„Keleivio“ straipsnių apie sveikatą terminai
Full text
Terminologie der Gesundheitsartikel im Keleivis
PALMIRA ZEMLEVIČIŪTĖ
Institut für litauische Sprache
SCHLÜSSELWÖRTER: Medizin, Gesundheit, medizinischer Fachbegriff
EINLEITENDE BEMERKUNGEN
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Stellung der litauischen Sprache in Kleinlitauen im Vergleich zu Großlitauen besser. Hier blühte die litauische Sprache auf – man bemühte sich um ihre Pflege und Reinheit, die Verbesserung der Normen usw. In Kleinlitauen begann man auch, die ersten litauischsprachigen Zeitungen herauszugeben (Zinkevičius 1990: 225), in denen sich Ansätze einer Terminologie aus verschiedenen wissenschaftlichen Fachgebieten finden lassen. Eine dieser Publikationen war die von 1849 bis 1880 in Königsberg erscheinende Wochenzeitung Keleiwis iß Karalaucżiaus Broliams Lietuwininkams ßinęs parneßas (im Folgenden Keleivis), deren Redakteur und Herausgeber Frydrichas Kuršaitis (1806–1884) war. Neben Predigten für Feiertage, politischen Meldungen und anderen für die Öffentlichkeit wichtigen Nachrichten aus Preußen, Deutschland und anderen Ländern veröffentlichte die Zeitung populärwissenschaftliche Artikel aus verschiedenen Fachgebieten – Astronomie, Botanik, Physik1, Geografie, Geschichte, Medizin, Meteorologie, Technik, Veterinärmedizin, Zoologie usw.
Von 1853 bis 1879 wurden im Keleivis neunzehn Artikel aus dem Bereich Medizin veröffentlicht2. Hervorzuheben ist, dass die Artikel nicht von Ärzten verfasst wurden, mit Ausnahme eines Artikels über Trichinen („Hütet euch vor den Trichinen!“), an dessen Ende steht: Kreif[?]likus Dr. Pinkus. Die meisten, elf Artikel zu verschiedenen Themen, veröffentlichte Fr. Kuršaitis3. Über die Auswirkungen des Tabaks auf die menschliche Gesundheit schrieb er in dem Artikel „Ar Wale Tabako rukyti?“, über die Bedeutung der Erholung …
1Die Terminologie der populärwissenschaftlichen Physikartikel im Keleivis hat Angelė Kaulakienė untersucht (siehe Kaulakienė 1991).
2Das Material für den Artikel wurde der Publikation Lietuvos bibliografija. Serija C. Lietuviškų periodinių leidinių publikacijos 1832–1890. Vilnius, 2004, 471–492 entnommen.
3Tatsächlich wird bei den meisten Artikeln in der Zeitung kein Autor genannt; nur ein paar Artikel sind mit dem Decknamen K. unterzeichnet. Die folgenden Artikel werden Fr. Kuršaitis zugeschrieben, gestützt auf die in der zweiten Fußnote erwähnte Publikation.
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Der für die Gesundheit veröffentlichte Artikel „Atmink, idant Dieną ßwentą ßwełtumbei!“ („Denke daran, den heiligen Tag zu heiligen!“). Vier Artikel handeln von Infektionskrankheiten und ihrer Vorbeugung: „Pamokinimai prieß Kolerôs Ligą“, „Pamokinimas prieß Kolerôs Ligą“, „Trichynû Ligą“, „Apie Marą“. Fr. Kuršaitis schrieb auch über die Arbeit von Krankenschwestern, die medizinische Versorgung verwundeter preußischer Soldaten, die Einäscherung von Leichen und andere medizinische Themen.
Außer Fr. Kuršaitis schrieb der Pressemitarbeiter Adomas Einaras4 (1842–1906) in der Zeitung über Operationen an Fingern und Zehen, Speiseröhrenkrebs und den Ausbruch der Pest in Russland.
Die Verfasser von sechs Artikeln sind nicht angegeben; einige davon sind allerdings mit den Pseudonymen..n., –w–, einer mit dem Symbol † unterzeichnet. Die Schädlichkeit von Mohnaufguss für Säuglinge wird im Artikel „Motynoms ant Pamokinimo bey Pagraudenimo“ behandelt, über Heilkräuter erschien der Fortsetzungsartikel „Namû Aptėka“, über Symptome und Behandlung wird im Artikel „Per wienôs Mułfêlês Įgėlimą“ geschrieben, und über die von E. Jenner entwickelten Pockenimpfungen im Artikel „Raupliû arba Kropjû bailingajėi Ligai“; über die Pest, die Cholera und ihre Ausbreitung in Klaipėda, Tilžė, Karaliaučius und anderen Städten wird in den Artikeln „Maro Ligos“ und „Kolerôs Liga“ berichtet.
Neben den genannten Artikeln finden sich gesundheits- und behandlungsbezogene Wörter und Wortverbindungen in den Rubriken „Visokia žinia“ und „Visokia trumpa žinia“ des Keleivio. Dort werden häufig auch medizinische Informationen geboten, etwa kurze Meldungen über Krankheiten, die an bestimmten Orten aufgetreten sind, über die Ausbreitung von Krankheiten (meist Infektionskrankheiten – Pocken, Cholera, Typhus, Masern, Fieber und andere) sowie über weitere medizinische Themen, zum Beispiel:
„Die böse Krankheit Cholera ist nun auch in Karaliauczius aufgetreten, und hier hat sie schon 10 Hütten plötzlich ergriffen“ Kel5 1852, Sept. 8 (Nr. 37), S. 148;
„Die Cholera fordert in Karaliauczius weiterhin viele Opfer, und nun ist sie auch in Klaipėda und Gumbinė aufgetreten“ Kel 1866, Sept. 11 (Nr. 37), S. 147;
„Hier in Karaliauczius steigt von Tag zu Tag die Zahl der Kranken, die an Fieber, Schüttelfrost und Husten leiden <...>“ Kel 1870, März 15 (Nr. 11), S. 44;
„Hier in Karaliauczius sind, wie erzählt wird, hier und dort einzelne Pockenfälle aufgetreten“ Kel 1862, Juni 24 (Nr. 25), S. 104.
4 Die Artikel wurden mit den Pseudonymen a-e-, e- unterzeichnet.
5 Im Artikel wird dieselbe Abkürzung für den Zeitungsnamen verwendet wie im Wörterbuch der litauischen Sprache.
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Gegenstand dieses Artikels sind somit über 250 medizinische Termini6 (einschließlich Varianten), die den genannten Keleivio-Artikeln und kurzen Nachrichten zum Thema Gesundheit entnommen wurden. Der Artikel zielt darauf ab, Herkunft und Semantik dieser Termini sowie Fragen der Synonymie und Variation zu erörtern, sie mit den heute gebräuchlichen medizinischen Termini zu vergleichen und mögliche Gründe dafür zu erwägen, dass einige der untersuchten Termini in der heutigen Sprache der medizinischen Wissenschaft nicht erhalten geblieben sind.
1. HERKUNFT DER MEDIZINISCHEN TERMINI
1.1. Termini litauischen Ursprungs
Der Herkunft nach besteht der größte Teil der medizinischen Termini aus Wörtern und Wortverbindungen litauischen Ursprungs (185 Termini), z. B.: Akys7 Kel 1865 05 16 (Nr. 20) 78, Galvõs Skaudėjims Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 25, Gėlimą acc.sg. Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Gydimas Kel 1855 01 17 (Nr. 3) 11 / Gydymas Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 26, Karʒtis Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, Krėtimo gen.sg. Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Kunas Kel 1853 04 20 (Nr. 16) 62, Kel 1855 01 17 (Nr. 3) 10, Kel 1865 05 16 (Nr. 20) 78, Kel 1866 08 21 (Nr. 34) 135, Kel 1872 04 30 (Nr. 18) 69, Kel 1873 09 16 (Nr. 37) 146, Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 19, Liga Kel 1852 09 8 (Nr. 37) 148, Kel 1852 11 17 (Nr. 47) 188, Kel 1853 10 5 (Nr. 40) 160, Kel 1855 01 17 (Nr. 3) 9, Kel 1856 10 8 (Nr. 41) 164, Kel 1857 09 24 (Nr. 38) 151, Kel 1862 02 11 (Nr. 6) 24, Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Kel 1865 05 9 (Nr. 19) 74, Kel 1866 02 13 (Nr. 7) 27, Kel 1866 07 31 (Nr. 31) 124, Kel 1866 08 21 (Nr. 34) 135, Kel 1866 10 30 (Nr. 44) 175, Kel 1867 04 2 (Nr. 14) 56, Kel 1871 03 14 (Nr. 21) 43, Kel 1871 08 8 (Nr. 42) 130, Kel 1871 09 5 (Nr. 46) 145, Kel 1871 10 17 (Nr. 42) 169, Kel 1872 04 30 (Nr. 18) 69, Kel 1873 01 14 (Nr. 2) 8, Kel 1873 08 5 (Nr. 31) 124, Kel 1873 11 4 (Nr. 44) 176, Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Kel 1874 06 16 (Nr. 24) 96, Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 25, Kel 1878 08 20 (Nr. 34) 149, Kel 1879 01 28 (Nr. 4) 15, Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 18, Kel 1879 02 25 (Nr. 8) 30, Suputimas Kel 1874 08 18 (Nr. 33)
6 Es ist darauf hinzuweisen, dass der Begriff „Terminus“ in diesem Artikel in einem weiten Sinne verwendet wird, da nur ein Teil der untersuchten medizinischen Termini als eindeutige Termini gelten kann, deren Terminuscharakter außer Zweifel steht, z. B.: akis, kosulys, liga, ligonis. Ein beträchtlicher Teil der behandelten Termini sind jedoch vermutlich lediglich Wörter oder Wortverbindungen, die damals im Volksmund gebräuchlich waren und möglicherweise als Bezeichnungen aufgefasst werden konnten, z. B.: užsidegimas, vidurių sugedimas; daher können sie noch nicht als eigentliche Termini gelten.
7 Im Artikel werden die medizinischen Termini in der Originalschreibung und in denjenigen Flexionsformen wiedergegeben, in denen sie in der Quelle verwendet wurden.
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131, Sʒabais oder Kramais (1 kramas 1. „Schorf, Pickel“ LKŽₑ) instr.pl. Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 19, Sʒiurpulius acc.pl. Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Užkimimas Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Užsidegimą acc.sg. Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, Wēmimas Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106.
1.2. Lehnwörter
1.2.1. LEHNWÖRTER AUS DEN SLAVISCHEN SPRACHEN
Unter den Entlehnungen (35 Termini einschließlich Varianten, davon 17 einwortige Termini; 24 Entlehnungen treten als Haupt- oder Nebenbestandteile zusammengesetzter Termini auf) überwiegen Slawismen (17 Termini), z. B.: Aptieka Kel 1868 10 20 (Nr. 42) 168 „Apotheke“, aus dem Polnischen apteka Skar 32, Bezdžių žiedūje Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87 (siehe 2 xbezdas (1. bezd, bez) 2. „Holunder“ LKŽₑ), Liekorius Kel 1853 04 20 (Nr. 16) 62, Kel 1855 01 17 (Nr. 3) 10, Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Kel 1866 08 21 (Nr. 34) 135, Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Kel 1874 06 16 (Nr. 24) 96 aus dem Belarussischen ljekarb oder dem Polnischen lekarz FrW I 364, vgl. lie korius „Arzt, Chirurg“ aus dem Belarussischen лѣкарь oder dem Polnischen lekarz Skar 120, Lie kar[t]wa Kel 1855 01 17 (Nr. 3) 11, Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 89, Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 26 aus dem Belarussischen oder Polnischen lekarstwo FrW I 364, vgl. liekarstva „Arzneimittel“ aus dem Belarussischen лѣкарство oder dem Polnischen lekarstwo Skar 120, Namų Aptėka Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 86, Namų Lie kar[t]wa Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Pawietra Kel 1878 08 20 (Nr. 34) 149, Kel 1879 01 28 (Nr. 4) 15, Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 18, Kel 1879 02 25 (Nr. 8) 30 „Pest, Epidemie“ aus dem Belarussischen povėtrbje oder dem Polnischen powietrze FrW I 557, vgl. pavietra „Pest“ aus dem Belarussischen повѣтребе oder dem Polnischen powietrze Skar 164, Roną Akk. Sg. Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131 „Wunde“ aus dem Belarussischen рана oder dem Polnischen rana Skar 191, Smertis Kel 1866 02 13 (Nr. 7) 27, Kel 1879 02 25 (Nr. 8) 30 „Tod“ aus dem Belarussischen smer[b] FrW II 844, vgl. smertis „Tod“ aus dem Belarussischen смерть Skar 202.
1.2.2. LEHNWÖRTER AUS DEM DEUTSCHEN
Es wurden 7 Germanismen gefunden, z. B.: Bandwypmas Kel 1874 06 16 (Nr. 24) 96 aus dem Deutschen Bandwurm – Bandwurm, Solitär DVLKŽ I 129, Blywoterio (wokiłkay: Bleiwałler) Gen. Sg. Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, vgl. deutsch Blei – Blei DVLKŽ I 188 und Wasser – Wasser DVLKŽ II 524, Locaritû Gen. Pl. Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, vgl. liocoritas „Lazarett“ aus lǫtseret
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„Lazarett“ Alm 80, Meßkös Cukorius Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90 (siehe 2 xcukorius siehe xcukaras (dt. Zucker) „Zucker“ LKŽe), raudoni Plakai Kel 1879 05 4 (Nr. 5) 19 (siehe plakas „Schlammfleck“ aus dem Ostpreußischen plak „Fleck“ FrW I 601, vgl. plakas „Fleck“ Alm 101), faldūjis jūdājs Lakricas8 Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Tiję iš Lepôs Žiedû Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87 (siehe tija „Tee“ Alm 141).
Die meisten Slawismen und Germanismen sind heute nicht mehr gebräuchlich; Ausnahmen bilden ältere Entlehnungen wie aliejųs (czyłtytafis Linfēmenių Alējus Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131), mėta (tikrolios Mētos Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 89), muilas (žaliafis Muilas Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131) und tabakas (Tabako Sywû Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131).
1.2.3. LEHNWÖRTER AUS DEM GRIECHISCHEN UND LATEINISCHEN
Aus dem Griechischen wurden einige Entlehnungen gefunden (4 Termini), z. B.: Akiù Klynīks Kel 1877 04 17 (Nr. 16) 63 (Klynīks aus gr. χλυνή, aus χλίνη „Lager, Bett“ Фасмер 1967: 251), vgl. klynīke „Klinik“ Alm 68, Kolera Kel 1866 08 21 (Nr. 34) 135, Kel 1866 09 11 (Nr. 37) 147, Kel 1871 08 8 (Nr. 42) 130, Kel 1871 09 5 (Nr. 46) 145, Kel 1873 01 14 (Nr. 2) 8 aus gr. χόλερα, aus χόλος „Galle“ Фасмер 1973: 254, Trichynai Nom. Pl. Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Kel 1866 02 13 (Nr. 7) 27 aus gr. trichinos – haarförmig TŽŽ 2005 756, Trikynû Liga Kel 1877 04 17 (Nr. 16) 63; und aus dem Lateinischen (4 Termini), z. B.: Daktars Kel 1866 02 13 (Nr. 7) 27, Kel 1866 08 21 (Nr. 34) 135, Kel 1870 08 16 (Nr. 34) 130, Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Kel 1874 06 16 (Nr. 24) 96, Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131 aus lat. doctor – Lehrer TŽŽ 2005 143, Liekoriaus Atefta apie Sweikatą Kel 1870 08 16 (Nr. 34) 130 aus lat. attestatus – bezeugt TŽŽ 2005 75, Nerwû Gen. Pl. Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 26 aus lat. nervus „Sehne, Muskel, Nerv“ Фасмер 1971: 64, Opijumo Gen. Sg. Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 26 aus lat. Opium aus gr. ὄπιον, aus ὀπός „Pflanzensaft“ Фасмер 1971: 144, vgl. opijums „Opium“ aus opijumm „Opium“ Alm 93. Die Entlehnungen aus diesen Sprachen, von denen die meisten bis heute in der medizinischen Fachsprache gebräuchlich sind – wobei sich die Schreibweise einiger leicht verändert hat –, sind sprachlicher Herkunft. Da in Kleinlitauen das Deutsche einen größeren Einfluss auf das Litauische ausübte, sind die Gräzismen und Latinismen wahrscheinlich über deutschsprachige Schriften in die untersuchten Artikel des Keleivio gelangt.
8 Nach Auffassung von Max Vasmer gelangte das Wort лакрица „Süßholzwurzel“ über das Deutsche ins Russische – Lakritze aus dem Lateinischen liquirita, aus dem Griechischen γλυκύρριζα „süße Wurzel“ (Фасмер 1967: 453). Der Autor, der mit dem Pseudonym –w– zeichnete, dürfte das Wort lakricas für seinen Artikel „Namų Aptėka“ ebenfalls wahrscheinlich aus deutschsprachigen Quellen übernommen haben; vgl. lakrica 1. „Süßholzwurzeln“ LKŽe.
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1.2.4. L E H N W Ö R T E R A U S D E R L A T V I S C H E N S P R A C H E
Belegt ist ein aus dem Lettischen stammender Terminus: Magunû Galwû Kel 1876 05 15 (Nr. 7) 26, Magunû Stēbukû Kel 1876 05 15 (Nr. 7) 26, vgl. magūna, vgl. maguona (vgl. lett. magone) ‚Mohn‘, LKŽ.
1.2.5. L E H N W Ö R T E R M I T B E S T A N D T E I L E N U N T E R S C H I E D L I C H E R H E R K U N F T
Im Abschnitt sind einige Lehnwortpaare mit Bestandteilen unterschiedlicher Herkunft (lateinisch und slawisch, deutsch und lateinisch) erwähnenswert, z. B.: Daktar=Aptēkēs gen.sg. Kel 1866 08 21 (Nr. 34) 135, Salmiak=Sȝpyrtus (verdünnter Salmiak/piritus) Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131.
1.3. Hybride
Es wurden einige Hybride gefunden (11 Termini, 5 Hybride fungieren als Hauptbestandteile zusammengesetzter Termini), z. B.: Aptēkininko gen.sg. Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 86, Cȝepy jimas Kel 1867 04 2 (Nr. 14) 56, Namû Aptēkēle Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Rurelę acc.sg. ‚ein solches Gerät‘ Kel 1880 02 10 (Nr. 6) 23: „Der Professor Dr. Schönborn bohrte ihm geradewegs ein Loch in den Bauch und jetzt wird ihm die Nahrung durch eine R u r e l ę9 direkt in den Darm eingefüllt“, Smertelnyj-te nom.sg. ‚Sterblichkeit‘ Kel 1870 03 15 (Nr. 11) 44.
1.4. Zusammengesetzte Termini mit Bestandteilen unterschiedlicher Herkunft
Wie einige der zuvor angeführten Beispiele zeigen, enthalten die untersuchten Artikel zusammengesetzte Termini, deren Bestandteile unterschiedlicher Herkunft sind. Es wurden 37 Termini mit Bestandteilen unterschiedlicher Herkunft gefunden: mit einem litauischen und einem entlehnten Bestandteil, z. B.: Gydymo Remeflo ‚Medizin?‘ Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, judālis Smertis Kel 1879 01 28 (Nr. 4) 15, Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 18, Ku-no Liekorius Kel 1853 04 20 (Nr. 16) 62, Liekoriaus Atelta apie Sveikatą Kel 1870 08 16 (Nr. 34) 130, raudoni Plakai Kel 1879 05 4 (Nr. 5) 19, oder mit einem litauischen und einem hybriden Bestandteil, z. B.: Raupliû Cȝēpijimas Kel 1864 06 28 (Nr. 26) 104, Raupliû Iȝciepijimo Kel 1872 04 30 (Nr. 18) 69.
2. S E M A N T I K M E D I Z I N I S C H E R T E R M I N I
Keleivio Die Gesundheitsterminologie der Artikel benennt verschiedene medizinische Begriffe. Sie lässt sich in mehrere semantische Gruppen einteilen. Zunächst sind dies die Bezeichnungen für Teile des menschlichen Körpers, Organe und die von ihnen produzierten Flüssigkeiten, z. B.: Akys Kel 1865 05 16 (Nr. 20) 78, Burnoj loc.sg. Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 89,
9In diesem und den folgenden Beispielsätzen sind die Termini von der Verfasserin dieses Artikels in Sperrsatz gesetzt.
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Gylas acc.pl. Kel 1855 01 17 (Nr. 3) 10, Gomurio gen.sg. Kel 1865 05 16 (Nr. 20) 78, Kaklas Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 19, Kaulai Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 19, Kojos nom.pl. Kel 1864 06 28 (Nr. 26) 104, Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Kraujas Kel 1853 04 20 (Nr. 16) 62, Kel 1855 01 17 (Nr. 3) 10, Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, Krutinės gen.sg. Kel 1865 05 16 (Nr. 20) 78, Liežuvio gen.sg. Kel 1865 05 16 (Nr. 20) 78, Nerwų gen.pl. Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 26, Pažalçzų gen.pl. Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 19, Pilwą acc.sg. Kel 1866 08 21 (Nr. 34) 135, Kel 1880 02 10 (Nr. 6) 23, Pirßtus acc.pl. Kel 1879 10 14 (Nr. 41) 168, Prakaitą acc.sg. Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Rankõs gen.sg. Kel 1879 10 14 (Nr. 41) 168, Stemplėje loc.sg. Kel 1880 02 10 (Nr. 6) 23, Szirdį acc.sg. Kel 1855 01 17 (Nr. 3) 10, Widuriei Kel 1871 09 5 (Nr. 46) 145.
Die meisten dieser Wörter sind althergebrachte Bezeichnungen der menschlichen Anatomie, die sich im heutigen Sprachgebrauch etabliert haben. Nur einige Wörter oder Bedeutungen der besprochenen semantischen Gruppe haben sich in der heutigen medizinischen Terminologie nicht durchgesetzt. So verwendete A. Einaras in seinem Artikel über die Pest anstelle des etablierten Terminus oda eine dem heutigen Terminus nahe Variante, Ūda Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 19. Muskeln, Flanken und Unterleibsgegend bezeichnete er jedoch mit anderen litauischen Wörtern – Mieſa Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 19, vgl. miesa 2. „Muskeln“ LKŽₑ, und Tußtimūjė loc.pl. Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 19, vgl. tuštimai 1. „Flanken, Unterleibsgegend“ LKŽₑ. Im Artikel „Motynoms ant Pamokinimo bey Pagraudenimo“ wurde anstelle des Terminus smegenys die Variante Smaginių gen.pl. Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 26 verwendet. In seinem Artikel über Cholera bezeichnete Fr. Kuršaitis den Magen als skilviu – Skilwįj loc.sg. Kel 1866 08 21 (Nr. 34) 135, vgl. skilvys 3. „Magen, Bäuchlein“ LKŽₑ. Dr. Pinkus bezeichnete in seinem Artikel über Trichinen die Wangen mit dem Terminus Weidai Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, vgl. veidas 2. „Wange“ LKŽₑ, und die Gelenke mit nariais (der Terminus Skaudėjims Narių Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, vgl. 1 narys 1. „Gelenk“ LKŽₑ); im selben Artikel dieses Autors findet sich für die letztgenannte Bedeutung jedoch auch der heutige Terminus sąnariai – Sanarius acc.pl. Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106.
Aus dem Kontext von Fr. Kuršaitis’ Artikel „Atmink, idant Dieną ßwentą ßweſtumbei!“ ist die Bedeutung des Terminus syvai nicht ganz klar: „kunnui per Miegą Dalykas ʃuwartotofiós Sylõs wėl atgryʃta, o ir S y w a i i ławo tikraſes Gyſlutes wėl pradeda tekėti“ Kel 1853 04 20 (Nr. 16) 62. Im LKŽ werden zwei medizinische Bedeutungen dieses Wortes angegeben – „Magensaft“ und „Flüssigkeit aus dem Mund einer verwesenden Leiche“; wie aus dem zitierten Satz hervorgeht, passt jedoch keine von beiden. In diesem Fall lässt sich lediglich die Hypothese aufstellen, dass der Terminus syvai hier andere von Organen produzierte Flüssigkeiten bezeichnen könnte, etwa Blut, Lymphe oder Ähnliches.
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Aus dem Gesagten geht also hervor, dass der Großteil der nomenklatorischen Bezeichnungen der menschlichen Anatomie bis heute unverändert erhalten geblieben ist (lediglich die Schreibweise einiger Wörter hat sich geändert) und sich in der heutigen wissenschaftlichen medizinischen Terminologie etabliert hat.
Einen beträchtlichen Teil der Terminologie in den Gesundheitsartikeln des Keleivio bilden klinische Termini, d. h. Wörter und Wortverbindungen, die Krankheiten und ihre Symptome bezeichnen, z. B.: Drugiu instr.sg. Kel 1878 08 20 (Nr. 34) 149, Dufulu instr.sg. Kel 1870 03 15 (Nr. 11) 44, Galwôs Swaigimas Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Kofulys Kel 1862 02 11 (Nr. 6) 24, Kel 1871 03 14 (Nr. 21) 43, Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Pasirodymai oder Pažymėj tôs Ligôs Kel 1879 02 25 (Nr. 8) 30, Plautis „Schnupfen“ nom.sg. Kel 1862 02 11 (Nr. 6) 24, Putmenių gen.pl. Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Sanariû Gėlimą Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Įmarkaus Nėžiejimo Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, Sukatą10 acc.sg. Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 26, Sзurpuli acc.sg. Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 25, Sзlapdrugiu instr.sg. Kel 1870 03 15 (Nr. 11) 44, Užkimimas Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Walgio Nenorėjimas Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Weido Suputimas Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Widuriû Kirmeles Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Widuriû Sulkydimą Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Widurû Karßtlige Kel 1878 08 20 (Nr. 34) 150, Wirpėjimą acc.sg. Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Žmonių Raupliû Kel 1872 04 30 (Nr. 18) 69.
In den untersuchten Texten wurden vor allem Bezeichnungen für Infektionskrankheiten gefunden. Diese Krankheiten werden ausschließlich litauisch benannt – kimbančzios Ligôs Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, limpanczioji Liga Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 18, limpanti Liga Kel 1879 01 28 (Nr. 4) 15. Es wurde festgestellt, dass der Terminus maro ligos die Bedeutung „Infektionskrankheiten“ hat. Er findet sich in dem Artikel „Maro Ligos“ eines mit dem Pseudonym..n. unterzeichnenden Autors, der am 20. August 1878 im Keleivyje veröffentlicht wurde und in dem von ansteckenden Krankheiten wie Pest, Fleckfieber, Cholera, Pocken und anderen die Rede ist. Der zusammengesetzte Terminus mit dem Grundwort liga – Maro liga, bei dem das Grundwort in einer flektierten Form des Singulars steht, bedeutet übrigens nur „Pest“.
Charakteristisch sind zusammengesetzte Bezeichnungen mit dem Grundwort liga, z. B.: Iβbalejimo Ligą Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Wiežo Ligą Kel 1880 02 10 (Nr. 6) 23, Wandens Liga Kel 1864 06 28 (Nr. 26) 104, Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, pūlamoj Ligoj Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Žyvato Liga Kel 1878 08 20 (Nr. 34) 150. Solche Bezeichnungen haben häufig auch einwortige
10 Ausgehend vom Kontext des Artikels „Motynoms ant Pamokinimo bey Pagraudenimo“ könnte der Terminus sukatą, abgeleitet von sukti 30. „stechen, schmerzen (meist Bauch, Gelenke)“, „Durchfall“ bedeuten; vgl. 1 sukatą 3. „Abführen, Durchfall“ LKŽ.
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Entsprechungen, z. B.: karβczeis instr.pl. Kel 1865 05 9 (Nr. 19) 74 und Karβcziū Liga Kel 1868 05 27 (Nr. 18) 72, Tynežei Kel 1862 02 11 (Nr. 6) 24 und Tynežīū Liga „Masern“ Kel 1862 12 9 (Nr. 49) 199, Trichynai nom.pl. Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Kel 1866 02 13 (Nr. 7) 27 und Trichynų Liga Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Kel 1866 02 13 (Nr. 7) 26 / Trikynū Liga Kel 1877 04 17 Nr. 16) 63, Rauplės nom.pl. Kel 1854 03 15 (Nr. 11) 44, Kel 1862 06 24 (Nr. 25) 104, Kel 1864 06 28 (Nr. 26) 104, Kel 1867 04 2 (Nr. 14) 56 und Raupliū Liga Kel 1860 04 24 (Nr. 17) 68, Kel 1861 02 19 (Nr. 8) 31, Kel 1862 12 9 (Nr. 49) 199, Kel 1867 04 2 (Nr. 14) 56, Kel 1871 03 14 (Nr. 21) 43, Kel 1872 11 5 (Nr. 45) 182, Kolera Kel 1866 08 21 (Nr. 34) 135, Kel 1866 09 11 (Nr. 37) 147, Kel 1871 08 8 (Nr. 42) 130, Kel 1871 09 5 (Nr. 46) 145, Kel 1873 01 14 (Nr. 2) 8 und Kolerōs Liga Kel 1852 11 17 (Nr. 47) 188, Kel 1853 10 5 (Nr. 40) 160, Kel 1856 10 8 (Nr. 41) 164, Kel 1857 09 24 (Nr. 38) 151, Kel 1859 10 18 (Nr. 42) 167, Kel 1866 02 13 (Nr. 7) 27, Kel 1866 07 31 (Nr. 31) 124, Kel 1866 08 21 (Nr. 34) 135, Kel 1866 10 30 (Nr. 44) 175, Kel 1871 08 1 (Nr. 41) 124, Kel 1871 08 8 (Nr. 42) 130, Kel 1871 09 5 (Nr. 46) 145, Kel 1871 10 17 (Nr. 42) 169, Kel 1873 01 14 (Nr. 2) 8, Kel 1873 07 15 (Nr. 28) 111, Kel 1873 08 5 (Nr. 31) 124, Kel 1873 09 16 (Nr. 37) 146, Kel 1873 11 4 (Nr. 44) 176, Kel 1878 08 20 (Nr. 34) 149, Kropes acc.pl. Kel 1872 04 30 (Nr. 18) 69 (siehe kropės „Pocken“ LKŽₑ) und Kropjū Liga Kel 1872 04 30 (Nr. 18) 69 / Kropū Liga Kel 1878 08 20 (Nr. 34) 149, Maras Kel 1878 08 20 (Nr. 34) 149, Kel 1879 01 28 (Nr. 4) 15, Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 18, Kel 1879 02 25 (Nr. 8) 30 und Maro Liga Kel 1879 01 28 (Nr. 4) 15, Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 18.
Es ist festzuhalten, dass diese semantische Gruppe hinsichtlich der Benennung medizinischer Begriffe zu den problematischsten zählt. Häufig lässt sich aus dem Kontext des Artikels die Bedeutung einer bestimmten Krankheitsbezeichnung nur schwer erschließen, geschweige denn eine genaue heutige Entsprechung finden, denn oft wird die Krankheit und ihre Symptome nicht näher beschrieben, sondern lediglich erwähnt. So könnten beispielsweise die im Text nebeneinander verwendeten drei Termini Žywato Liga (Krauliga, Neprietwara) Kel 1878 08 20 (Nr. 34) 150 „Ruhr“ bezeichnen, vielleicht aber auch nur einen „schweren Durchfall“. Andererseits stellt sich die Frage, ob diese Termini als Synonyme gelten können; siehe krauligė „blutige?“, vgl. kruvinoji 1. „Ruhr“, 2. „schwerer Durchfall“, aber neprietwaras11 lediglich „Durchfall“ LKŽₑ. Aus dem Kontext geht ebenfalls nicht hervor, ob die Wortverbindung Widurū ir Wemimo Liga Kel 1878 08 20 (Nr. 34)
11 Das Wort neprietwara im Femininum ist im LKŽₑ nicht belegt.
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150 Bezeichnungen für eine oder zwei verschiedene Krankheiten sind. Hier muss darauf hingewiesen werden, dass die Verfasser der Gesundheitsartikel keine Ärzte waren; daher ist ihr begrenztes Wissen über medizinische Fragen durchaus verständlich. Außerdem waren damals viele Krankheiten noch nicht bekannt, geschweige denn genau benannt. Deshalb finden sich in den untersuchten Artikeln nicht nur unklare, sondern auch beschreibende Bezeichnungen: Skaudėjimas Kakle prie Rijimo Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Skaudėjimas Kakle per Užkimimą Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Spaudimą ant Prybirdiės Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90. Ein Teil der Bezeichnungen stammt wahrscheinlich aus der Umgangssprache, z. B.: baifų Plėbimą Galwoj Kel 1879 02 25 (Nr. 8) 30, didi Nėžiejimą Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, Gyflų Traukimą Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Kaklo Užėmimu Kel 1862 02 11 (Nr. 6) 24, Kaulų Gėlimą Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Pilwo Skaudėjimas Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 89, Užlidegimą acc.sg. Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131 aus užsidegti „Fieber bekommen“ LKŽe, Widurų Sugedimą Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 25. Solche, mitunter sogar bildhaften Wortverbindungen, z. B.: baifingofios Rauplės Kel 1872 04 30 (Nr. 18) 69, piktą Gumbą Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 25, piktoji Liga Kel 1852 09 8 (Nr. 37) 148, Įtaiga žavinanti Liga Kel 1879 01 28 (Nr. 4) 16, lassen sich als volkssprachliche Termini einstufen.
Besonders zu erwähnen sind die Bezeichnungen einer Typhusart (heutiger Terminus dėmėtoji šiltinė, lat. typhus exanthematicus MedŽ 563) im Artikel „Maro Ligos“. Diese durch eine Blutinfektion verursachte Krankheit wird mit dem Terminus Bado Karßtlige (auf Deutsch: Hungertyphus) Kel 1878 08 20 (Nr. 34) 149 bezeichnet. Bemerkenswert ist, dass der Arzt Petras Avižonis diese Krankheit später, beispielsweise in der Broschüre „Kova su limpamomis ligomis“ von 1920, ähnlich benannte – bado karštine KLL 1920 14. Neben dem erwähnten Terminus finden sich im selben Artikel noch zwei weitere Bezeichnungen für diese Krankheit – margoji oder plokioToji Karßtliga (Flekkentyphus) Kel 1878 08 20 (Nr. 34) 149. Im LKŽ ist die Bedeutung des Adjektivs plokiotas nicht angegeben (es steht ein Fragezeichen); als Beleg wird ein Beispiel aus weniger bekannten Schriften des ehemaligen Ostpreußens und des Memellandes angeführt, ohne die Quelle näher zu benennen, oder aus neueren Zeitungen. Auf Grundlage der Angaben im genannten Artikel lässt sich sagen, dass plokiotas „fleckig“ bedeutet, von deutsch Fleck „Fleck“ DVLKŽ I 374.
Es sei darauf hingewiesen, dass Fr. Kuršaitis und Doktor Pinkus in den Artikeln über Trichinen für die Bedeutung „Besitz von gesundem Verstand und Urteilsvermögen“ den in der heutigen medizinischen Fachsprache etablierten Terminus Sąmonę acc.sg. Kel 1866 02 13 (Nr. 7) 27, Sąmonės gen.sg. Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106 verwendeten, obwohl bereits Anfang des 20. Jahrhunderts beispielsweise der Arzt Antanas Vileišis den genannten Begriff mit den Termini bezeichnete
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nuomonė PirmP 1903 71, nuomanė ŠLL 1901 21, sąvoka NG 1924 116 117.
Die Beispiele der besprochenen semantischen Gruppe zeigen somit, dass die meisten Krankheitsbezeichnungen oder Bezeichnungen ihrer Symptome im heutigen Sprachgebrauch nicht erhalten geblieben sind – nur einige wenige, etwa dusulys, kosulys, maras, vėmimas und andere, wurden zu medizinischen Termini – oder heute nur noch in einer einzigen Bedeutung verwendet werden. So hat sich der Terminus drugys nur in der Bedeutung „Malaria“ etabliert, während dieser Terminus in den Artikeln des Keleivio neben der genannten Bedeutung auch für „Schüttelfrost bei einer Erkrankung“ verwendet wurde; einige dieser Termini wurden durch andere litauische Wörter ersetzt, zum Beispiel raupļes – heute raupai, plautis – heute sloga, vandens liga – heute vandenligė. Die wohl wichtigsten Gründe dafür, dass ein großer Teil dieser Termini nicht in die wissenschaftliche medizinische Terminologie aufgenommen wurde, sind jedoch ihre unbestimmte oder ungenaue Bedeutung sowie ihr enger Gebrauch.
Zahlreiche Bezeichnungen für Heilmittel. Die Leser der Zeitung erhielten Ratschläge dazu, wie sie sich im Krankheitsfall selbst behandeln und welche Mittel sie anwenden sollten. Gewiss wurden am häufigsten Hausmittel empfohlen – Lebensmittel und Getränke, z. B.: Medus Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, nełudyts Swieftas Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, Piens Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, ßalto Wandens Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, źaliôs Mėfôs Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131. Am häufigsten wurde die Behandlung mit Heilpflanzen und Pflanzenteilen empfohlen, z. B.: Bitkrėlių Žiedai Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Ciberžoles nom.pl. Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Dygulio=žoles nom.sg. Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90 / Dygulio Žolės Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 26, Drignės nom.sg. Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 26 / Drignes nom.pl. Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Kadagio Szakniû Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Kadagio Ogû Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Lapû nû Kelrėtenjû Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131 (siehe kelretinis „Breitwegerich (Plantago major)“ LKŽe), Metelės nom.sg. Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Puplaißkiei Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Saldmedis Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Srawžolė nom.sg. Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Sżeiẃmedis Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Remulike (oder Remunike) Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87. In der Bedeutung „Tee“ wurde der Germanismus tije: Remunikjû Tije Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87 verwendet. Es begegnen auch einige Arzneimittelbezeichnungen (übrigens wurde für „Arzneimittel“ nur der Slavismus Liekarf twa Kel 1855 01 17 (Nr. 3) 11 verwendet), Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 89, Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 26), z. B.: Opijumo gen.sg. Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 26, Blywoterio gen.sg. Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, Wēmimo=Rießutus Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90.
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In den untersuchten Artikeln finden sich einige Bezeichnungen für Personen, die mit der medizinischen Wissenschaft und Tätigkeit verbunden sind, z. B.: Aptėkininko gen.sg. Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 86, Kudikis Kel 1872 04 30 (Nr. 18) 69, Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 26, Kel 1878 08 20 (Nr. 34) 150, Kel 1879 10 14 (Nr. 41) 168, Lawoną acc.sg. Kel 1866 08 21 (Nr. 34) 135, Ligonis Kel 1859 01 5 (Nr. 1) 3, Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Kel 1866 02 13 (Nr. 7) 27, Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90. Die Bedeutung „Arzt“ wurde durch zwei miteinander konkurrierende Bezeichnungen wiedergegeben – den lateinischen Ursprungs Daktars Kel 1866 02 13 (Nr. 7) 27 und den slawischen Ursprungs Lie korius Kel 1853 04 20 (Nr. 16) 62, Kel 1855 01 17 (Nr. 3) 10, Kel 1864 07 5 (Nr. 27) 106, Kel 1866 08 21 (Nr. 34) 135, Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, Kel 1874 06 16 (Nr. 24) 96. Mitunter wird dem Latinismus daktaras der Vorzug gegeben, zum Beispiel Daktars oder Liekorius Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87; mitunter dem Slawismus lie kor ius, zum Beispiel Liekorius oder Daktars Kel 1864 06 28 (Nr. 26) 104. In Fr. Kuršaitis’ Artikel „Über die Pest“ könnten die durch die Konjunktion arba verbundenen Bezeichnungen daktaras und mokytas liekorius synonymisch verbunden sein: „es müssen aus Deutschland wie auch aus Österreich einige d a k t a r a i oder m o k i t i l i e k o r e i in jenen von der Pest heimgesuchten Winkel des russischen Landes reisen <...>“ Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 18.
Es wurden auch Bezeichnungen für Behandlungseinrichtungen gefunden. In der Bedeutung „Krankenhaus“ wurden die Bezeichnungen Ligonbucžio12 gen.sg. Kel 1870 08 16 (Nr. 34) 130, Ligonû Butas Kel 1870 08 16 (Nr. 34) 130 / Ligonû Bute Kel 1880 02 10 (Nr. 6) 23 verwendet. Im Artikel „Namû Aptėka“ könnte der Lehnwort Locaritû gen.pl. ebenfalls „Krankenhaus“ bedeuten, vgl. xlaz arietas 1. „Krankenhaus“ LKŽₑ, da es durch die Konjunktion arba mit der Bezeichnung Ligonbucziû gen.pl. verbunden ist: „Außerdem gibt es ja L i g o n – b u c z i û oder L o c a r i t û, wo die kranken Armen ohne Bezahlung behandelt werden“ Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87. Dieselbe, also die Bedeutung „Krankenhaus“, könnte auch der zusammengesetzte Ausdruck gydymo namai haben; andererseits lässt die daneben angeführte deutsche Entsprechung vermuten, dass diese Bezeichnungen möglicherweise Bedeutungsunterschiede aufweisen: Gydymo Namûje (chirurgische Klinik) Kel 1880 02 10 (Nr. 6) 23. Dasselbe gilt für die durch die Konjunktion arba verbundenen Bezeichnungen klyniks und gydymo butas: Akiû Klyniks oder Akiû Gydymo Butas Kel 1877 04 17 (Nr. 16) 63. Die Apotheke wurde in den Artikeln mit unterschiedlichen Bezeichnungen – den Slawismen Aptėkôs gen.sg. Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87, Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131 und Aptieka Kel 1868 10 20 (Nr. 42) 168 – bezeichnet.
12 Jonas Palionis hielt das Wort ligonbutis „Krankenhaus“ (vgl. Krankenhaus) für eine Neubildung von Fr. Kuršaitis (Palionis 1995: 219).
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3. ANFÄNGE DER SPRACHE DER MEDIZINISCHEN WISSENSCHAFT
A. Kaulakienė, die die Terminologie der populärwissenschaftlichen Physikartikel im Keleivio untersuchte, stellte fest, dass in dieser Zeitung „wohl die meisten populärwissenschaftlichen Artikel veröffentlicht wurden, in denen sich bestimmte Ansätze zu Elementen einer Wissenschaftssprache finden lassen“ (Kaulakienė 1991: 81). Diese Aussage bestätigen auch die Gesundheitsartikel des Keleivio. Eines der für wissenschaftliche Texte charakteristischen Merkmale ist die Benennung von Artbegriffen. Die artunterscheidenden Bestandteile zusammengesetzter Bezeichnungen, die überwiegend Krankheiten und Behandlungsmittel benennen, werden durch attributive Adjektive ausgedrückt, z. B.: aβtroji Liekarſtwa Kel 1876 02 15 (Nr. 7) 26, cȝyſtytalfis Linſėmenių Alėjus Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, didylis Ma-ras Kel 1879 01 28 (Nr. 4) 15, Kel 1879 02 4 (Nr. 5) 18, ſalduſis jūdalis Lakricas Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, ſalduſis Medelis Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, tikroſios Mėtros Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 89, ßaltaji Drugi Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90, ȝalialis Muilas Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, seltener durch Partizipien: pūlamoj Ligoj Kel 1874 06 2 (Nr. 22) 87. Ein weiteres Merkmal ist die Angabe von Entsprechungen in anderen Sprachen. In den Gesundheitsartikeln werden neben einigen Bezeichnungen, meist in Klammern, vor allem deutsche Entsprechungen angegeben, z. B.: Bado Karßtlig e (wokißkay: Hungertyphus) Kel 1878 08 20 (Nr. 34) 149, Blywoterio (wokißkay: Bleiwaffer) gen.sg. Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, Gydimo Namûle (chirurgiſche Klinik) Kel 1880 02 10 (Nr. 6) 23, Karßcziū Liga oder Typhus Kel 1868 05 27 (Nr. 18) 72, Lapû nû Kelio Rėtenû, wokißkay: Wegerich Kel 1874 08 18 (Nr. 33) 131, margoji oder plokiotoji Karßt liga (Flekkentyphus) Kel 1878 08 20 (Nr. 34) 149, Ȝwaigȝd=Anyſû (wokißkay: Sternanis) Kel 1874 06 9 (Nr. 23) 90.
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Gesundheitsartikel des Keleivio sind wichtige Texte für die Erforschung der Ursprünge der litauischen medizinischen Terminologie. Die Grundlage der medizinischen Terminologie der Artikel bildet Erbwortschatz litauischen Ursprungs. Dazu könnte zweifellos beigetragen haben, dass diese Zeitung von Frydrichas Kuršaitis, einem guten Kenner der litauischen Sprache, redigiert wurde und dass zudem die meisten Gesundheitsartikel von ihm selbst verfasst wurden. Natürlich finden sich auch Lehnwörter aus dem Slawischen (überwiegend), Deutschen, Griechischen, Lateinischen und anderen Sprachen. Die meisten Wörter slawischen Ursprungs, z. B. liekarſtwa, liekorius, pavietra, rona, smertis und andere, waren in der gesprochenen Sprache weit verbreitet. Der Großteil der in den Artikeln verwendeten Slawismen und Germanismen ist heute nicht mehr gebräuchlich; ausgenommen sind ältere slawische Lehnwörter, die zu einem untrennbaren Bestandteil des litauischen Wortschatzes geworden sind. Die aus den klassischen Sprachen Griechisch und Latein stammenden Lehnwörter dürften über deutsche Quellen in die Artikel gelangt sein. Wie das untersuchte
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Material zeigt, sind zahlreiche Bezeichnungen, vor allem für Körperteile und Organe (akis, koja, širdis ir kt.), für Krankheiten (drugys, kosulys, maras und andere) sowie für einige andere medizinische Begriffe (gydymas, lavonas, ligonis und andere) alte litauische Wörter dieses Fachgebiets, die bereits in älteren Schriften belegt sind und bis heute in der Sprache der medizinischen Wissenschaft und Praxis verwendet werden. Angesichts der starken Schwankungen der litauischen Rechtschreibung in der ersten Hälfte und Mitte des 19. Jahrhunderts ist es verständlich, dass die Artikel zahlreiche Schreibvarianten von Fachbegriffen aufweisen. Ebenso häufig sind synonyme Bezeichnungen für denselben Begriff, vor allem klinische Termini, die nicht nur in der Gruppe anatomischer nomenklatorischer Bezeichnungen vorkommen. Diese Besonderheit wurde wahrscheinlich nicht allein dadurch bedingt, dass fast alle Gesundheitsartikel von Nichtmedizinern verfasst wurden, sondern auch dadurch, dass man damals über viele Krankheiten wenig wusste – daher ist verständlich, dass nicht alle Krankheiten präzise benannt wurden und Synonyme in Gebrauch waren. Oft begnügte man sich mit beschreibenden oder volkstümlichen Bezeichnungen. Wichtig ist hervorzuheben, dass einige Artikel Merkmale wissenschaftlicher Texte aufweisen: Artbegriffe werden darin mit attributiven Adjektiv- oder Partizipformen bezeichnet, und neben den Fachbegriffen werden Entsprechungen in anderen Sprachen (vor allem im Deutschen) angegeben.
HAUPTQUELLEN
Adomas Ein ar as. Pawietra, didyfis Maras, jūdālis Smertis. – Keleiwis. 1879, jan. 28 (Nr. 4), 15–16; febr. 4 (Nr. 5), 18–19.
Adomas Ein aras. Apie Maro pradėjimą Rūjūjoje / a-e- – Keleiwis. 1879, febr. 25 (Nr. 8), 30.
Adomas Ein aras. „Neulich brachte die Frau eines Bauern aus der Ecke Įfrutė ein Kind nach Karaliaučius zu den Ärzten...“ / e-. – (Wie es in einer kurzen Nachricht hieß). – Keleiwis. 1879, Okt. 14 (Nr. 41), 168.
Adomas Ein aras. „Vor einigen Wochen wurde im Behandlungsheim (chirurgische Klinik) in Karaliaučius ein Patient aufgenommen,...“ / e-. – (Wie es in einer kurzen Nachricht hieß). – Keleiwis. 1880, Febr. 10 (Nr. 6), 23–24.
„Die Zeitung berichtet, dass in einigen Orten Litauens, am preußischen Grenzgebiet, besonders im... Gebiet, die Pockenkrankheit aufgetreten ist...“ – (Wie die Nachricht lautete). – Keleiwis. 1860, Apr. 24 (Nr. 17), 68.
„Der himmlische Herr will, wie es scheint, unsere Provinz nun aufs Neue mit seinen Seuchen heimsuchen...“ – (Wie die Nachricht lautete). – Keleiwis. 1872, Nov. 5 (Nr. 45), 182.
Frydrichas Kuršaitis. Denk daran, den Feiertag heilig zu halten! – Autor nicht angegeben. – Keleiwis. 1853, Apr. 20 (Nr. 16), 61–62.
Frydrichas Kuršaitis. Ein Wort wider das Fluchen und Schwören. – Autor nicht angegeben. – Keleiwis. 1855, Jan. 17 (Nr. 3), 9–11.
Frydrichas Kuršaitis. In unserem liebevollen Krankenhaus. – Autor nicht angegeben. – Keleiwis. 1859, Nov. 8 (Nr. 45), 178–179.
Frydrichas Kuršaitis. Ar Wale Tabako rukyti? – Aut. nenurodytas. – Keleiwis. 1865, mejį 16 (Nr. 20), 78–79.
Frydrichas Kuršaitis. Trichynū Liga. – Aut. nenurodytas. – Keleiwis. 1866, febr. 13 (Nr. 7), 26–27.
Frydrichas Kuršaitis. Unterweisungen gegen die Cholera. – Autor nicht angegeben. – Keleiwis. 1866, Aug. 21 (Nr. 34), 135.
Frydrichas Kuršaitis. Totenklage / Kuršatis. – Nr. 34: Autor nicht angegeben. – Keleiwis. 1870, Aug. 16 (Nr. 34), 129–130; Sept. 16 (Nr. 43), 148.
Frydrichas Kuršaitis. Pamokinimas prieš Kolerôs Ligą. – K. – Keleiwis. 1873, sept. 16 (Nr. 37), 146.
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Frydrichas Kuršaitis. „Nekurlai Brolis per tą Naujiną yra išbandyts...“ / K. – (Rückmeldungen). – Keleiwis. 1874, jun. 16 (Nr. 24), 95–96.
Frydri̇chas Kuršaitis. Apie Marą. – Aut. nenurodytas. – Keleiwis. 1879, febr. 4 (Nr. 5), 18.
„Aus der Gumbinner Zeitung wird berichtet, dass jenseits der Grenze in Wirbalė, in der Stadt Wilna und in Wilkowischki die Cholera aufgetreten ist...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1871, aug. 1 (Nr. 41), 124.
„Aus Insterburg wird geschrieben, dass in der Gegend auf der anderen Seite der Grenze, nämlich in der Gemeinde Berszkalnia in Wanagłaukiai und Spraktai, die Pocken bereits seit einigen Wochen zurückgehen...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1864, jun. 28 (Nr. 26), 104.
„Aus Tilsit kommt die Nachricht, dass dort vom 21. Dezember des vergangenen Jahres bis jetzt niemand neu an Cholera erkrankt ist...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1873, jan. 14 (Nr. 2), 8.
„Die Cholera bei den Mühlen in Königsberg hat von insgesamt etwa 400 Mühlenarbeitern Opfer gefordert; wie es scheint, klingt sie ab...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1852, nov. 17 (Nr. 47), 188.
„Schon hatten wir gehofft, dass die Cholera uns dieses Jahr in Königsberg nicht heimsuchen würde...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1856, okt. 8 (Nr. 41), 164.
„Die Cholera fordert in Königsberg weiterhin viele Menschenleben, und nun ist sie auch in Memel und Gumbinnen aufgetreten“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1866, sept. 11 (Nr. 37), 147.
Cholera. – Verfasser nicht genannt. – Keleiwis. 1853, okt. 5 (Nr. 40), 160.
„Die Cholera hat nun auch das schwedische Land erreicht...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1873, aug. 5 (Nr. 31), 124.
„Die Cholera ist nun auch in der Stadt Königsberg aufgetreten...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1871, aug. 8 (Nr. 42), 130.
„Die Cholera ist nun auch in der Stadt Königsberg aufgetreten...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1859, okt. 18 (Nr. 42), 167.
„Die Cholera ist nun auch bei den Mühlen in Königsberg, und wie es scheint, hat sie sich auch in den anderen Teilen unserer Provinz weit verbreitet...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1871, okt. 17 (Nr. 52), 169.
„Die Cholera scheint sich bei den Mühlen in Königsberg bald allgemein auszubreiten...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1866, okt. 30 (Nr. 44), 175.
„Die Cholera hat sich nun auch bei den Mühlen in Königsberg weit verbreitet...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1873, nov. 4 (Nr. 44), 176.
Die Cholera breitet sich, wie es scheint, immer weiter über die Welt aus...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1873, jul. 15 (Nr. 28), 111.
„Die Cholera rafft nun in der Stadt Königsberg viele Menschen erbarmungslos dahin, und aus Insterburg kommt die Nachricht, dass sie auch dort bereits aufgetreten ist...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1866, jul. 31 (Nr. 31), 124.
„Die Cholera wütet in Königsberg noch immer schrecklich …“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1871, sept. 5 (Nr. 43), 145.
Maro Ligos. –..n. – Tekste: Kaunas, Karaliaučius. – Keleiwis. 1878, aug. 20 (Nr. 34), 149–150.
„Meinen lieben Brüdern, den Litauern, teile ich diese Nachricht mit: dass ich seit dem 1. dieses Monats [...] eine große Apotheke mit verschiedenen essbaren und nicht essbaren Waren [...] eingerichtet habe“ / John D. Gudat. – (Anzeigen). – Keleiwis. 1868, okt. 20 (Nr. 42), 168.
Motynoms ant Pamokinimo bey Pagrudenimo. – –w–. – Keleiwis. 1876, febr. 15 (Nr. 7), 25–26.
„In unserer Stadt Königsberg erkranken in dieser Zeit sehr viele Menschen …“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1871, märz 14 (Nr. 21), 43.
„In unserem Litauen, in der Gegend von Priekulė, ist den amtlichen Berichten zufolge unter den Menschen die Pockenkrankheit aufgetreten.“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1861, febr. 19 (Nr. 8), 31.
„Unser Herr Oberpräsident Eichmann hat diese Tatsache bewiesen …“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1854, sept. 6 (Nr. 36), 143–144.
Hausapotheke. – –w–. – Keleiwis. 1874, jun. 2 (Nr. 22), 86–87; jun. 9 (Nr. 23), 89–91.
„Zeitungsberichten zufolge ist in der Stadt Tilsit das Kältefieber oder Typhus sehr weit verbreitet …“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1877, mercž 27 (Nr. 13), 52.
„Laut den Erkundigungen der Regierung ist bis heute im gesamten Regierungsbezirk Gumbinnen aus jenem Gebiet, in dem das sogenannte Kältefieber, Typhus, aufgetreten ist …“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1868, meji 5 (Nr. 18), 72.
Per wiênôs Mußelês Ißgêlima. – –w–. – Keleiwis. 1874, aug. 18 (Nr. 33), 130–131.
„Die schlimme Krankheit Cholera ist nun auch in Königsberg aufgetreten …“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1852, sept. 8 (Nr. 37), 148.
106 P. Zemlevičiūtė | Keleivio straipsnių apie sveikatą terminai
Pinkus. Hüten Sie sich nun vor Trichinen! [Burbliai] / Kreiplfylikus Dr. Pinkus. – Keleiwis. 1864, jul. 5 (Nr. 27), 106–107.
Aufnahmeordnung für die Diakonissen in der Diakonissenanstalt im Krankenheim Mieląbirdingylė in Königsberg. Aut. nicht angegeben. – Keleiwis. 1858, dec. 29 (Nr. 52), 206; 1859, jan. 5 (Nr. 1), 2–3.
„In unserer Gegend in Königsberg... hat sich die Pockenkrankheit sehr ausgebreitet...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1871, märz 14 (Nr. 21), 43.
„Die Pocken sind dieses Jahr in unserer Provinz hier und dort aufgetreten, nämlich in der Nähe von Königsberg, um Tilsit und auch in der Umgebung von Insterburg...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1854, merca 15 (Nr. 11), 44.
Raupliū arba Kropjū baiſingąjei Ligai. – †. – Keleiwis. 1872, apr. 30 (Nr. 18), 69–70.
Hüten Sie sich! – Aut. nicht angegeben. – Keleiwis. 1871, sept. 5 (Nr. 43), 145.
„Hier in Königsberg wächst die Zahl der Kranken von Tag zu Tag, besonders derer, die an Fieber, Schüttelfrost und Husten leiden...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1870, mercą 15 (Nr. 11), 44.
„Hier in Königsberg sollen, wie berichtet wird, hier und dort Pocken aufgetreten sein.“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1862, jun. 24 (Nr. 25), 104.
„Hier in Königsberg ist eine neue königliche Augenklinik oder Augenheilanstalt eingerichtet worden und seit dem 1. April geöffnet...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1877, apr. 17 (Nr. 16), 63.
„Hier in Königsberg hat sich unter den Leuten die Scharlachkrankheit sehr ausgebreitet, und es wird berichtet, dass auch die Pocken begonnen haben, in der Nähe aufzutreten...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1862, dec. 9 (Nr. 49), 199.
„Hier in Königsberg ist die Cholera vor einigen Wochen ausgebrochen...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1857, sept. 24 (Nr. 38), 151.
„Hier in Königsberg und, wie wir hören, auch anderswo hat sich die Pockenkrankheit ausgebreitet...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1862, apr. 2 (Nr. 14), 56.
„In diesen Tagen, soweit wir erfahren können, leiden sowohl in unserer Gegend in Königsberg als auch überall in der Umgebung der Provinz viele Menschen schwer an Fieber...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1865, mejī 9 (Nr. 19), 74.
„Briefe aus der Tilsiter Zeitung sowie auch aus der Gegend von Šilas-Karčema berichten...“ – (Verschiedene Nachrichten). – Keleiwis. 1862, febr. 11 (Nr. 6), 24.
HILFSQUELLEN
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TERMS OF ARTICLES ON HEALTH IN KELEIVIS
The paper deals with terminology in articles on health in the Lithuanian weekly newspaper Keleiwis iß Karaliaucjaus Broliams Lietuwininkams Žinês parneßas (Traveller from Königsberg Bringing News for Lithuanian Brothers) published in Konigsberg from 1849–1880.
During the period of 1853–1879 there were nineteen articles on various health issues and their treatment published.
These articles on health are important when searching for the beginning of the Lithuanian medical terminology. Medical terms used in these articles are mainly of the Lithuanian origin. Undoubtedly such choice was influenced by the editor of the weekly Frydrichas Kuršaitis (Friedrich Kurschat) who had a good command of Lithuanian and wrote many articles himself. These articles contain some borrowings mainly from Slavic, as well as from German, Greek, Latin and other languages. Many borrowings of Slavic origin, such as liekarstva (drug), liekorius (doctor), rona (wound) were widely used in spoken language. The majority of Slavisms and Germanisms of these articles are no longer used, except for some old Slavic borrowings which took root in the Lithuanian language a long time ago. Borrowings from Greek and Latin most likely made their way into these articles from German sources. Quite a lot of terms, mainly those naming of the parts of the body (akis (eye), koja (leg), širdis (heart), etc.), as well as diseases (drugys (fever), kosulys (cough), maras (plague), etc.) and other medical concepts (gydymas (healing), lavonas (corpse), ligonis (patient), etc.) are old Lithuanian words of this field, which can be found in old writings and are still being used in modern language of medical science and practice. In the middle of the 19th century Lithuanian orthography varied a lot, therefore it is natural that orthographic variants of medical terms in these articles are numerous. Synonyms are also common, especially of clinical terms, except in the group of anatomy nomenclature. Such variations probably are caused by the fact that the majority of articles were not written by specialists of medicine and also because there was a lack of knowledge about some diseases. Thus, the lack of precise naming and abundance of synonymy are understandable. Descriptive terms and folk names were also used. Some articles have features of scientific text – specific concepts were named using definite adjectives or definite participles, some terms came with other language (mainly German) equivalents.
Gauta 2011-12-01
Palmira Zemlevičiūtė Lietuvių kalbos institutas P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius E. paštas [email protected]
108 P. Zemlevičiūtė | Keleivio straipsnių apie sveikatą terminai