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Ona Vaičiulytė-Romančuk. „Gramatyka języka litewskiego. Wybrane zagadnienia morfologii i fleksji z ćwiczeniami“

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ONA VAIČIULYTĖ-ROMANČUK GRAMMATIK DER LITAUISCHEN SPRACHE. AUSGEWÄHLTE FRAGEN DER MORPHOLOGIE UND FLEXION MIT ÜBUNGEN Warszawa: Ex Libris Galeria Polskiej Książki Sp. z. o. o., 2006, 244 p. Die Autorin der Grammatik, Ona Vaičiulytė-Romančuk (merkwürdig, aber ihr Name ist auf dem Umschlag nicht angegeben), schloss ihr Studium der Litauistik an der Universität Vilnius ab. Von 1985 bis 1990 arbeitete sie in der Abteilung für Gegenwarts-Literatursprache des Instituts für Litauische Sprache und Literatur, von 1990 bis 1995 in der Grammatikabteilung des Instituts für Litauische Sprache. 1994 verteidigte sie ihre Dissertation, auf deren Grundlage sie die Monografie Eigennamen im Dialekt der Gegend von Gervėčiai (1996, Vilnius: Institut für Litauische Sprache) verfasste. Derzeit arbeitet sie am Lehrstuhl für Allgemeine Sprachwissenschaft und Baltistik der Universität Warschau. Unter anderem unterrichtet sie litauische Grammatik und Dialektologie. Wie aus der Einleitung und dem Rückumschlag hervorgeht, richtet sich die Grammatik an die unterschiedlichsten Leser, sowohl an Anfänger als auch an Personen mit mittleren Litauischkenntnissen. Die grammatischen Inhalte wurden so einfach wie möglich dargestellt, ohne dabei jedoch das Wesentliche zu verfälschen. Die Autorin präsentiert ihr Werk als Kompendium der litauischen Grammatik: Es wurde nicht angestrebt, das grammatische System des Litauischen ausführlich zu beschreiben, sondern lediglich die wichtigsten und charakteristischsten Merkmale seines grammatischen Aufbaus darzustellen. Auch didaktische Ziele wurden berücksichtigt: Die Hauptkapitel der Grammatik schließen mit Übungen, deren Lösungen am Ende des Buches stehen. Hingewiesen wird auf den Mangel an Grammatiken des Litauischen, insbesondere an Lehrgrammatiken, in Polen. Im Literaturverzeichnis der rezensierten Grammatik (das allerdings eine Auswahl darstellt) finden sich nur zwei polnische Verweise: der vor einem halben Jahrhundert erschienene dritte Band von Jan Otrębskis Grammatik sowie unveröffentlichte Vorlesungsunterlagen zu Axel Holvoets deskriptiver Grammatik des Litauischen. Dies zeigt die Aktualität der Grammatik von Ona Vaičiulytė-Romančuk. Der behandelte Stoff ist in der Grammatik nach Wortarten gegliedert. Die sieben beschriebenen Wortarten sind in folgender Reihenfolge angeordnet: Substantiv, Adjektiv, Numerale, Pronomen, Verb, Adverb und Präposition. Die grammatischen Kategorien, Flexion und Wortbildung jeder Wortart werden systematisch behandelt. At- O. VAIČIULYTĖ-ROMANČUK. Gramatyka języka litewskiego. Wybrane zagadnienia morfologii i fleksji z ćwiczeniami 301 In einem eigenen Kapitel werden die Akzentuierungsparadigmen der Nomina dargestellt. Die Grammatik ist praktisch, nicht theoretisch ausgerichtet; daher finden sich darin weder Definitionen grammatischer Termini noch Erläuterungen von Begriffen (etwa dazu, was ein Substantiv oder eine grammatische Kategorie ist usw.). Im Folgenden wird der Inhalt der Grammatik besprochen. Dabei werden die Darstellungsmethodik, die Vorzüge und Nachteile sowie strittige oder zweifelhafte Aspekte in den Blick genommen. 1. Das erste Kapitel des Buches bietet einen kurzen Überblick über die litauische Sprache. Es beginnt mit den baltischen Stämmen und ihren Sprachen, erinnert an die litauische Mundart von Zietela und ihr Verhältnis zum Litauischen, Preußischen und Jatwingischen, enthält allgemeine Angaben zum Gebrauch des Litauischen und behandelt die litauischen Dialekte (ihre unterscheidenden Merkmale werden angegeben). Dieser Teil, der gleich zu Beginn des Buches steht, wirkt auf einen unvorbereiteten Leser übermäßig anspruchsvoll. Die Merkmale der litauischen Dialekte wären besser am Ende des Buches behandelt worden. 2. Im zweiten Kapitel der Grammatik werden das litauische Alphabet behandelt und die wichtigsten Informationen über den Lautaufbau des Litauischen (Vokale, Konsonanten und Diphthonge) dargestellt. Bei der Beschreibung der litauischen Rechtschreibung wird unzutreffend behauptet, sie sei phonetisch, mit Elementen historischer Orthografie (S. 11)1. Hervorgehoben werden die wichtigsten phonologischen Oppositionen bei Vokalen (kurz: lang) und Konsonanten (hart: weich) sowie der Aufbau von Diphthongen und Diphthongverbindungen. Als Diphthonge, nicht als wechselnde Vokale wie in vielen neueren, in Litauen veröffentlichten Arbeiten2, gelten in der Grammatik [ie] und [uo]. Das Kapitel enthält auch kleinere Fehler in der phonetischen Transkription litauischer Beispiele (die Weichheit einiger Konsonanten in der Transkription der Wörter dzingsėti, septy-ni, grėbti ist nicht markiert, die Länge von [o] bei der Transkription der Form brolį usw.). 1 Aleksas Girdenis betrachtet das morphologische (oder morphonologische) Prinzip als das Hauptprinzip der litauischen Rechtschreibung, die phonetischen und historischen Prinzipien dagegen als nachgeordnet (vgl. Ambrazas, Hrsg. ¹1994: 20); Adelė Valeckienė nennt zwei grundlegende Prinzipien der litauischen Orthografie – das phonologische sowie das phonetische und morphologische beziehungsweise morphonologische Prinzip (vgl. Morkūnas, Hrsg. ¹1999: 521). 2 Aleksas Girdenis zufolge „werden die Diphthonge [ie, uo] meist [...] als eigenständige Phoneme (nicht als Phonemverbindungen) betrachtet“ (Ambrazas, Hrsg. ¹1994: 23). In der Grammatik der litauischen Gegenwartssprache sind sie in das Vokalsystem des Litauischen aufgenommen (ebd.); vgl. außerdem Girdenis 1995: 174f.; Morkūnas, Hrsg. ¹1999: 57. 302 KALBOS KULTŪRA | 81 3. Der Abschnitt über Substantive beginnt mit einer Hervorhebung des archaischen Charakters des litauischen Wortschatzes und Beispielen ererbter Substantive. Anschließend wird die kaum vom polnischen abweichende Einteilung der Substantive in Eigennamen und Gattungsnamen relativ ausführlich behandelt (S. 24–25). Von den grammatischen Kategorien des Substantivs werden Genus, Numerus und Kasus untersucht. Die Einteilung der Substantive nach dem Genus stützt sich nur auf einen einzigen Kasus – den Nominativ Singular –, weshalb zusätzliche Merkmale herangezogen werden müssen, um das Genus der Substantive mit der Endung -is zu bestimmen. Dafür wird die Endbetonung des Nominativs Singular bei Feminina herangezogen (S. 27); die Formen des Genitivs Singular und insbesondere des Dativs werden nicht einmal erwähnt. In den entsprechenden Tabellen für Maskulina und Feminina ist bei Substantiven mit konsonantischem Stamm die Endung -uo angegeben (S. 26, ebenso S. 30). Dies wird mit der Tradition der Schulgrammatik begründet. Dennoch wäre es präziser, die Ausgänge der Formen akmuo, sesuo usw. nicht als Endungen, sondern als Stammendungen3 zu betrachten; das entspräche ihrer Geschichte und der heutigen morphämischen Analyse besser. Die sogenannten substantiva communia (naktibalda, nenuorama, mėmė usw.) werden in der Grammatik nicht ganz zutreffend als Substantive zweier Genera bezeichnet (rzeczowniki dwurodzajowe). Die Erörterung des Numerus der Substantive beginnt ebenfalls mit historischen Anmerkungen zum früheren dreigliedrigen System dieser Kategorie. Zweifel weckt die Zuordnung des Pluralworts (pluralia tantum) pietūs ausschließlich zu den Zeitbezeichnungen und des Wortes atostogos zur semantischen Gruppe der Feste und Bräuche (S. 32). Der Vokativ wird in der Grammatik vorbehaltlos als siebter Kasus angesehen und nicht nur in den Paradigmen der Substantive, sondern auch der Adjektive, Numeralia und einiger Pronomina aufgeführt4. Fraglich ist, ob es in einer praktischen Grammatik nötig war, alle postpositionalen Lokative aufzunehmen – zumindest auf Adessiv und Allativ hätte man durchaus verzichten können; Formen wie rudeniop, vakarop usw. hätte man als Adverbien5 behandeln können. Als gute Eigenschaft der Grammatik ist die Erörterung der umgangssprachlichen Kürzung der Kasusendungen mancher Kasus zu nennen (S. 33–34). Die Deklination der Substantive wird nicht nach der neueren und konsequenteren Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje (vgl. Ambrazas, Hrsg. 11994: 69t) sowie der Lietuvių kalbos enciklopedijoje (vgl. Morkūnas, Hrsg. 11999: 385) dargestellten Paradigmenklassifikation beschrieben. 3 Genau so, wenn auch nicht konsequent, werden die entsprechenden Formen in der Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje erläutert (vgl. Ambrazas, Hrsg. 11994: 76). 4 Einen möglichen Kompromiss bietet in diesem Fall die Dabartinės lietuvių kalbos gramatika: Auch hier wird der Vokativ der Tradition entsprechend in den Substantivparadigmen aufgeführt, doch in der Beschreibung der Kasuskategorie wird erklärt, dass er keine syntaktischen Beziehungen kennzeichnet (vgl. Ambrazas, Hrsg. 11994: 68). 5 Übrigens sind sie in der vierten Auflage des Dabartinės lietuvių kalbos žodyno genau so aufgeführt (vgl. Keinys, Hrsg. 42000: 665 und 906). O. VAIČIULYTĖ-ROMANČUK. Gramatyka języka litewskiego. Wybrane zagadnienia morfologii i fleksji z ćwiczeniami 303 Paradigmenklassifikation nach Stammendungen, sondern nach der alten schulgrammatischen Einteilung in Deklinationsklassen, die sich nur auf die Endungen eines einzigen Kasus – des Nominativs Singular – stützt. In dieser Beschreibung sind einige Ungenauigkeiten festzustellen. Es heißt, die Endung des Vokativs Singular -au hätten Berufs- und Fachbezeichnungen der ersten Deklination, die mit dem Suffix -tojas gebildet sind (S. 36); diese Endung ist jedoch auch für Ableitungen derselben Bedeutung mit dem Suffix -ėjas charakteristisch. Es wird behauptet, die Familiennamen von Männern der zweiten Deklination Butvilà, Dìrkė usw. würden im Plural nach der ersten Deklination flektiert, also Formen des Nominativs Plural wie Butvilaĩ, Dirkiaĩ usw. aufweisen (S. 37). Dem kann man nicht zustimmen. In der Standardsprache haben die entsprechenden Familiennamen die regelmäßigen Formen der zweiten Deklination, also Bùtvilos, Dìrkės usw.; die erwähnten Formen der ersten Deklination sind dagegen als dialektale oder umgangssprachliche Varianten (möglicherweise als Kollektivplural) anzusehen (vgl. Stundžia 1981). Bei der Beschreibung der Substantivbildung folgt die Autorin der Dabartinės lietuvių kalbos gramatika. Fälschlich wird jedoch behauptet, in litauischen Grammatiken sei es üblich, das Suffix (przy-rostek) als Wortbildungssuffix zusammen mit der Endung zu behandeln (S. 40); deshalb gelten bei der Autorin im ganzen Werk Folgen aus Suffix und Endung unterschiedlichen Genus (z. B. -el-is und -el-ė; -uk-as und -uk-ė) als verschiedene Suffixe.6 Noch einige Anmerkungen zur Substantivbildung. Es heißt, Ableitungen mit den Suffixen -elis, -elė machten ein Fünftel bis die Hälfte aller Diminutiva der Standardsprache aus (S. 40). Tatsächlich liegt die von Vincas Urbutis angegebene Untergrenze ihres Anteils bei zwei Fünfteln (vgl. Ambrazas, Hrsg. 11994: 88). Am Ende des Abschnitts über Diminutiva ist ein Exkurs zur Bildung litauischer Personennamen eingefügt (S. 43–44). Die Bildung von Personennamen hätte gesondert behandelt werden können, statt sie gemeinsam mit den Gattungsnamen abzuhandeln. Die Endung -ius wird von der Autorin als eine der produktivsten Ableitungsendungen der Kategorie der Bezeichnungen für Handelnde angesehen (S. 45); in der Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje heißt es jedoch, dass es „nicht viele Ableitungen mit der Endung -ius gibt, die dieser Kategorie angehören“ (Ambrazas, Hrsg. 11994: 113). Weitaus produktiver sind andere Endungen. Laut Vaičiulytė-Romančuk sind Ortsbezeichnungen wie požemis, užjūris, už-sienis usw. ebenso wie im Polnischen aus Präpositionalfügungen gebildet (S. 49). In der litauischen Sprachwissenschaft überwiegt eine andere Auffassung7. 6 Ähnlich werden auch die Maskulin- und Feminin-Formanten des Komparativs -esn-is und -esn-ė als zwei verschiedene Suffixe angesehen (vgl. S. 58). 7 Vincas Urbutis und Stasys Keinys betrachten solche Substantive als Ableitungen mit den jeweiligen Präfixen (vgl. Urbutis 1978: 220; Ambrazas, Hrsg. 11994: 146, 148; Keinys 1999: 80) oder als Wörter mit gemischter Wortbildung (vgl. Urbutis 1978: 290). Die Interpretation der Autorin wird möglicherweise nur von Antanas Smetona gestützt (vgl. 2005: 85–86). 304 KALBOS KULTŪRA | 81 4. Das Adjektiv wird beschrieben, ohne sich wesentlich von den theoretischen Grundannahmen der Grammatik der litauischen Gegenwartssprache zu entfernen. Interessant und wertvoll sind auch die Bemerkungen zum unterschiedlichen Verhältnis zwischen der Flexion litauischer und polnischer Adjektive und der Belebtheitskategorie (S. 56). Hingewiesen wird auf den für den Ausdruck der Gradkategorie im Polnischen charakteristischen Suppletivismus. Wie bei den Substantiven werden auch die Deklinationsklassen der Adjektive nach schulpraktischen Gesichtspunkten eingeteilt, weshalb zwei identische Beispiele für die Deklination von Adjektiven des Femininums der III. Deklinationsklasse angeführt werden müssen (didelė und stiklinė). Die Deklination der pronominalen und der einfachen Adjektive wird ungenau verglichen: „Paradigmen der pronominalen Adjektive sind bardziej regularne niż przymiotników prostych“ (Hervorhebung von mir. – A. J., S. 67)8. In den angeführten Deklinationsbeispielen fehlen Adjektive der III. Deklinationsklasse (didysis, –ioji usw.) (vgl. Tabelle 4, S. 210). Die Beschreibung der Adjektivbildung unterscheidet sich erheblich von der in der Grammatik der litauischen Gegenwartssprache gebotenen. Ausgewählt wurden nur drei (nach Ansicht der Autorin häufigere) Kategorien der Suffigierung: Diminutiva (zdrobnienia), Bildungen, die Unterschiede im Grad einer Eigenschaft ausdrücken (zmiana natężenia cechy), sowie Bildungen, die Ähnlichkeit ausdrücken (podobienstwo). Ableitungen mit den Suffixen –ingas, –inga wurden der zweiten Kategorie zugeordnet, während Ableitungen mit den Suffixen –inis, –inė der dritten zugeordnet wurden9. Die Präfixbildung bei Adjektiven umfasst in der Grammatik nur Ableitungen von Adjektiven (vgl. Ambrazas, Hrsg. 11994: 224f.). 5. Im Kapitel über Zahlwörter wird bei Pluraletantum-Substantiven uneingeschränkt der Gebrauch des Multiplikativzahlworts vieneri befürwortet (S. 85)10. Das Wort vienetas wird in der Grammatik als Sammelzahlwort beschrieben (S. 87), obwohl zugleich darauf hingewiesen wird, dass es nur als Substantiv verwendet wird11. Zu den Sammelzahlwörtern wird auch das Zahlwort gezählt 8Vgl.: „Die Deklination der pronominalen Formen ist stärker vereinheitlicht als die der einfachen Formen“ (Ambrazas, Hrsg. ¹994: 185; Hervorhebung von mir. – A. J.). 9In der Grammatik der litauischen Gegenwartssprache werden Ableitungen mit den Suffixen –ingas, –inga den Adjektiven mit inhärenter Eigenschaft zugeordnet (Ambrazas, Hrsg. ¹994: 197f.), Ableitungen mit den Suffixen –inis, –inė dagegen den unterscheidenden oder klassifizierenden Adjektiven (Ambrazas, Hrsg. ¹994: 209f.). 10Selbst die normierende Grammatik der litauischen Gegenwartssprache ist nicht so streng und betrachtet in der Standardsprache die Form vieneri in solchen Fällen als gleichwertig mit dem Grundzahlwort vieni (vgl. Ambrazas, Hrsg. ¹994: 241). 11Übrigens betrachtete Otrębski nicht nur vienetą, sondern auch die in der Grammatik der litauischen Gegenwartssprache als Sammelzahlwörter angeführten Wörter als von Zahlwörtern abgeleitete Sammelsubstantive (vgl. 1956: 174). O. VAIČIULYTĖ-ROMANČUK. Gramatyka języka litewskiego. Wybrane zagadnienia morfologii i fleksji z ćwiczeniami 305 Zehner (ebd.), obwohl die Autorin sie bereits zuvor als Hauptzahlwort angeführt und dekliniert hatte (vgl. S. 81). Zweifelhaft ist der Vergleich des Wortbildungsformans der Ordinalzahlen -t-as, -t-a mit den Demonstrativpronomen tàs, tà (S. 88). Es ist unzutreffend, die vom Grundzahlwort milijonas abgeleitete Form milijoninis (S. 90, 92) als Ordinalzahl zu betrachten, da es sich um ein Adjektiv handelt. 6. In der Grammatik werden sechs Pronomenklassen behandelt: Personal-, Possessiv-, Demonstrativ-, Interrogativ-, Relativ- und Indefinitpronomen. Ihre Bedeutung wird beschrieben, und Deklinations- und Akzentuierungsparadigmen werden angegeben12. Erfreulich ist der Abschnitt, in dem der Ausdruck sozialer Beziehungen durch Personalpronomen überblicksartig behandelt wird. Darin wird der Gebrauch der Pronomen tu, jūs, tamsta, pats/pati erörtert. Das Demonstrativpronomen tas/ta wird in der Grammatik als ein Element des deiktischen Systems aufgefasst, das Distanz (Abstand vom Sprecher) bezeichnet (S. 99–100). Auf der Distanzachse wird es grafisch zwischen den Pronomen šis/ši, šitas/šita und anas/ana dargestellt. Die Erläuterung wird durch den Satz Dieses Buch ist weiß, jenes blau und das dort gelb. veranschaulicht. Eine solche Interpretation der Bedeutung des Pronomens tas/ta entspricht nicht den Ergebnissen eingehenderer Untersuchungen zu seinem Gebrauch13. Bei den Indefinitpronomen wird die Opposition zwischen referenziellen und nichtreferenziellen Pronomen unterschieden (zaimki referencjalne i niereferencjalne). Die Bedeutungen der betreffenden Pronomen werden nicht ganz präzise angegeben: Pronomen mit dem Formans kaž- bezeichnen tatsächlich existierende, aber unbestimmte Gegenstände (realnie istniejący, ale nieokreślony przedmiot), während Pronomen mit nors hypothetische Gegenstände bezeichnen (przedmiot hipotetyczny)14. 7. Die Akzentuierung der Nomina wird in einem eigenen, dem siebten Kapitel des Buches, behandelt. Darin werden zunächst einige allgemeine Aspekte der Akzentuierung des Litauischen und ihrer Kennzeichnung in Erinnerung gerufen. Das war unnötig: Die Grammatik ist nicht so 12 In den Paradigmen der Demonstrativpronomen tas, toks werden unbegründeterweise auch Vokativformen angegeben, vgl.: „Pronomen haben keinen Vokativ, da sie gewöhnlich nicht als Anreden gebraucht werden“ (Ambrazas, Hrsg. ¹994: 256). 13 Vgl.: „Das Pronomen tas ist hinsichtlich der Distanz indifferent: Mit ihm kann sowohl auf ein nahes als auch auf ein entferntes Objekt verwiesen werden“ (Rosinas 1996: 59); „Tas, ta ist das neutrale Element. Es kann sowohl auf einen näher als auch auf einen weiter vom Sprecher entfernten Gegenstand verweisen“ (Ambrazas, Hrsg. ¹994: 263). 14 A. Rosino nuomone, „įvardžiai su nors yra neutralūs egzistavimui“ (Rosinas 1996: 116). 306 KALBOS KULTŪRA | 81 groß – bei Bedarf lässt sich das Phonetikkapitel leicht aufschlagen. Die Akzentuierung des Litauischen wird als morphologisch charakterisiert: Die Akzentstelle hängt von der Morphemstruktur des Wortes ab. Dies ist eine neuere Konzeption des Akzentuierungssystems des Litauischen (vgl. Stundžia 1995; Ambrazas, Hrsg. ¹1994: 49). Für die praktische Beschreibung der Akzentuierung der Nomina musste dennoch das traditionelle Modell mit vier Akzentuierungsparadigmen gewählt werden. Für das vierte Akzentuierungsparadigma der Nomina (S. 113) wird nur ein Beispiel angeführt (das Substantiv vaikas), das ausgerechnet alle Ausnahmen des dargestellten Akzentuierungsschemas veranschaulicht... 8. Im umfangreichen Kapitel zum Verb wird zunächst das litauische Verbalsystem kurz überblickt. Anschließend werden Transitivität, Reflexivität und Diathese behandelt, die ähnlich wie in der Grammatik der modernen litauischen Sprache nicht als grammatische Kategorien gelten. Transitivität wird als Eigenschaft des Verbs betrachtet, nicht des Satzes oder gar des Diskurses (vgl. Hopper, Thompson 1980). Hinsichtlich der Kennzeichnung von Transitivität werden Verben, deren Form keine Transitivitätsbedeutungen unterscheidet (diese sind kontextabhängig), denjenigen Verben gegenübergestellt, die sie unterscheiden. Letztere werden in drei Gruppen unterteilt: Zur ersten gehören Verben, bei denen die Transitivitätsopposition durch Ablaut des Stammvokals markiert wird; zur zweiten Verben, deren Transitivität durch kausative und kurative Suffixe gekennzeichnet ist; zur dritten Verben, bei denen Intransitivität durch Reflexivität markiert wird. Diese Klassifikation ist aus der Grammatik der modernen litauischen Sprache übernommen (vgl. Ambrazas, Hrsg. ¹1994: 83–288). Sie vereinfacht das Bild der Transitivitätskategorie etwas, da sie Verben nicht umfasst, die überhaupt keine Transitivitätsopposition ausdrücken können (būti, atrodyti, gulėti und Ähnliches). Reflexivität wird in die Transitivitätskategorie aufgenommen und wird damit lediglich zu einem Mittel des Ausdrucks von Intransitivität15. Dennoch werden die reflexiven Formen in der Grammatik auch gesondert behandelt. Das Zusammenspiel von Reflexivität und Stammvokalwechsel wird gezeigt: kelti: kilti: keltis (S. 119). Die Bedeutungsunterschiede der beiden letztgenannten intransitiven Formen bleiben unaufgezeigt: Beide sollen einen Zustand oder eine selbsttätige Handlung bezeichnen. Nicht erläutert wird, dass Reflexivität mit Dativbedeutung die Transitivität des Verbs nicht verändert (vgl. Ambrazas, Hrsg. ¹1994: 288). Gut herausgearbeitet sind die litau- 15 Ähnlich werden diese Formen auch in der Grammatik der modernen litauischen Sprache erläutert (vgl. Ambrazas, Hrsg. ¹1994: 287–288). Die reflexiven Formen litauischer Verben lassen sich auch anders interpretieren: Sie können in die Diathesekategorie aufgenommen und als Mittel zum Ausdruck des Mediums betrachtet werden (siehe Holvoet, Semėnienė 2004). O. VAIČIULYTĖ-ROMANČUK. Gramatyką języka litewskiego. Wybrane zagadnienia morfologii i fleksji z ćwiczeniami 307 Die Unterschiede zwischen den Bedeutungen der passivischen Reflexivverben im Litauischen und im Polnischen (man nesimiega: nie mogę zasnąć usw.). Die übrigen grammatischen Kategorien des Verbs – Tempus, Person und Numerus – werden nicht gesondert behandelt, sondern lediglich kurz im Rahmen der Beschreibung der Konjugation überblickt. Die Formen der 3. Person des Imperativs teeinie, tesimokai usw. gelten als besondere Permissivformen mit optativer Bedeutung (S. 150–151)16. Formen (tepasako) und Konstruktionen (tegul pasako) mit imperativischer Bedeutung werden nicht als direkte Rede aufgeführt (vgl. Ambrazas, Hrsg. 11994: 306), sondern als Ausdrucksmittel des Imperativs. Bei der Erörterung des Genus Verbi wird behauptet, dass jede aktive Verbform (und jedes Partizip) ein passivisches Gegenstück hat (S. 156)17. Reflexive präfigierte Verben bildeten Genusoppositionen ähnlich wie nichtreflexive, während reflexiven nichtpräfigierten Verben zusammengesetzte nichtreflexive Passivformen gegenübergestellt würden, z. B.: Ramunė šukuojasi plaukus: Plaukai yra Ramunės šukuojami (S. 158)18. Zweifelhaft ist die Erklärung der Bildung reflexiver Verbformen19: Es wird angegeben, dass das Reflexivsuffix -si- die Variante -is/-s hat; die Bildung von Formen wie gydytis, suktis wird jedoch durch die Tilgung eines Vokals i in den entstandenen Geminaten erklärt: *gydyti-is → gydytis (S. 159)20. Im Weiteren behandelt die Grammatik die Partizipialformen. Ihre verbalen und adjektivischen Eigenschaften werden angegeben. Diachrone Anmerkungen zu archaischen und neueren litauischen Partizipialformen fehlen nicht. Systematisch beschrie- 16 Sie sind bereits in der Gramatyka Dabartinės lietuvių kalbos als schwindende, archaische Formen charakterisiert worden (Ambrazas, Hrsg. 11994: 305, 309). Im Korpus der Gegenwartssprache des Litauischen (http://donelaitis.vdu.lt) fand der Verfasser dieser Rezension sieben Belege für den Gebrauch der ersten Form und keinen einzigen (!) Beleg für die zweite Form. 17 In der Gramatyka Dabartinės lietuvių kalbos wird erläutert, dass eine aktive Form mehrere passivische Entsprechungen haben kann und umgekehrt (Ambrazas, Hrsg. 11994: 320f.). Ähnlich wird das Verhältnis von Aktiv und Passiv bei Holvoet und Semėnienė (2004) erklärt; ihnen zufolge ist die Genusopposition jedoch lediglich semantischer Art und bildet keine Flexionskategorie. 18 Vgl.: „sie werden durch reflexive Formen des Neutrums oder nichtreflexive Formen des Maskulinums oder Femininums ersetzt“ (Ambrazas, Hrsg. 11994: 325). 19 Es ist unbegründet aufgeteilt: Konjunktiv und Imperativ werden zusammen mit den entsprechenden nichtreflexiven Formen behandelt, der Indikativ dagegen gesondert, nachdem alle anderen Modi besprochen wurden. Wiederholungen ließen sich nicht vermeiden; so wird etwa der Vokalwechsel vor dem Reflexivsuffix sowohl auf S. 159 als auch auf S. 160–161 (ein zweites Mal) behandelt. 20 Wesentlich einfacher wird die Bildung solcher Formen in der Gramatyka Dabartinės lietuvių kalbos erklärt: „Die Infinitive nichtpräfigierter Verben fügen die Kurzvariante -s dieses Formats [-s(i)] an das Infinitivsuffix an: prausti – prausti-s...“ (Ambrazas, Hrsg. 11994: 383). 308 KALBOS KULTŪRA | 81 Die Beschreibung der Tempusformen der aktivischen und passivischen Partizipien sowie ihrer Betonung wird ergänzt durch Hinweise zum häufigeren Gebrauch einiger Partizipialformen. Gesondert behandelt werden die Notwendigkeitspartizipien sowie die in der heutigen Sprache äußerst selten verwendeten reflexiven und pronominalen Partizipialformen21. Es ist nicht gerechtfertigt, alle Partizipien des Aktivs im Präteritum Plural (sogar die maskulinen!) aus den entsprechenden nichtpronominalen femininen Formen abzuleiten: „od tematu imiesłowu rodzaju żeńskiego, na przykład: dirbusi [...] → dirbusieji [...], dirbusiosios [...]“ (S. 183)22. In der Grammatik werden die Verwendungsunterschiede zwischen dem Halbpartizip und dem Gerundium klar herausgearbeitet. Die Übersicht über die infiniten Verbformen schließt mit Abschnitten über das Supinum und das Adverbialpartizip. Es ist fraglich, ob es sinnvoll war, in einer kurzen praktischen Grammatik des heutigen Litauischen die Bildung, Bedeutung und Verwendung des Supinums zu erläutern23. Das Adverbialpartizip wird in der Grammatik als Verbform und nicht als Adverb behandelt (vgl. Ambrazas, Hrsg. 11994: 413). Diese Entscheidung ist sowohl hinsichtlich der Bedeutung der Adverbialpartizipien als auch des begrenzten Bereichs ihrer Verwendung fragwürdig und auch methodisch nicht zu rechtfertigen. Das Verbkapitel schließt mit einer Besprechung der Wortbildung. Kurz behandelt werden die Wortarten, die als Wortbildungsgrundlage dienen, der mögliche Wechsel von Stammvokalen bei der Wortbildung sowie die Wortbildungssuffixe. Bedenken weckte die Behandlung recht seltener durativer Verben mit Suffixen (aušėti, brydoti, glūdoti usw.) (S. 190). 9. Die Autorin definiert das Adverb als eine unveränderliche Wortart, weist jedoch darauf hin, dass viele Adverbien gesteigert werden. Was gilt die Steigerung der Adverbien nun als – Flexion oder Wortbildung? Da sie in der Grammatik getrennt von der Wortbildung behandelt wird, lässt sich vermuten, dass sie nicht als Wortbildung gilt. Sind demnach die meisten Adverbien nach Steigerungsgraden flektierbar?24 21 Das Textkorpus des heutigen Litauischen (http://donelaitis.vdu.lt) enthält keinen einzigen Beleg für eine der in der Grammatik angeführten reflexiven Formen raššis ir rašysiąsis oder die pronominale Form dirbusiosios. 22 Vgl.: „Das pronominale Formans wird an die langen maskulinen Nominativ-Singular-Formen angefügt, deren Endungsvokal verlängert ist: [...] Prät. Akt. Part. dirbusys-is, tylėjusys-is, raši usys-is [...]“ (Ambrazas, Hrsg. 11994: 367). 23 Die Autorin selbst weist auf den dialektalen Charakter dieser Form hin und nennt als ihre Entsprechung in der Standardsprache den Infinitiv (S. 187). 24 In der Grammatik des heutigen Litauischen wird das Problem umgangen: Das Adverb wird dort als „eine nicht deklinierbare und nicht konjugierbare selbstständige Wortart“ definiert (Ambrazas, Hrsg. 11994: 410). O. VAIČIULYTĖ-ROMANČUK. Gramatyka języka litewskiego. Wybrane zagadnienia morfologii i fleksji z ćwiczeniami 309 Bei der Behandlung der Adverbableitung werden -ai und -iai als eigenständige Suffixe aufgeführt (auch im Anhang, S. 233), -aip und -iaip dagegen als Varianten eines Suffixes; die Variante -iui des Suffixes -ui wird überhaupt nicht erwähnt (vgl. pramaišiui, pasroviui). Ob im Verzeichnis der zu Adverbien gewordenen Präpositionalfügungen (S. 200) das selten gebrauchte Beispiel ligi laikui aufgeführt werden musste, ist fraglich. In der Grammatik wird eine eigene kleine Gruppe von Adverbien genannt, die aus alten Lokativformen von Substantiven hervorgegangen sind (S. 199). Neben anderen findet sich hier namõ, abgeleitet von namõn, und namiẽ, zurückgeführt auf namiẽp (richtig wäre namiép). Die historische Erklärung dieser Formen ist unnötig; außerdem ist sie höchst zweifelhaft25. Die Steigerungsformen der Adverbien werden vom Stamm des Positivs abgeleitet (genauer wäre: vom Wortstamm)26. Für die Bildung der Superlativformen morphologisch unanalysierbarer Adverbien wird das Suffix -iausia vorgeschlagen: daug > daugiausia, pirmà > pirmiausia (S. 201). Auch in der Grammatik des heutigen Litauischen findet sich ein ähnlicher Vorschlag (Ambrazas, Hrsg. 11994: 417), doch ist er auf einige konkrete Wörter beschränkt (daugiausia, pirmiausia, pirmučiausia). Es ist ungenau, die Regel in allen Fällen mit morphologisch nicht zerlegbaren Grundformen zu verknüpfen (vgl. anksti: anksčiausiai und viele andere); zudem entspricht diese von Linguisten formulierte Regel nicht dem tatsächlichen Sprachgebrauch27. 10. Präpositionen werden in primäre und sekundäre sowie einfache und zusammengesetzte eingeteilt; seltene Fälle von Postpositionen (dėka, dėlei, link, vietoj) und die Rektion der Präpositionen werden erörtert. Zweifel weckte, wie auch in anderen Fällen, die historische Unterscheidung zwischen primären und sekundären Präpositionen. Es ist durchaus sinnvoll, einige Präpositionen mit den entsprechenden Präfixen zu vergleichen (įėjau į kambarį, išėjau iš salės), doch dazu ist ein historischer Hintergrund nicht erforderlich. In allen Beispielen sind die Präpositionen mit einem Zirkumflexakzent versehen. Das war unnötig, da dadurch der Phrasenakzent und die Satzintonation verfälscht werden. 25 Kazimieras Būga betrachtete die Form namõ als adverbialisierten Genitiv und leitete daraus namon (mit angefügtem -n) ab (Zinkevičius, sud. 1959: 183). Auch die Form namie wird unterschiedlich erklärt: Manche halten sie für den alten (nichtpostpositionalen) Lokativ (vgl. Zinkevičius 1980: 209). 26 In der Grammatik der litauischen Gegenwartssprache wird die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, Adverbien im Superlativ aus Adjektiven desselben Grades abzuleiten: „man könne von -iausiai sprechen, nicht als Suffix, sondern als -iai“ (Ambrazas, red. 11994: 417). 27 Den Daten des Korpus der litauischen Gegenwartssprache (http://donelaitis.vdu.lt) zufolge sind die Formen daugiausiai, pirmiausiai in der geschriebenen (in vielen Fällen redigierten!) Sprache weit verbreitet, wenn auch seltener als die empfohlenen Formen daugiausia, pirmiausia. 310 KALBOS KULTŪRA | 81 11. In den Anhängen finden sich 35 Tabellen zur Flexion und Wortbildung von Formen verschiedener Wortarten. Obwohl einige davon lediglich die Paradigmen aus den entsprechenden Kapiteln wiederholen, sind sie an einer Stelle zusammengefasst leichter aufzufinden und zweifellos nützlich. Es ist unerwünscht, dass sich die in den Tabellen enthaltenen Informationen von den Ausführungen in der Grammatik selbst unterscheiden. Leider ist dies in der ersten Tabelle (S. 206–207) geschehen. In der Tabelle sind die Nominativendungen im Singular maskuliner und femininer Substantive der fünften Deklination Nullendungen, während in der Grammatik der traditionellen Interpretation folgend die Endung -uo angegeben wird (S. 26 und 30). In der Grammatik werden zuerst die Zahlwörter und danach die Pronomen behandelt; in den Tabellen ist es umgekehrt: Zuerst wird die Flexion der Pronomen, dann die der Zahlwörter zusammengefasst. In der neunzehnten Tabelle (S. 225) sollte, wie auch in anderen Fällen, das Weichheitszeichen i nicht zusammen mit dem Futursuffix (d. h. –si-uo-si), sondern mit der Endung angegeben werden: –s-iuo–si. In der zweiten Person Futur sollte in dieser Tabelle das Weichheitszeichen ganz fehlen. In der 34. Tabelle (S. 233) werden die Formen der einfachen und reflexiven, nicht der pronominalen, wie es dort heißt, Halbpartizipien überblicksartig dargestellt. 12. In der Grammatik sind alle litauischen Beispiele sorgfältig mit Akzenten versehen. Das ist gut gelungen; es gibt nur einige wenige Fehler: Mėnuō (S. 42) – richtig wäre Mėnuo; namięp (S. 199) – richtig wäre namiep. Auch Korrekturfehler sind kaum zu finden (vielleicht nur formy auf S. 150 – richtig wäre formy, stopień wyższs auf S. 201 – richtig wäre stopień wyższy). Gut ist, dass neben den polnischen Fachbegriffen in den meisten Fällen ihre litauischen Entsprechungen angegeben werden. Am Ende der Grammatik wäre ein Register der litauischen Fachbegriffe nützlich gewesen. Zum Abschluss der Rezension sei gesagt, dass die von Ona Vaičiulytė-Romančuk erarbeitete Grammatik die phonologische und morphologische Struktur der litauischen Sprache gut wiedergibt. Ihre theoretischen Grundlagen sind gemäßigt konservativ. Sie ist systematisch, konsequent und klar – offenbar findet man darin alles, wonach man in vergleichbaren Grammatiken gewöhnlich sucht, und sogar einige überflüssige Inhalte. Am meisten fehlen Grundlagen der Syntax. Die besprochene Grammatik erfüllt ihren Zweck: Sie wird ein nützliches Lehrbuch der litauischen Sprache für polnischsprachige Studierende sein, die Polnisch lesen, nicht nur in Polen, sondern auch in Litauen. Ich hoffe, dass die in der Rezension dargelegten Anmerkungen der Autorin bei der Vorbereitung weiterer Grammatikausgaben von Nutzen sein werden. O. VAIČIULYTĖ-ROMANČIUK. Gramatyka języka litewskiego. Wybrane zagadnienia morfologii i fleksji z ćwiczeniami 311 LITERATŪRA Ambrazas V., red. 11994: Dabartinės lietuvių kalbos gramatika, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla. Girdenis A. 1995: Teoriniai fonologijos pagrindai, Vilnius: Vilniaus universitetas. Holvoet A., Semėnienė L. 2004: Rūšies kategorija: mediumas ir pasyvas. – Holvoet A., Semėnienė L., red. 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