Keina h, Ka l
A icle
Bedeu ung de Einkommensk eislau geschwindigkei
des Geldes ü die E izienz de Geldpoli ik bei es en und
lexiblen Wechselku sen
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Keina h, Ka l (1981) : Bedeu ung de Einkommensk eislau geschwindigkei des
Geldes ü die E izienz de Geldpoli ik bei es en und lexiblen Wechselku sen, K edi und Kapi al,
ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 14, Iss. 2, pp. 180-185,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.14.2.180
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Die Bedeu ung de Einkommensk eislau geschwindigkei
des Geldes ü die E izienz de Geldpoli ik
bei es en und lexiblen Wechselku sen
Von Ka l Keina h, Tübingen
Im olgenden soll un e such we den, wie sich die im Konjunk u -
e lau au e enden Schwankungen de Einkommensk eislau geschwin-
digkei des Geldes au die E izienz de Geldpoli ik bei al e na i en
Wechselku ssys emen auswi k . Die Einkommensk eislau geschwindig-
kei (bzw. Umlau geschwindigkei ) des Geldes is de inie als das Ve -
häl nis on Sozialp oduk zu Geldmenge.
G undlage de olgenden Übe legungen bilde ein „Modell", das nich
explizi o mulie is . Wi gehen on eine Volkswi scha mi Außen-
handel und Kapi albewegungen aus. Die Wa ens öme sind abhängig
om Wechselku s, die Kapi albewegungen om Zinssa z. Diese Ansa z
en sp ich im wesen lichen eine Mundeil-Wel . Aus Ve ein achungs-
g ünden wi d eine kompa a i -s a ische Analyse o genommen.
Beim Ube gang on es en zu lexiblen Wechselku sen nimm die E i-
zienz de Geldpoli ik zu. Die du ch geldpoli ische Maßnahmen (z. B. Ve -
ände ung de Mindes ese esä ze ode des Diskon sa zes; O en-Ma k -
Ope a ionen) ausgelös en Zinssa zände ungen üh en zu Kapi albewe-
gungen; je nach dem Wechselku ssys em e geben sich ande e E ek e.
Um den Wechselku s au eine bes imm en Höhe zu hal en, muß die
Zen albank bei es en Wechselku sen in e enie en; dadu ch ände
sich die Zen albankgeldmenge, und je nach de Si ua ion au den Geld-
und K edi mä k en auch die Geldmenge1. Be eib die Zen albank bei-
spielsweise in de Hochkonjunk u eine es ik i e Poli ik, die zu Zins-
sa zs eige ungen au den Geld- und K edi mä k en üh , e en Kapi-
alimpo e au . Die Zen albank muß die angebo enen De isen gegen
Zen albankgeld au kau en, so daß die es ik i e Geldpoli ik beein-
1 Wi gehen im olgenden on eine e gleichsweise engen Beziehung zwi-
schen de En wicklung de Zen albankgeldmenge und dem Geld olumen aus.
In de Rezession is diese Annahme p oblema isch.
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Die Einkommensk eislau geschwindigkei des Geldes 181
äch ig wi d. Dagegen e geben sich bei lexiblen Wechselku sen in olge
de Kapi alimpo e keine Ve ände ungen de Zen albankgeldmenge2.
Du ch das zusä zliche De isenangebo sink de Wechselku s; bei no -
male Reak ion de Leis ungsbilanz e gib sich ein wei e e es ik i e
E ek . Inso e n e weis sich die Geldpoli ik als e izien e .
Wä e die Einkommensk eislau geschwindigkei des Geldes im Zei -
e lau kons an , wü den sich keine wei e en P obleme e geben. Em-
pi ische Analysen zeigen abe , daß die Einkommensk eislau geschwin-
digkei sowohl länge is ig als auch kü ze is ig a iie . Länge is i-
ge Ände ungen, he o ge u en du ch sich wandelnde Ve hal ensweisen
de Wi scha ssubjek e, sind ü die konjunk u poli ischen Übe legun-
gen inso e n ele an , als sie sich mi ku z is igen Ände ungen übe -
lage n und die Bes immung de ku z is igen Schwankungen e schwe-
en. Dagegen müssen im Konjunk u zyklus au e ende Schwankungen
de Einkommensk eislau geschwindigkei des Geldes bei de geldpoli i-
schen S a egie be ücksich ig we den. Die P ognose diese konjunk u -
beding en Ände ungen dü e zumindes so schwie ig wie eine Konjunk-
u p ognose sein. Empi ische Un e suchungen zeigen, daß die Einkom-
mensk eislau geschwindigkei im allgemeinen im konjunk u ellen Au -
schwung und im Boom s eig , dagegen im Abschwung und in de Re-
zession abnimm 3. Diese dem keynesschen Ansa z en sp echenden E -
gebnisse lassen sich dami beg ünden, daß wesen liche, die Kassenhal-
ung de Wi scha ssubjek e beein lussende Fak o en mi dem Kon-
junk u e lau schwanken4. Im Konjunk u au schwung wi d bei op i-
mis ischen E wa ungen, bei einige maßen gleichmäßigen Zahlungs-
ein- und -ausgängen die Kassenhal ung e minde . Auch wi d bei
s eigenden Zinsen die Kassenhal ung a ionelle ges al e . Insgesam
s eig die Ausnu zung de Geldmenge5. Umgekeh wi d im Konjunk-
u abschwung, bei schleppenden Zahlungseingängen und pessimis ischen
2 Es wi d un e s ell , daß die Zen albank nich in e enie .
3 Vgl. z. B. Ge d Kulke, De Zusammenhang zwischen de Höhe des Volks-
einkommens und de Geldmenge (S ückgeld und ku z is ige Bankgu haben),
Be lin 1975, S. 130 . — Die Analyse um aß den Zei aum 1950 - 1970.
4 Vgl. Claus Köhle , P obleme de Zen albankgeldmengens eue ung, in:
P obleme de Geldmengens eue ung, h sg. . We ne Eh liche und Alois
Obe hause , Sch i en des Ve eins ü Socialpoli ik. N. F. Band 99, Be lin 1978,
S. 13.
5 Vgl. Sach e s ändigen a zu Begu ach ung de gesam wi scha lichen
En wicklung, Jah esgu ach en 1978/79, Zi . 409. — De Sach e s ändigen a
be ücksich ig bei de Fixie ung des Geldmengenziels ü 1979 e wa 2 bis
3 P ozen punk e ü eine sinkende du chschni liche Kassenhal ung.
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E wa ungen im allgemeinen die Liquidi ä s o so ge und dami die
Kassenhal ung zunehmen. Sinkende Zinsen wi ken eben alls in diese
Rich ung. Die Ve hal ensweisen sind jedoch nich so s abil, daß sich
keine wesen lichen Abweichungen on diesem Ve lau smus e e geben
können. Ähnlich ände sich die Einkommensk eislau geschwindigkei
de Zen albankgeldmenge im Konjunk u e lau .
Eine Zunahme de Einkommensk eislau geschwindigkei des Geldes
bedeu e , daß de Rahmen, den die Zen albank du ch die Geldpoli ik
se z , gelocke wi d. Im Konjunk u au schwung und im Boom wü de
dadu ch die Geldpoli ik de Wäh ungsbehö den e schwe . Die F age
is nun, wie sich diese E ek au die E izienz de Geldpoli ik un e den
Bedingungen es e bzw. lexible Wechselku se auswi k .
Ce e is pa ibus wi k eine Zunahme de Einkommensk eislau ge-
schwindigkei wie ein s eigendes Geldangebo bzw. wie sinkende Geld-
nach age, also expansi 6. Tendenziell we den dadu ch die Zinsen sin-
ken, die Folge wi d sein, daß Kapi alexpo s a inde .
Bei es en Wechselku sen wi d de du ch den Kapi alexpo bewi k e
Ve lus on Zen albankgeld — die No enbank muß De isen gegen Zen-
albankgeld e kau en — dazu üh en, daß de du ch die ges iegene
Umlau geschwindigkei ausgelös e expansi e E ek wohl eilweise
kompensie wi d. Es e en bei es en Wechselku sen also olgende
E ek e au :
— kon ak i e E ek de Geldpoli ik
— expansi e E ek de zinsinduzie en Kapi alimpo e (Liquidi ä s-
e ek )
— expansi e E ek de ges iegenen Einkommensk eislau geschwin-
digkei des Geldes
— kon ak i e E ek de du ch ges iegene Einkommensk eislau ge-
schwindigkei ausgelös en Kapi alexpo e.
Bei lexiblen Wechselku sen üh de Kapi alexpo dazu, daß de
Wechselku s s eig (Abwe ungse ek ); da die No enbank nich in e -
enie , bleib die Zen albankgeldmenge kons an . Bei lexiblen Wech-
selku sen gib es kein „Ven il" ü die ges iegene Umlau geschwindig-
kei . Du ch die Wechselku se höhung i — bei no male Reak ion
6 Die T ansmissionsmechanismen de expansi en (kon ak i en) Impulse
und de en Eino dnung au den e schiedenen Ebenen de Kausalke en we -
den bei den olgenden Übe legungen nich besonde s he ausgea bei e .
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Die
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de Leis ungsbilanz — ein Leis ungsbilanzübe schuß au und dami ein
expansi e E ek . Insgesam e en bei lexiblen Wechselku sen ol-
gende E ek e au :
— kon ak i e E ek de Geldpoli ik
— kon ak i e E ek des Leis ungsbilanzde izi s
— expansi e E ek de ges iegenen Einkommensk eislau geschwin-
digkei des Geldes
— expansi e E ek des du ch die ges iegene Einkommensk eislau -
geschwindigkei des Geldes ausgelös en Kapi alexpo es bzw. Lei-
s ungsbilanzübe schusses.
Wäh end bei es en Wechselku sen also de du ch die e höh e Um-
lau geschwindigkei ausgelös e expansi e E ek eilweise kompensie
wi d, wi d e bei lexiblen Wechselku sen e s ä k .
Sink ande e sei s die Umlau geschwindigkei des Geldes, dann wi d
endenziell de Zinssa z s eigen. Die Folge sind Kapi alimpo e. Die
Wäh ungsbehö de wi d bei es en Wechselku sen am De isenma k in-
e enie en, die Zen albankgeldmenge und e en uell die Geldmenge
we den s eigen. Es e olg wiede eine eilweise Kompensa ion des du ch
die sinkende Umlau geschwindigkei bewi k en kon ak i en E ek es.
Bei lexiblen Wechselku sen wi d du ch den Kapi alimpo de Wechsel-
ku s sinken; die Leis ungsbilanz wi d bei no male Reak ion passi ,
sie wi k kon ak i und e s ä k so die Auswi kung de abnehmenden
Umlau geschwindigkei des Geldes.
Zusammen assend kann man ü die E izienz de Geldpoli ik bei
es en und lexiblen Wechselku sen sagen, daß diese bei lexiblen Wech-
selku sen g öße is als bei es en Wechselku sen, da bei lexiblen Wech-
selku sen de Liquidi ä se ek ehl und de Leis ungsbilanze ek hin-
zukomm . Die ypische Ände ung de Umlau geschwindigkei des Gel-
des üh jedoch dazu, daß die E izienz de Geldpoli ik modi izie wi d,
und zwa is eine Zunahme de E izienz bei es en Wechselku sen und
eine Abnahme bei lexiblen Wechselku sen zu e wa en. Ände sich
also die Umlau geschwindigkei — wie au g und empi ische Un e su-
chungen zu e wa en is — im Konjunk u e lau so, daß sie im kon-
junk u ellen Au schwung und im Boom zunimm und im konjunk u el-
len Abschwung und in de Rezession sink , dann gel en die E gebnisse
de Analyse auch ü die Wi ksamkei de Geldpoli ik im Konjunk u -
zyklus.
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Wenn nun umgekeh — aus i gendwelchen G ünden — die Umlau -
geschwindigkei des Geldes beispielsweise im Konjunk u au schwung
sink , dann wi k dies kon ak i . Die dadu ch ausgelös en Kapi al-
impo e haben bei es en Wechselku sen expansi e, bei lexiblen Wech-
selku sen kon ak i e Wi kungen. In diesem wohl sel enen Fall wi d die
Geldpoli ik bei . lexiblen Wechselku sen noch wei e an Wi ksamkei
gewinnen, wäh end bei es en Wechselku sen eine Abnahme de E i-
zienz ein i . En sp echende Übe legungen gel en ü den Fall de
Rezession. Ve ände sich also die Umlau geschwindigkei des Geldes
an izyklisch, dann e g öße sich de Abs and de Wi ksamkei de
Geldpoli ik bei al e na i en Wechselku ssys emen.
Die e ö e en E ek e e en unabhängig on de geldpoli ischen
Konzep ion au , also sowohl bei eine an izyklischen als auch bei eine
an eine Geldmengen egel o ien ie en Geldpoli ik. De G und lieg
da in, daß die E ek e e ände e Einkommensk eislau geschwindigkei
eindeu ig om Wechselku ssys em abhängen.
Zusammen assung
Die Bedeu ung de Einkommensk eislau geschwindigkei
des Geldes ü die E izienz de Geldpoli ik bei es en
und lexiblen Wechselku sen
Die Geldpoli ik is bei lexiblen Wechselku sen e izien e als bei es en
Wechselku sen, da bei lexiblen Wechselku sen de Liquidi ä se ek ehl und
übe eine Ak i ie ung bzw. Passi ie ung de Leis ungsbilanz ein e s ä ken-
de E ek hinzukomm . Wenn im Konjunk u e lau die Einkommensk eis-
lau geschwindigkei des Geldes Schwankungen au weis , s eigend im Kon-
junk u au schwung und sinkend im Konjunk u abschwung, dann läß sich
zeigen, daß de Un e schied de E izienz de Geldpoli ik bei es en bzw.
lexiblen Wechselku sen ge inge aus äll als bei kons an e Einkommens-
k eislau geschwindigkei des Geldes.
Summa y
The Signi icance o he Income-Veloci y o Mone a y o he E iciency
o Mone a y Policy wi h Fixed and Flexible Exchange Ra es
Mone a y policy is mo e e icien wi h lexible han wi h ixed exchange
a es, since in he case o lexible exchange a es he liquidi y e ec is lacking
and a ein o cing e ec comes in o play ia imp o emen o de e io a ion
o he balance o paymen s on cu en accoun . When in he cou se o cyclical
ends he income- eloci y o money exhibi s luc ua ions, ising du ing
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Die Einkommensk eislau geschwindigkei des Geldes 185
upwa d and declining du ing downwa d ends, i can be shown ha he
di e ence in he e iciency o mone a y policy wi h ixed o lexible exchange
a es is smalle han when he income- eloci y o money is cons an .
Résumé
L'impo ance de la i esse de o a ion de la monnaie du ci cui
des e enus pou l'e icience de la poli ique moné ai e en pé iodes
de aux de change ixes e lexibles
A ex des aux de change lexibles, la poli ique moné ai e es plus e icace
qu'a ec des aux ixes, ca a ec les p emie s ai dé au l'e e de liquidi é
e se en o ce l'e e d'ac i a ion ou de passi a ion de la balance des opé a-
ions cou an es. Lo sque dans le dé oulemen de la conjonc u e, la i esse de
o a ion de la monnaie du ci cui des e enus p ésen e des a ia ions, c ois-
san es en expansion conjonc u elle e déc oissan es en a aiblissemen con-
jonc u el, on pa ien à mon e que l'éca d'e icience de la poli ique
moné ai e en pé iodes de aux de change ixes e lexibles es moins impo an
que lo sque demeu e cons an e la i esse de o a ion p éci ée de la monnaie.
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