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Žymioji latvių terminologė Valentīna Skujiņa

Solvita Labanauskienė

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Die berühmte lettische Terminologin Valentīna Skujiņa SOLVITA LABANAUSKIENĖ Litauisches Sprachinstitut Am 2. Oktober 1937 wurde in Riga, in Ilgakiemje (Ilģuciems), die künftige lettische Sprachwissenschaftlerin und Terminologin Valentīna Skujiņa geboren. Der Weg der Sprachwissenschaftlerin war vielleicht schon in der Schulzeit vorgezeichnet, als der Sprache mehr Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Tatsächlich entdeckte V. Skujiņa bereits in ihrer Kindheit ihre Liebe zur Literatur, besonders zu lettischen Volksmärchen und Sagen, und in späteren Jahren zu dem lettischen Dichter J. Rainis, den Schriftstellern R. Blaumanis und den Brüdern Kaudzīte sowie zu den ausländischen Autoren R. Tagore, E. Hemingway und anderen. Die in der Familie beliebten Volkslieder und Tänze stärkten die Traditionen der lettischen Sprache. Die Geisteswissenschaften zogen V. Skujiņa an, und 1955 wurde sie Studentin an der Philologischen Fakultät der Staatlichen Universität Lettlands. Während ihres Studiums begann sie 1959 bei der Abteilung für Sprache und Literatur (ehemals Grammatik), später im Sektor für lettische Sprache, an der Lettischen Akademie der Wissenschaften (LMA) zu arbeiten. Anfang der 1960er Jahre wurde sie als wissenschaftliche Sekretärin der Terminologiekommission der LMA berufen. Von da an wurde die Terminologie zu V. Skujiņas zentralem Forschungsgebiet. 1969 verteidigte sie ihre Kandidatendissertation (seit 1992 nostrifiziert als Doktorin) Die Bildung von Fachtermini der technischen Wissenschaften in der lettischen Sprache. 216 Solvita Labanauskienė | Žymioji latvių terminologė Valentīna Skujiņa Ab 1977 leitete sie die Gruppe für Terminologie und Sprachpflege und ab 1992 die Terminologieabteilung (Radītājs 1997: 7). Im Mittelpunkt der Forschungen der Sprachwissenschaftlerin stehen Terminologiewissenschaft und -praxis, die Bildung von Fachtermini der Wissenschaft und Technik, internationale Terminbestandteile, insbesondere Komponenten lateinischen und griechischen Ursprungs, die Organisation terminologischer Arbeiten, Sprachpflege und anderes. Sie ist Autorin mehrerer bedeutender lettischsprachiger Bücher für die praktische Ausbildung: Verständnis der Staatssprache in Schriftverkehrsdokumenten (Valsts valodas prasmei lietvedības dokumentos, 1993); Beispiele für Geschäftsschreiben (Lietiško rakstu paraugi, 1998); Lettische Sprache in Geschäftsschreiben (Latviešu valoda lietiškajos rakstos, 1999); Wörterbuch der Wortbestandteile lateinischen und griechischen Ursprungs (Latīņu un grieķu cilmes vārddaļu vārdnīca, 1999). Ihre wichtigste Monografie erschien 1993: Grundsätze der lettischen Terminologiearbeit (Latviešu terminoloģijas izstrādes principi); 2002 wurde eine zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage veröffentlicht. Dies ist die erste Monografie zur lettischen Terminologie, die vierzig Jahre Arbeitserfahrung in der Terminologiekommission der LMA zusammenfasst. Für die Geschichte der Terminologie sind die Artikel über J. Endzelīns und R. Grabis (dessen Artikel die Wissenschaftlerin auch aus dem Russischen übersetzte), über Zusammensetzungen in Mancelius’ Wörterbüchern sowie das von V. Skujiņa gemeinsam mit ihrer Mitübersetzerin L. Voitkeviča aus dem Russischen übersetzte Buch des in Liepāja geborenen Wissenschaftlers E. Drezen von Bedeutung: Internationalisierung der wissenschaftlichen und technischen Terminologie (Zinātniskās un tehniskās terminoloģijas internacionalizācija, 2002). Insgesamt beläuft sich die Zahl der Veröffentlichungen von V. Skujiņa auf nahezu tausend Einträge! Seit 1999 ist V. Skujiņa Vorsitzende der Terminologiekommission der LMA. Von Bedeutung sind hier ihr großer Beitrag zur praktischen Spracharbeit, die Schöpfung neuer Wörter (programmatura, tirgzinība, tiešraide), die Suche nach Entsprechungen für Internationalismen und weitere ebenso wichtige Arbeiten, die den Tätigkeitsprinzipien des bedeutendsten lettischen Sprachforschers J. Endzelīns entsprechen. Die Akademikerin V. Skujiņa erhielt den J. Endzelīns-Preis für ihre Verdienste um die lettische Terminologie und die Ausarbeitung ihrer Grundsätze. Sie ist nicht nur Vorsitzende der Terminologiekommission, sondern auch Sprachberaterin der Unterkommissionen für Energieterminologie, Informationstechnologie, Rechtsterminologie, Chemie und chemische Technologie, Kriegsterminologie sowie Terminologie motorisierter Fahrzeuge. Selbstverständlich ist eine Fachfrau mit einem derart breiten Profil auch Mitautorin zahlreicher Terminologiewörterbücher. Eine Arbeit führt zur nächsten: die Organisation von Sprachwochen, die Tätigkeit in der Staatlichen Sprachkommission, die Lehrtätigkeit an der Universität Lettlands, Konferenzen Terminologija | 2007 | 14 217 Die Vorbereitung und Organisation dieser Veranstaltungen sowie die Betreuung studentischer Arbeiten – all das gehört zum Alltag der Terminologin V. Skuji̇na. Die lettische Wissenschaftlerin nimmt regelmäßig nicht nur an nationalen, sondern auch an verschiedenen internationalen Konferenzen und Kongressen teil (in Riga, Vilnius, Tallinn, Graz, Omsk, Stockholm, Wien, Warschau u. a.). V. Skujiņa verbindet eine enge Beziehung zu Litauen und Vilnius. Sie ist regelmäßig Gast und Vortragende auf Konferenzen, Beraterin der Doktoranden des Instituts für Litauische Sprache sowie Autorin sprachwissenschaftlich bedeutender Artikel, die in „Baltistika“, „Terminologija“ u. a. veröffentlicht wurden, und Mitglied des Redaktionskollegiums der vom Terminologiezentrum des LKI herausgegebenen Zeitschrift. Die habilitierte Philologiedoktorin, ordentliches Mitglied der LMA, Wissenschaftlerin am Institut für Lettische Sprache der Universität Lettlands, Professorin an der Pädagogischen Akademie Liepāja, Leiterin der Terminologieabteilung der LU LMA und Trägerin zahlreicher weiterer ehrenvoller Titel bleibt in ihrem Heimatland nicht unbeachtet: Seit 1998 stiften die LMA und AB „Grindeks“ jährlich Auszeichnungen und Preise für die herausragendsten lettischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre hervorragende Tätigkeit und ihren lebenslangen Beitrag. V. Skujiņa erhielt 2007 den „Grindeks“-Preis. Im Bewusstsein, dass die Früchte der Arbeit eines Sprachwissenschaftlers zu keiner Zeit süß waren, und in dem Wissen, dass sich lettische Entlehnungen niemals alle durchsetzen werden – manche setzen sich sofort durch, andere um keinen Preis –, bleibt V. Skuji̇na der Sprache, dem Geist des Volkes, weiterhin treu (Diena 1999). Zum 70. Geburtstag die besten Wünsche! LITERATŪRA Diena 1999: Nestādīsim cilvēktiesības naidīgā pretmetā valodai. – Diena 15, februāris. Rādītājs 1997: LZA korespondētājlocekle dr. habil. philol. Valentina Skujiņa: bibliografiskais rādītājs. Sastādītāja M. Kīrite, Rīga. Gauta 2007-12-12 Solvita Labanauskienė Lietuvių kalbos institutas P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius E. paštas [email protected] 2 1 8 Solvita Labanauskienė | Žymioji latvių terminologė Valentīna Skujiņa