Terminology Work, Terminology Management, Terminography – Potato, Patato or Not Exactly?
Abstract
This paper focuses on the definitions of three broad concepts of Terminology which are sometimes considered identical, sometimes partly overlapping, and sometimes different – terminology work, terminology management, and terminography. I use the latest editions of ISO standards on terminology work, terminology policies, and terminology products, as well as the two biggest manuals on terminology and terminology management as my research material. The methodology includes textual analysis, concept analysis, and semantic analysis. The referential part is followed by an analytical section, after which a set of principles is established for redefining the concepts, and tentative proposals are made on how they may be redefined.
Full text
doi.org/10.35321/term31-04
Terminologiearbeit, Terminologiemanagement, Terminografie – Potato, Patato oder doch nicht ganz?
Terminologiearbeit, Terminologiemanagement und Terminografie – dasselbe oder nicht ganz?
IGOR KUDASHEV
Tampere University, Faculty of Information Technology and Communication Sciences
ORCID-ID: https://orcid.org/0000-0001-8147-8150
Z U S A M M E N F A S S U N G
Dieser Beitrag behandelt die Definitionen dreier weit gefasster Konzepte der Terminologie, die bisweilen als identisch, bisweilen als teilweise überlappend und bisweilen als unterschiedlich betrachtet werden – Terminologiearbeit, Terminologiemanagement und Terminografie. Als Forschungsmaterial verwende ich die neuesten Ausgaben der ISO-Normen zur Terminologiearbeit, zur Terminologiepolitik und zu Terminologieprodukten sowie die beiden umfangreichsten Handbücher zur Terminologie und zum Terminologiemanagement. Die Methodik umfasst Textanalyse, Begriffsanalyse und semantische Analyse. Auf den referierenden Teil folgt ein analytischer Abschnitt; anschließend wird eine Reihe von Prinzipien für die Neudefinition der Konzepte aufgestellt und es werden vorläufige Vorschläge dazu gemacht, wie sie neu definiert werden könnten.
SCHLAGWÖRTER: Terminologiearbeit, Terminologiemanagement, Terminografie, Terminologieforschung, Terminologiewissenschaft, Definition.
A B S T R A C T
Dieser Artikel befasst sich schwerpunktmäßig mit den Definitionen dreier weit gefasster terminologischer Konzepte – „Terminologiearbeit“, „Terminologiemanagement“ und „Terminografie“ –, die mitunter als identisch, mitunter als teilweise überlappend und mitunter als unterschiedlich betrachtet werden. Als Untersuchungsmaterial dienen die neuesten Ausgaben der ISO-Normen zu Terminologiearbeit, Terminologiepolitik und Terminologieprodukten sowie die beiden umfangreichsten Handbücher zu Terminologie und Terminologiemanagement. Die Methodik umfasst Textanalyse, Begriffsanalyse und semantische Analyse. Auf den theoretischen und den analytischen Teil folgen eine Reihe von Grundsätzen für eine Neudefinition der Konzepte sowie vorläufige Vorschläge dazu, wie sie neu definiert werden könnten.
SCHLÜSSELWÖRTER: Terminologiearbeit, Terminologiemanagement, Terminografie, Terminologieforschung, Terminologiewissenschaft, Definition.
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1. EINLEITUNG
Es ist bekannt, dass sich die weitesten Begriffe am schwierigsten definieren lassen; dennoch ist es wichtig, sie zu definieren, damit sie nicht irreführend werden. In diesem Artikel konzentriere ich mich auf die Definitionen dreier weit gefasster Konzepte, die mitunter als identisch, mitunter als teilweise überlappend und mitunter als unterschiedlich betrachtet werden – Terminologiearbeit, Terminologiemanagement und Terminografie. Da Definitionen fachlicher Konzepte typischerweise auf anderen spezifischen Konzepten beruhen, werde ich auch auf die Definitionen mehrerer verwandter Konzepte eingehen müssen, etwa Terminologiewissenschaft, Terminologieforschung, Terminologieaktivität, terminologische Referenzressource und Terminologiewerkzeug.
Einen guten Überblick über die Verwendung und die Interpretationen der Begriffe Terminologiearbeit, Terminologiemanagement und Terminografie in der terminologischen Fachliteratur bietet beispielsweise Anita Nuopponens Artikel (2018: 7–8). Am Ende des Überblicks zieht sie folgendes Fazit: „In der terminologischen Fachliteratur werden verschiedene Arten der Terminologiearbeit recht unterschiedlich beschrieben. Es gibt viele synonyme Begriffe und Fälle von Polysemie“ (Nuopponen 2018: 8). Nuopponens Artikel konzentriert sich jedoch hauptsächlich auf die Klassifizierung verschiedener Arten von Terminologiearbeit; daher geht sie weder auf die Intention noch auf die Definitionen der drei Konzepte näher ein. Zudem stützte sich Nuopponens Artikel auf die inzwischen veralteten Ausgaben der ISO-Normen.
Im aktualisierten Überblick über den Stand der Forschung liegt mein besonderes Augenmerk auf den neuesten Ausgaben der maßgeblichen ISO-Normen zur Terminologiearbeit, nämlich „Terminologiearbeit und Terminologiewissenschaft – Wortschatz“ (ISO 1087:2019) und „Terminologiearbeit – Grundsätze und Methoden“ (ISO 704:2022). Ich werde auch verwandte Normen untersuchen, darunter „Terminologiearbeit zur Unterstützung mehrsprachiger Kommunikation“ (ISO 12616-1:2021), „Terminologiepolitik – Entwicklung und Umsetzung“ (ISO 29383:2020) und „Terminologieprodukte und -dienstleistungen“ (ISO 22128:2008). Der zweite wichtige Teil meines Materials sind die beiden umfangreichsten Handbücher zu Terminologie und Terminologiemanagement – „Handbook of Terminology Management“ (HTM) und „Handbook of Terminology“ (HOT).
Nach der Analyse dieser Quellen werde ich auf die Aspekte der Definitionen hinweisen, die ich für problematisch halte, die Konzepte unter dem Gesichtspunkt ihrer wesentlichen und sekundären Merkmale untersuchen, eine Reihe von Grundsätzen zur klareren Abgrenzung und Definition dieser Konzepte aufstellen
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und die Verwendung der entsprechenden Termini und unterbreite einen vorläufigen Vorschlag zur Neudefinition der Konzepte. Die Methodik umfasst Textanalyse, Konzeptanalyse und grundlegende semantische Analyse.
2. DEFINITIONEN VON TERMINOLOGIEARBEIT, TERMINOLOGIEMANAGEMENT, TERMINOGRAPHIE UND VERWANDTEN KONZEPTEN IN ISO-NORMEN
Es ist im Rahmen dieses Artikels unmöglich, alle 80 vom Technischen Komitee 37 der ISO („Sprache und Terminologie“) herausgegebenen Normen zu analysieren; dies ist jedoch aus zwei Gründen auch nicht erforderlich. Erstens sind nicht alle diese Normen für die Erörterung der Definitionen der ausgewählten Konzepte relevant, und zweitens übernehmen die meisten dieser Normen die Definitionen aus den maßgeblichen Normen „Terminologiearbeit und Terminologiewissenschaft – Vokabular“ (ISO 1087:2019) und „Terminologiearbeit – Grundsätze und Methoden“ (ISO 704:2022). Ich beginne mit der Untersuchung dieser beiden Normen.
2.1. Definitionen in den maßgeblichen ISO-Normen zur Terminologiearbeit
In der maßgeblichen Norm ISO 1087:2019 „Terminologiearbeit und Terminologiewissenschaft – Vokabular“ gilt Terminologiewissenschaft als Synonym für Terminologieforschung; beide werden definiert als „Wissenschaft, die Terminologien, Aspekte der Terminologiearbeit, die daraus hervorgehenden Terminologieressourcen und terminologische Daten untersucht“ (ISO 1087:2019: 2). Terminologiearbeit gilt ihrerseits als Synonym für Terminologiemanagement; beide werden definiert als „Arbeit, die sich mit der systematischen Sammlung, Beschreibung, Verarbeitung und Präsentation von Begriffen und ihren Benennungen befasst“. Eine Anmerkung zum Eintrag besagt, dass „Terminologiearbeit häufig darauf abzielt, Terminologieressourcen zu erstellen und zu pflegen“ (ISO 1087:2019: 13). Eine weitere Anmerkung besagt, dass Terminologiearbeit häufig auf Terminologieplanung abzielt und Begriffsharmonisierung, Termharmonisierung und Termbildung umfassen kann.
Das Terminologiemanagementsystem wird definiert als „Softwarewerkzeug mit einer Metadatenstruktur, die speziell für das Sammeln, Pflegen und Abrufen terminologischer Daten entwickelt wurde“. Terminographie wird in dieser Norm definiert als „Terminologiearbeit, die auf die Erstellung und Pflege von Terminologieressourcen abzielt“ (ISO 1087:2019: 13).
Da die oben genannten Definitionen auf mehrere weitere zentrale Konzepte verweisen, müssen auch deren Definitionen nachgeschlagen werden. Terminologieressource gilt als Synonym für Sammlung terminologischer Daten und
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wird definiert als „Sammlung von terminologischen Einträgen“ (ISO 1087:2019: 15). Ein terminologischer Eintrag ist eine „Sammlung von terminologischen Daten, die sich auf genau einen Begriff beziehen“ (ISO 1087:2019: 14). Terminologische Daten sind „Daten zu Begriffen und ihren Benennungen“ (ISO 1087:2019: 14).
ISO 704:2022 „Terminologiearbeit – Grundsätze und Methoden“ führt das Konzept der Ad-hoc-Terminologiearbeit ein, bei der der Schwerpunkt darauf liegt, wie Terminologie in der Praxis verwendet wird (ISO 704:2022: 45). Ad-hoc-Terminologiearbeit wird implizit der systematischen Terminologiearbeit gegenübergestellt, bei der der Schwerpunkt auf Begriffsbeziehungen und Begriffssystemen liegt. Für weitere Informationen zu diesem Thema werden die Nutzer auf ISO 12616-1:2021 „Terminologiearbeit zur Unterstützung mehrsprachiger Kommunikation“ verwiesen. ISO 12616-1 hält tatsächlich in Anmerkung 3 zur Definition von Terminologiearbeit fest, dass Terminologiearbeit systematisch oder ad hoc durchgeführt werden kann (ISO 12616-1:2021: 3). Außerdem enthält die Norm eine Tabelle (siehe Tabelle 1), in der einige wesentliche Unterschiede zwischen systematischer und Ad-hoc-Terminologiearbeit gegenübergestellt werden (ISO 12616-1:2021: 3).
Tabelle 1. Die wichtigsten Unterschiede zwischen systematischer und Ad-hoc-Terminologiearbeit gemäß ISO 12616-1:2021
SYSTEMATISCH
AD HOC
Schwerpunkt
Klassifizierung der Begriffe in einem Fachgebiet
Lösung terminologischer Probleme, die in bestimmten Situationen auftreten, z. B. bei einem Übersetzungsprojekt
Sprachliche Ebene
Nur Benennungen
Benennungen und andere Textelemente
Hauptansatz
Onomasiologisch
Semasiologisch
Ausgangspunkt
Ein Fachgebiet
Ein Text in einer Ausgangssprache
Ergebnis
Begriffseinträge, die in einem größeren System mehr oder weniger miteinander verbunden sind
Einzelne Einträge
Interessanterweise wird Terminologiemanagement in ISO 704:2022 kein einziges Mal erwähnt, obwohl es laut ISO 1087:2019 als Synonym für Terminologiearbeit gelten soll und ISO 704:2022 eine neuere Norm ist. Terminografie wird nur einmal erwähnt – sie wird im Kontext definiert als „Erstellung und Pflege von Terminologieressourcen, hauptsächlich in gedruckten und elektronischen Medien“ (ISO 704:2022: vi). In ISO 12616-1:2021 werden die Begriffe Terminologiearbeit und Terminologiemanagement (und teilweise auch Terminografie) im Inhaltsverzeichnis und im Text einigermaßen austauschbar verwendet.
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2.2. Definitionen in der ISO-Norm zu Terminologiepolitiken
Da die Normen des ISO TC-37 in mehreren Ausschüssen erarbeitet werden und ihre Lebenszyklen unterschiedlich verlaufen, bleiben einige einschlägige Definitionen zumindest zeitweise nicht mit den maßgeblichen Normen abgestimmt, wodurch sie zu interessantem und wertvollem Forschungsmaterial werden.
In der Norm ISO 29383:2020 („Terminologiepolitiken – Entwicklung und Umsetzung“) beispielsweise werden Terminologiearbeit, Terminologiemanagement und Terminografie etwas anders definiert und kommentiert als in den oben genannten ISO-Normen. Anmerkung zu Eintrag 3.14 besagt, dass Terminologiearbeit umfasst: Termextraktion, Begriffsharmonisierung, Termharmonisierung und Terminografie (ISO 29383:2020: 3); Terminografie wird demnach als Teil der Terminologiearbeit und nicht als ihre Art betrachtet. Terminologiemanagement wiederum ist nicht mehr gleichbedeutend mit Terminologiearbeit, sondern wird als Methoden zur Erfassung, Pflege und zum Zugriff auf terminologische Daten definiert (ISO 29383:2020: 3).
Zugleich führt diese ISO-Norm eine interessante und nützliche Gegenüberstellung von Terminologienutzern und Terminologiemanagern ein. Zu den Terminologienutzern zählen Entwickler von Ressourcen und Dokumentationen, Übersetzer, Juristen, Marketingmitarbeiter und andere; als Beteiligte an Terminologieplanungsaktivitäten interessieren sie sich vor allem für die Suche nach und die Verwendung von Termini und terminologischen Daten (ISO 29383:2020: 15–16). Terminologiemanager sind Terminologen und Informationsverarbeiter, die für die Entwicklung und Pflege von Datenbanken und anderen terminologischen Ressourcen verantwortlich sind; sie befassen sich mit der Umsetzung von Terminologiepolitiken in Form terminologischer Ressourcen, vor allem Terminologiedatenbanken. Diese Gegenüberstellung kann dazu beitragen, je nach Art der Terminologieaktivitäten zusätzliche Bedeutungen dieser Begriffe zu erschließen und so die Definitionen von Terminologiearbeit und Terminologiemanagement zu präzisieren.
2.3. Definitionen in der ISO-Norm zu Terminologieprodukten und -dienstleistungen
Wenn man verschiedene Perspektiven betrachtet, die dazu beitragen, die Beziehungen zwischen Terminologiearbeit, Terminologiemanagement und Terminografie besser zu verstehen, ist es sinnvoll, einen Blick auf die Arten von Terminologieprodukten und -dienstleistungen zu werfen, die aus verschiedenen Arten von Terminologieaktivitäten hervorgehen. Die Norm ISO 22128:2008 „Terminologieprodukte und -dienstleistungen – Überblick und Leitlinien“ bietet eine detaillierte Klassifikation von
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such products and services. This standard was last reviewed and confirmed in 2020, therefore the 2008 edition remains current.
Interessanterweise werden die Begriffe Terminologiearbeit und Terminologiemanagement in dieser Norm überhaupt nicht erwähnt, während eine Platzhaltersuche nach „terminograph*“ 45 Treffer ergibt. ISO 22128:2008 führt zwei zentrale Konzepte ein: Terminologieprodukt und Terminologiedienstleistung:
3.13 Terminologieprodukt
Produkt, das die Verwendung einer Fachsprache oder das Fachgebiet Terminologie unterstützt
ANMERKUNG Produkte, die die Verwendung einer Fachsprache unterstützen, umfassen Wörterbücher, Datenbanken und andere Produkte zur Verbreitung der Fachterminologie, während Produkte, die das Fachgebiet Terminologie unterstützen, Zeitschriften, Schulungshandbücher, Werkzeuge usw. umfassen.
3.14 Terminologiedienst
Dienstleistung, die die Erstellung und/oder Verbreitung von Terminologie oder terminografischen Produkten umfasst oder die Ausbildung im Bereich der Terminologie unterstützt (ISO 22128:2008: 3).
Terminologieprodukte lassen sich nach diesem Standard in vier Kategorien einteilen:
terminografische Produkte;
Terminologiedokumente;
Bildungsprodukte;
Terminologiewerkzeuge (ISO 22128:2008: 3).
Ein terminografisches Produkt wird definiert als „Terminologieprodukt, das aus einer Reihe von Benennungen und terminologischen und/oder linguistischen Informationen besteht, um den Gebrauch der Fachsprache zu unterstützen“ (ISO 22128:2008: 2). Nach dem Standard stellt diese Kategorie die größte Produktgruppe dar und bildet den Kern der von Terminologen erstellten Terminologieprodukte. Zu dieser Kategorie zählen beispielsweise gedruckte und elektronische Terminologien, Terminologiedatenbanken, systematische Terminologien für das Informationsmanagement, Terminologielisten usw. (ISO 22128:2008: 4).
Soweit wir erkennen können, impliziert die Definition terminografischer Produkte, dass es sich um wörterbuchartige Nachschlagewerke mit einer „linken Seite“ (einer Liste terminologischer Benennungen) und einer „rechten Seite“, d. h. mit bestimmten terminologischen und/oder linguistischen Informationen zu diesen Benennungen, handelt. Systematische Terminologien und Terminologiedatenbanken gelten als nur ein möglicher Typ unter mehreren (obwohl die Liste terminografischer Produkte in ISO 22128:2008 auf mehreren Einteilungsgrundlagen beruht, sodass sich die Typen terminografischer Produkte nicht gegenseitig ausschließen). Das Hauptmerkmal
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Systematische Terminologien sind dem Standard zufolge Sammlungen terminologischer Einträge, die systematisch nach Klassen oder in Begriffssystemen angeordnet sind (ISO 22128:2008: 8). Systematische Terminologien umfassen verschiedene Produkttypen, etwa Nomenklaturen, Taxonomien, Thesauri und Ontologien (ISO 22128:2008: 8).
Eine weitere Kategorie von Terminologieprodukten, Terminologiedokumente, umfasst alle Dokumente, die sich mit terminologischen Themen und Fragen befassen. Terminografische Einträge machen zwar nicht den Hauptteil des Inhalts eines Dokuments aus, dieses kann jedoch eingebettete Terminologien enthalten. Zu dieser Kategorie von Terminologieprodukten gehören Terminologiezeitschriften, Terminologiebibliografien oder -kataloge, präskriptive Terminologiedokumente und terminologiepolitische Dokumente (ISO 22128:2008: 11).
Bildungsprodukte umfassen alle Produkte, die für den Unterricht an einer formalen Bildungseinrichtung oder für weniger formelle Schulungen im Rahmen der beruflichen Entwicklung entwickelt wurden. Diese Kategorie umfasst alle Produkte oder Dokumente, die dazu dienen, „Terminologie zu lehren, Terminologen auszubilden oder den Berufsstand der Terminologie voranzubringen“ (ISO 22128:2008: 12). Dem Standard zufolge umfasst diese Produktkategorie beispielsweise Terminologiehandbücher, Terminologiekurse, Terminologieseminare und Terminologie-Tutorials.
Die letzte Gruppe von Terminologieprodukten umfasst dem Standard ISO 22128:2008 zufolge Terminologiewerkzeuge – Computeranwendungen, die Terminologen bei der Erstellung und Bereitstellung von Terminologieprodukten und -dienstleistungen unterstützen. Ein lieferbares Produkt kann als einzelnes Werkzeug, in Kombination mit anderen Werkzeugen innerhalb eines integrierten Systems oder durch Anpassung und Individualisierung bestehender Anwendungen entwickelt werden. Diese Kategorie umfasst: Terminologiemanagementsysteme, Werkzeuge zur Terminologieextraktion, -abfrage, -vergleichung, -veröffentlichung, -annotation, -konvertierung, -indexierung, -einreichung, -ersetzung, -prüfung und -ausrichtung sowie statistische Terminologiewerkzeuge, Terminologie-Workflow-Werkzeuge, Terminologiewerkzeuge für die Lokalisierung und Konkordanzwerkzeuge für die Terminologie (ISO 22128:2008: 13). Wie wir sehen, ist das Spektrum der Terminologiewerkzeuge recht breit und nicht auf Terminologiedatenbanken und Terminologiemanagementsysteme beschränkt.
Terminologiedienstleistungen lassen sich ihrerseits in folgende Kategorien einteilen: terminologische Beratungsdienstleistungen, Terminologiemanagementdienstleistungen, Dienstleistungen zur Erstellung und Bereitstellung terminografischer Ressourcen, Werkzeugentwicklungsdienstleistungen, Referenz- und Informationsdienstleistungen, Bildungsdienstleistungen und Zertifizierungsdienstleistungen (ISO 22128:2008: 16).
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Aus der Untersuchung des Standards ISO 22128:2008 lässt sich schließen, dass Terminologiearbeit bzw. -management, wie in ISO 1087:2019 definiert, nur mit einem kleinen Teil des gesamten Spektrums an Terminologieprodukten und -dienstleistungen in Verbindung gebracht werden kann. Eine Gruppe von Veröffentlichungen, die im Standard ISO 22128:2008 fehlt, sind wissenschaftliche Publikationen zur Terminologie, etwa Dissertationen, Monografien und Konferenzberichte. Sie sind irgendwo zwischen Terminologiedokumenten und Bildungsprodukten anzusiedeln. Eine weitere Möglichkeit wäre, sie als terminologische „Metaprodukte“ zu betrachten, die an sich weder Produkte noch Dienstleistungen sind, sondern die Terminologiewissenschaft und terminologische Aktivitäten im Allgemeinen fördern. Ein klarer Mehrwert des Standards ISO 22128:2008 ist auch das Konzept eines terminografischen Produkts, dessen Definition der einer terminologischen Referenzressource sehr nahekommt.
3. DEFINITIONEN IN HANDBÜCHERN ZU TERMINOLOGIE UND TERMINOLOGIEMANAGEMENT
In diesem Abschnitt untersuche ich explizite und kontextuelle Definitionen der relevanten Konzepte in den beiden umfangreichsten Handbüchern zu Terminologie und Terminologiemanagement, die von John Benjamins Publishing Company veröffentlicht wurden: dem „Handbook of Terminology Management“ und dem „Handbook of Terminology“. Beide Handbücher sind Sammlungen von Artikeln zu verschiedenen Aspekten der Terminologiearbeit und des Terminologiemanagements, verfasst von renommierten Forschenden und Fachleuten auf dem Gebiet der Terminologie.
3.1. Definitionen im „Handbook of Terminology Management“ (1997)
Die Herausgeber des „Handbook of Terminology Management“ (HTM) nennen mehrere Gründe dafür, den Begriff Terminologiemanagement gegenüber den Begriffen Terminologiearbeit und Terminografie gewählt zu haben. Erstens halten sie ihn für den einzigen Kandidaten, der das breite Spektrum der im Handbuch behandelten terminologischen Aktivitäten vollständig umfasst. Zweitens sind die Begriffe Terminografie und Terminologiearbeit ihrer Meinung nach zu eng gefasst oder finden keine universelle Akzeptanz, insbesondere bei englischen Muttersprachlern und regelmäßigen Sprechern des Englischen. Drittens stellt Terminologiemanagement ein Parallelkonzept zu Informationsmanagement dar. Das Handbuch nennt außerdem Datenelemente (diskrete, identifizierbare und abrufbare Dateneinheiten) als zentrales Element des Terminologiemanagements (HTM: 2).
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Im Handbuch wird Terminologiemanagement sehr weit gefasst als „jede absichtliche Bearbeitung terminologischer Informationen“ (HTM: 1) definiert. Dem Handbuch zufolge umfasst dieses sehr allgemeine Konzept:
praktisches Terminologiemanagement, wie es von Fachleuten durchgeführt wurde, um ihrem Bedarf an präziser und eindeutiger Sprache gerecht zu werden – sowohl in Form der Konzepte, die sie entwickeln und mit denen sie denken, als auch der entsprechenden Termini, die sie zur Kommunikation untereinander verwenden;
die systematische Erfassung solcher Informationen und ihre Darstellung in Form von Wörterbüchern, Terminologiesammlungen und Terminologiedatenbanken; und
den bedarfsgesteuerten Abruf solcher Informationen für Übersetzen und Dolmetschen, für die Texterstellung im Rahmen der technischen Kommunikation und für das Informationsmanagement (HTM: 2).
3.2. Definitionen im „Handbook of Terminology“ (2015)
Ein jüngeres „Handbook of Terminology“ (HOT) behandelt ein breites Spektrum terminologiebezogener Themen. Obwohl das Wort „Management“ nicht im Titel des Buches vorkommt, wird es in Klammern im Klappentext auf der Titelseite erwähnt: „Das Handbook of Terminology <...> zielt darauf ab, Wissen über Terminologie(management) zu verbreiten und einen einfachen Zugang zu einem breiten Spektrum von Themen, Traditionen, bewährten Verfahren und Methoden zu ermöglichen <...>“. Die Wortverbindung Terminologiemanagement kommt im Handbuch 290-mal vor, während die Suche nach Terminologiearbeit 192 Treffer ergibt und nach Terminografie 32. Diese Ergebnisse sind lediglich indikativ, da einige Treffer aus den Literaturangaben, Schlüsselwörtern, Überschriften, Indexeinträgen und Teilen längerer Begriffe stammen, etwa Terminologiemanagementsystem oder Terminologiemanagementprojekt.
Im Gegensatz zu den Herausgebern des „HTM“ geben die Herausgeber des „HOT“ im Vorwort keine expliziten, strengen Definitionen von Terminologiearbeit, Terminologiemanagement oder Terminografie. Die Autoren zweier Artikel (Steurs, De Wachter & De Malsche 2015: 222; Karsch 2015: 291–292) übernehmen die Definition von Terminologiearbeit aus der Norm ISO 1087: „Arbeit, die sich mit der systematischen Sammlung, Beschreibung, Verarbeitung und Darstellung von Begriffen und ihren Benennungen befasst“. Es gibt außerdem eine definitionsähnliche Erläuterung dessen, was „Terminologiemanagement“ ist: „Terminologiemanagement (als Element des Wissensmanagements) ist Teil der Terminologiearbeit und befasst sich mit der Erfassung, Verarbeitung, Aktualisierung und Aufbereitung terminologischer Daten“ (Steurs, De Wachter & De Malsche 2015: 224).
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Andere Definitionen und Erläuterungen sind überwiegend kontextbezogen. Ich habe alle Vorkommen der Wortverbindungen terminology work, terminology management and terminograph* (das letzte Wort mit einem Platzhalter, um auch Formen wie terminographical oder terminographer zu erfassen) manuell durchgesehen und den Kontext untersucht. Ich möchte einige für die Studie relevante kontextuelle Definitionen anführen.
Terminologiearbeit umfasst das Sammeln, Analysieren und Verbreiten von Termini (Faber 2015: 14).
Terminologiearbeit befasst sich mit der Klärung von Begriffen und mit den sprachlichen Bezeichnungen, die zur Darstellung der Begriffe in der Kommunikation verwendet werden (Madsen & Thomsen 2015: 250).
Der Grad an Strenge und Systematik bei der Durchführung von Terminologiearbeit nimmt von deskriptiv zu normativ zu. <...> Präskriptive und häufig systematischere Terminologiearbeit führt zu terminologischen Produkten, die von vielen Zielgruppen für verschiedene Zwecke und lange Zeit ohne großen Pflegeaufwand verwendet werden können. Cabré Castellví zufolge (Cabré Castellví 1999: 222) sollten ausschließlich Terminologen diese Art von Arbeit ausführen. Darüber hinaus muss das Ergebnis ihrer Arbeit das Verständnis und Wissen der Fachexperten widerspiegeln (Karsch 2015: 294).
Einige Wissenschaftler behaupten, dass dieser Ansatz (onomasiologischer Ansatz – I.K.) in der terminografischen Praxis (ein häufig verwendeter Ausdruck für Terminologiemanagement) nur selten angewandt wird (Warburton 2015: 362).
Der Begriff Terminograf wird manchmal für den Terminologen verwendet, wenn der Schwerpunkt auf der praktischen Arbeit an der Entwicklung von Terminologiedatenbanken (Terminografie) liegt, analog zum Lexikografen, der Wörterbücher erstellt (Lexikografie) (Warburton 2015: 374).
Grob gesagt bezeichnet „Terminografie“ den ersten zu Beginn dieses Abschnitts aufgeführten Bedeutungsaspekt von Terminologie: Praktiken, Tätigkeiten, Methoden und Fachwissen im Zusammenhang mit dem Sammeln und Beschreiben von Termini, dem Zusammenstellen terminologischer Lexika, dem Erstellen von Begriffssystemen oder Ontologien, dem Anfertigen von Thesauri usw., die einen wichtigen Aspekt der Terminologie bilden (Kageura 2015: 56).
4. DEFINITION DER TERMINOGRAFIE IN DER LEXIKOGRAFISCHEN LITERATUR
Eine Erörterung der verschiedenen Bedeutungen des Begriffs Terminografie wäre unvollständig, wenn sie dessen Verhältnis zum Begriff Fachlexikografie nicht berücksichtigte. 1975 führte die Norm ISO 1087 den Begriff Terminografie als Ersatz für den Begriff terminologische Lexikografie ein und förderte damit die Unterscheidung zwischen Lexikografie und Terminografie (Fuertes-Olivera, Tarp 2014: 27). Der neue Begriff wurde in Analogie zu Lexikologie geprägt: Lexikografie::
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Terminologie: Terminographie, doch das Hauptziel dieses Begriffs bestand darin, zu betonen, dass sich die Lexikographie ausschließlich mit der Beschreibung des allgemeinen Wortschatzes befassen sollte, während die Fachterminologie einer anderen Disziplin zugeordnet werden sollte (Burkhanov 1998: 240). Dies führte auch zu einer „hektischen Suche nach Unterschieden, vielleicht in dem Bemühen, die Terminographie als etwas wirklich Einzigartiges darzustellen“ (Bergenholtz, Kaufmann 1997: 93). Die Unterschiede, mit denen Terminographie und Lexikographie einander gegenübergestellt werden sollten, sind in zahlreichen Publikationen von Forschenden erörtert und verworfen worden, die sich mit Fachlexikographie befassen (Fuentes-Olivera, Tarp 2014: 27). Dennoch hält der starke Widerstand an; viele Forschende beharren auf ihren Positionen und scheinen nicht bereit, sich weiter auf die Debatte einzulassen (siehe zum Beispiel Kageura 2015: 57–58). Für diese Untersuchung genügt es festzustellen, dass eine Auslegung des Begriffs Terminographie ihn mit der Fachlexikographie gleichsetzt, die als „Komplex von Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Konzeption, Zusammenstellung, Nutzung und Bewertung von Fachwörterbüchern“ definiert werden kann (Hartmann, James 1998: 129; siehe auch Fuertes-Olivera, Tarp 2014: 7).
5. SEMANTIK DER WÖRTER „ARBEIT“ UND „MANAGEMENT“
Bevor wir die Definitionen von Terminologiearbeit und Terminologiemanagement weiter erörtern, ist es hilfreich, im Merriam-Webster Dictionary (MW), das sich selbst als „das vertrauenswürdigste Wörterbuch Amerikas“ bezeichnet, die Wörterbuchdefinitionen ihrer übergeordneten allgemeinsprachlichen Begriffe nachzuschlagen — Arbeit und manage(n) (Management). Die Definitionen der entsprechenden Verben sind aussagekräftiger als die der Substantive. Da die Definitionen recht umfangreich sind, werden die Leserinnen und Leser gebeten, sie online nachzuschlagen. Wichtig an den Definitionen von Arbeit ist, dass sie eine zielgerichtete, wiederholte und kontinuierliche Tätigkeit bezeichnet. Aus den Definitionen von manage lassen sich folgende semantische Merkmale ableiten: ein gewisses Maß an Geschick, zweckgerichtete Veränderungen (z. B. Umordnen) sowie der Versuch, etwas Wildes und Mächtiges einzudämmen und nutzbar zu machen.
6. BEOBACHTUNGEN UND FRAGESTELLUNGEN
In diesem Abschnitt führe ich meine Beobachtungen auf und weise auf einige Fragestellungen hin, die mir in den Definitionen von Terminologiearbeit, Terminologiemanagement und Terminographie aufgefallen sind.
Die erste Beobachtung ist, dass diese zentralen Begriffe in terminologierelevanten Normen und
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Handbüchern zur Terminologie (zum Terminologiemanagement) nicht immer explizit und strikt definiert werden. Die zweite Beobachtung ist, dass die Definitionen stark variieren, selbst in den terminologierelevanten ISO-Normen, die hinsichtlich der Definitionen zentraler Begriffe eigentlich mit den maßgeblichen Normen abgestimmt sein sollten. Dies lässt sich teilweise durch die unterschiedlichen Lebenszyklen verschiedener Normen erklären, jedoch nicht in allen Fällen. Zugleich ist die Variation der Definitionen nicht immer problematisch, insbesondere wenn die Normen verschiedene Arten terminologischer Tätigkeiten beschreiben.
Einige Definitionen sind zu weit gefasst und umfassen jede Art von Tätigkeiten, an denen Terminologie beteiligt ist, etwa „jede gezielte Manipulation terminologischer Informationen“ (HTM: 1). Außerdem ist das Wort Manipulation mit negativen Konnotationen aus einer seiner Bedeutungen verbunden – „durch geschickte oder unfaire Mittel im eigenen Interesse verändern“ (MW).
Andererseits werden Begriffe manchmal für einen bestimmten Zweck bewusst eingeengt, ohne dies explizit anzugeben. So beschreibt die Norm ISO 704:2022 überwiegend die Methodik normativer Terminologiearbeit, wie sie bei der Normung und Harmonisierung zum Einsatz kommt; dies spiegelt sich in den Definitionen zentraler Begriffe wider, während die Realität in der Welt der Geschäftsprozesse oder der Übersetzungs- und Lokalisierungsbranche anders aussieht, vgl.: „Nach mehr als 50 Jahren Tätigkeit hat ISO/TC 37 40 Normen veröffentlicht und entwickelt derzeit 15 weitere, doch keine davon befasst sich ausdrücklich damit, wie man an Terminologie für kommerzielle Zwecke herangeht“ (Warburton 2015: 362). In den ISO-Normen wird Terminologiearbeit als systematisch und begriffsorientiert definiert, doch ad-hoc-Terminologiearbeit, die ebenfalls eine Art Terminologiearbeit sein soll, erfüllt diese Kriterien nicht.
ISO 704:2022 berücksichtigt nicht nur keine Ad-hoc-Terminologiearbeit (textgesteuerte, semasiologische Terminologiearbeit), sondern auch viele andere Arten terminologischer Tätigkeiten nicht, aus denen das breite Spektrum an Terminologieprodukten und -dienstleistungen hervorgeht, das in der Norm ISO 22128:2008 beschrieben wird. Letztere Norm wiederum erfasst (zumindest nicht ausdrücklich) ein breites Spektrum wissenschaftlicher Publikationen zur Terminologie (Thesen, Monografien, Tagungsbände usw.) nicht. Aufgrund des pragmatischen Charakters der ISO konzentrieren sich ihre Normen im Allgemeinen auf praktische terminologische Tätigkeiten und lassen wissenschaftliche/theoretische Forschung sowie Arten terminologischer Tätigkeiten außer Acht, die nicht zu einem greifbaren Produkt oder einer Dienstleistung führen. Der akademischen Welt wiederum wird häufig vorgeworfen, im Elfenbeinturm zu verharren und nur wenig mit dem kommerziellen Umfeld zu interagieren, vgl.: „Terminologiemanagement wird weiterhin als akademische Beschäftigung wahrgenommen“ (Warburton 2015: 363).
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All dies führt uns zu einem größeren Problem: Handbücher zur Terminologie(management) sind Sammlungen von Artikeln, die von Dutzenden Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Blickwinkeln verfasst wurden. An sich ist daran nichts auszusetzen, doch derzeit scheint es keine kohärente allgemeine Theorie des Terminologiemanagements zu geben. Dies führt dazu, dass Definitionen zu eng gefasst und möglicherweise auf andere Arten von Terminologiearbeit bzw. -management nicht anwendbar sind, während die Autorinnen und Autoren absichtlich oder unabsichtlich versäumen, den passenden „Namensraum“ (den anwendbaren Bereich) ihrer Definitionen anzugeben. Dabei sollten solche spezifischen Definitionen gemäß einer der Regeln der Terminologiearbeit mit Hinweisen wie „in diesem Glossar/Fachgebiet“, „für die Zwecke von <...>“ usw. versehen werden (vgl. Sanastotyön käsikirja 1989: 64–65).
Die Beziehungen zwischen den zentralen Konzepten unterscheiden sich je nach Standpunkt erheblich. Häufig spiegeln sie Machtkämpfe wider. Ist Terminologiearbeit beispielsweise lediglich ein Teil eines Wörterbuchprojekts, das den Regeln der Fachlexikografie bzw. der terminologischen Lexikografie folgt, oder ist Terminografie lediglich eine Art (oder ein Teil) der Terminologiearbeit, die deren Ergebnisse in Form eines Wörterbuchs festhält? Sind Begriffsanalyse oder Termextraktion eigenständige Tätigkeiten oder lediglich ein Teil des Glossarerstellungsprozesses bzw. der Terminologiearbeit?
Auch der übermäßige Einfluss einer bestimmten Sprache (typischerweise US-Englisch), bestimmter geografischer Regionen (typischerweise der USA und des Westens im Allgemeinen) oder bestimmter Organisationen (z. B. Zentren für technische Terminologie und Normung) auf Konzepte und Termini stellt ein Problem dar. Es ist kaum wünschenswert, dass routinierte Englischsprecherinnen und -sprecher Termkandidaten in Umgebungen verwerfen, in denen „internationales Englisch“ die fairere Option wäre. Gleichzeitig sollten natürlich bei der Terminologiebildung oder der Auswahl von Termkandidaten die Regeln der englischen Sprache und ihre allgemeine Gebrauchstauglichkeit berücksichtigt werden.
7. EIN SATZ VON PRINZIPIEN ZUR NEUFASSUNG DER KONZEPTE
In diesem Abschnitt werde ich versuchen, einen Satz von Prinzipien zu formulieren, die bei der Neufassung der Konzepte Terminologiearbeit, Terminologiemanagement, Terminografie, und verwandter Konzepte berücksichtigt werden sollten.
1. Verschiedene Theorien können in einem Fall wirksam und in anderen unwirksam sein. Keine einzelne Theorie, Methodik, kein einzelnes Datenmodell usw. sollte als einzig richtige Grundlage für die Terminologiearbeit bzw. das Terminologiemanagement bezeichnet werden.
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2. Definitionen sollten verschiedene Phasen und Akteure terminologischer Tätigkeiten berücksichtigen: Inhaltserstellung, Inhaltsmanagement und Inhaltsabruf.
3. Zwischen theoretischer Forschung und praktischen terminologischen Tätigkeiten sollte unterschieden werden. Arbeit/Management bezieht sich eher auf praktische Tätigkeiten, die in erster Linie darauf abzielen, die Kommunikation in Fachsprachen zu verbessern, während Terminologiestudien/-forschung verschiedene Arten von Tätigkeiten umfassen, deren Aufgabe unter anderem darin besteht, Leitlinien für praktische terminologische Tätigkeiten bereitzustellen. Terminologiestudien ist kaum ein gutes Synonym für Terminologiewissenschaft, da dies deren Status mindern könnte. Da Terminologiearbeit/-management zumindest von Terminologiestudien/-forschung unterschieden werden sollte, ist ein übergeordneter Begriff erforderlich, der beide umfasst, etwa terminologische Tätigkeit.
4. Der „Entweder-oder“-Ansatz als Machtspiel sollte vermieden und durch einen interdisziplinären, ganzheitlichen Ansatz ersetzt werden. So sollte beispielsweise Terminografie einerseits als interdisziplinäre Wissenschaft betrachtet werden, die sich teilweise mit der Terminologiewissenschaft, der Lexikografie und mehreren anderen Disziplinen überschneidet (oder in ihnen verwurzelt ist), und andererseits als eine Art terminologischer Tätigkeit.
5. Wie Myking (2007: 281) feststellt, sind Dichotomien „wichtig, weil sie die Identifizierung des Untersuchungsgegenstands sowie theoretischer und methodologischer Grundsätze ermöglichen. Der Preis dafür ist jedoch eine (Über-)Vereinfachung“. Der prototypische und facettenreiche Ansatz kann in vielen Fällen fruchtbarer sein (vgl. Nuopponen 2018: 8). So können etwa (vollständig) systematische Terminologiearbeit und die individuelle Suche nach terminologischen Informationen als zwei Extreme betrachtet werden, während die tatsächliche Terminologiearbeit irgendwo dazwischen liegt (vgl. Karsch 2015: 294; Kudashev 2020: 202). Vollständig systematische Arbeit würde bedeuten, dass alle Konzepte und Benennungen eines bestimmten Fachgebiets mithilfe von Begriffsanalyse und anderen theoretisch fundierten bewährten Verfahren systematisch erfasst und definiert werden. Sie sollte prominente Fachleute und professionelle Terminologinnen und Terminologen einbeziehen (vgl. Karsch 2015: 294 oben). Das andere Extrem ist eine individuelle terminologische Anfrage, die auf eine schnelle Lösung des vorliegenden terminologischen Problems abzielt. Der überwiegenden Mehrheit terminologischer Tätigkeiten fehlen viele Merkmale „vollständig systematischer Terminologiearbeit“; zugleich sind sie komplexer als die einfache Suche nach einzelnen Termini. Der prototypische Ansatz kann zudem zu vorläufigeren und mehrdeutigeren Definitionen führen, als sie die Methodik der klassischen Terminologiearbeit vorschreibt (z. B. Formulierungen wie meist, hauptsächlich, überwiegend und oft).
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6. Da terminologische Tätigkeiten zielgerichtet sind, ist ihr beabsichtigter Zweck häufig ein geeigneter Kandidat für ein wesentliches Merkmal ihrer Definitionen („ausgerichtet auf“, „mit dem Schwerpunkt auf“, „soll“). Terminologische Tätigkeiten führen jedoch nicht zwangsläufig zu (fertigen, greifbaren, veröffentlichungsfähigen) Produkten; sie sollten daher nicht ausschließlich über die terminologischen Produkte definiert werden, die sie „hervorbringen“. Zugleich gilt: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“; die Liste terminologischer Produkte und Dienstleistungen trägt somit dazu bei, verschiedene Arten terminologischer Tätigkeiten abzugrenzen und zu definieren.
7. Terminologiearbeit/-management können projektähnliche Tätigkeiten sein, die mit der Erstellung eines konkreten Produkts oder einer konkreten Dienstleistung enden, oder kontinuierliche Prozesse. Terminologiearbeit/-management sollten in erster Linie als kontinuierliche Prozesse betrachtet werden, da Arbeit und Management kontinuierliche Bemühungen voraussetzen. Auch die Planungs- und Nachbereitungsphasen sollten als Bestandteile der Terminologiearbeit/-management gelten.
8. Gegenstand der Terminologiearbeit und des Terminologiemanagements (als einer Art terminologischer Tätigkeit) sind fachsprachliche Benennungen (LSP) sowie die zugrunde liegenden Fachbegriffe und Begriffssysteme. Hauptzweck der Terminologiearbeit/des Terminologiemanagements ist es, die fachsprachliche Kommunikation durch die Erstellung verschiedener terminologischer Produkte und Dienstleistungen zu verbessern. Bei der Terminografie geht es hingegen ausschließlich um terminologische Nachschlageressourcen – Sammlungen von Einträgen, die aus fachsprachlichen Benennungen (LSP) und deren terminologischen Beschreibungen bestehen und so geordnet sind, dass sie rasch abgerufen werden können.
Meiner Ansicht nach ist terminologische Nachschlageressource ein transparenterer und präziserer Begriff als Terminologieressource (ISO 1087:2019) oder terminografisches Produkt (ISO 22128:2008). Terminologieressource klingt, als könne damit nahezu jede Quelle terminologischer Informationen gemeint sein und nicht nur ein wörterbuchartiges Produkt (vgl. eine der Bedeutungen des Wortes „resource“ im MW: „a source of information or expertise“). Terminografisches Produkt (wie in ISO 22128:2008 definiert) wäre ein guter Begriffskandidat gewesen, wenn es nur einen Konsens darüber gäbe, was Terminografie ist. Wird die Bedeutung von Terminografie auf einen technischen Teil der systematischen, begriffsorientierten Terminologiearbeit eingeengt (wie in den meisten ISO-Normen), wird auch das terminografische Produkt zu eng und spezifisch. Nachschlageressource ist hingegen ein geeigneter Oberbegriff für jedes wörterbuch- oder glossarähnliche Werk, bei dem auf der einen Seite Benennungen für einen schnellen und bequemen Zugriff angeordnet sind und auf der anderen spezifische Arten von Informationen zu diesen Benennungen bereitgestellt werden (siehe Hartmann, James 1998: 41, 116–117; Kudashev 2007: 47–48).
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Terminologische Beschreibung umfasst Informationen über Form, Bedeutung, Herkunft, Beziehungen und Verwendung fachsprachlicher Benennungen (LSP). In terminologischen Nachschlageressourcen liefern terminologische Beschreibungen Informationen, die Nutzerinnen und Nutzern helfen sollen, fachsprachliche Benennungen (LSP) in externen Kontexten zu verstehen, zu verwenden oder zu ersetzen (vgl. Kudashev 2013: 14). Dieses Merkmal trägt dazu bei, terminologische Nachschlageressourcen von ähnlichen Werken wie Enzyklopädien und Handbüchern abzugrenzen.
Fachsprachliche Benennungen (LSP) umfassen nicht nur prototypische Termini, sondern auch andere lexikalische und lexikalisierte Einheiten, die in Fachsprachen (LSP) verwendet werden, etwa Nomenklatur, Appellative, Berufsjargon, feste Wendungen und Termbestandteile (eine Erörterung dessen, was beispielsweise in einer Terminologiedatenbank Gegenstand der Beschreibung sein kann, findet sich bei Kudashev 2013: 48–64).
9. Arbeit und Management sind Prozesse, die ein gewisses Maß an Fachkenntnis und Können erfordern. Im Zusammenhang mit Terminologiearbeit/-management lässt sich dies als „theoriegestützt“ verstehen. Bewährte Verfahren und weithin anerkannte Methoden können ebenfalls hilfreich sein; doch Fachgebiete, Sprachen, Ziele usw. unterscheiden sich, weshalb man wissen muss, was man tut, und nicht bloß die Erfahrungen anderer kopieren oder sich auf einen einzigen „universellen“ Leitfaden verlassen sollte.
10. Die Verwendung des Begriffs Terminologiemanagement in Texten scheint sich auf mindestens zwei unterschiedliche Konzepte zu beziehen: auf ein breiteres und abstrakteres (= eine Art terminologische Tätigkeit, vgl. Terminologiemanagementstrategie) und auf ein enger gefasstes und technisches (= computergestützte Verarbeitung von Terminologiedaten, vgl. Terminologiemanagementsystem). Terminologiemanagement (I) wird üblicherweise für die Bedürfnisse eines bestimmten Projekts oder Auftraggebers durchgeführt, im Gegensatz zur Terminologiearbeit, die gewöhnlich auf der Ebene eines Fachgebiets oder Teilgebiets stattfindet. Terminologiemanagement (II) scheint sich stets auf Prozesse und Vorgänge zu beziehen, die mithilfe von Computeranwendungen (Terminologiewerkzeugen) ausgeführt werden, und ist stark von Metadaten abhängig, die für die Qualitätssicherung von größter Bedeutung sind (vgl. Kudashev 2013: 15). Außerdem zeichnet sich eine dritte Bedeutung von Terminologiemanagement ab (oder sollte sich abzeichnen): ein Wissensgebiet, das sich mit dem Management terminologischer Daten mithilfe von Terminologiewerkzeugen befasst.
8. SCHLUSSFOLGERUNG
In diesem Artikel habe ich drei zentrale Konzepte und Begriffe der Terminologie untersucht: Terminologiearbeit, Terminologiemanagement und Terminografie sowie mehrere verwandte Konzepte. Nach der Analyse ihrer Auslegungen in den
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ISO-Normen und den beiden größten Handbüchern zur Terminologie (und zum Terminologiemanagement) habe ich mehrere Probleme in den Definitionen aufgezeigt, die ich für problematisch halte, und eine Reihe von Grundsätzen formuliert, die auf eine klarere Abgrenzung und Definition der zentralen Konzepte sowie auf die Verwendung der entsprechenden Begriffe abzielen. Auf der Grundlage dieser Grundsätze möchte ich einen vorläufigen Vorschlag zu den Definitionen der Konzepte sowie zwei Begriffsdiagramme vorstellen, die sich im Anhang finden. Es sollte beachtet werden, dass die Definition derart weit gefasster und komplexer Konzepte eine gründliche Betrachtung aus mehreren Perspektiven erfordert. Mein Ziel ist es nicht, die bestehenden Definitionen zu verwerfen und durch neue zu ersetzen, sondern vielmehr, eine Diskussion über dieses Thema innerhalb der terminologischen Gemeinschaft anzustoßen. Ich hoffe, dass diese Untersuchung und die oben aufgestellte Reihe von Grundsätzen dazu beitragen werden, die Definitionen und das Verständnis dieser drei zentralen Konzepte und Bereiche der terminologischen Tätigkeit zu verbessern.
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APPENDIX
REDEFINED CONCEPTS AND RELATED CONCEPT CHARTS
terminology science science studying the origin, development, functioning, description and documentation of LSP designations and special domain concepts
terminology activity activity with the primary focus on LSP designations and special domain concepts or systems of concepts
terminology study terminology activity aimed at studying LSP designations and special domain concepts or systems of concepts
NOTE: terminology studies may be conducted for theoretical or practical needs.
terminology work systematic and theory-based terminology activity aimed at improving LSP communication on the domain or subdomain level by collecting and analyzing LSP designations and special domain concepts, providing them with terminological descriptions, and presenting the results in the form of terminology products or services
terminology management I (terminology activity)
terminology activity conducted for the needs of a particular project or client, aimed at collecting, (re)arranging, quick accessing, effective use and updating of LSP designations and their terminological descriptions
NOTE: terminology management is usually conducted with the help of terminology tools, especially terminology management systems
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terminology inquiry
terminology activity aimed at the exploration and analysis of individual LSP designations and special domain concepts for solving a particular task related to LSP communication
NOTE: terminology inquiries may be conducted for theoretical or practical needs.
Figure 1. Types of terminology activities by their primary focus
LSP designation
lexical or lexicalized object in languages for special purposes
NOTE: In addition to terms, LSP designations also include proper names, professional slang, nomenclature, set phrases, and other lexical(ized) LSP objects.
terminological description
information about the origin, development, form, meaning, relations and usage of LSP designations as well as special domain concepts related to them
NOTE: In terminological reference resources, terminological descriptions provide information that is supposed to help users understand, use or replace LSP designations in external contexts
terminology reference resource
terminology product, the core of which constitutes a collection of entries consisting of LSP designations and their terminological descriptions, organized in a way meant to speed up their retrieval
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NOTE 1: In addition to terminological entries, terminology reference resources may also contain outside matter (preface, user manual, appendices, etc.). An electronic terminology reference resource may also contain metadata required for its management.
NOTE 2: Terminology entries may be organized in multiple ways, depending on the purposes of the terminology reference resource and the philosophy of its compilers.
terminology tool
computer application intended to assist in mining, refining, retrieving, and performing other transactions on terminological data, as well as planning, producing, managing, using, and developing terminology products and services
terminology management system
terminology tool with a metadata structure specifically designed for creating, maintaining, and using terminology reference resources
NOTE: The terminology management system may incorporate other terminology tools, too, but its primary goal is the management of terminology reference resources.
Figure 2. Terminology reference resources, terminology, and terminology management
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terminography I (field of knowledge)
field of knowledge studying the history, development, design, compilation, use, maintenance, and evaluation of terminology reference resources
NOTE: Terminography (I) is an interdisciplinary field of knowledge that has its roots in terminology science, lexicography, information science, knowledge management, computer science, and computational linguistics.
terminography II (terminology activity)
terminology activity related to design, compilation, and maintenance of terminology reference resources
terminology management II (data management)
management of terminological data with the help of terminology tools
terminology management III (field of knowledge)
field of knowledge studying the management of terminological data with the help of terminology tools
NOTE: Terminology management (III) includes planning, organization, implementation and maintenance of terminology tools as well as the methodology and workflows for computer-assisted management of terminological data.
TERMINOLOGIJOS DARBAS, TERMINŲ TVARKYBA IR TERMINOGRAFIJA – TAS PATS AR NE VISAI?
Santrauka
Šiame darbe daugiausia dėmesio skiriame terminų terminologijos darbas, terminų tvarkyba ir terminografija, kurie kartais laikomi sinonimiškais, apibrėžtims. Kaip tyrimo medžiagą naudojame terminologijos darbo, terminologijos politikos ir terminologijos produktų ISO standartus, taip pat du didžiausius terminologijos ir terminų tvarkybos vadovus. Mūsų metodika apima teksto analizę, sąvokų analizę ir pradinę semantinę analizę. Po teorinės ir analitinės dalių pateikiamas principų rinkinys naujam sąvokų apibrėžimui ir preliminarūs pasiūlymai, kaip sąvokas būtų galima apibrėžti kitaip.
Išsiaiškinome, kad minėtosios sąvokos ne visada aiškiai ir griežtai apibrėžiamos standartuose ir vadovuose. Jų apibrėžtys taip pat labai skiriasi, net ir standartuose. Kai kurios apibrėžtys yra per plačios, tačiau dažniau jos tikslin gai susiaurinamos to neakcentuojant. Didelė problema, kad vadovai yra straipsnių rinkiniai, parašyti įvairiais požiūriais, ir, rodos, kad nėra nuoseklios bendros terminų tvarkybos teorijos.
Siūlome atskirti terminus terminologijos mokslas, terminologijos tyrimai ir terminijos analizė. Terminologijos darbas turėtų būti skirtas sisteminei ir teorija pagrįstai terminologijos veiklai, kuria siekiama pagerinti dalykinę komunikaciją srities ar posričio lygiu,
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pavadinti. Terminas terminų tvarkyba platesne prasme reiškia terminologijos veiklą, vykdomą konkretaus projekto reikmėms ar kliento poreikiams tenkinti. Specialesne prasme jis reiškia terminologinių duomenų tvarkymą naudojant terminologinius įrankius. Be to, atsiranda ir trečioji termino terminų tvarkyba reikšmė: žinių sritis, tirianti terminologinių duomenų tvarkymą terminologiniais įrankiais. Nedidelės apimties terminologijos veikla, atliekama sprendžiant konkrečią terminologinę problemą, tikriausiai turėtų būti vadinama terminijos analizė (o ne ad hoc terminologijos darbu). Terminografija yra ir tarpdisciplininė žinių sritis, ir terminologijos veikla, apimanti terminijos išteklių (ir tik jų) projektavimą, sudarymą ir priežiūrą.
Gauta 2024-05-03
Igor Kudashev Tampere University, Faculty of Information Technology and Communication Sciences Kanslerinrinne 1, FI-33014 Tampereen yliopisto Tampere, Finland E-mail [email protected]
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