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Jahrbuch ... / Bayerische Akademie der Schönen Künste in München / hrsg. vom Präsidenten und vom Direktorium der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München

Abstract

UB Digital. Jahrbuch ... / Bayerische Akademie der Schönen Künste in München / hrsg. vom Präsidenten und vom Direktorium der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München. Göttingen : Wallstein, 1.1987 - ; München : Beck, 1987 - 1988 ; Schaftlach : Oreos-Verl., 1989 - 2005

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Jahrbuch ... / Bayerische Akademie der Schönen Künste in München / hrsg. vom Präsidenten und vom Direktorium der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München

Year: 1987
Source: https://digital.ub.uni-paderborn.de/ihd/periodical/titleinfo/1997087/full.pdf
Uni e si ä sbiblio hek Pade bo n
Jah buch ...
Baye ische Akademie de Schönen Küns e
Gö ingen, 1.1987 -
u n:nbn:de:hbz:466:1-37500
J.A.Schmoll gen .Eisenwe h :
Lauda io au A min Sandig [zu Ve leihung des
F ied ich-Bau -P eises ü Bildende Kuns ].
In:
Jah buch de Baye ischen Akademie de Schönen Küns e.
Bd.7(1993),S.299-302.
J . A . SCHMOLL GEN . EISENWERTH
Lauda io au A min Sandig
De F ied ich -Bau -P eis ü Bildende Kuns , e geben du ch die Baye ische
Akademie de Schönen Küns e , wi d in diesem Jah dem Male A min San¬
dig übe eich . Es wa ein gu e Gedanke , diesen P eis wiede einem aus
Obe anken s ammenden Küns le zu geben , da de Si z de den P eis s i ¬
enden Fi ma in Obe anken lieg . Mi A min Sandig wi d ein Male ausge¬
zeichne , de zwa üh seine Heima e ließ , um in de F emde , wenn auch
du chaus in Deu schland - nämlich in Hambu g - , Ane kennung zu inden .
Abe e ühl sich doch seine He kun nach als Obe anke . Sandig wu de
1929 in Ho gebo en . Nach einigen Jah en in München übe siedel e e
nach Hambu g .
Man da an den e was sü isan en Ve s on Goe he und Schille e in¬
ne n , den sie in den echen »Zahmen Xenien « au den Dich e Jean Paul
F ied ich Rich e o mulie en , de 1736 in Wunsiedel bei Ho gebo en wu ¬
de und sein Leben bis au halb unglückliche , ku ze Zei in Weima , in seine
obe änkischen Heima zub ach e : »Rich e in London ! was wa ' e ge¬
wo den ! Doch Rich e in Ho is , halb nu gebilde , ein Mann , dessen Talen
euch e gö z .«
Nun , Sandig ha Ho e lassen , leb e zwa nich in London , abe doch
am deu schen Ha en do hin , nämlich in Hambu g , imme hin eine Wel ¬
s ad . De P ophe gil bekann lich nich s im eigenen Lande und so and
Sandig bishe in seine u sp ünglichen Heima nich die Ane kennung , die
ihm Hambu g en gegenb ach e . Denn hie is de junge Küns le bald be¬
kann und ge ö de wo den . Schon 1957 wu den A bei en on Sandig in
de enommie en Hambu ge Kuns halle ausges ell , üb igens im gleichen
Jah , in dem ihm imme hin auch die »F eunde junge Kuns « in München
299
J.A.Schmoll gen .Eisenwe h
eine Einzelschau ein äum en !Es olg en zahl eiche Auss ellungen an ielen
O en de Bundes epublik ,übe ün zig bis heu e ,da un e a sächlich auch
einige in änkischen Landen :1970 in de Gale ie De e Nü nbe g ,1988 ,
1990 und 1992 in de »Gale ie T aude Saue «in Schwein u .
Zule z konn e Sandig 1992 als »Bo scha e «de F eien Akademie de
Küns e Hambu g bei de F eien Akademie de Küns e Leipzig (die un e de
Hambu ge Pa enscha do 1992 geg ünde wu de )im Leipzige Ope n¬
haus eine g oße Auswahl seine A bei en zeigen ,zusammen mi eine Kol¬
lek ion on Gemälden des sächsischen Male s Ha wig Ebe sbach .-
Hambu g e lieh dem d eißigjäh igen Küns le 1960 das begeh e Lich -
wa k -S ipendium und 1972 den angesehenen Edwin -Scha -P eis .Im glei¬
chen Jah wu de Sandig o den liches Mi glied de F eien Akademie de
Küns e in Hambu g .De S ad s aa e lieh ihm 1980 den P o esso en i el
und sei diesem Jah am ie e auch als P äsiden de F eien Akademie
de Küns e Hambu g .1980 wu de e auße dem mi dem P eis des In e na¬
ionalen Zeichenwe bewe bs in Nü nbe g ausgezeichne .Dami e hiel e
eine de höchs en Ane kennungen ,die in Deu schland ü Zeichenkuns
e geben we den .Sandig ha als Zeichne begonnen und mi Zeichnun¬
gen ,Illus a ionen und D uckg aphik üh seinen Ru beg ünde .Bekann e
Kuns his o ike wü dig en seine A bei en .O o S elze sch ieb schon 1959
das Vo wo ü die Mappe mi ie Radie ungen Sandigs ,die in B aun¬
schweig bei Schmücking he auskam .Wol gang S ubbe ,langjäh ige Lei e
de G aphiksammlung de Hambu ge Kuns halle ,nahm Sandig in seine
damals enommie e Da s ellung »G aphik des 20 .Jah hunde s «,Be lin
1961,au .Will G ohmann lei e e die Edi ion on 21 Li hog aphien Sandigs
ein ,die 1962,ich zi ie e »zu /mi /aus einem Tex on Helmu Heißenbü el «
-dem Dich e -e schienen .Al ed Hen zen ,Lei e de Kes ne Gesellscha
und de en Gale ie in Hanno e und spä e Di ek o de Hambu ge Kuns ¬
halle ,sch ieb 1961 zu Sandigs Kasse e mi 10 Fa b adie ungen »Deklina¬
ion de Aqua in en «einen Tex .Max Bense ,F anz Roh ,Wal e Jens und
Helmu Heißenbü el sch ieben Tex e und bei ande en Gelegenhei en ein¬
üh ende Wo e zu Sandigs A bei en .Diese Auswahl möge genügen ,um
zu dokumen ie en ,welche Beach ung die P oduk ion des G aphike s A min
Sandig and .Daneben wuchs das a bige We k in Aqua ellen und Gemäl¬
den .F üh wu den auch Sandigs Collagen bekann ,phan asie olle Kompo¬
si ionen aus eine Mischung on Male ei und eingekleb en F agmen en aus
300
Lauda io au A min Sandig
Zei sch i enbilde n .S el ze e wähn sie in seinem zweimal au geleg en
Buch übe »Kuns und Pho og aphie «1966 .
Vielleich eil Sandig die »os obe änkische Sku ili ä «mi Jean Paul
ausWunsiedel -de noch einmal genann sei -jene s ille doch wei ausg ei¬
ende Be ach ung de Wel aus de Spannung on »Schulmeis e lein
Wu z «und »Ti an «im e wi enden Wi bel de Bilde -und Gedankenke ¬
en ?Von hie is es nu ein Sp ung in das A senal und in das Uni e sum
de Fo mges al en on Paul Klee ,dem sich Sandig als Au odidak wohl zu¬
e s und am nächs en als Vo bild und geis igem Leh e ,nämlich Jah e nach
dem Tode Klees ,an e au e .Als K iegs -und Nazizei zu Ende gingen ,wa
Sandig sechzehn .Die zu o »En a e en «ha en Konjunk u und Paul Klee
zähl e zu den g oßen Meis e n in e na ionalen Ruhms on geheimnis olle
Wi kung mi seinen einen Linien und Fa ben und den da in e wobenen ,
o sku ilen Figu en ,die Humo ,K i isches und Ängs e e kö pe en .San¬
dig konn e hie anknüp en aus eigene Emp indung und e gehö e nich
zu den Nachahme n Klees ,die es na ü lich auch gab .Das Illus a i e ,das
ihn du chaus beschä ig e ,wu de on Sandig imme meh zu ückged äng .
Dann ei en die Bilde ,in denen kaum noch Figü liches eine Rolle spiel e ,
da ü A mosphä isches , a biges Lich ,schimme nde Flächen , anspa en e
Gebilde ,halb kons uk i ,halb schwebend .
E ha e seine eigene Phase des »In o mellen «,jene spon anen Male ei ,
die nu aus de Fa bsubs anz ges al e e .Abe Sandig gehö e zu keine de
G uppie ungen des »In o mell «,wede zu den in F ank u sich um 1950 in¬
denden wie K.O.Gö z ,Sonde bo g ,Be na d Schul ze ,noch zum »Jungen
Wes en «um Emil Schumache .E blieb schon üh als Einzelgänge ,auch
in Hambu g ,eine S ad ,die man nich o angig und adi ionelle weise
als küns le isch seh agend ansehen kann wie e wa Pa is ,Be lin ,München ,
D esden .Hambu g o de e das Einzelgänge ische ehe noch he aus .De
Mann aus Ho in Hambu g :im hochgelegenen A elie mi Blick zu Als e .
Da en s ehen aqua ella ig wi kende Gemälde mi Fa ben ,die halbdu ch -
sich igwäß ig schille n .Heißenbü el sch ieb 1967
,als sich diese A on Bil¬
de n bei Sandig es ig e ,sie ließen an lüch ige Blicke du ch ein Aqua ium
denken .Ein schönes Bild,bei dem man alle dings die Fische nich mi sehen
da ,die zum Aqua ium gehö en .Es sind sozusagen lee e Aqua ien .Man
kann auch an auende Eiswü el e inne n ,die eine du chsich ige Wand bil¬
den ,ode an helle Fens e scheiben ,an denen Regen he un e ließ .
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J.A.Schmoll gen .Eisenwe h
Mee eslu ,die Nähe de No dsee ,das wäß ige Elemen de Ha en¬
s ad ,scheinen ih en Niede schlag in diesen Visionen ge unden zu haben .
So inden sich auch Bilde mi Ti eln ,die die Küs enlandscha unmi elba
e ozie en wie »Dünen on Tocha «(No dwes spanien ),»Schleusen o «
und »Seezeichen «,Gemälde aus dem Jah e 1989,die nu Andeu ungen
de Topog aphie bie en ,abe Elemen a es ,Lich und A mosphä e de
Mee esnähe .-Von diese A is un e den heu e hie gezeig en Bilde n
kaum e was zu beme ken .Vielmeh neben gleichsam imme wiede in de
Fleckenmanie des Tachismus spon an ausge üh en Bilde n -wie den bei¬
den am Podium p o iso isch au ges ell en - o wiegend igü liche und
igü lich -assozia i e Gemälde ,denen sich Sandig imme wiede und beson¬
de s auch in den le z en Jah en zugewende ha .Das sku ile ,ja g o eske
Elemen he sch o ,nich ohne k i ische ,melancholische ode ga düs e e
Un e öne ,abe iel ach gemisch mi dem Humo des philosophischen Be¬
ach e s de Wel und ih e sel samen Wesen .Schon die Ti el lassen dies
anklingen :»Wolkenkuckucksheim «,»Tandem zu Fuß«,»Schneemänne mi
Vogel «,»Ve wi ungen de G uppe «.Hin e g ündiges spiel imme hinein
und will aus dem Gewebe de Linien und Fa ben en wi sein .Landscha li¬
ches und Figü lich -Ges al ha es sind Me aphe n und Sinnzeichen ü eine
Deu ung de Wel ,die sich selbs ,d.h.in unse en Köp en , agwü dig ge¬
wo den is .Daß A min Sandig mi seinem We k solche Zwei el an unse e
Exis enz nich e hehl ,sonde n sich ba mach und -wenn auch o spiele¬
isch -anklingen läß und mi seine Phan asie du chd ing ,wobei sein
spö isches Lächeln e söhnlich anmu e ,mach das Besonde e seine
Kuns aus , ü die wi ihm danken dü en ,denn e e binde in sel ene Wei¬
se das Dunkle und soga E sch eckende mi dem Hei e en .
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J. A. Schmoll gen . Eisenwe h
Wande e zwischen den Wel en . Lauda io ü
We ne Knaupp [bei de Ve leihung des
F ied ich-Bau -P eises de Baye ischen
Akademie de Schönen Küns e München ].
In:
Jah buch de Akademie de Schönen Küns e. Jg. 10 (1996),
S. 331-334 .
J.A. SCHMOLL GEN. EISENWERTH
Wande e zwischen den Wel en
Lauda io ü We ne Knaupp
In den zu ückliegenden d eißig Jah en seines Scha ens ha We ne
Knaupp Höhen und Tie en, Wei en und G enzen und imme wiede die
Einsamkei en en legene Landscha en , abe auch ex eme Si ua ionen
des menschlichen Daseins du chmessen . Bekann wu de e nach 1965
du ch seine dich s uk u ie en Kugelsch eibe zeichnungen aus de Sa¬
ha a und on den Lo o en , on Wolken und Ausblicken au das Mee ,
on Windhosen , Regens ü men und - e s mals - on Vulkanen . Imme
b ach en seine Bilde , die zum Teil auch mi de Tusch ede ausge üh
wu den , ungewöhnliche Ausschni e aus de Na u in g öß e Ve ein a¬
chung und he be S enge du ch die Dich e de S ichlagen , die das
Komplexe de Na u phänomene zusammenp eß en . Nie e lo e sich in
De ails, s e s ha e e die G öße , die Unendlichkei , ja das eigen lich Un¬
aßba e de Na u eind ücke o Augen und bo es in eine bishe unbe¬
kann en Di ek hei dem Be ach e als Flächenp ojek ion und Zusam¬
menziehung wei ausg ei ende Topog aphien wie » om Ende de
Wel «. Man ühl e sich an die Visionen des dich enden Saha a liege s
Sain -Exupe y und seines kleinen P inzen e inne , abe alles wa on ei¬
gen ümliche Melancholie übe scha e . Spä e e Beobach e we den e ¬
kennen wie in diesen Schwa zweiß -Zeichnungen auch die E ah ungen
und Sch ecken des K ieges und de Nachk iegszei nachbeben . We ne
Knaupp gehö dem Jah gang 1936 an und e leb e das K iegsende als
Neunjäh ige .
Von den menschenlee en Landscha en am Rande de zi ilisie en
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JA. Schmoll gen. Eisenwe h
Wel keh e Knaupp um 1973 mi Kugelsch eibe s i en , mi Fa bspu en
und dann mi Kohlezeichnungen in das Inne e an h opomo phe Exi¬
s enzangs zu ück . E begann Köp e wie Landscha en zu zeichnen , Ka¬
lo en mi Na ben , Ve na bungen in Nahsich wie abs ak e Geländeda ¬
s ellungen und Gesich e , die hin e dem Zeichnungsgewebe d ohend
au dämme en . Im exp essi en Zug i iß e das Papie ein ode b ann e
Löche wie o e Augen und Ve le zungen hinein, unheimliche Lemu en-
schädel bannend , denen sich Schlangen en winden - wie eins die on
Dämonen Besessenen au spä mi elal e lichen Bilde n gekennzeichne
wu den . Es wa dann ein konsequen e Sch i , übe in e essie e Ä z e
Zu i zum Ne enk ankenhaus Bay eu h zu e hal en und hie mi den
a sächlich Besessenen und Ze ü e en zu leben . Da aus en s anden
1977 e schü e nde Bilde menschliche Ve lassenhei und E s a ung ,
zum Teil in Hal ungen Gek euzig e . So kam es zu den Se ien de »K euz¬
weg -Bilde «, die schließlich ab 1979 zu Ins alla ionen g uppie wu den .
Knaupp is on hie aus olge ich ig zum unmi elba en Todese lebnis
o ged ungen . Im Janua 1980 hiel e sich in Indien au . E ges al e e
seine Eind ücke om S e behaus de Mu e Te esa in Kalku a und on
den Leichen e b ennungen , danach auch on solchen in deu schen K e¬
ma o ien . Das Ve gehen de Leibe in diesen wie mi Ruß und Asche ge¬
mal en schwa zen Bilde n is ein eind ingliches Memen o Mo i und in¬
de Fo se zung in den »Adamah « genann en e d a benen Gemälden
de Jah e 1982 - 84 , in denen de Ze all de Kö pe Thema is : wö lich
das Wiede -zu E de-We den des Fleisches.
Dann abe g i We ne Knaupp zum ha en Ma e ial des Eisens. Mi
Hil e des Schmiedemeis e s Hans Hahn schu e bis 1987 die aus Röh en
bei hohen Tempe a u en angeschmolzenen , gebo s enen , e bogenen ,
du chlöche en plas ischen Fo men , die das Gleichnis e kohl e Men¬
schenges al en in ganz ein ache , abe so o e ah ba e Weise e kö ¬
pe n . Sieh man die e o e en Eisenhüllen in lange Reihe am Boden
liegen , wie sie Knaupp angeo dne ha , ode auch einzelne als Ze alls¬
p oduk e , ode nu die angeschmolzenen Kugeln gleich To enschädeln ,
so mahnen sie an die To en de K iege und de E schießungen , de
Bombennäch e und de Konzen a ionslage mi ih en Ve b ennungs -
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