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Valstybių gyventojų pavadinimai ir tautovardžiai

Danutė Liutkevičienė

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DANUTĖ LIUTKEVIČIENĖ Institut für Litauische Sprache BEZEICHNUNGEN DER EINWOHNER VON STAATEN UND VOLKSBEZEICHNUNGEN Mit der Erweiterung des Horizonts begegnet man immer häufiger verschiedenen Teilen der Welt und muss deren Einwohner oder Sprachen benennen. Um dies zu erleichtern, werden spezielle Publikationen herausgegeben und Dokumente erstellt. Inzwischen ist es möglich, alle derzeit bestehenden Staaten und ihre Hauptstädte sowie die von ihnen verwalteten Gebiete und Regionen korrekt auf Litauisch zu benennen1. Außerdem wurde der Sprachenklassifikator2 verabschiedet; zudem wurden zwei Bücher mit geografischen Namen der Welt veröffentlicht3. Aktuell bleibt jedoch die Frage, wie ihre Einwohner zu bezeichnen sind. In diesem Artikel wird nur ein kleiner Teil solcher Wörter behandelt – Bezeichnungen der Einwohner von Staaten und Volksbezeichnungen (ihre Listen4 mit Definitionen finden sich in vier Tabellen am Ende des Artikels). Zunächst ist festzuhalten, dass die Bezeichnungen der Einwohner von Staaten und die Volksbezeichnungen im Litauischen nicht immer übereinstimmen. So lebt in Irland das Volk der Iren, in Russland das der Russen; als Belgier bezeichnet man jedoch die in Belgien lebenden Menschen flämischer, wallonischer oder deutscher Volkszugehörigkeit. Das Wort Angolaner bezeichnet die Einwohner Angolas, nicht eine Volkszugehörigkeit, denn in Angola leben viele Völker und ethnische Gruppen: Ovimbundu, Mbundu, Bakongo, Ovambo und andere. Dieser außersprachliche Sachverhalt wird in Erinnerung gerufen, weil unter dem Einfluss der Sprachen großer Länder auch im Litauischen Volkszugehörigkeit und Staatsangehörigkeit häufig miteinander verwechselt werden. In litauischen Wörterbüchern und Enzyklopä- 1 Näheres siehe auf der Website der Staatlichen Kommission für Litauische Sprache (im Folgenden VLKK) http://www.vlkk.lt/nutarimai/svetimvardziai.html 2 Der Sprachenklassifikator wurde auf Grundlage der internationalen Norm für Sprachbezeichnungen ISO 369–1 erstellt, in der Sitzung des Unterausschusses für Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung der VLKK beraten und durch Erlass Nr. 1B–88 des Direktors des Zollamts vom 31. Januar 2003 bestätigt (Žin. 2003, Nr. 14–590). 3 Geografische Namen der Welt. Europa, Vilnius: Institut für Wissenschafts- und Enzyklopädieverlag, 2006; Geografische Namen der Welt. Amerika, Vilnius: Institut für Wissenschafts- und Enzyklopädieverlag, 2008. 4 Die in diesen Listen enthaltenen Einwohnerbezeichnungen (ohne Definitionen) wurden in der Sitzung des erweiterten Wörterbuch-Unterausschusses der VLKK (02.06.2008) beraten; in der 5. Sitzung der VLKK (02.10.2008) wurde der protokollarische Beschluss Nr. PN-6 „Über die Empfehlung ‚Über die Bezeichnungen der Einwohner von Staaten‘“ gefasst. 80 KALBOS KULTŪRA | 81 In einigen Ländern werden diese beiden Dinge unterschieden, was allerdings ebenfalls Probleme mit sich bringt. Nehmen wir zum Beispiel die Definition eines Letten oder Engländers: Das ist ein „Mensch eines bestimmten Volkes“. Die Definition von Schweizern oder Sri-Lankern ist ebenfalls klar – „Einwohner eines bestimmten Staates“. Doch wie lassen sich Amerikaner, Brasilianer, Kanadier? Hier ist die Grenze zwischen Volksbezeichnung und Einwohnerbezeichnung nicht mehr so deutlich. Diese Menschen verbindet gewöhnlich der gemeinsame Wohnort und die gemeinsame Geschichte, aber nicht immer die Herkunft oder gar die Sprache. Daher wird in solchen Fällen unterschiedlich verfahren – manche Quellen bezeichnen sie weiterhin als „Einwohner“, andere als „Vertreter einer bestimmten Nation“ oder sogar als „Vertreter eines bestimmten entstehenden Volkes (einer Nation)“. Ein weiteres, schwierigeres Problem ist die Frage, wie die Einwohner oder Volkszugehörigen einiger Staaten überhaupt zu bezeichnen sind. Bislang finden sich nicht alle hier behandelten Bezeichnungen in Wörterbüchern oder Enzyklopädien. Herangezogen wurden folgende Quellen: Wörterbuch der Gegenwartssprache (6. elektronische Ausgabe; im Folgenden DŽ6e), Wörterbuch der litauischen Sprache (elektronische Fassung; im Folgenden LKŽe), Wörterbuch der Internationalismen (im Folgenden TŽŽ), Valerija Vaitkevičiūtės Wörterbuch der Internationalismen (im Folgenden VV TŽŽ), Lernwörterbuch der litauischen Sprache (im Folgenden MLKŽ), Allgemeine Enzyklopädie Litauens (im Folgenden VLE) sowie Sowjetlitauische Enzyklopädie (im Folgenden LTE). Diese Publikationen wurden ausgewählt, weil sie am umfassendsten, soweit möglich normativ und für alle Interessierten zugänglich sind. Natürlich können die hier behandelten Bezeichnungen nicht immer in Wörterbüchern der Internationalismen stehen, wenn sie ihrer litauischen Form wegen nicht als international gelten. Das Lernwörterbuch der litauischen Sprache wurde wohl eher als Quelle dafür betrachtet, welches Wissen über Volkszugehörigkeiten und Einwohnerbezeichnungen Schüler in der Schule erwerben. Es enthält nur die wichtigsten Bezeichnungen, aber auch solche, die in anderen Quellen nicht verzeichnet sind. Von den Einwohnerbezeichnungen und Volksnamen für fast 200 Staaten ist etwa ein Viertel in beinahe allen genannten Quellen verzeichnet; sie haben sich seit Langem im Litauischen eingebürgert: Afghane, -in5, Ire, -in, Albaner, -in, Australier, -in, Weißrusse, -in, Bosnier, -in, Brasilianer, -in, Isländer, -in, Kasache, -in, Chinese, -in, Kirgise, -in, Kroate, -in, Libyer, -in, Mazedonier, -in, Portugiese, -in, Tadschike, -in, Turkmene, -in, Ukrainer7, Usbeke, -in usw. Ihr Gebrauch dürfte eigentlich keine besonderen Schwierigkeiten bereiten. 5 Die VLE führt auch die Variante afganistaniečiai an. Im Internet kommt sie viel häufiger vor, obwohl auch die kürzere Form verwendet wird. Allgemein werden diese beiden Varianten verwechselt. Am besten wäre es, beide anzuführen, aber ihre Bedeutungen zu unterscheiden: afganistanietis, –ė „Einwohner Afghanistans“ und afganas, –ė „Angehöriger eines in Afghanistan lebenden Volkes“. Tatsächlich lautet die Bezeichnung dieses Volkes auch puštūnai, doch afganus ir puštūnus können als Synonyme verwendet werden. 6 Früher hieß es chorvatas, –ė, nach der früheren Bezeichnung dieses Landes, Chorvatija. 7 Auch die Form ukrainas, –ė ist verzeichnet; sie ist wesentlich seltener als die Variante ukrainietis, –ė. Ausführlicher zu diesen beiden Wörtern siehe M i l i ū n a i t ė R. Kommentare zu Umfragen unter Sprachverwendern, www.kalbosnamai.lt. D. LIUTKEVIČIENĖ. Valstybių gyventojų pavadinimai ir tautovardžiai 81 Schwierigkeiten bereiten sie nicht, doch man trifft mancherorts (besonders im Internet) weiterhin auf airiečių, albaniečių, austral iečių, bosniečių, braziliečių, islandiečių, kiniečių, libiečių, makedoniečių ir portugaliečių. Dazu ist anzumerken, dass das Suffix –ietis, –ė sehr produktiv ist und Einwohnerbezeichnungen damit nicht selten auch dann gebildet werden, wenn es ganz unpassend ist. Manchmal ist tatsächlich schwer zu beurteilen, warum eine Bezeichnung mit dem Suffix –ietis, –ė als normgerecht gilt, eine andere dagegen nicht. In solchen Fällen sollte wohl eher der Tradition als der Systematik der Vorzug gegeben werden8. Im Internet finden sich außerdem die Formen kazachstaniečiai, kirgizstaniečiai, tadžikistaniečiai, turkmėnistaniečiai ir uzbekistaniečiai. Diese Formen wurden von den Namen der Staaten abgeleitet, in denen Angehörige dieser Völker leben: Kazachstãnas, Kirgizstãnas, Tadžikistãnas, Turkmėnistãnas, Uzbekistãnas. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass diese Staaten im Litauischen seit Langem auch andere korrekte Namen haben: Kazãčija, Kirgizija, Tadžikija, Turkmėnija, Užbėkija. Von diesen wurden kürzere Volksbezeichnungen abgeleitet; längere und schwerer auszusprechende Formen sind daher völlig unnötig. Es kommen auch Varianten wie azerbaidžanai, baltarusai, moldovai9 und Ähnliches vor. Einige Bezeichnungen sind etwas seltener, finden sich aber in der einen oder anderen Enzyklopädie oder in Wörterbüchern, vgl.: Algerier, -in, Argentinier, -in, Birmanen, -in, Bolivianer, -in, Kolumbianer, -in, Costa-Ricaner, -in, Kuwaiter, -in, Laoten, -in10, Peruaner, -in, Sri-Lanker, -in usw. Andere analoge Einwohner- oder Volkszugehörigkeitsbezeichnungen sind in den zuvor genannten Quellen nicht verzeichnet, werden jedoch regelmäßig mit dem Suffix –ietis, –ė gebildet. Daher sollten diese völlig korrekten Wörter auch in Wörterbüchern erscheinen (übrigens werden viele davon im Internet verwendet), vgl.: Bangladescher, -in, Belizer, -in, Gabuner, -in, Grenader, -in, Guineer, -in, Zyprer, -in, Lesother, -in, Libanesen, -in, Malier, -in, Marshallesen, -in11, Mauritier, -in, Ruander, -in, Timorer, -in, Togolesen, -in, Tonganer, -in, Venezolaner, -in, Simbabwer, -in usw. (siehe Tabelle 1). 8 Näheres siehe: Liutkevičienė D. Über Volkszugehörigkeits- und Einwohnerbezeichnungen mit dem Suffix –ietis, –ė. – Sprachkultur 74, 2001, 60–65; Miliūnaitė R. Kommentare zu Umfragen unter Sprachverwendern, www.kalbosnamai.lt. 9 Die Bezeichnung moldovas ist regelgerecht gebildet und völlig gerechtfertigt, denn der Staatsname lautet jetzt nicht mehr Moldavija, sondern Moldova. Die Volksbezeichnung moldavas hat sich jedoch schon lange eingebürgert und sollte nicht geändert werden. 10 Laosier findet sich in TŽŽ, LTE und VLE. In diesen Quellen werden zwei Formen angegeben: lao (Hauptform) und laosiečiai. Für unsere Zwecke würde die Form laosiečiai ausreichen, insbesondere wenn man bedenkt, dass dieses Volk die laotische Sprache spricht (diese Form ist auch im Sprachenklassifikator verzeichnet). 11 Die Autorin war etwas unschlüssig, ob die Einwohner dieses Landes als Einwohner der Marshallinseln (der Republik) oder als Marshallesen zu bezeichnen seien. Ausschlaggebend waren zwei Argumente: 1) Marshallese ist kürzer und daher auch praktischer; 2) in einigen ausländischen Quellen (z. B. UNTERM) wird bereits auch eine marshallische Sprache unterschieden (engl. Marshallese, franz. marshallais, span. marshallés). Daher ist eine kürzere Bezeichnung vorzuziehen, falls man die Sprache einmal benennen muss. 82 KALBOS KULTŪRA | 81 Eine Gruppe von Einwohnerbezeichnungen, die nicht der Regel entsprechen, wonach man bei Ortsnamen, die auf die Endung –ija enden, nach Möglichkeit Bezeichnungen mit der Endung –ietis, –ė vermeiden sollte, ist gesondert zu behandeln. Zu diesen Bezeichnungen gehören: gambijietis, –ė (: Gambia), kenijietis, –ė (: Kenia), mauritanietis, –ė (: Mauretanien), namibietis, –ė (: Namibia), tanzanietis, –ė (: Tansania), zambietis, –ė (: Sambia). Eigentlich wären wohl die Formen gambis, –ė, kėnis, –ė, mauritanis, –ė, namibis, –ė, tanzanis, –ė, zambis, –ė12 zu verwenden. Die genannte Regel hat jedoch zu viele Ausnahmen, als dass sie sich in allen Fällen befolgen ließe. Zweifelsohne etabliert sind die traditionellen Bezeichnungen australas, –ė (: Australien), brazilas, –ė (: Brasilien) und Ähnliches. Wird eine neue, zuvor nicht belegte Bezeichnung gebildet, sollte man besser die geläufigere Form mit der Endung –ietis, –ė13 wählen. So verhalten sich die Sprachbenutzer: Im Internet gibt es zahlreiche Formen mit der Endung –ietis, –ė, kürzere Formen hingegen kaum. Es gibt einige Staaten mit zweigliedrigen Namen, die man jedoch bedingt als eingliedrig betrachten kann. Gemeint sind Namen, bei denen das zweite Glied flektiert wird, das erste hingegen nicht, vgl.: Bisáu Gvinėja, Burkina Fāsas, Kòsta Rikà, San Marìnas, Sièra Leonė. Einige eingliedrige Einwohnerbezeichnungen dieses Typs sind bereits in zahlreichen schriftlichen Quellen belegt, z. B. kostarikietis, –ė (vgl. auch puertorikietis, –ė: Puèrto Rìkas). Analog lassen sich bisaugvinėjietis, –ė, burkinafasietis, –ė, sanmarinietis, –ė, sieraleonietis, –ė bilden. Anders verhält es sich mit der Gruppe der Staatsnamen komplexerer Struktur (mit mehreren Gliedern). Daraus eingliedrige Einwohnerbezeichnungen zu bilden wäre schwierig; daher bleibt nur, die Menschen dieser Länder einfach als Einwohner zu bezeichnen: Einwohner, –in von Antigua und Barbuda14, Einwohner, –in der Zentralafrikanischen Republik15, Einwohner, –in der Elfenbeinküste (Republik)16, Einwohner, –in Neuseelands 12 Die Form zambis, –ė ist im DŽ6e belegt. 13 Ausführlicher zu Bezeichnungen dieser Art siehe Liutkevičienė D. (a. a. O.). 14 Ähnlich wird die Einwohnerbezeichnung dieses Landes (und anderer Staaten mit mehrgliedrigen Namen) auch in anderen Sprachen gehandhabt, vgl. engl. of Antigua and Barbuda, span. de Antigua y Barbuda, russ. (aus / Einwohner von) Антигуа и Барбуды (Daten aus UNTERM). Allerdings wird diese Bezeichnung mancherorts dennoch gebildet, vgl. franz. Antiguais et Barbudien (Daten aus UNTERM), engl. Antiguan(s), Barbudan(s) (Daten aus CIA); dennoch ist anzunehmen, dass es sich im Litauischen nicht lohnt, *antigviečio oder *barbudiečio zu bilden, da entscheidend ist, wer in diesem Staat lebt und nicht auf einer seiner Inseln. 15 Im Internet werden Einwohner der Zentralafrikanischen Republik und der Republik Südafrika bisweilen Afrikaner genannt. Ohne Kontext ist das ungenau, denn dann hätte Afrikaner drei Bedeutungen (darunter auch „Einwohner des afrikanischen Kontinents“). Vgl. die Bezeichnungen für diese Einwohner in anderen Sprachen: engl. Central African, franz. Centrafricain, span. Centroafricano, russ. (aus / Einwohner von) Центрально-африканской Республики (Daten aus UNTERM). 16 Mit Klammern (hier und im Folgenden) wird die längere offizielle Form angegeben (wie auch bei den Staatsnamen), ohne Klammern die kürzere. D. LIUTKEVIČIENĖ. Valstybių gyventojų pavadinimai ir tautovardžiai 83 jas, –a17, Einwohner Papúa-Neuguineas, –a18, Einwohner der Salomonen, –a19, Einwohner Saudi-Arabiens, –a20 usw. (Näheres siehe Tabelle 3). Gesondert sollte man einige bereits behandelte Bezeichnungen unter einem etwas anderen Aspekt betrachten, da sie ohne Bedeutungsdefinition missverständlich sein könnten. Wie bereits zu Beginn des Artikels erwähnt, stimmen Ethnonyme und Einwohnerbezeichnungen oft nicht überein, denn es gibt wohl kaum einen Staat, in dem nur ein Volk lebt. Traditionell sagt man, meist bei bekannten Staaten, dass beispielsweise die Einwohner Lettlands Letten und die Einwohner der Ukraine Ukrainer sind usw., obwohl das nicht ganz stimmt, da in diesen Staaten auch Angehörige anderer Völker leben. Das ist jedoch allgemein bekannt und führt zu keinen Missverständnissen. Wenn man alle Einwohner eines Staates bezeichnen und dabei betonen muss, dass dort nicht nur ein Volk lebt, sagt man entsprechend: die Einwohner dieses Staates. Die Zusammensetzung der Bevölkerung fernerer Staaten kennt man jedoch möglicherweise nicht. Deshalb wird in den am Ende des Artikels aufgeführten Listen angegeben, ob es sich um ein Ethnonym oder um eine Einwohnerbezeichnung handelt. Einige Bezeichnungen können auf den ersten Blick verwirren – Fidschi und Fidschianer, Kongo und Kongolese, Bosnier und Einwohner Bosnien-Herzegowinas. Die ersten Wörter bezeichnen die Volkszugehörigkeit, die zweiten alle Einwohner des genannten Staates. Dieser Unterschied wird mitunter gemacht, weil das Volk, dessen Name mit dem Staatsnamen verbunden ist (wobei nicht immer klar ist, welcher Name von welchem abgeleitet wurde), oft nur die Hälfte oder noch weniger der gesamten Staatsbevölkerung ausmacht. Gelegentlich geschieht dies auch aus politischen Gründen21. In den genannten Fällen werden zwei Wörter oder zwei Bedeutungen desselben Wortes unterschieden (Näheres siehe Tabelle 4). Bei der Untersuchung solcher Bezeichnungen wurde festgestellt, dass Ethnonyme meist (wenn auch nicht immer) mit den Endungen –as, –ė, –is, –ė gebildet werden, während Einwohnerbezeichnungen von Staaten mit dem Suffix 17 Im Internet und in den Medien ist die Form nauაზelandietis verbreitet, über die Sprachwissenschaftler viel diskutieren. Nach Ansicht der Verfasserin des Artikels könnte sie verwendet werden. 18 Im Internet finden sich sowohl papuagvinėjiečių als auch papuasų (dort leben aber nicht nur papuasai). Vgl. andere Sprachen: engl. a Papua New Guinean, franz. Papouan-Néo-Guinéen, span. de Papua Nueva Guinea; papú; papúa, russ. (aus / Einwohner von) Papua-Neuguinea (Daten aus UNTERM). 19 In Analogie zu maršalietis, –ė (: Marshallinseln) müsste es *saliamonietis, –ė heißen; die Salomonen (als Staat) und die Salomonen (als Archipel) überschneiden sich jedoch nur teilweise. Daher wäre das Wort *saliamonietis, –ė irreführend, da es einen Menschen von den Salomonen als Archipel (aber nicht notwendigerweise aus dem Staat), aus dem Staat Salomonen (aber nicht notwendigerweise vom Archipel) oder von einem Teil des Archipels bezeichnen könnte, der zum Staat Salomonen gehört. 20 Das DŽ6e führt die Form saudoarābas, –ė an. Zweifellos ist die kürzere Form praktischer; in Analogie zu anderen einteiligen Einwohnerbezeichnungen, die von zweiteiligen Staatsnamen abgeleitet sind, müsste die Form jedoch *saudoarabietis, –ė lauten. Diese Form wirkt etwas seltsam, deshalb wurde beschlossen, eine zusammengesetzte Bezeichnung zu wählen. 21 Beispielsweise sollte man einen in Bosnien und Herzegowina lebenden Serben nicht als Bosnier bezeichnen. 84 KALBOS KULTŪRA | 81 nungen – mit dem Suffix -ietis, -ė (Näheres siehe Tabellen 1 und 2). Mitunter könnte man sich, wenn unklar ist, wie eine neue Bezeichnung zu bilden ist, vielleicht auch auf diese Erkenntnis stützen. Auf jeden Fall darf man bei der Bildung oder Änderung von Einwohnerbezeichnungen und Ethnonymen nicht vergessen, dass es sich dabei nicht um vereinzelte, isolierte Wörter handelt; sie gehören zu einem bestimmten System (und nicht nur zu einem sprachlichen). Gibt es beispielsweise Sprachen der Fidschianer, Kasachen und Makedonier, dann sind die Völker, die diese Sprachen sprechen (nicht die Einwohner der Staaten), Fidschi, Kasachen und Makedonier (nicht Fidschianer, Kasachstaner und Makedonier). Wenn beispielsweise die Einwohner der Republik Trinidad und Tobago als Trinidadier oder Tobagoner bezeichnet werden, sollte man nicht vergessen, dass zu diesem Staat neben Trinidad und Tobago noch fünf weitere Inseln gehören. Wie sollte man die Einwohner der letztgenannten Inseln nennen? Wie bereits zu Beginn des Artikels erwähnt, wurde hier nur ein Teil der Einwohnerbezeichnungen behandelt. Künftig sollten auch die Einwohnerbezeichnungen von Hauptstädten, Regionen und Territorien normiert werden. SCHLUSSFOLGERUNGEN Es lassen sich bestimmte Prinzipien angeben, nach denen Bezeichnungen für Einwohner von Staaten und Ethnonyme festgelegt (normiert) werden: 1) Tradition – wenn ein Wort in Wörterbüchern, Enzyklopädien o. Ä. verzeichnet ist, besteht kein Anlass, es zu ändern, es sei denn, es ergeben sich neue Fakten, die berücksichtigt werden müssen (z. B. ändert sich in der Regel auch die Bezeichnung der Einwohner eines Staates, nicht jedoch die der Volksgruppe, wenn sich der Staatsname ändert); 2) Analogie – wenn die Bezeichnung in den genannten Quellen nicht vorkommt, wird sie in Analogie zu anderen ähnlichen, in der Sprache bereits etablierten Wörtern gebildet (wenn es perujietis gibt, ist auch vanuatietis möglich; wenn es kostarikietis gibt, ist auch sanmarinietis korrekt; 3) Systematik – wenn weder Tradition noch Analogie vorliegen, die Wortbildungsregeln es aber zulassen, wird die Bezeichnung mit dem Suffix -ietis, -ė gebildet. Schließlich ist dies die grundlegende Bedeutung dieses Suffixes. Außerdem können einfache Sprachbenutzer mit diesem Suffix Wörter dieses Typs am leichtesten bilden. 4) Eindeutigkeit – wenn der Staatsname aus mehreren Wörtern besteht und bei der Bildung einer einwortigen Einwohnerbezeichnung Mehrdeutigkeiten entstehen könnten, ist es besser, die Einwohner des betreffenden Staates mit einer zusammengesetzten Bezeichnung zu benennen: Einwohner eines bestimmten Staates. D. LIUTKEVIČIENĖ. Valstybių gyventojų pavadinimai ir tautovardžiai 85 TABELLE 1. Bezeichnungen für Einwohner von Staaten und Ethnonyme, die mit dem Suffix –ietis, –ė gebildet werden Staatsname22 Einwohnerbezeichnung Bezeichnung der Volkszugehörigkeit23 Islamische Republik Afghanistan afganistanietis, -ė „Einwohner Afghanistans“ Demokratische Volksrepublik Algerien alžyrietis, -ė „Einwohner Algeriens“ Fürstentum Andorra andorìetis, -ė „Einwohner Andorras“ Republik Angola Angolaner, -in „Einwohner Angolas“ Argentinische Republik Argentinier, -in „Einwohner Argentiniens“ Republik Aserbaidschan Aserbaidschaner, -in „Angehöriger eines in Aserbaidschan lebenden Volkes“ Gemeinschaft der Bahamas Bahamianer, -in „Einwohner der Bahamas“ Königreich Bahrain Bahrainer, -in „Einwohner Bahrains“ Volksrepublik Bangladesch Bengale, -in „Einwohner Bangladeschs“ Barbados Barbadier, -in „Einwohner von Barbados“ Belize Belizer, -in „Einwohner von Belize“ Republik Benin Beniner, -in „Einwohner Benins“ Republik Guinea-Bissau Guinea-Bissauer, -in „Einwohner Guinea-Bissaus“ 22 Die Staatsbezeichnungen wurden aus zwei Gründen in die Tabelle aufgenommen: 1) anhand des Staates lässt sich die gesuchte Einwohnerbezeichnung oder Volksbezeichnung leichter finden; 2) es lässt sich leichter nachvollziehen, wie die behandelten Bezeichnungen gebildet werden und warum manche von ihnen zwei Bedeutungen haben. 23 Gemeint ist das Volk, nach dessen Namen (auch wenn dies, wie bereits erwähnt, nicht ganz korrekt ist) alle Einwohner dieses Staates bezeichnet werden. Alle anderen Völker, die in diesem Staat leben, werden hier nicht behandelt. 86 KALBOS KULTŪRA | 81 Fortsetzung von Tabelle 1 Staatsbezeichnung Einwohnerbezeichnung Volksbezeichnung Republik Botswana Botswaner, -in „Einwohner Botswanas“ Brunei Darussalam Bruneier, -in „Einwohner Bruneis“ Burkina Faso Burkinabe, - „Einwohner von Burkina Faso“ Republik Burundi Burundier, -in „Einwohner von Burundi“ Königreich Bhutan Bhutaner, -in „Einwohner von Bhutan“ Republik Tschad Tschader, -in „Einwohner des Tschad“ Republik Chile Chilene, -in „Einwohner Chiles“ Commonwealth Dominica Dominicaner, -in „Einwohner des Commonwealth Dominica“; Einwohner des Commonwealth Dominica, -in24 Dominikanische Republik Dominikaner, -in „Einwohner der Dominikanischen Republik“; Einwohner der Dominikanischen Republik, -in25 Republik Dschibuti Dschibutier, -in „Einwohner von Dschibuti“ Arabische Republik Ägypten Ägypter, -in „Einwohner Ägyptens“ Republik Ecuador Ecuadorianer, -in „Einwohner Ecuadors“ Eritrea Eritreer, -in „Einwohner Eritreas“ 24 Die zusammengesetzte Bezeichnung ist zu verwenden, wenn unklar ist, über die Einwohner welcher Dominica (es gibt zwei) gesprochen wird; die einwortige Bezeichnung, wenn dies aus dem Kontext klar hervorgeht. 25 Siehe vorherige Anmerkung. D. LIUTKEVIČIENĖ. Valstybių gyventojų pavadinimai ir tautovardžiai 87 Fortsetzung von Tabelle 1 Staatsbezeichnung Bezeichnung der Einwohner Bezeichnung der Nationalität Republik der Fidschi-Inseln Fidschianer, -in „Einwohner Fidschis“ Republik der Philippinen Philippiner, -in „Einwohner der Philippinen“ Republik Gabun Gabuner, -in „Einwohner Gabuns“ Republik Guyana Guyaner, -in „Einwohner Guyanas“ Republik Gambia Gambier, -in „Einwohner Gambias“ Republik Ghana Ghanaer, -in „Einwohner Ghanas“ Grenada Grenadier, -in „Einwohner Grenadas“ Republik Guatemala Guatemalteke, -in „Einwohner Guatemalas“ Republik Guinea Guineer, -in „Einwohner Guineas“ Republik Haiti Haitianer, -in „Einwohner Haitis“ Republik Honduras Honduraner, -in „Einwohner Honduras“ Republik Indonesien Indonesier, -in „Einwohner Indonesiens“ Republik Irak Iraker, -in „Einwohner des Irak“ Islamische Republik Iran Iraner, -in „Einwohner Irans“ Staat Israel Israeli, -in „Einwohner Israels“ Jamaika Jamaikaner, -in „Einwohner Jamaikas“ 88 KALBOS KULTŪRA | 81 Fortsetzung von Tabelle 1 Staatsbezeichnung Bezeichnung der Einwohner Bezeichnung der Volkszugehörigkeit Republik Jemen Jemenit, -in „Einwohner des Jemen“ Haschemitisches Königreich Jordanien Jordanier, -in „Einwohner Jordaniens“ Vereinigte Staaten von Amerika Amerikaner, -in „Einwohner der Vereinigten Staaten von Amerika“ Republik Montenegro Montenegriner, -in „Angehöriger eines in Montenegro lebenden Volkes“ Königreich Kambodscha Kambodschaner, -in „Einwohner Kambodschas“ Republik Kamerun Kameruner, -in „Einwohner Kameruns“ Kanada Kanadier, -in „Einwohner Kanadas“ Staat Katar Katarer, -in „Einwohner Katars“ Republik Kenia Kenianer, -in „Einwohner Kenias“ Republik Zypern Zyprer, -in „Einwohner Zyperns“ Republik Kiribati Kiribatier, -in „Einwohner Kiribatis“ Republik Kolumbien Kolumbianer, -in „Einwohner Kolumbiens“ Union der Komoren Komorer, -in „Einwohner der Komoren“ Republik Kongo Kongolese, -r „Einwohner der Republik Kongo“; Einwohner der Republik Kongo, -in26 26 Die zusammengesetzte Bezeichnung ist zu verwenden, wenn unklar ist, von den Einwohnern welchen Kongo (es gibt zwei) die Rede ist; die einteilige Bezeichnung, wenn dies aus dem Kontext hervorgeht. D. LIUTKEVIČIENĖ. Valstybių gyventojų pavadinimai ir tautovardžiai 89 Fortsetzung von Tabelle 1 Staatsbezeichnung Bezeichnung der Einwohner Bezeichnung der Nationalität Demokratische Republik Kongo Kongolese, -in „Einwohner der Demokratischen Republik Kongo“; Einwohner der Demokratischen Republik Kongo27 Republik Korea Einwohner Südkoreas; Einwohner der Republik Korea28 Koreaner, -in „Angehöriger eines Volkes, das in der Republik Korea und in der Demokratischen Volksrepublik Korea lebt“ Demokratische Volksrepublik Korea Einwohner Nordkoreas; Einwohner der Demokratischen Volksrepublik Korea29 Koreaner, -in „Angehöriger eines Volkes, das in der Republik Korea und in der Demokratischen Volksrepublik Korea lebt“ Kosovo30 Kosovare, -in „Einwohner des Kosovo“ Republik Costa Rica Costa-Ricaner, -in „Einwohner Costa Ricas“ Republik Kuba Kubaner, -in „Einwohner Kubas“ Staat Kuwait Kuwaiter, -in „Einwohner Kuwaits“ Demokratische Volksrepublik Laos Laote, -in „Angehöriger eines in Laos lebenden Volkes“ Königreich Lesotho Lesother, -in „Einwohner Lesothos“ 27 Siehe den vorherigen Hinweis (Fußnote 26). 28Die zusammengesetzte Bezeichnung ist zu verwenden, wenn unklar ist, welches Korea (es gibt zwei) gemeint ist; die einsilbige, wenn es aus dem Kontext klar ist. 29 Siehe den vorherigen Hinweis. 30Die Unabhängigkeit Kosovos wurde von vielen Ländern anerkannt, ebenso vom Seimas der Republik Litauen. Im Standard ISO-3166 für Ländercodes, der der Beschlussfassung Nr. 48 der Sprachkommission zugrunde liegt, ist Kosovo jedoch bislang nicht enthalten; daher kann die Bezeichnung dieses neuen Staates später etwas anders aussehen. Für diesen Artikel ist jedoch nicht die Bezeichnung des Staates, sondern die seiner Einwohner am wichtigsten. 90 KALBOS KULTŪRA | 81 Fortsetzung von Tabelle 1 Staatsname Bezeichnung der Einwohner Bezeichnung der Nationalität Libanesische Republik Libanese, -in „Einwohner des Libanon“ Republik Liberia Liberianer, -in „Einwohner Liberias“ Fürstentum Liechtenstein Liechtensteiner, -in „Einwohner Liechtensteins“ Großherzogtum Luxemburg Luxemburger, -in „Einwohner Luxemburgs“ Republik Madagaskar Madagasse, -in „Einwohner Madagaskars“ Malaysia Malaysier, -in „Einwohner Malaysias“ Republik Malawi Malawier, -in „Einwohner Malawis“ Republik Malediven Malediver, -in „Einwohner der Malediven“ Republik Mali Malier, -in „Einwohner Malis“ Republik Malta Malteser, -in „Angehöriger des auf Malta lebenden Volkes“ Königreich Marokko Marokkaner, -in „Einwohner Marokkos“ Republik der Marshallinseln Marshallese, -in „Einwohner der Marshallinseln“ Republik Mauritius Mauritier, -in „Einwohner von Mauritius“ Islamische Republik Mauretanien Mauretanier, -in „Einwohner Mauretaniens“ Vereinigte Mexikanische Staaten Mexikaner, -in „Einwohner Mexikos“ Union Myanmar Myanmarese, - „Einwohner Myanmars“ D. LIUTKEVIČIENĖ. Valstybių gyventojų pavadinimai ir tautovardžiai 91 Fortsetzung von Tabelle 1 Staatsbezeichnung Bezeichnung der Einwohner Bezeichnung der Nationalität Föderierte Staaten von Mikronesien Mikronesier, -in „Angehöriger einer in Mikronesien lebenden Volksgruppe“ Fürstentum Monaco Monegasse, -in „Einwohner Monacos“ Republik Mosambik Mosambikaner, -in „Einwohner Mosambiks“ Republik Nauru Nauruer, -in „Einwohner Naurus“ Republik Namibia Namibier, -in „Einwohner Namibias“ Nepal Nepalese, -in „Einwohner Nepals“ Föderative Republik Nigeria Nigerianer, -in „Einwohner Nigerias“; Einwohner, -in der (Föderativen Republik) Nigeria³¹ Republik Niger Nigerer, -in „Einwohner Nigers“; Einwohner, -in der Republik Niger Republik Nicaragua Nicaraguaner, -in „Einwohner Nicaraguas“ Sultanat Oman Omaner, -in „Einwohner Omans“ Islamische Republik Pakistan Pakistaner, -in „Einwohner Pakistans“ Republik Palau Palauer, -in „Einwohner Palaus“ Republik Panama Panamaer, -in „Einwohner Panamas“ 31 Die Form Nigerier, -in wurde gewählt, weil das Wort *Niger aufgrund seines politisch inkorrekten Beiklangs ungeeignet ist; die einwortige Bezeichnung wird verwendet, wenn aus dem Kontext klar ist, ob von einem Einwohner Nigers oder Nigerias die Rede ist. Ist dies nicht klar, wird eine zusammengesetzte Bezeichnung verwendet. 92 KALBOS KULTŪRA | 81 Fortsetzung von Tabelle 1 Staatsbezeichnung Bezeichnung der Einwohner Bezeichnung der Nationalität Republik Paraguay Paraguayer, -in „Einwohner Paraguays“ Republik Peru Peruaner, -in „Einwohner Perus“ Demokratische Republik Timor-Leste Osttimorer, -in „Einwohner Osttimors“ Republik Ruanda Ruander, -in „Einwohner Ruandas“ Republik El Salvador Salvadorianer, -in „Einwohner El Salvadors“ Unabhängiger Staat Samoa Samoaner, -in „Angehöriger eines in Samoa lebenden Volkes“ Republik San Marino Sanmarinese, -in „Einwohner San Marinos“ Republik Seychellen Seycheller, -in „Einwohner der Seychellen“ Republik Senegal Senegalese, -in „Einwohner Senegals“ St. Lucia St.-Lucianer, -in „Einwohner von St. Lucia“ Republik Sierra Leone Sierra-Leoner, -in „Einwohner Sierra Leones“ Republik Singapur Singapurer, -in „Einwohner Singapurs“ Republik Somalia Somalier, -in „Einwohner Somalias“ Republik Sudan Sudanese, -in „Einwohner des Sudan“ Republik Suriname Surinamer, -in „Einwohner Surinames“ Königreich Eswatini Swasi, -in „Einwohner Eswatinis“ D. LIUTKEVIČIENĖ. Valstybių gyventojų pavadinimai ir tautovardžiai 93 Fortsetzung von Tabelle 1 Staatsname Bezeichnung der Einwohner Bezeichnung der Nationalität Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka Sri-Lanker, -in „Einwohner Sri Lankas“ Königreich Thailand Thailänder, -in „Einwohner Thailands“ Vereinigte Republik Tansania Tansanier, -in „Einwohner Tansanias“ Republik Togo Togolese, -in „Einwohner Togos“ Königreich Tonga Tonganer, -in „Einwohner Tongas“ Republik Tunesien Tunesier, -in „Einwohner Tunesiens“ Tuvalu Tuvaluer, -in „Einwohner Tuvalus“ Republik Uganda Ugander, -in „Einwohner Ugandas“ Ukraine Ukrainer, -in „Angehöriger eines in der Ukraine lebenden Volkes“ Republik Östlich des Uruguay Uruguayer, -in „Einwohner Uruguays“ Republik Vanuatu Vanuatuer, -in „Einwohner von Vanuatu“ Bolivarische Republik Venezuela Venezolaner, -in „Einwohner Venezuelas“ Sozialistische Republik Vietnam Vietnamese, -r „Angehöriger eines in Vietnam lebenden Volkes“ Republik Sambia Sambier, -in „Einwohner Sambias“ Republik Simbabwe Simbabwer, -in „Einwohner Simbabwes“ 94 KALBOS KULTŪRA | 81 TABELLE 2. Bezeichnungen der Einwohner und Nationalitäten von Staaten, die mit Endungen gebildet werden -as, -ė; -is, -ė Staatsbezeichnung Einwohnerbezeichnung Nationalitätsbezeichnung Irland airis, -ė „Eine Person aus dem in Irland lebenden Volk“ Republik Albanien albanas, -ė „Eine Person aus dem in Albanien lebenden Volk“ Republik Armenien armėnas, -ė „Eine Person aus dem in Armenien lebenden Volk“ Australien australas, -ė „Ein Einwohner Australiens“ Republik Österreich áustras, -ė „Eine Person aus dem in Österreich lebenden Volk“ Republik Belarus Belarusse, - „ein in Belarus lebender Volksangehöriger“ Königreich Belgien Belgier, -in „Einwohner Belgiens“ Republik Bolivien Bolivianer, -in „Einwohner Boliviens“ Föderative Republik Brasilien Brasilianer, -in „Einwohner Brasiliens“ Republik Bulgarien Bulgare, - „ein in Bulgarien lebender Volksangehöriger“ Tschechische Republik Tscheche, - „ein in Tschechien lebender Volksangehöriger“ Königreich Dänemark Däne, - „ein in Dänemark lebender Volksangehöriger“ Republik Estland Este, - „ein in Estland lebender Volksangehöriger“ Föderative Demokratische Republik Äthiopien Äthiopier, -in „Einwohner Äthiopiens“ Republik Griechenland Grieche, -in „Angehöriger eines in Griechenland lebenden Volkes“ D. LIUTKEVIČIENĖ. Valstybių gyventojų pavadinimai ir tautovardžiai 95 Fortsetzung von Tabelle 2 Staatsname Bezeichnung der Einwohner Bezeichnung der Volkszugehörigkeit Georgien Georgier, -in „Angehöriger eines in Georgien lebenden Volkes“ Republik Indien Inder, -in „Einwohner Indiens“ Republik Island Isländer, -in „Angehöriger eines in Island lebenden Volkes“ Königreich Spanien Spanier, -in „Angehöriger eines in Spanien lebenden Volkes“ Republik Italien Italiener, -in „Angehöriger eines in Italien lebenden Volkes“ Japan Japaner, -in „Angehöriger eines in Japan lebenden Volkes“ Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland Brite, -in „Einwohner Großbritanniens“; Einwohner, -in des Vereinigten Königreichs (Großbritannien und Nordirland)32 Brite, -in „Einwohner Großbritanniens“; Einwohner, -in des Vereinigten Königreichs (Großbritannien und Nordirland)32 Republik Kasachstan Kasache, -in „Angehöriger eines in Kasachstan (Kasachien) lebenden Volkes“ Volksrepublik China Chinese, -in „Angehöriger eines in China lebenden Volkes“ Republik Kirgisistan Kirghise, -in „Angehöriger eines in Kirgisistan lebenden Volkes“ Republik Kroatien Kroate, -in „Angehöriger eines in Kroatien lebenden Volkes“ Republik Lettland Lette, -in „Angehöriger eines in Lettland lebenden Volkes“ Republik Polen Pole, -in „Person eines in Polen lebenden Volkes“ 32 Die zusammengesetzte Bezeichnung wird verwendet, weil Großbritannien Nordirland nicht umfasst. 96 KALBOS KULTŪRA | 81 Fortsetzung von Tabelle 2 Staatsbezeichnung Bezeichnung der Einwohner Bezeichnung der Volkszugehörigkeit Libysche Arabische Sozialistische Volks-Dschamahirija Libyer, -in „Person eines in Libyen lebenden Volkes“ Republik Litauen Litauer, -in „Person eines in Litauen lebenden Volkes“ Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien Makedonier, -in „Person eines in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien lebenden Volkes“ Republik Moldau Moldauer, -in „Person eines in Moldau lebenden Volkes“ Mongolei Mongole, - „Person aus dem Volk, das in der Mongolei lebt“ Königreich Norwegen Norweger, -in „Person aus dem Volk, das in Norwegen lebt“ Königreich der Niederlande Holländer, -in „Person aus dem Volk, das in den Niederlanden (Holland) lebt“ Portugiesische Republik Portugiese, -in „Person aus dem Volk, das in Portugal lebt“ Französische Republik Franzose, -in „Person aus dem Volk, das in Frankreich lebt“ Rumänien Rumäne, -in „Person aus dem Volk, das in Rumänien lebt“ Russische Föderation Russe, -in „Person aus dem Volk, das in Russland lebt“ Republik Serbien Serbe, -in „Person aus dem Volk, das in Serbien lebt“ Arabische Republik Syrien sìras, -ė „Einwohner Syriens“ Republik Slowakei slovãkas, -ė „Angehöriger eines in der Slowakei lebenden Volkes“ Republik Slowenien slovėnas, -ė „Angehöriger eines in Slowenien lebenden Volkes“ D. LIUTKEVIČIENĖ. Valstybių gyventojų pavadinimai ir tautovardžiai 97 Fortsetzung von Tabelle 2 Staatsbezeichnung Bezeichnung der Einwohner Bezeichnung der Volkszugehörigkeit Republik Finnland súomis, -ė „Angehöriger eines in Finnland lebenden Volkes“ Königreich Schweden švèdas, -ė „Angehöriger eines in Schweden lebenden Volkes“ Schweizerische Eidgenossenschaft šveicãras, -ė „Einwohner der Schweiz“ tadžìkas, -ė „Angehöriger eines in Tadschikistan (Tadschikien) lebenden Volkes“ Republik Türkei Türke, -in „Angehörige/r eines in der Türkei lebenden Volkes“ Turkmenistan Turkmene, -in „Angehörige/r eines in Turkmenistan (Turkmenien) lebenden Volkes“ Republik Usbekistan Usbeke, -in „Angehörige/r eines in Usbekistan lebenden Volkes“ Republik Ungarn Ungar/in „Angehörige/r eines in Ungarn lebenden Volkes“ Bundesrepublik Deutschland Deutsche/r „Angehörige/r eines in Deutschland lebenden Volkes“ 98 KALBOS KULTŪRA | 81 TABELLE 3. Bezeichnungen der Einwohner von Staaten, gebildet mit dem Wort Einwohner, -in33 Staatsname Bezeichnung der Einwohner Antigua und Barbuda Einwohner, -in von Antigua und Barbuda Bosnien und Herzegowina Einwohner, -in von Bosnien und Herzegowina Zentralafrikanische Republik Einwohner, -in der Zentralafrikanischen Republik Republik Elfenbeinküste Einwohner, -in der Elfenbeinküste (Republik) Vereinigte Arabische Emirate Einwohner, -in der Vereinigten Arabischen Emirate Neuseeland Einwohner, -in Neuseelands Papua-Neuguinea Einwohner/-in Papua-Neuguineas Südafrikanische Republik Einwohner/-in der Republik Südafrika Republik Äquatorialguinea Einwohner/-in der Republik Äquatorialguinea Salomonen Einwohner/-in der Salomonen Demokratische Republik São Tomé und Príncipe Einwohner/-in der Demokratischen Republik São Tomé und Príncipe Königreich Saudi-Arabien Einwohner/-in des Königreichs Saudi-Arabien St. Kitts und Nevis Einwohner/-in von St. Kitts und Nevis St. Vincent und die Grenadinen Einwohner/-in von St. Vincent und den Grenadinen Republik Trinidad und Tobago Einwohner, -in von Trinidad und Tobago (der Republik) Heiliger Stuhl; Staat Vatikanstadt Einwohner, -in des Vatikans (des Staates Vatikanstadt) Republik Südsudan Einwohner, -in des Südsudans (der Republik) 33In der Tabelle sind nur diejenigen Bezeichnungen aufgeführt, die keine kürzeren Formen haben (Bezeichnungen wie dominìkietis, -ė, Einwohner, -in der Dominikanischen Republik sind nicht in dieser Tabelle enthalten). D. LIUTKEVIČIENĖ. Valstybių gyventojų pavadinimai ir tautovardžiai 99 TABELLE 434 Staatsbezeichnung Bezeichnung der Einwohner Bezeichnung der Volkszugehörigkeit Islamische Republik Afghanistan Afghanistaneinwohner, -in „Einwohner Afghanistans“ Afghane, -in „Angehöriger eines in Afghanistan lebenden Volkes“ Volksrepublik Bangladesch Bangladescher, -in „Einwohner Bangladeschs“ Bengale, -in „Angehöriger eines in Bangladesch lebenden Volkes“ Bosnien und Herzegowina Einwohner(in) von Bosnien und Herzegowina Bosnier(in) „Angehörige(r) eines in Bosnien lebenden Volkes“ Republik der Fidschi-Inseln Fidschianer(in) „Einwohner(in) von Fidschi“ Fidschianer(in) „Angehörige(r) eines auf Fidschi lebenden Volkes“ Königreich Kambodscha Kambodschaner(in) „Einwohner(in) Kambodschas“ Khmer(in) „Angehörige(r) eines in Kambodscha lebenden Volkes“ Kosovo35 Kosovare/Kosovarin „Einwohner(in) des Kosovo“ Albaner(in) „Angehörige(r) eines im Kosovo, in Albanien und andernorts lebenden Volkes“ Republik Kiribati Kiribatier(in) „Einwohner(in) Kiribatis“ Mikronesier(in) „Angehörige(r) einer in Kiribati, Mikronesien und andernorts lebenden Volksgruppe“ Republik Madagaskar Madagasse, -n „Einwohner Madagaskars“ Malagasse, -n „Angehöriger eines in Madagaskar lebenden Volkes“ Malaysia Malaysier, -in „Einwohner Malaysias“ Malaye, -n „Angehöriger eines in Malaysia lebenden Volkes“ Union Myanmar Myanmarese, -n „Einwohner Myanmars“ Birmane, -n „Angehöriger eines in Myanmar (ehemals Birma) lebenden Volkes“ Fürstentum Monaco Monegasse, -n „Einwohner Monacos“ Monégasque, - „Staatsbürger Monacos“36 34 Diese Tabelle ist nach einem anderen Prinzip zusammengestellt als die vorhergehenden. Bei einigen bereits behandelten Einwohnerbezeichnungen führt sie auch die in dem jeweiligen Staat vorherrschenden oder mit dessen Namen verbundenen Volksbezeichnungen an, da die in der Tabelle aufgeführten Bezeichnungen häufig verwechselt werden. Es sei betont, dass hier die Bezeichnung für die Volkszugehörigkeit – anders als in der ersten und zweiten Tabelle – nicht die Einwohner des betreffenden Staates bezeichnen kann. 35 Zu Kosovo siehe Fußnote 30 (S. 90). 36 Den Angaben der CIA aus dem Jahr 2008 zufolge machen sie lediglich 16 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. 100 KALBOS KULTŪRA | 81 Fortsetzung von Tabelle 4 Staatsname Bezeichnung der Einwohner Bezeichnung der Nationalität Republik Nauru Nauruer, -in „Einwohner von Nauru“ Nauruer, -in „Angehöriger des auf Nauru lebenden Volkes“37 Nepal Nepalese, -in „Einwohner Nepals“ Nepali, -in „Angehöriger des in Nepal lebenden Volkes“ Republik Somalia Somalier, -in „Einwohner Somalias“ Somali, -in „Angehöriger des in Somalia lebenden Volkes“ Königreich Swasiland Swasiländer, -in „Einwohner Swasilands“ Swasi, -in „Angehöriger des in Swasiland lebenden Volkes“ Königreich Thailand Thailänder, -in „Einwohner Thailands“ Thai, -in „Angehöriger einer in Thailand lebenden Volksgruppe“ ŠALTINIAI CIA: Pasaulio faktų knyga (The World Factbook, CIA). Interneto prieiga: https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/bh.html DŽ₆ₑ 2006: Dabartinės lietuvių kalbos žodynas. Vyr. red. S. Keinys. Elektroninis leidimas, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas. LKŽₑ 2005: Lietuvių kalbos žodynas (I–XX, 1941–2002): elektroninis variantas, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas. Interneto prieiga: http://www.lkz.lt LTE: Lietuviškoji tarybinė enciklopedija 1–8, Vilnius: Mokslas, 1976–1981; 9–12, Vilnius: Vyriausioji enciklopedijų redakcija, 1982–1984. MLKŽ 2000: Mokomasis lietuvių kalbos žodynas. Red. R. Šepetytė. Vilnius: Baltos lankos. TŽŽ 2001: Tarptautinių žodžių žodynas, Vilnius: Alma littera. UNTERM: Jungtinių Tautų terminy nas UNTERM. Interneto prieiga: http://unterm.un.org/DGAACS/unterm.nsf Valstybinės lietuvių kalbos komisijos nutarimai. Interneto prieiga: http://www.vlkk.lt/nutarimai/svetimvardziai.html VLE I–XIII 2001–2008: Visuotinė lietuvių enciklopedija 1–13, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas. VV TŽŽ 2001: V. Vaitkevičiūtė. Tarptautinių žodžių žodynas, Vilnius: Žodynas. Gauta 2008 06 27 37 CIA duomenimis, Nauru gyvena kelios etninės grupės (ar tautos), viena iš jų – nauriečiai, kurie sudaro 58 proc. visų gyventojų. Likusius 42 proc. sudaro kitos etninės grupės. Taigi, tenka skirti dvi reikšmes. D. LIUTKEVIČIENĖ. Valstybių gyventojų pavadinimai ir tautovardžiai 101 WORDS REFERRING TO NATIONALS OF COUNTRIES AND NATIONS Summary The paper deals with the words referring to country nationals and nations. It acknowledges two problems: first, the two words are often confused and second, out of the total number of 200 words of the lexical semantic group only about a quarter have been standardised, the remaining words are left at the user’s disposal. The paper attempts to standardise all the above words according to four main principles as identified by the author: —tradition: if the word is found in a dictionary, encyclopaedia etc, it should not be changed, unless there are new facts to consider (e.g. a change in the name of the state leads to changing the name of its nationals, but not its nation). —analogy: if the word is missing in the above sources, it is built by analogy with other firmly established words in the language; thus, if we have perujietis, we can also introduce vanuatietis, if we have kostarikietis, we can introduce sanmarinietis as well-formed words. —systematicity: if the word has no tradition, neither can it be made by analogy, but the rules of word-building still apply, the word is made with the suffix -ietis, -ē. Language users coin new words according to the pattern and usually find it the easiest to apply. —distinctiveness: if the name of the state consists of several words and the process of making a single-word name might result in ambiguities, a national of the state should be then referred to as a national of that state. In any case, words referring to nationals of the country or nations, either in the process of building or changing them, should be treated within a system of language and beyond it. DANUTĖ LIUTKEVIČIENĖ Lietuvių kalbos institutas P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius [email protected] 102 KALBOS KULTŪRA | 81