Lietuvių kalbos trumpųjų ir ilgųjų balsių kiekybės ir kokybės etalonai
Full text
JURGITA JAROSLAVIENĖ
Institut für Litauische Sprache
QUANTITÄTS- UND QUALITÄTSREFERENZWERTE DER KURZEN UND LANGEN VOKALE DER LITAUISCHEN SPRACHE
1. EINLEITENDE BEMERKUNGEN
Systematische instrumentelle Untersuchungen zur Quantität und Qualität der kurzen und langen Vokale des Standardlitauischen gibt es nur wenige. Doch sowohl mit älteren (in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchgeführten) als auch mit modernen zeitgenössischen Methoden[1] durchgeführte Untersuchungen sind bis heute nicht nur aus Sicht der reinen Sprachwissenschaft relevant. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Ziele und Aufgaben, des Untersuchungsmaterials, der Stichprobe, der Methoden zur Aufzeichnung und Untersuchung der Laute, der Anzahl und des Geschlechts der Informanten usw. Daher ist bekanntlich bei neuen experimentellen Untersuchungen und beim Vergleich der Daten mit entsprechenden Daten anderer Untersuchungen methodisch vorzugehen, da die quantitativen und qualitativen Parameter der Vokale von verschiedenen sprachlichen und nichtsprachlichen Faktoren abhängen. Werden diese nicht berücksichtigt, können sehr widersprüchliche Daten und entsprechend widersprüchliche Schlussfolgerungen entstehen.
Am häufigsten haben verschiedene Forschende unter dem einen oder anderen Aspekt die betonten und/oder unbetonten Vokale des Standardlitauischen untersucht und beschrieben, die von männlichen Informanten in einzelnen ein-, zwei-, drei- und viersilbigen Wörtern ausgesprochen wurden (vgl. Pakerys 1982: 31–34 u. a.; Kliukienė 2002: 73–78, 2003: 81–91, 2005: 361–367; Girdenis 2003: 222; Kaukėnienė 2002: 41–59, 2003: 35–47, 2004a, 2005: 65–71; Балшайтийте 2004: 169–175; Kliukienė, Raudžiūtė 2013: 111–119 u. a.). (Einige Ergebnisse und Schlussfolgerungen der genannten Untersuchungen werden im Folgenden in diesem Artikel erörtert.) Es fehlen jedoch umfassende synchrone (und diachrone) instrumentelle und typologische Untersuchungen zu den Varianten der Vokalqualität und -quantität in der gesprochenen Sprache. Bestimmte Laute, ihre Merkmale und Aspekte wurden im Kontext des Wandels der offiziellen (öffentlichen) litauischen Sprache oder Ähnlichem systematischer untersucht (vgl. Kruopienė, Kačiūskienė 2008: 38–42; Vaicekauskienė 2011: 191–207; Nevinskaitė 2013: 118–136; Čičirkaitė 2014: 45–58 u. a.). Mit anderen Worten: Es fehlt weiterhin eine umfassendere instrumentelle Analyse des Einflusses verschiedener Faktoren auf die Quantität und Qualität der Vokale in der öffentlichen und nichtöffentlichen gesprochenen Sprache. Denn in Sprechakten können weniger akustische Informationen vorhanden sein, als für die genaue Identifizierung bestimmter Phoneme erforderlich wären; alles tatsächlich Fehlende wird gewöhnlich anhand anderer, erschließbarer Informationen rekonstruiert – etwa des Kontexts, des Inhalts der Äußerungen usw. (Girdenis 2003: 224 und dort zitierte Literatur). Darüber hinaus haben Forschende darauf hingewiesen, dass es in bestimmten Fällen nicht ausreicht, nur die Vokaldauer zu untersuchen, da gerade die Qualität stabiler sein kann als die Dauer (vgl. Vaitkevičiūtė 2001: 79–80; Kazlauskienė 2002: 33–35, 2009: 27; Kaukėnienė 2004a: 62–63; siehe auch Pakerys 1982: 94, 2003: 26). So wurde beispielsweise festgestellt, dass der Quantitätskontrast konkreter Vokale sehr unterschiedlich ausfällt und bereits ein Dauerunterschied von 15–20 ms statistisch signifikant sein kann (lange Vokale sind in diesem Fall etwa 1,1–1,2-mal länger als kurze), sofern das Experiment korrekt und methodisch durchgeführt wird, d. h. Sprecher mit gleichem Sprechtempo ausgewählt werden und diese die Vergleichswörter (am besten mit gleicher oder sehr ähnlicher Lautstruktur) mit gleicher Intonation, unter ähnlichen Bedingungen usw. vorlesen (Kazlauskienė 2002: 34; vgl. Kaukėnienė 2003a: 46, Fn. 8).
Auch isoliert[2], d. h. einzeln ausgesprochene Laute, die als Grundlage für die Untersuchung der oben genannten Variabilität vokalischer Allophone dienen könnten – insbesondere zur Klärung heikler Fragen der Normgerechtheit der Aussprache hinsichtlich Quantität und Qualität der Vokale[3] – und die als Prototypen oder anzustrebende Formen der Standardsprache gelten könnten, wenn wir über eine vorbildliche Aussprache als Wert (Sprechkultur[4]) und allgemein über Sprachpolitik im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts sprechen[5], wurden nicht untersucht. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass aus geolinguistischer Perspektive Bildung zu den wichtigsten Merkmalen der modernen Gesellschaft zählt: Einerseits fungiert die Standardsprache in Gemeinschaften als sprachlicher Faktor (d. h. als Bedingung), der den Wandel regionaler Variabilität und deren Veränderungen bestimmt; andererseits beeinflusst die Vorstellung von der Standardsprache als prestigeträchtigem Code die Entwicklungs- und Veränderungsprozesse regionaler Sprachvarianten nicht weniger stark (ausführlicher siehe Aliūkaitė, Mikulėnienė 2014: 257–262; vgl. auch Zabarskaitė 2015; Mikulėnienė 2015 u. a.). Speziell
Nach einer gezielten Untersuchung des Bildungsproblems gelten negative sprachliche Einstellungen in der Gesellschaft als eine der wichtigen Ursachen für Analphabetismus. Zudem wird das ungünstige allgemeine sprachliche Umfeld hervorgehoben, in dem es zunehmend schwieriger wird, die korrekte Sprache zu erlernen und die entsprechenden Fertigkeiten zu bewahren (ausführlicher siehe Miliūnaitė 2013: 192–211 und dort zitierte Literatur).
Angesichts der Notwendigkeit von Untersuchungen, die helfen sollen festzustellen, welche Verhältnisse der Vokaldauer als Norm der Standardsprache gelten sollten oder könnten und welche artikulatorischen Qualitätsreferenzwerte für Vokale empfohlen werden, besteht das Ziel dieses Artikels darin, auf der Grundlage instrumenteller Untersuchungsdaten[6] isoliert (ohne jeglichen Kontext und möglichst natürlich) ausgesprochene lange und kurze Vokale des Standardlitauischen mit stabiler Artikulation als mögliche Referenzwerte für die Aussprache des Standardlitauischen zu untersuchen. Dabei werden sowohl die quantitative Opposition der Vokale (Dauerverhältnisse) als auch ihre wichtigsten qualitativen Merkmale untersucht.
Ein Referenzwert für die Aussprache des Standardlitauischen ist auch für die Weiterentwicklung insbesondere der Methodik des Litauischunterrichts erforderlich: Es ist wünschenswert, dass audiovisuelle Lehrmittel den grundlegenden Anforderungen an die Aussprache des Standardlitauischen entsprechen (vgl. Miliūnaitė 2013: 208)[7].
Unter Standardlitauisch wird in diesem Artikel jene Sprachvarietät verstanden, die als normierte und standardisierte Varietät für die Erfordernisse des öffentlichen Lebens und der Kultur verwendet wird (vgl. LKE 2008: 87–91). Bekanntlich hat sie sich auf der Grundlage des westaukschtaitischen Dialekts von Kaunas herausgebildet[8].
2. UNTERSUCHUNGSMATERIAL UND METHODIK SEINER UNTERSUCHUNG
Insgesamt werden in der litauischen Standardsprache 14 vokalische Phoneme unterschieden (DLKG 2005: 23):
ABB. 1. Vokalsystem der litauischen Sprache
Diese einzeln (isoliert) ausgesprochenen langen und kurzen Vokale der heutigen litauischen Standardsprache (ebenso wie der kurze [ɔ], der der Peripherie des phonologischen Systems zugerechnet wird) bilden den Gegenstand dieser Untersuchung (siehe auch Tabelle 1). Bei der Untersuchung zeigte sich jedoch, dass die Informanten den kurzen [ɛ] nicht als eigenständigen, d. h. isoliert ausgesprochenen Laut auffassen (eine Variante oder, anders gesagt, ein Allophon des „zweiseitigen“ Phonems /e/) und ihn mit einem einfachen [e] (einer Variante des Phonems /e/) gleichzusetzen neigen; daher wurde [ɛ] für die Untersuchung nicht isoliert und ohne jeglichen Kontext ausgesprochen[9]. Es ist anzunehmen, dass die Einbürgerung des nicht hohen (mittleren) Vokals [ɛ] im System der Standardsprache durch seinen spezifischen Gebrauch (zudem hat er keine distinktive Funktion), seine relativ geringe Häufigkeit (Fakultativität) und dadurch erschwert wird, dass er in der Schrift mit demselben Buchstaben wie der kurze tiefe Vokal [e] wiedergegeben wird (ausführlicher siehe Pakerys 2003: 32–34 und die dort angeführte Literatur; vgl. auch Girdenis, Pupkis 1978: 61–62; Girdenis 2003: 191) sowie aus weiteren Gründen. Für zwei kurze Vokale unterschiedlicher Qualität wird kein anderer einzelner Buchstabe verwendet, vgl. Tabelle 1 (vgl. Pakerys 2003: 29, Schema 2).
Außerhalb des Rahmens dieser Untersuchung bleiben vorerst auch die isoliert ausgesprochenen [10]Diphthonge ie, uo, die im phonologischen System der litauischen Sprache und auch den neuesten experimentellen Untersuchungen zufolge (siehe Girdenis 2009: 213–242) als selbstständige lange hohe Diphonem-Phoneme mit variablem Öffnungsgrad funktionieren (Girdenis 2009: 240). In diesem Artikel werden sie aufgrund einer anderen Untersuchungs- und Beschreibungsmethodik nicht behandelt. Allerdings werden in der Grammatik der litauischen Gegenwartssprache
(2005: 23–26) und in Alekso Girdenis’ Theoretischen Grundlagen der litauischen Phonologie (2003: 209, Tabelle 23) die Vokale mit variabler Artikulation /ie/, /uo/ den nicht hohen Vokalen zugeordnet (vgl. auch Bacevičiūtė 2002; Pakerys 2003; Kaukėnienė 2003b, 2004a). Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die Zuordnung der langen Vokale mit variabler Artikulation /ie/, /uo/ zu Vokalphonemen eines bestimmten Öffnungsgrads bedingt ist.
Wie zu sehen ist, sind die vokalischen Phoneme der litauischen Standardsprache in Tabelle 1 in Rot in eckigen Klammern auch mit Zeichen des Internationalen Phonetischen Alphabets (TFA oder IPA – engl. International Phonetic Alphabet) wiedergegeben (ausführlicher siehe IPA 2005). Den traditionellen Symbolen für litauische Vokale mit konstanter Artikulation /i, e, a, ə, u, iː, eː, aː, oː, uː/ entsprechen demnach folgende TFA-Zeichen: /ɪ, ɛ, æ, ɔ, ɪː, ɛː, æː, ɑː, oː, uː/. Diese Vokale (d. h. mit Ausnahme von /ė/, /ie/, /uo/ – nach TFA entsprechend /e/, /ie/, /uɔ/) werden im Folgenden mithilfe der TFA-Zeichen beschrieben. Die Wahl gerade dieser TFA-Entsprechungen ist nicht zufällig (vgl. unten Abb. 3–7); sie wird bei der Erörterung der akustischen Merkmale der Vokale erläutert, aus denen sich auch auf bestimmte Artikulationseigenschaften schließen lässt.
TABELLE 1. Phonologisches Vokalsystem der litauischen Sprache (traditionelle Zeichen schwarz, TFA-Zeichen rot) und die Vokale bezeichnenden Buchstaben (grün)[11]
Das von der International Phonetic Association (engl. International Phonetic Association) entwickelte Internationale Phonetische Alphabet ist ein standardisiertes universelles Zeichensystem, das dazu dient, die Laute verschiedener Sprachen der Welt unter Berücksichtigung ihrer Aussprache zu beschreiben und zu untersuchen. Auf die Laute der litauischen Sprache wurden TFA-Zeichen beispielsweise in der 1997 erschienenen akademischen Grammatik der litauischen Sprache in englischer Sprache Lithuanian Grammar (LG 1997) angewandt. In diesem Artikel wird eine leicht angepasste TFA-Transkription verwendet, d. h. eine neuere (Version von 2005) des TFA zugrunde gelegt.
1 lentelėje balsiai suskirstyti pagal diferencinius požymius (plačiau žr. Girdenis 2003: 191 tt.)[12], apie juos plačiau bus kalbama aptariant spektrinės analizės rezultatus.
Die für die Untersuchung berücksichtigten Laute wurden von 12 Informanten gesprochen (6 Frauen und 6 Männer im Alter von 20 bis 50 Jahren), allesamt Vertreter der Standardsprache ohne Sprechfehler. Die meisten von ihnen haben eine Hochschulausbildung im Bereich der Philologie; alle verwenden die Standardsprache täglich oder fast täglich, nicht nur im öffentlichen Raum, beherrschen jedoch eine oder mehrere Dialekte sowie Fremdsprachen. Sie stammen aus allen Regiolekten des litauischen Sprachgebiets (Abb. 2; ausführlicher siehe Aliūkaitė, Mikulėnienė 2014: 257 ff.), damit das Untersuchungsmaterial möglichst objektiv ist und die Ergebnisse eine möglichst realistische Situation der Vokalaussprache der litauischen Standardsprache widerspiegeln. In diesem Artikel werden die Daten der einzelnen Informanten nicht erörtert; in den Tabellen
(und in den Diagrammen) werden zusammengefasste Daten aller Informanten (Mittelwert) dargestellt.
ABB. 2. Regiolekte des litauischen Sprachgebiets[13]
Die Aufnahmen wurden in geschlossenen Räumen mit einem professionellen Aufnahmegerät (Tascam HD-P2) und einem Richtmikrofon für Gesang, das mit einem Kopfbügel befestigt wurde (AKG C 520), gemacht. Die Informanten sollten das Material in normalem Tempo und möglichst natürlich aussprechen. Anschließend wurden die Aufnahmen in den Computerspeicher übertragen und im Format .wav gespeichert (insgesamt über 5 000 Dateien). Die Segmentierung der untersuchten Elemente erfolgte mit kostenlosen Computerprogrammen zur Tonverarbeitung und -analyse: Praat 5.3.63 und späteren Versionen (Entwickler Paul Boersma und David Weenink) sowie WaveSurfer 1.8.8.p4 (Entwickler Kåre Sjölander und Jonas Beskow). Zur Untersuchung der qualitativen Vokalmerkmale wurde der gesamte stationäre (reinste) Teil der litauischen Vokale vermessen; erfasst wurden die Werte der ersten vier Formanten (F1, F2, F3 und F4) (in Hertz), die Grundfrequenz (in Hertz) und die Dauer (in Millisekunden). Für die weitere Analyse der Daten der instrumentellen Untersuchung wurde das Programm MS Excel verwendet. So wurden beispielsweise nach der Formel von Anthony Bladon und Gunnar Fant (Bladon, Fant 1978: 3; siehe auch Fant 1983: 7) statistische Mittelwerte (in Hertz und Bark) und die Standardabweichung (in Hertz) berechnet sowie der Wert des effektiven zweiten Formanten (F2′) (in Bark) ermittelt. Für dessen Berechnung sind neben den Werten der ersten beiden Formanten, die gewöhnlich die wichtigsten akustischen Vokalmerkmale bestimmen, auch die Werte des dritten und vierten Formanten sowie der Grundfrequenz erforderlich. Die Ergebnisse wurden nach der Formel von Hartmut Traunmüller in Bark umgerechnet (Traunmüller 1988: 97). Die Vokale werden nicht nur im akustischen (in Hertz), sondern auch im psychoakustischen F2′/F1-Raum (in Bark) grafisch dargestellt – man nimmt an, dass eine solche Darstellung des Vokalsystems die Besonderheiten des menschlichen Hörens genauer wiedergibt, d. h.
atsižvelgiama į logaritminę suvokimo prigimtį (Grigorjevs 2013: 303). Psichoakustinėje erdvėje (žr. 3, 4 pav.; taip pat plg. 5 pav.) tiriamieji balsiai žymimi 1 barko dydžio skersmens apskritimais, atstumai tarp kurių rodo suvokiamos kokybės skirtingumo laipsnį (Iivonen 1987). Apibūdinant bendrinės lietuvių kalbos balsių sistemą, taip pat naudojami tonotopiniai atstumai (barkais) tarp pirmosios formantės ir pagrindinio dažnio (tono) (F1–f0) ir tarp pirmosios ir antrosios formančių (F2–F1): tokie skirtumai glaudžiai susiję su balsių atvirumu ir su balsių priešakinės ir užpakalinės eilės požymiu (Miller 1989: 2119). Kaip bus matyti, rūpimus rezultatus pavertus į psichofizinius vienetus ir naudojant tonotopinių atstumų reikšmes, skirtumai tarp vyrų ir moterų duomenų taškų gerokai sumažėja.
Die gemessenen Formantwerte der von Frauen gesprochenen Vokale (zusammengefasste Daten) und die akustischen Parameter (Kompaktheit, Bemoligkeit, Tonalität, Spannung) werden sowohl in der Originalform, d. h. nicht normalisiert (Tabelle 4; Daten zur Aussprache der Männer siehe Tabelle 7), als auch normalisiert anhand der Koeffizienten 17% (Tabelle 3) und 14% (Tabelle 4) angegeben, damit sich die ermittelten Ergebnisse möglichst objektiv mit den entsprechenden Daten zur Aussprache der Männer vergleichen lassen (zu universellen Koeffizienten siehe Fant 1975: 8). Die Normalisierungskoeffizienten wurden auf Grundlage der Daten zum zweiten Formanten von [i] sowie konkreter Formantdaten berechnet, die vom gesamten Vokaltrakt oder von einem bestimmten Hohlraum abhängen (siehe Fant 1975: 8; Grigorjevs 2008: 45–61).
Zur genaueren Beschreibung der qualitativen Beziehungen zwischen den langen und kurzen Vokalen des Litauischen wurde das Programm FORMANT2.PAS[14] verwendet, mit dem anhand der mittleren Werte des ersten, zweiten und dritten Formanten (Hz) folgende akustische Parameter (numerische Werte) berechnet wurden: Bemoligkeit, Kompaktheit, Spannung und Tonalität (siehe Tabellen 4–7).
Wie in der Einleitung des Artikels erwähnt, werden die Ergebnisse zur Vokalquantität und -qualität mit Daten aus einigen früheren Untersuchungen verglichen (Tabelle 3; Abb. 7).
3. DISKUSSION DER UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE
3.1. QUANTITÄT DER ISOLIERT AUSGESPROCHENEN VOKALE DER LITAUISCHEN STANDARDSprache
Aus den Ergebnissen der Vokaldauermessungen (siehe Tabelle 2) geht hervor, dass bei den von Frauen wie Männern gesprochenen Vokalen der litauischen Standardsprache [ɐ] und [ɛ] die längsten unter den Kurzvokalen sind, während [æː] und [ɑː] die längsten unter den Langvokalen sind; die Kurzvokale [ɪ] und [ʊ] sind die kürzesten unter den Kurzvokalen, [iː] und [uː] die kürzesten unter den Langvokalen. Die übrigen Vokale ([ɔ] unter den Kurzvokalen und entsprechend [eː], [oː] unter den Langvokalen) nehmen hinsichtlich ihrer Dauer eine Zwischenstellung ein: Sie sind kürzer als die entsprechenden tiefen Kurz- und Langvokale, aber länger als die entsprechenden hohen Vokale. Solche Regelmäßigkeiten entsprechen im Wesentlichen den Tendenzen der intrinsischen Dauer (vgl. Pakerys 1982: 43–48 und dort angeführte Literatur).
TABELLE 2. Vokalquantität der litauischen Standardsprache: zusammengefasste Daten für Männer und Frauen (N der von Frauen gesprochenen Vokale = 60, N der von Männern gesprochenen Vokale = 72)
VON FRAUEN AUSGESPROCHENE VOKALE
Mittlere Dauer (ms) ± Standardabweichung (ms)
Relative Dauer
VON MÄNNERN AUSGESPROCHENE VOKALE
Mittlere Dauer (ms) ± Standardabweichung (ms)
Relative Dauer
[i:]
352±40
2.06: 1
[i:]
350±38
2.11: 1
[ɪ]
171±25
[ɪ]
166±18
[e:]
370±44
[e:]
414±55
[æ:]
397±79
1.99: 1
[æ:]
422±42
1.99: 1
[ɛ]
199±29
[ɛ]
212±16
[ɑ:]
406±76
2.06: 1
[ɑ:]
451±38
2.16: 1
[ɐ]
197±17
[ɐ]
209±12
[ɔ:]
393±49
2.14: 1
[ɔ:]
399±37
2.16: 1
[ɔ]
184±13
[ɔ]
185±22
[u:]
362±49
2.07: 1
[u:]
368±43
2.22: 1
[ʊ]
175±14
[ʊ]
166±23
Lang: Kurz
380: 185
2.05: 1
Lang: Kurz
401: 188
2.13: 1
Wie aus den in Tabelle 2 dargestellten zusammengefassten Ergebnissen hervorgeht, sind die von Frauen und Männern ausgesprochenen langen Vokale 2,1-mal länger als die kurzen. Die Konfidenzintervalle der entsprechenden kurzen und langen Vokale überschneiden sich nicht (diese und einige weitere im Folgenden beschriebene statistische Angaben sind in der Tabelle nicht aufgeführt); der Unterschied in ihrer Quantität ist statistisch signifikant (das Konfidenzniveau ist höchstmöglich). Beim Vergleich der Daten von Männern und Frauen zeigte sich eine Tendenz, dass Männer isolierte Vokale länger aussprechen; dieser Unterschied ist jedoch gering und statistisch nicht signifikant, und die Konfidenzintervalle überschneiden sich vielfach. Es wurde jedoch festgestellt, dass die Vokalquantität bei Frauen stärker variiert (zwischen 7 und 20%) als bei Männern (zwischen 6 und 14%).
TABELLE 3. Quantitätsverhältnisse der kurzen und langen Vokale des litauischen Standards nach den Daten einiger früherer Untersuchungen
POSITION
A. PAKERYŠ (1982: 93, 95, 112)
L. KAUKĖNIENĖ (2004a: 62)
D. BAIŠATYTĖ (2004: 174)
Betonte kurze: lange Vokale
(betonte kurze: akutierte: zirkumflektierte Vokale) 1: 1,72: 2,09
1: 2,2
1: 1,94
Unbetonte kurze: lange Vokale
1: 1,76
1: 1,4
–
Wie zu Beginn des Artikels erwähnt, untersuchten andere Forscher überwiegend isoliert ausgesprochene Wörter (die Silbenzahl variiert zwischen eins und vier) und nicht einzelne Laute. Die Informanten waren größtenteils Männer. Wie wir jedoch sehen (siehe Tabelle 3), ähneln die Quantitätsverhältnisse betonter kurzer und langer Vokale (mit Ausnahme akutierter Vokale) denen, die in diesem Artikel beschrieben werden, recht stark. Eine eingehendere Betrachtung der Ergebnisse verschiedener Untersuchungen ergab, dass in Wörtern die Dauerverhältnisse kurzer und langer Vokale zwischen dem 1,9- und 2,4-Fachen schwanken; lediglich akutierte Vokale sind 1,5- bis 1,9-mal länger als betonte kurze Vokale. In unbetonter Position können die Unterschiede zwischen kurzen und langen Vokalen sehr gering sein; sie sind jedoch, wie sich herausstellt, statistisch signifikant und schwanken zwischen dem 1,1- und 1,9-Fachen. Dennoch ist es wichtig, die phonologische Opposition der Phoneme auch auf Qualitätsunterschiede zu stützen und verschiedene sprachliche und außersprachliche Faktoren zu berücksichtigen. Bekanntlich sind phonologische Sprachelemente absolut und nicht relativ: Laute mit ähnlicher oder gleicher spektraler Struktur können unterschiedlich wahrgenommen werden, wenn sich ihre lautliche Umgebung unterscheidet, denn wie erwähnt kann in bestimmten Fällen weniger akustische Information vorhanden sein,
negu jos reikėtų tiksliai fonemoms atpažinti (Girdenis 2003: 224).
3.2. DIE WICHTIGSTEN QUALITATIVEN MERKMALE DER VOKALE DER LITAUISCHEN STANDARDSPRACHE
Die Analyse der erzielten Ergebnisse zeigte, dass das Vokalspektrum vom jeweiligen Sprecher abhängt; zudem werden die Unterschiede zwischen den Spektren der von Männern und Frauen ausgesprochenen Vokale auch durch die geringere Größe des weiblichen Resonanzraums beeinflusst. Dennoch ist anzumerken, dass stets bestimmte recht stabile Verhältnisse bestehen bleiben (vgl. Girdenis 2003: 222). In diesem Artikel werden nur zusammengefasste Daten zur Aussprache von Frauen und Männern beschrieben. Wie zu sehen ist, verringerten sich die Unterschiede zwischen den Vokalen von Frauen und Männern nach der Normalisierung der Sprecher auf ein Minimum (vgl. Tabelle 4 und Tabellen 5–7). Zur Beschreibung der Ergebnisse der weiblichen Aussprache wurde Tabelle 5 ausgewählt; die übrigen Tabellen (d. h. Tabellen 4 und 6) werden zum Vergleich angeführt und könnten auch bei künftigen instrumentellen Untersuchungen nützlich sein. Die Ergebnisse der männlichen Aussprache sind in Tabelle 7 und Abbildung 4 dargestellt.
Bei den von allen Informanten (sowohl Männern als auch Frauen[15]) ausgesprochenen [iː], [eː], [ɪ] liegt das erste Formant über 2000 Hz, während das erste Formant sehr niedrig ist: zwischen 285 Hz und etwa 450 Hz (siehe Tabellen 4–7). Bei der Untersuchung des Abstands zwischen dem ersten und dem zweiten sowie zwischen dem zweiten und dem dritten Formant wurde festgestellt, dass bei allen litauischen Vokalen (sowohl langen als auch kurzen) der größte Abstand zwischen dem ersten und dem zweiten Formant der Vokale [iː], [eː], [ɪ] besteht, der kleinste dagegen zwischen dem zweiten und dem dritten Formant dieser Vokale. Bei den von allen Informanten (sowohl Männern als auch Frauen) ausgesprochenen [uː], [oː], [ɔ], [ʊ] sind beide Formanten vergleichsweise niedrig (siehe Tabellen 4–7): F₁ liegt ungefähr zwischen 300 Hz und 600 Hz und F₂ zwischen 630 Hz und 1100 Hz. Bei allen langen Vokalen ist der Abstand zwischen dem ersten und dem zweiten Formant der Vokale [oː] und [uː] am kleinsten, während der Abstand zwischen ihrem zweiten und dritten Formant am größten ist. Dasselbe Muster zeigt sich bei den kurzen Vokalen [ɔ] und [ʊ]. Das erste Formant der Vokale [ɑː], [ɐ] und [æː], [ɛ] ist vergleichsweise hoch – etwa 610 bis 850 Hz. Das zweite Formant von [ɑː] und [ɐ] ist dagegen vergleichsweise niedrig, d. h. es liegt nahe beim ersten Formant, nämlich bei etwa 1200–1300 Hz. Das zweite Formant von [æː] und [ɛ] ist jedoch höher – etwa 1700 Hz oder mehr; es liegt somit höher als das zweite Formant von [ɑː], [ɐ] und niedriger als das zweite Formant von [iː], [eː], [ɪ] (siehe Tabellen 4–7). Von allen langen und kurzen Vokalen liegt das dritte Formant der Vokale [ɑː] und [ɐ] dem ersten Formant am nächsten. Entsprechend liegt das dritte Formant der Vokale [iː], [eː] und [ɪ] am weitesten vom ersten Formant entfernt.
TABELLE 4. Formantwerte (in Hertz) der kurzen und langen Vokale der litauischen Standardsprache und ihre Bewertungen: nicht normalisierte Daten zur weiblichen Aussprache
Vokale
F1 (Hz)
F2 (Hz)
F3 (Hz)
Kompaktheit
Bemoligkeit
Tonhöhe
Gespanntheit
[iː]
334
2710
3379
727
105
813
2255
[ɪ]
439
2381
2909
774
105
643
1351
[eː]
468
2611
3227
773
104
655
1870
[æː]
866
2159
2951
869
103
261
1476
[ɛ]
712
2085
2922
846
104
320
1219
[ɑː]
996
1442
2675
935
104
-108
729
[ɐ]
831
1486
2654
904
105
1
499
[oː]
552
868
2620
914
110
-283
804
[ɔ]
677
1090
2598
914
108
-170
685
[uː]
376
745
2658
872
113
-255
1037
[ʊ]
476
1006
2595
869
110
-87
613
TABELLE 5. Formantwerte (in Hertz) der kurzen und langen Vokale des Standardlitauischen und ihre Auswertungen: normalisierte Aussprachedaten von Frauen (k = 17 Prozent)
Vokale F₁ (Hz) F₂ (Hz) F₃ (Hz) Kompaktheit B-Moll-Qualität Tonalität Spannung [i:] 285 2316 2888 721 108 814 1419 [ɪ] 375 2035 2486 770 108 648 674 [e:] 400 2232 2758 768 106 655 1090 [æ:] 741 1845 2522 866 105 260 608 [ɛ] 609 1782 2498 843 106 320 393 [ɑ:] 851 1233 2286 934 107 -107 832 [ɐ] 710 1270 2269 902 107 1 671 [ɔ:] 472 742 2239 912 112 -283 1047 [ɔ] 578 931 2221 912 110 -171 926 [u:] 322 637 2272 869 115 -256 1269 [ʊ] 407 860 2218 866 112 -87 1015
TABELLE 6. Formantwerte (in Hertz) der kurzen und langen Vokale des Standardlitauischen und ihre Bewertungen: normalisierte Daten zur Aussprache von Frauen (k = 14 Prozent)
Vokale F₁ (Hz) F₂ (Hz) F₃ (Hz) Kompaktheit B-Moll-Qualität Tonalität Spannung [i:] 293 2377 2964 722 107 813 1548 [ɪ] 385 2089 2551 770 107 648 755 [e:] 410 2291 2831 769 106 655 1212 [æ:] 760 1894 2589 867 104 261 743 [ɛ] 625 1829 2563 844 106 320 517 [ɑ:] 874 1265 2347 934 106 -108 762 [ɐ] 729 1304 2328 902 107 1 597 [ɔ:] 484 762 2298 912 112 -282 956 [ɔ] 594 956 2279 912 110 -171 859 [u:] 330 654 2331 869 115 -255 1185 [ʊ] 417 882 2276 867 112 -86 925
TABELLE 7. Formantwerte (in Hertz) der kurzen und langen Vokale des Standardlitauischen und ihre Bewertungen: aggregierte Daten zur Aussprache von Männern
Vokale F₁ (Hz) F₂ (Hz) F₃ (Hz) Kompaktheit B-Moll-Qualität Tonalität Spannung [iː] 287 2351 3059 719 107 799 1623 [ɪ] 385 2001 2609 773 107 601 725 [e] 447 2169 2833 784 106 570 1055 [æ] 745 1697 2610 874 105 171 552 [ɛ] 613 1718 2616 846 106 265 447 [ɑː] 832 1216 2508 932 106 −149 623 [ɐ] 709 1280 2479 900 107 −31 450 [ɔː] 496 743 2562 920 111 −362 823 [ɔ] 576 1036 2522 895 109 −131 562 [uː] 320 631 2571 869 115 −315 1120 [ʊ] 436 893 2592 871 111 −151 763
Die anhand der Mittelwerte der ersten drei Formanten berechneten akustischen Parameter der Vokale (siehe Tabellen 4–7) werden mit folgenden Merkmalen in Verbindung gebracht: „hoch“–„tief“, „kompakt“–„diffus“, „B-moll“–„neutral“, „gespannt“–„ungespannt“. Hinsichtlich der Tonhöhe (Klangfarbe) gelten isoliert ausgesprochene [iː], [e], [æ] und [ɪ], [ɛ] als hohe, hell timbrierte Laute (ihr zweiter Formant liegt über 1500 Hz, und ihr Tonalitätsgrad ist positiv[16]), verglichen mit den entsprechenden dunkel timbrierten[17] oder, genauer gesagt, nicht hohen Vokalen [ɑː], [ɔː], [uː] und [ɐ], [ɔ], [ʊ] (der zweite Formant dieser Vokale liegt unter 1500 Hz, und der Tonalitätsgrad aller dunkel timbrierten Laute ist negativ, mit Ausnahme des von Frauen gesprochenen [ɛ]) (vgl. auch die in Tabelle 1 dargestellte phonologische Klassifikation der Vokale).
Den Aussprachedaten von Männern und Frauen zufolge (vgl. den zweiten Formanten und den Tonalitätsgrad in den Tabellen) hat unter den langen Vokalen des Standardlitauischen [iː] die hellste Klangfarbe; die dunkelste Klangfarbe weisen [uː] und [ɔː] auf. Unter den kurzen Vokalen hat [ɪ] die hellste Klangfarbe, während [ʊ] und [ɔ] die dunkelste Klangfarbe haben. Hervorzuheben ist, dass die Vokale mit der dunkelsten Klangfarbe auch den höchsten B-Moll-Index aufweisen (siehe Tabellen 4–7). Der akustischen Klassifikation zufolge sind [ɔː], [uː], [ɔ], [ʊ] als B-moll-Vokale einzustufen: [uː] hat den höchsten B-Moll-Index, weshalb angenommen werden kann, dass die Lippen bei der Artikulation dieses Lautes am aktivsten sind.
Unter Berücksichtigung der Lage beider Formanten lassen sich isoliert ausgesprochene litauische Vokale nach ihrem Grad an Kompaktheit (oder Diffusität, die umgekehrt proportional zur Kompaktheit ist) einteilen. Wie aus den Tabellen 4–7 hervorgeht (vgl. Abb. 3 und 4), ist [ɑː] der kompakteste Laut: Wie bereits erwähnt, liegen die ersten beiden Formanten dieses Vokals dicht beieinander und insgesamt nahe dem zentralen Spektralbereich (der Zahlenwert der Kompaktheit ist am höchsten). An den äußersten Rändern des Spektrums liegen [iː] und [uː] – nichtkompakte, das heißt die diffusesten Vokale (ihre Spektralenergie verteilt sich an den Spektralrändern, und ihre Kompaktheitswerte sind am niedrigsten). Unter den kurzen Vokalen ist der tiefe [ɛ] am kompaktesten (sein Kompaktheitsindex ist der höchste unter allen kurzen Vokalen); an den Spektralrändern, jedoch etwas näher am Zentrum als die diffusen langen [iː] und [uː], liegen der erste und zweite Formant der kurzen Vokale [ɪ] und [ʊ].
Die Zahlenwerte der Spannung der langen und kurzen litauischen Vokale (vgl. den Spannungsindex in den Tabellen 4–7) zeigen, dass der Mittelwert dieses Parameters bei den langen Vokalen [iː], [uː], [ɔː] deutlich höher ist als bei den entsprechenden kurzen Vokalen [ɪ], [ʊ] und [ɔ]. Wie jedoch zu erwarten war (vgl. auch Girdenis 2003: 222, 226), sind die Spannungsunterschiede zwischen den langen [æ], [ɑː] und ihren kurzen Entsprechungen [ɛ], [ɛ] wesentlich geringer.
ABB. 3. Litauische Vokale im psychoakustischen Raum: zusammengefasste Daten zur Aussprache von Frauen (in Bark, N = 60)
ABB. 4. Litauische Vokale im psychoakustischen Raum: zusammengefasste Daten zur Aussprache von Männern (in Bark, N = 72)
Die spektralen Merkmale der Vokale stehen in engem Zusammenhang mit potenziellen artikulatorischen Eigenschaften (vgl. Abb. 3–4). Das zweite Formant wird durch die Artikulationsstelle bestimmt: Die hohen Laute [iː], [eː], [æː], [ɪ], [ɛ] gelten als vordere Vokale, da sie mit einer Verlagerung der Zunge in den vorderen Mundbereich artikuliert werden. Die nicht hohen oder tiefen Laute [ɑː], [ɔː], [uː] und [ɑ], [ɔ], [ʊ] gelten als nicht vordere beziehungsweise hintere Vokale, da sie mit einer Zurückziehung der Zunge in den hinteren Mundbereich artikuliert werden. Doch
selbst bei der Artikulation von Vokalen derselben Reihe unterscheidet sich die Zungenverlagerung: Von allen Vokalen ist [iː] der vorderste und [uː] der hinterste; bei den kurzen Vokalen sind entsprechend [ɪ] der vorderste und [ʊ] der hinterste.
Das erste Formant wird durch den Öffnungsgrad und die Hebung der Vokalartikulation bestimmt. Demnach gliedern sich die litauischen Vokale in tiefe (kompakte), d. h. offene Vokale [ɑː], [æː], [a], [ɛ], und nicht tiefe (nicht kompakte) Vokale: hohe (diffuse), d. h. geschlossene Vokale [iː], [uː], [ɪ], [ʊ], sowie nicht hohe beziehungsweise mittelhohe Vokale [e] und [ɔ], [ɔ] (nicht diffus und nicht kompakt). Hinsichtlich der Mundöffnung ist [iː] der geschlossenste litauische Vokal und [ɑː] der offenste. Hinsichtlich der Lippenstellung sind die kurzen gerundeten Vokale [ɔ], [ʊ] und die langen [oː], [uː] labialisierte (mit rund geformten Lippen artikulierte) Laute. Alle übrigen Vokale (d. h. nicht gerundete oder einfache Vokale) sind nicht labialisiert.
Außerdem berühren sich die Vokalkreise in den Abbildungen 3 und 4 nicht (oder kaum) – auch dies bedeutet, dass die langen und kurzen Vokale der litauischen Standardsprache als im Wesentlichen qualitativ unterschiedliche Laute wahrgenommen werden.
ABB. 5. Litauische Vokale im psychoakustischen Raum (zusammengefasste Aussprachedaten von Männern und Frauen, in Bark; die Formantwerte der von Frauen artikulierten Vokale wurden normalisiert (k = 17 Prozent))
Die potenziellen artikulatorischen Eigenschaften und Beziehungen der Vokale werden auch unmittelbar im Schema des psychoakustischen Raums dargestellt (vgl. Abb. 5). Auf der Abszissenachse sind die Differenzen zwischen den Werten des zweiten und ersten Formanten (F2−F1) eingetragen, auf der Ordinatenachse die Differenzen zwischen den Werten des ersten Formanten und des Grundtons (der Frequenz) (in Bark) (zu solchen Diagrammen vgl. Ladefoged, Maddieson 2002: 284–286; Grigorjevs 2012: 163–165). Das Schema zeigt, dass die Abstände zwischen den vorderen Lauten wesentlich größer sind als zwischen den hinteren: Die linke Dreiecksseite, die die Beziehungen der vorderen Vokale von [iː] bis [æː] darstellt, ist deutlich länger als die rechte, die die hinteren Vokale von [ɑː], [ɔ] bis [uː], [ʊ] verbindet (vgl. Фант 1964: 114). Wie bekannt, weisen größere Abstände zwischen vorderen Vokalen darauf hin, dass ihre horizontale Zungenverlagerung in Richtung der Zähne tendenziell ausgeprägter ist als bei hinteren Vokalen. Der lange Vokal [iː] ist der am weitesten vorn artikulierte Laut; bei seiner Artikulation ist die Zunge am stärksten in den vorderen Mundbereich verlagert. Der lange Vokal [æː] ist der offenste und tiefste aller vorderen Vokale. Die äußerste hintere Position nimmt der lange gerundete Vokal [oː] ein. Am tiefsten senkt sich die Zunge bei der Artikulation des tiefen hinteren Lautes [ɑː] –
Er ist der offenste und tiefste nicht nur unter den hinteren, sondern unter allen Vokalen.
6 ABB. Klassifikation der Vokale nach TFA (IPA)[18]
Das Vokalsystem des Litauischen lässt sich in Abbildung 5 bequem mit dem entsprechenden Vokalsystem nach TFA (IPA) (Abb. 6) vergleichen, das unter Berücksichtigung der Lautartikulation (artikulatorischer Vokalmerkmale) erstellt wurde. Dementsprechend wurden die einschlägigen TFA-Zeichen für die litauischen Vokale anhand der spektralen Analyse der langen und kurzen Vokale des Litauischen sowie ihrer Lautartikulation ausgewählt. Dabei ist zu beachten, dass wir nach der internationalen Klassifikation für die Einteilung der litauischen Vokale mehr artikulatorische Vokalmerkmale heranziehen sollten als bei der traditionellen (nationalen) Einteilung (vgl. Pakerys 2003: 27, Tabelle 1). Zum Beispiel: 1) Nach dem höchsten Punkt des Zungenrückens werden vordere (lange /iː, eː, æː/ und kurze /ɪ, ɛ/), zentrale (kurzer /ɘ/) und hintere (lange /ɑː, oː, uː/ und kurze /ɔ, ʊ/) Vokale unterschieden; traditionell werden hingegen vordere (/iː, eː, æː, ɪ, ɛ/) und hintere (/ɑː, oː, uː, ɐ, ɔ, ʊ/) Vokale unterschieden. 2) Nach dem Abstand der Zunge zum Gaumen werden geschlossene (lange /iː, uː/, während kurze /ɪ, ʊ/ hier eine Zwischenstellung zwischen geschlossenen und halbgeschlossenen Vokalen einnähmen), halbgeschlossene (lange /eː, oː/, wobei das litauische /eː/ den ermittelten akustischen Parametern zufolge als Zwischenlaut zwischen geschlossenen und halbgeschlossenen Vokalen gelten könnte), halboffene (/ɛ, æː, ɔ/) und offene Vokale (/ɑː/) unterschieden. Traditionell unterscheiden wir gewöhnlich Vokale mit hohem (d. h. geschlossene /i, uː, ɪ, ʊ/), mittlerem (mittlere /eː, oː, ɔ/) und tiefem (offene /ɑː, æː, ɛ/) Zungenstand. 3) Nach der Lippenstellung werden labialisierte (d. h. gerundete /uː, oː, ʊ, ɔ/) und nicht labialisierte (ungerundete /iː, eː, æː, ɑː, ɪ, ɛ, e/) Vokale unterschieden, ebenso wie bei der traditionellen artikulatorischen Einteilung der litauischen Vokale.
Die internationale Klassifikation der Vokale ist besonders nützlich, wenn der Lautbestand verschiedener Sprachen nach einheitlichen artikulatorischen Prinzipien untersucht und verglichen wird.
7 ABB. Isoliert und in Wörtern ausgesprochene Vokale im akustischen Raum (nach Daten verschiedener Untersuchungen, in Hertz) [19]
Anhand der Werte der ersten und zweiten Formanten (in Hertz) wurden die Ergebnisse dieser Untersuchung (isolierte Laute) außerdem mit entsprechenden Daten aus einigen früheren Untersuchungen verglichen – mit in Wörtern ausgesprochenen Vokalen (s. Abb. 7): Die in diesem Artikel beschriebenen Referenzwerte der litauischen Vokale im akustischen Raum sind durch große schwarze Symbole gekennzeichnet (Kreise für lange Vokale, Dreiecke für kurze Vokale); Daten aus der Untersuchung von Alekso Girdenio (Girdenis 2003: 222, Tabelle 25) sind durch kleine hellgraue Symbole gekennzeichnet; Daten aus der Untersuchung von Lidija Kaukinienė (Kaukinienė 2004b: 201, Tabelle 1) durch kleine dunkelgraue Symbole; Daten aus der Untersuchung von Danutė Balšaitytė (Balšaitytė 2004: 171, Tabelle 1) durch kleine weiße Symbole. Wie zu erkennen ist, nehmen die meisten in dieser Untersuchung betrachteten Vokale im akustischen Raum eine mehr oder weniger ähnliche oder peripherere Position ein als die in Wörtern ausgesprochenen Vokale. Bemerkenswert ist, dass die Spektren der tiefen Vokale am stärksten übereinstimmen; in allen Fällen unterscheiden sich jedoch die qualitativen Merkmale der kurzen litauischen Vokale und ihrer jeweiligen langen Gegenstücke signifikant: Den verschiedenen Untersuchungen zufolge sind die kurzen Vokale näher zum Zentrum des akustischen Raums verschoben als ihre jeweiligen langen Entsprechungen.
4. ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Referenzwerte der kurzen und langen Vokale des Litauischen sind auf Unterschiede in Quantität und Qualität zu stützen:
1. Es wurde festgestellt, dass das Dauernverhältnis zwischen isoliert ausgesprochenen kurzen Vokalen der litauischen Standardsprache und den entsprechenden langen Vokalen 1: 2,1 beträgt. Bei nicht isolierter Aussprache kann das Quantitätsverhältnis variieren; daher sollten bei der instrumentellen Untersuchung kurzer und langer Vokale auch deren qualitative Merkmale berücksichtigt werden.
2. Isoliert ausgesprochene lange Vokale von Frauen und Männern nehmen im akustischen und psychoakustischen Raum eine peripherere Position ein als ihre kurzen Entsprechungen. Das war zu erwarten, da sich lange und kurze Vokale im Litauischen nicht nur quantitativ, sondern insbesondere qualitativ unterscheiden.
3. Obwohl in verschiedenen Untersuchungen ermittelte Mittelwerte der ersten und zweiten Formanten litauischer Vokale variieren, bleiben die allgemeinen Tendenzen der Beziehungen zwischen den Vokalen gleich, und die Vokalklassifikation entspricht demselben (lediglich stärker idealisierten und periphereren) Modell. Daher lassen sich isoliert ausgesprochene Vokale vermutlich als Referenzwerte für die Aussprache der litauischen Standardsprache betrachten.
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Gauta 2015 11 17
Priimta 2015 12 16
JURGITA JAROSLAVIENĖ
Lietuvių kalbos institutas
Petro Vileišio g. 5, LT–10308 Vilnius
[email protected]
[1] Šiuolaikiniai eksperimentiniai garsų tyrimai (paprastai tiriami garsų akustiniai požymiai) dažniausiai atliekami specialiais prietaisais arba kompiuterinėmis programomis. Svarbiausi metodai – oscilogramų, spektrogramų analizė, garso trukmės, pagrindinio tono ir intensyvumo matavimai. Norint nustatyti tiriamų elementų fonologinį savarankiškumą, atliekami ir audiciniai eksperimentai. Jeigu neaptariami audiciniai eksperimentai, tik instrumentiniams tyrimams apibūdinti vartojamas instrumentinės fonetikos terminas (Bacevičiūtė 2009: 202).
[2] Atkreiptinas dėmesys, kad natūraliu kalbėjimo tempu izoliuotai ištarti balsiai nepainiotini su Danielo Joneso kardinaliaisiais (arba kitaip – kardinaliniais) balsiais (Ladefoged 1975: 194–199; Jassem 1973: 190, lentelė 13.1) ir pagal specialius reikalavimus ištartais lietuvių kalbos (ir kitų kalbų) bei tarmių izoliacijaistais balsiais: kardinalieji balsiai naudojami kaip teoriniai konstruktai, tam tikra etaloninė sistema konkrečių kalbų ar tarmių balsynui apibūdinti ir palyginti, tačiau visai tiksliai nesutampa su jokios konkrečios kalbos atitinkamais garsais (pvz., plg. Roca, Johnson 1999: 126; Jaroslavienė, Kaukenienė 2004: 25–45; Kaukenienė 2004b: 199–211; Murinienė 2007: 116–118; Girdenis 2008: 29–32 ir kt.).
[3] Iš lietuvių kalbos būtiniausių tarties reikalavimų minėtini bent keli: skirti trumpuosius balsius nuo ilgųjų ir kirčiuotuose, ir nekirčiuotuose skiemenyse; skirti balsius e, ė, o nuo ie, uo kirčiuotuose ir nekirčiuotuose skiemenyse; skirti dvibalsių ir mišriųjų dvigarsių tvirtapradę priegaidę nuo tvirtagalės; laikytis kietųjų ir minkštųjų priebalsių tarimo taisyklių ir pan. Kirčiuotų trumpųjų balsių negalima pailginti (netaisyklingas jų tarimas griauna balsių sistemą, nes trumpė lietuvių kalboje yra vienas iš skiriamųjų balsių požymių, tik balsių ilgumu gali skirtis kitais atžvilgiais vienodi žodžiai: mẽs – mès, lĩs – lìs ir pan.). Plačiau apie tarties normas žr. Valstybinės lietuvių kalbos komisijos (toliau – VLKK) nutarimą „Dėl lietuvių bendrinės tarties būtiniausių reikalavimų“; taip pat žr. Girdenis, Pupkis 1978; Girdenis 2003: 24–25; Pakerys, Pupkis 2004 ir kt.
[4] Arba kitaip – kultūros kalbą (žr. Mikulėnienė 2015), kaip pridėtinės vertės ženklą, kurį reprezentuoja ne tik kalbos kultūros
išmanymas, bet ir taisyklinga, aiški tartis.
[5] Kaip žinoma, pagrindinis valstybinės kalbos politikos tikslas – stiprinti valstybinės kalbos statusą ir prestižą, skatinti jos plėtrą, užtikrinti lietuvių kalbos funkcionalumą visose viešojo gyvenimo srityse, išlaikyti ją kalbų rinkoje (žr. VLKK nutarimą „Dėl valstybinės kalbos vartojimo, norminimo ir sklaidos programos patvirtinimo“, 2015-04-30, Nr. N-2 (157)).
[6] Straipsnyje aptariami rezultatai apskaičiuoti Lietuvių kalbos institute 2013–2015 m. vykdant Lietuvos mokslo tarybos finansuojamą projektą „Dabartinės baltų kalbos: spektrinės garsų charakteristikos (instrumentinis tyrimas)“. Projekto vykdytojai: dr. Juris Grigorjevas, dr. Inesė Indričānė, dr. Jurgita Jaroslavienė (projekto vadovė) ir dr. Jolita Urbanavičienė.
[7] Taisyklingos, aiškios tarties klausimas aktualus ne tik lietuvių kalbai, priskiriamai prie mažai vartojamų pasaulio kalbų, bet ir didžiosioms kalboms, tokioms kaip anglų. Pvz., žr. internete English Phonetics and Phonology <[https://www.facebook.com/English-Phonetics-and-Phonology-268299689848577/?fref=ts]> (žiūrėta 2015-10-28).
[8] Vis dar trūksta išplėtotų diskusijų ir nusistovėjusios nuomonės dėl dabartinės bendrinės kalbos (angl. common language), standartinės kalbos (angl. standard language), paprastosios kalbos (angl. plain language) sampratos, vartosenos ir vartojimo sričių bei santykio su valstybine kalba. Glaustą tokių terminų kaip rašomoji kalba, bendrinė kalba, literatūrinė kalba, standartinė kalba vartosenos apžvalgą žr. Cidzikaitė 2002: 280–282 ir ten min. lit.
[9] Norint panagrinėti, ar svetimos kilmės žodžių balsio [ɛ] (t. y. fonemos /ɛ/ alofono) tarimas (ypač kokybė) panašiose pozicijose skiriasi nuo paprasto trumpojo [e] (t. v. fonemos /e/ alofono), planuojama atlikti instrumentinį ir audicinį tyrimą pasirenkant atitinkamo pobūdžio tiriamąją medžiagą. Antano Pakerio duomenimis (2003: 33), balsių [ɛ] ir [e] funkcinį savarankiškumą galima patikrinti palyginus žodžių formas gęstų (daiktavardžio gęstas dgs. kilm.) ir gęstų (veiksmažodžio gęsti tariamoji nuosaka): 75–80 proc. klausytojų teisingai atpažino tuos izoliuotai ištartus žodžius.
[10] Izoliuotai ištartų kintamojo pakilimo ilgųjų balsių pavyzdžių galima pasiklausyti paspaudus „[ie]“ ir atitinkamai „[uo]“.
[11] Minkštumo ženklo žymėjimas prieš a, ą tipo raides simbolinis (laikydamiesi nuoseklumo, turėtume rašyti ir prie u, ū, uo tipo raidžių), norint parodyti, kad tuo atveju garsas vartojamas po minkštojo priebalsio, dėl to jo kokybė pakinta. Du šio vienodai rašte žymimi skirtingos kokybės trumpieji balsiai apibraukti raudonai (plačiau dėl raidžių žr. Pakerys 2003: 29, 3 išn. ir min. lit.; Girdenis 2003: 194; DLKG 2005: 24–25).
[12] Kaip žinoma, efektyvi gali būti tik tokia fonemų klasifikacija ir tokia diferenciacijų požymių sistema bei hierarchija, kuri leidžia kuo nuosekliau ir paprasčiau aprašyti visų fonologinių elementų santykius ir visos fonologinės sistemos funkcionavimą (Girdenis 2003: 201tt.; taip pat plg. Pakerys 2003: 32–37; DLKG 2005: 21–26).
[13] Paveikslas imtas iš XXI amžiaus pradžios lietuvių tarmės: geolingvistinis ir sociolingvistinis tyrimas: žemėlapiai ir jų komentarai, sudarė Danguolė Mikulėnienė, Violeta Meiliūnaitė, autoriai D. Mikulėnienė ir kt., Vilnius: Briedis, 2014.
[14] Kompiuterinę programą FORMANT2.PAS sukūrė Aleksas Girdenis, remdamasis Raymond Piotrovsky (Пиотровский 1960: 24–38) pasiūlytu metodu.
[15] Nenormalizuotų ir normalizuotų duomenų rezultatai smulkiau neaptariami.
[16] Kuo aukštesnis tembras, tuo didesnė antrosios formantės skaitinė reikšmė ir tonalumo koeficientas (laipsnis), rodantis garso aukštį.
[17] Lietuvių kalbos balsiai [ɔ], [uː], [ɔ], [ʊ] (taip pat [uo]) realizuojami dvejopais alofonais: prieš šiuos balsius gali eiti ir kietieji, ir minkštieji priebalsiai (ir /j/). Po minkštųjų priebalsių (ir /j/) vartojami supriešakėję balsių variantai: jų tarimo pradžioje liežuvis yra gerokai pasislinkęs į priekį, bet paskui dažniausiai atsitraukia į pagrindinį („paprastųjų“) alofonų padėtį (plg. Girdenis 2003: 192 ir min. lit., 229; Jaroslavienė 2014: 76–77). Šiame straipsnyje nagrinėjama pagrindinių (nesupriešakėjusių) alofonų kokybė ir trukmė.
[18] Paveikslas parengtas pagal https://www.internationalphoneticassociation.org/content/ipa-chart (žiūrėta 2015 09 02). Labializuoti (lūpiniai) balsiai išsidėstę kiekvienos kraštinės dešinėje pusėje, nelabializuoti (nelūpiniai) – kairėje.
[19] Paveiksle apskritimai žymi ilguosius balsius, trikampiai – trumpuosius balsius.