Boll, Ch is ina; Kuge , Susanne; Reißig, Bi gi
A icle
Le nen als Lebens hema ü alle – An o de ungen an eine
wei sich ige Bildungspoli ik
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: Boll, Ch is ina; Kuge , Susanne; Reißig, Bi gi (2025) : Le nen als Lebens hema
ü alle – An o de ungen an eine wei sich ige Bildungspoli ik, Wi scha sdiens , ISSN 1613-978X,
Sciendo, Wa saw, Vol. 105, Iss. 2, pp. 90-93,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2025-0027
This Ve sion is a ailable a :
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Wi scha sdiens 2025 | 2
90
Zei gesp äch DOI: 10.2478/wd-2025-0027
Wi scha sdiens , 2025, 105(2), 90-93
JEL: I20, I24, I25
Ch is ina Boll, Susanne Kuge , Bi gi Reißig
Le nen als Lebens hema ü alle – An o de ungen an eine
wei sich ige Bildungspoli ik
© De /die Au o :in 2025. Open Access: Diese A ikel wi d un e de
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en lich (c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de).
Open Access wi d du ch die ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um
Wi scha ge ö de .
Die Wel is in iele lei Hinsich im Umb uch – (auch) die
deu sche Gesellscha kann in diesem Wandel nu be-
s ehen und den e eich en Wohls and e hal en, wenn sie
anpassungs- und dami le n ähig bleib . Wie be ei s das
Zei gesp äch in de Janua -Ausgabe diese Zei sch i
he ausgea bei e ha (Wi scha sdiens , 2025), is Bil-
dung hie ü ein Schlüssel ak o . Bildungspoli ik is dann
e olg eich, wenn sie die Le nbegeis e ung on Kinde n
schon in jungen Jah en au nimm , es ig und übe alle
Bildungss u en hinweg bes ändig näh und e häl . Au
den einzelnen Bildungss u en wa en un e schiedliche
Au gaben au die Bildungspoli ik.
Ki a – iele P o i eu e, abe nich ü jedes Kind o en
Am An ang de Bildungska ie e s eh die ühkindliche Bil-
dung, Be euung und E ziehung. Sie is ein Teilbe eich des
Bildungssys ems, on dem iele und seh un e schiedliche
G uppen on Nu znieße n p o i ie en. Dies sind e s ens
die Kinde selbs , die du ch die soziale In e ak ion mi an-
de en Kinde n, den empa hischen, we schä zenden und
espek ollen In e ak ionen mi den e wachsenen Fach-
k ä en sowie du ch eine abwechslungs eiche und an e-
gende Le numgebung wich ige Impulse ü ih e ganzhei -
liche En wicklung e hal en. Zwei ens p o i ie en die El e n,
die in ih e Fü so ge- und E ziehungsa bei un e s ü z
we den, die we olle Tipps ü einen al e sangemesse-
nen und ö de lichen Umgang mi ih en Kinde n e hal en
und die in ih e Be euungs- und Au sich s unk ion En las-
ung e ah en und so Familie und Be u besse e einba-
en können. D i ens p o i ie das in de Bildungska ie e
nach olgende Schulsys em, welches au den in de ühen
Bildung geleg en G undlagen au bau – e wa, wenn Kinde
schon o dem Schulein i gele n haben, dass in de Ki a
ode Schule ande e Regeln gel en als zuhause, dass man
in eine G uppe die Rech e alle gegeneinande abwägen
und ausbalancie en muss ode wie hil eich g undlegende
Kenn nisse in de deu schen All ags- und Bildungssp ache
sind. Schließlich p o i ie mi elba auch die Wi scha ,
e wa, wenn Mü e nach de Gebu on Kinde n dem
A bei sma k ühe und in g öße e Zahl wiede zu Ve -
ügung s ehen und Kinde als zukün ige Fachk ä e üh-
zei ig einen posi i en S a in das Bildungssys em e hal en.
Vie ens p o i ie die Gesellscha als Ganzes on einem
schon in ühen Jah en e olg eich geleg en G unds ein ü
Bildung, e wa hinsich lich ih e Demok a ie es igkei : Hö-
he e Bildungsabschlüsse E wachsene gehen mi höhe en
Zus immungswe en zu demok a ischen G undo dnung
und höhe em Ve auen in demok a ische Ins i u ionen ein-
he (Au o :inneng uppe Bildungsbe ich e s a ung, 2024).
Umso bedaue liche is es, dass die massi e Expansion
des Sys ems de le z en Jah e nich zu eine s ä ke gleich-
be ech ig en Teilhabe an ühe Bildung ge üh ha , son-
de n dass wei e hin e hebliche Selek i i ä en im Zugang
o he schen (Spieß, 2025). Im Be eich de ühen Bildung
wu den in den le z en knapp 20 Jah en und 10.800 (plus
24 %) Ki as neu gescha en bzw. die Zahl e ügba e Plä -
ze in Ki as knapp e d ei ach . Das gelang, weil auch die
Zahl de Fachk ä e s a k ges iegen is ( on 2013 bis 2023
au 39 %). Alle dings is zugleich auch de el e liche Be eu-
ungsbeda ( o allem ü die jünge en Kinde ) ges iegen,
sodass selbs bei e gleichba em Beda an ühe Bildung
noch imme 1- und 2-jäh ige Kinde aus Familien mi Mi-
g a ionshin e g und, mi (noch) nich e we bs ä igen Mü -
e n und mi A mu sge äh dung in Ki as un e ep äsen ie
sind (Kayed e al., 2023). Obwohl diese Kinde seh on de
An egungsumwel Ki a p o i ie en wü den, können sie sie
sel ene in Ansp uch nehmen und ihnen wi d das P o i ie-
en on Bildung schon in ühem Al e e schwe . Neue e
Be unde weisen soga au sys ema ische Zugangsba i-
e en du ch ungleiche Au nahmechancen du ch die Ki as
und ih e T äge hin (z. B. He mes e al., 2023).
PD D . Ch is ina Boll lei e am Deu schen
Jugendins i u (DJI) in München die Ab eilung
Familie und Familienpoli ik und is Gas p o esso in
ü Volkswi scha sleh e an de Hochschule de
Bundesagen u ü A bei (HdBA).
P o . D . Susanne Kuge is Fo schungsdi ek o in
am Deu schen Jugendins i u (DJI) in München.
P o . D . Bi gi Reißig lei e am DJI die Außens elle
Halle (Saale) und den Fo schungsschwe punk
Übe gänge im Jugendal e .
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 91
Zei gesp äch
Schule – nu ü manche(n) ein Wohl ühlo
Die Zugangsschwie igkei en se zen sich im wei e en Bil-
dungs e lau o . Ve gleichba e Dispa i ä en lassen sich
auch ü die Be eiligung an den nich übe all im aus eichen-
den Maß e ügba en Plä zen in die Un e ich szei e gän-
zenden Angebo en wie dem schulischem Ganz ag ode Ho
inden (Hüsken e al., 2024). Dabei sind ge ade die den Un-
e ich e gänzenden Angebo e de O , an dem Schule meh
sein kann als nu eine Quelle ü die Wissens e mi lung. De
in e essengelei e e Besuch on Wahlku sen im Ganz ag und
on auße cu icula en Angebo en e möglich die Be ück-
sich igung un e schiedliche Neigungen und En wicklungs-
geschwindigkei en, ö de soziales Le nen und bie e eine
ace en eiche An egung ü die ganzhei liche En wicklung
sowie die Ausbildung indi iduelle S ä ken. Dabei ühlen sich
bei wei em nich alle Schüle :innen wohl in de Schule. Ge-
ade wäh end de e s en Jah e, in denen die G undlagen ü
eine posi i e Eins ellung zum Le nen und lebenslange Bil-
dung geleg we den könn en, nimm das Wohlbe inden de
Schüle :innen jedes Jah wei e ab (Simm & Ho he , 2024).
Die We e e eichen e wa in de neun en Klasse ih en Tie -
punk und s eigen dann bei denen, die die Schule o se -
zen, noch einmal ge ing ügig an. Junge Menschen in gym-
nasialen Bildungsgängen geben e was höhe e We e zu
ih em Wohlbe inden an als ih e Pee s in nich -gymnasialen
Bildungsgängen. E wa ba is de empi isch au indba-
e Zusammenhang zwischen höhe em Wohlbe inden und
besse en Schulno en ebenso wie zwischen höhe em Wohl-
be inden und höhe e Selbs wi ksamkei . Eind ücklich zeig
jedoch de deu liche Zusammenhang zwischen Wohlbe in-
den in de Schule und eine Einschä zung dazu, wie gu man
sich mi den Mi schüle :innen e s eh , dass Schule auch
eine Begegnungss ä e is und sich die do igen Kon ak e
s a k da au auswi ken, welchen Eind uck Schule insgesam
bei Schüle :innen hin e läss . Die Le ne ah ungen, die junge
Menschen on Kindesbeinen an in Bildungsins i u ionen ma-
chen, dü en ih e Bildungsau geschlossenhei auch in nach-
olgenden Lebensphasen p ägen. Da on beispielsweise, in-
wiewei sie eigene Pläne umse zen können ode an Ba ie en
schei e n, wi d abhängen, inwiewei sie auch im E we bsle-
ben noch die nö ige Be ei scha und Ene gie mobilisie en
können, kon inuie lich wei e e Le ngelegenhei en zu suchen
und au zug ei en. Welche Signale sende in diese Hinsich
das an die Schule anschließende Be u sbildungssys em?
Be u sbildungssys em un e D uck
In e na ional wi d das deu sche Be u sbildungssys em häu-
ig ü seine übe die duale Ausbildung he ges ell e enge
Ve knüp ung on Ausbildungs- und A bei sma k und den
dami leich e en Übe gängen in die E we bsa bei gelob .
Eine im in e na ionalen Ve gleich ge inge Jugenda bei s-
losenquo e (ca. 6 %) schein dies zu bes ä igen. Inne halb
Deu schlands inde sich alle dings eine di e enzie e e
Deba e und das Ausbildungssys em is in den le z en De-
kaden deu lich un e D uck ge a en. Es e lie an A ak i-
i ä . So is insgesam die Zahl an Auszubildenden zu ück-
gegangen – on 1,51 Mio. im Jah 2010 au 1,22 Mio. im Jah
2022 (BIBB, 2024). Neben de demog a ischen En wicklung
sind auch de ges iegene T end zu höhe en schulischen
Abschlüssen und dami e bunden eine höhe e A ini ä ein
S udium zu beginnen, G ünde ü die ückläu ige Auszubil-
dendenzahl. Zudem ha die Co onapandemie den nega i en
T end bei de Au nahme eine Be u sausbildung e s ä k .
Zule z konn e eine leich e E holung nach de Pandemie e -
zeichne we den. D ei En wicklungen besch eiben die He-
aus o de ungen des Be u sbildungssys ems: (1) Pe sonen
ohne Abschluss: Es is de höchs e S and sei Jah zehn en
an un e 35-Jäh igen ohne eine be u liche Quali izie ung zu
e zeichnen. Im Jah 2022 lag de en An eil bei 19,1 % (BIBB,
2024) und dami deu lich höhe als de An eil o zehn Jah en
(2014: 13,3 %, BIBB, 2017). Besonde e junge E wachsene
mi ehlenden Schulabschlüssen und mi Mig a ionshin e -
g und sind da on be o en. Die Folgen sind agmen ie e
E we bs e läu e und häu ige e Phasen on A bei slosigkei .
Die Gebu eines Kindes kann dazu bei agen, dass jun-
ge Menschen das Bildungssys em dann ohne einen Ab-
schluss e lassen und zugleich Schwie igkei en haben, am
A bei sma k Fuß zu assen: Rund 60 % de 15- bis 24-jäh-
igen F auen mi minde jäh igen Kinde n im Haushal und
ohne (bishe igen) be u squali izie enden Abschluss wa en
in 2021 wede e we bs ä ig noch in Schule ode Ausbildung
(BMFSFJ, 2025, S. 259). In diese G uppe is das Risiko des
Bezugs on Sozialleis ungen besonde s hoch. Insbesonde e
mi Kleinkinde n und ohne be u squali izie enden Abschluss
haben leis ungsbeziehende Mü e g oße Schwie igkei en,
eine Beschä igung – ga eine, die den Leis ungsbezug be-
ende – au zunehmen (Hohmeye & Boll, 2024). Hie b auch
es unkon en ionelle Wege on Poli ik und Un e nehmen, den
Quali ika ionse we b zu un e s ü zen, beispielsweise du ch
Modelle de Teilzei ausbildung als bishe wenig genu z e
Chance ü Menschen mi So geau gaben, Familie und Aus-
bildung zu e binden und de Fachk ä egewinnung ü Un-
e nehmen (BMFSFJ 2025). (2) Passungsp obleme im dualen
Sys em: Imme ö e wi d au das sogenann e Passungsp o-
blem e wiesen. Es besch eib die pa adoxe Si ua ion, dass
sowohl Jugendliche keinen (di ek en) Zugang zu Ausbildun-
gen inden und gleichzei ig Ausbildungss ellen unbese z
bleiben. Dabei lassen sich g oße egionale Un e schiede
ausmachen, sodass Jugendliche an bes imm en O en au
ein wenige g oßes Angebo an Ausbildungsplä zen e en.
Daneben e üll ein Teil de Jugendlichen aus Sich de Un-
e nehmen (noch) nich die An o de ungen, die in eine Aus-
bildung an sie ges ell we den (z. B. achliche und sp achliche
Kompe enzen). Abe auch ein ehlendes In e esse sei ens
de jungen Menschen an bes imm en Be u en – o allem im
Wi scha sdiens 2025 | 2
92
Zei gesp äch
Diens leis ungsbe eich und im Handwe k – so gen ü Pas-
sungsp obleme. Diese wu den du ch die Co onapandemie
e s ä k . Es ehl en o allem auch Angebo e de be u lichen
O ien ie ung (Ausbildungsmessen und P ak ika). (3) Ein sub-
op imales Übe gangssys em: De Übe gangssek o bilde
neben dem dualen Sys em und dem Schulbe u ssys em den
d i en Sek o des be u lichen Ausbildungssys ems, e mi -
el jedoch keine be u lichen Abschlüsse. T o z eines Rück-
gangs de Ein i e zwischen den Jah en 2005 und 2014 um
40 % ha sich das Übe gangssys em als eine Einmündungs-
op ion ü junge Menschen s abilisie . Neben Jugendlichen
mi schwie igen S a bedingungen (z. B. ehlende Schulab-
schlüsse, indi iduelle P oblemlagen) bie en die Angebo e
des Übe gangssys ems auch in gesellscha lich schwie i-
gen Zei en, z. B. Ans ieg de G uppe de Neuzugewande en
2015/2016 ode die Co onak ise, die Möglichkei ü Zwi-
schensch i e nach de Schule. In den do igen Angebo en
können Schulabschlüsse nachgehol und e besse sowie
be u s o be ei ende Maßnahmen absol ie we den. Alle -
dings bes eh ü die jungen F auen und Männe auch die
Ge ah on „Maßnahmenka ie en“, die einen zügigen Übe -
gang in eine be u liche Ausbildung zumindes e schwe en.
Diese Be unde lassen o allem ü Jugendliche mi
schlech e en S a chancen das Ve sp echen des Be u s-
bildungssys ems zwei elha e scheinen, zumindes eil-
weise soziale Benach eiligungen im Schulsys em auszu-
gleichen und somi eine wich ige sozialin eg a i e Funk i-
on zu e üllen. Dabei läss sich zeigen, dass die Jugendli-
chen du chaus mi hohen Aspi a ionen au den Übe gang
on de Schule in den Be u schauen.
Jüngs e Auswe ungen au Basis des DJI-Su ey AID:A ma-
chen deu lich, dass o allem junge F auen und Jugendliche
mi beidsei igem Mig a ionshin e g und aus nich -gymnasi-
alen Bildungsgängen übe einen wei e en Schulbesuch ih e
Bildungs o ausse zungen e besse n wollen – eilweise, um
spä e soga ein S udium anzuschließen. Ansons en domi-
nie de Wunsch eine be u liche Ausbildung zu s a en (Ho -
he , 2024). Den ech kla en Vo s ellungen zu den anges eb-
en Pe spek i en nach de Schule – nu wenige haben noch
keine Vo s ellung da übe – s eh eine deu lich ges iegene
Unsiche hei bezüglich de Umse zungschancen gegenübe .
In e schiedenen DJI-S udien ha dies ca. die Häl e de Ju-
gendlichen als g öß e P oblembelas ung genann (Reißig
e al., 2018; Fehse e al., 2024). Die au ge üh en Be unde
e weisen au die Be eiche, in denen ü eine zukun s ähige
Be u sbildung gehandel we den muss. Exempla isch lassen
sich olgende Be eiche benennen (A bei sg uppe 9+1, 2022).
Be u so ien ie ung muss lebenslang unk ionie en
Die Bedeu ung on Be u s- (und S udien-)o ien ie ung
wi d be ei s sei langem wei hin be on . Hie bei wi d de
Blick o allein au eine ühzei ig einse zende O ien ie-
ung geleg . So wich ig dies is , so seh da Be u so i-
en ie ung nich mi dem Ve lassen de allgemeinbilden-
den Schule enden. Im Lebenslau können imme wiede
Phasen ein e en, die eine be u liche (Um-)O ien ie ung
e o de n. In de Phase de o be u lichen Bildung müs-
sen die G undlagen da ü gescha en we den. Es müssen
eine solide Wissensbasis sowie Be u swahlbe ei scha
und -kompe enz ü solche wiede hol en O ien ie ungs-
phasen en wickel und Unsiche hei en übe die Umse -
zungssch i e abgebau we den. Zudem sind on Beginn
an auch mögliche be u liche En wicklungss u en mi zu-
denken und einzuplanen. Be u so ien ie ung implizie au
diese Weise Ka ie eplankonzep e.
Übe gangssek o als Chancen e besse ungssys em
Ein s abile An eil junge Menschen münde in die Ange-
bo e des Übe gangssek o s. Dami diese Maßnahmen
nich om Übe gang in eine be u liche Ausbildung weg-
üh en, muss de Übe gangssek o als ein Chancen e -
besse ungssys em beg i en und en sp echend au gebau
we den. Basis hie ü bilden die indi iduellen Beda e de
jungen Menschen. Hie , wie auch in de Be u so ien ie-
ung sowie in de Be u sausbildung, sind die Angebo e
dual – also mi p ak ischen An eilen – zu ges al en. Ein-
zelne Module diese Angebo e müssen s ä ke an de Be-
u sausbildung ausge ich e und dami auch an echenba
sein au eine spä e au zunehmende Be u sausbildung.
Dies wü de leich e e Übe gänge in die Regelausbildung
e möglichen und zudem posi i au die Mo i a ion de jun-
gen Menschen auswi ken, diese Angebo e mi gu e Pe s-
pek i e au einen unmi elba en Anschluss zu du chlau en.
Be u sausbildung wei e en wickeln
Nich nu die ausbildungs o be ei enden P ozesse bedü -
en de Anpassung und Ve besse ung, auch die Be u saus-
bildung selbs muss sich wei e en wickeln, um zukun s-
ähig zu bleiben. Flexibili ä und Zielg uppeno ien ie ung
sind dabei wich ige Schlüssel. Fü besonde e Zielg uppen
(z. B. Menschen mi Mig a ions- und Fluch hin e g und,
ge ingquali izie e Pe sonen, Que eins eige :innen) kann
die Teilzei ausbildung auch mi en sp echende Un e s ü -
zung und zusä zliche Fö de ung gewinnb ingend sein.
Mi eine e höh en Flexibili ä – z. B. eine Kombina ion
on Be u sausbildung und Wei e bildung – können auch
leis ungss ä ke e G uppen e eich we den. Zudem kann
eine Modula isie ung on Be u sausbildungsinhal en – bei
Wah ung des Be u sp inzips – o genommen we den.
Dami läss sich Komplexi ä eduzie en sowie die Kon-
zipie ung indi iduelle Be u slau bahnen besse e mögli-
chen. Zudem e leich e sie die An echnung on Be u sbil-
dungsleis ungen.
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 93
Zei gesp äch
Bildungsbenach eilig e bei Wei e bildung mi nehmen
Die An o de ung, sozial inklusi e zu we den, bes eh auch
ü Fo - und Wei e bildungsangebo e. Die Be eiligung da-
an sei ens de E wachsenenbe ölke ung nimm mi o -
sch ei endem Al e deu lich ab. Zwa lieg Deu schland im
in e na ionalen Be eich hinsich lich des An eils de Be ölke-
ung, die in den le z en zwöl Mona en an eine Wei e bil-
dung eilgenommen ha , noch obe halb des EU-27 Mi el-
we s (Da en aus BMBF, 2024); Au o :inneng uppe Bildungs-
be ich e s a ung, 2024). Alle dings nimm die übe wiegen-
de Meh hei de E wachsenen ehe Bildungsangebo e im
non- o malen Be eich (55 % de 18- bis un e 70-Jäh igen)
ode in in o mellen Kon ex en (70 %) wah , on denen kaum
In o ma ionen übe die Quali ä des Angebo s ode die
Nachhal igkei des Le ne olgs o liegen. Nu 5 % diese Al-
e sg uppe nahm an einem o malen Angebo im Rahmen
eine 2. Bildungsphase eil. Die Teilnahme an o malen und
non- o malen Bildungsak i i ä en und auch de en En wick-
lung in den le z en Jah en is dabei eben alls sozial höchs
ungleich: jünge e Menschen, solche mi höhe em Bildungs-
s and und E we bs ä ige bilden sich häu ige o als äl e-
e Menschen, solche mi nied ige en Bildungsabschlüssen
und A bei slose. Geschlech e un e schiede wa en dagegen
zule z nich e kennba . Bedenklich s imm , dass de An eil
de jenigen ohne be u lichen Abschluss, die an o malen Bil-
dungsangebo en eilnahmen, zule z imme wei e abnahm.
Angesich s eine s eigenden Lebense wa ung, an die in
Zukun auch das Ruhes andsein i sal e noch s ä ke an-
gepass we den muss, wi d sich be u liche Wei e bildung
zunehmend auch im höhe en E we bsal e noch auszahlen.
Die Au geschlossenhei da ü muss abe in jungen Jah en
geleg und übe die Bildungslau bahn hinweg lebendig ge-
hal en we den. Um Inno a ionsk a und P oduk i i ä de
e we bs ähigen Be ölke ung in de B ei e zu e höhen, wi d
es dabei en scheidend da au ankommen, ob es geling ,
auch bildungsbenach eilig e G uppen mi zunehmen.
Fazi
Bildung is eine zen ale S ellsch aube ü P oduk i i ä und
Wachs um sowie ein en scheidende S abili ä sanke ü un-
se e Demok a ie. Dami is Bildung eine doppel e „condi io
sine qua non“ ü kün igen Wohls and. In unse e sich dy-
namisch e ände nden Wel muss Le nen ein Lebens hema
sein, ü alle: Wi können es uns nich e lauben, jemanden
zu ückzulassen. Bildungspoli ik muss dahe konsequen eil-
habe- und lebens e lau so ien ie ausge ich e sein – mi
du chlässigen Bildungswegen, inno a i en Gelegenhei s-
s uk u en und dem konsequen en Abbau on Zugangsba -
ie en au allen S u en de Bildungslau bahn. Wie seh sich
insbesonde e ühe s aa liche Bildungsin es i ionen auch ü
die Gesellscha als Ganzes lohnen, könn e noch eind ückli-
che wissenscha lich dokumen ie we den, wenn geeigne e
Lebens e lau sda en o lägen. Eine wei sich ige, empi iege-
s ü z e Bildungspoli ik scha hie ü die Vo ausse zungen.
Li e a u
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Ti le: Lea ning as a Li e Issue o All – Requi emen s o a Fa -Sigh ed Educa ion Policy
Abs ac : We discuss he impo ance o a sus ainable educa ion policy o he p ospe i y and s abili y o socie y. Ea ly childhood edu-
ca ion, schools and oca ional aining mus all be seen as a li elong lea ning p ojec in o de o p omo e equal oppo uni ies. Despi e
he expansion o day ca e cen es and schools, inequali ies in access o educa ion pe sis , especially o child en om disad an aged
backg ounds. Voca ional educa ion and aining is unde p essu e as he numbe o ainees is alling and he e a e ma ching p oblems.
Educa ion policy mus he e o e be inclusi e in o de o open up educa ional and ca ee oppo uni ies o all.