Slaviškos šaknies žodžių vartojimo kitimai Jono Jaknavičiaus „Ewangelie Polskie y Litewskie“ 1647, 1674, 1679, 1690 ir 1705 m. leidimuose
Full text
ANŽELIKA METONIENĖ
Institut für Litauische Sprache
Forschungsschwerpunkt: Lexik.
VERWENDUNGSWANDEL SLAVISCHSTÄMMIGER WÖRTER IN JONO JAKNAVIČIUS’ EWANGELIE POLSKIE Y LITEWSKIE IN DEN AUSGABEN VON 1647, 1674, 1679, 1690 UND 1705
Wechsel slawischstämmiger Wörter in Ewangelie Polskie y Litewskie von Jonas Jaknavičius aus den Jahren 1647, 1674, 1679, 1690 und 1705
ZUSAMMENFASSUNG
Der Beitrag vergleicht die fünf ersten Ausgaben von Jono Jaknavičius’ Ewangelie Polskie y Litewskie. Untersucht wird, wie sich der Gebrauch slawischstämmiger Wörter darin wandelte. Es zeigt sich, dass es in J. Jaknavičius’ Ewangelie Polskie y Litewskie mehrere Fälle von Wortvariation gibt: In späteren Ausgaben werden Lehnwörter nicht nur anstelle ererbter Wörter, sondern auch anstelle von Wörtern fremder Herkunft verwendet. Außerdem gibt es Stellen, an denen sich in späteren Ausgaben ein ererbtes Wort gegenüber einem Lehnwort durchsetzt.
SCHLÜSSELWÖRTER: Jaknavičius, Lehnwörter, ererbte Wörter, Lexik, alte Schriften.
ANNOTATION
Im Artikel werden die ersten fünf Ausgaben von Ewangelie Polskie y Litewskie von Jonas Jaknavičius miteinander verglichen. Untersucht wird, wie sich der Gebrauch von Wörtern slawischer Herkunft verändert hat. Alle Fälle des Wortwechsels in Ewangelie Polskie y Litewskie lassen sich wie folgt einordnen: 1. Ein Fremdwort wird in späteren Ausgaben von JE durch ein einheimisches Wort ersetzt; 2. ein einheimisches Wort wird in späteren Ausgaben durch ein Fremdwort ersetzt; 3. ein Lehnwort wird durch ein anderes Lehnwort ersetzt.
SCHLAGWÖRTER: Jaknavičius, Entlehnungen, einheimische Wörter, Wortschatz, alte Schriften.
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ANŽELIKA SMETONIENĖ
EINLEITUNG
Jonas Jaknavičius verfasste verschiedene geistliche Lieder, Katechismusbüchlein und Gedichte in lateinischer Sprache und übersetzte wahrscheinlich einige Evangelienauszüge aus Konstantinas Sirvydas’ Punktay sakimas ins Litauische (VLE VII 477); sein bedeutendstes Werk ist jedoch die Evangelienübersetzung, die in der Sammlung Ewangelie Polskie y Litewskie veröffentlicht wurde. Diese Sammlung ist insofern bemerkenswert, als ihre Ausgaben seit ihrem erstmaligen Erscheinen im Jahr 1647 über mehrere Jahrhunderte hinweg noch Dutzende Male neu aufgelegt wurden (Zinkevičius 1988: 269). Dies zeugt von der außerordentlichen Beliebtheit der Ewangelie Polskie y Litewskie. Im Vergleich zu anderen alten litauischen Schriften sind die Evangelien von J. Jaknavičius jedoch nur wenig erforscht. Am intensivsten beschäftigte sich Milda Lučinskienė mit den Arbeiten dieses Autors. 2005 erstellte sie ein Faksimile der ersten Ausgabe der Evangelien von J. Jaknavičius mit einleitenden Aufsätzen, in denen die Biografie und das literarische Schaffen des Autors vorgestellt, die Frage nach den Quellen der Übersetzung aufgeworfen und die Sprache der Evangelienausgabe von 1647 erörtert werden (Lučinskienė 2005). Diese Wissenschaftlerin untersuchte bereits die Ausgaben von 1647 und 1674 der Ewangelie Polskie y Litewskie von J. Jaknavičius: Nach dem Vergleich der Schriftbilder und der Orthografie verschiedener Ausgaben kam sie zu dem Schluss, dass man in der Ausgabe von 1674 eine Vereinheitlichung der Rechtschreibung anzustreben versuchte (Lučinskienė 2003) und Formen des östlichen Hochlitauischen zu verwenden (Lučinskienė 2001). M. Lučinskienė hat nicht nur auf die Orthografie und den Wortschatz in den verschiedenen Ausgaben von J. Jaknavičius hingewiesen, sondern auch auf den Wandel morphologischer Formen. Dabei wurde festgestellt, dass vor allem der Dativ Plural und die postpositionalen Lokative verändert wurden (Lučinskienė 198). Erwähnenswert ist auch ein gemeinsamer Aufsatz dieser Wissenschaftlerin mit Artūras Judžentis, in dem vergleichende Konstruktionen in einfachen und zusammengesetzten Sätzen der Ausgabe von 1647 erörtert werden (Judžentis, Lučinskienė 2008).
In den genannten Untersuchungen von M. Lučinskienė wurde bereits auf die Orthografie sowie auf einige morphologische Formen und Merkmale hingewiesen. Der Wortschatz ist die wandelbarste Sprachschicht und reagiert vermutlich am schnellsten auf Veränderungen in verschiedenen Lebensbereichen. Entlehnungen sind als Teil des Wortschatzes ebenfalls äußeren Einflüssen ausgesetzt; von diesen hängt auch die Intensität des Entlehnungsprozesses ab (Urbatis 1978: 28). Die erste Ausgabe der Ewangelie Polskie y Litewskie von J. Jaknavičius (im Folgenden JEI) wird, wie erwähnt, traditionell auf 1647 datiert, obwohl vermutet wird, dass die erste Ausgabe bereits 1637 oder sogar 1635 erschienen sein könnte (Lučinskienė 2001: 117–118). Die zweite Ausgabe erschien einige Jahre nach dem Tod von J. Jaknavičius, 1674 (im Folgenden JEII), die dritte 1679 (im Folgenden JEIII), die vierte 1690 (im Folgenden JEIV), die fünfte 1705 (im Folgenden JEV) usw. Die zahlreichen Ausgaben der Ewangelie Polskie y Litewskie von J. Jaknavičius eignen sich gut zur Untersuchung des Sprachwandels: In ein und demselben Text, der mit mehreren Jahrzehnten Abstand neu aufgelegt wurde, können sich bestimmte Sprachveränderungen widerspiegeln. Die Sprache der Evangelienausgaben von J. Jaknavičius aus dem 17. Jahrhundert, d. h. von 1647, 1674, 1679 und 1690, veränderte sich nur wenig (Lučinskienė 2005: 19), dennoch gibt es Unterschiede. Am meisten
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Acta Linguistica Lithuanica LXXVI
Slaviškos šaknies žodžių vartojimo kitimai Jono Jaknavičiaus Ewangēlie Polskie y Litewskie 1647, 1674, 1679, 1690 ir 1705 m. leidimuose
jų yra antrajame leidime (Lučinskienė 2005: 19) ir nemažai keista būtent leksika (Lučinskienė 2001: 118). Vėlesnių XVII a. leidimų leksika nuo 1674 m. leidimo leksikos jau beveik nesiskiria. Kitas lūžis įvyko 1705 m. leidime. Tradiciškai 1705 m. yra laikomi rytinio raštų kalbos varianto išnykimo riba (Zinkevičius 1988: 276–277) ir tais metais pasirodžius J. Jaknavičiaus evangelijos buvo perrašytos vidiniu raštų kalbos variantu. 1705 m. leidimas buvo pagrindas vėlesniems Ewangēlie Polskie y Litewskie leidimams (Lučinskienė 2005: 19).
Unter Berücksichtigung der Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Ausgaben der Evangelien von J. Jaknavičius wurde das Material für diesen Aufsatz den ersten fünf Ausgaben entnommen: denjenigen von 1647, 1674, 1679, 1690 und 1705. Gegenstand dieses Aufsatzes sind Slawismen und Hybride mit slawischem Wortstamm sowie deren Gebrauch in den ersten fünf Ausgaben der Ewangēlie Polskie y Litewskie. Ziel ist es festzustellen, wie sich der Gebrauch von Entlehnungen in den Übersetzungen der Evangelien von J. Jaknavičius verändert hat: welche Entlehnungen an derselben Textstelle durch andere Entlehnungen, Hybride oder einheimische Wörter ersetzt wurden und umgekehrt, welche einheimischen Wörter durch Wörter fremder Herkunft ersetzt wurden; außerdem soll der Zusammenhang zwischen diesen Veränderungen, der Übersetzungsquelle und der Herkunft der Entlehnungen ermittelt werden. Zu diesem Zweck wurden die litauischen Texte der genannten Ausgaben der Ewangēlie Polskie y Litewskie mit dem daneben abgedruckten polnischen Original verglichen.
BEGRIFF DER SLAWISMEN
Der Klarheit halber ist kurz darauf einzugehen, welche Slawismen in diesem Aufsatz als Polonismen und welche als Entlehnungen aus dem Ostslawischen oder als Entlehnungen unklarer Herkunft gelten. Üblicherweise versteht man unter Entlehnungen Sprachelemente, die im Zuge verschiedener Kontakte (wirtschaftlicher, kultureller, politischer usw.) aus einer Gebersprache in eine Nehmersprache übernommen werden (Jakaitienė 2009: 227) und in mehr oder weniger ausgeprägtem Maße in allen Sprachen vorkommen (Sabaliauskas 1990: 268). Nach ihrer Herkunft werden Entlehnungen in solche aus Nachbarsprachen und solche aus entfernteren Sprachen über Vermittlersprachen, d. h. Internationalismen, unterteilt. In jüngster Zeit hat sich eine etwas andere Auffassung von Slawismen herausgebildet: Als Polonismen gelten nicht nur westslawische Entlehnungen, die unmittelbar über das Polnische ins Litauische gelangt sind, sondern auch solche, die über ostslawische Sprachen, d. h. die Kanzleisprache des Großfürstentums Litauen, übernommen wurden, sofern die morphologische Struktur und die semantische Gesamtheit des entlehnten Wortes mit einer lexikalischen Einheit des Polnischen identisch sind (Kregždys 2014: 195). Diese Auffassung verwischt die Grenzen zwischen der Klassifikation von Internationalismen und Slawismen, da sie den Übertragungsweg der Entlehnungen in die entlehnende Sprache anders interpretiert. Daher wird in diesem Aufsatz der traditionellen Ansicht gefolgt: Entlehnungen aus Nachbarsprachen werden nach der letzten Sprache untersucht, aus der die Entlehnung in die Nehmersprache gelangte (Jakaitienė 2009: 231–233). Der Kürze halber und ohne die Geschichte der benachbarten slawischen Sprachen ausführlicher darzustellen, lassen sich folgende Quellen der litauischen Slawismen nennen: die altrussische Sprache, genauer gesagt ihre westliche Variante (die älteste
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ANŽELIKA SMETONIENĖ
lietuvių kalbos slavizmai, IX–XI a. (Būga 1958: 351; LKE 503), rusėnų kalba¹ (nuo XV a. vidurio), lenkų kalba (senoji, apimanti XV–XVI a., vidurinioji, vartota iki XVII a., ir dabartinė lenkų kalba), lenkų kalbos tarmės, dabartinė baltarusių kalba ir jos tarmės, ukrainiečių kalba ir jos tarmės. Šiam straipsniui aktualūs yra skoliniai iš rusėnų kalbos, senosios rusų kalbos ir lenkų kalbos (apimančios senąją ir viduriniąją jos laikotarpį). Skoliniai, atėję tiesiogiai iš lenkų kalbos, vadinami polonizmais, iš senosios rusų ir rusėnų kalbos – skoliniais iš rytų slavų. Slavizmai, kurių šaltinis gali būti arba lenkų kalba, arba rytų slavų kalbos, vadinami neaiškios kilmės slavizmais.
Bei der Untersuchung von Slawismen stößt man unvermeidlich auf Hybride. Dies sind Wörter, „die neben ihrer eigenen auch ungewöhnliche Formen anderer Sprachen aufweisen“ (LKE 2008: 207). Hybride gelten gewöhnlich als Zwischenglied zwischen Lehnwörtern und indigenen Wörtern (Keinys 1984: 117). In den Evangelien von J. Jaknavičius gibt es nur wenige Hybride; dennoch ist es in einigen Fällen wesentlich treffender, die Bezeichnung fremden Ursprungs zu verwenden als Slawismus, da Letztere Wörter mit einem Wortbildungssuffix des Litauischen nicht einschließt.
FÄLLE VON WORTHERKUNFT
J. Jaknavičiaus Evangelie Polskie y Litewskie 1674, 1679, 1690 ir 1705 m. leidimu tekstuose esama tam tikrų pildymų, kurie lemia svetimos kilmės žodžių skaičiaus skirtumus atskiruose leidimuose. Esminis skirtumas, kad JEI nėra apie 30 eilučių ilgio „Lituanica Confessio“ (JEI 219,1; JEII 219,1; JEIV 225,1; JEV 212,10). 1674 m. prieda ir perikopė, skirta Šv. Juozapui (Lučinskienė 2005: 19). Be to, 1705 m. leidime papildomai įdėta gana ilga malda (JEV 213,6–214,28), kurioje kaip tik gausu svetimos kilmės žodžių. Pirmuose J. Jaknavičiaus evangelijų leidimuose nepasikartojančių svetimos kilmės žodžių aptikta: JEI – 182; JEII – 182; JEIII – 182; JEIV – 184; JEV – 194. Nors pačių svetimos kilmės žodžių kaip vienetų skaičius beveik visuose leidimuose yra vienodas, jų vartojimo dažnumas skiriasi. Šiam straipsniui aktualūs tik 65 atvejai, t. y. tie, kai indigenų žodį vėlesniuose leidimuose toje pačioje pozicijoje
1 Die ruthenische Sprache wurde zunächst nur als Kanzleisprache verwendet, doch bereits ab der Mitte des 15. Jahrhunderts fand sie breite Verwendung (Temčinas 2012: 47), sogar in religiösen Texten. Daher ist die in der litauischen Sprachwissenschaft gebräuchliche Bezeichnung Kanzleisprache ungenau, da sie nur eine ihrer Funktionen umfasst. Als ruthenische Sprache werden nicht selten folgende Sprachen bezeichnet: Westrussisch (западнорусский язык), Altweißrussisch (старобелорусский язык), altliterarisches Weißrussisch (старобелорусский литературный язык), Altukrainisch (староукраинский язык), altukrainische Schriftsprache (староукраинский книжный язык) oder sogar die polnisch-weißrussische Sprache (język polsko-białoruski) (Мякишев 2008: 16).
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Acta Linguistica Lithuanica LXXVI
Slaviškos šaknies žodžių vartojimo kitimai Jono Jaknavičiaus Ewangelie Polskie y Liteskie 1647, 1674, 1679, 1690 ir 1705 m. leidimuose
durch ein Lehnwort ersetzt oder umgekehrt und wenn ein Lehnwort durch ein anderes ersetzt wird. Nicht selten steht neben einem Lehnwort in Klammern ein einheimisches Wort. Je nach Herkunft der ersetzten Wörter lassen sich alle Fälle in drei Gruppen einteilen: 1) ein Wort fremden Ursprungs wird in späteren Ausgaben durch ein indigenes Wort ersetzt, aus lexikalischen Varianten wird das indigene Wort gewählt (25 Fälle: adna (Stunde) JEI 22,20, JEI 161,22 > valanda JEI 25,2, JEI 166,10; akmuo girnos (malnčia) JEI 193,12 > akmuo girnos JEI 199,15; daboti JEI 11,10 > veizdėti JEV 11,21; desetina JEI 105,10 > dešimtine JEV 106,18; kraštai (rubežiai) JEI 152,12 > kraštai JEI 157,10; magistras (mokytojas) JEI 171,11 > mokytojas JEI 177,11; mistras JEI 106,18, JEI 130,9, JEI 119,2 > mokytojas JEV 109,19, JEV 132,3, JEV 120,23; nusidėjusieji (griešnai) JEI 191,14, JEI 191,23 > nusidėjusieji JEI 197,17, JEI 197,23; nusidėjusioji (griešnė) JEI 181,11, JEI 81,24 > nusidėjusioji JEI 187,6, JEI 188,2; pragaras (pekla) JEI 194,16 > pragaras JEI 200,17; rodys (sukalbinėti) JEI 130,3 > sukalbinėti JEI 136,3; slūžyti JEI 112,18, JEI 161,10 > tarnauti JEI 118,13, JEI 166,2; valanda (adna) JEI 27,5 > valanda JEI 29,23; vienas JEI 142,14, JEI 142,16 > teisus JEI 147,14, JEI 147,15; vienas (teisus) JEI 141,26, JEI 142,1 > teisus JEI 147,2, JEI 147,3; viršus (viškos) JEI 40,26 > viršus JEI 44,16; žyvatas (gyvenimas) JEI 185,22 > gyvenimas JEI 192,5); 2) ein indigenes Wort wird in späteren Ausgaben durch ein Wort fremden Ursprungs ersetzt, aus lexikalischen Varianten wird das Wort fremden Ursprungs gewählt (14 Fälle: drauginykas JEI 128,17 > tavorius JEI 134,13, tavoričius JEV 130,12; drauginykas JEI 129,13 > tavorius JEI 135,7, tavoričius JEV 136,24, tavorius JEV 131,6; elgetauti (žebravoti) JEI 101,10 > žebravoti JEI 107,1; gailėjimas JEI 66,13 > pakūta JEV 67,13; iškuptas JEI 46,15 > išandžytas JEI 50,18; išdas (skarbas) JEI 178,23, JEI 180,15 > skarbas JEI 184,22, JEI 186,16; metas JEI 88,22 > adna JEV 90,3; meti JEI 43,12 > padaboti JEV 43,24; tolygus JEI 180,11 > padnus JEI 186,13, padnas JEV 180,7; veidas (abrazas) JEI 131,2 > abrazas JEI 137,2; viešpats (gaspadorius) JEI 180,12 > gaspadorius JEI 186,14; žokanas (istymas) JEI 190,5, JEI 196,23 > žokanas JEI 196,10, JEI 202,21); 3) Wörter fremden Ursprungs werden durch andere Wörter fremden Ursprungs ersetzt (11 Fälle: abda JEI 34,5 > kriva JEV 34,18; mierūti JEI 87,10 > mieruoti JEV 88,16; padarė JEI 9,19 > gaspada JEV 10,5; padurnykas JEI 110,7 > gaspadorius JEV 111,21; persuna JEI 130,15 > asaba JEV 132,8; prieanykas (prieras) JEI 105,6 > prieanykas JEI 110,19; sėbras JEI 94,8, JEI 95,2 > tavorščius JEV 95,17, JEV 96,13; sugata JEI 88,25 > gatava JEV 90,6; ūskupas JEI 7,8, JEI 172,16 > vyskupas JEI 8,2, JEI 178,13. Zu dieser Gruppe gehört auch der wechselseitige Wechsel der Wörter angel as, aniolas, anielas in den ersten fünf JE-Ausgaben, insgesamt 15 Fälle).
Die genannten Fälle machen nur einen kleinen Teil des JE-Wortschatzes aus; dennoch zeigt bereits der bloße Wortwandel unter Berücksichtigung der Herkunft (indigene <> fremden Ursprungs), dass M. Lučinskienės Aussage, der JE-Wortschatz habe sich am stärksten in der zweiten Ausgabe verändert,
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und danach – 1705 (Lučinskienė 2005, 19; Lučinskienė 2001, 118–119), völlig zutrifft. Von allen 65 Fällen des Wandels, bei denen ein indigenes Wort durch ein Wort fremden Ursprungs oder umgekehrt ersetzt wurde, wurden Wörter fremden Ursprungs durch andere Wörter fremden Ursprungs ersetzt, und wenn auf lexikalische Varianten verzichtet wurde, geschah dies in der Ausgabe von 174 oder in der Ausgabe von 1705 (mit Ausnahme der chatiškus
Veränderungen im Gebrauch von Wörtern slawischen Ursprungs in den Ausgaben von 1647, 1674, 1679, 1690 und 1705 von Jono Jaknavičiaus Ewangielie Polskie y Litewskie
Veränderung in der AusgabeJEIJEIOriginalasJEIOriginalasJEVOriginalasslūžti 161,10slūžę 161,8tarnauti 166,2slūžę 166,8tarnauti 160,16slūžę 160,14tolygus 180,11podobnym być 180,12padbnus 186,13podobnym być 186,15padbnas 180,7podobnym być 180,8vienas 142,14wierny 142,10teisus 147,14wierny 147,15teisus 142,16wierny 142,15vienas 142,16wierny 142,12teisus 147,15wierny 147,16teisus 142,17vyskupas 7,8arcykapan 7,7bySkupas 8,2arcykapan 7,23bySkupas 7,16arcykapan 7,18vyskupas 172,16biskup 130,19bySkupas 178,13biskup 178,14bySkupas 172,18biskup 172,20
Veränderung in der AusgabeJEVJEIOriginalasJEIOriginalasJEVOriginalasabyda 34,5krzywda 34,4abyda 37,13krzywda 37,11krivda 34,18krzywda 34,19dabo 11,10oglądać 11,11dabo 12,13oglądać 11,10veizdėti 11,21oglądać 11,23desetina 105,10dziesięcina 105,10desetina 110,23dziesięcina 111,1dėstinė 106,18dziesięcina 106,21galėjimas 66,13pokuta 66,17galėjimas 72,3galėjimas 72,1pokuta 67,13pokuta 67,5metas 88,22godzina 88,24metas 94,15godzina 94,15adyna 90,3godzina 90,3mėgti 43,12upodobać 43,12mėgti 47,9upodobać 47,7pasidaboti 43,24upodab 43,16mieryti 87,10mierzyć 87,12mieryti 93,4mierzyć 93,4mìeruoti 88,16mierzyć 88,16mistras 108,5nauczyciel 108,6mistras 114,1nauczyciel 113,24mokytojas 109,19nauczyciel 109,19mistras 119,2nauczyciel 119,3mistras 125,4nauczyciel 125,4mokytojas 120,23nauczyciel 120,25mistras 130,9nauczyciel 130,9mistras 136,8nauczyciel 136,8mokytojas 132,3nauczyciel 131,25padare 9,19gospoda 9,19padare 10,18gospoda 10,16gaspada 10,5gospoda 10,6
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Der Wandel trat in IEV auf
JEI
Original
JEI
Original
IEV
Original
padvarnas 110,7
gospodar 110,8
padvarnas 115,25
gospodar 116,2
gasparius 111,21
gospodar 11,22
persuna 130,15
osoba 130,16
persuna 136,13
osoba 136,14
asaba 132,8
osoba 132,6
sēbras 94,8
towarzsz 94,8
sēbras (00,1
towarzsz 100,2
tavorščius 95,17
towarzsz 95,17
sēbras 95,2
towarzsz 95,2
sēbras 100,21
towarzsz 100,21
tavorščius 96,13
towarzsz 96,10
sugatauta 88,25
gotowo 89,1
sugatauta 94,18
gotowo 94,19
gatava 90,6
gotowo 90,7
Aus den lexikalischen Varianten von JEI wird ein Wort ausgewählt
JEI
Originalas
JEI
Originalas
IEV
Originalas
adna (valanda) 22,20
godzina 22,25
valanda 25,2
godzina 25,1
Stunde 23,7
Stunde 23,8
Stunde (valanda) 161,22
Stunde 161,23
Stunde 166,10
Stunde 166,10
Stunde 160,24
Stunde 160,21
Mühlstein 193,12
Mühlstein 193,14
Mühlstein 199,15
Mühlstein 199,15
Mühlsteine 193,2
Mühlstein 193,3
betteln (žebravoti) 101,10
betteln 101,8
betteln 107,1
żebrać 106,24
betteln 102,18
żebrać 104,18
Schatz (skabas) 178,23
skarb 178,21
skabas 184,22
skarb 184,23
skabas 178,18
skarb 178,18
Schatz (skabas) 180,15
skarb 180,15
skabas 186,16
skarb 186,17
skabas 180,10
skarb 180,11
Gesetz (żokanas) 196,23
żakon 196,27
żokanas 202,21
żakon 202,22
żokanas 196,8
żakon 196,12
krāati (Grenzen) 152,12
granica 152,13
krāsti 157,10
granica 157,11
krāsti 152,5
granica 152,4
Magister (Lehrer) 171,11
nauczyciel 171,17
Lehrer 177,11
nauczyciel 177,11
Lehrer 171,14
nauczyciel 171,19
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Acta Linguistica Lithuanica LXXVI
Veränderungen im Gebrauch von Wörtern slawischer Herkunft in den Ausgaben von Jonas Jaknavičius’ Ewangelie Polskie y Litewskie aus den Jahren 1647, 1674, 1679, 1690 und 1705
Aus den lexikalischen Entsprechungen von JEI wird ein Wort ausgewähltJEIOriginalasJEIOriginalasJEVOriginalasdie Sünder (griešnai) 191,14grzeszniki 191,14die Sünder 197,17grzeszniki 197,16die Sünder 191,2grzeszniki 190,26die Sünder (griešnai) 191,23grzeszniki 191,21die Sünder 197,23grzeszniki 197,23die Sünder 191,9grzeszniki 191,7die Sünderin (griešnė) 181,1grzesznica 181,1die Sünderin 187,6grzesznica 187,5die Sünderin 180,22grzesznica 180,23die Sünderin (griešnė) 181,24grzesznica 181,24die Sünderin 188,2grzesznica 188,1die Sünderin 181,17grzesznica 181,18die Hölle (pekla) 194,16piekło 194,16die Hölle 200,17piekło 200,15die Hölle 194,4piekło 194,3Zuwachs (prieas) 105,6cudołożnik 105,6Zuwachs 110,19cudołożnik 110,21Zuwachs 106,14cudołożnik 106,17sich zeigen (susikalbėti) 130,3radzić 130,3sich verständigen 136,3radzić 136,3sich verständigen 131,22radzić 131,20Stunde (adna) 27,5godzina 27,6Stunde 29,23godzina 29,23Stunde 27,23godzina 27,20Gesicht (obraz) 131,2obraz 131,2Bild 137,2obraz 137,2Bild 132,21obraz 132,19einer (teisus) 141,26wierny 141,24rechtschaffen 147,2wierny 147,3rechtschaffen 142,4wierny 142,2einer (teisus) 142,1wierny 141,26rechtschaffen 147,3wierny 147,4rechtschaffen 142,5wierny 142,4Herr des Gesindes (gospodarus) 180,12gospodarz 180,13Hausherr 186,14gospodarz 186,16Hausherr 180,8gospodarz 180,9Obergeschoss (viškos) 40,26ganek 40,24Obergeschoss (44,16)ganek 44,13Obergeschoss 41,11ganek 41,4Gesetz (įstatymas) 190,5zakon 190,4Gesetz 196,10zakon (196,10)Gesetz 189,17zakon 189,19
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Aus den lexikalischen Entsprechungen von JEI wird ein Wort ausgewählt JEI Originalas JEII Originalas JEV Originalas Lebensunterhalt (gyvenimas) 185,22 | žyvot 185,24 | Leben 192,5 | žyvot 192,6 | Leben 185,16 | žyvot 185,18
Wie aus der Tabelle ersichtlich ist, hatte der polnische Originaltext in keinem der untersuchten Fälle Einfluss auf die Veränderungen der Wörter in der litauischen Übersetzung. Besonders deutlich zeigt sich dies beim Wettbewerb der genannten Wörter angelas, aniolas, anielas: Im Polnischen wird nur aniol verwendet, und es gibt kein Wort, das den Gebrauch der litauischen Formen anielas oder angelas in JE hätte anregen können, obwohl diese Wörter nicht nur in der zweiten und fünften Ausgabe, sondern auch in der dritten und vierten belegt sind (siehe Tabelle 2).
TABELLE 2. Konkurrenz der Wörter angelas, aniolas und anielas in JE
JEI JEII JEIII JEV JEV Engel 9,25 | Engel 10,23 | Engel 10,23 | aniolas 10,23 | aniolas 10,11; Engel 11,5 | Engel 11,5 | Engel 11,5 | aniolas 11,5 | aniolas 10,17; Engel 10,19 | Engel 11,20 | Engel 11,20 | aniolas 11,20 | aniolas 11,6; Engel 151,8 | Engel 156,7 | Engel 156,7 | aniolas 158,18 | aniolas 151,1; Engel 162,7 | Engel 168,5 | Engel 168,5 | aniolas 171,6 | aniolas 162,17; Engel 162,17 | Engel 168,15 | Engel 168,15 | aniolas 171,15 | aniolas 163,3; Engel 162,27 | Engel 168,23 | Engel 168,23 | aniolas 171,24 | aniolas 163,11; Engel 163,17 | Engel 169,15 | Engel 169,15 | aniolas 172,17 | aniolas 164,3; Engel 163,20 | Engel 169,17 | Engel 169,17 | aniolas 172,19 | aniolas 164,6; Engel 179,25 | aniolas 186,1 | aniolas 186,1 | aniolas 189,19 | aniolas 179,19; Engel 194,22 | aniolas 200,21 | aniolas 200,21 | aniolas 205,16 | aniolas 194,8; anielas 16,25 | anielas 18,17 | anielas 18,17 | Engel 18,16 | aniolas 17,11; aniolas 92,21 | aniolas 98,14 | aniolas 98,14 | aniolas 98,15 | aniolas 94,5; aniolas 136,11 | aniolas 142,9 | aniolas 142,9 | aniolas 144,4 | aniolas 138,3; aniolas 42,3 | Engel 45,23 | Engel 45,23 | Engel 45,22 | aniolas 42,15
Es lässt sich zeigen, dass der Wandel der untersuchten Wörter in JE nicht durch das polnische Original, sondern ausschließlich durch Prozesse innerhalb der litauischen Sprache oder durch die Personen verursacht wurde, die spätere Evangelienausgaben redigierten. Möglicherweise wurden zumindest Wörter fremder Herkunft aufgrund ihrer Herkunft durch andere Wörter fremder Herkunft ersetzt, d. h. vielleicht Lehnwörter
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Slaviškos šaknies žodžių vartojimo kitimai Jono Jaknavičiaus Ewangielie Polskie y Litewskie 1647, 1674, 1679, 1690 ir 1705 m. leidimuose
aus dem Ostslawischen wurden aufgrund der gefestigten Stellung der polnischen Sprache allmählich durch Polonismen verdrängt.
HERKUNFT DER LEHNWÖRTER UND IHR EINFLUSS AUF DEN GEBRAUCH
Das 17. Jahrhundert war in der Geschichte der litauischen Sprache von einem gewissen Niedergang geprägt: In den älteren litauischen Texten nahm die Zahl der Lehnwörter zu (Zinkevičius 1988: 276–277). Im Großfürstentum Litauen waren schon zuvor mehrere Sprachen in Gebrauch: Kirchenslawisch, Latein, Polnisch, Litauisch und Ruthenisch. Letzteres wurde seit dem 15. Jahrhundert nicht nur als Kanzleisprache, sondern auch in religiösen Texten verwendet. Nach dem Ende des 17. Jahrhunderts, als Polnisch zur Amtssprache wurde, setzten jedoch eine besonders rasche Polonisierung des Adels und eine Verengung der Gebrauchssphären des Litauischen ein. Auf der Grundlage dieser Fakten lässt sich annehmen, dass die Lehnwörter älterer Schicht in JE, die aus ostslawischen Sprachen stammten, allmählich von Polonismen verdrängt wurden.
Zunächst ist festzuhalten, dass es insgesamt 26 Fälle gibt, in denen Wörter fremder Herkunft durch andere Wörter fremder Herkunft ersetzt werden; einige Wörter wiederholen sich jedoch, sodass nur die Paare zu betrachten sind: abyda > krivda; mierÿti > mieruoti; padare > gaspada; padarnÿkas > gaspadorius; persuna > asaba; prierunek (prieras) > prierunek; sėbras > favorčius; sugavÿta > gatava; vÿskupas > byskupas sowie der gegenseitige Wechsel von an-gelas, aniolas, anielas.
Das erste Paar – sugavÿta > gatava – besteht aus etymologisch verwandten Wörtern; ein Herkunftsunterschied liegt hier nicht vor: Ir nufnte tarnu fawo metu wieczerios kalbet pakwietiemus adnt ataytu / nes iau fugatawita ira wis (JE 88,20–89,1); Ir nufnte tana fawa / adinoy wieczerios kalbet pakwietiemus idant ataytu / nes iau gatava ira wis (JE 90,2–90,7). Die Herkunft des Verbs gatyti, -ija, -ijo ‚vorbereiten, herstellen‘ (LKŽ) und des Adjektivs gatavas, -a ‚fertig, gemacht, vorbereitet‘ (LKŽ) lässt sich kaum bestimmen, da ihre Gebersprache sowohl eine ostslawische Sprache gewesen sein könnte (Russisch готовитъ ‚vorbereiten, herstellen‘ (ГСБМ VII 120; МДЧМ I 187); Altrussisch готовити ‚vorbereiten; herstellen; Vorräte anlegen‘ (СДЯ I,1: 573; СРЯ11–17 IV 110; СДЯ11–14 II 375); Ruthenisch готовый, готовый, готов, готовити 1. ‚vorbereitet, in Ordnung gebracht, fertig‘ 2. ‚Bargeld‘ (ГСБМ VII 120; СМ I 258; МДЧМ I 187), Altrussisch готовы ‚vorbereitet, gebrauchsfertig, verwendbar; bereit‘ (СДЯ I,1: 573; СРЯ11–17 IV 111; СДЯ11–14 II 375)) als auch Polnisch (poln. gotowić ‚gebrauchsfähig machen‘ (SPol VIII 68); poln. gotowy ‚bereit, vorbereitet, fertig‘ (SPol VII 70; SS II 476; SJP XVII)). Der Unterschied zwischen den Wörtern ist folglich allein durch eine stilistische Wahl entstanden.
Auch im Fall von prieras ‚Ehebrecherin‘ (LKŽ) > prierunek ‚Ehebrecher‘ (LKŽ) kann man nicht davon sprechen, dass ein Wort fremder Herkunft aufgrund seiner Herkunft durch ein anderes ersetzt wurde. Das Substantiv prieras ist eine Entlehnung aus dem Polnischen fryjer
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frjerz ‚Ehebrecher, Fremder, Liebhaber‘ (Spol VII 136). Bereits in der Ausgabe von K. Sirvydas’ Dictionarium trium linguarum von 1620 wird das polnische Substantiv fryerz ins Litauische mit prieras übersetzt (SDI 32). prienukas hingegen ist eine litauische Ableitung vom Verb prierauti, -auja, -avo ‚Ehebruch begehen, Unzucht treiben‘ (LKŽ), das ebenfalls im Wörterbuch von K. Sirvydas sowie in den Schriften von M. Mažvydas belegt ist. Auch das Verb selbst ist ein Hybrid. Somit ist das Substantiv prieras eine Entlehnung aus dem Polnischen, während prienukas ein Hybrid mit einem polnischstämmigen Wortstamm ist.
Die Substantive padarė 1. ‚Hof, Gehöft‘; 2. ‚Übernachtungs- oder Gasthaus, Herberge‘ (LKŽ) > gaspada 1. ‚Rasthaus; Schenke; Gasthof‘; 2. ‚Wohnung; Wirtschaft, Hof‘ (LKŽ) sowie padarykas ‚Hausherr, Wirt, Besitzer einer Wirtschaft‘ (LKŽ) > gaspadorius 1. ‚Besitzer eines landwirtschaftlichen Betriebs, Hausherr, Hofbesitzer‘; 2. ‚leitender Arbeiter auf einem Gut, Verwalter‘; 3. ‚erste kleine Garbe des gerade gemähten Roggens‘ (LKŽ) sind gemeinsam zu erörtern. Pranas Skardžius vertrat die Ansicht, dass die Herkunft der Entlehnung padarė unklar sei (Skardžius 1998: 208). Ausschlaggebend für diese Einschätzung war offenbar, dass eine formale Quelle der Entlehnung sowohl im Polnischen (poln. podworze, podwórze 1. ‚offene Fläche am Haus‘; 2. ‚Hof‘ (Spol XXVI 107; SS VI 285)) als auch in den ostslawischen Sprachen zu finden ist (Ruthenisch подворье, подворе, подворье, подворье 1. ‚Haus mit Hof und allen Nebengebäuden‘; 2. ‚Gasthaus‘; 3. ‚Hof‘; 4. ‚Weg, Reise‘ (ГСМ XXV 185); Altrussisch подворье, подворье, подворье 1. ‚Haus mit Hof und weiteren Gebäuden‘; 2. ‚Gut, Haus zur vorübergehenden Unterkunft‘; 3. ‚Haus in der Stadt bei einer Kirche, das Geistlichen zur vorübergehenden Unterkunft diente‘ (СДЯ II,2: 106; СРЯ11–17 XV 24)). Die Bedeutungen der Entlehnung weisen jedoch darauf hin, dass sie aus einer der letztgenannten Sprachen entlehnt wurde, denn im Polnischen wird podworze nicht im Sinne von ‚Übernachtungs- oder Gasthaus, Herberge‘ verwendet. padarykas könnte hingegen aus dem Polnischen entlehnt worden sein (podownik ‚Verwalter eines Hauses oder Betriebs; Gutsdiener‘ (Spol XXVI 107; SS VI 283)) oder aus dem Ostslawischen (Ruthenisch подворник 1. ‚Verwalter eines Hauses oder Betriebs; Diener‘; 2. ‚Besitzer eines Gasthauses, einer Schenke‘ (ГСМ XV 184)). Wojciech Smoczyński schlägt sogar vor, dieses Substantiv als eine Ableitung mit dem Suffix -nykas von padarė anzusehen, da in den Wörterbüchern der heutigen weißrussischen Sprache kein Äquivalent zu padarykas gefunden wurde (Smoczyński 2016: 843). Bei der Untersuchung der Daten aus J. Švabes Wörterbüchern der alten slawischen Sprachen finden sich jedoch Wörter, die als Quelle von padarykas gedient haben könnten. In diesem Fall gibt es allerdings keinen Hinweis, der eine genauere Bestimmung der Herkunft der Entlehnung ermöglichen würde. P. Skardžius weist ebenfalls darauf hin, dass das Substantiv padarykas entweder aus dem Ostslawischen oder aus dem Polnischen entlehnt worden sein könnte (Skardžius 1998: 208).
Padarė und padarykas wurden in JEV durch die Entlehnungen gaspada und gaspadorius ersetzt. ALEW zufolge ist die Herkunft beider Wörter unklar; Entsprechungen finden sich sowohl in den ostslawischen Sprachen als auch im Polnischen (ALEW I 298). Es gibt Auffassungen, wonach gaspadorius ostslawischer Herkunft ist (Skardžius 1998: 132; Smoczyński 2016: 303), während gaspada entweder aus dem Polnischen oder aus den ostslawischen Sprachen entlehnt wurde (Skardžius 1998: 132; Smoczyński 2016: 303). Die slawischen Sprachdaten zeigen jedoch, dass sowohl
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Slaviškos šaknies žodžių vartojimo kitimai
gaspada wie auch gasporius haben Entsprechungen im Polnischen und in den ostslawischen Sprachen (russ. основа 1. ‘Haus, Wirtschaftshof’; 2. ‘Herberge, Schenke’; 3. ‘Kammer, Raum’ (ГСБМ VII 101); основарь, коеснодарь 1. ‘Herr’; 2. ‘Besitzer eines Wirtschaftshofs, Hausherr, Hofherr’; 3. ‘Verwalter’ (ГСБМ VII 105); alt-russ. основа ‘Haus, Wirtschaftshof’ (СРЯ11–17 IV 100); основарь ‘Herr, Hausherr, Herrscher’ (СДЯ I,1: 563; СРЯ11–17 IV 100); poln. gospoda ‘Gasthaus, Schenke; Privathaus, Wirtschaftshof; Ortschaft’ (Spol VII 32; SP XVII); gospodarz 1. ‘Hausherr’; 2. ‘Herrscher’; 3. ‘Besitzer von etwas’; 4. ‘jemand, der gut wirtschaften und verwalten kann’; 5. ‘Wirt eines Gasthauses, einer Herberge’ (Spol VII 49; SP XVII)), weshalb sich die Gebersprache der Entlehnungen kaum bestimmen lässt. Wenn ein Wort in den slawischen Sprachen gewöhnlich ein Erbwort ist (ur-sl. *gospoda, *gospodarь (ЭССЯ VII 59–59)), weisen weder die Lautgestalt noch die Semantik des Lehnworts oder andere Kriterien auf den genauen Weg der Entlehnung ins Litauische hin.
Das im heutigen Litauischen gebräuchliche Substantiv vyskupas ‘christlicher Geistlicher mit dem höchsten Weihegrad’ (LKŽe) ist eine umgebildete Entlehnung aus dem Polnischen biskupas ‘Bischof’ (LKŽe) (poln. biskup 1. ‘Geistlicher mit dem höchsten Weihegrad’; 2. ‘Aufseher’; 3. ‘bestimmte Foltermethode’ (Spol II 153)). Nach W. Smoczyński ist der Wechsel v / b im Litauischen üblich (Smoczyński 2016: 1587). Das würde bedeuten, dass die ursprüngliche Entlehnungsvariante in späteren Ausgaben belegt ist – JEI, JEII, JEIV und JEV.
Beide Glieder des Wortpaars abyda 1. ‘Unrecht, Kränkung, Beleidigung’; 2. ‘Schande’ (LKŽe) > krivda 1. ‘Unrecht’; 2. ‘Schuld’; 3. ‘krummer, nicht gerader Weg (zum Ziel), Betrug’ (LKŽe) sind im heutigen Litauischen nicht ungebräuchlich. Das Substantiv abyda stammt aus den ostslawischen Sprachen (ruthen. обида ‘Unrecht’ (ГСБМ XXI 151; ССМ II 68); alt-russ. обида 1. ‘Unrecht, Beleidigung’; 2. ‘Streit’; 3. ‘Zwietracht’ (СДЯ II,1: 502; СРЯ11–17 XII 49)). In den Wörterbüchern des Altpolnischen findet sich kein Wort, das als Quelle der Entlehnung abyda gedient haben könnte. Auch einige litauische Schriftdenkmäler weisen auf keine solche mögliche Quelle im Polnischen des 16.–17. Jahrhunderts hin: Ein Vergleich des Gebrauchs des Substantivs abyda in Mikalojaus Daukšas Katechismus und Postille mit den Entsprechungen im polnischen Original zeigt, dass dieses Substantiv in allen Fällen mit krzywda übersetzt wurde. In sämtlichen Ausgaben von K. Sirvydas Wörterbuch wird das polnische Wort przyśka durch das Substantiv abyda erklärt, während abyda in Punktuose sakymų bei der Übersetzung ins Polnische als hańba wiedergegeben wird. Nur in einem Dialekt des heutigen Polnischen gibt es ein Wort, das formal abyda entspricht (poln. dial. obid ‘Abscheu’ (SP III 459)); seine Bedeutung entspricht jedoch nicht den Bedeutungen des litauischen Lehnworts.
Die Bestimmung der Herkunft des Substantivs krivda ist jedoch kompliziert. Erstens gibt es mögliche Entlehnungsquellen sowohl in den ostslawischen Sprachen (ruthen. кривда, кривьда 1. ‘Unrecht’; 2. ‘Beleidigung, Schande’; 3. ‘Unwahrheit’; 4. ‘Beschwerde’ (ГСБМ XVI 131; ССМ I 513; МДСУМ I 384); alt-russ. кривда ‘Ungerechtigkeit; Lüge’ (СДЯ I,2: 1322; СРЯ11–17 VIII 53)) als auch im Polnischen (poln. krzywda 1. ‘Unrecht, Ungerechtigkeit;
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2. ‘Streit’; 3. ‘Unwahrheit, Verletzung’ (Spol XI 334; SS II 415). Zweitens kommt in den altlitauischen Schriften nicht nur krivida, sondern auch krivda vor. Letzteres wird als Lehnwort unklarer Herkunft beschrieben (Būga 1959: 32; Fraenkel 1962: 300), während für krivda entweder ebenfalls eine unklare Herkunft angenommen wird (Būga 1959: 32; Fraenkel 1962: 300) oder die Vermutung geäußert wird, dass -i- hier ein Sprossvokal ist (Skardžius 1998: 168). Wenn man dieser Vermutung folgt, ist krivda eine alte Entlehnung – sie muss vor dem Schwund der Vokale entlehnt worden sein (vgl. *krivda). Dieser Prozess endete um das 12. Jahrhundert (ИПЯ 67), sodass das Lehnwort aus dem Altrussischen ins Litauische gelangte. Somit war abda in JEI eine verbreitete Entlehnung aus dem Ruthenischen oder Altrussischen, während es sich in der fünften JE-Ausgabe um eine Entlehnung unklarer Herkunft handelt oder, wenn die Möglichkeit ausgeschlossen wird, dass dieses Wort Spuren eines b enthält, um eine Entlehnung aus dem Altrussischen.
Das einzige Verbpaar dieser Gruppe ist mieri, -ija, -ijo 1. ‘messen’; 2. ‘zielen’ (LKŽ) > mieruoti, -uoja, -avo 1. ‘messen’; 2. ‘abmessen’; 3. ‘prüfen, ob etwas passt, anpassen’; 4. ‘zielen’ (LKŽ). Die erste Entlehnung könnte aus dem Altpolnischen oder aus den ostslawischen Sprachen stammen (ruthen. мерити, мерити 1. ‘messen’; 2. ‘prüfen, ob etwas passt, anpassen’; 3. ‘zielen’ (ГСМ XVII 346; alt-russ. мерити 1. ‘messen’; 2. ‘prüfen, ob etwas passt, anpassen’; 3. ‘begrenzen’ (СДЯ II,1: 243; СРЯ11–17 IX 100; СДЯ11–14 V 106); poln. mierzyć 1. ‘messen’; 2. ‘wiegen’; 3. ‘zielen’ (Spol XIV 42; SS IV 234). Mieruoti, -uoja, -avo ist als Hybridbildung anzusehen – das Suffix -uoti ist für Entlehnungen aus den slawischen Sprachen untypisch. Wie die altlitauischen Schriften des 16.–17. Jahrhunderts zeigen, ist diese Hybridbildung häufiger belegt als die Entlehnung mieri, -ija, -ijo: mieruoti, -uoja, -avo ist nicht nur in JE, sondern auch in DK 142, VlnE 150, SDI 106, SPI 179, SG 57, KN SE 20, ChNT 16 belegt, während mieri, -ija, -ijo nur in Mž 517, SDI 10, KN SE 105 vorkommt. Üblicherweise wird angenommen, dass mieruoti, -uoja, -avo eine litauische Ableitung von miera, mieros 1. ‘Maßeinheit, Maß’; 2. ‘Messgerät’; 3. ‘Gefäß zum Abmessen, Maß’; 4. ‘eine Menge von etwas entsprechend einem alten Maß für Getreide’; 5. ‘kleiner Becher für alkoholische Getränke; Maß’; 6. ‘Abmessung’; 7. ‘Rauch, Höhe, Dicke’; 8. ‘Ziel’ (LKŽ) (Skardžius 1998: 450; Fraenkel 1962: 188). In JE ersetzte die verbreitetere Hybridbildung die in vier JE-Ausgaben verwendete Entlehnung mieri, -ija, -ijo.
Das Substantiv tavorščius 1. ‘Freund, Gefährte’; 2. ‘Mitbewohner, Genosse’; 3. ‘Reisegefährte, Begleiter’ (LKŽ) wurde bereits erwähnt – schon in JEI ist es anstelle von drauginas verzeichnet (JEI 128,17; 129,13). Die Entlehnung tavorščius ersetzte auch das Substantiv sėbras, -ė 1. ‘jemand, der mit einem anderen gemeinsam Bienen hält, Freund, Imker’; 2. ‘Freund’; 3. ‘Partner beim Kauf oder Verkauf, Tauschpartner’; 4. ‘Teilhaber’; 5. ‘Beteiligter an schlechten Taten, Mitglied einer schlechten Gesellschaft, Komplize’ (LKŽ), allerdings nicht in der Ausgabe von 1674, sondern erst in der von 1705. Das Substantiv sėbras, -ė ist im Litauischen aufgrund seiner Lautgestalt als Ruthenismus anzusehen (ruthen. сѣбръ, сѣбръ 1. ‘Teilhaber; Komplize’; 2. ‘Nachbar, Angehöriger derselben Gemeinschaft’ (МДСМ II 383; СДЯ II,1: 907)). Die ur-slawische Form wird als *sębr rekonstruiert (ЕСМ V 495; ЭСБМ XIII 135). Letztere
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Slaviškos šaknies žodžių vartojimo kitimai Jono Jaknavičiaus Ewangiele Polskie y Litewskie 1647, 1674, 1679, 1690 ir 1705 m. leidimuose
Die Nasalierung spiegelt sich im Polnischen nicht wider; daher ist auch das polnische siabr, siebr ‚wspólnik‘ (SS VIII 159) in dieser Sprache höchstwahrscheinlich ein Ruthenismus. Die Herkunft des Lehnworts tavòrščius ist eindeutig: Üblicherweise wird angegeben, dass tavòrščius (und seine Umformungen tavòrščias, tavòrkščias, tavòrčius, stavorčius, tavorius) aus ostslawischen Sprachen entlehnt sind (Smoczyński 2016: 136; ALEW II 1084). P. Skardžius unterscheidet jedoch tavoriščius (ebenso tavorius) und tavorius: Letzteres leitet er vom polnischen towarzysz oder vom ostslawischen mопаnъ ab, das Lehnwort tavòrščius, tavòrčius hingegen vom ostslawischen мовапъ (Skardžius 1998: 278). Die Phonetik der Lehnwörter zeigt, dass es eine Grundlage gibt, die Herkunft dieser Wörter zu unterscheiden. Übrigens wird in JEI und JEII tavòrčius verwendet (JEI 135,7, JEII 135,7), in JEIV tavòrčius (136,4) und tavorius (136,24), in JEV tavòrčius (130,12) und an den hier relevanten Stellen tavòrščius (95,17). In den slawischen Sprachen weisen die entsprechenden Wörter zahlreiche Varianten auf: ruthenisch моваnъ, мавапъ, маванъ, мовапъ, мовапъ, мовапъ 1. ‚Freund, Gefährte‘; 2. ‚Reisegefährte‘; 3. ‚Person, die derselben Tätigkeit nachgeht‘; 4. ‚Komplize‘; 5. ‚Beteiligter an schlechten Taten, Mitglied einer schlechten Gesellschaft, Komplize‘ (ГСБ XXII 331, 333); altostslawisch мовапъ 1. ‚jemand, mit dem man derselben Tätigkeit nachgeht‘; 2. ‚Helfer‘; 3. ‚nahestehender Mensch, Freund‘; 4. ‚kleine Städte und Siedlungen, die von einem Zentrum abhängig sind‘ (СДЯ III,2: 969; СРЯ11–17 XXVII 381); polnisch towarzysz ‚jemand, mit dem man sich am selben Ort, in derselben Situation befindet; jemand, mit dem man derselben Tätigkeit nachgeht‘ (SJ XVII; SS IX 176). Die in JEV belegten Formen tavoriščius, tavorius stammen aus dem Ostslawischen. Das Substantiv persona 1. ‚Person‘; 2. ‚berühmte Persönlichkeit‘ (LKŽė) ersetzte JEV durch ein anderes Lehnwort, asaba 1. ‚Person, Persönlichkeit‘; 2. ‚Bild‘; 3. ‚Gesicht, Antlitz‘ (LKŽė). Es wird angenommen, dass persona über die Ostslawen ins Litauische gelangte (Skardžius 1998: 225; Smoczyński 2016: 46). In den slawischen Sprachen sind folgende Formen belegt: ruthenisch nepcona, napcona, napcna, nepena, nocna 1. ‚Person, Mensch‘; 2. ‚berühmte Persönlichkeit‘; 3. ‚Figur‘; 4. ‚Aussehen‘ (ГСБ XIV 251); ocoba 1. ‚Person, Mensch‘; 2. ‚Aussehen, Äußeres‘; 3. ‚Aussehen, Äußeres‘; 5. ‚berühmte Persönlichkeit‘ (ГСБ XXII 402); altostslawisch nepcona, nepcona, napcna, napcna, nepcna, nocna 1. ‚Person, Mensch‘; 2. ‚berühmte Persönlichkeit‘; 3. ‚Figur, Porträt‘; 4. ‚Aussehen, Äußeres‘; 5. ‚Rolle‘ (СРЯ11–17 XIV 310); ocoba 1. ‚Person, Mensch, Persönlichkeit‘; 2. ‚Titel‘ (СРЯ11–17 XIII 123); polnisch persona, persona 1. ‚Person, Mensch‘; 2. ‚eine der Personen der Dreifaltigkeit‘; 3. ‚berühmte Persönlichkeit‘; 4. ‚Aussehen, Äußeres‘ (Spol XXIII 391; SJ XVII); osoba 1. ‚Person, Mensch‘; 2. ‚Aussehen, Äußeres‘; 3. ‚Eigentum‘; 4. ‚Art‘; 5. ‚grammatischer Terminus‘ (Spol XXII 159; SJ XVII). Unklar ist, aus welcher slawischen Sprache das Substantiv asaba ins Litauische gelangte (Skardžius 1998: 92; Smoczyński 2016: 46; ALEW I 58). Persona hingegen, das in JE belegt ist, wurde höchstwahrscheinlich aus dem Ostslawischen übernommen, denn nur im Ruthenischen und im Altostslawischen gibt es Wörter, deren Vokalismus vollständig mit dem Vokalismus des litauischen Lehnworts übereinstimmt.
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ANŽELIKA SMETONIENĖ
Am häufigsten veränderte sich in den ersten fünf IE-Ausgaben der Gebrauch der Wörter angelas, aniolas und anielas. Diese Wörter haben dieselbe Bedeutung: 1. ‚im Judentum, Christentum, Islam und einigen anderen Religionen: Bote Gottes, Mittler zwischen Gott und den Menschen‘; 2. ‚übertr. von einem sehr guten Menschen‘ (LKŽ). Die Veränderungen dieser Wörter wurden bereits in einer gesonderten Tabelle dargestellt (siehe Tab. 2). In den ersten vier Ausgaben werden angelas, aniolas verwendet, seltener anielas. In JEV hingegen wird nur anio-las verwendet, sehr viel seltener anielas (z. B.: JEV 63,4). Wie zu sehen ist, besteht zwischen diesen Lehnwörtern kein Bedeutungsunterschied. Dennoch wurde angelas, das sich im heutigen Litauischen etabliert hat, in der fünften Ausgabe von 1705 vollständig durch den Slawismus aniolas verdrängt.
Laut ALEW sind angelas und seine Varianten anielas, aniolas Lehnwörter unklarer Herkunft im Litauischen (ALEW I 40). Grundsätzlich gibt es in den slawischen Sprachen Entsprechungen für alle drei Wörter: ruthenisch анелъ (ГСБМ I 114); анелъ, анелъ (ГСБМ I 124); altostslawisch ангелъ, ангелъ, ангелъ, ангелъ, ангелъ 1. ‚Engel‘; 2. ‚Heiliger, dessen Name bei der Taufe oder beim Eintritt ins Kloster verliehen wird‘ (СРЯ11–17 I 37; СДЯ I,1: 22); polnisch anioł, anjeł, anioł, angoł, janiol, jenioł, amnioł, anniol, jamioł 1. ‚Mittler zwischen Gott und den Menschen‘; 2. ‚sehr guter Mensch‘; 3. ‚Darstellung eines Engels‘; 4. ‚böser Geist, Satan‘; 5. ‚Artilleriegeschoss, Projektil‘ (Spol I 170; SJ XVII; SS I 38). Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass im polnischen Wörterbuch des 16. Jahrhunderts nur anioł, anjeł verzeichnet sind, in späteren Wörterbüchern auch angioł. Letzteres wäre jedoch nicht als angelas ins Litauische übernommen worden (vgl. angios (Skardžius 1998: 87)). Das spricht dafür, dass zumindest das Lehnwort angelas aus ostslawischen Sprachen stammen muss. Bemerkenswert ist, dass dieses Wort im Belarussischen (анел), Ukrainischen (анел) und Russischen (анел) aus dem Altostslawischen überliefert ist; in dieses gelangte es aus dem Altkirchenslawischen, wo das Wort ἀγγελος (vgl. ruthenisch агелъ) aus dem Altgriechischen entlehnt worden war (ЭСБМ I 112).
Die Entsprechungen von anielas, aniolas in den übrigen slawischen Sprachen sehen hingegen etwas anders aus. Der ursprüngliche Ursprung des polnischen anioł, anjeł, anioł usw. ist ebenfalls das Altgriechische, doch gelangte das Wort zunächst über das Lateinische und später über das Alttschechische (anjel) ins Polnische. Das Wort der heutigen belarussischen Sprache анёл hat sich dort erst mit dem Aufkommen einer belarussischen Literatursprache etabliert, also relativ spät. Es ist ein Lehnwort aus dem Polnischen, das auch in den Dialekten verbreitet ist (ЭСБМ I 114). Im Altostslawischen ist ein solches Substantiv nicht belegt; daher lässt sich annehmen, dass auch ruthenisch анелъ, анелъ ein Polonismus ist, der frühestens Ende des 14. Jahrhunderts in diese Sprache gelangte – nachdem sich das Ruthenische bereits herausgebildet hatte und nach 1385 Polonismen in die Sprache einzudringen begonnen hatten. Zunächst traten sie in den Kanzleischriften des Altbelarussischen auf, später verbreiteten sie sich auch in Texte anderer Gattungen, insbesondere wenn diese aus dem Polnischen übersetzt waren. Der Beginn der zweiten Welle von Polonismen wird auf 1569 datiert (Булыка 1980: 9). Im Ruthenischen gibt es jedoch kein Wort, das als Quelle für aniolas gedient haben könnte. Daraus lässt sich schließen, dass angelas im Litauischen ein Lehnwort aus dem Ostslawischen ist, aniolas hingegen aus dem Polnischen stammt,
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Slaviškos šaknies žodžių vartojimo kitimai Jono Jaknavičiaus Ewangielie Polskie y Litewskie 1647, 1674, 1679, 1690 ir 1705 m. leidimuose
anielas – unklarer Herkunft, obwohl es wahrscheinlicher ist, dass es sich ebenfalls um einen Polonismus handelt. Dass die beiden letztgenannten Wörter Polonismen sind, behauptete auch P. Skardžius (Skardžius 1998: 87).
Bei der Untersuchung der Fälle, in denen ein Wort fremder Herkunft durch ein anderes Wort fremder Herkunft ersetzt wird, zeigte sich, dass sich ihre Herkunft nur an wenigen Stellen unterscheidet: Das ostslawische Lehnwort pesuna wurde in EV durch das Lehnwort unklarer Herkunft asaba ersetzt; in JEV setzte sich der Polonismus anielas durch und ersetzte das ostslawische Lehnwort angelas sowie das Lehnwort unklarer Herkunft anielas. Dies würde bedeuten, dass die zunehmende Verbreitung des Polnischen im 17. Jahrhundert, bis es schließlich zur Amtssprache wurde, sowie die zunehmende Polonisierung keinen Einfluss auf den Gebrauch der Slavismen in JE hatten und dass offensichtliche Polonismen ältere Lehnwörter nicht verdrängten. Außerdem waren die in JEV verwendeten Slavismen und Hybride nicht in allen Fällen in anderen alten Schriften stärker verbreitet: vyskupas ist in AK 32, SDII 17, SPI 19, Q 182 belegt, byskupas dagegen in Mž 279 und DP 120; aba ist in DK 55, DP 161, AK 89, SD 150, SPI 35, KN SE 41, ChNT 62, KR 57, BK 36 verzeichnet, krida, krida dagegen in BB1 Mž 26, BPII 314, DK 55, PK 84, KN SE 112, ChNT 218; pesuna ist in DP 187, AK 12, SDI 116, SDII 273 belegt, asaba dagegen in BB4 Mž 9. Außerhalb von JE sind prieras und prieraunakas überhaupt nur aus den Wörterbüchern von K. Sirvydas bekannt (SDI 32 bzw. SDI 16). Das in JEV verwendete Hybrid mieruoti, -uoja, -avo ist in den alten litauischen Sprachdenkmälern (DK 142, DP 122, SG1 57, SDI 106, SPI 179, KN SE 20, ChNT 16) sowie in späteren Schriften wesentlich häufiger belegt als das Lehnwort mierija, -ijo Mž 517, SDI 10, KN SE 10. Die Lehnwörter gaspad, tavoiričius und gaspadorius nahmen in JEV den Platz der Substantive ėbras (außer in JE auch in DP 293, SDI 26, KN SE 21, Q 106 belegt) und padurnykas (ebenfalls in DP 322, SDI 38, SDII 74 belegt) ein, die in den alten litauischen Sprachdenkmälern nicht bezeugt sind – sie erscheinen in späteren, nach 1705 entstandenen Schriften und sind außerdem in Dialekten aufgezeichnet.
Üblicherweise werden zwei Hauptbedingungen dafür genannt, dass ein Wort fremder Herkunft in eine Sprache gelangt: der Bedarf an einem neuen Wort (meist infolge des Auftretens einer neuen Erscheinung/eines neuen Gegenstands) und die Zweisprachigkeit der Menschen (Чекман 1972: 154; Грега 2003: 23). Der erste Grund ist für den Wortwechsel in JE nicht relevant; auf die Konkurrenz der Slavismen könnte daher der Einfluss der Menschen gewirkt haben, die bereits an der Ausgabe der Evangelien von 1674 mitarbeiteten, vermutlich auch ihre Zweisprachigkeit.
DAS VERHÄLTNIS INDIGENER UND WÖRTER FREMDER HERKUNFT IN JE
In JE gibt es 25 Fälle, in denen Slavismen in späteren Evangelienausgaben durch indigene Wörter ersetzt wurden (ohne Wiederholungen sind es 14 unterschiedliche Wortpaare: daboti wurde durch veizėti, adyna durch valanda, višoks durch viršus, desėtina durch dešimtine, mistras durch mokytojas, rodytis durch susikalbėti, vienas durch teisus, rubežiai durch kraštai, slūžyti durch tarnauti, magistras durch mokytojas, griešnė (-ai) durch nusidėjusioji (-ieji),
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Žyvatas durch gyvenimas, melnyčia durch girnos, pekla durch pragaras, und 14 Fälle, in denen indigene Wörter durch Wörter fremder Herkunft ersetzt wurden (14 unterschiedliche Wortpaare: mėgti durch pasidaboti, iškuoptas durch iškandžytas, galėjimas durch pakūta, metas durch dyna, elgetauti durch žebroti, draugnykas durch tavoryščius / tavoryčius, veidas durch abras, židas durch skarbas, tolygus durch padbonus, viešpatis durch gaspadorius, įstatymas durch zokonas). In diese Zahlen sind auch lexikalische Varianten einbezogen: JEI unterscheidet sich von den anderen dadurch, dass darin lexikalische Varianten verwendet werden, beispielsweise dyna (valanda) JEI 22,20, elgetauti (žebroti) JEI 101,10 usw.; bereits in der Ausgabe von 1674 wurde entschieden, entweder ein ererbtes litauisches Wort oder ein Wort fremder Herkunft zu verwenden.
Die zuvor erörterten Wortpaare aus anderen Gruppen zeigen, dass es völlig unerheblich ist, aus welcher Sprache die Wörter fremder Herkunft stammen – dies hatte keinen Einfluss auf ihre Etablierung in JE. Die späteren Bearbeiter der JE-Ausgaben dürften kaum gezielt danach gestrebt haben, Lehnwörter und hybride indigene Wörter zu ersetzen; wahrscheinlich kamen solche Wörter fremder Herkunft damals aus dem einen oder anderen Grund schlicht außer Gebrauch. Einige dieser Lehnwörter wurden, wie bekannt, auch in etwas späteren litauischen Sprachdenkmälern als JEI verwendet (daboti, -oja, -ojo KN SE 37, ChNT 93, PP 27; slūžyti, -ija, -ijo KN SE 132, ChNT 136, PP 31; griešnykas KN SE 169, ChNT 166; rodyti, -ija, -ijo KN SE 112, ChNT 33; rubežius KN SE 209, ChNT 4), doch war ihr Gebrauch zu Beginn des 17. Jahrhunderts wahrscheinlich bereits nicht mehr so häufig und sie wichen indigenen Wörtern. Andere sind hauptsächlich nur aus vor JEI entstandenen Schriften bekannt (dyna DP 544; viškos BB1 Moz 6, SDII 61, desina DP 514, AK 73; mitras Mž 263, BB2 Moz 38, DK 9, DP 46, SDI 81, SDII 175; vienas Mž 30, DK 16, PK 18, MP 80; žyvatas DK 58, PK 7, DP 18, AK 12; melnyčia DP 85, SDI 82, SDII 177; pekla DK 92, PK 7, DP 352, SDI 121); daher ist es verständlich, dass sie bereits in der JE-Ausgabe von 1705, manchmal aber auch schon in früheren Ausgaben, nicht mehr vorkamen.
Anders verhält es sich mit den indigenen Wörtern, die in späteren JE-Ausgaben durch Wörter fremder Herkunft ersetzt wurden: Alle litauischen Wörter sind in den heutigen Sprachgebrauch eingegangen, das heißt, sie wurden nicht vollständig durch Wörter fremder Herkunft verdrängt. Die entscheidende Frage ist, wie diese indigenen litauischen Wörter in anderen alten litauischen Sprachdenkmälern belegt sind. Dies kann Hinweise auf die Gebrauchstendenzen geben.
Die meisten indigenen litauischen Wörter wurden bereits in JEI, also 1674, durch Wörter fremder Herkunft ersetzt; ausgenommen sind mėgti, galėjimas und metas, die erst 1705 ersetzt wurden. Diese Wörter sind auch in alten litauischen Sprachdenkmälern belegt, die vor 1705 entstanden: mėgti Mž 62, PK 107, BP 138, DP 15, SDI 27, SDII 158, SPI 89, KN P 170, ChNT 7; galėjimas PK 144, DK 94, DP 122, MP 57, SDI 130, SPI 122; metas Mž 74, BP 166, BB2 Moz 9, DK 119, PK 15, DP 27, SDI 17, SDII 370, SPI 1, ChNT 20. Die übrigen Wörter sind in Quellen belegt, die vor 1674 erschienen: iškuoptas BB1 Moz 46, Vln E1, DP 297, SDI 19, SDII 436, SPI 189, KN P 268, ChNT 22; elgetauti DP 272, SDII 540, KN SE 174; draugnykas Mž 325, SDII 445, SPI 213, KN SE 230; veidas
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Mž 234, VlnE 34, BPI Moz 4, DK 50, PK 57, DP 93, MP 79, SDI 72, SDII 28, SPII 220, ChNT 76; iżdas BP 176, PK 30, MP 132, SDI 166, SDII 404, SPI 54; tolygus SDI 127, SPII 157; viešpatis Mž 438, Vln 30, BPII 213, DK 14, PK 88, DP 114, SDI 38, SDII 378, KN P 269, ChNT 72; įstatymas Mž 29, Vln 9, PK 191, DP 75, SDI 208, SDII 344, SGI 43. All these words were used extensively in written texts before and after 1705 (for example, in the works of S. Daukantas and K. Donelaitis), and are still in use today. This means that indigenous words were not less popular than words of foreign origin and were therefore not replaced. Most likely, when the text of ĮE was reissued, the linguistic preferences of its editors once again played a role.
ZUSAMMENFASSUNG
Der Vergleich der ersten fünf Ausgaben von ĮE zeigte, dass es etwas mehr Fälle gibt, in denen ein 1647 verwendetes Wort fremder Herkunft später durch ein indigenes ersetzt wurde (insgesamt 25 Fälle, ohne Wiederholungen 14 Paare: adyna (valanda) > va- landa; akmuo giros (melnÿčia) > akmuo giros; dabti > veizėti; desėtina > de- šimtinė; kraštai (rubežiai) > kraštai; magistras (mokytojas) > mokytojas; mistras > mokytojas; nusidejusiej (griešnÿ) > nusidejusiej; nusidejusioji (griešnÿke) > nu- sidejusioji; pragaras (pekla) > pragaras; rodytis (sukalbineti) > sukalbineti; slū- žyti > tarnauti; valanda (adyna) > valanda; vienas > teisu; vienas (teisu) > tei- sus; viršus (viškos) > viršus; žyvatas (gyvenimas) > gyvenimas); darüber hinaus erfolgte der Wechsel nur fünfmal in ĮEV, während sich das indigene Wort in allen übrigen Fällen bereits in der Ausgabe von 1674 durchsetzte. Als indigene Wörter in späteren Ausgaben durch Lehnwörter ersetzt wurden, fanden sich 14 Fälle (draugnikas > tavornis, tavornčius; draugnikas > tavornis, tavornčius, tavornčius; elgetauti (žebroti) > žebroti; galėjimas > pakuta; iškuptas > iškandažytas; iżdas (skabas) > skabas; metas > adyna; mėgti > pasidabti; tolygus > padnus, padnas; veidas (abozas) > abozas; viešpatis (gaspadorius) > gaspadorius; zokonas (įstymas) > zokonas). Auch diese Änderungen erfolgten überwiegend bereits in ĮEII. Etwas anders verhielt es sich mit dem Ersatz von Wörtern fremder Herkunft durch andere Wörter fremder Herkunft (insgesamt 26 Fälle): Lässt man die chaotischen Wechsel untereinander von angelas, anolas, anelas (15 Fälle) in den ersten fünf ĮE-Ausgaben außer Betracht, erfolgten von den verbleibenden 11 Paaren 7 ausschließlich in ĮEV (abyda > krivida; mierly > mieruoti; padarė > gaspadà; padarykas > gaspadorius; persona > asaba; sèras > tavornčius; suga- tavoja > gatava). All dies bestätigt, dass der Wortschatz der Evangelien von J. Jaknavičius am stärksten gerade in der Ausgabe von 1674 verändert wurde. 1705 wurde vor allem der Wortschatz fremder Herkunft verändert – dies könnte damit zusammenhängen, dass diese Evangelien damals in einer mittelsprachlichen Sprachvariante neu geschrieben wurden und sich darin möglicherweise andere Lehnwörter und Hybride zur Bezeichnung desselben Sachverhalts durchgesetzt hatten. Dass die Herkunft der Lehnwörter selbst (und der Wurzel von Hybriden) solche Veränderungen nicht beeinflusste, zeigt
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die Tatsache, dass sich in den ersten fünf JE-Ausgaben nur an wenigen Stellen, an denen ein Wort wechselte, die Herkunft der Lehnwörter (und der Wurzel von Hybriden) unterscheidet. Der zunehmende Einfluss des Polnischen im 17. Jahrhundert hatte also keinen Einfluss auf die slawischen Verwendungsweisen in JE, und die offensichtlichen neuen Polonismen verdrängten ältere Lehnwörter nicht.
Die Herkunft eines Lehnworts (und der Wurzel von Hybriden) hatte auch keinen Einfluss auf Fälle, in denen indigene litauische Wörter durch Wörter fremder Herkunft ersetzt wurden und umgekehrt. In der Ausgabe von JE aus dem Jahr 1674 und in späteren Ausgaben wurden indigene Wörter durch Lehnwörter und Hybride ersetzt, die sich wahrscheinlich aus dem einen oder anderen Grund aus dem Gebrauch zurückzogen (nur daboti, -oja, -ojo; slūžyti, -ija, -ijo; gręžnykas; rodyti, -ija, -ijo; rubėžius sind in etwas späteren altlitauischen Schriften (KN, PP, ChNT) belegt), und machten indigenen Wörtern Platz; dies hängt jedoch nicht mit der Herkunft der Lehnwörter und Hybride zusammen.
Indigene litauische Wörter, die 1674 (in einigen Fällen 1705) durch Wörter fremder Herkunft ersetzt wurden, sind in großer Zahl in anderen alten Schriften und in Werken des 18.–19. Jahrhunderts belegt. Das bedeutet, dass diese Wörter den Lesern nicht unverständlich gewesen sein dürften und es keinen objektiven Grund gab, sie durch Lehnwörter oder Hybride mit slawischer Wurzel zu ersetzen. Wahrscheinlich beeinflussten die Sprache der Herausgeber späterer JE-Ausgaben oder ihre Auffassung, dass manche Lehnwörter für einen religiösen Text geeigneter seien, die Änderungen. Dass den Ersetzungen keine logische sprachliche Grundlage zugrunde lag, zeigen Paare wie daboti / veizdėti, mėti / padaboti, metas / adyna und adyna / valanda. Das Verb daboti wird in JEV durch veizdėti ersetzt, doch in derselben Ausgabe erscheint padaboti anstelle des Verbs mėti. Das Substantiv adyna wurde bereits 1674 durch valanda ersetzt, 1705 erscheint es jedoch erneut anstelle des Wortes metas.
Da der polnische Originaltext und die Herkunft der Wurzeln von Lehnwörtern und Hybriden keinen Einfluss auf die hier untersuchten Wortveränderungen in JE hatten, bleibt die Möglichkeit, dass diese lexikalischen Veränderungen in den Ausgaben von 1674 und 1705 durch interne Prozesse der litauischen Sprache oder durch die Personen verursacht wurden, die spätere Ausgaben der Evangelien redigierten.
ABKÜRZUNGEN
AK – Anonymer Katechismus.
BK – Katechismus von Roberto Bellarmino.
BB (mit Textverweisen) – Bretkūnas-Bibel.
BP – Postille von Bretkūnas.
DK – Katechismus von M. Daukša.
DP – Postille von M. Daukša.
ChNT – Neues Testament der Bibel von S. B. Chilinskis.
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Slaviškos šaknies žodžių vartojimo kitimai
Jono Jaknavičiaus Ewangelie Polskie y Litewskie 1647, 1674, 1679, 1690 ir 1705 m. leidimuose
KN – Knyga nobážnės (für die entsprechenden Teile werden folgende Abkürzungen verwendet: KN G („Psolmai Dovydo“); KN K („Katekizmas“); KN M („Maldos krikščioniškos“); KN SE („Sumos evangelijų“).
KR – Jurgis Kasaukis, Rožančius švenčiausios Marijos.
MP – Postille von J. Morkūnas.
Mž – Katechismus von M. Mažvydas.
PK – Katechismus von M. Petkevičius.
PP – Pradžia pamokslo
SD – K. Sirvydas, Dictionarium trium linguarum.
SG – Gesangbuch von S. M. Slavčinskis.
SP – K. Sirvydas, Punktai sakymų.
VnE – B. Vilentas, Epistolas ir Evangelijas.
Q – Handschriftliches deutsch-litauisches Wörterbuch des 17. Jahrhunderts aus dem ehemaligen Königsberger Archiv (bekannt als Wörterbuch von A. Krauzė).
QUELLEN UND LITERATUR
ALEW I–II – Altlitauisches etymologisches Wörterbuch 1–2. Hamburg: Baar, 2015.
Būga Kazys 1958: Rinktiniai raštai 1. Vilnius: Valstybinė politinės ir mokslinės literatūros leidykla.
Fraenkel Ernst 1962: Litauisches etymologisches Wörterbuch 1. Heidelberg: Winter.
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Grzega Joachim 2003: Borrowings as Word-Finding in Cognitive Historical Onomasiology. – Onomasiology Online 22–42. Prieiga per internetą: http://www1.ku-eichstaett.de/SLF/EngluSW/OnOn.htm.
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ANŽELIKA SMETONIENĖ
Keinys Stasys 1984: Lietuvių kalbos hibridai (sąvoka, rūšys ir normiškumas). – Lietuvos TSR Mokslų Akademijos darbai. A serija, 113–123.
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SS I–XI – Altpolnisches Wörterbuch 1–11. Wrocław – Warszawa – Kraków – Gdańsk – Łódź, 1953–2002.
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Slaviškos šaknies žodžių vartojimo kitimai Jono Jaknavičiaus Ewangelie Polskie y Litewskie 1647, 1674, 1679, 1690 ir 1705 m. leid[u]ose
Булыка Аляксандр Мікалаевіч 1980: Лексічныя запазычанні ў беларускай мове XIV–XVIII ст. Мінск: Навука і тэхніка.
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МДСМ I–II – Матеріали до словника писемної та книжної української мови 1–2. Київ – Нью-Йорк: Національна академія наук України, 2002–2003.
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СДЯ I–III – Словарь древнерусского языка 1–3. Москва: Книга, 1989.
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СРЯ 11–17 I–XXIX – Словарь русского языка XI–XVII вв. 1–29. Москва: Наука, 1975–2011.
ССМ I–II – Словник староукраїнської мови XIV–XV ст. 1–2. Київ: Наукова думка, 1977–1978.
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ЭСЯ I–XXVII – Этимологический словарь славянских языков 1–38. 1974–2012.
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Wortwechsel slawischer Herkunft in Ewangelie Polskie y Litewskie von Jonas Jaknavičius in den Ausgaben von 1647, 1674, 1679, 1690 und 1705
ZUSAMMENFASSUNG
Ewangelie Polskie y Litewskie (im Folgenden JE) von Jonas Jaknavičius wurde seit 1647 vielfach herausgegeben. Die erste JE-Ausgabe stammt, wie erwähnt, aus dem Jahr 1647 (JE), die zweite aus dem Jahr 1674 (JEII), die dritte aus dem Jahr 1679 (JEIII), die vierte aus dem Jahr 1690 (JEIV) und die fünfte aus dem Jahr 1705 (JEV). Dies ist sehr hilfreich, da ein über mehrere Jahrzehnte hinweg herausgegebener gleichbleibender Text sprachliche Veränderungen widerspiegeln kann. Gegenstand des Artikels sind Wörter slawischer Herkunft in den ersten fünf Ausgaben von Ewangelie Polskie y Litewskie. Ziel des Artikels ist es festzustellen, wie sich der Gebrauch von Lehnwörtern und Hybriden in JE im Laufe der Jahrzehnte veränderte: welche Lehnwörter oder Hybride an derselben Stelle durch andere Lehnwörter und Hybride oder durch einheimische litauische Wörter ersetzt wurden und umgekehrt – welche einheimischen litauischen Wörter durch Lehnwörter und Hybride ersetzt wurden; zudem soll festgestellt werden, ob ein Zusammenhang zwischen der Herkunft der Lehnwörter und den Änderungen in den polnischen Originaltexten einerseits und dem Wechsel von Lehnwörtern und Hybriden in den ersten fünf Ausgaben von Ewangelie Polskie y Litewskie andererseits besteht. Zur Erreichung dieses Ziels wurden die litauischen Texte in den genannten Ausgaben von Ewangelie Polskie y Litewskie mit den polnischen Originaltexten verglichen.
Obwohl die Anzahl der Wörter fremder Herkunft als Einheiten in allen JE-Ausgaben nahezu gleich ist, unterscheiden sich die Gebrauchshäufigkeiten. Außerdem wird das einheimische Wort in späteren Ausgaben in einigen Fällen durch ein Lehnwort ersetzt; manchmal geschieht das Gegenteil: Ein einzelnes Lehnwort wird durch ein einheimisches Wort oder sogar durch ein anderes Lehnwort ersetzt. Alle Fälle des Wortwechsels in JE lassen sich wie folgt klassifizieren: 1. Ein Wort fremder Herkunft wird in späteren JE-Ausgaben durch ein einheimisches Wort ersetzt; 2. Ein einheimisches Wort wird in späteren Ausgaben durch ein Wort fremder Herkunft ersetzt; 3. Ein Lehnwort wird durch ein anderes Lehnwort ersetzt.
Die Analyse der Belege in JE führt zu dem Schluss, dass kein Zusammenhang zwischen der Herkunft eines Lehnworts und seinem Gebrauch in späteren JE-Ausgaben (1674, 1679, 1690, 1705) besteht. Außerdem wurde der Wechsel einiger Wörter in den ersten fünf JE-Ausgaben nicht durch Änderungen in den polnischen Originaltexten bedingt.
Eingereicht am 11. April 2017.
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Lietuvių kalbos institutas
Petro Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius, Lietuva
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