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Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba

Palmira Zemlevičiūtė

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Die Bildung litauischer terminologischer medizinischer Lexik in den polnisch-litauischen Wörterbüchern von Simonas Daukantas und Laurynas Ivinskis PALMIRA ZEMLEVIČIŪTĖ Institut für Litauische Sprache SCHLÜSSELWÖRTER: Wörterbuch, Lexik, Medizin, Derivat EINLEITENDE BEMERKUNGEN Simonas Daukantas (1793–1864) ir Laurynas Ivinskis (1810–1881) – žymūs XIX a. pirmosios pusės lietuvių mokslo, kultūros ir švietimo veikėjai. Abiejų veiklos baras buvo labai šakotas. Be literatūros, tautosakos ir kitų mokslo sričių rankraštinių ir spausdintų darbų, šiedu didieji žemaičiai prisidėjo prie lietuvių kaip bendros visos tautos kalbos gyvavimo, turtinimo ir išlikimo, palikę gilų pėdsaką lietuvių leksikografijos ir terminografijos istorijoje. Sie sammelten und bewahrten litauischen Wortschatz (Volkslieder, Märchen und kleinere Formen der Volksüberlieferung) und prägten selbst neue Wörter; außerdem verfassten sie Wörterbücher1. Ihre letztgenannten Arbeiten eröffnen weite Forschungsperspektiven. Einige Wörterbücher sind bereits untersucht worden (S. Daukantas’ großes polnisch-litauisches Wörterbuch2, L. Ivinskis’ zweisprachige und viersprachige Wörterbücher3), andere warten noch auf den aufmerksamen Blick der Forschenden. 1 S. Daukantas verfasste mindestens vier Wörterbücher, von denen nur eines, das kleinste (ein lateinisch-litauisches), gedruckt wurde. Das größte davon ist ein polnisch-litauisches Wörterbuch, ein Manuskript mit rund 56.000 polnischen Stichwörtern. Wahrscheinlich wurde es um 1850–1856 verfasst. Leider wurde dieses Wörterbuch nicht fertiggestellt, und nur etwa 35.000 polnische Lemmata haben litauische Entsprechungen. Es trägt weder Überschrift noch Titel oder Titelblatt und wird daher behelfsmäßig als das große polnisch-litauische Wörterbuch von S. Daukantas bezeichnet. Das Manuskript wird in der Bibliothek des Instituts für Litauische Literatur und Folklore aufbewahrt (F 1/SD 12) (Subačius 1993: 135; ausführlicher siehe Subačius 1990: 20–32). Von L. Ivinskis sind die Manuskripte zweier zweisprachiger und eines viersprachigen Wörterbuchs erhalten: Lenkų–lietuvių kalbų žodynas (Słownik polsko–litewski), Rusų–lietuvių kalbų žodynas (Словарь Російско–Литовскій), Rusų–lietuvių–lotynų–lenkų kalbų žodynas (Словарь Російско–Литовскій съ Латинско–Польскимъ) (ausführlicher siehe Kruopas 1960; Auksoriūtė 1999, 2007; Kažukauskaitė 2010). Das umfangreichste von ihm zusammengestellte polnisch-litauische Wörterbuch, das die Buchstaben A–R umfasst und 2060 Seiten zählt, wird in der Bibliothek der Litauischen Akademie der Wissenschaften in Krakau aufbewahrt. Fragmente des russisch-litauischen Wörterbuchs (1193 S.) und des russisch-litauisch-lateinisch-polnischen Wörterbuchs (96 S.) wurden im Archiv der Geographischen Gesellschaft in Sankt Petersburg gefunden (siehe Auksoriūtė 1998: 38). 2 Siehe Subačius 1993. 3 Siehe Kruopas 1960; Vitkauskas 1996, 1997; Auksoriūtė 1998, 1999, 2000, 2003; Kažukauskaitė 2010. 170 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba Ihre Verdienste um die Geschichte der litauischen Terminologie (der Naturwissenschaften, insbesondere der Botanik, und der Geschichte) sind beträchtlich. S. Daukantas verfasste die erste Geschichte Litauens in litauischer Sprache sowie weitere historische Bücher (obwohl die historische Terminologie dieser Arbeiten noch nicht eingehend untersucht wurde), bereitete litauische Lehrbücher für die Schule vor, übersetzte literarische Werke ins Litauische und schrieb außerdem Ratgeberheftchen zu landwirtschaftlichen Themen wie Wiesenwirtschaft, Gartenbau, Imkerei, Forstwirtschaft, Tabak- und Hopfenanbau sowie Brandschutz (vgl. Zinkevičius 1990: 149–151; VLE IV 529–530; ausführlicher siehe Merkys 1991). L. Ivinskis gab litauische Kalender heraus, übersetzte literarische Werke ins Litauische, verfasste Ratgeberheftchen zu Fragen der Moral, des Benehmens, des Schutzes und der Pflege von Haustieren und anderen Themen und gehörte zu den Ersten, die botanische Termini schufen⁴ (vgl. Zinkevičius 1990: 162–163; VLE VIII 421–422; ausführlicher siehe Petkevičiūtė 1988; PMKŠ 2012). Auch der Bereich der Medizin blieb ihnen nicht fremd. Obwohl sie keine speziellen Arbeiten auf diesem Gebiet verfassten⁵, lässt sich medizinbezogener Wortschatz in anderen Werken von ihnen finden. Somit kann man sagen, dass sie auch zur Entwicklung der litauischen medizinischen Terminologie beitrugen. Als Untersuchungsgegenstand dieses Artikels wurden die zweisprachigen polnisch-litauischen Wörterbücher von S. Daukantas⁶ (S. Dauk) und L. Ivinskis⁷ (I) ausgewählt. Ihr medizinischer Wortschatz ist bislang nicht untersucht worden; daher soll diese Forschungslücke geschlossen werden. Aus diesen Wörterbüchern wurde litauischer Wortschatz ausgewählt, der verschiedene medizinische Begriffe bezeichnet (einwortige abgeleitete Benennungen)⁸. Herangezogen wurde der vollständige Wörterbuchartikel, 4 Das terminologische Erbe von L. Ivinskis wurde in der Dissertation von Albina Auksoriūtė Lauryno Ivinskio terminologijos darbai (2000¹) behandelt. 5 Abgesehen von L. Ivinskis, dessen selbst verfasster Abschnitt über menschliche Krankheiten und deren Behandlung im landwirtschaftlichen Teil seines umfangreichsten gedruckten Werks Metskaitlių als eigenständige Arbeit auf dem Gebiet der Medizin betrachtet werden kann, ist außerdem das Manuskript Būdas gydymo ligų žmonių ir gyvulių zu erwähnen, in dem angegeben wird, welche Krankheiten wie mit verschiedenen Pflanzen oder Stoffen behandelt werden sollen. In diesem Manuskript verwendete L. Ivinskis über 400 Termini. Das besprochene Manuskript, das sich im Besitz der Medizinischen Universität Kaunas befand, ist verschollen (vgl. Auksoriūtė 2000²: 4, 6). 6 Die Quelle des polnischen Registers des vierten und umfangreichsten Wörterbuchs von S. Daukantas (DLL) ist das polnisch-französische Wörterbuch von Stanisław Ropel ewskis (1847). DLL richtete sich wahrscheinlich eher an litauische Leser mit grundlegender oder höherer Bildung. Vermutlich wurde es nicht nur als polnisches Lernwörterbuch, sondern auch als normatives Wörterbuch der litauischen Sprache verfasst (vgl. Subačius 1990: 27–28). 7 In litauischen sprachwissenschaftlichen Arbeiten wird das hier untersuchte Wörterbuch von L. Ivinskis unterschiedlich bezeichnet. So nannte Jonas Kruopas es in seinem Artikel Lietuviškai lenkišku žodynu (Kruopas 1960: 192), Zigmas Zinkevičius und Jonas Palionis bezeichneten es als Lenkų–lietuvių kalbų žodynu (vgl. Zinkevičius 1990: 164; Palionis 1995: 194), in den Artikeln von A. Auksoriūtė (1998, 1999, 2003, 2007) wird es als Lenkų–žemaičių kalbų žodynas (Słownik polsko–żmudzki) bezeichnet, während Ona Kažukauskaitė es Lenkų–lietuvių kalbų žodynas (Słownik polsko–litewski) nennt. In diesem Artikel wird das betreffende Werk von L. Ivinskis als Lenkų–lietuvių kalbų žodynas bezeichnet, also so, wie es in dem von O. Kažukauskaitė herausgegebenen und veröffentlichten Buch genannt wird. Dieses enthält den erhaltenen Teil des handschriftlichen Wörterbuchs (die Buchstaben A–R); beigefügt ist eine digitale CD mit einem Faksimile des Manuskripts. 8 In beiden Wörterbüchern wurden 362 Einheiten der terminologischen medizinischen Lexik (einschließlich Varianten) gefunden, davon 323 litauischen Ursprungs, 26 Entlehnungen und 13 Hybridbildungen sowie Wortverbindungen gemischter Herkunft. Terminologija | 2015 | 22 171 d. h. das polnische Lemma und seine litauischen Entsprechungen mit sämtlichen grammatischen Angaben. Die lexikalischen Einheiten werden im Artikel nicht als medizinische Termini bezeichnet, da es sich bei den untersuchten lexikografischen Quellen um allgemeine Übersetzungswörterbücher aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts handelt. Daher wird der semantisch umfassendere Begriff terminologische medizinische Lexik verwendet. Die terminologische medizinische Lexik der besprochenen Wörterbücher wird im Wesentlichen unter einem Hauptaspekt – dem Ausdruck – behandelt; herangezogen wird jedoch auch der semantische Aspekt, indem man sich auf die fachliche Klassifikation der Begriffe aus Anatomie (Bezeichnungen für Körperteile und Organe) und Klinik (Bezeichnungen für Krankheiten und krankhafte Zustände) stützt. Untersucht werden ausschließlich lexikalische Einheiten litauischen Ursprungs. Ziel des Artikels ist es, die Wortbildungsweisen der Derivate und ihr Verhältnis zueinander sowie die Wortbildungskategorien zu bestimmen, die Wortbildungstypen der Letzteren zu erörtern, zu klären, welche Gruppen medizinischer Begriffe durch Derivate bezeichnet werden, das Verhältnis der Derivate zur gesprochenen Sprache und zur Schriftsprache zu bestimmen, mögliche Wortneubildungen der Wörterbuchautoren zu ermitteln und die Derivate im Hinblick auf ihren Fortbestand im heutigen litauischen Standardwortschatz und in der medizinischen Terminologie zu bewerten. ABLEITUNGSBILDUNG Der überwiegende Teil der in den Wörterbüchern von S. Daukantas und L. Ivinskis gefundenen Wörter und Wortverbindungen, die medizinische Begriffe bezeichnen, ist genuin, das heißt rein litauisch; sie machen 89% des gesamten terminologischen medizinischen Wortschatzes beider Wörterbücher aus (Varianten eingeschlossen). Das ist verständlich, denn beide Lexikografen waren große Liebhaber und Förderer ihrer Muttersprache. Die aus ihren Wörterbüchern ausgewählten Ableitungen (sie machen etwa 46% des litauischen terminologischen medizinischen Wortschatzes aus) werden nach dem Wortbildungsverfahren in Suffix-, Präfix- und Endungsableitungen eingeteilt9. Innerhalb der genannten Gruppen werden die Wörter nach ihrer Semantik gruppiert. Auf diese Weise entstehen bestimmte Mikrosysteme, beispielsweise Bezeichnungen für Körperteile, Organe, Krankheiten, krankhafte Zustände, Personen und weitere Bereiche. 1. ABLEITUNGEN10. 1.1. Suffixableitungen Die größte Gruppe bilden mit Suffixen abgeleitete Bezeichnungen medizinischer Begriffe (123 lexikalische Einheiten) (siehe Tabelle 1). Sie werden weiter untergliedert 9 Aufgrund des großen Umfangs des untersuchten Materials werden in diesem Artikel nur Ableitungen behandelt; nach dem Wortbildungsmodell gebildete Einheiten des litauischen terminologischen medizinischen Wortschatzes werden nicht untersucht. 10 Bei der Beschreibung der Ableitungen in den Wörterbüchern wurde auf Arbeiten zur diachronen und synchronen Wortbildung zurückgegriffen (Ambrazas 1993, 2000; DLKG 2006; LKG 1965; Skardžius 1996; Urbutis 2009). 172 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba nach Wortbildungskategorien in Diminutive (Verkleinerungsnomen), Handlungsbezeichnungen oder verbale Abstrakta, Eigenschaftsbezeichnungen oder nominale Abstrakta, Bezeichnungen für Handelnde und Träger verbaler Eigenschaften, Bezeichnungen für Träger nominaler Eigenschaften, Bezeichnungen für Handlungsergebnisse, Ortsbezeichnungen und Berufsbezeichnungen für Personen. Diese Kategorien setzen sich ihrerseits aus Wortbildungstypen zusammen (ausführlicher siehe Ambrazas 1993: 10). Die Ableitungen werden nach ihrer Häufigkeit präsentiert. 1.1.1. DIMINUTIVE (VERKLEINERUNGSNOMINA) So bezeichnet man suffixale Ableitungen, die aus Substantiven gebildet werden und denselben Gegenstand wie das Grundwort, jedoch in kleinerer Form, bezeichnen (DLKG 2006: 87); mit anderen Worten gelten als Diminutive Wörter, die eine geringe Größe ausdrücken. -elis, -elė. In den Wörterbüchern von S. Daukantas und L. Ivinskis finden sich drei Ableitungen mit dem produktivsten Diminutivsuffix der litauischen Sprache -elis, -elė11, die eine reine Verkleinerungsbedeutung haben. Die Grundsubstantive dieser Ableitungen bezeichnen ein Organ (Bauch), ein Gefäß (Becher) und eine verletzte Stelle der Haut oder Schleimhaut (Wunde): Brzuszek, -ka. m. Pilwėlis12 ~ pilvelis I 2413, vgl. LLKŽLal 11: poln. brzuszec, lit. pilvelis; Bank, Banka, <…>14, taurele, banki stawic, taureliemis kraujį leisti ~ taurelė, taurelėmis kraujį leisti S. Dauk I 75, aber vgl. LLKŽLal 5: poln. bank, lit. bankas, obwohl poln. bańka, lit. bonka, plėčka; taurelė; Ranka, žaizdelė, <…> ~ žaizdelė S. Dauk III 29, vgl. LLKŽLal 203: poln. ranka, lit. žaizdelė. Diese Diminutive sind Wörter der lebendigen Sprache15. Im LKŽe wird das Wort pilvelis 11 S. Daukantas und L. Ivinskis entnahmen die Wörter (Ableitungen) für ihre Wörterbücher der lebendigen Sprache, das heißt, sie terminologisierten sie und verwendeten sie als Entsprechungen polnischer Wörter. In diesem Artikel werden solche Wörter unter dem Gesichtspunkt ihrer Wortbildung als Ableitungen betrachtet. 12 Die lexikalischen Einheiten sind von der Autorin dieses Artikels fett gedruckt. 13 Die Wörterbuchbeispiele werden in der Originalschreibung wiedergegeben; nach der Tilde folgt die in heutige Schriftzeichen übertragene Bezeichnung. 14 Eckige Klammern kennzeichnen die ausgelassene litauische Entsprechung eines polnischen Stichworts, bei der es sich (meistens) nicht um ein abgeleitetes Wort handelt (sondern um ein einfaches Wort, ein Kompositum, ein Lehnwort, ein Hybrid oder eine Wortverbindung), weshalb sie in diesem Artikel nicht behandelt wird. In den nachfolgend angeführten Wörterbuchartikelbeispielen sind die ausgelassenen lexikalischen Einheiten unterstrichen, z. B.: Apetýt -u, m. Alkis, wàlgima noraš. Niema apety-tu. Wàlgimas nėjam I 4–5, Aptekars two -a, n. Wajstìnistė -es, m. Aptiekoristė I 5, Doktor, gydytojas. dakta-ras S. Dauk I 145, Cirulik, ka. m. Kràuleid’īs, -dzia. w. Skutiejàs, -a. w. I 36, Cialo, -a. n. Kūnas, -na. – martwe; kūnas, nuomirūlis, -lia. w. lė, -les. m. Lawònas, -na. w. I 32. Es kommt jedoch vor, dass das ausgelassene Wort ebenfalls eine Ableitung ist, jedoch zu einer anderen Wortbildungskategorie, einem anderen Wortbildungstyp oder einem anderen Wortbildungsverfahren gehört, z. B.: Boleść, -ści. f. Skāusmas, sōpūlis, skaudėjimas, gīla, -łos, gīelimas I 20; daher wird es im entsprechenden Abschnitt des Artikels behandelt. 15 Zur Bestimmung des volksmundlichen Charakters von Wörtern werden die Daten des akademischen Wörterbuchs der litauischen Sprache (im Folgenden LKŽe) herangezogen. Ein Wort gilt als volkssprachlich, wenn es oder seine Bedeutung im Wörterbuch durch Belege aus der lebendigen Sprache nachgewiesen ist (darauf weisen die Abkürzungen für Dialektorte hin). Terminologija | 2015 | 22 173 Ein belegter Gebrauchssatz aus Pušalotas (Raj. Pasvalys). Taurelė in der medizinischen Bedeutung „ein bestimmtes Glasgefäß, das einem Kranken auf den Körper gesetzt wird, um das Blut an die Oberfläche zu ziehen“ ist dem litauisch-deutschen und deutsch-litauischen Wörterbuch von Pilypas Ruigys (1747), dem litauisch-deutschen und deutsch-litauischen Wörterbuch von Kristijonas Gotlybas Milkus (1800) sowie den Schriften von L. Ivinskis entnommen; die Wortverbindung taurelė kraujaleidžio stammt aus dem Wörterbuch von Konstantinas Sirvydas. Gebrauchssätze zu Žaizdelės sind aus Jurbarkas, Rozalimas (Raj. Pakruojis) und Valkininkai (Raj. Varėna) angeführt. -ėlis. Ein Paar Diminutive ist mit dem Suffix -ėlis gebildet. Es handelt sich um Ableitungen von Grundsubstantiven, die Personen bezeichnen (Kleinkind, Kind): Dzieciątko, -teczko, -a. n. <...>, kudikėlis, -lia. w. ~ kudikelis I 62, vgl. LLKŽLal 29: poln. dzieciątko, lit. vaikas, kūdikis; Dzieciuch, -a. -iuk. m. <...>, vajkutėlis, -ia. w. ~ vaikutelis I 62, vgl. LLKŽLal 29: poln. dzieciuch, lit. vaikas. Es sei darauf hingewiesen, dass auch das Grundsubstantiv der Ableitung vaikutėlis, nämlich vaikutis, seinerseits eine Ableitung ist – ein Diminutiv mit dem Suffix -utis. Im LKŽe sind Gebrauchssätze mit dem Diminutiv kūdikėlis aus dem Wörterbuch von Jokūbas Brodovskis Lexicon Germanico-Lithuanicum et Lithuanico-Germanicum, aus Antanas Juškas Lietuviškų dainų (Ka zanė, 1880–1882) und aus Mikalojus Daukšas Postilė (1599) angegeben. Das Wort vaikutėlis ist nicht belegt; zweifellos stammt es jedoch aus der gesprochenen Sprache. 1.1.2. BEZEICHNUNGEN VON HANDLUNGEN ODER VERBALABSTRAKTA Im Vergleich zu Ableitungen anderer Wortbildungskategorien sind diese am zahlreichsten. Sie werden von präfigierten oder nicht präfigierten Verben gebildet und bezeichnen mit der Medizin zusammenhängende Handlungen, Vorgänge, Prozesse oder Zustände. -imas. In den untersuchten Wörterbüchern überwiegen Ableitungen mit dem Suffix -imas. Semantisch gehören sie zur Gruppe der Bezeichnungen für mit der Medizin verbundene Handlungen, Vorgänge, Prozesse und Zustände. Die meisten Ableitungen mit diesem Suffix sind von nicht präfigierten Grundverben oder abgeleiteten (suffixalen) Verben gebildet. Im Wörterbuch von L. Ivinskis sind als Bezeichnungen mit den Bedeutungen „Behandlung“ und „Heilung“ zu nennen: Gojenie. G’īdimas, gijimas ~ gydymas, gijimas I 82, vgl. LLKŽLal 40: poln. gojenie, lit. gydymas; gijimas. In der Bedeutung „Behandlung“ verwendete S. Daukantas außerdem das Wort Leczenie, wajstejimas ~ vaistejimas S. Dauk I 331, vgl. LLKŽLal 74: poln. leczenie, lit. gydymas, das den Angaben des LKŽe zufolge als seine Wortneuschöpfung gelten muss: vaistėjimas S.Dauk → 1 vaistėti siehe vaistyti „behandeln“. Die Ableitung gydymas ist im LKŽe als Wort der gesprochenen Sprache verzeichnet; der Belegsatz stammt aus Sintautai (Raj. Šakiai). Dagegen ist gijimas im litauisch-deutschen Wörterbuch von Friedrich Kur- 174 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba šaitis (1883) und im litauisch-russischen Wörterbuch von Jurgis Šlapelis (Vilnius, 1921) belegt. Es gibt zahlreiche Bezeichnungen, die mit dem Empfinden verschiedener Arten von Schmerzen – starker, leichter, aber anhaltender, stechender usw. – zusammenhängen: Bol, <...> Schmerzen16, stechender Schmerz ~ Schmerz, stechender Schmerz S. Dauk I 94, vgl. LLKŽLal 10: poln. Schmerz, lit. Schmerz, Schmerzen; Bołaczka, Schmerzen, Stechen ~ Schmerz, Stechen S. Dauk I 94, vgl. LLKŽLal 10: poln. Schmerz, lit. Schmerz, Geschwür; Bolenie, Stechen, Schmerzen ~ Stechen, Schmerz S. Dauk I 94, vgl. SJP 1 187(35): Schmerzen, n. „anhaltender, andauernder Schmerz“; Schmerz, -zes. m. <...>, Schmerz, <...>, Stechen ~ Schmerz, Stechen I 20, vgl. LLKŽLal 10: poln. Schmerz, lit. Schmerz; Doleganie, stechender Schmerz, Schmerzen ~ stechender Schmerz, Schmerz S. Dauk I 145, vgl. SJP 1 476(72): Schmerz „unerträglicher Schmerz“; Knollenbildung, Schmerzhaftigkeit, <...> ~ Schmerzhaftigkeit S. Dauk I 228, doch vgl. LLKŽLal 44: poln. Knollenbildung, lit. Knolligkeit. Den Angaben des LKŽe zufolge wird Schmerz im gesamten Land verwendet, stechender Schmerz ist in Kvedarna (Rajon Šilalė), Salantai (Rajon Kretinga) belegt, Stechen dagegen in Eriškiai (Rajon Panevėžys), Papilė (Rajon Akmenė), Kuktiškės (Rajon Utena), Pociūnėliai (Rajon Radviliškis). Schmerzhaftigkeit ist eine Ableitung aus dem litauischen und englischen Wörterbuch von Antanas Lalis (1915), aber schmerzhaft werden „mit schmerzhaften Stellen bedeckt sein“ stammt aus der gesprochenen Sprache. Einige Bezeichnungen mit der Bedeutung „Bewusstlosigkeit, Ohnmacht“: Mdlenie, alpimas ~ alpimas S. Dauk I 361, vgl. LLKŽLal 84: poln. malenie, lit. alpimas; Omdlewawanie, <...>, alpulawimas ~ alpuliavimas S. Dauk II 192, vgl. SJP 3 551(68): poln. omdlewać, dt. ohnmächtig werden, in Ohnmacht fallen, russ. обмереть. Im LKŽe ist alpimas als Wort aus dem litauisch-deutschen Wörterbuch von Fr. Kuršaitis (1883), dem litauisch-russischen Wörterbuch von J. Šlapelis (1921) und den Schriften von L. Ivinskis aufgenommen; alpuliavimas ist nicht belegt, das Verb alpuliuoti hingegen ist ein Wort der gesprochenen Sprache. Eine eigene kleine Gruppe bilden Ableitungen, die verschiedene mit der Verdauung verbundene Beschwerden bezeichnen: Blucie, wiemimas ~ vėmimas S. Dauk I 91, vgl. SJP 1 128(27): poln. blucie, dt. das Erbrechen, das Brechen, russ. блевание; Blwanie, wiemimas ~ vėmimas S. Dauk I 91, vgl. SJP 1 128(27): poln. blwanie, dt. das Erbrechen, das Brechen, russ. блевание; Dyarija, -rij. f. Widūriāwimas, <...> ~ viduriavimas I 59; Laksowanie, trijidimas ~ triedimas S. Dauk I 326, vgl. SJP 2 586(73): laksowanie „Abführen des Darminhalts,“ 16 Das Wort ist korrigiert. Vermutlich sollte skaudieimas S. Dauk I 95 geschrieben werden. Terminologija | 2015 | 22 175 „Durchfall, Diarrhö“; Rzyganie, Aufstoßen ~ Aufstoßen S. Dauk III 82, vgl. SJP 5 201(26): poln. rzygać, vgl. rzygnąć „Aufstoßen, Rülpsen“, russ. рыгнуть, рыгать, рветь, рвать, зарывать, aber vgl. LLKŽₗₐₗ 219: poln. rzyganie, lit. Erbrechen; Rzygnięcie, Würgen, wiemimas ~ Würgen, Erbrechen S. Dauk III 83; Womitowanie, wiemimas ~ Erbrechen S. Dauk III 258, vgl. LLKŽₗₐₗ 282: poln. womitować, lit. vemti, LLKŽᵥₐᵢₜₖ 878, 905: poln. womitować, mundartl. wymiotować, lit. vemti. LKŽe enthält Belegsätze zum Gebrauch von Erbrechen aus Gružiai (Kreis Pasvalys), Girdiškė (Kreis Šilalė), Varniai (Kreis Telšiai), Raudėnai (Kreis Šiauliai), Varėna, Smilgiai (Kreis Panevėžys), Kupreliškis (Kreis Biržai), Salamiestis (Kreis Kupiškis), zum Gebrauch von Durchfall aus Kražiai (Kreis Kelmė), Rozalimas (Kreis Pakruojis), Armoniškiai (Kreis Voranava, Gebiet Grodno, Belarus), Seda (Kreis Mažeikiai), Pivašiūnai (Kreis Alytus), Varėna und Druskininkai. Zum Wort triedimas ist ein Belegsatz aus Vytautas Vitkauskas’ Šiaurės rytų dūnininkų šnektų žodynas (Vilnius, 1976) angeführt; Aufstoßen ist aus Kuršėnai (Kreis Šiauliai) und Vabalninkas (Kreis Biržai) belegt. Für das Derivat Würgen sind keine Belegsätze angeführt, das Verb žiaukčioti „sich unter Würgen geräuschvoll winden“ wird jedoch überall im Land verwendet. Es gibt zahlreiche Ableitungen, die Störungen der Atmungsorgane bezeichnen: Dyszenie, -nia. n. Seufzen, Atemnot, <...> ~ Seufzen, Atemnot I 61, vgl. SJP 1 587(85): poln. keuchen, dt. atmen, Atem holen, russ. дышать, LLKŽₗₐₗ 28: poln. keuchen, lit. atmen, hauchen, LLKŽᵥₐᵢₜₖ 108: poln. keuchen, lit. 1) atmen, hauchen; Kaszlanie, Husten ~ Husten S. Dauk I 272 / Kaszlanie. Husten ~ Husten I 106, vgl. SJP 2 331(42): poln. Husten, n., dt. das Husten; Kichanie, Niesen ~ Niesen S. Dauk I 276, vgl. LLKŽₗₐₗ 57: poln. Niesen, lit. Niesen; Kichnienie, Niesen ~ Niesen S. Dauk I 276, vgl. LLKŽᵥₐᵢₜₖ 184: poln. Niesen, lit. Niesen. Die Daten des LKŽe zeigen, dass die behandelten Ableitungen aus der gesprochenen Sprache stammen: Zu Seufzen „schweres Atmen“ sind keine Beispielsätze für den Gebrauch angegeben; für das Verb seufzen „atmen (gewöhnlich schwer)“ sind solche Sätze jedoch aus Alovė (Rajon Alytus), Kuršėnai (Rajon Šiauliai), Ažierkai (Rajon und Gebiet Gardinas, Belarus) aufgezeichnet; Atemnot „schweres Atmen“ ist in Šatės (Rajon Skuodas) belegt, Husten in Debeikiai (Rajon Anykščiai) und Smilgiai (Rajon Panevėžys), Niesen in Daukšiai (Rajon Marijampolė). Daneben gibt es einige vereinzelte Bezeichnungen für Begriffe, die der semantischen Gruppe der Handlungen, Vorgänge, Prozesse und Zustände zuzuordnen sind: Babienie –a. n. <...>, Gebären, w. ~ Gebären I 8, vgl. SJP 1 39(15): poln. babić, russ. бабничать; Sztuka babienia, dt. die Hebammenkunst, russ. повивальное искус- 176 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos ved yba cm80, Wickel; Nauka babienia; Choroba, -y. f. <...>. Krankheit, -a. w. ~ Krankheit I 29, vgl. LLKŽLal 14: poln. choroba, lit. Krankheit; Pocenie się, Schwitzen ~ Schwitzen S. Dauk II 255, vgl. SJP 4 193(25): pocenie się, vgl.17 pocić się „schwitzen“, LLKŽVaitk 447: poln. pocenie się, lit. Schwitzen; Poziewanie, Gähnen ~ Gähnen S. Dauk II 343, vgl. LLKŽVaitk 524: poln. pozie­wanie, lit. Gähnen; Ropienie, Eitern ~ Eitern S. Dauk III 39, vgl. LLKŽLal 207: poln. ropienie, lit. Eiterbildung. LKŽe führt Belegsätze zum Gebrauch des Wortes Krankheit aus Veiviržėnai (Kreis Klaipėda), Laukžemis (Kreis Kretinga), Kaltanėnai (Kreis Švenčionys), Žarėnai (Kreis Telšiai), Vainutas (Kreis Šilutė), Ramygala (Kreis Panevėžys) an; zum Gebrauch von Schwitzen aus Pociūnėliai (Kreis Radviliškis), zum Gebrauch von Gähnen aus Kuršėnai (Kreis Šiauliai) und Daukšiai (Kreis Marijampolė). Obwohl Eiterbildung nicht belegt ist, kennt die lebendige Sprache das Verb pūlioti „eitern“ (Kvėdarna, Raudėnai). Gebären ist im Wörterbuch nicht nachgewiesen; es könnte sich somit um eine Neubildung von L. Ivinskis handeln. Deutlich weniger sind die mit dem Suffix -imas gebildeten Derivate, die von präfigierten einfachen oder abgeleiteten (suffixalen) Verben stammen. Zu nennen sind die mit Genesung verbundenen Bezeichnungen in S. Daukantas’ Wörterbuch: Ozdrowienie, Genesung ~ Genesung S. Dauk II 219, vgl. SJP 3 635–636(80–81): ozdrowieć „nach einer Krankheit wieder zu Kräften kommen“, LLKŽVaitk 402: poln. ozdrowienie, lit. Heilung, Genesung; Wyzdrawienie, Heilung ~ Heilung S. Dauk III 302, vgl. SJP 5 655(81): wyzdrowieć „vollständig genesen“, LLKŽVaitk 922: poln. wyzdrowienie, lit. Genesung, Heilung; diese Wörter sind aus der lebendigen Sprache bekannt – ein Belegsatz zum Gebrauch von Genesung wurde in Naujamiestis (Kreis Panevėžys) aufgezeichnet, zwei Belegsätze zum Gebrauch von Heilung stammen aus Šatės (Kreis Skuodas) und Skirsnemunė (Kreis Jurbarkas). L. Ivinskis führt das Wort Bezbolność, -ci. f. <...> an, das den Begriff „Schmerzunempfindlichkeit“ ausdrückt. Schmerzlosigkeit, -ma. w. ~ Schmerzlosigkeit I 12, vgl. SJP 1 75(21): bezbolność, ści, ž. „Schmerzlosigkeit“. Schmerzhaftigkeit ist ein in der lebendigen Sprache weit verbreitetes Wort (LKŽe). Zahlreiche Bezeichnungen haben die Bedeutung „Bewusstlosigkeit, Ohnmacht“: Omdlenie, Ohnmacht ~ Ohnmacht S. Dauk II 192, vgl. LLKŽLal 128: poln. omdlenie, lit. Ohnmacht; Omdlewawanie, Ohnmachtsanfall, <...> ~ Ohnmachtsanfall S. Dauk II 192, vgl. SJP 3 551(68): poln. omdlewać, russ. обмереть, dt. ohnmächtig werden, in Ohnmacht fallen; Pomdlenie, Ohnmachtsanfall ~ Ohnmachtsanfall S. Dauk II 298, vgl. LLKŽVaitk 483: poln. pomdleć, lit. 1) ohnmächtig werden; erschöpft sein; Zamdlenie, Ohnmacht ~ Ohnmacht S. Dauk III 328, vgl. SJP 6(II) 17 Oacz, siehe. Terminologija | 2015 | 22 177 816(102): zamdlič „ohnmächtig werden“; Zemdenie, nualpimas ~ nualpimas S. Dauk III 356, vgl. SJP 6(II) 816(102): zemdlenie „Kraftlosigkeit, Schwäche, Gebrechen; Schwäche“, LLKŽVaitk 973: poln. zemdlenie, lit. apalpimas. Im LKŽe ist apalpimas mit einem Beleg aus den Schriften von Juozas Tumas-Vaižgantas verzeichnet, nualpimas hingegen aus Kupiškis. Eine weitere kleine Gruppe von Ableitungen umfasst Bezeichnungen für das Sehen und seine Störungen: Oslepenie, apjakimas, apjakinimas ~ apjakimas, apjakinimas S. Dauk II 207, vgl. LLKŽLal 152: poln. oślepienie, lit. apakimas, aklybė; Oslepnienie, apjakimas ~ apjakimas S. Dauk II 207; Zaslepenie, apjakimas ~ apjakimas S. Dauk III 341, vgl. LLKŽLal 313: poln. zaślepienie, lit. apakimas, aklumas. Ein Beleg für den Gebrauch von apjakimo „Blindheit“ im LKŽe stammt aus Pilviškiai (Raj. Vilkaviškis). Die Ableitung apjakinimas „Verblendung“ ist dagegen als Wort aus dem Wörterbuch von K. Sirvydas und aus P. Ruigys litauisch-deutschem und deutsch-litauischem Wörterbuch (1747) belegt; das Verb apjakti „erblinden“ ist jedoch ein Wort der lebendigen Sprache – im LKŽe sind Belege aus Liškiava (Raj. Varėna), Krosna (Raj. Lazdijai), Kuktiškės (Raj. Utena), Skirsnemunė (Raj. Jurbarkas) und Salantai (Raj. Kretinga) verzeichnet. Den Begriff „Auslösen von Fieber; fiebrig werden“ bezeichnete S. Daukantas mit zwei Wörtern: Zapalanie, zapalenie, užkurimas, uždegimas ~ užkūrimas, uždegimas S. Dauk III 332, vgl. LLKŽLal 309: poln. zapalenie, lit. uždegimas. Das Wort užkūrimas ist im LKŽe nicht in medizinischer Bedeutung verzeichnet: užkūrimas → 1 užkurti 1. „Feuer anzünden, entfachen“, aber 1 užkurti 5. „von einer Krankheit, Fieber befallen werden; entzünden“: Und der Kopf wurde vom Fieber ergriffen (Fieber erfasste ihn) Lp. | refl.: Als sich das Auge entzündete, begann es zu schmerzen P.Aviž(Prnv). Schleimiger Augenausfluss ist bei Entzündungen reichlich P.Aviž. Sekundäre Iritiden entstehen infolge anderer Augenkrankheiten P.Aviž. Bei Fieber brennt der Kopf geradezu Ds. 1 uždegimas 2. → uždegti 6. „Fieber auslösen; fiebrig werden“: Gelenkentzündung DŽ. Er starb an einer Lungenentzündung Vvr. Eine Entzündung der Augenbindehaut ist auf dem Land eine häufige Krankheit rš. Die Entzündung des Beins geht nicht zurück Vlkv. Die angeführten Belegsätze zeigen also, dass beide Wörter aus der lebendigen Sprache stammen. Einige Bezeichnungen für Störungen im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten (1), chirurgischen Erkrankungen (2), Nervenkrankheiten (3) und Halskrankheiten (4): (1) Influencia. Pripūlimas nuog kó ~ pripuolimas I 99, vgl. LLKŽLal 48: poln. influenca, lit. (med.) irmėdė; Oszalenie, pasiutimas ~ pasiutimas S. Dauk II 213, vgl. SJP 3 617(78): poln. oszaleć, dt. närrich werden, verrückt werden, rasen, russ. оду́рѣть, ряхнуться, LLKŽLal 134: poln. oszaleć, lit. patrakti, pasiusti, LLKŽVaitk 398: poln. oszaleć, lit. pamišti, išsikraustyti iš proto; pasiusti; Wściekłość, pasiutimas ~ pasiutimas S. Dauk III 178 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba 263, vgl. LLKŽLal 283: poln. wściekłość, lit. pasiutimas, padūkimas; Zaražanie, zarazenie, užkrietimas. (marū) ~ užkrėtimas (maru) S. Dauk III 337), vgl. LLKŽLal 311: poln. zaraženie, lit. užkrėtimas, užsikrėtimas; (2) Opuchłaść, sùputimas ~ suputimas S. Dauk II 200, vgl. LLKŽLal 130: poln. opuchłość, lit. sutinimas; (3) Katalepsya, apmirimas, wiso kuno, ar wieno strajpsti arba członko ~ apmirimas, wiso kūno ar vieno straipsčio arba članko S. Dauk I 272; Letarg, numerdėjimas ~ numerdėjimas S. Dauk I 335, vgl. LLKŽLal 76: poln. letarg, lit. mirties miegas, letargas; (4) Pokaszliwanie, pakosėjimas ~ pakosėjimas S. Dauk II 284, vgl. SJP 4 279(39): pokaszleć „ununterbrochen husten“, LLKŽLal 158: poln. pokaszliwać, lit. kosėti, LLKŽVaitk 471: poln. pokaszliwanie, lit. kosčiojimas. Wie die Daten des LKŽe zeigen, sind die meisten der genannten Ableitungen Wörter der lebendigen Sprache. Für die Ableitung pripuolimas „Auftreten (einer Krankheit)“ sind keine Gebrauchsbelege verzeichnet, für das Verb pripulti „(von einer Krankheit) befallen werden“ hingegen Belege aus Skudutiškis (Raj. Molėtai), Alovė (Raj. Alytus) und Rūdiškės (Raj. Trakai). Die Ableitung pasiutimas „Verrücktwerden, Wahnsinn“ ist lediglich aus dem litauischen Wörterbuch von Georg H. F. Nesselmann (1851) belegt; für pasiusti „verrückt werden“ sind jedoch Gebrauchsbelege aus Trakai, Sintautai (Raj. Šakiai), Varniai (Raj. Telšiai) und Strūnaitis (Raj. Švenčionys) verzeichnet. Im LKŽe sind keine Gebrauchsbelege für užkrėtimo aus der lebendigen Sprache verzeichnet; užkrėsti „Krankheitserreger übertragen“ ist jedoch ein Wort der lebendigen Sprache – Gebrauchsbelege stammen aus Vilkaviškis, Pilviškiai (Raj. Vilkaviškis), Grūžiai (Raj. Pasvalys) und Kupiškis. Für die Ableitung suputimas „Schwellung“ sind Gebrauchsbelege aus Kvėdarna (Raj. Šilalė) und Žemaitkiemis (Raj. Ukmergė) verzeichnet. Apmirimas „Verlust der Empfindungsfähigkeit, Taubheitsgefühl“ ist aus Fr. Kurschats litauisch-deutschem Wörterbuch (1883) belegt; das Verb apmirti ist ein Wort der lebendigen Sprache, jedoch nicht in der Bedeutung „die Empfindungsfähigkeit verlieren, taub werden (von einem Körperteil)“ in der lebendigen Sprache belegt. Gesondert zu erwähnen sind die Ableitungen numerdėjimas, pakosėjimas. Das Verb numerdėti ist in seiner ersten Bedeutung „ohnmächtig werden, hinsiechen“ aus Ėriškiai (Raj. Panevėžys) belegt, in der zweiten Bedeutung „Lebenszeichen verlieren, erstarren“ aus den Schriften von S. Daukantas. Das Verb pakosėti „ein wenig husten“ ist in Pociūnėliai (Raj. Radviliškis) und Rusnė (Raj. Šilutė) belegt. –ulis / –ulys. Ableitungen mit diesen Suffixen dienen als Bezeichnungen physiologischer Vorgänge oder Zustände. Sie sind von Verben abgeleitet, die physiologische Prozesse des Organismus bezeichnen (DLKG 2006: 95). Man kann also sagen, dass dieses Suffix Terminologija | 2015 | 22 179 Seine Wortbildungsbedeutung ist medizinisch. In den untersuchten Wörterbüchern überwiegen Ableitungen mit der langen Variante des Suffixes –ulys: Bolačka, i. f. Skāudūl’īs, <…> ~ skaudulys I 20, vgl. LLKŽLal 10: poln. bolączka, lit. skaudulys, opa; Bolesć, sopulys ~ sopulys S. Dauk I 94, vgl. LLKŽLal 10: poln. bolesć, lit. sopulys; Czkauka, cziaudulys ~ čiaudulys S. Dauk I 127, aber vgl. SJP 1 974(61), 5 569(72): poln. czkawka ob. szczkawka, i, f., szczkota, y, f., szczkanie, russ. ukoma, dt. der Schluchzen, der Schlucken. Singultus, szczkanie, szczkota, LLKŽLal 18: poln. czkawka, lit. žagsėjimas, žagulys, LLKŽVaitk 74: poln. czkawka, lit. žagulys; Dawica, –cy. f. Smāugūl’īs, smāugūlia ~ smaugulys I 42, vgl. SJP 1 417(64): dawica, y, f. „Schmerz im Hals“; Dychawica, dusulys ~ dusulys S. Dauk I 171, vgl. LLKŽLal 28: poln. dychawica, lit. dusulys; Dyszenie, –nia. n. <…>, dùsūl’īs, –ia. ~ dusulys I 61, vgl. LLKŽLal 28: poln. dyszeć, lit. atmen, keuchen; Dziwe mięso. – Skāudulis ~ skaudulys I 65, vgl. LLKŽLal 30: poln. dziwy, a. dziwe mięso, lit. piktoji mėsa; Jątrznica. Skāudulīs ~ skaudulys I 95, vgl. SJP 2 246(34): poln. jątrzyć „eitern“; Kaszel. <…>, kòsùl’īs ~ kosulys I 106; Kaszel, kosulys ~ kosulys S. Dauk I 272, vgl. LLKŽLal 56: poln. kaszel, lit. kosulys; Kaszlisko, kosulys ~ kosulys S. Dauk I 272, vgl. SJP 2 331(42): kaszlisko, a, n. „übelartiger Husten“; Kichawka, czeudulys ~ čiaudulys S. Dauk I 276, vgl. LLKŽLal 57: poln. kichawka, lit. čiaudulys; Kolika, kolka, dygulys ~ dygulys S. Dauk I 290, vgl. SJP 2 407(50): kolika, kolka, i, f. „schwere Darmerkrankung“; Poziew, žiowulys ~ žiovulys S. Dauk II 343, vgl. LLKŽVaitk 524: poln. poziewać, lit. 1) gähnen, poln. poziewanie, lit. žiovavimas; Sadzel, skaudulys ~ skaudulys S. Dauk III 84, vgl. SJP 5 206(24): sadzel, a, m. „Wunde; Beule, Geschwulst; Eiterbeule; bösartige Wunde; Schmerz“; Wrzód, skaudulys ~ skaudulys S. Dauk III 262, vgl. LLKŽLal 283: poln. wrzód, lit. skaudulys, votis, spaugas; Zgaga, žiogulys ~ žiogulys S. Dauk III 359, doch vgl. LLKŽLal 321: poln. zgaga, lit. remuo; Ziewacz, žiowulys ~ žiovulys S. Dauk III 364, vgl. LLKŽLal 323: poln. ziewać, lit. žiovauti. Hinzuzufügen ist, dass nach den Daten des LKŽe alle genannten Ableitungen mit dem Suffix –ulys in der gesprochenen Sprache bekannt sind. Skaudulys, sopulys, čiaudulys, dusulys, žiovulys sind in ganz Litauen weit verbreitet. Smaugulys „schwere Atemnot“ wurde in Šatės (Raj. Skuodas), Viekšniai (Raj. Mažeikiai) und Dusetos (Raj. Zarasai) aufgezeichnet. Im Wörterbuch finden sich überwiegend Belegsätze zur Verwendung von pa-teikta kosulio „Husten“ aus Oberlitauen (Sml, Kp, Zt, Dkš, Eiš, Šlvn, Ss), während Belege für dygulio „Kolik“ vor allem aus Niederlitauen stammen (Krkl, Vkš, Plt, Vvr). Für Žiogulio gibt es zwei Belegsätze aus den Schriften von Jonas Jablonskis und der Wochenzeitung Tiesos prietelius (Priekulė, 1880). 180 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba Nur wenige Ableitungen mit der Kurzvariante –ulis: Ból, u. m. Šopūlis, <...> ~ sopulis I 20, vgl. LLKŽLal 10: poln. ból, lit. Schmerz, Schmerzen; Boleść, -ści. f. <...>, šopūlis, <...> ~ sopulis I 20, vgl. LLKŽLal 10: poln. boleść, lit. sopulys; Kaszel. Košulīs, <...> ~ kosulis I 106, vgl. LLKŽLal 56: poln. kaszel, lit. kosulys; Wrzodek, szunskaudulis ~ šunskaudulis S. Dauk III 262, vgl. SJP 6(II) 409(52): poln. wrzód, u, m., wrzodek, dku, m., russ. вередъ, чирей, чиршекъ, прорьвъ, LLKŽLal 283: poln. wrzód, lit. skaudulys, votis, spaugas, LLKŽVaitk 882: poln. wrzód, lit. votis; piktžaidė; skaudulys, siehe LKŽe: šunskaudulis „Schmerzbeule infolge eines Schrecks; Geschwulst“ (einziger Belegsatz aus Viekšniai, Raj. Mažeikiai). –ymas. Von den Ableitungen mit der langen Variante –ymas des Suffixes –imas, die von einfachen und abgeleiteten (suffixalen) Verben gebildet sind, gibt es nur wenige, und sie alle finden sich im Wörterbuch von S. Daukantas: Doktorstwo, gydymas ~ gydymas S. Dauk I 145, vgl. LLKŽLal 22: poln. doktorstwo, lit. dak­tarybė; Gojenie, dydymas18, waistymas ~ gydymas, vaistymas S. Dauk I 214, vgl. LLKŽLal 40: poln. gojenie, lit. gydymas; gijimas; Kuracya, gydymas ~ gydymas S. Dauk I 319, vgl. LLKŽLal 71: poln. kuracja, lit. gydymas; Rodzenie, gimdymas ~ gimdymas S. Dauk III 36, vgl. LLKŽLal 206: poln. rodzenie, lit. gimdymas; Wyleczenie, išgydymas ~ išgydymas S. Dauk III 279, vgl. LLKŽLal 290: poln. wyleczenie, lit. išgydymas; Zgojenie, sugydymas ~ sugydymas S. Dauk III 360, vgl. SJP 6(II) 1042(130): zgoić „eine Wunde heilen“, LLKŽLal 322: poln. zgoić, lit. užgydyti, LLKŽVaitk 977, 935: poln. zgoić psn. zago ić, lit. užgydyti. Die Wortbildungsbedeutung dieser Ableitungen entspricht derjenigen der Ableitungen mit dem Suffix –imas – sie bezeichnen mit der Behandlung (vorwiegend) und mit der Geburt verbundene Vorgänge. Den Daten des LKŽe zufolge sind die Ableitungen gydymas, sugydymas in Oberlitauen bekannt: Ein Belegsatz für gydymo stammt aus Sintautai (Raj. Šakiai), für sugydymo aus Panevėžys. Vaistymas ist aus dem litauisch-lettischen Wörterbuch von Janis Ryteris (Riga, 1929), dem litauisch-deutschen Wörterbuch von Aleksandras Kuršaitis (1968–1973), Mykolas Miežinis’ Lietuviszkai–latviszkai–lenkiszkai–rusiszko žodyno (Tilsit, 1894) sowie aus weniger bekannten Schriften des ehemaligen Ostpreußens und des Memellands, in denen die Quelle nicht genauer angegeben ist, oder aus neueren Zeitungen belegt. Gimdymas ist dem litauisch-russischen Wörterbuch von J. Šlapelis (Vilnius, 1921), M. Daukšas Postilės (1599) und Samuel Boguslav Chylinskis Bibli-jos (1660) entnommen, während išgydymas aus dem Naujojo Testamento von Samuel Bitner stammt. Allerdings, 18 Dieses Wort ist im Wörterbuch mit einem Sternchen gekennzeichnet (dydymas*); in der Fußnote steht die Erklärung: „Vermutlich sollte gydymas geschrieben werden.“ Terminologija | 2015 | 22 181 Laut den Angaben des LKŽe sind die Verben vaistyti „heilen“ (aus Priekulė und Bartninkai belegt), gimdyti „gebären“ und išgydyti Wörter der gesprochenen Sprache. –inys. Zwei von den primären, nicht präfigierten Verben pūti und sukti mit diesem Suffix abgeleitete Handlungsbezeichnungen sind im Wörterbuch von S. Daukantas belegt: Gnilėc, pūvinys, vgl. szkorbut ~ puvinys S. Dauk I 214; vgl. LLKŽLal 40: poln. gnilec, lit. škopbutas; Kręcz, sukinys (galwos) ~ sukinys S. Dauk I 307. Beide bezeichnen Krankheiten; das erste Wort steht für Avitaminose, das zweite für eine Nervenkrankheit. Im LKŽe ist puvinys nicht in der Bedeutung „Skorbut“ verzeichnet, das Wort wird jedoch in anderen Bedeutungen in der gesprochenen Sprache verwendet. Sukinys wird in der Bedeutung „Drehgefühl im Kopf, Schwindel“ in Žemaitija gebraucht. Im LKŽe ist es aus Girdiškė (Raj. Šilalė), Veiviržėnai (Raj. Klaipėda), Kuliai (Raj. Plungė), Žarėnai (Raj. Telšiai), Lenkinimai (Raj. Skuodas), Skuodas, Barstyčiai (Raj. Skuodas), Endriejavas (Raj. Klaipėda), Salantai (Raj. Kretinga), Gargždai (Raj. Klaipėda) und Vainutas (Raj. Šilutė) belegt. –ystė. Eine von dem Verb gimdyti abgeleitete Bildung mit dem Suffix –ystė bezeichnet die medizinische Wissenschaft, die sich mit der Unterstützung von Schwangeren und Gebärenden befasst; sie ist im Wörterbuch von L. Ivinskis belegt: Akuszerstwo –a, n. <...>. Gimd’iste. –es, m. ~ gimdyste I 2; vgl. LLKŽLal 2: poln. akuszerstwo, lit. akušier ybė, akušerija. L. Ivinskis fügte davor noch eine Erklärung hinzu: Mokslas padėjima gimdimuj ~ Mokslas padėjimo gimdymui. Laut dem LKŽe ist gimdystė in K. Sirvydas’ dreisprachigem Wörterbuch und in Fr. Kuršaitis’ litauisch-deutschem Wörterbuch (1883) verzeichnet. –smas. Im Wörterbuch von L. Ivinskis fand sich nur eine von einem abgeleiteten (suffixalen) Verb, das einen physiologischen Zustand bezeichnet, gebildete Ableitung: Ból, u. m. <...>, skāusmas ~ skausmas I 20; Boleść, –ści. f. Skāusmas, <...> ~ skausmas I 20. Laut dem LKŽe ist dies ein sowohl von den Aukštaiten als auch von den Žemaiten verwendetes Wort. 1.1.3. BEZEICHNUNGEN VON EIGENSCHAFTEN ODER NOMINALABSTRAKTA Die Basiswörter der Ableitungen dieser Wortbildungskategorie sind Nomina (meist Adjektive); sie bezeichnen verschiedene mit der Medizin verbundene Eigenschaften. –umas. Belegt sind acht Ableitungen mit diesem Suffix – Bezeichnungen von Nominalabstrakta, deren Basiswörter einfache oder abgeleitete Adjektive sind: Chorobliwość, ligotumas ~ ligotumas S. Dauk I 110; vgl. LLKŽLal 14: poln. chorobliwy, lit. ligūstas, nesveikas; LLKŽVaitk 61: poln. chorobliwy, lit. ligotas; paliegęs; Guzowatość, <...>, gumbūtumas ~ gumbu otumas S. Dauk I 228; vgl. LLKŽLal 44: poln. guzowatość, lit. gumbuotumas; Krótkowidność, žlibumas, ~ žlibumas S. Dauk I 310; Osiwialość, žilumas, <...>, vgl. siwizna ~ žilumas S. Dauk II 206; vgl. SJP 3 592(74): 182 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba osiwialość, ści, ž. „Ergrauen“; Ospowatość, raupletumas ~ raupletumas S. Dauk II 209; vgl. SJP 3 604(72): poln. ospowatość, ści, ž., dt. die Grübigkeit der Pocken, russ. рябость, рябоватость, рябины; Siwość, žilumas, <...> ~ žilumas S. Dauk III 108; vgl. LLKŽLal 224: poln. siwość, lit. žilumas; LLKŽVaitk 704: poln. siwość, lit. žilumas; Smiertelność, marumas ~ marumas S. Dauk III 124; vgl. LLKŽLal 230: poln. śmiertelność, lit. mirtinumas, marumas; LLKŽVaitk 780: poln. śmiertelność, lit. mirtinumas, mirštamumas; Zezowatość, žvairumas ~ žvairumas S. Dauk III 358; vgl. LLKŽVaitk 975: poln. zezowatość, lit. žvairumas; Zylowatość, gyslotumas ~ gyslotumas S. Dauk III 380; vgl. LLKŽLal 331: poln. żyłowatość, lit. gįslotumas; LLKŽVaitk 1010: poln. żyłowaty, lit. gyslotas. Die Ableitungen ligotumas, žlibumas, žilumas, marumas sind Wörter der gesprochenen Sprache. Im LKŽe ist gumbuotumas aus Antanas Lalis polnisch-litauischem Wörterbuch (Vilnius, 1912) angeführt; raupletumas aus dem litauischen Wörterbuch der Schriftsprache von Max Niedermann, Alfred Senn, Franz Brender und Antanas Salys (1932–1968), aus den Schriften von Žemaitė und Jonas Jablonskis; žvairumas aus Fr. Kuršaitis’ litauisch-deutschem Wörterbuch (1883), den Schriften von S. Daukantas, J. Ryters litauisch-lettischem Wörterbuch (Riga, 1929), J. Šlapelis’ litauisch-russischem Wörterbuch (Vilnius, 1921) und dem bereits erwähnten Wörterbuch der litauischen Schriftsprache (1932–1968); gyslotumas aus dem deutsch-litauischen Wörterbuch von Viktor Gailius und Mikas Šlažas (Klaipėda, 1932). Es ist jedoch anzumerken, dass die Adjektive gumbuotas, rauplėtas, žvairas, gyslotas Wörter der gesprochenen Sprache sind. –ybė. Drei mit dem Suffix –ybė von den Adjektiven aklas, žlibas und žilas abgeleitete Eigenschaftsbezeichnungen sind im Wörterbuch von S. Daukantas belegt: 1 Ciemnota, aklybė ~ aklybė S. Dauk I 116; vgl. LLKŽLal 15: poln. ciemnota, lit. aklumas; Krótkowidność, <...>, žlibybė ~ žlibybė S. Dauk I 310; Osiwialość, <...>, žilybė, vgl. siwizna ~ žilybė S. Dauk II 206; vgl. LLKŽLal 132: poln. osiwialy, lit. pražilęs; LLKŽVaitk 394: poln. osiwialy, lit. pražilęs; Siwość, <...>, žilybė ~ žilybė S. Dauk III 108; vgl. LLKŽLal 224: poln. siwość, lit. žilumas; LLKŽVaitk 704: poln. siwość, lit. žilumas. Bemerkenswert ist, dass Giedrius Subačius die Ableitung žlibybė „Kurzsichtigkeit“ als Neuschöpfung S. Daukantas’ betrachtet19 (siehe Subačius 1993: 163). Im LKŽe ist aklybės in der Bedeutung „Fehlen des Sehvermögens, Blindheit“ verzeichnet. 19Die Sorge um den Wortschatz und seine Reinheit führte S. Daukantas auf den Weg der Neubildungen (im DLL werden etwa 3800 Neubildungen gezählt). S. Daukantas schuf Neubildungen offenbar nicht nur aus Notwendigkeit, sondern auch aus dem Wunsch heraus, das Ansehen der litauischen Sprache zu stärken und den „Gebildeten“ zu zeigen, dass Litauisch rein sei, „kein Mischmasch verschiedener Sprachen“ und nicht weniger wortreich als Polnisch. All dies deutet darauf hin, dass S. Daukantas neben den primären litauischen Lesern des DLL auch anderssprachige Leser im Blick hatte, für die das DLL ein Symbol des Wortreichtums und der Reinheit der litauischen Sprache sein sollte (siehe Subačius 1990: 29–30). Terminologija | 2015 | 22 1 8 3 Der Belegsatz stammt aus Grūžiai (Raj. Pasvalys). Žilybė wurde aus dem litauisch-deutschen Wörterbuch von Fr. Kurschat (1883), dem Wörterbuch der litauischen Schriftsprache von M. Niedermann, A. Senn, F. Brender und A. Salys (1932–1968), dem litauisch-deutschen Wörterbuch von A. Kurschat (1968–1973), dem dreisprachigen Wörterbuch von K. Sirvydas, den Schriften von S. Daukantas, dem Wörterbuch von Dominikas Sutkevičius Žodinikō. Letuwiszkay–Łotiniszkay–Lenkiszkō (1848), dem litauischen Wörterbuch von G. H. F. Nesselmann (1851) und dem Gesangbuch von Saliamonas Mozerka Slavočinskis (1646) ins LKŽe aufgenommen. -ata. Als Bezeichnungen für zwei Abstrakta im Wörterbuch von S. Daukantas dienen Ableitungen aus dem einfachen Adjektiv gyvas und dem abgeleiteten Adjektiv nesveikas: Niezdrowie, nesweikata ~ nesweikata S. Dauk II 130, vgl. LLKŽLal 110: poln. niezdrowie, lit. nesveikata; LLKŽVaitk 329: poln. niezdrowie, lit. dial. nesveikata, negalavimas; Życie, <...>, gywata ~ gyvata S. Dauk III 380, vgl. LLKŽLal 330: poln. życie, lit. gyvata, gyvastis; LLKŽVaitk 1008: poln. życie, lit. 1) gyvybė. Beide Wörter gehören zur lebendigen Sprache: nesveikata „Krankheit, Unwohlsein“ ist aus Šimkaičiai (Raj. Jurbarkas), Alksnėnai (Raj. Vilkaviškis), Viekšniai (Raj. Mažeikiai), Eriškiai (Raj. Panevėžys), Pagramantis (Raj. Tauragė), Vyžuonos (Raj. Utena), Ramygala (Raj. Panevėžys), Marijampolė, Degučiai (Raj. Zarasai), Pociūnėliai (Raj. Radviliškis), Plateliai (Raj. Plungė) und Deltuva (Raj. Ukmergė) belegt, während für gyvatos „Leben“ nur ein einziger Belegsatz aus Leipalingis (Raj. Lazdijai) angegeben ist. -ystė. Zwei Ableitungen mit dem Suffix -ystė in den Wörterbüchern von S. Daukantas und L. Ivinskis sind Aptekarstwo -a, n. Wajst’inisté -es, m. <...> ~ vaistinystė I 5 „Apothekerberuf“, vgl. SJP 1 24(14): poln. aptekarstwo, a., n. „Kunstfertigkeit des Apothekers“, dt. die Apothekerkunst und Cyrulstwo, krauleidyste ~ krauleidystė S. Dauk I 122 „Beruf des Dorfchirurgen“, vgl. SJP 1 342(57): poln. cyrulictwo, a, n. „Chirurgie“, dt. die Chirurgie, die Wundarzneikunst, russ. хирургія. Zu diesen Ableitungen ausführlicher. Den Angaben des LKŽe zufolge könnte vaistinystė eine Wortneuschöpfung von L. Ivinskis sein, da im Wörterbuch keine Abkürzungen für weitere Belegquellen dieses Wortes verzeichnet sind. Welches Wort liegt dieser Ableitung zugrunde? Wahrscheinlich vaistinė (aus der lebendigen Sprache bekannt), doch käme auch das Adjektiv vaistinis infrage. Im Wörterbuch ist vaistinystė nur als Wort von L. Ivinskis belegt. Die Ableitung krauleidyste in S. Daukantas’ Wörterbuch beruht auf der Personenbezeichnung krauleidys „jemand, der Blut ablässt (indem er eine Vene aufschneidet)“ und bezeichnet einen Beruf. Das Wort ist im LKŽe nicht verzeichnet und wird von G. Subačius als Wortneuschöpfung von S. Daukantas angesehen (siehe Subačius 1993: 174). 184 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos ved yba –yba. Im Wörterbuch von S. Daukantas findet sich eine mit dem Suffix –yba gebildete Bezeichnung einer Eigenschaft, deren Basis das einfache qualitative Adjektiv gyvas ist: Życie, gywyba, <...> ~ gwyba S. Dauk III 380, vgl. LLKŽLal 330: poln. życie, lit. gyvata, gyvastis; LLKŽVaitk 1008: poln. życie, lit. 1) gyvybė. Dieses aus der lebendigen Sprache bekannte Wort ist überwiegend durch Belege aus Žemaitija dokumentiert (Salantai (Raj. Kretinga), Mosėdis (Raj. Skuodas), Šatės (Raj. Skuodas)). –ysta. Im Wörterbuch von S. Daukantas ist die Ableitung –ysta mit dem Suffix Felczerstwo, krauleidysta ~ krauleidysta S. Dauk I 188 belegt. Sie ist wie die zuvor behandelte Ableitung krauleidyste wahrscheinlich eine Wortschöpfung von S. Daukantas. Der Unterschied besteht darin, dass diese Suffixableitung eine andere Bedeutung hat, nämlich „Beruf des Feldschers“. Wie G. Subačius in seiner Studie schreibt: „Es ist unklar, wie S. Daukantas die Suffixe –ysta und –ystė unterschied (vgl. krauleidysta und krauleidystė); möglicherweise nahm er die Besonderheit des weniger produktiven Suffixes –ysta bis zu einem gewissen Grad wahr“ (Subačius 1993: 178–179). 1.1.4. BEZEICHNUNGEN FÜR HANDELNDE UND TRÄGER VERBALER EIGENSCHAFTEN Dies sind aus Verben gebildete Substantive, die den Ausführenden einer Handlung oder den Träger eines Zustands bezeichnen (gewöhnlich ein Lebewesen, meist eine Person), aber auch ein beliebiges anderes Lebewesen, einen Gegenstand oder etwas anderes bezeichnen können (siehe DLKG 2006: 104; Ambrazas 1993: 112). Dies ist eine der ältesten Wortbildungskategorien (siehe Ambrazas, ebenda). –ėjas, –ėja. In den Wörterbüchern von S. Daukantas und L. Ivinskis finden sich drei Bezeichnungen für Träger verbaler Eigenschaften, die mit dem Suffix –ėjas, –ėja gebildet sind. Dabei ist anzumerken, dass L. Ivinskis im Gegensatz zu S. Daukantas neben der maskulinen Ableitung auch die feminine Endung angab: Cirulik, ka. m. <...>.Skutėjas, –a. w. ~ skutėjas, skutėja I 36, vgl. LLKŽLal 17: poln. cyrulnik, lit. barzdaskutys; SJP 1 342(57): poln. cyrulik, a, m. „Behandler äußerer Krankheiten, von Wunden u. Ä.“, dt. der Wundarzt, der Chirurgus, Chirurg, russ. цырюльникъ, хирургъ, лѣкарь, рудометъ. In der lebendigen Sprache bedeutet cyrulik ≡ golibroda „Barbier“, dt. der Barbier; siehe LKŽe: skutėjas, –a „Barbier“; Lekarz, wajstiejas. <...> ~ vaistejas S. Dauk I 332, vgl. SJP 2 614(80): poln. lekarz, a, m., „derjenige, der heilt“, dt. der Arzt, russ. врачь, врачеватель, исцѣлитель; LLKŽLal 75: poln. lekarz, lit. gydytojas; LLKŽVaitk 231: poln. lekarz, lit. gydytojas. Das Wort skutėjas „Barbier“ ist im LKŽe aus dem litauisch-deutschen Wörterbuch von Fr. Kurschat (1883) sowie dem Wörterbuch der litauischen Schriftsprache von M. Niedermann, A. Senn, F. Brender und A. Salys (1932–1968) belegt; zwei Belegstellen Terminologija | 2015 | 22 185 sakiniai – iš L. Ivinskio raštų ir Pat arlių ir priežodžių (Vilnius, 1958). Vaistėjas „gydytojas“ į LKŽe įtrauktas iš S. Daukanto raštų ir laikraščio Tėvynės sargas (Tilžė, 1901). Das Derivat skutėjas „Barbier“ sollte näher erläutert werden. Weder seine lexikalische noch seine Wortbildungsbedeutung stellt einen Bezug zur Medizin her. Um seine Zuordnung zum medizinischen Wortschatz zu begründen, muss man sich daher auf Fakten aus der Geschichte der litauischen Medizin stützen. Die ersten ständig in Litauen ansässigen approbierten Ärzte – Doktoren der Medizin – traten erst Ende des 15. Jahrhunderts auf. Außerdem waren sie ausschließlich Ärzte für innere Krankheiten, denn damals wurde an den Universitäten keine Chirurgie gelehrt; sie kannten diese daher nicht und praktizierten sie auch nicht. Somit blieben sämtliche äußeren Krankheiten außerhalb des Tätigkeitsbereichs approbierter Doktoren der Medizin. Unter den nicht approbierten Heilkundigen hatten sich die Barbiere 20 am weitesten durchgesetzt; im Laufe der Zeit wählten sie die Chirurgie zu ihrem Fachgebiet. In historischen Quellen werden sie seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts erwähnt. In Litauen gab es Barbierzünfte (in Vilnius, Kaunas und Klaipėda). Die medizinische Tätigkeit der Barbiere war sehr vielfältig. Sie setzten Schröpfköpfe und Klistiere, bereiteten Bäder, massierten Kranke, ließen Blut, schnitten und rasierten Menschen die Haare, verbanden und behandelten Wunden und Geschwüre, öffneten Abszesse, behandelten Verrenkungen und Knochenbrüche, amputierten außerdem Gliedmaßen, zogen Zähne, behandelten Geschlechtskrankheiten und traten vor Gericht als medizinische Sachverständige auf. Den größten Teil ihrer Arbeit verrichteten sie in ihren Werkstätten, den sogenannten Offizinen; sie scheuten aber auch die Arbeit auf Straßen, Plätzen und Märkten nicht. Die Häuser der Barbiere waren durch das Zunftzeichen der Barbiere gekennzeichnet – eine Kupferplatte, die an einer langen Stange über der Haustür hing. Die Tätigkeit der Barbierzünfte war im städtischen Leben des 16.–18. Jahrhunderts von großer Bedeutung. Sie waren die Einzigen, die bei einer Verletzung oder Erkrankung Hilfe leisten konnten (siehe Lelis 1960: 118–124; Jasaitis 1974: 64–71; Bagdonavičius 1988: 33–37; Sasnauskas 2000: 39). –tojas, –toja. Mit diesem Suffix gebildete Derivate bezeichnen Personen. Es handelt sich um eigentliche Bezeichnungen von Handelnden. In Wörterbüchern sind fast alle Derivate mit dem betreffenden Suffix Bezeichnungen für eine heilkundige Fachperson (lat. medicus): Doktór, –a. m. Gydytojas, –ja. w. <...> ~ gydytojas, gydytoja I 48; Doktor, gydytojas. <...> ~ gydytojas S. Dauk I 145, vgl. LLKŽLal 22: poln. doctor, lit. daktaras; gydytojas, LLKŽVaitk 91: poln. doktor, lit. 2) umgangssprachlich daktaras, gydytojas; Doktorka, gydytoja ~ gydytoja S. Dauk I 145; Lekarka, vaistytoja ~ vaistytoja S. Dauk I 332, vgl. LLKŽLal 75: poln. lekarka, lit. gydytoja, LLKŽVaitk 231: poln. 20 In den Aufsätzen von Forschern zur Geschichte der litauischen Medizin wurden neben der Bezeichnung barzdaskučių auch die Termini cirulnikai, cirulnykai, bolberiai, barberiai, chirurgai-cir(i)ulnykai, pirtininkai-cir(i)ulnykai, barzdaskučiai chirurgai, kraujalaidžiai. verwendet. 186 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba lekarka, lit. 1) Ärztin; Lekarz, <...>, gydytojas ~ gydytojas S. Dauk I 332, vgl. SJP 2 614(80): poln. lekarz, a, m., „der heilt“, dt. der Arzt, russ. врач, врачеватель, исцелитель, LLKŽₗₐₗ 75: poln. lekarz, lit. gy-dytojas, LLKŽᵥₐᵢₜₖ 231: poln. lekarz, lit. gydytojas; Ozdrowiciel, gydytojas ~ gydytojas S. Dauk II 219, vgl. SJP 3 635(80): poln. ozdrowiciel, a, m. „der heilt, die Gesundheit wiederherstellt“, dt. der Gesundmacher, LLKŽᵥₐᵢₜₖ 402: poln. ozdrowić, lit. išgydyti. Im LKŽe ist ein Belegsatz für den Gebrauch des Wortes gydytojas aus Ėriškiai (Raj. Panevėžys) aufgeführt; Belegsätze für den Gebrauch von vaistytojo aus der gesprochenen Sprache fehlen, es werden lediglich Belege aus älteren und späteren schriftlichen Quellen angeführt. -klė. Dieses Suffix wird in der DLKG als unproduktives Suffix der betreffenden Derivatgruppe bezeichnet (DLKG 2006: 111). In den Wörterbüchern wurde eine einzige Bezeichnung für einen Träger einer verbalen Eigenschaft gefunden, die mit dem Suffix -klė vom primären Verb gerti „trinken“ abgeleitet ist: Czeluść, –ści. f. Gėrklė, iēs. m. ~ gerklė I 38, vgl. LLKŽₗₐₗ 18: poln. czeluść, lit. žandikaulis; nasrai, LLKŽᵥₐᵢₜₖ 73: poln. czeluść, lit. 2) vulg. nasrai, žiotys; Gardło. Gėrklė ~ gerklė I 76, vgl. LLKŽₗₐₗ 37: poln. gardło, lit. gerklė; LLKŽᵥₐᵢₜₖ 132: poln. gardło, lit. 1) gerklė, ryklė; gerklos; Krtan, gėrkle ~ gerklė S. Dauk I 311, vgl. LLKŽₗₐₗ 68: poln. krtań, lit. Speiseröhre, Kehle, LLKŽᵥₐᵢₜₖ 216: poln. krtań, lit. anat. gerklos, siehe LKŽe: gerklė 1. „vorderer Teil des Halses (pharynx, larynx, trachea)“ (ein bei den Aukštaiten und Žemaiten gebrauchtes Wort). -ulys / -ulis, -ulė. Bezeichnungen für Träger einer verbalen Eigenschaft mit diesen Suffixen beziehen sich häufiger auf Lebewesen, Pflanzen oder sonstige Dinge; Ableitungen für Personen sind etwas seltener (DLKG 2006: 108). In den untersuchten Wörterbüchern wurde mit jedem der beiden Suffixe jeweils eine Personenbezeichnung gefunden; nur bei L. Ivinskis ist zusätzlich eine feminine Endung angegeben: Osesek, osysek, žindulys (waikas) ~ žindulys S. Dauk II 205, vgl. LLKŽₗₐₗ 132: poln. osesek, lit. gestilltes Kleinkind, LLKŽᵥₐᵢₜₖ 393: poln. osesek, lit. 1) žinduklis; Ciało, –a. n. <...>, nuòmìrulis, –lia. w. lé, –les. <...> ~ nuomirulis, nuomirūlė I 32 „numirėlis, –ė“, vgl. SJP 1 288(47): poln. ciało = ciało bez duszy, martwe, umarłe = trup, dt. der Leib, der Leichnam, die Leiche, russ. мертвецъ. Das Grundwort des Derivats in S. Daukantas’ Wörterbuch ist das unpräfigierte intransitive Verb žįsti „saugen“, das Grundwort des Derivats in L. Ivinskis’ Wörterbuch hingegen das präfigierte intransitive Verb numirti „sterben“. Im LKŽe ist ein Belegsatz für den Gebrauch von žindulio „gestilltes Kind“ aus Ratnyčia (Raj. Varėna) verzeichnet; Belegsätze für den Gebrauch von nuomirulio „Verstorbener“ stammen aus den Schriften von L. Ivinskis und dem Wörterbuch von A. Juška. Semantisch gehören die Derivate zur Gruppe der Bezeichnungen für Personen, die mit der Medizin in Verbindung stehen. Terminologija | 2015 | 22 187 –ėlis, –ėlė. „Dies ist das markanteste Suffix zur Bildung von Bezeichnungen für Träger einer verbalen Eigenschaft; seine Produktivität übertrifft die aller anderen Suffixe dieser Art bei Weitem.“ Die mit diesem Suffix gebildeten Bezeichnungen beziehen sich gewöhnlich auf Personen und haben eine pejorative Bedeutung (DLKŽ 2006: 105). In den untersuchten Wörterbüchern weisen zwei mit dem betreffenden Suffix gebildete Derivate diese Bedeutung nicht auf. Das im Wörterbuch von S. Daukantas verzeichnete Derivat bezeichnet eine an Katalepsie erkrankte Person: Kataleptyk, apmirielis ~ apmirėlis S. Dauk I 272. Es ist vom präfigierten primären intransitiven Verb apmirti abgeleitet. Das Wort ist aus der gesprochenen Sprache bekannt, doch ist es im LKŽe nicht in dieser Bedeutung belegt. Gesondert zu besprechen ist das in L. Ivinskis’ Wörterbuch verzeichnete Derivat mit dem Suffix –ėlė: Chyragra, –gry. f. <...>. Grīzielė, –es. m. <...> ~ grižėlė I 31 (MedŽ lat. chiragra, lit. chirarga, Gicht der Hände), vgl. SJP 1 282(46), 240(41): chyragra veraltet chiragra, y, ž. „Handgicht“. Die Derivate mit diesem Suffix bilden gewissermaßen einen eigenen Wortbildungstyp. Sie weisen ausschließlich feminine Formen auf. Wortbildungsmäßig unterscheiden sich die Derivate mit dem Suffix –ėlė von denen mit dem Suffix –ėlis dadurch, dass sie auf unpräfigierten Verben beruhen (DLKG 2006: 105–106). Das Derivat bezeichnet eine semantische Krankheitsgruppe und benennt eine schmerzhafte Erkrankung der Hände. Im LKŽe ist das Wort grižėlė als Wort aus schriftlichen Quellen aufgeführt (aus den Schriften von Dionizas Poška, einem Autor, der von 1821 bis 1880 lebte, nämlich aus dessen Manuskript). –tinė. Das mit dem Suffix –tinė gebildete Derivat giltinė, das in zahlreichen Schriften des 16.–17. Jahrhunderts verwendet wird (siehe Ambrazas 1993: 128), findet sich auch im Wörterbuch von S. Daukantas: Smierc, giltine, <...> ~ giltinė S. Dauk III 123, vgl. LLKŽLal 230: poln. śmierć, lit. mirtis, LLKŽVaitk 779: poln. śmierć, lit. mirtis. Im LKŽe sind Belegsätze für giltinės „Tod“ aus Merkinė (Raj. Varėna), Baisogala (Raj. Radviliškis), Keturvalakiai (Raj. Vilkaviškis), Kvėdarna (Raj. Šilalė), Sasnava (Raj. Marijampolė) und Šimonys (Raj. Kupiškis) angeführt. Zu erwähnen ist eine mit dem Suffix –tinė vom abgeleiteten transitiven Verb gydyti „heilen“ gebildete Bezeichnung für einen Träger einer verbalen Eigenschaft, die die Heilkunst bezeichnet: 2 Doktorstwo, –an. G’īd’itínė, –nes. m. <...> ~ gydytinė I 48, vgl. LLKŽLal 22: poln. doktorstwo, lit. dak­tarybė, LLKŽVaitk 91: poln. doktorstwo, lit. 2) veraltet Arztberuf. Dieses Derivat ist im LKŽe nicht belegt und könnte daher eine Neubildung von L. Ivinskis sein. –uojis. Aus diachronischer wortbildungsmorphologischer Sicht kann liežuvį als Derivat mit dem Suffix –uojis gelten; es ist aus dem einfachen Verb liežti gebildet (lat. lingua): Jezyk. Liežūwis ~ liežūvis I 97, vgl. LLKŽLal 53: poln. język, lit. liežuvis, LLKŽVaitk 170: poln. język, lit. 1) liežuvis. Dieses Wort wird in ganz Litauen verwendet. 188 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba 1.1.5. BEZEICHNUNGEN VON TRÄGERN EINES MERKMALS Dies sind Substantive, die mit verschiedenen Suffixen aus Adjektiven oder Substantiven gebildet werden und eine Person, ein Lebewesen oder einen Gegenstand nach einem charakteristischen Merkmal bezeichnen (DLKG 2006: 113, ausführlicher siehe Ambrazas 2000: 113). Saulius Ambrazas zufolge ist dies die produktivste Wortbildungskategorie der denominalen Substantive im Litauischen (Ambrazas 2000: 113). -inis, -inė. Im Litauischen erhalten Adjektive mit diesem Suffix, wenn sie substantiviert werden, häufig die Bedeutung „Träger eines Merkmals“. Ableitungen dieses Wortbildungstyps sind bereits in Schriftzeugnissen des 16.–17. Jahrhunderts belegt (Ambrazas 2000: 145). Zu nennen ist die substantivierte Ableitung des maskulinen Suffixes -inis in S. Daukantos Wörterbuch: Lasota, kruminis ~ krūminis S. Dauk I 329 (?) „Backenzahn“ (MedŽ lat. molaris, lit. krūminis (dantis)). Ebenfalls enthält dieses Wörterbuch die Ableitung mit dem femininen Suffix -inė Piers, <...>, krutine ~ krūtinė S. Dauk II 240 (siehe Skardžius 1996: 264), die seit den Anfängen der Schriftlichkeit verbreitet ist (Ambrazas 2000: 145), vgl. SJP 4 105(14): a) latiori sensu piers, piersi „Körperteil zwischen Hals, Seiten und Bauch“, LLKŽLal 143: poln. pierś, lit. krūtinė, LLKŽVaitk 429: poln. pierś, lit. 1) krūtinė. Semantisch gehören beide Wörter zur Gruppe der Organbezeichnungen (Verdauungs- und Atmungsorgane). Das Wort krūtinė (lat. pectus) ist zudem die Bezeichnung der Untergruppe Liemuo „Rumpf“ innerhalb der semantischen Gruppe der Körperteilbezeichnungen, nämlich Krūtinė „Brust“. Wie die bereits erwähnten Bezeichnungen anatomischer Begriffe gerklė, liežuvis sind auch die beiden letztgenannten Ableitungen Wörter der lebendigen Sprache. LKŽe enthält einen Belegsatz für die Verwendung des Wortes krūminis aus Sudeikiai (Rajon Utena), während für krūtinė in anatomischer Bedeutung keine Belegsätze verzeichnet sind (die meisten stammen aus der litauischen Belletristik); die Abkürzungen weisen jedoch auf niederlitauische Mundarten hin: Salantai (Rajon Kretinga), Mosėdis (Rajon Skuodas), Alsėdžiai (Rajon Plungė), Upyna (Rajon Šilalė). -lės. In S. Daukantos Wörterbuch findet sich eine Ableitung mit dem Suffix -lės – die Bezeichnung einer sehr gefährlichen akuten Infektionskrankheit (lat. variola ME II 213), die durch Fieber, Vergiftung des Organismus und Ausschlag gekennzeichnet ist: Ospa, rauples ~ rauplės S. Dauk II 209 „Pocken“; vgl. LLKŽLal 133: poln. ospa, lit. raupłes, LLKŽVaitk 395: poln. ospa, lit. 1) raupai, rauplės; 1 Pierzchnice, rauples ~ rauplės S. Dauk II 241, vgl. LLKŽLal 133: poln. ospa, lit. raupłes. Pranas Skardžius hat darauf hingewiesen, dass mit dem Suffix –lė zunächst Substantive mit Handlungsbedeutung gebildet werden; einige wenige Substantive mit diesem Suffix bezeichnen Lebewesen, doch die meisten Ableitungen auf –lė haben konkrete Bedeutung – sie bezeichnen das Ergebnis eines Ereignisses oder einer Handlung, ein Werkzeug usw. (Skardžius 1996: 169). Unter den Ableitungen mit dem hier behandelten Suffix führt er auch an Terminologija | 2015 | 22 189 die Ableitung rauplės. In der lebendigen Sprache wird diese Krankheit ebenfalls so bezeichnet – LKŽe enthält die meisten Belege aus Žemaitija: Užventis (Rajon Kelmė), Vainutas (Rajon Šilutė), Papilė (Rajon Akmenė), Nemakščiai (Rajon Raseiniai), Upyna (Rajon Šilalė), Gegrėnai (Rajon Plungė), Eržvilkas (Rajon Jurbarkas), Kuršėnai (Rajon Šiauliai); ein Beleg stammt aus Aukštaitija – Šunskai (Rajon Marijampolė). -lis. Als zweifacher Fall ließe sich das Wort der lebendigen Sprache krumplis behandeln, die Bezeichnung des oberen Teils des zweiten Fingergelenks (MedŽ lat. condylus, lit. krumplys (knöcherner Vorsprung am Ende eines Knochens)), das in S. Daukantos Wörterbuch belegt ist: Kolano, krumplis. <…> ~ krumplis S. Dauk I 288, doch vgl. LLKŽₗₐₗ 61: poln. kolano, lit. kelys, LLKŽᵥₐᵢₜₖ 192: poln. kolano, lit. 1) kelis. Synchron betrachtet wäre dies ein einfaches Wort, Pr. Skardžius unterscheidet darin jedoch das Suffix -lis. Welches Wort liegt also dieser Ableitung zugrunde? Es könnte sowohl das Substantiv krumpis „Zähnchen, Ausschnitt“ sein (in diesem Fall gehörte die Ableitung zur Kategorie der Bezeichnungen von Merkmalsträgern) als auch das Verb krumpėti „Ausschnitte, Zähnchen ausschneiden“ (dann gehörte die Ableitung zur Kategorie der Handlungsresultate) (siehe Skardžius 1996: 168). In diesem Artikel wird es als eine vom Substantiv abgeleitete Form aufgefasst. Die meisten Gebrauchssätze zu krumplys „oberer Teil des zweiten Fingergelenks“ im LKŽe stammen aus Aukštaitija: Daukšiai (Rajon Marijampolė), Užpaliai (Rajon Utena), Pociūnėliai (Rajon Radviliškis), Kaniava (Rajon Varėna), Liškiava (Rajon Varėna), Smilgiai (Rajon Panevėžys), Pušalotas (Rajon Pasvalys), Molėtai und ein Beleg aus Žemaitija – Barstyčiai (Rajon Skuodas). -onis. Eine Bezeichnung für einen Merkmalsträger (eine kranke Person, lat. patiens) ist mit diesem Suffix vom Substantiv liga gebildet: Pacyent, ligonis ~ ligonis S. Dauk II 221, vgl. LLKŽₗₐₗ 136: poln. pacjent, lit. ligonis. Das Wort war bereits im 16. Jahrhundert weit verbreitet (Ambrazas 2000: 164) und ist aus der gesprochenen Sprache bekannt – Belegsätze stammen aus Aukštaitija: Eriškiai (Rajon Panevėžys), Taujėnai (Rajon Ukmergė), Rokiškis, Vištytis (Rajon Vilkaviškis). -ūnė. Hier ist eine allgemeinsprachliche Bezeichnung für einen Merkmalsträger zu nennen – das Gelenk der Handknochen in der Mitte des Arms (lat. cubitus): Łokietek, alkunė. <…>. Łokietki, łokcie, alkunės ~ alkūnė, alkūnės S. Dauk I 341 (siehe Ambrazas 2000: 159), vgl. LLKŽₗₐₗ 78: poln. łokieć, lit. alkūnė, LLKŽᵥₐᵢₜₖ 246: poln. łokieć, lit. 1) alkūnė. Diese Ableitung ist Gegenstand der diachronen Wortbildungslehre, da sie synchron betrachtet nicht mehr morphologisch segmentierbar ist (Urbutis 2009: 42). Belegsätze für die Bedeutung der betreffenden Körperteilbezeichnung „Gelenk der Handknochen in der Mitte des Arms“ sind aus Panevėžys, Grūžiai (Rajon Pasvalys), Skaudvilė (Rajon Tauragė) und Pušalotas (Rajon Pasvalys) verzeichnet. 190 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba -ungis. Der historische Wortbildungsforscher S. Ambrazas ordnete der besprochenen Wortbildungskategorie die Bezeichnung eines Merkmalsträgers zu: Kaduk. Miesz-tūngis. <...> ~ mėšlungis I 101 (MedŽ lat. spasmus, lit. spazmas, mėš-lungis), vgl. SJP 2 287(40): poln. kaduk, a, m. 2) „Fallsucht“, dt. die schwere Krankheit, die fallende Sucht, morbus caducus, LLKŽₗₐₗ 53: poln. kaduk, lit. (med.) nuomaras, LLKŽᵥₐᵢₜₖ 172: poln. kaduk, lit. 3) arch. epilepsija, nuomaris, wenngleich er es andererseits als Ableitung unklarer Wortbildung beschrieb (Ambrazas 2000: 149). LKŽe enthält Belegssätze für die Verwendung des Wortes mėšlungis aus Luokė (Bezirk Telšiai) und Švėkšna (Bezirk Šilutė). Dieses Wort ist in der Bedeutung „Konvulsion, Spasmus, Krampf“ in Skirsnemunė (Bezirk Jurbarkas), Vilkaviškis und Endriejavas (Bezirk Klaipėda) bekannt. 1.1.6. BEZEICHNUNGEN VON HANDLUNGSERGEBNISSEN Zu dieser Wortbildungskategorie gehören durch verbale Suffixbildung entstandene Substantive, die das Ergebnis und das Objekt einer Handlung bezeichnen (siehe DLKG 2006: 125; Ambrazas 1993: 86). -alas. S. Ambrazas zufolge ist dieses adjektivische Suffix eines der wichtigsten Mittel zur Bildung von Handlungsresultaten. Zahlreiche Ableitungen dieses Typs finden sich bereits in Schriftzeugnissen des 16.–17. Jahrhunderts, insbesondere in den Wörterbüchern von K. Sirvydas und Lexicon Lithuanicum (Ambrazas 1993: 99). Hier ist daher die in S. Daukantos Wörterbuch verzeichnete Ableitung mit dem Suffix -alas zu nennen – die Bezeichnung für eine hellgelbe, bisweilen orangefarbene Flüssigkeit mit Ammoniakgeruch, die von den Nieren ausgeschieden wird (lat. urina ME II 330): Mocz, myžalai ~ myžalai S. Dauk I 375, vgl. LLKŽₗₐₗ 89: poln. mocz, lit. šlapumas, myžalai, LLKŽᵥₐᵢₜₖ 276: poln. mocz, lit. šlapimas. Im LKŽe steht daneben die Kennzeichnung vulg. Hinsichtlich der Sachbedeutung gehört es zur semantischen Gruppe der Organ- und Flüssigkeitsbezeichnungen und zur Untergruppe der Harnorgane und -flüssigkeiten – es bezeichnet die von den Nieren aus dem Körper ausgeschiedene Flüssigkeit, den Urin. Im LKŽe ist nur ein Belegsatz mit diesem Wort aus Pociūnėliai (Bezirk Radviliškis) angeführt. -slas. Eine mit einem adjektivischen Suffix gebildete Bezeichnung für ein Handlungsergebnis ist im Wörterbuch von L. Ivinskis belegt. Sie bezeichnet den beim Stuhlgang ausgeschiedenen Inhalt des Mastdarms (lat. faeces ME I 366): Chyl, chil. u. m. Mièžslas, -la. w. Atlaikai widuriunse nuog wālgių ~ mėšlas. Atlaikai widuriuose nuog valg(i)ų I 31 (siehe Ambrazas 1993: 98), vgl. jedoch SJP 1 281(47): poln. 1 chyl, chil, u, m., Medic. chylus, „im Magen verdauter Nahrungssaft“, dt. der Milchsaft von den verbauten Speißen, siehe MedŽ lat. chylus, lit. chilas, pieninės sultys (Lymphe des Darms während der Nahrungsresorption). Es bedeutet „Fäkalien“ und gehört zur Untergruppe der Verdauungsorgane und Ausscheidungen. Terminologija | 2015 | 22 191 der semantischen Untergruppe der Verdauungsorgane und Ausscheidungen. Wie das angeführte Beispiel zeigt, erläuterte L. Ivinskis dieses Wort noch ausführlicher. Im LKŽe sind Belegsätze für die Verwendung von mėšlo „Fäkalien“ aus Linkuva (Bezirk Pakruojis), Liškiava (Bezirk Varėna), Eržvilkas (Bezirk Jurbarkas), Rimšė (Bezirk Ignalina), Gudžiūnai (Bezirk Kėdainiai), Šilalė, Salakas (Bezirk Zarasai), Seda (Bezirk Mažeikiai) und Gudeliai (Bezirk Marijampolė) verzeichnet. 1.1.7. ORTSBEZEICHNUNGEN Dies sind Substantive, die aus Substantiven, Verben oder Adjektiven gebildet werden und einen Ort anhand der dort befindlichen Gegenstände, der dort ausgeführten Handlung oder einer für ihn charakteristischen Eigenschaft bezeichnen. Der bezeichnete Ort kann offen oder geschlossen sein. Die betreffenden Bezeichnungen bilden eine mittelgroße Wortbildungskategorie (DLKG 2006: 133). Von Verben abgeleitete verbale Substantive bezeichnete S. Ambrazas als Bezeichnungen für Handlungsorte (Ambrazas 1993: 208). Eine solche Bezeichnung ist im Wörterbuch von L. Ivinskis belegt. –tuvė. Die Ableitung mit diesem Suffix bezeichnet eine Einrichtung, die eigens für die Ausführung der durch das zugrunde liegende suffigierte Verb sarginti „einen Kranken beaufsichtigen, pflegen“ bezeichneten Handlung bestimmt ist: Infirmacija. Sargintuvė. <…> ~ sargintuvė I 99, vgl. SJP 2 206(29): poln. infirmarya ob. chorownia „Krankenstube im Kloster“, dt. das Krankenzimmer in den Klöstern, russ. больница, врачебница, LLKŽŽVaitk 158: poln. infirm eria, lit. fachsprachlich izoliatorius, medicinos punktas (im Gefängnis, Kloster, Pensionat u. Ä.). S. Ambrazas stellte fest, dass die meisten Bezeichnungen für Handlungsorte mit dem Suffix –tuvė im Wörterbuch von K. Sirvydas vorkommen (Ambrazas 1993: 208). Den Angaben des LKŽe zufolge könnte dieses Wort eine Neubildung von L. Ivinskis sein: sargintuvė siehe sargintinė „Heilanstalt“: Jetzt gibt es eine Soldaten-Sargintuvė (Krankenhaus) IM1861,36. 1.1.8. BERUFSBEZEICHNUNGEN FÜR PERSONEN Dieser Wortbildungskategorie werden Substantive zugeordnet, mit denen eine Person nach ihrem Beruf bezeichnet wird (DLKG 2006: 137). Es wurden Ableitungen mit zwei Suffixen gefunden, die „von Grundsubstantiven gebildet sind, welche entweder das Gewerbe und die Arbeit der Person selbst bezeichnen oder, häufiger, den Gegenstand, das Erzeugnis, das Werkzeug, den Ort oder etwas anderes, das für dieses Gewerbe und diese Arbeit charakteristisch ist“ (DLKG 2006: 137). Nach S. Ambrazas ist es aus historischer Sicht sinnvoll, Berufsbezeichnungen für Personen und Bezeichnungen für Träger einer nominalen Eigenschaft als Ableitungen einer einzigen Kategorie, nämlich der Kategorie der Bezeichnungen für Träger einer nominalen Eigenschaft, zu betrachten und gemeinsam zu behandeln. In synchronischen Arbeiten zur Wortbildung werden jedoch semantische Ableitungsgruppen unterschieden, die den Bezeichnungen für Träger von Eigenschaften nahe stehen – eine davon sind Berufsbezeichnungen für Personen (Ambrazas 2000: 113). In diesem Artikel wird die in synchronischen Arbeiten vorgelegte Einteilung der hier behandelten Ableitungen zugrunde gelegt. 192 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba ... sind semantische Ableitungsgruppen, die den Bezeichnungen von Trägern eines Merkmals sehr nahe stehen; eine davon sind Personenbezeichnungen nach dem Beruf (Ambrazas 2000: 113). In diesem Artikel wird die in synchronischen Arbeiten dargestellte Einteilung der betreffenden Ableitungen zugrunde gelegt. –inykas / –ininkas. Dies sind zwei Varianten desselben Suffixes. Es ist das produktivste Suffix zur Bildung von Bezeichnungen für Träger eines Merkmals. Mit ihm werden sowohl im heutigen als auch im älteren Litauisch am häufigsten Ableitungen gebildet, die einen Beruf bezeichnen. Die meisten Ableitungen dieses Typs sind im Wörterbuch von K. Sirvydas belegt (Ambrazas 2000: 118). Zwei mit dem Suffix –inykas von den Substantiven dantis und wahrscheinlich vaistis „Arzneimittel“ gebildete Personenbezeichnungen für Träger eines nominalen Merkmals finden sich im Wörterbuch von S. Daukantas: Dentysta, dąntinykas, <...> ~ dantinykas S. Dauk I 136 „jemand, der Zähne behandelt“, vgl. LLKŽLal 20: poln. dentysta, lit. dantinininkas, dantistas, dantų gydytojas, LLKŽVaitk 82: poln. dentysta, lit. dantų gydytojas, siehe LKŽe: dantininkas 2. „Zahnarzt“; Lekorob, wajistinykas ~ vaistinykas S. Dauk I 333, vgl. SJP 2 617(78): poln. lekorób, a, m. „Apotheker“, dt. der Apotheker, siehe LKŽe: vaistininkas 1. „Angestellter einer Apotheke mit pharmazeutischer Ausbildung, Apotheker“, 2. „jemand, der mit Kräutern heilt, Kräuterkundiger“. Das Wort vaistinykas wurde in Subačius (Kreis Kupiškis), Karsakiškis (Kreis Panevėžys) und Degučiai (Kreis Zarasai) aufgezeichnet. Obwohl die Variante dantinykas im LKŽe nicht aufgeführt ist (dantininkas – aus der gesprochenen Sprache), ist es wie vaistinykas, ein Wort der gesprochenen Sprache (siehe Ambrazas 2000: 124–125). Im Wörterbuch von L. Ivinskis schließt sich den besprochenen Ableitungen mit dem Suffix –inykas seiner Wortbildungsbedeutung nach eine Ableitung mit dem Suffix –ininkas an: Aptekarz –za, m. Wajstininkas –a, <...> ~ vaistininkas I 5, vgl. LLKŽLal 3: poln. aptekarz, lit. vaistininkas, aptiekininkas, LLKŽVaitk 19: poln. aptekarz, lit. vaistininkas. Den Angaben des LKŽe zufolge ist das Wort in Jurbarkas, Stakiai (Kreis Jurbarkas), Kartena (Kreis Kretinga) und Vegeriai (Kreis Akmenė) bekannt. Nach S. Ambrazas Auffassung wird das Suffix –ininkas heute nur im Niederlitauischen und in einigen angrenzenden, vorwiegend südausaukštaitischen Mundarten verwendet. Überall sonst wird an seiner Stelle das Suffix –inykas. verwendet. Früher war das Verbreitungsgebiet des Suffixes –inykas jedoch noch größer – es kam auch bei den südniederlitauischen Sprechern vor. Das Suffix –ininkas verbreitete sich relativ spät auch in der nordniederlitauischen Untermundart oder zumindest in einem Teil davon. Man nimmt an, dass in den Schriften von S. Daukantas aufgrund des Einflusses älterer Schriftzeugnisse ebenfalls das Suffix –inykas. vorherrscht. Der Sprachwissenschaftler vertritt jedoch weiterhin die Auffassung, dass dieses Suffix damals auch in S. Daukantas’ nordniederlitauischer Heimatmundart noch erhalten gewesen sein könnte. S. Ambrazas behauptet, das Suffix –ininkas sei eine Variante des Suffixes –inykas, die vermutlich im Kurischen oder in einem anderen westlichen Dialekt des baltischen Sprachgebiets entstanden ist (Ambrazas 2000: 124–125). Terminologija | 2015 | 22 193 Nach den Angaben in G. Subačiaus Studie ist im gesamten žemaitischen Dialekt nur die Variante -ininkas, -ė bekannt; S. Daukantas schreibt jedoch in fast allen seinen Schriften, also auch im großen polnisch-litauischen Wörterbuch, -inykas, -ė. Dem Forscher zufolge könnten S. Daukantas auch Belege aus anderen Dialekten beeinflusst haben; größeren Einfluss dürften jedoch die älteren Schriften gehabt haben – die Werke von K. Sirvydas und M. Daukša, in denen dieses Suffix ebenfalls verwendet wurde. Offenbar verstand S. Daukantas das für seinen Dialekt untypische -inykas, -ė nicht als Suffix eines anderen Dialekts, sondern als Bestandteil (Norm!) der entstehenden litauischen Schriftsprache. G. Subačius zufolge ist -inykas, -ė im großen polnisch-litauischen Wörterbuch (wie auch im gesamten Litauischen) das produktivste Suffix zur Bildung von Berufsbezeichnungen. Bei der Bildung von Ableitungen mit diesem Suffix hielt sich S. Daukantas an das volkssprachliche Wortbildungssystem (Subačius 1993: 165–166). Tabelle 1. Suffixableitungen in den Wörterbüchern von S. Dukantas und L. Ivinskis Wortbildungskategorie Wortbildungstyp Ableitungen im Wörterbuch von S. Daukantas (Anzahl) Ableitungen im Wörterbuch von L. Ivinskis (Anzahl) Diminutive (Verkleinerungsnomen) -elis, -elė -ėlis 2 – 1 2 Bezeichnungen von Handlungen oder Verbabstrakta -imas -ulis / -ulys -ymas -inys -ystė -smas 32 11 5 2 – – 12 8 – – 1 1 Bezeichnungen von Eigenschaften oder Nominalabstrakta -umas -ybė -ata -ystė -yba -ysta 8 3 2 1 1 1 – – – 1 – – Bezeichnungen für Handelnde und Träger verbaler Eigenschaften -ėjas, -ėja -tojas, -toja -klė -ulys / -ulis, -ė -ėlis, -ėlė -tinė -uvis 1 3 1 1 1 1 – 2 2 1 2 1 1 1 194 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba Derivatkategorie | Derivationstyp | Derivate im Wörterbuch von S. Daukantas (Stück) | Derivate im Wörterbuch von L. Ivinskis (Stück) | Bezeichnungen für Träger nominaler Eigenschaften | -inis, -inė; -lės; -lis; -onis; -ūnė; -ungis | 2; 1; 1; 1; 1; – | –; –; –; –; –; 1 | Bezeichnungen für Handlungsergebnisse | -alas; -slas | 1; – | –; 1 | Ortsbezeichnungen | -tuvė | – | 1 | Berufsbezeichnungen für Personen | -inykas / -ininkas | 2 | 1 1.2. Präfixderivate In den Wörterbüchern wurden Bezeichnungen gefunden, die mit drei Präfixen abgeleitet sind (9 lexikalische Einheiten) (siehe Tabelle 2). Es überwiegen Derivate mit dem produktivsten Präfix pa- (DLKG 2006: 145). Sie „werden gewöhnlich von solchen Substantiven gebildet, deren Stamm der Wurzel entspricht“ (DLKG 2006: 145). Die meisten seiner „Derivate bezeichnen einen Ort, der sich entweder a) entlang (an) dem durch das Basiswort bezeichneten Gegenstand befindet“ (DLKG 2006: 145): 2 Zatýłek pakaušis ~ pakaušis S. Dauk III 346; siehe LKŽe: pakaušis 1. „hinterer Teil des Kopfes“, aber vgl. LLKŽLal 315: poln. zatýłek, lit. užpakalis (MedŽ lat. occiput, lit. pakaušis), LLKŽVaitk 512: poln. potylica, lit. anat. pakaušis, „oder b) unter dem durch das Basiswort bezeichneten Gegenstand“: Gruczoł, Gruzoł. <…>, pažandis ~ pažandis I 86; vgl. LLKŽLal 43: poln. gruczoł, lit. (anat.) gilė, LLKŽVaitk 146: poln. gruczoł, lit. anat. liauka; siehe LKŽe: pažandė 4. anat. „unter dem Unterkiefer liegende Drüse (glandula submaxilaris)“ (das Wort pažandis ist im LKŽe in dieser Bedeutung nicht belegt); Podbrzusze, papilvė ~ papilvė S. Dauk II 260 (synchronisch betrachtet ist dieses Wort lediglich ein altes Sprachwort, siehe Urbutis 2009: 42); vgl. LLKŽLal 151, LLKŽVaitk 451: poln. podbrzusze, lit. papilvė; Podgardle, podgarle, pakaklė ~ pakaklė S. Dauk II 263; vgl. LLKŽLal 151: poln. podgardle, lit. pagurklė; paliaukis, LLKŽVaitk 453: poln. podgardle, lit. 1) pakaklė, pasmakrė; siehe LKŽe: pakaklė 1. „Stelle unter dem Hals“; Podgardłek, palaukis, pagérklė ~ paliaukis, pagerklė S. Dauk II 263; vgl. LKŽe: paliaukis 1. siehe pagurklis 2. „dicke Fettschicht unter dem Kinn, paliaukis, gurklys“; pagerklė 1. siehe pagerklys „Stelle unter der Kehle“; Podpasze, pažastė ~ pažastė S. Dauk II 269 (MedŽ lat. axilla, lit. pažastis); vgl. LLKŽVaitk 459: poln. podpasze, lit. pažastis. Es ist anzumerken, dass alle Derivate im LKŽe durch Belege aus der gesprochenen Sprache gestützt sind – pakaušis aus Šalčininkai, Terminologija | 2015 | 22 1 9 5 Klaipėda, Mielagėnai (Raj. Ignalina), Seda (Raj. Mažeikiai), Paberžė (Raj. Vilnius), Pociūnėliai (Raj. Radviliškis), Judrėnai (Raj. Klaipėda), Kuršėnai (Raj. Šiauliai), papilvė „unterer Teil des Bauches“ aus Miežiškiai (Raj. Panevėžys), Pandėlys (Raj. Rokiškis), Skirsnemunė (Raj. Jurbarkas), Ėriškiai (Raj. Panevėžys), pakaiklė aus Gargždai (Raj. Klaipėda), Sudeikiai (Raj. Utena), paliaukis aus Surviliškis (Raj. Kėdainiai), Laukuva (Raj. Šilalė), Sidabravas (Raj. Radviliškis), Jurbarkas, Kuršėnai (Raj. Šiauliai), Trakai, Skaudvilė (Raj. Tauragė), Skuodas, Vainutas (Raj. Šilutė), Akmenė, und pagerklė aus Gružiai (Raj. Pasvalys) und Palanga. „Fast alle Derivate mit dem Präfix už- bezeichnen einen Ort, der sich hinter dem durch das Basisnomen bezeichneten Gegenstand befindet. Diesen sehr ähnlich sind auch jene (wenigen) Derivate, die den hinteren oder sonstigen Randbereich des durch das Basisnomen bezeichneten Gegenstands oder einen anderen Gegenstand hinter diesem bezeichnen“ (DLKG 2006: 146). Mit einem Derivat des Präfixes už-, das im Wörterbuch von L. Ivinskis verzeichnet ist, wird eine der Drüsen bezeichnet: Gruczol, Gruzol. Užžandis, <...> ~ užžandis I 86; vgl. LLKŽLal 43: poln. gruczol, lit. (anat.) gilė, LLKŽVaitk 146: poln. gruczol, lit. anat. liauka; siehe LKŽe: užžandis 2. I siehe užžandės 2. anat. „Unterkieferspeicheldrüse (glandula submaxilaris)“. Im LKŽe wird dieses Derivat in der hier behandelten Bedeutung als Wort aus den Schriften von L. Ivinskis angegeben. Im Wörterbuch von L. Ivinskis wurde ein Derivat des Präfixes ne- gefunden: Bezbolnoś, -ci. f. Neškauda, dós. m. <...> ~ neskauda I 12, das das Gegenteil des durch das abstrakte Basisnomen skauda „Schmerz, Schmerzempfindung“ bezeichneten Sachverhalts ausdrückt; vgl. SJP 1 75(21): bezbolność, ści, ż. „Schmerzlosigkeit“. Neskauda ist im LKŽe nicht belegt, aber skauda ist ein Wort der gesprochenen Sprache. Wie die angeführten Wörterbuchbeispiele zeigen, gehören die meisten Präfixderivate semantisch zu den Gruppen der Bezeichnungen für Körperteile und Organe; ausgenommen ist das Derivat neskauda, das „Schmerzunempfindlichkeit“ ausdrückt und zur semantischen Gruppe der mit der Medizin verbundenen Handlungen, Vorgänge, Prozesse und Zustände gehört. Tabelle 2. Präfixderivate in den Wörterbüchern von S. Daukantas und L. Ivinskis Derivatkategorie Derivationstyp Derivate im Wörterbuch von S. Daukantas (Stück) Derivate im Wörterbuch von L. Ivinskis (Stück) Ortsbezeichnungen pa- už- 6 – 1 1 Bezeichnungen für Handlungen oder verbale Abstrakta ne- – 1 196 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba 1.3. Suffixableitungen In den Wörterbüchern von S. Daukantas und L. Ivinskis wurden sechzehn mit Suffixen abgeleitete Bezeichnungen gefunden (siehe Tabelle 3). 1.3.1. BEZEICHNUNGEN VON HANDLUNGEN ODER VERBALABSTRAKTA Am häufigsten wurden Ableitungen mit dem Suffix -a(-ia) gefunden. Dies ist das produktivste Suffix, das bei der Bildung von Substantiven im heutigen Litauischen verwendet wird (DLKG 2006: 99). In den Wörterbüchern von S. Daukantas und L. Ivinskis sind alle gefundenen Verbalabstrakta aus primären Verben gebildet triesti, gelti, džiūti: Biegunka, tryda, <...> ~ tryda S. Dauk I 87, vgl. LLKŽLal 8: poln. biegunka, lit. tryda, žyvatas, LLKŽVaitk 38: poln. biegunka, lit. Durchfall, Durchfall; Laksa, tryda ~ tryda S. Dauk I 326, vgl. LLKŽLal 73: poln. laksa, lit. Abführen, Durchfall (MedŽ lat. diarrhoea, lit. Diarrhö, Durchfall); Bol, gyla, <...> ~ gyla S. Dauk I 94, LLKŽLal 10: poln. ból, lit. Schmerz, Schmerzen, LLKŽVaitk 45: poln. ból, lit. 1) Schmerz, Schmerzempfindung; Bolėść, –ści. f. <...>, gīła, –łos, <...> I 20, vgl. LLKŽLal 10: poln. boleść, lit. Schmerzempfindung, LLKŽVaitk 44: poln. boleść, lit. 1) Schmerz; Hektyka. Dziōwa ~ džiova I 91, vgl. SJP 2 177(23): hektyka, i, ž. „Fieber, das durch eine Körperschwäche mit lang anhaltendem Fieber u. a. gekennzeichnet ist“. Wie zu sehen ist, weisen alle angeführten Ableitungen einen Vokalwechsel auf. LKŽe zeigt, dass tryda in der Bedeutung „Durchfall“ im Hoch- und Niederlitauischen verwendet wird, während gyla im Sinne von „stechender, starker Schmerz“ im Niederlitauischen vorkommt: in Nemakščiai (Raj. Raseiniai), Kvedarna (Raj. Šilalė), Salantai (Raj. Kretinga), Užventis (Raj. Kelmė), Veiviržėnai (Raj. Klaipėda), Rietavas (Raj. Plungė), Šatės (Raj. Skuodas), Viekšniai (Raj. Mažeikiai). Das Wort džiova ist im LKŽe in der genannten Bedeutung nicht belegt. Zwei Ableitungen sind mit dem Suffix -as gebildet: Chyragra, -gry. f. Grîžas, -ža. m. <...> ~ grîžas I 31 (MedŽ lat. chiragra, lit. Chiragra, Gicht in den Händen); Katar. Slōgas ~ slogas I 106, vgl. SJP 2 334(45): katar, u, m., katarrus „Schnupfen, Erkältung, Katarrh“, LLKŽLal 57: poln. katar, lit. Verstopfung, Katarrh, Schnupfen; Katar, stogas ~ slogas S. Dauk I 272; Niežyt, ob. katar, stogas ~ slogas S. Dauk II 132 (MedŽ lat. catarrhus, lit. Katarrh, Schleimhautentzündung). Das maskuline Wort slogas hat im LKŽe keine medizinische Bedeutung, doch vgl. LLKŽVaitk 181: poln. katar, lit. med. 1) Schnupfen; 2) Katarrh und LLKŽVaitk 330: poln. nieżyt, lit. med. Katarrh. Daher lässt sich annehmen, dass S. Daukantas slogas in beiden Bedeutungen verwendet haben könnte, zumal er es neben verschiedenen polnischen Stichwörtern anführte. In seiner zweiten Bedeutung – „Entzündung der Schleimhaut eines Organs oder Katarrh“ – könnte das Wort slogas mehreren semantischen Untergruppen von Krankheitsbezeichnungen zugeordnet werden Terminologija | 2015 | 22 197 (es handelt sich um Entzündungen der Schleimhäute von Nase, Rachen sowie einigen Atemwegs- und Verdauungsorganen; siehe ME I 396). Den Angaben des LKŽe zufolge ist grįžas „Schmerz eines verstauchten oder ermüdeten Gelenks mit Knirschen, Knacken, Reibegeräusch“ in Kupiškis, Panevėžys, Raseiniai, Kaltanėnai (Raj. Švenčionys), Viduklė (Raj. Raseiniai), Pociūnėliai (Raj. Radviliškis), Linkuva (Raj. Pakruojis), Ramygala (Raj. Panevėžys), Veliuona (Raj. Jurbarkas), Salos (Raj. Rokiškis) bekannt. Slogas ist im LKŽe in der hier behandelten Bedeutung nicht belegt. Die Suffixableitungen der betreffenden Wortbildungskategorie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer lexikalischen Bedeutung. Der größte Teil von ihnen sind Krankheitsbezeichnungen. Das Wort tryda gehört zur semantischen Untergruppe der Bezeichnungen für Infektionskrankheiten, džiova zu der für Erkrankungen der Atmungsorgane und grįžas zu der für Gelenkerkrankungen; das Wort gyla „starker Schmerz“ gehört zur semantischen Gruppe der Bezeichnungen für Handlungen, Vorgänge, Prozesse und Zustände. 1.3.2. BEZEICHNUNGEN VON HANDLUNGSTRÄGERN UND VERBALE EIGENSCHAFTEN BEZEICHNUNGEN VON TRÄGERN Es wurden jeweils zwei Ableitungen gefunden, die mit den Endungen -is und -as gebildet sind: -is. Epidemia, atkrytis. ob. zaraza ~ atkrytis S. Dauk I 182, vgl. LLKŽₗₐₗ 32, 311: poln. epidemja, lit. epidemija, poln. zaraza, lit. užsikrėtimas; limpamoji liga, lykuva, maras, LLKŽᵥₐᵢₜₖ 118, 953: poln. epidemia, lit. epidemija, poln. zaraza, lit. 1) epidemija; užkrečiama liga, siehe LKŽe: atkrytis 1. „Wiederauftreten einer Krankheit, Rückfall, Rückfallkrankheit“; Mor, <...>, antkrytis ~ antkrytis S. Dauk I 377, vgl. LLKŽₗₐₗ 90: poln. mór, lit. maras, LLKŽᵥₐᵢₜₖ 280: poln. mór, lit. maras, siehe LKŽe: antkrytis 1. „Krankheitsanfall, Ansteckung, Epidemie“. In LKŽe stammen die Belegsätze für das Wort atkrytis „Wiederauftreten einer Krankheit, Rückfall, Rückfallkrankheit“ aus Kvėdarna (Rajon Šilalė), Švėkšna (Rajon Šilutė), Vabalninkas (Rajon Biržai), Grūžiai (Rajon Pasvalys), Upyna (Rajon Šilalė) und Užventis (Rajon Kelmė), während für die Bedeutung antkryčio „Krankheitsanfall, Ansteckung, Epidemie“ nur ein einziger Satz aus Barstyčiai (Rajon Skuodas) verzeichnet ist. -as. Exkrement, im Volksmund Exkrementa genannt, trūszaj oder trąszas ~ truošai, trąšos S. Dauk I 184, vgl. SJP 1 634(90): exkrement, u, m., exkrementa, ów „Fäkalien“. Das erste Wort hat im LKŽe keine medizinische Bedeutung (trašai „verfaulte Körner oder Stroh, Moder, Spreu“), doch 1 traša, trašos Pl. 3. „Fäkalien“; in sämtlichen Beispielsätzen ist jedoch nicht von menschlichen, sondern von den Exkrementen von Haustieren und Vögeln (Pferd, Gans, Schwein) die Rede. Es ist schwer zu sagen, welche Bedeutung S. Daukantas mit diesen Wörtern meinte; dennoch werden sie der medizinischen Lexik zugerechnet, vgl. MedŽ lat. excrementa siehe faeces, lit. 1. Fäkalien. 198 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba 1.3.3. BEZEICHNUNGEN VON TRÄGERN EINER NOMINALEN EIGENSCHAFT Die Endung -is tragen die meisten nominalen Abstrakta der Suffixbildung. Ableitungen werden gewöhnlich ausschließlich von Adjektiven gebildet (LKG 1965: 315, vgl. DLKG 2006: 124). In beiden Wörterbüchern wurde jeweils eine mit dieser Endung gebildete Ableitung gefunden, deren Basiswort das Adjektiv karštas: Gorȧczka. Karštis (kūna ligoje) ~ karštis I 83, vgl. LLKŽLal 41: poln. gorączka, lit. karštis; karštinė, karštligė; Maligna, karsztei, liga ~ karščiai S. Dauk I 354, vgl. LLKŽLal 82: poln. maligna, lit. didelis karščiavimas, karštis (MedŽ lat. febris, lit. 1. karščiavimas, karštis), das zur semantischen Untergruppe der Bezeichnungen für Infektionskrankheiten gehört. In L. Ivinskis’ Wörterbuch lautet das litauische Äquivalent zum polnischen Wort gorączka karštis; daneben steht in Klammern noch die kurze Erklärung kūna ligoje ~ kūno ligoje. Das erwähnte polnische Wort hat zwei Bedeutungen: poln. gorączka, lit. 1) karštis; karštligė LLKŽVaitk 141. Im LKŽe ist karštis ebenfalls mit folgenden Bedeutungen belegt: 2 karštis 2. „erhöhte Körpertemperatur (bei Krankheit); Wärme“, 3. „Fieber, Typhus, Wechselfieber“. Im Wörterbuch von S. Daukantas findet sich die Pluralform des Wortes karščio: karsztei ~ karščiai; vgl. LLKŽVaitk 253: poln. maligna, lit. karštligė, siehe LKŽe: karščiai 1. „Fieber, Typhus“. Beide Wörter sind in der gesprochenen Sprache bekannt: karštis in der Bedeutung „erhöhte Körpertemperatur (bei Krankheit); Wärme“ ist aus Skirsnemunė (Rajon Jurbarkas), Salantai (Rajon Kretinga), Luokė (Rajon Telšiai), Paringys (Rajon Ignalina), Viekšniai (Rajon Mažeikiai) und Kretinga belegt, die Bedeutung „Fieber, Typhus, Wechselfieber“ aus Lazdijai; karščiai „Fieber, Typhus“ aus Salantai (Rajon Kretinga), Šatės (Rajon Skuodas) und Grūšlaukis (Rajon Kretinga). 1.3.4. BEZEICHNUNGEN VON HANDLUNGSERGEBNISSEN Es wurden drei Ableitungen mit den Endungen -is und -as gefunden: -is. Eine Ableitung mit dieser Endung ist vom präfigierten Verb sunerti gebildet, die andere vom präfixlosen Verb nerti (beide Ableitungen weisen einen Vokalwechsel im Stamm auf): Członek, -nka. m. <...>, san-naris, <...>, Nârîs, -a ~ sąnaris, narys I 39, vgl. LLKŽLal 18: poln. członek, lit. narys, sąnarys, LLKŽVaitk 74: poln. członek II, lit. narys (des Körpers) (MedŽ lat. articulatio, lit. 1. sąnarys). Beide Ableitungen gehören zur semantischen Untergruppe der Bezeichnungen für das Skelett. Die Stelle, an der Knochen zusammengefügt sind, wird in der gesprochenen Sprache mit den Wörtern sąnarys und narys bezeichnet. Narys wird in der genannten Bedeutung in Eržvilkas (Rajon Jurbarkas), Kvėdarna (Rajon Šilalė), Gargždai (Rajon Klaipėda), Ramučiai (Rajon Šilutė) und Jurbarkas verwendet, während sąnarys vorwiegend in Aukštaitija gebräuchlich ist. Terminologija | 2015 | 22 1 9 9 –as. Im Wörterbuch von S. Daukantas findet sich eine Ableitung, die auf dem primären Verb šašti beruht: Krosta, szaszas ~ šašas S. Dauk I 310, vgl. LLKŽLal 68: poln. krosta, lit. šašas; spaugutis, rauplė, LLKŽVaitk 215: poln. krosta, lit. 1) šašas, piktašis, 2) spuogas, pūškas, siehe LKŽe: šašas 1. „Kruste, die sich auf der Oberfläche einer Wunde oder eines Geschwürs bildet“; 3. „Pickel“. Die betreffende Ableitung kann somit sowohl zu den semantischen Untergruppen der Bezeichnungen für Hautkrankheiten als auch für chirurgische und traumatologische Erkrankungen gehören. Das Wort ist im ganzen Land gebräuchlich. Tabelle 3. Suffixableitungen in den Wörterbüchern von S. Daukantas und L. Ivinskis Wortbildungskategorie Wortbildungstyp Ableitungen im Wörterbuch von S. Daukantas (Stückzahl) Ableitungen im Wörterbuch von L. Ivinskis (Stückzahl) Bezeichnungen für Handlungen oder Verbabstrakta –a(–ia) –as 2 1 2 2 Bezeichnungen für Handelnde und Träger verbaler Eigenschaften –as –is 2 2 – – Bezeichnungen für Träger nominaler Eigenschaften –is 1 1 Bezeichnungen für Handlungsergebnisse –is –as – 1 2 – SCHLUSSFOLGERUNGEN S. Daukantas und L. Ivinskis, diese großen Žemaiten, die sich auf den Gebieten der Literatur, Folklore, Geschichte, Botanik und weiterer Wissenschaften hervorgetan haben, haben sich auch um die litauische medizinische Terminologie verdient gemacht. Ihr Beitrag zur litauischen medizinischen Terminologie ist nicht nur deshalb bedeutend, weil sie in ihren polnisch-litauischen Wörterbüchern terminologischen medizinischen Wortschatz vorlegten, der größtenteils aus Wörtern und Wortverbindungen litauischen Ursprungs besteht, sondern auch deshalb, weil sie in der gesprochenen Sprache nach litauischen Entsprechungen für polnische Wörter suchten oder selbst Wörter zur Bezeichnung medizinischer Begriffe schufen. Etwa 46% des litauischen terminologischen medizinischen Wortschatzes beider Wörterbücher sind Derivate – mit Suffixen, Präfixen und Endungen gebildete Wörter. Die größte Gruppe der Derivate bilden Bezeichnungen medizinischer Begriffe, die mit Suffixen gebildet wurden. Es wurden Suffixderivate aus acht Wortbildungskategorien gefunden (Diminutive (Verkleinerungsformen von Substantiven), Handlungsbezeichnungen oder Verbalabstrakta, Bezeichnungen von Eigenschaften oder Nominalabstrakta, Bezeichnungen von Handelnden und Trägern verbaler Eigenschaften, Bezeichnungen von Trägern nominaler Eigenschaften, Bezeichnungen von Handlungsergebnissen, Ortsbezeichnungen und Berufsbezeichnungen für Personen), insbeson- 200 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos ved yba dere mit 28 Suffixen oder ihren Varianten gebildet (–alas, –ata, –ėjas, –ėja, –ėlis, –ėlė, –elis, –elė, –imas, –inis, –inė, –inykas / –ininkas, –inys, –yba, –ybė, –ymas, –ysta, –ystė, –klė, –lės, –lis, –onis, –slas, –smas, –tinė, –tojas, –toja, –tuvė, –ulis, –ulė / –ulys, –umas, –ūnė, –ungis, –uvis). Die überwiegende Mehrheit der Suffixderivate sind Handlungsbezeichnungen oder Verbalabstrakta. Der vorherrschende Wortbildungstyp ist das Suffix –imas. Danach folgen, etwa gleich häufig, Bezeichnungen von Eigenschaften oder Nominalabstrakta sowie Bezeichnungen von Handelnden und Trägern verbaler Eigenschaften. Deutlich seltener sind Bezeichnungen von Trägern nominaler Eigenschaften, Diminutive (Verkleinerungsformen von Substantiven), Bezeichnungen von Handlungsergebnissen und Orten sowie Berufsbezeichnungen für Personen. Drei Wortbildungstypen (–ėlis, –ėlė, –ystė und –ulis, –ulė / –ulys) sind für unterschiedliche Wortbildungskategorien charakteristisch. Mit den Suffixen –ėlis, –ėlė wurden Diminutive (Verkleinerungsformen von Substantiven) sowie Bezeichnungen von Handelnden und Trägern verbaler Eigenschaften gebildet; mit dem Suffix –ystė Handlungsbezeichnungen oder Verbalabstrakta sowie Bezeichnungen von Eigenschaften oder Nominalabstrakta; mit den Suffixen –ulis, –ulė / –ulys Handlungsbezeichnungen oder Verbalabstrakta sowie Bezeichnungen von Handelnden und Trägern verbaler Eigenschaften. Die Suffixderivate in S. Daukantas’ großem polnisch-litauischem Wörterbuch übertreffen die Derivate in L. Ivinskis’ polnisch-litauischem Wörterbuch deutlich, und zwar aus einem nachvollziehbaren Grund: Von Letzterem ist nur der erhaltene Teil des handschriftlichen Wörterbuchs zugänglich – die Wörter unter den Buchstaben A–R. Präfixderivate sind in beiden Wörterbüchern relativ selten. Vorherrschend sind mit dem Präfix pa- gebildete Derivate – Ortsbezeichnungen. Vereinzelt kommen Derivate mit den Präfixen už- und ne- vor. Auch die Gruppe der Endungsderivate ist nicht groß, obwohl ihre Anzahl die der Präfixderivate übersteigt. Man kann sagen, dass die Endungsderivate in beiden Wörterbüchern annähernd gleichmäßig verteilt sind (9 beziehungsweise 7 Derivate). Diese Derivate gehören vier Wortbildungskategorien an: Handlungsbezeichnungen oder Verbalabstrakta, Bezeichnungen von Handelnden und Trägern verbaler Eigenschaften, Bezeichnungen von Trägern nominaler Eigenschaften sowie Bezeichnungen von Handlungsergebnissen. Semantisch lassen sich die Derivate der Wörterbücher acht semantischen Gruppen zuordnen. Vorherrschend sind Bezeichnungen von Krankheiten und krankhaften Zuständen. Ein beträchtlicher Teil der Terminologija | 2015 | 22 201 semantische Gruppen von Bezeichnungen für mit der Medizin verbundene Handlungen, Vorgänge, Prozesse und Zustände, Körperteile und Organe, Eigenschaften und Personen. Einzelne Bezeichnungen für Medizin und mit ihr verbundene Wissenschaftsbereiche und Berufe, Heilmittel und medizinische Einrichtungen. Die meisten Ableitungen aus den polnisch-litauischen Wörterbüchern von S. Daukantas und L. Ivinskis sind in der heutigen litauischen Standardsprache erhalten geblieben (51% aller Ableitungen); ein Teil von ihnen ist zu medizinischen Fachbegriffen geworden (Ellbogen, Ohnmacht, Niesen, Schwindsucht, Hals, Behandlung, Arzt, Husten, Brust, Zunge, Krampf, Hinterkopf, Gelenk, Erbrechen, Durchfall, Gähnen usw.). Wie die Daten des LKŽe zeigen, sind die meisten der besprochenen Ableitungen Wörter der gesprochenen Sprache. Einige sind im ganzen Land bekannt (Niesen, Schmerzen, Durchfall „Diarrhö“, Gähnen usw.), andere sind nur eingeschränkt gebräuchlich (antkrytis „Krankheitsanfall, Ansteckung, Epidemie“, apjakimas „Blindheit“, dūsėjimas „erschwerte Atmung“, žindulys „gestilltes Kind“ usw.); wieder andere sind angesichts der Vielzahl der im Wörterbuch angeführten Belegbeispiele für die Oberlitauer charakteristisch (krumpľys, sąnarys usw.) oder für die Niederlitauer (gyla „stechender, starker Schmerz“, raup­lės „Pocken“, sukinys „Schwindel, Benommenheit“ usw.). Es gibt auch Ableitungen, die nur in schriftlichen Quellen belegt sind (gimdystė „Geburtshilfe“, skauduliavimas, vaistymas „Behandlung“, žiogulys usw.); ihre Grundwörter (Verben oder Adjektive) sind jedoch häufig in der gesprochenen Sprache bekannt. Die individuellen Wortneuschöpfungen der Lexikografen (gydytinė „Heilkunde“ I, krauleidysta „Beruf des Feldschers“ S. Dauk, krauleidystė „Beruf des dörflichen Chirurgen“ S. Dauk, sargintuvė „Heilanstalt“ I, vaistėjimas „Behandlung“ S. Dauk, vaistinystė „Apothekergewerbe“ I, žlibybė „Kurzsichtigkeit“ S. Dauk) haben sich nicht durchgesetzt – dies ist historischer Wortschatz der litauischen medizinischen Terminologie. HAUPTQUELLEN I – Polnisch-litauisches Wörterbuch von Laurynas Ivinskis. Herausgegeben von O. Kažukauskaitė, Vilnius: Institut für die litauische Sprache, 2010. S. Dauk I–III – Schriften von Simonas Daukantas. Großes polnisch-litauisches Wörterbuch 1, a–m. Herausgegeben von [und Einleitung, S. 8–54, verfasst von] G. Subačius, Vilnius: Verlag für Wissenschaft und Enzyklopädien, 1993; Großes polnisch-litauisches Wörterbuch 2, n–p. Herausgegeben von G. Subačius, Vilnius: Verlag für Wissenschaft und Enzyklopädien, 1995; Großes polnisch-litauisches Wörterbuch 3, r–ž. Herausgegeben von G. Subačius, Vilnius: Verlag für Wissenschaft und Enzyklopädien, 1996. ERGÄNZUNGSQUELLEN LKŽe – Lietuvių kalbos žodynas (I–XX, 1941–2002), elektroninis variantas, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2005. – www.lkz.lt. LLKŽLat – Polnisch-litauisches Wörterbuch. Zusammengestellt von Antanas Lalis, Vilnius: Druckerei Juozapas Zavadskis, 1912. 202 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba LKKŽVaitk – Vaitkevičiūtė V. Lenkų–lietuvių kalbų žodynas, Vilnius: Mokslas, 1979. ME I, II – Medizinische Enzyklopädie 1–2, Vilnius: Staatlicher Enzyklopädieverlag, 1991, 1993. MedŽ – Astrauskas V., Bizulevičius S., Pavilonis S., Vaitilavičius A., Vileišis A. Wörterbuch medizinischer Fachbegriffe, Vilnius: Mokslas, 1980. SJP 1–6 – Wörterbuch der polnischen Sprache von M. Samuel Bogumił Linde, Lwów: in der Druckerei des Ossoliński-Instituts, 1855. = M. Samuel Bogumił Linde. Wörterbuch der polnischen Sprache 1–6, Warszawa: Gutenberg–Print, 1994–1995. 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It focuses on terminological lexis of Lithuanian origin (derivatives) naming various concepts of medicine. Attempts are made to identify ways of word-formation of derivatives and derivational categories, to discuss derivational types of the latter, to establish what groups of medical concepts are named using derivatives, to identify their relation with the living language and the language used in writings, to identify possible neologisms of the authors of dictionaries and to evaluate the survival of derivatives in modern standard Lithuanian and in the terminology of medicine. Both lexicographers are viewed as men of merit in Lithuanian medical terminology. Their input is important not only because of the medical lexis (the majority of which is of Lithuanian origin) included in their dictionaries, but also because of their attempts to find Lithuanian equivalents of Polish words in the living language and to create words for naming medical concepts. 46% of Lithuanian terminological lexis of medicine presented in both dictionaries is derived words – suffix, prefix and ending derivatives. The largest group of derivatives is names of medical concepts created using suffixes (123 lexical units). 8 word-formation categories (deminutiva, nomina actionis, nomina qualitatis, nomina agentis, nomina attributiva, nomina acti, or nomina resultativa, nomina loci, nomina professionalia, or nomina auctoris) of suffix derivatives were found. They are made using 28 suffixes or their variants (-alas, -ata, -ėjas, -ėja, -ėlis, -ėlė, -elis, -elė, -imas, -inis, -inė, -inykas / -ininkas, -inys, -yba, -ybė, -ymas, -ysta, -ystė, -klė, -lės, -lis, -onis, -slas, -smas, -tinė, -tojas, -toja, -tuvė, -ulis, -ulė / -ulys, -umas, -ūnė, -ungis, -uvis). The absolute majority of suffix derivatives are action names. The prevailing formation type is the suffix -imas. Prefix derivatives in both dictionaries are rather rare (9 lexical units). The most common in this group are derivatives with the prefix pa- which name places. The group of ending derivatives is also small (16 lexical units). Derivatives made with the endings -as and -is prevail. They usually are nomina actionis, nomina agentis, nomina attributiva, nomina acti. In respect of meaning, derivatives can be put into 8 semantic groups. Names of diseases and conditions prevail. Semantic groups of the names of actions, processes and states related to medicine, body parts and organs, characteristics and names of persons are also rather large. Very few cases of words naming fields and professions of medicine or related fields, means of treatment and treatment institutions were found. The majority of derivatives are still used in modern standard Lithuanian (51% of all derivatives), some of them are used as terms of medicine (alkūnė (elbow), gerklė (throat), gydymas (treatment), gydytojas (doctor), kosulys (cough), sąnarys (joint), etc.). As can be seen from electronic Dictionary of the Lithuanian Language (LKŽe) the majority of derivatives are words of the living language. Some of them are known in 204 Palmira Zemlevičiūtė Simono Daukanto ir Lauryno Ivinskio lenkų–lietuvių kalbų žodynų lietuviškos terminologinės medicinos leksikos vedyba the whole country (skaudėjimas (pain), tryda ‘viduriavimas’ (diarrhoea), žiovulys (yawn), etc.), others have only narrow usage (apjakimas ‘aklumas’ (blindness), dusėjimas ‘sunkus kvėpavimas’ (obstructed breathing), etc.), or are used in the Highland (krumplys ‘piršto antrojo sąnario viršutinė dalis’ (knuckle), etc.) or in the Lowland (sukinys ‘galvos sukimasis, svaigulys’ (dizziness), etc.). There are derivatives which can be found only in writings (gimdystė ‘akušerija’ (obstetrics), vaistymas ‘gydymas’ (treatment), etc.), but their underlying words (verbs or adjectives) are known in the living language. Personal neologisms of both lexicographers (vaistėjimas ‘gydymas’ (treatment) S. Dauk, žlibybė ‘trumparegystė’ (myopia) S. Dauk, krauleidystė ‘kaimo chirurgo profesija’ (bloodletting) S. Dauk, krauleidysta ‘felčerio amatas’ (medical auxiliary) S. Dauk, gydytinė ‘gydymo mokslas’ (science of treatment) I, sargintuvė ‘gydymo vieta’ (place of healing) I, vaistinystė ‘vaistininko verslas’ (pharmacy) I) did not become established – they are viewed as historical lexis of Lithuanian terminological lexis of medicine. Gauta 2015-06-10 Palmira Zemlevičiūtė Lietuvių kalbos institutas P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius E. paštas [email protected] Terminologija | 2015 | 22 205