Schulnetzwerke als Schulleitungsqualifizierung
Abstract
Journal für LehrerInnenbildung 25 (2025) 3, S. 34-43 Pädagogische Teildisziplin: Schulpädagogik; Berufs- und Wirtschaftspädagogik; als elektronischer Volltext verfügbar
Full text
Farwick, Susanne; Büchter, Sarah; Enssen, Susanne; Kara, Belgüzar; Nunkesser, Nicole Schulnetzwerke als Schulleitungsqualifizierung Journal für LehrerInnenbildung 25 (2025) 3, S. 34-43 Quellenangabe/ Reference: Farwick, Susanne; Büchter, Sarah; Enssen, Susanne; Kara, Belgüzar; Nunkesser, Nicole: Schulnetzwerke als Schulleitungsqualifizierung - In: Journal für LehrerInnenbildung 25 (2025) 3, S. 34-43 - URN: urn:nbn:de:0111-pedocs-344581 - DOI: 10.25656/01:34458; 10.35468/jlb-03-2025-03 https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0111-pedocs-344581 https://doi.org/10.25656/01:34458 in Kooperation mit / in cooperation with: http://www.klinkhardt.de Nutzungsbedingungen Terms of use Dieses Dokument steht unter folgender Creative Commons-Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de - Sie dürfen das Werk bzw. den Inhalt unter folgenden Bedingungen vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen sowie Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes bzw. Inhaltes anfertigen: Sie müssen den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen. Dieses Werk bzw. der Inhalt darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden. Die neu entstandenen Werke bzw. Inhalte dürfen nur unter Verwendung von Lizenzbedingungen weitergegeben werden, die mit denen dieses Lizenzvertrages identisch oder vergleichbar sind. This document is published under following Creative Commons-License: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.en - You may copy, distribute and transmit, adapt or exhibit the work in the public and alter, transform or change this work as long as you attribute the work in the manner specified by the author or licensor. You are not allowed to make commercial use of the work. If you alter, transform, or change this work in any way, you may distribute the resulting work only under this or a comparable license. Mit der Verwendung dieses Dokuments erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an. By using this particular document, you accept the above-stated conditions of use. Kontakt / Contact: peDOCS DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation Informationszentrum (IZ) Bildung E-Mail: [email protected] Internet: www.pedocs.de
journal für lehrerInnenbildung jlb no.3 2025 Gesamtausgabe online unter: http://www.jlb-journallehrerinnenbildung.net https://doi.org/10.35468/jlb-03-2025 ISSN 2629-4982 Ausbildung von Schulleitenden Bibliografie: Susanne Farwick, Sarah Büchter, Susanne Enssen, Belgüzar Kara und Nicole Nunkesser (2025). Schulnetzwerke als Schulleitungsqualifizierung. journal für lehrerInnenbildung, 25 (2), 34–43. https://doi.org/10.35468/jlb-03-2025-03
34 jlb no. 3/2025 https://doi.org/10.35468/jlb-03-2025-03 03 Susanne Farwick, Sarah Büchter, Susanne Enssen, Belgüzar Kara und Nicole Nunkesser Schulnetzwerke als Schulleitungsqualifizierung Abstract • Im Beitrag wird die schulische Netzwerkarbeit im Rahmen der Initiative Schule macht stark beschrieben und diskutiert, welchen Beitrag die Zusammenarbeit im Netzwerk für eine Qualifizierung der teilnehmenden Schulleitungsmitglieder leistet. Dabei wird sowohl die Arbeitsweise als auch die thematische Schwerpunktlegung vorgestellt und eingeordnet. Schlagworte/Keywords • Schulnetzwerke, Schulleitung, Kapazitätenausbau
35 Schulnetzwerke als Schulleitungsqualifizierung jlb no. 3/2025 https://doi.org/10.35468/jlb-03-2025-03 Einleitung: Netzwerke als Qualifizierungsansatz für Schulleitungen In den vergangenen 30 Jahren lässt sich in Bezug auf schulische Führungskräfte in Deutschland sowohl eine Schärfung des Rollenverständnisses und Anforderungsprofils als auch eine kontinuierliche Professionalisierung beobachten (vgl. Muslic et al., 2022). Damit einher geht die Frage, welche Formate sich für die (vorbereitende oder berufsbegleitende) Qualifizierung von Schulleitungen eignen und welche Inhalte hierbei zentral sind. Die Ausgestaltung der Formate ist hierbei im Bundesländervergleich durchaus heterogen, was Inhalte, Umfang oder auch die Verbindlichkeit und Verfügbarkeit angeht (ebd.). Mit Blick auf Inhalte lassen sich nach van Velsor und McCauley (2004) drei wesentliche Dimensionen aufbzw. auszubauender Kapazitäten festhalten (Klein & Tulowitzki, 2020, S. 261): • Ressourcen des Selbstmanagements wie Selbstkonzept, Wertvorstellungen, metakognitive Strategien • Soziale Ressourcen wie Kommunikationsfähigkeit oder der Aufbau von Teamkulturen • Ressourcen zur Arbeitserleichterung, etwa allgemeine Managementkompetenzen, Change-Management Dabei können sowohl einzelne Ressourcen im Fokus stehen als auch mehrere Dimensionen miteinander verknüpft sein. Empirische Befunde lassen sich für Deutschland nur punktuell finden. In Bezug auf internationale Studien lässt sich festhalten, dass insbesondere eine Verknüpfung von Qualifizierungsformaten mit konkreten Schulentwicklungsvorhaben wirksam zu sein scheint (vgl. ebd.). Ein noch vergleichsweise neuer Ansatz der Qualitätsentwicklung ist die schulische Netzwerkarbeit. Dabei kommt eine (möglichst) feste Gruppe schulischer Akteur*innen über einen längeren Zeitraum regelmäßig zusammen und arbeitet gemeinsam an konkreten Themen. Dahinter steht der Gedanke, dass es für die Bearbeitung konkreter Anforderungen an das pädagogische Handeln hilfreich sein kann, Akteur*innen aus mehreren Schulen in eine längerfristige Zusammenarbeit zu bringen. Schulnetzwerke gelten als Möglichkeit, Wissen, Erfahrungen und Lösungsansätze auszutauschen sowie Entwicklungskapazitäten auszubauen (Berkemeyer et al., 2011; Jungermann et al., 2018). Gleichzeitig werden Netzwerke auch als Unterstützungssystem
36 Susanne Farwick et al. jlb no. 3/2025 https://doi.org/10.35468/jlb-03-2025-03 charakterisiert – etwa für schulische Akteur*innen an besonders belasteten Standorten (Chapman & Hadfield, 2010). Nach ersten Angeboten für die Vernetzung von Lehrkräften wurden auch Formate etabliert, die sich explizit an schulische Führungskräfte richten. Auch in Schule macht stark wurde dieser Ansatz genutzt, um Schulleitungen zu begleiten und (weiter) zu qualifizieren. Im folgenden Beitrag wird die Gestaltung dieser Netzwerkarbeit vorgestellt, inhaltliche Schwerpunkte und adressierte Kapazitäten skizziert sowie Potenziale und Grenzen für die Qualifizierung von Schulleitungen diskutiert. Konzeption der Netzwerkarbeit in Schule macht stark Schule macht stark ist eine Bund-Länder-Initiative (2021–2025) zur Unterstützung von Schulen in sozialräumlich herausgeforderten Lagen. Der an die Initiative angebundene Forschungsverbund Schule macht stark – SchuMaS hat in diesem Zeitraum durch unterschiedliche Formate Entwicklungsprozesse in den beteiligten Schulen begleitet (vgl. Maaz & Marx, 2024). Ein Ansatz des Programms war bundesweit die Vernetzung der beteiligten Schulen in Verbünden aus vier bis neun Schulen. Zur Teilnahme waren Mitglieder der Schulleitung oder andere pädagogische Führungskräfte eingeladen. Wichtig war hierbei eine (kontinuierliche) Teilnahme im Tandem, d. h., dass jeweils zwei Personen einer Schule an den Treffen teilgenommen haben. Die Netzwerkmitglieder aus den insgesamt 200 Schulen arbeiteten von 2022 bis 2025 gemeinsam an unterschiedlichen Themen aus dem Bereich der Schulentwicklung. In diesem Rahmen tauschten sie sich über Herausforderungen und Lösungsansätze aus der eigenen Praxis aus und stellten füreinander ein Unterstützungssystem dar (vgl. Kalustian et al., in Druck). Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen der bundesweit vier regionalen SchuMaS-Zentren begleiteten die rund 30 Schulnetzwerke, indem sie die Vorund Nachbereitung übernahmen, die Treffen moderierten sowie fachliche Impulse einbrachten. Drei Grundprinzipien lagen der Gestaltung der Netzwerktreffen zugrunde (vgl. Marx et al., 2024): • Gemeinsame Arbeit an konkreten (schulentwicklungsbezogenen) Themen • Begleitung der Entwicklungsprozesse der Schulen im Netzwerk
37 Schulnetzwerke als Schulleitungsqualifizierung jlb no. 3/2025 https://doi.org/10.35468/jlb-03-2025-03 • Kollegialer Austausch der Netzwerkmitglieder Konkretisiert wurden diese Prinzipien in Form unterschiedlicher Arbeitsformate und Methoden. Dabei erfolgte die Arbeit an konkreten Themen i. d. R. über fachliche Impulse und deren Vertiefung in Austauschund Arbeitsphasen. Hierbei war jeweils auch Zeit vorgesehen für die Konkretisierung von Ideen und Transfer-Ansätzen für die einzelnen Schulen. Die Entwicklungsprozesse der einzelnen Schulen wurden strukturiert durch den sogenannten SchuMaS-Entwicklungszyklus, der – jeweils bezugnehmend auf schulische Visionen und Ziele – vier Phasen in eine iterative Reihenfolge brachte: Bestandsaufnahme, Perspektivplanung, Durchführung und Evaluation (van Ackeren-Mindl et al., 2023). Dieser Entwicklungszyklus wurde in der Netzwerkarbeit als ‚roter Faden‘ aufgegriffen und ermöglichte jeweils konkrete Planungsprozesse für die beteiligten Schulen. Der kollegiale Austausch wurde im Netzwerk im Rahmen sogenannter aktueller Stunden, über das Einbringen spezifischer und konkreter Fragen, aber auch durch Hospitationen in den gastgebenden Schulen praktiziert. Themen der Netzwerkarbeit in Schule macht stark Die Festlegung der Themen für die Netzwerkarbeit erfolgte sowohl aus dem Forschungsverbund heraus als auch in einem gemeinsamen Auswahlprozess innerhalb eines Netzwerks. Im Folgenden wird zunächst das SchuMaS-Netzwerkcurriculum skizziert. Anschließend wird ein Überblick der individuell durch die Schulen gewählten Vertiefungsthemen in zwei Bundesländern gegeben. Übersicht über das Netzwerk-Curriculum Orientiert am SchuMaS-Entwicklungszyklus wurden seitens des Forschungsverbunds in einer Arbeitsgruppe Themen für die Schulleitungsnetzwerke entwickelt (siehe Tab. 1). Der inhaltliche Schwerpunkt lag auf der systematischen Gestaltung von Schulentwicklungsprozessen unter Nutzung des SchuMaS-Entwicklungszyklus. Einen besonderen Stellenwert nahm die Perspektive auf die Erhebung und Nutzung von Daten ein. Verbunden hiermit war das Ziel eines Aufund Ausbaus von Management-Kompetenzen der beteiligten Schulleitungen und Vertreter*innen aus den Schulteams und somit gemäß van Velsor und McCauley (2004) ein Zuwachs an
38 Susanne Farwick et al. jlb no. 3/2025 https://doi.org/10.35468/jlb-03-2025-03 Ressourcen der Arbeitserleichterung. Die eingebrachten Perspektiven auf eine sozialraumorientierte Zusammenarbeit mit weiteren Akteur*innen verknüpften wiederum strukturell-organisatorische Fragen mit Ansätzen zur besseren Nutzung sozialer Ressourcen (z. B. Wie können sozialraumbezogene Kapazitäten für die Schulentwicklung erkannt und einbezogen werden?). Wesentlich war zudem eine Rückkopplung zu den jeweiligen einzelschulischen Entwicklungsvorhaben, für deren Bearbeitung während der Netzwerktreffen entsprechende Arbeitsund Austauschphasen vorgesehen waren. Tab. 1 Überblick über Netzwerk-Curriculum (eigene Darstellung) Auftakt und Kennenlernen Überblick über Ansätze netzwerkbasierter Schulund Unterrichtsentwicklung und Ausbau von Schulentwicklungskapazitäten Bestandsaufnahme und Daten Auseinandersetzung mit Daten aus der Ausgangserhebung, Evidenzteams Visionen und Ziele formulieren Impuls zur Relevanz einer Vision für die Schulentwicklungsarbeit Perspektivplanung Hinweise zur Formulierung von Zielen und Durchführung von Maßnahmen Datengestützte Qualitätsentwicklung I Überblick über Möglichkeiten der Gestaltung schulinterner Evaluationen Datengestützte Qualitätsentwicklung II Reflexion konkreter Evaluationsvorhaben Schule verändern I Impulse zu Veränderungsprozessen und transformationaler Führung Schule verändern II Impulse zu partizipativer Schulentwicklung sowie zu Kommunikation, Kooperation und Wissenstransfer im Kollegium Datengestützte Qualitätsentwicklung III Impulse zur Etablierung einer Datennutzungskultur Schule als Sozialraum im Sozialraum I Familienorientierung, Sozialraumorientierung (Wahlthemen) Schule als Sozialraum im Sozialraum II Ganztag, Übergangsgestaltung in der Sek. I (Wahlthemen) Schule verändern III Impulse zu positiver Schulkultur, Stereotypen und Stärkenorientierung Abschluss-Netzwerktreffen Bilanzierung der Netzwerkarbeit
39 Schulnetzwerke als Schulleitungsqualifizierung jlb no. 3/2025 https://doi.org/10.35468/jlb-03-2025-03 Vertiefungsthemen in zwei Bundesländern Über das Netzwerk-Curriculum hinaus konnten die beteiligten Schulen eigene Vertiefungsthemen benennen. Die Auswahl erfolgte in Abstimmung mit den Mitarbeitenden der regionalen SchuMaS-Zentren. Dabei waren zum einen Themen von Interesse, an denen die Schulleitungen langfristig in ihrer Schulund Unterrichtsentwicklung arbeiten wollten, zum anderen auch Themen, die sich durch aktuelle Herausforderungen des Schulalltags sowie aus Anforderungen ergaben, die von außen an die Schulen herangetragen wurden. Gewünscht war hierbei meist ein wissenschaftsbasierter Einstieg in die Themen und daran anknüpfend Praxisbezüge, die entweder von den Teilnehmenden mitund eingebracht oder im Rahmen der Netzwerktreffen gemeinsam erarbeitet wurden. In den beiden Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wurden zwischen 2022 und 2025 insgesamt 40 Vertiefungsthemen in rund 90 Netzwerktreffen aufgegriffen.1 Diese wurden durch das zuständige Team des regionalen SchuMaS-Zentrums Duisburg-Essen dokumentiert und für diesen Beitrag gemäß den unterschiedlichen Dimensionen aufund auszubauender Kapazitäten (van Velsor & McCauley, 2004) kodiert und gruppiert. Dabei ergibt sich folgende Verteilung: • Ressourcen des Selbstmanagements: 3 Vertiefungsthemen (Lehrkräftegesundheit, Methode des Reflecting Teams, Konfliktmanagement) • Soziale Ressourcen: 13 Vertiefungsthemen (u. a. innerschulische Kooperation, sprachliche Vielfalt, pädagogische Grundhaltung) • Ressourcen zur Arbeitserleichterung: 22 Vertiefungsthemen (u. a. systematische Diagnostik, selbstgesteuertes Lernen, schulische Öffentlichkeitsarbeit) Die Verteilung zeigt, dass bei den Vertiefungsthemen Ressourcen zur Arbeitserleichterung im Vordergrund standen, wobei hier in Ergänzung zu den Themen des Netzwerkcurriculums oftmals unterrichtsbezogene Themen gewählt wurden. Bei der Bearbeitung der Themen war hierbei stets die Frage nach Rolle und Aufgaben von Schulleitungen zentral (z. B. Wie kann ich als Schulleitung die Einführung von An1 In NRW waren zunächst 7 Schulverbünde als Netzwerke organisiert; im Verlauf des Programms löste sich ein Verbund auf, zwei weitere fusionierten. In Niedersachsen gab es 3 Schulverbünde.
40 Susanne Farwick et al. jlb no. 3/2025 https://doi.org/10.35468/jlb-03-2025-03 sätzen des selbstgesteuerten Lernens initiieren? Welche Instrumente einer systematischen Diagnostik kann ich an meiner Schule nutzen?). Genau wie bei den aus dem Forschungsverbund eingebrachten Themen wurde auch bei der Bearbeitung der Vertiefungsthemen ein Anwendungsbezug zu konkreten Entwicklungsfragen und -vorhaben der beteiligten Schulen hergestellt. Diskussion Insgesamt zeigt der Blick auf die bearbeiteten Themen der Netzwerkarbeit in Schule macht stark einen starken Fokus auf Ressourcen zur Arbeitserleichterung. Dies gilt sowohl für das Netzwerkcurriculum als auch die Vertiefungsthemen. Systematische Unterschiede zwischen den betrachteten Bundesländern finden sich hier (sowie in den anderen Dimensionen) nicht. Ebenfalls relevant mit Blick auf die von den Schulleitungen selbst gewünschten Vertiefungsthemen waren soziale Ressourcen. Hier standen Team-Prozesse, die Entwicklung einer gemeinsamen pädagogischen Haltung bzw. eines Leitbildes oder auch die Initiierung einer multiprofessionellen Teamkultur im Vordergrund. Die Relevanz sozialer Ressourcen für eine gelingende Schulentwicklung und ein Ausbau ihrer Nutzung kann mit Blick auf die Anzahl der hier gewünschten Themen also durchaus als größeres Anliegen der beteiligten Schulleitungen eingeschätzt werden. Gleichzeitig lässt sich das Netzwerk selbst ebenfalls als soziale Ressource verstehen, denn durch die längerfristige Zusammenarbeit und gemeinsame Bearbeitung pädagogischer Herausforderungen entstand dort nicht nur ein Zusammenhalt innerhalb der jeweiligen Gruppen, sondern auch eine wechselseitige Stärkung und Unterstützung. Diese wurde von den Teilnehmenden als besonders wertvoll eingeschätzt (vgl. Kalustian et al., in Druck). Eine weitere wichtige Ressource der Netzwerkarbeit war in diesem Zusammenhang der Austausch über konkrete Praxiserfahrungen der Schulen zu einzelnen Themen (wie bspw. der Ansatz des jahrgangsübergreifenden Lernens). Nur dreimal wurden Themen bearbeitet, die Ressourcen des Selbstmanagements adressierten. Möglicherweise lag dies am spezifischen Setting der Netzwerke, an denen die Schulleitungen als Tandem teilgenommen haben. Dies wurde womöglich eher nicht als passend für eine individuelle Ressourcenerweiterung des Selbstmanagements angesehen. Zudem wurde innerhalb