Uni e si ä sbiblio hek Pade bo n
A go
Goseb uch, Ma in
Köln, 1970
u n:nbn:de:hbz:466:1-37534
J.A.Schmoll gen .Eisenwe h :
S ilplu alismus s a Einhei szwang .Zu K i ik de
S ilepochen -Kuns geschich e .
In:
A go.Fes sch i ü Ku Bad zu seinem 80.Gebu s ag
am 3.Mä z 1970.H sg. on Ma in Goseb uch und Lo enz
Di mann .Köln 1970,S.77-95.
J. A. SCHMOLL GEN . EISENWERTH
STILPLURALISMUS STATT EINHEITSZWANG -
ZUR KRITIK DER STILEPOCHEN -KUNSTGESCHICHTE
Sonde d uck aus ARGO- Fes sch i ü Ku Bad
VERLAG M. DUMONT SCHAUBERG • KÖLN
/.A.Schmoll gen
.Eisenwe h
S ilplu alismus s a Einhei szwang-
Zu K i ik de S ilepochen-Kuns geschich e
iVo beme kung
Kuns geschich e wu de e s du ch die Ausbildung de S ilk i ik und du ch die
Me hode de S ilepochen -O dnung im 19.Jah hunde eine eigene Wissenscha .
Sie a dami an die Sei e de üb igen sys ema ischen Geis eswissenscha en und
wuchs in Wechselwi kung mi diesen.Ih Sys em de S ilepochengliede ung e wies
sich als uch ba und wu de z.T. on de allgemeinen Kul u geschich e ,abe auch
on Musik -und Li e a u wissenscha übe nommen .Ande e sei s bedien en sich
die A chäologie und die Kuns geschich e au wei en Gebie en de Pe iodisie ungen
de His o ie :ägyp ische Kuns des Al en ,des Mi le en ,des Neuen Reichs; ömi¬
sche Kuns de Republik ode de Kaise zei ;ka olingische ,O onische,s au ische
Kuns usw.;speziell z.B.in F ank eich wi d on den Kuns phasen des Louis XIIP
bis Louis XVI e,des Empi e ,des Louis-Philippe und des Second Empi e e c.ge¬
sp ochen .Im Nebensinn bedeu en solche Cha ak e isie ungen auch den 'Illus a¬
ions ak o 'bildende Kuns ü die Geschich sda s ellung .Die Kuns geschich e
wi d dadu ch ,ex em gesehen,zu Hil swissenscha de His o ie ,was un e be¬
s imm en Aspek en du chaus be ech ig is .Um die Eigens ändigkei on Kuns
und Kuns wissenscha deu lich zu machen,wu de de S ilbeg i jedoch iel ach
den his o ischen Pe iodenbeg i en -meis dynas ische He kun -übe geo dne .
In de Folge a bei e en auch His o ike nich sel en mi den kuns geschich lichen
Te mini ,z.B. ü eine 'Geschich e im Zei al e de Renaissance 'e c.Die Aus ausch¬
ba kei wa abe nu möglich,weil de S ilepochenbeg i ü die g oßen Zei äume
wie Go ik ,Renaissance und Ba ock de a ausgewei e und e allgemeine wu de ,
daß om Wesen des spezi isch Küns le ischen eigen lich nich iel üb ig blieb .Ein
de a e wässe e S ilbeg i d ang schließlich in den auße wissenscha lichen
Sp achgeb auch ein und bes imm wei e b ei e e Vo s ellungen om Wesen de
Kuns ,wäh end die Kuns wissenscha selbs imme meh Zu ückhal ung in de
Anwendung de S ilepochenbeg i e üb und iel ach zugib ,mi ihnen nich meh
auszukommen .
Wäh end schon Wilhelm Pinde einen Kamp gegen das Vo u eil on sich
zei lich scha abse zenden und ablösenden S ilepochen üh e (e sp ach i onisch
om »Gänsema sch de S ile «),se z e die s ändig wachsende Di e enzie ung de
S ilphasen und -S ömungen ein,die noch keineswegs abgeschlossen is .Ih e ins
Allgemeinbewuß sein langsam o d ingenden En deckungen ha en komplizie e
Beg i sneuschöp ungen zu Folge wie ' ühgo ische P o o enaissance ','spä go i -
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sche P o oba ock ', Manie ismus , Ba ockklassizismus , Roman ische Klassizismus ,
Biede meie ealismus usw. Die allgemeine Disk epanz bes eh abe da in , daß
man im G unde an de Vo s ellung de g oßen S ilepocheneinhei en es hiel .
Nachdem ein genügende Abs and zum 19. Jah hunde gewonnen wa , wu de
dieses zum eigen lichen P ü s ein de Beg i s auglichkei . He mann Beenken ,
Hans Sedlmay , Jan Bialos ocki , Meye Schapi o , E ns H . Gomb ich ,
Richa d Hamann , Klaus Lankhei , H . G. E e s u.a. haben sich mi den s il¬
geschich lichen Phänomenen des 19. Jah hunde s auseinande gese z . Ih e Gedan¬
ken bahnen eine g ündliche e Klä ung an. Doch ußen sie insgesam wei e hin au
de Vo s ellung , daß die Epoche einen gemeinsamen S ilnenne haben müsse. Wäh¬
end Sedlmay den kühnen , abe wenig übe zeugenden Ve such un e nahm , ge¬
s ü z au die on V. K a 1927 en wickel e Wissenscha s o m de 'Idealen
Theo ie ', eine gemeinsame Wu zel unabhängige in sich 'geschlossene Abläu e '
in de Kuns und in de Geis esgeschich e des 19. Jah hunde s zu inden - und zu
pos ulie en 1(en sp echend seinen G und hesen im >Ve lus de Mi e <), en wickel e
Bialos ocki 2 den in e essan en Gedanken , den al en kuns heo e ischen Beg i
de 'Modi ' au die im 19. Jah hunde wiede au lebenden his o ischen S ile anzu¬
wenden , um dadu ch die Einhei de Epoche gleichsam zu e en . In beiden Fällen
ging es da um , gegensä zliche E scheinungen im Bilde de Kuns des 19. Jah hun¬
de s le z lich doch als au eine Basis uhend zu analysie en . So e klä Bialos ocki
die neuklassische und die neugo ische Tendenz , die beide gleichzei ig im We k
Schinkels au e en , als ein ach den Modi Poussins e c. en sp echend , d. h. als zwei
im Ausd uck zwa gegensä zlich Phänomene , die abe zu Skala de Möglichkei en
eines Küns le s echnen und den Ausd ucksweisen (Modi ) de au an iken und
musik heo e ischen Vo ausse zungen be uhenden Kuns heo ien des 17. und 18.
Jah hunde s adäqua seien. Bialos ocki e wähn zwa , daß es auch schon o dem
19. Jah hunde Go izismen gegeben ha , z. B. bei San ini Aichel und bei Van -
b ugh , mein , »daß es abe e s am Ende des 18. Jah hunde s (wa ), daß die his o¬
ischen S ile zu dem b ei e benu z en Kuns mi el , geeigne bes imm e Assozia¬
ionen zu e wecken, gewo den sind « (Anm . 69, S. 35). Imme hin wä e zu beden¬
ken , daß es eigen lich eine unun e b ochene Ke e on 'Go izismen ' om 16. bis ins
20. Jah hunde gib , wenn auch mi wechselnden Schwe punk en . Die go ischen
Ki chenbau en de Jesui en (Köln , Molsheim , F ank eich 3) om Ende des 16. und
dem Beginn des 17. Jah hunde s und de imme wiede go isch un e nommene
Neuau bau de Ki che S . Maximin in T ie um 1600 und ab 1680, e ne die go¬
ischen En wü e und Res au ie ungen on Ch is ophe W en (um 1680- 1700),
dem E baue de 'klassizis ischen ' Paulski che in London , und iele ande e Bei¬
spiele soll en uns e anlassen , die F age genaue zu übe p ü en . Auch de bedeu¬
ende Vo gänge on Schinkel in Be lin , Langhans , bau e in zwei 'S ilen ' : das
B andenbu ge To (1788- 91) neuklassisch und den Tu mau sa z de Ma ien¬
ki che neugo isch (1789- 90)4. Wenn auch hie ein denkmalsp lege ische Gesich s¬
punk eine Rolle spiel , so is dieses Nebeneinande s ehen de 'Modi ' his o ische
S ile jeden alls o dem 19. Jah hunde höchs beme kenswe , und es inde sich
eben schon in den A chi ek u heo ien sei de Renaissance , wie Bialos ocki zeig
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und wo ü man e wa auch in Wendel Die e lins >A chi ec u a < on 1598 eine
wah e Mus e kollek ion inde 5. Was das 19. Jah hunde wesen lich un e scheide ,
wa die g öße e 'Wissenscha lichkei ' de his o ischen S il ezep ionen und eine
a sächlich es zus ellende auße o den liche B ei enen al ung in de Baup axis .
Abe ge ade diese häng mi de Gesam e scheinung de Indus ialisie ung , mi de
wachsenden Be ölke ung und mi de en ech en ode scheinba en Bedü nissen
(Ki chenbau , Ve wal ungs ep äsen a ionen usw.) und mi den o ganisa o ischen ,
echnischen und inanziellen Möglichkei en zusammen , meh und schnelle zu
bauen , was sich sei he noch ges eige ha . Man müß e also die zusä zliche Wachs¬
ums a e im Bauwesen des Kapi alismus on de des ühe en Bü ge ums und des
Feudalismus bis zu F anzösischen Re olu ion abziehen , um ein ausgewogenes
Ve gleichsbild zu e hal en . E s au g und de a ige s a is isch p opo ionale
Fes s ellungen ließe sich e mi eln , ob z. B. die 'go ischen' Ki chen (wie e wa de
Cho on Maue smüns e im Elsaß on 1769 und Schlösse (wie z. B. S awbe y
Hill , 1750- 75 und die Löwenbu g in Kassel 1793) im 18. Jah hunde a sächlich
nu eine e schwindende Minde hei , gemessen an denen des 19. Jah hunde s , aus¬
machen, ode ob de P ozen sa z nich doch e gleichba is . (De a ige s a is ische
P opo ions e gleiche wä en höchs au schluß eich .)
Geh man dem eigen ümlichen Zwang nach, die S ileinhei eine Epoche zu
kons a ie en , so ge ä man zwei ellos an die oman ischen Wu zeln de Kuns ¬
geschich e. Aus dem Ge ühl des Ve lus es de Einhei , auch de »äch en Wah hei
und Lebendigkei « de Kuns (Hegel , XII , 32), en s and die Vo s ellung , e gan¬
gene Epochen hä en eins diese Einhei , Ech hei und Lebendigkei de Kuns in
ih e Gegenwa gehab . Es is oman isches Wunschdenken , eine Einhei on Kuns
und Leben als Ideal zu se zen und in die Ve gangenhei zu p ojizie en . Noch Sedl-
may s >Ve lus de Mi e <be uh au diese Vo s ellung . Es is die eigen ümliche
Sugges ion , die on de Schau in den Rückspiegel ausgeh : die pe spek i ische
Zusammenziehung de liehenden Fe ne bes imm das U eil , wei zu ückliegende
Zei en wä en einhei liche , sp ich ha monische und glückliche gewesen6. Man
ag sich, wieso die Geschich e on unablässigen blu igen Kämp en und zähem
geis igem Ringen be ich e , wenn Ha monie gehe sch haben soll? Die 'S ileinhei '
zu ückliegende Epochen is also zualle e s ein oman isches Pos ula und en hüll
sich bei genaue e P ü ung als Fik ion .
2 Go ik als P ü eld
Keh en wi noch einmal zu 'Go ik '-F agen als einem Tes eld zu ück . Wie beme k ,
e kann en schon die Jesui en im Zuge de E neue ung des Ka holizismus im Zei ¬
al e de Gegen e o ma ion go ische Bau- und Deko a ionselemen e als im Ki ¬
chenbau wesen lich , um die eligiöse Reno a io sich ba in einen Zusammenhang
mi dem o e o ma o ischen Zei al e zu s ellen . Von hie aus da ie die Be o ¬
zugung go ische Bau o men als Zeugen des ch is lichen Sak als ils pa excellence
bis ins 20. Jah hunde hinein . F ühch is liche , byzan inische und omanische Ki -
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chenmodelle ,dann auch solche de Renaissance und des Ba ock,sch änk en die
Vo he scha de Go ik im Ki chenbau zei weilig (und ö lich gebunden )ein
wenig ein,konn en sie abe nich b echen.Die go ische Ka hed ale wu de -wie de
g iechische Tempel ü den An ikebeg i -zum Symbol eine oman isch gesehenen
abendländisch -ch is lich-mi elal e lichen Einhei .Nu aus de Gläubigkei an
dieses Ideal konn e die K a gewonnen we den ,die go ischen Dome des Mi el¬
al e s im 19.Jah hunde zu ollenden :Köln ,Rouen ,Ulm ,Mailand ,T ondheim -
wo noch heu e in diesem Sinne wei e gebau wi d !Aus e wand em Geis en ¬
sp ang die nich unbeding nu kopie ende ,sonde n auch eigenschöp e ische neu¬
go ische Sak al -,abe auch P o ana chi ek u .Sie emp ing on England s ä ks e
Impulse -schon im 17.und 18.Jah hunde -und üh e übe Schinkel und
Violle -le-Duc zu Gaudi und dami ins 20.Jah hunde hinein .Beglei e wu de
diese S ömung du ch Wo e de Dich e :Goe he >
Von deu sche Baukuns <(ijyi ),
Cha eaub iand >
A ala <(1801);>
Le genie du Ch is ianisme <(1802),Vic o Hugo
>
De Glöckne onNo eDame <(1831),JohnRuskin >
The se en lamps o A chi ec -
u e <(1849)und >
The s ones o Venice <(1851-53)usw.usw.bis zu Rilkes >
S un -
denbuch <(1899-1903)und >
Ma ienleben <(1913).Abe auch die exak e E o ¬
schung de go ischen Baudenkmäle gehö in diese Sphä e .Rodins sei 1875 aus
Reiseno izen en s ehendes ,1914 e ö en lich%
es Buch >
Les Ca hed ales de F ance <
s eh zwischen Violle -le-Ducs a chi ek u geschich lichen Sch i en zu Go ik und
den Dich ungen und neue en eilweise essayis ischen Un e suchungen wie Ka l
Sche le s >
De Geis de Go ik <(1917).Auch sind Rodins Höllenp o e und En ¬
wu zum Tu m de A bei Ve suche,E sa zschöp ungen ü die 'ca hed ale
absen e 'zu scha en,wie schon Zei genossen kla e kann en .Gaudis Sag ada
Familia in Ba celona da als die ideale go ische Ka hed ale de Jugends ilzei gel¬
en -auch sie bis heu e un ollende und ein Signal am Beginn des 20.Jah hunde s .
Ih em Geis e en sp ich noch Feininge s exp essionis ische Holzschni Die Ka he¬
d ale au dem Flugbla ,mi dem G opius zu G ündung des Bauhauses in Weima
1919 au ie .Schließlich is Sedlmay s Buch >
Die En s ehung de Ka hed ale <
(1950)ein spä es Glied in diese Ke e de Go ik -Apologien ,die im Sinnbild de
Ka hed ale die e lo ene Mi e ,d.h.die e lo ene Iden i ä on Kuns ,Glauben
und Leben beschwö en , aszinie on de Idee des Gesam kuns we ks ,eine Idee
des 19.Jah hunde s ,schon Ph .O.Runges ,dann o allem Richa d Wagne s ,
in de man die Einhei alle Küns e anschaulich symbolisie sah.'Go ik 'und
'Ka hed ale 'in diesem Sinne sind le z lich oman ische Vo s ellungen on au ono¬
me Wi kungsk a ,die sich mi de his o ischen Reali ä kaum meh in Deckung
b ingen lassen.
Fü die Zei genossen des 12.und 13.Jah hunde s o m e sich zunächs nu eine
neue Kons uk ionsme hode im Ki chenbau F anziens .Au ih e Wu zeln ,au ih e
Genese,au ih e geis igen Bewegg ünde sei hie nich eingegangen :sie sind hin¬
eichend un e such wo den .Folge ich ig nann e man sie damals 'opus ancige -
num '= anzösische Kons uk ionsa .Ih e Au hellung ,Un e suchung und Deu¬
ung e danken wi Gene a ionen on Bau-und Kuns o sche n , on Violle -le -
Duc ,Dehio ,Las ey ie ,Po e bis zu E ns Gall ,Ma cel Aube ,Hans
80
Sedlmay , Ku Bauch , Paul F ankl , Hans Jan zen , O . G. on Simson ,
R .B anne usw. So scha sinnig ih e Analysen zu nennen sind, ü das Bild de Ge¬
sam kuns jene Epoche de F üh - und Hochgo ik , d. h. ü die zusammen mi de
A chi ek u gleichzei ige Skulp u , Male ei , Goldschmiedekuns usw. b ingen sie
keine eindeu igen Beweise eine 'Einhei ' ode ha monischen En wicklung . Die
Schwie igkei en eine Da s ellung dieses Komplexes we den in allen Handbüche n
deu lich und lagen bei de g oßen Pa ise Auss ellung des Eu opa -Ra es >L'Eu ope
go hique < 1968 o en zu age . Das be uh e nich nu au dem iel ach k i isie en
Konzep diese Exposi ion , sonde n lieg auch in de Sache selbs , und das heiß in
de K ise de S ilepochen -Kuns geschich e . De S ilepochenbeg i 'Go ik ' wu de
hie als allzu wei e Man el übe eine Vielzahl on Phänomenen geb ei e , die
ih em Wesen nach kaum e einba sind . Dadu ch bo die Auss ellung ein me k¬
wü dig undi e enzie es Bild olle Wide sp üche . Schon ih Zei aum wa iel zu
wei genommen - on 1145 bis 1410, um übe zeugen zu können , es handle sich um
die Da bie ung eines einhei lichen Kuns - und Kul u p ozesses . Das konn e man
ielleich noch im spä en 19. und ühen 20. Jah hunde glauben . Die Spezial -
o schung ha längs S ömungen he ausgesonde , wie z. B. das 'classical e i al '7
(T. S. Boase, L. G odecki ) in de Skulp u um 1200, das sich mi landläu ige
Go ik o s ellung nich in Deckung b ingen läß . De Ve asse dieses Bei ags
a in eine Besp echung de Auss ellung da ü ein, endlich en schieden zwischen
A chi ek u und Skulp u zu ennen , um dem Zwang zu Pa alleli ä de Küns e
zu en gehen 8. Ge ade wäh end de anzösischen F ühgo ik bes eh keine Einhei
im s engen s ilanaly ischen Sinne zwischen den Schwes e küns en , o z iele
Rela ionen und o z ih es Zusammenwi kens an gleichen Bau o haben . Die A chi¬
ek u ha e ih e au onome , geis ig-ingeniöse En wicklung zum Sys em de Ka he¬
d ale ziemlich asch zu ückgeleg , wäh end die Skulp u einschließlich de Bau¬
plas ik ih e eigene S uk u wandlung e leb e , die man mi den adi ionellen S il¬
beg i en am ehes en noch als spä omanisch bezeichnen müß e . So nimm es auch
nich wunde , daß S a uen und Relie s e wand e S ilis ik sowohl an spä omani¬
schen Bau en als auch an solchen go ische Kons uk ion gleichzei ig begegnen .
Da ü gib es iele Beispiele. Man muß sich nu on den einengenden Vo u eilen
eine S ilepochen -Einhei eimachen .
Im 20. Jah hunde inde man ma kan e Pa allelen . Zu A chi ek u des Bau¬
hauses und seine Nach olge paß eigen lich keine Plas ik jene Zei , wenn wi on
einigen Relie s und kons uk i is ischen Ve suchen on Oska Schlemme , um
einen Namen aus dem engs en Bauhausk eise selbs zu nennen , absehen . Als Mies
an de Rohe seinen be ühm gewo denen Deu schen Pa illon de Wel auss el¬
lung Ba celona (1929) e ich e e , e wog e , welches plas ische We k im Zusammen¬
hang mi de Te asse dieses S ahl -Glas-S einwü els Au s ellung inden könn e .
E a nich an Schlemme he an , und eine Beau agung des mi ihm gleichal igen
Rudol Belling , mi dem e sei de G ündung de Be line >No embe g uppe <
1918 gu be eunde wa , lehn e e ab, weil ihm dessen kons uk i is ische , ech-
noide Ges al ungen on B unnen und Figu en nich genügend Kon as zu seine
eigenen A chi ek u zu geben e sp achen . So wähl e e eine B onzes a ue des
81
e was äl e en Geo g Kolbe aus, die ihm das 'Menschliche' e kö pe e . Das wa
gewisse maßen e ä e isch , abe auch e s ändlich . Ge ade de s ilis ische Gegen¬
sa z zwischen A chi ek u und Plas ik üh e zu diese Kombina ion (wie in ande¬
en Fällen mi Figu en on Lehmb uck ). Doch wa ü den aske ischen Mies Kolbes
zu ie s noch in eine geläu e -be uhig en Rodin -Nach olge wu zelnde B onze
eigen lich nich s ande es als eine 'Figu ine ', wie sie in A chi ek u en wü en ge¬
zeichne we den , um den Maßs ab eines Menschen und sein Ve häl nis zum Raum
anzudeu en , d. h. ein E sa z ü eine lebende menschliche Ges al . Das Beispiel
wi Lich e au das Ve häl nis on A chi ek u und Skulp u , soll hie abe nu
ü die s ilis ische Ungleichhei gleichzei ige We ke beide Küns e dienen , die so¬
ga nach dem Willen ih e Schöp e in eine enge e Ve bindung a en . E inne
sei auch an iele spä klassizis ische S a uen an neugo ischen Ki chenpo alen , an
spä go ische Figu en an Renaissancebau en , an Renaissancedeko an spä go i¬
schen A chi ek u en us . Ähnlich e häl es sich m. E. mi den sogenann en üh¬
go ischen Po alskulp u en in Cha es , S .-Denis , Chalons -su -Ma ne usw., die
ih em Cha ak e nach 'spä omanisch ' genann we den müß en , läge nich de
Zwang o , sie aus G ünden de S ileinhei de A chi ek u sp ache als gleich¬
lau end zu egis ie en . E s ein Ze b echen dieses Zwangs ö ne uns die Möglich¬
kei , die Dinge un o eingenommene zu sehen, d. h. objek i e .
Im G unde dü e man also un e dem Kennwo 'opus ancigenum ' nu die
'go ische' Kons uk ionsme hode e s ehen , wie sie in de Ile-de-F ance sei ca.
ii 40 en s and und mi de S e.-Chapelle in Pa is und in de Ka hed ale on
Beau ais einen Kulmina ionspunk e eich e . Au den Epocheneinhei sbeg i
Go ik hä e man s eng genommen zu e zich en . Als das Wo au kam , mein en
die I aliene de Renaissance dami bekann lich die ba ba ische , abs use , 'un u¬
hige' Kuns (im Sinne on Dü e s Ve dik übe die »Un uh im Gemäl «) de
nö dlich de Alpen beheima e en Spä go ik . Sie hä en da ü auch das Wo 'Van -
dalik ' p ägen können , - die Go en wa en ihnen abe als aus dem No den einge¬
wande es und länge e Zei in I alien he schendes Volk lebha e in E inne ung .
De Beg i Go ik e hiel dann seine Weihe in de Roman ik , ku iose weise in
den d ei Haup lände n ih e Ve b ei ung (F ank eich , England und Deu schland )
na ional ge ä b , bis sich sei e wa 1835 sukzessi ins Bewuß sein schob, daß ih e
Heima No d ank eich gewesen sei. E s die zu Me hode e hobene O dnung
nach S ilepochen ha im wei e en Ve lau des 19. Jah hunde s die Fik ion on
de s ilis ischen Einhei eine go ischen Epoche zu Folge gehab . Einen ex emen
spä en Gip el dieses Denkens bedeu e Wladimi Weidles sons so leh eiche , au
Julius on Schlosse s Un e scheidung on 'S il' und 'Sp ache ' basie ende Bei¬
ag >Ube die kuns geschich lichen Beg i e 'S il ' und 'Sp ache '<9. E kons a ie
da in , daß es in de abendländischen Kuns zwischen dem 6. Jah hunde . Ch .
und dem Ende des 18. Jah hunde s nu ie g oße S ile gegeben habe : »de g ie¬
chische, de byzan inische , de go ische« und de Renaissance -S il (e nenn diesen
den »namenlosen - ode alsch benann en - de in Flo enz gebo en is . . .«).
Weidle enn also ühch is liche und o omanische Kuns wede on de ömi¬
schen, die e wohl auch nu ü ein De i a de g iechischen häl , noch on de
82
klassizis ische , aus dem Spä ba ock o ganisch en wickel e , e wende hä e , in
denen e sich allein ausd ücken konn e . Nu im Inhal lichen wä en ihm ande e
Mo i e zugänglich gewesen. Ob ihm das Regime de Jacobine , des Konsula s und
des Kaise eichs Napoleons meh F eihei gegeben hä e als das müde König um in
Mad id , bleib aglich . Do gab es die Inquisi ion , hie Robespie e und Fouche.
In Pa is wä e Goya zwischen F agona d (de 1806 s a b und nu in seinen le z en
Ve suchen aus seine No lage um eine Annähe ung an den S aa sklassizismus be¬
müh wa ) und Ba on G os (dem o übe gehenden Schüle Da ids , de sich 1793
in I alien zu Fa b adi ion des Ba ocks bekann e !) das Haup eine die male ische
Übe lie e ung des 17.und 18. Jah hunde s wei e üh enden und diese ins Visionä e
eine sei s , ins Realis ische ande e sei s exp essi s eige nden S ömung gewo den ,
die unmi elba zu Ge icaul und Delac oix hingelei e hä e . Eu opäisch gesehen
is Goya diese K a auch in Mad id und Bo deaux gewesen : als B ücke om
Spä - zum Neuba ock Delac oix 'sche Dynamik - en gegen alle S ilepochensys e¬
ma ik ! Üb igens inde das An ipodenexempel Goya - Da id in dem äl e en
gebu sjah gleichen Küns le paa G a - Ledoux (beide 1736 gebo en ) einen Vo ¬
klang : auch hie de eine als A chi ek und En wu szeichne e olu ionä e F üh -
klassizis , wäh end de Male aus Win e hu in D esden (das Mengs zu o mi
Rom e ausch ha e !) bis 1813 seine spä ba ocken Pale e in gemäßig en Valeu s
eu blieb .
4 Pola i ä - Plu alismus
Die Kuns geschich e e zeichne zahl eiche gene a ionsgleiche an ipodische Paa e
und G uppen . Fü das 19. Jah hunde sei nochmals au Adol Hildeb and und
Max Liebe mann (beide 1847 gebo en ), abe auch au den 1848 gebo enen Paul
Gauguin e wiesen . De deu sche Bildhaue bezieh , auch als s enge Theo e ike ,
S ellung in einem abgeklä en Neuklassizismus . Liebe mann üh den Imp essio¬
nismus, im Ansa z as gleichzei ig mi den Pa ise Meis e n (holländische A bei s¬
bilde um 1872/76), in Deu schland zu den ühes en und auch ei s en Leis ungen .
Gauguin du chläu ela i spä den Pa ise Imp essionismus und wende sich einem
p ä au is ischen , jugends ilpa allelen , s a k deko a i en Symbolismus zu. In diesen
d ei Küns le n eines Jah gangs äuße n sich also d ei höchs un e schiedliche S il¬
ich ungen des 19. Jah hunde s . Na ü lich ließe sich sagen, daß Hildeb and und
Gauguin gemeinsam is , wie sie gegen den Imp essionismus zu eine neuen Fo m¬
be onung d äng en und daß beide ein neues Ve häl nis zu Fläche (zum Relie )
und zum O namen gewonnen haben (im Gegensa z zu ih em Al e sgenossen
Liebe mann ). Abe diese allgemeine Aspek kann nich au heben , daß es sich doch
um zwei ganz kon ä e Lösungen handel . Hildeb and münde in die g oße T adi¬
ion des eu opäisch -deu schen Klassizismus - au eine ande en Ebene - , wäh end
Gauguin mi seinem Exo ismus und mi allen seinen genialen , o auch gewal samen
Expe imen en und E indungen ge ade aus de T adi ion ausb ich ode auszu¬
b echen e such .
89
Um ein ande es Paa an ipodischen Cha ak e s zu nennen ,kann auch au die
jah ganggleichen Ca peaux und Böcklin (1827) e wiesen we den ,wobei ein e ¬
bindendes Elemen wiede meh allgemeinen Cha ak e s die Be üh ung mi den
neuba ocken S ömungen in An we pen und Pa is und die e wa gleichzei igen
Au en hal e in Rom (in den ün zige Jah en )da s ellen .Doch wäh end sich
Ca peaux meh und meh on akademisch -klassizis ischen Res kon en ionen be¬
ei e und eine A p äimp essionis ische ib ie ende Lebendigkei lüch ige
Bewegungseind ücke seine Au me ksamkei widme e ,ohne ein gewisses neuba ockes
Pa hos je zu e leugnen ,s eb e Böcklin umgekeh zunehmend nach symbol äch¬
ige Klassizi ä .
Man könn e nun einwenden ,daß die e wähn en Beispiele on Goya bis Gauguin
alle doch im Be eich jene 'chao ischen 'Zei des we denden und endenden 19.Jah ¬
hunde s lägen .Dahe sei de Blick noch einmal wei e zu ückgewand .
Fü das anzösische G and Siecle sind Poussin (1593),Philippe de Champaigne
(1602)und Leb un (1619)Haup e e e de s engen 'klassischen'Fo m .Sie
s anden im bewuß en Kon as zu dynamisch -male ischen Wel des Rubens (1577)
und seine Nach oge ,abe auch Remb and s (1606)und seine Schule.Auch im
eigenen Lande gab es eine Anhänge scha des Rubens und des Be nini (1598),und
du ch den Dok inä Champaigne he o ge u en ,wu de de bekann e S ei
zwischen den Rubenis en und den Poussinis en in de Pa ise Akademie ausge¬
agen .De Bildhaue Pie e Puge (1620)wa die k a olls e Pe sönlichkei
im gegne ischen Lage ,de die dynamische Linie on Michelangelo ,Rubens und
Be nini in F ank eich e a und dami zum An ipoden des gleichal igen Leb un
wu de .Au Puge konn en sich bezeichnende weise im 19.Jah hunde noch Dela -
c oix und Rodin in ih em Kamp gegen den Klassizismus be u en .
Fü die gesam e abendländische Kuns s ell de Klassizismus in seinen e schie¬
denen Spiela en eine 'pola e 'S ömung da .Klassizismen und An iklassizismen
bes immen wei gehend die Auseinande se zungen au ielen Gebie en de Küns e
sei de Renaissance .J.G. an Gelde 18 üh e das Gegensa zpaa mi de e wei¬
e en Bedeu ung on ' eason and emo ion 'in die holländische Kuns geschich e
des 17.Jah hunde s ein.Gegen Remb and s Al e ss il und Nach olge bis zu Ae
de Gelde s ehen nach seine These die Ve e e de an i -ba ocken Tendenz Me su ,
Jan S een,Te bo ch ,de Hoogh und Ve mee mi einem s a k a ionalis ischen
Elemen ,das de klassizis ischen Hal ung en sp ich .BATTisTibau seine neues e,in
D uck o be ei ung be indliche Da s ellung de i alienischen Hoch enaissance und
des Manie ismus 19 au de gleichen Basis au :auch hie bes eh die uch ba e Span¬
nung zwischen 'Klassizis en 'und 'An iklassizis en '.De Manie ismus wi d als
an iklassizis ische Bewegung e s anden .
E kennen wi hin e eine klassizis ischen Fo m die K i e ien des No ma i en
und de Ra io ,hin e allen An iklassizismen de en Wide sache ,so eduzie sich
die Kon o e se zwischen diesen beiden G undhal ungen wiede um au die Fo mel
Pinde s om 'Ja 'und om 'Nein 'zu Beding hei alle Exis enz .Im Nein äuße
sich So ge,Fu ch o dem Chaos und o de Ve gänglichkei ,weshalb dagegen
Dämme e ich e we den .De no ma i e Cha ak e alle Klassizismen o de
90
das,was Pinde die 'au e leg e Fo m 'nenn ,die mi s engen Regeln , a ionalen
K i e ien ,Gebilden de ein achen Ma hema ik usw.ges al e wi d .Klassizismen
suchen Ha monie inne halb eines Koo dina ensys ems .An iklassizismen ze eißen
es.Klassizismen suchen den Ausd uck de Ruhe und Daue ,An iklassizismen den
des o ganischen We dens und Wachsens,de Bewegung .
Zu K i ik an Pinde muß wiede hol we den ,daß die beiden kon ä en S il¬
hal ungen g undsä zlich imme gleichzei ig o handen sind und daß sie nich nu
in Gene a ionsin e allen ,d.h.in einem 'geheimen Na u hy hmus 'al e nie end
au e en .Leona do s eh mi seinem Gebu sjah 1452 zwischen Ghi landajo
(1449)und Filippino Lippi (1459);Dü e neben Ni ha d -G ünewald ,abe auch
neben Michelangelo .Na ionale und kuns landscha liche Übe lie e ungen e klä en
iele Di e enzen ,abe nich alle.Die G undhal ungen we den da on eigen ¬
lich nich be üh ,weil sie allgemein menschlich sind .Ande e sei s is das jeweils
Zei gemeinsame auch so selbs e s ändlich ,daß man es nich besonde s zu be¬
onen b auch .Wesen liche sind Un e suchungen de e schiedenen Wege und
Leis ungen ,die zu meh e en Lösungen on Au gaben eine Epoche üh en .Denn
nu da in zeig sich das eigen lich Schöp e ische .Und was soll e Kuns geschich e -
neben dem ein Geschich lichen -denn p imä e o schen und da s ellen ,wenn
nich dieses?Das Schöp e ische abe en al e sich s e s e s im Spannungs eld zwi¬
schen pola en Möglichkei en und K ä en .Seine Einbe ung in T adi ionen ,En ¬
wicklungslinien und Zei s ile e schein dagegen zwei angig .Zei s il als Summe on
E scheinungen is ohnehin no wendig ein Komp omiß ,ein Unge äh .Reduzie
üh seine Da s ellung zu S il ibel ,dem le z en Rese a monoli he Epochen¬
s il-Klischees.Was d inglich wä e ,is eine An i -S il ibel (an ih em Konzep wi d
gea bei e ).Sie hä e eine wich ige au klä e ische ,ja pädagogische Funk ion zu
e üllen ,denn die Vo s ellung on den S ilepochen -Einhei en üb noch imme
a ale Wi kungen aus.Ih e Fes se zung im Allgemeinbewuß sein sei de Mi e des
19.Jah hunde s ö de e die sel same oman ische Sehnsuch nach einem endlich
wiede zuscha enden e bindlichen S il,dem 'S il unse e Zei ',dem 'S il de Zu¬
kun 'usw .De Jugends il is die e s e ganz bewuß e in e na ionale Bewegung
gewesen,die das Ziel p oklamie e ,de neue allgemein e bindliche Epochens il zu
sein.Ihm olg en da in de Exp essionismus ,die Bauhausbewegung (Funk ionalis¬
mus als S il !)und die ungegens ändliche Kuns ,die in ih e B ei enen al ung
schon ga nich meh als s ilis ische Einhei aßba is .Abe auch sie,die non igu a -
i e Male ei und Plas ik , e schwommen als l'A abs ai ,dok inä als konk e e
Kuns bezeichne , a mi dem Ansp uch au ,de Ausd uck des 20.Jah hunde s ,
ja des Zei al e s de A om o schung und Raum ah und de Epoche eine anschau¬
lich nich meh o s ellba en Kosmologie zu sein.
Die Ausschließlichkei ,mi de die Wo üh e eine solche Rich ung ode S il¬
bewegung in neue e Zei als allein zukun s äch ig p eisen ,z.B.in den Auss el¬
lungen >
documen a <II und III ,basie le z en Endes au de Fehleinschä zung
des Einhei scha ak e s his o ische S ilepochen .Es is dies die Vo de sei e de
Medaille ,de en Re e s das Ve dik 'chao isch'anzeig .Beide Aspek e bilden zu¬
sammen die Konsequenzen aus de kuns his o ischen Fik ion de S ilhomogeni ä
9i
e ne ,'besse e 'Ve gangenhei en -de eine im Rückblick die e wo ene und
höllische Gegenwa beklagend ,de ande e in de Ausschau nach pa adiesische
Zukun ohlockend .S ilplu alismus als Posi i um is beiden Be ach ungsweisen
emd ode suspek .Dabei ha es imme nu iels immige Konze e ,also plu a¬
lis ische Kuns epochen gegeben.Zei weilig in den Vo de g und e ende K ä e
bes immen meis nu ela i ku z den Klang des O ches e s und we den s e s on
Beglei -und Gegens immen hin e leg ode he ausge o de .Daß eine gewisse
S ils ömung übe einen länge en Zei aum he sch ,is nu möglich,weil es dane¬
ben ode 'un e halb ' on ih behe sch e ,d.h. iel ach auch opposi ionelle und
un e d ück e S iläuße ungen gib ,zu denen sie kon as ie -und weil sie on den
poli isch -ökonomisch onangebenden K ä en du ch Fö de ung und Au äge ge¬
agen wi d .Ein he schende S il is imme ein S il on He schenden .
Um die Pola i ä Klassizismus -An iklassizismus auch in diese Hinsich zu
e läu e n ,sei angedeu e ,daß Klassizismus as imme in eine Beziehung zu au o¬
i ä en He scha s o men s eh .Die an ikisie ende giebelgek ön e Säulen o halle
nach dem Mus e des ömischen Pan heon is da ü eines de Lei bilde .Ob an
S .Pe e in Rom ode an de Kolonnade des Lou e ,ob an S .PauPs in London
ode am Pan heon ,an S e-Madeleine ode am Palais Bou bon in Pa is und an zahl¬
losen wei e en Bauwe ken ,imme bezeichne die Tempel on höhe e Weihen ,
Mach und geschich lich bewäh e Solidi ä .Thea e ,Museen ,Ge ich e ,Bö sen
und Banken olgen diesem Ansp uch ,denn auch das sieg eiche Bü ge um bemäch¬
ig sich dieses Symbols .So e schieden die Klassizismen sind,insgesam e e en
sie die Sei e de no ma i en Äs he ik pa excellence und gel en sinnbildha als
Rep äsen anz 'ewige Mäch e ',die Daue und Seku i ä e bü gen .Dahe de
Ba ock -Klassizismus als he schende S il am Ho e und an de Akademie Lud¬
wigs XIV .,de englische palladianeske S aa sklassizismus on Inigo Jones ,
Ch is ophe W en usw.,das napoleonische Empi e ,de hellenische Klassizismus
deu sche Residenzen -in Be lin mi Langhans 'B andenbu ge To 1790 begin¬
nend ,in München mi Klenzes P opyläen 1846-62 e wa abschließend -,de
za is ische Klassizismus in S .Pe e sbu g (üb igens i alienische und deu sche
P o enienz ),de an Mo i e in diese ussischen Residenz und des Be line B an¬
denbu ge To es anknüp ende wilhelminische Neoklassizismus de Deu schen Bo ¬
scha in S .Pe e sbu g on Pe e Beh ens (1913),de Mussolini -Klassizismus ,de
Hi le -Klassizismus ,de S alin -Klassizismus usw.Imme geh es dabei um die
Sugges ion on Mach ,O dnung und Daue ,abe auch on leh ha e Logik ,Ha ¬
monie und Mo al und um die Weihe höhe e ,das Religiöse s ei ende Gül igkei ,
sei es on Sou e änen ode Usu pa o en , on Bildungsidealen ode Regimedemon¬
s a ionen .
Im Mi elal e e i die Ki che die Posi ion de he schenden Mach .Dahe
inden sich an den Bau en de höchs en Rep äsen anz ,den Ka hed alen ,nich zu¬
ällig auch ans o mie e Elemen e an ike He scha szeichen :die Säulen an den
Po alen und Schi sp eile n ,die D eie g uppen de Fassadenpo ale als ch is ia¬
nisie e T iumphp o en ,du ch die man in das i dische Reich Ch is i i ,Relie s
und S a uen an Po alen und Fassaden nach den Ube lie e ungen ömische Kaise -
92
bau en , z. B. de e hal enen T iumph o e on Rom bis Reims . Gegen diese wach¬
sende En al ung sich ba e Mach demons a ion de Bischo ski chen und Bene¬
dik ine ab eien gab es die Opposi ion de Re o mo den . Das Bauideal de Zis e ¬
ziense in ih e F ühzei is ein kla e P o es bewuß e Demu im Ve zich au
Tü me und au wendige Fassaden , au Skulp u enschmuck und igü liche Glas¬
male ei .
Daß die Zis e ziense as ein halbes Jah hunde und in manchen Gegenden
noch länge bewuß an G undp inzipien de ' omanischen ' Massenbauweise in eine
Zei de sich asch und ielglied ig en wickelnden go ischen Skele kons uk ion
es hal en 20, gehö eben alls in das Bild de Gegenk ä e , de Opposi ion zu
Ka hed ale . In dem Maße , in dem die Ka hed algo ik sch i weise Eingang in die
Zis e ziense -A chi ek u inde , z. B. in Pon igny , P o a , Al enbe g , Dobe an
und Foun ains Abbey , schwinde im O den auch die u sp üngliche aske ische Re¬
o mgesinnung .
Den Zis e ziense n olgen in eine zwei en Welle die Be elo den , die den
Dualismus nun in die S äd e und selbs in die Bischo s esidenzen agen . Ih e he ¬
ben 'Gebe sscheunen ' (Dehio ) bilden iel ach den s ä ks en Kon as zu Domen
und Haup p a ki chen .
Hie können nu mi wenigen S ichen lüch ige Hinweise au Pola i ä en ,
Dualismen , he schende und opposi ionelle K ä e im Ve lau einige Phänomen¬
g uppen de mi elal e lichen Kuns gegeben we den . Fü alle Pe ioden gil es, on
den Polen he den Fäche alle zwischen ihnen liegenden Möglichkei en zu e ken¬
nen, um de gesam en plu alis ischen S ils uk u eine Zei nähe zukommen .
Daß S ilplu alismus im Zei al e de bü ge lichen Re olu ionen und de o ¬
sch ei enden Demok a isie ung deu liche in E scheinung i , was nega i u ei¬
lend als 'chao isch' bezeichne wi d , lieg na ü lich auch in de poli ischen Ziel¬
se zung dieses P ozesses . Es geh abe auch um den ein wissenscha s heo e ischen
Abbau de monis ischen S ilepochenleh e , de en He kun aus oman ischen und
hie a chischen Vo s ellungen angedeu e wu de . De me hodische Ansa z dazu
lieg also zunächs im Kons a ie en on Pola i ä en . Diese Sch i is als e s e
auszu üh en , soll e abe nich Selbs zweck sein, da jede geschich liche Analyse nach
Dualismen leich in Schwa z -Weiß -Male ei ge ä . Nach dem Abs ecken on Pola¬
i ä en ha dahe als nächs e Sch i die Be agung des zwischen den Ex emen
liegenden Spannungs eldes zu e olgen . Dabei kann auch ein heo e isch du ch
ein In e polie en o gegangen we den , d. h. die zwischen den Polen e mu e en
Punk e können o e s auch abs ak bes imm we den . Denn es is zu schließen,
daß es zwischen den Eck-Phänomenen imme auch Zwischene scheinungen geben
muß , also e wa zwischen de 'Klassik ' des ei en Dü e und de 'An iklassik '
Ni ha d -G ünewalds Posi ionen , die a sächlich du ch die Namen C anach , Al -
do e und Baldung -G ien , um nu d ei bedeu ende e Male zu nennen , nachzu¬
weisen sind . Als Ziel muß gel en , schließlich den ganzen Fäche an Möglichkei en ,
d. h. an küns le isch ealisie en Lösungen , in eine Zei zu e assen , um de en s il-
plu alis ische S uk u du chleuch en zu können . Es is auch dami zu echnen , daß
du chaus nich nu zwei Pole die G enzen de Fäche b ei e es legen , sonde n meh-
93
e e .Dahe wu de on 'Eckphänomenen 'gesp ochen .Sie können zwischen sich ein
polygonales Spannungs eld besi zen .Ein solches Vieleck,ein Ok ogon ,wu de om
Ve asse ü die Lage in de Male ei de Gegenwa be ei s gelegen lich skizzie 21
.
Nimm man die Gene a ionsschich ungen hinzu ,so e gib sich ü das heo e ische
Schema ein Polyede ,um beim geome ischen Bilde zu bleiben .Selbs e s ändlich
sind die G enzen eines solchen s e eome ischen Kö pe s iel zu s a ,um ihn als
his o isches Zei -Raum -Modell absolu nehmen zu können .Vielmeh müß e man
ihn als oszillie endes Gebilde on sich Jah ü Jah e ände nde Ges al bezeich¬
nen,um dem schwe aßba en Phänomen eines 'Geschich szei aumes 'me apho isch
nähe zukommen .De ganze Ve gleich wi d nu benu z ,um Anhal spunk e zu
geben,au welchen me hodischen Wegen das Dilemma de ein-und ausge ah enen
al en Gleise de monis ischen S ilepochenkuns geschich e übe wunden we den
könn e .Geling dies gegen zähe Vo u eile und gegen die zu Selbs e s ändlichkei
gewo denen Gewohnhei en de Kuns wissenscha ,so wä e de Blick ei ü eine
neue,ausgewogene e Be ach ung on Ve gangenhei und jeweilige Gegenwa .
1Hans Sedlmay ,Die G enzen de S ilgeschich e und die Kuns des 19.Jah hunde s .In :
His o isches Jah buch de Gö es -Gesellscha ,74.Jhg .195j,S.394-404.
2Jan Bialos ocki ,Das Modusp oblem in den bildenden Küns en .In :S il und Ikonog aphie -
S udien zu Kuns wissenscha .D esden 1966,S.9 .
3Pie e Moisy ,Les eglises des Jesui es de l'ancienne assis ance de F ance ,Rome 19j8,2Bde.
4Wol gang Gö z ,Zu kuns geschich lichen S ellung des Tu mau sa zes de Ma ienki che in
Be lin on C.G.Langhans .In :Jah buch ü die Geschich e Mi el -und Os deu schlands ,His o¬
ische Kommission zu Be lin ,Bd.11,Be lin 1962,S.134-143.Do auch in den Anme kungen die
wich igs e Li e a u zu 'Go ik 'im 17.und 18.Jah hunde e wähn und die F agen on 'Nach -
go ik 'und Neugo ik und on Misch o men aus Ba ock und Go ik und Klassizismus und Go ik
be üh .
Vgl. e ne Paul F ankl ,The Go hic ;Li e a y Sou ces and In e p e a ions h ough Eigh Cen -
u ies ,P ince on i960 .
5Ma go Pi ,Die A chi ec u a des Wendel Die e lin 1598.G ä enhainichen 1940.
Wendel Die e lin /A chi ec u a 1598,Neud uck de O iginalausgabe mi eine Ein üh ung im
Anhang on H.G.E e s ,Da ms ad 196$.
6F anz Roh ,De e kann e Küns le .S udien zu Geschich e und Theo ie des kul u ellen Mi߬
e s ehens .München 1948.
7T.S.Boase ,English A 1100-1216,Ox o d 1953.-Vgl.zu P oblema ik auch O o Hom¬
bu ge ,Zu S ilbes immung de igü lichen Kuns Deu schlands und des wes lichen Eu opas im
Zei aum zwischen 1190 und 1250.In :Fo mosi as Romanica (Fes sch i J.Gan ne )F auen eld
1958,S.31-45.
Fe ne :Willibald Saue lände ,L'Eu ope Go hique ,Poin s de ue c i iques ap opos d'une
exposi ion .In :Re ue de l'A 3,1969,S.83-92.
8V .,>
L'Eu ope Go hique <-Zu Auss ellung im Pa illon de Flo e ,Lou e .In :Neue Zü che
Zei ung N .362 om 16.6.1968,Beilage Li e a u und Kuns ,S.51 .
9Wladimi Weidle ,Übe die kuns geschich lichen Beg i e 'S il'und 'Sp ache'.In :Fes sch i
Hans Sedlmay ,München 1962,S.102-nj .
10 Diagnos ische Auswe ungen on Phänomenen de Kul u -und Kuns geschich e ü 'K anken¬
bilde 'Eu opas nahm be ei s Egon F iedell o in seinem geis eichen Monumen al -Essay Kul¬
u geschich e de Neuzei -Die K isis de eu opäischen Seele on de Schwa zen Pes bis zum
E s en Wel k iegs 1927-31,Neuau lage 196J.
11 V .,Neue Ausblicke zu hochgo ischen Skulp u Lo h ingens und de Champagne .In :Aachene
Kuns blä e ,30,1965,S.49-99.
94
12 Wilhelm Pinde ,Das P oblem de Gene a ion ,Leipzig 1926,2. e b .Au lage 1928.
13 Goe he und Schille beu eil en das ihnen me kwü dige Phänomen Jean Paul (Rich e )in
meh achen Äuße ungen einsch änkend un e Hinweis au dessen pe iphe e Exis enz :»Rich e in
London ,was wä e gewo den ,Rich e in Ho ...«.Doch kommen uns Heu igen Zwei el ,ob Rich¬
e in London ,Pa is ode auch nu Weima hä e gedeihen und das we den können ,was e nun
einmal in de Rollwenzelei und im Umk eis on Wunsiedel ,Bay eu h und Ho wu de .An de
Pe iphe ie wachsen o die sel sams en Blumen.
14 W.Pinde ,op.ci .2.Au l.1928,S.79.
15 W.Pinde ,op.ci .2.Au l.1928,S.79.
16 W.Pinde ,op.ci .,S.80.Pinde beg üß e den Exp essionismus und e eidig e ihn auch
gegen die Ang i e de Na ionalsozialis en , o allem des Am es Rosenbe g ,wie Pinde s Rede im
Schloß Dachau 1934 und meh e e spä e e Äuße ungen gegen die Ak ion >
En a e e Kuns «belegen.
Pinde sah abe im Sup ema ismus -Kons uk i ismus und in de ungegens ändlichen Male ei einen
I weg .Die Gleichzei igkei diese E scheinungen schien ihm um 1926 ein Ausweis de chao ischen
Si ua ion .
17 Vgl.den Nachweis bei F anz Roh ,Anm .6.
18 J.G. an Gelde ,Two Aspec s o he Du ch Ba oque .Reason and Emo ion .In :Fes sch i ü
E win Pano sky (De A ibus opuscula XL ,Essays in Hono o E win Pano sky ,P ince on ,2Bde.,
Vol.I.,S.445-453,(1961).
19 Eugenio Ba is i ,Hoch enaissance und Manie ismus ,Reihe >
Kuns de Wel «
,Baden -Baden
1970 .
20 V .,Zis e ziense -Romanik .K i ische Gedanken zu jüngs en Li e a u .In :Fo mosi as Ro-
manica -Bei äge zu E o schung de omanischen Kuns -Fes sch i Joseph Gan ne ,F auen¬
eld 1958,S.151-180.
21 V .,Menschenbilde in de Kuns ,10.Da ms äd e Gesp äch Menschenbilde «
,1968,Buch¬
ausgabe Da ms ad 1969,S.171.
95