs ance o he wo ld iew ensu e loyal y, e en o hose long
inac i e.
Kanungo (2002) says a common ocabula y is o med ha enhances a
sense o communi y and b o he hood. The uni o m o whi e shi s and b own
ouse s is pa o his.10 This is u he ed by he b oadly homogeneous class
and cas e composi ions o locali y-based b anches, cong uen wi h u ban
neighbou hoods. The in e nal homogenei y has ano he c i ical elemen . Radi-
cally di e en expe iences o o he poin s o iew a e no hea d – on his o y,
Hinduism, eligious and poli ical con lic o gende . The ‘discussion’ is
one-way, led by he p acha ak o ‘ eache ’ o he day. Ques ions a e p e e ably
kep o in o mal, one- o-one in e ac ions and should no con es he eache .
This is no dissimila om local schools. Following eloca ion, a swayamse ak
is p o ided suppo and wa ned agains in e ac ion wi h ‘dange ous’, an i-Hindu
elemen s (Megwanshi 2020).
Discipline is pa amoun in he pedagogy o building cha ac e , Hindu uni y
and s eng h o igh he O he s. Ye , acco ding o Valiani (2011), he punish-
men o indiscipline is gen le han ha seen in local schools and seems un-
necessa y. Possibly, he inco igibly de ian a e gen ly ejec ed o os acised
(Vachani 2022); Sha da denies he las and ‘ ebellious’ Meghwanshi and Kel-
ka le on hei own oli ion.
Th ee dimensions o discipline, o he mic ophysics o powe , a e ele an
he e. The i s is he sub le go e nmen ali y o a sys ema ised b anch o
knowledge (Foucaul 1997). In he RSS, sys ema isa ion o Hindu ai h is wi h-
ou a cohe en and singula Hindu heology, allowing o oppo une acc e ions
in i uals, symbols and my hs o each ac oss sec s. Shi s in he Sangh encou -
aged o ms o wo ship, seen d ama ically in he Ramjanmabhoomi campaign
9 Fo di e se easons, including amily and li elihood demands on ime, loss o in e es , unme
o new aspi a ions, in e pe sonal con lic , mig a ion, ideological dis ancing and disc imina-
ion due o cas e o eligion. Some lea e because hey ind he Pa i a ’s Hindu a is no
mili an enough (Pu ohi 2023).
10 A shi om loose sho s o ouse s is ecen .
150
(discussed la e ), ea i m he cen al co e o a Hindu-India na ion-s a e o be
achie ed h ough he o ganised asse ion o manly Hindu s eng h, agg ession
and dedica ion (Bane jee 2005: 87). The same is ue o changes in i s espousal
o elec o al poli ics and g oups o ganised.
Two u he meanings o discipline a e necessa y and explici : obedience
o Sangh au ho i y wi hou ques ioning and discipline h ough p ac ice.
Swayamse aks mus accep he di ec ions and au ho i y o he p acha aks and
sanghchalaks in he s a egies and ways o achie e Hindu Rash a, on who hei
enemies a e and he idea o he ue Hindu man eady o ‘sel -a enging’ and
‘de ensi e’ iolence. Obse ing la hi p ac ice by indi iduals ou side a shakha
session, Valiani (2011) ound imp o isa ion and inno a ion. I mus be said,
howe e , ha his was no in he Sangh’s mo al, social and ideological enen s,
bu wi hin he discipline and sea ch o “physical and mo al sel -mas e y”. Val-
iani a gues ha “soma ic and mo al p ocesses o daily physical cul u e we e
in e wined, p ocesses h ough which mili an subjec s ha e been o med and
ou ines o iolence a e sus ained as a social and ‘e hical’ p ac ice” (165). In
he embodied mo ali y o he RSS pe son, hey could deny ha hei ‘macab e
ac s o iolence’ in 2002 Guja a (suppo ed in go e nmen s a emen s) we e
me ely an exp ession o e hnic ha ed. Thei ‘pe o mances’ we e, acco ding
o he ac i is s, wi hou conscious hough ; his seemed o enable hem o li e
wi h hei ac ions, e en o o ge hem, a o ge ing no ed also by Ghassem-Fa-
chandi (2012). E en i condemned, he collec i e ac s o iolence p oduced
collec i e and e e escen claims o pu ing aining in o igh eous p ac ice.
3 The new ideal Hindu man
Silence, symbol and ambigui y a e impo an in he pedagogical s yle and he
unde s anding lea n h ough he p aye s, s o ies, his o ies and games canno
be in e oga ed h ough he in e nal ame. In e p e i e au ho i y is wi h he
‘ eache s’. Some aspec s a e cons an : a good Hindu man con as s wi h he
inhe en ly ha e ul, lus ul and iolen Muslim man. The ideal Hindu man and
woman a e dicho omous in biology and ensuing ways o being. Men and he
ideal Hindu women – domes ic, i uous and ma e nal – ha e dis inc oles in
making he Hindu na ion. Hindu men, especially san andha mis, mus ul il
he du ies o a naash amdha ma – he conjoined cas e- amily sys em, in
which men mo e h ough li e s ages o celiba e s uden , householde and as-
ce ic e i emen .
Bane jee (2005) elabo a es an ideal man in Hindu na ionalism ha is some-
wha in con lic wi h he las – he male Hindu soldie (Ksha iya cas e) and
he wa io -monk, who lea e home and socie y o he g ea e cause o he
na ion. The whole- ime swayamse ak is i s embodimen – he celiba e male
151
wa io , he con olled and es ained olun ee o he na ion. The non-domes-
ic bu chas e emale wa io is also in oked, s a egically.
Views on cas e and class a e equi ocal. Social di isions weaken he uni y
and s eng h o he Hindu na ion, bu class and cas e gi e a di ision o labou
ha is unc ional, as do gende di isions. Cas e endogamy, i.e. he p ac ice o
ma ying wi hin one’s own cas e, is alo ised, bu ‘Un ouchabili y’11 is abju ed
(a leas in he o ic). A new ec ui is no asked abou his cas e (Sha da 2018),
hough cas e iden i y canno be hidden in a neighbou hood g oup. Dali s who
le he RSS in anguish o e cas e disc imina ion did no speak o expe iencing
i in he local, daily shakha (Meghwanshi 2020). I s sociali y and games ha
in ol e ouch help in his. A conce ed ou each o non-uppe cas es and
co-op ing hei local dei ies and he oes as ue de ende s o he ai h ha e
b ough hem in o he Sangh and he BJP (Na ayan 2006). They ha e been
p omo ed in he las , bu denied leade ship in he Sangh i sel (Meghwanshi
ibid.). A B ahmanical uppe cas e e hos and ways o being pe sis in de ining
he ad oca ed p ac ices o he o ganisa ion. Hindu cohesion is p omo ed
h ough sansk i isa ion, whe e ‘lowe ’ cas es and classes adop he i uals and
p ac ises o highe Hindu cas es, and by encou aging adhe ence o ‘sana ani’
( adi ional, o hodox) Hindu ways. The ‘wo k’ o Se a Bha a i and Vidya
Bha a i Samska a Kend as (Ci ilising Cen es) is o „impa good alues o
child en who don’ ge a chance o ha e such an educa ion”, because hey li e
in slums (Sha da 2018: 188–189). Fo Sha da (2018), a sense o equali y and
sel - espec is p omo ed by conduc ing mass de i pooja (goddess wo ship) o
gi ls om slums and in i ing child en om an o phanage o Diwali (impo an
Hindu es i al) dinne a home. O he s could desc ibe such ini ia i es as pa -
onising cha i y ha ei e a es he supe io i y o he bene ac o .
Shi ing ep esen a ions o sac ed igu es and gods, o e ime and be ween
Pa i a a ilia es, cap u e he gende and emo ional di ec ions. In i s i s dec-
ades, he e we e no images o gods in a shakha, o he han he pa amoun sa -
on lag and, a he mos , a pos e o Goddess Du ga as Mo he India o ming
he backg ound o a map o Akhand Bha a . This changed wi h he Ram-
janmabhoomi campaign o build a emple o he god Ram, which he VHP led.
One mo e in he RSS was om Ram as Ma yada Pu usho am o ideal man o
God. A second was God Ram ans o med “ om a anquil, ende and se ene
god o an ang y, punishing one, a med wi h se e al weapons” come o sa e his
in an sel , eplacing “ he almos and ogynous, unmuscled and somewha dis-
engaged body” (Kapu 1993: 75, 103). He appea s wi hou ea lie companions
– his conso , he goddess Si a, and hei de o ee, he god Hanuman. In po -
ayals o he la e , he, oo, is no longe depic ed as gen le and wo ship ul, bu
as an ang y and e ocious wa io . The ea lie g ee ing o a simple eci al o
Ram’s name o Siya am, which e oked he ende and and ogynous uni y o
11 The social g oup wi h he lowes s a us in hie a chical Hindu socie y a e he Dali s. They a e
called and mean o be ,un ouchable‘ and ,cas eless‘.
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Aşk, Ma k e Ölüm – Rassis ische Kon inui ä en,
hegemoniale Männlichkei en und a ek i e
Blickwechsel in Filmbildungs äumen de
Mig a ionsgesellscha
Ka ja Lell, Bu ak Şengüle
1 Einlei ung
In diesem Bei ag möch en wi uns skizzenha den Ve knüp ungsweisen zwi-
schen Film, Rassismus und An i eminismus aus Pe spek i e eine äs he ischen
Filmbildung widmen. Wi o ien ie en uns dabei an unse en Analysen des Do-
kumen a ilms Aşk, Ma k e Ölüm (d . Liebe, D-Ma k, Tod, on Cem Kaya,
2022, 96 Min.) und meh e en Film e mi lungssi ua ionen, in denen wi die
Au üh ung dieses Films o Publikum e ah en haben. De Dokumen a ilm
e zähl die Geschich e de Musikkul u und -p axis on ü keis ämmigen A -
bei smig an *innen, die in den 1960e und 1970e Jah en als sog. ,Gas a bei-
e *innen‘ nach Deu schland gekommen sind und mon ie da ü A chi ma e-
ialien aus den 1960e bis 2000e Jah en mi ak uell ge üh en In e iews mi
den Musiks a s de Szene, beglei e on zahl eichen Musikeinlagen. Da übe
hinaus wi de Film einen gegenwä igen Blick au die iel äl ige (übe die
ü keibezogene Mig a ion hinausgehende) Musikkul u de Mig a ionsgesell-
scha Deu schland heu e.1
Unse e lei ende These is , dass Filme, die die mig a ionsgesellscha liche
Reali ä hema isie en und alle Subjek e de Mig a ionsgesellscha ad essie en
– wenn auch au un e schiedliche A und Weise – no wendige weise ü I i-
a ions- und S ö ungsmomen e so gen, die auch als Blickwechsel e s anden
we den können ( gl. Rodonò 2022; Lell/Zahn 2024: 130). Was passie , wenn
Filme, die Blickwechsel p oduzie en, im ö en lichen Raum gezeig we den,
1 In de Rezep ion in Deu schland wu de de Film begeis e au genommen und du ch zahl ei-
che P eise geeh (G imme P eis 2024, P ädika besonde s we oll de deu schen Film- und
Medienbewe ung, Pano ama Publikumsp eis de Be linale 2022, u. .m.) Gleichzei ig sind
uns konse a i e bis ech e S immen im Disku s au ge allen, die dem Film gegenübe nega i
einges ell sind und ihn als Anlass nehmen, um on „Ressen imen s gegen Deu sche“ zu
sp echen ( gl. Filmhaus Köln 2023a).

260
de gleichzei ig auch imme on a ek i en an i eminis ischen, ech en Poli i-
ken gep äg is ? Wie läss sich eine a ek i au geladene Abweh hal ung de
Zuschaue *innen o dem Hin e g und mig a ionsgesellscha liche Pe spek-
i en be ach en?
Wi o ien ie en uns an Theo ien äs he ische Bildung, welche Bildung
nich als Wissens- ode Kompe enz e mi lung e s ehen, sonde n das sinn-
lich- e kö pe e E ah en on Filmen, ih e Mediali ä und Ma e iali ä , ih e
Beziehungsweisen als Bildungsp ozesse analysie en ( gl. Zahn 2012). In die-
sem Sinne sind äs he ische Bildungsp ozesse mi Film an seine Au üh ung
gebunden, agil und epheme . Film als ein kö pe lich-leibliches E eignis en -
zieh sich eine eibungslosen sp achlichen Aneignung sowie einem kogni i en
‚Ve s ehen‘, sonde n b ing uns als Zuschauende an G enzen des Benenn- und
Ve s ehba en. Anknüp end da an agen wi : Wie scha es Aşk, Ma k e
Ölüm, o eilige, iden i izie ende Lesa en sowie Abweh eak ionen angesich s
meh deu ige a ek i -äs he ische Filme ah ungen au zuschieben und so
ielleich Bildungsp ozesse zu ini iie en? Im Folgenden we den wi zunächs
unse Ve s ändnis on An i eminismus, Rassismus und Disku sen zu Mig a-
ion da legen (1). In einem zwei en Sch i s ellen wi die Denk igu en des
Blickwechsels und de si uie en Spu enlese im Kon ex disk iminie ungsk i-
ische Filmbildung o (2), um dann – ausgehend on unse em Filmbeispiel
und eine ausgewähl en Ve mi lungssi ua ion – bildungs heo e ische Implika-
ionen ü disk iminie ungsk i ische Filmbildung in de Mig a ionsgesellscha
zu skizzie en (3).
2 An i eminismus – Rassismus – Mig a ion
An i eminis ische Disku se und Übe zeugungen sind g undlegende Bes and-
eil ech e Ideologien, besch änken sich jedoch nich ausschließlich au die
(ex eme) Rech e, sonde n e ah en zunehmend Resonanzen in de B ei e de
Gesellscha ( gl. Lang/Pe e s 2018). Die E gebnisse de Leipzige Au o i a-
ismuss udie on 2022 zeigen, dass an i eminis ische Eins ellungen in
Deu schland zugenommen haben und „[...] bis zu einem Vie el de Deu schen
an i eminis ischen und sexis ischen Aussagen [...]“ (Kalks ein e al. 2022: 253)
zus imm . An i eminis ische Na a i e wi ken nach Meie ing e al. (2018) als
„B ückenna a i “ und e möglichen au g und ih e disku si en Flexibili ä ,
Bündnisse mi un e schiedlichs en an idemok a ischen Ak eu *innen. Nich
nu we den an i eminis ische Mobilisie ungen zunehmend mi assis ischen
Denk igu en e knüp , wie Be gold-Caldwell und G ubne he auss ellen
(2020: 149), auch kann das an i eminis ische Denken in s a ke Ko ela ion zu
dem Konzep de hegemonialen Männlichkei ges ell we den ( gl. Kalks ein
e al. 2022: 248 .). Mi dem Konzep de hegemonialen Männlichkei wi d
261
„jene Kon igu a ion geschlech sbezogene P axis [bezeichne ] [...], welche die
momen an akzep ie e An wo au das Legi imi ä sp oblem des Pa ia cha s
e kö pe und die Dominanz de Männe sowie die Un e o dnung de F auen
gewäh leis e (ode gewäh leis en soll)“ (Connell 2015: 130). Es besch eib
also „[…] jene Fo m on Männlichkei , die in eine gegebenen S uk u des
Geschlech e e häl nisses die bes immende Posi ion einnimm “ (ebd.).2
Fü unse e Auseinande se zung wollen wi das Konzep de weißen hege-
monialen Männlichkei in Bezug au die Chi e de Mig a ion au g ei en,
denn es gib eine enge Ve knüp ung on Mig a ions- und Geschlech e disku -
sen, die un e ande em assis ische und an i eminis ische S uk u en au weisen
( gl. Be gold-Caldwell/G ubne 2020). Mig a ion wi d on Fo ou an (2018)
als Chi e ü e schiedene, abe mi einande e bundene Kämp e ü die iel-
äl ige Demok a ie bezeichne , in denen auch Geschlech e -, Sexuali ä s-, und
Begeh ens agen a ikulie we den ( gl.: 18). Bezogen au Geschlech e dis-
ku se zeig sich unse e Au assung nach, dass nich -weiße Männlichkei en als
,ge äh liche‘ Männlichkei en ins ,Außen‘ e schoben und zum Mig a ionsan-
de en gemach we den ( gl. Scheibelho e 2018). Weiße hegemoniale Männ-
lichkei en hingegen sind mi de Idee on Na ionals aa lichkei e knüp und
e weige n es – au de Suche nach ,Reinhei ‘ und Eindeu igkei – P ozesse
de kul u ellen Hyb idisie ung anzue kennen, die du ch die Mig a ionsbewe-
gungen schon imme Teil de Aushandlung um Na ionals aa en wa en ( gl.
Meche il/Messe schmid 2016: 149 .; zum Beg i „kul u elle Hyb idisie-
ung“ gl. Meche il 2023).
Obwohl es Mig a ion „zu allen his o ischen Zei en und as übe all gege-
ben“ ha (Meche il 2016: 9), we den Mig a ionsphänomene in gesellscha s-
poli ischen und wissenscha lichen Disku sen sel en als No mal all, sonde n
ielmeh als k isenha e Ausnahmee scheinung be ach e ( gl. Aksakal/Wol-
esbe ge 2023).3 Cas o Va ela (2015) besch eib in Bezug au die BRD die
2 Nach Connell (2015) en s and die hegemoniale Männlichkei als dominan es Mus e männ-
liche Iden i ä im Ve lau de En s ehung mode ne Gesellscha en nach de eudalen Ä a.
Sie is eng e bunden mi dem Konzep des bü ge lichen Indi iduums, das cis-männlich und
weiß konno ie is . Obwohl das Konzep de hegemonialen Männlichkei im Zuge eines glo-
balisie en Finanzkapi alismus s ä ke lexibilisie und dynamisie wi d und nich zwangs-
läu ig an Weißsein und Cis-Männlichkei geknüp sein muss ( gl. Connell 2005: 72), „[…]
e ände sich nich s G undlegendes an dem kul u ellen Ideal hegemoniale weiße Männ-
lichkei , das Weiblichkei und ma ginalisie e Männlichkei un e o dne “ (Be eswill/Neube
2013: 104). In diesem Zusammenhang e weis Connell da au , dass jede Gesellscha eine
dominan e Fo m on Männlichkei au weis , die als Re e enz ahmen ü Weiblichkei sowie
ande e Aus o mungen on Männlichkei en ungie . Hegemoniale Männlichkei g ünde au
eine Doppels uk u , aus de he aus homosoziale S uk u en un e Männlichkei en sowie he-
e osoziale S uk u en zwischen Männlichkei en und Weiblichkei en he aus de inie we den.
3 Ein Rückblick au die poli ische A i ma ion Deu schlands zu eigenen Mig a ionsgeschich e
zeig , dass diese e s seh spä einge e en is , da bis in die spä en 1990e Jah e ehemen
abges i en wu de, dass Deu schland ein Einwande ungsland sei. Auch wenn die Mig a i-
onsgeschich e Deu schlands nich e s mi den Anwe beabkommen de sogenann en Gas -
262
„Leugnung de Einwande ungs eali ä als wi kmäch ige Lebenslüge“ (657),
die zu P oblemkons uk ion de Mig a ionsdisku se beige agen ha und auch
bis heu e in ans o mie e Weise anhäl . Diese Disku se haben auch einen
Ein luss au e geschlech lich e na io-e hno-kul u elle Iden i ä sbildungsp o-
zesse, die zwischen Wi und Nich -Wi ennen und im Rahmen hegemoniale
Männlichkei a ek i und emo ional au geladen und wi kmäch ig sind.
Aus de Pe spek i e eine disk iminie ungsk i ischen, äs he ischen Film-
bildung, in e essie es uns insbesonde e, die A ek e und Emo ionen zu un e -
suchen, die in diesem Kon ex eine Rolle spielen. In meh e en S udien wu de
die Bedeu ung on Emo ionen und A ek en ü assismusk i ische Bildungs-
p ozesse be on und wi denken, dass dies auch und besonde s in de äs he i-
schen Bildung eine Rolle spielen soll e ( gl. Bönkos 2017; Adusei-Poku
2018). Aus eine a ek heo e ischen Pe spek i e können assis ische und weiß
cis-männlich hegemoniale S uk u en als a ek i und emo ional au geladen
besch ieben we den (zu Rassismus und A ek gl. İnan (2023)). Vo dem Hin-
e g und männlich konno ie e Geschlech san o de ungen, we den bes imm e
Ge ühle delegi imie (Ve le zlichkei , Schwäche, T aue , Unsiche hei , u.a.),
bzw. müssen übe wunden we den, ande e wiede um we den e laub , ga p i i-
legie und bes ä k (Wu , Agg ession, Hass, u.a.) ( gl. S ick 2021: 65;
S u e/Debus 2012: 50 .).
Vo dem Hin e g und gesellscha liche T ans o ma ionsdynamiken in
Rich ung Gleichs ellung und An idisk iminie ung we den a ek i au geladene
Ängs e, Unsiche hei en und Vo s ellungen on Rollen e lus en on weißen
cis-männlichen Menschen on an i eminis ischen und neuen ech en G uppie-
ungen au ge angen ( gl. S ick 2021: 444 .). In de Fo schung wi d be on ,
dass ech e Populismus insbesonde e au eine a ek i e Poli isie ung se z , um
bes ehende, abe gemäßig e he e osexis ische und assis ische Eins ellungen
du ch die Mobilisie ung on A ek en zu adikalisie en ( gl. Kalks ein e al.
2022; Saue 2020). Dabei spielen Ge ühle, wie ,Liebe zu Heima ‘, Angs o
,F emdhei ‘, e c. eine Rolle, die mi a ek i en Kons uk ionen on Zugehö ig-
kei en einhe gehen ( gl. Meche il/Messe schmid 2016; gl. We ne 2020:
105 .). In diesem Zusammenhang we den Mig a ionsbewegungen als gesell-
scha liches P oblem, als e was ,F emdes‘ ode ,Bed ohliches‘ s igma isie
( gl. Aksakal/Wol esbe ge 2023). Rassi izie e und mig an isie e Männlich-
kei en we den zu P ojek ions läche ü ,impo ie en Sexismus‘, weiße
Cis-Männlichkei en we den als Re e assi izie e /mig an isie e F auen o
assi izie en/mig an isie en Männe n s ilisie ( gl. Die ze 2019; Ha k/Villa
2017: 19 .). Fü diese a ek i au geladenen (Mig a ions-)poli iken sind
a bei e gene a ionen in den 1950e und 1960e Jah en einse z e, so ha en diese E eignisse
nach äglich einen s a ken Impe us au die na ional ech liche En wicklung.
263
insbesonde e die spezi ischen Wah nehmungsweisen on (audio-) isuellem
Ma e ial u.a. in Sozialen Medien ele an .4
3 Filmbildung – Blickwechsel – Si uie e Spu enlese
Uns in e essie es o diesem Hin e g und, Fo ma e de Filmbildung in
(selbs o ganisie en) Kino äumen zu un e suchen und da übe nachzudenken,
wie diese Wide s and und T ans o ma ion e möglichen können.5 Mi Rodonò
(2022) gehen wi da on aus, dass „Film und das Kino Imagina ions- und Ve -
handlungs äume sind, die das Poli ische und das Soziale nich bloß abbilden
ode bes ä igen. Film ha das Po en ial, die A chi ek u en eben dieses Poli i-
schen und Sozialen zu be agen und al e na i e gesellscha liche En wü e
denkba und spü ba zu machen“ (2). Das Nachdenken übe Filme im Kon ex
de Filmbildung geh also nie nu on ,dem‘ Film als solchem, sonde n auch
imme on dessen spezi ischen Au üh ungssi ua ionen aus. Film e mi -
lungs äume können Begegnungsweisen zwischen Menschen und Filmen
scha en und so di e en e Subjek i ie ungsweisen und mögliche weise auch
(Film-)bildungsp ozesse an egen. Diese spezi ischen Begegnungsweisen e -
s ehen wi als Möglichkei s äume, die dazu üh en können, dass in Gesp ächen
ein ,Dazwischen‘ en s eh , welches unk ionalis ische und binä e Posi ionie-
ungslogiken e langsam , ein Zuhö en und Sp echen e möglich , dass imme
wiede empha isch wi d und O en- und Unabgeschlossenhei en s ehen lassen
kann. In Anlehnung an den ans o ma o ischen Bildungsbeg i gehen wi da-
on aus, dass Filmbildungsp ozesse es Subjek en e möglichen können, ih e
Denk- und Wah nehmungsgewohnhei en zu ans o mie en und ande s*6 zu
we den ( gl. Zahn 2012; Kolle 2023).
Filmbildung is also keines alls nu als die Aneignung eines Wissens übe
Filme zu e s ehen: Dokumen a ilme können du chaus ein spezi isches Kon-
ex wissen übe (his o ische) Gegebenhei en, wie die ü keibezogene A bei s-
mig a ion nach Deu schland und die Musikkul u ode auch zeichenbasie es
4 Die Ve ne zung de neuen Rech en basie au den Möglichkei en de Ve ne zung du ch So-
ziale Medien und au Videopla o men und inde somi insbesonde e im Feld des (Au-
dio-)Visuellen s a , bspw. in Vlogs, Reels, Memes ( gl. Boge s/Fieli z 2019). Wie ech e,
an i eminis ische A ek poli iken in Soziale Medien unk ionie en, un e such bspw. Heide
(2022) en lang on einzelnen Videos on In luence n de Iden i ä en Bewegung ode siehe
dazu auch die Auss ellung Al -Righ Komplex im Ha wa e Medien Kuns e ein
(A ns/HMKV 2019).
5 Obwohl wi diesen Aspek nich in unse em Tex disku ie en können, möch en wi an diese
S elle da au hinweisen, dass in eine Kul u de Digi ali ä (S alde 2016) auch Kino äume
imme schon on Disku sen und P ak iken de Digi ali ä – und somi auch on pos digi alen
Kul u en de ex emen Rech en du chd ungen sind.
6 Zu Sch eibweise on „ande s*“ e gleiche Boge (2020).
270
‚Wissens übe ‘, bei de das zu-e kennende Objek (die Geschich e) kla om
e kennenden Subjek ge enn is , ielmeh schein die Ve gangenhei du ch
die Gegenwa , du ch die sie wah genommen wi d, gep äg und is in diese
e schach el .
Den Blickwechsel un e suchen wi nich nu in eine Analyse des Films
selbs , sonde n en lang on zwei Film e mi lungssi ua ionen: ein Filmsc ee-
ning de Film eihe Spä somme kino (o ganisie om Filmhaus Köln) in de
Kinde - und Jugendein ich ung O ene Tü Die Villa in Cho weile /Volk-
ho en, sowie ein Filmsc eening im Rahmen des Semina s Reali y Bi es – Do-
kumen a ilme im Gesp äch (in Koope a ion mi de Uni e si ä zu Köln, dem
Filmhaus Köln und de d i–Dokumen a ilmini ia i e im Filmbü o NW).
In beiden Filmsc eenings konn en wi eine a ek i e Resonanz de im Film
angeleg en Blickwechsel in den jeweiligen Filmau üh ungssi ua ionen be-
obach en: Die kö pe liche A izie ung wa spü ba und zeig e sich besonde s
in den Nachgesp ächen, die on ielen Wo meldungen, T änen und Lachen
beglei e wu den. Menschen, die assis ische Disk iminie ungen e ah en, ea-
gie en häu ig au ge eg , be üh , begeis e . Neben den iden i ika o ischen
Momen en, konn en wi auch Wide s and, Wu , Schuld und ande e Ge ühle
beobach en, die wi den besch iebenen Blickwechseln zusch eiben und die uns
be ei s aus de assismusk i ischen A bei an Weißsein bekann sind ( gl. Bön-
kos 2017; Linnemann 2023).
Wi wollen unse e E ah ungen des Filmsc eenings on Aşk, Ma k e
Ölüm, welches im Rahmen de Film eihe Spä somme kino, die im Sep embe
2023 in Cho weile /Volkho en in Köln s a ge unden ha in diesem Tex he -
o heben. Das Spä somme kino wa als ein Filmbildungsangebo konzipie es,
pa izipa i es P ojek zwischen dem Filmhaus Köln und ande en Ak eu en de
S ad angeleg und ha e das Ziel, ein on Jugendlichen des S ad eils ku a ie -
es Filmp og amm zu zeigen. Das Filmp og amm and au eine ö en lichen
Fläche – einem Pa k –, die om ansässigen Bü ge *innen e ein e wal e
wu de, s a und konn e on allen Anwohne *innen und Gäs en besuch we -
den. Ohne die Rezep ion und Diskussion des Films in den Film e ans al ungen
in eine Dich e da s ellen zu können, möch en wi uns o dem Hin e g und
des Konzep s de a ek i au geladenen, hegemonialen Männlichkei beson-
de s au das Nachgesp äch, welches im Anschluss an eines de Filmsc eenings
s a ge unden ha , konzen ie en.
Das Filmsc eening wa Teil de Ve ans al ung (Re-)Claim?! – Ak ions ag
ü Viel al im Kölne No den und and in einem Wohnzimme in de Villa
s a , welches so gu ge üll wa , dass Menschen au dem Boden si zen ode
s ehen muss en. De Hin e g und des Ak ions ags wa ein o zei ige Abb uch
de Koope a ion nach dem e s en Filmsc eening (Aşk, Ma k e Ölüm) sei ens
des Bü ge *innen e eins, womi zwei wei e e Filmsc eenings nich meh s a -
inden konn en. Die Beg ündung sei ens des Bü ge *innen e eins wa , dass
de Film „Ressen imen s gegen Deu sche“ schü e und es Hinweise au

271
„gewal be ei e Gegne *innen des Filmp og amms“ gebe. Da übe hinaus
wu de dem Filmhaus ückgemelde , dass es Anzeigen du ch Bü ge *innen bei
de Polizei gegeben hä e. Reche chen und Rück agen zeig en, dass keine sol-
che Meldungen bei de Polizei eingangen wa en und es da übe hinaus auch
keine ande en Hinweise au Gewal o.Ä. gab ( gl. Filmhaus Köln 2023a). Die
wei e en Filmsc eenings muss en in de Folge aus dem ö en lichen Raum in
die Räumlichkei en de Villa e leg we den. Die Solida i ä s e ans al ung
(Re-)Claim?! – Ak ions ag ü Viel al im Kölne No den) and einige Zei spä-
e s a , bei de de Film Aşk Ma k e Ölüm e neu gezeig wu de und die au-
ße dem on einem Publikumsgesp äch und eine anschließenden Podiumsdis-
kussion sowie wei e en un e schiedlichen P og ammpunk en zi ilgesellscha -
liche Ak eu *innen ge ahm wa ( gl. Filmhaus Köln 2023b). Die Aushand-
lung wu de auch du ch Pos s au Facebook und in ande en Sozialen Medien
kommen ie .
Vo dem Hin e g und de Vo kommnisse he sch e eine engagie e, au -
me ksame und solida ische S immung ( gl. Filmhaus Köln 2023b). Menschen
wa en gekommen, nich nu um den Film zu schauen, sonde n weil sie mi dem
Vo gehen des Bü ge *innen e eins nich ein e s anden wa en und ein Zeichen
se zen woll en. Im Raum en s and wäh end des Filmsc eenings zumindes bei
uns ein Ge ühl on Zugehö igkei und des gemeinsamen Wunsches eine ,Au -
a bei ung‘ de E eignisse. Eine de e s en Aussagen nach dem Filmsc eening
wu de on einem in e essie wi kenden, ca. 70-Jäh igen weiß und deu sch zu
posi ionie enden Mann geäuße : E d ück e zunächs seine Sympa hien ü
den Film aus, mach e abe deu lich, dass e mi de Da s ellung de E eignisse
im Film nich ein e s anden wa ; en schieden wies e eine schlech e Behand-
lung de ,Gas a bei e *innen‘ du ch die ehemalige Regie ung und Zi ilgesell-
scha zu ück. Die da au olgenden Äuße ungen ande e Zuschauende e -
such en, die Aussage zu ela i ie en, indem sie au die Beg enzungen de il-
mischen Fo m e e ie en: ein Dokumen a ilm könn e nun mal imme nu ei-
nige Pe spek i en e zählen. Deu lich wu de, dass dieses Gegena gumen abe
nich den Ke n de Anklage a , denn es wu de wei e disku ie , wa um de
Film denn so ,einsei ig‘ e zähle und wa um die ,ande en‘, ,in eg ie en‘ Pe -
spek i en ausgelassen wu den.11 Dass die ,No mali ä ‘ eine ,ausgewogenen‘
ode ,objek i en‘ Be ich e s a ung in de e s en Aussage be ei s mi einem
weißen Blick gleichgese z wu de, blieb nu am Rande hema isie . In de da-
au olgenden Diskussion en spannen sich imme wiede A gumen a ions-
s uk u en, die wi kennen, wenn es um Rassismus und die weiße Zu ückwei-
sung/Igno anz on assis ischen S uk u en geh : nich nu sehen sich weiße
Menschen, die mi de Idee on s uk u ellem Rassismus kon on ie we den,
11 Vo dem Hin e g und eines „In e g a ionsdisposi i s“ (Bojadžije 2018) e weis die Aus-
sage au He scha s- und Disziplinie ungs e häl nisse. In eg a ion wi d e s anden als eine
B ingschuld on Mig a ionsande en, die eine Selbs un e we ung un e die Mechanismen ei-
nes na io-e hno-kul u ell codie en ,Wi s‘ ein o de ( gl. Meche il 2018: 322).
272
als Op e , da zu Un ech beschuldig , ielmeh b ingen sie assi izie e Men-
schen in die Rolle, in de sie au Basis ,pe sönliche ‘ E idenze ah ungen be-
weisen müssen, dass es Auslände eindlichkei und Rassismus gib . So gab es
subjek i e, emo ional au geladene Äuße ungen, wa um es so wich ig is , diese
Pe spek i en zu zeigen, wa um sie mi E ah ungswel en on Zuschauenden
esonie en und Iden i ika ionspo en iale bie en. Beme kenswe wa es, dass
das Gesp äch wei e gesuch wu de und du chaus auch ein Begegnungs aum
en s and, in Momen en in denen Wu und F eude übe den Film e sp achlich
we den konn en, ohne dass espek loses ode o en assis isches Ve hal en do-
minie hä e. Die in den Blickwechseln ollzogenen audio isuellen Umkeh-
ungen on Mach e häl nissen inne halb on unhin e agba geglaub en
Wissensbes änden so g en ü I i a ion und üh en zu Wide s änden. Denn
dass das mig an isch si uie e Wissen ( gl. Güleç/Scha e 2017) des Films
(und auch de Zuschaue *innen in de Villa) wenige wah zu sein schein ,
häng nich mi de zwangsläu igen Auswahl und Beg enzung des Fo ma s des
Dokumen a ilms zusammen, sonde n mi de No malisie ung und au Basis
eines gese z en und kollek i eingeüb en weißen Blicks, de bes imm e Sp e-
che *innen, bes imm e Blickweisen aglos als ,no mal‘ und ,objek i ‘ konno-
ie , ande e dagegen als , ehle ha ‘ ode ,un olls ändig‘ ma kie .
5 Fazi
Du ch die Analyse de Film e mi lungssi ua ion wu de deu lich, dass Aşk,
Ma k e Ölüm nich ,nu ‘ Rassismus ad essie , sonde n auch einen Blick-zu-
ück au eine weiße, wes deu sche Männlichkei – heu e und in de BRD de
1960–1970e Jah e – wi , de au wühlen kann, weil e die e es ig en und
a ek i au geladenen Selbs bilde eine ,s a ken‘ Männlichkei be agba
mach – und somi bes ehenden mach ollen Posi ionen on (nich -) assi izie -
en, mig an isie en, e geschlech lich en Subjek en ins Wanken b ingen kann.
In Anknüp ung an mig a ionsspezi ische Disku se in Deu schland spiel hie
auch ein Blickwechsel au das sog. ,Wi scha swunde ‘ in Nachk iegsdeu sch-
land eine Rolle: Dies, so e zähl es auch de Film, is zum g oßen Teil du ch
die kapi alis ische Ausbeu ung on billigen A bei sk ä en u.a. aus de Tü kei
e möglich wo den, sodass weiße deu sche Menschen, und o allem äl e e
Männe da on p o i ie en. Diese Blickwechsel o de ein weißes, cis-he e-
ono ma i es, leis ungsbezogenes, na ional-s olzes Männlichkei sbild he aus
und p oduzie da in a ek i au geladene Reak ionen, wie sich im Nachge-
sp äch gezeig ha . Obwohl de Film nich di ek in Bezug au an i eminis i-
sche Bild he o iken (wie bspw. #T adWi e, gl. Rösch in diesem Band) lesen
läss , e laub die hie o ges ell e Analyse de Ve mi lungssi ua ion in Ve -
knüp ung on assis ischen und he e osexis ischen Pe spek i en, eine K i ik
273
am Topos de he e osexuellen, weißen Ke n amilie de Nachk iegs-BRD und
an de en Männlichkei s- und Geschlech e e häl nissen zu o mulie en. So
können Film e mi lungssi ua ionen Ansa zpunk e ü Analysen bie en, en -
lang de e sich komplexe, in e sek ional si uie e Film-E ah ungen un e su-
chen lassen; die Räume e ö nen, in denen im bes en Fall komplexe, a ek i e
Aushandlungsp ozesse s a inden können. De Ve such, die di e en si uie -
en Blickweisen a ikulie ba zu machen, kann solche hyb iden Aushandlungs-
äume en s ehen lassen und Möglichkei en bie en, du ch Blickwechsel eigene
si uie e und assi izie ende Blickweisen zu e lek ie en – du ch und mi den
Filmen sowie im Gesp äch mi ande en Teilnehmenden – und sich ela ional
Posi ionie ungen im ,Dazwischen‘ zu e a bei en ( gl. Lell/Zahn 2025 i.E.).
Diese ela ionalen Posi ionie ungen sind abe nich als eundliches Nebenei-
nande zu denken, sonde n on En zogenhei , Ve unsiche ung und I i a ion
gekennzeichne . Sie o de n in ih em Blick-zu ück einen no malisie en weißen
Blick he aus und zeigen die Pa iali ä und Si uie hei eines e mein lich neu -
alen, weißen, BRD-deu schen und männlichen Blicks au , wie dies in de Dis-
kussion in de Villa zei weise gelungen is . In dem Aushal en eines ,Dazwi-
schens‘ kann sich das mani es ie en, was Meche il als „Mig a ionsgesellscha -
en“ besch ieben ha : sich du ch Mig a ion bes ändig kons i uie ende, gesam -
gesellscha liche Ve ände ungsp ozesse ( gl. Fo ou an/İkiz 2016: 138), Phä-
nomene wie ansna ionale Zwischenwel en, Meh achzugehö igkei en und
hyb ide Iden i ä en, die Ve mischung on Sp achen und kul u ellen P axen,
abe auch Di e enzkons uk ionen, F emdhei sdisku se und Fo men assis i-
sche Disk iminie ungen ( gl. Meche il 2016: 12 .). 12
Filme, die einen weißen Blick kon on ie en, Ungewisshei en und Hyb i-
disie ungen scha en, können in Film e mi lungssi ua ionen Blickwechsel
he o u en, die ela ionale gesellscha lich ans o ma i e Bildungsp ozesse
auszulösen e mögen. Somi bie e im Rahmen eine assismusk i ischen
Filmbildung nich alleine die E ah ung on Al e i ä und F emdhei du ch
Filme Anlässe ü Bildungsp ozesse, sonde n die spezi ische E ah ung on
Blickwechseln in eine dynamischen und ela ionalen Film e mi lungssi ua-
ion. Diese e unmöglich es, assis isch konno ie e Vo s ellungen ,des F em-
den‘ – das Nich -Wissen als ein Ga -nich -e s -Wissen-Wollen zu kul i ie en,
sonde n o de au , die eigenen Denk- und Blicks uk u en in Bewegung zu
b ingen, sie als Pa ielle und Si uie e wah zunehmen.13
12 Um solche Si ua ionen he zus ellen, b auch es alle dings das ,Commi men ‘ eine G uppe,
einen assismusk i isch gelei e en und mode ie en Raum, in dem Menschen die Ve an wo -
ung ü einande e kennen und die Begegnung suchen ( gl. auch die s uk u ellen Dimensi-
onen eine disk iminie ungsk i ischen Filmbildung gl. Lell/Zahn 2024: 195–222). Die Kul-
u a bei e *innen des Filmhauses sowie die Ak eu *innen o O haben es unse e Meinung
nach gescha , eine solche Si ua ion bei de Film e ans al ung he zus ellen.
13 Güleç & Scha e (2017) un e scheiden zwischen de Kul i ie ung eines Nich -Wissens als
Teil eine ,belohn en‘ weißen Igno anz, die assis ische S uk u en au ech e häl , und einem
Noch-nich -Wissen; die I i a ionen, die de Film bie en kann, können als Anlässe ü ein
274
Filmog aphie
Aşk, Ma k e Ölüm – Liebe, D-Ma k und Tod (R: Cem Kaya, 2022, 96 Min.).
wd /Y3JpZDo L3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXN cGh cmE OTRiZDhmZjM YT
NiOC00MzlmLTlkOTY ZDg1ZWVmYTg2NjBl [Zug i : 09.05.2025]
Maue n – Du a la – Walls (R: Can Candan, 2000, 84 Min.)
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Umkämp e Kinde und Jugendliche: T ans*,
Pädagogik und Poli ik.
Elija Ho n, Klemens Ke elhu
Sei No embe 2024 können ans* Jugendliche, die das 14. Lebensjah abge-
schlossen haben, mi eine E klä ung beim S andesam ih en Namen und ih en
Geschlech sein ag ände n lassen. Die Be ech igung dazu gib ihnen das Selbs -
bes immungsgese z (SBGG). Viele, auch mi pädagogischen Au gaben be au e
Menschen, eagie en i i ie au diese Neue ung. Es en b ann en zahllose De-
ba en zu F age: „Wie sieh ein pädagogisch e an wo liche Umgang mi
ans* Kinde n und Jugendlichen aus?“ Menschen, die sich nie o he mi dem
Thema be ass ha en, ühl en sich plö zlich be u en, sich dazu zu äuße n.
Neben ielen quali izie en Bei ägen inden sich solche, die en scheidende
Aspek e ausblenden, Halb- ode Unwah hei en ins Feld üh en und en sp e-
chend unzu e ende Schluss olge ungen nahelegen. Ko ek is hingegen, dass
14-Jäh ige nu dann Namen und Geschlech sein ag ände n lassen dü en,
wenn sie eine Zus immung sei ens ih e So gebe ech ig en o legen. T ans*
Kinde können ohne ih e El e n ga keine Ände ungen o nehmen lassen.
Auch dass das dem SBGG o ausgegangene „T anssexuellengese z“ be ei s
sei 2011 au g und on Wide sp üchen zu Ve assung suspendie wo den
wa , bleib o une wähn – ebenso die Besch änkung des SBGG au eine Ve -
wal ungsak e1. Die neue Regelung be ücksich ig zudem den ak uellen S and
de Fo schung: Lau ICD-11 ha „Geschlech sinkong uenz“ keinen K ank-
hei swe , sonde n s ell eine No m a ian e da (Rauch leisch 2018).
T ans* Kinde n und Jugendlichen wi d es du ch das SBGG e leich e , in
de Schule ode ande en Ein ich ungen ko ek ad essie zu we den. Ange-
sich s de o p ekä en Lebenswel en on quee en Minde jäh igen, z.B. de
ihnen häu ig wide ah enen Disk iminie ung (Timme manns e al. 2022: 90 .)
und den dami einhe gehenden Ängs en und po enziellen Bildungsbenach eili-
gungen (Meye /Saue 2017: 53), is diese E leich e ung bedeu sam. T ans*
Kinde und Jugendliche sind aku em Minde hei ens ess und dami einem e -
höh en Risiko physische und psychische E k ankungen ausgese z (Meye
1 Die Gabe on subs i uie enden Ho monen ode chi u gische Eing i e sind im SBGG nich
ge egel . Allen psychologischen, psychia ischen und medizinischen Behandlungssch i en
liegen Rich linien de zus ändigen Fachgesellscha en zug unde.
286
T anssexuali ä “ (ebd.: min 03:48). E wachsene ans* Pe sonen wü den, so
Felde , mi de Rede on ans* Kinde n ih en eigenen Weg legi imie en wol-
len „nach dem Mo o: Ja, das is wi klich was Biologisches […], das is wah
[…] und das sieh man je z bei den Kinde n“ (ebd.: min 25:33 .) und Kinde
so ins umen alisie en.
Wenn nun das geplan e Selbs bes immungsgese z Kinde n ab dem 14. Le-
bensjah e mögliche, eigenmäch ig ih en Namen und Geschlech sein ag än-
de n zu können, en sp eche das eine „sozialen T ansi ion“, die „nich olgen-
los“ sei und meh ode wenige di ek zu Einnahme on „Pube ä sblocke n,
Gegenho monen und [zu geschlech sangleichenden] OP“ (ebd.: min 43:08 .)
üh e, so Felde . Mi dem Gese zes o haben we de Ah beck zu olge zudem
eine „Philosophie“ einge üh , de zu olge Kinde n „möglichs niemand ein-
eden“ soll (ebd.: min 39:44 .). Im E gebnis üh e das dazu, dass die „Suche
[nach de eigenen Iden i ä im Kinde - und Jugendal e ] dadu ch […] abgeb o-
chen ode ga e hinde [wi d], indem nämlich Kinde n […] ein medizinische
Weg aus diese Suche he ausgewiesen wi d.“ (ebd.: 08:42 .) Hinzu komme,
dass selbs ü „ech e“ ans* Kinde und Jugendliche die T ansi ion keine
absolu e Abhil e scha en könne, denn, so Ah beck: „Man kann ja nich wi k-
lich on eine F au zu einem Mann we den“ (ebd.: min 24:17), es gebe nu
eine Angleichung.
Ah beck und Felde äuße n zusammenge ass die So ge, dass das SBGG
dazu bei agen we de, dass seh iele Kinde und Jugendliche eine T ansi ion
du chlau en, die sie spä e be euen und nich meh ückgängig machen können.
In diese Logik bedü e es des Eing ei ens im Sinne des Kinde schu zes – denn
Kinde schu z heiße nich , „Kinde we den sich selbs übe lassen […]“ (ebd.:
min. 45:53 .). Dies ko espondie mi de Hal ung de Gas gebe in Beckmann,
die eine Analogie zu Kinde - und Jugendhil e he s ell : Auch do müsse mi -
un e gegen den Willen des Kindes gehandel we den, beispielsweise wenn
„ein Kind na ü lich zu ück zu seinen El e n möch e, abe das eben nich geh ,
weil diese El e n zum Beispiel selbe schädigen. Da se ze ich mich ja auch aus
Kinde schu zg ünden […] ein S ück wei übe den Wunsch des Kindes hinweg
[…]“ (ebd.: min 37:53 .). Was soll e also passie en? Angesich s de psychi-
schen Belas ungen, die bei als ans* geou e en Kinde n und Jugendlichen häu-
ig es ges ell we den, müsse man zunächs es s ellen, „womi man es hie
übe haup zu un ha “ (ebd.: min 48:05 .) – also ob übe haup eine T ansge-
schlechlichkei o liege. Da es da ü abe , wie Felde im Podcas behaup e ,
keine kla en K i e ien gebe und sie g undsä zlich bezwei el , dass es ansi-
den e Kinde gib , müsse man „die Kinde hin e agen und nich nu a i mie-
en, auch das is Kinde schu z“ (ebd.: min 48:11). Beckmann bek ä ig diese
Fo de ung und schließ mi den Wo en: „[…] ü mich wä e das auch genau
das, nämlich Selbs bes immung und We schä zung und Kinde e ns nehmen,
dass ich eben auch bei einem E wachsenen, wü de ich ja auch En scheidungen

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