Hölzel, Da id J.
A icle
Eine siedlungss uk u elle Wohnum eld ypologie ü
No d hein-Wes alen. Me hodik, Cha ak e isie ung und
Anwendung
Raum o schung und Raumo dnung / Spa ial Resea ch and Planning
P o ided in Coope a ion wi h:
Leibniz-Fo schungsne zwe k "R – Räumliches Wissen ü Gesellscha und Umwel | Spa ial
Knowledge o Socie y and En i onmen "
Sugges ed Ci a ion: Hölzel, Da id J. (2025) : Eine siedlungss uk u elle Wohnum eld ypologie
ü No d hein-Wes alen. Me hodik, Cha ak e isie ung und Anwendung, Raum o schung und
Raumo dnung / Spa ial Resea ch and Planning, ISSN 1869-4179, oekom e lag, München, Vol. 83,
Iss. 3, pp. 151-171,
h ps://doi.o g/10.14512/ u .3076
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/321973
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FORSCHUNGSBEITRAG RESEARCH ARTICLE OPEN ACCESS
Eine siedlungss uk u elle Wohnum eld ypologie ü
No d hein-Wes alen. Me hodik, Cha ak e isie ung und
Anwendung
Da id J. Hölzel
Recei ed: 25 No embe 2024 Accep ed: 10 Ap il 2025 Published online: 17 June 2025
Zusammen assung
Siedlungss uk u elle Typologien e leich e n die Ve s ändi-
gung übe komplexe aumbezogene Sach e hal e im Zusam-
menhang mi Raumplanung, - o schung und -poli ik, liegen ü
Deu schland bislang abe o angig au Bundes- und Regions-
ebene o . Gegenwä ig ehlen siedlungss uk u elle Typologi-
en on e gleichba e Gene alisie ba kei ü klein äumig an-
geleg e Un e suchungen zum Zusammenhang zwischen Raum
und Gesellscha , wodu ch die Ve s ändigung übe äumli-
che und aumbezogene Sach e hal e e schwe wi d. Diese
Bei ag p äsen ie ü das Landesgebie on No d hein-Wes -
alen eine lächendeckende, gene elle Typologie on Wohn-
um elde n, welche als Ausgangs- und Endpunk e all ägliche
Ak ions äume wich ige Kon ex e de indi iduellen Lebens üh-
ung da s ellen. Die He lei ung de Typologie e olg un e
Nu zung eine hohen Zahl zu ällig gene ie e S ando e im
Landesgebie und uß au ei e ügba en Da en zu Sied-
lungss uk u . Du ch eine Ve knüp ung mi den S ad - und
Gemeinde ypen des BBSR sowie de RegioS aR-Typologie wi d
gezeig , wie die Wohnum eld ypologie g oß äumig angeleg e
Typologien e gänzen kann. Beispielha e Ve gleiche zu den
Kon ex ak o en des Mobili ä s e hal ens on G undschulkin-
de n in Do mund und zum poli ischen Wahl e hal en in Aa-
chen illus ie en übe dies die g undsä zliche Anwendba kei
Da id J. Hölzel, Fakul ä Raumplanung, Fachgebie S ad en -
wicklung, Technische Uni e si ä Do mund, Augus -Schmid -
S aße 6, 44227 Do mund, Deu schland
da id.hoelzel@ u-do mund.de
© 2025 by he au ho (s); licensee oekom. This Open
Access a icle is published unde a C ea i e Commons A ibu ion
4.0 In e na ional Licence (CC BY).
de Wohnum eld ypologie in seh un e schiedlichen Themen-
elde n. Zu Wei e e wendung in ande en S udien wi d diese
Typologie zu eien Ve ügung ges ell .
Schlüsselwö e : Siedlungss uk u Wohnum eld
Indika o en Raumbeobach ung Raum ypologie Wahlen
Kinde
A Se lemen -S uc u al Typology o Residen ial
En i onmen s o No h Rhine-Wes phalia,
Ge many. Me hodology, Cha ac e isa ion and
Applica ion
Abs ac
Typologies o u ban o m acili a e he unde s anding o and
communica ion on complex spa ial issues in he con ex o
spa ial planning, esea ch and policy. Cu en ly, in Ge many
hey a e p ima ily a ailable a ede al and egional le el,while
small-scale ypologies o u ban o m o compa able gene al-
izabili y a e sca ce which complica es communica ion abou
spa ialandspace- ela edissues.Residen ialen i onmen sa e
an impo an con ex o e e yday ac i i y spaces and he e-
o e, a ypology o esiden ial en i onmen s helps imp o e he
unde s anding o he nexus be ween space and socie y. This
pape aims o de i e a ypology o esiden ial en i onmen s
based on a high numbe o andomly gene a ed loca ions in
No h Rhine-Wes phalia and open access da a on u ban o m.
By linking he ypology o he BBSR-“S ad - und Gemeinde-
ypen” and he RegioS aR ypologies, his pape shows how
he ypology o esiden ial en i onmen s may be linked o
la ge-scale ypologies. The pape u he demons a es i s ap-
plicabili y in wo e y di e en subjec a eas by pe o ming
exempla y compa isons o he con ex ual ac o s o child en’s
mobili yin Do mund andpoli ical o ing beha iou in Aachen,
Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/3: 151–171 151
D. J. Hölzel
Ge many. The ypology is made eely a ailable o u he use
in o he s udies.
Keywo ds: Se lemen s uc u e Residen ial
En i onmen s Indica o s Moni o ing Spa ial Typology
Elec ions Child en
1Ein üh ung
Explizi e und implizi e Vo s ellungen übe Räume sind be-
deu sam ü Wissenscha , Poli ik, Wi scha und Gesell-
scha , da sie die A und Weise de Auseinande se zung
mi aumbezogenen P oblemen beeinflussen. Die ielschich-
igen und o mals implizi ela ionalen Pe spek i en au
Raum e zeugen eine hohe Komplexi ä , die die Ve s ändi-
gung übe äumliche und aumbezogene Sach e hal e e -
schwe . Dies beg ünde die No wendigkei komplexi ä s e-
duzie ende Ope a ionalisie ungen on Raum au Mak o-,
Meso- und Mik oebene. Aus aumpoli ische und aumpla-
ne ische Pe spek i e is eine ypisie ende Ope a ionalisie-
ung on Räumen ü die Defini ion on Zielen, Au ga-
ben und Ve an wo lichkei en hil eich. Au de Mak o- und
Mesoebene wu den in de Ve gangenhei be ei s einige Ty-
pologien e a bei e . Fü Deu schland liegen insbesonde e
sei ens des Bundesins i u s ü Bau-, S ad - und Raum o -
schung (BBSR) und des Thünen-Ins i u s meh e e bundes-
wei e Typologien o , die Regionen, K eise ode Gemein-
den o wiegend anhand ih e siedlungss uk u ellen Me k-
male (z. B. Einwohne - und Siedlungsdich e, An eile aus-
gewähl e Flächennu zungen, E eichba kei ) cha ak e isie-
en (Milbe 2020). Die esul ie enden Typen un e scheiden
sich o allem nach ih em G ad de Ve s äd e ung bzw. de
Ländlichkei (BBSR 2012; Milbe 2015; Küppe 2016; Mil-
be 2020) und jünge e Fo schungsa bei en okussie en sich
au eine wei e e Ve eine ung diese Diffe enzie ung ( gl. z.
B. Taubenböck/D oin/S and uß e al. 2022). Ve gleichba e
Ans engungen zu g oßflächigen Raum ypisie ung we den
auch in e na ional un e nommen (Zewdie/Robinson/Adams
e al. 2024). In E gänzung zu den ela i allgemeinen Typo-
logien wu den spezifische e Typologien e a bei e , um die
Dynamik on Landk eisen und A bei sma k egionen e as-
sen zu können ode um Wohnungsmä k e zu besch eiben
(Milbe 2015).
Wäh end be ei s einige Ansä ze ü mak o- und meso-
skalige Typologien ü Regionen, K eise und Gemeinden in
Deu schland o liegen, sind e gleichba e A bei en ü die
Mik oebene ela i sel en. Im Zuge de Inne s äd ischen
Raumbeobach ung (IRB) des Bundesins i u s ü Bau-,
S ad - und Raum o schung (BBSR) wu den zwa einige
inne s äd ische Lage ypen e a bei e , alle dings beziehen
sie sich lediglich au eilnehmende, o wiegend s äd isch
gep äg e Kommunen (Böl ken/Ga zweile /Meye 2007). Im
Gegensa z hie zu wu de on Mülle , Hech und Buchholz
(2017) ü No d hein-Wes alen eine flächendeckende Be-
bauungss uk u klassifika ion zu spezifischen Anwendung
in Hinblick au Klimaanpassungsmaßnahmen en wickel .
Im in e na ionalen Kon ex wu den eben alls klein äumig
o ien ie e, gene elle Typologien o ges ell , so e wa ü ein-
zelne S äd e wie Seoul (Li/Quan 2023) und Taipeh (Chen/
Koch/Reiche 2024) ode abe ü das gesam e Landesge-
bie on G oßb i annien (Fleischmann/A ibas-Bel 2022).
Die haup sächlichen Un e scheidungsme kmale diese Ty-
pologien beziehen sich un e ande em au Me kmale de
Flächennu zung, Bebauungs- und Gebäudes uk u . Da ü-
be hinaus exis ie eine schwe zu übe blickende Vielzahl
an Typologien, die hemenbezogen im Kon ex einzelne
S udien gebilde wu den, beispielsweise zu Un e suchung
des Einflusses äumliche Umgebungen au kö pe liche Ak-
i i ä (McDonald/Hea s /Fa bakhsh e al. 2012; B obe g/
Salminen/Ky ä 2013; Lin/Chan/Leung e al. 2020) ode
Ve keh s e hal en (Ralph/Tu ley Voulga is/Taylo e al.
2016; Nash/Mi a 2019). S udienspezifische Typologien ha-
ben den Nach eil eine zwei achen, kaskadena igen S ich-
p obenspezifi ä , weil die äumliche S ichp obe o mals au
eine Pe sonens ichp obe basie . S uk u ie ende Einflüsse
wie e wa Selbs selek ionseffek e (Cao/Mokh a ian/Handy
2009) und eine dami e bundene äumliche Seg ega i-
on on Wohn- und A bei ss ando en we den somi nich
be ücksich ig . Da übe hinaus sind diese Typologien mi -
un e au spezifische Anwendungs älle ausge ich e . Diese
Eigenscha en sch änken die Gene alisie ba kei esul ie en-
de Raum ypologien ein. Neben de S ichp obenspezifi ä
un e scheiden sich die s udienspezifischen Typologien o -
mals auch du ch die Ve ügba kei und Auswahl de zu
e wendenden Raum a iablen und die gewähl e Analyse-
me hode zu Typisie ung, sodass die Typologien mi un e
nu eingesch änk e gleichba sind.
Die o liegende A bei s eb eine mik oskalige E -
gänzung zu siedlungss uk u ellen Typologien an, die in
Deu schland – wie besch ieben – bislang o angig ü Re-
gionen, K eise und Gemeinden exis ie en. Die klein äumig
angeleg e Cha ak e isie ung bezieh sich au Wohnum-
elde 1, weil sie als S a - bzw. Zielpunk e all ägliche
Ak ions äume wich ige äumliche Kon ex e de indi iduel-
len Lebens üh ung da s ellen (Hölzel 2022). Somi is eine
Typologie on Wohnum elde n on besonde em In e es-
se ü ein e besse es Ve s ändnis übe Zusammenhänge
zwischen Raum und Gesellscha . Au g und ih es explo-
a i en Cha ak e s konzen ie sich die Un e suchung au
1Wohnum elde we den in diese A bei als äumliche Nahbe ei-
che (bis zu 250 Me e ) on Flächen mi Wohn unk ion de inie .
152 Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/3: 151–171
Eine siedlungss uk u elle Wohnum eld ypologie ü No d hein-Wes alen. Me hodik, Cha ak e isie ung und ...
das Landesgebie on No d hein-Wes alen. Ziel diese
S udie is also die E s ellung eine landeswei en, gene-
ellen Wohnum eld ypologie ü No d hein-Wes alen, die
Wohnum elde anhand siedlungss uk u elle Me kmale
au de Mik oebene, das heiß im äumlichen Nahbe eich
und ohne Be ücksich igung mak oskalige Me kmale (u.a.
Zen ali ä ), cha ak e isie und somi einen Bei ag zu E -
gänzung g öbe e Typisie ungsansä ze leis e . Du ch ih en
ü No d hein-Wes alen flächendeckenden und gene ellen
Cha ak e kann die Typologie in un e schiedlichen Anwen-
dungs ällen als e e enzie ende Ope a ionalisie ung genu z
we den, insbesonde e auch jensei s g oßs äd ische Kon ex-
e. Als solche lös sie zumindes ü das Landesgebie das
P oblem de S ichp obenspezifi ä und is me hodisch in
sich geschlossen. Die hie zu e a bei ende Typologie is
unabhängig on adminis a i en G enzen und somi ge-
genübe Typologien, die an Ve wal ungsg enzen o ien ie
Abbildung 1 A bei ssch i e zu Da enau be ei ung: (1) Sammlung und Zusammen üh ung on Da en-
sä zen, (2) Bildung äumliche S ichp obe anhand andomisie e S ando e, (3) Pu e ung, (4) Typisie-
ung (ohne Da s ellung), (5) Ka og aphische Da s ellung und Typenex ak ion En wu : Da id Hölzel,
Sophie Weidig (Fakul ä Raumplanung, Technische Uni e si ä Do mund)
sind, flexible einse zba . Zu Wei e e wendung in ande en
S udien wi d diese Typologie zu eien Ve ügung ges ell
(Hoelzel 2025).
Nach eine Da s ellung de Da eng undlagen, Da en-
au be ei ung und Da en e a bei ung (Kapi el 2) wi d die
Typologie o ges ell (Kapi el 3.1) und mi exis ie enden
Typologien au de Mak oebene in Bezug gese z (Kapi-
el 3.2). Um die a iable Einse zba kei de Typologie und
ih e g undsä zliche Plausibili ä in seh un e schiedlichen
empi ischen Zusammenhängen zu demons ie en, we den
anschließend zwei Anwendungs älle exempla isch-desk ip-
i skizzie , nämlich das indi iduelle Ve keh s e hal en
on G undschulkinde n in Do mund (Kapi el 4.1) und
das poli ische Wahl e hal en in Aachen (Kapi el 4.2). In
Kapi el 5 schließ de Tex mi Diskussionen übe S ä -
ken und Schwächen de Typologie sowie übe po enzielle
Anwendungs elde und kün ige Fo schungspo enziale.
Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/3: 151–171 153
D. J. Hölzel
2 Da en und Me hodik
In Anlehnung an bishe ige Typisie ungsansä ze sollen
Wohnum elde in diese A bei übe ih e siedlungss uk-
u ellen Cha ak e is ika definie we den, um eine anwen-
dungsunabhängige Typologie zu e zeugen. Wei e e aum-
bezogene Va iablen (z. B. Be ölke ungss uk u , Ve keh )
können dadu ch bei nachgelage en Analysen als gänz-
lich eigens ändige Einflussg ößen hinzugezogen we den.
Im Ve gleich zu den mak oskaligen Ansä zen bezieh
sich die hie zu e a bei ende Wohnum eld ypologie alle -
dings ausschließlich au den Nahbe eich, sodass sie nich
au die E mi lung mak oskalige Zen ali ä ausge ich e
is . Aus G ünden de Da en e ügba kei und Da en e a -
bei ungskapazi ä en e olg die Typisie ung explo a i ü
No d hein-Wes alen, das be ölke ungs eichs e Bundesland
Deu schlands bei einem Flächenan eil on knapp un e zehn
P ozen .2
Die im Folgenden besch iebene Vo gehensweise gliede
sich g ob in olgende A bei ssch i e, die in den nach ol-
genden Un e kapi eln eingehend besch ieben we den ( gl.
Abbildung 1): (1) Sammlung, Auswahl und Zusammen üh-
ung on Da ensä zen und Va iablen zu Besch eibung de
Siedlungss uk u im Nahbe eich (hie : Flächennu zungs-,
Gebäude- und Angebo ss uk u 3), (2) Bildung eine äum-
lichen S ichp obe du ch Gene ie ung zu ällige S ando e
inne halb on Wohnbauflächen und Flächen gemisch e
Nu zung, (3) E s ellung on Puffe n um die zu o gene-
ie en S ando e mi anschließende Agg ega ion de in
Sch i 1 ausgewähl en Va iablen, (4) (A bei ssch i ohne
Abbildung) explo a i e E mi lung ma kan e G uppen on
Wohnum elde n mi els i e a i e La en -P ofile-Analysen
au de Basis de agg egie en Va iablen mi anschließende
E s ellung de eigen lichen Wohnum eld ypologie mi els
Schwellenwe en, (5) Ka og aphische Da s ellung de
Wohnum eld ypologie au Basis on Thiessen-Polygonen
inne halb de Puffe g enzen und Typenex ak ion.
2.1 Ink emen ell-heu is ische
Va iablenauswahl
Zu E s ellung äumliche Typologien exis ie en bislang
2Wenngleich sich die Typologie ausschließlich au No d hein-
Wes alen bezieh , so is au g und des Flächenan eils dennoch
anzunehmen, dass sich die hie gewonnenen Wohnum eld ypen
mindes ens ansa zweise auch au ande e Bundeslände übe a-
gen lassen.
3De Beg i „Angebo ss uk u “ wi dhie genu z ,um e allgemei-
ne nd äumlich e eil e Ve so gungs-, Diens leis ungs- und Kul-
u ein ich ungen zu besch eiben (z. B. Einzelhandel, medizinische
Ve so gung, Gas onomie).
keine s anda disie en Vo gehensweisen und en sp echend
un e schiedlich sind die P ozedu en und Va iablense s,
die bei ühe en Typisie ungen genu z wu den ( ü einen
exempla ischen Übe blick gl. Milbe 2020). Ve gleich-
ba en Vo a bei en en sp echend (Fleischmann/A ibas-Bel
2022; Li/Quan 2023; Chen/Koch/Reiche 2024) wi d die
Siedlungss uk u on Wohnum elde n im Rahmen de
o liegenden S udie anhand on Me kmalen de Flächen-
nu zung, Bebauungs- und Gebäudes uk u ope a ionalisie
( gl. Kapi el 1). In diesem Zusammenhang olg e die Va-
iablenauswahl d ei als g undlegend e ach e en P inzipien,
nämlich flächendeckende Da enbes and, eie Da en e üg-
ba kei sowie Da enspa samkei . Diese P inzipien e geben
sich aus meh e en G ünden: Au g und de flächendecken-
den Typisie ung ü No d hein-Wes alen müssen die Da-
eng undlagen eben alls flächendeckend ü No d hein-
Wes alen o liegen. Die eie Da en e ügba kei soll eine
ein ache Replika ion, Modifika ion und E wei e ung des
Ansa zes e möglichen. Die Spa samkei de Va iablenaus-
wahl eduzie die Komplexi ä des allgemeinen Modells,
was angesich s de hohen Zahl an eingehenden Fällen
( gl. Kapi el 2.2) ü die essou censchonende Be echnung
(Daue on Agg ega ion und mul i a ia e Typisie ung)
e o de lich is . Au g und de in nachgelage en A bei s-
sch i en zwischenzei lich es ges ell en Unzulänglichkei en
o läufige Typisie ungen ( gl. Kapi el 2.4 und 2.5) han-
del e es sich bei de Va iablenauswahl ü die explo a i en
La en -P ofile-Analysen (LPA) ( gl. Kapi el 2.4) nich um
einen einmaligen, in sich geschlossenen A bei ssch i ,
sonde n um einen ink emen ellen, heu is isch gep äg en
P ozess.
Als am liche , flächendeckend e ügba e Da ensa z bil-
de e die Flächennu zung nach ALKIS4den Ausgangspunk
de La en -P ofile-Analysen. Ini ial wu den die Nu zungs-
a eng uppen5„Wohnbaufläche“, „Flächen gemisch e Nu -
zung“, „Indus ie- und Gewe befläche“, „Landwi scha “
und „S aßen e keh “ als wesen liche Va iablen zu klein-
äumigen Cha ak e isie ung on Siedlungss uk u en e ach-
e ( ü einen Übe blick übe die Flächennu zungen gl.
AdV 2011). Exklusi e Ve suche mi den ALKIS-Flächen-
nu zungen münde en in e s en S uk u en, die zwa p in-
zipiell als un e schiedliche Wohnum elde in e p e ie ba ,
abe noch nich ollends plausibel wa en: Au g und de
äumlichen Flächennu zungss uk u wu den zen al gelege-
ne Flächen (Innens ad ke ne) denselben Klassen zugeo dne
4ALKIS NW G und issda en; h ps://open.n w/da ase /alkis-nw-
g und issda en-geo-n w (09.07.2024); „Ta sächliche Nu zung“.
5Die Beg i lichkei wu de aus AdV (2011) en nommen.Im Wei e en
is hie ü e kü zend on „(Flächen-)Nu zungen“ die Rede, sowei
nich ande s angegeben.
154 Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/3: 151–171
Eine siedlungss uk u elle Wohnum eld ypologie ü No d hein-Wes alen. Me hodik, Cha ak e isie ung und ...
Tabelle 1 Ve wende e Va iablen im ink emen ell-heu is ischen Fo schungsp ozess
Siedlungss uk u elles
Me kmal Va iable Ope a ionalisie-
ung Pu e (m) Be ücksich igung in le z e
La en P o ile Analyse
Wohnbau läche Flächenan eil 250 ja
Fläche gemisch e Nu zung Flächenan eil 250 ja
Indus ie- und Gewe be läche Flächenan eil 250 ja
Landwi scha Flächenan eil 250 ja
Wald Flächenan eil 250 ja
S aßen e keh Flächenan eil 250 ja
Weg Flächenan eil 250 nein
Pla z Flächenan eil 250 nein
Pla z ohne Pa kpla z lächen Flächenan eil 250 ja
Flächennu zungss uk u
Spo -/F eizei -/E holungs lächen Flächenan eil 250 ja
Angebo ss uk u OSM-Poin s o in e es mi gewe blich-ö -
en liche , Publikums e keh e zeugende
Funk ion
Anzahl 250 ja
Gebäude läche au Wohnbau lächen und
Flächen gemisch e Nu zung Flächenan eil 250 bzw. 100 ja
Zusammenhängende Gebäudes uk u en Um ang 250 bzw. 100 nein
Gebäudehöhe Median 250 bzw. 100 nein
Gebäude läche Median 250 bzw. 100 nein
Maximales Gebäude olumen Median 250 bzw. 100 nein
Bebauungss uk u
G oße Gebäude ≥1.500 m3bezogen au
alle Gebäude au Wohnbau lächen und
Flächen gemisch e Nu zung
Volumenan eil 250 bzw. 100 nein
wie nich zen al gelegene Flächen (insbesonde e Pa kpla z-
flächen). Aus diesem G und wu de eine Ve besse ung de
Plausibili ä und Aussagek a anges eb , indem die Aus-
wahl de Flächennu zungen angepass wu de (u.a. E gän-
zung on „Pla z“ und „Wald“).
Nachdem mi diesen Anpassungen keine nennenswe en
Ve besse ungen e ziel we den konn en, wu den anschlie-
ßend wei e e Da en e gänz . Zunächs wu den die Hausum-
inge6au Wohnbauflächen und Flächen gemisch e Nu -
zung hinzugezogen, um den An eil de Gebäudeflächen an
den beiden, zusammenge ass en ALKIS-Nu zungen zu be-
echnen. Die un e Hinzunahme diese Va iable e ziel en
E gebnisse münde en zwa in eine e besse en, abe noch
nich hin eichend zu iedens ellenden S uk u . Deswegen
wu den OpenS ee Map-Da en (OSM)7hinzugezogen, um
die Anzahl on „Poin s o in e es “ mi gewe blich-öffen -
liche , Publikums e keh e zeugende Funk ion8zu e mi -
6h ps://www.opengeoda a.n w.de/p oduk e/geobasis/lk/ak /
hu_shp/ (03.07.2024).
7h ps://download.geo ab ik.de/ (16.09.2024).
8mall, depa emen _s o e, bank, museum, hea e, own_hall,
ma ke _place, pos _o ice, es au an , supe ma ke , lo is , bu -
che , bake y, op ician, clo hes, jewelle , shoe_shop, spo s_shop,
chemis , as _ ood, ca e, pha macy, bookshop, ou doo _shop,
gi _shop, newsagen , mobile_phone_shop, compu e _shop, hai -
eln. Auße dem e laub en die OSM-Da en im Gegensa z
zum ALKIS-Da ensa z eine Diffe enzie ung zwischen Pa k-
plä zen und Nich -Pa kplä zen, weswegen in OSM als Pa k-
plä ze gekennzeichne e Flächen on de ALKIS-Flächennu -
zung „Pla z“ sub ahie wu den. Dadu ch wu de die älsch-
liche Klassifika ion on nich zen alen Pa kpla zflächen als
Ke n äume e mieden. Schließlich wu den die agg egie -
en Gebäudehöhen du ch Ve schneidung des No malisie -
en Digi alen Obe flächenmodells9mi den Hausum ingen
e mi el .10 Fü die manuelle Fil e ung wu den die Gebäude-
höhen (Maximum p o Gebäude) in Ve bindung mi den Ge-
bäudeg undflächen e gänzend genu z , um ü jeden zu ällig
gene ie en Punk An eile g oße Gebäude mi einem Volu-
men on mindes ens 1. 500m3am Volumen alle Gebäude
d esse , oy_shop, s a ione y, doc o s, lib a y, clinic, den is , pub,
beau y_shop, laund y, con enience, a el_agen , kiosk, u ni-
u e_shop, oile , bicycle_shop.
9h ps://open.n w/da ase /no malisie es-digi ales-
obe lachenmodell-50-nw-geo-n w (06.08.2024).
10 P o Gebäude wu de jeweils die maximale Höhe ex ahie . Die
Agg ega ion inne halb de Pu e e olg e anschließend übe den
jeweiligen Median alle Gebäude, um unangemessene App oxima-
ionen de maximalen Gebäudehöhen (z. B. du ch Nebengebäude,
Scho ns eine ode An ennen) auszugleichen.
Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/3: 151–171 155
D. J. Hölzel
au Wohnbauflächen und Flächen11 gemisch e Nu zung in-
ne halb des Puffe s zu be echnen. Ein Übe blick übe Va-
iablen, die im Ve lau des ink emen ellen A bei sp ozes-
ses (Va iablenauswahl und La en P ofile Analysen) genu z
wu den, finde sich in Tabelle 1.
2.2 Räumliche S ichp obe
Bei dem hie gewähl en Vo gehen wi d – ans elle eine
äumlich eng beg enz en S ichp obe mi eine ela i ge-
ingen Fallzahl – au g oß äumige Ebene eine g oße Zahl
on Zu allss ando en im Geog aphischen In o ma ionssys-
em (GIS) gene ie . Du ch die zu ällige äumliche Ve ei-
lung de Punk e is die en s ehende Typologie unabhängig
on adminis a i definie en G enzen und dem Gebäude-
bes and.12 Das einzige K i e ium zu Bildung diese äum-
lichen Zu allss ichp obe lieg in de en Beg enzung au Flä-
chen, die be ei s mi eine Wohn unk ion beleg sind ode
mi eine Wohn unk ion beleg we den könn en, das heiß
Wohnbauflächen und Flächen gemisch e Nu zung. Gleich-
zei ig is zu beach en, dass nich alle Flächen gemisch e
Nu zung mi eine a sächlichen Wohnnu zung beleg sind
ode beleg we den können ( gl. AdV 2011: 13).
Fü die im Folgenden be ich e e Wohnum eld ypologie
wu de die Anzahl de zu ällig gene ie en Punk e übe das
Landesgebie on No d hein-Wes alen13 au d ei Millio-
11 Im Zuge de Da enbe einigung wu den Gebäude mi eine Höhe
onhöchs ens1,5Me e nsowieGebäudemi eine G und läche on
wenige als 15 m2ausgeschlossen.
12 Die Bildung eine äumlichen S ichp obe übe Hausum inge
wu de aus meh e en G ünden e wo en: Die Nu zung on Haus-
um ingen als Un e suchungseinhei s ell e s ens eine implizi e
Flächengewich ung nach Gebäude yp da , sodass in mul i a ia en
Analysen Meh amilienhäuse o z eine gegenübe Ein amilien-
häuse n wesen lich g öße en Anzahl an Wohneinhei en au g und
ih e ge inge en Häu igkei un e ep äsen ie wä en. Gemäß De-
s a is (2025) lag zum 31. Dezembe 2023 in No d hein-Wes alen
de An eil on Ein amilienhäuse n an de Gesam zahl de Wohn-
gebäude bei 62,37% (Meh amilienhäuse mi mindes ens d ei
Wohnungen: 20,85%) und de An eil on Ein amilienhäuse n an
de Wohnungsanzahl bei 27,65% (Meh amilienhäuse mi min-
des ens d ei Wohnungen: 56,49%). Zwei ens is im Gegensa z zu
S ichp obenbildung übe Hausum inge die Ve wendung zu ällig
gene ie e S ando e g undsä zlich unabhängig om ( e ände li-
chen) Gebäudebes and. D i ens be äg die Zahl de Hausum inge
au Wohnbau lächen und Flächen gemisch e Nu zung mi eine
Mindes läche on 25 m26,8 Millionen, wodu ch die Lau zei en bei
de Da enp ozessie ung gegenübe 3 Millionen zu ällig gene ie en
Punk en länge wä en.
13 Ausgenommen sind Wohnbau lächen und Flächen gemisch e
Nu zung in einem Abs and on bis zu 250 Me e n zu Landesg en-
ze, um Ve ze ungen du ch Übe lappung de spä e zu bildenden
Pu e mi nich be ücksich ig en Flächen auße halb No d hein-
Wes alens zu e meiden.
nen und de en Mindes abs and au zehn Me e es gese z
(QGIS-Algo i hmus „na i e: andompoin sinpolygons“).
Die un e diesen Vo gaben gene ie e Menge äumliche
Punk e au eine Gesam fläche on und 3.200 km2 ü die
Nu zungen Wohnbaufläche und Fläche gemisch e Nu zung
eigne sich ü eine hin eichende äumliche Abdeckung
sowie Dich e und die Ve a bei ung au handelsüblichen
Rechne komponen en.
2.3 Räumliche Agg ega ion
Die Cha ak e isie ung de Wohnum elde e o de eine
punk spezifische Agg ega ion de als Punk e und Flächen
o liegenden Eingangs a iablen ( gl. Kapi el 2.1). Ob-
wohl S ando quali ä en im Kon ex on Raumo dnung und
Raumplanung o übe e keh sne zbasie e E eichba -
kei sanalysen ope a ionalisie we den, is ü den Zweck
de hie anges eb en Typisie ung on Wohnum elde n eine
Bildung k eis ö mige Puffe um die zu ällig gene ie en
S ando e besse geeigne : Eine sei s können Puffe als
äumliche Agg ega ionseinhei en einhei liche G öße de-
finie we den, wodu ch de en Ve gleichba kei gegeben
is . Ande e sei s gewäh leis e die Agg ega ion anhand
k eis ö mige Puffe im Gegensa z zu eine ne zbasie en
Agg ega ion eine gleiche Gewich ung alle umliegenden
Flächennu zungs-, Angebo s- und Bebauungss uk u en.
Dies is insbesonde e ü S ando e au Wohnbauflächen
und Flächen gemisch e Nu zung in di ek e Nachba scha
zu Flächennu zungen mi ge inge S aßen- bzw. Wegedich-
e (z. B. Landwi scha , Wald, Indus ie-/Gewe beflächen)
bedeu sam, um de en quali a i e Rolle ü das Wohnum eld
angemessen zu be ücksich igen.
Die En scheidung ü die Puffe g öße is ein Komp omiss
zwischen Aussagek a und Typisie ba kei . Ande s als be-
s ehende Typologien au g oß äumliche Ebene soll e sich
die hie zu be echnende Wohnum eld ypologie lediglich au
die nahegelegene Umgebung beziehen. Diese An o de ung
läss sich on zwei S andpunk en beg ünden: Aus heo e i-
sche Pe spek i e is anzunehmen, dass ein gewähl e Puffe
indi iduelle Ak ions äume im Wohnum eld umso schlech-
e e ass , je g öße e gewähl wi d ( gl. Unce ain Geog a-
phic Con ex P oblem;Kwan2012). Da übe hinaus e gib
sich das Modifiable A eal Uni P oblem, wonach Analysee -
gebnisse on de G öße äumliche Un e suchungseinhei en
abhängen (Openshaw 1984): Mi zunehmende Puffe g öße
we den ehe allgemeine siedlungss uk u elle Gegebenhei-
en e ass , wodu ch sich die Ka ego isie ungse gebnisse
exis ie enden Typologien au g oß äumliche Ebene annä-
he n dü en. Umgekeh können (zu) klein gewähl e Puffe -
g ößen lokale Besonde hei en s ä ke be onen, was zu Typo-
logien mi höhe e Komplexi ä (Typenanzahl) und ge inge-
e Gene alisie ba kei (Nähe zu Eingangs a iablen) üh en
156 Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/3: 151–171
Eine siedlungss uk u elle Wohnum eld ypologie ü No d hein-Wes alen. Me hodik, Cha ak e isie ung und ...
könn e. Fü die hie o ges ell e Typologie wu de de Puffe
zu E assung de Kon ex da en ü nahezu alle Va iablen
au 250 Me e es gese z ; einzig ü die Gebäude olumina
wu de de Puffe ü eine e besse e Diffe enzie ung au
100 Me e beg enz . Anschließend wu den die Eingangs-
a iablen du ch E assung on An eilen (Flächennu zungen
und Gebäude olumina) und Häufigkei en (OpenS ee Map
Poin s o in e es ) p o Puffe agg egie .
2.4 Typisie ungsme hodik
Die Wohnum eld ypen wu den du ch Fil e ung de S ichp o-
be en lang heu is isch e mi el e Schwellenwe e e mi el .
Die Wahl de Fil e ungsk i e ien und Schwellenwe e o ien-
ie e sich dabei an La en -P ofile-Analysen (Masyn 2013;
Spu k/Hi schi/Wang e al. 2020; Baue 2022)14, die explo-
a i du chge üh wu den, um ein Ve s ändnis ü die Da-
ens uk u zu e langen. Die La en -P ofile-Analyse (LPA)
is ein G uppie ungs e ah en, das den Mix u e Models zu-
zu echnen is . Bei La en -P ofile-Analysen wi d angenom-
men, dass eine mul i a ia e Häufigkei s e eilung in einem
Da ensa z au eine unbeobach e e, disk e e Va iable (soge-
nann e la en e Klassen) zu ückzu üh en is . Klassenzuwei-
sungen e olgen p obabilis isch anhand on Häufigkei s e -
eilungen bzw. Mi elwe en („Modal Assignmen “; Masyn
2013; Baue 2022), das heiß , Unsiche hei en de e mi el-
en Zuweisungen we den konzep ionell be ücksich ig . Au -
g und dieses p obabilis ischen Ansa zes e lauben Mix u e
Models die Be echnung on Fi Indices zu Bes immung
de Gü e ge undene Lösungen und zu E mi lung de Klas-
senanzahl. Gleichzei ig sind die Fi Indices mi un e unein-
deu ig und können zu Fehlin e p e a ionen üh en (Spu k/
Hi schi/Wang e al. 2020). In diesen Fällen wi d eine e gän-
zende P ü ung on Sc ee-Plo s (bezogen au die En wick-
lung on Indices in Abhängigkei on de Klassenanzahl)
und den Cha ak e is ika de e mi el en Klassen anhand de
sogenann en P ofile Plo s e o de lich (Masyn 2013;Bau-
14 Un e denge es e en Me hodende Clus e analyse (hie a chisch
und k-Means), de Haup komponen enanalyse, de La en -P o ile-
Analyseundde La en -Class-Analysewa einzigdieLa en -P o ile-
Analyse mi dem R-Package idyLPA(Rosenbe g/Beyme /Ande son
e al. 2018) zu e olg eichen E mi lung on E gebnissen in eine
akzep ablen Lau zei geeigne . Fü hie a chische Clus e e ah en,
die au Dis anzma izen au bauen, po enzie sich die Zellhäu ig-
kei in Abhängigkei on de Anzahl de eingehenden Fälle. Die ho-
he Zahl on d ei Millionen eingehenden Fällen übe s ieg die Re-
chenkapazi ä en (insbesonde e A bei sspeiche ) bei Wei em. Eine
es weise du chge üh e k-Means-Clus e analyse lie e e keine zu-
iedens ellenden E gebnisse. Bei de Du ch üh ung eine La en -
Class-Analyse zeig e sich, dass die Be echnung mi handelsübli-
chen Rechne komponen en je nach Klassenanzahl und Anzahl de
Wiede holungen meh e e WochenZei in Ansp uch nehmen wü de.
e 2022): Hie we den s anda disie e We e da ges ell , um
ü jede Va iable die Abweichungen de e mi el en Klassen
om globalen Mi elwe zu illus ie en. Gemeinhin soll en
sich Klassen quali a i oneinande un e scheiden, wäh end
quan i a i en Un e schieden keine wesen lich e besse e
Aussagek a gegenübe eine ge inge en Klassenanzahl zu-
gesch ieben wi d (Spu k/Hi schi/Wang e al. 2020).
In dem hie besch iebenen, i e a i -heu is ischen P ozess
( gl. Kapi el 2.1) wu de in jede I e a ion eine La en -P ofi-
le-Analyse mi jeweils wechselnde Kombina ion on Va ia-
blen du chge üh (zum Ve lau de Va iablenauswahl gl.
Kapi el 2.1; zu Va iablenübe sich gl. Tabelle 1). Dabei
wu de die Klassenanzahl anhand on Fi Indices, P ofile
Plo s bzw. Sc ee-Plo s e mi el , be o Ka ie ungen und de-
sk ip i -s a is ische Ve gleiche de Klassenzuweisungen ge-
nu z wu den, um die Plausibili ä und Aussagek a e mi -
el e Klassen zu übe p ü en. Diese Vo gehensweise wu de
mi un e schiedlichen Va iablense s wiede hol , bis sich ein
hin eichend diffe enzie es und plausibles Bild on de Da-
ens uk u e gab. Au bauend au den Ka ie ungen und de-
sk ip i en S a is iken (insbesonde e P ofile Plo s) wu de die
Anzahl de Klassen au sieben es gese z , weil zusä zliche
Klassen die Aussagek a de Klassifika ion nich nennens-
we e besse en. Anhand de La en -P ofile-Analysen lie-
ßen sich olgende po enzielle Wohnum eld ypen abg enzen:
Geschä szen en, wei e e Gebie e mi e höh e Angebo s-
dich e, Gebie e mi hohen Flächenan eilen landwi scha -
lich genu z e Flächen (jeweils inne halb und auße halb des
geschlossenen Siedlungszusammenhangs), Gebie e mi ho-
hen Flächenan eilen o s wi scha lich genu z e Flächen
und Gebie e mi haup sächliche Wohn unk ion.
Mi einem An eil on und 40-45% (je nach Va iablen-
auswahl und Klassenanzahl) an allen zu ällig gene ie en
Punk en bilde en Gebie e mi haup sächliche Wohn unk i-
on in allen La en -P ofile-Analysen die mi Abs and g öß e
G uppe. Alle dings wa es mi un e schiedlichen Va ia-
blense s nich möglich, eine Diffe enzie ung inne halb
de Wohngebie e mi haup sächliche Wohn unk ion nach
dem An eil on Meh amilienhäuse n he beizu üh en. Eine
solche Diffe enzie ung wu de jedoch als no wendig e ach-
e , weil ande n alls ech un e schiedliche Wohnum elde
(Ein amilienhaussiedlungen und G oßwohnsiedlungen) in
einem Typ gebündel wo den wä en, wodu ch die Aussa-
gek a de Wohnum eld ypologie geminde wo den wä e.
Demen sp echend wu de die g undsä zlich plausible S uk-
u ie ung de S ichp obe mi els La en -P ofile-Analyse
du ch manuelle Fil e ung wei gehend eplizie , in zwei
Aspek en jedoch modifizie : Wohnum elde land- und
o s wi scha liche P ägung im geschlossenen Siedlungs-
zusammenhang wu den zusammenge üh und Wohnum el-
de mi haup sächliche Wohn unk ion bei e höh em Meh -
amilienhausan eil wu den als eigens ändige Wohnum eld-
Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/3: 151–171 157
D. J. Hölzel
Tabelle 2 Ges a el e Typenbildung mi Fil e ungsk i e ien
N . Wohnum eld yp Ku zbe-
zeichnung Pu e
(m) Fil e k i e ium Schwel-
lenwe Anzahl
1Wohnum eld land-/
o s wi scha liche P ägung (au-
ße halb des geschlossenen Sied-
lungszusammenhangs)
Außenbe-
eich 250 Kombinie e Flächenan eil Vege a ion (Land-
wi scha , Wald, Gehölz, Heide, Moo , Sump ,
Unland/ ege a ionslose Fläche); AdV (2011:
24–25)
≥70% 498.268
2 Geschä szen um Geschä s-
zen um 250 Anzahl de OSM Poin s o In e es mi gewe b-
lich-ö en liche , Publikums e keh e zeugen-
de Funk ion
≥50 25.471
3 Wohnum eld gewe blich-indus ielle
P ägung Gewe be/
Indus ie 250 Flächenan eil Indus ie- und Gewe be läche ≥20% 144.581
4 Wohnum eld mi e höh e Angebo s-
dich e Angebo s-
e dich ung 250 Anzahl de OSM Poin s o In e es mi gewe b-
lich-ö en liche , Publikums e keh e zeugen-
de Funk ion
15-49 102.776
100 Volumenan eil alle g oßen Gebäude (≥1.500
m3) an allen Gebäuden au Wohnbau lächen
und Flächen gemisch e Nu zung
≥80%5 Wohnum eld mi haup sächliche
Wohn unk ion und e höh em Meh -
amilienhausan eil
Geschoss-
wohnungs-
bau
250 Flächenan eil Wohnbau läche ≥20%
163.776
6 Wohnum eld land-/
o s wi scha liche P ägung (im
geschlossenen Siedlungszusammen-
hang)
Siedlungs-
and 250 Kombinie e An eil land- und o s wi scha li-
che Flächen
≥30% 739.031
7 Wohnum eld mi haup sächliche
Wohn unk ion und ge ingem Meh a-
milienhausan eil
Ein ami-
lienhaus-
siedlung
250 Kombinie e An eil Wohnbau lächen und Flä-
chen gemisch e Nu zung
≥15% 1.319.665
Nich zugewiesen – – – 6.432
yp un e Nu zung de Volumenan eile g oße Gebäude (≥
1.500 m3) he ausgea bei e . Die in diesem A bei ssch i
genu z en Schwellenwe e wu den heu is isch bes imm ,
dami sich die endgül ige Wohnum eld ypologie an die
zu o e mi el en E gebnisse de La en -P ofile-Analysen
annähe .
Die Fil e ung de Wohnum eld ypen e olg e ges a -
el , das heiß , einmal einem Wohnum eld yp zugewiesene
S ando e wa en nich meh ü nach olgende Wohnum eld-
ypen e ügba . En sp echend bedeu sam is die Reihen ol-
ge de Fil e ungen, die ü die hie gebilde e Wohnum eld y-
pologie nach ,abs eigende Eindeu igkei ‘ es geleg wu de
( gl. Tabelle 2): Mi Wohnum elde n auße halb des Sied-
lungszusammenhangs und in den Geschä szen en wu den
zunächs die Typen definie , die am eindeu igs en als pe i-
phe und zen al e kennba wa en. Um siche zus ellen, dass
Wohngebie e in de Nähe on dezen alen Einzelhandels-
zen en in Gewe be-/Indus iegebie en on zen ennahen
Wohngebie en mi e gleichba dich e Angebo ss uk u
(z. B. in Ci y andlage) un e schieden we den, wu den an-
schließend Wohnum elde gewe blich-indus ielle P ägung
o Wohnum elde n mi e höh e Angebo sdich e e mi el .
Aus dem e bleibenden Teil de S ichp obe (Punk e im
Siedlungszusammenhang, ge inge Angebo sdich e, ge inge
Flächenan eile gewe blich-indus ielle Nu zung) wu den
nun Wohnum elde mi einem e höh en An eil on Meh -
amilienhäuse n als eigens ändige Wohnum eld yp defi-
nie . Anschließend wu den abe mals Wohnum elde land-
/ o s wi scha liche P ägung als eigens ändiges Wohnum-
eld abgeg enz , wobei au g und de be ei s du chge üh en
Defini ion on Typ 1 lediglich S ando e im Siedlungszu-
sammenhang zu Typ 6 zugeo dne wu den. Als ,Residualka-
ego ie‘ um ass en Wohnum elde mi Wohn unk ion und
ge ingem Meh amilienhausan eil nun alle zu ällig gene ie -
en Punk e, in de en Umgebung sich Wohnbauflächen und
Flächen gemisch e Nu zung in mindes ens ge ing ügigem
Maße be anden. E wa 0,2% de S ichp obe konn en mi
den genu z en Fil e ungsk i e ien keinem Wohnum eld yp
zugeo dne we den. Hie bei handel es sich in de Regel um
ands ändig ode absei s gelegene Punk e im Um eld on
F iedhö en, Spo -/F eizei -/E holungsflächen, Gewässe n
ode g oßflächigen Ve keh sanlagen (z. B. Gleisd eiecke
ode Au obahnk euze).
158 Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/3: 151–171
Eine siedlungss uk u elle Wohnum eld ypologie ü No d hein-Wes alen. Me hodik, Cha ak e isie ung und ...
Tabelle 6 Kon ex a iablen zum Ve keh s e hal en on G undschulkinde nin Do mund nach Wohnum eld yp (n= 792), 1=mindes ens ie de sechs abge ag en Wege zu / on
de Schule wu denmi E wachsenen zu ückgeleg , 2mindes ens ie de sechsabge ag en Wege zu / on de Schule wu denzu Fußode mi demRad zu ückgeleg , 3=Nu zung
du ch mindes ens einen El e n eil
An eil (in %) Mi elwe An-
eil
(in %)
Typ Beglei e e
Schulweg1Ak i e
Schulweg2Haushal s-
yp: Familie
mi Kinde n
Ve keh smi -
elnu zung
Pendelweg
El e n3:Fah -
ad
Ve keh smi -
elnu zung
Pendelweg
El e n3:Fuß
Ve keh smi el-
nu zung Pen-
delweg El e n3:
mo o isie
Ve keh smi el-
nu zung Pen-
delweg El e n3:
ÖPNV
Länge
Schul-
weg
(m)
Anzahl
e üg-
ba e
Pkw
Anzahl de
Un älle en lang
des Schulwegs
2019-2021
Mi le e model-
lie e Ve keh s-
s ä ke en lang
des Schulwegs
Typ
1: Außen-
be eich 62,50 37,50 87,50 31,25 6,25 93,75 12,50 3289,47 1,88 7,44 1779,67 2,02
2: Ge-
schä s-
zen um
100,00 50,00 50,00 25,00 50,00 25,00 50,00 1527,15 0,67 37,00 10553,99 0,51
3: Ge-
we be/
Indus ie
67,86 44,64 87,50 25,00 30,36 76,79 19,64 1639,08 1,15 25,31 12204,99 7,07
4: Ange-
bo s e -
dich ung
51,35 60,81 78,38 20,27 22,97 70,27 27,03 1526,34 1,21 21,01 8146,73 9,34
5: Ge-
schoss-
woh-
nungsbau
53,80 53,26 78,80 18,48 20,65 69,57 25,54 1088,69 1,29 8,65 5162,75 23,23
6: Sied-
lungs-
and
59,72 52,78 90,28 11,11 6,94 91,67 11,11 1402,94 1,75 4,34 3304,74 9,09
7: Ein-
amili-
enhaus-
siedlung
54,66 55,18 83,94 12,69 10,10 85,49 21,76 1162,95 1,53 6,46 4550,27 48,74
Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/3: 151–171 165
D. J. Hölzel
Abbildung 3 Wohnum elde in Aachen. Hin e g undka e: OpenS ee Map
Abbildung 4 S immbezi ke in Aachen zu Eu opawahl 2024 nach dominan es em Wohnum eld yp. Da-
eng undlage: S ad Aachen (2022) Hin e g undka e: OpenS ee Map
166 Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/3: 151–171
Eine siedlungss uk u elle Wohnum eld ypologie ü No d hein-Wes alen. Me hodik, Cha ak e isie ung und ...
Tabelle 7 Wahl e hal en zu Eu opawahl2024inAachene S immbezi ken nachjeweilsdominan es emWohnum eld yp(Schwellenwe :
50%)
Anzahl Du chschni Du chschni liche S immenan eil in P ozen
Typ S imm-
bezi ke Wahlbe eiligung (ohne
B ie wahl) (in %) Wahlbe-
ech ig e CDU G ü-
ne SPD A D FDP LINKE Vol BSW Sons-
ige
1: Außenbe eich 159,41 161,00 32,28 19,62 6,96 8,23 10,13 1,27 6,33 6,33 8,85
2: Geschä szen-
um 18 37,72 355,06 11,77 26,33 10,07 5,24 6,88 5,51 14,86 4,03 15,31
3: Gewe be/
Indus ie 8 30,44 244,38 16,15 13,23 15,09 16,11 4,05 4,34 6,56 7,81 16,66
4: Angebo s e -
dich ung 21 39,53 402,14 10,66 26,84 12,39 5,93 4,90 6,21 12,76 4,50 15,81
5: Geschosswoh-
nungsbau 16 36,55 416,06 17,24 19,56 13,66 11,85 5,85 4,88 8,23 6,07 12,66
6: Siedlungs and 9 47,44 364,67 31,21 20,78 15,10 8,80 6,48 1,75 3,49 3,92 8,47
7: Ein amilien-
haussiedlung 60 42,37 499,78 27,14 19,90 15,47 9,75 6,19 2,67 4,60 4,99 9,29
Aachen (ohne
B ie wahl) 162 40,10 430,51 20,66 21,48 13,99 9,11 5,95 3,94 7,90 4,98 12,00
mi e höh e Angebo sdich e weisen im Ve gleich zu den
ande en d ei Wohnum eld ypen höhe e Ve keh ss ä ken
und Un allhäufigkei en au , was aus dem mi de e höh en
Angebo sdich e e bundenen Vo handensein nahegelegene
Haup e keh ss aßen zu e klä en is . Fü Schulwege on
Kinde n, die in gewe blich-indus iell gep äg en Wohnum-
elde n (Typ 3) leben, sind sowohl Schulwegdis anzen als
auch Un allhäufigkei en und Ve keh ss ä ken gegenübe den
ande en hie be ach e en Wohnum eld ypen nochmals e -
höh , wobei gewe blich-indus iell gep äg e Wohnum elde
in Do mund o mals on Haup e keh ss aßen geschni en
we den.
4.2 Poli isches Wahl e hal en nach
Wohnum eld ypen
Neben ih e Anwendung au punk spezifische Da enbes än-
de kann die Wohnum eld ypologie auch als in e p e a i e
Rahmen ü flächenbezogene Sekundä da en un e schiedli-
che Maßs äblichkei he angezogen we den. Exempla isch
we den hie die Wahle gebnisse ü die Eu opawahl 2024
in Aachen un e such , um zu e mi eln, inwiewei das
poli ische Wahl e hal en mi den nah äumlichen Wohnbe-
dingungen zusammenhäng . Poli ische Eins ellungen im
äumlichen Kon ex we den bislang o mals pola isie end
zwischen S ad und Land analysie und disku ie ( gl. z.
B. D’An onio 2017; Rich e /John 2022; S oppe/Jungmann
2022; Haffe /Mi e egge 2023), ohne die siedlungss uk-
u ellen Un e schiede inne halb s äd ische und ländliche
Regionen ( gl. Kapi el 1 und Tabelle 5) e ie end zu be-
leuch en. Demgegenübe e laub die klein äumige Wohnum-
eld ypologie eine diffe enzie e e Be ach ung poli ische
Eins ellungen inne halb kommunale Gebie skö pe scha -
en. De a ige Analysen könn en hel en, aumbezogene
E klä ungsansä ze de poli ischen Willensbildung im Kon-
ex de all äglichen Lebens üh ung zu e besse n (z. B.
in Hinblick au Eins ellungen gegenübe pa eispezifischen
Konzep en de Wohnungs- ode Ve keh spoli ik).
Fü das Fallbeispiel Aachen wu den die insgesam
22.649 zu ällig gene ie en S ando e im S ad gebie übe
die 162 S immbezi ke agg egie und ü jeden S immbe-
zi k die jeweiligen An eile de Wohnum elde bes imm ,
um die S immbezi ke dem jeweils dominan es en Wohnum-
eld yp zuo dnen zu können. Die Aachene S immbezi ke
e ügen jeweils übe einen Wahl aum und sollen eine Be-
ölke ung on maximal 2.500 Menschen um assen (S ad
Aachen 2022). Du ch die s ad egional un e schiedliche
Be ölke ungsdich e e geben sich hie aus Bezi ke on seh
un e schiedliche G öße: Sie eichen on siedlungss uk u-
ell eigens ändigen, dö flich gep äg en O s eilen an den
adminis a i en G enzen de S ad (z. B. Ho bach und
Schmi ho ) bis au einzelne, dich besiedel e S aßenzüge
im S ad zen um (z. B. Mi le e Bisma cks aße und Oppen-
hoffallee). Pe B ie wahl abgegebene S immen wu den in
gesonde en B ie wahlbezi ken zusammenge ass und sind
somi nich in den eigen lichen S immbezi ken en hal en.
In Abbildung 3is e sich lich, dass sich südlich und ös lich
des Aachene S ad zen ums zwei wei e e S ad eilzen en
in Innens ad nähe befinden. Auße dem sind wei e e Un e -
zen en in den dezen al gelegenen S ad bezi ken e kennba
(Walheim, Ko nelimüns e , Eilendo , B and, Haa en und
Lau ensbe g).
De olgende Ve gleich des Wahl e hal ens en häl nu je-
ne S immbezi ke, die eindeu ig je einem dominan en Wohn-
Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/3: 151–171 167
D. J. Hölzel
um eld yp mi einem Häufigkei san eil on meh als 50
P ozen zugeo dne we den können (133 Bezi ke) und de-
en Wohnum eld yp mindes ens zehn Mal in de e blei-
benden S ichp obe o komm , sodass n = 115 (71%; gl.
Abbildung 4). Mi diesen Einsch änkungen lassen sich die
nach olgenden Analysen im Wesen lichen als Ve gleich zwi-
schen e dich e en Wohnum elde n mi übe du chschni -
liche bis wei übe du chschni liche Angebo sdich e (Ty-
pen 2 und 4) und Wohnum elde n mi übe wiegende Wohn-
unk ion (Typen 5 und 7) e s ehen ( gl. Tabelle 2).
De abella ische Ve gleich ( gl. Tabelle 7) zeig deu li-
che Un e schiede im Wahl e hal en zwischen S immbezi -
ken, in denen jeweils Wohnum elde mi übe du chschni -
liche Angebo sdich e und Wohnum elde mi haup sächli-
che Wohn unk ion dominie en: In e s e en finden sich die
höchs en S immenan eile ü die G ünen und auch die sons
als Kleinpa ei gel ende Vol e ziel in S immbezi ken in
Wohnlagen mi übe du chschni liche Angebo sdich e au -
ällig hohe S immenan eile. Gleichzei ig sind die S immen-
an eile ü die CDU hie (Typen 2 und 4) im Ve gleich zu
ande en Wohnum eld ypen am nied igs en. In S immbezi -
ken, die on Wohnum elde n haup sächliche Wohn unk i-
on und ge ingem Meh amilienhausan eil (Typ 7) gep äg
sind, liegen die Wahle gebnisse, mi Ausnahme eines übe -
du chschni lichen An eils ü die CDU, wei gehend um den
gesam s äd ischen Du chschni (Ähnliches gil ü Typ 6).
A D, Linke und BSW e zielen in S immbezi ken, die on
Wohnum elde n mi haup sächliche Wohn unk ion und e -
höh em Meh amilienhausan eil gep äg sind (Typ 5), leich
übe du chschni liche An eile (ähnlich auch Typ 3). Wei e -
hin a iie de An eil sons ige 17 Pa eien im Zusammen-
hang mi Wohnum eld ypen, wobei diese Pa eien zusam-
mengenommen mindes ens 15% de S immen in S immbe-
zi ken e ingen konn en, die übe wiegend Wohnum elde
mi e höh e Angebo sdich e um assen.
Die hie skizzie en, ypbezogenen Un e schiede im
Wahl e hal en de S immbezi ke sind wah scheinlich zu
einem wesen lichen An eil au un e schiedliche soziodemo-
g aphische S uk u en und Effek e esidenzielle Selbs se-
lek ion zu ückzu üh en. Ge ade an einem Hochschuls and-
o wie Aachen sind in Innens ad nähe höhe e Konzen a-
ionen junge , libe al einges ell e Menschen zu e wa en.
Dies implizie jedoch auch, dass die Wohnum eld ypologie
Mus e soziale Seg ega ion zumindes in Ansä zen abbil-
den kann. Das Beispiel zeig , dass die alleinige Be ach ung
Aachens als Gesam s ad die hie e mi el en aumbezoge-
nen Un e schiede im Wahl e hal en e decken wü de. Im
17 Un e „Sons ige“ sind alle Pa eien zusammenge ass , die in kei-
nem Wohnum eld yp einen du chschni lichen S immenan eil on
mindes ens ün P ozen e ingen konn en.
Gegensa z dazu kann die Wohnum eld ypologie zu sys-
ema ischen S uk u ie ung und agg egie enden Analyse
des Wahl e hal ens in den klein äumigen S immbezi ken
genu z we den und so ein diffe enzie e es Bild poli isch-
geog aphische Zusammenhänge zeichnen. Wäh end diese
beispielha e Analyse nu Wohnum eld ypen mi eine e-
le an en Mindes anzahl an S immbezi ken be ach e und
sich dahe wei gehend au u bane bis subu bane Räume
konzen ie , könn en kün ige Analysen wei e e S äd e und
K eise be ücksich igen, um auch undie e Aussagen übe
das Wahl e hal en in land- bzw. o s wi scha lich und
gewe blich-indus iell gep äg en Wohnum elde n effen zu
können.
5 Diskussion und Ausblick
Die hie o ges ell e Typologie weis eine Reihe on S ä ken
au . Im Allgemeinen e laub sie eine klein äumige Diffe-
enzie ung wohnum eldbezogene Siedlungss uk u en und
e gänz somi exis ie ende, mak oskalige Raum ypen nach
un en. Sie heb sich gegenübe s udienspezifischen Typolo-
gien du ch Flächendeckung übe das gesam e Landesgebie
No d hein-Wes alens bei gleichzei ig hohe S ando dich-
e ab, ohne an adminis a i e Abg enzungen gebunden zu
sein. Vielmeh e möglich die Typologie au g und ih e Bil-
dung im A ibu aum eine dis anzunabhängige, ela ionale
Diffe enzie ung on Wohnum elde n, was eine ka og aphi-
sche Iden ifizie ung (poly-)zen ale Raums uk u en, auch
in mi el- und kleins äd ischen sowie in ländlichen Kon ex-
en, e möglich . Du ch ih en nah äumlichen Bezug eigne
sich die Typologie zu Rep äsen a ion de unmi elba en
Wohnumgebung ohne P eisgabe pe sonenbezogene Da en.
Du ch die ausschließliche Ve wendung siedlungss uk u el-
le Va iablen können in nachgelage en Analysen wei e e
Kon ex ak o en (z. B. Sozials uk u ) gesonde un e such
we den. Im Ve gleich zu Typisie ung au de G undlage
mul i a ia e Analyseme hoden is die Typisie ung mi els
Fil e ung au de G undlage on Schwellenwe en mi ei-
nem deu lich ge inge en Rechenau wand e bunden und
kann en sp echend leich e au g öße e S ichp oben (z. B.
Bundesgebie ) übe agen we den.18 Wei e hin e möglich
diese Vo gehensweise du ch die Kons anz de Schwellen-
we e eine ein ache e Replika ion als eine di ek e Typologi-
sie ung au de Basis mul i a ia e G uppie ungs e ah en
wie e wa La en -P ofile- ode Clus e analysen. Schließlich
is die Typologie auch ei e ügba (Hoelzel 2025).
18 Da on unbe üh is alle dings dieBe echnungsdaue zu Agg e-
ga ion de Da en, die sich mi eine g öße en S ichp obe en sp e-
chend deu lich e länge n kann.
168 Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/3: 151–171
Eine siedlungss uk u elle Wohnum eld ypologie ü No d hein-Wes alen. Me hodik, Cha ak e isie ung und ...
Au g und ih e Unabhängigkei on Pe sonens ichp oben
und Anwendungen is die Typologie ü eine g oße Band-
b ei e an F ages ellungen, insbesonde e ü e gleichende
Pe spek i en, einse zba : So wä e beispielsweise ein Ein-
sa z in de Wande ungs o schung denkba , e wa zu Un e -
suchung on Wohnp ä e enzen, esidenzielle Selbs selek-
ion ode wohnbiog aphischen Einflüssen. Da übe hinaus
könn e die Typologie auch in de Qua ie s- und Seg e-
ga ions o schung ode bei Sozial aumanalysen eingese z
we den. In de Wohnungs- und Immobilien o schung könn-
en Wohnum elde e wa in Hinblick au Eigen umsquo en,
Mie höhen und Boden ich we e analysie we den. Fü ak i-
ons äumliche Analysen kann die A bei mi eine Wohnum-
eld ypologie eine nü zliche Ka ego isie ung nich öffen li-
che Räume bie en ( gl. Hölzel 2022) und das Ve s änd-
nis ü Einfluss ak o en au die Wahl on Ak i i ä so en
e besse n, e wa im Zusammenhang mi F eizei ges al ung
(Scheine 2006). Denkba wä e auße dem ein Einsa z in
de Ve keh s- und Mobili ä s o schung, e wa bei de Un-
e suchung on Kon ex bedingungen des indi iduellen Ve -
keh s e hal ens ( gl. Kapi el 4.1) ode bei de Modellie ung
on Quell- und Ziel e keh en. S ad soziologische und um-
wel psychologische S udien könn en Wohnum eld ypen als
äumliche Kon ex a iable zu Un e suchung on Lebenszu-
iedenhei und subjek i em Wohlbefinden einse zen. Wie
in Kapi el 4.2 angedeu e , könn en zudem poli ikbezogene
Analysen au de Basis on Wohnum elde n zu eine e -
besse en Diffe enzie ung des Raumbezugs in poli ischen
Disku sen bei agen. Im Allgemeinen eigne sich die Wohn-
um eld ypologie als We kzeug zu Cha ak e isie ung s äd i-
sche Teil äume e wa bei de Auswahl on Un e suchungs-
äumen in wissenscha lichen S udien. Wenngleich die Mus-
e de Wohnum eld ypologie nich als es e G enzen zu in-
e p e ie en sind, so kann ein Ve gleich mi adminis a i en
Abg enzungen s a is ische Teilgebie e in G oßs äd en den-
noch zu einem e besse en Zuschni äumliche Agg e-
ga ionseinhei en bei agen. Auße dem könn e die Typolo-
gie mi Flächennu zungs- und Bebauungsplänen e glichen
we den.
Die hie o ges ell e Wohnum eld ypologie weis eine
Reihe inhal liche Schwächen au . So lieg mi 16,6% ein
ech g oße Teil de zu ällig gene ie en Punk e des „Wohn-
um elds land-/ o s wi scha liche P ägung (auße halb des
geschlossenen Siedlungszusammenhangs)“ (Typ 1) im Au-
ßenbe eich. Dies is o angig au Mischflächen im land-
und o s wi scha lichen Be eich zu ückzu üh en, die nich
imme mi eine a sächlichen Wohn unk ion beleg sind
(AdV 2011: 13). Auße dem sind im Wohnum eld yp „Wohn-
um eld mi haup sächliche Wohn unk ion und e höh em
Meh amilienhausan eil“ (Typ 5) e einzel g oße Villen
und landwi scha liche Be iebe en hal en, die auch mi
höhe en Schwellenwe en nich on a sächlichen Meh a-
milienhausgebie en un e schieden we den konn en. Im All-
gemeinen e ass Typ 5 jedoch ko ek e weise die Wohnum-
elde , die seine Bezeichnung en sp echen. In me hodische
Hinsich üh die Fes se zung eines Puffe s das Modifiable
A eal Uni P oblem in die Typologie ein, da die Puffe g ö-
ße meh ode minde willkü lich gewähl wi d ( gl. Kapi-
el 2.3). 250 Me e ( ü Gebäude 100 Me e ) wu den in
diese S udie als Komp omiss zwischen Nah äumlichkei
und Aussagek a e ach e , abe wei e e S udien könn en
mi ande en Puffe g ößen e en uell besse e E gebnisse lie-
e n. Die S ichp obenbildung übe Flächennu zungen s a
übe Gebäude is zwa nich imme exak (e wa, wenn ein
zu ällig gene ie e Punk auße halb on Gebäuden lieg ),
abe insowei o eilha als dami nich nu a sächliche,
sonde n auch po enzielle Wohnum elde ypisie we den,
so e n Wohn- bzw. Mischnu zungen be ei s übe die AL-
KIS-Flächennu zung e sich lich sind (z. B. ü Neubau-
und Kon e sionsgebie e). Auße dem is die Bildung eine
äumlichen S ichp obe übe zu ällig gene ie e Punk e we-
gen ih e Unabhängigkei om Gebäudebes and besse ü
Langzei e gleiche geeigne . Gleichwohl wü den auch ü
zu ällig gene ie e Punk e Ände ungen in de Flächennu -
zungss uk u Ände ungen de äumlichen S ichp obe nach
sich ziehen. In diesem Kon ex könn en kün ige A bei en
ein flächendeckendes Punk as e zu Da enagg ega ion he-
anziehen, um die äumliche S ichp obe de Wohnum eld y-
pologie nich nu om Gebäudebes and, sonde n auch on
de Flächennu zungss uk u zu en koppeln. Die hie e -
wende en OpenS ee Map-Da en könn en als „Volun ee ed
Geog aphic In o ma ion“ (Goodchild 2007) unzu e lässig
sein, agen in de o liegenden Typologie jedoch zu eine
plausiblen Schä ung des am lichen Da enma e ials bei.
Fü die kün ige Un e suchung on Wohnum eld ypen
wä e eine Auswei ung au ande e Bundeslände und das
Bundesgebie ebenso denkba wie eine k i ische Un e su-
chung zum Einfluss des Maßs abs und de Puffe g öße au
die Typisie ungse gebnisse. Eine E höhung de Punk dich-
e könn e den De aillie ungsg ad de Wohnum eld ypologie
wei e e höhen. Schließlich könn e au Basis de Wohnum-
eld ypologie auch eine s anda disie e Skala zu anonymi-
sie en E hebung on Wohnum eld ypen in sch i lichen Be-
agungen konzipie we den. Die hie o ges ell e Typolo-
gie basie au Da en aus den Jah en on 2022 bis 2024 und
bilde somi nu einen ela i ku zen Zei aum ab. Fü das
Ve s ändnis on S ad en wicklungsp ozessen (z. B. Subu -
banisie ung und Reu banisie ung) könn en alle dings wie-
de hol e Analysen im Sinne eine lang is igen Raumbeob-
ach ung Au schluss übe die Dynamik on Wohnum elde n
geben, insbesonde e bei Ände ungen de Angebo ss uk u
au Siedlungsflächen kons an e G öße (Ausdünnung on
Angebo en, Nach e dich ung).
Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/3: 151–171 169
D. J. Hölzel
Resea ch Da a The da a explained in his pape can be accessed ia
he Zenodo eposi o y a he ollowing link: h ps://doi.o g/10.5281/
zenodo.14168168
Compe ing In e es s The au ho decla es no compe ing in e es s.
Acknowledgemen I would like o hank wo anonymous e iewe s
o hei help ul commen s. Fu he mo e, I am g a e ul o Oli e Hu-
be (Depa men o Spa ial Planning, TU Do mund Uni e si y) o his
suppo in p epa ing he geoda a o e ie ing he heigh s o esiden i-
al buildings h oughou No h Rhine-Wes phalia and o Sophie Weidig
o he suppo in he design o Figu e 1. Finally, I would like o hank
he Depa men o T anspo Planning o he Ci y o Do mund o p o-
iding da a on modelled affic olume.
Funding This esea ch is unded by he Ka l-Vossloh-Founda ion
(P ojec Numbe : S0047/10061/2021).
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