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[ge] (orig)

Untersuchung von Landeigentumsstrukturen in Deutschland: Wem gehört die Landwirtschaftsfläche?

Author: Tietz, Andreas,Bockelmann, Leo
Publisher: München: oekom verlag
Year: 2025
DOI: 10.14512/rur.3088
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/327141/1/193534076X.pdf
Tie z, And eas; Bockelmann, Leo
A icle
Un e suchung on Landeigen umss uk u en in
Deu schland: Wem gehö die Landwi scha s läche?
Raum o schung und Raumo dnung / Spa ial Resea ch and Planning
P o ided in Coope a ion wi h:
Leibniz-Fo schungsne zwe k "R – Räumliches Wissen ü Gesellscha und Umwel | Spa ial
Knowledge o Socie y and En i onmen "
Sugges ed Ci a ion: Tie z, And eas; Bockelmann, Leo (2025) : Un e suchung on
Landeigen umss uk u en in Deu schland: Wem gehö die Landwi scha s läche?, Raum o schung
und Raumo dnung / Spa ial Resea ch and Planning, ISSN 1869-4179, oekom e lag, München, Vol.
83, Iss. 4, pp. 302-320,
h ps://doi.o g/10.14512/ u .3088
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/327141
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u .oekom.de h ps://doi.o g/10.14512/ u .3088
FORSCHUNGSBEITRAG RESEARCH ARTICLE OPEN ACCESS
Un e suchung on Landeigen umss uk u en in
Deu schland: Wem gehö die Landwi scha s läche?
And eas Tie z , Leo Bockelmann
Recei ed: 12 Decembe 2024 Accep ed: 6 May 2025 Published online: 3 July 2025
Zusammen assung
Die T ans o ma ion zu globale Nachhal igkei e zeug einen
e heblichen Flächenansp uch und beda dahe undie en
Wissens um Landeigen umss uk u en, übe die in Deu sch-
land bislang jedoch wei gehend Unkenn nis he sch . E s mals
wu de nun eine Un e suchung on Eigen umsda en aus dem
Liegenscha ska as e in eine bundeswei en, b ei ges eu en
Gemeindes ichp obe o genommen. Die E gebnisse zeigen
eine g oße Viel al de Eigen umss uk u en, sowohl bei de
Ve eilung nach Eigen umska ego ien als auch im Hinblick au
egionale Un e schiede. Das Landeigen um is gene ell b ei
ges eu und gleichzei ig seh ungleich e eil . Das meis e
Land gehö nich landwi scha lich ä igen, na ü lichen Pe -
sonen, dieg öß en indi iduellenEigen üme sind abe zumeis
landwi scha liche Un e nehmen und Gebie skö pe scha en.
Dabei lassen die Konzen a ions a en des Eigen ums keine
ma k behe schenden S ellungen einzelne Eigen üme innen
e kennen. Insgesam e deu lichen die E gebnisse die No -
wendigkei de Be ücksich igung lokale Spezi ika sowie die
hohe Bedeu ung soziale Fak o en ü das E eichen de Nach-
hal igkei sziele.
And eas Tie z, Ins i u ü Lebens e häl nisse in ländlichen
Räumen, Johann Hein ich on Thünen-Ins i u , Bundesal-
lee 50, 38116 B aunschweig, Deu schland
and eas. ie z@ huenen.de
D . Leo Bockelmann, Ins i u ü Lebens e häl nisse in ländlichen
Räumen, Johann Hein ich on Thünen-Ins i u , Bundesal-
lee 50, 38116 B aunschweig, Deu schland
leo.bockelmann@ huenen.de
© 2025 by he au ho (s); licensee oekom. This Open
Access a icle is published unde a C ea i e Commons A ibu ion
4.0 In e na ional Licence (CC BY).
Schlüsselwö e : Landeigen um Eigen ums e eilung 
Landwi scha s läche Landnu zungswandel
Analysis o Land Owne ship S uc u es in
Ge many: Who Owns he Ag icul u al Land?
Abs ac
The ansi ion owa ds global sus ainabili y gene a es sub-
s an ial land demand, necessi a ing comp ehensi e knowl-
edge o land owne ship s uc u es o in o m decision-making
p ocesses. Howe e , in Ge many, he e is la gely a lack o un-
de s anding ega ding hese s uc u es. Fo he i s ime, an
in es iga ion in o owne ship da a om he cadas al egis-
e has been conduc ed o ag icul u al land in a widesp ead
andom sample o municipali ies all o e Ge many, aiming
o b idge his gap. This analysis e ealed a high di e si y in
owne ship s uc u es ega ding bo h ca ego ical dis ibu ion
and egional di e ences. Land owne ship is gene ally widely
dispe sed bu simul aneously highly unequal. Mos land be-
longs o non-ag icul u al na u al pe sons. Howe e , he la ges
indi idual owne s a e ypically ag icul u al en e p ises and
adminis a i e bodies. The concen a ion a es o owne ship
do no indica e ma ke -dominan posi ions held by indi idual
owne s. O e all, he esul s emphasize he necessi y o consid-
e ing local speci ics and he high signi icance o social ac o s
in achie ing sus ainabili y goals.
Keywo ds: Land owne ship Dis ibu ion o p ope y 
Fa mland Land use change
1 Einlei ung
Angesich s des Ausmaßes und de Dynamik globale Mega-
ends muss de Wandel hin zu globale Nachhal igkei eine
g oße T ans o ma ion we den, die au g und des no wendi-
302 Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/4: 302–320
Un e suchung on Landeigen umss uk u en in Deu schland: Wem gehö die Landwi scha s läche?
gen Um angs iel äl ige Flächennu zungskonku enzen e -
u sach ( gl. WBGU 2011). Mannig al ige Zielpapie e, S a-
egien und Legisla i o schläge im Kon ex diese T ans o -
ma ion e deu lichen einen e heblichen Flächenansp uch,
welche in e s e Linie Flächen auße halb de Siedlungs-
s uk u en und dami o allem landwi scha liche Flächen
be iff . Diese nimm in Deu schland mi e wa 51% de
Bodenfläche nich nu den g öß en Teil ein (Os e bu g/
Acke mann/Böhm e al. 2023: 3), sonde n is ech lich auch
wenige o Umnu zung geschü z als die Waldfläche (Gö-
mann/Weinga en 2018: 1338) und ande e A en on F ei-
flächen wie Moo ode Heide, die zumeis un e Na u schu z
s ehen.
Vo allem nach dem Zwei en Wel k ieg wu de die Um-
wandlung on Landwi scha sflächen poli isch kaum hin-
e ag , e s sei den 1980e -Jah en se z ein Umdenken
ein, das den Boden als nich e meh ba e, essenzielle Le-
bens- und Wi scha sg undlage beg ei (Deu sche Bun-
des ag 1986: 27–28). P ak isch schläg sich dies in Zielen
wie de Reduk ion de Flächenneuinansp uchnahme niede
(Bundes egie ung 2021: 272–276), die bislang alle dings
nu beding e eich we den. Allein zwischen 1992 und
2018 wu den 1,35 Mio. Hek a Ag a fläche umgewidme ,
o allem ü Siedlungs- und Ve keh szwecke (Jungehülsing
2020: 25). 2020 be ug die landwi scha liche Fläche insge-
sam e wa 18,1 Mio. Hek a (Os e bu g/Acke mann/Böhm
e al. 2023: 3). En sp echend is äumliche Planung on ho-
he Rele anz, um den Ausgleich e schiedene Nu zungsan-
sp üche mi lang is ige Pe spek i e zu koo dinie en und ei-
ne nachhal ige Landnu zung siche zus ellen (WBGU 2011:
248).
Dabei kann die öffen liche Hand zwa Flächen ü einen
Nu zungszweck ausweisen, um im Rahmen de kommuna-
len Baulei planung nach§1Abs.5S.1BauGB
1„eine dem
Wohl de Allgemeinhei dienende sozialge ech e Boden-
nu zung“ zu gewäh leis en. Übe den p ak ischen Zug iff
en scheiden jedoch le z lich die Eigen üme . Die G oße
T ans o ma ion kann also nu im Zusammenwi ken s aa -
liche und nich s aa liche Ak eu e umgese z we den und
o O en s ehen mi un e komplexe Go e nance-Si ua-
ionen (Knieling/Koch/K use e al. 2021: 188). Wäh end
eine Umwidmung ü Siedlung und Ve keh in de Re-
gel eine e hebliche We s eige ung e u sach , kollidie
gemeinwohlo ien ie e Flächennu zungsplanung spä es ens
dann mi di e gie enden In e essen p i a e Eigen üme-
innen, wenn die Umnu zung mi einem We e lus de
1Baugese zbuch in de Fassung de Bekann machung om 3. No-
embe 2017 (BGBl. I S. 3634), das zule z du ch A ikel 3 des Gese -
zes om 20. Dezembe 2023 (BGBl. 2023 I N . 394) geände wo den
is .
Fläche einhe geh (Thiel 2001). Dies be iff beispielswei-
se Ex ensi ie ungsmaßnahmen wie die Wiede e nässung
on Moo en und Ag a umwel maßnahmen zum E hal
de Biodi e si ä , welche eine landwi scha liche Nu zung
lang is ig einsch änken ode ausschließen. Gleichzei ig
wü de die on de Bundes egie ung anges eb e E höhung
des An eils ökologischen Landbaus au 30% bis 2030
(2020: 10,3%) mi eine ge inge en Flächenp oduk i i ä
einhe gehen (BMEL 2024: 14). In Zei en zunehmende
Knapphei e ügba e Fläche zu Be iedigung iel äl ige
Flächennu zungsansp üche gewinn dahe das Wissen um
die Eigen ums e häl nisse landwi scha lichen Bodens in
meh ache Hinsich e heblich an Bedeu ung.
So is die Flächen e ügba kei und -ak i ie ung en -
scheidend ü eine asche Umse zung no wendige flä-
chenin ensi e Maßnahmen. Aus plane ische Sich is o
allem de Ausbau e neue ba e Ene gien und flankie ende
In as uk u en wie Lei ungen und Speiche als T eibe
de äumlichen T ans o ma ion zu e s ehen (Ho meis e /
Wa ne 2021: 18). He o zuheben is insbesonde e die
F eiflächen-Pho o ol aik: Da das Po enzial ü de en En -
wicklung au Kon e sionsflächen wei gehend e schöp
is , wi d zukün ig eine e s ä k e Inansp uchnahme on
Acke land zum E eichen de Ausbauziele no wendig sein
(Böhm 2022). Wi d de Ausbaup ad des E neue ba e-Ene -
gien-Gese zes ü Pho o ol aik bis 2030 und ein An eil on
50% F eiflächen-Pho o ol aik zug unde geleg , e gib sich
da aus ein zusä zliche Flächenbeda on 104.300 Hek a
(ha), was e wa 40 Hek a Flächenneuinansp uchnahme p o
Tag en sp ich (zum Ve gleich: ü Windene gie 11.800
Hek a bzw. e wa 4 Hek a p o Tag (Os e bu g/Acke mann/
Böhm e al. 2023: 36, 40)). Ge ade bei klein eiligen Ei-
gen ums e häl nissen e olg de Ausbau de F eiflächen-
Pho o ol aik mi un e s ä ke en lang de Eigen umss uk-
u en als en lang plane isch abgewogene Maßgaben.
Fe ne is nich zule z in Anknüp ung an Deba en um
aum- und ene giebezogene Ge ech igkei Wissen übe
Landeigen um ele an , um zu e s ehen, we in welchem
Um ang an de po enziell s eigenden We schöp ung au
den Flächen pa izipie (Eichenaue 2023). Beispielswei-
se können Pach zahlungen on übe 100.000 Eu o p o
Windene gieanlage und Jah ein Vie el bis ein D i el
de Be iebskos en ausmachen (Elle ho s /Lüe s/Wallasch
2024: 26–27). Angesich s ehlende undie e Da en zu
Landeigen umss uk u en is unkla , in welchem Um ang
die E löse o O e bleiben. Dies is sowohl ü die Ak-
zep anz on Vo haben als auch die p ojek bezogene und
wei e gehende En scheidungsgewal ele an . We Bodenei-
gen um ha , kann eine sei s finanziell an de En wicklung
pa izipie en und ande e sei s Einfluss au die konk e-
e Umse zung nehmen. He o zuheben is zudem, dass
d ei Vie el de Windene gieanlagen und zwei D i el de
Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/4: 302–320 303
A. Tie z, L. Bockelmann
F eiflächen-Pho o ol aik-Anlagen in ländlichen Räumen
mi wenige gu e sozioökonomische Lage ins allie sind
(Weinga en/Bockelmann/Fick 2023:2).
Da übe hinaus s ell sich die F age, welche Auswi kun-
gen e s ä k e auße landwi scha liche Nu zungen au den
landwi scha lichen Bodenma k haben. Lau Ag a s uk-
u e hebung 2023 (S a is isches Bundesam 2024b) befin-
den sich nu 38,3% de Flächen im Eigen um de sie bewi -
scha enden Be iebe und 60,0% sind gepach e , 1,7% sind
unen gel lich übe lassen. Bis e wa 2007 wiesen die landwi -
scha lichen Pach p eise in Deu schland eine ela i e S a-
gna ion au und sind sei dem s a k anges iegen (Tie z 2022:
54). G ünde ü die P eiss eige ungen sind neben P oduk i-
i ä ss eige ungen un e ande em das nied ige Zinsni eau in
den 2010e -Jah en, das Acke boden als s abile We anlage
a ak i mach e, und die ges iegene We schöp ung du ch
den Ausbau e neue ba e Ene gien. Pach gebo e on e wa
2.500 Eu o p o Hek a ü F eiflächen-Pho o ol aik-Anla-
gen s ellen eine iel ache S eige ung de on Acke baube-
ieben du chschni lich e ziel en G und en e on 270 Eu o
p o Hek a da (Böhm/de Wi e/Plaas 2022: 18). Dami is
eine Ve pach ung an die Be eibe solche Anlagen ü Flä-
cheneigen üme ungleich a ak i e als eine landwi scha -
liche Nu zung.
Eng e knüp mi auße landwi scha lichen Nu zungen
sind zudem F agen nach de Bedeu ung auße landwi -
scha liche In es o en au dem landwi scha lichen Bo-
denma k . Un e dem S ichwo Land G abbing e ah en
im Hinblick au die os deu schen Bundeslände mögliche
Konzen a ions endenzen landwi scha lichen Flächenbe-
si zes du ch nich landwi scha liche In es o en in den e -
gangenen Jah en eine s eigende Au me ksamkei (Bunkus/
Thees eld 2018). G undsä zlich beda de Kau landwi -
scha liche Flächen nach dem G unds ück e keh sgese z2
(G ds VG) zwa eine behö dlichen Genehmigung. Diese
kann un e ande em e sag we den, wenn Nich landwi e
Ag a flächen e we ben, welche jedoch ein landwi scha li-
che Be ieb benö ig . Die Regelung g ei alle dings nich ,
wenn eine Kapi algesellscha , die selbs Landeigen um ha ,
übe den Ve kau on Gesellscha san eilen (sogenann e
Sha e Deal) insgesam ode eilweise die Eigen üme in
wechsel (Fo s ne /Tie z 2013). Au diese Weise können
ohne eine s aa liche Regulie ungsop ion Un e nehmens e -
bünde mi Ve ügungsmach übe um ang eiches Ag a land
en s ehen (Tie z 2015). Bei Ak eu en, die p imä wegen
de Flächensiche ung zu Nu zung ü e neue ba e Ene gien
2G unds ück e keh sgese z in de im Bundesgese zbla Teil III,
Gliede ungsnumme 7810-1, e ö en lich en be einig en Fassung,
das zule z du ch A ikel 108 des Gese zes om 17. Dezembe 2008
(BGBl. I S. 2586) geände wo den is .
in landwi scha liche Be iebe in es ie en, wi d wei e ge-
hend on G een G abbing gesp ochen (Mülle /Pampus
2023). Die Ve meidung ma k behe schende S ellungen
au dem landwi scha lichen Bodenma k ha sich dahe
zu einem bundes- und landespoli ischen Ziel en wickel .
Meh e e Bundeslände haben Gese zesen wü e au den
Weg geb ach , in denen eine Eigen ums- und/ode Bewi -
scha ungskonzen a ion als Ve sagungsg und ü einen
Kau implemen ie we den soll e, die alle dings bislang
nich in K a ge e en sind. In mi un e emo ional ge üh -
en Diskussionen um die Einflussnahme ex e ne Ak eu e
au dem Bodenma k (Mau in 2020; an Bebbe 2023)
kann undie es Wissen um Landeigen um einen wich igen
Bei ag zu Ve sachlichung de Deba e leis en.
Pa allel wi d die ,Boden age‘ heu e als Schlüssel he-
ma de S ad en wicklung behandel , da Bodenp eise einen
e heblichen An eil an s eigenden Immobilien- und Mie -
p eisen haben. Allein zwischen 2010 und 2020 s iegen die
P eise ü Baulandg unds ücke um 102% (Maie /F iesecke
2022: 129). Dahe se zen imme meh Gemeinden ei-
ne ak i e Bodenpoli ik zu Siche ung eine nachhal igen
und gemeinwohlo ien ie en äumlichen En wicklung um
(Pä zold/F ölich on Bodelschwingh/Bunzel 2023: 31).
Alle dings sind kaum Da en übe Eigen ums e häl nisse
on G unds ücken und Immobilien o handen, weshalb in
jüngs e Zei e meh Ans engungen un e nommen we -
den, T anspa enz übe Immobilieneigen um he zus ellen
(T au e e 2020; Simons/Schmid 2021). Dami ha sich
die Ve eilung on Landeigen um sowohl in u banen als
auch u alen Räumen zu eine en scheidenden F age ü
das E eichen ökologische , ökonomische und soziale
Nachhal igkei en wickel .
Wäh end die No wendigkei undie e Kenn nisse übe
die Eigen ums e häl nisse on Landwi scha sflächen al-
so deu lich wi d, is das a sächliche Wissen da übe äu-
ße s lückenha . Mangels e ügba e Da en exis ie en in
Deu schland keine S a is iken übe die Ve eilung on Land-
eigen um. Zwa übe wieg im konk e en Planungs all das
beg ünde e In e esse an Eigen üme in o ma ionen bes imm-
e Flächen das Rech au Schu z pe sönliche Da en; In-
o ma ionen in einem g öße en Gebie we den aus Da en-
schu zg ünden in de Regel abe nich he ausgegeben. Auch
liegen kaum wissenscha liche Un e suchungen zum The-
ma o . Einen ühen Ve such s ell die A bei on Duwen-
dag und Epping (1974) da , die abe le z lich au eine Ab-
schä zung des Eigen ums de öffen lichen Hand besch änk
blieb. De Mangel an Kenn nis zu Bodeneigen ums e ei-
lung bes and 2001 un e ände o (Beh ens 2001). Eben-
diese Kenn nis- und Fo schungslücke ad essie das hie
o ges ell e Vo haben und ag g undlegend nach de Ve -
eilung landwi scha lichen Bodeneigen ums au e schie-
dene Ka ego ien on Eigen üme innen in Deu schland, nach
304 Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/4: 302–320
Un e suchung on Landeigen umss uk u en in Deu schland: Wem gehö die Landwi scha s läche?
de B ei e de Ve eilung und möglichen Tendenzen eine
Eigen umskonzen a ion sowie nach möglichen Schluss ol-
ge ungen ü das E eichen de Nachhal igkei sziele.
Das Vo haben geh au die poli ische Deba e um die
Schaffung eine Boden- und Eigen umss a is ik ü land-
und o s wi scha liche Flächen au Bundesebene zu ück
(Deu sche Bundes ag 2018). Im Au ag des Bundesmi-
nis e iums ü E näh ung und Landwi scha (BMEL)
wu de au de G undlage eine Pilo un e suchung zu En -
wicklung und E p obung eine Me hode zu Auswe ung
on G undbuchda en eine b ei e e E hebung zu Scha -
ung s a is isch belas ba e E gebnisse du chge üh (Tie z/
Neumann/Volkenand 2021; Tie z/Hube us 2024). Diese
Bei ag s ell die Ke ne gebnisse des Vo habens o und
o dne sie mi dem Schwe punk au die Aspek e eine nach-
hal igen äumlichen En wicklung in einen b ei e en Kon ex
ein. Die F age „Wem gehö die Landwi scha sfläche?“
üh wei übe Besi z e häl nisse hinaus und be üh eine
Vielzahl ak uelle Deba en de äumlichen Planung und
ländlichen En wicklung.
Nach olgend we den zunächs die e wende en Da en-
g undlagen und die Me hoden de Da enau be ei ung be-
sch ieben (Kapi el 2), be o in Kapi el 3 die zen alen E -
gebnisse des Fo schungsp ojek s da ges ell we den. Die
Diskussion in Kapi el 4 g ei ie wesen liche Aspek e
de Landeigen ums e eilung au : Zue s we den die his o-
isch beding en Os -Wes -Un e schiede e läu e , anschlie-
ßend we den Implika ionen ü die bodenpoli ischen Zie-
le „b ei ges eu es Eigen um“ und „Ve meidung ma k be-
he schende S ellungen“ au gezeig und Schluss olge un-
Tabelle 1 Flächeng öße und Ländlichkei de S ichp obengemeinden nach Bundesland (n = 10.009)
Bundesland Anzahl Ge-
meinden Landwi scha s läche (LN, in
ha) Anzahl Gemeinden nach Ländlichkei a
insgesam je Gemeinde
An eil Landwi -
scha s läche an de
Gesam läche seh länd-
lich ehe länd-
lich nich ländlich
Schleswig-Hols ein 44 43.374 986 68,1% 20 20 4
Niede sachsen 31 117.275 3.783 62,8% 20 10 1
No d hein-Wes a-
len 14 69.653 4.975 47,0% 3 7 4
Hessen 21 37.209 1.772 39,5% 11 6 4
Rheinland-P alz 80 32.428 405 45,4% 50 26 4
Baye n 97 133.176 1.373 51,6% 62 31 4
B andenbu g 17 59.804 3.518 47,6% 3 14 –
Mecklenbu g-Vo -
pomme n 30 58.995 1.967 54,0% 24 6 –
Sachsen 19 39.922 2.101 58,5% – 19 –
Sachsen-Anhal 7 50.012 7.145 60,3% 4 3 –
Thü ingen 27 34.113 1.263 52,8% 20 7 –
Insgesam 387 675.961 1.747 51,3 % b217 149 21
aLändlichkei de Gemeinden gemäß Thünen-Typologie ländliche Räume nach Küppe (2016)
bDie Gesam läche de un e such en Gemeinden be äg in de Summe 1,27 Mio. Hek a .
gen ü die Ziele de nachhal igen T ans o ma ion abgelei-
e .
2 Da en und Me hoden
G undlage de Un e suchung wa en die Eigen üme da en
aus dem Am lichen Liegenscha ska as e -In o ma ionssys-
em (ALKIS). Dem Ziel de Un e suchung en sp echend
wu den ausschließlich Da en on Flu s ücken de Nu zungs-
a Landwi scha sfläche (LN) un e such , die on den Bun-
deslände n ü eine on den Ve asse n o gegebene Ge-
meindes ichp obe zu Ve ügung ges ell wu den. An de
Un e suchung wa en alle Flächenlände mi Ausnahme on
Baden-Wü embe g und Saa land be eilig .
2.1 S ichp obenziehung
Die S ichp obenziehung e olg e un e de du ch Da en-
schu z o gaben beding en Res ik ion, maximal ie P o-
zen de Landwi scha sfläche de Bundeslände zu un e -
suchen. Eine hohe Rep äsen a i i ä wu de mi eine Zu alls-
auswahl aus möglichs allen Gemeinden bei eine möglichs
b ei en äumlichen S euung anges eb . Hie ü wu den aus
de G undgesam hei on bundeswei 10.989 Gemeinden
(S a is ische Äm e des Bundes und de Lände 2023) nu 59
Gemeinden aus eine Pilo un e suchung (Tie z/Neumann/
Volkenand 2021), gemeinde eie Gebie e sowie alle Ge-
meinden ohne Landwi scha sfläche ausgeschlossen. Aus
den e bleibenden Gemeinden wu den wei e hin die 5%
Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/4: 302–320 305

A. Tie z, L. Bockelmann
Gemeinden mi de ge ings en Landwi scha sfläche (< 126
ha LN) ausgeschlossen. Somi e blieben 10.009 Gemein-
den (einschließlich de e aus den le z lich nich be eilig en
Lände n) als G undgesam hei ü die S ichp obenziehung.
Dabei handel es sich um eine nach K eiszugehö igkei
geschich e e Zu allss ichp obe, bei de aus jedem K eis ei-
ne ode meh e e Gemeinden gezogen wu den, bis ie P o-
zen de Landwi scha sfläche des jeweiligen Landes e -
eich wa en. Die gezogene Gemeindes ichp obe um ass
387 Gemeinden aus el Bundeslände n ( gl. Tabelle 1).3
Die Zahl und Flächeng öße de Gemeinden p o Bundes-
land is gep äg du ch lände spezifische Ve wal ungss uk-
u en mi seh g oßen Gemeinden (z.B. in Sachsen-Anhal
und No d hein-Wes alen) und ande e sei s seh klein eili-
gen S uk u en in Rheinland-P alz und Schleswig-Hols ein.
2.2 Au be ei ung und Konsolidie ung de
Eigen üme da en
Die o iginä e Quelle ü Eigen ums ech e an G unds ücken
is das G undbuch, das nach dem P inzip des Real oliums
au gebau is , das heiß flu s ücksbezogen im Gegensa z
zum Pe sonal olium (Wieling/Finkenaue 2020: 341). Al-
le dings wi d keine eindeu ige Iden ifika ionsnumme au -
genommen und Ände ungen finden nu au An ag de Ei-
gen üme in kos enpflich ig s a , sodass Eigen üme mi un-
e schiedlichen Da en egis ie sein können, wenn Land zu
un e schiedlichen Zei punk en e wo ben wu de. Das G und-
buch wi d in elek onische Fo m ge üh und egelmäßig
mi den In o ma ionen im ALKIS abgeglichen und wech-
selsei ig ak ualisie . Das ALKIS is das bundeswei ein-
hei liche Geobasisin o ma ionssys em, das un e ande em
als am liches Ve zeichnis alle Flu s ücke ü den Eigen-
umsnachweis dien .4
Vo ausse zung eine au indi iduelle Eigen üme innen
bezogenen Auswe ung is die Konsolidie ung de Eigen-
umsda en. Hie ü wu den zunächs die Flu s ücke im
Gemeinscha seigen um au die be eilig en Eigen üme flä-
chenan eilig au ge eil . Anschließend wu den säm liche
Eigen üme innen wei gehend au oma isie eine on neun
möglichen Eigen üme ka ego ien zugeo dne . Dabei wu de
eine selbs e s ell e Lis e on S ichwö e n bzw. Zeichen ol-
gen e wende , die au eine bes imm e Ka ego ie hindeu en.
3Daneben ha sich auch de S ad s aa Hambu g an de Un e -
suchung be eilig . Die zu Ve ügung ges ell en ALKIS-Da en länd-
lich gep äg e Gema kungen um assen meh als 4% de hambu -
gischen Landwi scha s läche und we den deshalb in diesem Bei-
ag nich be ücksich ig .
4h ps://www.ad -online.de/AdV-P oduk e/
Liegenscha ska as e / (05.05.2025).
Die au oma ische Ka ego isie ung wu de (auße ü na ü -
liche Pe sonen) manuell übe p ü und dami einhe gehend
i e a i e besse .
Im olgenden Sch i wu den die so ka ego isie en
Ein äge mi hil e on Fuzzy S ing Ma ching-Algo i hmen
au iden ische Eigen üme innen übe p ü . Die Algo i h-
men e gleichen die Eigen üme da en nach Ka ego ien
ge enn und be echnen anhand de Le ensh ein-Dis anz5,
wie ähnlich sich jeweils zwei Zeichen olgen sind, das heiß ,
wie wah scheinlich zwei Ein äge iden isch sind. Diese
P ozedu wu de d eimal mi jeweils geände en Selek i-
onsbedingungen du chge üh und die au gezeig en Übe -
eins immungen mi els eine Sich kon olle bes ä ig ode
e wo en. Iden ische Eigen üme innen wu den in einem
Da ensa z e einig und de en Eigen umsfläche addie . Die
so konsolidie e Eigen üme lis e wi d als Agg ega ionss u-
e 1 (Agg_1) bezeichne . Sie en häl insgesam 230.421
indi iduelle Eigen üme innen, das is im Ve gleich zu
U sp ungslis e mi 306.219 Ein ägen eine Reduk ion um
24,8%.
2.3 Bes immung wi scha liche
Zusammengehö igkei
Fü die Bildung de Agg ega ionss u e 2 (Agg_2) wu de die
wi scha liche Zusammengehö igkei indi iduelle Eigen-
üme innen e mi el und diese en sp echend zusammenge-
üh . Un e diese Bedingung allen eine sei s Familienange-
hö ige in gemeinsamen Haushal en. Diese wu den au oma-
isie anhand übe eins immende Nachnamen (einschließ-
lich Teilen on Doppelnamen) und Ansch i en e kann und
zusammenge üh . Zwa we den Familienangehö ige ohne
gemeinsamen Nachnamen bei diese Vo gehensweise nich
e kann , de dadu ch en s ehende Fehle is abe seh ge ing,
da ak uell nach wie o eine g oße Meh hei de Ehepaa e
in Deu schland gemeinsame Ehenamen ode Doppelnamen
üh (Rosa 2021).
Pe sonen und Un e nehmen we den als wi scha lich zu-
sammengehö ig be ach e , wenn eine Pe son bzw. Familie
ode ein Un e nehmen die Kapi almeh hei an einem an-
de en Un e nehmen besi z bzw. wenn meh e e Un e neh-
men au den- ode dieselben Meh hei seigen üme zu ück-
zu üh en sind. Die wi scha lichen Ve flech ungen wu den
mi els eine Einzel all eche che (Tie z 2021) nach Un e -
nehmensnamen im elek onischen Handels- bzw. Genossen-
scha s egis e 6e mi el . Die als zusammengehö ig e kann-
en Un e nehmen und Pe sonen wu den agg egie und in
5h ps://gi hub.com/sea geek/ he uzz (05.05.2025).
6h ps://jus iz.de/onlinediens e/ egis e po al_de _laende /
index.php (05.05.2025).
306 Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/4: 302–320
Un e suchung on Landeigen umss uk u en in Deu schland: Wem gehö die Landwi scha s läche?
Tabelle 2 Ve eilung de Landwi scha s läche au Eigen üme ka ego ien de Agg ega ionss u e 1
Eigen üme ka ego ie Flächeneigen um An eil in den Gemeinden
in ha in P ozen
Zahl de
Gemeinden Median Maximum S anda dabweichung
Bund 4.073 0,6 252 0,0% 18,5% 1,7%
BVVG 3.177 0,5 62 0,0% 22,1% 1,5%
Land 14.635 2,2 336 0,4% 30,3% 3,8%
Kommune 26.274 3,9 386 2,8% 51,0% 6,5%
Religionsgemeinscha 15.761 2,3 334 1,3% 21,3% 2,4%
Na u schu z 2.879 0,4 158 0,0% 34,5% 2,3%
Zweck e band 6.516 1,0 288 0,1% 17,7% 2,1%
Zwischensumme Gebie s- und sons ige
Kö pe scha en 73.315 10,8 387 8,1% 65,3% 9,5%
Na ü liche Pe son 541.045 80,0 387 87,8% 99,7% 14,8%
Un e nehmen 61.120 9,1 362 1,9% 74,3% 10,5%
Unbekann 481 0,1 208 0,0% 5,1% 0,3%
de Agg ega ionss u e 2 als Un e nehmen ka ego isie , mi
Ausnahme on Un e nehmen im Meh hei seigen um de ö -
en lichen Hand, die den en sp echenden Kö pe scha en in
de Agg ega ionss u e 1 zugeo dne wu den.
Die Lis e de zusammenge üh en Eigen üme innen in
de Agg ega ionss u e 2 um ass 196.898 Eigen üme g up-
pen, das en sp ich eine Reduk ion de Eigen üme innen-
zahl um nochmals 14,5% im Ve gleich zu Agg ega ions-
s u e 1.
2.4 Iden i izie ung landwi scha liche
Be iebe
Übe die Agg ega ionss u e 2 wu de da übe hinaus e -
mi el , ob die Eigen üme (g uppen) die Eigenscha ei-
nes landwi scha lichen Be iebs au weisen. Als Indika o
dien en die flächenbezogenen EU-Di ek zahlungen ü land-
wi scha liche Be iebe, de en Emp änge mi Namen und
Be iebssi z, wenngleich ohne genaue Ansch i , im In e -
ne e öffen lich we den.7Volls ändige Ad essda en, die
einen Abgleich mi den ALKIS-Eigen üme da en e leich-
e n, wu den wegen Bedenken des Da enschu zes nu on
sechs de be eilig en Bundeslände zu Ve ügung ges ell .
Die Iden ifizie ung landwi scha liche Be iebe wu de
im e s en Sch i mi Fuzzy S ing Ma ching-Algo i hmen
du chge üh und anschließend du ch manuellen Abgleich
alle Emp änge on Di ek zahlungen übe meh als ün
Hek a mi den ALKIS-Eigen üme innen e gänz . Fü die
Klassifizie ung landwi scha lich ak i e na ü liche Pe so-
nen – die in de Agg ega ionss u e 2 als landwi scha liche
Familienbe iebe bezeichne we den – wa die hin eichen-
7h ps://www.ag a zahlungen.de/ (05.05.2025).
de Bedingung, dass Nachname und Ansch i eines Di ek -
zahlungsemp änge s mi denen eines ALKIS-Eigen üme s
übe eins immen. Un e nehmen wu den als landwi scha -
lich einges u , wenn Name und Ansch i des Fö de mi el-
emp änge s mi de eine ALKIS-Eigen üme in ode eines
Eigen üme s de Kapi almeh hei des Un e nehmens übe -
eins immen, wobei kleine e Abweichungen bei den Un e -
nehmensnamen ole ie wu den.
3 E gebnisse
Zen ale E gebnisse de desk ip i en s a is ischen Analyse
on Eigen umss uk u en we den nach olgend zunächs au
de Ebene de indi iduellen Eigen üme innen (Agg_1) und
anschließend au de Ebene de wi scha lich zusammen-
gehö igen Pe sonen und Un e nehmen (Agg_2) o ges ell .
3.1 Ve eilung au Ka ego ien de
Agg ega ionss u e 1
Die Ve eilung des Landeigen ums au Eigen üme ka ego-
ien de Agg ega ionss u e 1 s ell Tabelle 2da . De mi
80,0% wei aus g öß e An eil de Landwi scha sfläche
in de Gemeindes ichp obe gehö demnach na ü lichen
Pe sonen. 9,1% de Landwi scha sfläche sind de Ka ego-
ie Un e nehmen zugeo dne , un e die alle Rech s o men
p i a wi scha liche Kapi al- und Pe sonengesellscha en
allen. 10,8% de Fläche en allen au Gebie s- und sons i-
ge Kö pe scha en, da un e de g öß e An eil (3,8%) au
die Kommunen einschließlich kommunale Un e nehmen.
Den Religionsgemeinscha en, das sind as ausschließ-
lich die e angelische und die ka holische Ki che, gehö en
2,3% de un e such en Fläche, den Bundeslände n ein-
schließlich landeseigene Un e nehmen 2,2%. Neben dem
Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/4: 302–320 307
A. Tie z, L. Bockelmann
Bund einschließlich bundeseigene Un e nehmen (0,6%
de Landwi scha sfläche) wi d sepa a mi 0,5% de
Landwi scha sfläche die Boden e we ungs- und - e wal-
ungs GmbH (BVVG) ausgewiesen, die im Au ag des
Bundes die Ve wal ung und P i a isie ung on ehemals
en eigne en Flächen in den os deu schen Bundeslände n
du ch üh . Au Na u schu z e eine, - e bände und -s i -
ungen, die als solche dem Namen nach e kennba sind,
en allen 0,4% de Landwi scha sfläche. Allen sons igen
Kö pe scha en, Ve einen und S i ungen (hie als Zweck-
e bände bezeichne ) sind 1,0% de Landwi scha sfläche
zugeo dne .
Bezogen au einzelne S ichp obengemeinden sind die
Un e schiede in de Ve eilung seh g oß, was in Tabelle
2sowohl an den Medianen e kennba is , die zumeis deu -
lich nied ige als die Gesam du chschni e sind, als auch
an den hohen We en de S anda dabweichung. Bes imm-
en Ka ego ien on Kö pe scha en ode Un e nehmen sind
in wenigen Gemeinden wei übe du chschni liche Flächen-
an eile zugeo dne , in ande en Gemeinden eils übe haup
keine Fläche. Nu na ü liche Pe sonen sind du chweg in al-
len 387 Gemeinden als Eigen üme innen au ge üh .
Mi 221.356 Indi iduen sind meh als 96% de iden ifi-
zie en Eigen üme na ü liche Pe sonen. Die du chschni li-
che G öße ih es Flächeneigen ums be äg 2,4 Hek a Land-
wi scha sfläche ( gl. Tabelle 3). Dem g öß en Teil diese
Eigen üme innen sind jedoch nu ma ginale Flächen on
wenige als 0,5 Hek a zugeo dne . Schließ man diese Ei-
gen üme aus de Be echnung aus, so eduzie sich die Zahl
de na ü lichen Pe sonen au 85.057. Die ihnen zugeo dne e
Gesam fläche sink ge ing ügig au 522.527 Hek a und die
Du chschni sg öße s eig au 6,1 Hek a Landwi scha s-
fläche p o Pe son.
Tabelle 3 Zahl de Eigen üme und du chschni liche Flächenauss a ung
Eigen üme ka ego ie Eigen üme Landwi scha s läche
Anzahl An eil ha An eil
Landwi scha s läche (ha)
p o Eigen üme
Alle Eigen üme
Gebie s-/sons ige Kö pe scha en 4.335 1,9% 73.315 10,8% 16,9
Na ü liche Pe son 221.356 96,1% 541.045 80,0% 2,4
Un e nehmen 3.921 1,7% 61.120 9,0% 15,6
Unbekann 809 0,4% 481 0,1% 0,6
Summe 230.421 100,0% 675.961 100,0% 2,9
Eigen üme > 0,5 ha LN
Gebie s-/sons ige Kö pe scha en 2.948 3,3% 73.110 11,1% 24,8
Na ü liche Pe son 85.057 94,0% 522.527 79,5% 6,1
Un e nehmen 2.321 2,6% 60.880 9,3% 26,2
Unbekann 160 0,2% 417 0,1% 2,6
Summe 90.486 100,0% 656.934 100,0% 7,3
Tabelle 4 Flächenan eile nach Wohn-/Un e nehmenssi z
p i a e Eigen üme
Bundesland Flächenan eil de Eigen üme mi Wohnsi z in:
Gemein-
de (Land-)
K eis Bun-
desland Deu sch-
land Ausland
Schleswig-
Hols ein 56,7% 83,0% 91,1% 99,7% 0,3%
Niede sach-
sen 77,0% 86,4% 95,5% 99,7% 0,3%
No d hein-
Wes alen 79,0% 85,6% 93,8% 99,7% 0,3%
Hessen 71,3% 84,8% 92,6% 99,6% 0,4%
Rheinland-
P alz 56,7% 79,4% 91,2% 99,3% 0,7%
Baye n 77,7% 90,0% 98,5% 99,8% 0,2%
B anden-
bu g 58,4% 72,1% 77,6% 99,3% 0,7%
Mecklen-
bu g-Vo -
pomme n
45,3% 68,0% 73,2% 99,3% 0,7%
Sachsen 58,2% 75,5% 85,6% 99,6% 0,4%
Sachsen-
Anhal 63,4% 74,7% 78,8% 99,7% 0,3%
Thü ingen 52,4% 74,5% 81,3% 99,4% 0,6%
Insgesam 67,9% 81,7% 89,5% 99,6% 0,4%
da on:
Ehemaliges
Bundesge-
bie
74,5% 86,6% 95,1% 99,7% 3,7%
Os deu sche
Lände 55,6% 72,7% 78,8% 99,5% 1,4%
308 Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/4: 302–320
Un e suchung on Landeigen umss uk u en in Deu schland: Wem gehö die Landwi scha s läche?
3.2 Regionale Zuo dnung de Eigen üme
Au de Ebene de Agg ega ionss u e 1 wu de das p i a-
e Flächeneigen um nach dem Wohn-/Un e nehmenssi z de
Eigen üme innen ausgewe e . Tabelle 4zeig , dass ein ech
hohe An eil on du chschni lich 67,9% de un e such en
Fläche eine ALKIS-Eigen üme in mi Si z in de selben Ge-
meinde gehö , de die Fläche zugeo dne is . Dabei be-
s ehen deu liche Un e schiede zwischen den Lände n des
ehemaligen Bundesgebie s (74,5% im a i hme ischen Mi -
el) sowie den os deu schen Bundeslände n (55,6%). Da ü-
Tabelle 5 Ve eilung de Landwi scha s läche au Eigen üme ka ego ien de Agg ega ionss u e 2
Flächeneigen um An eil in den GemeindenEigen üme ka ego ie
in ha in P ozen
Zahl de
Gemeinden Median Maximum S anda dabwei-
chung
Gebie s- und sons ige Kö pe scha en 73.315 10,8 387 8,2% 65,3% 9,5%
Nich landwi scha liches Un e nehmen 17.327 2,6 348 0,9% 48,0% 3,9%
Nich landwi scha liche na ü liche Pe son/
Familie 306.497 45,3 387 48,8% 91,2% 15,2%
Landwi scha liche Familienbe ieb 223.028 33,0 387 34,1% 92,6% 18,3%
Landwi scha liches Un e nehmen 55.312 8,2 221 0,2% 69,0% 10,5%
Unbekann 481 0,1 194 0,0% 5,1% 0,3%
Abbildung 1 Flächenan eile nach Eigen üme ka ego ien in de Agg ega ionss u e 2
be hinaus spiegeln lände bezogene Un e schiede auch die
Kommunals uk u en wide , das heiß , Lände mi g öße-
en Gemeinden (wie Sachsen-Anhal ode No d hein-Wes -
alen) weisen endenziell höhe e Flächenan eile on O san-
sässigen au als Lände mi kleinen Gemeinden wie Schles-
wig-Hols ein ode Rheinland-P alz. Diese Un e schied be-
s eh bei den Eigen üme n mi Si z im selben Landk eis
nich , wäh end de Os -Wes -Un e schied auch hie e kenn-
ba is . Auch bei den Eigen üme n mi Si z im selben Bun-
desland is de An eil im ehemaligen Bundesgebie mi
95,1% wesen lich höhe als in den os deu schen Bundes-
Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/4: 302–320 309
A. Tie z, L. Bockelmann
e neue ba en Ene gien zu e zielenden Boden en en a ak-
i ü eine Ve pach ung sind und dami ein bedeu ende
An eiz ü Eigen üme bes eh , ih e Flächen ü solche Nu -
zungen zu Ve ügung zu s ellen. Dabei kann o allem
ü das ehemalige Bundesgebie angenommen we den, dass
die so e ziel en Pach einnahmen zu nennenswe en Teilen
in den Gemeinden e bleiben, in denen die We schöp ung
s a finde . Gleichzei ig kann die lokal e wu zel e Eigen-
umss uk u eine Chance ü eine ak i e Mi ges al ung on
P ojek en da s ellen.
Fü die plane ische S eue ung des Ausbaus e neue ba e
Ene gien e deu lichen die klein eiligen Eigen umss uk u-
en die No wendigkei eine übe geo dne en und lang is ig
gedach en Flächenausweisung. Wäh end dies bei de Wind-
ene gienu zung mi de Ausweisung in Regionalplänen be-
ei s P axis is , finde bei de in de B ei e flächenwi k-
same en F eiflächen-Pho o ol aik eine S eue ung übe wie-
gend au de Ebene de kommunalen Baulei planung s a .
Meis we den o habenbezogene Bebauungspläne ü Flä-
chen au ges ell , nachdem sich In es o en den Zug iff bei
Landeigen üme n gesiche haben. Zwa haben die Kom-
munen die Planungshohei , jedoch sehen sie sich ge ade
in ländlichen Regionen au g und de beg enz en finanziel-
len und pe sonellen Ressou cen kaum ode ga nich in de
Lage, s a egische Planungen zu be eiben, und en schei-
den o si ua i . Angesich s de um ang eichen Ausbauzie-
le und des ges iegenen D ucks au Ag a flächen soll e da-
he eine s ä ke e übe ö liche Planung als G undlage de
S ando en wicklung ü F eiflächen-Pho o ol aik-Anlagen
be ieben und Gemeinden zu besse en Nu zung ih es Ge-
s al ungsspiel aums be ähig we den (SRLE 2024: 4–5), um
einen angemessenen und o ausschauenden In e essenaus-
gleich zu e möglichen. Neben de Au s ellung in e kommu-
nale S ando konzep e is au o melle Ebene eine s ä ke e
S eue ung übe die Regionalplanung denkba (ARL 2022:
7–12).
Da übe hinaus beda es wei e gehende Auseinande -
se zungen dami , welche Auswi kungen die Eigen ums e -
eilung au lokale Sozial- und Mach s uk u en ha . Vom
Ausbau e neue ba e Ene gien p ofi ie en insbesonde e die-
jenigen, welche (o sei Gene a ionen) du ch Landeigen um
p i ilegie sind, und es is zu agen, wie sich die po en-
zielle Ve s ä kung on Ve mögens- und sozialen Ungleich-
hei en auswi k . Ge ade in Regionen mi wenige gu e so-
zioökonomische Lage is eine k i ische Be ach ung no -
wendig, inwie e n die En wicklung in e s e Linie bes ehen-
de Un e schiede noch wei e e s ä k , wäh end subs anzi-
elle P obleme iele Menschen bes ehen bleiben (Haubne /
Lau enbe g/Boemke 2022: 258–259). Angesich s de s ä ke-
en Eigen umskonzen a ion d äng sich o allem in punc o
Os deu schland die F age nach de Akzep anz on Ve ände-
ungen au , die nu du ch wenige o sansässige Eigen üme-
innen di ek beeinflussba sind. Wenn an O en lediglich
E zeugungsanlagen konzen ie sind, on denen kaum lo-
kale Ak eu e p ofi ie en, kann dies bes ehende egionale
Ungleichhei en e s ä ken und de gesellscha lichen Ak-
zep anz de Maßnahmen zuwide lau en (Rod íguez-Pose/
Ba alucci 2024: 350–352).
Wäh end die finanzielle A ak i i ä e neue ba e Ene -
gien ü Landeigen üme offensich lich is , müssen ü ex-
ensi e Maßnahmen g oßflächig un e s ü zende Bedingun-
gen geschaffen we den. Ökonomische An eize sind zen a-
le Bes and eil solche Ansä ze, zumal hie on poli ische
Sei e du ch die Di ek zahlungen im Rahmen de Gemeinsa-
men Ag a poli ik (GAP) eine Viel al an Einflussmöglich-
kei en bes eh und be ei s genu z wi d. Ande e sei s wi d
angesich s des no wendigen Um angs – bis 2030 wi d mi
einem Meh beda on 0,2 Mio. Hek a im Ve gleich zu
2021 allein ü die E ablie ung on Ag a gehölzen ge ech-
ne (Os e bu g/Acke mann/Böhm e al. 2023: 49) – de en
Akzep anz zunehmend in den Fokus ücken.
Un e suchungen zu Ag a umwel maßnahmen zeigen,
dass nich nu ökonomische, sonde n auch zahl eiche wei-
e e ex e ne und in e ne Fak o en wie das soziale Um eld
und Al e ode Bildung Einfluss au die Akzep anz sol-
che Maßnahmen und schlussendlich die Mi wi kung on
Landwi en da an haben (Klebl/Feind /Pio 2024). En -
scheidungsp ozesse sind seh indi iduell, hängen s a k on
den lokalen Rahmenbedingungen ab und we den nich
zule z on de Hal ung wei e e lokale Ak eu e beein-
fluss . Dahe is auch die po enzielle Bedeu ung soziale
Konsequenzen bei Flächennu zungsände ungen zu be ück-
sich igen, insbesonde e wenn Eigen üme innen und Päch e
im selben äumlichen Um eld leben. S ehen beispielsweise
lokale Landwi innen und Landwi e eine Umwidmung de
on ihnen bewi scha e en Flächen skep isch gegenübe ,
kann dies au die En scheidungen lokale Landeigen üme
ande e Auswi kungen haben als au o s emde Ak eu e
ode Un e nehmen. Eine Besch änkung on Maßnahmen
de Flächenak i ie ung au ökonomische Aspek e bilde
dahe die Komplexi ä lokale Go e nance-P ozesse nich
aus eichend ab.
Vielmeh wi d an de b ei ges eu en und lokal e wu -
zel en Eigen umss uk u deu lich, dass landwi scha liche
Flächen o übe Gene a ionen e e b we den und dami
ideelle We e und T adi ionen e bunden sind, weshalb die-
se nu sel en e äuße we den ( gl. Kapi el 4.2). Mi dem
Konzep de ela ional alues ücken solche his o isch ge-
wachsenen Mensch-Na u -Beziehungen in den Mi elpunk ,
beispielsweise de hohe kul u elle und his o ische We on
kul i ie en Moo landscha en ü die do lebenden Men-
schen (Lees/Ca men a/Condliffe e al. 2023). Ein besse es
Ve s ändnis diese Bindungen en lang e schiedene Ak-
eu sg uppen kann le z lich Flächennu zungskonflik en o -
316 Raum o schung und Raumo dnung | Spa ial Resea ch and Planning (2025) 83/4: 302–320

Un e suchung on Landeigen umss uk u en in Deu schland: Wem gehö die Landwi scha s läche?
beugen, zumal sich die ausschlaggebenden We e ü die
Bindung bei diesem Beispiel mi un e kaum zwischen den
de zei igen Landbewi scha enden und de sons igen Be öl-
ke ung un e scheiden (Heindo /Schüle /Plieninge 2024:
1200).
Das öffen liche Bodeneigen um mach dagegen nu einen
e gleichsweise kleinen Teil de S ichp obe aus, wodu ch
die Rolle s aa liche und kommunale Ak eu e bezüglich
eine möglichen Flächenak i ie ung beg enz bleib . Den-
noch sind 10,8% und dami e wa 1,95 Mio. Hek a eine
insgesam nich zu un e schä zende Flächenkulisse. Alle -
dings soll e diffe enzie be ach e we den, inwie e n ge-
ade diese Flächen o angig eine gemeinwohlo ien ie en
Nu zung im Sinne de anges eb en Nachhal igkei sziele zu-
ge üh we den können. Dabei müssen jedoch g undlegende
Belange wie die Bodengü e und die Lage de jeweiligen Flä-
chen be ücksich ig we den.
5Fazi
Diese Bei ag ha Landeigen umss uk u en in Deu sch-
land au de G undlage eine Gemeindes ichp obe un e -
such und sie im Hinblick au eine nachhal ige äumliche
En wicklung in einen b ei e en Kon ex eingeo dne . Eine
solche Kon ex ualisie ung mach deu lich, dass die F age
nach Landeigen um wei übe Besi z e häl nisse hinausgeh
und ein um assende zusä zliche Fo schungsbeda bes eh ,
insbesonde e bezüglich de Auswi kungen au die Nachhal-
igkei sziele.
G undsä zlich häng de en E eichen e heblich on de
Flächen e ügba kei ab, weshalb Wissen um die Eigen-
ums e häl nisse und das Ve s ändnis um die Pe spek i e
on Landeigen üme n on g oßem In e esse is . Das Ei-
gen um an Landwi scha sfläche kann ü Eigen üme innen
mi iel äl igem Nu zen e bunden sein. Dies um ass neben
de Möglichkei , Einkommen aus de landwi scha lichen
Nu zung ode de Ve pach ung zu e zielen, auch die Op i-
on eine zukün igen Nu zung ode Umnu zung sowie die
We s abili ä als Ve mögensbes and eil. Dazu kommen bei
p i a en Bodeneigen üme n emo ionale und soziale Nu zen-
komponen en wie amiliä e T adi ion, Nachba scha sbezie-
hungen ode P es ige. Dahe können Maßnahmen zum E ei-
chen de Nachhal igkei sziele nich au ökonomische Aspek-
e beg enz bleiben, sonde n müssen auch soziale Fak o en
be ach en. Die Pe spek i e de Landeigen üme innen zu
be ücksich igen is une lässlich, sollen Vo haben zu Nach-
hal igkei s ans o ma ion gelingen. Zugleich soll en zukün -
ig die sozialen Auswi kungen un e schiedliche Besi z e -
häl nisse au das E eichen on Nachhal igkei szielen, un e
ande em bezüglich Mach s uk u en und Aspek en de Teil-
habe, e ie end be ach e we den. Die au gezeig e Viel al
de Eigen umss uk u en in egionale Hinsich wie auch bei
den Ak eu en zeig , dass hie zu eine diffe enzie e He an-
gehensweise e o de lich is . Bislang ehlen zudem G und-
lagen eine undie e en Bewe ung mögliche Konzen a i-
ons endenzen, da bes ehende Konzep e die Besonde hei en
landwi scha liche Bodenmä k e nu eilweise be ücksich-
igen können. Gleichzei ig wi das Wissen um die Ve -
eilung on Landeigen umss uk u en wei e e F agen nach
den (lokalen) Ausgangsbedingungen und Auswi kungen de
Nachhal igkei s ans o ma ion au . Wei e gehend is dahe
eine äumlich einkö nige e Auseinande se zung mi egio-
nal un e schiedlichen Eigen umskons ella ionen no wendig,
beispielsweise de en mögliche Zusammenhänge mi dem
Ausbau e neue ba e Ene gien ode de E schließung on
Bauland im Umland on Me opolen.
Compe ing In e es s The au ho s decla e no compe ing in e es s.
Acknowledgemen We would like o hank wo anonymous e iew-
e s o hei help ul commen s.
Funding This wo k ecei ed no ex e nal unding.
Li e a u
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