Clemens Brentano: Briefe IV. Band (1808–1812). Hrsg. von Sabine Oehring (= Sämtliche Werke und Briefe, 32). Stuttgart, Berlin, Köln: Kohlhammer, 1996, 524 Seiten. Clemens Brentano: Briefe V. Band (1813–1818). Hrsg. von Sabine Oehring (= Sämtliche Werke und Briefe, 33). Stuttgart, Berlin, Köln: Kohlhammer, 2000, 570 Seiten und 5 Abb.
Abstract
129
Full text
129REZENSIONEN Clemens Brentano: BriefeIV. Band (1808–1812). Hrsg. von Sabine Oehring (= Sämtliche Werke und Briefe, 32). Stuttgart, Berlin, Köln: Kohlhammer, 1996, 524 Seiten. Clemens Brentano: BriefeV. Band (1813–1818). Hrsg. von Sabine Oehring (= Sämtliche Werke und Briefe, 33). Stuttgart, Berlin, Köln: Kohlhammer, 2000, 570 Seiten und 5 Abb. Steffen Höhne– HfM Weimar/Friedrich ‑Schiller ‑Universität Jena Briefe können, ungeachtet aller privaten Intentionen, auch als authentische Kom‑ mentare zu öffentlich verhandelten Problemen gelesen werden, schließlich geben briefliche Äußerungen immer auch Hinweise auf das soziale, politische und öko‑ nomische sowie das kulturelle Umfeld des Schreibers und ermöglichen damit Ein‑ blicke in Denkweisen und Mentalitäten der Zeit. Briefe lassen sich darüber hinaus im Hinblick auf ihre seismographische Funktion bzw. im Hinblick auf die jeweiligen Wahrnehmungsdimensionen hin untersuchen, wobei individuell adressierte Briefe als mal mehr, mal weniger reflektierte Belege von konkreten Lebensumständen ge‑ lesen werden können. Insofern ähneln Briefe der Textsorte Essay, geht es in ihnen in der Regel weniger um Wissensvermittlung als um die Vermittlung von Erfahrungen. Der Brief, der individuell adressiert als Surrogat des mündlichen Dialogs, öffentlich als Surrogat der Rede fungiert, stellt somit ein kulturelles Dokument dar. Betrachtet man Kultur als Kommunikationsraum, innerhalb dessen die Entstehung eines Briefes zwischen einem mimetischen Prinzip im Sinne dargestellter Wirklichkeit und einem der Imitatio als fingierter Wirklichkeit erfolgt, die wiederum eine nur begrenzte Varianz in Darstellung und Selbstrechtfertigung des Briefschreibers erlaubt, dann lassen sich Briefe als Ausdruck individuell und kollektiv konstruierter Positionierun‑ gen verstehen. In ihnen kommt es zur Konstitution von Sozialität und Territorialität, von Identität und Alterität und den diesen zugrundeliegenden Selektions‑ und Dar‑ stellungsentscheidungen. Im Rahmen der Frankfurter Brentano ‑Ausgabe, seit den 1970ern in Arbeit, er‑ scheinen auch die von Clemens Brentano verfassten Briefe in einer textkritisch besorgten Ausgabe. Ergänzt um Hinweise zur Überlieferung, zu den Lesarten und zur Datierung und im Band 5 mit einer ausführlichen Kommentierung der Briefe an Luise Hensel bietet die Edition eine wichtige Dokumentation auch für den kultur‑ und sozialhistorischen Kontext. Verzeichnisse der Briefe, der Adressaten sowie ein Personenregister erleichtern zudem die Orientierung. Im Interesse des vorliegenden Beitrags stehen die Briefe Brentanos, die sich auf seine Böhmen ‑Aufenthalte zwischen 1810 und 1813 beziehen. Hintergrund der Beziehung Clemens Brentanos zu Prag und Böhmen war zu‑ nächst die durch die napoleonischen Kriege bedingte politische und ökonomische Unsicherheit in Mitteleuropa sowie die durch Napoleon verhängten Abgaben, was auch in der Frankfurter Familie Brentano zu Überlegungen führte, wie das Fami ‑ lienkapital eventuellen Zugriffen entzogen werden könne. Da das Vermögen der Brentanos größtenteils aus österreichischen Obligationen bestand, die aufgrund der
130 BRÜCKEN 27/1 katastrophalen finanziellen Situation der Habsburgermonarchie besonders gefährdet waren, erschien eine Anlage in Immobilien, der Kauf eines Gutes in Böhmen, eine Alternative zu bieten, was sich aber bald als ein ökonomisches Risiko erweisen sollte. Nach einer ersten Böhmen ‑Reise im Herbst 1810 lebte Clemens Brentano ab August 1811, unterbrochen von Aufenthalten in Bukowan, wo er seinen Bruder Christian bei der Wirtschaftsführung unterstützen sollte, sowie einem Besuch in Teplitz (Teplice) in Prag. Im Winter 1811/12 hielt er sich offenbar ununterbrochen in Prag auf. In die‑ sen Jahren war er mit diversen literarischen Projekten befasst, u. a. dem Fragment gebliebenen Roman Der schiffbrüchige Galeerensklave vom todten Meer und– ab Herbst 1811– dem Drama Aloys und Imelde. In Prag stieß Brentano auf den Libussa ‑Stoff, der ihn zu einer größeren dramatischen Arbeit, der Gründung Prags inspirieren sollte, an der er zwischen 1812 und 1814 arbeitete. Die hier vorzustellenden Briefbände begleiten den literarischen Produktions‑ prozess und erlauben Auskünfte zur Wahrnehmung und Konstitution kultureller Phänomene im Medium Brief. So schrieb Clemens Brentano schon nach seinem ersten Böhmen ‑Aufenthalt aus Berlin an Jakob und Wilhelm Grimm (3. bis etwa 11.9.1810) von der Natur des romantischen Landes begeistert: In Bukowan ist eine Wilde, wunderbare Gegend, das ganze Terrain liegt so hoch, daß 10 Minuten hinter dem Schloß auf einem Berg Ptetsch genannt, ein Panorama von 300 Stunden im Umkreiß zu sehen ist, eine Stunde von uns berührt unser Terrain die Moldau mit einem Dorfe in tiefem Felsengrund, und wenn wir hin wollen, und immer bergab gegangen treten wir endlich in ein kleines romantisches Jäger hauß, auf der Spitze eines steilen Felsens, von dem etwa 8 Minuten herab wir auf unsere Dorfs Tiechnitzsch Dächer und die wunderbar gekrümmte Wilde Moldau sehen. Uebrigens ist außer dem Erstaunen an der Natur keine Freude dort zu holen, die Böhmen, welche kein Wort Deutsch können sind ein ganz unbeschreiblich häss‑ liches, boshaftes, dummes, und diebisches Volck, wir können kaum die Räder am Wagen behalten und die Pflüge werden oft gestohlen, auf dem Schloße ist täglich Execution [= Strafvollzug], und Knechte und Mägde gehen in Eisen auf den Acker, die Oestreichische Justitz ist die elendste und niederträchtigste, und ich habe be‑ sonders durch meinen Aufenthalt in Böhmen einen solchen Wiederwillen gegen diesen Staat gekriegt, daß ich nicht nach Wien mochte. […] Das Gantze Land ist eine wunderbare Abwechselung von Reichen neuen Schlößern ungeheuren Kir‑ chen, Berg und thal und Teichen, Wallfahrten begegnen einem von allen Seiten, alle Bauern küßen einem den Rock, (…) es ist oft so schön hier, daß man den Rhein vergisst, und doch mag ich nicht da leben, denn die Zigeuner sind alle zum Galgen reif und gar nicht romantisch. […] Die Stadt [Prag] ist die herrlichste gröste, die ich je sah, doch ziemlich Jesuitisch modern. (FBA 32/IV, S. 280–282) Neben den dem Bildinventar der Romantik entsprechenden landschaftlichen und architektonischen Besonderheiten erfasst der Briefschreiber auch als fremd wahr‑ genommene konfessionelle Prägungen, z. B. die jesuitische Gegenreformation, sowie alltagskulturelle, auf soziale Hierarchien und Distanzierung verweisende Höflich‑ keitskonventionen. Vermerkt wird ferner die desolate soziale Lage der Bewohner, für die auf der einen Seite die österreichische Verwaltung verantwortlich gemacht wird,
131REZENSIONEN man könnte von einer ‚österreichischen Wirtschaft‘ sprechen, wobei der Briefschrei‑ ber der ungebildeten Landbevölkerung, die kein Deutsch verstehe, eine Mitschuld zuweist, werden doch Charaktereigenschaften in einem Verfahren referentieller Stereotypisierung generalisiert und als Eigenschaft der böhmischen Landbevölke‑ rung essentialisiert. Diese vorurteilsbehafteten Einstellungen verstärken sich mit dem zweiten Böhmen ‑Aufenthalt. Der Neujahrsbrief an Antonie Brentano (1.1.1812) vermerkt: Seit 5 Monaten sitze ich schon in Böhmen, mit vielem Vergnügen gewis nicht. Dies Land und der Karackter seiner Bewohner sind mir in der Seele zuwieder und doch muß ich immer da hocken und an Christian zerren (…). (FBA 32/IV, S. 378) Dabei scheinen die ökonomischen Probleme mit Gut Bukowan die negative Wahr‑ nehmung des Schreibers zu verstärken, zumindest bietet das Verfahren der Stereo‑ typisierung Entlastung für das sich abzeichnende finanzielle Desaster. Am 24.03.1812 schreibt Brentano an Achim von Arnim von einem „Schandland“, dessen „Wesen hier ein Haufen der mannichfaltigsten Niederträchtigkeit“ sei (FBA 32/IV, S. 380f.). Derart ethnozentrische Aussagen kulminierten in Klagen über die „Slavackenstadt“ Prag (= slavisches Prag), in der der Dichter nur einen „einzigen Menschen“, einen Kaufmann aus Jena, „mit Geist und (…) Herz“ zu finden weiß (an Savigny, 12.4.1812; FBA 32/IV, S. 388). Und ca. einen Monat später, Mitte bis Ende Mai 1812, schreibt Brentano an Arnim: übrigens ist die Klage über Diebstahl und Schlechtigkeit der Einwohner nicht allein in Böhmen, sondern auch in Mähren, ja biß ins Oesterreich allgemein, sie ist wie alle Sünde in Masse eine Folge der Rohheit, Dummheit, Irreligiosität, des unsin‑ nigsten Aberglaubens, unser jetziger Verwalter ein sonst rechtschaffener nur zu gütiger Mann und Träumer steckt Korallen in die Felder gegen den Hagel Schlag. Ich wollte die Franzosen hätten diese Länder erobert statt Deutschland, diesen wäre es Gesund, und dem Himmel dancke ich, daß wir nicht statt französischer Sklaverei eine Slowakische Freiheit bekommen haben. (FBA 32/IV, S. 398) Zuschreibungen in Form von devianten Eigenschaften der ‚Böhmen‘ werden mit dem Topos der österreichischen Rückständigkeit und Unordnung verbunden und verdich‑ ten sich zu einem stabilen Vorurteil, welches als Deutungsmuster Brentanos Blick auf Land und Leute determiniert und welches in der Folge zu einer nationalstereotypen Ethnisierung führt, eben den diebischen, „hündische(n) Böhmacken“ (FBA 32/IV, S. 406). Man kann hier unschwer ein Verfahren der Verantwortungsabkehr für die de‑ solate ökonomische Lage in Bukowan erkennen, welches in einem ‚stockböhmischen‘, d. h. rein tschechischsprachigen Gebiet liege (FBA 32/IV, S. 402) und sich Probleme damit der lokalen Mentalität anlasten lassen: Ich habe erst jezt, da ich länger hier in der Stadt lebe, die gränzenlose Verworfen‑ heit dieses Volkes kennengelernt, und ich werde mich ewig glücklich schätzen in Preußen zu leben, denn hier sieht man nur Greul, die Leute verhungern vor der Polizei, gestern gieng ich vorüber, da wälzten sich eine ganze Familie auf dem
132 BRÜCKEN 27/1 Pflaster herum und riß das Gras schreiend aus der Erde. (03.09.1811 an Arnim; FBA 32/IV, S. 336) Brentanos Kritik richtete sich somit gegen das österreichische Regierungssystem insgesamt, aber eben auch in pauschalisierender Weise gegen das ‚ganze böhmische Wesen‘ und mit ethnozentrischer Attitüde gegen die tschechische Sprache. In Teplitz, Mitte August 1812, wo Brentano u. a. Bettine und Arnim traf, wurde vermerkt: „Ich bin recht froh wieder Berliner glatte G und Michs zu hören, da ich ganz ver Slawackt, oder kürzer verschlackt bin (…).“ (FBA 32/IV, S. 410) Zuvor schrieb er Karl Philipp Heinrich Pistor am 25.9.1811, die vokalarme tschechische Sprache onomatopoetisch karikierend: müßte ich nicht viele Liebe diesen Winter noch bei euch mit Erzählung dummer Geschichten verdienen, so hätte ich längst geschrieben, daß eine böhmische Fürstin von 18 Jahren, die göttliche Ludmilla von Drwrorbzwlitz Herrin zu Drzetchkluk, Hrowrzowitz und Potloziti sich in mich verliebt hat, (…). (FBA 32/IV, S. 348) Auffälligerweise finden die politischen Ereignisse in Brentanos Briefen, i. G. zur Schilderung der sozialen Lage, nur am Rande Erwähnung. Zum Patriotismus der Be‑ völkerung wird „kein Haß gegen die Franzosen, aber Verachtung gegen seine eigne Regierung,“ vermerkt (FBA 32/IV, S. 328f.; 7.8.1811 an Schinkel). Nirgends Liebe zum Vaterland, noch zu der Wißenschaft, noch zu der Kunst, Hun‑ ger unter den Armen, die höchste Sittenlosigkeit unter den Reichen, keine Ge‑ sinnung für irgend Geschichte, keine politische Ansicht, Soldaten, die sich brav geschlagen, und die nicht wissen warum, und jetzt mannichfaltig ihre Rache an wehrlosen Bürgern nehmen. (FBA 32/IV, S. 381; 24.3.1812 an Arnim) Allerdings liegt der Briefschreiber hierbei nicht völlig falsch. Denn nach dem ersten Sieg über Napoleon bei Aspern am 21. und 22. Mai 1809, der ‚Überwindung des Unüber‑ windlichen‘, so Kleist in seinem Gedicht Erzherzog Karl, der auch in Prag enthusiastisch gefeiert wurde, mussten die Nachrichten von der Art der Niederlage von Wagram am 5. und 6. Juli 1809, die zumindest teilweise katastrophalen strategischen Versäumnissen der habsburgischen Armeeführung geschuldet war, und dem vorschnellen Waffen‑ stillstand in Znaim am 12. Juli sowie dem Friedensschluss von Schönbrunn entspre‑ chend desillusionierend wirken. Patriotischer Enthusiasmus und Opferbereitschaft erschienen zwecklos, die sozialpolitische Stagnation unter FranzI. fand kein Ende, die napoleonische Hegemonie in Europa schien auf unabsehbare Zeit verfestigt. Die Versuche der „Ochsendummen Prager Censur“ (FBA 32/IV, S. 331), den 1809 entfachten Patriotismus wieder restaurativ einzubinden, dem der Kaiser ohnehin sehr reserviert gegenüberstand, quittierte Brentano somit am 25.9.1811 an Pistor (FBA 32/IV, S. 351f.) durchaus zutreffend: von „Politicis ist man hier miserabel unterrichtet.“ Der Brief an Susanne von Hügel (vermutlich 7.–16. Juli 1814), den Brentano auf der Rückreise von Wien aus Prag adressierte, kann als eine Art Bilanz des Böhmen‑ bzw. Habsburg ‑Aufenthaltes, aber auch des Dramas Die Gründung Prags gelesen werden. Angesichts der überteuert illuminierten Siegesfeier in Prag am 7.7.1814 reflektierte Brentano sowohl die soziale Ungerechtigkeit als auch die Profanität der Zeit:
133REZENSIONEN in einem Zeitalter, wo Menschen aus Mangel an Holz verfrieren. Es liegt etwas Schreckliches in diesem Gedancken. Wie überhaubt in allem, was unmittelbar aus der Staatsgesinnung dieser Zeit hervorgeht. Wenn ich die Monarchen, ihre Regie‑ rungen und den Ganzen tirannischen Unsinn von oben herab, wie den Schmutz, die Niedrigkeit, die Sklaverei und Dummheit von Unten herauf betrachte, so er‑ greift mich ein gräßlicher Eckel und ich fühle tief in mir die Quelle meiner Trauer in einer Zeit, in welcher weder ein schönes Leben noch ein schöner Tod vergönnt ist. […] Nur in der Gottheit und in ihrer Verehrung kann der Mensch noch Freiheit finden, diese aber allein ist es, die ihn zum Ebenbilde Gottes macht, da aber ein Schwancken, eine Halbheit in seiner Erkenntniß uns nie ganz vom Anblick und der Einwirkung der dummen, verkehrten, und Hoffärtigen, ja recht abgeschmackten Welt abwendet, so ist kein Mittel zur Ruhe und Freiheit und zu einem Leben ohne Aergerniß zu gelangen, als durch ein gänzliches Eingehen in Gott und alle seine Äußerungen. (FBA 33, S. 128f.) Für Brentano, das belegen zumindest die Briefe mit ‚Böhmen‘‑Bezug, lässt sich somit weder ein zeittypisches kulturelles Böhmen ‑Interesse wie bei Goethe konstatieren, noch eine Affinität für landespatriotisch bohemistische Einstellungen wie bei vielen deutschsprachigen Autoren zu Beginn des 19. Jh., noch diente ihm Prag als antinapoleo‑ nischer Erinnerungsort wie anderen Zuzüglern dieser Jahre. Die Briefzeugnisse Bren‑ tanos deuten eher auf eine ambivalente Einstellung, die zwischen naiver Affirmation eines seit der Kindheit geprägten idealen Sagenlandes Böhmen, das im literarischen Werk Niederschlag finden sollte, und einer ethnozentrischen Wahrnehmung realer sozialer, kultureller und politischer Rückständigkeit schwankte. Brentano antizipierte in seinen Briefen– anders als Goethes transkulturell ‑integratives Deutungsmuster– ein gleichermaßen wirkungsmächtiges Argumentationsmuster, welches von Hyposta‑ sierungen einer zivilisatorischen, sozialen und politischen Rückständigkeit Böhmens bzw. Habsburgs insgesamt, einer Abwertung lokaler Kulturen und Sprachen und damit deren grundsätzlicher Statusabwertung ausgeht. Beide Deutungsmuster sollten die deutsche Wahrnehmung Böhmens bis in den Vormärz hinein prägen. Die Briefe von Clemens Brentano, die im Rahmen der Frankfurter Brentano‑ Ausgabe vorliegen, bieten somit auch für germanobohemistische Fragestellungen bzw. Interessen einen relevanten Quellenfundus, der wichtige Facetten zur kultur‑ und sozialgeschichtlichen Entwicklung im frühen 19. Jahrhundert beisteuert. Wolfgang Künne, Petr Piša: „weil ich den kirchlichen sowohl als weltlichen Behörden mißfiel“. Bernard Bolzano auf dem Index (= Beiträge zur Bolzano ‑Forschung, 28). Baden ‑Baden: Academia, 2018, 198 Seiten. Kurt Strasser– Paris ‑Lodron Universität Salzburg Die Reihe Beiträge zur Bolzano ‑Forschung [BBF] hat es sich zur Aufgabe gemacht, Leben und Werk des großen böhmischen Philosophen Bernard Bolzano (1781–1848) aus der