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Eine etymologische Bemerkung zu ἀνεψιός

Abstract

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Eine etymologische Bemerkung zu ἀνεψιός

Author: Bakyta, Ján
Publisher: Univerzita Karlova, Filozofická fakulta,Praha
Year: 2018
Source: https://dspace.cuni.cz/bitstream/20.500.11956/104208/1/Jan_Bakyta_5-11.pdf
Eine e ymologische Beme kung zu ἀνεψιός
Ján Baky a
Ka ls-Uni e si ä P ag
ABSTRACT:
I is p oposed o de i e G eek ἀνεψιός ‘cousin’ < *sm -nep ijo- om an o he wise una es ed lexeme
*sm -nep(o) -. Bo h e ms may o iginally ha e mean ‘cousinʼ, he la e being unde s ood om he
pe spec i e o ano he cousin ( hus li e ally ‘co-g andsonʼ), he o me om he pe spec i e o
hose ou side he g oup ( hus ‘one o he co-g andsons/cousinsʼ). The absence o he spi i us aspe
in ἀνεψιός, which like ἀδελφός ‘siblingʼ o ἄλοχος ‘wi e‘ belongs o he g oup o compounds wi h he
‘i egula ʼ change *s m - > ἀ-, may be explained wi hin he pa adigm o lexical di usion.
KEYWORDS:
G eek, Indo-Eu opean, nominal de i a ion, kinship e minology, sociolinguis ics, lexical di usion,
G assmannʼs law
Es is allgemein ane kann , dass das g iechische Wo ἀνεψιός „Ve e “ mi la einisch
nepōs, -o is „Enkel“, al indisch napā - „Enkel“ usw. zu e knüp en is .1 Unkla bleib
nu de Anlau okal des g iechischen Wo es, de im Ma e ial de üb igen Sp achen
kein Gegens ück besi z . In neue e Zei p leg man ihn au einen La yngal zu ück-
zu üh en, weshalb on einigen Fo sche n in diesem Fall eine u indoge manische
Wu zel o m *h2nep - ekons uie wi d.2
Diese E klä ung is zwa an sich nich zu beans anden und du chaus de äl e-
en Annahme o zuziehen, man habe hie mi eine — une klä en bzw. spo adi-
schen— Vokalp o hese zu un,3 da de Anlau *[nV]- phone isch siche nich nu im
1 Diese Bei ag en s and im Jah 2009 mi Un e s ü zung de G an agen u de Ka ls-Uni-
e si ä P ag (G an -Numme 8662/2008). Vo de e spä e en Ve ö en lichung des o -
liegenden Jah gangs on Cha ešša im Jah 2018 wu de e neu bea bei e und e wei e
und diesmal wu de die A bei du ch das P og amm on Cha les Uni e si y Resea ch Cen-
e N .204053 un e s ü z . Fü we olle Hinweise sowie ü die sp achliche Ko ek u
des Tex es danke ich auch Reine Lipp (Ka ls-Uni e si ä P ag).
2 So beispielsweise on Beekes (1969: 45), de Vaan (2008: 405 s. . nepōs) ode Va oušek
(2008: 112 s. . nučka und nuk). De e s genann e Fo sche ha sich abe spä e zu al e -
na i en E klä ung mi *s m - bekann (Beekes 1976: 52 . mi Anm. 7) und zule z die F age
o en gelassen (Beekes 2010: 102 s. . ἀνεψιός).
3 So z.B. B ugmann— Thumb 1913: 173, Meille — Vend yes 1924: 40, Lejeune 1972: 149 §148
und imme noch— wenn auch nich ganz en schieden— Rix 1992: 58. Mi einem p o he-
ischen Vokal echne auch Szeme ényi (1977: 394), obwohl diese hie (implizi ) einen La-
yngal im Wu zelanlau ü möglich häl (Szeme ényi 1977: 395 und 404 .).
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6 CHATREŠŠAR 1/2018
Allgemeinen, sonde n besonde s auch im Al g iechischen4 keineswegs einen p o he-
ischen Vokal e lang . Ich glaube abe , dass man zu E klä ung des g iechischen
Anlau okals in diesem Fall nich den Ansa z eines La yngals benö ig , sonde n dass
ἀ- aus *s m - he zulei en und somi als Vo de glied eines Komposi ums zu be ach en
is . Das is alle dings im G unde genommen eine schon ech al e Ve mu ung: be ei s
H.Ebel und G.Cu ius haben im Ke n das Rich ige gesehen, spä e abe mals und
wah scheinlich unabhängig on ihnen E.Schwyze .5
Schwyze s e ymologische Deu ung des Wo es als „eine aus de *ἀνεψιά, de
Gesam hei de nepō ēs“ is abe ielleich zu p äzisie en.6 Falls *nep(o) - wi klich
„Enkel“ bedeu e e, lieg eine Deu ung on *s m -nep ijo- als „Mi enkel“ bei eine Be-
zeichnung ü Ve e du chaus nahe.7
Es is nich ganz siche , ob das Komposi um *sm -nep -ijo- ein Ablei ungssu -
ix *-ijo- au weis ode au einem be ei s exis ie enden subs an i ie en Adjek i
* nep -ijo- basie , dessen u indoge manisches Al e e wa die a es ische Fo m nap iia-
„Abkömmling, zu den Enkeln Gehö ige “ sowie ussisch-ki chensla isch ne ьjь
„Ne e“ nahelegen.8
Es is auch nich kla , was *nep ijo-, wö lich „de zu den Enkeln / zu Enkelscha
Gehö ige“ bzw. „de om Enkel S ammende“, u sp ünglich konk e bedeu e haben
mag. „U enkel“ und meh noch „Nachkomme“ klingen meine Meinung nach iel
zu abs ak ü eine e wand scha sbasie e Gesellscha mi e mu lich nich be-
sonde s langlebigen Mi gliede n. Es kommen die Schwie igkei en mi de Bedeu ung
des hie o liegenden Komposi ums hinzu: „Mi nachkomme“ wü de eine g o eske
Bezeichnung da s ellen, wä e sie aus de Sich des G oss a e s o mulie wo den.
Und wa um soll jemand ande e sei s seinen Ve e als „Mi nachkomme“ bezeich-
ne haben, wenn e selbs als *nep(o) - („Enkel“), nich abe als *nep ijo- ( e mu lich
„Nachkomme“) angesp ochen wu de?
Um de Seman ik unk ionell Rechnung zu agen, is somi ü die Wo bildung
olgende De i a ionske e anzuse zen: *nep(o) - → *sm -nep(o) - → *sm -nep -ijo-, wobei
4 Vgl. al e indoge manische Wö e wie ναῦς ode νέος; eine Vokalp o hese o [n] konn en
B ugmann— Thumb (1913: 173) sons kaum mi Beispielen belegen.
5 Ebel 1852: 293; Cu ius 1879: 267; Schwyze 1939: 433.
6 Ans oß da an als „ganz g o esk“ nimm Szeme ényi 1977: 394.
7 So auch No mie 1980: 51 mi Anm. 31 sowie Mallo y— Adams 2006: 211; zu Fällen de
g iechischen Assibila ion on τι zu σι o Vokal in Auslau silbe gl. Schwyze 1939: 270
und Lejeune 1972: 63–65 §51 mi Anm. 2.
8 Das in nap iiaēšū na šucā „un e den zu den Enkeln Gehö igen und den Enkeln“ (Yasna
46, 12) beleg e al a es ische nap iia- is nach Ausweis des Me ums d eisilbig zu mes-
sen, also [nap ija]- (siehe Pe e s 1980: 136 Anm. 87); das Wo ha gemäß Kellens— Pi a
1988: 5 und 1990: 274 die du ch seine de i a ionelle Bildung zu e schließende Bedeu ung
„qui se appo e aux pe i s- ils“ und dien de Bezeichnung eines „ma i d’une pe i e- ille“
ode eines „a iè e-pe i - ils“; seine Vo geschich e wi d olgende massen ekons uie :
*nep -ih2-o- „zu Nachkommenscha / Enkelscha gehö ig“ ← *nép -ih2- „Nachkommen-
scha , Enkelscha “ (siehe Lipp 2009: 184 Anm. 174). Wa um No mie 1980: 51 Anm. 31 an
*nep ihó-, d.h. *nep ih1ó- dach e, is mi unkla .
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Ján BAKyTA 7
die beiden e s en Gliede im his o ischen G iechisch nich e hal en sind.9 Sowohl
*sm -nep(o) - als auch *sm -nep -ijo- bezeichne en den „Ve e “. Wo in bes and dann de
Un e schied? U sp ünglich ielleich in de Sich des Sp eche s: Ein Enkel nann e
seine Ve e seine „Mi enkel“ (*sm -nep(o) -), also „die, die mi mi Enkel genann
we den“ bzw. „die mi mi (lebenden, spielenden) Enkel“, was abe aus de Sich de
ande en Ve wand en und e s ech de auße halb de Familie S ehenden eine nich
passende An edeweise bzw. Bezeichnung wa . Deshalb e wende en diese Pe sonen
das subs an i ie e Adjek i *sm -nep -ijo, das spä e das u sp üngliche e *sm -nep(o)
- e d äng e. Und dieses Adjek i wä e dann doch nahezu im Sinne Schwyze s zu
e s ehen („de zu den Mi enkeln Gehö ige“, „eine on den Mi enkeln / Ve e n“), is
abe in e s e Linie nu eine Ablei ung, die nich allzu wö lich zu nehmen is .
Die lau liche Schwie igkei , die da in bes ünde, dass man dann eigen lich
**ἁνεψιός e wa en wü de,10 eil das Wo mi ielen ande en, die zwei ellos das
Vo de glied *s m - en hal en und dennoch einen Spi i us lenis bei α- zeigen.11 Wie die
Dinge nun einmal liegen, soll e das Au e en on ἀ- ans a ἁ- kein schwe wiegendes
Hinde nis ü die hie e e ene E ymologie on ἀνεψιός da s ellen. Wie is abe
diese Sachlage als Ganzes zu e klä en?
Übliche weise echne man bei de En s ehung und Ve b ei ung de unbehauch-
en Va ian e des be e enden Vo de gliedes mi zwei Fak o en: „ἀ- en s and zue s ,
wenn das Hin e glied h- ode Aspi a a en hiel , ode in psilo ischen Dialek en“.12
Doch sind beide nich unp oblema isch,13 und auch wenn man sie als wi klich ele-
9 Eine indi ek e Spu on *nep(o) - wu de in de Glosse νεόπτραι· υἱῶν ἢ <θυγατέρων>
θυγατέρες (Hesychius N 345; in de Handsch i s eh υιον η θυγατερες) gesehen (z.B.
Bee kes 1976: 53), doch kann das schon wegen de no wendigen Tex emenda ionen nich
als siche gel en.
10 He o gehoben on Szeme ényi 1977: 394.
11 Zum Ma e ial siehe Schwyze 1939: 433.
12 Zi a bei Schwyze 1939: 433; im wesen lichen be ei s Os ho 1884: 480–482 (doch bes-
se , was die Psilose be i , zumindes in heo e ische Hinsich , wenn auch nich in
de p ak ischen Anwendung); wei e gl. e wa F isk 1960–1972: I, 1 s. . ἁ-, Chan aine
1968–1980: 2 s. . ἁ-, Lejeune 1972: 92 §82 und zule z Beekes 2010: 1 s. . ἁ- 1.
13 Zum e s e en: dissimila o ischen Ve lus on [h-] im Vo de glied *ha- < *sm- kann man nu
in den Lexemen aus indig machen, die einen aspi ie en Plosi in eine nich unmi elba
olgenden Silbe au weisen (e wa ἀδελφ(ε)ός, ἀκόλουθος und e mu lich auch zunächs epi-
sches ἄλοχος, wenn die Dissimila ion ühe anzuse zen wä e als die Psilose im be e enden
Dialek ); dies is abe o z de üblichen De ini ion de Anwendung des G assmannschen
Gese zes inne halb de Dömane des Wo es (z.B. Lejeune 1972: 56 §45 ode Rix 1992: 97)
eine du ch das Ma e ial kaum gu gesiche e Bedingung ü die Wi ksamkei dieses Gese -
zes; abgesehen on den Komposi a mi *sm- gib es nämlich nu wenige und ielleich auch
ande s e klä ba e Fälle in dem bei Schwyze 1939: 261 e zeichne en Ma e ial ( gl. zumin-
des zu ἄμαθος Beekes 2010: 79 . s. . ἄμαθος und zu εἴληφα und olglich auch εἴωθα Slings
1986: 13–14). Vgl. auch die Skepsis on Collinge 1985: 52–53 (besonde s 52 .: „i dissimila ion
is ‘a oidance o epe i ion o an a icula o y ac ionʼ …, his cons ain mus ade a e se e al
segmen s“). Zum le z e en: die Übe nahme eines Lexems aus eine psilo ischen Va ie ä in
einen [h]-bewah enden Dialek des G iechischen se z das Fehlen des e ymologisch und
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an ü die be e ende En wicklung akzep ie en wü de, wü de die Dis ibu ion de
Va ian en ἁ- und ἀ- in den Belegen ein nich ge ade ap io i e wa e es Bild bie en.
Um ihm ge ech zu we den, g ei man zum Konzep „Analogie“; dies is in diesem
Zusammenhang o ensich lich als ein unscha es E klä ungsp inzip zu e s ehen,
das besag , dieses ode jenes Lexem habe sich nach einem ande en bei de Wahl de
Fo m des Vo de gliedes ge ich e au g und i gendeine seman ischen Nähe. Diese
A de E klä ung könn e zwa manchmal ziemlich plausibel, manchmal abe ehe
no ged ungen anmu en.
So is gu denkba , dass ἀγάστορες „B üde “ in Anlehnung an ἀδελφός „B ude “
gebilde wu de. Bei ἄβιος „ eich“ kann man zwa eben alls eine ezen e Neubildung
e mu en, abe es wä e kaum möglich, das Mus e lexem zu inden. Und e wa im
Falle on ἄπεδος „eben, lach“ schein mi eine solche Suche ganz müssig zu sein.14
Au de ande en Sei e kann ἀ- in diesen zwei le z genann en— sowie in einigen
ande en— Fällen auch au de Nulls u e on *en- be uhen.15
Eine in unse em Zusammenhang beme kenswe e E scheinung s ell abe jeden-
alls das Wo ü „ e sammel “ da , ü das man zwei al g iechische Va ian en zu
egis ie en p leg , sowohl ἀθρόος als auch ἁθρόος (bzw. kon ahie ἀ-/ἁθροῦς).
bedeu ungsmäßig iden ischen Lexems in de Nehme sp ache o aus, das deshalb wah -
scheinlich auch die Du chsich igkei des Wo es in de Zielsp ache beein äch ig haben
soll e. Dass die übe nommenen Lexeme un e diesen Ums änden wei e hin als Modell ü
die [h]-lose Fo m des Vo de gliedes gedien hä en, bleib eine unsiche e Ve mu ung. Sie
wä e na ü lich plausible , alls das G assmannsche Gese z die Va ian e ἀ- neben ἁ- schon
ühe wi klich e ablie hä e, da dann zumindes das Vo de glied des übe nommenen
Lexems du chsich ig gewesen sein könn e. Le z en Endes gib es abe kaum Fälle, in de-
nen man on dem be e enden Wo mi gu em Gewissen behaup en kann, dass es sich
um eine Übe nahme aus einem psilo ischen Dialek in einen nich psilo ischen handle: so
ielleich — neben dem zugehö igen Maskulinum— ἄκοιτις „Ga in“ in de a ischen Li-
e a u bzw. Dich ung (z.B. Soph. T ach. 1048) nach de Sp ache de home ischen Epen
(z.B. Hom. Il. 3, 447).
14 Beleg is ἀγάστορες (im Geni i ) eigen lich nu im hellenis ischen We k [Lycoph on], Ale-
xand a 264. Die spä e en Belege in de lexikog aphischen T adi ion ( o allem Hesychius
Α 357 [die Edi ion on La e bzw. ih e zwei e Au lage on La e und Cunningham sch eib
ἁγάστορες]) möch e ich nich da on ennen (pace Liddell— Sco — Jones 1940: 6 s. .
ἀγάστωρ). Das Wo wä e dann kaum e was ande es als eine Augenblicksbildung.
Beim Lexem ἄβιος sind sich unse e lexikog aphischen Quellen dessen bewuss , dass de
Beleg im We k des Sophis en An iphon zu inden is (siehe An iphon, . 43 [Diels—
K anz]). Es muss also zumindes seh sel en o gekommen und kann mögliche weise so-
ga on An iphon selbs gebilde wo den sein.
Ἄπεδος inde man zum e s en Mal bei He odo , es is abe auch bei Thukydides und Xeno-
phon beleg (siehe z.B. Liddell— Sco — Jones 1940: 182 s. . ἄπεδος). T o z de ehemali-
gen Bedeu ung des kleinasia ischen Ionisch als Sp ache de Wissenscha en, z.B. de Geo-
g aphie, schein es mi nich no wendig, das Wo bei den A hene n als eine Übe nahme
aus dem li e a ischen ode soga gesp ochenen Ionisch anzusehen.
15 Fü ἄβιος me k das be ei s Schwyze 1939: 433 an, nach Reine Lipp (sch i liche Kom-
munika ion) wä e das auch de Fall on ἄπεδος. Zu P oblema ik dieses Vo de gliedes,
ἀ ἐπιτατικόν/in ensi um, gl. auße dem zule z Scha ne 2006: 158–163.
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Ján BAKyTA 9
Das deu e zunächs nu die o hog aphische Unsiche hei de mi elal e lichen
(und e mu lich schon hellenis ischen) Tex übe lie e ung an, doch wi d man da -
aus ielleich nich mi Un ech au die en sp echende lau liche Va ia ion be ei s
im klassischen Dialek spek um ode zumindes im A ischen (und da au hin in de
Koine) schließen können.16 Die behauch e Fo m des Wo es e le z in k asse Weise
das G assmannsche Gese z (diesmal in gu bezeug e Ve sion, d.h. ü zwei au ein-
ande olgende Silben), das somi eigen lich seine E klä ungsk a ü ἀ ἀθροιστικόν
einbüssen soll e, und das Nebeneinande de beiden Va ian en mach sowohl Übe -
nahme de unbehauch en Fo m aus einem psilo ischen Dialek als auch die E klä-
ung de behauch en Fo m mi Hil e de „Analogie“ seh unwah scheinlich.17
Man kann abe die Sachlage auch mi Hil e de Theo ie de lexikalischen Di u-
sion eines Lau wandels (in diesem Fall [h]- > 0) deu en bzw. konzep ualisie en.18 So
kann die Va ia ion [h]- : 0- im G iechischen ziemlich üh begonnen und zunächs
nu in einigen Wö e n zu Ve allgemeine ung de Null-Va ian e des Lau es ge üh
haben: so e wa im Lexem ü „B ude “, e mu lich wegen seine zwei ellos seh
hohen F equenz19 (da das Wo pang iechisch psilo isch is , dü e man hie soga
an eine be ei s u g iechische E ablie ung des h-Schwundes denken). Diese ühe e
Va ia ion kann abe auch ande e, mögliche weise alle Ins anzen des en sp echen-
den Vo de gliedes e ass haben; le z en Endes wu de die Theo ie de lexikalischen
Di usion ü die Mo pheme o mulie .20 Im (gesch iebenen) a ischen Dialek des
4.Jah hunde s, ü den man noch am ehes en den Bes and und die lau liche Fo m
de einschlägigen Wö e kenn , schein das Mo phem nach lange En wicklung in
einigen Ins anzen meh hei lich noch [h]- bewah (ἁπλοῦς, ἅπας, ἅπαξ), in ande en,
wah scheinlich zahl eiche en, den Lau abe e lo en zu haben (z.B. ἀκόλουθος),
16 Übliche weise gil ἁθρόος als a isches (und ἀθρόος dann implizi als auße a isches) Wo
(siehe z.B. F isk 1960–1972: I, 29 s. . ἀθρόος ode Beekes 2010: 30 s. . ἀθρόος), doch wi d
das keineswegs du ch das Ma e ial un e maue . Sowei ich sehe, gib es im al g iechi-
schen insch i lichen Ko pus in den lokalen Alphabe en, die den a ischen Cha ak e de
behauch en Fo m (und in einigen Fällen auch umgekeh ) zeigen könn en, keinen Beleg
des Lexems (nach de Reche che in h p://epig aphy.packhum.o g [zule z abge u en am
14.Juni 2018]).
17 Die Wiede he s ellung des Spi i us aspe nach ἅπας, ἅμα pos ulie en F isk (1960–1972: I,
29 s. . ἀθρόος), Chan aine (1968–1980: 28 s. . ἀθρόος) sowie Beekes (2010: 30 s. . ἀθρόος);
Os ho 1884: 481 ha seine zei als ein d i es Vo bild noch ἁπλόος genann .
18 Zu lexikalischen Di usion siehe o allem die Pionie s udie on Wang 1969: 12–18, wei-
e e wa die Übe sich on McMahon 1994: 49–53 sowie den wich igen e gänzenden A i-
kel on K ishnamu i (1998), de schon deshalb hie on In e esse is , da e den Lau wan-
del s> h > 0 (im Gondi) hema isie .
19 Vgl. Bybee 2002: 263–269 (besonde s 268: „in gene al, educ i e changes end o occu
ea lie and o ag ea e ex en in wo ds and ph ases o high equency“).
20 Wang 1969: 14–15. Doch siehe auch die di e enzie e e These on Bybee (2002: 286):
„bound mo phemes can ha e an e ec on he di usion o asound change, sugges ing
some associa ion wi hin he lexicon among ins ances o he same mo pheme in di e en
wo ds.“ Abe zugleich: „The impo ance o he mo pheme in hese cases does no o e s-
hadow he impo ance o he wo ds he mo pheme appea s in.“
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und einmal is wah scheinlich die Va ia ion noch in de Übe lie e ung sich ba (bei
dem oben e wähn en ἁ-/ἀθρόος). Insgesam schein das damalige Bild de Va ia ion
ü das Mo phem ha- : a- ehe be ei s den obe s en Teil de S-Ku e zuguns en de
neue en Va ian e e eich zu haben (obwohl die Di usion des Ve lus es des anlau en-
den [h] im Hinblick au den ganzen Wo scha z imme noch ehe am An ang s and
und nu eine kleine Zahl de einzelnen Lexeme bzw. Mo pheme e ass ha e— nich
einmal ἀ ἀθροιστικόν in seine Gesam hei ).
Bei ἀνεψιός kann, ähnlich wie im Fall on ἀδελφ(ε)ός, schon die zwa nied ige e,
abe kaum zu un e schä zende Häu igkei des Lexems zu ühen Ve allgemeine ung
seine h-losen Va ian e ge üh haben. Dass meh e e Bezeichnungen ü Familien-
ode Haushal smi gliede das Vo de glied *s m - au den e s en Blick in hauchlose
Ges al au weisen, üh in Ve suchung, die ühe Ve allgemeine ung diese Va ian e
des P ä ixes in diesen Fällen auch du ch die Zugehö igkei zu selben seman ischen
Ka ego ie zu mo i ie en. Auße ἀδελφ(ε)ός und ἀνεψιός sind sie abe übe lie e in
den als psilo isch gel enden Va ie ä en21 ode in ela i spä e Zei , als de Ve lus des
[h]- pang iechisch schon wesen lich o gesch i ene wa und die Übe lie e ung de
Spi i us-Zeichen deshalb un e lässlich sein konn e.22 Bei solch unsiche e Ma e ial-
g undlage is Gewisshei bei diese ode eine ähnlichen In e p e a ion leide kaum
zu e langen.
LITERATUR
21 Und zwa die zwei Bezeichnungen ü Ga in, ἄλοχος und ἄκοιτις, zu welchen gl. Anm. 13.
22 Zu nennen sind die be ei s (in Anm. 14) e wähn en ἀγάστορες (bzw. ἁγάστορες) und die
Hesychglossen wie ἁγάλακτες· σύγγονοι, ἥλικες, ὁμογάλακτοι (Hesychius A262; wei e
auch A255 [ἁγάλακτος], A256 [ἁγαλάκτορα], A272 [ἁγάλαξ], A291 [ἁγάλακτας] und
A294 [ἁγαλακτοσύνη]). Diese Fo men sind bezeichnende weise alle in de äl e en Edi i-
on on Schmid psilo isch no ie (und en sp echend z.B. auch bei Liddell— Sco — Jo-
nes 1940: 6 bzw. 5 ode Schwyze 1939: 433 [hie alle dings nu die ungenauen Fo men
ἀγάστωρ und ἀγάλακτοι]), wäh end sie in de neue en Edi ion on La e (je z in de
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