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Die deutsche Reichsgründung im Kontext der Europäischen Geschichte

Abstract

121

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Die deutsche Reichsgründung im Kontext der Europäischen Geschichte

Author: Kraus, Hans-Christof
Publisher: Univerzita Karlova, Filozofická fakulta,Praha
Year: 2020
Source: https://dspace.cuni.cz/bitstream/20.500.11956/157241/1/Hans-Christof_Kraus_121-130.pdf
Die deu sche Reichsg ündung
im Kon ex de Eu opäischen Geschich e
Hans-Ch is o K aus
ABSTRACT:
De Au sa z s ell die deu sche Reichsg ündung on 1871 in den Kon ex de Na ionals aa sbildun-
gen in Eu opa sei Beginn de F ühen Neuzei . Das Deu sche Reich, beg ünde als ein es e Zusam-
menschluss de deu schen Bundess aa en mi Ausnahme Ös e eichs, scha e es a sächlich, einen
his o ischen Ausgleich zwischen den pa ikula en T adi ionen und den neue en Einhei sbes e-
bungen in Deu schland zu e eichen. Die hie du ch bewi k en In eg a ionsp ozesse poli ische , so-
ziale und wi scha liche Na u es ig en und s ä k en den mi eleu opäischen Raum, besei ig en
die du ch übe mäßige poli ische F agmen ie ung bewi k en ühe en Schwächen, schu en abe bis
1914 auch kein „zu s a kes“ Deu schland, wie spä e e e ehl e Deu ungen behaup e en. Au den In-
eg a ionsleis ungen de Jah zehn e nach 1871 be uh im Ke n auch noch das heu ige, sei 1990 wie-
de e einig e Deu schland.
KEYWORDS:
Na ion s a e; 19 h cen u y; Ge man his o y; Founda ion o he Ge man Reich
Ein bedeu ende deu sche His o ike de mi elal e lichen Geschich e, He mann
Heimpel, ha einmal beme k : „Dass es Na ionen gib , is his o isch das Eu opäische
an Eu opa“1. Mag auch das im 19.Jah hunde en s andene neue e Na ionalbewuss -
sein au einen seh spezi ischen, kons uie en Na ionsbeg i diese Epoche zu ück-
gehen, so is und bleib doch die Ta sache, daß sich sei dem Mi elal e zue s die
g oßen, spä e auch die mi le en und kleine en Na ionen he ausgebilde haben, ein
G und ak um de Geschich e Eu opas. Um noch einmal He mann Heimpel zu zi ie-
en: „Sei de Völke wande ung gib es ein g undsä zlich na ional e aß es Eu opa,
gib es ode bilden sich Na ionen. Mögen diese langsame ode schnelle aus S äm-
men gebilde sein, mögen sie sich in go ische, angelsächsische, änkische G oß ei-
che ausgewachsen haben, mögen sie sich wiede zusammenziehen in Fü s ens aa en
hohe ode niede e Ränge: imme gib es, endlich sei dem zehn en Jah hunde ,
Deu sche, Englände , F anzosen, I aliene , Spanie , Polen, Russen“2. Ein gemeinsa-
1 H.HEIMPEL, En wu eine deu schen Geschich e. Eine Rek o a s ede, in: DERSELBE, De
Mensch in seine Gegenwa . Sieben his o ische Essays, Gö ingen 1954, S.162–195, hie S.173.
2 Ebenda.
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me Siedlungs aum und ebenso eine gemeinsame Sp ache sowie eine sich hie aus
en wickelnde gemeinsame Kul u s ehen am Beginn de Na ionswe dung, die im All-
gemeinen mi de En wicklung auch eines zusammenhängenden poli ischen Gebil-
des— in de Konsequenz also mi eine manchmal jah hunde elang sich ollziehen-
den S aa sbildung— abgeschlossen wo den is .
Abe nich nu in Eu opa, sonde n auch in ande en on Eu opa beein luss en
und gep äg en Teilen de Wel , lassen sich in globale Pe spek i e meh e e S u en
de Na ionals aa sbildung un e scheiden— und in diesen Kon ex muss man auch
die G ündung des Deu schen Reiches on 1871 als mode ne deu sche Na ionals aa
eino dnen. Im Rückblick au die En s ehung de neue en Na ionals aa en— on de
Na ionswe dung im ühen Mi elal e bis hin zu neuzei lichen Kons i uie ung des
na ionalen S aa es als poli ische O ganisa ion eines geein en Volkes— lassen sich
bishe insgesam sechs un e schiedliche S u en, Phasen ode auch Wellen de Na-
ionals aa sbildung un e scheiden, die sich zei lich on de F ühen Neuzei bis hin
zu unmi elba en Gegenwa e s ecken und in äumliche Ausb ei ung be ei s sei
dem spä en 18.Jah hunde auch auße halb Eu opas zu inden sind3.
Die e s e Phase de Na ionals aa sbildung um ass die Zei om spä en 15. bis
zum ausgehenden 18.Jah hunde . Es dü e kein Zu all gewesen sein, dass die ü-
hen eu opäischen Wel - und Kolonialmäch e, die diesen Namen e dienen, nämlich
das spanische Reich, das König eich on G oßb i annien sowie schließlich auch das
König eich F ank eich, sich nach und nach als Na ionals aa en im neue en Sinne
kons i uie en. Das wa zu jene Zei noch ein langwie ige und komplexe Vo gang,
de sich als poli ische In eg a ion zue s ech un e schiedliche Regionen und Te -
i o ien, o auch au dem Weg de mona chischen Pe sonalunion, ollzogen ha 4.
Das gil zue s ü Spanien, wo es König Philipp II. bis zum Ende des 16.Jah hun-
de s gelang, du ch die Ve einigung de beiden bis dahin ge enn en K onen on Kas-
ilien und A agon den inne en Zusammenschluss ganz Spaniens zu e eichen und
dami eine poli ische Einhei zu scha en, die o an als solche nich meh in F age ge-
s ell wu de. Seh ähnlich e lie die En wicklung auch au den b i ischen Inseln, wo
eben alls ein Zusammenwachsen u sp ünglich seh un e schiedliche He scha s-
gebie e s a and: Es wa die In eg a ion o mals oneinande ge enn e Landes eile
mi eilweise seh e schiedenen his o ischen und kul u ellen T adi ionen un e de
K one Englands: Das Fü s en um Wales wu de be ei s bis 1542 eingegliede , das sei
1603 in Pe sonalunion egie e König eich Scho land wu de 1707 mi England e -
3 Hie zu und ü das Folgende gl. in Fo üh ung de g undlegenden S udien on T.SCHIE-
DER, Na ionalismus und Na ionals aa . S udien zum na ionalen P oblem im mode nen Eu o-
pa, h sg. . O.DANN / H.-U. WEHLER, Gö ingen 1991, o allem H.-Ch. KRAUS, Na ion
und Na ionals aa . His o ische Vo ausse zungen und gegenwä ige Bedeu ung, in: C.MASALA
(H sg.): Zu Lage de Na ion. Konzep ionelle Deba en, gesellscha liche Reali ä en, in e na io-
nale Pe spek i en (Ve ö en lichungen de Deu schen Gesellscha ü Poli ikwissenscha ,
36), Baden-Baden 2018, S.9–27.
4 Gu e zusammen assende Übe blicke zu den einzelnen eu opäischen Na ionen und den di-
e sen Fo men ih e his o ischen S aa sbildung sowie zu den übe na ionalen Reichsbil-
dungen inden sich in dem on T.SCHIEDER he ausgegebenen Handbuch de eu opäischen
Geschich e, Bd. 3: Die En s ehung des neuzei lichen Eu opa, h sg. . J.ENGEL, S u ga 1971.
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einig ; I land olg e im Jah 1801. Und dami wa eben alls um 1800 die He ausbildung
des mode nen G oßb i annien als eines einhei lichen Na ionals aa s un e de Obe -
he scha de b i ischen K one abgeschlossen.
E was ande s en s and de Na ionals aa im ühneuzei lichen König eich F ank-
eich, dessen inne e Ve einhei lichung un e eine s a ken absolu en Mona chie—
nach de Beendigung eine Ä a schwe e inne e Kon lik e— in de zwei en Häl e
des 17.Jah hunde s un e de He scha des „Sonnenkönigs“ LudwigXIV. einse z e
und gu ein Jah hunde spä e , le z lich e s mi de Re olu ion on 1789 und dem
Regie ungssys em Bonapa es, um und ku z nach 1800 abgeschlossen wa . De on
den Königen o be ei e e, on den Re olu ionä en o cie e und schließlich om Kai-
se Napoleon I. ollende e, besonde s ausgep äg e Zen alismus gil bis heu e als das
besonde e Cha ak e is ikum des mode nen anzösischen Na ionals aa s.
Diese um 1800 abgeschlossene, e s e lange Phase mode ne Na ionals aa sbildung
üb e p ägenden Ein luss au die spä e e En s ehung wei e e Na ionals aa en aus: Die
Vo züge de poli isch geein en Na ion, de Zusammenschluss un e schiedliche , abe
kul u ell und ökonomisch zusammengehö ige Regionen zu einem geschlossenen
S aa s e band, die Scha ung zen ale poli ische Lei ungsins i u ionen, die E ab-
lie ung eine mode nen einhei lichen Ve wal ung, dazu eben alls die Vo züge eines
kompak en Wi scha s aums und eine du ch gemeinsame Ve eidigung und s a -
ken Schu z de G enzen e eich en g öße en Siche hei des eigenen Te i o iums—
dies alles wu de schon bald als ein besonde e Vo zug des na ionals aa lichen Mo-
dells angesehen, das auch ande swo zu Nachahmung ge adezu au o de n muss e.
Denn die zwei e Phase de He ausbildung mode ne Na ionals aa en begann
zue s auße halb Eu opas. Schon wäh end de Zei de napoleonischen K iege und
eben alls nach 1815 en s and eine Reihe neue kleine e S aa en in olge des Ze alls
des iesigen spanischen Kolonial eichs in Ame ika. Bis 1830 bilde en sich nach ein-
einhalb Jah zehn en gewal same Unabhängigkei skämp e eine Reihe neue , nun-
meh on de spanischen K one unabhängige Na ionals aa en: die Republiken
A gen inien, Boli ien, Chile, Ecuado , Kolumbien, Pa aguay, Pe u, U uguay und
Venezuela; on de po ugiesischen He scha enn e sich eben alls— in diesem
Fall in iedliche Fo m— im Jah 1822 das Kaise eich B asilien5. Nach den ehemals
b i ischen d eizehn no dame ikanischen Kolonien, die sei 1776 ih e Unabhängigkei
e kämp und sich spä e zu eine Union zusammengeschlossen ha en6, en s anden
je z die neuen la einame ikanischen Gemeinwesen eben alls als s aa liche Neug ün-
dungen im Kon ex beginnende En kolonialisie ung.
In genau diese Zei , in den Jah en nach 1815, wu den auch in Südos eu opa die
e s en Ze allse scheinungen eines ühe mäch igen G oß eichs e kennba , des Os-
manischen Reichs, dessen wei ges eck e G enzen langsam zu e odie en begannen.
Denn einige kleine e Völke un e nahmen je z e s e Ve suche, sich on de Obe -
he scha des Sul ans in Kons an inopel zu be eien und sich als eie und unabhän-
gige Na ionals aa en zu kons i uie en: Den An ang mach en die G iechen; sie konn-
5 Fundie e Übe blick hie zu in: H.-J. KÖNIG: Kleine Geschich e La einame ikas, S u ga
2006, S.205–388.
6 Dazu u.a. U.SAUTTER: Geschich e de Ve einig en S aa en on Ame ika, 7. Au l. S u ga
2006, S.77–119.
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en nach einem e olg eichen Unabhängigkei skamp ih e Selbs ändigkei e ingen
und 1830 mi dem König eich G iechenland einen eigenen neuen Na ionals aa in
Eu opa g ünden. Auch das Fü s en um Se bien konn e sich damals nach und nach
in de Folge meh e e Re ol en gegen die ü kischen Obe he en imme hin schon
1833 eine au onome Sonde s ellung inne halb des ü kischen G oß eiches siche n,
die abe schon bald eine ak ischen Selbs ändigkei gleichkam7.
So äll also die deu sche Einigung in die d i e Phase de mode nen Na ional-
s aa sg ündungen, die sich wäh end de 1860e Jah e abspiel e: Zue s ollzog sich
zwischen 1860 und 1870 die E ablie ung und die poli ische Einigung des König eichs
I alien, das sich zue s mi anzösische Un e s ü zung gegen den Willen de bis-
he au de Halbinsel dominie enden G oßmach Habsbu g he ausbilde e und bald
auch e i o ial ab unde e: Mi de Eingliede ung des ühe en Ki chens aa s und
de Ve legung de Haup s ad nach Rom Im Jah 1870 gal die Bildung des neuen i a-
lienischen Na ionals aa s als (wenigs ens o e s ) abgeschlossen8.
Und in de e s en Häl e de 1860e Jah e and eben alls— was in diesem Kon ex
o übe sehen wi d— die Einigung de zu o noch on s a ken inne en Kon lik en
gekennzeichne en No dame ikanischen Union ih en Abschluss. De Bü ge k ieg
zwischen No d- und Süds aa en (1861 bis 1865) wu de und wi d allgemein— und in
de Sache siche zu Rech — als zwei e Na ionsbildungsk ieg de USA angesehen,
denn o an konn e de en inne e Einhei nich meh in F age ges ell we den9. Genau
zu gleichen Zei and üb igens auch de Bü ge k ieg in Mexiko s a : De Sieg de
epublikanischen K ä e un e Beni o Jua ez gegen die Anhänge des on den F anzo-
sen impo ie en ku zzei igen Kaise s Maximilian beende e auch hie die schwe en
inne en Kon lik e und beg ünde e eben alls endgül ig die inne e Einhei de Repub-
lik in de Fo m des Na ionals aa s10.
Die— ch onologisch gesehen— le z e diese na ionals aa lichen Einigungen de
d i en Phase ollzog sich also in Deu schland: Hie bilde e sich de mode ne deu -
sche Na ionals aa im Jah 1871 als Folge und Ende gebnis d eie Einigungsk iege,
in denen sich de eins nu zwei g öß e deu sche S aa , das König eich P eußen, an
die Spi ze des neugeg ünde en Deu schen Reiches se z e. Die imme noch und wei-
e hin als Viel ölke s aa und als mul ina ionales Gemeinwesen s uk u ie e Habs-
bu ge mona chie schied gleichzei ig endgül ig aus Deu schland aus. P eußen und
das ehemals „d i e Deu schland“ (die deu schen Mi el- und Kleins aa en) bilde en
anschließend zusammen einen neuen Na ionals aa mi gemeinsame Ve assung,
einhei liche Regie ungso ganisa ion, einem geschlossenen Wi scha sgebie , eine
neuen Wäh ung und bald auch eine eben alls neuen einhei lichen Rech so dnung.
Und dami besch i Deu schland eben alls den Weg in die poli ische Mode ne11.
7 Vgl. T.SCHIEDER (H sg.): Handbuch de eu opäischen Geschich e, Bd. 5: Eu opa on de F an-
zösischen Re olu ion zu den na ionals aa lichen Bewegungen des 19.Jah hunde s, h sg. .
W.BUSSMANN, S u ga 1981, S.28 ., 46 ., 993 .
8 Vgl. R.LILL: Geschich e I aliens in de Neuzei , 4. Au l. Da ms ad 1988, S.160–204.
9 SAUTTER: Geschich e de Ve einig en S aa en (Anm. 6), S.220–238.
10 KÖNIG: Kleine Geschich e La einame ikas (Anm. 5), S.441–47.
11 Zu deu schen Na ionals aa sbildung de 1860e Jah e siehe u.a. E.BRANDENBURG: Die
Reichsg ündung, Bde. 1–2, 2. Au l., Leipzig 1922; E.ZECHLIN: Die Reichsg ündung, F ank u
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Die an angs on mi genann en wei e en d ei Phasen de mode nen Na ionals aa s-
bildung ollzogen sich— das sei hie nu noch de Volls ändigkei halbe am Rande an-
geme k — wäh end des 20.Jah hunde s: die ie e nach dem Ende des E s en Wel -
k ieges und dem Ze all de damaligen mul ina ionalen G oß eiche, die ün e nach
1945 o allem im Zusammenhang de allgemeinen En kolonialisie ung in A ika und
Asien und die sechs e schließlich nach dem Zusammenb uch de Sowje union und im
Kon ex de anschließenden poli ischen Neuo dnung in Os eu opa und Asien12.
Die G ündung des Deu schen Reiches und die En s ehung des— damals so ge-
nann en— „kleindeu schen“ Na ionals aa s gehö also, his o isch gesehen, in die
d i e Phase de on Eu opa ausgegangenen mode nen Na ionals aa sg ündungen,
die sich in den 1860e Jah en und zu Beginn de 1870e Jah e ollzogen ha . Im Hin-
blick au Deu schland und auch au I alien is in diesem Zusammenhang, besonde s
wi kungs eich on dem Soziologen und Philosophen Helmu h Plessne , de bekann e
Beg i de „ e spä e en Na ion“ gep äg wo den13. Ta sächlich i diese nich un-
p oblema ische Bezeichnung jedoch nu dann zu, wenn man sie— in eine wohl
allzu e eng en Pe spek i e— au die g öße en Na ionals aa en und auch nu au
diejenigen inne halb Eu opas besch änk . Im Kon ex de allgemeinen En s ehung
mode ne Na ionals aa en übe all au de Wel wi d man also die Deu sche Reichs-
g ündung und die as gleichzei ige Beg ündung des König eichs I alien lediglich im
Ve gleich mi den wes eu opäischen Na ionen a sächlich als „ e spä e “ bezeichnen
können, und diese Ve spä ung ha e ih e U sachen in den jeweiligen na ionalhis o-
ischen Vo ausse zungen, die sich wäh end de ühen Neuzei in Süd- und Mi el-
eu opa eben deu lich on denjenigen in Wes eu opa un e schieden.
Imme hin da ein bes imm es P oblem diese beiden „ e spä e en Na ionen“
Deu schland und I alien nich un e schä z we den: Wede im deu schen Reich on
1871 noch im König eich I alien bes and eine komple e Iden i ä on Volk und S aa
(das Volk hie e s anden als Sp ach- und Kul u gemeinscha ). Vo allem im Habsbu -
ge eich, abe auch im Bal ikum und ande swo leb en deu sche Volksg uppen; I alie-
ne wiede um wa en in den damals habsbu gischen Gebie en de Ad ia ansässig. Das
bedeu e : In den neuen Na ionals aa en nach 1870/71 wa en Volk und S aa du chaus
nich deckungsgleich; de Beg i de na ionalen Einhei konn e also jeweils nu als
Annähe ung an einen ideal gedach en Zus and au ge ass we den; in I alien en s and
damals das Schlagwo om— noch— „une lös en I alien“, on de „I alia i eden a“14.
Hie aus soll en spä e alle dings bedeu ende P obleme e wachsen.
a. M./Be lin 1967; W.SIEMANN: Gesellscha im Au b uch. Deu schland 1849–1871, F ank u
a. M. 1990; W.MOMMSEN: Das Ringen um den na ionalen S aa . Die G ündung und de inne-
e Ausbau des Deu schen Reiches un e O o on Bisma ck 1850 bis 1890 (P opyläen Geschich e
Deu schlands, 7/I), Be lin 1993; H.SCHULZE: De Weg zum Na ionals aa . Die deu sche Na-
ionalbewegung om 18.Jah hunde bis zu Reichsg ündung, 5. Au l. München 1997; CH. JAN-
SEN: G ünde zei und Na ionsbildung 1849–1871, Pade bo n 2011.
12 Übe blick bei KRAUS, Na ion und Na ionals aa (Anm. 3), S.15–17.
13 H.PLESSNER: Die e spä e e Na ion. Übe die poli ische Ve üh ba kei bü ge lichen Geis es,
F ank u a. M. 1974 (zue s 1935 un e dem Ti el: Das Schicksal des deu schen Geis es am Aus-
gang seine bü ge lichen Epoche).
14 Vgl. hie zu LILL: Geschich e I aliens in de Neuzei (Anm. 8), S.257 .

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Und umgekeh gab es, o allem im damaligen Deu schen Reich, ein g a ie endes
Minde hei enp oblem, denn zum neuen Deu schland gehö e eben nich nu Deu -
sche, sonde n auch F anzosen in Lo h ingen, Dänen in Schleswig und o allem Polen
in den P o inzen Wes p eußen und Posen; hinzu kamen noch kleine, meis slawi-
sche Volksg uppen wie die So ben, Kaschuben und Li aue . Man muss im Rückblick
kla kons a ie en, dass das neue Reich seine In eg a ions unk ion mi Blick au diese
Minde hei en bis 1918 nich ha e üllen können; o allem die Polen sahen sich eine
mi de Zei imme agg essi e sich a ikulie enden „Ge manisie ungspoli ik“ aus-
gese z , gegen die sie sich im Rahmen ih e besch änk en Möglichkei en en schieden
zu Weh se z en15. Nich zule z diese nach 1871 in Deu schland geschei e e In e-
g a ionspoli ik wa — neben ande em— ausschlaggebend ü die Gebie sab en-
nungen, die de Ve saille Ve ag nach dem e lo enen E s en Wel k ieg e üg e
und die o allem (wenn auch nich nu ) jene Te i o ien um ass en, in denen die
genann en Minde hei en leb en.
Au einem ande en Gebie alle dings wa das Reich— auch und ge ade im Ve -
gleich zu den äl e en wes eu opäischen Na ionals aa en— wesen lich e olg eiche .
Denn hie gelang die E ich ung eines zwa öde al zusammengese z en, dennoch
uni a isch es ge üg en Gemeinwesens, das eine sei s die zahl eichen egionalen
und e i o ialen Sonde adi ionen Deu schlands im Ke n bewah e, ande e sei s
jedoch eben alls die dami einhe gehenden zen i ugalen K ä e en scheidend ab-
schwäch e16. Das Deu sche Reich, beg ünde als ein es e Zusammenschluss deu -
sche Bundess aa en und ih e Regie ungen un e Einschluss üb igens de jeweili-
gen Pa lamen e, scha e es a sächlich, einen his o ischen Ausgleich zwischen den
pa ikula en T adi ionen und den neue en Einhei sbes ebungen zu e eichen: Die
his o ischen Einzels aa en (Bundess aa en genann , nach 1918 als Lände bezeich-
ne ) bewah en auch im neuen Reich ih e Regie ungen und adi ionellen Ins i u-
ionen, ha en abe gleichzei ig übe den neu gescha enen Bundes a einen agen-
den An eil an de poli ischen En scheidungs indung im neu o mie en deu schen
Gesam s aa 17.
Dieses besonde e Bundess aa smodell mi einem s a k ausgep äg en Föde alismus
ha sich a sächlich om Bisma ck eich bis in die heu ige Bundes epublik du chge-
hal en— wenn auch mi meh e en g a ie enden Un e b echungen und ebenso mi
nich wenigen Ve ände ungen im De ail. Dennoch wi d man sagen können, dass sich
das aus de Bisma ckschen Reichs e assung he lei ende, zugleich uni a ische wie
15 Zusammen assend hie zu T.NIPPERDEY: Deu sche Geschich e 1866–1918, Bd. 2: Mach s aa
o de Demok a ie, München 1993, S.266–286.
16 Aus üh lichs e Da s ellung und Analyse de En s ehung und En wicklung de Reichs e -
assung on 1871 bei E.R.HUBER: Deu sche Ve assungsgeschich e sei 1789, Bd. 3: Bisma ck
und das Reich, 3. Au l. S u ga /Be lin/Köln/Mainz1988, S.766–1074.
17 Vgl. H.-CH. KRAUS: Das Deu sche Kaise eich als mona chische Bundess aa , in: Wilhelm
B aunede / Is an Szabo (H sg.): Die bundess aa lichen S aa so ganisa ionen, Budapes
2015, S.47–64; eben alls (leich e gänz ) in: Zei sch i ü Neue e Rech sgeschich e 37
(2015), S.227–239.— Wich ige zei genössische Analyse bleib : E.KAUFMANN: Bisma cks
E be in de Reichs e assung, Be lin 1917; e neu in: DERSELBE: Gesammel e Sch i en, Bd. 1,
Gö ingen 1960, S.143–223.
HANS-CHRISTOF KRAUS 127
auch öde ale K ä e zusammenbindende Modell in besonde e Weise in Deu sch-
land poli isch bewäh ha , o allem deshalb, weil es gelang, die mi dem adi io-
nellen deu schen Pa ikula ismus e bundenen zen i ugalen K ä e ins i u ionell
zu bändigen. Denn sepa a is ische Tendenzen on de A , wie sie sich gegenwä ig
in einigen de äl e en Na ionals aa en Wes eu opas e nehmlich zu Wo melden—
man denke o allem an de zei ige Vo gänge in Ka alonien und Scho land—, sind
im heu igen Deu schland ak isch undenkba .
Sieh man im Rückblick au die deu sche Reichsg ündung on 1871 om ungelös-
en P oblem de na ionalen Minde hei en einmal ab, dann wi d man kons a ie en
können, dass die He s ellung de inne en Einhei Deu schlands bis 1914 in as allen
wesen lichen Aspek en gelungen is ; hie wu de am Ende dasjenige e eich , was in
den äl e en wes eu opäischen Na ionals aa en längs e wi klich wo den wa . Zu
den zen alen Leis ungen des neuen deu schen Na ionals aa s gehö en o allem die
g undlegende Mode nisie ung und Ve einhei lichung de wi scha lichen S uk u-
en sowie de ö en lichen Ve wal ung18, da un e de sukzessi e Au - und Ausbau
de obe s en Reichsbehö den, die e s nach und nach— gegen manche lei Wide -
s ände de Bundess aa en— gescha en we den muss en und de en Finanzie ung
noch ü länge e Zei ein nu schwe zu lösendes P oblem blieb19.
O übe sehen wi d auch die Beg ündung de deu schen Rech seinhei in den
Jah zehn en nach 1871, die zwa eben alls e was länge daue e, abe knapp d ei
Jah zehn e nach de Reichsg ündung endlich einen einhei lichen Rech s aum in
Deu schland schu , de in den äl e en Na ionals aa en schon sei langem exis ie e20.
Denn mi dem 1.Janua 1900 a mi dem „Bü ge lichen Gese zbuch“ (BGB) zum e s-
en Mal in de deu schen Geschich e ein einhei liches P i a ech in K a ; es beg ün-
de e— üb igens bis heu e— die g undlegende p i a ech liche deu sche Rech so d-
nung. Bis dahin ha e in Deu schland noch ein ju is ische Flicken eppich aus seh
un e schiedlichen, jeweils in den e schiedenen Bundess aa en gül igen, o ück-
s ändigen und nich sel en kaum noch p ak ikablen Einzel ech en das inne e Zusam-
menwachsen des neuen S aa es imme wiede e schwe . Nach 1900 jedoch konn e
sich das neue Deu schland also auch als einhei liches Rech sgebie wei e en wickeln.
Sodann is hie an die neue deu sche Wäh ung zu e inne n, an die be ei s 1871
einge üh e „Ma k“, mi de das ühe e deu sche Wäh ungschaos de Tale , Gulden,
K euze , G oschen und P ennige endgül ig de Ve gangenhei angehö e. Auch die
schon bald e ablie en neuen Maße und Gewich e en sp echend dem zue s in F ank-
eich en wickel en, damals hochmode nen Dezimalsys em, zu de eben alls die all-
gemeine Ein üh ung des Me e s gehö e, b ach en das neue Reich auch in diese
Hinsich au die Höhe de Zei . Das u al e Ges üpp de bis dahin in Deu schland gül-
18 Vgl. K.G.A.JESERICH / H.POHL / G.-CH. on UNRUH (H sg.): Deu sche Ve wal ungsge-
schich e, Bd. 3: Das Deu sche Reich bis zum Ende de Mona chie, S u ga 1984, bes. S.109–406
u. passim.
19 G undlegend hie zu imme noch R.MORSEY: Die obe s e Reichs e wal ung un e Bisma ck
1867–1890 (Neue Müns e sche Bei äge zu Geschich s o schung, 3), Müns e 1957.
20 Vgl. M.STOLLEIS: „Inne e Reichsg ündung“ du ch Rech s e einhei lichung, in: DERSELBE:
Kons i u ion und In e en ion. S udien zu Geschich e des ö en lichen Rech s im 19.Jah hunde ,
F ank u a. M. 2001, S.194–225.
128 PRAGUE PAPERS ON THE HISTORY OF INTERNATIONAL RELATIONS 1/2020
igen hunde e un e schiedliche Maße und Gewich e (allein bei den Längenmaßen
gab es ein knappes Du zend un e schiedliche deu sche „Meilen“), das sich au die
wi scha liche En wicklung bis dahin äuße s hinde lich ausgewi k ha e, wa nun
eben alls glücklich besei ig 21. Die He s ellung de ollen wi scha lichen Einhei des
Landes bedeu e e jeden alls einen eno men Fo sch i , nich nu ü Deu schland,
sonde n o allem auch ü seine eu opäischen Handelspa ne .
Und schließlich wa es eben alls gelungen, au dem Weg de inne en Re o m und
de E neue ung einen s a ken deu schen Na ionals aa zu scha en, de sich mi den
ande en g oßen Na ionen im damaligen Eu opa endlich au Augenhöhe be and und
sich wäh end de olgenden Jah zehn e im— zunehmend in ensi e we denden—
in e na ionalen Konku enzkamp um Rohs o e, Absa zmä k e, Kolonialgebie e,
Handels o eile und geos a egische Posi ionen behaup en konn e. Die Ä a de
eineinhalb Jah hunde e zwischen 1648 und 1815, in denen das poli isch ze issene
Deu schland und übe haup de mi eleu opäische Raum imme wiede in zahllosen
K iegen das Schlach eld de eu opäischen G oßmäch e gewesen wa en, gehö e nun
endgül ig de Ve gangenhei an.
Dass de deu sche Na ionals aa on 1871 angeblich „zu s a k“ ü Eu opa gewesen
sei, is eine nach 1945 en s andene, bis heu e ge ne kolpo ie e Deu ung, die alle -
dings ums i en is 22. Denn diese Deu ung i nu dann zu, wenn sie in ih e Be-
echnungen lediglich die Be ölke ungszahl und die Wi scha sk a mi einbezieh ,
sie i jedoch nich zu, wenn man— da übe hinausgehend— auch die wei übe -
legene Posi ion des eu opäischen Russlands mi bedenk und eben alls die G öße und
S ä ke de auße eu opäischen Kolonial eiche de ande en eu opäischen S aa en ( o
allem G oßb i anniens und F ank eichs) be ücksich ig — sam ih e eno men öko-
nomischen und demog aphischen Po en iale. Denn hie mi konn e die— eben alls
e spä e e— Kolonialmach Deu schland damals in keine Weise mi hal en.
Eine ande e, o 1990 eben alls ge ne e e ene, heu e nich meh nachzu oll-
ziehende These lau e e, de 1871 geg ünde e deu sche Na ionals aa sei 1918 ode
alle spä es ens 1945 „geschei e “23. Auch diese Deu ung schein mi schon deshalb
unzu e end zu sein, weil ein Na ionals aa keineswegs schon dann schei e , wenn
e einen K ieg— ode auch meh e e K iege— e lie . So is e wa de anzösische
Na ionals aa o z seine schwe en K iegsniede lagen on 1815 und 1871 keineswegs
„geschei e “, sonde n ha sich anschließend jeweils e neue n können. Und das Glei-
21 Hie zu H.KELLENBENZ: Zahlungsmi el, Maße und Gewich e sei 1800, in: H.AUBIN /
W.ZORN (H sg.): Handbuch de deu schen Wi scha s- und Sozialgeschich e, Bd. 2, S u ga
1976, S.934–958.
22 Zu K i ik diese seh ein luss eichen, au Ludwig DEHIO (Deu schland und die Epoche de
Wel k iege, in: DERSELBE, Deu schland und die Wel poli ik im 20.Jah hunde , München
1955, S.9–35) zu ückgehenden, in de Sache jedoch öllig e ehl en Deu ung gl. neu-
e dings die k i ischen Anme kungen bei H.-CH. KRAUS: Wa das Deu sche Kaise eich on
1871 ein ‚Halbhegemon‘?— Zu K i ik eine ums i enen Deu ung, in: T.MAYER (H sg.): 150
Jah e Na ionals aa lichkei in Deu schland— Essays, Re lexionen, Kon o e sen, Baden-Baden
2021, S.223–243.
23 Eine Fülle on Beispielen hie zu inde sich in de e diens ollen A bei on J.HACKER:
Deu sche I üme . Schön ä be und Hel e shel e de SED-Dik a u im Wes en, 3. Au l. F ank-
u a. M./Be lin 1994, bes. S.278–393 u. passim.
HANS-CHRISTOF KRAUS 129
che gil eben alls ü Deu schland. Dass die poli ische Füh ung des Deu schen Reiches
ü den Ausb uch und den Ve lau des E s en Wel k ieges, dami aglos auch ü
die eigene Niede lage on 1918, ein nich ge inges Maß an Mi e an wo ung äg ,
is unbes i en. Abe ebenso wenig is die Ta sache zu bes ei en, dass mi dem
K iegsausgang de deu sche Na ionals aa als solche ge ade nich schei e e— im
Gegen eil: Dass es den Deu schen o z jene Niede lage und ungeach e wid igs e
Ums ände gelang, ih en Na ionals aa zusammenzuhal en, ja das Reich in de Fo m
eine Republik neu zu o mie en24, e wies einmal meh die nachwi kende inne e
S ä ke des Einigungswe ks on 1871. Zwa muss en die Fü s en gehen, doch das Volk
bewah e seine na ionals aa liche Einhei .
Nach de Ka as ophe on 1945 ges al e e sich die Lage alle dings komplizie e ;
je z ging die s aa liche Einhei a sächlich ü Jah zehn e e lo en, denn die Besa -
zungshe scha und die olgende doppel e S aa sg ündung des Jah es 1949 schien,
wenn auch nu au den e s en Blick, das „Schei e n“ des deu schen Na ionals aa s
a sächlich zu besiegeln. Doch man da in diesem Kon ex die undamen ale Ta -
sache nich e gessen, dass es damals eben die Siege mäch e wa en, die Deu sch-
land gegen den Willen seine Be ölke ung eil en und dami eine doppels aa liche En -
wicklung beg ünde en, die— eingebe e in die os -wes liche poli ische Spal ung de
Nachk iegswel — schließlich nich wenige als ie Jah zehn e, on 1949 bis 1990,
andaue n soll e.
Gleichwohl wu de de Ansp uch au Wiede he s ellung de Einhei in den Jah en
de Teilung niemals au gegeben. In de P äambel des Bonne G undgese zes on 1949
and sich in unzweideu ige Fo mulie ung de kla e Au ag an die Regie ungen des
wes deu schen Teils aa s: „Das gesam e deu sche Volk bleib au ge o de , in eie
Selbs bes immung die Einhei und F eihei Deu schlands zu ollenden“25. Und die
o daue nde Lebensk a des na ionals aa lichen P inzips soll e sich schließlich
in den Jah en 1989/90 zeigen, als die beiden deu schen S aa en, nich einmal zwöl
Mona e nach dem Fall de Be line Maue , zu einem neuen gesam deu schen Na io-
nals aa zusammenwuchsen— ungeach e auße o den liche Schwie igkei en und
mannig ache P obleme, on denen manche selbs heu e, meh als d ei Jah zehn e
spä e , noch nich olls ändig ausge äum wo den sind26. Doch eines s eh es : Ohne
den Willen de übe g oßen Meh hei de Deu schen au beiden Sei en des ühe en
„Eise nen Vo hangs“ hä e diese Einigung, dazu noch in so ku ze Zei , sich kaum
e wi klichen lassen.
Dabei gil es na ü lich zu beach en, dass de Na ionals aa des spä en 20.und
des ühen 21.Jah hunde s sich in meh als nu eine Hinsich on dem des spä en
19.und ühen 20.Jah hunde s un e scheide . In de Gegenwa geh es nich um
Abscho ung, sonde n, und zwa nich e s sei 1990, um enge eu opäische Zusam-
24 Dazu siehe— pa s p o o o— die Da s ellung bei H.SCHULZE: Weima — Deu schland
1917–1933, Be lin 1993, S.141–221.
25 Nach dem Abd uck in: Deu sche Ve assungen. Die g undlegenden Dokumen e deu sche Demo-
k a ie on de Paulski che bis zum G undgese z, München 1965, S. 110.
26 Vgl. u.a. A.RÖDDER: Deu schland einig Va e land. Die Geschich e de Wiede e einigung, Mün-
chen 2009; W.SCHULLER: Die deu sche Re olu ion 1989, Be lin 2009; K.D.HENKE (H sg.):
Re olu ion und Ve einigung 1989/90, München 2009.