scieee AI-readable full text Open interactive document viewer

1910–1937 m. lietuviškoji statybos terminija (iš turimų išteklių)

Robertas Stunžinas

Full text

Litauische Bauterminologie von 1910 bis 1937 (aus den verfügbaren Quellen) ROBERTAS STUŇŽINAS Institut für die litauische Sprache Die litauische Bauterminologie begann sich, wie überhaupt die gesamte technische Terminologie, Mitte des 19. Jahrhunderts herauszubilden. In populärwissenschaftlichen und landwirtschaftlichen Ratgeberartikeln der damaligen Periodika – den Kalendern von L. Ivinskis (1846–1863), „Keleivis“ (1849–1880) und „Aušra“ (1883–1886) – tauchten erste Baubegriffe auf, z. B.: molis Ivinsk 1849 31, namas Ivinsk 1849 30, plitos degintos LTP VI 56, siena Ivinsk 1849 31, teptuwas Ivinsk 1849 31, ziame Ivinsk 1862 45. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die rasche Entwicklung der Bauterminologie durch das Aufkommen spezieller bautechnischer Literatur (Lehrbücher und Bauzeitschriften) sowie allgemein durch die Weiterentwicklung der Bauwissenschaft vorangetrieben – 1922 wurde in Kaunas die Universität Litauens eröffnet, und bald darauf erschienen die ersten litauischsprachigen Baulehrbücher. Dieser Artikel untersucht die Terminologie der Bauwissenschaft, der populärwissenschaftlichen Literatur, der Bauzeitschriften und weiterer Publikationen aus den Jahren 1910–1937 (eine Liste der Quellen findet sich am Ende des Artikels) unter den Gesichtspunkten ihrer Herkunft, Struktur und Entwicklung. Das Untersuchungsmaterial umfasst 1393 unterschiedliche¹ (806 einwortige und 587 mehrgliedrige) Termini, die auf der Grundlage des einheimischen ererbten und entlehnten nichtinternationalen Wortschatzes gebildet und mit sprachinternen Mitteln geprägt wurden. Hinsichtlich der Sachgruppen bezeichnen diese Termini Bauwerke und deren Teile (27%), Materialien (20%), Werkzeuge und Geräte (17%), Tätigkeiten, Prozesse und Zustände (16%), Merkmale, Eigenschaften und Maße (6%) sowie andere konkrete und abstrakte Dinge im Zusammenhang mit dem Bauen (14%). Bei den einwortigen Bautermini ist zunächst die semantische Terminusbildung zu erwähnen. Semantische Terminusbildung² ist ein Benennungsverfahren, bei dem das zentrale Mittel der Terminusbildung die semantische Erwei- 1 Varianten werden hier nicht gesondert gezählt, d. h. formale Ausprägungen derselben sprachlichen Einheiten, die dieselbe Funktion erfüllen und regelmäßige Unterschiede im Lautbau aufweisen (KPP 2003: 107). 2 Vietoje termino semantinis terminų kūrimas (Гринев 1993: 129) vartojamas ir terminas leksinis semantinis terminų kūrimas (plg. Прохорова 1996: 8; Татаринов 2006: 188). Terminologija | 2007 | 14 125 tojimas (Татаринов 2006: 188). Šio tipo terminų grupėje pirmiausia skirtini terminizacijos būdu atsiradę terminai. Terminizacija – paprastųjų (terminių) žodžių ar kitų sričių terminų vertimas terminais (Gaivenis 2002: 18), reikšmių išplėtimas, susiaurinimas, apibendrinimas ir kitoks modifikavimas ir atribojimas nuo kitų reikšmių (Klimavičius 1996: 6). Žodžių semantinės plėtros atžvilgiu terminizacija gali apimti ne vieną terminologijos reiškinį: 1) paprastųjų žodžių semantikos visumos perkėlimą į terminus (Татаринов 2006: 188), 2) paprastųjų žodžių reikšmių specializaciją – susiaurinimą ar praplėtimą (Татаринов 2006: 188), 3) žodžių reikšmių perkėlimą (Keinys 1980: 63–64; Gaivenis 2002: 52). Nach dem Gesagten sind zunächst Termini zu unterscheiden, deren Bedeutung denjenigen von einfachen Wörtern³ entspricht, z. B.: akmuo JodelNorm 2, aliejus Kind 32, anglis Iv 48, apušė Januš 18, ąžuolas Kind 7, diemantas JodelTechn 9, eglė Januš 18, Kind 7, molis Reis 1, pienas Kind 50, pušis Januš 18, smėlys Januš 9, stiklas Ekz 3, tošis JodelTechn 156, žabai Vanag 28, žabarai JodelTechn 29, žvyras Reis 13; butas (Wohnhaus) Stat M1922 I 8, kambarys Januš 14, kūtė Vanag 10, lubos Januš 15, namas (Wohngebäude) Zubausk 9, tiltas Ekz 1; čerpe Šimol 72, grebėstas Iv 18, lenta Braž 2, rąstas Reis 24, sija Kind 14, siena Reis 1, (Dachlatten) šūlas Braž 10. Aus den Beispielen geht hervor, dass es sich vorwiegend um Termini handelt, die den Grund- oder Primärbedeutungen einfacher Wörter entsprechen und verschiedene Baumaterialien, Bauwerke, deren Teile sowie weitere baubezogene Dinge bezeichnen. Gesondert zu nennen sind Termini, die durch Spezialisierung⁴ einfacher Wörter, d. h. durch Verengung oder Erweiterung der Bedeutung, entstanden sind. Bei einer Bedeutungsverengung erfolgt die Übertragung der Bezeichnung eines Begriffs auf einen anderen anhand der allgemeinen Merkmale des einfachen Begriffs; der verengte Begriff erhält jedoch auch weitere, zusätzliche Merkmale (Прохорова 1996: 79). Genauer gesagt ist die Bedeutungsverengung charakteristisch für Termini, die eine stärker definierte bautechnische Bedeutung angenommen haben, z. B.: anga (Öffnung)⁵ JodelTechn 135, dėmė (Ziegelmangel) JodelNorm 1, (Fundament-) duobė Ekz 3, kartys (Stangen, auf denen Holz gestapelt wird) JodelTechn 161, (Ziegel-) krosnis Iv 18, kubilas JodelTechn 66, marka (Grube) StatM 1923 I 6, minklė (Tonmasse) JodelTechn 117, (Mal-) padargai Ekz 6, skylė Kind 18. Eine Bedeutungserweiterung ist charakteristisch für Termini, die Klassen von Gegenständen bezeichnen, z. B.: druskos 3 Die Termini werden anhand der Angaben im akademischen Wörterbuch der litauischen Sprache mit einfachen Wörtern verglichen. 4 Terminologisierung und Spezialisierung werden mitunter als getrennte Verfahren der Terminusbildung betrachtet (vgl. Гринев 1993: 129–132), mitunter werden diese Erscheinungen nicht streng voneinander unterschieden (siehe Татаринов 2006: 188–189). 5 In Klammern wird der Inhalt des Terminus präzisiert. 126 Robertas Stunžinas | 1910–1937 m. lietuviškoji statybos terminija... JodelNorm 1, Fußböden Kind 13, Öfen Šimol 4, Decken (Decken und Geschossdecken) Šimol 4. Dies ist eine der umfangreichsten (sie machen etwa ein Fünftel aller einwortigen Termini aus) und ältesten Terminologiegruppen des untersuchten Zeitraums – die Termini wurden auch in Quellen des 19. Jahrhunderts häufig verwendet, z. B.: Stein LTP VI 56, Sand LTP VI 56, Glas LTP VI 56, Blick LTP VI 125, Mauer LTP VI 125. Mit Termini aus diesen Untergruppen wurde etwa ein Drittel aller Mehrworttermini gebildet, z. B.: Kunststein Iv 7, Tonziegel Kind 34, Tischlertüren Kind 27, Schmiedeeisen (Eisen und Stahl) JodelTechn 170, Stabeisen JodelTechn 185, Gusseisen JodelTechn 171, Stampflehmboden Ekz 4, säurebeständiges Gefäß JodelTechn 144, Primärton Iv 2. Am häufigsten sind Termini für Mauer (32), Ziegel (25), Ofen (16), Ton (15), Raum (13), Stein als Artenbezeichnungen, z. B.: Lehmwand Braž 2, gegossene M. Ekz 3, Lehmziegelmauer Braž 1, Schreibstube Kind 8, Hohlmauer StatM 1922 II 17, Flecht-Lehmwand Braž 2, Rohziegelmauer Reis 2; gebrannter Tonziegel Iv 6, gut gebrannte Z. Reis 14, luftgetrocknete Z. Januš 16, ungebrannte Z. Iv 7, Formziegel JodelNorm 2, Bauziegel JodelNorm 2, feuerfester Z. JodelTechn 73, Verblendziegel Ekz 5; Ofen mit Gasfeuerung Iv 64, O. mit abwärtsgerichteter Flamme Iv 65, O. mit einfacher Feuerung Iv 64, O. mit einfachem Herd Iv 64, Drehofen Iv 65; gebrannter Ton StatM 1923 I 18, sehr magerer Ton JodelTechn 117, Ton mit starker Bindekraft Iv 15, Sedimentton Iv 3, gewöhnlicher Ton Iv 5, zu fetter Ton Vanag 15, überkneteter Ton JodelNorm 1, Grauton JodelTechn 29, feuerfester Ton Iv 5; Gäste- / Hauswirtschafts- / Dienstboten- / Ess- / Zimmer Januš 14; poröser (verzweigter) Stein JodelTechn 9, Plattenstein Kind 29, Bruchstein StatM 1922 I 18, Hohlstein JodelTechn 103. Einen kleinen Teil der einwortigen Termini bilden metaphorische und metonymische Termini. Allgemein gesprochen, sind metaphorische und metonymische Termini einem eigenen Untertyp der semantischen Terminusbildung zuzuordnen – der tropischen Terminusbildung (vgl. Татаринов 2006: 188). Bei der tropischen Terminusbildung wird die Wortsemantik – das motivierende semantische Merkmal (tertium comparationis) – nur teilweise herangezogen (Татаринов 2006: 188). In unserem Fall handelt es sich jedoch überwiegend um terminologisierte und insbesondere spezialisierte einfache Wörter in übertragenen Bedeutungen (mehr dazu weiter unten). In dieser Gruppe bilden metaphorische Termini die überwiegende Mehrheit. Metaphorische Termini entstehen, wenn spezielle Begriffe aufgrund bestimmter Merkmale mit gewöhnlichen Begriffen verglichen und mit Wörtern für gewöhnliche Begriffe bezeichnet werden (Прохорова 1996: 42). In der Bauterminologie des untersuchten Zeitraums waren besonders Terminologija | 2007 | 14 127 am häufigsten treten konkrete Metaphern auf; metaphorische Benennungen erfolgten vorwiegend anhand von Gegenständen aus der menschlichen Umgebung: a) dem menschlichen Körper, z. B.: (des Stampfers) Kopf StatM 1923 I 20, (des Hauses) Skelett Kind 8, (des Daches) Buckel StatM 1923 I 11, (des Ofens) Sockel Kind 15, (der Anlage) Backen StatM 1922 II 19; b) Haushaltsgegenständen, z. B.: Rechen (Werkzeug zum Mischen von Zement) Šimol 71, (Luft-)Lager StatM 1923 I 16, Bett (Kies- und Zementschicht) JodelTechn 29, Kind 14, Kerze (Gasbrennstoffrohr) Iv 75; c) Nahrungsmitteln, z. B.: Püree (Kalkmischung) StatM 1923 I 20, (der Straße) Kruste JodelTechn 29, Teig Braž 1. Deutlich weniger sind Termini, die nach Tieren, Pflanzen und anderen Gegenständen der Natur benannt sind, z. B.: Biber (Vorrichtung zum Pressen von Dachziegeln) StatM 1922 II 18, geruvė StatM 1923 I 10, Bär (Schmiedevorrichtung) Ekz 3, Schnecke Ekz 1, Kiemen JodelTechn 21; (des Mauerwerks) Rinde StatM 1923 I 21, Erbse JodelTechn 77; Höhle (Ziegelbrenntunnel) JodelTechn 135. Abstrakte Metaphern sind selten, z. B.: zerstörende Kraft Ekz 3, Kraftentwickler (Kraft) JodelTechn 188. Aus chronologischer und onomasiologischer Sicht sind die meisten metaphorischen Termini keine neuen Metaphern. Einige davon finden sich auch in früheren Quellen des 19. Jahrhunderts, z. B.: gūlis LTP VI 172, kepurė LTP VI 352, padas LTP VI 171, teszla LTP VI 167. Ebenso ist offensichtlich, dass ein großer Teil der hier behandelten Termini Ergebnisse sekundärer metaphorischer Benennung sind. Diese Termini können durch Terminologisierung (Spezialisierung) einfacher Wörter mit Neben- und übertragenen Bedeutungen oder von Volkstermini entstehen, z. B.: Nadel (Teil eines Geräts) JodelTechn 85 – adata6 2. „ein Metallstäbchen, gewöhnlich mit spitzem Ende, für verschiedene Zwecke und daher von unterschiedlichem Aussehen“; Pfannkuchen (runde Form) JodelTechn 85 – blynas 3. übertragen „irgendein abgeflachter Gegenstand“; dūda JodelNorm 5 – dūda 5. „Rohr“; (des Stampfers) Kopf StatM 1923 I 20 – galva 8. „ein runder, kräftigerer Teil eines Gegenstands; Vorderseite; Spitze, Oberseite“; (der Luft) Lager StatM 1923 I 16 – guolis 5. „Schicht“; (des Gefäßes) Flaschenhals JodelTechn 181 – gurklys 4. „Hals eines Gefäßes, Flaschenhals“; [Sparren]7 Beine Reis 24 – kojos 3. „unterer Teil eines Gegenstands“; Bär (Schmiedevorrichtung) Ekz 3 – meška 5. „großes Gerät mit schwerem, dickem Ende zum Einschlagen von Pfählen, Stampfen von Lehm u. Ä.“; Fußboden (Estrich) Kind 13 – padas 3. „gestampfter Bodenbelag eines Gebäudes oder einer Stube, Lehmestrich, Fußbodenbelag“ LKŽe. Dies gilt auch für metaphorische Diminutivtermini, z. B.: Öhrchen (Fehler, Vertiefung) Šimol 79, Köpfchen (oberer Teil eines Details) JodelTechn 189, Mützchen (eine bestimmte Art von Gewölbe) Ekz 4, (des Kalks) Hemdchen StatM 1923 I 20. 6 Die Daten stammen aus der elektronischen Ausgabe des Lietuvių kalbos žodyno unter www.lkz.lt 7 Die Bestandteile zusammengesetzter Termini sind in eckigen Klammern angegeben. 128 Robertas Stunžinas | 1910–1937 m. lietuviškoji statybos terminija... Das Ergebnis der tropischen Terminusbildung könnten lediglich einige wenige metonymische Termini sein. Metonymie ist das Ergebnis eines Bedeutungswandels (Wechsels der Semen) aufgrund bestimmter räumlicher, zeitlicher oder kausaler Zusammenhänge zwischen Begriffen (Татаринов 2006: 189). Im untersuchten Material wird durch metonymische Termini nach dem Mittel die Art der Ausführung von Arbeiten bezeichnet, z. B.: lenta (Art der Dachdeckung) StatM 1923 I 8, piautuvas (Art der Dachdeckung) StatM 1923 I 8. Diese Termini wurden nach spezifischen metonymischen Modellen der Terminologie8 gebildet; es handelt sich nicht um terminologisierte Wörter der Gemeinsprache. Mit metaphorischen und metonymischen Termini sind nur wenige zusammengesetzte Termini gebildet. Zusammengesetzte Termini mit Termini aus diesen Gruppen machen etwa ein Zehntel aller zusammengesetzten Termini aus, z. B.: geležinės dūdos JodelTechn 7, dūmtraukio galvutė Kind 18, plieninės geruvės JodelTechn 19, geležinis grėblys JodelTechn 66, triobos griaučiai Kind 8, gegnių kojos Reis 24, plento pluta JodelTechn 29. Den größten Anteil an den Einworttermini (etwa drei Viertel) bilden Ableitungen, z. B.: apdabinimas Ekz 3, atlošumas Ekz 4, atrama Ekz 4, aukštakrosnė Šimol 74, (Stall-) grindinys Kind 18, grūdelis Kind 41, įdėklis JodelTechn 190, įvarža Kind 26, kastuvas Šimol 71, kniedė JodelTechn 186, pabėgis JodelTechn 164, palangė Reis 24, pašlaitė Kind 27, protarpis JodelTechn 73, sąvarža Reis 22, statyba Reis 7, trauka Iv 80, uždanga JodelTechn 137. Auf der Grundlage der Daten des Lietuvių kalbos žodyno lässt sich sagen, dass die meisten Ableitungen alte gemeinsprachliche Wörter sind und als Termini aus der lebendigen Sprache übernommen werden können. Einige Ableitungen finden sich in Quellen des 19. Jahrhunderts, z. B.: priemaįża LTP VI 166, piaustuvas LTP VI 167. Daher wäre es in diesem Fall angebracht, von der Terminologisierung gemeinsprachlicher Ableitungen – ihrer Spezialisierung – und von anderen semantischen Verfahren der Terminusbildung zu sprechen. Als terminologisiert gelten Bezeichnungen für gewöhnliche Haushaltsgegenstände, Werkzeuge, Bauwerke, deren Teile und andere mit dem Bauwesen zusammenhängende Dinge, z. B.: (Lüftungs-) aukštinis StatM 1922 III 20, dangtis (Dach) Ekz 4, dūmtraukis Kind 16, dumtuvė JodelTechn 180, duonkeփis Kind 15, juodlubės Kind 25, kiaurinė StatM 1923 I 21, langinės Kind 12, lentyna JodelTechn 68, pakulos Kind 7, pastogė Reis 45, peleninė (Ofenöffnung) Kind 15, perdaras (Trennwand) StatM 1922 III 23, pluktuvas Braž 1, priemaįša Reis 2, viela Iv 18. Aus dieser Gruppe sind spezialisierte Bezeichnungen für verschiedene Gegenstände und Geräte hervorzuheben, die eine konkretere bautechnische Bedeutung erlangt haben, z. B.: atmata (Bauabfall) JodelTechn 21, (des Balkens) graiža 8 Metonymische Termini können sowohl nach gewöhnlichen Sprachmodellen als auch nach spezifischen metonymischen Modellen der Terminologie gebildet werden (Прохорова 1996: 69). Terminologija | 2007 | 14 129 Kind 27, (des Baumes) grūstuvas Vanag 26, pakopa (Treppe) Ekz 3, pakura (Teil eines Ziegeltrockners) JodelTechn 132, (des Ofens) pastogė JodelTechn 69. Eine eigene Gruppe bilden abgeleitete Termini, die durch Bedeutungsübertragung gekennzeichnet sind. Am häufigsten sind hier metaphorische Diminutive, z. B.: ardelis (Stufe des Ofenfeuerraums) JodelTechn 39, langelis (Ofenöffnung) JodelTechn 135, (metallisches) tinklelis Reis 36, urvelis (Rinne unter einem Ziegelofen) JodelTechn 135, žirneliai (Zementklümpchen) JodelTechn 77. Erwähnenswert sind außerdem metonymische Termini, die nach dem fremdsprachigen Modell Bezeichnung des Handelnden → Bezeichnung des Instruments gebildet wurden, z. B.: džiovintojas (Trockner) JodelTechn 211, [kibirkščių gaudytojas] StatM 1922 III 19, [jėgos žadintojas] JodelTechn 188. Auch ein Teil der abstrakten Begriffe könnte aus der Gemeinsprache übernommen worden sein, z. B.: aukštumas Kind 15, didumas Ekz 4, džiovinimas JodelTechn 68, išgaravimas Iv 73, (des Tons) kapojimas Iv 31, kietumas JodelTechn 8, (der Fenster) kirtimas StatM 1922 III 10, (des Betons) laistymas Šimol 71, našumas JodelTechn 73, (der Temperatur) puolimas JodelTechn 200, stiprumas Vanag 16. Viele davon finden sich in den erwähnten älteren Quellen, z. B.: vėdinimas LTP VI 166, džiovinimas LTP VI 168, drėgnumas LTP VI 125, pliszimas LTP VI 58, tankumas LTP VI 58, tvirtumas LTP VI 126. In manchen Fällen ist schwer festzustellen, ob eine Ableitung terminologisiert oder neu gebildet ist. Dies gilt besonders für Verb- und Adjektivabstrakta mit transpositionaler Wortbildungsbedeutung9 und den Suffixen -imas/-ymas, -umas. Ableitungen dieses Typs haben im Wesentlichen denselben Inhalt wie das Grundwort, gehören jedoch einer anderen Wortart an und unterscheiden sich daher in ihrer syntaktischen Funktion (Urbutis 1978: 165). Solche Derivate lassen sich von jedem Verb und Adjektiv bilden, z. B.: aušimas Ekz 4, dažymas Šimol 4, drėgnumas Januš 17, džiovinimas JodelTechn 68, išbrinkimas JodelTechn 158, kreivumas Januš 21, minkymas Iv 25. Von den besprochenen Ableitungen mit reiner Handlungsbedeutung heben sich die Ableitungen mit dem Suffix -imas/-ymas ab, die durch Bedeutungsübertragung gekennzeichnet sind. Es handelt sich um metonymische Termini, die nach dem gemeinsprachlichen Modell Handlung → Handlungsergebnis gebildet wurden und Mängel sowie andere konkrete Dinge nach den ihnen zugrunde liegenden Handlungen benennen, z. B.: iškyrypimas (Holzfehler) Kind 36, pertrūkimas (Eisenfehler) 194, užgavimas (Holzfehler) JodelTechn 157, įsikišimas (Gebäudeteil) StatM 1922 III 10, praskėtimas (Trog) Šimol 71, užlaužimas (Kurve) JodelTechn 200. Ein kleiner Teil der Ableitungen kann als Neubildungen gelten. Den größten Teil der Neubildungen 9 Bei Termini mit transpositionaler Wortbildungsbedeutung werden gewöhnlich nur Verbabstrakta mit den Suffixen -imas / -ymas unterschieden (vgl. Umbrasas 2005: 44; Kaulakienė 2006: 81). 130 Robertas Stunžinas │ 1910–1937 m. lietuviškoji statybos terminija... Sie besteht aus Komposita; seltener kommen Suffix- und Endungsableitungen vor. In der Gruppe der Komposita machen nominale Zusammensetzungen, d. h. Termini mit einem nominalen Zweitglied, mehr als die Hälfte aus, z. B.: baltdāžai StatM 1922 I 22, degplytė Januš 19, degutžemis StatM 1923 I 16, mūrgastis Ekz 4, skaldasėmelis Šimol 79, skersšakė Kind 40, skliautrama Ekz 4, ugniasienis StatM 1922 III 15. Etwas seltener sind verbale zusammengesetzte Termini, z. B.: dūmadengė JodelTechn 135, dūmalinda StatM 1922 III 19, greitmaišė Šimol 87, kertmušė Kind 25, sienagulis StatM 1923 I 21, vandenteikis JodelTechn 147, vandensaikas Ekz 7, žemsemė Ekz 5. In der kleinen Gruppe der Suffix- und Endungsableitungen finden sich vor allem Bezeichnungen für Handlungsergebnisse mit den Arbeitsformanten -mena, -snis, -alas, -a, -is, z. B.: skirstmena Ekz 6, slugšnis StatM 1923 I 20, užtep alas Kind 33, apijuosa Kind 27, įtalpa (Fassungsvermögen) StatM 1922 I 9, gulda Ekz 5, riša (Bewehrung) Ekz 6, nuolužis Ekz 6. Eine kleine Gruppe bilden Werkzeugbezeichnungen mit den Arbeitsformanten -tukas, -klis, -tas, -a, z. B.: dengtukas (Dachziegel) JodelNorm 5, idėklis (Zange) JodelTechn 190, ruštas (Krümmhobel) Iv 57, užštuma Kind 245. Vereinzelt treten Bezeichnungen für Träger verbaler und nominaler Eigenschaften auf, z. B.: glaustinė Ekz 4, rupuolis Šimol 57. Mit Derivaten, insbesondere mit Ableitungen auf die Suffixe -imas/-ymas, -umas, wurde der größte Teil der mehrgliedrigen Termini gebildet. Am häufigsten sind Termini mit atsparumas (Widerstandsfähigkeit; 19), įtempimas (Spannung; 5), bandymas (Prüfung; 3) als Gattungsbezeichnungen, z. B.: atsparumas gniužimui JodelTechn 90, a. išoriniam slėgimui JodelTechn 147, a. kirpimui šlitei Ekz 17, a. slėgimui / spaudimui JodelTechn 9, a. sukimui / tempimui Ekz 17, a. vandens praleidimui Iv 9, a. vidujiniam slėgimui JodelTechn 147, laikinas a. JodelTechn 24, medžiagos a. Ekz 5; išvidinis įtempimas Šimol 66, leistinas akmens į. JodelTechn 24, leistinasis į. gniužimui / tempimui Ekz 17, medžiagos į. Ekz 17; koringumo / patvarumo bandymas JodelTechn 146, tvirtumo b. JodelTechn 145. Mit Neuschöpfungen wurden nur wenige mehrgliedrige Termini gebildet, z. B.: plokščias dengtukas StatM 1922 II 6, gegnės glaustinė Ekz 4, skliautraminė gegnės glaustinė Ekz 4, mišrioji gulda Ekz 5, geležinis idėklis StatM 1922 III 23, geležies rišos Ekz 6, laiptinis ruštas Iv 82. Im Hinblick auf den heutigen Sprachgebrauch zeigt sich, dass ein großer Teil der erörterten Terminologie bis heute erhalten geblieben ist. So findet man beispielsweise mehr als die Hälfte (56%) der Einworttermini in aktuellen Wörterbüchern der Baubegriffe, z. B.: džio-vykla Iv 45, STŽ 134; gegnė JodelTechn 164, STŽ 165; guolis StatM 1923 I 16, STŽ 184; išklotinė Ekz 1, STŽ 207; įvarža Kind 26, STŽ 220; kietėjimas Šimol 84, STŽ 253; minklė JodelTechn 117, ALSTŽ 267; muštuvas Terminologija | 2007 | 14 1 3 1 JodelTechn 191, STŽ 351; Vorbereitung Ekz 5, ALSTŽ 104; Trennwand Kind 19, STŽ 407; Rissbildung Iv 14, ALSTŽ 42. In diesem Fall sollte man jedoch eher von der Entsprechung des terminologischen Ausdrucks sprechen, da sich der Inhalt der Begriffe verändert haben kann. So wurde der Begriff Wohnung in StatM 1922 I 8 in der umfassenderen Bedeutung „Wohnhaus“ verwendet, Speisezimmer in Januš 40 in der Bedeutung „Esszimmer“ und Vertrag in Januš 8 in der Bedeutung „Symmetrie“. Bis heute sind vor allem Bezeichnungen abstrakter Begriffe (Handlungen, Prozesse, Eigenschaften) erhalten geblieben, z. B.: Abkühlung Ekz 4, STŽ 61; Abdeckung Kind 32, STŽ 115; Feuchtigkeit Ekz 3, STŽ 126; Unebenheit Kind 43, STŽ 356; Rissbildung Iv 14, ALSTŽ 42; Rostbildung Šimol 66, ALSTŽ 84; Pressung JodelTechn 14, STŽ 544; Druck JodelNorm 6, ALSTŽ 267; Dehnbarkeit JodelTechn 119, ALSTŽ 120. Zu den Termini für konkrete Gegenstände ist anzumerken, dass viele davon Historismen sind, d. h. nicht mehr gebräuchliche Gegenstände bezeichnen, z. B.: akėčios (Gerät zum Mischen von Zement) JodelTechn 66, bebras (Vorrichtung zum Pressen von Dachziegeln) StatM 1922 II 18, boba Braž 9, ližė (Glättvorrichtung) StatM 1923 I 11, pimpelis (Schnur mit angehängtem Lot) Braž 5. Einige Termini sind Archaismen, d. h. Termini, die von anderen Bezeichnungen für dasselbe Denotat verdrängt wurden, z. B.: apdabinimas Ekz 3, apsloginimas (appaudimas) JodelNorm 2, dūda (Rohr) JodelTechn 29, glostimas (Glätten) StatM 1923 I 11, išvejavimas (Lüftung) JodelNorm 1, pabūklai (Geräte) Ekz 4, padabinimas (Pflege) Ekz 5, plėnelė (Häutchen) JodelTechn 23, (der Temperatur) puolimas JodelTechn 200, sugalvojimas (Berechnung) Ekz 8, susėmimas (Erhärten) JodelTechn 85, sutartis (Symmetrie) Januš 8, sujienymas (Verbindung) Ekz 8, ugnies nebijojimas JodelTechn 8, veidavimas (Verkleidung) Ekz 5. SCHLUSSFOLGERUNGEN 1. In den Bauzeitschriften, wissenschaftlichen Publikationen und Praxisheften der Jahre 1910–1937 wurden zahlreiche litauische Termini einheimischer Herkunft sowie nicht internationale Lehntermini verwendet. Die Hauptmerkmale der Bauterminologie des untersuchten Zeitraums sind ihre Traditionsverbundenheit und Lebendigkeit. 2. Die Terminologisierung des allgemeinen Wortschatzes, insbesondere die Spezialisierung, sind die wichtigsten Wege zur Entstehung der Bauterminologie. Durch die Terminologisierung (Spezialisierung) gemeinsprachlicher Wörter entstanden sowohl metaphorische Bauterminologie als auch der überwiegende Teil der Derivate. 3. Durch andere semantische Verfahren der Terminusbildung und durch Wortbildung konnte nur ein kleiner Teil der Termini gebildet werden. Die Gruppe der terminologischen Neuschöpfungen besteht hauptsächlich aus zusammengesetzten Termini und Suffixableitungen. 132 Robertas Stunžinas | 1910–1937 m. lietuviškoji statybos terminija... 4. Die zusammengesetzte Bauterminologie des untersuchten Zeitraums ist nicht umfangreich. Die meisten zusammengesetzten Termini wurden aus terminologisierten einfachen Wörtern sowie aus Abstrakta von Verben und Adjektiven gebildet. 5. Ein Teil der untersuchten Termini ist bereits veraltet und bezeichnet nicht mehr gebräuchliche Begriffe, doch viele Termini sind erhalten geblieben und werden in der heutigen Bauterminologie verwendet. ŠALTINIAI I Ivinsk – Metu skajtlus ukiniszkas. Parašzitas par L. Iwiński, Vilnius, 1849–1862. LTP VI – Lietuvių tautos praeitis. Skirtas „Aušros“ šimto metų sukakčiai paminėti. Parengė Jonas Dainauskas, Chicago, 1983. II Braš – Bražinskas J. Kaip ir iš ko galima statyti pigius ir tvomingus ūkio trobesius, Vilnius, 1910. EKz – Statybos techniko teisems įgyti egzaminų programa. Sud. A. Maciejauskas, Kaunas, 1923. Iv – Ivanauskas J. Plytų gamyba kaimo plytinėje, Kaunas, 1932. Januš – Januševičius P. Namai, jų svarba, vieta, padėjimas, stilius, medga, statymas, Vilnius, 1917. JodelTechn – Jodelė Pr. Statybos medžiagų technologija, Kaunas, 1923. JodelNorm – Jodelė Pr. Statybos medžiagoms priimti normos ir joms bandyti sąlygos, Kaunas, 1929. Kind – Kindurys V. Ūkiškų trobų statybos vadovas, Kaunas, 1935. Reis – Reisonas J. Molio statyba, Kaunas, 1928. StatM 1922 I – Statybos menas ir technika [1 sąs.]. StatM 1922 II – Statybos menas ir technika [2 sąs.]. StatM 1922 III – Statybos menas ir technika [3 sąs.]. StatM 1923 I – Statybos menas ir technika [1 sąs.]. Šimol – Šimoliūnas J. Statyba. I tomas: Statybos medžiagos, Kaunas, 1937. Vanag – Vanagaitis R. Ūkio statyba: ūkininkams ir statybos darbininkams vadovėlis, Šiauliai, 1922. Zubausk – Zubauskas K. Statybos ir butų tvarkymo įstatymai, taisyklės, Tilžė, 1922. III ALSTŽ – Anglų–lietuvių kalbų statybos terminų žodynas. Spec. red. A. Kudzys, Vilnius, 1993. LKŽe – Lietuvių kalbos žodynas (e. leidimas, www.lkz.lt). STŽ – Statybos terminų žodynas. Moksl. red. A. Kudzys, Vilnius, 2002. LITERATŪRA Gaivenis K. 2002: Lietuvių terminologija: teorijos ir tvarkybos metmenys, Vilnius. Kaulakienė A. 2006: Pirmojo lietuviško aukštosios mokyklos fizikos vadovėlio terminija. – Terminologija 13, 76–96. Keinys St. 1980: Terminologijos abėcėlė, Vilnius. Klimavičius J. 1996: Nuo liaudies terminijos prie mokslinės. – Terminologija 3, 4–25. Umbrasas A. 2005: Lietuvių teisės terminija 1918–1940 metais (pagrindinių kodeksų terminai), Vilnius. Urbutis V. 1978: Žodžių darybos teorija, Vilnius. Гринев С. 1993: Введение в терминоведение, Москва. КРР 2003: Культура русской речи. Энциклопедический словарь-справочник, Москва. Прохорова В 1996: Русская терминология (лексико-семантическое образование), Москва. Татаринов В. 2006: Общее терминоведение: энциклопедический словарь, Москва. Terminologija | 2007 | 14 1 3 3 1910–1937 LITHUANIAN TERMINOLOGY OF BUILDING This article deals with analysis of Lithuanian endogenic and old loaned building terminology of the begining of XX century according to origin, structure and development aspects. Overall 1393 terms are analyzed, i. e. 806 one-word terms and 587 composite terms. Of all one-word terms terminologized (specialized) old lexis makes up about one fifth part: akmuo (stone) JodelNorm 2, namas (house) Zubausk 9, sija (beam) Kind 14. Metaphoric and metonymic terms in early building terminology are rather rare. The majority of metaphoric terms are the result of secondary metaphoric nomination: griaučiai (skeleton) Kind 8, grėblys (raker) Šimol 71, metonymic terms are originated according to specific terminology models: lenta (board) StatM 1923 I 8. Three quarters of analyzed one-word terms are derivations. The facts of Lithuanian language dictionary suggest that a large group of derivations could have been borrowed from the folk language: dumtrau kis (chimney) Kind 16. In many cases it is difficult to decide whether derivations are terminologized simple words or newly made. In particular this can be said about transpositional abstracts of verbs and adjectives: aušimas (cooling) Ekz 4, akytumas (porosity) Šimol 20. Only a small group of derivations could be suggested as neologisms. The majority of the neologisms are compound derivations: degplytė (baked brick) Janūš 19. Derivations of suffixes and endings are rather rare: slug-snis (layer) StatM 1923 I 20, riša (bunch) Ekz 6. The major part of composite terms are made with the abstracts of verbs and adjectives: patvarumo bandymas (proof of sustainability) JodelTechn 146, atsparumas gniužimui (stability to crushing) JodelTechn 90 and terminologized simple words: dirbtinis akmuo (artificial stone) Iv 7. Most of the terms which are analyzed in this article are used at present. More than a half (56%) of one-word terms are found in modern term dictionaries of building: džiovykla (drying chamber) Iv 45, STŽ 134, kietėjimas (solidification) Šimol 84, STŽ 253, muštuvas (impact maschine) JodelTechn 191, STŽ 351. A significant part of terms are historisms and archaisms: akėčios (harrow) JodelTechn 66, bėbras (beaver) StatM 1922 II 18; apsloginimas (reduction) JodelNorm 2, glostimas (smoothing) StatM 1923 I 11. Gauta 2007 10 15 Robertas Stunžinas Lietuvių kalbos institutas P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius [email protected] 1 3 4 Robertas Stunžinas | 1910–1937 m. lietuviškoji statybos terminija...