scieee AI-readable full text Open interactive document viewer

Franz Kafka: Der „Landarzt“-Zyklus. Freiheit – Schrift – Judentum. Heidelberg: Winter, 2017, 341 Seiten; Franz Kafka: „Beschreibung eines Kampfes“ und „Betrachtung“. Frühwerk – Freiheit – Literatur. Heidelberg: Winter, 2018, 220 Seiten; Franz Kafka: Der „Hungerkünstler“-Zyklus und die kleine Prosa von 1920–1924. Spätwerk – Judentum – Kunst. Heidelberg

Stašková, Alice

Abstract

137

Full text

Marcel KRINGS: Franz Kafka: Der „Landarzt“-Zyklus. Freiheit– Schrift– Judentum. Heidelberg: Winter, 2017, 341 Seiten; Franz Kafka: „Beschreibung eines Kampfes“ und „Betrachtung“. Frühwerk– Freiheit– Literatur. Heidelberg: Winter, 2018, 220 Seiten; Franz Kafka: Der „Hungerkünstler“-Zyklus und die kleine Prosa von 1920–1924. Spätwerk– Judentum– Kunst. Heidelberg: Winter, 2022, 497 Seiten. Alice Stašková– Friedrich -Schiller -Universität Jena Die drei im Laufe von nur fünf Jahren vorgelegten Monographien zum Schaffen von Franz Ka"a aus der Feder des Heidelberger Germanisten Marcel Krings bilden in mehrfacher Hinsicht ein Ganzes. In werkchronologischer Reihenfolge (wobei der Band zum Frühwerk als zweiter erscheint) widmen sie sich den drei Phasen von Kafkas Schaffen und interpretieren die einzelnen Texte des Autors in hermeneutischer Tradition als Ganze, die zugleich Teile eines Ganzen– eben von Ka"as Oeuvre– bilden. Interpretiert werden die Fragmente Beschreibung eines Kampfes, der Zyklus Betrachtung (2018), der Landarzt -Zyklus (2017) sowie schließlich die Er -Aphorismen, das Konvolut 1920, die Texte des Hungerkünstler - He!es und der Hungerkünstler -Zyklus (2022). Und sie schließen gemeinsam an ein früheres Buch an: In seiner Habilitationsschri$ Goethe, Flaubert, Ka"a und der schöne Schein. Zur Kritik der Literatursprache in den „Lehrjahren“, der „Education sentimentale“ und im „Verschollenen“ (Tübingen: Narr Francke A%empto, 2016) legte Krings zuvor eine Interpretation von Ka"as Romanfragment Der Verschollene vor (darüber hinaus diskutiert diese Monographie auch Ka"as Goetheund Flaubert -Rezeption). Alle drei ausschließlich auf Ka"a konzentrierten Bände beziehen sich auf die in der Einleitung des zuerst publizierten Buches enthaltenen Ausgangsüberlegungen. Hier wird die Ka"a -Forschung kritisch gesichtet, die Methodik benannt, eine &ese zu Ka"as &emen argumentativ ausformuliert und es werden schließlich die Hauptzüge von dessen Poetik dargelegt (Krings 2017, S. 7–28). Krings setzt sich von der heute verbreiteten Annahme ab, dass Ka"as Dichtung unlesbar, unverständlich oder undeutbar sei. Für diese Annahme, die besonders intensiv durch das von Be%ina von Jagow und Oliver Jahraus herausgegebene Ka"a - Handbuch (Gö%ingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2008) vermi%elt wird, macht Krings das Dreigestirn Walter Benjamin, &eodor W. Adorno und Jacques Derrida verantwortlich. Der &ese von Undeutbarkeit von Ka"as Dichtung setzt er die Einschätzung entgegen, diese sei „zwar esoterisch“ (Krings 2017, S. 7), jedoch nicht minder deutbar. Dementsprechend geht es ihm um eine gründliche, nach den bewährten Regeln der Hermeneutik verfahrende Interpretationsarbeit. Diese knüp$ explizit an rezente Versuche einer hermeneutischen Auslegung an (vgl. Krings 2017, S. 9), unter anderen an diejenigen Peter Pfaffs, dessen Ansatz Krings offensichtlich zum Teil weiterentwickelt, wie sich durch einen Vergleich mit Pfaffs ungemein anregendem Buch Ka"a lesen. Zur Methode seiner Literatur (Heidelberg: Winter, 2018) zeigen ließe. Bei Krings erfolgt zunächst eine historische Kontextualisierung in einer mit der Hermeneutik Schleiermachers vergleichbaren Weise: indem Ka"as gesamtes Schrei- 138 BRÜCKEN 30/2 ben, das bekanntlich generische Konturen verwischt (heuristisch kann man von Briefen, Tagebüchern, Notaten, Aphorismen sprechen) sowie seine Lebensumstände, Lektüren usw. herangezogen werden. Dabei setzt sich Krings dezidiert und wohltuend von biographistischen Deutungen jeglicher couleur ab. In der Auslegung der dichterischen Texte grei$ er ferner konsequent auf eine (neben der kontextualisierenden) weitere hermeneutische Methode zurück: auf die Allegorese. Er unterscheidet also zwischen dem sensus li#eralis und dem sensus spiritualis, den letzteren fächert er dann, dem mehrfachen Schri$sinn folgend, auf (pointiert bekennt er sich etwa zum „Nüsseknacken“ [Krings 2022, S. 30], er zitiert dabei aus Josephine, die Sängerin). Um die Richtigkeit des nun von ihm im Verborgenen gefundenen Sinnes zu belegen, zieht Krings erneut historische Kontexte heran. Zwei &emen a%estiert Krings anhand seines Verfahrens dem Schaffen Ka"as: das &ema der Freiheit und das Religionsthema. Die Literatur erscheint als Modus der Auseinandersetzung mit diesen beiden &emen. Dementsprechend warten die Untertitel der drei Bände jeweils mit einem auf diesen Modus verweisenden Terminus auf– mit den Begriffen „Schri$“, „Literatur“ und „Kunst“– und markieren damit auch eine Entwicklung von Ka"as Reflexion auf das literarische Schreiben. Als Kern und argumentativer Ausgangspunkt werden zwei der Zürauer Aphorismen genommen: der sogenannte Ke%enaphorismus (KKAN II, S. 127f.; vgl. u.a. Krings 2018, S. 29) sowie der Sprachaphorismus (KKAN II, S. 126; vgl. u.a. Krings 2017, S. 13). Der erste der beiden bestimmt den Menschen als gleichermaßen an das Erdenwie das Himmelreich gebundenes Wesen. Den Dualismus der menschlichen Natur zwischen Körperlichem und Empirischem einerseits sowie dem Geistigen, Absoluten andererseits gilt es, folgt man Krings Interpretation dieses Textes, zugunsten des Absoluten dergestalt zu lösen, dass der im Aphorismus benannte „Fehler bei der ersten Fesselung“ (KKAN II, S. 127f.), also jene Anke%ung ans Irdische, berichtigt werden sollte. Das solle erfolgen, so Krings’ Deutung, in der Loslösung vom Irdischen durch den gewollten und vollzogenen Freitod, den Suizid. Die Ke%e zum Himmel verweise dann auf Ka"as wesentliches Interesse an der Religion. Krings betont, es handle sich nicht lediglich um den Gedanken einer Rückkehr zur jüdischen, mosaischen Religion. Vielmehr reflektieren Ka"as Texte die Situation der mosaischen Religion in der Moderne und arbeiten an einem „Neuen Judentum“. Am Sprachaphorismus sei die Feststellung ausschlaggebend, dass sich die Sprache ans Absolute „andeutungsweise“ und nicht „vergleichsweise“ (KKAN II, S. 126) heranwagt; und dies bilde dann die Grundlage der Poetik Ka"as. Letztere sei– negativ und positiv formuliert– grundsätzlich unmimetisch und parabelha$. Als Parabeln ohne Epimythion sollen also Ka"as Texte gelesen werden. Die Problematik des Scheins, so wie sie von Kant in der Rede von der Amphibolie (Kritik der reinen Vernun!) ausformuliert wird, sowie die Auffassungen Schopenhauers und Kierkegaards bilden, so Krings (in einer zum Teil kritischen Auseinandersetzung mit der diesbezüglichen Ka"a -Forschung), das überlieferte philosophische Fundament dieser Poetik als Verfahren mit. Wie es die Einleitung im ersten der drei Bücher nahe legt (Krings 2017), werden die Interpretationen zu den Einzeltexten meist vierteilig strukturiert. Nach einer Sichtung der Forschung zum verhandelten Text erfolgt die Deutung im Hinblick auf das &ema der Freiheit. Sodann wird die Durchführung des Religionsthemas nach- 139REZENSIONEN gezeichnet, und eine Engführung auch bezüglich des literarischen Schreibens rundet die Kapitel ab. Die Deutung des fragmentarischen Konvoluts Beschreibung eines Kampfes (Krings 2018) weicht logischerweise von diesem Schema ab, genauso wie die Interpretationen zu den „Er“-Aphorismen (Krings 2022). Die Beschreibung eines Kampfes (Krings 2018, S. 7–64) wird konsequent als „Disput von Geist und Physis“ (S. 7) und hiermit als Prolegomenon zum weiteren Schaffen Ka"as gedeutet. Die „Er“-Aphorismen (Krings 2022, S. 37–90) werden als eine Einleitung ins Spätwerk aufgefasst und Stück für Stück interpretiert, wobei Krings in erhellender Weise wiederkehrende Motive identifiziert und den Zusammenhang der Notate rekonstruiert. Ihr Zweck im Rahmen des Spätwerks sei gleichsam heuristisch: „Nur als Versuch einer Selbstergründung des Denkens sollten sie dienen, und also trennten sie zwischen transzendentaler Subjektivität (die sich auf die allgemeinen und gleichen Operationen des Bewusstseins bezieht) und empirischer Individualität (die besondere und je verschiedene A%ribute umfasst).“ (Krings 2022, S. 89, unter Hinweis auf Manfred Frank bezüglich der genannten Differenz) Krings gelehrte und konsequente Hermeneutik ist ergiebig und anregend. Dies sei exemplarisch an seiner Deutung der literarischen Figur der „kleinen Frau“ aus der gleichnamigen späten Erzählung aus dem Hungerkünstler -Zyklus skizziert (Krings 2022, S. 422–444), einem Text, mit dem sich die Ka"a -Forschung besonders schwertut. Die kleine Frau wird in dem Unterkapitel, das sich dem Freiheitsthema der Erzählung widmet, als „Stimme und Stachel jener absoluten Freiheit“ gedeutet, „vor der jedermann sich zu verantworten hä%e und die alle bürgerliche Sicherheit zunichte macht“ (Krings 2022, S. 427; auch den Rat des Freundes, zu verreisen, interpretiert Krings als Aufruf zum Selbstmord). Das Religionsthema entfaltet er mi%els einer konsequenten Allegorese, um so die Reflexion auf die Situation der Juden und des Judentums in der Moderne zu untersuchen (in entsprechender Weise verwiesen auf diese Situation auch bereits Schakale und Araber oder etwa jene Texte Ka"as, die China aufrufen, das, wie Peter Pfaff in dem erwähnten Buch formuliert, „durchgängig“ im Sinne einer „Travestie für Israel“ zu deuten seien; Pfaff 2018, S. 200). Krings führt aus, wie Ka"a in Eine kleine Frau „mehrere Bildebenen übereinander[blendet] und […] die kleine Frau– weiblich wie die Schri$– als Allegorie der Tora, als gesetzlich verfasste Stimme des Herrn und als jene manus Dei figurieren [lässt], die Juden seit je die Regeln ihres Handelns vorschreibt.“ (Krings 2022, S. 437) Das Absolute, das durch die kleine Frau sowohl hinsichtlich des Freiheitsals auch des Religionsthemas figuriert wird, bezieht Krings in der Schlussvolte seiner Deutung auf die Aufgabe einer absoluten Literatur. Nicht zuletzt die Beachtung der Tatsache, dass hier interne Fokalisierung vorliegt (Krings 2022, S. 426), erlaubt es, die kleine Frau an der Seite des Ichs, das als Schri$- steller gedeutet wird, auch als „Stimme der absoluten Literatur“ zu „lesen“ (Krings 2022, S. 434). Das angewandte Verfahren des mehrfachen Schri$sinns entfaltet den spröden Text, der jeglicher Irreflexivität programmatisch absagt, und weist Ka"a ein weiteres Mals als einen „methodischen Schri$steller“ aus (zu „Methode“ von Ka"as „Literatur“ siehe Pfaff 2018). Krings Deutungen bezüglich des Religionsthemas in Ka"as Dichtungen sind in ihrer Gelehrsamkeit und Konsequenz sehr lehrreich. Die Art und Weise, wie das &ema der Freiheit immer wieder auf die Notwendigkeit des Suizids bezogen wird, 140 BRÜCKEN 30/2 erscheint mir dagegen reduktiv. Dies betrifft etwa den Ausflug ins Gebirge (vgl. Krings 2018, S. 108) oder den in der Ka"a -Forschung so o$ verhandelten Text Vor dem Gesetz (vgl. Krings 2017, S. 113). Es wäre meines Erachtens produktiv, den Begriff der Freiheit auch über jene ‚Freiheit von‘, die Krings in seiner Interpretation des Ke%enaphorismus festmacht, hinaus zu entfalten. Das könnte dazu dienen, eine Art Phänomenologie der Freiheitsbegriffe in Ka"as Texten aufscheinen zu lassen. Dies würde allerdings eine im Vergleich zu Krings‘ Ansatz großzügigere oder jedenfalls etwas andere Auffassung der Hermeneutik voraussetzen. Um seine Allegorese der dichterischen Texte Ka"as zu begründen, argumentiert Krings immer wieder mit Notaten, in denen Ka"a über Tod, Sterben und Freitod sinniert. Er arbeitet also primär mit der Allegorese und zieht den historischen Kontext des Autors und seines Werks lediglich heran, um die &ese von der doppelten &ematik der Freiheit und der Religion zu stützen sowie der jeweiligen Deutung dessen, wie diese &emen im konkreten Text verhandelt werden (etwa im Sinne der Freiheit zum Tode oder der prinzipiellen Unzulänglichkeit vor dem Gesetz), eine Grundlage zu geben. Er grei$ dementsprechend auf genau ausgewählte Stellen aus diesem Kontext zurück– eben diejenigen, in denen Motive des Selbstmordes, des Sterbens, der Religion, des Absoluten im Sinne von seiner Deutung auszumachen sind. Krings zeigt damit eindrücklich, dass Ka"as Dichtungen deutbar sind, und führt auch genau aus, auf welchem Wege sie es sind. In und mit seiner gesamten Ka"a -Trilogie lässt er freilich offenbar nur die von ihm selbst vorgelegte Richtung seiner Deutung zu und seine Hermeneutik gibt ihm dabei Recht. Das Verhältnis von Allegorese einerseits und historisch kontextualisierender Hermeneutik andererseits wird dabei nicht eigens reflektiert, was meines Erachtens konstruktiv wäre (Weimar 1996). Auch scheint Krings nicht zuzulassen, dass Ka"as Oeuvre andere &emen verhandelte oder dass die &ematiken Freiheit und Religion sowie deren Reflexion durch und an der Literatur und Sprache anders als bei Krings gedeutet werden können– wenn man nämlich andere Stellen und Momente des Kontextes heranziehen würde, als er es mit den beiden Aphorismen sowie den konsequent ausgewählten Briefstellen, Lektüren usw. des Autors tut (Wi%e 1993). Zwei weitere Aspekte seien in diesem Kontext angemerkt: Meines Erachtens sind die Ausführlichkeit und die Frequenz von Krings Kritik an der Uneinigkeit der Germanistik sowie an der literaturwissenscha$lichen Zun$ unnötig. Legt er doch mit seinen Büchern (und auch Aufsätzen) zu Ka"a eine konsequente Deutung in einer hermeneutischen Tradition vor. Dass seine Perspektive mit vielen, etwa dekonstruktiv inspirierten Lektüren der (vor allem einzelnen) Texte Ka"as nicht vereinbar ist, dür$e evident sein und muss nicht immer wieder betont werden. Auch scheinen die zum Teil apodiktischen Verweise des Autors verdrängen zu wollen, dass es in der hermeneutischen Tradition um eine, mit Schleiermacher gesprochen, „unendliche Annäherung“ an den Stil eines Autors gehen kann und dass auch die Standpunkte und historischen Horizonte der Leser reflektiert werden. Was den Stil angeht, und das ist der zweite Aspekt, Stil im Sinne Schleiermachers als „eigentümliche Art“ verstanden, wie der Autor seinen Gegenstand auffasst, beschränkt sich Krings auf die Bestimmung von Ka"as Texten als Parabeln ohne Epimythion und Allegorien, reflektiert eingehend auch narrative Techniken des Autors und verfolgt die progressive Abstraktion von Ka"as Schreiben. Über die Art und Weise, wie Ka"a seine „absolute Literatur“ als Forschung zu realisieren sucht, möchte 141REZENSIONEN man vielleicht kün$ig noch mehr lesen. (Interessantes findet man bei Pfaff, der von Ka"as logischem Verfahren oder etwa seiner Synekdoche, seiner „Kunst der Syllepse“ schreibt oder– am Text Eine kleine Frau– Ka"as Rede von der „Sache“ nachgeht [Pfaff, 2018, S. 202ff.], oder bei Mathias Mayer [Franz Ka"as Litotes. Logik und Rhetorik der doppelten Verneinung, Paderborn: Fink, 2015]; Ausführungen zur Gestik in Ka"as Texten des von Krings kritisch betrachteten Walter Benjamin gehörten auch dazu). Die Qualitäten von Krings Ka"a -Untersuchungen sind evident. Eine davon scheint in der skizzierten Deutung der Er -Aphorismen auf: Krings nimmt zum ersten Mal in der Ka"a -Forschung das Prinzip des Zyklus ernst. Es gelingt ihm, den thematischen und mithin auch poetischen Zusammenhang der jeweiligen Zyklen, Textgruppen sowie des gesamten Oeuvres Ka"a herauszuarbeiten. Hiermit geht ein weiterer wesentlicher Aspekt des Beitrags von Krings zur Ka"a -Forschung einher: Indem er alle Texte aus den gesichteten Textgruppen nach seinem Schema gleichermaßen konsequent erforscht und deutet, legt er wichtige Interpretationen zu bisher vernach - lässigten Ka"a -Texten vor. Viele seiner Deutungen werden, so ist zu prognostizieren, Referenzcharakter besitzen. Zugleich wird deutlich, warum es zu vielen Texten Ka"as bisher keine verhandelbaren Interpretationen oder Kommentare gibt. Denn Krings zeigt implizit, dass man einzelne Texte Ka"as nicht, wie es in der Ka"a -Forschung regelmäßig geschieht, separat deuten kann: Aus dem Zusammenhang des Ganzen herausgerissen, erscheinen sie o$ gar als unlesbar. Die auf mitunter minutiöse und genaue Analysen der Texte au(auende Deutungen Krings lehren das Lesen, immer wieder und immer weiter. LITERATUR Weimar, Klaus (1996): Text, Interpretation, Methode. Hermeneutische Klärungen.– In: Danneberg, Lutz von/Vollhardt, Friedrich (Hgg.), Wie international ist die Literaturwissenscha!? Methodenund $eoriediskussion in den Literaturwissenscha!en: Kulturelle Besonderheiten und interkultureller Austausch am Beispiel des Interpretationsproblems (1950–1990). Stu%gart: Metzler, 110–122. Wi%e, Bernd (1993): Das Gericht, das Gesetz, die Schri$. Über die Grenzen der Hermeneutik am Beispiel von Ka"as Türhüter -Legende.– In: Bogdal, Klaus -Michael (Hg.), Neue Literaturtheorien in der Praxis. Opladen: Westdt. Verlag, 94–114.