Deskriptyviosios terminologijos tyrimų rezultatų panaudojimas terminologijos praktikoje
Full text
Anwendung der Ergebnisse deskriptiver Terminologieforschung in der terminologischen Praxis
JOLANTA KOVALEVSKAITĖ
Universität Vytautas Magnus
AGNĖ BIELINSKIENĖ
Universität Vytautas Magnus
SCHLÜSSELWÖRTER: deskriptive Terminologie, Terminologielehre und -lernen, terminologische Praxis, informativer Kontext, Fachkorpus
EINLEITUNG
Die in der deskriptiven Terminologie (in der litauischen Sprachwissenschaft auch als beschreibende Terminologie bezeichnet) verwendeten Mittel und angewandten Methoden können in der terminologischen Praxis nützlich sein. Unter terminologischer Praxis verstehen wir hier eine Tätigkeit, die nicht nur die Arbeit von Fachleuten (Terminologen, Übersetzern, Redakteuren usw.), sondern auch die Ausbildung von Studierenden umfasst. Auf der Grundlage deskriptiver terminologischer Forschung lässt sich die Terminologielehre so gestalten, dass praktische Probleme induktiv gelöst werden und die Terminologietheorie in den Lehr- und Lernprozess integriert ist (vgl. engl. problem-solving principle, siehe Korkas et al. 2010; learning through discovery, siehe Alcina 2011).
Terminologie als Lehrfach ist in sprachwissenschaftliche, übersetzungswissenschaftliche und andere Studiengänge aufgenommen; Grundlagen der Terminologie oder auf bestimmte Fachgebiete zugeschnittene Kurse werden auf verschiedenen Studienniveaus angeboten, zudem gibt es Seminare für Fachleute und Sommerschulen (Picht 2011: 21). Über das Lehren und Lernen von Terminologie ist jedoch bislang wenig geschrieben worden (Alcina 2011: 8). Aufgrund ihrer breiten Anwendung in der Informationsgesellschaft nehmen die Bedeutung der Terminologielehre und der Bedarf an Terminologen zu (Bucher 2007). In jüngster Zeit werden terminologische Kompetenzen besonders hervorgehoben, wenn die für Übersetzer erforderlichen Kompetenzen erörtert werden (Korkas et al. 2010; Maskaliūnienė et al. 2012; Sikora 2013).
Ziel dieses Artikels ist es, darzustellen, wie die Ergebnisse der deskriptiven terminologischen Forschung (Quellen, Werkzeuge und Methoden) in der Termi-
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…nologiepraxis, da hier der Analyse des Terminusgebrauchs in Texten (oder Korpora) große Aufmerksamkeit gewidmet wird. Die Analyse des Terminusgebrauchs ist bei der Lösung für die terminologische Arbeit relevanter Fragen hilfreich: bei der Untersuchung allgemeiner und unterscheidender Begriffsmerkmale, der Bestimmung der Stellung eines Begriffs im Begriffssystem, der Bewertung der Qualität einer Definition und/oder der Erstellung einer korpusbasierten Termindefinition usw.
1. GRUNDPRINZIPIEN DER DESKRIPTIVEN TERMINOLOGIE
In einer der Richtungen der deskriptiven Terminologiearbeit – der korpusbasierten Terminologiearbeit (engl. corpus-driven terminology management, Budin 2012) – liegt der Schwerpunkt auf dem Gebrauch des Terminus und der Analyse seiner Verwendung im Korpus. Als wichtigster Faktor für die Herausbildung terminologischer Bedeutung gilt der Kontext (vgl. Zeller 2005), d. h. gerade aus dem Kontext lässt sich erschließen, ob ein bestimmtes Wort oder eine Wortverbindung ein Terminus ist oder nicht. Diese Frage stellt sich häufig Praktikern, die im Bereich der Terminologie tätig sind.
Die deskriptive Terminologie unterscheidet sich von der präskriptiven Terminologie durch ihre Prinzipien, Quellen und Mittel der Terminologiearbeit (Marcinkevičienė 2000; Budin 2012). In der präskriptiven Terminologie stützt man sich hauptsächlich auf Dokumente, Normen und Sammlungen oder Datenbanken genehmigter Termini; die wichtigsten Quellen der deskriptiven Terminologie hingegen sind Korpora, vor allem Fachkorpora, die aus Texten des untersuchten Fachgebiets zusammengestellt werden (ausführlicher zur Erstellung von Fachkorpora in litauischer Sprache siehe Marcinkevičienė 2000; Bielinskienė et al. 2015).
In der deskriptiven Terminologie dienen Fachkorpora in erster Linie dazu, neue Termini des untersuchten Gebiets zu ermitteln; ebenso wichtig sind sie jedoch für die Erhebung weiterer Informationen über einen Terminus, etwa Definitionen, Verwendungskontexte, Kombinierbarkeit und Häufigkeit. Die Termini in solchen Korpora werden mithilfe automatischer Werkzeuge zur Terminerkennung und -analyse untersucht. Methoden, Werkzeuge und Quellen der deskriptiven Terminologie können bei der Ausübung oder beim Erlernen praktischer terminologischer Arbeit eingesetzt werden.
2. ERGEBNISSE DER FORSCHUNG UND WISSENSCHAFTLICHEN PROJEKTE ZUR DESKRIPTIVEN TERMINOLOGIE
In Litauen werden neben der kontinuierlichen terminologischen Arbeit des Terminologiezentrums des Instituts für Litauische Sprache und der Terminologieunterkommission der Staatlichen Kommission für die litauische Sprache sowie den regelmäßig aktualisierten Ressourcen (der Terminologiedatenbank der Republik Litauen-
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sowie des Terminologiewörterbuchs, der Terminologiedatenbank des Normungsdepartements, EuroTermBank usw.) auch wissenschaftliche Projekte zur Sammlung terminologischer Ressourcen der litauischen Sprache durchgeführt. So wurden beispielsweise das Klassifikations- und Terminologiesystem SNOMED CT1 für den medizinischen Bereich sowie das für die litauische Sprache adaptierte zweisprachige (Englisch–Litauisch) sozialwissenschaftliche Thesaurus LiDA2 erstellt.
Im Rahmen der Projekte ŠIMTAI 1 und ŠIMTAI 2 (VDU)3 wurden mehrere für die litauische Sprache angepasste Werkzeuge und Ressourcen sowie eine Methodik zur Definition von Termini auf Grundlage von Korpora entwickelt. Elemente dieser Methodik (z. B. der Begriff informatyviųjų kontekstų) können praktisch bei der Analyse des Terminusgebrauchs und der Definition von Termini angewandt werden.
2.1. Ressourcen und Werkzeuge
Die Untersuchung der Projekte ŠIMTAI 1 und ŠIMTAI 2 wurde nach den Prinzipien der deskriptiven Terminologie durchgeführt. Daher wurde zunächst die erforderliche Quelle erstellt – ein spezielles, morphologisch automatisch annotiertes Korpus mit 4 Millionen Wörtern aus dem Bildungs- und Wissenschaftsbereich. Dieses Korpus besteht aus Dokumenten des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft sowie anderer Institutionen, die sich mit Bildung, Hochschulbildung usw. befassen (ausführlicher siehe Bielinskienė et al. 2015: 24). Das Korpus repräsentiert einen ausgewählten konkreten Bildungs- und Wissenschaftsbereich. Daher wurde erwartet, dass die Dokumente überwiegend Termini aus diesem Bereich enthalten. Auf Grundlage dieses Korpus wurden das online verfügbare Švietimo ir mokslo terminų žodynas (im Folgenden ŠMTŽ) und die frei zugängliche, online verfügbare Švietimo ir mokslo terminų ontologija erstellt (ausführlicher Markiewicz et al. 2013).
Außerdem wurden mehrere Werkzeuge entwickelt: 1) ein Werkzeug zur automatischen Terminidentifikation im Korpus, 2) das Werkzeug JungLe, mit dem mehrere Flexionsformen desselben Terminus einer gemeinsamen Lemmaform zugeordnet werden (Boizou et al. 2012), und 3) das Werkzeug Qafe zur Analyse des Terminuskontexts. Da die mit dem Werkzeug Qafe ausgewählten Daten im Terminologieunterricht und -lernprozess verwendet wurden und werden können, stellen wir sein Funktionsprinzip ausführlicher vor.
Das Werkzeug Qafe dient dazu, den Kontext einzelner Termini automatisch zu analysieren und die darin enthaltenen fachlichen Informationen, die sogenannten
1 http://www.lmb.lt/index.php?-538029741.
2 http://www.lidata.eu/idex_tez.php.
3 Automatische Identifikation von Bildungs- und Wissenschaftstermini – ein zweiteiliges, vom Litauischen Forschungsrat finanziertes Projekt, das 2009–2010 (ŠIMTAI 1) und 2010–2012 (ŠIMTAI 2) am Zentrum für Computerlinguistik der VDU durchgeführt wurde.
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informativen Kontexte (siehe Abschnitt 2.2), in denen die Merkmale des durch den Terminus bezeichneten Begriffs und seine semantischen Beziehungen zu anderen Begriffen erkennbar sind. Mit den durch das Werkzeug Qafe ausgewählten Kontexten kann der Terminologe die Informationen über den durch den Terminus bezeichneten Begriff schneller systematisieren und analysieren.
Das Werkzeug Qafe sucht nach paralinguistischen Mustern, die die für informative Kontexte (z. B. Terminusdefinitionen) typische Struktur und weitere Elemente dieser Struktur – lexikalische, grammatische usw. – widerspiegeln. Es wurde festgestellt, dass Definitionen, in denen sich gewöhnlich eine hyperonymische / hyponymische Beziehung zeigt, im Text durch die Suche nach Mustern wie [Tn ist N], [Tn – N], [Tn ist bekannt als] usw. gefunden werden können.4 (Ausführlicheres zu den Mustern siehe Bielinskienė et al. 2015: 76–78.) Mithilfe des genannten Satzes paralinguistischer Muster wählt das Werkzeug Qafe mögliche informative Kontexte automatisch aus5. Bei der Analyse des Terminus Pflichtfächer wurden beispielsweise automatisch sieben informative Kontexte erkannt, von denen fast alle anhand des Musters [T– Nn] gesammelt wurden, etwa Pflichtfächer [T] – [Gedankenstrich] sind Fächer [Nn], die die Grundlagen des Wissens und der Kompetenzen des gewählten Studienbereichs vermitteln. Dieser informative Kontext entspricht der üblichen Definitionsstruktur – bei der Begriffsdefinition werden üblicherweise ein Hyperonym und unterscheidende Merkmale angegeben. Folglich kann die Suche nach informativen Kontexten auch fertige Definitionen automatisch erkennen, die in den Korpustexten vorkommen können.
Die vom Werkzeug Qafe verwendeten Sprachinformationen können direkt oder indirekt genutzt werden. Bei direkter Nutzung der vom Werkzeug extrahierten Daten kann der Forschende informative Kontexte automatisch sammeln und analysieren. Wird das Werkzeug nicht verwendet, können seine Funktionsprinzipien angewandt werden: Kennt man beispielsweise die Struktur der vom Werkzeug verwendeten Muster, lassen sich in einer Terminkonkordanz auch manuell Fragmente suchen, die fachliche Informationen angeben usw. (mehr dazu siehe Teil 3). Die Gesamtheit oder ein Teil der aus informativen Kontexten gewonnenen Informationen kann zur Definition von Termini verwendet werden.
4 Tn – Nominativform des Terminus; N – Substantiv; ist, ist bekannt als, Gedankenstrich – lexikalische und grafische Zeichen, die im gesuchten Kontext erforderlich sind.
5 Šiame straipsnyje ir kitur (pvz., Bielinskienė et al. 2015) vartojami terminai galimi terminai, galimi informatyvieji kontekstai. Tokia skirtis reikalinga, nes tarp automatiškai gautų duomenų gali pasitaikyti ir netikslių.
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2.2. Methodik der terminologischen Definition anhand von Textkorpora
Da im Projekt ŠIMTAI 2 für die im ŠMTŽ beschriebenen Termini Definitionen aus dem Korpus bereitgestellt werden sollten, war eine Projektphase der Entwicklung und Anwendung einer Methodik zur korpusbasierten Definition von Termini gewidmet. Die für die Definition der Termini benötigten Sachinformationen wurden automatisch mithilfe des Tools Qafe gewonnen, indem jene Terminkontexte ausgewählt wurden, die als potenziell informative Kontexte galten. Die informativen Kontexte waren im genannten Projekt ein Teil der sprachlichen Ressourcen, die zur Definition der Termini erstellt und verwendet wurden6.
Bei der Analyse von Texten eines bestimmten Fachgebiets oder von Fachtextkorpora lassen sich nicht nur die Gebrauchsmerkmale eines bestimmten Terminus (Häufigkeit, häufigste Kontextpartner usw.) ermitteln, sondern auch Informationen über die durch Termini bezeichneten Begriffe sammeln. Die wesentlichen fachlichen Informationen zu einem Terminus werden durch semantische Beziehungen vermittelt, die in informativen Kontexten realisiert werden (engl. knowledge-rich contexts, siehe Meyer 2001). Ingrid Meyer (2001: 281) versteht unter einem informativen Kontext einen Kontext, der mindestens ein Merkmal des durch einen Terminus bezeichneten Begriffs enthält. Anders gesagt muss ein solcher Kontext ein Merkmal des Begriffs oder eine Beziehung des Begriffs zu anderen Begriffen aufzeigen.
I. Meyer (2001) skiria du informatyviųjų kontekstų tipus: apibrėžiamuosius (angl. defining knowledge-rich contexts) ir aiškinamuosius (angl. explanatory knowledge-rich contexts). Apibrėžiamųjų kontekstų pagrindas – hiperonimijos ir hiponimijos, rečiau meronimijos7 semantiniai ryšiai. Informatyvieji kontekstai su hiperonimais ir hiponimais yra artimi klasikinei apibrėžties formai: T (terminas) = X (hiperonimas) + skiriamieji požymiai, pvz.: akreditavimas – tai vertinimas, naudojamas aukštojo mokslo sistemoje (vertinimas yra akreditavimo hiperonimas). Apibrėžiamaisiais kontekstais, kuriuose dažniausiai atsispindi esminė informacija apie sąvoką, paprastai pasinaudojama sudarant apibrėžtis.
Erläuternde Kontexte unterscheiden sich von definierenden dadurch, dass sie kein Hyperonym enthalten, sondern lediglich auf eines oder mehrere Begriffsmerkmale verweisen, die nicht unbedingt wesentlich oder unterscheidend sind (Meyer 2001: 288). Erläuternde Kontexte sind wichtig, weil sie weitere Fachkenntnisse über den Terminus und dessen Gebrauch vermitteln; sie zeigen beispielsweise, was ein Terminus kann, haben muss, normalerweise ist, bekannt ist als usw. Solche Kontexte können eine primäre Informationsquelle sein
6 Weitere aus dem Textkorpus gewonnene Daten werden im Wörterbuch der Bildungs- und Wissenschaftsterminologie bereitgestellt: Flexionsformen des Terminus, Kollokationen, Beispiele, Konkordanz, siehe ŠMTŽ – http://daukantas.vdu.lt/moksliniai-terminai/.
7 In anderen Arbeiten können die Termini Partonymie und Partonyme verwendet werden.
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bei der Formulierung der Definition oder als bestimmter Teil (der ein Merkmal vermittelt) in die Definition eingehen, z. B.: Nach erfolgreichem Abschluss des Programms Absolventinnen und Absolventen werden über ein Bündel von Fähigkeiten verfügen, die für eine bestimmte berufliche Tätigkeit erforderlich sind.
Informative Kontexte sind auch deshalb wertvoll, weil sie authentische Gebrauchsbeispiele aus der Konkordanz eines bestimmten Terminus darstellen. Dabei ist zu beachten, dass authentische Gebrauchsbeispiele nicht so ideal sind wie manche Definitionen in Terminologiedatenbanken oder Terminologiewörterbüchern. Daher bezeichnet I. Meyer (2001: 284) jene Kontexte, die Merkmale einer Wörterbuchdefinition aufweisen, etwa einen Doppelpunkt oder Gedankenstrich nach dem Terminus, als lexikografische definierende informative Kontexte (engl. dictionary defining knowledge-rich contexts). Die aus dem tatsächlichen Sprachgebrauch gewonnenen informativen Kontexte mit einer freieren und vielfältigeren Satzstruktur nennt I. Meyer natürlich vorkommende (engl. naturally occurring defining knowledge-rich contexts). Gerade diese Kontexte machen den größten Teil des Terminkontexts im Textkorpus aus. Die in solchen natürlich vorkommenden Kontexten genannten Begriffsmerkmale sind nicht unbedingt unterscheidend, ebenso wenig ist der nächstgelegene erwähnte Begriff stets als nächstes Hyperonym (engl. closest genus) anzusehen, wie es beim Verfassen einer Definition gefordert wird. Bei der Analyse des Gebrauchs eines Terminus im Textkorpus können informative Kontexte also häufig auch nicht wesentliche Informationen enthalten.
3. ANALYSE DES TERMINUSGEBRAUCHS IM FACHKORPUS
Für die Terminologie und die Terminografie sind folgende Aspekte von großer Bedeutung: Terminus, Begriff, Begriffsmerkmale, Begriffsbeziehungen, Begriffssysteme und Prinzipien der Definitionserstellung. Daher ist es bei der Analyse des Terminusgebrauchs wichtig, allgemeine und unterscheidende Begriffsmerkmale zu bestimmen, die Stellung des Begriffs im Begriffssystem festzustellen, die Qualität der Definition zu bewerten und/oder eine korpusgestützte Definition des Terminus zu erstellen.
In der präskriptiven Terminologie werden Termini hauptsächlich unter Berücksichtigung der Stellung der von ihnen bezeichneten Begriffe im hierarchischen Begriffssystem und ihrer Beziehungen zu anderen Begriffen definiert (Marcinkevičienė 2000: 6). Somit sind die Fähigkeiten, allgemeine und unterscheidende Begriffsmerkmale zu bestimmen, im Wesentlichen deshalb erforderlich, damit man den Begriff selbst näher kennenlernen und/oder eine Definition des Terminus erstellen kann. Mithilfe eines Fachkorpus kann man die Konkordanzen bestimmter Termini untersuchen und so ermitteln, welchen Begriff ein Terminus bezeichnet, welche Merkmale dieser aufweist und mit welchen anderen Begriffen er verbunden ist. Auf diese Weise wird das Begriffssystem „von unten nach oben“ erstellt, d. h. auf der Grundlage von Informationen zum Terminusgebrauch.
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3.1. Analyse des Terminuskontexts unter dem Aspekt der Fachinformation
Damit Informationen über den durch bestimmte Termini bezeichneten Begriff in einem Fachkorpus gefunden werden können, muss das Korpus das Fachgebiet widerspiegeln und der Terminus darin hinreichend häufig vorkommen; dann erhält der Forscher eine umfangreichere Konkordanz und somit mehr Informationen über den Terminus. Beispiele aus der Konkordanz des Terminus wissenschaftliche Arbeit im Korpus:
(1) Der dritte Grund ist die Bürokratisierung der wissenschaftlichen Arbeit.
(2) Wissenschaftliche Arbeit wurde am häufigsten in Deutschland, Frankreich, Polen, Lettland und Schweden durchgeführt (Tabelle 4 in Anhang 3).
(3) Wissenschaftliche Forschung (anders gesagt: wissenschaftliche Arbeit) – Forschung, die in Grundlagenforschung und angewandte Forschung unterteilt wird.
(4) Wissenschaftliche Mitarbeiter müssen neben der wissenschaftlichen Arbeit auch pädagogische Arbeit leisten.
Es zeigt sich, dass derselbe Terminus in den Sätzen unterschiedlich verwendet wird: In den Sätzen 1 und 2 wird der Terminus zwar erwähnt, doch obwohl von Sachverhalten die Rede ist, die mit wissenschaftlicher Arbeit zusammenhängen, enthalten diese keine Fachinformation über den durch diesen Terminus bezeichneten Begriff. In den Beispielen 3 und 4 werden bereits weitere Termini erwähnt, die mit dem Begriff wissenschaftliche Arbeit zusammenhängen: wissenschaftliche Forschung, Grundlagenforschung, angewandte Forschung, wissenschaftliche Mitarbeiter, pädagogische Arbeit. Für die Terminografie sind gerade solche Fragmente des Terminuskontexts besonders wichtig, denn sie können zum Verständnis beitragen, wie der durch den Terminus bezeichnete Sachverhalt verstanden wird, welchen Zweck oder welche Beschaffenheit er hat – und helfen so, den bezeichneten Begriff zu definieren. Folglich muss der Terminograf aus dem gesamten Terminuskontext nur diejenigen Stellen auswählen, an denen weitere mit dem analysierten Terminus zusammenhängende Termini erwähnt oder fertige Definitionen angeführt werden.
Wenn zahlreiche Konkordanzzeilen eines Terminus nicht automatisiert verarbeitet werden müssen und die Konkordanz umfangreich ist, wird die Korpusanalyse des Terminus ineffizient und zeitaufwendig. Denn um die informativsten Kontexte auszuwählen, müsste man die gesamte Konkordanz lesen und sich mit dem Inhalt des Kontexts jedes einzelnen Satzes auseinandersetzen; das ist für einen Linguisten, Übersetzer oder Studierenden ohne spezielle Kenntnisse der Termini des untersuchten Fachgebiets nicht einfach. In diesem Fall empfiehlt es sich, Werkzeuge zu nutzen, die die Analyse von Terminuskontexten zumindest teilweise automatisieren. Ein Werkzeug wie das in Abschnitt 2.1 beschriebene Werkzeug Qafe fungiert als eine Art Filter, der die informativsten Kontexte von den übrigen Terminuskontexten trennt, die weniger wichtig sind, weil sie keine Informationen über den Begriff liefern.
Von den Termini, die in den insgesamt 224 Einträgen des ŠMTŽ beschrieben sind, beruhen etwa 60 Prozent der Definitionen auf Informationen aus informativen Kontexten. Folglich,
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Der Terminologe übernahm bei der Erstellung der Definitionen dieser Termini entweder eine im Korpus gefundene fertige Definition oder formulierte eine Definition auf der Grundlage informativer Kontexte und/oder sämtlicher Konkordanzen des Terminus. Ein Teil der informativen Kontexte wurde nicht genutzt, weil sich unter den automatisch ausgewählten informativen Kontexten auch ungeeignete befinden, d. h. solche, die zwar formal einem der paralinguistischen Muster entsprechen, jedoch keinen semantischen Zusammenhang und kein Merkmal des analysierten Begriffs widerspiegeln (wie die von Qafe verwendeten Muster verbessert und die Genauigkeit der automatischen Analyse erhöht werden sollten, wird ausführlich in Bielinskienė et al. 2015, Abschnitt 5.2.5, erörtert).
3.2. Für die Terminologiearbeit relevante Fragen und ihre Lösung auf der Grundlage der Analyse des Terminusgebrauchs
Zur Lösung von Fragen, die sich bei der terminologischen Arbeit stellen, können sowohl informative Kontexte geeigneter als auch ungeeigneter Qualität herangezogen werden. Im Folgenden werden vier zentrale theoretische und praktische Aspekte der Terminologiearbeit behandelt (zu diesen und weiteren für die Terminologiearbeit relevanten Aspekten der Terminologietheorie, etwa zum Problem der Abgrenzung eines Terminus von einem Nicht-Terminus, siehe auch Korkas et al. 2010: 129–130). Die Analyse stützt sich auf Konkordanzen von Termini aus einem Fachkorpus und/oder auf Konkordanzausschnitte eines bestimmten Terminus aus den mit dem Werkzeug Qafe ermittelten informativen Kontexten8.
3.2.1. ERKENNUNG VON KONTEXTAUSSCHNITTEN, DIE FACHINFORMATIONEN ZUM TERMINUS VERMITTELN
Um zu lernen, wie sich die durch Termini bezeichneten Begriffsmerkmale und Besonderheiten des Terminusgebrauchs in einem Text ermitteln lassen, sollte eine Konkordanz eines mittels häufig auftretenden Terminus analysiert werden. So kann man anhand des Konzepts des informativen Kontexts (beschrieben in Abschnitt 2.2) lernen, terminologisch relevante Stellen im Kontext des Terminus zu finden. Wie bereits erwähnt, muss ein informativer Kontext entweder a) mindestens ein Merkmal des durch Termini bezeichneten Begriffs angeben, das nicht unbedingt wesentlich sein muss, den Begriff aber in irgendeiner Hinsicht charakterisiert, d. h. vermitteln, wie der Begriff verstanden wird, welchem Zweck die Sache dient, welche Merkmale sie aufweist usw., oder b) eine Beziehung zu anderen Begriffen aufzeigen. Die nachstehenden Kontexte zeigen, dass für den durch den Terminus mokslo laipsnis bezeichneten Begriff kennzeichnend ist, dass er von einer Universität verliehen wird (Beispiel 1); außerdem
8Im ŠMTŽ lassen sich Konkordanzen zu allen aufgeführten Termini einsehen. In den Konkordanzen sind mögliche informative Kontexte nicht eigens gekennzeichnet; solange das Werkzeug Qafe nicht allen Nutzern zugänglich ist, müssen die informativen Kontexte manuell ermittelt werden.
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Ein wissenschaftlicher Grad ist Voraussetzung für die Bewerbung auf bestimmte Stellen (Beispiel 2):
(1) Das Recht, wissenschaftliche Grade zu verleihen, hat die Universität, nachdem ihr das Ministerium für Bildung und Wissenschaft das Promotionsrecht eingeräumt hat, allein oder gemeinsam mit anderen litauischen oder ausländischen Wissenschafts- und Hochschuleinrichtungen.
(2) Daher sollte für diese Stelle nur eine einzige Qualifikationsanforderung gelten – der Besitz eines wissenschaftlichen Grades, durch dessen Erwerb die für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter erforderlichen Fähigkeiten und Qualifikationen nachgewiesen wurden.
Bei weiterer Durchsicht des Kontexts dieses Terminus lässt sich erfahren, welche wissenschaftlichen Grade es gibt (Doktorgrad, habilitierter Doktorgrad), wie sie erworben werden usw.
Die wesentliche Information (das Hauptunterscheidungsmerkmal) über den Begriff vermittelt die im Kontext gefundene Definition (zu Definitionen siehe 3.2.4):
Wissenschaftlicher Grad – ein Grad, der die wissenschaftliche Qualifikation einer Person bescheinigt und nach der Verteidigung einer Dissertation verliehen wird.
Übrigens ist diese Definition auch im ŠMTŽ aufgeführt, da sie dem Wesen des Terminus am besten entspricht.
Nicht alle automatisch ermittelten informativen Kontexte sind geeignet, d. h. sie spiegeln nicht alle Begriffsmerkmale oder Beziehungen zu anderen Begriffen wider, zum Beispiel:
In der 8. Klasse ist Wirtschaft ein Pflichtfach; dafür ist eine Wochenstunde vorgesehen.
Dieser Kontext des Terminus Pflichtfach wird als ungeeignet eingestuft, weil er keine Fachinformationen über den Terminus vermittelt. Zwar erfahren wir, dass Wirtschaft in der 8. Klasse ein Pflichtfach sein kann, doch diese Information legt keine Begriffsmerkmale offen (d. h., was ein Pflichtfach ist). Auch im folgenden Beispiel finden wir keine terminologisch relevante Information darüber, welcher Begriff mit dem Terminus nationales Qualifikationssystem bezeichnet wird, welcher Art er ist usw.:
Das nationale Qualifikationssystem ist eine politische Priorität.
Wenn der Konkordanznachweis eines Terms umfangreich ist und keine Möglichkeit besteht, das Kontextfilterwerkzeug Qafe zu nutzen, kann dieselbe Arbeit mithilfe von Elementen paralinguistischer Modelle durchgeführt werden, die bei der automatischen Analyse eingesetzt werden (siehe 2.1); anhand dieser Elemente lassen sich informative definierende oder erklärende Kontexte suchen. Beispielsweise können Strukturelemente wie sein, gelten, bilden, umfassen sowie Gedankenstrich, Doppelpunkt usw. zur Ermittlung von definierenden Kontexten verwendet werden (vgl. Castagnoli 2006: 167).
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Bei der Analyse des Gebrauchs litauischer Termini lässt sich feststellen, dass solche Wörter und grafischen Zeichen häufig in Definitionen vorkommen, z. B.:
Der Universitätsrat ist ein kollegiales Leitungsorgan.
Ein Lehrstuhl ist die wichtigste akademische Organisationseinheit einer Fakultät, die Studiengänge oder Teile davon sowie wissenschaftliche Forschung durchführt.
Als Urheber eines wissenschaftlichen Werks gilt eine natürliche Person.
Ein Forschungsinstitut besteht aus Zentren, Abteilungen und/oder Forschungslaboren.
Wissenschaftliche Tätigkeit umfasst auch wissenschaftliche Lehre, wissenschaftliche Dienstleistungen, die Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung wissenschaftlicher Literatur usw.
Außerdem ist zu beachten, dass in definierenden Kontexten gewöhnlich semantische Beziehungen zwischen dem Terminus und einem anderen Begriff (Hyperonymie/Hyponymie oder Meronymie) wiedergegeben werden (zu semantischen Beziehungen siehe 3.2.2). Erklärende Kontexte lassen sich an lexikalischen Elementen erkennen, die in der Nähe des Terminus wiederholt auftreten, wie kann, muss, muss sein, kann sein, kann haben, ist + Partizip sowie an anderen häufiger auftretenden Verben, insbesondere im Präsens, z. B.:
Das Recht, akademische Grade zu verleihen hat die Universität.
Hochschulbildung muss für alle gleichermaßen zugänglich sein.
Das Studiensystem basiert auf der Anzahl der Leistungspunkte.
Die Suche im Text nach den genannten Elementen (die häufig auch Kollokate des Terminus im Konkordanznachweis sind) kann somit dabei helfen, informative Kontexte von Termini leichter zu finden und sie für die weitere terminologische Arbeit zu nutzen: zur Bestimmung der Systemhaftigkeit von Termini (siehe 3.2.3) und zur Erstellung von Definitionen (siehe 3.2.4).
Wie bereits erwähnt, sind einige automatisch ausgewählte informative Kontexte ungeeignet. Außerdem bleiben aus bestimmten Gründen manche informative Kontexte automatisch unerkannt (dieses Problem wird ausführlicher in Bielinskienė et al. 2015, Abschnitt 5.2.3, behandelt). Wichtig ist, dass ungeeignete oder nicht ausgewählte Kontexte ebenfalls dazu genutzt werden können, informative Kontexte und andere bedeutsame Informationen über den durch Termini bezeichneten Begriff zu erkennen. Durch den Vergleich der vom automatischen Werkzeug Qafe ausgewählten informativen Kontexte eines bestimmten Terminus mit dem gesamten Konkordanznachweis desselben Terminus lassen sich die vom Werkzeug ausgelassenen Kontexte ermitteln.
Beispielsweise wurden im Konkordanznachweis des Terminus Pflichtfach mit 54 Zeilen zwei informative Kontexte nicht automatisch erkannt:
(1) Pflichtfächer bilden die Grundlage der allgemeinen universitären Bildung und der Ausbildung in der gewählten Studienrichtung.
(2) Der Block der allgemeinbildenden universitären Lehrveranstaltungen ist in zwei Untergruppen unterteilt: Pflichtveranstaltungen und alternativ wählbare Lehrveranstaltungen.
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Die Analyse solcher Fälle kann Aufschluss darüber geben, warum diese Kontexte vom Werkzeug nicht automatisch ausgewählt wurden oder weshalb sie für keines der verwendeten Modelle geeignet waren. Die Satzstruktur ist häufig sehr komplex und spiegelt die vom Werkzeug verwendeten Modelle nicht wider, oder die Konzepte, die semantische Beziehungen ausdrücken, sind in einem viel umfassenderen Kontext angeordnet, als das Modell erfasst.
3.2.2. BESTIMMUNG SEMANTISCHER BEZIEHUNGEN ZWISCHEN BEGRIFFEN IM TERMINUSKONTEXT
Ein Verwendungsbeispiel eines Terminus gilt als definierender Kontext, wenn sich darin die zwischen Begriffen vermittelten semantischen Beziehungen widerspiegeln. Bei der Bewertung automatisch oder manuell ausgewählter informativer Kontexte lässt sich die Fähigkeit schulen, weitere Begriffe des untersuchten Fachgebiets zu erkennen und semantische Beziehungen zwischen ihnen zu analysieren. Für informative Kontexte, insbesondere für definierende, die sich von erklärenden dadurch unterscheiden, dass sie semantische Beziehungen vermitteln, sind die Beziehungen der Hyperonymie/Hyponymie und Meronymie besonders relevant. Die in (2.2) beschriebene Methodik kann als theoretische Grundlage dienen, um bestimmte Elemente im Kontext zu erkennen, die als Indikatoren semantischer Beziehungen aufgefasst werden können.
Zunächst lassen sich lexikalische Einheiten untersuchen, die üblicherweise in Konstruktionen vorkommen, welche Hyperonymie/Hyponymie und Meronymie ausdrücken. Dabei ist auf die bereits erwähnten lexikalischen Elemente sein, als etwas gelten zu achten, die darauf hinweisen, dass im Satz Hyperonyme und Hyponyme zu erwarten sind.
Im Beispiel
Wissenschaftstäler sind in erster Linie Forschungszentren, in denen das Potenzial der litauischen Wissenschaftler gebündelt wird; die besten Wissenschaftler werden dort arbeiten, und es ist zu erwarten, dass auch ausländische Wissenschaftler dort tätig sein werden
Man sieht, dass die Struktur des Satzfragments gleichsam aus drei Teilen besteht: dem Terminus (Wissenschaftstäler), der hier ein Hyponym ist, dem Relationsindikator (ist) und der Wortverbindung (Forschungszentren), die einen umfassenderen Begriff als den analysierten Terminus bezeichnet – ein Hyperonym.
In einem weiteren Beispiel
Der Urheber eines wissenschaftlichen Werks gilt als natürliche Person
Das Hyperonym ist natürliche Person, das Hyponym der Terminus Urheber eines wissenschaftlichen Werks und das Verbindungselement zwischen ihnen das Wort gilt. Definierende Kontexte müssen demnach ein Hyperonym enthalten, das neben einem Begriffsmerkmal auch die Stellung des Terminus im Begriffssystem angibt. Übrigens ist zu bedenken, dass manchmal auch der analysierte Terminus selbst zum Hyponym eines anderen, allgemeineren Begriffs werden kann.
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Eine weitere semantische Relation – die Meronymie – lässt sich an den Wörtern umfassen, bilden erkennen, deren lexikalische Bedeutung bereits darauf hinweist, dass die Bestandteile eines Gegenstands aufgezählt werden:
Forschungsinstitute bestehen aus Zentren, Abteilungen und/oder Forschungslaboren.
Wissenschaftliche Tätigkeit umfasst auch wissenschaftliche Lehre, wissenschaftliche Dienstleistungen, die Übersetzung und Redaktion wissenschaftlicher Literatur usw.
Diese semantischen Relationen lassen sich auch daran erkennen, dass Hyperonymie/Hyponymie und Meronymie durch visuell hervorhebende Textelemente wie bestimmte Satzzeichen vermittelt werden: Gedankenstriche, Klammern, Doppelpunkte. Links und rechts dieser Zeichen oder zwischen ihnen (z. B. innerhalb von Klammern) stehen die durch eine semantische Relation verbundenen Begriffe:
Forschungszentrum – eine Struktureinheit einer Universität oder Fakultät (Oberbegriff von ForschungszentrumTeileinheit);
<...> über welchen Zeitraum diese wissenschaftlichen Arbeiten (wissenschaftliche Artikel) veröffentlicht wurden und in welchen wissenschaftlichen Publikationen (Hyponym der wissenschaftlichen Arbeiten wissenschaftlicher Artikel);
Mit ihnen hängen auch einige der wichtigsten Fachrichtungen Geschichte, Philologie, Kunstwissenschaft, Ethnologie, Kommunikation und Information (Hyponyme der Fachrichtung sind Geschichte, Philologie, Kunstwissenschaft, Ethnologie usw.).
Da diese Satzzeichen semantische Relationen beider Typen markieren, ist es schwierig, sie automatisch voneinander zu unterscheiden. Man kann jedoch feststellen, dass im Fall der Meronymie mehrere Begriffe hintereinander aufgezählt werden und manchmal auch Konjunktionen eingefügt sind:
Wissenschaftliche Tätigkeit umfasst die Schaffung, Akkumulation und Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse, wissenschaftliche Forschung und experimentelle Entwicklung sowie Innovationstätigkeit.
Anhand ähnlicher Indikatoren lassen sich im Text auch Synonyme von Termini erkennen. Identitätsrelationen zwischen den Bedeutungen von Termini in litauischen Texten lassen sich anhand definierender Verben nennen, sagen und der Konjunktion oder bestimmen. Ein Synonym wird häufig in Klammern angegeben; zusätzlich kann ein erläuternder Hinweis stehen (d. h.) (Stankevičienė 2013: 135–138). Bei der Analyse von Termini aus dem Bildungs- und Wissenschaftsbereich wurde nicht nach informativen Kontexten mit Synonymen gesucht; es liegt jedoch auf der Hand, dass sich Synonyme von Termini im Kontext auch anhand formaler Merkmale erkennen lassen.
Im informativen Kontext müssen semantische Relationen nicht unbedingt auftreten, obwohl das Verwendungsmuster des Kontexts für die Ermittlung semantischer Relationen geeignet ist, z. B.:
Am günstigsten wird der Programmteil wissenschaftliche Arbeit bewertet.
Nationales Qualifikationssystem – eine prioritäre politische Handlungsrichtung.
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An den Beispielen ist zu erkennen, dass wissenschaftliche Arbeit kein Hyponym der übermäßig abstrakten Wortverbindung Teil des Programms ist, sondern ein Hyponym von nationales Qualifikationssystem – politische Richtung. Daher ist zu beachten, dass nicht alle automatisch ermittelten Kontexte systemische semantische Beziehungen wiedergeben. In vielen Fällen kann dies auch durch die Beschaffenheit der Texte im Korpus bedingt sein: In Texten wie Pressemitteilungen oder ähnlichen werden Begriffe nicht erläutert, sondern lediglich erwähnt; daher ist es wahrscheinlich, dass die aus solchen Texten gewonnenen Termkontexte keine systemischen Begriffe enthalten.
3.2.3. SYSTEMCHARAKTER VON TERMINI IN TEXTEN. ERMITTLUNG ALLGEMEINER UND SPEZIFISCHER MERKMALE DES UNTERSUCHTEN BEGRIFFS
Wenn Termini aus einem Textkorpus gewonnen werden, haben sie gewöhnlich einen großen Vorteil: Sie sind systematisch und miteinander verbunden (Marcinkevičienė 2000: 7). Das liegt daran, dass in bestimmten Textsorten (z. B. Lehrbüchern und Verwaltungsdokumenten) ganze, aufeinander abgestimmte Terminologiegruppen vorkommen (Rimkutė 2010: 72). In den informativen Termkontexten ist also zu erkennen, mit welchen anderen Begriffen der untersuchte Begriff verbunden ist. Im Beispiel
Pflichtfächer bilden die Grundlagen der allgemeinen universitären Bildung und der Ausbildung in der gewählten Studienrichtung
können wir mehrere Begriffe herausarbeiten: den untersuchten Begriff Pflichtfach sowie weitere damit verbundene Begriffe: allgemeine universitäre Bildung, Studienrichtung, Grundlagen der Ausbildung in der Studienrichtung. Daraus lässt sich schließen, dass der Begriff Studienrichtung die Begriffe allgemeine universitäre Bildung und Ausbildung in der Studienrichtung umfasst und dass auch Pflichtfächer dazu gehören (in anderen Kontexten werden auch Wahlfächer erwähnt). Durch die Analyse zusammenhängender Begriffe lassen sich ihre Beziehungen verstehen und ein hierarchisches Begriffssystem erstellen; außerdem können allgemeine und unterscheidende Merkmale von Termini ermittelt werden. Dies ist für die Erstellung von Terminologiewörterbüchern und/oder den Aufbau von Terminologiedatenbanken sehr wichtig.
Bei der Analyse von Begriffssystemen sind Ontologien, in denen Begriffsbeziehungen erfasst sind, eine nützliche Quelle. Im Bereich Bildung und Wissenschaft ist die neueste öffentlich zugängliche Ontologie in litauischer Sprache die Ontologie der Bildungs- und Wissenschaftstermini (Markiewicz et al. 2013). Diese Terminologieontologie umfasst 465 allgemeine Begriffsgruppen, deren Hierarchie anhand der Definitionen von Bildungs- und Wissenschaftstermini erstellt wurde, die auf der Grundlage eines spezialisierten Textkorpus erarbeitet worden waren. Der Definition des Terminus Rektor zufolge (Ein alleiniges Leitungsorgan der Universität, das ihre Tätigkeit unmittelbar leitet
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, in ihrem Namen handelt und sie vertritt) wird dieser Terminus in der Klasse „Teilnehmer“ der Unterklasse „Administrator“ zugeordnet, ebenso wie die Termini Prorektor, Dekan, Prodekan, die dasselbe Merkmal aufweisen (siehe Abbildung).
Abb. Fragment der Ontologie der Bildungs- und Wissenschaftstermini: die Unterklasse „Administrator“ in der Klasse „Teilnehmer“
Wenn man also einen bestimmten Terminus aus dem Bereich Bildung und Wissenschaft in der Ontologie überprüft, lässt sich erkennen, mit welchen anderen Begriffen dieses Bereichs er verbunden ist.
Bei der Analyse des Systemcharakters von Termini und auch beim Verfassen von Definitionen ist es wichtig, die allgemeinen und unterscheidenden Merkmale eines Begriffs zu ermitteln. Um beispielsweise die allgemeinen und unterscheidenden Merkmale des Begriffs Pflichtfach herauszuarbeiten, müssen informative Kontexte gefunden werden, in denen der nächststehende Begriff derselben Ebene erwähnt wird.
Pflichtfach – ein Lehrveranstaltungsfach des Studienprogramms, dessen Belegung verpflichtend ist und das die Grundlagen der allgemeinen universitären Bildung sowie der Ausbildung in der gewählten Studienrichtung vermittelt.
Nachdem die informativen Kontexte der beiden verwandten Termini Pflichtfächer und Wahlfächer untersucht wurden, ließen sich das gemeinsame Merkmal der genannten Begriffe („Lehrveranstaltungsfach des Studienprogramms“) und die unterscheidenden Merkmale des Begriffs Pflichtfach („die Belegung ist verpflichtend“, „vermittelt die Grundlagen der allgemeinen universitären Bildung und der Ausbildung in der gewählten Studienrichtung“) angeben, wie dies in der im ŠMTŽ enthaltenen Definition geschehen ist (Lehrveranstaltungsfach des Studienprogramms, dessen Belegung verpflichtend ist und das die Grundlagen der allgemeinen universitären Bildung sowie der Ausbildung in der gewählten Studienrichtung vermittelt).
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3.2.4. ERSTELLUNG UND/ODER BEWERTUNG EINER TERMINUSDEFINITION
Ein weiterer wichtiger Schritt der terminologischen Arbeit ist die Erstellung einer Terminusdefinition oder die Bewertung einer bereits erstellten Definition. Wie bekannt, sind in der deskriptiven Terminologie alle Phasen der terminologischen Arbeit mit dem Textkorpus und seiner Nutzung verbunden (Marcinkevičienė 2000). Dasselbe gilt für die Erstellung einer Definition. Nachdem die Merkmale des Begriffs und die Verwendung des Terminus im Textkorpus untersucht wurden, lässt sich eine Terminusdefinition erstellen, die auf Korpusdaten und der zentralen Idee der deskriptiven Terminologie beruht, wonach der Kontext ein Faktor bei der Herausbildung terminologischer Bedeutung ist. Die Untersuchung des Kontexts lässt ein genaueres Bild des Begriffs hervortreten und vermeidet eine mögliche Diskrepanz zwischen dem theoretischen Terminusinhalt und seiner Verwendung (Zeller 2005: 314); dadurch wird auch die Definition präziser.
Auf der Grundlage von Korpusdaten werden Definitionen auf mehrere Arten erstellt. Eine davon, die auch bei der Erstellung des ŠMTŽ angewandt wurde, besteht darin, im Kontext des Terminus gefundene Definitionen zu verwenden. Wie bereits erwähnt, können informative Kontexte auch fertige Definitionen enthalten; in diesem Fall lassen sich diese einfach übernehmen. So wurde für die Definition des Terminus akademischer Grad eine im Textkorpus gefundene Definition gewählt, da die Verwendung des Terminus im Textkorpus mit den in dieser Definition festgehaltenen unterscheidenden Merkmalen übereinstimmte:
Akademischer Grad – Grad, der die wissenschaftliche Qualifikation einer Person bescheinigt und nach der Verteidigung einer Dissertation verliehen wird.
Wenn informative Kontexte keine fertigen Definitionen enthalten, lässt sich ein Gesamtbild des Begriffs und seiner Definition erstellen, indem Informationen aus mehreren informativen Kontexten oder Konkordanzzeilen zusammengeführt werden. Im ŠMTŽ findet sich beispielsweise folgende Definition:
Wissenschaftliches Peer-Review – eine Methode zur Bewertung und Qualitätssicherung der Forschung, bei der ein wissenschaftliches Werk von anderen Wissenschaftlern desselben Fachgebiets oder derselben Disziplin begutachtet wird.
Diese Definition wurde aus den folgenden Konkordanzzeilen zusammengesetzt (die in den Beispielen verwendeten Informationen sind in der Definition gekürzt):
Wissenschaftliches Peer-Review ist eine der M e t h o d e n z u r B e w e r t u n g v o n F o r s c h u n g.
Man nahm an, dass quantitative Indikatoren die Forschungsqualität nicht zuverlässig offenlegen können; daher galt wissenschaftliches Peer-Review als einzige fundierte B e w e r t u n g s m e t h o d e.
Wissenschaftliches Peer-Review bedeutet, dass a n d e r e F a c h w i s s e n s c h a f t l e r die Forschungsartikel hinsichtlich ihrer Fundiertheit, Bedeutung und Originalität bewerten <...>.
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Eine geeignete Definition, die in definierenden Kontexten gefunden wurde, kann im Hinblick auf das in informativen Kontexten vorherrschende Thema (z. B. ein vorherrschender rechtlicher Aspekt), ein wesentliches Merkmal oder häufig wiederkehrende Formulierungen umformuliert werden (Bielinskienė et al. 2015: 100):
Akademie der Wissenschaften – eine Institution oder Organisation, die die bedeutendsten Wissenschaftler des Landes oder (und) eines bestimmten Wissenschaftszweigs (bestimmter Wissenschaftszweige) vereint und repräsentative, fachgutachterliche, koordinierende und wissenschaftspopularisierende Aufgaben wahrnimmt.
Im angeführten Beispiel ist das erste unterscheidende Merkmal (die <...> Wissenschaftler verbindende) dem definierenden Kontext entnommen (vgl. LitauischeAkademie der Wissenschaften (im Folgenden – Akademie der Wissenschaften) ist eine Haushaltseinrichtung, die die bedeutendsten litauischen und ausländischen Wissenschaftler vereint, deren Tätigkeit mit Litauen verbunden ist), während die ausgeübte Funktion (die repräsentativen Aufgaben der Wissenschaft wahrnimmt<...>) auf Grundlage der im Konkordanzmaterial vorherrschenden Informationen formuliert wurde.
Die genannten textkorpusgestützten Verfahren zur Formulierung von Definitionen können sowohl für diejenigen nützlich sein, die Definitionen verfassen (besonders relevant für Terminologen), als auch für diejenigen, die in anderen Quellen gefundene Definitionen redigieren (für Übersetzer, die Terminologiedatenbanken ergänzen, und natürlich für Redakteure). Schließlich kann sich bei der Untersuchung des Gebrauchs herausstellen, dass eine bestehende Definition unvollständig ist, weil sich der durch den Terminus bezeichnete Begriff verändert hat oder Ähnliches.
Wie gut es gelungen ist, eine Definition aus einem Textkorpus zu verfassen oder sie zu bewerten, lässt sich überprüfen, indem man die selbst erstellte Definition mit einer nach demselben Prinzip verfassten Definition eines Terminologen vergleicht, etwa mit einer im ŠMTŽ angeführten. So erstellten Studierende anhand informativer Kontexte und einer Ontologie folgende Definition des Terminus wissenschaftlicher Artikel:
Definition 1: Eine begutachtete wissenschaftliche Publikation mit formaler Struktur, die in periodisch, fortlaufend oder einmalig erscheinenden wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht wird.
Ihre selbst erstellte Definition verglichen sie mit der im ŠMTŽ angegebenen Definition des Terminus wissenschaftlicher Artikel:
Definition 2: Ein in einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlichter Artikel, der über den in einem bestimmten Wissenschaftszweig üblichen wissenschaftlichen Apparat verfügt und die weiteren Wissenschaftlichkeitskriterien dieses Fachgebiets erfüllt.
Definition 2 beruht auf einem überarbeiteten und gekürzten definierenden Kontext aus dem Textkorpus:
Definierender Kontext:
Wissenschaftlicher Artikel – ein Artikel, der in einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlicht wurde oder (und) über den in einem bestimmten Wissenschaftszweig üblichen wissenschaftlichen Apparat verfügt (Fußnoten oder (und) Bibliografie, oder (und) Formeln, oder (und) Abbildungen, oder (und) eine Beschreibung der Methodik, oder (und) statistische Tabellen usw.) und die in diesem Wissenschaftszweig anerkannten Wissenschaftlichkeitskriterien erfüllt.
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Wie zu sehen ist, ist in Definition 1 das Hyperonym genauer gewählt (wissenschaftliche Publi-kation statt Artikel), wobei das unterscheidende Merkmal „begutachtet“ genannt und so von nicht begutachteten Publikationen abgegrenzt wird. In beiden Definitionen wird angegeben, wo ein wissenschaftlicher Artikel veröffentlicht werden kann; in Definition 1 wird dies jedoch ausführlicher beschrieben – in periodischen, fortlaufenden oder einmalig erscheinenden wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht –, in Definition 2 knapper – in der wissenschaftlichen Presse veröffentlicht. Eine Aufzählung wäre nicht nötig, wenn es im Begriffssystem den Begriff wissenschaftliche Presse gäbe. Der in Definition 2 erwähnte Begriff wissenschaftlicher Apparat wird im definierenden Kontext ausführlich erläutert; anstelle des in Definition 1 genannten Merkmals mit formaler Struktur wäre daher das aus dem definierenden Kontext übernommene Merkmal mit dem in der jeweiligen wissenschaftlichen Disziplin üblichen wissenschaftlichen Apparat präziser.
In der praktischen Arbeit muss man häufig aus mehreren Definitionen, die bereits in anderen Quellen vorliegen, die geeignetste auswählen. Dabei können natürlich die in der Terminologietheorie dargelegten Prinzipien (Adäquatheit, Systematik, Kürze usw.) helfen. Neben diesen Prinzipien empfiehlt es sich jedoch auch, die in lexikografischen Quellen enthaltenen Informationen über einen Terminus mit den Informationen zu vergleichen, die sich aus der Verwendung des Terminus im Korpus ergeben. Nicht selten werden Termini nicht ganz so verwendet, wie sie definiert sind (Kaupaitytė 2010), oder es zeigt sich im Sprachgebrauch, dass der mit einem Terminus bezeichnete Begriff nicht ganz mit demjenigen übereinstimmt, der unter demselben Terminus in einer lexikografischen Quelle angegeben ist.
Vergleicht man eine auf der Grundlage eines Korpus verfasste Definition mit Definitionen in Wörterbüchern oder Terminologiedatenbanken, kann man nicht nur die Definition des Terminus präzisieren, sondern auch Definitionen vergleichen, die nach unterschiedlichen Prinzipien verfasst wurden. So stimmen im Wörterbuch der Studienterminologie (Smetona, Pukelis 2014) einige Termini mit den im ŠMTŽ aufgeführten Termini überein.
Vergleichen wir die Artikel zum Begriff Studienfach in beiden Wörterbüchern: im Wörterbuch der Studienterminologie (Smetona, Pukelis 2014):
Ein Teil des Studienprogramms, der aus mehreren hinsichtlich der Studieninhalte verwandten und integrierten Studienergebnissen besteht, eine festgelegte Anzahl von Leistungspunkten und ein Ziel hat und auf Studienergebnissen beruht, deren Erreichen durch eine einzige abschließende Prüfung (eine Klausur oder eine andere Form; ein Punktesystem mit laufender Bewertung kann angewandt werden) bewertet wird.
ŠMTŽ:
1. Grundlegende Komponente eines Studienprogramms, die über ein oder mehrere Semester hinweg kontinuierlich unterrichtet wird; 2. Studienrichtung oder Studienzweig (in der internationalen Statistik).
In beiden Definitionen wird das wesentliche Merkmal genannt, dass ein Studienfach Teil eines Studienprogramms ist; das Studienprogramm ist somit der übergeordnete Begriff, mit dem der analysierte Terminus in beiden Fällen verknüpft wird. Die Konkordanz des Terminus
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Da das Korpus keine Informationen über solche Merkmale des Begriffs enthält wie eine festgelegte Anzahl von ECTS-Punkten, ein durch Studienergebnisse begründetes Ziel, dessen Erreichen mit einer einzigen abschließenden Prüfung bewertet wird, wurden sie nicht in die Definition des ŠMTŽ aufgenommen. Die Dauer der Lehrveranstaltung ist ein Merkmal, das in den informativen Kontexten der Termini hervortrat; daher wird in der Definition des ŠMTŽ erwähnt, dass ein Studienfach kontinuierlich über ein oder mehrere Semester gelehrt wird. Aus den informativen Kontexten ging hervor, dass dieser Terminus zwei Begriffe bezeichnet; daher enthält das ŠMTŽ Definitionen für zwei Begriffe (1, 2).
Ergänzend ist anzumerken, dass Definitionskontexte als Beispiele für bessere oder schlechtere Definitionen nützlich sein können, anhand derer Terminografen lernen, eine angemessene Definition von einer unvollständigen oder fehlerhaften zu unterscheiden (Meyer 2001: 284).
Der Artikel enthält Beispiele aus dem Bildungs- und Wissenschaftsbereich, da als Quelle ein Korpus genau dieses Bereichs verwendet wurde. Praktiker, die mit der Terminologie anderer Fachgebiete arbeiten, benötigen jedoch möglicherweise auch Korpora anderer Bereiche. Daher können bei der Anwendung deskriptiver terminologischer Methoden neben bereits vorhandenen Korpora auch Korpora verwendet werden, die eigens für die vorgesehene Aufgabe mit speziellen Werkzeugen⁹ erstellt wurden (engl. Do-It-Yourself (DIY) specialized corpora, Zanettin 2002, zit. nach Castagnoli 2006). Um ein solches Korpus schnell zusammenzustellen, werden meist im Internet veröffentlichte Texte des jeweiligen Fachgebiets herangezogen, in denen aktuelle Begriffe und die neuesten Termini ihren Niederschlag finden – etwas, das man von einem statischen, das heißt in einem bestimmten Zeitraum zusammengestellten und nicht mehr aktualisierten Korpus, nicht immer erwarten kann (Castagnoli 2006: 160).
ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN
In Litauen wurden bislang nur einige wenige Ressourcen und Werkzeuge unter Anwendung der Grundsätze der deskriptiven Terminologie erstellt. Die im Projekt ŠMTTAI 2 durchgeführten ersten Versuche, Daten für ein terminologisches Wörterbuch und eine Ontologie des Bildungs- und Wissenschaftsbereichs zu gewinnen, können bei der Lösung aktueller terminologischer Fragen eingesetzt werden, mit denen Fachleute in der Praxis konfrontiert sind, die unmittelbar mit Texten arbeiten und daraus Terminologie eines bestimmten Fachgebiets entnehmen oder selbst erstellen, ebenso wie Studierende der Terminologie, des Übersetzens und des Lektorierens.
Die Möglichkeit, Termini unmittelbar in ihrem Verwendungskontext zu analysieren, kann dazu beitragen, für die Terminologie relevante Probleme aufzudecken und zu lösen. Die in diesem Artikel erörterte Methode zur Definition von Termini auf der Grundlage von Korpora bietet die Möglichkeit,
9 Zum Beispiel das von SketchEngine angebotene Werkzeug WebBootCat: http://www.sketchengine.co.uk/.
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Deskriptyviosios terminologijos tyrimų rezultatų panaudojimas terminologijos praktikoje
informative Kontexte eines Terminus zu erkennen, hierarchische Beziehungen zwischen Begriffen festzustellen und Definitionen von Termini zu erstellen. Die beschriebenen Aspekte der Terminologiearbeit sind für die hier genannten Zielgruppen von Forschenden nicht gleichermaßen relevant: Definitionen zu verfassen ist beispielsweise meist Aufgabe von Terminologen, während Übersetzer oder Redakteure, die eine Terminologiedatenbank pflegen, gewöhnlich die beste Definition aus mehreren auswählen oder einen Text überarbeiten müssen, um eine Definition zu präzisieren. Für Terminologen, Übersetzer und Redakteure kann es gleichermaßen wichtig sein, Beziehungen oder Beziehungstypen zwischen den durch Termini bezeichneten Begriffen zu erkennen und diese Begriffe zu definieren, wenn die analysierten Termini nicht in Terminologiedatenbanken und terminologischen Wörterbüchern verzeichnet sind.
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RESULTS OF THE DESCRIPTIVE TERMINOLOGY RESEARCH FOR TERMINOLOGY PRACTICE
The paper discusses the descriptive approach, which only recently has been more widely used in Lithuanian terminology practice. Terminologists, translators, proofreaders and other practitioners dealing with terminology can benefit from methods and tools that are applied in descriptive terminology management. Furthermore, the approach of descriptive terminology can be adopted for terminology teaching and learning purposes. The paper aims to describe possible applications how the descriptive terminology research (resources, tools and methods) can be used in the terminological practice.
Firstly, we introduce resources and tools developed during the project ŠIMTAI 2 (Automatic Identification of Education and Science Terms). The resources and tools have been developed for the semi-automatic analysis of Lithuanian terms: i.e. specialized annotated corpus, tools for automatic extraction of terminology and a tool for semi-automatic detection of knowledge-rich contexts for terms in the specialized corpus, which then can be used for preparing definitions of terms.
Knowledge-rich contexts are discussed in more detail. Knowledge-rich contexts contain conceptual characteristics about the analysed term, which are reflected by semantic relations and attributes. Applying the approach of the corpus-based descriptive terminology, we show a) how knowledge-rich contexts can be detected; b) how particular semantic relations can be identified in knowledge-rich contexts; c) how the conceptual system can be constructed by analysing the usage of terms; d) how knowledge-rich contexts of a term can be used for its definition writing, and evaluation. We exemplify the possibilities of methods and tools of descriptive terminology for the practitioners who are working in the field of Lithuanian terminology.
Gauta 2015-06-15
Jolanta Kovalevskaitė Vytauto Didžiojo universitetas Kompiuterinės lingvistikos centras K. Donelaičio g. 52–206, LT-44248 Kaunas E. paštas [email protected]
Agnė Bielinskienė Vytauto Didžiojo universitetas K. Donelaičio g. 52, LT-44248 Kaunas E. paštas [email protected]
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Jolanta Kovalevskaitė Agnė Bielinskienė
Deskriptyviosios terminologijos tyrimų rezultatų panaudojimas terminologijos praktikoje