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Kunstreport

Abstract

UB Digital. Katalog / Kunstreport. Berlin : Künstlerbund, 1973 - 1992

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Kunstreport

Year: 1973
Source: https://digital.ub.uni-paderborn.de/ihd/periodical/titleinfo/1997097/full.pdf
Uni e si ä sbiblio hek Pade bo n
Kuns epo
Deu sche Küns le bund <1950->
Be lin, 1973 - 1992 nachgewiesen
u n:nbn:de:hbz:466:1-37547
J. A. Schmoll gen . Eisenwe h :
Kuns im Raum de A chi ek u .
In:
Kuns epo 3' 78. Ka alog [26. Jah esauss ellung des
Deu schen Küns le bundes om 18.11.1978 bis 03.01.1979
in Be lin]. Be lin 1978, S. 19-22.
19 A ikula ion des Raumes
J.A.Schmoll gen .Eisenwe h
KUNST IM RAUM DER ARCHITEKTUR
Vo 20 Jah en hä e man bei diesem Auss ellungs i el schlich
au »Kuns am Bau«geschlossen .Inzwischen haben sich die
küns le ischen Ak i i ä en im Be eich des Raumbeg i s und
im Um eld de A chi ek u iel ach gewandel .Ein ku zes
Resümee de Phänomene kann keine küns liche Einhei
o gaukeln .Wi leben in eine plu alis ischen Gesellscha
und habenes olglichauchmi s ilplu alis ischen E scheinun¬
gen in de Kuns zu un .»S ileinhei «wa ein oman ische
Wunsch ,de de Wi klichkei nich en sp ach .Esgib gewisse
Tendenzen und modische Obe s ömungen ,abe in de
Tie ewi keno ganzande e K ä e.DasS ilbildde Kuns mo -
den is wie ein dünne Öl ilm au beweg em Mee ,man lasse
sich on diese schille nden Hau nich e üh en ,die eine
gewisse »Einhei « o äusch .Das lebendige Wesen de
Kuns bes eh in K ä en und Gegenk ä en ,die aus de Tie e
he o b echen .
I
»Kuns am Bau «wa die Fo mel ,mi de in de Bundes epu¬
blik Deu schland ein om S aa eglemen ie es Mäzena en¬
um du ch das ö en liche Bauwesen sei de Wäh ungs e¬
o m p ak izie wu de .Unbes i en is ,daß du ch die Ve o d¬
nung de Abzweigung on einem ode meh P ozen on de
Gesam bausumme ü küns le ische Auss a ung ielen
Küns le n zu Au ägen und zu Realisie ung ih e Ideen
e hol en wu de .Die Regelung ha e einen sozialen und
einen kuns ö de nden Aspek .Abe unzwei elha is das
E gebnis in küns le ische Hinsich insgesam nich so
be iedigend ,wie man es e ho ha e .Viel ach geschah
uno ganisches Flickwe k,und Kuns wu de zum beliebigen
»Zusa z am Bau «.Uno ganisch wu den i gendwelche
Relie s ode Mosaiken ode F esken ode B onzen dem
e igen Baukö pe angehe e ,applizie .Vieles wi k e aus¬
auschba ,nich unk ional mi de A chi ek u e bunden .Es
is da übe schon o geklag wo den .Man ha e die G und¬
hal ung de A chi ek u sei dem sogenann en Neuen Bauen
(das sich bis heu e auswi k )nich e s anden :ein Funk iona¬
lismus ,de in seinen pu is ischen Bauwe ken bildende Kuns
abs ieß .Die T ennung on A chi ek u und bildende Kuns ,
einmal an angs dieses Jah hunde s ollzogen ,wu de nu
mühsam in Einzelwe ken zu übe b ücken e such und
konn e du ch eine »Kuns -am -Bau«-Ve o dnung nich wie¬
de geschlossen we den .Hie und da gelangen dennoch
einzelne beme kenswe e Lösungen ,im ganzen s ell sich
die » e o dne e «Kuns als e ehl da .Sie » aschis isch «im
Ansa zpunk zu nennen ,is zwa eine Ve g öbe ung und eine
nich ganz unge äh liche Ve allgemeine ung ,abe sie i
einen Ne de G undhal ung de »gu gemein en «Ve o d¬
nung :ih e geheime Roman ik ,als könne man zu »heilen
Zei en «eine o ganischen Bauskulp u ,Wandmale ei usw .
au dem s aa lichen ,gese zlichen Bes immungswege
zu ück inden .Dennoch möch e man diese Kuns -P ozen -
Ve o dnung nich ein ach e sa zlos ges ichen sehen .Zu
iele Küns le (und na ü lich auch nu um Kuns »Bemüh e «
und modische Mi läu e ,wie übe all )leben da on ode
p o i ie en wenigs ens ab und zu on den B osamen diese
Ein ich ung :hie ein Wand eppich ,do ein Glas ens e ,da
ein Mosaik,hie ein Relie ,do eine Figu ,ein B unnen ,eine
a bige Wandges al ung aus Kacheln ode Kuns s o pla en
usw .usw ....Die Schwie igkei en liegen ja keineswegs nu
bei den bildenden Küns le n selbs .Wie iel häng on den
einzelnen A chi ek en ab !Nich imme haben sie das ich ige
Gespü ü die ech en Möglichkei en ,die ih eigene Bau
manchmal bie e ,o wollen sie auch inne lich ga keine
»zusä zliche P ozen -Kuns «-und man kann es ihnen
keineswegs e denken .Und dann die Bauhe en !P i a e
ode Ve e e ö en liche Diens e ,de Kommunen ode de
Regie ungen we den o un o be ei e zu Kuns ich e n
bes ell .Meis bes eh keine inne e Beziehung zu küns le i¬
sche Ges al ung .O wi d dies abe e hehl ,sel en ein
solche Mangel einges anden .Niemand gib ge ne zu,wie
hil los e in Wi klichkei o eine küns le ischen En schei¬
dung s eh .Und dann geben ans elle on Kompe enz und
Kenne scha sel same Vo u eile ode modische Zu älligkei¬
en den Ausschlag .Was ü manche We bewe bs ich e nu
ein läs ige Ve wal ungsak mi A elie besuchen ,Modells u¬
dium und Ju y -Ve sammlungen is ,wo eine im G unde
un e s andene Sp ache gesp ochen wi d,is ü die be eilig¬
en Küns le o eine Schicksalsen scheidung .
»Kuns am Bau«wi d wei e gemach ,wi müssen dami
echnen und soll en e suchen ,das Bes e dabei he auszu¬
holen .Es wä e abe eine Übe legung we ,wie diese
Mechanismus kul i ie we den könn e .Kuns im Raum de
A chi ek u wi d o läu ig in de »Kuns am Bau«wei e hin
eine A Basis inden ,man soll e da o nich die Augen
e schließen ,wede e ach ungs oll ,noch esignie end ,
auch wenn mi le weile Kuns im Raum de A chi ek u in
ganz ande e Be eiche und Möglichkei en au geb ochen is .
Nich »Kuns am Bau«,sonde n Kuns im und mi dem Bau
soll e ielleich eine neue Fo mel lau en ,die sich sowohl an
die Küns le als auch an die A chi ek en und Bauhe en
wende .Es gib bedeu ende Ve suche dazu .Teilweise sind
sie on A chi ek en selbs un e nommen wo den .Le Co bu -
sie s Wall ah ski che in Ronchamps (1955 )wä e ein ühe¬
es Beispiel ,die Bau en on Louis I.Kahn in Ame ika (bis
1973 )spä e e ,bei diesen insbesonde e das Bemühen
o namen ale Gliede ungen in engs e Beziehung zu b u ali-
A ikula ion des Raumes 20
s ischen Baus uk u zu en wickeln .Ande e sei s haben abe
auch Küns le , die als Male und Bildhaue begannen ,diesen
Weg eingeschlagen und sich de A chi ek u alsdes wich ig¬
s en »Anwendungsgebie es « ih e Ges al ungsmöglichkei¬
en zugewand , wie Vic o Vasa ely , Yaaco Agam , Ma hias
Goe i z und O o He be Hajek . De Agam -Saal des Kul u o-
ums Le e kusen (1970 ) is au deu schem Gebie das
in e essan es e Exempel eine ausden E ah ungen de Op -
A en wickel en Fa bges al ung au elie a igen Gliede un¬
gen , de en Wi kungen sich nu dem im Raumsich Bewegen¬
den ganz e schließen . Goe i z , de Deu sche in Mexiko, ha
am en schiedens en den G enz all eine monumen alen
A chi ek u plas ik ealisie , besonde s in den Tü men an de
Au obahn Mexico-S ad nach Gue na aca . Hajek wiede um
and in de engen Zusammena bei mi A chi ek en die
In eg a ion plas ische Fo men und Fa bgebungen im Bau¬
kö pe - kühn im ühen We k des S uden enhauses (mi
Mensa und Res au an s ) de Uni e si ä Saa b ücken
(1965- 1968 ). Hie kann nich meh on »Kuns am Bau«, hie
muß on o ganische Du chd ingung beide Medien gesp o¬
chen we den - wie sie ähnlich nu in äl e e Baukuns
(Mi elal e , Ba ock ) begegne . Dies sind Ideal älle , die nich
so leich Schule machen , weil unse en heu igen A chi ek en
im allgemeinen die Dimension des auße unk ionalen
Ges al ungssinnes wei gehend ehl , de in ühe en Zei en
als selbs e s ändlich gal und dahe geschul wu de .
III
Eine S ahl -Glas -A chi ek u , eine Bauweise au Ras e ¬
g und issen , mi Wand e ig eilen und höchs ens »Fassa¬
den -Schü zen « zu no dü ig -no wendigen Ve kleidung de
Skele s uk u de Gehäuse , eine A chi ek u de gla en
Flächen , de scha en Kan en und Linien und de du ch g oße
Volumen wi kenden Baumassen ha ih e inbes i ene
Be ech igung und äg ih e äs he ische Wi kung in sich , -
wenn sie nich zu Ve ödung , zu Lee e und Ausd uckslosig -
kei e komm wie leide in de g oßen Masse - nich nu de
Zweckbau en . Eine solche A chi ek u will ga keine unkon¬
s uk i en Elemen e , keinen zusä zlichen »Schmuck «,keine
» emden « Akzen e . Sie inde sich ein und konsequen
ohne Be eiligung on bildende Kuns . Es en sp ich eine
solche Hal ung auch de mode nen nüch e nen Einschä ¬
zung de »Ob igkei «, ü die ühe Rep äsen anz ge o de
wu de : Regie ungs - und Ve wal ungsbau en , auch Kul u ¬
bau en und selbs Ki chen un e liegen de Fo de ung nach
Zweckmäßigkei . Thea e und Museen sind keine Musen¬
empel meh , ein Jus izgebäude nich meh - wie in B üssel
Poelae s zyklopische Neu enaissance -Palas (um 1880 )
ode auch F. . Thie schs Münchne Kuppelbau - Symbole
de S aa sgewal , Bahnhö e sind nich meh Lokomo i -
Ope n mi Hallen ü S aa semp änge , Na ionalbanken nich
meh Sinnbilde une schü e lichen Geldwe es mi k a ¬
meie ischen Haus einsäulen und wuch igen Giebeln . De
S uk u wandel de Ö en lichkei (J . Habe mas ), daszuneh -
mende ö en lich -k i ische Räsonnemen und die k i ische
pa lamen a ische und Medienkon olle lassenga nich meh
zu , daß Rep äsen anz on S aa und Kommunen so e s an¬
den we den kann wie es in den ö en lichen Bau en bis zu
Mi e des 20 . Jah hunde s , z.T. noch länge , zum Ausd uck
kam. Somi en äll auch die ühe de Rep äsen anz die¬
nende Kuns des Deko s und de sym bolischen Ausschmük -
kung ö en liche , abe auch - in bescheidene em Maßs ab¬
p i a e Bau en : eine Folge de En my hisie ung de A chi¬
ek u .
De allgemeinen E nüch e ung , die sich übe die gesam e
A chi ek u e b ei e e , olg e abe auch de P o es . Es wä e
wohl ohne diese als Ve a mung emp undene E nüch e ung
nich zu den E scheinungen eine Wiede en deckung des
Jugends ils , eine Au we ung des His o ismus und de
allgemeinen Nos algie ,dem Heimweh nach Deko ,Schmuck
und Ein ich ung de Zei en o dem E s en Wel k ieg gekom¬
men . Die ückgewand e An wo is abe nu ein Symp om .
G öße e schöp e ische K ä e e o de die Scha ung eige¬
ne , neue Sys eme de Raumbelebung , um de Ve ödung
unse e S äd e und unse e Landscha zu en gehen .Dies is
eine soziale Au gabe , die die Kuns zu e üllen ha .Sie be i
unse e Umwel ges al ung . Sie geh Hand in Hand mi de
Besinnung au We e , die de e wal e en Wel en gegenge¬
se z we den können : die Na u , die Landscha , die
u sp ünglich gewachsenen S äd e und Dö e . Umwel ¬
schu z im wei es en Sinne : on de Bändigung de Indus ie ,
dem Schu z o ih en Schäden , dem B emsen des Abbaus
unse e na ü lichen Ressou cen bis zu Denkmalp lege mi
ih em Ensembleschu z gewachsene Bausubs anzen eich
ein wei e Fäche .Abe diesen passi -bewah enden Schu z
e gänzen e s schlüssig die neuen Ges al ungen unse e
Lebens äume du ch k ea i e K ä e, du ch die Kuns , du ch
eine Kuns im Sinne de E wei e ung ih es bishe igen
Beg i s - wie dieses e wei e e Ve s ändnis des Kuns be¬
g i s nich allein Joseph Beuys une müdlich o de .
Die Du chd ingung a chi ek onische Räume is die eine
Sei e , au de heu ige Küns le neue Wege besch i en
haben . Hajek ha mi de Ges al ung de Fes i al -Plaza on
Adelaide (Südaus alien ) - 1977 ollende - ein Signal
gegeben , wie man einen öden U banen Raum plas isch und
a blich einhei lich » e i alisie en « kann . Goe i z a bei e an
21 A ikula ion des Raumes
en sp echenden P ojek en ü ame ikanische S äd e und ü
Je usalem . Die ande e Sei e zeig sich jedoch im Gegensa z
hie zu in einem ausgesp ochenen Kon as e hal en .
IV
Kon as e
Mi de En wicklung de A chi ek u des sogenann en Neuen
Bauens sei dem E s en Wel k ieg , de en Auswi kungen
noch imme nich abgeschlossen sind ,läu eine Kon as be¬
wegung de mode nen Plas ik ,die sich gegenübe de Block-
und Skele -Bauweise abse z , behaup en will, sich zu ih
en wede im »kon apunk ischen Einklang « ode in bewu߬
em Kon as emp inde . Plas ische Akzen e o und gegen¬
übe eine Fassade , einem Block - ode auch in einem
Innenho und Foye - gib es in zahl eichen Va ian en . Aus
zu ückliegenden Jah zehn en seien genann Pe sne s
»Bienenko b «-Skulp u o einem Kau haus in Ro e dam ,
Bellings »Segelmo i « o de Bank ü Gemeinwi scha in
de Hambu ge Innens ad ,Wilhelm Lo hs »Lippen elie « im
Haub ichho de Kölne Volkshochschule , F i z Koenigs
»Kugel« zwischen den Wolkenk a ze n des Wo ld T ade
Cen e s in New Yo k-Manha an - um wenige und e schie¬
dena ige Beispiele zu nennen , de en Lis e eilich gu
e länge we den könn e . Abe ge ade diese Beispiele
zeigen ein bewuß es Zusammenspiel mi de A chi ek u ,au
die sie sich beziehen , auch als Gegenk ä e , Sammelpunk e ,
Signale , Sinnzeichen im Gegenübe zum Bauwe k . Indiese
Weise bes eh ü die Plas ik zwei ellos ein wei e Spiel aum ,
dessen G enzen wi heu e noch nich absehen können . Im
Be eich de Plas ik geh es dabei um seh un e schiedliche
inhal liche und s ilis ische Mo i e. Die ungegens ändliche
(abs ak e ) Rich ung bes eh neben eine das kö pe liche
E scheinungsbild des Menschen du chaus wei e eibenden
S ömung , die sich de In ages ellung des Menschen e ¬
s ä k zugewand ha (die To si und F agmen e on Wilhelm
Lo h, die su eal -symbolis ischen Figu a ionen on Ipous e -
guy und iele ande e , auch jünge e Bildhaue , die Vo i -
und G abges al en on F i z Koenig , die neoexp essionis i¬
schen und neo ealis ischen B onzen on H dlicka, Szy -
manski usw .). Sie bilden imme Kon as e zu A chi ek u ,
wollen Ans öße geben zu Besinnung ode Ala mie ung ,
möch en auch Maßs äbe se zen gegen eine allgemeine
Ni ellie ung im U banen Ve keh s aum , - wie Ru e on
E inkenden .
In einem ganz ande en Be eich sind die Raumgebilde
angesiedel , die - eben alls on g oße Kon as wi kung -
zunächs um sich selbs zu k eisen scheinen : die aus
ein achen G oß o men komponie en Eisenskulp u en e wa
on Richa d Se a - sie e scheinen gelegen lich wie Monu-
men alisie ungen de zue s in Innen äumen en wickel en
Minimal A .Allen diesen »Skulp u en « (de Ausd ucks imm
echnisch eilich nich ü geschweiß e S ahlpla enkon¬
s uk ionen und Kuns s o mon agen , is abe in e na ional
geläu ig als Obe beg i ü alle d eidimensionalen Schöp un¬
gen ) is eigen , daß sie Raume ah ungen sensibilisie en
wollen und können . In eine Zei de zunehmend un äumli¬
chen Bildau nahme du ch Fo og a ie , Film und Fe nsehen -
om Lesen ganz zu schweigen - komm de a igen Impulsen
zum äumlichen E lebnis eine hohe Bedeu ung zu . De -
wö lich gemein en - Ni ellie ung , nämlich eine zunehmen¬
den Zweidimensionalisie ung unse es Sehens und Emp in¬
dens , könn e mi de Kon as ie ung du ch s a k - äumliche
Gebilde ges eue we den .
V
Vo s öße in öllig neue Raume lebnisse e mi eln neben de
b ei ge äche en kine ischen Plas ik die Expe imen e de
Land-A und de E dskulp u en .Wal e de Ma ias Kilome e ¬
boh ung wäh end de le z en Kassele Documen a soll e
e was sich ba machen , was eigen lich nu gedach sein will-
wie es sein u sp üngliches P ojek ü den Schu be g des
Münchne Olympiageländes 1972 o sah : ein »Denkloch «,
wie de Volksmund sag e . De Kassele Messings ab is eine
Ma e ialisie ung diese »Seele «, diese gedach en Boh ö ¬
nung in die Tie e de E de . De E d aum als Denk - und
Vo s ellungs aum , wie e in al en Höhlenkul u en lebendig
wa , wi d hie - neuzei lich - echnisch -pe ek - in eine A
E d e le zung schme zlich bewuß gemach .
Un e die Wasse obe läche s öß Jü gen Claus mi seinen
Fa belemen en (schwimmenden Plas ikballons , -Schläu¬
chen und -»Blumen «) o , den Mee es aum e lebba e zu
ges al en als e uns bislang bewuß is . Ko allen i e und
Schi s iedhö e bilden be o zug e Tie sees ä en seine
u opischen Un e wasse aumphan asie , die nu de Tauche
ganz e assen kann , dessen Fa b ilme und Dias uns E den¬
bü ge n da on nachzuemp indende Bilde e mi eln . Das
U opische diese Raume lebnisse gehö zu ih en Reizen
und e gänz die Lu ah - und As onau en -Fe nsehübe a¬
gungen , die be ei s zu unse em TV-All ag gewo den sind , in
a bigs e Weise . Hie we den Raume lebnisse zu Sensa io¬
nen , die kein ühe e Mensch e ah en konn e und die
e mu lich noch einige Zukun haben .
Ande e A sind die Raumbeschwö ungen , die Ch is o mi
de Ve emdung on Landscha en und S ad bilde n du ch
iesige Ve packungsak ionen o nimm . Hie d ück sich
auch die Suche nach o übe gehenden lüch igen , a a-
mo gana -ähnlichen E ek en aus , die uns in de Ve ände ung
(abgesehen on de Ak ion selbs , die als k ea i e Ak e leb

A ikula ion des Raumes 22
we den soll) das Wesen eines e hüll en Gegens andes ,
eine » e schleie en « S eilküs e als bes imm e d eidimen¬
sionale Fo ma ion plö zlich ins Bewuß sein ücken kann und
soll. De Mensch e p ob hie auch spiele isch die ge äh liche
echnische Möglichkei de Umwälzung ganze Landscha ¬
en wie in einem Tagebaug ubengebie ode eine A ombom¬
benzone . Auch die Lich - und Wasse -Plas ik on Heinz
Mack, die Einbeziehung des Lu aums , de Lu spiegelun¬
gen in küns lichen Wasse wolken , u Raume ah ungen
und das Spiel mi den lüch igen Elemen en au den Plan .De
Schweize Bildhaue Luginbühl is zu Ve b ennungsak ionen
on Holzskulp u en und »plas ischen Schei e hau en « (in
Linzan de Donau 1978 )übe gegangen ,Vo h läß ein Floß mi
eine A Mumienskulp u den Rhein hinabschwimmen : es
lassen sich noch iele Ak ionen ausdenken , in denen Raum¬
e ah ungen , E lebnisse de Wi kung on Elemen en , Ve ¬
emdungen , Ve lüch igungen ü einige Zei sich ba we ¬
den und uns zum Nachdenken ans oßen sollen und zu
k ea i en Schau ungewöhnliche Vo gänge , denen Symbol¬
gehal beizumessen is .
In ielem e inne diese Sei e heu ige »Raum -Kuns « an die
Feue we ke , Wasse schlach en , Fon änenspiele des 17.
und 18. Jah hunde s . Auch die An e igung on plas ischen
Gebilden aus »Wegwe -Ma e ialien « kann dazuge echne
we den . Ha man doch im Ba ock du ch Küns le Eh enp o ¬
en und T aue ka a alke und ande e Ze emonialau bau en
mi g oßem Au wand an Zei ,an E indungsgeis , En wu sa ¬
bei und P og ammplanung ü nu einen ode wenige Tage
aus üh en lassen , um sie dann abzu äumen , zu e b ennen
ode wegzuwe en . . . (wie heu e ü Fas nach szüge ).
Heu e ehl uns bei solchen Ak ionen die damals du ch die
Au aggebe und ih Publikum e s andene Sinngebung .
Heu e is sie allein om Küns le he in ui i en wo en und
subjek i e dach wie ü einen e s noch zu e indenden Kul .
Das Nu -Äs he ische da an wü de die Ges al e selbs kei¬
neswegs be iedigen , sie suchen du chaus den Kon ak zu
den Menschen und wollen ihnen meis ens meh als nu eine
Be eiche ung ih e sinnlichen E ah ung schenken . Auch in
diesen und ielen ande en epheme en Ak ionen s eh wohl
an e s e S elle de D ang nach ges eige em Raume lebnis
und ges eige e sinnliche Fülle eine imme nüch e ne
we denden Exis enz . Diese Raume ah ungen sind unab¬
hängig on A chi ek u -Räumen . Dies is eine kla e Konse¬
quenz aus de eingangs skizzie en T ennung on Funk¬
ionsa chi ek u und bildende Kuns . Nun is die bildende
Kuns z.T. »hinausges oßen « in die wei en Räume des
Unbebau en und Kosmischen ,des Schwei enden und P o i¬
so ischen , Vo übe gehenden , wie es eilweise ja be ei s zu
Lebensgewohnhei g oße Menschenmassen gehö im
Zei al e des wel umspannenden Ve keh s , de sich s ei¬
ge nden Geschwindigkei en , de imme schnelle en
Medienkommunika ion , des Massen ou ismus , schließlich
de Raume ah ungen de As ophysik und As onau ik .Alle
diese im Raum agie enden Küns e emp inden sich als im
höchs en Kon as zum be - und umbau en Raum de A chi¬
ek u agie end . Hie wi k sich also ein dialek isches Ve häl ¬
nis aus , dessen En wicklung mi de Abs oßung de bilden¬
den Kuns du ch die A chi ek u begann . F eilich handel es
sich dabei um ex eme Phänomene , denen die In eg a ions¬
beispiele eine neokons uk i is ischen plas isch - a bigen
Raumkuns im Be eich de A chi ek u gegenübe s ehen .