Publizieren wissenschaftlicher Arbeiten
Abstract
Handout zum Workshop "Publizieren wissenschaftlicher Arbeiten" des Graduiertenprogramm der Universität des Saarlandes (GradUS). Themenpunkte: - Kontextualisierung: Wissenschaftliches Publizieren - Publikationsprozesse und -akteure in unterschiedlichen Disziplinen - Qualitätssicherung und -messung - Typische Verlagsverträge - Wahl eines geeigneten Publikationsortes - Open Access & Toll Access - Elektronisches Publizieren an der Universität des Saarlandes mit SciDok und universaar
Full text
Publizieren wissenschaftlicher Arbeiten GradUS Workshop Juni 2010 Ulrich Herb Saarländische Universitätsund Landesbibliothek [email protected] 23. Juli 2010
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Inhaltsverzeichnis 1 Kontextualisierung: Wissenschaftliches Publizieren 1 2 Publikationsprozesse und -akteure in unterschiedlichen Disziplinen 4 3 Qualitätssicherung und -messung 6 3.1 Qualitätssicherung ........................................ 6 3.2 Qualitätsmessung......................................... 8 4 Typische Verlagsverträge 11 4.1 Elemente eines Verlagsvertrages . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 5 Wahl eines geeigneten Publikationsortes 14 5.1 Zuschüsse ............................................. 15 6 Open Access & Toll Access 17 6.1 OpenAccessVarianten...................................... 19 7 Elektronisches Publizieren an der Universität des Saarlandes mit SciDok und universaar 20 Literaturverzeichnis 23 Anhang: Links 25
1 Kontextualisierung: Wissenschaftliches Publizieren Motivation Die Motivation zum wissenschaftlichen Publizieren ist durch unterschiedliche intrinsische und extrinsische Faktoren bedingt. Dazu zählen: •Forscherdrang •Libido sciendi (Bourdieu, 1998) •Erbringung eines wissenschaftlichen Existenznachweises •Karrierestreben •Nachweis der eigenen wissenschaftlichen Befähigung •Inhaltliche Profilierung •Aufbau persönlicher fachlicher Reputation •Privater Imagegewinn •Verbreitung einer Idee •Formulieren eines Prioritätsanspruchs auf eine Idee/ ein wissenschaftliches Konzept •Eine wissenschaftliche Karriere erfordert regelmäßiges Publizieren (vom martialischen Slogan publish or perish auf den Punkt gebracht wird) •Pragmatismus: Stelle und/oder Fachzugehörigkeit verlangt Publikationsaktivitäten •Erwartung wissenschaftlichen Feedbacks •Individuelle finanzielle Interessen •Wissenschaftliches Überleben: Sichern der eigenen Anstellung •Aussicht auf finanzielle Förderung, Erwirtschaften von Forschungsgeldern 1
Relevanz Das Publikationsverhalten eines Wissenschaftler ist sowohl auf individueller als auch organisatorischer Ebene (Herb, 2008) von Belang: Individuell hängen die Karrierechancen der Wissenschaftler von ihrer Reputation ab. Diese wird in aller Regel über den wissenschaftlichen Impact (sprich: die wissenschaftliche Wirkung) ihrer Publikationen zu bestimmen versucht. Der Impact wird meist ermittelt über Zitationen, •teils bezogen auf Zeitschriften, in denen Wissenschaftler publizieren, z.B. mittels des Journal Impact Factor (JIF) •teils bezogen auf Publikationen eines Wissenschaftlers, z.B. Hirsch Index (h-Index) Die organisatorische Relevanz ergibt sich maßgeblich aus Hochschulevaluation und Leistungsorientierter Mittelvergabe (LOM), diese Regelungsverfahren entscheiden über zukünftige materielle und personelle Ausstattung von wissenschaftlichen Einrichtungen und durch Entzug oder Erhöhung von Mitteln auch über die Wahl von Forschungsschwerpunkten. Zu den Kriterien, die typischerweise bei Evaluierungen oder LOM-Verfahren herangezogen werden, zählen •Anzahl der Promotionen •Umfang der eingeworbenen Drittmittel •Publikationsverhalten, bestimmt in der Regel über Zitationsmaße wie den JIF oder den h-Index Funktionale Sicht Der Wissenschaftsforscher Gerhard Fröhlich (2009, S. 255 f.) attestiert wissenschaftlichen Journalen als Archetypen wissenschaftlicher Publikationen folgende Funktionen, die sich durchaus auch auf andere wissenschaftliche Publikationstypen verallgemeinern lassen: •Archivierung •Qualitätskontrolle •Rationalisierung •Ausbildung neuer Subdisziplinen •Schaffung und Fortschreibung von Hierarchien Fröhlich mischt in dieser Aufzählung deskriptive Eigenschaften des wissenschaftlichen Publikationsbetriebs mit normativen, an anderer Stelle diskutiert er intensiv die etablierten Qualitätssicherungsverfahren (etwa Fröhlich, 2003), s. auch Kapitel 3.1 dieses Handouts. Genese wissenschaftlicher Journals Wissenschaftliche Journale kamen mit Beginn des 17. und im 18. Jahrhundert auf und gingen aus Briefkorrespondenzen bzw. Kalendern, Almanachen oder Sitzungsakten wissenschaftlicher Gesellschaften hervor (vgl. Fröhlich, 2009, S. 254 f.). Die Voraussetzung für die Entstehung wissenschaftlicher Kommunikation und Publikation war also die Etablierung eines regelmäßigen öffentlichen Postverkehrs. Henry Oldenburg, Sekretär der Londoner Royal Society, organisierte die Verteilung (bzw. das Verschicken) der 2
wissenschaftlichen Papiere und schuf 1665 die „Philosophical Transactions “, die hundert Jahre später von der Royal Society übernommen wurden (vgl. Fröhlich, 2009, S. 254). Die Philosophical Transactions druckten eingesandte Dokumente auszugsweise ab - die ersten einhundert Jahre ohne Begutachtung. Die Publikationsdichte der damaligen Journale (zeitlicher Abstand der Hefte resp. Issues) richtete sich nach dem Takt des Postkutschenverkehrs (vgl.Fröhlich, 2009, S. 255.). Normative Sicht Folgt man den Ansichten des Wissenschaftstheoretikers Karl Popper (vgl. Fröhlich, 2009; Popper, 1970) müssen Wissenschaftler publizieren, denn Wissenschaft ist kein Einmannunternehmen, sie erfordert Kommunikation. Kommunikation ist essentielles Element wissenschaftlicher Methoden: „Ohne öffentliche Darstellung, ohne intersubjektive Kontrolle, ohne Kritik Dritter ist nach Popper eine Untersuchung nicht wissenschaftlich.“(Fröhlich, 2009, S. 253). Eine Objektivität einzelner Wissenschaftler ist nicht möglich, Popper erscheint eine Annäherung an Objektivität im Sinne intersubjektiver Überprüfung nur im Austausch mit anderen erreichbar: „Die Wissenschaft, und insbesondere der wissenschaftliche Fortschritt, ist nicht das Ergebnis isolierter Leistungen, sondern der freien Konkurrenz der Gedanken.“(Popper, 1987, S. 121). Robert Merton (1983) definierte vier Postultate des Wissenschaftsethos (vgl. Fröhlich, 2009), die für Wissenschaftskommunikation und wissenschaftliches Publizieren von Relevanz sind: •Universalismus: Die Position (ethnische Herkunft, Geschlecht, Status) des Senders muss gleichgültig sein •Kommunismus: Für Merton sind die „materiellen Ergebnisse der Wissenschaft (..) ein Produkt sozialer Zusammenarbeit und werden der Gemeinschaft zugeschrieben. Sie bilden ein gemeinsames Erbe, auf das der Anspruch des einzelnen Produzenten erheblich eingeschränkt ist. Mit dem Namen ihres Urhebers belegte Gesetze oder Theorien gehen nicht in seinen oder seiner Erben Besitz über, noch erhalten sie nach den geltenden Regeln besondere Nutzungsrechte. Eigentumsrechte sind in der Wissenschaft aufgrund der wissenschaftlichen Ethik auf ein bloßes Minimum reduziert. Der Anspruch des Wissenschaftlers auf sein ’intellektuelles Eigentum’ beschränkt sich auf die Anerkennung und Wertschätzung, die (...) in etwa mit der Bedeutung dessen übereinstimmt, was in den allgemeinen Fonds des Wissens eingebracht worden ist.“(Merton, 1972, S. 51) •Uneigennützigkeit: „Wissenschaftler dürfen nur der Erkenntnis verpflichtet sein, und dürfen nicht Methoden oder Ergebnisse für Karriereoder Auftraggeberinteressen zurechtbiegen.“(Fröhlich, 2009, S. 254) •Organisierter Skeptizismus: Dieses Postulat ist methodisch und institutionell zu verstehen es verlangt die „unvoreingenommene Prüfung von Glaubenshaltungen und Überzeugungen aufgrund empirischer und logischer Kriterien ... ’Ein Professor ist ein Mensch, der anderer Meinung ist.’“(Merton, 1972, S. 55) 3
2 Publikationsprozesse und -akteure in unterschiedlichen Disziplinen Im Folgenden werden einige typische wissenschaftliche Dokumentund Publikationstypen dargestellt. •Monographien sind meist umfangreiche Publikationen, in denen ein Problembereich systematisch und abgeschlossen dargestellt wird. Monographien werden oft auch als Lehrbuch oder Handbuch bezeichnet. Die Publikationsmodalitäten verhandeln Autoren direkt mit dem Verlag (s. Kapitel 5). •Artikel in wissenschaftlichen Journalen sind weniger umfangreiche Beiträge und präsentieren i. d. R. neue Resultate für ein Fachpublikum. Es existieren formale und inhaltliche Kriterien, die über die Aufnahme eines Artikels in ein Journal entscheiden. Zusätzlich wird oft eine Qualitätssicherung der publizierten Artikel vorgenommen, etwa durch eine Editorial Review oder Peer-Review (s. Kapitel 3.1). Der Peer-Review-Prozess kann sich über mehrere Monate oder schlimmstenfalls Jahre ziehen, bei wirtschaftswissenschaftlichen Journalen können Review-Vorgänge bis zu sieben Jahren andauern, in psychologischen Journals kann ebenfalls die Jahresmarke durchbrochen werden. Zur Publikation eines Artikel in einem Journal existieren zahlreiche Wege: Teils werben die Journale Beiträge über sogenannte Calls for Papers ein, z.B. mit entsprechenden Nachrichten in fachlichen Mailinglisten. Zusätzlichen können Autoren Herausgeber ansprechen, etwaige Kontakte zum Editorial Board eines Journals nutzen oder einfach einen Beitrag spontan einreichen. •Artikel in wissenschaftlichen Konferenzbänden entsprechen im Umfang oft den Artikel in Journalen. Die Qualitätskontrolle (Review) kann unterschiedlich ausfallen - je nachdem, ob Artikel vor oder nach Konferenz fertiggestellt sein muss. Die Artikel basieren auf Vorträgen, für die Wissenschaftler sich bei Konferenzen bewerben müssen - meist werden auch hier Informationen zur Konferenz über Mailinglisten in Form eines Call for Abstracts gestreut. Wird der eingereichte Vorschlag (Abstract) angenommen, muss meist nach (manchmal auch vor) der Konferenz ein ausformulierter Artikel zum Vortrag vorgelegt werden. •Sammelbände sind Sammlungen ausgewählter Texte unterschiedlicher Autoren zu einem wissenschaftlichen Themenkomplex. Wie auch bei Monographien verhandeln die Wissenschaftler die Modalitäten beim Publizieren eines solchen Werkes mit dem Verlag. •Artikel in Sammelbänden sind bezüglich ihres Umfangs meist ebenfalls vergleichbar mit Artikeln in Fachzeitschriften und stehen in der Regel in thematischem Bezug zu den anderen Aufsätzen des jeweiligen Sammelbandes. Oft werden Autoren für diese Publikationen von den Herausgebern der Sammelbände ausgewählt und angesprochen, allerdings spricht auch nichts dagegen, als Autor aktiv zu werden und den Herausgebern Vorschläge zu machen. •Festschriften bezeichnen meist eine Sammlung von Aufsätzen, die einem Wissenschaftler gewidmet ist. Die Modalitäten werden mit dem Verlag besprochen. 4
•Beiträge zu Festschriften unterliegen häufig ähnlichen Kriterien wie Beiträge zu einem Sammelband, doch weisen die Themen der Autoren meist eine größere fachliche Vielfalt auf. •Graue Literatur bezeichnet wissenschaftliche Dokumente, die nicht im Buchhandel erhältlich sind, wie etwa Dissertationen, Diplomarbeiten, Berichte. Während Dissertationen, Diplom-, Magisterund Masterarbeiten in der Regel im Laufe des Studiums entstehen, haben Berichte eher eine originär wissenschaftliche Ausrichtung und beschreiben die Forschung(sergebnisse) von Projektund Arbeitsgruppen. Die Herausgabe der Berichte erfolgt häufig an einem Lehrstuhl. •Lexikonartikel werden meist auf Aufforderung des Herausgebers erstellt, ggf. können Wissenschaftler auch aktiv werden und ihre Mitarbeit anbieten. •Rezensionen finden den Weg in ein Journal meist über Absprachen und aktives Nachfragen beim Herausgeber. Das Rezensionsexemplar sollte man selbst oder über den Herausgeber des Journals besorgen. Je nach Fach können auch Rezensionen einer Qualitätsprüfung (Review) unterzogen werden. •Tagungsberichte werden meist ebenfalls nur nach vorheriger Absprache mit den Journalherausgebern akzeptiert. •Interviews werden in der Regel ebenfalls nach Absprache mit den Journalherausgebern akzeptiert. Diese (und andere) Publikationstypen sind allerdings nicht in allen Wissenschaftsdisziplinen in gleichem Ausmaß verbreitet: •In den Naturwissenschaften werden vorrangig Artikel in wissenschaftlichen Journals (möglichst englischsprachig) publiziert. •In den Sprachwissenschaften sind v.a. Journalund Sammelbandwerke verbreitet, Monographien sind ebenfalls ein gängiger Publikationstyp. •In den Sozialwissenschaften wird häufig in Sammelbandwerken und Monographien, seltener in Journalen publiziert. •In den Geisteswissenschaften wird häufig in Sammelbandwerken und Monographien publiziert. •In der Psychologie stehen Journalpublikationen (möglichst englischsprachig) im Vordergrund. •In den Rechtsund Wirtschaftswissenschaften gelten ebenfalls Journale als wichtige Publikationsorte. •Ingenieurwissenschaftler präferieren Konferenzbeiträge als Publikationstyp. •In der Informatik sind Konferenzbeiträge der Publikationstyp schlechthin, gefolgt von Journalpublikationen. Computerlinguisten bevorzugen ebenfalls diese beiden Publikationsoptionen. Diese Präferenzen finden sich auch in einer Studie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (vgl. Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG, 2005, S. 23-25). 5
3 Qualitätssicherung und -messung 3.1 Qualitätssicherung Die Techniken zur Qualitätssicherung wissenschaftlicher Publikationen unterscheiden sich je nach Disziplin. Gängige Vorgehensweisen sind: •Die Begutachtung durch Herausgeber (auch als Editorial Review bezeichnet) ist oft verbunden mit der Einladung zu Artikeln und findet sich vor allem bei Publikationen in geistesund sozialwissenschaftlichen Journalen und Sammelwerken. •Die als Peer Review bezeichnete Begutachtung einer Einreichung durch Experten fand sich früher vorrangig in den sogenannten STM-Fächern (Science, Technology, Medicine, also Naturwissenschaften, Technik, Medizin), ist aber mittlerweile auch in den Geistesund Sozialwissenschaften gebräuchlich. Sie findet sich bei unterschiedlichen Publikationstypen wie etwa Journalartikeln, Konferenzbeiträgen oder Sammelwerken. Die klassische Peer Review kennt zwei Ausprägungen, das Single Blind Verfahren, bei dem der oder die Gutachter den Autoren kennen, der Autor aber nicht die begutachtende(n) Person(en) und das Double Blind, bei dem Gutachter und Autor einander unbekannt sind. Das Triple Blind Verfahren, in dem die Autoren den Gutachtern und auch den Herausgebern unbekannt sind und das der Bevorzugung bestimmter Autoren und der Netzwerkbildung vorbeugt, findet selten Anwendung. Ein Beispiel ist die Zeitschrift für Soziologie, bei der teils auch Artikel renommierter Autoren Ablehnungen erfahren haben sollen (vgl. Fröhlich, 2003). •Bei Konferenzbänden erfolgt teils eine Begutachtung durch das Programmkommittee der Konferenz, das vor der Veranstaltung Einreichungen bewertet, die später im Konferenzband publiziert werden. Diese Begutachtung kann durch eine Peer Review oder Editorial Review ergänzt werden und findet sich in Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften und Naturwissenschaften. Vor allem aber in der Informatik sind begutachtete Konferenzbeiträge eine eminent wichtige Publikationsart. Zusätzlich existieren mit der Open Review und der Collaborative Review innovative und transparente Alternativen zu den klassischen Begutachtungsverfahren. Bei der Collaborative Review können Gutachter, Autoren und registrierte Nutzer die Submissions und Reviewer-Statements diskutieren. Die Open Review kennt zahlreiche Abstufen der Offenheit, daher seien hier nur einige mögliche Merkmale und Spielarten skizziert: •Namen der Peers werden mit Artikel veröffentlicht •Reviews werden mit dem Artikel veröffentlicht •Eingereichte Beiträge werden sofort veröffentlicht (Preprint) •Offene Begutachtung •Autoren können auf Kommentare der Peers antworten 6
1. Der Verlag stimmt zu, dass der Autor das nichtexklusive Recht behält, eine digitale Kopie des Dokumentes vor/während/nach der Publikation durch den Verlag zeitlich unbeschränkt auf einen öffentlich zugänglichen akademischen Non-Profit-Server zu legen. 2. Der Autor verpflichtet sich, bei Erscheinen des Artikels im Verlag das Open-Access-Dokument bzw. seine Eintragung auf dem Non-Profit-Server durch die Verlagszitation zu ergänzen. Für englischsprachige Verträge empfiehlt sich die Nutzung der Copyright Addendum Engine der Scientific Commons. Zum Anderen können Autoren bei Verlagen publizieren, die die sogenannten Creative Commons Lizenzen (kurz: CC-Lizenzen) verwenden (etwa BioMed Central, Public Library of Science, Springer Open Access Journale). Der größte Unterschied zu den gängigen Verlagsverträgen liegt hier darin, dass der Autor keine Rechte abtritt, sondern sein Werk unter eine Lizenz stellt, die anderen Wissenschaftlern sehr transparent macht, unter welchen Bedingungen sie das CC-lizenzierte Werk nutzen können. Autoren, die ein Werk unter CC-Lizenz stellen wollen, können sich die gewünschte Lizenz einfach per Mausklick zusammenstellen und dabei beispielsweise festlegen, ob Andere das eigene Werk finanziell verwerten können und ob sie das eigene Werk weiterbearbeiten dürfen (wenn ja, ggf. unter der Bedingung, dass der Bearbeiter es unter die gleiche CC-Lizenz stellen muss, unter der die ursprüngliche Version stand). Selbstverständlich ist eine Verwendung nur unter der Bedingung der Erwähnung des ursprünglichen Erstellers möglich. Der bislang als rechtssicher bestätigenden Lizenzen haben drei Erscheinungsformen; die Lizenz, die ein Autor seinem Werk zuweist erscheint als: •juristisch ausformulierter Lizenztext (garantiert die Rechtssicherheit) •laienverständlicher Informationstext (erklärt verständlich und bündig die den Nutzern eingeräumten Möglichkeiten) •maschinenlesbarer Code (damit CC-lizenzierte Werke auch von Suchmaschinen als solche erkannt werden und speziell nach ihnen gesucht werden kann; Yahoo bietet eine CC-Suche, Google bietet die CC-Suche in den erweiterten Einstellungen) Besonders die sehr liberalen Varianten der CC-Lizenzen (Weitergabe inkl. der Möglichkeit den Inhalt zu ändern und finanziell zu verwerten bei Namensnennung des Urhebers) reflektieren stark Mertons zweites wissenschaftsethischen Postulat Kommunismus: Wissenschaftliche Werke bilden für ihn bilden „ein gemeinsames Erbe, auf das der Anspruch des einzelnen Produzenten erheblich eingeschränkt ist. Mit dem Namen ihres Urhebers belegte Gesetze oder Theorien gehen nicht in seinen oder seiner Erben Besitz über, noch erhalten sie nach den geltenden Regeln besondere Nutzungsrechte. Eigentumsrechte sind in der Wissenschaft aufgrund der wissenschaftlichen Ethik auf ein bloßes Minimum reduziert. Der Anspruch des Wissenschaftlers auf sein ’intellektuelles Eigentum’ beschränkt sich auf die Anerkennung und Wertschätzung, die (...) in etwa mit der Bedeutung dessen übereinstimmt, was in den allgemeinen Fonds des Wissens eingebracht worden ist.“(Merton, 1972, S. 51) 13
5 Wahl eines geeigneten Publikationsortes Die Kriterien, die einen Publikationsort attraktiv oder unattraktiv machen, sind sehr individuell. Unterscheiden sollte man aber zwischen den Dimensionen: •Publikationstyp: Journalartikel oder Bücher (Monographien) •Medientyp/Manifestation: Online, Print oder eine parallele Onlineund Druckausgabe (Hybridpublikation) •Grad der Zugänglichkeit: Toll Access oder Open Access (s. Kapitel 6) Vorrangig interessant dürfte die erste Unterscheidung zwischen Monographien und Journalartikeln sein, eine Art Checkliste könnte so aussehen: •Eigene Fachkenntnis: Ist das Journal bzw. der Verlag im Fach anerkannt? •Verbreitung: Sind Journale an vielen Unis subskribiert? Erwerben Bibliotheken Verlagspublikationen?1 •Subjektiv wahrgenommene Qualität der Publikationen: Es kann sehr hilfreich sein, Bücher oder Zeitschriftenhefte auszuleihen, um sie genauer zu betrachten und mit Publikationen anderer Verlage zu vergleichen. •Wie wird die Qualität der Publikationen gesichert? Gibt es dazu Informationen auf den Websites der Verlage und Journale? Werden stichhaltige Aussagen zu diesem Thema getroffen? •Welche Kosten in Form von Article Fees bzw. Author Charges bei Journalen oder Druckkostenzuschüsse bei Buchpublikationen entstehen? •Wie hoch wird der Ladenpreis bei Büchern sein? Ein hoher Ladenpreis senkt die Verkaufszahlen und Verbreitung - damit behindert er auch den Reputationsgewinn. •Welcher Service wird geboten (z.B. Lektorat, Korrektorat, professioneller Satz)? •Wie rasch kann das Werk publiziert werden? (Publikationsgeschwindigkeit) Auch wenn wissenschaftliche Rankings mehr als kritisch zu sehen sind (vgl. Kieser, 2010) und eine Eindimensionalität der Forschung sowie zahlreiche Absurditäten (wie etwa das Anheuern oft zitierter Wissenschaftler zum alleinigen Zweck der Optimierung von Hochschulranking-Positionen) produzieren, dürften sich faktisch viele Wissenschaftler bei Wahl eines Publikationsortes an fachlichen oder überfachlichen Rankings oder Rating (etwa dem JIF, dem Handelsblattranking in den Wirtschaftswissenschaft oder dem European Reference Index for the Humanities ERIH in den Geisteswissenschaften) orientieren. 1Beides ist online prüfbar über die Zeitschriftendatenbank (ZDB) bzw. den Karlsruher Virtuellen Katalog (KVK) 14
Der Blick auf Rankings und Ratings scheint dennoch nicht allein ausschlaggebend bei der Wahl des Publikationsorts, laut einer Studie der DFG (2005, vgl. S. 25-30) scheint der fachwissenschaftlicher Bezug und damit der Reputationsaufbau in der Community wichtiger als der JIF-Score eines Publikationsorganes. Wissenschaftler orientieren sich der Untersuchsuchung zufolge bei der Wahl eines Publikationsortes vor allem an diesen Kriterien: •Fachwissenschaftliche Ausrichtung •Internationale Ausrichtung •Renommee •JIF-Score •Qualität der Begutachtung •Zeitspanne Submission-Erscheinen •Langzeitverfügbarkeit •Author Fees •Abo-Preis des Journals •Honorarhöhe Auch wenn in wenigen Ausnahmefällen Honorare fließen, ist das wissenschaftliche Publizieren in der Regel ein Zuschussgeschäft. Gleich welchen Dokumenttyp man publizieren will - Einkünfte sind keine zu erwarten, eher Ausgaben. Dies trifft aber besonders auf das Publizieren von Monographien zu: Die Veröffentlichung einer Monographie wird fast immer vom Autor oder Herausgeber mit Druckkostenzuschüssen subventioniert, die problemlos einen mittleren vierstelligen Eurobetrag erreichen können. 5.1 Zuschüsse Wer eine Monographie oder eine Dissertation publiziert muss also mit höheren Unkosten rechnen (es sei denn er hat die Möglichkeit, auf einem Repository zu publizieren, s. Kapitel 6.1 und 7). Zuschüsse kann man am ehesten von der VG Wort erwarten und zwar unter folgenden Bedingungen •Das Werk muss an fünf Bibliotheken (in drei unterschiedlichen Bibliotheksverbünden) verbreitet sein2. •Das Werk muss im Publikationsjahr zur Vergütung angemeldet werden, spätestens im Januar des Folgejahres. Unter diesen Bedingungen kann man aber bei einem Werk mit einem Umfang von 101-300 Seiten mit 500,00 eAutorenvergütung im Jahr 2009 für 2008 rechnen. Laut telefonischer Auskunft der VG Wort vom 22.06.2010 liegt die Marge mit 1.200,00 eim Jahr 2010 für Publikationen des Jahres 2009 noch höher. Interessierte sollten allerdings unbedingt die Bedingungen (Verbreitung, etc.) und Fristen auf der VG Wort Website prüfen. 2Prüfbar ebenfalls über den KVK 15
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zahlt ebenfalls unter Umständen einen Zuschuss zur Publikation einer Dissertation, allerdings mit strengen Auflagen und nach intensiver Begutachtung. Weitere Fördermöglichkeiten bieten Stiftungen, allerdings sind die Zuschüsse meist vor der Drucklegung zu beantragen. 16
6 Open Access & Toll Access Open Access und Toll Access sind zwei Spielarten des wissenschaftlichen Publizierens, die sich vor allem durch die Nutzungskosten der produzierten Informationen unterscheiden. Beim Toll Access ist die Benutzung wissenschaftlicher Informationen (Monographien, Artikel etc.) nur gegen Gebühr möglich, diese Gebühren zahlt entweder die Hochschulbibliothek oder der einzelne Leser (sog. pay per view). Im Toll Access tritt der Autor in der Regel die ausschließlichen Nutzungsund Verwertungsrechte an den Verlag ab, sprich er kann nicht mehr über die Weiterverwendung seiner Inhalte entscheiden. Toll Access ist immer noch der Regelfall wissenschaftlichen Publizierens. Im Open Access hingegen ist die Nutzung wissenschaftlicher Informationen entgeltfrei möglich. Das Open-Access-Konzept entwickelte sich um die Jahrtausendwende als die Elektrifizierung des wissenschaftlichen Publikationswesens in Kombination mit dem Aufkommen des Internets eine rasante Beschleunigung beim Austausch wissenschaftlicher Informationen bewirkten. Prinzipiell war es nun möglich in Sekundenschnelle die neusten Forschungsergebnisse mit Kollegen weltweit auszutauschen. Faktisch aber stand der technisch erleichterten Verbreitung und Verfügbarkeit eine drastische Verknappung wissenschaftlicher Informationen gegenüber. Sinkende Etats der Wissenschaftsinstitutionen sowie rapide steigende Kosten für die Nutzung wissenschaftlicher Informationen und der übliche Übertrag der ausschließlichen Nutzungsrechte wissenschaftlicher Werke an kommerzielle Verlage durch die Autoren machten den freien Austausch der Informationen unmöglich. Laut Bailey (2006) zeichnen sich Open-Access-Dokumente durch folgende Merkmale aus: Sie sind •sind entgeltfrei nutzbar •existieren online •haben wissenschaftlichen Charakter •wurden ohne finanzielle Vergütung erstellt •wurden einer Peer-Review unterzogen •sind Dokumente, deren Nutzungsmöglichkeiten keinen Restriktionen außer der geforderten angemessenen Anerkennung und Zitation unterliegen •sind über die Optionen Self-Archiving oder Self-Publishing verfügbar Einzig die Eingrenzung auf Dokumente, die einer Peer Review unterzogen wurden, sollte relativiert werden. Da es auch andere Verfahren der Qualitätskontrolle gibt, sollte das fünfte Kriterium besser die Anwendung eines anerkannten Verfahrens der Qualitätskontrolle fordern. Aus Sicht der Open-Access-Befürworter sprechen gute Argumente für die möglichst freie Zugänglichkeit wissenschaftlicher Informationen: Unter anderem erreichen Open-Access-Dokumente eine höhere Sichtbarkeit und Verbreitung als Toll-Access-Dokumente und sie beschleunigen die Wissenschaftskommunikation. Auch das sogenannte Tax Payer Argument, in der folgenden Grafik dargestellt, wird angeführt. 17
Abbildung 1: Aus Robert Kiley und Robert Terry: Open access to the research literature: a funder’s perspective Robert Kiley und Robert Terry (2006) vom englischen Wellcome Trust (der weltweit zweitgrößten Förderorganisation im Bereich Medizin nach der Bill and Melinda Gates Foundation) beschreiben die Verwertungszyklen wissenschaftlicher Publikationen im Toll Access sehr anschaulich. Die öffentliche Hand (in Form der Regierung [GOV] oder öffentlicher Nichtregierungsorganisationen [NGO]) zahlen Gehälter der Forscher sowie die notwendige Infrastruktur (Bürokratie, Büros, Labore, Konferenzbesuche, etc.). Das Wissen, das Forscher in ihrer Tätigkeit produzieren, geben sie (meist ohne eine Vergütung zu erhalten, teils sogar unter Zahlung von Autorengebühren) an wissenschaftliche (Toll-Access-)Verlage, die diesen Output in Form von Monographien, Journals oder anderer Publikationstypen an Forschungseinrichtungen, Hochschulen und deren Bibliotheken verkaufen. Diese Einrichtungen sind wiederum selbst von der öffentlichen Hand finanziert, die somit nicht nur die Produktion wissenschaftlicher Information zahlt, sondern diese von Verlagen nochmals zurückkauft. Gewinn machen in diesem Zyklus nur die Aktionäre der Wissenschaftsverlage. Da Wissenschaftler meist nicht direkt für die Nutzung der Publikationen zahlen (das erledigt die Hochschule bzw. deren Bibliothek) erfahren sie erst einen Anreiz zum Ändern dieses Zyklus, wenn sie aufgrund der Preissteigerungen wissenschaftlicher Verlage erschwerten Zugang zu wissenschaftlichen Informationen haben. Allerdings existieren auch andere Anreize zum Open-Access-Publizieren: Open-Access-Dokumente werden im Vergleich zu lizenzpflichtigen signifikant häufiger heruntergeladen, genutzt und zitiert (Lawrence, 2001; Harnad & Brody, 2004; Brody, Harnad & Carr, 2006; Sietmann, 2006; Swan, 2010). 18
6.1 Open Access Varianten Man unterscheidet zwei Spielarten des Open Access, das Self-Archiving (auch Green Road) und das (auch als Golden Road bezeichnete) Self-Publishing Self-Archiving Beim Self-Archiving handelt es sich um das Veröffentlichen von anderweitig erschienenen wissenschaftlichen Dokumenten oder deren Vorabversionen auf Open-Access-Servern (sog. Repositories), es geschieht demnach eine Art Zweitverwertung. Meist haben Autoren die Nutzungsrechte an der formalen Publikation im Verlagsvertrag abgetreten. In solchen Fällen kann das Dokument nur dann auf einem solchen Repository zugänglich gemacht werden, wenn 1. der Autor dem Verlag über ein Vertragsaddendum nur ein nicht-ausschließliches oder zeitlich begrenztes ausschließliches Nutzungsrecht übertragen hat oder 2. der Verlag ihm trotz der Rechteabtretung die Zugänglichmachung auf einem Repository erlaubt hat.1 Laut SHERPA/RoMEO-Datenbank erlauben über 90% der verzeichneten Journale die Veröffentlichung des Inhalts des fertigen Artikels (Postprint) oder dessen Vorabversion (Preprint) auf einem Repository, darunter finden sich auch die größten und renommiertesten Verlage. Oft werden allerdings genaue Vorgaben darüber gemacht, in welcher Form (Layout etc.), nach welchen Fristen und auf welchen Repositories der Inhalt zugänglich gemacht werden darf. Der Grund dieser Kulanz: Große Verlage sehen eine parallele Open-Access-Veröffentlichung als Werbung, die sich durch erhöhte Zitationsraten und höheren Impact Factor für ihre Journale auszahlt. Man unterscheidet Institutional Repositories, auf denen Wissenschaftler einer lokalen Hochschule Dokumente unterschiedlicher Fächer zugänglich machen, und Disciplinary Repositories, auf denen Wissenschaftler unterschiedlicher Einrichtungen eines Faches Dokumente zugänglich zu machen. Die Nutzung der Repositories ist übrigens für Autoren und Leser kostenlos möglich. Self-Publishing Self-Publishing bezeichnet das Herausgaben wissenschaftlicher, kostenlos zugänglicher Online-Journale oder -Monographien bzw. das Publizieren in solchen Zeitschriften oder Open-Access-Verlagen. Es handelt sich hier um keine Zweitverwertung: Dokumente, die im Self-Publishing entstanden sind, sind Born Open Access. Zudem behalten die Autoren meist die relevanten Nutzungsrechte an ihren Werken, häufig finden die erwähnten Creative-Commons-Lizenzen Anwendung. Beispiele für Open-Access-Verlage sind BioMed Central oder Public Library of Science, allerdings führen auch konventionelle Verlage wie Springer Open-Access-Journale. Die Finanzierung der Open-Access-Journale erfolgt oft (aber bei weitem nicht immer (Kaufmann-Wills Group, 2005)) über Autorengebühren (Author Fees) oder Bearbeitungsgebühren (Article Processing Charges APC). Laut der bereits erwähnten DFG-Studie ist es die Mehrzahl der Autoren gewohnt, auch in Toll-Access-Journalen Gebühren für die Publikation eines Artikels zu zahlen (Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG, 2005, S. 53-57), Monographien sind für Wissenschaftler in nahezu allen Fällen nur gegen Druckkostenzuschüsse realisierbar. 1Zahlreiche Verlage haben hierzu eigene Richtlinien entwickelt, die Autoren in der SHERPA/RoMEO-Datenbank abfragen können. 19
7 Elektronisches Publizieren an der Universität des Saarlandes mit SciDok und universaar Die Saarländische Universitätsund Landesbibliothek (SULB) unterhält Self-Archiving-Angebote wie das Repository SciDok und ein Self-Publishing-Angebot, den Universitätsverlag des Saarlandes universaar. SciDok Publizieren von Dissertationen auf SciDok Die meisten Fakultäten erlauben Promovenden das kostensparende Publizieren elektronischer Dissertationen auf SciDok. Der Promovend benötigt dazu i.d.R. den Veröffentlichungsvertrag, die Übereinstimmungserklärung, gedruckte Pflichtexemplare und die Publikationserlaubnis des Dekanats. Empfehlenswert ist die Verwendung geeigneter Dokumentvorlagen, wie sie etwa von der Koordninierungsstelle DissOnline angeboten werden, sowie die Erstellung barrierefreier PDFs. Nach Einspielen der Dissertation über das Erfassungsformular überprüfen Mitarbeiter der SULB Datei und Daten, um anschließend die Informationen im WWW freizuschalten. Von jeder Dissertation wird eine elektronische Sicherungskopien an die Deutsche Bibliothek gemeldet. Publizieren anderer wissenschaftlicher Dokumente auf SciDok Neben Dissertationen können auch weitere Dokumenttypen auf SciDok zugänglich gemacht werden, dazu zählen unter anderem: •Artikel aus wissenschaftlichen Journals oder deren Vorabversionen (Preprints) •Bücher oder Kapitel aus Monographien •Elektronische Zeitschriften •Komplette Ausgaben von Zeitschriftenheften •Reports, Forschungspapiere, Anleitungen und Lehrmaterialen •Magisterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und Habilitationen Das Einspielen erfolgt ähnlich der Meldung von Dissertationen, ist aber unbürokratischer. Zudem entfällt die Lieferung einer Archivkopie an die Nationalbibliothek, allerdings werden selbstverständlich an der SULB Sicherungskopien erstellt. Da SciDok außerdem eng mit der Jahresbibliographie der Universität des Saarlandes (UdS) verbunden ist, sind Titelmeldungen in der Jahresbibliographie und Veröffentlichungen auf SciDok in einem Arbeitsgang möglich. Die Daten müssen nur einmal eingegeben werden. Die Nutzung von SciDok ist sowohl für Leser als auch für Autoren kostenlos möglich. Ebenso werden die Langzeitarchivierung und –verfügbarkeit der Dokumente garantiert und jedes Dokument erhält eine zitierfähige URL und URN. Die Zugänglichmachung von Dokumenten auf SciDok sichert auch die schnellst20
und weitest mögliche Verbreitung der Dokumente durch Nachweis in unterschiedlichen Datenbanken und Suchmaschinen wie Google Scholar, SCIRUS Repository Search (Elsevier), Web Citation Index (Thomson Scientific), Current Web Contents (Thomson Scientific) sowie zahlreichen anderen Suchmaschinen für wissenschaftliche Dokumente, OPACs, sonstige WWW-Suchmaschinen (wie Google) und nach Absprache auch in Fachdatenbanken (CiteSeer, io-port.net). universaar Der Universitätsverlag des Saarlandes universaar ermöglicht Wissenschaftlern der UdS sowohl das Publizieren wissenschaftlicher Journale als auch Buchpublikationen. Interessenten finden geeignete Ansprechpartner auf der universaar-Homepage. universaar ist ein Open-Access-Verlag, alle Publikationen erscheinen online kostenlos und auf Wunsch des Autors oder Herausgebers auch gedruckt. Interessenten liefern das Manuskript an universaar ab, der sich um •Umschlaggestaltung, Titelei, Satz, Drucklegung •Garantie der Lieferbarkeit im Buchhandel für eine Dauer von fünf Jahren •ISBN-Vergabe für das elektronische und gedruckte Werk •URN-Vergabe und Zitierfähigkeit des elektronischen Werkes •Versand der Pflichtexemplare an die Deutsche Nationalbibliothek, Archivierung des Pflichtexemplares für das Saarland an der SULB •elektronische Publikation auf dem Verlagsserver der UdS, inkl. Indizierung in wissenschaftlichen Suchmaschinen wie Google Scholar, OAIster oder Base und wissenschaftlichen Datenbanken •Verzeichnung und Erschließung in Bibliothekskatalogen sowie in der Jahresbibliographie der UdS kümmert. Besonders die ersten drei Punkte unterscheiden z.B. die Verlagspublikation einer Dissertation in universaar von ihrer Publikation auf SciDok. Der Autor bzw. Herausgeber trägt alle Kosten, die universaar und seinen externen Dienstleistern für die Herstellung und den Vertrieb der Publikation entstehen. Derzeit ist je Auftrag eine Pauschale von 200 ezu entrichten. Je nach Zustand des abgelieferten Manuskripts und je nach Wunsch des Autors können weitere Gebühren für Satz, Korrektorat und Lektorat anfallen. Für Werke, die auch gedruckt erscheinen sollen, kann folgende Musterkalkulation als Orientierung dienen: Ein Softcover-Buch im DIN A5-Format von 136 Seiten (davon 2 farbige Umschlagseiten) hätte einen Bezugspreis von 7,23 e, im Buchhandel würde dieses Buch 12,90 ekosten (inkl. Porto, Verpackung und Gewinnanteil für den Autor). Der Autor überlässt universaar 10 Druckexemplare für Pflichtabgaben, Werbung und sonstige Zwecke. Er kann weitere Druckexemplare zum Autorenpreis über den Verlag beziehen. Die entstehenden Kosten der Druckausgabe lassen sich bestenfalls über die VG Wort Ausschüttung (s. Kapitel 5) vollständig refinanzieren. Zusätzlich erhält er ein frei bestimmbares Autorenhonorar, das sich entsprechend im Verkaufspreis niederschlägt. Der universaar-Verlagsvertrag bestimmt das Verhältnis von Autor und Verlag, besonders hinsichtlich: •Kosten und Honoraren •Dauer der Lieferbarkeit im Buchhandel 21
•Nutzungsrechten des Verlags an der Publikation universaar erhält ein einfaches Nutzungsrecht am Werk, daher kann der Autor dieses beliebig im Internet verbreiten, etwa auf seinen eigenen Internetseiten oder auf Seiten Dritter, und eine wesentlich größere Sichtbarkeit seines Werks in den wissenschaftlichen Communities erreichen. 22