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Schulschließungen, Isolation und Quarantäne. Empirische Befunde aus den regionalen Studien Muntermacher & SchuCo

Publisher: Münster ; New York : Waxmann
Year: 2025
DOI: 10.25656/01:34038
Source: https://www.pedocs.de/volltexte/2025/34038/pdf/Nonte_et_al_2025_Schulschliessungen_Isolation_und_Quarantaene.pdf
Non e, Sonja [H sg.]; Rein jes, Ch is ian [H sg.]; G ommé, E a [H sg.]; Ka u z, Ha ald [H sg.]
Schulschließungen, Isola ion und Qua an äne. Empi ische Be unde aus den
egionalen S udien Mun e mache & SchuCo
Müns e ; New Yo k : Waxmann 2025, 214 S.
Quellenangabe/ Re e ence:
Non e, Sonja [H sg.]; Rein jes, Ch is ian [H sg.]; G ommé, E a [H sg.]; Ka u z, Ha ald [H sg.]:
Schulschließungen, Isola ion und Qua an äne. Empi ische Be unde aus den egionalen S udien
Mun e mache & SchuCo. Müns e ; New Yo k : Waxmann 2025, 214 S. - URN:
u n:nbn:de:0111-pedocs-340385 - DOI: 10.25656/01:34038; 10.31244/9783818850685
h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-340385
h ps://doi.o g/10.25656/01:34038
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In o ma ionszen um (IZ) Bildung
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In e ne : www.pedocs.de
Sonja Non e, Ch is ian Rein jes,
E a G ommé, Ha ald Ka u z (H sg.)
Schulschließungen,
Isola ion und Qua an äne
Empi ische Be unde aus den
egionalen S udien Mun e mache & SchuCo
Waxmann 2025
Müns e • New Yo k
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Inhal
1 Einlei ung
Bildung im Ausnahmezus and–
Pe spek i en junge Menschen wäh end de Co ona-Pandemie ................. 7
Sonja Non e, Ch is ian Rein jes, E a G ommé& Ha ald Ka u z
2 Die Co ona-Pandemie aus Pe spek i e on Kinde n und Jugendlichen
Eine Syn hese empi ische Fo schungsbe unde ............................... 13
Ch is ian Rein jes, Sonja Non e, E a G ommé& Ha ald Ka u z
3 S udiendesign und Hin e g ünde de S udien Mun e mache und SchuCo ...... 35
Sonja Non e, Ch is ian Rein jes, E a G ommé& Ha ald Ka u z
4 Geschlech sbezogene Un e schiede des Wohlbe indens on Kinde n und
Jugendlichen im Kon ex de COVID-Pandemie
Be ach ungen jensei s de binä en Geschlech e o dnung ...................... 47
E a G ommé & Ka olina Van oyen
5 Be ach ungen di e si ä sspezi ische Ungleichhei en on
Dimensionen des Be indens on Kinde n und Jugendlichen im
Kon ex on (Teil-)Schulschließungen, Isola ion und Qua an äne .............. 77
E a G ommé, Sonja Non e & Ch is ian Rein jes
6 Kommunales K isenmanagemen
Die Be agung on Kinde n und Jugendlichen in Mülheim an de Ruh zu
Un e s ü zungsbeda en in Anbe ach on Qua an äne, Isola ion und
(Teil-)Schulschließungen ................................................... 99
Sonja Non e, Ch is ian Rein jes, Ha ald Ka u z & E a G ommé
7 Selbs egulie es Le nen im Dis anzun e ich
Schwie igkei en und Chancen aus Pe spek i e de Schüle *innen ............. 115
Tobias Koch, Ch is ian Rein jes, Sonja Non e & Fe dinand S ebne
8 Eine neue Wel ?
Bildungs heo e ische Analysen de A ikula ion und Aneignung de
Co ona-K ise on Kinde n und Jugendlichen ............................... 139
S en Thie sch & Dominik K inninge
Tex anke
XXXX Ku z i el/sho i le XXXX
9 Selbs posi ionie ungen und Bewäl igungs o men on
Jugendlichen in K isen
Sozialisa ions heo e ische Einbe ungen und ypologische Bes immungen ..... 161
S en Thie sch
10 Implika ionen ü das K isenmanagemen ................................... 183
Ha ald Ka u z
11 Fazi : Bilanz eine K ise
Schule in Ve an wo ung au allen Ebenen .................................. 207
Ch is ian Rein jes, Sonja Non e, E a G ommé& Ha ald Ka u z
Au o innen und Au o en ..................................................... 213
Tex anke
XXXX Ku z i el/sho i le XXXX
1 Einlei ung
Bildung im Ausnahmezus and– Pe spek i en junge Menschen
wäh end de Co ona-Pandemie
Sonja Non e, Ch is ian Rein jes, E a G ommé& Ha ald Ka u z
Die COVID-19-Pandemie ha das deu sche Bildungssys em ie g ei end e schü e .
Schulschließungen, Qua an äne und soziale Isola ion s ell en nich nu eine He aus-
o de ung ü die Bildungso ganisa ion da , sonde n g i en massi in das soziale
Leben, En wicklungs e läu e und Bildungsbiog a ien on Kinde n und Jugendlichen
ein. Das soziale Leben– ob F eizei ges al ung, Familienbesuche, Gebu s ags eie n
ode ande e Fes i i ä en– muss e sich eilweise au den eigenen Haushal besch än-
ken. Zwischenmenschliche In e ak ionen e lage en sich zunehmend in den digi-
alen Raum und anden häu ig übe soziale Medien s a , was den di ek en sozialen
Kon ak jedoch nu unzu eichend e se zen konn e. Besonde s schwe wog de Weg-
all de Schule als zen ale O soziale Begegnung, da du ch (Teil-)Schließungen
ein wich ige Raum ü Aus ausch, F eundscha und gemeinsames E leben e lo en
ging. Von heu e au mo gen wu den Bildungsins i u ionen gezwungen, neue Fo men
des Leh ens und Le nens zu en wickeln, wäh end gleichzei ig das psychische und so-
ziale Wohlbe inden junge Menschen massi un e D uck ge ie .
Inmi en diese Umb üche en s anden mi den S udien Mun e mache und
SchuCo Fo schungsp ojek e, die es sich zu Au gabe mach en, die Pe spek i en on
Kinde n und Jugendlichen sys ema isch zu e assen – nich s ell e e end du ch
E wachsene, sonde n du ch die S immen de jungen Menschen selbs . Ih e E ah-
ungen, Bewe ungen und Bewäl igungss a egien angemessen zu be ücksich igen,
is un e zich ba – eine sei s ü eine gelingende K isenbewäl igung, ande e sei s ü
eine zukun sge ich e e, esilien e Schulen wicklung.
Wie Maaz (2025) in einem In e iew ün Jah e nach dem e s en Lockdown be on ,
wa die Pandemie ein „S ess es “ ü das Bildungssys em– sie en la e s uk u elle
Schwächen und Ungleichhei en, b ach e ku z is ige Digi alisie ungs o sch i e, abe
auch ein ekla an es Fehlen lang is ige S a egien zum Vo schein. Die En wicklungen
e deu lichen, wie s a k Bildungsp ozesse in Deu schland du ch soziale He kun , e-
gionale Un e schiede und ungleiche ins i u ionelle Vo ausse zungen gep äg sind. Be-
sonde s he aus o de nd e wies sich die S eue ung im Meh ebenensys em on Bund,
Lände n, Kommunen und Schulen– o blieb es den Einzelschulen übe lassen, zwi-
schen In ek ionsschu z, Le no ganisa ion und psychosoziale Un e s ü zung zu na i-
8 Sonja Non e, Ch is ian Rein jes, E a G ommé& Ha ald Ka u z
gie en. Manche En scheidungen wu den o angig i ologisch beg ünde , wäh end
A gumen e aus eine e ziehungswissenscha lichen und psychosozialen Pe spek i e
nich sel en e nachlässig wo den sind.
Vo diesem Hin e g und en s anden die beiden S udienp ojek e Mun e mache
(Osnab ück) und SchuCo (Mülheim an de Ruh ), die in diesem Sammelband doku-
men ie we den. Ziel diese Fo schung wa es, au de G undlage egional e anke -
e E hebungen das subjek i e E leben on Kinde n und Jugendlichen wäh end de
Pandemie sys ema isch zu e assen– übe quan i a i e und quali a i e Ve ah en mi
Fokus au soziale Dispa i ä en, Geschlech e di e enzen, Le ns a egien, Bildungsan-
eignung und psychosoziale Bewäl igung.
De Sammelband gliede sich in ie Abschni e: eine Eino dnung des Fo schungs-
s ands (Kapi el2), eine Da s ellung des S udiendesigns (Kapi el3), eine P äsen a ion
empi ische Be unde in ün hema isch okussie en Bei ägen (Kapi el4 bis 9), ab-
schließend eine Analyse de Implika ionen ü das schulische K isenmanagemen
(Kapi el10) und eine Zusammen assung mi Implika ionshinweisen (Kapi el11).
Kapi el2: Die Co ona-Pandemie aus Pe spek i e on Kinde n und
Jugendlichen: Eine Syn hese empi ische Fo schungsbe unde
Den Au ak bilde eine synop ische Da s ellung empi ische S udien zu Pande-
miee ah ung junge Menschen und zu den psychosozialen Folgen de Pandemie
im deu schsp achigen Raum. Die Au o *innen heben he o , dass besonde s Kinde
und Jugendliche aus benach eilig en Haushal en un e den pandemiebeding en Ein-
sch änkungen li en– sowohl in Bezug au das schulische Le nen als auch au ih e
psychische Gesundhei , ih e sozialen Beziehungen und ih e Selbs wi ksamkei se ah-
ungen. De Bei ag mach deu lich, dass die Pandemie wie ein „B ennglas“ wi k e,
das bes ehende Ungleichhei en nich nu sich ba mach e, sonde n in ensi ie e.
Kapi el3: S udiendesign und Hin e g ünde de S udien
Mun e mache und SchuCo
Im d i en Bei ag s ellen Non e, Rein jes, G ommé und Ka u z das me hodische Vo -
gehen de S udien Mun e mache I/II und SchuCo o . Die Be agungen wu den in
enge Zusammena bei mi lokalen Bildungsak eu *innen, Schul e wal ungen und
S i ungen du chge üh . Dabei wu den sowohl quan i a i e Skalen als auch o ene,
na a i e Elemen e e wende , um eine möglichs um assende Sich au das pandemi-
sche E leben junge Menschen zu e hal en. Die Au o *innen be onen die Bedeu ung
egional e anke e Bildungs o schung, um lokale Beda e sich ba zu machen und
kommunale Bildungss eue ung e idenzbasie zu un e s ü zen. Auch ü das unmi -
elba e K isenmanagemen können aus den S udien we olle Handlungsemp ehlun-
gen abgelei e we den.
15
Die Co ona-Pandemie aus Pe spek i e on Kinde n und Jugendlichen
üh e, dass sie au g und on länge e ode häu ige o kommende Qua an äne und
Isola ion e meh in de Schule ehl en (Non e e al., 2023).
Die pandemiebeding en Einsch änkungen wi k en sich nich nu au die schuli-
sche, sonde n auch au die soziale und emo ionale En wicklung de Kinde aus. Lau
Rein jes (2022) wu den zen ale Bedü nisse und En wicklungsan o de ungen on
Kinde n du ch die Minimie ung soziale Kon ak e und den eingesch änk en Zugang
zu Bildungsein ich ungen s a k beein äch ig . In Bezug au das Al e und das Wohl-
be inden wäh end de Pandemie lassen sich keine eindeu igen Zusammenhänge es -
s ellen: Wäh end es einige S udien und Übe sich a bei en gib , die eine höhe e Belas-
ung on G undschulkinde n be ich en (O ban e al., 2023; Rajmil e al., 2021), s ellen
o allem S udien zu men alen Gesundhei eine höhe e Belas ung on Jugendlichen
es (Pa k e al., 2024; Racine e al., 2021).
Die COVID-19-Pandemie ha e wei eichende Folgen ü Kinde und Jugendliche,
die sich in un e schiedlichen Lebensbe eichen zeig en. Neben den di ek en gesund-
hei lichen Auswi kungen de Pandemie wa en es o allem diesozialen Einsch än-
kungen, Schulschließungen und Ve ände ungen im amiliä en Um eld, die sich au
das Wohlbe inden und die Bildungschancen junge Menschen auswi k en. Empi ische
S udien zeigen, dass insbesonde e psychische Belas ungen, de Dis anzun e ich und
soziale Isola ion zen ale He aus o de ungen ü Kinde und Jugendliche da s ell en.
Wäh end einige He anwachsende Anpassungss a egien en wickel en und on neu-
en Le n o men p o i ie en, li en ande e un e Le n ücks änden, ehlende soziale
In e ak ion und emo ionale E schöp ung. Die olgenden Abschni e assen zen ale
empi ische Be unde zu den psychosozialen und bildungsbezogenen Auswi kungen
de Pandemie zusammen.
Ziel dieses Bei ags is es, wesen liche empi ische E kenn nisse aus meh e en S u-
dien aus dem deu schsp achigen Raum zusammenzu assen, die die Auswi kungen
de Pandemie au Kinde und Jugendliche un e such haben. Ein Fokus wi d hie bei
au die In o ma ionen geleg , die Kinde und Jugendliche selbs gegeben haben. Dabei
we den insbesonde e psychosoziale, schulische und amiliä e Aspek e be ach e .
S udien, in denen lediglich El e n und ande e e wachsene Bezugspe sonen dazu
be ag wo den sind, wie sie die Si ua ion on Kinde n und Jugendlichen bewe en,
sind in die Da s ellung nich einbezogen wo den, weil sie zwa die subjek i e Wah -
nehmung diese S udien eilnehmenden, abe eben nich unbeding das a sächliche
E leben on Kinde n und Jugendlichen besch eiben. Insbesonde e die mi K isen-
e ah ungen e bundenen Belas ungen junge Menschen und mögliche psychische
Auswi kungen on K isen we den on E wachsenen eilweise unzu e end einge-
schä z (Kassam-Adams e al., 2006).
2.2 Auswi kungen au (Schul-)All ag und Le nen
Die Co ona-Pandemie a das Bildungssys em wei gehend un o be ei e und s ell-
e Schulen o eno me He aus o de ungen. Um den Un e ich au ech zue hal en,
muss en ku z is ig al e na i e Beschulungs o men en wickel we den, die ein hohes

16 Ch is ian Rein jes, Sonja Non e, E a G ommé& Ha ald Ka u z
Maß an amiliale Un e s ü zung und eine lexible Planung un e Unsiche hei e o -
de en. Abhängig om In ek ionsgeschehen kamen e schiedene Modelle zum Ein-
sa z: Neben de Fo se zung des P äsenzun e ich s wu den Wechselmodelle imple-
men ie , bei denen Schüle *innen abwechselnd in de Schule und zu Hause le n en.
In Phasen mi besonde s hohen In ek ionszahlen wu de de Un e ich – mi un e
seh ku z is ig – au Dis anz o ma e umges ell . Die Un e ich so ganisa ion wa
somi on hohe Dynamik gep äg (Au o :inneng uppe Bildungsbe ich e s a ung,
2022).
Ein in e na ionale Ve gleich e deu lich , dass Deu schland im Bildungsbe eich
besonde s s a k on Schulschließungen be o en wa . Wäh end deu sche Schulen
zwischen Janua 2020 und Mai 2021 an insgesam 183 Tagen eilweise ode olls ändig
geschlossen wa en, iel diese Zahl in F ank eich (56 Tage), Spanien (45 Tage) ode
Schweden (31 Tage) deu lich ge inge aus (F eundl e al., 2021).
Ein en scheidende Fak o ü die Quali ä des Dis anzun e ich s wa die digi ale
Kompe enz de Leh k ä e. Da digi ale Bildung o de Pandemie in de Leh k ä -
eaus- und - o bildung nu eine un e geo dne e Rolle spiel e, a iie en die Le n-
bedingungen e heblich ( gl. Au o :inneng uppe Bildungsbe ich e s a ung, 2020).
Besonde s de Dis anzun e ich s ell e eine g oße He aus o de ung da und ha e
wei eichende Konsequenzen ü Schüle innen und Schüle : E beein luss e nich
nu die Le no ganisa ion und den Bildungse olg, sonde n auch emo ionale Fak o en
wie Mo i a ion und psychisches Wohlbe inden. Zahl eiche S udien analysie en diese
E ek e aus e schiedenen Pe spek i en und lie e n de aillie e Einblicke in die Un e -
ich sges al ung, selbs egulie es Le nen, soziale Ungleichhei en und die psychologi-
schen Auswi kungen des Dis anzun e ich s.
2.2.1 Digi ale Bildung und Un e ich sges al ung im Dis anzun e ich
Das sys ema ische Re iew „Wie ha sich das pandemiebeding e Dis ance-Schooling
au die digi ale Bildung im G undschulal e ausgewi k ?“ on De inge e al. (2023)
analysie , welche Auswi kungen die COVID-19-Pandemie au die digi ale Bildung
on G undschulkinde n ha e. Die S udie ass o handene empi ische Fo schung zu-
sammen, um ein um assendes Bild übe die e ände en Leh - und Le nbedingungen
wäh end de Schulschließungen zu e hal en.
Das Re iew basie au eine sys ema ischen Li e a u analyse, die zwischen Feb-
ua und Mä z 2022 du chge üh wu de. Es wu den S udien eingeschlossen, die sich
empi isch mi Dis ance-Schooling im G undschulal e (5–10 Jah e) in Deu schland
be ass en und zwischen Janua 2020 und Feb ua 2022 e ö en lich wo den sind.
Insgesam wu den 31 S udien ausgewähl , die e schiedene me hodische Ansä ze e -
olg en. De G oß eil de be ücksich ig en S udien wa quan i a i (n = 17), wäh end
nu wenige quali a i e (n = 10) ode Mixed-Me hods-Ansä ze (n = 4) e wende en.
Besonde s häu ig wu den die Pe spek i en on El e n (17 S udien), Leh k ä en (10
S udien) und e was sel ene die de Schüle innen und Schüle (7 S udien) un e such .
Die Analyse e olg e en lang de beiden zen alen Bildungskon ex e Schule und Fa-
17
Die Co ona-Pandemie aus Pe spek i e on Kinde n und Jugendlichen
milie, wobei un e such wu de, wie sich das Dis ance-Schooling au Un e ich sge-
s al ung, digi ale Mediennu zung, Un e s ü zungssys eme und soziale Ungleichhei en
auswi k e.
Empi ische Be unde:
Nu zung digi ale Medien
Das Re iew zeig , dass de Dis anzun e ich übe wiegend als No lösung umgese z
wu de. Viele Schulen g i en zunächs au ein ache Kommunika ionswege wie E-Mail,
Tele on ode pos alische Ma e ialsendungen zu ück, wäh end de Einsa z on Le n-
pla o men und Videokon e enzen e s im Ve lau de Pandemie ans ieg. Wäh end
wei e üh ende Schulen besse o be ei e wa en, mangel e es in G undschulen an
echnische In as uk u und medienpädagogischen Konzep en. In de Folge üh e
die K ise zu einem Schub in de digi alen Schulen wicklung, z. B. du ch die Nu zung
on Fö de mi eln aus dem Digi alPak Schule.
Leh k ä e und Un e ich sges al ung
Viele Leh k ä e emp anden sich zu Beginn de Pandemie als schlech o be ei e ,
insbesonde e hinsich lich digi ale Didak ik und In as uk u . Die Un e suchung
zeig , dass G undschulleh k ä e du chschni lich 3 bis 4 S unden p o Woche ü
die Kommunika ion mi den Schüle innen und Schüle n au wende en, wobei sie
o allem au asynch one Le n o ma e wie A bei sblä e se z en. Zudem wu de im
Dis ance- Schooling o angig au Wiede holung und Übung gese z , wäh end neue
Un e ich sinhal e sel ene einge üh wu den. Wäh end sich die digi ale Auss a ung
an Schulen im Lau e de Pandemie e besse e, blieb die In eg a ion digi ale Medien
in den Un e ich he aus o de nd. An angs gab es „Kon ak lücken“, da nich alle Kin-
de digi al e eich we den konn en.
Le nzei und soziale Ungleichhei en
G undschulkinde e b ach en im Du chschni 2.5 S unden äglich mi schulischen
Au gaben, wäh end es o de Pandemie e wa 7.4 S unden wa en. De G oß eil de
Be euung e olg e du ch El e n ode Geschwis e , wobei jünge e Kinde deu lich
meh Un e s ü zung benö ig en als äl e e. Kinde aus bildungsnahen Haushal en e -
hiel en häu ig geziel e Un e s ü zung, wäh end Schüle innen und Schüle aus sozio-
ökonomisch schwäche en Familien eilweise ga keinen Zugang zu digi alen Le nan-
gebo en ha en. Die Pandemie üh e in ielen Familien zu eine höhe en Belas ung,
insbesonde e du ch zunehmende Ängs e, Zukun sso gen und Kon lik e. T o z de
He aus o de ungen be ich e en einige S udien, dass El e n ih e Rolle im Le np ozess
bewuss e wah nahmen und sich s ä ke mi schulischen Inhal en auseinande se z-
en.
18 Ch is ian Rein jes, Sonja Non e, E a G ommé& Ha ald Ka u z
2.2.2 Le no ganisa ion und indi iduelle Bewäl igungss a egien
Die quali a i e S udie on Hüpping e al. (2022) un e such e, wie G undschulkinde
die Homeschooling-Phasen wäh end de Pandemie e leb en. Die S udie e wende e
ein quali a i es Fo schungsdesign, das au In e iews, Kinde zeichnungen und eine
pa izipa i e Da enauswe ung zu ückg i . Die S ichp obe bes and aus 36 Kinde n
im Al e zwischen 6 und 10 Jah en aus un e schiedlichen sozioökonomischen Hin e -
g ünden. Ziel wa es, die indi iduellen He aus o de ungen, Belas ungen und Bewäl-
igungss a egien de G undschulkinde zu e assen.
Empi ische Be unde:
He aus o de ungen des Homeschooling
Die E gebnisse zeigen, dass Kinde g oße Schwie igkei en ha en, ih en Tagesablau
selbs s ändig zu s uk u ie en. Übe 70% de be ag en Kinde be ich e en on Kon-
zen a ionsp oblemen, insbesonde e du ch Ablenkungen im häuslichen Um eld. Die
eingesch änk e In e ak ion mi Leh k ä en und Mi schüle *innen üh e bei ielen
Kinde n zu Mo i a ions e lus .
Emo ionale Belas ung und Isola ion
Meh als die Häl e de Kinde ühl e sich wäh end des Dis anzun e ich s isolie .
Besonde s das Fehlen on F eundscha en in de Schule wu de als belas end emp un-
den. Ein D i el de be ag en Kinde gab an, sich „unwohl“ ode „ au ig“ zu ühlen,
wenn sie alleine zu Hause le nen muss en.
K ea i e Bewäl igungss a egien
Einige Kinde en wickel en indi iduelle Me hoden zu Anpassung an das Home-
schooling, da un e das Ein ich en eigene „Schul äume“ zu Hause, das Einbeziehen
on Kuschel ie en als „Zuhö e “ ode das Nachs ellen on Un e ich ssi ua ionen mi
Geschwis e n.
2.2.3 Selbs egulie es Le nen und Konzen a ions ähigkei
Die quan i a i e S udie on Lenzgeige , Loh mann und Mille (2024) un e such e,
wie G undschulkinde ih selbs egulie es Le nen (SRL) wäh end de Pandemie
wah nahmen. Ziel wa es, Un e schiede zwischen dem Le nen in de Schule und dem
Le nen zu Hause zu iden i izie en und zu analysie en, welche Fak o en das SRL be-
ein lussen. Die Un e suchung wu de als que schni lich-quan i a i e S udie mi eine
S ichp obe on 204 G undschüle innen und G undschüle n aus de d i en und ie -
en Jah gangss u e du chge üh . Die Be agung and im Mai 2021 nach eine länge-
en Phase des Dis anz- und Wechselun e ich s s a . Die Schüle innen und Schüle
19
Die Co ona-Pandemie aus Pe spek i e on Kinde n und Jugendlichen
kamen aus 19 Klassen on sechs G undschulen in Baye n, die übe wiegend ländlich
gep äg wa en. Die E hebung e olg e mi els eines Pape -Pencil-F agebogens, de
e schiedene Aspek e des selbs egulie en Le nens e ass e. In diesem F agebogen
gaben die Le nenden ih e Wah nehmung zu selbs egulie em Le nen, Konzen a-
ion und Un e s ü zung in de Schule und zu Hause au eine ün s u igen Like -
Skala an. Die un e such en Dimensionen um ass en e schiedene Phasen des SRL
(z. B. Se zen on Le nzielen, S a egieanwendung, Übe wachung und Bewe ung de
eigenen Le np ozesse) sowie die wah genommene Konzen a ions ähigkei und die
Un e s ü zung du ch Bezugspe sonen bzw. Leh k ä e. Zusä zlich wu de de Ein luss
de Le numgebung, insbesonde e die Ve ügba kei eines eigenen Le npla zes, be-
ücksich ig .
Empi ische Be unde:
Un e schiede zwischen Schule und Zuhause
Die E gebnisse zeigen, dass Kinde ih Le nen zu Hause als s ä ke selbs egulie
emp anden als in de Schule. Dies deu e da au hin, dass das häusliche Um eld ü
iele Kinde meh F ei äume bo , um eigens ändige Le np ozesse zu s eue n. Be-
sonde s in den Phasen de Le nzielse zung, S a egieplanung und Anwendung on
Le ns a egien be ich e en die Kinde on einem höhe en Maß an Selbs egula ion.
Alle dings iel es den Kinde n schwe , ih e Le ns a egien anzupassen ode ih en
Le ne olg k i isch zu bewe en. Dies könn e da au hindeu en, dass die Schüle innen
und Schüle in de Schule noch nich aus eichend da au o be ei e wu den, ih e
Le ns a egien eigens ändig zu e lek ie en und zu op imie en.
Konzen a ions ähigkei
65% de Kinde gaben an, dass sie sich in de Schule besse konzen ie en konn en als
zu Hause. Dies könn e da au zu ückzu üh en sein, dass de Schulall ag du ch es e
S uk u en und kla e Abläu e gep äg is , wäh end das häusliche Um eld po enziell
meh Ablenkungen bie e . Die Ablenkungen du ch Geschwis e , Spielzeug ode di-
gi ale Medien e schwe en das selbs s ändige A bei en im Homeschooling e heblich.
Un e s ü zung du ch Leh k ä e und Bezugspe sonen
Ein wei e e wich ige Be und be i die Un e s ü zung du ch Leh k ä e und Bezugs-
pe sonen. Die Schüle innen und Schüle gaben an, sich zu Hause s ä ke un e s ü z
zu ühlen als in de Schule. Dies könn e da au hindeu en, dass El e n und ande e
Bezugspe sonen wäh end de Schulschließungen e s ä k in die Le np ozesse ein-
gebunden wa en. Gleichzei ig bleib unkla , inwiewei diese Un e s ü zung a sächlich
le n ö de lich wa ode ob sie Le np ozesse ehe beein äch ig ha .
20 Ch is ian Rein jes, Sonja Non e, E a G ommé& Ha ald Ka u z
Ein luss de Le numgebung
In e essan e weise zeig e die Analyse im Gegensa z zu JuCo-S udie (Lips e al., 2022),
dass de Le npla z zu Hause keinen signi ikan en Ein luss au das selbs egulie e Le -
nen ha e. Dies bedeu e , dass ande e Fak o en– e wa die A de Un e s ü zung ode
indi iduelle Selbs egula ions ähigkei en– eine g öße e Rolle spiel en als die physi-
sche Umgebung.
Diese Be unde e deu lichen, dass SRL im schulischen Kon ex geziel ges ä k
we den soll e, indem Kinde S a egien zu Re lexion und Anpassung ih es Le n e -
hal ens e mi el bekommen. Zudem soll en Leh k ä e und El e n e s ä k da au
ach en, Kinde zu eigens ändigen Le np ozesskon olle anzu egen, ans a ihnen zu
iele di ek e Hil es ellungen zu geben.
2.2.4 Emo ionale Fak o en und Selbs wi ksamkei im Dis anzun e ich
Die quan i a i e S udie on Tanne und G öschne (2023) un e such e die emo iona-
len Fak o en und das Selbs wi ksamkei se leben on 279 Schüle innen und Schüle n
aus Thü ingen im Kon ex des Dis anzun e ich s wäh end de COVID-19-Pandemie.
Die Da ene hebung e olg e im Juni 2020 mi els Papie - und Online-F agebögen. Ziel
de S udie„Emo ionen und Selbs wi ksamkei se leben im Dis anzun e ich – eine
Be agung on Schüle innen und Schüle n“wa es, zu analysie en, wie die Le nenden
den Fe nun e ich wah nahmen und welche Fak o en ih Selbs wi ksamkei se leben
sowie ih e emo ionalen Reak ionen beein luss en. Die E gebnisse lie e n we olle
E kenn nisse da übe , welche He aus o de ungen und Chancen de Dis anzun e -
ich ü Schüle innen und Schüle mi sich b ach e.
Das Fo schungsdesign basie au dem Kon oll-We -Modell de Leis ungsemo i-
onen (Pek un& S ephens, 2009). Dabei wu den die Zusammenhänge zwischen schu-
lische und amiliä e Un e s ü zung, dem Selbs wi ksamkei se leben, emo ionalen
Reak ionen (F eude und Angs ) sowie dem wah genommenen Le ne ag analysie .
Empi ische Be unde:
Zusammenhang zwischen Emo ionen und Le nen
Die E gebnisse zeigen, dass F eude am Le nen signi ikan mi einem posi i en Le n-
e olg im Dis anzun e ich ko elie e, wäh end Angs keine signi ikan e Rolle
spiel e. Schüle innen und Schüle mi einem s ä ke en Selbs wi ksamkei se leben be-
ich e en zudem übe meh F eude und einen höhe en Le ne ag. Die E kenn nisse
e deu lichen, dass Emo ionen einen wesen lichen Ein luss au die Wah nehmung
des Le nens im Dis anzun e ich haben.

21
Die Co ona-Pandemie aus Pe spek i e on Kinde n und Jugendlichen
Bedeu ung on Un e s ü zungssys emen
Schüle innen und Schüle , die eine s a ke amiliä e Un e s ü zung e uh en, be ich-
e en on eine höhe en Selbs wi ksamkei . Meh als 50% de jünge en Kinde ha en
jedoch Schwie igkei en mi de Selbs o ganisa ion, wäh end äl e e Le nende besse
mi den An o de ungen des Dis anzun e ich s zu ech kamen.
2.2.5 Un e schiede zwischen den Lockdown-Phasen: Fo sch i e und
anhal ende P obleme
Die S udie on Wacke e al. (2023) un e such e die E ah ungen on 400 Schüle in-
nen und Schüle n aus Baden-Wü embe g wäh end de zwei en Schulschließung im
Win e 2020/21. Die Un e suchung e olg e mi els eine quan i a i en und quali a-
i en Online-Be agung. Im Fokus s anden dabei die Vo be ei ung, Beglei ung und
Nachbe ei ung des schulisch angelei e en Le nens zu Hause sowie Ve ände ungen
gegenübe de e s en Schulschließung im F ühjah 2020. Du ch o ene und s anda -
disie e F agen wu de e ass , welche Fo sch i e es im Dis anzun e ich gab und
welche He aus o de ungen o bes anden.
Empi ische Be unde:
Ve besse ungen im Dis anzun e ich
Wäh end zu Beginn de Pandemie E-Mails und A bei sblä e dominie en, be ich e-
e die Meh hei de Le nenden nun on de Nu zung on Mic oso Teams, Moodle
ode ISe . Diese En wicklung zeig , dass Schulen zwischen den beiden Lockdowns
Fo sch i e bei de Implemen ie ung digi ale S uk u en gemach haben. Gleich-
zei ig wiesen einige Be ag e da au hin, dass echnische P obleme wei e hin ein
Hinde nis da s ell en, insbesonde e in Haushal en mi schlech e In e ne e bindung
ode mangelnde digi ale Auss a ung. Zudem wu de k i isie , dass die Nu zung de
Pla o men uneinhei lich wa , sodass sich Le nende zwischen e schiedenen Sys e-
men und Kommunika ionskanälen o ien ie en muss en.
Ein wei e e zen ale Un e schied zwischen de e s en und zwei en Phase des
Dis anzun e ich s wa die In ensi ä de Beglei ung du ch Leh k ä e. Die S udie
zeig , dass sich die Anzahl und Daue on Videokon e enzen im zwei en Lockdown
deu lich e höh ha e. Wäh end iele Le nende im F ühjah 2020 nu spo adisch an
Online-Un e ich eilnahmen, gaben sie nun an, egelmäßige Mee ings mi ih en
Leh k ä en zu haben, insbesonde e in den Haup äche n. In einigen Fäche n wu den
zudem in e ak i e Elemen e wie G uppena bei en ode Diskussionen in Videokon e-
enzen genu z , was on ielen als posi i e En wicklung wah genommen wu de.
Auch in de Nachbe ei ung des Le ns o s zeig e sich eine Ve besse ung gegen-
übe dem e s en Lockdown. Viele Schüle innen und Schüle emp anden die Quali ä
und Häu igkei des Feedbacks du ch ih e Leh k ä e als höhe . Dies gal insbesonde e
ü die Haup äche Deu sch, Ma hema ik und Englisch, in denen häu ig Rückmel-
22 Ch is ian Rein jes, Sonja Non e, E a G ommé& Ha ald Ka u z
dungen zu einge eich en Au gaben gegeben wu den. In den Neben äche n hingegen
blieb die Rückmeldung o aus ode besch änk e sich au o male Ko ek u en ohne
de aillie e E läu e ungen. Einige Le nende bemängel en zudem, dass das Feedback
zwa häu ige kam, abe wei e hin wenig indi iduell wa und o nu aus allgemeinen
Beme kungen bes and.
Ungleichhei en zwischen Schul o men
Gymnasias innen und Gymnasias en e hiel en häu ige s uk u ie e Be euung,
wäh end Le nende aus Haup - und Realschulen o wenige Un e s ü zung e uh-
en. Wäh end Gymnasias innen und Gymnasias en sowie äl e e Schüle innen und
Schüle insgesam eine besse e Be euung e leb en, be ich e en jünge e Le nende und
solche aus ande en Schul o men eils on eine ge inge en Einbindung. Zudem wa en
Schüle innen und Schüle aus sozioökonomisch schwäche en Haushal en s ä ke on
P oblemen mi de digi alen In as uk u und ehlende Un e s ü zung be o en.
Le nmo i a ion
Wäh end sich einige Le nende besse an den Dis anzun e ich gewöhn en, sank
bei ande en die Mo i a ion wei e . Besonde s das Fehlen soziale Kon ak e wu de
als belas end emp unden. Zudem be ich e en einige Le nende on Konzen a ions-
p oblemen und Schwie igkei en bei de Selbs o ganisa ion, insbesonde e wenn die
El e n nich aus eichend Un e s ü zung leis en konn en. Schüle innen und Schüle
mi einem s abilen häuslichen Le num eld ha en hingegen wenige P obleme, sich
an den Dis anzun e ich anzupassen.
2.3 Auswi kungen au das Wohlbe inden und die psychische
Gesundhei
Die COVID-19-Pandemie ha e e hebliche Auswi kungen au das Wohlbe inden und
die psychische Gesundhei on Kinde n und Jugendlichen. Die plö zlichen Ve än-
de ungen im All ag, de Ve lus soziale Kon ak e, Unsiche hei en hinsich lich de
Zukun und schulische He aus o de ungen üh en zu einem Ans ieg psychische
Belas ungen. Die olgenden S udien analysie en diese Auswi kungen aus un e schied-
lichen Pe spek i en und beleuch en sowohl lang is ige T ends als auch spezi ische
Ve ände ungen wäh end de Pandemie.
2.3.1 Lang is ige T ends und pandemiebeding e Ve ände ungen in de
psychischen Gesundhei
Reiß e al. (2023) un e such en die En wicklung des psychischen Wohlbe indens on
Kinde n und Jugendlichen in Deu schland übe einen Zei aum on 20 Jah en, wobei
23
Die Co ona-Pandemie aus Pe spek i e on Kinde n und Jugendlichen
sie insbesonde e die Auswi kungen de COVID-19-Pandemie in den Fokus ück en.
Die Analysen basie en au d ei g oßen epidemiologischen S udien: de Be agung
zum seelischen Wohlbe inden und Ve hal en (BELLA-S udie), die zwischen 2003 und
2017 als Teil de S udie zu Gesundhei on Kinde n und Jugendlichen in Deu sch-
land (KiGGS) du chge üh wu de, de Co id-19 and Psychological Heal h (COPSY-
S udie), die sei 2020 speziell pandemiebeding e Ve ände ungen analysie , und de
Heal h Beha iou in School-aged Child en-S udie (HBSC-S udie), die in e na ionale
Ve gleichsda en übe das Gesundhei s e hal en on Schulkinde n lie e .
Empi ische Be unde:
Vo de Pandemie
Vo 2020 zeig en sich s abile We e in de gesundhei sbezogenen Lebensquali ä
(HRQoL) und allgemeinen Lebenszu iedenhei , gemessen mi dem KIDSCREEN-
10-F agebogen und de Can il Ladde . Psychische Au älligkei en, e ass du ch den
S eng hs and Di icul ies Ques ionnai e (SDQ), gingen lang is ig soga leich zu-
ück (Ba kmann& Schul e-Ma kwo , 2012). Die gesundhei sbezogene Lebensqua-
li ä lag kons an au einem hohen Ni eau (Ra ens-Siebe e e al., 2010), und auch
die allgemeine Lebenszu iedenhei zeig e übe die Jah e hinweg nu ge ing ügige
Schwankungen (O o a e al., 2012). Dies deu e da au hin, dass Kinde und Jugend-
liche in Deu schland bis 2018 insgesam eine hohe Lebensquali ä ha en und sich die
psychische Gesundhei in den Jah en o de Pandemie leich e besse ha e.
Wäh end de Pandemie
Die e s e COPSY-E hebung (F ühjah 2020) zeig e einen deu lichen Einb uch in
de Lebensquali ä . Besonde s be o en wa en äl e e Jugendliche (14–17 Jah e) und
Mädchen, die e meh übe emo ionale Belas ungen be ich e en (Vogel e al., 2021).
Psychische Au älligkei en s iegen on 18% au 30% (Kaman e al., 2023). Angs s ö-
ungen e doppel en sich on 15% au 30% (Racine e al., 2021). Dep essi e Symp ome
nahmen on 16% au 24% zu (Deng e al., 2022). De Mi elwe de gesundhei sbe-
zogenen Lebensquali ä sank signi ikan , was da au hindeu e , dass sich iele Kinde
wenige gesund ühl en, mi ih e Lebenssi ua ion unzu ieden wa en und un e den
pandemiebeding en Einsch änkungen li en (Ra ens-Siebe e e al., 2022). Besonde s
beso gnise egend wa de Ans ieg on Angs s ö ungen und dep essi en Symp o-
men, die sich bei ielen Kinde n in Fo m on sozialem Rückzug, Schla s ö ungen,
An iebslosigkei ode e höh e Reizba kei äuße en (Ma e al., 2021). De Lockdown
üh e dazu, dass Kinde nich meh egelmäßig ih e F eunde e en konn en, de
Schulall ag sich s a k e ände e und F eizei angebo e wei gehend weg ielen (Rajmil
e al., 2021). Besonde s Kinde und Jugendliche aus sozial schwäche en Familien wa-
en hie on be o en, da sie häu ig nich übe die nö igen Ressou cen e üg en, um
die He aus o de ungen des Homeschooling und des e ände en All ags zu bewäl i-
24 Ch is ian Rein jes, Sonja Non e, E a G ommé& Ha ald Ka u z
gen (Zok& Roick, 2022). S udien zeigen, dass ge ade Kinde aus einkommensschwa-
chen Haushal en s a k un e den Folgen de Pandemie li en (Moo e e al., 2022).
Nach de Pandemie
2021–2022 zeig en sich e s e E holungse scheinungen, abe die psychischen Belas-
ungen e eich en auch zwei Jah e spä e nich das Vo k isenni eau. Besonde s Mäd-
chen und äl e e Jugendliche wa en wei e hin s ä ke be o en (Ra ens-Siebe e e
al., 2021). Die gesundhei sbezogene Lebensquali ä e besse e sich ab 2021 langsam,
blieb jedoch hin e den We en on 2018 zu ück. Auch psychische Au älligkei en gin-
gen leich zu ück, blieben abe wei e hin deu lich übe dem u sp ünglichen Ni eau.
Angs s ö ungen und dep essi e Symp ome a en wei e hin häu ige au als o de
Pandemie, was da au hindeu e , dass iele Kinde lang is ig un e den Folgen diese
K ise leiden (Schlack e al., 2022). Besonde s au ällig is , dass sich die psychischen
Belas ungen nich gleichmäßig übe alle Al e sg uppen e eil en. Wäh end sich jün-
ge e Kinde im Al e on 7 bis 10 Jah en endenziell schnelle e hol en, blieben die
Belas ungen bei Jugendlichen und insbesonde e bei Mädchen länge bes ehen (Ra-
ens-Siebe e e al., 2021).
Die Analysen on Reiß e al. (2023) zeigen somi eind ücklich, dass die Pandemie
eine massi e Belas ung ü die psychische Gesundhei on Kinde n und Jugendli-
chen da s ell e. Wäh end sich einige Be eiche langsam e holen, bleiben iele De izi-
e bes ehen. Besonde s beso gnise egend is , dass Angs s ö ungen und dep essi e
Symp ome auch nach dem Ende de s engen Maßnahmen wei e hin e höh sind.
Dies weis da au hin, dass iele Kinde lang is ig Un e s ü zung benö igen, um die
Auswi kungen de Pandemie zu bewäl igen. Siche lich müssen die ak uellen Be unde
abe auch im Zusammenhang mi wei e en K isene ah ungen be ach e we den. In
den e gangenen Jah en haben insbesonde e auch K iege in Nahos und in Eu opa
sowie de Klimawandel zusä zliche Ängs e und So gen bei Kinde n und Jugendlichen
ausgelös (Schne ze e al., 2024, F ick e al., 2022). Je meh Zei nach dem Ende de
Pandemie e geh , umso schwie ige wi d es dahe sein, psychische Auswi kungen
monokausal allein au die Pandemie zu ückzu üh en.
2.3.2 Wohlbe inden und soziale Beziehungen on G undschulkinde n und
ih en Familien
Die S udie „E müde e No malisie ung– Wohlbe inden und soziale Beziehungen on
G undschulkinde n und ih en Familien wäh end de Co id-19-Pandemie“ (Bud-
de e al., 2022) un e such die lang is igen Ve ände ungen in de Lebenswel on
Kinde n. Dabei wi d analysie , wie Kinde und ih e Familien die Ve ände ungen in
ih em All ag wäh end de Pandemie wah genommen haben. Im Mi elpunk s ehen
das Wohlbe inden de Kinde , ih e sozialen Beziehungen und die A und Weise, wie
sich die Pandemie au ih e Sozialisa ionsp ozesse ausgewi k ha . Die Un e suchung
basie au eine Kombina ion aus quali a i en In e iews mi 33 G undschulkinde n
31
Die Co ona-Pandemie aus Pe spek i e on Kinde n und Jugendlichen
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Tex anke
XXXX Ku z i el/sho i le XXXX
3 S udiendesign und Hin e g ünde de S udien
Mun e mache und SchuCo
Sonja Non e, Ch is ian Rein jes, E a G ommé& Ha ald Ka u z
Abs ak : De Bei ag s ell die me hodischen G undlagen und konzep ionellen Hin-
e g ünde de beiden S udien Mun e mache (Osnab ück) und SchuCo – Schule
und Co ona (Mülheim an de Ruh ) o . Ziel beide Vo haben wa es, das E -
leben und die Pe spek i en on Kinde n und Jugendlichen wäh end de Co ona-
Pandemie sys ema isch zu e assen. Dabei kamen sowohl quan i a i e Ve ah en
(Skalen und s anda disie e Be agungen) als auch quali a i e Elemen e (o ene
F agen) zum Einsa z. Die E hebungen wu den in enge Koope a ion mi lokalen
Bildungsak eu *innen du chge üh , um egionale Bildungsbedingungen und Be-
da e sich ba zu machen. De Bei ag be on die Bedeu ung egional e anke e
Bildungs o schung als G undlage e idenzbasie e S eue ung und gib Einblick
in das Zusammenspiel on Wissenscha , P axis und kommunalem Bildungsma-
nagemen in de Pandemie.
Schlagwö e : S udiendesign, Kinde - und Jugends udien, Co ona-Pandemie, Mun-
e mache , SchuCo, Mixed-Me hods, egionale Bildungss eue ung
3.1 Einlei ung
Die S udien Mun e mache I und II sowie die S udie Schule und Co ona (SchuCo)
wu den wäh end de COVID-19-Pandemie in den Jah en 2021 und 2022 konzipie
und du chge üh . Anlass wa die So ge um das Wohle gehen on Kinde n und Ju-
gendlichen in den S äd en Osnab ück (Mun e mache ) und Mülheim an de Ruh
(SchuCo). Zudem wa die Du ch üh ung de Be agungen mi dem Anliegen e -
bunden, Beda e zu Bewäl igung de mi de Pandemie einhe gehenden (sozialen)
Einsch änkungen nich nu zu an izipie en, sonde n diese anhand eine unmi elba-
en Be agung on Kinde n und Jugendlichen auch a sächlich zu e uie en („Kinde n
und Jugendlichen eine S imme geben“). Die Konzep ion de S udien en s and in enge
Zusammena bei mi wei e en Ak eu *innen (S ad e wal ung, S i ung, El e n e -
e ung). Im Folgenden we den die S udiendesigns o ges ell sowie Hin e g ünde
und Kon ex e de Planung und Umse zung e ö e .
36 Sonja Non e, Ch is ian Rein jes, E a G ommé& Ha ald Ka u z
3.2 Hin e g ünde zu den S udien Mun e mache I und
Mun e mache II in Osnab ück
Im F ühjah 2021 a en sich Ve e e *innen des Fachbe eichs Bildung, Schule und
Spo de S ad Osnab ück, de F iedel& Gisela Bohnenkamp-S i ung sowie de Ab-
eilung Schulpädagogik de Uni e si ä Osnab ück, um gemeinsam übe eine S a e-
gie zu da enbasie en E alua ion eine ziel üh enden Ausschöp ung on inanziellen
Mi eln aus dem „Co ona Bildungs- und Un e s ü zungs ond“ de S ad Osnab ück
zu be a en. De Fond geh au einen Ra sbeschluss om 20.Ap il 2021 (au An ag
de F ak ionen on Bündnis 90/Die G ünen, SPD und DIE LINKE, Vo lagennumme
VO/2021/6793) zu ück und ha e zum Ziel, mi de Summe on zunächs 500.000 €,
P ojek e und Maßnahmen zu ö de n, die dazu bei agen soll en, die Folgen de Pan-
demie ü Kinde und Jugendliche abzumilde n. Au ges ock wu den diese Gelde
du ch zusä zliche Mi el om Bund und om Land Niede sachsen sowie on S i un-
gen aus dem „Ne zwe k Bildung“ (B ock eld, 2021, Ausbildungs egion Osnab ück,
2021). Ve bunden wa die mediale Bekann machung des Un e s ü zungs onds mi
einem Au u ü das Ein eichen on P ojek ideen, die unmi elba dazu bei agen,
dass die Folgen de Co ona-Pandemie ü Kinde und Jugendliche in den Be eichen
emo ionale En wicklung, soziales Mi einande und Le n ö de ung abgemilde we -
den. Dies konn en beispielsweise Angebo e sein, die die Sp achen wicklung ö de en
Abb.1: P ojek be eilig e Mun e mache . Zu sehen: ( . l.) U e T omp (S ad Osnab ück),
Michael P io (F iedel& Gisela Bohnenkamp-S i ung), P o . D . Sonja Non e und
P o . D . Ch is ian Rein jes (Uni e si ä Osnab ück), E s e S ad a Wol gang Be-
cke mann, Sophie Ba delmeie und Tho s en Jansing (S ad Osnab ück). © S ad
Osnab ück, Nina Hoss

37
S udiendesign und Hin e g ünde de S udien Mun e mache und SchuCo
ode im Be eich Spo , F eizei und kul u ellem Mi einande angesiedel wa en (Aus-
bildungs egion Osnab ück, 2021).
An äge konn en bis Mi e Sep embe des Jah es 2021 einge eich we den und
wu den on einem Fachg emium de Ve wal ung gemeinsam mi dem Ne zwe k Bil-
dung– S i ungen ü die Region Osnab ück gesich e , be a en und beschieden. Dabei
wu de da au hingewiesen, dass die Angebo e unbü ok a isch und beda sge ech au
den Weg geb ach we den soll en und lediglich An äge genehmig wü den, die nich
du ch die Bundes- und Landesp og amme (Au holp og amm e c.; gl. auch Helbig e
al., 2022) abgedeck wa en (Damme mann, 2021).
In diesem Kon ex en s and die P ojek idee zu Mun e mache (im Folgenden
Mun e mache I), wobei das übe geo dne e Ziel da in bes and, die Ein lüsse de Pan-
demie und die Is -Si ua ion ü Kinde und Jugendliche sich ba zu machen sowie
geziel e Un e s ü zungsangebo e anbie en und lenken zu können. Kinde n und Ju-
gendlichen soll e „eine S imme“ gegeben we den, um so die konk e en Beda e zu
e mi eln und diese in die Maßnahmenplanung ein ließen zu lassen (T ans e agen u
Kommunales Bildungsmanagemen Niede sachsen, 2022). Dieses Anliegen is insbe-
sonde e deshalb so bedeu sam gewesen, weil sich zahl eiche Kinde und Jugendliche
in de Pandemie– wie E hebungen au Bundesebene deu lich gemach haben– mi
ih en spezi ischen Ängs en und So gen eben nich wah genommen ge ühl haben
(And esen e al., 2020).
Bei de Konk e isie ung des Vo habens wa en U e T omp (Fachdiens lei e in
S a egisches Bildungsmanagemen S ad Osnab ück), Tho s en Jansing (Jugend-
hil eplanung, S ad Osnab ück), Michael P io (Vo s andsmi glied F iedel& Gisela
Bohnenkamp-S i ung) sowie P o . D . Ch is ian Rein jes und P o . D . Sonja Non e
(beide Ab eilung Schulpädagogik de Uni e si ä Osnab ück) ede üh end be eilig
(siehe auch Abbildung1).
Ein Jah spä e , im F ühjah 2022, olg en dann die S udien Mun e mache II und
„Schule und Co ona“ (SchuCo) die zei gleich, jedoch in ande en Regionen (Osna-
b ück, Mülheim an de Ruh ) umgese z wu den. Im Folgenden we den die Osna-
b ücke Mun e mache -S udien ge enn oneinande besch ieben.
3.2.1 Umse zung on Mun e mache I
Mun e mache I wa als einmalige Online-Be agung on Kinde n und Jugendlichen
ab dem G undschulal e in de S ad Osnab ück konzipie . Die Kon ak au nahme
e olg e übe die Schullei ungen, die gebe en wu den, den Link ü die Teilnahme an
de Online-Be agung zu eilen. Beglei e wu de die An age mi einem Au u ü die
Teilnahme an einem K ea i we bewe b, bei dem die Klassen Bilde , Collagen ode
sons ige We ke ein eichen konn en. Da de Rücklau mi insgesam d ei We ken seh
ge ing wa , wu de diese S a egie ü Mun e mache II spä e nich wei e e olg .
Säm liche Au u e wu den zudem au eine eigens einge ich e en Homepage e ö -
en lich und ü die Teilnahme gewo ben, ohne den Link hie zu e ö en lichen. Die
Teilnahme an de Be agung konn e lediglich übe die Schulen e olgen. Den Link
38 Sonja Non e, Ch is ian Rein jes, E a G ommé& Ha ald Ka u z
e hiel en alle Schullei ungen on G undschulen und wei e üh enden Schulen in
de S ad Osnab ück und konn en ihn somi an ih e Schüle *innen wei e lei en ode
abe auch im schulischen Kon ex , im Un e ich , on den Schüle *innen bea bei en
lassen. Dami soll e e mieden we den, dass ex e ne Pe sonen an de Be agung eil-
nahmen und die E gebnisse somi e älsch en. Ein Passwo wu de nich abge ag .
Das Po al ü die Online-Be agung mi SoSci Su ey (Leine , 2024) wa le z -
endlich om 07.07.2021 bis zum 31.07.2021 geö ne . Eine In o ma ion, we genau den
F agebogen im Kon ex on Mun e mache I ausge üll ha e sowie in welchem äum-
lichen Um eld dies geschah, wu de o e s nich e ass (jedoch in Mun e mache
II). Im Nachgang e hiel en wi den Hinweis, dass einige Kinde und Jugendliche den
Online-F agebogen in de Schule bea bei e en, wäh end ande e Kinde und Jugend-
liche den F agebogen zu Hause aus üll en und hie bei (je nach Al e ) mögliche weise
auch on El e n, Angehö igen und ande en Pe sonen un e s ü z wu den. Auch wenn
die E hebung mi hil e eines Online-F agebogens mi eine Vielzahl an Nach eilen in
Bezug au die unkla e E hebungssi ua ion einhe geh , so wa ein ande wei iges Vo -
gehen in Zei en de Pandemie kaum denkba . Zudem e möglich e die Be agung im
Online-Modus den Schulen sowie den Kinde n und Jugendlichen zei liche und äum-
liche Flexibili ä bei de Bea bei ung, die Da en wa en on hohe Ak uali ä , die E -
eichba kei de Zielg uppe und die kos engüns ige Umse zung wa en wei e e A gu-
men e ü die Nu zung eines Online-F agebogens. Auch die um assende Anonymi ä
bei de Bea bei ung des F agebogens läss sich als Vo eil an üh en. Insbesonde e bei
F agen zum pe sönlichen Emp inden de Schulschließungen zeig e sich, dass Kinde
und Jugendliche ih e „S imme“ a sächlich nu z en, um ih e E lebnisse zu schilde n
und E klä ungsansä ze ü die En wicklungen zu lie e n (besonde s deu lich wi d
dies in den Kapi eln 8 und 9 in diesem Band).
F agebogen Mun e mache I
De Online-F agebogen wa so au gebau , dass zunächs im Kon ex eine P äambel
In o ma ionen zum Ziel und Zweck de Be agung skizzie wu den. Zudem wu -
de da au hingewiesen, dass die Teilnahme eiwillig sei und eine Nich -Teilnahme
keine lei nega i e Konsequenzen nach sich ziehe. Ein wei e e Hinweis bezog sich
da au , dass es keine ich igen und alschen An wo en gäbe. Zu Beginn des F age-
bogens wu de eine Fil e age in eg ie , die danach ag e, ob die Pe son be ei s an
de Be agung eilgenommen habe. Eine Auswahl de Op ion „ja“ üh e zu le z en
Sei e des F agebogens und dami zum Abb uch de Be agung. Im Anschluss e olg e
eine Ab age zen ale Hin e g undme kmale (Geschlech , Al e , Schul o m, Schul-
name, Klassens u e, Hinweise zu Ausbildungss uk u bei Be u sschüle *innen). Da-
an schloss sich die F age nach den F eizei ak i i ä en de Kinde und Jugendlichen
als o ene F age an. Des Wei e en olg en F agen zum schulischen und allgemeinen
Wohlbe inden ( gl. Kapi el4 und 5), zum Umgang mi den Schulschließungen ( ün -
s u ig geschlossen) sowie die F age danach, was schlech ode gu an den Schulschlie-
ßungen wa (Rein jes e al., 2021). Hie wu de au einen Fil e zu ückgeg i en. Kin-
39
S udiendesign und Hin e g ünde de S udien Mun e mache und SchuCo
de und Jugendliche, die angaben, seh schlech , schlech ode mi elp äch ig mi den
Schließungen zu ech gekommen zu sein, e hiel en die o en o mulie e F age „Was
genau wa ü Dich wäh end de Schulschließungen besonde s schwie ig?“. Kinde
und Jugendliche, die angaben „gu “ bis „seh gu “ mi den Schulschließungen zu-
ech gekommen zu sein, e hiel en die F age „Was genau wa ü Dich wäh end de
Schulschließungen besonde s oll?“. Zudem beinhal e e de F agebogen F agen nach
dem wah genommenen häuslichen Un e s ü zungs e hal en, Hil e bei den Hausau -
gaben und de ealisie en sozialen Un e s ü zung („Wen wü des du in de ak uellen
Si ua ion bei So gen und P oblemen ansp echen?“). Zule z wu den e schiedene Zu-
iedenhei saspek e e ass : die Zu iedenhei mi den Möglichkei en de F eizei ge-
s al ung, mi de Si ua ion zu Hause und mi den Dingen, die zu Hause ü die Schule
gele n wu den. Diese F agen wu den mi o enen An wo op ionen e gänz : „Was
wü des Du Di ü / on…wünschen“. Am Ende des F agebogens wu den sozioöko-
nomische Hin e g undme kmale de Kinde und Jugendlichen e ass (heimische
Büche besi z, Wohn aum, Ve ügba kei mobile Endge ä e).
Die Ins umen e wu den, wo möglich, aus ande en, g öße en S udien übe nom-
men ode adap ie , wie e wa de KINDL-R-S udie (Ra ens-Siebe e & Bullinge ,
2000) ode de S udie KIDSCREEN_10 (Ra ens-Siebe e e al., 2021). Dieses Vo -
gehen e möglich e es, wissenscha liche S anda ds im Hinblick au Aspek e on
Validi ä und Reliabili ä zu wah en und en sp echend auch au eine P e-Tes ung zu
e zich en. Dabei wu den die I ems au die Si ua ion und das b ei e Al e sspek um
(G undschule bis Be u sschule) angepass und du ch Eigenen wicklungen e gänz .
Fü die E hebung des schulischen Wohlbe indens wu den bewuss zwei Ins umen e
e wende . Dies wa zum einen die Skala „Wohlbe inden in Bezug au Schule“ aus
dem KINDL-R-In en a (Ra ens-Siebe e & Bullinge , 2000), welches I ems zu Leis-
ungs ähigkei und Ängs lichkei in Bezug au schlech e No en in de Schule um ass e
und zei lich au die le z e Woche eku ie e („In de le z en Woche …“ „habe ich die
Au gaben in de Schule gu gescha .“). Um soziale Aspek e des Wohlbe indens in
de Schule abbilden zu können, wu de zum ande en eine Skala genu z , die I ems aus
de S udie zu En wicklung on Ganz agsschulen (S EG, Quellenbe g, 2009), aus de
S udie Schulen wicklung und Schule (SEL) (Ge ech e al., 2012) sowie eigens ändig
en wickel e I ems beinhal e e. Hie wa de zei liche Bezug wei e ge ass , zudem wu -
de au die Schulschließungen e wiesen: „Die Schulen wa en in den le z en Mona en
einige Wochen geschlossen. Wie geh es di ge ade pe sönlich in de Schule?“ „In de
Schule ühle ich mich siche .“/“In de Schule ühle ich mich wohl.“. Die genu z en
Ins umen e we den in den einzelnen Kapi eln dieses Sammelbandes de aillie e o -
ges ell , so e n au sie e wiesen wi d.
Die maximale Bea bei ungszei des Online-F agebogens be ug 31 Minu en. Kin-
de im G undschulal e benö ig en mi du chschni lich M = 12.6 Minu en (SD = 7.2)
deu lich meh Zei ü das Aus üllen als Kinde und Jugendliche an wei e üh enden
Schulen (M = 8.5; SD = 4.9). Insgesam be ug die du chschni liche Bea bei ungszei
M = 9.13 Minu en (SD = 5.3).
40 Sonja Non e, Ch is ian Rein jes, E a G ommé& Ha ald Ka u z
S ichp obe Mun e mache I
In Mun e mache I wu den insgesam 25 G undschulen, 2 Haup schulen, 5 Fö de -
schulen, 4 Realschulen, 8 Gymnasien, 2 Obe schulen sowie 8 Be u sbildende Schulen
angesch ieben und gebe en, die In o ma ionen zu Be agung im Kon ex on Mun-
e mache an ih e Schüle *innen wei e zulei en. Die S ichp obenausschöp ung be ug
le z endlich n = 586 Kinde und Jugendliche im Al e on 6 bis 29 Jah en (M = 13.3;
SD = 3.2). Dem weiblichen Geschlech zugehö ig ühl en sich n = 326 (55.7%), dem
männlichen Geschlech n = 250 (42.7%) Kinde und Jugendliche und als di e s be-
zeichne en sich n = 9 (1.5%) Kinde und Jugendliche.
3.2.2 Umse zung on Mun e mache II
Nachdem die E gebnisse de e s en Be agungswelle o ges ell und mi un e schied-
lichen Ak eu *innen wie Schüle *innen- und El e n e e e *innen, Leh k ä en und
Schullei ungen, abe auch T äge n de Kinde - und Jugendhil e disku ie wo den wa-
en, wu de seh schnell deu lich, dass de Beda eine zwei en Be agungswelle g oß
wa . Die Du ch üh ung eine zwei en Online-Be agung wu de auch deshalb on de
S ad beg üß , da hie mi die Ho nung e bunden wa , dass die Ausschöp ung und
Passung de implemen ie en Angebo e aus dem Un e s ü zungs ond e ass we den
könne. Diese Ho nung konn e le z endlich nich e üll we den, da deu lich wu de,
dass Kinde und Jugendliche übe die He kun , die Umse zung und die Finanzie ung
de Angebo e, an denen sie gegebenen alls eilnahmen, wenig bis keine Aussagen e -
en konn en. Dennoch wu de on allen be eilig en Ak eu *innen be on , wie wich ig
die Pe spek i e on Kinde n und Jugendlichen unmi elba nach den pandemiebe-
ding en Einsch änkungen sei und dass wei e hin das E assen des Wohle gehens de
Kinde und Jugendlichen in de S ad Osnab ück höchs e P io i ä haben solle.
F agebogen Mun e mache II
Die Be agung wu de analog zu Mun e mache I konzipie und wu de om 07.03.2022
bis zum 30.04.2022 übe das Online-Po al SoSci Su ey (Leine , 2024) eigeschal e .
E neu wu de de F agebogenlink übe die Schulen und übe Kinde - und Jugendhil e-
äge im Ganz ag an die Kinde und Jugendlichen übe die S ad Osnab ück e sende .
Ausnahmen zum Online-F agebogen on Mun e mache I be a en die F age nach
dem Kon ex des Aus üllens („Wo ülls Du den F agebogen aus?“, „Wie ülls Du den
F agebogen aus?“). Au g und e ände e Hygieneschu zmaßnahmen, die im Jah 2022
e meh indi iduelle Fehlzei en he o ie en, wu den F agen bezüglich Qua an äne-
und Isola ionsmaßnahmen e gänz . En sp echend wu den die Kinde und Jugendli-
chen ge ag , ob sie sich be ei s in Qua an äne begeben muss en („nein, noch nie“ bis
„d eimal ode häu ige “) und wie iele Tage sie in de Schule au g und on Qua an äne
ge ehl ha en (Non e e al., 2023). Da an schloss sich die F age an, wie es ihnen mi
de Qua an äne zu Hause ging. Da übe hinaus wu den die Kinde und Jugendlichen
Tex anke
XXXX Ku z i el/sho i le XXXX
4 Geschlech sbezogene Un e schiede des
Wohlbe indens on Kinde n und Jugendlichen
im Kon ex de COVID-Pandemie
Be ach ungen jensei s de binä en Geschlech e o dnung1
E a G ommé & Ka olina Van oyen
Abs ak : Geschlech sspezi ische Un e schiede im Wohlbe inden on Kinde n und
Jugendlichen e en im Kon ex de COVID-19-Pandemie besonde s deu lich zu-
age– insbesonde e, wenn auch nich -binä e Iden i ä en einbezogen we den. In
de o liegenden Un e suchung mi 1 492 Schüle *innen wu den e schiedene
Wohlbe indensdimensionen und de Umgang mi Schulschließungen be ach e .
Die E gebnisse zeigen ein eduzie es Wohlbe inden bei Mädchen im Jugendal e ,
o allem im kö pe lichen und leis ungsbezogenen Be eich. Nich -binä e Jugend-
liche be ich en signi ikan nied ige e We e in nahezu allen Be eichen. E gänzen-
de Fallanalysen e deu lichen die Viel al ih e Lebenslagen und den Beda an
indi iduelle Un e s ü zung. Die Be unde un e s eichen die Rele anz eine di e-
enzie en geschlech lichen E assung in quan i a i en S udien und den Beda an
sensiblen schulischen Un e s ü zungsangebo en.
Schlagwö e : COVID-19-Pandemie; Geschlech sun e schiede; Kinde und Jugendli-
che; Nich -Binä ; Wohlbe inden
4.1 Einlei ung
F auen gel en als die g öß e ma ginalisie e G uppe de Wel , weil sie in as allen
Lände n s uk u ell benach eilig sind (Ra che a e al., 2022). In de COVID-19-Pan-
demie wa en sie meh ach belas e (Flo e al., 2022). Abe nich nu e wachsene
F auen a diese Benach eiligung, sonde n auch Mädchen. Die Assozia ion eines
geminde en Wohlbe indens bei jugendlichen F auen zeig e sich be ei s o de Pan-
demie (Bilbao-Nie a, 2021), abe ge ade wäh end de Pandemie, in de Kinde und
Jugendliche ohnehin meh ach belas e wa en, zeig en zahl eiche S udien deu liche
Un e schiede in Bezug au die men ale und kö pe liche Gesundhei zwischen Jungen
1 Diese Bei ag is Teil des P omo ions o habens de E s au o *in und wu de on zwei
unabhängigen Gu ach e *innen einsei ig blind begu ach e .

48 E a G ommé & Ka olina Van oyen
und Mädchen. So is ein Be und de na ional ep äsen a i en COVID-19 and Psycho-
logical Heal h (COPSY) S udie un e Lei ung on Ul ike Ra ens-Siebe e (2022), dass
Mädchen s ä ke emo ional belas e e wa en als Jungen und häu ige on psychoso-
ma ischen Beschwe den be ich e en. T o z de Be o enhei alle Kinde und Jugend-
lichen wäh end de Pandemie zeig sich in zahl eichen Un e suchungen eine e höh e
Vulne abili ä on Mädchen bezüglich des Wohlbe indens und de en psychische Ge-
sundhei (G ommé, Rein jes& Non e, 2023; Mendolia e al., 2022). In e na ionale Be-
unde indizie en ein nied ige es Wohlbe inden (E he idge& Span ig, 2022; Mei eles
e al., 2022), eine s ä ke e psychische Belas ung ( an de Laan e al., 2022) und einen
Ans ieg on u. a. Dep essionssymp omen insbesonde e bei Mädchen (Halldo sdo i
e al., 2021; Zhou e al., 2020). Die o liegende Un e suchung ziel da au ab, einen
e gänzenden Bei ag zum bishe igen Fo schungss and zu geschlech sspezi ischen
Un e schieden des Wohlbe indens on Kinde n und Jugendlichen im Kon ex de
COVID-19-Pandemie zu leis en, indem sowohl das Wohlbe inden on Mädchen und
Jungen un e Kon olle de Schuls u e (P ima s. Sekunda ) di e enziell be ach e
und zudem eine Pe spek i e wei e ung übe die Zweigeschlech lichkei hinaus o -
genommen wi d.
Allgemein sind insbesonde e S udien zum Wohlbe inden on nich -binä en Schü-
le *innen a , da sie o mals in quan i a i en Un e suchungen zum Themenbe eich
Geschlech nich behandel we den (Busche& Fü y, 2023). Dabei s ell die Zuge-
hö igkei zu eine geschlech lichen Minde hei ein Risiko ü e bale sowie non e -
bale Gewal e ah ungen und Disk iminie ung in de Schule da (Timme manns e
al., 2021). Es zeig e sich wäh end de Pandemie, dass Kinde und Jugendliche, die
sich nich mi dem biologischen Geschlech iden i izie en, mi dem sie gebo en wu -
den, besonde s belas e wa en (Mi chell e al., 2022). Aus diesem G und we den de-
sk ip i e E gebnisse in Bezug au de en Wohlbe inden wäh end de Pandemie on
Kinde n und Jugendlichen besch ieben, die sich mi einem Geschlech auße halb
bzw. inne halb des männlichen ode weiblichen Geschlech es iden i izie en. Da keine
konk e en Aussagen übe die geschlech liche Iden i ika ion de Kinde und Jugend-
lichen in diesem A ikel es ges ell we den können, wi d wei e gehend de Ausd uck
„nich -binä “ e wende .
4.2 Wohlbe inden und Geschlech in de Theo ie
Fü das Wohlbe inden gib es keine einhei liche De ini ion (Lucas& Diene , 2015).
Obwohl die Beg i e Zu iedenhei und Glück o synonym e wende we den, um-
ass Wohlbe inden meh als nu momen ane posi i e Ge ühle (Rugge i e al., 2020):
Es besch eib einen Zus and, de neben posi i en Emo ionen auch Fak o en wie
Selbs we , Resilienz und soziale Beziehungen einbezieh . Das Wohlbe inden als la-
en es Kons uk wi d meh dimensional be ach e (Lucas& Diene , 2015), wobei die
Bewe ung de eigenen Lebensquali ä im Fokus s eh (Ry , 1995). Hie bei inde ein
Abwägen zwischen posi i en und nega i en Bewe ungen au a ek i e , abe auch ko-
gni i e Ebene s a (Diene , 1994). Bei Ope a ionalisie ungen kann dabei zwischen
49
Geschlech sbezogene Un e schiede des Wohlbe indens on Kinde n und Jugendlichen
einem hedonis ischen Ve s ändnis, also de übe wiegenden Anwesenhei posi i e
Ge ühlszus ände (Diene & Ryan, 2009) und de eudämonischen Au assung un e -
schieden we den. Bei de eudämonischen Au assung wi d das Wohlbe inden als eine
A Selbs e wi klichung in Fo m des Ausgleichs on We en und Übe zeugungen in
de In e ak ion mi de Umwel be ach e (Ry , 1995). Zudem läss sich das Wohlbe-
inden anhand e schiedene Dimensionen e assen (Schwa z& S ack, 1991), wie z. B.
das psychische ode das kö pe liche Wohlbe inden. Bei Kinde n und Jugendlichen
kann das schulische Wohlbe inden di e enzie om allgemeinen Wohlbe inden be-
ach e we den. Es bezieh sich au E ah ungen im schulischen Raum, wobei auch
beim schulischen Wohlbe inden keine einhei liche De ini ion o lieg (Hasche e al.,
2018).
In de Fo schung zum Wohlbe inden wi d de Zusammenhang zum Geschlech
häu ig anhand on Di e enzen zwischen Männe n und F auen bzw. Jungen und
Mädchen un e such (Hülsho , 2019). Dabei knüp die Geschlech e o schung an
e schiedene heo e ische und me hodologische Pa adigmen an (Meuse , 2010).
Besonde s ele an is die Un e scheidung zwischen in e p e a i - ekons uk i en
und nomologisch-deduk i en Ansä zen (Be hmann, 2017). Das in e p e a i - ekon-
s uk i e Pa adigma bie e die Möglichkei , du ch quali a i e Me hoden ie e gehend
E ah ungen einzelne Subjek e zu besch eiben. Nomologisch-deduk i e Ansä ze
nu zen dagegen o wiegend quan i a i e Me hoden und bie en den Vo eil, Vo an-
nahmen anhand g oße Pe soneng uppen zu es en, um somi beispielsweise s uk-
u elle Ungleichhei en au zudecken. Dabei is die E hebung des Geschlech s anhand
eine nominalen Angabe wei e hin s a k e b ei e (Pang i z, 2019).
Ausgehend on eine angeblich na ü lichen Dicho omie de Geschlech e en wi-
ckel en sich heo e ische Posi ionen, die eine Dekons uk ion dieses Dualismus e -
möglichen (Kus e , 2019). Eine zen ale E kenn nis is die Un e scheidung zwischen
dem biologischen Geschlech (sex) und de sozial und kul u ell gep äg en Geschlech s-
iden i ä (gende ). Selbs wenn es nu zwei biologisch de inie e Geschlech e gäbe,
die sich binä gegenübe s ünden, bedeu e das nich zwangsläu ig, dass es ebenso nu
zwei Geschlech siden i ä en gib . Geschlech kann dahe als ein Spek um be ach e
we den (Nielsen e al., 2021). Fü Pe sonen, die sich nich mi ih em biologischen Ge-
schlech iden i izie en (Cis-Gende ), sonde n mi einem gende , das auße halb bzw.
inne halb de binä en Geschlech e lieg (u. a. ans*, in e * ode non-binä ), liegen
un e schiedliche (Selbs -)Bezeichnungen o (Hyde e al., 2019). Sei Ende 2018 gib
es die Möglichkei den Ein ag im Pe sonens ands egis e au „di e s“ zu ände n, wo-
du ch es inzwischen ie Op ionen in Deu schland gib : männlich, weiblich, di e s
und unbes imm (PS G, 2018/18.12.2018). Eine zusä zliche Op ion wie di e s ode un-
bes imm , die sei dem als „d i e Op ion“ auch häu ige in F agebogene hebungen
zu Auswahl s eh , e kenn zwa an, dass es meh als zwei Geschlech e gib , wobei
eine genaue Angabe de Geschlech siden i ä in diesem Fall nich imme möglich
is (Hülsho , 2019). In quan i a i en Analysen we den diese Pe sonen häu ig nich
be ücksich ig , da ih e ge inge S ichp obeng öße s a is ische Signi ikanzp ü ungen
e schwe (Be ne e al., 2019).
50 E a G ommé & Ka olina Van oyen
Die E hebung on Geschlech in quan i a i en S udien is somi o unzu eichend,
da sie meis au binä e Ka ego ien eduzie wi d (Dö ing, 2013). Dies üh dazu, dass
eminis ische Geschlech e o schung e meh quali a i e Me hoden anwende , um
eine di e enzie e e Pe spek i e zu e möglichen (Pang i z, 2019). Doch ge ade du ch
das empi ische Be onen on Di e enzen en s eh ein me hodisches Spannungs eld,
das sich als Di e enzdilemma besch eiben läss (Be ne e al., 2019). Eine sei s e -
möglich empi ische E idenz, Ungleichhei en sich ba zu machen. Ande e sei s kann
die Be onung on Geschlech als Di e enzka ego ie dazu üh en, dass Ungleich-
hei en unbeabsich ig wei e ep oduzie we den. Be ne e al. (2019) be onen, dass
„[d]ie Di e enzie ung nach Geschlech dabei ein e ein ach es Mi el [is ], um Zu-
sch eibungen o zunehmen und geschlech sspezi ische E klä ungen zu iden i izie en.
Teilweise […] sind diese Zusch eibungen jedoch undi e enzie und pauschalisie end.
Sie e s e igen ypisie ende Geschlech e de ini ionen“ (S.39–40). Da aus lei en sie
die Fo de ung ab, quan i a i e S udien di e enzie e zu ges al en, um geschlech s-
ypisie ende Zusch eibungen zu e meiden.
Neben de sozialwissenscha lichen Pe spek i e au Geschlech als kons uie es
Di e enzme kmal be ach e die En wicklungspsychologie, wie sich Geschlech s-
iden i ä im Zusammenspiel biologische , kogni i e und soziale Fak o en übe die
Kindhei und Jugend hinweg ausbilde . Die Bildung de Geschlech siden i ä wi d in
de En wicklungspsychologie als P ozess besch ieben. Anhand eines Zusammenspiels
on Anlage und Umwel bilde sich ein Ve s ändnis des eigenen ode auch ande en
Geschlech s aus (Siegle e al., 2021). Empi isch zeigen sich biologisch, kogni i -mo-
i a ional und kul u ell übe den Ve lau de Kindhei und Jugend zwa Un e schiede
zwischen cis-geschlech lichen Jungen und Mädchen, diese is abe ü das einzelne
Kind nich de e minie end und kann lediglich als Tendenz gewe e we den (A hen-
s aed & Al e mann, 2011). Kinde e kennen be ei s im Al e on e wa zwei bis d ei
Jah en den Un e schied zwischen den Geschlech e n (Elsen, 2020). Bis zum G und-
schulal e haben Kinde be ei s eine eigene s e eo ype Vo s ellung da übe , was die
Geschlech e auszeichne (Halim& Ruble, 2010). Auch das Ve hal en o ien ie sich
zunehmend an sozialen Vo s ellungen, wie Jungen und Mädchen zu agie en haben
(Asendo p , 2007). So scheinen Jungen insgesam ehe zu eine ex e nalen P oblem-
bewäl igung zu neigen, wohingegen Mädchen ehe in e nalisie en (Ande son e al.,
2024). Dami e bunden sind o mals psychosoma ische Beschwe den und/ode
kö pe liche P obleme, die haup sächlich on Mädchen geäuße we den (Kaman e
al., 2020), die sich in sel enen Fällen und in eine ex emen Fo m als Esss ö ung äu-
ße n können (Heiland, 2013). Wei e en wickeln Mädchen häu ige ein ungüns ige es
Selbs konzep des Aussehens und ein nied ige es Selbs we ge ühl als Jungen (Sand-
meie , 2005). Schulisch zeigen wiede um Mädchen höhe e Bildungsaspi a ionen als
Jungen (Wich e al., 2022). Wobei im Lau e de Schulzei auch geschlech sunabhän-
gig da on ausgegangen we den kann, dass das Wohlbe inden on Kinde n und Ju-
gendlichen mi s eigende Klassens u e sink (He ke e al., 2018).
51
Geschlech sbezogene Un e schiede des Wohlbe indens on Kinde n und Jugendlichen
4.3 Geschlech sdi e enzen des Wohlbe indens im Kon ex de
Pandemie
Die COVID-19-Pandemie ha e wei eichende Auswi kungen au das Wohlbe inden
on Kinde n und Jugendlichen, wobei sich geschlech sspezi ische Un e schiede ab-
zeichne en. Insbesonde e Mädchen sowie Pe sonen, die sich auße halb de binä en
Geschlech ska ego ie iden i izie en, schienen in besonde em Maße be o en zu
sein. Vo diesem Hin e g und wi d im Folgenden de Zusammenhang zwischen Ge-
schlech und Wohlbe inden im Kon ex de Pandemie beleuch e .
In Deu schland lie e die ep äsen a i e COPSY-S udie Be unde dazu, dass Mäd-
chen on psychosoma ischen Beschwe den wie Kop - und Magenschme zen sowie
Niede geschlagenhei s ä ke be o en wa en als Jungen und emo ionale P obleme
bei Mädchen mi zunehmendem Al e s iegen (Ra ens-Siebe e e al., 2022). Dem-
nach hä en o allem Mädchen im Jugendal e ein ges eige es Risiko ü e höh en
Leidensd uck (Raymond e al., 2022). G undsä zlich gal das weibliche Geschlech
als Risiko ak o ü Angs zus ände, dep essi e und Angs symp ome wäh end de Co-
ona-Pandemie (Güzelsoy e al., 2022). Ein nied ige sozioökonomische S a us e -
schlimme e diese, da diese mi Angs - und Dep essionssymp omen zusammenhäng
(Zhou e al., 2020). Mädchen zeig en eine höhe e psychische Symp ombelas ung, so
wu de eben alls eine e höh e Suizidali ä bei ihnen es ges ell (G acia e al., 2021).
Auch El e n mi Kinde n zwischen d ei bis 15 Jah en beobach e en eine s ä ke e Ve -
schlech e ung de psychischen Gesundhei bei Mädchen im Gegensa z zu Zei o
de Pandemie als bei Jungen (Robe Koch-Ins i u , 2023). Lau ak uellen E gebnis-
sen de S udie „Heal h Beha iou in School-aged Child en“ (HBSC, Sch ij e s e al.,
2024) häl diese T end auch nach de Pandemie an.
G ünde hie ü können sowohl in biologischen als auch sozialen Fak o en gesuch
we den. Au biophysische Ebene zeig sich eine Exposi ion gegenübe ch onischen
S ess ak o en im Hinblick au die Angs o eine In ek ion ode lange soziale Iso-
la ion du ch Kon ak besch änkungen, die eine e höh e S essen wicklung bei he an-
wachsenden Mädchen e zeug . Dieses üh zu eine e meh en Ausschü ung des
S essho mons Co isol, das du ch Dys egula ion psychia ische Symp ome ö de n
kann (Raymond e al., 2022). Die höhe e P ä alenz on Dep essionen bei F auen is
aus biomedizinische Sich insbesonde e du ch die Sexualho mone Ös ogen und
P oges e on e klä ba . Es wi d angenommen, dass sie Ein luss au die Ausschü ung
on Monoaminen (Neu o ansmi e ) nehmen, die ü eine Dep essionsen wicklung
bedeu end sind (Schmi z, 2021). Auße dem könn e die Zunahme dep essi e Symp-
ome mi e ände en Reak ionen des Belohnungssys ems au soziale In e ak ionen
zusammenhängen: So zeigen Jugendliche, die zu dep essi en Symp omen neigen,
eine ge inge e neu onale Ak i ie ung in Hi n egionen, die ü die An izipa ion und
Ve a bei ung soziale Belohnungen ele an sind (Luckha d e al., 2023). Du ch die
eingesch änk en sozialen Kon ak e wäh end de Pandemie könn en posi i e soziale
E ah ungen (z. B. Ane kennung du ch Gleichal ige) sel ene gewo den sein, was das
Risiko ü dep essi e Symp ome e höh (Sequei a e al., 2021). Da übe hinaus konn e
52 E a G ommé & Ka olina Van oyen
in de Pandemie ein e üh es Ein e en de Pube ä beobach e we den (Acinikli e
al., 2022; P ospe i& Chia elli, 2022).
Als mögliche soziale G ünde können u. a. Haushal sp lich en ode zusä zliche So -
gea bei ange üh we den. Das Phänomen de „äl e en Schwes e n als zwei e Mu -
e “ (Simon, 2022, S.260) besch eib den Ums and, wenn den äl e en Töch e n im
Haushal und bei de So gea bei e s ä k Ve an wo ung übe agen wi d. Wäh end
de Pandemie iel ehe den weiblichen Pe sonen im Haushal de G oß eil de Ca e-
A bei zu, die wäh end de Schulschließungen und/ode E k ankungen on Fami-
lienmi gliede n zunahmen (Powe , 2020). Auch wenn El e n in den Lockdowns beide
zuhause blieben, so wa en es F auen, die e meh den Haushal und die Ve so gung
on Kinde n übe nahmen (Hipp& Bünning, 2021). Auße dem sind Mädchen (und
F auen) häu ige Op e häusliche Gewal , die wäh end de Zei de Ab iegelung und
de Ve o dnung, zu Hause zu bleiben, zunahm (San omau o e al., 2021). Das Fehlen
on pe sönlichen Kon ak en zu Pee s und F eund*innen wi k e sich eben alls nega i
au die psychische Gesundhei insbesonde e on Mädchen aus (Silk e al., 2022). Zu-
dem esul ie e eine Un e b echung de Gesundhei s e so gung als Nebenwi kung
de COVID-19-Pandemie, die als e hebliche, zusä zliche Belas ung ü he anwach-
sende Mädchen (und F auen) gewe e wu de (K ubine e al., 2021).
Bislang liegen nu wenige Un e suchungen zum Wohlbe inden wäh end de CO-
VID-19-Pandemie on Kinde n und Jugendlichen o , die sich mi einem Geschlech
auße halb de binä en Klassi ika ion iden i izie en (u. a. Mi chell e al., 2022). P ä-
pandemische Fo schung weis au ein gehäu es E leben on physische und psychi-
sche Gewal und T auma a in de Schule hin (Klemme e al., 2019). Ein kons an es
Misgende n2 und Deadnaming3 sowie Nich -e ns -nehmen und Ve weige n on ge-
schlech liche Selbs bes immung we den als e bale Gewal gewe e und sowohl on
Gleichal igen als auch on Leh k ä en ausgeüb (Busche& Fü y, 2023). Pe sonen,
die Op e on Mobbing wu den, zeigen ein nied ige es Wohlbe inden im Kon ex
on Schule als ih e Pee s (Thomas e al., 2016). Wiede um sind Kinde und Jugend-
liche, die u. a. eine sexuellen ode geschlech lichen Minde hei angehö en, häu ige
on Mobbing be o en (Pegue o& Hong, 2023). Als Folgen können Symp ome on
Angs s ö ungen, Dep essionen und ein eingesch änk es Selbs bewuss sein beobach e
we den (Wi comb e al., 2019). Des Wei e en is die Suizidge äh dung bei gende *di-
e sen Pe sonen zehnmal höhe als in de Gesam be ölke ung (Timme manns e al.,
2021). Zusammen assend läss sich im Ve gleich zu zweigeschlech lich iden i izie en
Pee s eine ungleiche Ve eilung on Ge äh dung bezüglich beding e En wicklungs-
möglichkei en sowie Bildungschancen ausmachen (Busche& Fü y, 2023).
2 Misgende n bezeichne die Falschbezeichnung eine Pe son mi dem gelesenen Ge-
schlech , das nich dem en sp ich mi dem sich die Pe son iden i izie .
3 Ein Deadname besch eib den gegebenen Namen eine Pe son, de on de be e enden
Pe son nich meh e wende wi d. Deadnaming bezeichne demnach die Ve wendung
des Deadnames und wi d als eine Fo m des Misgende ns e s anden.

53
Geschlech sbezogene Un e schiede des Wohlbe indens on Kinde n und Jugendlichen
4.4 F ages ellung und E kenn nisin e esse
Das Ziel de o liegenden Un e suchung bes eh da in, basie end au dem heo e i-
schen und empi ischen Hin e g und he auszu inden, welche Geschlech e un e schie-
de, sowohl binä als auch jensei s de Zweigeschlech lichkei , im Wohlbe inden on
Kinde n und Jugendlichen im Zuge de Schulschließungen beding du ch die Pande-
mie e zeichne we den konn en. Die Un e suchung beweg sich im Spannungs eld
des Di e enzdilemmas: Wäh end die quan i a i e Hypo hesenp ü ung e o de lich
is , um sys ema isch geschlech sspezi ische Un e schiede im Wohlbe inden zu ana-
lysie en, bi g sie zugleich das Risiko, Di e enzen zu ep oduzie en. Um diesem zu
begegnen, wi d neben de binä en Be ach ung on Geschlech auch die Pe spek i e
nich -binä e Jugendliche einbezogen. Die Fo schungs age lau e olglich: Welche
geschlech sspezi ischen Un e schiede im Wohlbe inden on Kinde n und Jugendli-
chen lassen sich im Zusammenhang mi den pandemiebeding en Schulschließungen
es s ellen, und inwie e n be e en diese sowohl binä e als auch nich -binä e Ge-
schlech siden i ä en?
Aus dem bishe igen Fo schungss and und heo e ischen Übe legungen lassen sich
sowohl ge ich e e als auch unge ich e e Hypo hesen ablei en. So wu de in meh e en
S udien es gell , dass Mädchen ein nied ige es psychisches Wohlbe inden be ich en
als Jungen (Fos e e al., 2023; Zhou e al., 2020), wo aus sich die olgende Hypo hese
e schließ :
H1: Mädchen zeigen ein nied ige es psychisches Wohlbe inden im Kon ex de
pandemiebeding en Schulschließungen als Jungen.
Zudem zeigen Mädchen meh psychosoma ische Beschwe den (Ra ens-Siebe e e
al., 2022), abe auch ein schlech e es kö pe liches Selbs bild (Choukas-B adley e al.,
2022). Dahe e gib sich die olgende Hypo hese:
H2: Mädchen zeigen ein nied ige es kö pe liches Wohlbe inden de pandemiebe-
ding en Schulschließungen als Jungen.
Da on ausgehend, dass Mädchen endenziell ehe in häuslichen Tä igkei en einge-
bunden we den (Simon, 2022) und dami einhe gehend ein nied ige es häusliches
Wohlbe inden e mu e wi d, wi d ü die o liegenden Da en die Hypo hese o mu-
lie :
H3: Mädchen zeigen ein nied ige es häusliches Wohlbe inden als Jungen.
Hinsich lich des schulischen Wohlbe indens in Bezug au soziale Eingebundenhei und
Leis ung gib es keine eindeu igen E kenn nisse (Obe meie , 2021). Mädchen be ich en
zwa eilweise eine höhe e Schul eude als Jungen (Hagenaue & Hasche , 2018), abe
auch g öße e So gen in Bezug au Leis ung und P ü ungsängs lichkei (Hasche & Ha-
genaue , 2011). Es kann jedoch gene ell on Geschlech e di e enzen ausgegangen we -
den (Hülsho , 2019). Somi we den die olgenden Hypo hesen unge ich e o mulie .
54 E a G ommé & Ka olina Van oyen
H4: Es zeigen sich Geschlech sdi e enzen des schulischen Wohlbe indens in Be-
zug au die soziale Eingebundenhei .
H5: Es zeigen sich Geschlech sdi e enzen des schulischen Wohlbe indens in Be-
zug au leis ungsbezogene Aspek e.
Die kon inuie lichen Be unde, dass Mädchen g öße e men al-soziale P obleme im
Kon ex de Lockdowns be ich en als Jungen (Silk e al., 2022; Zhou e al., 2020),
lassen da au schließen, dass sie auch einen gene ell schlech e en Umgang mi den
Schulschließungen angeben.
H6: Jungen bewe en ih en Umgang mi den Schulschließungen besse als Mäd-
chen.
Au g und de Annahme, dass das Al e einen s a ken Ein luss au das Wohlbe inden
ha (He ke e al., 2018), we den alle Hypo hesen gleichzei ig auch da au hin kon ol-
lie . Hie du ch e gib sich im E gebnis eil eine D ei eilung in a-, b- und c-Hypo he-
sen, in denen nich nu das Geschlech , sonde n auch das Al e und de In e ak ions-
e ek de beiden unabhängigen Va iablen übe p ü wi d.
Zusä zlich we den die Aussagen on Jugendlichen be ücksich ig , die beim Ge-
schlech die Op ion „di e s“ gewähl haben. Ans elle eine hypo hesengelei e en
Analyse s eh hie die explo a i e und desk ip i e Be ach ung im Vo de g und, da
au g und de ge ingen Fallzahl keine belas ba en in e enzs a is ischen Aussagen
möglich sind. Ziel is es, die Pe spek i en on Jugendlichen sich ba zu machen, die
sich nich mi einem de binä en Geschlech e iden i izie en, und dadu ch einen Bei-
ag zu Sich ba machung geschlech liche Viel al im Kon ex des kindlichen und
jugendlichen Wohlbe indens wäh end de Pandemie zu leis en.
4.5 Me hodik
Fü die Un e suchung de Fo schungs agen wu den die Da en on den P ojek en
Mun e mache II und Schule und Co ona (SchuCo) he angezogen. Eine genaue Be-
sch eibung de P ojek e inde sich in Kapi el3.
4.5.1 S ichp obenbesch eibung
Als G undlage de o liegenden Analysen wu den die Da en de beiden P ojek e
zusammenge üh (n = 1 492). Dieses Vo gehen kann du ch die Ve gleichba kei de
Da en und des E hebungszei aums beg ünde we den. Zudem sind die Einwohne -
zahlen de S äd e Osnab ück (N = 164 748) und Mülheim an de Ruh (N = 170 880)
annähe nd gleich (S and: 2019). Des Wei e en wu de bei den Analysen zwischen P i-
ma - und Sekunda s u e un e schieden, da sich, wie be ei s e wähn , die Un e schie-
de zwischen den Geschlech e n mi dem Al e ausdi e enzie en. Die Ve eilung de
binä en Geschlech e is in e wa ausgeglichen (m = 44.6%, w = 54.0%). In de G und-
s u e sind 47.6% weiblich, kein Kind ha beim Geschlech die Op ion „di e s“ gewähl .
55
Geschlech sbezogene Un e schiede des Wohlbe indens on Kinde n und Jugendlichen
Jugendliche, die sich mi einem di e sen Geschlech iden i izie en, machen 1.4% de
Gesam s ichp obe aus. In de G uppe de Sekunda s u e (n = 743) sind Jugendliche
aus de Gesam schule (18%), dem Gymnasium (45%), de Realschule (27%) und de
Sekunda -/Obe schule (10%) e e en.
4.5.2 E hebungsins umen e
Wohlbe indensdimensionen. Die Skalen des psychischen (α = .77) und kö pe lichen
(α = .87) Wohlbe indens sowie des schulischen Wohlbe indens in Bezug au Leis ung
(α = .79) und des häusliche Wohlbe indens (α = .80) sind aus dem KINDL-R-In en a
(Ra ens-Siebe e & Bullinge , 2000) übe nommen und zum Teil adap ie wo den.
Bei diesen Skalen wu den die Kinde und Jugendlichen zunächs da um gebe en, sich
in „die e gangenen Wochen“ (abweichend om KINDL-R In en a ) hineinzu e -
se zen, um dann Aspek e zu ih em Wohlbe inden z. B. in Bezug au ih e psychische
Gesundhei zu bean wo en. An den I ems de Skalen wu den leich e Modi ika ionen
o genommen. So wu den beim häuslichen Wohlbe inden und beim schulischen
Wohlbe inden in Bezug au Leis ung jeweils zwei I ems aus dem KIDSCREEN-In-
en a (Ra ens-Siebe e e al., 2014) hinzuge üg . Es handel sich um I ems wie „In
de le z en Woche habe ich die Au gaben gu gescha “ (schulisches Wohlbe inden in
Bezug au Leis ung) ode „In de le z en Woche habe ich mich i und wohl ge ühl “
(kö pe liches Wohlbe inden). Bei dem An wo o ma de Skalen handel es sich um
eine ün s u ige Ra ing-Skala (1 „nie“ bis 5 „imme “).
Das schulische Wohlbe inden in Bezug au soziale Eingebundenhei (α = .80) wu -
de aus dem In en a de S EG-S udie (Fu hmülle , 2015) adap ie und im Rahmen
de o liegenden Un e suchung leich modi izie . Hie zu wu de ein wei e es I em
aus de S udie zu Schulen wicklung und Leh e a bei (Ge ech e al., 2012) hinzu-
genommen („In de Schule ühle ich mich siche “), sowie ein I em selbs en wickel
(„In de Schule bin ich ge ne mi meinen Mi schüle *innen zusammen“). Die Skala
um ass ün I ems zu schulischen E ah ungen, die das Siche hei sge ühl und soziale
Aspek e in de Schule be e en. Dazu wi d e ag , wie es den Kinde n und Jugend-
lichen pe sönlich in de Schule geh , beispielsweise „In de Schule ühle ich mich
wohl“ (1 „s imm ga nich “ bis 4 „s imm genau“). Insbesonde e das I em „In de
Schule ühle ich mich siche “ wu de angesich s de po enziellen Auswi kungen de
Pandemie au das schulische Siche hei sge ühl als besonde s ele an e ach e .
Umgang mi Schulschließungen. De Umgang mi Schulschließungen wu de e o-
spek i mi einem selbs en wickel en I em e hoben: „Wie ging es di pe sönlich dami ,
dass du wegen Co ona nich in die Schule du es ?“ (1 „seh schlech “ bis 5 „seh
gu “). Im Anschluss an die s anda disie e Ab age üh e ein Fil e bei de Bean wo -
ung mi „seh schlech “ bis „mi elp äch ig“ zu de o enen F age „Was genau wa
ü Dich besonde s schwie ig?“. Bei de Bean wo ung de s anda disie en F age mi
„gu “ und „seh gu “ e schien die o ene F age „Was genau wa ü Dich besonde s
oll?“
56 E a G ommé & Ka olina Van oyen
Geschlech . Die F age nach dem Geschlech konn e mi männlich (0), weiblich (1)
ode di e s (2) bean wo e we den. Fü die Auswe ung de Angaben de Kinde
und Jugendlichen, die sich wede mi dem männlichen noch weiblichen Geschlech
iden i izie en, wu den zahl eiche I ems des F agebogens desk ip i be ach e und
eine Auswahl da on besch ieben. Hie un e be inde sich die Besch eibung de Di-
mensionen des Wohlbe indens, abe auch de wah genommenen und einge o de en
sozialen Un e s ü zung (Wilmes e al., 2020). Es wu de ge ag , wie wah scheinlich
sich die Kinde und Jugendlichen an e schiedene Pe sonen wenden wü den, die aus
dem amiliä en K eis (z. B. Mu e , Va e ), aus dem F eundesk eis ode aus dem ins-
i u ionellen Um eld (z. B. Klassenleh k a ) s ammen (1 „unmöglich“ bis 5 „siche “).
Die be ach e en o enen F agen um ass en Inhal e zu Zu iedenhei mi Schule und
F eizei („Wie zu ieden bis du dami , wie du deine eie Zei auße halb de Schule
e b ingen kanns ?“), abe auch „Welche Angebo e haben di gehol en, als es di ein-
mal nich so gu ging?“ und „Welche Angebo e wü des du di zukün ig wünschen?“.
Diese F agen sind eigenen wickel .
4.5.3 Auswe ungsme hoden
Vo de Analyse de Da en wu den diese mi Mplus 8.6 (Mu hén& Mu hén, 1998–
2017) mul ipel impu ie (m = 10). Die Da ensä ze wu den anschließend mi IBM
SPSS© S a is ics Ve sion 28 (IBM Co p, 2021) ausgewe e . Zu Analyse de G uppen-
un e schiede im Wohlbe inden wu de eine zwei ak o ielle Va ianzanalyse (ANOVA)
du chge üh . Die unabhängigen Va iablen wa en das Geschlech (männlich s. weib-
lich) und die Schuls u e (P ima - s. Sekunda s u e), die als P oxy ü al e sbezogene
Un e schiede dien e. Fü die Analysen wu den Pa ame e schä zungen mi obus en
S anda d ehle n genu z , die eine He e oskedas izi ä konsis en e Ko a ianzma -
ix (HC3) e wenden, um die Ve le zung de Va ianzhomogeni ä auszugleichen
(Long& E in, 2000). Da bei de zwei ak o iellen Va ianzanalyse zwei Haup e ek e
und de In e ak ionse ek de beiden unabhängigen Va iablen ge es e we den, eilen
sich die Hypo hesen aus Abschni ie in jeweils d ei Subhypo hesen au . Es wi d
hie bei nich nu de p-We als Signi ikanzmaß be ich e , sonde n auch die E ek -
s ä ke in Fo m des pa iellen E a-Quad a s (η2). Diese is wie olg zu in e p e ie en:
.01 is ein kleine , .06 ein mi le e und .14 bedeu e die Anzeige eines g oßen E ek s
(Cohen, 1988). Da ü jeden Fak o nu zwei G uppen e glichen wu den, sind keine
Pos -hoc-Tes s e o de lich.
Im Anschluss da an we den zu Vo be ei ung au die Besch eibung de Si ua ion
nich -binä e Jugendliche die Wohlbe indens-Dimensionen un e Ve wendung des
nich -pa ame ischen Ve ah ens des K uskal-Wallis-Tes s genu z und die Un e -
schiede anhand on Pos -Hoc-Tes s (Dunn-Bon e oni) gep ü . Zu explo a i en
P ü ung on G uppenun e schieden wu de dieses Ve ah en au g und nich no mal-
e eil e Da en und de s a k un e schiedlichen G uppeng ößen eingese z . Fü die
Pos -Hoc-Tes s wu de zudem die E ek s ä ke des Cohens (Cohen, 1988) be echne
(0.10 bis 0.29 als kleine E ek , 0.30 bis 0.49 als mi le e E ek und ≥ 0.50 als g oße
63
Geschlech sbezogene Un e schiede des Wohlbe indens on Kinde n und Jugendlichen
die In e ak ion zwischen Schuls u e und Geschlech is diese E ek nich signi ikan ,
wobei die Mädchen ein ge inge es Wohlbe inden zeigen als Jungen (F(1, 1 286) = 4.42,
p = .080, η2 = .002). Hypo hese 6 kann also nu in dem Aspek de signi ikan en Schul-
s u enun e schiede im Umgang mi den Schulschließungen bes ä ig we den.
Tab. 7: Desk ip i e S a is iken des Umgangs mi Schulschließungen on Jungen und Mäd-
chen ge enn nach Schuls u e
Männlich Weiblich Gesam s ichp obe
n M SD n M SD N M SD
Gesam 649 2.24 1.25 755 2.12 1.22 1 404 2.17 1.22
P ima s u e 153 1.77 1.25 139 1.79 1.24 292 1.78 1.24
Sekunda s u e 382 2.43 1.17 616 2.19 1.19 998 2.28 1.19
Anm.: Fehlende Angaben zu Schuls u e üh en zu eine ungleichen Ve eilung de S ichp obe.
4.6.1 Pe spek i en nich -binä e Jugendliche
Wäh end zu o Di e enzen zwischen Jungen und Mädchen au G undlage zwei ak-
o ielle Va ianzanalysen un e Kon olle de Schuls u e un e such wu den, soll im
Folgenden eine Pe spek i e wei e ung o genommen we den. Neben binä en Ge-
schlech siden i ä en wi d auch das Wohlbe inden on Jugendlichen be ach e , die
sich nich mi einem de beiden binä en Geschlech e iden i izie en. Um G uppen-
un e schiede im Wohlbe inden zwischen männlichen, weiblichen und nich -binä en
Jugendlichen zu e assen, wu den nich -pa ame ische Ve ah en eingese z (s. Tabel-
le8). Es is zu beach en, dass die G uppe de nich -binä en Jugendlichen mi lediglich
19 Pe sonen seh klein is . Aus diesem G und können die in e enzs a is ischen Ana-
lysen nu eingesch änk in e p e ie we den und dienen p imä de explo a i en Be-
ach ung. Die anschließende Fallbesch eibung scha einen di e enzie e en Blick
au die Si ua ion nich -binä e Jugendliche .
Tabelle8 zeig die Un e schiede in den Ausp ägungen e schiedene Wohlbe in-
densdimensionen nach Geschlech (männlich, weiblich, di e s) anhand de Median-
we e (Md) und In e qua ilsabs ände (IQR). Zu P ü ung signi ikan e G uppen-
un e schiede wu de de nich pa ame ische K uskal-Wallis-Tes e wende , da die
Da en nich no mal e eil und die G uppeng ößen s a k un e schiedlich sind. Fü
alle be ach e en Dimensionen des Wohlbe indens zeig en sich signi ikan e Un e -
schiede zwischen den Geschlech e n (alle p < .001). Besonde s deu lich äll de
Un e schied beim kö pe lichen Wohlbe inden aus (H = 80.77, p < .001), wobei männ-
liche Jugendliche mi einem Median on 3.80 am höchs en und nich -binä e Jugend-
liche mi 2.40 am nied igs en eingeschä z wu den. Auch im Be eich des psychischen
Wohlbe indens zeig sich ein deu liche Un e schied (H = 58.55, p < .001), wobei de
Median bei männlichen Jugendlichen eben alls am höchs en lieg (Md = 3.83), ge olg
on weiblichen (Md = 3.50) und di e sen Jugendlichen (Md = 2.50). Im häuslichen
Wohlbe inden (H = 38.25, p < .001) und im schulischen Wohlbe inden, sowohl in de

64 E a G ommé & Ka olina Van oyen
sozialen (H = 13.32, p < .001) als auch in de leis ungsbezogenen Dimension (H = 29.37,
p < .001), zeigen sich eben alls signi ikan e Un e schiede, wobei di e se Jugendliche
jeweils die nied igs en Medianwe e au weisen. Die We e de In e qua ilbe eiche
liegen übe wiegend bei 1, was au eine ehe ge inge S euung inne halb de G up-
pen hinweis . Insgesam deu en die E gebnisse da au hin, dass di e se Jugendliche
in allen Wohlbe indensdimensionen ge inge e We e au weisen als männliche und
weibliche Jugendliche, wobei die Un e schiede s a is isch signi ikan sind.
Tab. 8: Un e schiede in den Ausp ägungen de Wohlbe indensdimensionen nach Ge-
schlech (männlich, weiblich, di e s) un e Anwendung des K uskal-Wallis-Tes s
(n = 1 017)
Dimension Männlich
(n = 382)
Weiblich
(n = 616)
Di e s
(n = 19)
K uska -Wallis-Tes
Md IQR Md IQR Md IQR Hd p
Psychisches WB 3.83 1 3.50 1 2.50 1 58.55 2 <.001
Kö pe liches WB 3.80 1 3.20 2 2.40 1 80.77 2 <.001
Häusliches WB 4.50 1 4.33 1 3.33 1 38.25 2 <.001
Schulisches WB (sozial) 3.00 1 3.00 1 2.20 1 13.32 2 <.001
Schulisches WB (Leis ung) 3.60 1 3.40 1 2.80 0 29.37 2 <.001
Anm.: WB = Wohlbe inden, Md = Median, IQR = In e qua ilbe eich.
Zu wei e en Di e enzie ung wu den in Tabelle9 die paa weisen Pos -hoc-Ve glei-
che zwischen den Geschlech e n un e Anwendung de Dunn-Bon e oni-Ko ek u
da ges ell . Dabei zeig en sich insbesonde e deu liche Un e schiede im kö pe lichen
Wohlbe inden zwischen di e s und männlich iden i izie en Jugendlichen (z = 5.00,
p < .001, = .25) sowie zwischen weiblich und männlich iden i izie en Jugendlichen
(z = 5.01, p < .001, = .20). Auch beim häuslichen Wohlbe inden wa en die Un e schie-
de zwischen di e s und männlich besonde s ausgep äg (z = 5.57, p < .001, = .28),
ebenso wie beim psychischen Wohlbe inden (z = 5.16, p < .001, = .26). Diese Be unde
deu en da au hin, dass insbesonde e nich -binä e Jugendliche in meh e en Lebens-
be eichen ein signi ikan nied ige es Wohlbe inden au weisen als ih e männlichen
und weiblichen Al e sgenossen. Die E ek s ä ken liegen dabei im kleinen bis mi -
le en Be eich, was au subs anzielle Un e schiede in de wah genommenen Lebens-
quali ä hindeu e .
Im Folgenden we den die Fallbesch eibungen on d ei ausgewähl en Fällen on
Kinde n und Jugendlichen besch ieben, die angegeben haben, dass sie sich als „di e s“
iden i izie en. Die Besch eibungen sind ein desk ip i anhand quali a i e und quan-
i a i e Da en o genommen wo den und wu den au g und de Idee de maximalen
Kon as ie ung ausgewähl : Alex äuße sich übe wiegend posi i zum Wohlbe inden
und e äh soziale Un e s ü zung. Kim zeig eilweise nied ige Wohlbe indens-We -
e und be ich e , kaum Ansp echpe sonen im di ek en Um eld zu haben. Leo zeig
insgesam ein ge inges Wohlbe inden und gib an, sich ehe an F eunde wenden zu
können als an Familienangehö ige. Die Namen sind ik i . Di ek e Zi a e de Jugend-
65
Geschlech sbezogene Un e schiede des Wohlbe indens on Kinde n und Jugendlichen
lichen wu den en wede ku si ma kie ode als einge ück e Zi a e o ma ie , wäh-
end quan i a i e Angaben in An üh ungszeichen gese z wu den.
Alex
De e s e Fall be i Alex. Alex besuch eine Gesam schule, is 15 Jah e al und seine
Aussagen sind gep äg on du chweg posi i en Äuße ungen. Alex weis übe du ch-
schni lich hohe We e bei allen Wohlbe indlichkei sskalen au und gib einen schlech-
en Umgang mi den pandemiebeding en Schulschließungen du ch das „Fehlen on
Rou ine und F eunden“ an. Alex ha soziale Un e s ü zung on un e schiedlichen
Pe sonen in Ansp uch genommen und indi iduelle Bewäl igungss a egien genu z :
„Ich hab mi Menschen mi denen ich mich wohl ühle gesp ochen, Musik gehö ode
Tagebuch gesch ieben.“
Alex sieh es als „ehe wah scheinlich“ an, sich bei So gen und P oblemen mi eine*
gu em*n ode es em*n F eund*in zu besp echen ode sich an Geschwis e ode El-
e n zu wenden. Be euung im häuslichen Um eld is lau Angabe on Alex „imme
e ügba “ und e *sie ha angegeben, s e s das Ge ühl zu haben, dass sich jemand um
ihn*sie kümme . Die Zuwendung zu Ansp echs ellen auße halb des Familien- und
Bekann enk eises, wie bspw. Schulpsycholog*innen, Schulsoziala bei e *innen ode
die Numme gegen Kumme , is lau Alex’ Angabe bei de einge o de en sozialen
Tab. 9: Pos -hoc-Ve gleiche de Wohlbe indensdimensionen zwischen Jugendlichen mi
männliche , weibliche und nich -binä e Geschlech siden i ä nach dem K uskal-
Wallis-Tes (Dunn-Bon e oni-Ko ek u )
Dimension G uppe z p
Psychisches Wohlbe inden di e s weiblich 3.40 <.001 0.14
di e s männlich 5.16 <.001 0.26
weiblich männlich 6.45 <.001 0.20
Kö pe liches Wohlbe inden di e s weiblich 2.75 .006 0.11
di e s männlich 5.00 <.001 0.25
weiblich männlich 8.21 <.001 0.26
Häusliches Wohlbe inden männlich weiblich 4.62 <.001 0.15
männlich di e s 5.57 <.001 0.28
weiblich di e s 3.60 <.001 0.14
Schulisches Wohlbe inden in Bezug au soziale
Eingebundenhei
di e s weiblich 3.54 <.001 0.14
di e s männlich 3.65 <.001 0.18
weiblich männlich 0.53 .599 0.02
Leis ungsbezogenes
schulisches Wohlbe inden
di e s weiblich 3.21 <.001 0.13
di e s männlich 4.29 <.001 0.21
weiblich männlich 4.00 <.001 0.13
Anm.: Männlich n = 382, Weiblich n = 616, Di e s n = 19.
66 E a G ommé & Ka olina Van oyen
Un e s ü zung „ehe unwah scheinlich“. Die Klassenleh k a könn e bei P oblemen
„unmöglich“ angesp ochen we den. T o zdem wi d de Wunsch geäuße , mi diese
übe So gen zu sp echen:
„Die Si ua ionen, welche die Schüle /-innen bewegen, im Un e ich Thema isie en.“
Au die F age danach, an welche Pe son sich Alex sons wenden wü de, um Un e -
s ü zung zu e hal en und um P obleme zu äuße n, sch eib Alex:
„Ich sch eibe es in mein Tagebuch.“
Kim
De zwei e Fall handel on Kim, 12 Jah e al . Au den quan i a i gemessenen Skalen
des Wohlbe indens gib Kim un e schiedliche An wo en: Psychisch und kö pe lich
wu den du chschni lich nied ige We e angegeben, zuhause hingegen höhe e. Den-
noch is soziale Un e s ü zung einzu o de n, im engen Familien- und Bekann enk eis
sowie bei Hil es ellen ode in de Schule, ih en Angaben nach „unmöglich“. Kim be-
we e das Fü -Sich-Behal en on P oblemen und So gen mi „siche “. Au die F age
nach Angebo en, die bei P oblemen gehol en hä en, sch eib Kim: „s “, was allge-
meinhin als Abkü zung des psychologischen Beg i s ü selbs e le zendes Ve hal en
dien (Neu ologen und Psychia e im Ne z, 2024).
Die Wah nehmung eine e ügba en Be euung zuhause we e Kim als „mal so,
mal so“, an die Be euung wäh end des Home-Schoolings kann e *sie sich nich e -
inne n. Wenn Kim es sich aussuchen könn e, wü de e *sie am liebs en eie Zei allein
mi „musik und schla en“ e b ingen.
Kim besuch eine Realschule, wo e *sie sich au g und de quan i a i en Skalen des
schulischen Wohlbe indens im Schni leis ungsbezogen wohl, jedoch sozial unsiche
und wenige wohl ühl .
Leo
De d i e Fall is Leo, 16 Jah e, die*de ein Gymnasium besuch . Leo gib bei den
quan i a i en Dimensionen des Wohlbe indens im Mi el ein au ällig nied iges kö -
pe liches und schulisches Wohlbe inden an. Das psychische Wohlbe inden wu de als
mi elmäßig bewe e , zuhause und in Bezug au das leis ungsbezogene schulische
Wohlbe inden ühl sich Leo in de Schule wohl. Mi den Schulschließungen gib Leo
an „seh gu “ umgegangen zu sein, da es „Videokon e enzen“ gab, die eine soziale
Dis anz gewäh leis e en:
„Ich muss e nich anhand de S imme Emo ionen e kennen ode ande en ins Gesich
schauen beim Sp echen.“
Leo gib an, dass keine Angebo e bei P oblemen und So gen gehol en haben. Au die
F age nach wünschenswe en Angebo en ü die Zukun sch eib Leo:
67
Geschlech sbezogene Un e schiede des Wohlbe indens on Kinde n und Jugendlichen
„Schwe zu sagen. Ich b äuch e e was was spezi ische ü mich wä e. Häu ig machen
mi Numme n wie „Numme gegen Kumme “ Angs weil ich mich ühle als wenn ich
mich da ü nich schlech genug ühle.“
Leo gib bei den quan i a i en Einschä zungen in Bezug au die soziale Un e s ü -
zung an, diese o allem bei einem* gu em*n und es em*n F eund*in einzu o de n.
„Unmöglich“ is das Wenden an die Geschwis e und Mu e , zum Va e wu de keine
Angabe gemach . So wu de auch die häusliche Be euung mi „mal so, mal so“ nu
als gelegen lich angegeben. Au de Skala on „siche “ bis „unmöglich“ is auch das
Hil esuchen bei de Klassenleh k a „ehe unwah scheinlich“. Bei eine Ve au-
ensleh k a wä e es hingegen „ ielleich “ möglich. Das Fü -Sich-Behal en is „ehe
wah scheinlich“.
Zusammen assend zeigen die d ei Fallbesch eibungen die g oße Bandb ei e de Le-
bens- und Un e s ü zungssi ua ionen nich -binä e Jugendliche in de S ichp obe.
Die Fälle un e scheiden sich sowohl in den quan i a i en Wohlbe indens-Dimen-
sionen als auch in de Wah nehmung und Nu zung soziale Un e s ü zung. Alex e-
p äsen ie den posi i en Ex em all: Hohe psychische, kö pe liche und schulische
Wohlbe indenswe e gehen einhe mi s abile soziale Un e s ü zung im nahen Um-
eld und dem E leben on Fü so ge. Gleichzei ig wi d jedoch sich ba , dass Un e s ü -
zung du ch schulische Fachk ä e ode ex e ne Be a ungsangebo e als wenig zugäng-
lich wah genommen wi d. Kim s eh ü einen ambi alen en Fall: T o z eilweise
nied ige We e im psychischen und kö pe lichen Wohlbe inden und mangelnde
Un e s ü zung on außen äll das schulische Leis ungswohlbe inden ela i posi i
aus. Au ällig is die Tendenz, So gen ehe ü sich zu behal en, sowie de Hinweis
au selbs e le zendes Ve hal en, was au ehlende Bewäl igungss a egien und einen
hohen Un e s ü zungsbeda schließen läss . Leo bilde den nega i en Pol: Besonde s
das kö pe liche und schulische Wohlbe inden is s a k beein äch ig . Soziale Un e -
s ü zung wi d o allem auße halb de Familie bei F eund*innen gesuch . De Fall
e deu lich Unsiche hei und ehlende Passung bes ehende Un e s ü zungsangebo-
e. Hil ss uk u en we den zwa e kann , jedoch nich als hil eich wah genommen,
und das Bedü nis nach indi iduelle e , passgenaue Un e s ü zung wi d deu lich.
Insgesam e deu lichen diese kon as i en Fallbesch eibungen, dass nich -binä e
Jugendliche seh un e schiedliche Ausgangslagen und Ressou cen mi b ingen und
e wei e n die ein quan i a i e Be ach ung, die lediglich eine ge inge e Ausp ägung
alle Wohlbe indensdimensionen bei nich -binä en Jugendlichen deu lich mach .
4.7 Diskussion
Insgesam lassen sich die o liegenden E gebnisse kohä en in den be ei s bes ehen-
den Fo schungss and eino dnen und we den du ch die Pe spek i e auße halb eine
binä en Signi ikanzp ü ung e gänz . So zeigen die Be unde, dass das Wohlbe inden
be ei s unabhängig om Geschlech on de P ima - in die Sekunda s u e abnimm
68 E a G ommé & Ka olina Van oyen
(He ke e al., 2018). Insbesonde e Mädchen bewe en ih psychisches und kö pe -
liches Wohlbe inden in de Sekunda s u e schlech e als Jungen. E klä ungsansä ze
könn en biologische Fak o en bie en, wie beispielsweise ein e üh es Ein e en in
die Pube ä (Acinikli e al., 2022). Dieses Phänomen schein sei Beginn de Pande-
mie in e na ional e b ei e zu sein (P ospe i& Chia elli, 2022). Als ein Risiko ak o
wi d dadu ch beispielsweise de Ein luss on weiblichen Ho monen au die Ausschü -
ung on Monoaminen, die die En wicklung eine Dep ession ö de n, beschleunig
(Schmi z, 2021). Als biologische E klä ung wä e dies ein Ansa z, wa um junge F auen
ein nied ige es Wohlbe inden zeigen als junge Männe .
Dagegen kann als soziologische Beg ündung dienen, dass Mädchen häu ige in
häusliche Tä igkei en in ol ie we den (Ha wig, 2004), was ihnen wenige Zei ü
die Ges al ung ih e eigenen F eizei läss . Die o liegenden E gebnisse können zwa
keine konk e en Hinweise da au geben, jedoch is zu sehen, dass Mädchen in de
Sekunda s u e ein leich nied ige es häusliches Wohlbe inden als Jungen zeigen. Als
wei e e E klä ungsansa z könn en die ges iegenen Zahlen on häusliche Gewal
dienen, die wäh end de Isola ionsmaßnahmen zugenommen haben und häu ige
Mädchen (und F auen) be e en (San omau o e al., 2021). Hie übe können wi je-
doch mi unse e S udie keine Aussagen e en.
In Bezug au das Wohlbe inden im schulischen Kon ex gib es e schiedene E klä-
ungsansä ze. So könn e de ex insische Leis ungsd uck sei ens de Familie wäh end
des Homeschoolings ges iegen sein. Dies äuße sich eben alls in den E gebnissen
hinsich lich des Wohlbe indens im schulischen Kon ex : Mädchen zeigen zwa ein
höhe es leis ungsbezogenes und soziales schulisches Wohlbe inden in de P ima -
s u e, was sich im Jugendal e jedoch umkeh . In de Sekunda s u e geben Mädchen
häu ige ein nied ige es leis ungsbezogenes Wohlbe inden an, im sozialen Be eich
wiede um konn en keine signi ikan en Un e schiede es ges ell we den. Mögliche -
weise könn e dies in de höhe en Bildungsaspi a ion on Mädchen e klä we den
(Wich e al., 2022). De in insische D uck, den leis ungsbezogenen Ansp üchen zu
genügen, kombinie mi Pe ek ionismus, welche bei Mädchen häu ige es ges ell
wi d (Debus, 2012), und eine ausgep äg e en Gewissenha igkei gegenübe schuli-
schem Le nen (OECD, 2015), üh zu eine Abhängigkei om schulischen E olg.
Misse olge können soga das Selbs bild und die psychische S abili ä on Mädchen
beein äch igen. Auch können sie sich als psychosoma ische Beschwe den niede -
schlagen, die on Mädchen häu ige be ich e we den (König e al., 2011). Dami e -
bunden sind die E gebnisse zum kö pe lichen Wohlbe inden, die in de Sekunda -
s u e bei Mädchen deu lich nied ige aus allen. Au g und de ge ingen E ek s ä ken,
insbesonde e bei den In e ak ionse ek en, soll en die E gebnisse jedoch mi Vo sich
in e p e ie und nich übe gene alisie we den.
Im Hinblick au die E gebnisse on Schüle *innen, die sich nich mi einem binä-
en Geschlech iden i izie en, zeigen die o liegenden quan i a i en Analysen, dass sie
in säm lichen Dimensionen des Wohlbe indens endenziell nied ige e We e au wei-
sen als Mädchen und Jungen. In den quali a i en Aus üh ungen läss sich das insbe-
sonde e an den Fällen on Kim und Leo nach ollziehen. Hie bei zeig sich, dass nich

69
Geschlech sbezogene Un e schiede des Wohlbe indens on Kinde n und Jugendlichen
das Geschlech allein übe das Wohlbe inden en scheide , seh wohl abe de Umgang
und die Akzep anz des sozialen Um eldes be o ene junge Menschen (Kelley e al.,
2022). So zeig e sich be ei s in ande en Un e suchungen, dass sich nich -binä e Kin-
de und Jugendliche in ih em El e nhaus im Kon ex de Pandemie nich wohlge ühl
haben (Mi chell e al., 2022), was sich auch in den hie da ges ell en Fällen zeig . Kim
und Leo wü den sich bei P oblemen niemandem aus dem amiliä en Um eld an e -
auen. Au g und de ge ingen Fallzahl müssen die o liegenden E gebnisse mi Vo -
sich in e p e ie we den. In zukün igen Un e suchungen soll e gep ü we den, ob
sich die beobach e en Hinweise au ein insgesam nied ige es Wohlbe inden in den
un e schiedlichen Dimensionen bei nich -binä en Schüle *innen in g öße en S ich-
p oben bes ä igen lassen. E gänzend könn en e ie ende quali a i e S udien wich ige
Einblicke in mögliche U sachen lie e n.
In de o liegenden S udie wu de die P ü ung de Messin a ianz zwischen den
Geschlech e n au g und de Komplexi ä de Da ens uk u nich wei e e olg .
S a dessen e möglichen die Va ianzanalysen eine e s e di e enzie e Be ach ung
geschlech sspezi ische Un e schiede im Wohlbe inden, zumal die eingese z en Ska-
len be ei s in ühe en S udien e olg eich alidie wu den. Pe spek i isch e schein
es sinn oll, im Sinne eine noch di e enzie e en E assung, bspw. des schulischen
Wohlbe indens, wie e wa bei Hasche e al. (2018) o geschlagen, an eine wei e en
Op imie ung de Skalen zu a bei en, um e wei e e Analysen, wie e wa die He s ellung
on Messin a ianz, in Zukun s ä ke zu be ücksich igen. Zudem wä e me hodisch
und heo e isch zu bemängeln, dass in diesem A ikel keine wei e en Fak o en eine
möglichen e höh en Vulne abili ä ge es e wu den. Ausgehend on einem in e sek-
ionalen Ungleichhei s e s ändnis üh besonde s die Kumula ion meh e e Fo men
on Ma ginalisie ung und Disk iminie ung zu eine meh achen Benach eiligung
(Ke n e al., 2020). Somi e schein die alleinige Be ach ung des Geschlech s wohl-
möglich nich aus eichend, jedoch wu de ausgehend zahl eiche S udien im Kon ex
de Pandemie das Geschlech als ein besonde e Risiko ak o iden i izie (u. a. Zhou
e al., 2020). Aus diesem G und wu de sich an diese S elle ü diese Schwe punk -
se zung mi einem eigenen Kapi el en schieden. Die Be ach ung wei e e Ungleich-
hei sdimensionen inde sich in Kapi el5 des Sammelbands.
4.8 Fazi
An diese S elle läss sich die Vulne abili ä on jungen F auen und nich -binä en
Jugendlichen es hal en. Obwohl Mädchen in de P ima s u e au einigen Wohlbe-
indens-Skalen höhe e We e au weisen als Jungen, sind die Di e enzen weibliche
Jugendliche e glichen mi ih en männlichen Pee s in de Sekunda s u e umso au -
ällige . Diese E gebnisse demons ie en die mi dem Al e s eigende Vulne abili ä
on Mädchen im Jugendal e . Die G ünde da ü lassen sich nich eindeu ig es legen,
indes können sie au ein Zusammenspiel aus biologischen, gesellscha lichen und in-
di iduellen Ein lüssen eingeg enz we den. Besonde s in K isenzei en können diese
e höh sein, wie Un e suchungen zum Umgang mi Qua an äne zeigen (G ommé,
70 E a G ommé & Ka olina Van oyen
Rein jes & Non e, 2023). Du ch egionales Moni o ing on Kinde n und Jugend-
lichen könn en die speziellen Bedü nisse ma ginalisie e G uppen s ä ke in den
Blick genommen we den. Hie du ch könn en o allem schulische Angebo e, die eine
Möglichkei zum Aus ausch un e Pee s ode indi iduelle und p o essionelle Be a-
ung bie en, spezi isch einge ich e we den. Auch ein gu es Schulklima kann dabei
hel en, die men ale Gesundhei on Kinde n und Jugendlichen zu schü zen (Anche a
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79
Be ach ungen di e si ä sspezi ische Ungleichhei en
ne Kapi al im sozialen Feld mi dem Ziel, dieses zu nu zen und zu e meh en. Be-
deu end sind dabei das ökonomische, kul u elle und soziale Kapi al (Bou dieu, 1982).
Ökonomisches Kapi al um ass alle Fo men ma e iellen Besi zes. Kul u elles Kapi al
beinhal e ma e ielle Besi z üme wie Büche ode Kuns we ke und Familia i ä mi
Kuns und Kul u sowie Bildungsabschlüsse. Soziales Kapi al um ass Beziehungen,
die du ch Un e s ü zung nu zba gemach we den können, z. B. die Ve mi lung eines
A bei spla zes (Fuchs-Hein i z& König, 2011). Bou dieus Theo ie is gep äg on de
„Akkumula ion, Umse zung und Ve we ung“ (Bou dieu, 1982, S.153) des Kapi als,
das sich übe die Zei kumulie en und in e schiedenen Ve eilungen au e en kann.
Genaue be ach e beinhal e das soziale Kapi al alle „Ressou cen, die au de
Zugehö igkei zu eine G uppe be uhen“ (Bou dieu, 1982, S.238), ohne zwischen
Quan i ä und Quali ä de Beziehungen zu un e scheiden. Auch wenn Bou dieu es
in seine Kapi al heo ie nich ausd ücklich he o heb , läss sich a gumen ie en, dass
soziales Kapi al nich nu als ökonomische Ressou ce, sonde n auch als Ressou ce ü
die Gesundhei nu zba is . In de Gesundhei s o schung spiel soziale Un e s ü zung
eine wich ige Rolle als Ressou ce gegen Belas ungen, insbesonde e in Bezug au die
Quali ä on Beziehungen (Vonneilich, 2020). Soziale Un e s ü zung is besonde s
wi ksam, wenn sie als o handen und posi i emp unden wi d, wobei es nich da au
ankomm , dass sie a sächlich einge o de wi d, sonde n da au , dass sie als e üg-
ba wah genommen wi d (Uchino, 2009). Die wah genommene soziale Un e s ü -
zung zeig zudem einen posi i en Ein luss au das Wohlbe inden on Kinde n und
Jugendlichen (Chu e al., 2010).
Das Wohlbe inden on Kinde n und Jugendlichen um ass meh e e Dimensio-
nen (Lucas& Diene , 2015). Die Bewe ung de eigenen Lebensquali ä en scheide
übe die Ausp ägung des Wohlbe indens (Ry , 1995), wobei posi i e und nega i e
Aspek e einbezogen we den (Diene , 1994). F eude und Glück gel en beim Wohlbe-
inden als zen ale Elemen e (Hasche e al., 2018). Da Kinde und Jugendliche einen
g oßen Teil ih e Zei in de Schule e b ingen, sind besonde s das do emp undene
Wohlbe inden und die kogni i -a ek i en Bewe ungen, die beispielsweise in Bezug
au Leis ungsaspek e ode soziale Beziehungen s a inden, on Bedeu ung (Hasche ,
2004). Das schulische Wohlbe inden kann du ch schlech e E ah ungen in de Schule
beein äch ig we den, wie z. B. Mobbing (And eou e al., 2020). Jedoch sind auch
die Vo ausse zungen im häuslichen Um eld ein Indika o ü das Wohlbe inden on
Kinde n und Jugendlichen (Obe meie , 2021). Kumulie en sich sozioökonomische
Risiko ak o en, wi d da on ausgegangen, dass Pe sonen en sp echend auch eine hö-
he e Ve le zlichkei bzw. Vulne abili ä au weisen, was sich zudem nega i au die
Gesundhei auswi ken kann (Mon euil e al., 2023). So zeigen Kinde und Jugend-
liche mi e meh en Risiko ak o en ein nied ige es Wohlbe inden (Liming& G ube,
2018). In ande en S udien wiede um kann kein eindeu ige Zusammenhang zwischen
den sozioökonomischen Ressou cen und dem Wohlbe inden es ges ell we den (Pe-
e mann e al., 2019).

80 E a G ommé, Sonja Non e & Ch is ian Rein jes
5.3 Empi ische Be unde zu Wohlbe inden und Ungleichhei en
wäh end de COVID-19-Pandemie
Be ei s o de Pandemie ließen Be unde Rückschlüsse au den Zusammenhang zwi-
schen dem schulischen Wohlbe inden und dem häuslichen Hin e g und zu (Obe -
meie , 2021). So sind beispielsweise die E gebnisse zum Zusammenhang zwischen
schulischen Leis ungen und dem Bildungshin e g und de El e n eindeu ig: Kinde
und Jugendliche, in de en Haushal wenige Büche o handen sind, schneiden in de
Schule schlech e ab (Schwippe , 2019).
Schon ühzei ig in de Pandemie wu de eine e höh e Vulne abili ä bes imm-
e Kinde und Jugendlichen in Bezug au das Wohlbe inden he o gehoben. Die
ü Deu schland ep äsen a i e S udie COVID-19 and Psychological Heal h (COPSY,
u. a. Ra ens-Siebe e e al., 2022) e ass e übe die Pandemie hinweg zu d ei Mess-
zei punk en die Lebensquali ä und men ale Gesundhei on Kinde n und Jugend-
lichen im Kon ex de Pandemie. Dabei konn e beobach e we den, dass besonde s zu
Beginn de Pandemie ein hohes Belas ungsemp inden o lag. Insbesonde e Kinde
und Jugendliche mi einem nied ige en sozialökonomischen S a us (SES) zeig en eine
nied ige e Lebensquali ä und ein doppel so hohes Risiko ü psychische Au ällig-
kei en (Reiß e al., 2022). E ass wu de de SES in de COPSY-S udie übe den el e -
lichen Bildungss and in Fo m des höchs en e wo benen Abschlusses. Übe häusliche
Fak o en (u. a. nied ige SES, psychische P obleme de El e n ode Mig a ionshin e -
g und) konn e dabei eine „Risikog uppe“ (Ra ens-Siebe e e al., 2023, S.6) iden i-
izie we den. Bis 2022 ha en sie eilweise ein ün ach e höh es Risiko, P obleme mi
de men alen Gesundhei zu en wickeln.
Besonde s in de Phase de Schulschließungen zeig e zudem die ge inge e Ve üg-
ba kei äumliche Rückzugsmöglichkei en wie z. B. ein eigenes Zimme (Lips e al.,
2022), die mi ge ingen ökonomischen Ressou cen assoziie sind, einen nega i en
E ek au die Lebensquali ä on Kinde n und Jugendlichen (Fel e e al., 2023). Diese
Be und konn e in den S udien Kindhei und Co ona (KiCo) und Jugend und Co ona
(JuCo) des Deu schen Jugendins i u s (DJI) bes ä ig we den (u. a. And esen e al.,
2022). Besonde s inanziell schlech e ges ell e Familien ühl en sich in den e s en
Phasen de Pandemie s ä ke belas e (And esen e al., 2020).
Finanzielle Belas ungen haben dabei nich nu einen di ek en E ek au das all-
gemeine Be inden, sonde n können auch zu psychischen Belas ung on El e n sowie
de El e n-Kind-Beziehung üh en, wie Maiya e al. (2024) in eine längsschni lichen
Un e suchung es s ellen konn en. Un e de Be ach ung selbs be ich e e Da en
on e wa 600 Familien zeig e sich, dass beg enz e inanzielle Ressou cen wäh end
de Pandemie mi dep essi en Symp omen de El e n e bunden wa en. Dies wa
wiede um mi eine ge inge en el e lichen Akzep anz gegenübe ih en jugendlichen
Kinde n assoziie . Jugendliche, die sich on ih en El e n wenige akzep ie ühl en,
zeig en dann selbs dep essi e Symp ome und eine höhe e Wah scheinlichkei , zu
Jugendk iminali ä zu endie en (Maiya e al., 2024). Ande e Be unde zeigen, dass
Familien mi nied ige em sozioökonomischen S a us in de Pandemie o wei e en
81
Be ach ungen di e si ä sspezi ische Ungleichhei en
He aus o de ungen s anden, wie wi scha lichen Schwie igkei en, zei au wendigen
A bei en und ge inge en pädagogischen Kompe enzen, was ih e Fähigkei zu Un e -
s ü zung des Le nens zu Hause einsch änk e (T e iño e al., 2021). El e liche Un e -
s ü zung gil als wich ige Ein luss ak o des kindlichen Wohlbe indens im Kon ex
de Pandemie (Tang e al., 2021; Engelke e al., 2022; Gaya i& I awa y, 2022). Eine
gemeinsame Be ach ung sozioökonomische Ein luss ak o en und soziale Indika-
o en au das Wohlbe inden im schulischen Kon ex wäh end de Pandemie wu de
bishe nich genaue be ach e . Dieses Deside a wi d im o liegenden A ikel un e -
such .
5.4 F ages ellungen des o liegenden A ikels
Da on ausgehend, dass Benach eiligungen au g und komplexe S uk u en zu Tage
e en, sollen die Ungleichhei sdimensionen anhand on sozioökonomischen und so-
zialen Indika o en sowie anhand des häuslichen Sp achgeb auchs au de G undlage
de S udien Mun e mache und SchuCo di e enzie be ach e we den. Im Fokus des
Bei ags s ehen F agen, in welchem Zusammenhang Un e schiede in den amilialen
(sozialen) und häuslichen, kul u ellen sowie ma e iellen Ressou cen/Auss a ung mi
1. dem schulischen Wohlbe inden (sozial und leis ungsbezogen) sowie dem Siche -
hei sge ühl in de Schule im Spezi ischen und
2. de ückblickenden Wah nehmung de Schulschließungen s ehen.
3. Des Wei e en wi d de Zusammenhang mi de Anzahl an Fehl agen au g und
on Qua an äne be ach e .
5.5 Me hodisches Vo gehen
Als G undlage ü die Bean wo ung we den die Da en aus de zwei en Mun e ma-
che E hebung sowie de S udie Schule und Co ona (SchuCo) genu z , die im F üh-
jah 2022 e hoben wu den. Die Anlage diese S udien wi d aus üh lich im Kapi el2
in diesem Band besch ieben. Fü diesen Bei ag konn en insgesam 1305 Fälle be-
ücksich ig we den. Das du chschni liche Al e lag bei M = 12.8 (SD = 3.2) Jah en.
41% (n = 519) de be ag en Kinde und Jugendlichen ühl en sich dem männlichen
Geschlech zugehö ig, 57.5% (n = 728) dem weiblichen und 1.5% (n = 19) wähl en die
An wo op ion „di e s“ ( ü 39 Fälle liegen keine Da en o ).
5.5.1 E assung on Hin e g undme kmalen
Sozioökonomische Fak o en. De sozioökonomische Hin e g und wu de du ch e -
schiedene Wohls andsindika o en e ass ( gl. Tab. 1). Hie zu gehö u. a. de zu
Ve ügung s ehende Wohn aum (0 „eigenes Zimme “, 1 „ge eil es Zimme “). Zudem
wu den de Büche besi z (1 „1–10“ bis 5 „meh als 200“, Bos e al., 2012), de zu Hause
übliche Sp achgeb auch (Wie o wi d bei di zu Hause deu sch gesp ochen? 1 „nie“
82 E a G ommé, Sonja Non e & Ch is ian Rein jes
bis 4 „imme “, Abs e al., 2007) und die Ve ügba kei digi ale Endge ä e zu Hau-
se abge ag , da un e Lap op, Table , Compu e und E-Book-Reade (angelehn an
Wilmes e al., 2020). Des Wei e en wu de das Geschlech (1 = männlich, 2 = weiblich,
3 = di e s) e hoben.
Häusliche Be euung und soziale Un e s ü zung. De F agebogen um ass e einige
F agen zu sozialen Un e s ü zung in de Familie sowie zu Be euungssi ua ion all-
gemein sowie wäh end de Schulschließungen. Da un e olgende F agen: (1) „Has
du das Ge ühl, dass zu Hause imme jemand ü dich da is , de sich um dich küm-
me ?“ (An wo op ionen: ja; mal so, mal so und nein; S elling, 2018) (im Folgenden:
häusliche Be euung). (2) „Kanns du jemanden agen, wenn du Un e s ü zung bei
deinen (Haus‐)Au gaben b auchs ?“ Fil e ( alls ja): „Wo ags du nach, wenn du
Un e s ü zung bei deinen (Haus‐)Au gaben b auchs ?“ (nu ele an e An wo op ion
„zu Hause“ be ücksich ig , S elling, 2018) (im Folgenden: Hausau gabenhil e zu Hau-
se). (3) „…und wie wa das als Du zu Hause le nen muss es und nich in die Schule
du es ? Ha es Du das Ge ühl, dass zu Hause imme jemand ü Dich da wa , de
sich um dich kümme n konn e?“ (1 = ja; 2 = mal so, mal so; 3 = Nein; 4 = ich kann mich
nich e inne n, Eigenen wicklung) (im Folgenden: Be euung wäh end Co ona) so-
wie „Wie is die Si ua ion zu Hause? Wenn du an dieses Schuljah denks … ha e ich
das Ge ühl zu Hause ge ech behandel zu we den“ (1 = nie; 2 = sel en; 3 = manchmal;
4 = o ; 5 = imme , Eigenen wicklung).
5.5.2 Ins umen e zu E assung de un e such en Me kmale
Leis ungsbezogenes schulisches Wohlbe inden. Die Skala des leis ungsbezogenen schu-
lischen Wohlbe indens wu de dem KINDL-R-In en a (Ra ens-Siebe e  & Bullin-
ge , 2000) en nommen und leich modi izie . So wu den zwei I ems aus dem KID-
SCREEN-In en a (Ra ens-Siebe e e al., 2014) hinzuge üg . Die I ems beziehen sich
au die Bewäl igung on Au gaben in de Schule, wobei die Kinde und Jugendlichen
da um gebe en wu den, sich in die e gangene Woche hineinzu e se zen. Sie konn-
en dann eine Bewe ung ü I ems wie „In de le z en Woche habe ich die Au gaben
gu gescha “ abgeben. Bei dem An wo o ma de Skalen handel es sich um eine
ün s u ige Ra ing-Skala (1 „nie“ bis 5 „imme “).
Schulisches Wohlbe inden mi sozialen Aspek en. Angelehn an das Ins umen zu
E assung des schulischen Wohlbe indens aus de S udie zu En wicklung on Ganz-
agsschulen (S EG, Hol appels e al., 2012) sowie an die Skala Wohlbe inden de Schü-
le innen und Schüle in de Schule (Ge ech e al., 2012) wu den ün I ems o mulie ,
die das allgemeine schulische Wohlbe inden e assen („Ich bin ge n in de Schule“),
abe auch Aspek e des sozialen Mi einande s („In de Schule bin ich ge ne mi mei-
nen Mi schüle innen und Mi schüle n zusammen.“) sowie das Ge ühl de Siche hei
(„In de Schule ühle ich mich siche .“) um assen. Le z e es wi d in den olgenden
Analysen explizi be ach e . Die An wo op ionen wa en ie s u ig und eich en on
1 „s imm ga nich “ bis 4 „s imm genau“.
83
Be ach ungen di e si ä sspezi ische Ungleichhei en
Pandemiebezogene Indika o en. Im Rahmen de S udien wu den un e schiedliche
pandemiebezogene Fak o en e hoben. So soll e u. a. eine unge äh e Anzahl an Fehl a-
gen au g und on Qua an äne eingeschä z we den. Diese F age ging eine Fil e age
o aus, in de abge ag wu de, ob sich das be ag e Kind ode de Jugendliche, in
Qua an äne begeben muss e. De Umgang mi Schulschließungen wu de e ospek i
mi einem I em e hoben: „Wie ging es di pe sönlich dami , dass du wegen Co ona
nich in die Schule du es ?“ (1 „seh schlech “ bis 5 „seh gu “).
5.5.3 Auswe ungsme hoden
Die Da en wu den zunächs in IBM SPSS© S a is ics Ve sion 27 (IBM Co p, Released
2021) au be ei e . Im Anschluss da an wu den in Mplus 8.8 (Mu hén& Mu hén, 1998–
2017) Typen au de G undlage des Ve ah ens de la en en Klassenanalyse gebilde .
Dieses Vo gehen wu de bewuss gewähl , da bei eine Kumulie ung e schiedene
Ungleichhei sindika o en, e wa in Fo m eines Sozialindexes, Un e schiede nich di -
e enzie genug be ach e we den können (Schei haue e al., 2004). Anhand eine
Typenbildung können en sp echend de spezi ischen Auswi kungen un e schiedliche
Benach eiligungen deu liche he ausges ell we den (Boga e al., 2016). Folgende Va-
iablen wu den bei de la en en Klassenanalyse be ücksich ig : Zimme (allein ode
ge eil ), Sp achgeb auch, Lap op, Compu e , Table , E-Book-Reade , Büche anzahl zu
Hause, Be euung zu Hause allgemein, Be euung zu Hause wäh end de Schulschlie-
ßungen, Hausau gabenhil e zu Hause sowie das Ge ühl, zu Hause ge ech behandel
zu we den („nie“, „sel en“, „manchmal“, „o “, „imme “). Die genann en Va iablen
wu den als ka ego iale Va iablen in Mplus angegeben und de obus e Schä ze MLR
genu z . Die Anzahl de Fälle, die au g und on ehlenden We en au allen be ück-
sich ig en Va iablen ausgeschlossen wu den, be ug n = 81. Die Klassenlösungen
wu den au de G undlage eines Ve gleichs de Fi we e zwischen den un e schied-
lichen Klassenlösungen e glichen. Zunächs wu den die Pa ame e ü eine Zwei-
klassenlösung geschä z , dann sukzessi e eine wei e e Klasse hinzugenommen (bis
zu sechs Klassen). Anschließend wu den die Fi we e mi einande e glichen. Hie
wa en insbesonde e das Bayesian In o ma ion C i e ia (BIC), das Akaike In o ma ion
C i e ion (AIC) sowie de adjus ie e BIC (aBIC) on Rele anz. Je ge inge de We
is , des o besse schein die implizie e Klassenlösung mi den beobach e en Da en
übe einzus immen. In Mplus können zudem die En opy (Nähe ungswe on 1), je-
doch ohne eindeu igen Cu -o -We (Celeux& So omenho, 1996) als En scheidungs-
hil e he angezogen we den sowie de implemen ie e Vuo-Lo-Mendell-Rubin-Tes
(signi ikan es E gebnis deu e au Un e schied zu o igen Klassenlösung hin). Ein
wei e es K i e ium is de App oxima e Bayes Fac o , de eine ela i e Modellanpas-
sung quan i izie . Ein We > 10 deu e au eine seh s a ke E idenz ü die jeweilige
Klassenlösung hin (Ra e y, 1999). Die Analysen wu den mi un e schiedlichen S a -
we en wiede hol , un e ande em, um lokale s ochas ische Maxima zu e meiden.
Die Fi we e inden sich in Tabelle1 dokumen ie . Au de G undlage de o liegen-
den In o ma ionen wu de die Vie -Klassen-Lösung als die bes e Lösung iden i izie .
84 E a G ommé, Sonja Non e & Ch is ian Rein jes
De We ü den App oxima e Bayes Fac o be äg 28.2 und deu e eben alls au eine
s a ke E idenz ü die Vie -Klassen-Lösung hin.
Tab. 1: La en e Klassenlösungen
AIC BIC aBIC VUONG-LO-
MENDELL-
RUBIN
(p<) En opy
2 classes 20 266.26 20 499.08 20 356.14 985.12 0.001 0.75
3 classes 19 862.12 20 213.95 19 997.94 447.43 0.102 0.73
4 classes 19 687.18 20 158.01 19 868.95 219.60 0.006 0.72
5 classes 19 624.57 20 214.40 19 852.28 107.96 0.767 0.71
6 classes 19 594.26 20 303.10 19 867.91 75.84 0.759 0.72
Ein wei e es wich iges En scheidungsk i e ium is die Da s ellung de Zuo dnungs-
wah scheinlichkei en ü die „mos likely class membe ship“ in de Diagonale. Hie
liegen die We e bei de Vie -Klassen-Lösung bei .89 (class 1), .79 (class 2), .82 (class
3) und bei .84 (class 4). Nach Nagin (2005) soll en diese bei mindes ens .70 liegen, was
ü alle Klassen e üll is . Auch de nich signi ikan e Lo-Mendell-Rubin likelihood
a io es (LMR-LRT) deu e au die Vie -Klassen-Lösung hin, sodass diese ü die
wei e en Analysesch i e angenommen wi d.
Zunächs wi d da geleg , in welchen Me kmalen sich die la en en Klassen, die
im Folgenden als Typen bezeichne we den, ein desk ip i un e scheiden. Die Fo -
schungs agen 1 bis 3 we den anschließend mi Hil e on SPSS au de G undlage on
K euz abellen und uni a ia en Va ianzanalysen bean wo e . Fü Va ianzanalysen
kann das pa ielle E a-Quad a als Maß ü die S ä ke eines E ek s wie olg in e -
p e ie we den: We e um .01 en sp echen einem kleinen, um .06 einem mi le en
und um .14 einem g oßen E ek (Cohen, 1988). Bei den K euz abellen wi d Kendall-
Tau-b in e p e ie . Diese kann We e on -1 bis +1 annehmen und ähnlich wie de
Ko ela ionskoe zien in e p e ie we den.
5.6 E gebnisse
5.6.1 Besch eibung de la en en Klassenme kmale (Typen)
Die ie Typen un e scheiden sich in den Me kmalen, die zu Klassenbildung he an-
gezogen wu den. Besonde s deu lich zeig sich hie , dass sich die sozioökonomischen
Me kmale de Familien de Kinde und Jugendlichen, wie das kul u elle und ökono-
mische Kapi al, zunächs o allem im Ni eau (linea ) un e scheiden. Dies gil jedoch
nich ü die häusliche Un e s ü zung und Be euungssi ua ion in den Familien. Hie
zeigen sich Mus e , die au quali a i e Un e schiede zwischen den Lebenssi ua ionen
de Be ag en hindeu en. Abbildung1 zeig die ie Typen mi den jeweiligen Aus-
p ägungen.

85
Be ach ungen di e si ä sspezi ische Ungleichhei en
Typ 1: P i ilegie . Typ 1 zeichne sich du ch hohe We e bei allen be ach e en Me k-
malen aus. Kinde und Jugendliche diesen Types e ügen übe ein hohes ökonomi-
sches (digi ale Ge ä e, Zimme allein) und kul u elles Kapi al (Büche anzahl, E-Book-
Reade ). 91% geben an, imme Deu sch zu Hause zu sp echen, 94% haben ein eigenes
Zimme und e ügen übe einen Compu e und 95% übe ein Table zu Hause. Die
Kinde und Jugendlichen des Typs 1 inden zu Hause imme eine Ansp echpe son ü
Ih e Belange (97%), e hal en zu Hause Un e s ü zung bei Hausau gaben (89%), ha -
en wäh end Co ona häu ige eine Ansp echpe son zu Hause (79%) und ühlen sich
zu Hause häu ige als die ande en Typen ge ech behandel (68%). Insgesam lassen
sich n = 581 diese Klasse zuo dnen.
Typ 2: Ökonomisch/kul u ell ehe schwach, jedoch gu e Be euungssi ua ion. Kinde
und Jugendliche, die dem Typ 2 (n = 313) zugeo dne we den, e ügen übe ge inge-
es ökonomisches und kul u elles Kapi al, ühlen sich zu Hause abe gu be eu und
ge ech behandel . Ca. 27% de Kinde und Jugendlichen eilen sich ein Zimme . Ein
Table haben 65% de Be ag en, einen Lap op 66%. Nu jedes zehn e Kind ode je-
de* zehn e Jugendliche ha meh als 200 Büche zu Hause und es sind keine E-Books
in den Familien e ügba . De Sp achgeb auch zu Hause is lediglich zu 57% imme
Deu sch. Diese Typ weis jedoch hohe We e im Be eich de häuslichen Be euung
au . 95% geben an, imme jemanden als Ansp echpe son zu Hause zu haben, 72%
e hal en do auch Un e s ü zung bei den Hausau gaben, wenn F agen au e en und
haben das Ge ühl, zu Hause ge ech behandel zu we den (69%).
Typ 3: Schlech e Be euungssi ua ion, abe ökonomisch/kul u ell s a k. De Typ 3
(n = 241) zeichne sich du ch hohes ökonomisches und kul u elles Kapi al aus, Kinde
und Jugendliche dieses Typs inden jedoch wenige , dass zu Hause imme jemand
ü sie da is , e hal en wenige Un e s ü zung bei Hausau gaben, ha en wenige An-
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Typ 1 Typ 2 Typ 3 Typ 4
Abb. 1: P ozen uale Ve eilung de un e such en Me kmale ü die ie Typen.
86 E a G ommé, Sonja Non e & Ch is ian Rein jes
sp echpe sonen wäh end de Schulschließungen zu Hause und haben auch wenige
das Ge ühl, zu Hause ge ech behandel zu we den. Die ökonomischen und kul u el-
len Gü e sind ähnlich zu Typ 1 p i ilegie e eil . Im Ve gleich zu diese G uppe
gib jedoch nu ein Vie el de Kinde und Jugendlichen an, zu Hause imme eine
Ansp echpe son o zu inden. Ähnlich hoch is de An eil, de angib , wäh end de
Schulschließungen eine Ansp echpe son zu Hause gehab zu haben. Die Un e s ü -
zung bei den Hausau gaben e olg imme hin noch bei 61%. Das Ge ühl, zu Hause
imme ge ech behandel zu we den, eilen hingegen nu 10% de Kinde und Jugend-
lichen dieses Typs.
Typ 4: Benach eilig . Typ 4 is das Pendan zu Typ 1 p i ilegie . Kinde und Ju-
gendliche dieses Typs haben au allen Va iablen deu lich ge inge e We e im Ve -
gleich zu den ande en Typen. 31% eilen sich ein Zimme , nu 35% sp echen zu Hause
imme Deu sch, ein Table ode Lap op is nu bei 55% de Be ag en o handen.
E-Books gib es in den Familien nich und auch nu wenige Familien haben meh
als 200 Büche (9%). Lediglich 24% geben an, zu Hause imme eine Ansp echpe son
o zu inden, 20% e hal en Un e s ü zung bei F agen zu Hausau gaben. Wäh end den
Schulschließungen anden 7% eine Ansp echpe son zu Hause o . Insgesam geben
zudem lediglich 8% an, sich zu Hause ge ech behandel zu ühlen. Insgesam lassen
sich n = 134 diese Klasse zuo dnen.
Im Folgenden we den wei e e Cha ak e is ika wie Geschlech , Al e und Schul-
o mzugehö igkei di e enzie nach den ie Typen be ich e . Diese sind in Tabelle2
abgebilde .
Hinsich lich des Geschlech s zeig sich eine leich e Übe ep äsen a ion des weib-
lichen Geschlech s bei den Typen 3 und 4. De An eil an Kinde n und Jugendlichen,
die di e s als An wo op ion wählen, lieg besonde s hoch bei Typ 4 (3.7%). Die
Un e schiede sind signi ikan (Χ2 = 23.09, d = 6, p≤.001).
Besonde s in e essan is die Beobach ung, dass de An eil de Gesam schüle *in-
nen bei allen ie Typen bei ca. 12 bis 15% lieg . Des Wei e en wi d deu lich, dass in
Typ 1 übe p opo ional iele G undschüle *innen anzu e en sind (28.7%) sowie in
Typ 4 e gleichsweise sel ene (10.2%). Gymnasias *innen sind besonde s häu ig bei
Typ 1 und 3, den Typen mi dem höchs en ökonomischen/kul u ellen Kapi al, o zu-
inden. Die Un e schiede sind signi ikan (Χ2 = 209.61, d = 18, p≤.001).
Hinsich lich des Du chschni al e s un e scheiden sich insbesonde e Typ 1 mi
den jüngs en Kinde n bzw. Jugendlichen (M = 12.37, SD = 3.39) on Typ 4 mi dem
höchs en Al e (M = 13.83, SD = 2.72), wobei Typ 1 die g öß e S euung au weis . In
Pos -Hoc-Tes s in uni a ia en Va ianzanalysen un e scheiden sich Typ 1 und 4 abe
auch Typ 1 und 3 signi ikan un e einande . Typ 3 und 4 sowie Typ 1 und 2 un e schei-
den sich hingegen nich signi ikan .
87
Be ach ungen di e si ä sspezi ische Ungleichhei en
Nachdem die Typen aus üh lich cha ak e isie wu den, we den im Folgenden die
F ages ellungen zu Un e schieden hinsich lich des schulischen Wohlbe indens, zum
Umgang mi Schulschließungen und zu Fehl agen au g und on Qua an äne bea bei-
e .
5.6.2 F ages ellung 1: Un e schiede im schulischen Wohlbe inden sowie im
Siche hei sge ühl in de Schule
Anhand on uni a ia en Va ianzanalysen mi Pos -Hoc-Tes wi d de F age nach-
gegangen, inwiewei sich die Typen hinsich lich des schulischen Wohlbe indens und
des Siche hei sge ühls in de Schule un e scheiden. In Mun e mache und SchuCo
wu den zwei Face en des schulischen Wohlbe indens e ass : Zum einen Aspek e
de Leis ungsbe ei scha in de Schule (schulisches Wohlbe inden in Bezug au Leis-
ung) sowie ehe soziale Aspek e, die das Eingebundensein in de Schule in den Blick
nehmen (schulisches Wohlbe inden in Bezug au soziale Aspek e). Aus de le z ge-
nann en Skala wi d das Einzeli em „In de Schule ühle ich mich siche “ ( ie s u ig:
1 = „s imm ga nich “ bis 4 = „s imm genau“) noch einmal explizi und Un e schie-
de in Fo m eine K euz abelle be ach e .
Tab. 2: Zen ale Cha ak e is ika de ie Typen
Typ 1 (n = 581)
p i ilegie
Typ 2 (n = 313)
ökonomisch/
kul u ell ehe
schwach abe gu
be eu
Typ 3 (n = 241)
schlech be eu
abe ökonomisch/
kul u ell s a k
Typ 4 (n = 134)
benach eilig
% % % %
Geschlech
Männlich 42.7 46.6 31.9 35.8
Weiblich 56.8 52.1 65.5 60.4
Di e s 0.5 1.3 2.6 3.7
Schul o m
G undschule 28.7 22.4 15.1 10.2
Gesam schule 12.6 12.2 14.6 14.6
Gymnasium 45.3 19.6 43.9 23.4
Realschule 9.2 40.1 18.0 43.8
Haup schule 0.0 0.6 0.0 0.0
Sekunda -/Obe schule 4.0 5.1 8.4 7.3
Al e Ø 12.37
(SD=3.39)
Ø M=12.56
(SD=3.02)
Ø 13.81
(SD=3.07)
Ø 13.83
(SD=2.72)
88 E a G ommé, Sonja Non e & Ch is ian Rein jes
Tab. 3: Un e schiede de Typen hinsich lich des schulischen Wohlbe indens in Bezug au
Leis ung und soziale Aspek e sowie des Siche hei sge ühls in de Schule
Me kmale Typ 1
(n = 581)
Typ 2
(n = 313)
Typ 3
(n = 241)
Typ 4
(n = 134)
Tes -
s a is ik
p≤ E ek s ä ke (pa iel-
les E a-Quad a ; bzw.
Kendall-Tau-b)
SWL M = 4.02
(SD = 0.75)
M = 3.79
(SD = 1.84)
M = 3.29
(SD = 0.78)
M = 3.13
(SD = 0.81)
F(3, 1 272)=
37.38
.001 pa . η² = 0.08
(mi le e E ek )
SWS M = 2.93
(SD = 0.71)
M = 2.78
(SD = 0.68)
M = 2.51
(SD = 0.74)
M = 2.34
(SD = 0.77)
F(3, 1 272) =
37.20
.001 pa . η² = 0.08
(mi le e E ek )
SI Kendall-
Tau-b
= -0.189
.001 ge inge E ek
s imm
ga nich
4.1% 6.7% 9.2% 17.2%
s imm
ehe nich
17.7% 14.9% 26.8% 32.1%
s imm ehe 33.7% 38.7% 41.4% 29.9%
s imm genau 44.5% 39.7% 22.6% 20.9%
Anm.: SWL = Schulisches Wohlbe inden in Bezug au Leis ung ( ün s u ig), SWS = Schulisches
Wohlbe inden in Bezug au soziale Aspek e ( ie s u ig), SI = Einzeli em: In de Schule ühle
ich mich siche ., Typ 1 = p i ilegie , Typ 2 = ökonomisch/kul u ell ehe schwach jedoch gu
be eu , Typ 3 = schlech be eu abe ökonomisch/kul u ell s a k, Typ 4 = benach eilig .
Besonde s deu lich sind die Un e schiede beim schulischen Wohlbe inden ausgep äg ,
das den Leis ungsbezug ad essie . Hie weis Typ 1 den höchs en und Typ 4 den ge-
ings en Mi elwe au . Somi sind die Un e schiede dahingehend am s ä ks en aus-
gep äg . Abe auch Typ 2 und 3 un e scheiden sich in Pos -Hoc-Analysen signi ikan
oneinande : Typ 2 mi ge ingem ökonomisch/kul u ellem Kapi al, abe eine gu en
Be euungssi ua ion und Hausau gabenhil e zu Hause zeig höhe e We e als Typ 3
( iel ökonomisch/kul u elles Kapi al, abe wenig Be euung) und Typ 4. Insgesam
lieg ein mi le e E ek o . Insbesonde e Kinde und Jugendliche des Typs 4 ühlen
sich in de Schule mi den schulischen Au gaben ehe übe o de .
Die Un e schiede beim schulischen Wohlbe inden, welches ehe soziale Aspek-
e um ass , sind eben alls signi ikan , müssen insgesam jedoch als mi le e E ek
einges u we den. Analog zum leis ungsbezogenen schulischen Wohlbe inden zei-
gen auch hie Typ 1 die höchs en, Typ 4 die ge ings en We e (in Pos -Hoc-Analysen
un e scheiden sich alle bis au Typ 3 und 4 signi ikan ). Auch hie ha Typ 2 (ökono-
misch/kul u ell ehe schwach, abe gu e Be euung) höhe e Wohlbe indenswe e als
Typ 3 (und 4). En sp echend schein hie eine gu e häusliche Be euungssi ua ion im
Zusammenhang mi einem ausgep äg en schulischen Wohlbe inden zu s ehen.
Das I em „In de Schule ühle ich mich siche “ wu de noch einmal di e enzie
anhand eine K euz abelle un e such . Hie zeig sich eine ähnliche Ve eilung wie ü
die Va ianzanalysen zu o . De p i ilegie e Typ 1 weis die höchs en Zus immungs-
we e (44.5% s imm genau) und die ge ings en Ablehnungswe e (4.1% s imm ga
nich ) au . Bei Typ 4 benach eilig zeig sich dies e neu gegen eilig (20.9% s imm
genau; 17.2% s imm ga nich ). Nimm man die An wo op ion „s imm ehe nich “
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Tex anke
XXXX Ku z i el/sho i le XXXX
6 Kommunales K isenmanagemen
Die Be agung on Kinde n und Jugendlichen in Mülheim an de
Ruh zu Un e s ü zungsbeda en in Anbe ach on Qua an äne,
Isola ion und (Teil-)Schulschließungen1
Sonja Non e, Ch is ian Rein jes, Ha ald Ka u z & E a G ommé
Abs ak : Dem Wohlbe inden on Kinde n und Jugendlichen wi d nich zule z sei
dem Ausb uch de COVID-19-Pandemie e meh Au me ksamkei gewidme .
Welchen Ein luss die Schulschließungen sowie Qua an äne- und Isola ionsmaß-
nahmen au das Wohlbe inden on Kinde n und Jugendlichen haben, wu de egi-
onal in Mülheim an de Ruh im Kon ex de SchuCo-S udie un e such . Es liegen
signi ikan e E ek e in Bezug au den Zusammenhang zwischen e olg e Imp ung
und de Anzahl an Tagen, die Kinde und Jugendliche au g und on Qua an äne
und Isola ion zu Hause e b ingen muss en, o . De Bei ag e deu lich , dass
Qua an äne- und Isola ionsmaßnahmen seh ungleich bei Kinde n und Jugend-
lichen e eil wa en. Die be ag en Kinde und Jugendlichen nennen in diesem
Zusammenhang konk e e Hil sangebo e. Hie kann ein kommunales K isenma-
nagemen anse zen und Maßnahmenpläne e a bei en, die die Bedü nisse on
Kinde n und Jugendlichen zukün ig besse im Blick haben.
Schlagwö e : COVID-19-Pandemie; Imp ungen; Kinde und Jugendliche; Schul-
o mun e schiede; Wohlbe inden
6.1 Einlei ung
Die Co ona-Pandemie ha ie in die Lebenswel en on Kinde n und Jugendlichen
eingeg i en (Rein jes e al., 2021). Auch wenn die im Jah 2020 und 2021 ollzogenen,
zunächs lächendeckenden und anschließend egional beg enz en Schulschließun-
gen in den Folgejah en nich meh umgese z wu den, g i en dennoch, je nach In-
ek ionsgeschehen, wei e e Schu zmaßnahmen wie Qua an äne und Isola ion. Diese
Maßnahmen üh en in de Summe dazu, dass Kinde und Jugendliche zum Teil hohe
1 Diese Bei ag wu de deu lich gekü z und leich modi izie un e dem Ti el „Das Wohl-
be inden on Kinde n und Jugendlichen in Mülheim an de Ruh “ in SchVw NRW, 2023,
Ausgabe 5, S.154–157 on den Au o *innen dieses Bei ags e ö en lich .
100 Sonja Non e, Ch is ian Rein jes, Ha ald Ka u z & E a G ommé
schulische Fehlzei en au wiesen. Je nach Region, Al e ode Schul o m ielen diese
jedoch seh un e schiedlich aus (Sch äple e al., 2021). F aglich is , in welchem Zu-
sammenhang die schulischen Absenzen mi dem Wohlbe inden on Kinde n und Ju-
gendlichen s ehen. Da übe hinaus gil es zu p ü en, welche Kinde und Jugendlichen
besonde s s a k on Qua an äne und Isola ion be o en wa en und welche Un e s ü -
zungsangebo e sie sich wünschen. Diesen und wei e en F agen wu de im Kon ex de
S udie Schule und Co ona (SchuCo) nachgegangen, die on de S ad schulp legscha
ini iie sowie om Am ü Kinde , Jugend und Schule in Mülheim an de Ruh als
Teilp ojek des kommunalen psychosozialen K isenmanagemen s un e s ü z wo den
is .
6.2 Das Wohlbe inden on Kinde n und Jugendlichen
De zei wi d übe das Wohlbe inden on Kinde n und Jugendlichen, Leh k ä en e c.
in Medien und (Fach-)Publika ionen iel ach be ich e , es ehl jedoch nach wie o
eine einhei liche De ini ion (Dodge e al., 2012; G ommé e al., 2023; Ho mann e
al., 2022). Allgemein wi d Wohlbe inden als subjek i e Indika o ü die allgemeine
Lebensquali ä e s anden (Si gy e al., 2006) und als meh dimensionales Kons uk
de inie . Zudem um ass das Wohlbe inden sowohl a ek i e als auch kogni i e Be-
we ungen des eigenen Lebens bzw. spezi ische Lebensbe eiche (hedonisches Wohl-
be inden; z. B. Diene & Ryan, 2009). Auch Aspek e wie die Selbs e wi klichung und
indi iduelle Leis ungs ähigkei („posi i e psychological unc ioning“, Ry , 1995, S.99)
sind Bes and eil des Wohlbe indens. In de Psychologie, mi Bezug au das Konzep
de gesundhei sbezogenen Lebensquali ä , inden die Be eiche kö pe liches, men al-
psychisches und soziales Wohlbe inden Be ücksich igung (Bullinge , 2009). Dabei
ep äsen ie das Wohlbe inden die subjek i e E lebenskomponen e und g enz sich
dami on de Lebenszu iedenhei ab, die eine Bilanzie ung de Lebensbe eiche als
kogni i e Komponen e beinhal e .
6.3 Fo schungss and
Rein jes und im B ahm (2023) be echne en au de G undlage on am lichen S a-
is iken (Co ona Schnellmeldungen Online) ü die ün e Kalende woche desselben
Jah es, dass de An eil an Kinde und Jugendlichen, die au g und on Isola ion ode
Qua an äne age- und wochenweise nich in die Schule gehen du en, einem An eil
on 6.5% de gesam en Schüle scha in Deu schland en sp ach. Das solch eine Ab-
senz om Un e ich mi deu lichen Le n e lus en einhe gehen kann, zeig e be ei s
die heinland-p älzische MARKUS-S udie, imme hin eine Volle hebung ü das Fach
Ma hema ik ü alle ach en Klassen des Landes (Helmke& Jäge , 2002). Anhand de
Be unde aus diese S udie wi d deu lich, dass die Anzahl indi iduelle Fehlzei en ein-
zelne Schüle *innen im Zusammenhang mi de indi iduellen Leis ungsen wicklung

101
Kommunales K isenmanagemen
s eh : Je höhe die indi iduellen Fehlzei en einzelne Schüle *innen, des o ge inge
wa ih Le ne olg.
Neben den schul- und un e ich sbezogenen sowie kogni i en Folgen de Pande-
mie beleg en Fo schungsa bei en de e gangenen Jah e imme wiede auch Auswi -
kungen au das Wohlbe inden, die (men ale) Gesundhei sowie die Lebensquali ä on
Kinde n und Jugendlichen ( gl. Kapi el2). Zu ückge üh we den diese au eine pan-
demiebeding e Anhäu ung on Risiko ak o en au gesellscha liche (z. B. Schließung
on Be euungs- und Bildungsein ich ungen), amiliale (z. B. Meh achbelas ung
du ch Kinde be euung, Homeschooling und Homeo ice) und indi iduelle Ebene
(z. B. E ah ung häusliche Gewal ). Da übe hinaus bes eh eine g undlegende Di e -
genz des ealisie en Pandemiemanagemen s (zum Schu z on Kinde n, Jugendlichen
und ulne ablen Be ölke ungsg uppen) mi den Le n- und En wicklungs o aus-
se zungen sowie den Bedü nissen on Kinde n und Jugendlichen (Baumann e al.,
2021; Na ionale Akademie de Wissenscha en Leopoldina, 2021; Rein jes& B ahm,
2022). Zwa is die Anzahl an empi ischen S udien zum Wohlbe inden on Kinde n
und Jugendlichen in den e gangenen Jah en kon inuie lich gewachsen (u. a. Ande s
e al., 2021; Jensen& Reime , 2021; Ra ens-Siebe e e al., 2022), jedoch liegen bis
da o kaum S udien o , die die Pe spek i e on He anwachsenden zum Umgang mi
Schulschließungen, Qua an äne- und Isola ionsmaßnahmen au nehmen sowie nach
ih en Wünschen zu Un e s ü zungsangebo en agen. Ein sogenann es apid e iew
on Im an e al. (2020) komm zu dem Schluss, dass keine de iden i izie en S udien
so konzipie wu de, dass die Wah nehmungen und E ah ungen im Zusammenhang
mi Qua an äne aus de Pe spek i e on Kinde n und Jugendlichen e ass wu den.
Hie schließ die S udie Schule und Co ona (SchuCo) gemeinsam mi de Os-
nab ücke S udie Mun e mache eine wich ige Fo schungslücke. Im Zen um dieses
Bei ags s ehen olgende F agen:
1. Wie is das allgemeine Wohlbe inden sowie das subjek i e Emp inden Mülheime
Kinde und Jugendliche im Hinblick au die e olg en Schulschließungen ausge-
p äg ?
2. Welche Kinde und Jugendliche sind besonde s häu ig on Qua an äne- und Iso-
la ionsmaßnahmen be o en und in welchem Zusammenhang s eh dies mi dem
subjek i en Emp inden?
3. Welche Angebo e haben Kinde n und Jugendlichen bei de Bewäl igung des K i-
sengeschehens bzw. beim Umgang mi den Schulschließungen gehol en und wel-
che Angebo e wünschen Sie sich zukün ig?
6.4 Be unde zum Wohlbe inden aus de S udie Schule und Co ona
(SchuCo)
Die Online-Be agung on Kinde n und Jugendlichen im Kon ex de SchuCo-S u-
die ha im Feb ua und Mä z 2022 s a ge unden ( gl. Kapi el3). De Au u ü eine
Teilnahme e olg e übe Mail e eile de S ad schulp legscha . Insgesam be eilig en
102 Sonja Non e, Ch is ian Rein jes, Ha ald Ka u z & E a G ommé
sich N = 995 He anwachsende im Al e on 6 bis 20 Jah en (M = 12.4; SD = 3.2). De
An eil männliche Pe sonen lieg bei 44.0%, de An eil de weiblichen bei 54.5%, 1.6%
geben an, sich keinem de Geschlech e zugehö ig zu ühlen.2 De An eil an G und-
schüle *innen an de Gesam s ichp obe lieg bei 26.7%. De An eil an Gesam schü-
le *innen lieg bei 10.6%, de de Gymnasias *innen bei 31.4% und de de Realschü-
le *innen bei 31.3%. Realschüle *innen sind somi besonde s s a k in de S ichp obe
e e en. Da de Rücklau an Haup -, Waldo - und Be u sschulen mi jeweils zwei
bis ie Pe sonen seh ge ing wa , blieben diese Fälle bei den Analysen unbe ück-
sich ig . Nach eine e s en Da enbe einigung wu den N = 907 Fälle iden i izie , die
ü die wei e e Auswe ung be ücksich ig we den konn en. Insgesam 44.1% gaben
an, sich dem männlichen Geschlech zugehö ig zu ühlen, 54.4% dem weiblichen und
1.4% wähl en die Op ion „di e s“. Das du chschni liche Al e lag bei M = 12.4 Jah en
(SD = 3.2).
In de SchuCo-S udie wu den ie eigens ändige Dimensionen on (Wohl-)Be-
inden e hoben: psychisches, häusliches, kö pe liches und schulisches Wohlbe inden.
Diese be e en zen ale Lebensbe eiche on Kinde n und Jugendlichen, die du ch
die Co ona-Pandemie sowie die Maßnahmen des Pandemiemanagemen s be o en
sind (Baumann e al., 2021). En sp echend wu den die genann en Dimensionen in
Anlehnung an das KINDL-R In en a on Ra ens-Siebe e und Bullinge (2000) e -
ass (Tab.1).
Tab. 1: Wohlbe indens-Dimensionen in SchuCo (n = 907)
Dimension Beispieli em
(An wo op ionen)
Anzahl
I ems
C onbachs
alpha
M (SD)
Psychisches
Wohlbe inden
Ganz allgemein, wie has du dich in de le z en Wo-
che ge ühl ? In de le z en Woche…wa ich au ig.
(1 = nie, 2 = sel en, 3 = manchmal, 4 = o , 5 = imme )
6 .77 3.66
(0.78)
Wohlbe inden
zu Hause1
Und wie ging es di zu Hause? In de le z en Woche
… haben wi uns zu Hause gu e s anden. (1 = nie,
2 = sel en, 3 = manchmal, 4 = o , 5 = imme )
6 .79 4.23
(0.67)
Kö pe liches
Wohlbe inden
Nun in e essie uns noch, ob du dich in de le z en
Woche i und gesund ge ühl has . In de le z en Wo-
che…habe ich mich i und wohl ge ühl . (1 = nie,
2 = sel en, 3 = manchmal, 4 = o , 5 = imme )
5 .89 3.63
(0.96)
Wohlbe inden
in de Schule1
Wie bis du in de le z en Woche in de Schule zu-
ech gekommen? In de le z en Woche … ha e
ich Angs o schlech en No en. (1 = nie, 2 = sel en,
3 = manchmal, 4 = o , 5 = imme )
5 .81 3.63
(0.89)
Anm.: 1 Einzelne I ems wu den modi izie .
Da übe hinaus wu den die Kinde und Jugendlichen mi di ek em Bezug zu Qua-
an äne- und Isola ionsmaßnahmen ge ag : „Wie ging es di pe sönlich dami , dass
du wegen Co ona nich in die Schule du es ?“ (1 = seh schlech , 2 = schlech , 3 = mi -
2 Abweichungen zu 100% sind im Bei ag au Rundungs ehle zu ückzu üh en.
103
Kommunales K isenmanagemen
elmäßig, 4 = gu sowie 5 = seh gu ). Als Ausweichop ion konn e die An wo op ion
„kann mich nich e inne n“ gewähl we den. Des Wei e en wu den in SchuCo Da en
zum sozioökonomischen Hin e g und e hoben, un e ande em die Anzahl an Büche n
im Haushal (Bos e al., 2007). In Bezug au die Pandemie wu den sie zudem ge ag ,
wie häu ig sie be ei s on Qua an äne und Isola ion be o en wa en („Muss es du
dich im Lau e de Pandemie in Qua an äne begeben?“ nein, noch nie, ja, einmal, ja,
zweimal, ja, d eimal ode häu ige ) und wie es Ihnen in diese Si ua ion ging („Wie
ging es di mi de Qua an äne zu Hause?“ 1 = seh schlech , 2 = schlech , 3 = mi elmä-
ßig, 4 = gu , 5 = seh gu ). Auch wu den die Kinde und Jugendlichen ge ag „Wu des
du be ei s gegen das Co ona‐Vi us geimp ?“ (ja, nein).
Säm liche Analysen wu den compu e ges ü z mi SPSS 27 (IBM Co p.) du ch-
ge üh . In einem e s en Sch i wu den die desk ip i e Häu igkei s e eilungen ü
das Wohlbe inden und den Umgang mi Schulschließungen, Qua an äne- und Iso-
la ionsmaßnahmen be ach e . Zusä zlich wu den an einigen S ellen uni a ia e Va-
ianzanalysen und -Tes s be echne . Hie wu den jeweils die E ek g ößen pa ielles
E a-Quad a (.01 kleine E ek , .06 mi le e E ek und .14 g oße E ek ) und Cohens’
d (|d| = 0.2 kleine E ek , |d| = 0.5 mi le e E ek , |d| = 0.8 g oße E ek ) e gänz (Co-
hen, 1988). Fehlende We e wu den allbasie ausgeschlossen. Anschließend wu den
die o enen An wo en au die F agen, „Welche Angebo e haben Di gehol en, als es
di einmal nich so gu ging?“ und „Welche Angebo e wü des du di zukün ig wün-
schen, wenn es di einmal nich gu geh ?“ inhal sanaly isch (G ommé e al., 2023)
ausgewe e (Kucka z& Rädicke , 2022).
6.5 Zen ale E gebnisse aus SchuCo
F age 1: Wie is das allgemeine Wohlbe inden sowie das subjek i e Emp inden Mülheime
Kinde und Jugendliche im Hinblick au die e olg en Schulschließungen ausgep äg ?
Die Mi elwe e au den ie Dimensionen des Wohlbe indens deu en insgesam au
eine posi i e Ausp ägung hin. Säm liche We e liegen obe halb des heo e ischen
Mi els ( gl. Tab. 1). Besonde s posi i ausgep äg is das häusliche Wohlbe inden
mi einem Mi elwe on M = 4.23 (SD = 0.67), ge olg om psychischen Wohlbe in-
den on M = 3.66 (SD = 0.78). Bei Be ach ung de Wohlbe indensdimensionen im
Zusammenhang mi dem Al e kann beobach e we den, dass das psychische, kö -
pe liche und schulische Wohlbe inden mi zunehmendem Al e leich absink ( gl.
Abb.1). Fü das häusliche Wohlbe inden kann dies nich beobach e we den.
Zudem wi d im Ve gleich de Schul o men deu lich, dass G undschüle *innen
deu lich höhe e Mi elwe e in den e schiedenen Wohlbe indensdimensionen au -
weisen als Schüle *innen an wei e üh enden Schulen (Tab. 2). Lediglich ü das
häusliche Wohlbe inden können keine Un e schiede beobach e we den, was sich mi
den Be unden aus uni a ia en Va ianzanalysen deck (siehe Tab. 2).
104 Sonja Non e, Ch is ian Rein jes, Ha ald Ka u z & E a G ommé
Tab. 2: Mi elwe e und S anda dabweichungen ü die ie Wohlbe indensdimensionen
nach Schul o men, ein ak o ielle Welch-Ano a (n ≥ 888)
schulisches
Wohlbe inden
psychisches
Wohlbe inden
häusliches
Wohlbe inden
kö pe liches
Wohlbe inden
M (SD)M (SD)M (SD)M (SD)
Gesam 3.64 (0.89) 3.66 (0.78) 4.23 (0.67) 3.63 (0.96)
G undschule 4.19 (0.76) 3.91 (0.69) 4.30 (0.56) 4.14 (0.81)
Realschule 3.45 (0.73) 3.63 (0.76) 4.27 (0.67) 3.51 (0.90)
Gesam schule 3.41 (0.87) 3.59 (0.81) 4.17 (0.77) 3.28 (1.01)
Gymnasium 3.47 (0.93) 3.49 (0.79) 4.19 (0.69) 3.48 (0.96)
Va ianzanalysen
(Schul o m)
F(3, 351.29)=52.83,
p≤.001; η2p=.14
F (3, 354.48)=15.47,
p≤.001; η2p=.05
F (3, 348.85)=1.63,
p≤.n.s.; η2p=.01
F (3, 351.24)=38.18
p≤.001, η2p=.10
Im Hinblick au den subjek i emp undenen Umgang mi dem ehlenden Zugang zu
Schule als Resul a on Qua an äne und Isola ionsmaßnahmen („Wie ging es di pe -
sönlich dami , dass du wegen Co ona nich in die Schule du es ?“) wi d deu lich,
dass insgesam 29% de Kinde und Jugendlichen angeben, seh schlech bis schlech
mi de Si ua ion zu ech gekommen zu sein. E wa 36% geben an, mi elmäßig zu-
ech gekommen zu sein und 29% an wo en gu bis seh gu . Hie sind es nun ins-
besonde e die G undschüle *innen, die übe p opo ional häu ig angeben, schlech bis
seh schlech mi dem ehlenden Zugang zu Schule zu ech gekommen zu sein (41%).
Im di ek en Ve gleich geben lediglich 22% de Gesam schüle *innen, 23% de Gym-
nasias *innen und 28% de Realschüle *innen an, seh schlech bis schlech mi dem
ehlenden Zugang zu ech gekommen zu sein.
1
2
3
4
5
6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19
Skalenmi elwe
Al e
PsychischesWohlbe inden(n=893) HäuslichesWohlbe inden(n=891)
Kö pe lichesWohlbe inden(n=892) SchulischesWohlbe inden(n=894)
Abb. 1: Wohlbe inden nach Al e in SchuCo.
111
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4/9783830996064
Tex anke
XXXX Ku z i el/sho i le XXXX
7 Selbs egulie es Le nen im Dis anzun e ich
Schwie igkei en und Chancen aus Pe spek i e de Schüle *innen
Tobias Koch, Ch is ian Rein jes, Sonja Non e & Fe dinand S ebne
Abs ak : De Dis anzun e ich wäh end de Co ona-Pandemie s ell e alle Ak eu *in-
nen des Bildungssys ems o g oße He aus o de ungen. Die in diese Zei o -
he schenden o enen Le nse ings und die weggeb ochenen gewohn en S uk-
u en o de en mu maßlich insbesonde e on den Schüle *innen die Fähigkei
zum selbs egulie en Le nen. In de o liegenden S udie we den in einem Mixed-
Me hods-Design die o enen An wo en on N = 413 Schüle *innen au die F age
nach indi iduellen Schwie igkei en und Chancen wäh end de Schulschließungen
ausgewe e . Wäh end sich iele de genann en Schwie igkei en und Chancen mi
den S a egien des selbs egulie en Le nens in Ve bindung b ingen lassen, zeigen
sich zudem signi ikan e Un e schiede zwischen den Schul o men.
Schlagwö e : Co ona-Pandemie; Dis anzun e ich ; Fö de ung; Le ns a egien; o e-
nes Le nen; Selbs egulie es Le nen
7.1 Ein üh ung
Wäh end de Pandemie und des Dis anzun e ich s b achen wich ige S uk u en und
Gewohnhei en weg (Rein jes, 2022; Rein jes e al., 2021a), die ü das schulische Le -
nen wich ig sind. Leh k ä e konn en ih e Schüle *innen nich in dem gewohn en
Maße un e s ü zen und dies üh e endenziell dazu, dass womöglich o allem die
Schüle *innen e olg eich le nen konn en, bei denen die häusliche Un e s ü zung die
ehlenden Leh k ä e kompensie e (Huebene e al., 2021) ode die die Kompe enz
des selbs egulie en Le nens besaßen.
Selbs egulie es Le nen is nich gleichbedeu end mi o enem Le nen, abe die
Kompe enz des selbs egulie en Le nens is eine Vo ausse zung da ü , dass o enes
Le nen geling . Das Le nen wäh end de Schulschließungen wa zumeis o enes
Le nen (Wößmann e al., 2021) und es is anzunehmen, dass es o allem dann e -
olg eich ablie , wenn Schüle *innen gu da au o be ei e wa en. Gu e Vo be ei ung
wä e gleichzuse zen mi de Ve ügba kei on dekla a i em, p ozedu alem und
kondi ionalem Le ns a egiewissen, also dem Wissen de Schüle *innen übe den
Zweck und die Vo gehensweise on Le ns a egien sowie da übe , wie, wann und
116 Tobias Koch, Ch is ian Rein jes, Sonja Non e & Fe dinand S ebne
wa um bes imm e Le ns a egien eingese z we den soll en (z. B. Pe els e al., 2020;
P essley e al., 1989). Empi ische S udien zeigen, dass selbs egulie es Le nen (SRL)
ge ö de we den kann, abe sel en sys ema isch ge ö de wi d (Digna h& Bü ne ,
2008, 2018). Eine sys ema ische Fö de ung is no wendig, dami Schüle *innen in die
Lage e se z we den, insbesonde e in o ene en Le nse ings, die T ans e e o de n,
e olg eich zu le nen (Schus e e al., 2020, 2023; S ebne e al., 2022). Das Zuhause–
und somi Dis anzun e ich – s ell solch ein Se ing des T ans e s da . Es is dem-
nach nach ollziehba , wa um iele Schüle *innen P obleme ha en (Rein jes, 2022),
als sie beim Le nen plö zlich g öß en eils au sich allein ges ell wa en. Hie s ell sich
die F age, welche P obleme Schüle *innen genau bei sich selbs es ges ell haben und
inwie e n die Kompe enz des SRL dami zusammenhäng .
In diesem Bei ag analysie en wi die An wo en on 413 Schüle *innen aus de
S udie Mun e mache I (Rein jes e al., 2021b) au die F agen, welche Schwie igkei en
bzw. Chancen sie wäh end de Schulschließungen wah genommen haben. Im An-
schluss an eine Da s ellung heo e ische G undlagen des SRL (Kap.7.2) und de lei-
enden F ages ellungen (Kap.7.3) e läu e n wi das dem Vo gehen zug unde liegende
Mixed-Me hods-Design (Kap.7.4). Wi klassi izie en die genann en Aspek e u. a. en -
sp echend de Le ns a egien, die ü SRL ypisch sind (Wild& Schie ele, 1994) und
die Schüle *innen ein heo e isch behe schen müss en, woll en sie in Se ings o e-
nen Le nens– wie dem Dis anzun e ich – e olg eich le nen (Kap.7.5). Die dadu ch
gewonnenen E kenn nisse we den disku ie (Kap.7.6) und abschließend esümie
(Kap.7.7).
7.2 Theo e ische Rahmen und Fo schungss and
7.2.1 Selbs egulie es Le nen
Ein e olg eiches Leben in de Schule is dadu ch gekennzeichne , dass Schüle *innen
den „Spaga “ zwischen zwei He aus o de ungen scha en: Eine sei s müssen sie sich
anpassen, um e olg eich zu sein, denn gu e No en in de Schule se zen o aus, dass
sich die Schüle *innen an Regeln hal en und o gegebene K i e ien e üllen. Ku z: Sie
müssen sich an das anpassen, was on ihnen e wa e wi d (z. B. KMK, 2022, 2023).
Ande e sei s wollen und sollen sich Schüle *innen auch en sp echend ih e indi i-
duellen Vo ausse zungen und In e essen en wickeln (z. B. SchulG NRW §1 Abs. 1)
und ih e Po enziale en al en. Beide He aus o de ungen sind womöglich mi einande
besse e einba , wenn Schüle *innen in die Lage e se z we den, e olg eich selbs -
egulie zu le nen. Das SRL könn e hie als eine A B ücke ungie en. Beim SRL le -
nen Schüle *innen nämlich bewuss e und s uk u ie e , sie wissen, was on ihnen
e wa e wi d, welche Ziele sie selbs e olgen, was sie an Wissen und Fähigkei en
mi b ingen und wie sie den Einsa z on Le ns a egien e olg eich ges al en können.
Schließlich, und das zeig die empi ische Fo schungslage einhei lich, le nen sie so
e olg eiche (Digna h& Bü ne , 2008; S ebne e al., 2022). Zei gleich so gen me a-
kogni i e Denkp ozesse und die „Vogelpe spek i e“ beim Le nen da ü , dass sie sich

117
Selbs egulie es Le nen im Dis anzun e ich
und ih en Le np ozess besse e s ehen; sie me ken beispielsweise schnelle , wann
die Mo i a ion nachläss , was und wie sie ge ne le nen ode wie ih e S immung is
und was sie da au olgend un können. Dies is nich nu Vo ausse zung da ü , e olg-
eiche zu le nen, sonde n auch da ü , dass Schüle *innen im Sinne de Indi idua ion
die eigenen Po enziale en al en und im Sinne de Selbs kompe enz (Milzne , 2017)
une üll e Bedü nisse schnelle e kennen und be iedigen.
Fü eine s ä ke e Beach ung des SRL sp ich da übe hinaus auch das lebenslange
Le nen. Es wi d on Schüle *innen e lang , dass sie sich zukün ig die no wendi-
gen Fachkenn nisse selbs s ändige aneignen, weil die Geschwindigkei de gesell-
scha lichen En wicklung nich zuläss zu wissen, welches achspezi ische Wissen
Schüle *innen in ün ode zehn Jah en behe schen müssen (El-Ma aalani, 2021;
Ki schne & S oyano , 2020). Da übe hinaus spielen digi ale Medien, die ein hohes
Ablenkungspo enzial besi zen, eine g oße Rolle, sowohl im p i a en als auch im schu-
lischen Be eich (S ebne e al., 2020a). Das SRL und insbesonde e de bewuss e und
quali a i hochwe ige Einsa z on Le ns a egien können dabei hel en, den Umgang
mi Sma phones und iPads le n ö de liche zu ges al en und Abhängigkei en o -
zubeugen. Le ns a egien dienen auch dazu, dass Schüle *innen mi o ene en Le n-
szena ien– ob in de Schule ode daheim– besse zu ech kommen. Sie geben den
Schüle *innen (e s ech ) dann eine no wendige S uk u , wenn diese nich du ch das
Leh pe sonal ode häusliche Un e s ü zung gegeben is . Le ns a egien sind dahe
das Handwe kszeug des SRL (S ebne e al., 2020b). Sie sind dabei als Handlungspläne
zu e s ehen, welche angepass an die jeweilige Si ua ion, den Le nenden sch i weise
o geben, in welche Reihen olge welche Handlungen ausge üh we den müssen, um
die gese z en Le nziele zu e eichen (Klaue , 1988, 2000). Eine Klassi izie ung, die
sich e ablie ha , is die on Wild und Schie ele (1994). Sie un e scheiden d ei A en
on Le ns a egien: (1) Kogni i e Le ns a egien, (2) me akogni i e Le ns a egien
und (3) essou cenbezogene Le ns a egien.
Kogni i e Le ns a egien sind di ek an de In o ma ions e a bei ung be eilig .
Dazu gehö en beispielsweise Wiede holungs-, O ganisa ions- und Elabo a ionss a-
egien. Bei den Wiede holungss a egien sagen Le nende beispielsweise wie beim
Vokabelle nen Inhal e wiede holend hin e einande lau au . Bei O ganisa ionss a-
egien we den die Inhal e so o ganisie , dass sie leich e zu le nen sind; es we den
beim Le nen mi Tex en beispielsweise Tex ma kie ungss a egien e wende ode
Concep Maps und Zusammen assungen e s ell . Bei Elabo a ionss a egien spiel
das Vo wissen, das mi dem neuen Wissen in Ve bindung geb ach we den soll, eine
wich ige Rolle. Beispielsweise könn e das Bilden on Analogien hil eich sein. Es is
anzunehmen, dass die Tie e de Ve a bei ung on den Wiede holungs- übe die O -
ganisa ions- hin zu den Elabo a ionss a egien zunimm (C aik& Lockha , 1972)
und Le nen so nachhal ige machen kann.
Me akogni i e Le ns a egien sind nich di ek an de In o ma ions e a bei ung
be eilig . Sie hel en dabei, un e ande em die kogni i en Le ns a egien au einem
quali a i hochwe igen Ni eau auszu üh en, dami sie zu (meh ) Le ne olg üh en
(Leopold& Leu ne , 2015). Zu den me akogni i en Le ns a egien zählen un e ande-
118 Tobias Koch, Ch is ian Rein jes, Sonja Non e & Fe dinand S ebne
em Planungss a egien, wie zum Beispiel das Se zen on Zielen und da übe hinaus
S a egien des Moni o ings und Re lek ie ens (S ebne e al. 2020b).
Ressou cenbezogene Le ns a egien sind eben alls nich di ek an de In o ma ions-
e a bei ung be eilig . Sie so gen da ü , dass de Rahmen des Le nens le n eundlich
is . Nach Wild und Schie ele (1994) wi d zwischen ex e nen und in e nen essou -
cenbezogenen Le ns a egien un e schieden. Zu den ex e nen essou cenbezogenen
Le ns a egien gehö en zum Beispiel das Suchen on Hil e bei Pee s ode Leh k ä en
ode die S a egie de Umwel kon olle, also z. B. zue s den Sch eib isch au zu äu-
men (S ebne e al., 2020b). Zu den in e nen essou cenbezogenen Le ns a egien ge-
hö en z. B. Mo i a ions- und Emo ions egula ionss a egien ode die S eue ung de
eigenen Au me ksamkei .
Die me akogni i en sowie die essou cenbezogenen Le ns a egien we den auch
als S ü zs a egien bezeichne (Danse eau, 1985); sie dienen also als S ü ze, nich nu ,
abe e s ech in o ene en Le na angemen s, in denen pe de ini ionem wenig
Un e s ü zung on außen gegeben is . Demnach sind diese S ü zs a egien das, was
das SRL ausmach . S udien zeigen hie , dass o allem die me akogni i en Le ns a-
egien und Teile de essou cenbezogenen Le ns a egien sel en ge ö de we den
(Digna h& Bü ne , 2018).
7.2.2 Selbs egulie es Le nen im Dis anzun e ich
Es is anzunehmen, dass Dis anzun e ich wäh end de Pandemie zumeis seh o en
ablie (z. B. Fische e al., 2020; Holze e al., 2023; Wößmann e al., 2021): Schüle *in-
nen e hiel en Au gaben zum Aba bei en, die meis en Schulen konn en auch e ein-
zel e Videokon e enzen o ganisie en (McEl any e al., 2021). Eine indi iduelle Fö -
de ung ausgehend on de Leh k a konn e womöglich in den sel ens en Fällen so
in ensi angebo en we den wie zu Zei en des P äsenzun e ich s (Fische e al., 2020).
Im Umkeh schluss bedeu e dies, dass Schüle *innen in Fo men o ene en Le nens
s a k au sich selbs ges ell wa en.
Die Fehl o s ellung, SRL wä e gleichbedeu end mi o enem Le nen, gil es auszu-
äumen, denn auch in geschlossenen Se ings, wie zum Beispiel di ek e Ins uk ion,
sind selbs egula i e Fähigkei en (z. B. Au me ksamkei ss eue ung, Mo i a ions e-
gula ion) wich ig, um e olg eich und nachhal ig zu le nen. SRL is ü das Le nen
in o enen Le nse ings abe dennoch g undlegend, weil den Le nenden– wie oben
e wähn – in o enen Le nse ings wenige S uk u o gegeben wi d, die sie sich so-
dann übe den bewuss en Einsa z on Le ns a egien selbs e a bei en müssen. Es
läss sich schluss olge n, dass S a egiewissen und Wissen um dessen Anwendung o
allem im Dis anzun e ich d ingend benö ig wu den, um Le np ozesse zu Hause
e olg eich zu ini iie en und au ech zue hal en.
Op imale weise wü den sich Schüle *innen im Sinne de SRL-P ozessmodelle
(Schmi z& Wiese, 2006; Zimme man, 2000) ih Le nen in d ei Phasen ein eilen: die
p äak ionale, die ak ionale und die pos ak ionale. In de p äak ionalen Phase o dem
eigen lichen Le nen wü den sich Schüle *innen z. B. Ziele se zen, ih e Mo i a ion
119
Selbs egulie es Le nen im Dis anzun e ich
p ü en und egulie en ode sich „Ablenke “ e gegenwä igen und sie besei igen. In
de ak ionalen Phase wü den sie imme wiede übe p ü en, ob sie au dem ich igen
Weg sind, sich s ä ke beeilen ode ih e Ziele anpassen, alls no wendig. Hie komm
es auch zu Anwendung de kogni i en Le ns a egien, die im op imalen Falle im
Sinne des Huckepack-Theo ems (Klaue , 2000) in Kombina ion mi me akogni i en
Le ns a egien zum Einsa z kommen. Die me akogni i en Le ns a egien haben da-
bei die Au gabe, die Aus üh ung de kogni i en Le ns a egien quali a i hochwe ig
zu ges al en, sodass möglichs e olg eich gele n we den kann. In de pos ak ionalen
Phase e lek ie en sie ih en Le np ozess sowie das Le np oduk und beein lussen da-
mi den nächs en Le np ozess, indem sie z. B. bes immen, was sie beim nächs en Mal
genauso ode ande s machen wollen.
7.3 F ages ellung
Theo e isch wä e anzunehmen, dass Le nende im Dis anzun e ich dann gu zu-
ech gekommen sind, wenn sie in de Lage wa en, selbs egulie zu le nen. Weil in
empi ischen S udien gezeig we den konn e, dass SRL sel en ge ö de wi d (Dig-
na h & Bü ne , 2018), besi zen deu sche Schüle *innen nich unbeding das no -
wendige p ozedu ale und kondi ionale S a egiewissen, das sie be ähig zu wissen,
wie, wa um und wann sie im Sinne des SRL en sp echende Le ns a egien einse zen.
Da übe hinaus ehl ihnen Übung in de Anwendung, wo un e wiede um die Au o-
ma isie ung de Anwendung de Le ns a egien leide , was zu zusä zliche kogni i e ,
le nhinde liche Belas ung üh (Wi h e al., 2020). Es is also anzunehmen, dass
deu sche Schüle *innen o wiegend P obleme dabei ha en, im Dis anzun e ich
zu ech zukommen und e olg eich zu le nen. In diesem Zusammenhang s ell sich
die F age, ob es Un e schiede zwischen den Schul o men, dem Geschlech und dem
Al e gib . Weil die O enhei des Le nens auch Vo eile mi sich b ing , die un e an-
de em im Be eich de Selbs bes immung liegen (Ryan& Deci, 2017), wollen wi auch
be ach en, welche posi i en Aspek e Schüle *innen wäh end des Dis anzun e ich s
wah genommen haben. In diesem Bei ag gehen wi olgenden F agen nach:
1. Welche Schwie igkei en und Chancen haben Schüle *innen wäh end des Dis anz-
un e ich s wah genommen und inwie e n hängen diese mi dem SRL zusammen?
2. Gib es Un e schiede bei den genann en Schwie igkei en und Chancen hinsich -
lich de Schul o men, des Geschlech s und des Al e s?
Zu Bean wo ung de F agen nu zen wi im Sinne eines Mul i-Me hod-Designs zu-
nächs quali a i e und anschließend quan i a i e Me hoden.
7.4 Me hodik
S ichp obe. In diese F agebogens udie wu den die que schni lichen Da en on
N = 413 Schüle *innen beach e (Al e M = 13.27; SD = 3.02; MIN = 6; MAX = 21; 55.4%
120 Tobias Koch, Ch is ian Rein jes, Sonja Non e & Fe dinand S ebne
weiblich). Die S ichp obe se z sich aus Schüle *innen1 zusammen, die zu Zei de
Be agung en wede die G undschule (n = 71), die Obe schule (n = 66), die Gesam -
schule (n = 70), das Gymnasium (n = 188) ode eine ande e Schul o m (Haup schule,
Realschule, Be u sschule bzw. Fö de schule; n = 18)2 besuch haben. Die G uppe de
Gesam schüle *innen wu de im Rahmen de du chge üh en Analysen au g und de
Ähnlichkei de Schul o men mi den Obe schüle *innen zusammenge ass , weshalb
diese im Folgenden gemeinsam be ach e und als „Gesam schule“ bezeichne we den
(n = 136).
Im eingese z en Online-F agebogen wu den die Schüle *innen mi einem I em
un e ande em danach ge ag , wie es ihnen pe sönlich mi den Schulschließungen
ging. Ach P ozen de Schüle *innen an wo e en „seh schlech “, 19.4% „schlech “,
39.5% „mi elp äch ig“, 21.7% „gu “ und 11.4% „seh gu “. Je nach Bean wo ung de
ün s u igen Skala (1 = „seh schlech “, 2 = „schlech “, 3 = „mi elmäßig“, 4 = „gu “ und
5 = „seh gu “; M = 3.10; SD = 1.09) wu den den Schüle *innen im wei e en Ve lau de
Be agung un e schiedliche o ene F agen ges ell : Bei eine Auswahl zwischen 1 und 3
(also „seh schlech “”, „schlech “ ode „mi elmäßig“) wu den sie ge ag „Was genau
wa ü dich wäh end de Schulschließungen besonde s schwie ig?“. 271 Schüle *in-
nen mach en zu diese F age Angaben. Bei eine Auswahl de An wo op ion 4 ode 5
(also „gu “ ode „seh gu “) wu den sie ge ag „Was genau wa ü dich wäh end de
Schulschließungen besonde s oll?“. Hie zu konn en im o liegenden Da ensa z die
An wo en on 142 Schüle *innen e ass we den. Die o enen An wo en diese 413
Schüle *innen s ellen somi die G undlage de o liegenden S udie da .
Analysen. Fü die Bean wo ung de F ages ellungen e weis sich ein Mixed-Me h-
ods-Ansa z als ziel üh end. Zunächs we den die o enen F agen inhal sanaly isch
ausgewe e (Rädike & Kucka z, 2020). Das Kodie en de F ei ex an wo en ich e e
sich nach de inhal lich s uk u ie enden quali a i en Inhal sanalyse, bei de ,,mi -
els Ka ego ien und Subka ego ien eine inhal liche S uk u ie ung de Da en e zeug
[wi d]‘‘ (Kucka z& Rädike , 2022, S.133). Diese wu de compu e ges ü z mi hil e
de So wa e MAXQDA 20 du chge üh . Zue s e olg e eine e s e Da enexplo a ion,
bei de besonde s ele an e F ei ex an wo en mi hil e de elek onischen Tex ma ke
he o gehoben und en sp echende Memos e ass wu den.
In Anlehnung an Rädike und Kucka z (2020) wu den o dem Beginn des Ko-
die p ozesses olgende Kodie egeln es geleg :
• Kodie einhei : Da die eien An wo en seh un e schiedlich aus allen und on
einzelnen S ichwo en bis hin zu elabo ie en Fließ ex en eichen, kann de
Ansp uch, imme ganze Sä ze zu kodie en, nich eingelös we den. S a dessen
1 Es handel sich um Da en de Mun e mache I-S udie. In o ma ionen zu Gesam s ich-
p obe siehe Kapi el3 on Non e, Rein jes, G ommé und Ka u z in diesem Band.
2 Au g und de ge ingen Teils ichp obeng öße wu den die Aussagen de Schüle *innen die-
se ie ande en Schul o men im Rahmen de quan i a i en Analysen nich be ücksich ig .
127
Selbs egulie es Le nen im Dis anzun e ich
Eine uni a ia e Va ianzanalyse mi dem Gesam -Sco e de Schwie igkei en als ab-
hängige Va iable und de Schul o m als es en Fak o zeig einen signi ikan en Haup -
e ek de Schul o m, F(2, 284) = 4.04, p<.05, ηp² = .03. Pos -Hoc-Tes s zeigen, dass
Gesam schüle *innen signi ikan häu ige Schwie igkei en melden als Gymnasi-
as *innen (p<.05, ηp² = .03) (siehe Abbildung1). De Un e schied beide Schul o men
zu G undschule wu de nich signi ikan (p>.05).
Eine mul i a ia e Va ianzanalyse mi allen Schwie igkei en (ohne Gesam - Sco e)
als abhängige Va iable und Schul o m als es en Fak o zeig einen signi ikan en
Haup e ek de Schul o m, F(5, 280) = 4.41, p < .001, ηp² = .07. Pos -Hoc-Tes s zeigen
signi ikan e Un e schiede zwischen Gesam schüle *innen (M = 0.33) und Gymnasi-
as *innen (M = 0.13) in Bezug au die Schwie igkei , die dem Le nen allgemein zuge-
o dne we den können (p < .05, ηp² = .06). Demnach melden Gesam schüle *innen in
diese Ka ego ie signi ikan meh Schwie igkei en als Gymnasias *innen. Hingegen
übe aschend melden Gymnasias *innen (M = 0.26) im Ve gleich zu G undschü-
le *innen (M = 0.08) signi ikan meh Schwie igkei en, die de Ka ego ie de in e nen
essou cenbasie en Le ns a egien zugeo dne we den können (p< .05, ηp² = .05).
Alle ande en Un e schiede zwischen den Schul o men sind s a is isch nich signi i-
kan (p>.05).
Die Nennung de Schwie igkei en un e scheide sich in keine Ka ego ie hinsich -
lich des Geschlech s de Schüle *innen (p>.05). Das Al e de Schüle *innen ko -
elie nu mi den Schwie igkei en, die den in e nen essou cenbasie en Le ns a-
egien ( = .22; p<.001) zugeo dne we den konn en. Demnach we den umso meh
Schwie igkei en in diesem Be eich genann , je äl e die Schüle *innen sind.
0
0,1
0,2
0,3
0,4
0,5
0,6
0,7
0,8
0,9
1
Le nenallgemein Kogni i eLS Me akogni i eLS ex e neRessou cen in e neRessou cen Gesam ‐Sco e
G undschule Gesam schule Gymnasium
*
*
*
Abb. 1: Schwie igkei en in Abhängigkei de Schul o men
(* = signi ikan au 5%-Signi ikanzni eau)

128 Tobias Koch, Ch is ian Rein jes, Sonja Non e & Fe dinand S ebne
7.5.2 Chancen
E gebnisse de quali a i en Analysen
Analog zu Auswe ung de An wo en au die F age nach den besonde en Schwie-
igkei en wu den die An wo en de Schüle *innen im Hinblick au die F age nach
Aspek en, die sie in diese Zei als besonde s oll e leb haben, analysie . Eine e s e
Da enexplo a ion ließ e kennen, dass sich wiede Aspek e, die sich au das Le nen
(66 Kodie ungen) beziehen, und solche Aspek e, die sich au sons ige Tä igkei en (89
Kodie ungen) beziehen, un e scheiden lassen, weshalb sich das o handene Ka ego-
iensys em mi seinen deduk i en Ka ego ien auch au diese An wo en anwenden
ließ. Anhand des Ma e ials konn en dann wiede um un e schiedliche Subka ego ien
gebilde we den. Da sich im Ma e ial keine Aussagen zu den Ka ego ien Kogni i e
Le ns a egien und Me akogni i e Le ns a egien iden i izie en lassen, we den im Fol-
genden lediglich die Ka ego ien Le nen allgemein und die Ka ego ien zu den ex e nen
und in e nen essou cenbezogenen S a egien o ges ell .
Le nen allgemein
Die Schüle *innen heben insbesonde e die „Eigens ändigkei “ (#276, 16-jäh ige Gym-
nasias in), „die Selbs o ganisa ion“ (#318, 18-jäh ige Gymnasias ) und die „[…] eigene
Ve an wo ung“ (#722, 17-jäh ige Gymnasias in) he o (Subka ego ie Selbs s ändig-
kei /Eigen e an wo ung), die sie wäh end de Schulschließungen als Vo eil wah -
genommen haben. En sp echend e leb diese G uppe die Schulschließungen auch als
eine Phase des eduzie en D ucks sei ens de Schule („nich so iel Belas ung wie in
de Schule“, #338, 14-jäh ige Gymnasias ; „Kein D uck bezüglich Klassena bei en“,
#481, 16-jäh ige Gymnasias ) und eine mögliche U sache ü die in den Lockdowns
wah genommene g öße e zei liche Flexibili ä kann da in gesehen we den, dass sie
zudem den En all des Schulwegs als wei e e Chance benennen („Nich zu Schule
ah en zu müssen“, #281, 16-jäh ige Gymnasias in; „keine An ah zu Schule“, #681,
16-jäh ige Gesam schüle ). Da übe hinaus scheinen einige Schüle *innen einen
subjek i ge inge en A bei sau wand wäh end de Schulschließungen gehab zu ha-
ben. So schilde beispielsweise ein 12-jäh ige Gymnasias : „Ich ha e kaum Schule
und konn e mich schon seh üh au dem An oniuspa k mi meinen F eunden e -
en und Baske ball spielen, weil ich meis ens mi den Au gaben seh schnell e ig
gewo den bin“ (#578).
Ex e ne Ressou cen
In Bezug au ex e ne Ressou cen gib ein 7-jäh ige G undschüle an, es sei gu ü
ihn gewesen, „[d]ass ich keine Leh e ha e, die imme alles e klä en wollen“ (#165).
Ein wei e e Vo eil ü das Le nen wäh end de Schulschließungen läss sich an den
Aussagen de Schüle *innen inso e n es hal en, als sie e s ä k digi ale Endge ä e
e wenden konn en („mi IPad zu a bei en“, #276, 16-jäh ige Gymnasias in).
129
Selbs egulie es Le nen im Dis anzun e ich
In e ne Ressou cen
Einige Schüle *innen schilde n eine höhe e Flexibili ä bei de Bea bei ung de ge-
s ell en Au gaben. So s ell eine 16-jäh ige Gesam schüle in he aus: „Man konn e sich
seine Zei selbe ein eilen und wa lexible , in Bezug au Pausen, abe auch bei de
Ein eilung de Au gaben“ (#611). Auch eine wah genommene besse e Möglichkei
zum konzen ie en A bei en wi d als Chance wah genommen („ich konn e mich
besse konzen ie en“, #368, 13-jäh ige Gesam schüle in; „wa nich so abgelenk “,
#690, 15-jäh ige Pe son ohne Angabe des Geschlech s, Realschule) und auch die Mo-
i a ion spiel eine Rolle („mo i ie e und o allem p oduk i e “, #276, 16-jäh ige
Gymnasias in).
E gebnisse de quan i a i en Analysen
Hinsich lich de quan i a i en Ausp ägung de kodie en Ka ego ien läss sich es -
s ellen, dass die on den Schüle *innen genann en Chancen nu den Ka ego ien Le -
nen allgemein sowie den ex e nen und in e nen essou cenbezogenen Le ns a egien
zugeo dne we den können (siehe Tabelle3).
Tab. 3: Quan i a i e Ausp ägungen de kodie en Ka ego ien zu Chancen
Le nen
allgemein
Ex e ne
Ressou cen
In e ne
Ressou cen
Gesam -
Sco e
Mi elwe 0.13 0.01 0.21 0.35
S anda dabw. 0.34 0.12 0.41 0.59
Minimum 0 0 0 0
Maximum 1 1 1 3
Eine uni a ia e Va ianzanalyse mi dem Gesam -Sco e de Chancen als abhängige
Va iable und de Schul o m als es em Fak o zeig keinen signi ikan en Haup e ek
de Schul o m, F(2, 138) = 1.50, p>.05, ηp² = .02. Die ge ä ig en Aussagen sind also
unabhängig on de Schul o m.
Eine mul i a ia e Va ianzanalyse mi allen Chancen (ohne Gesam -Sco e), die
dem Le nen allgemein und den ex e nen wie in e nen essou cenbezogenen Le n-
s a egien zugeo dne we den konn en, als abhängige Va iable und Schul o m als
es em Fak o zeig einen signi ikan en Haup e ek de Schul o m, F(3, 137) = 4.13,
p<.01, ηp² = .08. Pos -Hoc-Tes s zeigen signi ikan e Un e schiede zwischen Gesam -
schüle *innen (M = 0.30) und G undschüle *innen (M = 0.00) in Bezug au die Chan-
cen, die den in e nen essou cenbezogenen Le ns a egien zugeo dne we den kön-
nen (p<.05, ηp² = .12). Demnach melden Gesam schüle *innen in diese Ka ego ie
signi ikan meh Chancen als G undschüle *innen (siehe Abbildung2). Alle ande en
Un e schiede zwischen den Schul o men sind s a is isch nich signi ikan (p>.05).
Die Nennung de Chancen un e scheide sich in keine Ka ego ie hinsich lich
des Geschlech s de Schüle *innen (p>.05). Das Al e de Schüle *innen ko elie
130 Tobias Koch, Ch is ian Rein jes, Sonja Non e & Fe dinand S ebne
nu mi den Chancen, die den in e nen essou cenbasie en Le ns a egien ( = .20;
p<.05) zugeo dne we den konn en. Demnach we den umso meh Chancen in die-
sem Be eich genann , je äl e die Schüle *innen sind.
7.6 Diskussion
Bei de nähe en Be ach ung de da ges ell en Ka ego iensys eme wi d au den e s en
Blick e sich lich, dass das Le nen ü die Schüle *innen wäh end de Schulschließun-
gen eine zen ale Rolle gespiel ha , denn sowohl die o enen An wo en au die F age
nach besonde en Schwie igkei en als auch au die F age nach Chancen beziehen sich
zum G oß eil au Aspek e, die sich mi dem Le nen inne halb und auße halb de Ins i-
u ion Schule be assen. Dies is nich besonde s e wunde lich: Wäh end die Schulen
ü die Kinde on El e n in sys em ele an en Be u en wäh end des Lockdowns eine
No be euung anbo en, blieben sie ü die Meh hei de Kinde nach den Os e e ien
2020 geschlossen (Rein jes e al., 2021). Dies s ell e einen s a ken Einschni im Leben
alle Schüle *innen in Deu schland da , da sie– insbesonde e in Ganz agsschulen– in
de Regel mi ih en Gleichal igen sowie dem pädagogischen Pe sonal einen g oßen
Teil ih es Tages in de Schule e b ingen. Zudem implizie e de E zählimpuls du ch
die Ve wendung des Wo es Schulschließungen (s a z. B. Lockdown) gg . gegenübe
den Schüle *innen auch, dass die Fo sche *innen insbesonde e an de a igen Aspek-
en in e essie wa en, sodass die Schüle *innen en sp echend an wo e en.
Da übe hinaus wi d deu lich, dass die Schüle *innen Schwie igkei en in allen
nach Wild und Schie ele (1994) un e schiedenen S a egiebe eichen benennen. Vo
0,0
0,1
0,2
0,3
0,4
0,5
0,6
0,7
0,8
0,9
1,0
Le nenallgemein ex e neRessou cen in e neRessou cen Gesam ‐Sco e
G undschule Gesam schule Gymnasium
*
Abb. 2: Chancen mi Signi ikanzen zwischen den Schul o men
(* = signi ikan au 5%-Signi ikanzni eau)
131
Selbs egulie es Le nen im Dis anzun e ich
allem den S ü zs a egien (siehe Kap.2.1) komm eine he o gehobene Bedeu ung zu,
da diese deu lich häu ige kodie we den konn en als Aspek e des kogni i en Be-
eichs. Insgesam deck sich die Be undlage hie mi de ak uellen Fo schung zum
SRL, die un e ande em zeig , dass me akogni i e und bes imm e essou cenbezogene
Le ns a egien (z. B. Mo i a ions egula ion) sel ene ge ö de we den, wäh end sich
Leh k ä e mi kogni i en S a egien gu auskennen und diese im Un e ich en sp e-
chend häu ige ö de n (Digna h& Bü ne , 2018). Zudem konn en insbesonde e im
Be eich de essou cenbezogenen S a egien iele Aspek e den induk i en Subka ego-
ien zugeo dne we den. Die Schüle *innen benann en hie also eine besonde s g oße
Bandb ei e un e schiedliche subjek i wah genommene Schwie igkei en, abe auch
Chancen.4 Die benann en Schwie igkei en im Be eich de ex e nen Ressou cen lassen
sich zum Teil siche lich da au zu ück üh en, dass sich die Kommunika ion mi den
p imä en Ansp echpe sonen wäh end de Schulschließungen, auch hinsich lich des
Le nens, e ände e, da die Schüle *innen sowohl Pee s als auch Leh k ä e au ein-
mal nich meh jeden Tag sahen. So gaben in eine Be agung hü ingische Leh -
k ä e 60% de Leh k ä e an, wäh end des e s en Lockdowns p o Woche nu d ei bis
ün Mal in Kon ak mi Schüle *innen zu s ehen, wäh end imme hin nu eine Min-
de hei ga keinen Kon ak ha e (D ee & K acke, 2021). Im Hinblick au die in e nen
Ressou cen e gib sich hingegen au den e s en Blick inso e n ein wide sp üchliches
Bild, als sich Al e se ek e sowohl bei de Nennung on Schwie igkei en als auch de
Chancen zeigen. Die Ta sache, dass mi zunehmendem Al e de Schüle *innen meh
Schwie igkei en genann we den, die den in e nen Ressou cen zugeo dne we den
konn en, läss da au schließen, dass Aspek e wie Mo i a ion, Emo ions egula ion
und das Scha en on Ausgleich bei äl e en Schüle *innen eine g öße e Rolle spielen.
Dies läss sich gg . au das Einse zen ode das Ende de Pube ä und ein dami e -
bundenes Schwinden schulische Mo i a ion (Ma in& S einbeck, 2017) ode eine
g öße e kogni i e Rei e und ein demnach ges eige es Bewuss sein ü ih Le nen
zu ück üh en. Zugleich benennen äl e e Schüle *innen im Be eich de in e nen Res-
sou cen auch signi ikan meh Chancen. Diese beziehen sich o allem au Aspek e
de lexible en A bei szei ein eilung und eine e besse en Konzen a ion. Diese
Schüle *innen haben also o enba in den Schulschließungen eine Möglichkei e -
kann , um ih Bedü nis nach Au onomie be iedigen zu können (Ryan& Deci, 2017).
Insgesam läss sich also schluss olge n, dass die äl e en Schüle *innen womöglich
s ä ke mi sich selbs beschä ig sind und dahe die essou cenbezogenen S ü zs a-
egien mi zunehmendem Al e an Wich igkei gewinnen.
P oblema isch e schein uns die Ta sache, dass Gesam schüle *innen im Ve gleich
zu Gymnasias *innen signi ikan häu ige on P oblemen mi le nbezogenen Aspek-
4 Hube e al. (2021) können anhand de Be unde des Schul-Ba ome e s ü Deu schland,
Ös e eich und die Schweiz eben alls bei Schüle *innen de Sekunda s u e II eine g oße
Bandb ei e subjek i wah genommene posi i e Konsequenzen de Schulschließungen
nachweisen. Diese decken sich zu g oßen Teilen mi den in de o liegenden S udie be-
nann en Chancen.
132 Tobias Koch, Ch is ian Rein jes, Sonja Non e & Fe dinand S ebne
en be ich en. Bei eine di e enzie e en Be ach ung wi d e sich lich, dass sich diese
Un e schiede zwa nich p imä au die nach Wild und Schie ele (1994) un e schiede-
nen S a egiebe eiche, sonde n o allem au wei e e Aspek e beziehen, die mi dem
Le nen inne halb und auße halb de Schule zusammenhängen. Hie un e äll abe
zum Beispiel auch die Fähigkei zum selbs egulie en A bei en, die nich zule z als
wich ige Kompe enz im Hinblick au das lebenslange Le nen angesehen wi d und
somi le z endlich eine Ziels ellung des SRL als Schlüsselkompe enz da s ell (Le-
spe ance e al., 2023). Gesam schulen, de en Zahl sich in den le z en 15 Jah en in
Deu schland e wa e d ei ach ha und die konzep ionell als Schulen ü alle gedach
sind (G aalmann e al., 2023), e ügen qua Aus ich ung übe eine besonde s he e o-
gene Schüle *innenscha . Da o allem Schüle *innen im un e en Leis ungsbe eich
und in sozioökonomisch benach eilig en Lagen übe du chschni lich s a k und lang-
is ig on Le ns a egie ainings p o i ie en können (De Boe e al., 2018), komm
dem SRL an Gesam schulen olglich eine wich ige Bedeu ung zu.
Geben die bis dahin da ges ell en E gebnisse de Auswe ung ausschließlich An-
lass zu Beso gnis? Nich zwingend, und das in meh ache Hinsich : Zue s müssen
wi uns o Augen hal en, dass diejenigen Schüle *innen, die in ih en An wo en ie-
le un e schiedliche Schwie igkei en angeben, o ensich lich auch zu einem gewissen
G ad ein Bewuss sein ü ih Le nen bzw. die dami e bundenen Schwie igkei en
haben. Sie nehmen in de e ospek i en Be ach ung die sp ichwö lich beim SRL
ge o de e Vogelpe spek i e ein, sind also in Bezug au ih e Me akogni ion seh ak i
(Boekae s, 1999; siehe auch Kap.2.1). E gebnis eine solchen Auseinande se zung au
Me aebene kann olglich die e s ä k e Nennung on P oblemen sein, was im P in-
zip posi i zu we en is . Zum ande en wi d in den o liegenden o enen An wo en
du chaus auch eine ganze Reihe le nbezogene Chancen genann , die die Schüle *in-
nen– unabhängig on Schul o m, Geschlech ode Al e – wäh end de Schulschlie-
ßungen wah genommen haben. Diese liegen insbesonde e im Be eich de in e nen
Ressou cen o und beziehen sich au Aspek e de lexible en A bei szei ein eilung
und eine e besse en Konzen a ion.
Da an anschließend muss die F age ges ell we den, welche Leh en sich aus de
Co ona-Pandemie und den dami e bundenen Schulschließungen ü das SRL im
Hinblick au zukün ige K isen ziehen lassen (siehe auch Kapi el10 on Ka u z in die-
sem Band). Hä en die E gebnisse diese S udie ande s ausgesehen, wenn das SRL in
den le z en Jah en be ei s lächendeckend sys ema isch in Deu schland in den Schu-
len ge ö de wo den wä e? Die Fö de ung des SRL soll e im Un e ich eine zen ale
Rolle spielen und kann nach Digna h und Veenman (2021) au zwei A en e olgen:
Zum einen müssen den Schüle *innen Le ns a egien di ek e mi el we den. En -
sp echende Konzep e inden sich ü un e schiedliche Fäche zum Beispiel bei Gold
e al. (2004) ode S ebne e al. (2015). Da eine ein di ek e Fö de ung nich aus eich ,
müssen die einge üh en S a egien im Un e ich imme wiede eingese z und somi
indi ek ge ö de we den (Schus e e al., 2018, 2023; S ebne e al., 2022). Ve schie-
dene Möglichkei en de indi ek en Fö de ung on Le ns a egien haben S ebne e al.
(2020b) zusammenges ell . Weil die Implemen a ion des SRL in den Schulall ag nich

133
Selbs egulie es Le nen im Dis anzun e ich
nu eine F age de Un e ich sen wicklung, sonde n de Schulen wicklung is , han-
del es sich um einen komplexen Schulen wicklungsp ozess, bei dem alle Menschen
des pädagogischen Pe sonals und bes en alls auch die El e n bzw. E ziehungs- und
So gebe ech ig en an Bo d gehol we den müss en, dami im Sinne de T anspa enz
Kla hei da übe bes eh , was, wann und wie ge ö de wi d (S ebne e al., 2019). So
müssen Schulen zunächs siche s ellen, „dass en sp echende Vo s ellungen und Kon-
zep e inne halb on Ein ich ungen zwischen den Bildungs achk ä en ge eil we den“
(Deu sche Akademie de Na u o sche Leopoldina, 2024, S.73). So müssen angehen-
de Leh k ä e be ei s im S udium Kenn nisse übe SRL und konk e e Möglichkei en
de Fö de ung e we ben. Die Fo de ung nach eine e s ä k en Implemen a ion en -
sp echende Le ngelegenhei en o mulie auch die S ändige Wissenscha liche Kom-
mission de Kul usminis e kon e enz (SWK, 2025). Das e schein inso e n besonde s
wich ig, als S udien zeigen können, dass solche Leh k ä e, die sich gu auskennen
und selbs gu da in sind, selbs egulie zu le nen, auch e olg eiche SRL ö de n
(Ka len e al., 2023).
Zule z bleib es, die sich aus dem gewähl en Fo schungsdesign en s ehen-
den Limi a ionen de o liegenden S udie zu nennen. So sind die Äuße ungen de
Schüle *innen zu einem seh g oßen Teil au einzelne Wö e , Wo g uppen und
Einzelsä ze besch änk . Deu lich sel ene liegen An wo en o , die aus meh e en
Sä zen bes ehen. Dies üh dazu, dass un e s ändliche Aussagen nich be ücksich-
ig we den konn en und seh ku ze An wo en zum Teil sei ens de Auswe enden
s a k in e p e ie we den muss en, wo un e die T ennschä e, also die eindeu ige
Zuo dnung de An wo en zu eine de Ka ego ien geli en haben könn e. Ebenso
spielen die sp achlichen Fähigkei en de Schüle *innen bei den o enen An wo en
eine Rolle. Diese sind nämlich no wendig, um die F age nach Schwie igkei en bzw.
Chancen übe haup bean wo en zu können. Es kann da on ausgegangen we den,
dass die Be eiligung de Schüle *innen im Rahmen eine mündlichen Be agung hö-
he und ih e An wo en eilweise elabo ie e gewesen wä en. Auße dem läss sich
o z e g i ene Maßnahmen zu S eige ung de Quali ä des Kodie p ozesses nich
ausschließen, dass die Auswe enden die En s ehung de Ka ego iensys eme und de
induk i en Subka ego ien mi ih en subjek i en Vo annahmen en scheidend beein-
luss haben.
7.7 Fazi
Im o liegenden Bei ag haben wi uns dami beschä ig , welche Schwie igkei en und
Chancen Schüle *innen wäh end des Dis anzun e ich s wah genommen haben. Da-
bei zeig sich eine g oße Bandb ei e, die om E leben de Schulschließungen als kaum
zu bewäl igende He aus o de ung bis zu einem e s ä k en E leben on Eigens än-
digkei und Selbs wi ksamkei eich . Wi konn en zudem e deu lichen, dass sich
iele de on den Schüle *innen ge ä ig en Aussagen inso e n un e Aspek en des SRL
subsumie en lassen, als sich diese au die on Wild und Schie ele (1994) un e schiede-
nen S a egiebe eiche beziehen und Kenn nisse en sp echende S a egien in diesen
134 Tobias Koch, Ch is ian Rein jes, Sonja Non e & Fe dinand S ebne
Be eichen besch iebene P obleme po enziell hä en e meiden können. Auch Un e -
schiede hinsich lich de Schul o men und des Al e s konn en au gezeig we den. So
zeigen sich neben eine he ausgehobenen Bedeu ung in e ne essou cenbezogene
S a egien auch besonde e He aus o de ungen bei de G uppe de Schüle *innen an
Gesam schulen.
Abschließend läss sich es hal en, dass sich die un e ande em on Fische e al.
(2020) he o gehobene besonde e Rele anz des SRL auch in unse en Da en mani-
es ie . Es e gib sich mi Blick au das SRL die No wendigkei eines Pa adigmen-
wechsels in Schule, de sodann e möglichen wü de, dass Schüle *innen au Daue
die Kompe enzen des SRL e we ben, um zukün igen He aus o de ungen mi Blick
au das Le nen gewappne zu sein. Ziel soll e die En wicklung eine Schulkul u des
SRL sein, bei de es ü Schüle *innen no mal und üblich is , dass sie selbs zu g oßen
Teilen die Ve an wo ung ü ih eigenes Le nen übe nehmen, weil sie es können.
Li e a u
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143
Eine neue Wel ?
8.3 Me hodisches Vo gehen
Im Ve gleich zu den ungewöhnlich langen An wo en de Jugendlichen im F age-
bogen, in denen Sinns uk u en mi einem quali a i - ekons uk i en Ve ah en he-
ausgea bei e we den konn en ( gl. Thie sch in Kapi el9), sind die Äuße ungen de
Kinde in Mun e mache I au einzelne Wö e , Wo g uppen ode in sel enen Fällen
auch au ku ze Sä ze beg enz . Wäh end Jugendliche mi de K ise und de en Auswi -
kungen au das eigene Leben (selbs -) e lexi umgehen, b ingen Kinde ih e E ah-
ungen mi wenigen, mi un e zusch eibenden Beg i en zum Ausd uck. Vo diesem
Hin e g und wu den die Aussagen de Kinde und Jugendlichen in de quali a i en
Auswe ung on Mun e mache I zunächs mi de quali a i en Inhal sanalyse ka e-
go ial ausgewe e und das Ma e ial in Kodie p ozessen inhal lich s uk u ie . Mi
diesem Vo gehen wa es möglich, die Pe spek i en on Kinde n und Jugendlichen
zu e gleichen und in ein Ve häl nis zu se zen. Ziel is dabei eine explo a i e bzw.
induk i e Ka ego ienbildung gewesen (May ing, 2015), um E kenn nisse zu F age
zu gene ie en, welche Themen de gesellscha lichen K ise ü Kinde und Jugend-
liche ele an sind und wie sie sich diese pe sönlich aneignen. Das he ausgea bei e e
Ka ego iensys em wi d dabei hinsich lich de Fo schungs age und insbesonde e de
Di e enzen und Gemeinsamkei en on Kinde n und Jugendlichen e lek ie (Ku-
cka z& Rädike , 2022).
Fü die Analyse haben wi den Da enko pus in einem e s en Sch i nach Kin-
de n im Al e on 6–12 Jah en und Jugendlichen im Al e on 13–18 Jah en un e eil .
Von den 635 Teilnehmenden konn en so An wo en on 341 Jugendlichen und 294
Kinde n einbezogen we den. Insbesonde e wu den die Fil e agen des F agebogens
be ücksich ig . Nachdem die Schüle *innen gebe en wo den sind, einzuo dnen, wie
sie mi den Schulschließungen zu ech kamen (seh gu , gu , mi elmäßig, schlech ,
seh schlech ), wu den die He anwachsenden hie au ge o de , je nachdem was sie
angek euz ha en, di ek ih e E ah ungen mi de K ise zu besch eiben (z. B. „Was
genau wa ü dich wäh end de Schulschließungen besonde s schwie ig?“). Die Ra e
und die Aus üh lichkei de An wo en un e scheiden sich zwischen den F agen
s a k. Beispielsweise an wo en 276 Jugendlichen au die F age, was sie nega i an den
Schulschließungen anden, dagegen haben sich „nu “ 61 Jugendliche au die F age zu
posi i en E ah ungen mi Schulschließungen bezogen.
Fü die induk i e Ka ego ienbildung haben wi in de Analyse Ka ego ien aus dem
Da enma e ial abgelei e und in einem Ve allgemeine ungsp ozess abs ahie (May-
ing, 2015). Dazu wu den die An wo en de einzelnen Kinde und Jugendlichen du ch-
gea bei e und eine passenden Ka ego ie zugeo dne (Kucka z& Rädike , 2022). Die
länge en An wo en de Jugendlichen konn en du ch eine sch i weise Zusammen as-
sung gebündel we den (May ing, 2015). Fü die Bildung des Ka ego iensys ems wu den
meh e e I e a ionsschlei en und Phasen de Reo ganisa ion du chlau en: Inhal sähn-
liche Ka ego ien wu den g uppie und zusammenge ass , zu An ang b ei ausgeleg e
Ka ego ien ausdi e enzie (Kucka z& Rädike , 2022). Aus den zunächs gewonnenen
Subka ego ien bilde en wi schließlich ün Haup ka ego ien.

144 S en Thie sch& Dominik K inninge
8.4 Zwischen Adap ion und K isendiagnose. E gebnisse de
induk i en Ka ego ienbildung
In de olgenden Da s ellung haben wi uns gegen eine in de quali a i en Inhal s-
analyse du chaus übliche abella ische E s ellung des Ka ego iensys ems en schie-
den. Ausgewähl e Tex zi a e zu den einzelnen Ka ego ien we den abe exempla isch
au zeigen, ü welche Ka ego ien welche Fälle und An wo en ypologisch s ehen
(Kucka z& Rädike , 2022). In de induk i en Ka ego ienbildung konn en ün Ka e-
go ien he ausgea bei e we den: Adap ion; Ve häuslichung; Kul u elle E ah ungen
und Teilhabe; Soziali ä , Ane kennung und In eg a ion; K isendiagnosen und -e klä-
ungen.
8.4.1 Adap ion
Adap ion konn e quali a i und auch quan i a i als eine en scheidende Ka ego ie ü
die Aneignung de K ise on Kinde n und Jugendlichen he ausgea bei e we den.
Sie um ass alle An wo en, die eine Anpassung an die neuen sozialen, zei lichen
und äumlichen S uk u en in eine pandemischen Si ua ion (z. B. im Home-Lea -
ning) zum Ausd uck b ingen. Folglich we den Belas ungen abe auch Möglichkei en
de neuen „Zwangsau onomie“ im Home-Lea ning sowie En g enzungen und eine
Du chmischung (z. B. de Kommunika ion) zwischen den ö en lichen (z. B. Schule)
und p i a en (z. B. Familie) Räumen hema isie . Im Ke n de Ka ego ie s eh dabei
sowohl bei den Kinde n als auch bei den Jugendlichen die F age nach de Assimila-
ion de neuen A bei s- und Le n o men. Eine Subka ego ie s ell hie die eigens än-
dige Neuo ganisa ion des Tagesablau s zwischen a ikulie en Übe o de ungen au
de einen und de posi i en Be onung neue Gelegenhei ss uk u en bzw. Möglich-
kei s äume au de ande en Sei e da . Des Wei e en sind de Besi z bzw. das Einüben
didak isch-me hodische und me akogni i e Kompe enzen (F eia bei , selbs egu-
lie es Le nen) zen al hema isch, um– aus de Pe spek i e de He anwachsenden–
Home-Lea ning übe haup umse zen zu können. Insbesonde e die Schüle *innen de
wei e üh enden Schulen e binden mi Schulschließungen in e s e Linie, dass sie ü
das eigene Le nen und die Le ne olge selbs e an wo lich und dabei au sich ges ell
sind. Diese Responsibilisie ungen, die im Zuge neolibe ale S eue ungsmechanismen
auch im P äsenzun e ich nachgezeichne we den (Kuhlmann& Thie sch, 2023),
haben aus de Pe spek i e diese Schüle *innen in de K ise zugenommen. De übe -
wiegende Teil de Schüle *innen äuße hie P obleme, z. B. in de Selbs o ganisa ion
des Le nens (Gymnasias in, 15 Jah e: „Zu le nen komple selbs zu a bei en und die
Au gaben ech zei ig e ig zu k iegen“), im selbs s ändigen E ledigen de Au gaben
(G undschüle in, 9 Jah e: „Die ganzen Au gaben zu scha en“; G undschüle n, 8 Jah-
e: „Die Au gaben ohne Leh e in zu lösen“) ode den Tagesablau zu s uk u ie en
(Gymnasias , 11 Jah e: „Meinen Tagesablau zu s uk u ie en und F eunde e en/
genug Spo zu machen“). Mi un e e ah en äl e e Schüle *innen eine „Ve doppe-
145
Eine neue Wel ?
lung“ on Schule, bei de sie mo gens im Online-Un e ich le nen und am Abend
selbs s ändig schulische Au gabe lösen, wie es sich in diesem Anke all dokumen ie .
„Es wa en iel zu iele Au gaben, sodass man meh e e S unden an einem Fach saß
und einen ha dann noch de ganze K am on den ande en Fäche n e wa e . Dann
saß man o noch nach s d an und da man keine Schule ha e ha man sich e laub
die Au gaben au den Abend zu e schieben und mo gens dann zu gewöhnlichen
Schulzei au zuwachen, wa dann wiede ziemlich schwe . Auße dem ha man nich
unbeding F eunde in seinen Ku sen die einen un e s ü zen. Zu iele Au gaben neben
Videokon e enzen“ (Gesam schüle in, 18 Jah e).
Bei diesen Schüle *innen s ell sich inso e n die F age, wie sie das Wegb echen ins-
i u ionelle Räume und P ak iken in eine K ise kompensie en und bewäl igen und
eigene A bei s- und Le ns uk u en au bauen können. Im maximalen Kon as zu
den eben da ges ell en An wo en a ikulie en einige Schüle *innen au die F age,
was sie an den Schulschließungen posi i anden, abe auch, dass sie sich und ih en
All ag selbs s uk u ie en und sich somi om s a en und he e onomen Zei - und
Raum egime de Ins i u ion Schule ein S ück wei lösen konn en, wie es im olgenden
Fallbeispiel deu lich wi d.
„Man konn e sich seine Zei selbe ein eilen und wa lexible , in Bezug au Pausen,
abe auch mi de Ein eilung de Au gaben. Ich ha e meh Zei ü Dinge, wo ü ich
sons nich so iel Zei ha e, also ich ha e insgesam ein bisschen meh F eizei “
(Gesam schüle in, 16 Jah e).
Sie deu en die K ise als „F ei aum“, also ein Mo a o ium, das Möglichkei en bie e , ein
eigens ändiges und -bes imm es Leben ohne Ve p lich ungen und Ve bindlichkei en
zu üh en (Gymnasias , 18 Jah e: „De F ei aum an Tagen, an denen man wenige zu
un ha e und die Selbs o ganisa ion“; Gesam schüle , 18 Jah e: „Viel F eizei , wenige
Ve p lich ungen, kaum S ess“). Es we den insbesonde e die eie Zei ein eilung, die
hohe Flexibili ä und das eigens ändige Bea bei en de Au gaben angesp ochen. Zwa
nennen einige G undschüle *innen (6–10 Jah e) als Gewinn de Schulschließungen
das Ausschla en und im Einzel all wi d das Le nen nach Wochenplänen als hil eich
he o gehoben, insgesam kommen abe o allem bei den Jugendlichen und den 10-
bis 12-Jäh igen diese Themen zum Ausd uck.
8.4.2 Ve häuslichung
Die F age de Ve häuslichung, e s anden als ein die Kindhei bzw. Jugend p ägende
zi ilisa o ische Ra ionalisie ungsp ozess, wi d schon länge disku ie . In de Kind-
hei s o schung wu de und wi d Ve häuslichung o allem im Kon ex de T ans o -
ma ion on eine S aßen- zu eine media isie en Kinde zimme kindhei (k i isch)
disku ie . Danach e lage e sich in de mode nen Gesellscha die Lebenswel de
Kinde imme meh in geschü z e, abe zugleich isolie e Räume hinein (Zeihe , 1983;
Zinnecke , 1990). In de Jugend o schung we den Ve häuslichungsp ozesse mi eine
146 S en Thie sch& Dominik K inninge
s a ken O ien ie ung an den El e n und dem noch ech jungen Phänomen de Pos -
adoleszenz beobach e , womi Ablösungsp ozesse on den El e n im Zuge des Bil-
dungsmo a o iums au geschoben ode blockie we den (Zinnecke , 2000).
Auch ü die in Mun e mache I be ag en Kinde und Jugendliche sind Ve häus-
lichungsp ozesse, ges eige du ch die Schulschließungen, bedeu sam. Kinde bekla-
gen dabei die lokale enge Bindung an ih häusliches Um eld (G undschüle , 9 Jah e:
„Ich and es doo , dass ich die ganze Zei zu Hause bleiben muss e“) und heben die
Kompe enzen ih e Leh e *innen in soziale abe auch in achliche Hinsich he o
(G undschüle in, 8 Jah e: „Die Leh e in kann besse e klä en als Mama und sie ha
meh Zei “). Jugendliche e missen au g und de wah genommenen Ve häuslichung,
obwohl de Kon ak übe Medien bes and, in e s e Linie ih e Pee s. Hie wi d so-
wohl de ehlende Kon ak zu den schulischen Pee s als auch zu den auße schulischen
F eund*innen bedaue , wie es sich in diesem Beispiel dokumen ie .
„Das ich meine F eunde nich (so o ) sehen konn e. Jede ha e i gendwie so seinen
K am zu un und wi e b ingen no male weise die meis e Zei zusammen au dem
Weg zu Schule. Und wäh end des B-Szena ios wa en alle in de ande en Teille n-
g uppe“ (Gymnasias in, 16 Jah e).
Eine wei e e Subka ego ie on Ve häuslichung sind Kon lik e in de Familie, z. B. au -
g und de Wohn e häl nisse ode eine insgesam angespann en Si ua ion. Sowohl
Kinde als auch Jugendliche be ich en on Kon lik en und S ei als häusliches E -
ah ungsmus e :
„Alleine zu sein und zu selben Zei imme wiede sch ecklichen S ei zu Hause zu
haben“ (Gesam schüle in, 19 Jah e).
„Meh F ei aum. Du ch die lange und in ensi e Zei zusammen gab es o Reibe eien
und S ei igkei en. Dahe wä e ein wenig F ei aum wiede wünschenswe “ (Gesam -
schüle , 17 Jah e).
„Wi ha en iel zu un und ich habe iele Geschwis e deswegen gab es manchmal
auch S ei “ (G undschüle in, 9 Jah e).
Mi un e wi d die soziale Ve dich ung zuhause nich di ek angesp ochen, sonde n an
p ak ischen P oblemen ablesba :
„Dass [es] o lau wa wegen dem S aubsauge “ (G undschüle in, 9 Jah e).
Die Co ona-K ise wi d hie belas end ü die amilialen Beziehungen wah genom-
men. Kinde und Jugendliche be ich en bspw. auch on S ei zwischen den El e n
ode bekommen die psychosozialen P obleme de El e n mi . Die Re-Familialisie-
ung in de Co ona-K ise üh zu eine Auseinande se zung mi di usen Bezie-
hungs agen, die eg essi eine Einsozialisa ion in uni e salis ische Handlungs- und
Rollenmus e blockie und zugleich Bildung und Le nen s ä ke (wiede ) zum P i-
a p oblem mach . Einige Kinde und Jugendliche we en die Zei mi de Familie
147
Eine neue Wel ?
abe auch als posi i en und un e s ü zenden E ek de Co ona-K ise und den dami
e bundenen Schulschließungen:
„ iel Zei mi de Familie zu e b ingen<b > es wa en as imme alle zuhause, sodass
ich mich nie alleine ge ühl habe und ich konn e imme agen wenn ich nich wei e
kam <b >“ (Gymnasias in, 12 Jah e).
Insbesonde e we den bei diesen Kinde n und Jugendlichen mi Ve häuslichung eine
En schleunigung und En spannung des Schulall ags e bunden, wie es in de Ka e-
go ie „Adap ion“ be ei s angedeu e wo den is . Insgesam be ach e , ha de Bedeu-
ungs e lus de S aße als Spiel-, Bewegungs- und Le no in de Co ona-K ise abe
einen Schub e ah en (z. B. in o übe gehenden Spe ungen on Spielplä zen) und
die He anwachsenden ühl en sich an einen O gebunden. Ve häuslichung als ein ge-
sellscha liches „Ges al ungsp inzip“, das da au basie , soziale Handlungen mi Hil e
daue ha e Be es igungen oneinande zu isolie en und au diese Weise s abile und
be echenba e Handlungs äume zu scha en“ (Zinnecke , 1990, S.143), wi d on den
Kinde n und Jugendlichen so übe wiegend einsch änkend wah genommen. Wäh-
end Zinnecke im Zuge de sozialen Ausdi e enzie ung de mode nen Gesellscha
die Figu eine unk ionalen Segmen ie ung on Kindhei und Kinde n besch eib ,
bedeu e die on den Kinde n und Jugendlichen wah genommene häusliche Enge
und die dami e bundenen Belas ungen abe , dass sich– bspw. du ch digi ale Me-
dien e möglich – die „Lebenswel inseln“ (wiede ) zusammenschieben und im Zu-
hause kulminie en.
8.4.3 Kul u elle E ah ungen und Teilhabe
In kul u ellen Räumen und P ak iken we den gesellscha liche S uk u en in sozia-
len In e ak ionen und P ak iken e ah en, geleb und ( e-)p oduzie (Riege -Ladich,
2014). In diese Hinsich e leben, wie es die Analyse de An wo en zeig , die Kinde
und Jugendlichen eine doppel e Einsch änkung: Sie beklagen nich nu , dass ihnen
kul u elle Räume und P ak iken (z. B. Thea e , Kino, o ene Jugendein ich ungen)
en zogen blieben, die eine Subka ego ie bilden. Auch die Schule en äll ü sie– ge-
ade ü He anwachsende aus sozial benach eilig en Milieus– als ein wich ige Raum
ü auße un e ich liche kul u elle E ah ungen (z. B. Aus lüge, Fes e). Fü einige
Kinde und Jugendliche s ellen die kul u ellen Ak i i ä en einen Gegenpol ode eine
Abwechselung zum schulischen All ag da . Au ällig is , dass die meis en Kinde und
Jugendlichen, obwohl zu dem Zei punk die meis en kul u ellen Ein ich ungen wie-
de o en wa en, im Wunschmodus e bleiben. Nu wenige haben ein pe sönliches
Au holp og amm, wie es in de olgenden An wo deu lich wi d, ges a e .
„Wi haben eine A Lis e e s ell mi Dingen die wi diesen Somme nachholen woll-
en. Ein paa Punk e haben wi schon abgeha k abe ieles bleib noch o en“ (Gym-
nasias , 15 Jah e).
148 S en Thie sch& Dominik K inninge
Insbesonde e die eingesch änk e Mobili ä e hinde aus Sich de Kinde und Ju-
gendlichen kul u elle E ah ungen, die mi Reisen e bunden we den. Dabei muss
subka ego ial zwischen den kul u ellen Räumen de Familie, de Schule und de Pee s
un e schieden we den. So ehlen im amilialen Raum de Familienu laub, abe auch
e mein lich kleine e E lebnisse wie das Eis essen gehen, in de Schule Klassen ah -
en und Aus lüge und mi den Pee s F eizei äume (z. B. Schwimmbad, Kle e halle),
um gemeinsame kul u elle P ak iken, die Zugehö igkei he s ellen, zu en al en und
zu eilen. Au ällig is dabei, dass– bis au einzelne An wo en zum gemeinsamen
D ogenkonsum (z. B. Ki en, Alkohol) – keine subkul u ellen P axen und Ve gemein-
scha ungs o men hema isie und as ausschließlich gesellscha lich e ablie e und
akzep ie e Kul u äume genann we den. Bei den jünge en Kinde n ich en sich
Wünsche dabei insbesonde e an schulisch o ganisie e Angebo e:
„Einen Aus lug machen zum Spielpla z ode sons i gendwohin“ (G undschüle , 8
Jah e).
Bei äl e en Kinde n und Jugendlichen spielen pee kul u elle Räume eine bedeu ende
Rolle:
„ iel e ab eden und coole sachen un e nehmen wie ins eibad ode ak ak ionen
wie ei zei s pa ks ode auch ande e sachen wie in die s ad ah en“ (Gesam schüle-
in, 11 Jah e).
Vo allem bei den F agen zu den Wünschen (z. B. „Was wü des du di ü zu Hause
wünschen?“) e weisen die An wo en de Kinde und Jugendlichen au Fo de un-
gen nach eine Ö nung on Kul u ein ich ungen und uneingesch änk en Möglich-
kei en de kul u ellen Teilhabe. Hie in d ück sich ein s a kes Ve langen nach eine
Wiede he s ellung bekann e Handlungs ou inen aus (Obe schüle , 13 Jah e: „End-
lich wiede No mali ä und wi wü den mal wiede ins Schwimmbad gehen ode was
ande es“). Dabei wi d in den An wo en deu lich, wie ge ade gemeinsame kul u elle
P ak iken bei Kinde n und Jugendlichen ü No mali ä und Sinns i ung s ehen und
diese da in he ges ell we den. Besonde s Jugendliche äuße n sehnsüch ig, wiede
Möglichkei en de Teilhabe zu e hal en.
„Dass man in de Schule keine Masken benö ig ,<b >Dass man zum e s en Mal eine
g oße Pa y eie n kann“ (Gesam schüle in, 15 Jah e).
Wie hie deu lich wi d, sp echen einige Kinde und Jugendliche in diesem Zusam-
menhang auch die kul u ellen Dimensionen de Schu zmaßnahmen wie z. B. die
Maskenp lich an. Die Maske s eh symbolisch ü einige Kinde und Jugendlichen
in einem doppel en Sinn eine sei s ü die Einsch änkungen im All ag, ande e sei s
ü den dami einhe gehenden kul u ellen Wandel. Folglich a ikulie en die He an-
wachsenden auch die He aus o de ung, diese neuen All agsp ak iken und Rollen und
da in en hal ene No men und E wa ungen anzunehmen und sich anzueignen.

149
Eine neue Wel ?
8.4.4 Soziali ä , Ane kennung und In eg a ion
Ein wei e e zen ale Themenkomplex ü Kinde und Jugendliche in de K ise sind
die sozialen Beziehungen. Mi Soziali ä assen wi die Subka ego ien soziale An-
e kennung und In eg a ion zusammen. Kinde n und Jugendlichen haben dabei nich
nu die Kon ak e zu Leh e *innen und zu Gleichal igen ge ehl , sie a ikulie en da-
übe hinaus das P oblem, dass soziale Zugehö igkei und Teilhabe in soziale In e -
ak ion übe gemeinsame P ak iken und Disku se nich he ges ell we den konn en.
Es zeig sich deu lich, wie besonde s junge Menschen au Soziali ä angewiesen sind
und sich als soziale „Wesen“ e s ehen. So wi d– mi un e seh leid oll– au ehlende
Pe spek i übe nahmen und sozio-emo ionale Bezugnahmen e wiesen.
Die Subka ego ie „Ge ühle de Desin eg a ion und Einsamkei “ dokumen ie en
sich in Da s ellungen zu den E ah ungen de Isola ion, die au den Punk geb ach
als „soziale En zug“ wah genommen we den. Inso e n äuße n einige Jugendliche
massi e psychosoziale Beschwe den.
„Keinen ode wenig Kon ak zu ande en. F eunde sind mi seh wich ig. Ich habe
mich o allein ge ühl und ha e auch ö e P obleme mi leich en Dep essionen“
(Obe schüle in, 16 Jah e).
Einige Kinde und Jugendliche schilde n in den An wo en, wie schwe es ü sie is ,
soziale F eundscha sbeziehungen nach den Schulschließungen wiede he zus ellen.
Die K ise d ück sich ü diese He anwachsenden o allem im Ve lus de bzw. im
Kamp um die bes ehenden F eundscha en aus.
„Ein paa F eundinnen haben wäh end de Co onazei neue F eundinnen ge unden.
Ich bin ehe uhig und deshalb noch nich wiede so ich ig mi dabei. Auße dem ha
mi eine F eundin gesag , dass sie nich mi mi in ein Zel möch e im Zel lage . Da
habe ich gewein , weil ich das e s e Mal mi ah e und mich angemelde habe, weil ich
wiede meh Kon ak mi ih möch e“ (Gymnasias in, 12 Jah e).
Ande e wiede um konn en konk e e F eundscha sbeziehungen auße halb de Schu-
le in de K ise au ech e hal en, beklagen abe , dass wäh end de Schulschließungen
die Einbindung in die soziale Gemeinscha ge ehl habe und sie dami ele an e So-
zialisa ionse ah ungen nich machen konn en. Dabei we den de ins i u ionelle O
de Schule und die Wel de Pee s e knüp („das ich imme zuhause le nen muss e
und mich nie mi den ande en ge o en habe“ (G undschüle , 9 Jah e)).
De übe wiegende Teil de Kinde und Jugendlichen in Mun e mache I e miss
somi nich so s a k die auße schulischen Pee s in de F eizei , sonde n monie ein
Wegb echen de ollen ö migen Beziehungen in de Schule, die ü die Ablösungs-
und Indi idua ionsp ozesse, abe auch die Mo alen wicklung on Bedeu ung sind
( gl. Thie sch in Kapi el9 in diesem Band, Fall Helena). Somi e schieben sich die
E ah ungs- und Bildungs äume de Kinde und Jugendlichen on in agene a iona-
len Pee -Kon ex en hin zu in e gene a ional gep äg en Räumen (Un e ich , Familie).
Die wei e e Be onung au den ehlenden Face- o-Face Aus ausch deu e au ein g oßes
150 S en Thie sch& Dominik K inninge
Bedü nis nach sozialen Aushandlungsp ozessen in de K ise. S ell das wechselsei i-
ge Ane kennungs- bzw. (Re-)Ad essie ungsgeschehen, in dem sich Menschen wech-
selsei ig he o b ingen und Zugehö igkei en s i en, eine zen ale Vo ausse zung und
Bedingung ü die soziale Kons i u ion und das soziale Wohlbe inden des Menschen
da (z. B. Ricken, 2013), dann geh dessen Einsch änkung mi massi en Belas ungen
und psychosozialen Beschwe den ge ade ü Kinde und Jugendliche einhe ( gl.
auch die Ka ego ie K isendiagnosen).
8.4.5 K isendiagnosen und -e klä ungen
Fü uns ein du chaus übe aschende Be und is die Ka ego ie „K isendiagnosen und
-e klä ungen“. Wi konn en he ausa bei en, wie auch Kinde und Jugendliche E klä-
ungsansä ze ü die pe sönliche und gesellscha liche K ise en wickeln und sich hie
au Na a i e und E klä ungs olien aus dem ö en lichen Disku s (medizinisch-epide-
miologisch, psychisch und physisch, poli isch, wi scha lich, sozial e c.) beziehen. Sie
behe schen die medialen, poli ischen und wissenscha lichen Beg i e und Sp ach-
mus e de Co ona-K ise, übe agen diese au ih e Lebenswel und sind inso e n
k isensp achlich sozialisie (Ha enege , 2023). So sehen sich einige Schüle *innen
angesich s de Schulschließungen selbs auch im Homeo ice ode kennen sich mi
den Masken egeln aus.
„Kla , manche sind auch gu im Homeo ice zu ech gekommen, so auch ich gegen
Ende hin, abe das wa ü lange Zei bei keinem de Fall“ (Gesam schüle , 17 Jah e).
Zugleich is au ällig, wie besonde s Kinde und Jugendliche die Einsch änkungen
und Folgen un e dem Schlagwo „Co ona“ subsumie en und als U sache ü Belas-
ungen und Leiden ad essie en bzw. e an wo lich machen (Gesam schüle , 12 Jah e:
„Mi F eunden ohne Co ona“; Gymnasias in, 13 Jah e: „Dass Co ona bald ein ge inge
Teil im Leben is “). Insgesam haben wi mi K isendiagnosen und -e klä ungen eine
ielschich ige Ka ego ie, die die K ise au de Ebene de Gesellscha und ih e So-
zialisa ions äume (Schule, Familie, Pee s) ode de eigenen Gesundhei iden i izie .
Beispielsweise dokumen ie en sich in den An wo en auch gesellscha liche K isendi-
agnosen, die sich au einen Au holbeda in de Digi alisie ung und ein schlech aus-
gebau es kommunales In e ne ne z beziehen ode ein ehlendes K isenmanagemen
monie en. Dami e bunden gehen als Subka ego ien No mali ä swünsche de (Wie-
de -)He s ellung bekann e Handlungs ou inen ode de psychosozialen Gesundhei
einhe . Konk e wi d auch in den quali a i en Mun e mache -Da en deu lich, dass
die gesellscha liche K ise ü iele zu eine pe sönlichen K ise wu de. Vo allem
bei den Jugendlichen kommen in ielen An wo en Selbs diagnosen wie „Bu nou “,
„S ess“, „wenig Ene gie“, „kö pe liche Beschwe den“, „Müdigkei “, „Konzen a ions-
und Au me ksamkei sp obleme“ und „Dep essionen“ zum Ausd uck. Ge ade diese
selbs zugesch iebenen psychischen und physischen K isensymp ome we den– auch
151
Eine neue Wel ?
in ih e diagnos isch- ach e minologischen Sp achlichkei – kaum ela i ie und e -
hal en au sinns uk u elle Ebene einen absolu en Cha ak e ü das Selbs .
8.4.6 Di e enzen zwischen Kinde n und Jugendlichen
Die ün besch iebenen Ka ego ien konn en wi sowohl in An wo en on den Kin-
de n als auch on den Jugendlichen he ausa bei en. In de Da s ellung de K isenan-
eignung zeig en sich abe be ei s e s e Di e enzie ungen zwischen Kinde n und Ju-
gendlichen, die im Folgenden nun noch einmal sys ema ische und explizi e anhand
on d ei Ve gleichsk i e ien (K isenwah nehmung und -a ikula ion, K isen äume
und K isenbea bei ung), die sich explo a i in de Kompa a ion he ausk is allisie
haben, es gehal en we den sollen.
8.4.6.1 K isenwah nehmung und -a ikula ion
Mi K isenwah nehmung soll zum Ausd uck kommen, dass sich das eale K isen-
e leben zwischen Kinde n und Jugendlichen un e scheide . In den Blick kommen
un e schiedliche Aspek e de K ise. Die be ag en Kinde im Al e zwischen 6 und
12 Jah en machen hie E ah ungen unmi elba e K isene ek e und übe se zen iel
s ä ke als Jugendliche Disku se und Einsch änkungen de K ise in ih e Sp ache und
Lebenswel . Diese Übe se zungsleis ungen müssen als eine zen ale He aus o de ung
ü Kinde in K isen be ach e we den. Sie hema isie en somi ech unge il e , wie
sie pe sönlich und di ek on Maßnahmen be o en, eingesch änk und belas e wa-
en (z. B. G undschüle in, 9 Jah e: „Das es o lau wa wegen dem S aubsauge “),
abe auch, wie sie da on p o i ie en (z. B. G undschüle , 8 Jah e: „Dass ich zocken
du e“). In beiden Fällen wi d dabei deu lich, dass in de Wah nehmung de Kinde
die K ise e was Äuße liches bleib , die sie an ex e nen U sachen es machen und ü
die es gleichsam Ve an wo liche ü Maßnahmen und Einsch änkungen gib . In den
An wo en inden sich dami s a k e kü z e Zusch eibungen, mi un e auch Ankla-
gen und K i ik (G undschüle , 9 Jah e: „Dass sie e s ehen man kann nich imme
alles so o le nen. Sie machen uns Angs mi den Co ona egeln. Ich bin ein Kind und
nich eine Maschine“).
Jugendliche nehmen, unabhängig da on, ob sie gu ode schlech du ch die K ise
kommen, dagegen die K ise be ei s in ih e mo alischen, e hischen und gesellscha -
lichen Komplexi ä wah und schließen unmi elba an ö en liche Disku se an. Die
K ise s ell ü sie einen Impuls ü Selbs e lexi i ä und -posi ionie ungen da , wie es
sich in den mi un e ech langen An wo en dokumen ie ( gl. Thie sch in Kapi el9
in diesem Band). Die E ek e on K isen im Allgemeinen und de Co ona-K ise im Be-
sonde en (z. B. Schulschließungen) b ingen eine ges eige e Auseinande se zung mi
Iden i ä s agen, de Adoleszenzk isenbewäl igung und dem Bewäh ungsp oblem
ü sie mi sich. Handlungsp ak ische Indi idua ionsp ozesse eines Bildungsmo a o-
iums modi izie en sich in K isenzei en. In de Co ona-K ise is dies ü Jugendliche
in Mun e mache I o allem die F age, wie sie ohne die hal gebende Rollens uk u
152 S en Thie sch& Dominik K inninge
de Schule ih en All ag o ganisie bekommen und wie sie sich on diesen bekann en
schulischen No men und An o de ungss uk u en ablösen und eigene O dnungen
en wickeln können. Jugendliche sind somi in de K ise im Besonde en he ausge o -
de , Selbs - und Wel en wü e zu en wickeln.
8.4.6.2 K isen äume
Mi K isen äumen meinen wi meh als Vo s ellungen eines physischen Con aine -
Raums und okussie en au die Rela ionen zwischen den sozialen und gegebenen
Räumen. De eingeeng e und beg enz e Raum in de Co ona-K ise nimm , wie be-
ei s deu lich wu de, Ein luss au die Ak eu *innen, au ih e sozialen Beziehungen
und ih e All agso ganisa ion. Umgekeh wi d de Raum du ch eine ande e O gani-
sa ion de Sozialbeziehungen neu angeo dne (z. B. Ein ich ung on Homeo ice im
Wohnzimme ). K isen äume sind aus de Sich de Kinde und Jugendlichen somi
auch die sozialen Räume, in denen sie sich die Schulschließungen aneignen, die ü
sie zu He aus o de ung we den, die sie abe auch als Bildungs- und Möglichkei s-
äume ü sich ges al en können.
De zen ale K isen aum ü Kinde is die Familie. So wi d in den An wo en
deu lich, dass Bilde und Hal ungen zu K ise übe die Familie e mi el we den.
Besonde s he ausgehoben wi d, dass man iel Zei mi de Familie ha e, abe auch,
dass es zu Kon lik en inne halb des amilialen Raums kam:
„Das es un e uns Geschwis e n nich meh so o S ei gib und sie einen meh es-
pek ie en, so dass man sich Zuhause wohle ühl “ (Gymnasias in, 12 Jah e).
Nach de Familie we den die Pee s als wich igs e Sozial aum genann . Im Kon as
zu den Jugendlichen, die das Fehlen konk e e Ve gemeinscha ungsp ak iken bekla-
gen, d ücken Kinde diesbezüglich ehe emo ionale Be indlichkei en aus (Gesam -
schüle in 11 Jah e: „Meine F eunde nich zu sehen wa au ig“; G undschüle in, 9
Jah e: „Ich habe meine F eunde e miss “).
Fü Jugendliche is die Schule de zen ale K isen aum. Sie se zen sich im Ve -
gleich zu den Kinde n iel häu ige und iel aus üh liche dami auseinande , welche
P obleme, Belas ungen abe auch Vo eile sie du ch Home-Lea ning und e ände -
e Tagess uk u en haben. Es we den o allem die Ände ungen diese egula i en
S uk u p oblema isie . Sie nehmen die Wel wiede s ä ke als einen absolu en,
wenig ge üll en und s a k beg enzenden Con aine -Raum wah . Hie zeig sich, wie
sie sich– biog a ieanaly isch be ach e – an ins i u ionellen Ablau - und O dnungs-
mus e n o ien ie en (Schü ze, 1981). Danach we den die Pee s als zwei wich igs e
Raum hema isie („Mi F eunden ein ach d außen sein, eie n e c.“). Eine G uppe
on Jugendlichen sind dabei auch „F ei äume“ bedeu sam, um sich ei en al en zu
können ( gl. auch Ka ego ie Ve häuslichung).