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Žemės ūkio ekonomikos ir rinkotyros terminų žodynas

Kazimieras Gaivenis

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WÖRTERBUCH DER TERMINI DER AGRARÖKONOMIE UND AGRARMARKTFORSCHUNG 1996 erschienen mehrere umfangreiche Terminologiewörterbücher. Eines davon ist A. Poviliūnas’ „Deutsch-litauisches Wörterbuch der Termini aus der Agrarwissenschaft und Agrarmarktforschung“.1 Dieses übersetzende zweisprachige Wörterbuch enthält nicht nur Termini, sondern auch die Namen einiger internationaler Organisationen. Bei mehrdeutigen Wörtern werden nicht sämtliche, sondern nur die terminologisierten Bedeutungen angeführt. Das Wörterbuch ist terminografisch sachgerecht gestaltet: Es enthält Vorworte auf Litauisch und Deutsch, ein Verzeichnis lexikografischer Quellen, erläuternde Hinweise zum Aufbau des Wörterbuchs sowie ein Verzeichnis litauischer Termini. Fakultative Bestandteile komplexer Termini stehen in runden Klammern. Eine Besonderheit dieses Wörterbuchs ist, dass einige litauische Termini zusätzlich in eckigen Klammern durch längere Definitionen erläutert werden, z. B.: Buchwert m Buchwert [Anschaffungs- oder Wiederherstellungskosten eines Vermögensgegenstands, vermindert um die jährlichen Abschreibungen auf das Anlagevermögen, oder sein Marktwert am Bilanzstichtag, sofern dieser niedriger als die Anschaffungs- oder Wiederherstellungskosten ist], Gebrauchswert m Gebrauchswert [Wert des Betriebsvermögens, das zur Fortführung der eigenen Tätigkeit genutzt wird; er wird bei einem Wechsel des Betriebsinhabers oder Pächters berechnet] usw. Im Vorwort dankt der Wörterbuchautor den Experten der deutschen Firma AFC, die bei der Auswahl der wichtigsten Termini dieses Fachgebiets geholfen und den deutschen Teil des Wörterbuchs überprüft haben. Im Synonymwörterbuch werden Synonyme durchaus verwendet, aber nicht übermäßig. Auch spezielle Abkürzungen, Symbole und andere Elemente der Wissenschaftssprache fehlen. Dennoch enthält dieses Wörterbuch zu viele verschiedene fehlerhafte litauische Termini. Besonders nachlässig sind die Bezeichnungen von Werkzeugen und Maschinen mit Agenssuffixen, z. B.: Dunggreifer m, Dunglader m mėšlo pakrovėjas (= mėšlo krautuvas), Gebläsehächsler m, Schneidgebläse n smulkintuvas su pneumatiniu padavėju (= padavikliu) [taip pat ir Häckselgebläse n smulkintuvas su pneumatiniu padavėju], Maishäcksler m kukurūzų smulkintojas 1 P o v i l i ū n a s A. Žemės ūkio įmonių mokslo ir rinkotyros terminų vokiečių-lietuvių kalbų žodynas. V., Margi raštai. 1996. 410 p. 139 (= smulkintuvas), Obstentsteiner m kauliukų išėmėjas (= išėmiklis), Rübenköpfröder m lapapjove su surinkėju (= rinktuvu), Selbstfahr-Ladewagen m savaeigis vežimėlis-pakrovėjas (= savikrovis vežimėlis), Strohbinder m šiaudų surišėjas į ryšulius (rulonus) (= šiaudų rulonų rištuvas), Windfege f arpas-rūšiuotojas (= rūšiuojamasis arpas) und Ähnliches. Das Suffix -ėjas ist auch bei einigen nicht zu den Werkzeugbezeichnungen gehörenden Wörtern ungeeignet, z. B.: Samenverdünner m spermos atskiedėjas (= skiediklis); Zuckeraustauschstoffe m pl cukraus pakeitėjai (= pakaitalai); Stäubegerät n, Stäuber m dulkin tojas (= dulkalas, dulkinimo priemonė) und Ähnliches. Die Staatliche Kommission für die litauische Sprache hat beschlossen, dass der normgerechte Terminus hipoteka und nicht ipoteca lautet. Im rezensierten Wörterbuch (im Folgenden: RŽ) wimmelt es geradezu von ipoteka, z. B.: Bodenkredit m, Grundkredit m žemės (ipotekos) kreditas; Bodenkreditanstalt f, Bodenkreditbank f, Bodenkreditinstitut n žemės kredito (ipotekos) bankas (įstaiga); Grundpfandrecht n ipoteka; Grundstückskredit m (žemės) ipotekos kreditas; Hypothek f ipoteka [nekilnojamo turto įkeitimas]; Hypothekenanstalt f, Hypothekenbank f ipotekos bankas; Inhaberhypothek f ipoteka pateikėjui, pateikėjo ipoteka; Maximalhypothek f ipoteka, įrašyta į kadastrą, kartu nurodant žemės sklypo maksimalią vertę; Mobiliahypothek f kilnojamojo turto ipoteka (užstatas, įkeitimas); Rentenbrief m ipotekos banko obligacija; Verkehrshypothek f paprastoji ipoteka und dergleichen. Die genannte Kommission hat außerdem beschlossen, dass nicht techninis direktorius, sondern technikos direktorius zu verwenden ist; im RŽ steht jedoch Betriebsleiter m gamybos vadovas, techninis direktorius. In den Beschlüssen der genannten Kommission (V., 1991) wurde veröffentlicht, dass zwischen syntaktisch nicht gleichrangigen Substantiven, von denen eines (in der Regel das zweite) eine erklärende, präzisierende oder ergänzende Bedeutung hat und als Apposition fungiert, kein Bindestrich gesetzt wird; im RŽ steht jedoch stiller Gesellschafter dalininkas-anonimas; Gesundungsfrucht f dirvą (iš)valantis augalas, augalas-sanitaras; Verarbeitungsbetrieb m perdirbimo įmonė, įmonė-vartotoja; Verbraucherbetrieb m įmonė-vartotoja. Im Wörterbuch finden sich auch verschiedene fehlerhafte, untypisch gebildete Termini, z. B.: Agrargesetzgebung f žemės ūkio įstatymdavystė (= įstatymų leidyba); zinsloses Darlehen n beprocentinė (= beprocentė) paskola; alkoholfreie Getränke bealkoholiniai (= nealkoholiniai) gėri- 140 mai; direkter Handel m betarpininkinė prekyba (= prekyba be tarpininkų); Mitbesitzer m bendrasavininkis (= nuosavybės bendrininkas); Miterbe m bendrapaveldėtojas (= paveldėjimo bendrininkas); Produktion typengleicher Erzeugnisse vienarūšės (= vienarūšės) produkcijos gamyba; mittelfristige Schuld vidurl aikė (= vidutinio ilgumo) skola; zweischürige Wiese dukartinio šienavimo (= dukart šienaujama) pieva und dergleichen. Im RŽ werden außerdem häufig die Empfehlungen normativer Werke zur litauischen Sprache missachtet, insbesondere die des „Wörterbuchs der modernen litauischen Sprache“ (im Folgenden: DLKŽ) und der „Sprachpraktischen Hinweise“ (im Folgenden: KPP). So heißt es in KPP 33, dass das Wort atleisti nicht in der Bedeutung „verkaufen, ausliefern, liefern“ verwendet werden darf; im RŽ steht jedoch Abgabepreis m pardavimo (atleidžiamoji) kaina; Abgabewert m pardavimo (atleidžiamoji) vertė (kaina) und dergleichen. Im DLKŽ steht amžinasis įšalas, im RŽ dagegen Dauerfrostboden m amžinas įšalas. Im DLKŽ wird nur das Wort sandelis aufgeführt, im RŽ hingegen Düngerlager n trąšų sandėlys (saugykla); Futterlagerraum m pašarų sandėlys (saugykla); Preis ab Lager franko sandėlys kaina; Reservelager n atsarginis sandėlys und dergleichen. KPP zufolge darf das Wort prailginti nicht in der Bedeutung „verlängern“ verwendet werden; im RŽ steht jedoch konsolidierte Schuld konsoliduota (prailginto termino, paversta neterminuota) skola. Im DLKŽ wird der Terminus akmens anglys aufgeführt, im RŽ dagegen Steinkohle f akmens anglis. Im DLKŽ gilt (wie auch in vielen Terminologiewörterbüchern) der Terminus antpelnis (ne viršpelnis) als normgerecht; im RŽ steht dagegen Surplusprofit n viršpelnis; Überprofit m viršpelnis, antpelnis. Laut DLKŽ ist vakuuminis zu schreiben; im RŽ steht hingegen Vakuumsilo m vakuuminė silosinė. Im DLKŽ wird das Verb susicukruoti verwendet, im RŽ dagegen Zuckern n cukravimas, susicukravimasis. KPP zufolge darf das Wort vieningas nicht im Sinne von „gleich, gemeinsam, ein“ verwendet werden; im RŽ steht jedoch Einheitspreis m vieninga (standartinė) kaina; Einheitssteuer f vieningas mokestis; Einheitszoll m vieningas tarifas, vieningas muitas und dergleichen. Hier und da finden sich im RŽ auch verschiedene Uneinheitlichkeiten, fehlerhafte Terminusformen und unklare Entsprechungen. Zum Beispiel: Erdnuß f žemės riešutas, arachis, bet Erdnußkuchen m arachiso išspaudos; Extraktionsschrot m rupiniai, išspaudos, Rapsschrot m rapsų rupiniai, bet Schrot m šratai, rupiniai, Schrotkorn n šratai, rupiniai; Sojaschrot m sojos šratai (rupi 141 nisse); Mais m Mais, dagegen Stärkemais m Stärkemeis; Tiefackern n, Tiefpflügen n Tiefpflügen, dagegen Tiefpflugkultur f Pflanzenanbau mit Tiefpflügen; grober Sand grober (= grobkörniger) Sand, dagegen Grobsand m grober Sand; Henturm m Heu- (= Heulage?)-turm; Ausbrüten n, Bebrüten n, Brüten n, Erbrüten n Brüten (= Brüten?), Inkubation usw. Der Sprachwissenschaftler A. Salys zitierte einst die Worte des deutschen Sprachwissenschaftlers W. Havers, dass es keine ideale Sprache gibt und geben kann. In jeder Sprache fehlen manchmal Ausdrucksmittel, während es manchmal – im Gegenteil – einen gewissen Überfluss und ein Übermaß gibt. Das ließe sich auch über die deutsche und die litauische Sprache sagen. Bei der Auswahl litauischer Entsprechungen für deutsche Fachbegriffe muss man in manchen Fällen vorhandene Wörter aussortieren, in anderen neue Wörter bilden oder Lehnwörter verwenden. Der Verfasser des RŽ verwendet fast keine Neuschöpfungen, geht umsichtig mit Lehnwörtern um, sortiert vorhandene Wörter jedoch schlecht aus. Durch sein Sieb fallen sowohl tadellose Fachbegriffe als auch allerlei Wortbildungsmüll, für die Terminologie ungeeignete Lehnübersetzungen. Gerade diese letzteren Wörter schaden dem RŽ am meisten. Kazimieras GAIVENIS 142