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Völkisch nach Rudolf Jahn

Klement, Martin

Abstract

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Full text

Völkisch nach Rudolf Jahn1 Martin Klement– Masaryk ‑Institut und Archiv der Tschechischen Akademie der Wissenschaften ABSTRACT Völkisch by Rudolf Jahn Sudetendeutsches Turnertum is the title of awork in which its publisher Rudolf Jahn de‑ scribed in detail the development of the Deutscher Turnverband and at this occasion also analysed the völkisch worldview held by this gymnastic organization. The paper deals with Jahn’sinfluential and still used interpretation of this complex ideology and searches for motifs that got Jahn to perceive the völkisch worldview in the Deutscher Turnverband as an outdated and time ‑limited phenomenon. The conclusions of the research are based on abroad base of historical sources, which consist mainly of printed documents of the Deutscher Turnverband, of former gymnastic organizations as well as of groups of gymnasts who were expelled from the Czechoslovakia after 1945. KEYWORDS Rudolf Jahn; Deutscher Turnverband; völkisch worldview 1. EINFÜHRUNG Außer einigen Mitgliedern der Sudetendeutschen Landsmannschaft kennen heutzutage den Namen von Rudolf Jahn wohl nur noch diejenigen, die sich für die Geschichte des Deutschen Turnverbandes, einer zwischen 1919 und 1938 in der Tschechoslowakei existenten Massenorganisation, interessieren und in den entsprechenden geschichts‑ wissenschaftlichen Publikationen aufmerksam die Anmerkungen verfolgen. Doch um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts galt dieser 1911 im westböhmischen Asch geborene und 1989 im westdeutschen Sinzheim verstorbene Philosophiedoktor ins‑ besondere unter den heimatvertriebenen Deutschen als wissenschaftliche Autorität und erfreute sich dank seiner umfangreichen publizistischen Tätigkeit und dank seines Geschichtsnarratives ihrer großen Anerkennung. Mit manchen seiner Thesen gelang es ihm sogar über das Netzwerk der Landsleute hinauszuwirken. Zu Jahns bedeutendsten Werken gehört in erster Linie eine paradigmatische Über‑ sichtsdarstellung der Geschichte des Deutschen Turnverbandes. In ihr legte er unter anderem auf eigentümliche Art und Weise das völkische Gedankengut aus, das im Deutschen Turnverband jahrelang gepflegt wurde. Die folgenden Abschnitte erleuchten 1 Diese Studie entstand mit der institutionellen Unterstützung des Masaryk ‑Institutes und Archivs der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, RVO: 67985921. 78 BRÜCKEN 29/1 das Wesen sowie die Gründe und die Nachwirkung dieser Interpretation. Sie leisten dadurch nicht nur einen Beitrag zur Diskussion über den Inhalt der völkischen Welt‑ anschauung, sondern sie ermöglichen auch tiefere Einblicke in die Gedankenwelt mehrerer Turnorganisationen. Nicht zuletzt zeigen sie, wie bestimmte Ansichten von Jahn Einzug in andere Werke fanden. Die völkische Weltanschauung in den ehemaligen mitteleuropäischen Turnver‑ bänden wird beinahe seit einem halben Jahrhundert genauer unter die Lupe genom‑ men. Bereits in der 1978 abgeschlossenen Dissertation über den Deutschen Turnerbund in der Ersten Republik Österreich beschäftigte sich Roland Schmidl eingehend mit dem „Wertklima der völkischen Turner“ (Schmidl 1978: 55) dieses Verbandes. Auf die Weltanschauung des 1889 gegründeten Deutschen Turnerbundes, aus dem sich 1919 der Deutsche Turnerbund der Zwischenkriegszeit entwickelte, konzentrierte sich im Jahre 1991 Franz Benda ebenfalls in einer Dissertation (Benda 1991). Norbert Petersen, Andreas Luh, Dunja Berthold, Tomáš Kasper und Michal Burian befassten sich in ihren Studien mit der Weltanschauung des Deutschen Turnverbandes (Petersen 1980; Luh 1988; Berthold 1988; Kasper 2007; Burian 2012), während Hartmut Becker das sukzessive Durchdringen der antisemitischen Ideen in die Deutsche Turnerschaft, einen überwiegend reichsdeutschen Verband, analysierte (Becker 1980). Thematisch schließt sich somit der vorliegende Aufsatz einer umfangreichen Fachliteratur an, er hebt sich aber von den früheren Publikationen grundsätzlich dadurch ab, dass er sich neben der Weltanschauung, die in einer Turnorganisation verbreitet wurde, verstärkt auch mit ihrer späteren Interpretation auseinandersetzt. Für die beabsichtigte ideengeschichtliche Untersuchung wurden zahlreiche, wenig bekannte oder sogar gänzlich unerschlossene Druckschriften verwendet, wie bei‑ spielsweise das über Jahrzehnte in Westdeutschland herausgebrachte Periodikum Sudetendeutscher Turnerbrief, eine Schlüsselquelle für die Erfassung des Netzwerkes der aus den böhmischen Ländern zwangsausgesiedelten Turner und Turnerinnen. Von vergleichbar großer Bedeutung waren die einzelnen Jahrgänge der Turnzeitung des Deutschen Turnverbandes und andere weltanschauliche Schriften aus der Prove‑ nienz der völkischen Turnorganisationen. Dank dieser Quellen lässt sich nämlich die Weltanschauung rekonstruieren, mit der sich Jahn in seinem Werk über den Deutschen Turnverband beschäftigte. Seine diesbezügliche Abhandlung stand im Mittelpunkt der ausgewerteten Unterlagen und sie gab auch Anlass zum ursprünglichen Titel der vorliegenden Studie: Die Geschichte eines Buches. Von dieser Überschrift wurde schließlich abgesehen, denn das, was Jahn zum Deutschen Turnverband herausgab, streng genommen aus zwei Büchern besteht. 2. SUDETENDEUTSCHES TURNERTUM– TEIL IUND II Gleichwohl Rudolf Jahn erst an einer anderen Stelle dieses Beitrages näher vorgestellt wird, sei bereits einleitend vorausgeschickt, dass er selbst ein aktives Mitglied des Deutschen Turnverbandes (nachfolgend nur DTV) war. Bei seinem Entschluss, diese Organisation zum Objekt einer geschichtswissenschaftlichen Untersuchung zu ma‑ chen, werden also neben dem bloßen Interesse an der historischen Materie ebenfalls die Emotionen eine entscheidende Rolle mitgespielt haben. Mit dem Verfassen der Geschichte des DTV begann Jahn Anfang der 1950er Jahre im Rahmen eines von ihm 79MARTIN KLEMENT geleiteten Teamprojektes, dessen Ergebnis eine Publikation zum Thema des deutschen Turnens in den böhmischen Ländern zwischen 1848 und 1945 sein sollte. Es war be‑ absichtigt, das Manuskript im Herbst 1952 abzuschließen und ein Jahr darauf heraus‑ zugeben (Eine sudetendeutsche Turngeschichte, 1952). Der geplante Herausgabe ‑Termin erwies sich aber als zu ambitioniert. Auch im Jahre 1954 lag der fertige Text immer noch nicht vor, weil Jahn inzwischen beinahe tödlich verunglückte. Von einem Vortrag in Geisenheim zurückkommend soll er auf dem Bahnhof vom Unwohlsein befallen worden sein und stürzte direkt vor einen einfahrenden Zug, von dem er mitgeschlif‑ fen und schließlich abgestoßen wurde (Unser Rudl 1954: 13). Nach einigen Monaten musste ihm angesichts der schweren Verletzungen der linke Fuß amputiert werden (Den Fuß verloren 1954: 14). Statt gegen Mitte der 1950er Jahre erschien deswegen das Werk unter dem Namen Sudetendeutsches Turnertum erst Ende der 1950er Jahre, und zwar in zwei Teilen. Beide führen Rudolf Jahn als Herausgeber an. Kurioserweise wurde zunächst– Ende November 1957– der zweite Teil (Begeisterte Aufnahme der Turngeschichte 1958:2) herausgebracht und erst ein halbes Jahr später– im August 1958– folgte der erste Teil (Frank 1958: 7). Grund dafür wird wohl darin gelegen haben, dass der zweite Teil kürzer und literarisch weniger anspruchsvoll ist. Der 128 Seiten zählende zweite Teil von Rudolf Jahns Sudetendeutschem Turnertum ähnelt formal den mittelalterlichen Annalen und wurde von Jahn selbst verfasst. So sehr der Titel auch anmutet, es würden in der Publikation alle deutschen Turnorgani‑ sationen der einstigen Tschechoslowakei gleichermaßen beachtet, werden in der Tat bei jedem Jahr zwischen 1919 und 1938– abgesehen von wenigen Ausnahmen– lediglich die mit dem DTV zusammenhängenden Ereignisse aufgelistet und kurz kommentiert. Das Wort ‚völkisch‘ kommt dabei im ganzen zweiten Teil eher sporadisch vor und taucht höchstens in den von Jahn erwähnten Buchtiteln, in den Namen der einzelnen Turnvereine, in den Zitaten oder in festen Wortwendungen auf. So ist auf den einzel‑ nen Seiten vom „Deutschvölkischen Turnverein Saaz“, vom „Völkischen Merkblatt“ und vom „völkischen Wissen“, von den „Deutschvölkischen Meisterschaften“, von der „völkischen Richtung“ oder von der „völkischen Bewegung“ die Rede (Jahn 1957: 8f., 28, 43, 69, 72). Was in allen diesen und ähnlichen Fällen unter ‚völkisch‘ zu verstehen ist, wird allerdings an keiner Stelle systematisch erklärt. Dank der knappen Sprache und dem minimalen Anspruch, das Geschriebene in einen breiteren historischen und sprachwissenschaftlichen Kontext einzubetten, kann der zweite Teil vom Sudeten‑ deutschen Turnertum auf den ersten Blick als eine trockene, objektive Reihung von Fakten wirken. Die Auswahl und die Formulierung der einzelnen Ereignisse sind aber keineswegs zweckfrei. In die Augen sticht vor allem, wie häufig Jahn in seinem Text den Namen von Konrad Henlein erscheinen lässt. Henlein ist allgemein bekannt als Leader der er‑ folgreichen Sudetendeutschen Partei und als späteres NSDAP ‑Mitglied, das seit 1939 Statthalter im Reichsgau Sudetenland war und das sich nach dem Zweiten Weltkrieg in amerikanischer Gefangenschaft das Leben nahm. Bevor Henlein aber im Jahre 1933 seine politische Karriere startete, hatte er sich mit großem Einsatz im DTV en‑ gagiert und hier zahlreiche hochrangige Funktionen bekleidet: Auf dem Gebiete des Jeschken ‑Iser ‑Turngaus war er zuerst im Amt des sogenannten Dietwartes für die weltanschauliche Schulung zuständig, im Jahre 1925 siedelte er nach Asch um, wo er sich als Turnlehrer im dortigen Turnverein, dem ältesten und größten von allen DTV‑ 80 BRÜCKEN 29/1 Vereinen (Jahn 1977: 418, 445), den Namen machte, schon ein Jahr später avancierte er zum Turnwart des westböhmischen Egerland ‑Jahnmal ‑Turngaues und 1932 wurde er als Verbandsturnwart einer der mächtigsten Amtswalter im DTV. Trotz seiner vorrangigen Stellung in den Strukturen des DTV ist sein Name in Jahns Chronologie– verglichen mit anderen Verbandsfunktionären– doch etwas überrepräsentiert. Noch eindringlicher wird Henlein als eine prägende Figur des DTV in der Bilderbeilage des zweiten Teiles vom Sudetendeutschen Turnertum dargestellt. Der DTV der 1920er Jahre wird in ihr explizit nur mit zwei Fotografien vertreten. Zu den zahlreicheren Bildern aus den 1930er Jahren leitet symbolisch Henleins Portrait über, dessen Beschriftung mit den Worten beginnt: „Von 1926 bis 1933 nahm das Turnen unter Konrad Henlein einen ungeahnten Aufschwung.“ (Jahn 1957: nicht paginierte Bilderbeilage). Dass Henleins Wirken als eine Zäsur in der Geschichte des DTV zu verstehen ist, dass also über eine Zeit vor Henlein und nach Henlein geredet werden sollte, bildet auch die Grundlage von Jahns Narrativ im ersten Teil des Sudetendeutschen Turner‑ tums. Während sich der zweite Teil nur auf den DTV bezieht, ist der erste Teil eine Art Kollektivmonographie und besteht aus insgesamt fünf Beiträgen zur Geschichte des Turnens auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik vor 1945. Freilich nimmt Jahns fast 150 Seiten zählender Text über den DTV einen überaus dominanten Raum im Buch ein. Nur zum Vergleich– Alois Ullmanns Abhandlung über den Arbeiter ‑Turn‑ und Sportverband zählt 21 Seiten, Gustl Domesle brauchte für seine Ausführungen zur Christlich ‑Deutschen Turnerschaft lediglich 16 Seiten. Anders als im zweiten Teil des Sudetendeutschen Turnertums kommt Jahn im ersten Teil detaillierter auf das Völkische im DTV zu sprechen. Seine Erzählung eröffnet er mit dem Hinweis darauf, dass sich der DTV im Jahre 1919 aus den Turnorganisationen entwickelte, die zur Zeit der Habsburgermonarchie in den böhmischen Ländern gewirkt hatten. Jahn zufolge übernahm der DTV von den einstigen Turnorganisationen die altösterreichischen „Denkformen und Lehren“ (Jahn 1958: 137) und sei daher in der Tschechoslowakischen Republik „in alten Gleisen“ (Jahn 1958: 142) gefahren. Mit altösterreichischen „Denk‑ formen und Lehren“ meint Jahn gerade die völkische Weltanschauung, die der DTV seinen Mitgliedern mithilfe von vielen Erziehungsmaßnahmen beizubringen versuch‑ te. Die Hauptmerkmale der völkischen Weltanschauung im DTV sah Jahn zum einen in „Germanenverehrung [und] Reinheitsfanatismus“ (Jahn 1958: 144), zum anderen im Kampf gegen „Bücherschund und schlüpfrige Bühnenkunst, gegen volksfremde Tänze und Sittenlosigkeit, gegen Rausch‑ und Rauchgiften“ (Jahn 1958: 144). In Jahns Interpretation waren es alles „rückwärtsgewandt[e] und vergangenheitsbezogen[e]“ (Jahn 1958: 145) Ansichten, die für die aktuelle Lage des Sudetendeutschtums in der Tschechoslowakischen Republik keinen Nutzungspotential hatten und zur Isolierung des DTV im Rahmen des Sudetendeutschtums führten. Hinter diesen angeblich krisenhaften Jahren, die im Buch mit äußerster Gering‑ schätzung auf keinen zehn Seiten abgetan werden, machte nach Jahn eben Konrad Henlein den Schlussstrich. Er soll einen Prozess eingeleitet haben, der den Verband grundsätzlich veränderte. Die damit einhergehende neue Verbandsweltanschauung wird von Jahn aber nur sehr vage skizziert. Das, was das gedankliche Profil der DTV nunmehr ausmachte, seien vor allem die Ideen von Führung und Gefolgschaft, von soldatischer Lebensweise und von eigenartiger sudetendeutscher Volksgruppe ge ‑ wesen (Jahn 1958: 156–161). In der Umformung des Egerland ‑Jahnmal ‑Turngaues, 81MARTIN KLEMENT die Henlein im Jahre 1926 als frischgebackener Gauturnwart nach diesen weltan‑ schaulichen Grundlagen initiierte, glaubte Jahn den Anfang von Henleins ‚Verbands‑ Erneuerungsarbeit‘ zu finden (Jahn 1958: 155). Allmählich wurden– so immer noch Jahn– überall die Turnvereine nach dem Führung ‑Gefolgschafts ‑Prinzip umgebildet (Jahn 1958: 158–162), das Turnen diente in ihnen neulich auch als Erziehungsmittel zur „Gehorsam, Pünktlichkeit, Selbstbeherrschung, Kameradschaftlichkeit und Opferbe‑ reitschaft“ (Jahn 1958: 216f.) und anders als früher war ebenfalls die geistige Erziehung. Sie habe mehr mit der körperlichen Erziehung in der Verbindung gestanden und ihr Sinn sei darin gesehen worden, die Turner für den Einsatz in den Organisationen der sudentenden Volksgruppe vorzubereiten (Jahn 1958: 185f.). Auf dem legendären Verbandsturnfest in Saaz 1933 war es nach Jahn schon so weit, dass sich der gesamte DTV als eine straff organisierte, disziplinierte und „handlungs‑ fähige Gemeinschaft“ (Jahn 1958: 171), ja „Keimzelle der Volksgemeinschaft“ (Jahn 1958: 169) der Öffentlichkeit vorstellen konnte. Wie Rudolf Jahn im ersten Teil des Sudeten‑ deutschen Turnertums überzeugt ist, war es somit Henleins Verdienst, dass aus einem eingekapselten völkischen Turnverband eine Massenorganisation entstand, die seit 1933 als eine Erziehungsstätte prototypischer Sudetendeutscher fungierte, bis sie 1939 in den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen eingegliedert und in ihm gleichgeschaltet wurde (Jahn 1958: 259f.). 3. DTV UND SEINE WELTANSCHAUUNG Die von Rudolf Jahn im zweiteiligen Werk Sudetendeutsches Turnertum erzählte Ge‑ schichte, laut der es im DTV zur Ersetzung des völkischen Gedankengutes durch ein zeitgemäßes Ideenkomplex kam, wirkt auf den ersten Blick sehr einleuchtend. Eine tiefere, mehr quellenkritische Analyse der weltanschaulichen Entwicklung im DTV zeigt jedoch, dass alles etwas komplizierter war. Um in die schwer zu erfassende und sich immer verändernde Gedankenwelt des DTV eintauchen zu können, müssen zu‑ allererst die weltanschaulichen Wurzeln dieses Verbandes sowie sein Entstehungs‑ prozess ausgeführt werden. In dem ein Jahr nach dem Ersten Weltkrieg konstituierten DTV fand sich vorder‑ gründlich ein Teil jener Turnvereine zusammen, die früher dem Turnkreis Deutsch‑ Österreich angehörten, einer seit 1904 im cisleithanischen Teil der Habsburgermo‑ narchie wirkenden Großorganisation mit Sitz in Wien (Kreisturnrat 1905). Da die Turnvereine in der Tschechoslowakei wegen der neuen Rechtslage nicht mehr von diesem ausländischen Verband überdacht werden durften, traten sie 1919 aus ihm kollektiv aus und gründeten den DTV (Truntschka 1925: 111–113). Vieles blieb trotzdem beim Alten. Vom DTV wurde die im Turnkreis Deutsch ‑Österreich übliche Gliederung in Turngaue übernommen und auch die Funktionärselite zeichnete sich durch zahl‑ reiche Kontinuitäten aus. Zum Obmann des DTV, um konkret zu sein, wurde Josef Truntschka gewählt, der im ehemaligen Turnkreis Deutsch ‑Österreich zum Kreisturn‑ rat, also zum leitenden Organ, gehörte. Ebenfalls der Verbandsturnwart und seit 1934 Verbandsobmann Richard Bernhard war bereits im Turnkreis Deutsch ‑Österreich ein wohlbekannter Amtsträger– er zählte nämlich zu den Mitgliedern des Turnfach‑ ausschusses. Und diesem Ausschuss saß als Kreisturnwart Otto Voigt vor, dessen Name mit dem Zusatz „Schriftleiter und Verwalter“ von 1919 bis 1928 im Kopf der 82 BRÜCKEN 29/1 Turnzeitung des DTV regelmäßig erschien (Kreisturnrat [1917]: 41–64; Truntschka 1925: 376, 378f., 391–454). Neben den Turnvereinen des früheren Turnkreises Deutsch ‑Österreich bestand der DTV noch aus einer viel kleineren Zahl von Turnvereinen einer anderen 1919 aufge‑ lösten Turnorganisation, nämlich des Deutschen Turnerbundes. 1889 in Wien aus der Taufe gehoben (Edelmüller 1889) erstreckte sich der Deutsche Turnerbund sukzessiv auf dem österreichischen, reichsdeutschen und böhmischen Gebiet. In Böhmen waren aber seine Turnvereine im Unterschied zu den Turnvereinen des Turnkreises Deutsch ‑Österreich schwerpunktmäßig nur im Westen des Landes konzentriert. Hier bildeten sie den sogenannten Ostfränkischen Turngau, der erst 1923 seine Zugehö ‑ rigkeit zu der österreichischen Nachfolgeorganisation des Deutschen Turnerbundes aufgab und um drei Jahre später unter dem Namen Jahnmalgau mit dem Egerlandgau des DTV fusionierte (Zenker/Krauß 1923; Rittinger 1926). Das war der Ursprung des oben bereits zweimal erwähnten Egerland ‑Jahnmal ‑Turngaues mit Konrad Henlein im Amt des Gauturnwartes. Sowohl dem Turnkreis Deutsch ‑Österreich als auch dem Deutschen Turnerbund war gemein, dass sich in ihnen Ideen verbreiteten, die in anderen mitteleuropäischen Turnverbänden entweder gar nicht oder nur vereinzelt ein Thema waren. Die Über‑ zeugung, es gäbe von Natur her ungleichwertige Menschenrassen, eine quasi sakrale Verehrung der deutschen Sprache, die Begeisterung für die Kriege gegen die vermeint‑ lichen Erz‑ und Erbfeinde, die Visionen eines mit starker Hand regierten, alle Deut‑ schen umfassenden Reiches, die Kritik am angeblich deutschfeindlichen Sozialismus, ultramontanen Klerikalismus und an der materialistisch ausgerichteten Gesellschaft sowie der Wunsch nach einer, arteigenen‘ Religion und Lebensauffassung– mit all dem füllten bereits in den 1890er Jahren die einflussreichen Mitglieder des Deutschen Turnerbundes, allen voran der Amateur ‑Heimatforscher Franz Xaver Kießling (Benin ‑ ger 1940), ihre Texte (Edelmüller 1890; Kießling 1895; Sonnenwende 1894) und fügten die einzelnen Gedankenkomponente in eine hochkomplexe Weltanschauung zu‑ sammen, die sich alle Verbandsmitglieder anzueignen hatten. Darüber, mit welchem passenden Adjektiv dieses Ideengefüge etikettiert werden sollte, waren sich anfangs selbst dessen Urheber nicht im Klaren. Die spezifischen Einstellungen pflegten sie in ihren Schriften und Aufsätzen mit Wörtern wie „unverfälscht deutsch“, „echt deutsch“, „stramm national“ oder „deutsch ‑volklich“ zu bezeichnen, solange sich Ende der 1890er Jahre auf Anregung des Germanisten Hermann von Pfister ‑Schwaighusen und mit Unterstützung des Schriftleiters der Turnerbund ‑Zeitung Leopold Slepiza nicht der Ausdruck ‚völkisch‘ etablierte (Pfister ‑Schwaighusen 1897; Slepiza 1897). Um die völkische Weltanschauung im Deutschen Turnerbund klar zu umreißen, wurde 1909 das Motto ‚Rassenreinheit– Volkseinheit– Geistesfreiheit‘ ersonnen (Entwurf 1909: 184), in dem sich die Quintessenz des seit Jahren geformten Ideen‑ komplexes verbarg. Der damals gerade fünf Jahre bestehende Turnkreis Deutsch‑ Österreich machte sich die vom Deutschen Turnerbund definierte Triade zwar offi‑ ziell nicht zu eigen, lehnte sich dennoch weltanschaulich stark an den völkischen Turnerbund. Davon zeugt am besten der, arische‘ Passus in den Satzungen beider Verbände: Dem Deutschen Turnerbund durften jene Turnvereine angehören, „welche nur aus Deutschen (arische Abkunft) best[anden]“ (Grundgesetze 1889: 162), und der Turnkreis Deutsch ‑Österreich akzeptierte lediglich solche Vereine, „welche nur 83MARTIN KLEMENT Deutsche (arischer Abkunft) als Mitglieder aufn[a]hmen“ (Schmarda 1913: 42). Beim genaueren Einblick in die literarische Produktion des Turnkreises Deutsch ‑Österreich wird außerdem mehr als deutlich, dass sich die von seinen Wortführern propagierte Weltanschauung aus Gedanken zusammensetzte, die fast identisch waren mit jenen im Deutschen Turnerbund und die problemlos mit Begriffen ‚Rassenreinheit‘, ‚Volks‑ einheit‘ und ‚Geistesfreiheit‘ systematisiert werden könnten. Von einem Funktionär des Turnkreises Deutsch ‑Österreich stammt etwa der Roman Auf treuer deutscher Wacht, der einen Konflikt zwischen, rassentypischen‘ Deutschen und Tschechen beschreibt (Schild 1909), auf dem 1905 im nordböhmischen Česká Lípa ausgetragenen Kreis‑ turnfest wurde wiederum das Festspiel Kyffhäuser präsentiert, dessen Leitgedanke die Volkserweckung „im Morgenrote des geeinigten Deutschland“ (Das Festspiel Kyff‑ häuser 1905: 42) war, und im Periodikum des Turnkreises Deutsch ‑Österreich erschien eine ganze Menge Aufsätze über die paganischen Feste der Sommer‑ und Winter‑ sonnenwende (Podzimek 1909). Wenn bedacht wird, wie sehr der DTV organisatorisch auf den Strukturen des gewesenen Turnkreises Deutsch ‑Österreich und des Deutschen Turnerbundes beruhte und wie er mit beiden Verbänden personell vielfältig verflochten war, verwundert es kein bisschen, dass auch die völkische Weltanschauung, die von den 1919 aufgelösten Turnorganisationen im sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Kontext der Habsburgermonarchie geformt worden war, in den DTV der Zwischenkriegszeit ganz selbstverständlich überging. Insofern behauptet Rudolf Jahn mit voll Recht, der DTV sei zuerst in den „alten weltanschaulichen Gleisen“ gefahren. Auf der anderen Seite simplifiziert er im ersten Teil des Sudetendeutschen Turnertums durchaus die Situation im DTV, denn die völkische Weltanschauung dieses Verbandes war bei Weitem nicht nur mit der Germanentümelei und mit dem Streben nach Reinheit deutscher Sitten gleichzusetzen. Genauso wie im Deutschen Turnerbund galten nämlich die Begriffe ‚Ras‑ senreinheit‘, ‚Volkseinheit‘ und ‚Geistesfreiheit‘ auch im DTV als „richtungsgebende […] Grundsätze“ (Allgemeine 1921: 25) eines facettenreichen Gedankengutes. Von sei‑ nem Inhalt konnten sich die Turner und Turnerinnen anhand spezieller Belehrungs‑ schriften ein Bild machen. Als wahres Kondensat des völkischen Wissens dienten vor allem die immer wieder neuaufgelegten Behelfe Deutsche Volkskunde und Frauen‑ und Mädchenspiegel, die den üblichen Thesenkatalog des Deutschen Turnerbundes und des Turnkreises Deutsch ‑Österreich reproduzierten. Einige Abschnitte wurden in ihnen sogar explizit mit ‚Rassenreinheit‘, ‚Volkseinheit‘ oder ‚Geistesfreiheit‘ überschrieben (Deutscher Turnverband 1921; Deutscher Turnverband 1923). Es drängt sich die Frage auf, ob die sehr komplexe, seit dem 19. Jahrhundert in den Turnkreisen gepflegte völkische Weltanschauung an der Wende der 1920er und 1930er Jahre im DTV von einem Mann wie Konrad Henlein komplett verdrängt und mit einem neuen Gedankenbau ersetzt werden konnte, wie Rudolf Jahn im ersten Teil des Sudetendeutschen Turnertums zu verstehen gibt. Man kann nicht in Abrede stellen, dass es Henlein und seinen Mitarbeitern gelang, dem Verband den Hauch einer nach dem Führung ‑Gefolgschafts ‑Prinzip organisierten, paramilitaristischen und für die Belange der eigenen Volksgruppe interessierten Gemeinschaft zu verliehen. In der Verwaltungs‑, Turn‑ und Erziehungspraxis unterschied sich der DTV der 1930er Jahre– hauptsächlich dank Henlein– sehr wohl von dem DTV der 1920er Jahre. In der welt‑ anschaulichen Tradition ist jedoch ein ähnlich markanter Bruch nicht festzustellen. 84 BRÜCKEN 29/1 Es reicht, die von Henlein 1933 veröffentlichte und 1934 neu herausgegebene Broschüre Die völkische Turnbewegung (Luh 1988: 282) aufzuschlagen. Als eine neue weltanschauliche Bibel sollte sie die Ära von der Deutschen Volkskunde und dem Mäd‑ chen‑ und Frauenspiegel beenden, doch Vieles war in ihr gar nicht so sehr neu. Nach‑ dem Henlein im ersten Teil die Grundlagen der Führung und Unterordnung erklärt und im zweiten Teil unterschiedliche soldatische Eigenschaften als „Forderungen unseres Bundes“ (Henlein s.d.: 22) festlegt, kommt er im dritten, als Von Volk und Heimat betitelten Teil auf Themen zu sprechen, die im früheren DTV und in seinen Vorgängerorganisationen einen festen Bestandteil der völkischen Weltanschauung bil‑ deten und von den Oberbegriffen, Rassenreinheit‘,Volkseinheit‘ oder, Geistesfreiheit‘ überdacht wurden: Henlein schwadroniert hier von der Erhaltung deutscher Kunst, von der Hütung deutscher Sprache, Art und Sitte, von der Gefahr der Vermischung zwischen Deutschen und „Fremdrassigen (Juden, Romanen, Negern, Ostvölkern u. a.)“ (Henlein s.d.: 40) und schließlich auch von der Verteidigung der deutschen Heimat‑ erde (Henlein s.d.: 35–44). Was in Henleins Büchlein im Kleinen geschah, wurde auf den Seiten der Verbandsturnzeitung im Großen betrieben. Noch im Jahre 1934 wurde dort der 75‑järige „Schöpfer des Ariergrundsatzes“ Franz Xaver Kießling herzlich bejubelt (Franz Kießling 1934) und um drei Jahre später erteilte ein Beiträger in der ersten Dezemberfolge ausführliche Ratschläge, wie die Wintersonnenwendefeier im germanischen Sinne gestaltet werden soll (Wie feiern wir unser Julfest? 1937). Schon Norbert Petersen war 1980 in seiner Hochschulschrift über die DTV ‑Ideologie vom Fortbestehen der völkischen Prinzipien in der weltanschaulichen Grundhaltung des DTV überzeugt (Petersen 1980: 62). Und auch Tomáš Kasper, ein tschechischer Expert im Bereich der Erziehungsgeschichte, kam 2007 in einer Studie zum Schluss, der völkische Kanon im DTV sei nicht verraucht, sondern habe sich „zum gesellschaft‑ lichen und politisch engagierten Konzept volkspolitischer Erziehung modifiziert“ (Kasper 2007: 192). Im Anschluss auf diese Thesen kann nun resümiert werden, dass infolge von Henleins Wirken zwar einige Elemente der völkischen Weltanschauung im DTV verworfen, andere wiederum hervorgehoben und den Zeitverhältnissen angepasst wurden. Diese vermischten sich mit den damals aktuellen Gedanken aus diversen rechtsorientierten, antidemokratischen Strömungen und Ideensystemen, vornehmlich aus der deutschen Jugendbewegung in der Tschechoslowakei und aus der Lehre des österreichischen Soziologen und Philosophen Othmar Spann über den autoritär geführten Ständestaat (Kasper 2007: 177). Im Endeffekt erinnerte die offi‑ ziell vertretene Weltanschauung des späteren DTV an eine kunterbunte, aus Ideen verschiedenster Herkunft gemischte Melange, für welche die Bezeichnungen wie ‚völkisch‘, ‚sudetendeutsch‘, ‚nationalistisch‘ oder gar ‚nationalsozialistisch‘ einfach nicht zutreffen, beziehungsweise zu kurz greifen. 4. JAHNS LEBENSLANGES ENGAGEMENT FÜR DAS VOLKSTUM Wieso sieht das von Rudolf Jahn konstruierte Geschichtsbild anders aus? Aus welchem Grund wollte er von der Kontinuität des völkischen Gedankengutes in der Weltan‑ schauung des DTV nichts wissen? Für die Beantwortung dieser Fragen bedarf es eines fokussierten Blickes auf Jahns Betätigung in den Turnkreisen vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. „Seit seiner Knabenzeit“ (Frank 1961: 2) soll Jahn im Turnverein 85MARTIN KLEMENT Asch geturnt haben. Als er 1925 gerade 14 Jahre alt war, erlebte er nach eigener Aus‑ sage Henleins „Einzug als Turnlehrer in Asch“ (Jahn 1938: [6]). Von seiner Jugendzeit auf befand sich also Jahn in der Nähe eines um 13 Jahre älteren Mannes, der ihn mit seinem Charakter wohl sehr tief beeindruckte. Zwischen beiden muss sich bald ein vertrauliches Verhältnis gebildet haben und Jahn wurde rasch zu Henleins engsten Freunden und Mitarbeitern. Nachweisbar ist zum Beispiel, dass Jahn mit Rat und Tat an der Ascher Turnschule behilflich war (Frank 1961: 2; Tins 1971: 29), heute einer in Vergessenheit geratenen, seinerzeit aber weit über die Grenzen des DTV hinaus bekannten Anstalt. In den Räumlichkeiten des Ascher Turnvereins untergebracht und auf Henleins Unterrichtsplanen aufbauend ging die Ascher Turnschule seit 1930 zweierlei Zielen nach: In ganzjährigen Kursen wurden Turnlehrer in allen relevanten „Wissens‑ und Fachgebiete[n]“ (Jahn 1955: 7) inklusive Weltanschauung ausgebildet und dann in die Turnvereine geschickt, in kürzer dauernden Lehrgängen wurden wiederum die interessierten Fachkräfte aus den Turnvereinen in verschiedenen turnerischen und weltanschaulichen Aspekten geschult und zusammen mit den Turnlehrern zur Führerschicht des DTV gemacht (Turnlehrerschulung in Asch 1930: 388f.; Ullrich 1931: 103f.; Jahn 1938: 105–107, 154–158; Jahn 1958: 223–228). Seit 1934 zählte Jahn zu den Mitgliedern des Verbandsdietausschusses (Jahn 1957: 82), in dem die weltanschaulichen Angelegenheiten des ganzen DTV beraten wurden. Jahns Einfluss im Verband scheint jedoch ein viel größeres Ausmaß erreicht zu haben, als von einem geläufigen Mitglied des obersten Dietausschusses zu erwarten wäre. Anlässlich Jahns 60. Geburtstages würdigte ihn sein guter Freund Benno Tins, der ehemalige Gaupressewart des Egerland ‑Jahnmal ‑Turngaues und auch ein Ascher Turner (Jahn 1968: 23), als einen „Sinner und Bereiter und Konzeptor für vielerlei […], was dann im Turnverbande bis hinein in die Vereine und Riegen in die Tat umgesetzt wurde“ (Tins 1971: 28). Allem Anschein nach arbeitete sich Jahn allmählich zu einer grauen Eminenz hoch, von der Henlein für eigene Tätigkeit im DTV genauso hilfrei‑ che Ratschläge zugeflüstert bekam wie für eigenes politisches Engagement. Nach‑ dem Henlein 1933 aus dem DTV ausgeschieden war, um sich der Politik widmen zu können, stand ihm nämlich Jahn weiter zur Seite, seit 1935 sogar als Sekretär (Burian 2012:92). Aus der Nähe zu Henlein vermochte er nach Erinnerungen eines anderen DTV ‑Turners „die politische Entwicklung im sudetendeutschen Volkskörper“ (Frank 1981: 17) gedanklich mitzuprägen. Seine eifrige Arbeit zugunsten Henleins Politik be‑ legt am besten der propagandistisch ‑hagiographische, 1938 bereits zum zweiten Male aufgelegte Lebenslauf Henleins, in dem Jahn eine ganze Schale von Begeisterung zu seinem Idol ausleerte (Jahn 1938). Als 1938 die zweite Ausgabe von Henleins Biografie auf den Büchermarkt kam, ahnte wohl keiner noch, was für ein jähes Ende der DTV, viele seine Protagonisten und die ganze von ihm unterstützte Politik bald nehmen würden. Kaum war der DTV im Jahre 1939 als Gau 18 in die Strukturen des ‚Dritten Reiches‘ eingegliedert worden, wurde seine Führungselite mit jener nationalsozialistischen ersetzt (Jahn 1958: 260f.). Während des Zweiten Weltkriegs rückten manche Turner des aufgehobenen DTV ein und kehrten nie mehr zurück. Angeblich sei fast der gesamte Ausbildungsjahrgang 1938/1939 der Ascher Turnschule im Kriegsfeld geblieben (Die „Ascher Turner“ heute 1972: 2). Rudolf Jahn selbst erlitt 1941 schwere Verletzungen auf der russischen Front. Am Ende des Krieges wurde er verhaftet, in der Strafanstalt Bory festgehalten und 92 BRÜCKEN 29/1 Mehl, Erwin (1958): Deutsches Turnen, seine Vorläufer und seine Begleiter in den Ländern der böhmischen Krone von den Anfängen bis 1918.– In: Jahn, Rudolf (Hg.), Sudetendeutsches Tur‑ nertum. 1. Teil. Frankfurt/M.: Heimreiterverlag, 9–124. Petersen, Norbert (1980): Ideologie, Struktur und Erziehungsarbeit des Deutschen Turnverbandes im Spiegel der sudetendeutschen Turnzeitung. 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