DANUTĖ LIUTKEVIČIENĖ
Institut für Litauische Sprache
DER DEUTSCHE IM WÖRTERBUCH DER LITAUISCHEN SPRACHE-WELTBILD1
Ob wir Freunde oder Feinde sind, muss erst die Zukunft zeigen, Deutscher.
Vincas Krėvė
SCHLÜSSELWÖRTER: Wörterbuch, Semantik, Belegbeispiel, Weltbild, Deutscher.
ZUSAMMENFASSUNG
Das Bild des Deutschen aus litauischer Sicht wurde von Ethnologen, Folkloristen, Historikern und Sprachwissenschaftlern untersucht. Unter diesem Gesichtspunkt ist jedoch das Wörterbuch der litauischen Sprache noch nicht untersucht worden, das als Chronik betrachtet werden kann und Material von unseren ersten Schriften aus dem Jahr 1547 bis zum Jahr 2001 umfasst. Ziel dieses Artikels ist es, das Bild des Deutschen anhand dieses Wörterbuchs zu ermitteln.
Die semantische Analyse von etwa 650 Belegbeispielen, die mit dem Wort vokietis zusammenhängen, zeigte, dass im Wörterbuch am häufigsten ein negatives Bild des Deutschen vermittelt wird. In diesen Sätzen werden die Deutschen als Feinde erwähnt, die die Litauer seit alters her überfielen, misshandelten und töteten; sie zerstörten den Besitz der Litauer oder nahmen ihn ihnen weg, bürdeten den Menschen verschiedene Dienste und Steuern auf und verschleppten sie zur Arbeit. Den Litauern erschienen die Deutschen grausam, böse, hochmütig, wählerisch und verlogen, manchmal aber auch dumm und unansehnlich.
Im Wörterbuch der litauischen Sprache findet sich wesentlich weniger Material zu positiven Eigenschaften der Deutschen.
1Weltbild wird in dem Artikel weiter gefasst verstanden als lediglich sprachliches Weltbild. Gemeint ist die „Einstellung zur Welt und ihren Erscheinungen“, vgl. Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache (http://lkis.lki.lt/dabartinis). In diesem Fall geht es um das Weltbild, das konkret im Wörterbuch der litauischen Sprache zum Ausdruck kommt. Zweifellos kann „[D]as Weltbild oder das aus Wörtern bestehende Wirklichkeitsmodell in verschiedenen Wörterbüchern unterschiedlich sein, selbst wenn sie sich historisch betrachtet nicht besonders weit voneinander entfernt befinden“ (Kravcova 2013: 10).
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EINLEITENDE BEMERKUNGEN
Die Deutschen und die Litauer verbanden seit jeher vielschichtige Beziehungen. Bis zum Zweiten Weltkrieg grenzte Deutschland an Litauen. Wie der Historiker Saulius Kaubrys schreibt, „[V]on dem deutschen Historiker G. Wagner wurden drei Wellen deutscher Zuwanderung nach Litauen unterschieden. Die erste begann Mitte des 13. Jahrhunderts und reichte bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts, die zweite – von der Mitte des 16. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts, die dritte – vom Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts“ (Kaubrys 2011:15). Kleinlitauen gehörte nie zu Litauen, und das Memelland wurde unserem Staat erst 1923 zugeschlagen. Daher lebten viele Litauer auf dem Gebiet des deutschen Staates, während Deutsche im Westen und Südwesten Litauens sowie in Kaunas lebten (Anglickienė 2000b: 25; 2006: 45); die Angehörigen dieser beiden Völker waren also seit jeher Nachbarn. Andererseits führten die Litauer häufig Krieg gegen die Deutschen. Über diese Doppelgesichtigkeit der Beziehungen – grausame Eroberer, also Feinde, und zuverlässige, geachtete Nachbarn, also Freunde – haben Historiker, Folkloristen, Ethnologen u. a. geschrieben (Anglickienė 2006; Zybertienė 2006; Kaubrys 2011).
Diese Doppelgesichtigkeit zeigt sich auch in vielen der untersuchten Quellen. In der litauischen Folklore spiegeln sich zwei Seiten des Umgangs mit den Deutschen wider: das friedliche Zusammenleben als Nachbarn und die Kämpfe gegen sie. Das Volksschaffen konserviert gleichsam die Sicht des Volkes auf Andersnationale über mehrere Jahrhunderte hinweg. Der Deutsche begegnet in Schwänken, Anekdoten, Sagen, Legenden, Kriegs- und historischen Liedern, Werbe- und Hirtenliedern, Spottliedern, Sprichwörtern und Redensarten. In der erzählenden Folklore zeigt sich stärker die friedliche Seite unseres Umgangs mit den Deutschen, in der gesungenen hingegen die Kämpfe gegen sie. Die Kleindichtung illustriert alles – die Erfahrungen mehrerer Jahrhunderte und die vielfältigen Beziehungen zu den Deutschen (Anglickienė 2000a: 2; 2000b: 25; 2006: 184–186). In Spottliedern macht man sich über den Deutschen lustig – er ist begriffsstutzig, ein Nichtskönner und überhaupt der Lächerlichkeit preisgegeben (Vengrytė-Janavičienė 2004: 61; Anglickienė 2006: 193–194). In Anekdoten sind die Deutschen entweder eingebildet oder dumm (Lukošiūtė 2012: 164;
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Bandoriūtė 2015: 114–115). Taigi folklore dominuoja neigiamas, neretai paniekinantis vokiečių įvaizdis (Anglickienė 2006: 68; 2007: 446).
Die Linguistin Silvija Papaurelytė-Klovienė untersuchte, welches ethnische Stereotyp des Deutschen sich in den Beispielen aus dem Korpus der litauischen Gegenwartssprache der Vytautas-Magnus-Universität zeigt.
Ihre Untersuchung zeigt, dass am häufigsten die Neigung der Deutschen zu Ordnung, mitunter sogar zu Pedanterie, hervorgehoben wird. Außerdem gelten die Deutschen aus litauischer Sicht als organisiert, diszipliniert und patriotisch (Papaurelytė-Klovienė 2010: 5–7)2.
Im Jahr 2001 wurden auch die vorherrschenden ethnischen Stereotype von Studierenden untersucht. In den Augen der Studierenden sind die Deutschen ordentlich, fleißig und übertrieben sparsam. Zugleich sind sie Nationalisten, eingebildet und stellen sich und ihre Nationalität über andere (Senvaitytė 2004).
Untersucht wurden auch Spitznamen, die mit diesem Ethnonym zusammenhängen. Wie ihr Forscher Alvydas Butkus bemerkt, werden Menschen, die sehr schnell und undeutlich sprechen oder stottern, als Deutsche bezeichnet; ebenso böse, grobe Menschen; Großköpfe, Hakennasen3 sowie Personen, die deutsche Kleidung tragen. Seltener bezieht sich ein solcher Spitzname auf die Herkunft einer Person (Butkus 2009: 17; vgl. auch Anglickienė 2005).
Der Historiker Alvydas Nikžentaitis analysierte die Presse der Zwischenkriegszeit und die wissenschaftliche historische Literatur, in der Bilder von Deutschen und Deutschland erörtert werden. Seiner Ansicht nach entwickelten sich zumindest im ersten Jahrzehnt der Unabhängigkeit positive Stereotype von Deutschen und Deutschland (Nikžentaitis 1998: 239; vgl. auch Kaubrys 2011: 16).
2 Es ist anzumerken, dass sich die Untersuchung von S. Papaurelytė-Klovienė hauptsächlich auf nationale Charakterzüge der Deutschen (und anderer Völker) konzentrierte; untersucht wurde das Adjektiv vokiškas und Beispiele für den Genitiv des Substantivs vokiečių wurden gesichtet. Ein umfassenderes Bild des Deutschen ließe sich gewinnen, wenn auch Beispiele mit dem gesamten Flexionsparadigma des Substantivs vokietis untersucht würden.
3 Ein solches Aussehen wird ebenfalls negativ bewertet, z. B.: „Die Ähnlichkeit des Gesichts mit Menschen anderer Völker ist eine negative Eigenschaft, das heißt, sie wird als Schönheitsmangel betrachtet“, vgl. Butkus (1995: 224).
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Es gab also tatsächlich zahlreiche Untersuchungen zu Deutschen. Unter diesem Gesichtspunkt ist jedoch unser größtes sprachwissenschaftliches Werk – das Wörterbuch der litauischen Sprache (im Folgenden: LKŽe)4 – bislang nicht untersucht worden, obwohl man es ebenfalls als eine Art Textkorpus, als Chronik betrachten kann, die Material von unseren ersten Schriftzeugnissen aus dem Jahr 1547 bis zum Jahr 2001 umfasst. Der Wortschatz der gesprochenen Sprache wurde dafür seit 1902 gesammelt; im Wörterbuch sind etwa eine halbe Million litauische Wörter beschrieben. Dieses Wörterbuch ist gleichsam eine Brücke zwischen der bis in die Tiefen der Vergangenheit zurückreichenden Volksüberlieferung und den Textkorpora, der Presse und Ähnlichem der Gegenwart. Es hält ganze Epochen fest und beschreibt detailliert den Alltag – Arbeit, Mühen, Kriege, Gefühle, Ängste und Freuden.
Ziel dieses Beitrags ist es, zu untersuchen, welches Konzept des DEUTSCHEN5 aus den Belegssätzen des LKŽe hervorgeht, in denen Menschen dieser Nationalität erwähnt werden. Dazu wurden folgende Aufgaben gestellt: das gesamte mit dem Konzept DEUTSCHER verbundene Material aus dem LKŽe zusammenzutragen und es so zu klassifizieren, dass die historischen Beziehungen zwischen Deutschen und Litauern, die Einstellung der Deutschen zu den Litauern und der Litauer zu den Deutschen6 sowie die Charaktereigenschaften der Deutschen sichtbar werden. Für die Untersuchung wurden gerade die Belegssätze und nicht die Definitionen ausgewählt, weil sie ein sehr vielfältiges, authentisches Weltbild festhalten, das nicht vom Wörterbuchredakteur, sondern von allen an der Erstellung des Wörterbuchs Beteiligten widergespiegelt wird – von den Vertretern der Dialekte, aus denen das Material aufgezeichnet wurde, von Schriftstellern, Verfassern älterer Schriften und anderen7. Die Methoden zur Erreichung dieses Ziels
4 Gemeint ist ausschließlich das Bild des Deutschen. Mithilfe des LKŽe (wenn auch nicht immer ausschließlich damit) wurden bereits die Bilder der litauischen Eberesche (Gritėnienė 2016: 85–104) und des Wörterbuchs (Gritėnienė 2017: 1–19), das politische Weltbild (Staat, Gesetz, Regierung) (Zabarskaitė 2010: 126–143), die Wörter marios, pamarys, pamariškis (Zabarskaitė 2012: 239–271), die Werte im Weltbild der Litauer (Rutkovska ir kt. 2017) sowie terminologische Informationen untersucht, die in Bedeutungsdefinitionen und Belegen enthalten sind (Umbrasas 2019: 162–183).
5 Apie terminą konceptas plačiau žr. Gudavičius (2000: 44–58; 2011).
6 Obwohl der Beitrag hauptsächlich das Wort vokietis untersucht, wurden auch einige Belegssätze betrachtet, die mit der Einstellung der Litauer zu den Deutschen, ihren Reaktionen auf Handlungen eines Deutschen und Ähnlichem zusammenhängen. Nach Ansicht der Autorin des Beitrags trägt dies dazu bei, ein umfassenderes Bild des Deutschen zu erschließen. Wenn beispielsweise in vielen Belegssätzen festgehalten wird, wie sehr die Litauer die Deutschen fürchteten, charakterisiert dies nicht nur die Litauer, sondern auch die Deutschen: Daraus folgt, dass die Deutschen Eigenschaften aufwiesen, die Menschen anderer Völker Angst einflößten, und Ähnliches.
7 Es ist durchaus möglich, dass sich ein anderes Bild ergeben würde, wenn man die Definitionen zusammentrüge, in denen ein Deutscher erwähnt wird. Vielleicht sollte eine solche Untersuchung in Zukunft durchgeführt werden.
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verwendet wurden, waren die semantische Analyse, die deskriptive und die interpretative Methode. Das Untersuchungsmaterial wurde der 2018 aktualisierten elektronischen Wörterbuchfassung entnommen (im Folgenden: LKŽe)8.
Dass die Litauer seit alters her mit den Deutschen in Kontakt standen und dass diese Kontakte langwierig und vielfältig waren, lässt sich bereits daran erkennen, wie viele Wörterbuchartikel mit Wörtern zum Konzept DEUTSCHER9 im LKŽe aufgeführt sind:
1) 1 vokietaitis, 2 vokietaitis, vokietelka, vokietėlis, 1 vokietis, 2 vokietis, vokietka, vokietpalaikis, 1 vokietukas, 2 vokietukas, vokietūtis, vokytaitis, vokytalis, 1 vokytelis, 2 vokytelis, vokytelka, vokytinas, 1 vokytis, 2 vokytis, vokytka, vokytkikė, vokytpalaikis, 1 vokytukas, 2 vokytukas, vokiečiokas, 3 vokis;
2) vokietauti, vokietėjimas, vokietėti, vokietybė, vokietynė, vokietinimas, vokietininkas, vokietinis, vokietinti, vokietintojas, vokietuoti, vokietmetis, vokietystė, vokietišius, vokietiškai, vokietiškas, vokiečiavimas, vokiečiuoti, vokiečiuotojas, vokiečkapiai, vokiečkapis, vokytauti, vokytėti, vokytinis, vokytinti, 3 vokytis, vokytkapiai, vokytmetis, vokytumas, vokytuoti, vokyčiuoti, katvokietis, katvokytis.
In dieser Arbeit wurde die erste Wortgruppe untersucht10, das heißt jene Lexeme, die am engsten mit der Nationalität verbunden sind. Gesammelt wurden sämtliche Belege nicht nur aus den Wörterbuchartikeln zu den Stichwörtern der genannten ersten Gruppe, sondern aus dem gesamten Wörterbuch; das Stichwort konnte also beliebig sein. Es wurden etwa 1 500 Belegssätze mit den Substantiven vokietis, vokytis und anderen gefunden. Nach der Analyse wurde mehr als die Hälfte der Beispiele als für das gewählte Thema nicht aussagekräftig ausgeschlossen. Die verbleibenden etwa 650 Belege wurden untersucht und
8 Siehe www.lkz.lt. Das Material wurde im Juni–August 2020 gesammelt. Erwähnenswert ist, dass die Daten aus den Belegzettelsammlungen des LKŽe nicht untersucht wurden.
9 Wegen der besonders großen Materialmenge werden in diesem Beitrag andere Bezeichnungen für Deutsche – prūšas, fricas, germanas und Ähnliches – nicht untersucht. Dies wäre Gegenstand einer anderen Untersuchung.
10 Untersucht wurden alle Formen der Wörter aus der ersten Wortgruppe, die in Belegssätzen des LKŽe dokumentiert sind.
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Sie werden gruppiert. Auf sie stützt sich die vorliegende Arbeit. Beispiele aus der Schriftsprache und der gesprochenen Sprache werden nicht getrennt, da sich das Gesamtbild des Deutschen in den Belegen aus Texten und Dialekten auf ähnliche Weise herausbildete11. Man kann lediglich sagen, dass die Beispiele aus früheren Zeiten selbstverständlich überwiegend aus Schriftquellen stammen, denn zu Lebzeiten von Simonas Daukantas, Antanas Baranauskas und anderen sammelte noch niemand Material aus dem gesprochenen Sprachgebrauch für das LKŽ. Außerdem wurden die ausgewählten Untersuchungssätze im Artikel nicht nach Zeiträumen unterteilt. Diejenigen Belegsätze, die aus der Schriftsprache stammen, ließen sich danach ordnen, von welchem Zeitraum in den Beispielen die Rede ist; bei den Sätzen, die aus dem Munde von Menschen aufgezeichnet wurden, ist das jedoch nicht immer möglich. So etwa in einem Satz wie diesem Peržengti reikia vis Lietuva, kas čia nemindė lietuvių: į švedai, į vokiečiai Ad (ž. peržengti)12 konnte der Sprecher sowohl von der Zeit der Kreuzritter als auch von den Deutschen im Ersten und im Zweiten Weltkrieg gesprochen haben, wahrscheinlich sogar von allen drei Zeiten zusammen, ganz allgemein13.
Das Hauptwort dieser Gruppe, das auch in der heutigen litauischen Standardsprache verwendet wird, lautet vokietis (und vokiečiai). Im LKŽe werden folgende Bedeutungen angegeben:
1 vókietis, -ė, vokietỹs, -ė 1. Angehöriger des deutschen Volkes. ‖ Soldat der deutschen Streitkräfte.
2. Angehöriger der protestantischen Konfession, der in Litauen lebt.
2 vókietis, vokietỹs 1. Teufel14. 2. deutsche Besatzungsmacht. 3. deutsches Heer.
11 Man kann mehrere Belegsätze vergleichen, die dieselben mit den Deutschen verbundenen Sachverhalte beschreiben. Siehe die weiter unten im Artikel angeführten Beispiele: 1 und 2; 22 und 21; 94 und 95; 187 und 188 usw. Die ersten Beispiele sind aus der gesprochenen Sprache belegt, die zweiten aus der Schriftsprache. Auch an anderen Stellen wird bewusst versucht, Aussagen sowohl mit Beispielen aus der Schriftsprache als auch aus der gesprochenen Sprache zu veranschaulichen.
12 Die Abkürzungen in den Belegsätzen entsprechen denen im LKŽe. In Klammern wird das Stichwort genannt, unter dem das Beispiel im Wörterbuch steht.
13 Man kann daran erinnern, dass L. Anglickienė bei der Untersuchung von Liedern, in denen Kämpfe mit den Deutschen erwähnt werden, schreibt, dass es solche Lieder aus chronologischer Sicht in zwei Gruppen gibt: ältere (vor dem 20. Jahrhundert) und solche, die während des Ersten und Zweiten Weltkriegs gesungen wurden. Diese Schichten sind nicht scharf voneinander abgegrenzt, da ältere Lieder später erneut in Erinnerung gerufen und gesungen wurden, wenn sie wieder aktuell wurden (Anglickienė 2006: 190–194).
14 Tatsächlich wird diese Bedeutung auf einen anderen Eintrag verwiesen: siehe 2 vokietukas 1. Und vokietukas bedeutet ‘Teufel’.
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Deutsche 1. Ein mit einer westgermanischen Sprache sprechendes Volk Mitteleuropas. 2. Die deutsche Besatzungsmacht. 3. Das deutsche Heer.
Dieselben Bedeutungen haben auch 1 vokytis, 2 vokytis, vokyčiai.
Oft ist es schwierig zu unterscheiden (und vermutlich auch nicht nötig), was gemeint ist – das Volk, die Regierung, das Heer oder einfach einige Deutsche, besonders wenn solche Beispiele unter anderen Stichwörtern (nicht mit den Wortstämmen vokiet*, vokyt*) zu finden sind. So veranschaulicht etwa der Satz Rusas vokietį vijo lauk Pgg (s. 2 vokietis) die Bedeutung ‚das deutsche Heer‘; stünde er jedoch im Artikel zum Stichwort vyti, wäre nicht zu sagen, ob hier das Heer gemeint ist oder ob einfach ein Mensch (ein Russe) einen anderen Menschen (einen Deutschen) von irgendwo vertreibt. Vgl. auch die beiden Sätze: Eidavo vokiečiai, tai tiems reikėdavo vis ką nors duot Slv (s. 1 vokietis) und Vokiečiai tada per mūsų sodžių ėjo Kpč (s. vokiečiai). Im ersten Fall wird die Volkszugehörigkeit veranschaulicht, im zweiten das deutsche Heer, obwohl die Sätze sehr ähnlich sind. Daher wurden alle Beispiele, die sich auf die Bedeutung „Deutscher als Angehöriger seines Volkes“ beziehen, gemeinsam untersucht.
Andere Wörter dieser Gruppe bezeichnen denselben Menschen (Mann oder Frau) des deutschen Volkes ohne stilistische Konnotation (vokietka, vokytka, vokyčia, 3 vokis) oder mit negativer Konnotation (vokietelka, vokytelka, vokietpalaikis, vokytpalaikis), oder einen jungen Deutschen (eine junge Deutsche) beziehungsweise das Kind eines Deutschen (1 vokietaitis, -ė, 1 vokietukas, -ė, vokietūtis, -ė, 1 vokytelis, vokytalis, vokytkikė, 1 vokytukas, -ė, vokiečiokas).
Eine sehr regelmäßige Bedeutungsübertragung führt von ‚Mensch‘ zu ‚Teufel‘. ‚Teufel‘ bedeutet nicht nur, wie bereits erwähnt, 2 vokietis (2 vokytis), sondern auch vokietpalaikis, 2 vokietukas15, 2 vokietaitis, vokietėlis, vokytaitis, 2 vokytelis, 2 vokytukas, vokiečiukas.
15 2 vokietukas und 2 vokytukas können auch ‚das kleine Schaufelblatt des Spinnrads, das das Ende der Spinnradstütze mit der Radachse verbindet; ein Beinchen, ein Pflock‘ bedeuten; 2 vokietukas bedeutet ‚einen solchen alten Tanz‘ und ‚einen Pilz aus der Familie der Täublingsverwandten, den Maronen-Röhrling (Rozites caperata)‘, während 2 vokytukas ‚Lebkuchen‘ bedeutet. Dies zeigt einmal mehr, dass die Beziehungen zwischen Litauern und Deutschen eng genug waren, um auch Realien, die nichts mit der Volkszugehörigkeit zu tun hatten, nach einem Deutschen zu benennen.
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Hier wirkt das Modell Fremder – mythisches Wesen; strukturell betrachtet gehören sowohl Fremde als auch mythische Wesen zur „Kategorie der Nichtmenschen“. Daher werden Fremden in der traditionellen Kultur dämonische Eigenschaften zugeschrieben (Jasiūnaitė 2018: 181). Es ist festzustellen, dass die Opposition eigen – fremd ebenso lange besteht wie die Menschheit selbst. Für einen Litauer ist ein Fremder ein Mensch mit anderem Glauben, anderer Volkszugehörigkeit oder sozialer Gruppenzugehörigkeit, ein Bewohner eines anderen ethnografischen Gebiets oder eines anderen Dorfes (Vengrytė-Janavičienė 2004: 57; Anglickienė 2006: 64; Bandoriūtė 2015: 111).
Wie Norbert Vėlius schreibt, haben viele litauische Folkloreforscher eine der beliebtesten Erscheinungsformen des Teufels – den Deutschen – erwähnt: Simonas Daukantas, Eduardas Gizevijus, Jonas Basanavičius, Povilas Višinskis und Jurgis Dovydaitis. Sie brachten diese Erscheinungsform mit dem historischen Gedächtnis in Verbindung – mit dem Hass der Litauer auf die deutschen Kreuzritter (Vėlius 1986: 19–20, 33). Möglicherweise spielte für diese Bedeutungsübertragung auch der andere Glaube (die andere Konfession) als der litauische eine Rolle (Savukynas 2012: 94; vgl. auch Bandoriūtė 2015: 115). Der Teufel wurde als Deutscher meist dort bezeichnet, wo mehr Deutsche lebten oder wo man ihnen im Laufe der Geschichte häufiger begegnete als anderswo – in Žemaitija, Suvalkija und Kleinlitauen (Vėlius 1986: 41; Jasiūnaitė 2018: 181). Die Litauer bezeichneten den Teufel fast ausschließlich mit einem einzigen Ethnonym16 – Deutscher (manchmal Preuße) und seinen Ableitungen. Nur ein einziges Mal ist in einer mythologischen Sage ein anderes Ethnonym als Teufelsname belegt, Tataren (Anglickienė 2000b: 26; Kaubrys 2011: 16; Jasiūnaitė 2018: 177–178). Bemerkenswert ist, dass auch einige andere Völker sich den Teufel in Gestalt eines Deutschen vorstellten – die Polen, Letten, Belarussen und Esten. Die Dämonisierung von Fremden (oder Angehörigen einer fremden Religion) ist ein universelles Phänomen. So stellten sich die Samen Finnlands den Teufel als Norweger vor; die Slawen wiederum stellen sich neben anderen Fremden, die als Teufel erscheinen – Deutsche, Franzosen, Juden und Äthiopier –, auch einen Litauer vor (Anglickienė 2006: 188; Jasiūnaitė 2010: 88; 2018: 183).
16 Hier geht es ausschließlich um ethnonymische Bezeichnungen des Teufels. Der Teufel hat außerdem viele andere Namen.
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Es muss gesagt werden, dass aus den Belegen des LKŽe nicht immer klar hervorgeht, ob ein Angehöriger der besprochenen Nationalität oder der Teufel gemeint ist, vgl.: Wir sind schon so weit gekommen, dass wir diesen Deutschen nicht mehr begegnen Plt (s. sutikti).
1. DAS NEGATIVE BILD DES DEUTSCHEN IM LITAUISCHEN WÖRTERBUCH
1.1. Der Niederschlag der Kriege mit den Deutschen im LKŽe
Die lexikografische Analyse des LKŽe zeigt, dass die Deutschen den Litauern vor allem als ein gegenüber ihren näheren und ferneren Nachbarn sehr kriegerisches und aggressives Volk erschienen. Das überrascht nicht, denn in den Belegbeispielen werden sowohl die anhaltenden Kämpfe der Litauer mit den Kreuzrittern als auch der Erste und der Zweite Weltkrieg erwähnt. Im LKŽe gibt es sehr viele solcher Beispiele17.
Aus den Belegsätzen des LKŽe geht hervor, dass diese Kriege und Kämpfe von Grausamkeit geprägt waren und meist die Deutschen daran schuld waren, vgl.:
1) Der Deutsche fängt Kriege an, kein anderer. Dieser Unruhestifter hetzt alle auf und richtet Unheil an; immer geht es von ihm aus Gdr (s. vajokas).
2) Unmenschlich führten die Deutschen Krieg A1883,129 (s. nežmogiškas).
3) Dem deutschen Heer werden üble Taten vorgeworfen Pt (s. juodas).
4) Grausam und unmenschlich waren die Ziele, die die faschistischen Deutschen im Zweiten Weltkrieg verfolgten, diese nichtswürdigen Ausgeburten der Geschichte sp (s. išgama).
Die Sätze des LKŽe zeigen, dass die militärischen Ambitionen der Deutschen enorm waren, vgl.:
5) Aus ihren Reden schien hervorzugehen, dass die ganze Welt den Deutschen als Sklave dienen würde Plšk (s. vergas).
17 Der Ethnologin L. Anglickienė zufolge spiegelt sich „wiederum das ‚aktive militärische‘ Miteinander der beiden Völker stärker wider; solche Angehörigen anderer Völker werden häufiger erwähnt als jene, mit denen nur friedliche, freundschaftliche Beziehungen gepflegt wurden“ (Anglickienė 2007: 453). Bemerkenswert ist, dass auch in der Folklore vieler anderer europäischer Völker das Bild des Deutschen mit dem Feindbild verbunden ist – ihm werden Stärke, Grausamkeit, Boshaftigkeit und Bestialität zugeschrieben (Anglickienė 2007: 449).
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6) Während dieses Krieges war die Welt mit Stacheldraht umwickelt, den die Deutschen Rd (s. vynioti) hatten.
In den untersuchten Sätzen wird erwähnt, dass die Deutschen in verschiedenen Zeiträumen zahlreiche Länder angriffen, Krieg führten und gegen viele Völker kämpften: gegen die Letten (s. Beispiele 7–8), die Preußen (s. Beispiel 9), die Esten (s. Beispiel 10), die Russen (s. Beispiel 11), die Polen (s. Beispiel 12), die Engländer (s. Beispiel 13), die Dänen (s. Beispiel 14), die Norweger (s. Beispiel 15), die Belgier (s. Beispiele 16–17), die Franzosen (s. Beispiel 18), die Amerikaner (s. Beispiel 19), die Ungarn (s. Beispiel 20) und sogar gegeneinander (s. Beispiele 21–22):
7) Die Deutschen bändigten die Letten mit Pfeilen und Svilksnis S. Dauk (s. svilksnis).
8) Das Vordringen der Deutschen bis zur Mündung der Düna K. Būg (s. brovimas).
9) Das traurige Schicksal der Preußen unter dem Joch der Deutschen, eine drohende Gefahr für ganz Litauen rš (s. karti).
10) Die Esten18 kämpften mit aller Kraft gegen die Deutschen und schonten weder ihren Besitz noch ihr Leben S. Dauk (s. skųsti).
11) Damals, als der Deutsche mit dem Russen Krieg führte Dbg (s. 2 vokietis).
12) Die Polen hatten sich erhoben, denn sie wollten den Deutschen nicht hereinlassen Dr (s. leisti).
13) Gebäude in London, von deutschen Bomben getroffen rš (s. 1 aptaškyti).
14) Die Dänen mussten sich den deutschen Streitkräften stellen – dem Schwertbrüderorden rš (s. kardininkas).
15) Die englische Flotte konnte die Deutschen nicht daran hindern, Truppen in Norwegen zu landen sp (s. kliudyti).
16) Beim Vormarsch durch Belgien nahmen die Deutschen im Handstreich eine sehr starke Festung ein prš (s. umaru).
17) In den Köpfen der Belgier herrschte allein der Gedanke vor, die Deutschen seien ihre mörderischen Feinde Vd (s. žudingas).
18) Wenn die wütenden Deutschen mit den Geschützen feuern – springen die Franzosen aus den Schützengräben Dr (s. virinti).
19) Der Deutsche hätte gesiegt, wenn es Amerika nicht gegeben hätte Šts (s. viršėti).
18 „Esten“, vgl. igaunis LKŽė.
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20) Ungarn kann für die Deutschen nur als Sprungbrett für weitere Feldzüge auf dem Balkan interessant sein sp (s. Sprungbrett).
21) Die Deutschen selbst bekämpften einander mehr als drei Jahre lang S. Dauk (s. drei).
22) Die Männer empörten sich sehr darüber, dass ein Deutscher auf einen Deutschen schoss Plšk (s. 1 Deutscher).
Da das Material aus dem LKŽe stammt, geht es natürlich vor allem um die Beziehungen der Deutschen nicht zu anderen Völkern, sondern zu Litauen und den Litauern. Seit alters her führten die Žemaiten Krieg gegen die Deutschen – die Schwertbrüder und die Kreuzritter19. Dies spiegeln auch einige illustrative Wörterbuchbeispiele aus schriftlichen Quellen wider (aus dem lebendigen Sprachgebrauch sind im LKŽe keine solchen Beispiele belegt):
23) Die Žemaiten wollten sich 300 Jahre lang nicht taufen lassen und kämpften Tag und Nacht mit den Deutschen, wobei sie nach Beute griffen S. Dauk (s. Beute).
24) Als die Deutschen sich an der Küste von Žemaitija festsetzten, zwangen sie die [Litauer], sich in Stein und Wasser [zu stürzen], in jenem Gebiet, in dem die Deutschen sich niederlassen wollten S. Dauk (s. hineinwerfen).
25) Gediminas schlug die Deutschen furchtbar, die, nachdem sie aus Kurland zurückgedrängt worden waren, durch das Gebiet der Žemaiten nach Preußen zogen M. Valanč (s. 1 zurückdrängen).
26) Vytautas erhob sich gegen die Deutschen und befreite die Žemaiten, die ihnen zuvor unterworfen worden waren A1883,108 (s. befreien).
Sowohl in früheren Zeiten als auch während der beiden Weltkriege hatten nicht nur die Žemaiten, sondern ganz Litauen mit den Deutschen zu tun. Davon zeugen illustrative Sätze sowohl aus schriftlichen Quellen als auch aus der gesprochenen Sprache, vgl.:
27) Wegen der ständigen Kriege mit den Deutschen war Litauen offenbar völlig verwüstet; die Einwohner waren in schwere Not geraten LTI250(Bs).
19 Vgl.: Kreuzzüge im Baltikum VLE; Schlacht von Durbe VLE; Schlacht von Saule VLE; Baranauskas et al. (2016); LKK.
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28) Der Deutsche Orden hatte, indem er 125 Jahre lang unablässig Litauen angriff, große Gebiete unseres Landes in eine öde Einöde verwandelt A. Sal (s. tuojit(m)pos).
29) Litauen war auch vor den ersten Deutschen verwüstet Šts (s. tinti).
Im LKŽe werden auch zahlreiche konkrete Orte genannt, die von den Deutschen angegriffen wurden – Flüsse (s. Beispiele 30–31), Teile Litauens (s. Beispiele 32–34) oder Städte und Städtchen (s. Beispiele 35–40), vgl.:
30) Am Nemunas hielten sie die Deutschen auf Įnšk (s. turėti).
31) Hinter der Nevėžis hatten sich die Deutschen eingegraben und verschanzt Kdn. (s. užtvirtinti).
32) Im Herbst 1914 drang das deutsche Heer in Užnemunė ein, wurde aber nach einiger Zeit zurückgedrängt und marschierte erst am 11. Februar 1915 wieder in Litauen ein LKXIII313 (s. įžygiuoti).
33) Die Deutschen besetzten erneut die gesamte Bahnstrecke – von Klaipėda bis nach Kurland rs (s. palinijs).
34) Die Fischer an der Küste stellen sich mutig dem willkürlichen Treiben der deutschen Besatzer entgegen K. Kors (s. sauvaliavimas).
35) Als die Deutschen begannen, auf Pasvalys zu schießen Ps (s. tratyti).
36) Kaum hören wir, dass die Deutschen schon von Gruzdžiai heranrücken Mšk (s. vokičiai).
37) Die Deutschen bombardierten Skuodas Šts (s. išbombuoti).
38) Bei Kuršėnai lagen die Deutschen drei Monate lang, aber dann schlugen sie die Schlangen zurück Krš (s. nustumti).
39) Wie viel die Deutschen in Endriejavas zerstört haben – es ist furchtbar! End (s. ištratinti).
40) Bis zum zweiten Einfall der Deutschen gegen die Einwohner von Ukmergė Vaižg (s. brukimas).
Das Untersuchungsmaterial zeigt, dass die Deutschen die Litauer mit allen damals verfügbaren Waffen angriffen (s. Beispiele 41–47) und verschiedene Methoden einsetzten (s. Beispiele 48–50), um ihr Ziel zu erreichen:
41) Die Deutschen brachten Rammböcke auf steilen Flussufern in Stellung S. Dauk (s. parioglinti).
42) Die Flugzeuge der Deutschen kommen schon, ihr Dröhnen und Knattern ist zu hören PnmR (s. užskristi).
43) Die Deutschen nahmen die Burg mit Flugzeugen Įrb (s. pilti).
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44) Die Deutschen feuerten mit Maschinengewehren und begannen wie wild, Granaten zu werfen K1 (s. pašėlti).
45) Die deutschen Mörser meldeten sich zu Wort rš (s. prabilti).
46) Die Deutschen mähen (schießen) mit der Maschinenpistole nur so um sich rš (s. kulti).
47) Ich schaue nur hin – aus diesem Wall ragen Gewehre, Bajonette und die hohen Mützen der Deutschen hervor! Immer weiter hervor! Žem (s. kyšu).
48) Die Deutschen gruben unter der Burg und hatten sich schon so weit eingegraben, dass die ganze Burg in der Luft hing S. Dauk (s. kyboti).
49) Die Deutschen beschlossen, dort ein so hohes Gerüst zu errichten, dass sie von dort aus in die Burg eindringen könnten S. Dauk (s. suresti).
50) Die Deutschen zerstörten die Burgmauern und nahmen Goštautas gefangen Kel1937,22 (s. gavimas).
Es finden sich auch einige Beispiele, die angeben, mit welchen Waffen man sich gegen die deutschen Angreifer verteidigte20, doch solche Sätze sind deutlich seltener:
51) Mit ihren Speeren warfen sie die gepanzerten Deutschen von den Pferden und töteten sie M. Valanč (s. geležėtas, rendėtinis).
52) Ein riesiges Schwert sauste pfeifend auf den Kopf des Deutschen nieder rš (s. džekterėti).
53) Ratter-ratter-ratter, und sie zerschmetterten die Deutschen mit Maschinengewehren Grg (s. suteškinti).
54) Vor der Kirche sind Geschütze aufgestellt – sie warten auf die Deutschen Kp (s. sustatyti).
Weitaus häufiger finden sich Sätze, die bezeugen, dass die Litauer (besonders die der alten Zeit) sich den kriegerischen Deutschen nicht leicht ergeben und ihr Heimatland verteidigt haben; das sagt auch viel über die Litauer selbst und ihr Bild aus, vgl.:
55) Und sie gaben den Deutschen keinen Fußbreit Land preis, den sie nicht mit ihrem Blut getränkt hätten S. Dauk (s. suslėkinti).
20Wahrscheinlich sind damit die sich verteidigenden Litauer gemeint; ohne einen breiteren Kontext lässt sich dies jedoch nicht mit Sicherheit behaupten – möglicherweise verteidigten sich auch Menschen anderer Nationalität.
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56) Es genügte, dass die Litauer die Deutschen so fürchterlich verprügelten und sie für all das vergossene Blut büßen ließen V. Piet (s. pritalžyti).
57) Die Litauer rückten mit großer Macht gegen die Deutschen vor prš (s. atitraukti).
58) Ich zog aus, um Krieg zu führen und die Deutschen niederzuhauen LLDIII113 (Tvr) (s. vokietis).
59) Unsere Vorfahren hatten versucht, sich unseren Kreuzrittern zu widersetzen, doch aus der Knechtschaft der Deutschen konnten sie sich nicht mehr befreien und die Freiheit ihres Vaterlandes nicht wiedererlangen Kel1881,263 (s. aplaikinti).
60) Mehr als tausend Žemaiten stürmten plötzlich aus der Burg und umzingelten im Nu alle Deutschen M. Valanč (s. apsiausti).
61) Gedimins Feldzüge verliefen erfolgreich: Er schlug die Deutschen und erschlug viele Russen A1885,77 (s. įesti).
Im Wörterbuch sind zahlreiche Beispiele festgehalten, die das Kommen der Deutschen (Soldaten) nach Litauen veranschaulichen. In vielen davon wird hervorgehoben, wie zahlreich diese Deutschen gewesen seien (siehe Beispiele 62–64) oder wie schnell sie gekommen seien (siehe Beispiele 65–66). Diese Belege wurden überwiegend aus der gesprochenen Sprache aufgezeichnet:
62) Die ganze Nacht zog eine lange Reihe dieser Deutschen vorbei, die ganze Nacht zogen die Deutschen vorbei K1 (s. virvė).
63) Nun sind die Deutschen gekommen: Es wimmelt wie in einem Ameisenhaufen Glv (s. skruzdėlynas, virbėti).
64) Die Deutschen ziehen über die Felder wie eine Kriechtiermasse21 Zp (s. 1 slankius).
65) Sie überrennen uns, die Deutschen, von allen Seiten! Klt (s. semti).
66) Nun konnte man den Deutschen nicht entkommen, sie waren schnell über einen hergefallen Lnk (s. anttūpti).
Wie das Material des LKŽe zeigt, nahm man an, dass die Deutschen nicht bloß für eine gewisse Zeit nach Litauen gekommen waren – sie beabsichtigten, sich hier niederzulassen, den Litauern das Land wegzunehmen und die Litauer selbst nahezu zu Sklaven zu machen; die Deutschen galten also als Besatzer, vgl.:
21 ‚Haufen, Schwarm wimmelnder Käfer, Würmer, Schnecken‘, vgl. slankius LKŽe.
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67) Die Kreuzritter nahmen ihnen ihre Bezirke weg und übergaben ihre Heimat den allerlei fremden Deutschen, damit diese die Litauer versklavten und quälten und die Deutschen stärkten und bereicherten S. Dauk (s. kerinti).
68) Die deutschen Missionare, vom Eifer für den christlichen Glauben verblendet, wollten sich auf diese Weise nicht nur den Besitz und das Land der Hochlitauer und Niederlitauer aneignen, sondern auch sie selbst versklaven S. Dauk (s. pamesti).
69) Die Deutschen wollten das Land nehmen, nicht die Menschen BsVVIII (s. imti).
70) Unterdessen wurden zahlreiche Deutsche herbeigeschafft, um sich im neuen Land niederzulassen A1883,229 (s. atklukinti).
71) Die litauischen Bauern wurden von ihrem Land vertrieben, und an ihrer Stelle wurden deutsche Kolonisten angesiedelt rš (s. sodinti).
Im Wörterbuch wird (sowohl in der Schriftsprache als auch in Beispielen aus der lebendigen Sprache) auch festgehalten, dass die Menschen erwarteten, die deutschen Eroberer würden sich aus Litauen zurückziehen müssen (siehe Beispiele 72–73). Wie die Belege zeigen, erfüllten sich diese Hoffnungen (siehe Beispiele 74–75), denn die Deutschen wurden besiegt (siehe Beispiele 76–79):
72) Dieser Krieg wird lange andauern, doch der Deutsche wird Demütigung erfahren Pt (s. vokietis).
73) Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass der Deutsche den Krieg verlieren würde, und er verlor ihn Krt (s. dingoti).
74) Die Deutschen flohen mit großem Lärm Lpl (s. stambus).
75) Still, wie Mäuse unter dem Besen, schon ohne Geschrei und Beschimpfungen, zogen die Deutschen davon und nahmen ihre Gewehre mit Pt (s. šluota).
76) Die Litauer wehrten den Vorstoß der Deutschen nach Osten ab prš (s. saulėtekis).
77) Die Schlacht bei Tannenberg stürzte den Deutschen Orden von seinem hohen Sockel und brach seine Macht prš (s. stovyla).
78) Die Deutschen verloren den Krieg B. Sruog (s. prakišti).
79) Wir haben die Deutschen vernichtend geschlagen Jrb (s. sutriuškinti).
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1.2. Das Verhalten der deutschen Eroberer während der Kriege in Litauen, wie es im LKŽ widergespiegelt wirde
Die Litauer fürchten die deutschen Eroberer, die als Eindringlinge kommen. Dies bezeugen folgende im LKŽe gefundenen Beispiele aus dem lebendigen Sprachgebrauch:
80) Die Leute hatten sich vor diesen Deutschen erschrocken – sie sehen sie kommen und zittern Bsg (s. išgąsčioti).
81) Kaum sieht man, dass die Deutschen schon kommen, scheißt man sich in die Hosen! Sml (s. triesti).
82) Sogar die Flöhe starben, als ich einen Deutschen kommen sah Btg (s. numirti).
83) Als er die Deutschen im Hof sah, verkroch er sich vor Schreck unter das Bett Srv (s. pastalė).
84) Die Deutschen kamen nach Lyduokiai und richteten22 das ganze Dorf zugrunde Ldk (s. sušikinti).
Beispiele, in denen gesagt wird, dass auch ein Deutscher vor etwas Angst hat, gibt es nur wenige, und selbst diese sind ziemlich zweideutig. Man kann also behaupten, dass die Litauer die Deutschen nicht für feige hielten. Es wurde nur ein Satz gefunden, in dem diese Angst konkret benannt wird:
85) An die Klëbys wagt sich der Deutsche nicht heran – er hat Angst Šts (s. klėbys).
Aus dem LKŽe lässt sich erschließen, dass die Deutschen nicht ohne Grund so sehr gefürchtet wurden – sie waren auch anderen Völkern gegenüber grausam (siehe Beispiele 86–87), töteten (oder man erwartete, dass sie töten würden) (siehe Beispiele 88–91) und misshandelten (siehe Beispiele 92–93), vgl.:
86) Die Deutschen verhielten sich grausam, sie erschossen viele Menschen Žr (s. žiaurus).
87) Die Deutschen waren grausamer; so viele Russen haben wir nicht gesehen Erž (s. žiaurus).
88) Die Deutschen töteten nicht nur Juden, sondern auch andere Menschen, denen sie nicht trauten Plšk (s. žudyti).
89) Wegen seiner litauischen Gesinnung wurde er von den Deutschen getötet Plšk (s. nustatymas).
90) Man sagte, die Deutschen würden einfallen, sie würden, so hieß es, die Mädchen töten Plt (s. žudyti).
91) Dort hatten die Deutschen sie halb totgeprügelt und aufgehäuft Gl (s. sukasti).
92) Die Sodėčiai stöhnen laut, sie würden von den Deutschen so sehr gequält Pt (s. skausti).
22 „erschreckte“, vgl. šikinti LKŽe.
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93) Wir sind von den Deutschen [Soldaten] niedergemäht worden23 Šts (s. nukriokinti).
Wie aus den Belegsätzen hervorgeht, litten bei Einmarsch des deutschen Heeres nicht nur die Menschen. Die Soldaten des fremden Landes zerstörten sowohl auf ihrem Weg nach Litauen als auch auf dem Rückzug alles (siehe Beispiele 94–95) – die Häuser und das Eigentum der einheimischen Bevölkerung (siehe Beispiele 96–98), andere Gebäude (siehe Beispiele 99–100), Wälder (siehe Beispiel 101); auch Tiere verschonten sie nicht (siehe Beispiele 102–103), vgl.:
94) Die Deutschen kamen und fegten alles weg wie mit einem Besen24 Bgs (s. šluoti, šluota).
95) Die Deutschen verwandelten ein bebautes, fruchtbares Land in schreckliche Öden S. Dauk (s. brandingas).
96) Die Deutschen steckten die Gebäude der Žemaiten in Brand S. Dauk (s. dagioti).
97) Die Leute hatten jahrelang sorgsam gewirtschaftet, und dann kamen die Deutschen und machten im Nu alles zunichte Šl (s. tausoti).
98) Am St.-Georgs-Tag kamen die Deutschen zu mir und schütteten all mein Getreide und meine Kartoffeln aus und zertrampelten sie Ms (s. sutrypti).
99) Die Deutschen sprengten die Brücke Trg (s. sproginti).
100) Die Deutschen brannten die Häuser in der Heimat nieder und sprengten die Mühle rš (s. sprogdinti).
101) Nachdem die Deutschen abgezogen waren, waren von den Wäldern nur noch Lichtungen übrig Dglš (s. išskyna).
102) Während des Krieges befahlen die Deutschen den Bauern, die Hunde zu erschlagen Krt (s. vokyčiai).
103) Die Deutschen quälten alle Bienen zu Tode Šr (s. kankenti).
Das untersuchte Material belegt, dass deutsche Soldaten während der Kriege Einheimische zu Zwangsarbeit fortbrachten (siehe Beispiele 104–106), manchmal (nach den überlieferten Beispielen) auch aus unbekanntem Grund (siehe Beispiele 107–108). Aus den im LKŽe belegten Sätzen geht eindeutig hervor, dass dies nicht nur gewaltsam geschah, sondern dass weder das Alter noch der Gesundheitszustand der Menschen berücksichtigt wurde (109–110):
23 „schädigen“, vgl. kriohinti LKŽe.
24 „bewirkte, dass etwas nicht mehr da war, verschwand, vernichtete“, vgl. schluoti LKŽe.
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104) Die Deutschen fingen hundert Arbeiter ein und trieben sie nach Vilnius Snt (s. sugaudyti).
105) Sie wollten mich nach Deutschland zur Arbeit abtransportieren Varn (s. vežti).
106) Die Bauern müssen noch unter den Deutschen leiden, weil sie ständig zum Reparieren von Brücken und Straßen angetrieben werden Pt (s. varinėjimas).
107) Als der Krieg tobte, suchten die Deutschen Männer aus und trieben sie fort Smal (s. išvaryti).
108) Damals fingen die Deutschen uns, solche jungen Kerle, ein Ss (s. vyrukas).
109) Damals trieben die Deutschen kleine Mädchen zu je dritt dazu, eine Sense zu binden Skr (s. po).
110) „So eine alte Frau bin ich, und sie drohen, mich nach Deutschland abzutransportieren“ Šts (s. kvėpa).
Es wurden Belegsätze gefunden, die zeigen, dass die Einheimischen sich aus Angst vor dem, was die deutschen Soldaten ihnen antun könnten, so gut sie konnten versteckten:
111) Ich kroch in einen Winkel, und die Deutschen sahen mich nicht Skr (s. užkaboris).
112) Die Leute versteckten sich vor den Deutschen in Sandgruben Šts (s. smiltduobė).
113) „Wenn wir einen Deutschen kommen sehen, steigen wir aufs Pferd und machen uns schleunigst davon“ Všv (Teufel).
114) Die Deutschen hatten befohlen, dass wir keinen Flüchtling aufnehmen sollten Kair (s. 2 slapukas).
Wie aus dem untersuchten Material hervorgeht, töteten und misshandelten die deutschen Eroberer die Einheimischen und zerstörten ihre Häuser; zu allen Zeiten nahmen sie den Einheimischen auch ihren Besitz für den eigenen Bedarf weg. Das war so alltäglich, dass im Wörterbuch sehr viele Belege dafür festgehalten sind. Aus ihnen lässt sich ein sehr genaues Bild davon gewinnen, was die deutschen Soldaten wegnahmen und wie die Einheimischen sich dabei fühlten. Zunächst sind die allgemeinsten Dinge zu nennen:
115) Die Deutschen freuten sich, nachdem sie haufenweise allerlei Schätze zusammengeraubt hatten S. Dauk (s. kupeta).
116) Im Krieg von 1914 nahmen die Deutschen alles weg Krš (s. vokytis).
117) Die Deutschen haben uns nach der Taufe zu Tode geschunden Šts (s. arbeiten).
Es wird berichtet, dass die Bauern das verloren, was die Grundlage ihrer Höfe bildete – Getreide und Futtermittel (siehe Beispiele 118–119) sowie Vieh (siehe Beispiele 120–121); ihnen wurden Pferde weggenommen (siehe 122
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Beispiel), Kühe (siehe Beispiele 123–124), Schafe (siehe Beispiele 124–125), Schweine (siehe Beispiel 125), Gänse (siehe Beispiel 126), Enten (siehe Beispiel 127):
118) Mit dem bloßen Dreschboden bin ich heimgefahren, der Deutsche hat auch das Futter weggenommen Šts (s. Dreschboden).
119) Die Deutschen nahmen das Getreide heraus und reinigten es Grd (s. reinigen).
120) Die Deutschen nahmen sämtliches Vieh mit und brannten die Ställe nieder Ad (s. mitnehmen).
121) Die Deutschen pflegten das Vieh wegzunehmen; mit ihnen lässt sich nichts ausmachen Krž (s. sich einigen).
122) Die Deutschen führten die Pferde weg, mein Mann setzt sich hin und weint Krž (s. weinen).
123) Die deutsche Militärverwaltung nahm den Einwohnern eine Kuh nach der anderen weg, dem einen sogar die letzte Plšk (s. Verwaltung).
124) Die Deutschen schlachteten sogleich alle Kälber und Schafe Kp (s. Kalb).
125) Die Deutschen kamen und fegten alles hinweg wie mit einem Besen: Sie erschossen die Schafe und schlachteten die Schweine Bgs (s. erschießen).
126) Der Deutsche tötete einen ganzen Schwarm Gänse Slm (s. töten).
127) Der Deutsche schoss alle Enten an; nur eine erhob sich auf die Flügel und flog davon Sem (s. 1 Deutscher).
Das untersuchte Material zeigt, dass die Deutschen den Einwohnern eroberter Gebiete auch Lebensmittel wegnahmen, manchmal das Letzte, was sie noch hatten – Butter (siehe Beispiele 128–129), Speck (siehe Beispiel 129), Käse (siehe Beispiel 129), Fleisch (siehe Beispiel 130), Brot (siehe Beispiel 130) und Milch (siehe Beispiel 131).
128) Jedes Stückchen Butter musste den Deutschen abgegeben werden rš (s. Klumpen).
129) Die Deutschen ziehen durch die Dörfer und holen Butter, Speck und Käse Š (s. Butter holen).
130) Fleisch, Brot – alles, was wir an Lebensmitteln hatten, nahmen uns die Deutschen weg Sb (s. alles).
131) Mit Milch hielten wir die Deutschen satt, während wir selbst hungerten Šts (s. satt halten).
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Im LKŽe ist festgehalten, dass die deutschen Eroberer sich für absolut alles interessierten, womit sich Gewinn erzielen ließ – von den Wäldern (siehe Beispiel 132) bis zum Bernstein (siehe Beispiel 133) oder den Mühlsteinen (siehe Beispiel 134), vgl.:
132) Die Deutschen haben die Wälder Litauens ausgerodet25 Brb (s. ausroden).
133) Die Deutschen wollen sich den Bernstein aneignen rš (s. sich aneignen).
134) Als die Deutschen kamen, versteckten wir auch noch die Mühlsteine, weil wir Angst hatten, sie könnten sie wegnehmen Žb (s. Deutsche).
Aus dem untersuchten Material gehen auch weitere Methoden hervor, mit denen die deutschen Eroberer auf Kosten der einheimischen Bevölkerung Gewinn machten, nämlich Requisitionen (siehe Beispiel 135), Steuern (siehe Beispiele 136–137) und Abgaben (siehe Beispiel 138):
135) Die Requisitionen der Deutschen drohen uns zu ersticken Pt (s. Requisition).
136) Der Deutsche stellte eine Quittung aus – sofort die Hundesteuer (für den Hund zu entrichtende Steuer) und eine Geldstrafe zahlen, weil der Hund nicht angebunden war A. Vencl (s. 1 hundesteuerpflichtig).
137) Der Deutsche zog einem das letzte Hemd aus, kassierte Hundesteuern rš (s. Hundesteuer).
138) Die Abgaben mussten den Deutschen fast umsonst überlassen werden J. Avyž (s. fast umsonst).
In den Belegsätzen des LKŽe ist festgehalten, wie die Litauer zu überleben und ihr Eigentum zu schützen versuchten; meist versuchten sie einfach, es zu verstecken:
139) Zur Zeit der Deutschen hatten die Leute sich allerlei verschiedene Verstecke ausgedacht Skd (s. versteckt).
140) Als wir erfuhren, dass die Deutschen die Kühe nehmen würden, trieben wir sie in den Wald Als (s. nehmen).
141) Die versteckten Tiere mussten gefüttert sein, damit sie nicht zu schreien anfingen, während die Deutschen in der Gegend umhergingen Vkš (s. schreien lassen).
142) Wir hatten das Getreide irgendwo versteckt, und die Deutschen fanden es nicht Šd (s. verbergen).
Das Quellenmaterial belegt jedoch auch, wie die Deutschen nach versteckten Gegenständen und Tieren (vielleicht auch Menschen) suchten und Durchsuchungen vornahmen:
143) Auf einen Schlag (schnell) kamen die Deutschen herbeigeeilt, um die Menschen zu durchsuchen Gršl (s. tašymas).
25 „abtransportierte, wegfuhr“, vgl. varyti LKŽe.
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144) Die Deutschen durchsuchten und plünderten das Haus Šts (s. iššvaistyti).
145) Die Deutschen stiegen hinauf und durchwühlten den Dachboden, fanden aber nichts Pns (s. grozdyti).
146) Die Deutschen durchsuchten bei jenem den ganzen Tag das Haus – sie suchten nach Speck Plt (s. krėsti).
1.3. Der Niederschlag des Lebens unter deutscher Herrschaft im LKŽe26
Wie aus den Belegsätzen hervorgeht, führten die Deutschen in den eroberten Gebieten (zu allen Zeiten) ihre eigene Ordnung ein, wodurch das Leben der Einheimischen erheblich erschwert wurde (siehe Beispiele 147–149); an den nötigsten Dingen mangelte es (siehe Beispiele 150–153):
147) Die Deutschen würgten sie schon im ersten Jahr Slm (s. smaugti).
148) Wir hungerten unter den Deutschen Kš (s. prieg).
149) Als wir unter den Deutschen lebten, gab es viele „rinkiukai“ Kal (s. rinkiukas27).
150) Unter den Deutschen herrschte solche Brotnot, dass man sogar Sägemehl ins Brot mischen musste Bgs (s. pielavinos28).
151) Unter den Deutschen gab es keine Mühlen, gar nichts, also mahlte man alles zu Hause Kp (s. vokiečiai).
152) Zur Zeit der Deutschen haben wir Kienspäne gespalten Al (s. skaldė).
153) Wir verbrannten uns, als wir unter den Deutschen lebten Trš (s. apskurti).
Im LKŽe ist festgehalten, dass die deutsche Herrschaft streng gewesen sei (siehe Beispiele 154–155), insbesondere in Kleinlitauen (siehe Beispiele 156–157):
154) Es ging noch alles gut, bis die Deutschen kamen und alle mit ihrer eisernen Ordnung niederdrückten A. Vien (ž. prislegti).
26 Die Beispiele in diesem Unterabschnitt hängen eng mit den Beispielen des Unterabschnitts 1.2 zusammen (an einigen Stellen überschneiden sie sich auch); man muss jedoch bedenken, dass Kleinlitauen auch in Friedenszeiten unter deutscher Herrschaft stand.
27 „Bettler“, vgl. rinkiukas LKŽe.
28 „Sägemehl“, vgl. pielavinos LKŽe.
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155) Die Herrschaft der Deutschen war streng Trg (užvedimas).
156) In Preußisch-Litauen lagen Verwaltung und Gerichte in deutscher Hand rš (ž. ranka).
157) Die deutsche Besatzungsmacht registrierte jede Ausfahrt der Fischer rš (ž. išplaukimas).
Aus dem untersuchten Material geht hervor, dass die Deutschen zu allen Zeiten die eroberten Gebiete germanisierten (siehe Beispiele 158–160), während deren Bewohner selbst germanisiert wurden (siehe Beispiele 161–163).
158) In deutscher Zeit begann man, das Litauertum mit der Wurzel auszurotten Pgg (ž. rauti).
159) Die Deutschen benannten in Ostpreußen alle litauischen Namen mit deutschen Namen Plšk (ž. vardas).
160) Die Deutschen würden gern sehen, dass die Litauer sich möglichst bald eindeutschen A1884,238 (ž. suvokiečiuoti).
161) Nun, nachdem sie mehrere hundert Jahre hier und dort den Deutschen gedient hatten, verloren sie ihr Einheitsgefühl und gaben ihre eigene Sprache auf S. Dauk (ž. išversti).
162) Alle... Gutsbesitzer und wohlhabenderen Bauern wurden zu Deutschen A1885,40 (ž. dvaronis).
163) Schon die Jungen waren ganz deutsch, wir Alten aber hielten noch an unserem Eigenen fest Vlkš (ž. senas).
1.4. Die Beziehungen zwischen Deutschen und Litauern und ihre gegenseitige Haltung im LKŽe
Im LKŽe ist mehr als ein Beleg für den Sprachgebrauch dokumentiert, der zeigt, dass die Deutschen auf die Litauer herabsahen und sie verachteten:
164) Die Deutschen halten den Kleinlitauer für einen Dummkopf K. Donel (s. 1 vokietis).
165) Wie mancher Deutsche, indem er Schuhe anfertigen lässt, die Kleinlitauer verachtet prš (s. žūbas).
166) Deutsche Chronisten verkündeten, die Großfürsten Litauens seien überhaupt keine Fürsten, sondern Gemeine und Usurpatoren der Herrschaft rš (s. uzurpatorius).
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Doch auch die in ganz Litauen belegten (also weit verbreiteten und etablierten) spöttischen Vergleiche29 zeigen die geringschätzige Haltung der Litauer gegenüber den Deutschen; darin werden Angehörige dieser Nationalität erwähnt:
167) Du quengelst wie ein gemolkener Deutscher Gršl (s. zyzti).
168) Er faselt wie ein Deutscher nach dem Mittagessen End (s. 1 vokietis).
169) Er drängt sich wie ein Deutscher in den Himmel LTR (Vb) (s. 1 vokietis).
170) Er schlürft Gelee wie ein Deutscher Zp (s. 1 vokietis).
171) Er rennt wie ein tollwütiger Deutscher umher Srv (s. 1 vokietis).
Aus den genannten Beispielen wird deutlich, dass die Angehörigen dieser beiden Völker, die in bestimmten Geschichtsperioden gemeinsam oder nebeneinander lebten, einander nicht mochten und dass diese Feindschaft selbst in Friedenszeiten mitunter in Schlägereien mündete. Diese wurden sowohl von Deutschen (s. Beispiele 172–173) als auch von Litauern (s. Beispiele 174–175) begonnen:
172) Der Deutsche hob die Hand zum Schlag, der Graukittel duckte sich flink, und die Hand des Deutschen fuhr durch die Luft I. Simon (s. perskristi).
173) Der kleine Deutsche schlug der Frau aufs Ohr, und sie taumelte und fiel um LTR (s. kebevirst).
174) Da habe ich den Deutschen aber ordentlich verprügelt! Krč (s. nutašyti).
175) Diese Bauern verpassten dem Deutschen dafür eine tüchtige Tracht Prügel, traten ihm ein paarmal in den Hintern und warfen ihn zur Tür hinaus LMD (s. vanta).
Im Wörterbuch finden sich Belege, die zeigen, dass einige Litauer und Deutsche (häufiger deutsche Frauen) dennoch freundschaftliche Beziehungen pflegten30, doch solche Belege sind nicht zahlreich:
176) Und die deutschen Mädchen fingen an, sich stärker an sie heranzumachen und sich anzuschmiegen Sln (s. lipšniuotis).
177) Das deutsche Mädchen stachelte ihn an, mit ihr zu tanzen J (s. smaigstyti).
29In diesen Vergleichen lassen sich die Darstellung unvernünftigen und unangemessenen Verhaltens, ein Mangel an Würde und dergleichen erkennen; eingehender könnten sich dazu jedoch Fachleute für litauische Folklore äußern.
30Zu zumindest etwas freundschaftlicheren Beziehungen zu deutschen Männern siehe auch die Beispiele 237 und 238.
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178) Ein Patriot Litauens und ein von ihren Eltern verwöhntes deutsches Mädchen fanden schön zueinander J. Mik (s. 1 vokietaitis).
Das untersuchte Material belegt, dass die Schmeichelei der Litauer gegenüber den Deutschen und ihr Bemühen, ihnen zu gefallen, als verwerflich galten31.
179) Er hatte sich wegen des Hündchens mit jenen Deutschen angelegt Brž (s. šunelis).
180) Nachdem er die Litauer verlassen hatte, hinkte er den Deutschen hinterher (eingedeutscht, schmeichelt er den Germanisierern) prš (s. šlubuoti).
181) Jetzt buckelt er dort vor den Deutschen, als könne es gar nicht anders sein, und kriecht ihnen in den Hintern I. Simon (s. užpakalis).
182) Diese Überläufer sind noch widerlicher als der Deutsche selbst Smln (s. verstaskūris).
Die untersuchten Beispiele zeigen jedoch, dass die meisten Litauer die Deutschen dennoch nicht mochten (siehe Beispiele 183–186) und nichts mit ihnen zu tun haben wollten, selbst wenn die Deutschen ihnen anscheinend nichts Böses taten (siehe Beispiele 187–18832):
183) Sie wuschen die Fußböden ihrer Häuser, die jenen durch die christlichen Deutschen verunreinigt zu sein schienen S. Dauk (s. subjauroti).
184) Die alten Weisen werden mit ihren uralten Worten unser Land vom Geist der Ruthenen und Deutschen reinigen A. Baran (s. 2 žiniuonis).
185) Ich wundere mich nicht, dass der Litauer den Deutschen hasst, denn jedes Volk will auf der Welt das beste sein Jrk51 (s. 1 vokietis).
186) Für Frauen galt es als größte Schande, einen Ruthenen, Polen oder Deutschen zu heiraten S. Dauk (1 vokytis).
31 Dieselbe Haltung gegenüber den Deutschen, die sich bei ihnen einschmeicheln, zeigt sich auch in der kleinen Folklore, vgl.: „Ausdruck von Hass und der Weigerung, dem Feind zu helfen: Wenn du einem Deutschen hilfst, wirst du in kalter Erde liegen“ (Anglickienė 2000b: 27).
32 Diese beiden Sätze veranschaulichen auch die positiven Eigenschaften der Deutschen, die im weiteren Verlauf des Artikels behandelt werden.
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187) Das deutsche Mädchen war gut, aber der Mutter passte es trotzdem nicht, dass es weiße Fingernägel hatte Ms (s. tikti).
188) Die Deutsche wischt die Löffel ab – der alten Frau schmeckt das Essen nicht P. Cvir (s. nuvalyti).
Im LKŽe finden sich Sätze, die zeigen, dass die Litauer von den Deutschen nichts Gutes erwarteten:
189) Kann ein Deutscher einem litauischen Menschen überhaupt etwas geben I. Simon (s. lietuviškas).
190) Die Deutschen drucken diese Schriften nur, um uns das Geld herauszulocken, abzuluchsen Žem (s. išmiliminti).
1.5. Charakter und Aussehen der Deutschen im LKŽe
Aus den illustrativen Beispielen des LKŽe lässt sich schließen, dass die Litauer den Deutschen die unterschiedlichsten negativen Eigenschaften zuschrieben (siehe Beispiel 191). Die Deutschen erschienen ihnen dumm33 (siehe Beispiele 192–193), böse (siehe Beispiele 194–195), hochmütig (siehe Beispiele 196–197), wählerisch (siehe Beispiel 198) und verlogen (siehe Beispiel 199):
191) Donelaitis geißelte mit seinen schneidenden Hexametern die Habgier, Niedertracht und Beschränktheit der deutschen Gutsbesitzer rš (s. čaižus).
192) Dumm wie ein Deutscher am Nachmittag (nach dem Mittagessen Snt) Vlkv (s. 1 vokietis).
193) Blinder Deutscher (ein Dummkopf, der nur Deutsch kann) B, B270,346, MŽ468, N, Sch113, M (s. 1 vokietis).
194) Er wurde nach dem Mittagessen so wütend wie ein Deutscher Plik, Akm, Sd (s. pasiusti).
195) Der Deutsche schimpft und flucht in allen möglichen Sprachen, sodass sich nicht einmal die Frösche über die Wasseroberfläche zu zeigen wagen LzP (s. 1 vokietis).
196) Hochmütig und aufgeblasen wie ein echter Deutscher Lk (s. įsireženti).
33 Bemerkenswert ist, dass nicht nur die Litauer die Deutschen so sahen. Im Französischen, Italienischen und Dänischen hat das Wort für „Deutscher“ auch die Bedeutung „Dummkopf“. Das zeigt, dass die Meinung der Litauer nicht subjektiv war (Anglickienė 2006: 18).
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197) Die Deutsche ließ sich aus drei Pelzen einen engen Pelzmantel nähen und ging stolz in die katholische Kirche Sln (s. 1 vokietis).
198) Für die Deutschen war die Butter immer entweder „zu alt“ oder „zu sauer“ oder irgendetwas anderes I. Simon (s. vokietka).
199) Der Deutsche verdreht die Wahrheit auf allerlei Weise (s. susukti).
Die Beispielsätze im LKŽe belegen, dass den Litauern auch die Gewohnheit der Deutschen, gut zu essen, nicht gefiel:
200) Und sabbert wie ein Deutscher über Speck Šv (s. seilinti).
201) Warum pfeifst du, wie ein Deutscher, nachdem du dein Brot aufgegessen hast? Šts (s. 1 vokytis).
Mit der erwähnten Vorliebe der Deutschen für reichliches Essen wird auch die Beleibtheit vieler von ihnen in Verbindung gebracht (siehe Beispiele 202–206). Von dünnen34 Deutschen ist viel seltener die Rede (siehe Beispiel 207):
202) Bei uns wohnte so ein Deutscher, dick wie ein Kürbis Gs (s. bambūzas).
203) Der Deutsche ist so fett geworden, dass er seinen Hintern nicht mehr tragen kann Kp (s. rūra).
204) Dieser Deutsche ist trächtig (scherzhaft: dick) Skr (s. veršingas).
205) Ob wohl diese lieben Äschen zu weißen Gänsen werden und ihr Leben ganz gewöhnlich im Bauch irgendeines großen Deutschen am Martinstag beenden werden? Vaižg (s. žiliukas).
206) Oho! Ein Bäuchlein wie ein Deutscher LTR (Grk) (s. pilvas).
207) Der Deutsche stakst mit seinen dünnen Beinen typ typ über das Feld LzP (s. typ).
1.6. Beschreibung der deutschen Sprache im LKŽe
Viele Belegbeispiele im LKŽe handeln von der deutschen Sprache und dem Sprechen: Den Litauern erschien ihre Sprache schwer und kompliziert:
34 Zwar werden im einzigen Beispiel, das sich finden ließ, nur die dünnen Beine des Deutschen erwähnt.
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208) Die Sprache der Deutschen sei schwerfällig (schwer zu sprechen, auszusprechen) Pln (s. spranglus35).
209) Die Sprache der Deutschen ist polternd, man kann nicht ein einziges Wort unterscheiden Šts (s. trankus).
Wenn erzählt wird, wie die Deutschen (auf Deutsch) sprachen, wird in allen auffindbaren Belegbeispielen betont, dass ihre Rede undeutlich und unverständlich gewesen sei:
210) Dort haben nur die Deutschen unverständlich genuschelt Grk (s. štervelioti36).
211) Hast du verstanden, was dieser kleine Deutsche da faselte? Všk (s. švataroti37).
212) Der Deutsche faselte etwas, aber wir verstanden es nicht Mrj (s. varvalioti38).
213) So plappern die Deutschen, wer weiß schon wie Stl (s. nutauškėti39).
214) O du, das Gebrabbel der Deutschen untereinander – mein Gott! Kv (s. bliurbėjimas40).
Aus den Beispielen im LKŽₑ ist ersichtlich, dass die Deutschen den Litauern auch dann nicht gefielen, wenn sie versuchten, Litauisch zu sprechen (oder zu schreiben):
215) Jede Deutsche kann ein bisschen halb-litauisch radebrechen, manche kann es überhaupt nicht Skr (s. pakrevezoti41).
216) Der Deutsche konnte sich auf Litauisch nicht verständlich machen Ėr (s. perkalbėti42).
217) Die Russen... schrieben die litauischen Personen- und Ortsnamen recht gut auf, viel besser als die deutschen Chronisten LTII17 (K. Būg) (s. kronistas).
218) Da die Deutschen den Namen dieser Burg (Girgždutė) nicht aussprechen konnten, gaben sie ihr einen anderen Namen und schrieben in ihren Büchern „Surdita“ M. Valanč (s. išranguoti43).
35 „schwer verdaulich“, vgl. spranglus LKŽₑ.
36 „unklar, unverständlich sprechen, sagen“, vgl. štervelioti LKŽₑ.
37 „unklar, unverständlich sprechen, nuscheln“, vgl. švataroti LKŽₑ.
38 „unverständlich, unklar sprechen, brummeln“, vgl. varvalioti LKŽₑ.
39 „sprechen, wobei die Wörter abgehackt werden“, vgl. tauškėti LKŽₑ.
40 bliurbėjimas → bliurbėti, und bliurbėti bedeutet „unklar, unverständlich sprechen“, vgl. bliurbėjimas LKŽₑ, bliurbėti LKŽₑ.
41 „schlecht sprechen, weil man es nicht beherrscht“, vgl. krevezoti LKŽₑ.
42 „wiedergeben, erzählen; sagen, erklären“, vgl. kalbėti LKŽₑ.
43 „(ein Wort) flüssig aussprechen“, vgl. ranguoti LKŽₑ.
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Das Untersuchungsmaterial zeigt, dass es den Litauern ebenfalls schwerfiel, Deutsch zu sprechen (oder es zumindest denjenigen so erschien, die kein Deutsch konnten):
219) Die Deutschen aus Tilsit ärgern sich, dass diese Bauern kein Deutsch stammeln þřs (s. pykestauti).
220) Ich verständige mich mit den Deutschen mehr schlecht als recht Všk (s. susišvataroti44).
221) Eure Kinder, wenn die Deutschen da irgendetwas Unverständliches reden Kair (s. šterlekiuoti45).
2. DAS POSITIVE BILD DES DEUTSCHEN IM WÖRTERBUCH DER LITAUISCHEN SPRACHE
Wie die semantische Analyse des Materials im LKŽe zeigt, beurteilten die Litauer die Deutschen meist negativ. Dennoch verstanden sie, dass man einen Menschen nicht allein nach seiner Nationalität beurteilen kann (z. B. Es gab auch Deutsche, die Menschen waren Snt (s. žmogus)), und sie nahmen auch einige positive Eigenschaften der Deutschen wahr. Im Wörterbuch gibt es deutlich weniger solcher Belegsätze46, aber es gibt sie. Die Belegsätze zeugen davon, dass die Litauer die Deutschen nicht nur als Soldaten, sondern auch als Handwerker, Händler usw. kannten (siehe Beispiele 222–227). Offenbar lernten auch die Litauer einiges von ihnen, denn sie benannten sogar einige dieser Realien (Handwerke usw.) mit deutschen Bezeichnungen (siehe Beispiel 228) – daraus lässt sich schließen, dass es solche Realien zuvor auch in Litauen nicht gegeben hatte:
222) Die Deutschen haben durch Handel und Handwerk großen Nutzen Bs (s. vaisbūnysta).
223) Ein deutscher Handwerker, ein Goldschmied NdŽ (s. 1 vokietis).
224) Eine deutsche Lehrerin, Köchin NdŽ (s. 1 vokietis).
225) Die meisten waren deutsche Schiffer Rsn (s. šiporius).
226) Da war ein Deutscher, er hatte einen Laden: Heringe, Schnaps – alles hatte der Deutsche Plt (s. 1 vokytis).
227) In der Mühle lebte ein Müller, mit dem Nachnamen Šaltis, deutscher Abstammung M. Valanč (s. veisle).
44 ‚sich mehr schlecht als recht verständigen‘, vgl. švataroti LKŽe.
45 ‚undeutlich, unverständlich sprechen, sagen‘, vgl. šterlekiuoti LKŽe.
46 Von etwa 650 Belegbeispielen lassen sich nur etwas mehr als 60 als solche bewerten, die positive Eigenschaften der Deutschen erkennen lassen.
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228) Die meisten Germanismen gehören zur Sprache des Handwerks, insbesondere der Tischler und Schmiede, und wurden von deutschen Handwerkern nach Litauen gebracht A. Sal (s. vokietybė).
Dass die Deutschen Neuerungen nach Litauen brachten, die es dort zuvor nicht gegeben hatte, zeigen auch folgende Sätze aus dem LKŽe:
229) Zuckerchen haben sich die Deutschen ausgedacht, noch während des letzten Krieges Smn (s. cukrelis⁴⁷).
230) Bei den Deutschen... gibt es den Brauch..., ein kleines Fichtenbäumchen... in der Stube aufzustellen und es mit vielen Wachströpfchen zu schmücken oder zu beträufeln Kel1865,7 (s. apraistyti).
231) Fertige Kleidung kam zur Zeit der Deutschen auf Grš1 (s. vokyčiai).
232) In den ältesten Zeiten wussten unsere Väter nichts von Karten; erst von den Deutschen lernten sie solche Spiele wie Schopskupas und Ubagas Cp (s. ubagas).
Im LKŽe finden sich einige Belegbeispiele für den Fleiß und die Sorgfalt der Deutschen:
233) Wir haben gelernt, das deutsche Volk für seine Tiefe, seinen Fleiß, seine Liebe zur Arbeit und seine Achtung zu schätzen Pt (s. vokiečiai).
234) Die Deutschen lehrten uns, gut und sauber zu arbeiten Krž (s. 1 vokytis).
235) Ein Deutscher lebt lieber auf einem Stein als ein Russe auf Schwarzerde und Wasser J. Mik (s. 1 vokietis).
236) Wenn sich die Kuh eines Deutschen losgerissen hatte, kam er sofort herbeigelaufen: Ob ihr etwas zugestoßen ist? Doch wenn die ganze Herde eines Litauers fortlief, kümmerte es ihn nicht Graž (s. 1 vokietis).
Wie bereits erwähnt, ist im LKŽe festgehalten, dass die deutschen Eroberer den Einheimischen Lebensmittel und Besitz wegnahmen. Es gab jedoch auch Deutsche, die gastfreundlich waren und Gutes mit Gutem vergolten. Belegende Sätze dafür gibt es im LKŽe allerdings nicht viele:
237) Der kleine Deutsche gab Bohnen; dem kleinen Deutschen sei Dank Ggr (s. 1 vokytis).
47 ‚Saccharin‘, vgl. cukrelis LKŽe.
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238) Die Deutschen bewirteten ihn im Lager mit Wacholderbranntwein und geräuchertem prielaidiena Pč (s. prielaidiena48).
239) Nach dem Krieg hielt sich die Deutsche bei uns auf, jetzt schickt sie Geschenke Rdn (s. 1 vokytis).
240) Nach dem Krieg kam eine Deutsche, die vor Hunger geflohen war, nun meldete sie sich wieder Krš (s. 1 vokytis).
Das untersuchte Material lässt die Schlussfolgerung zu, dass die Litauer auch schätzten, dass die Deutschen ordentlich waren (siehe Beispiele 241–242) und gut aussahen (siehe Beispiele 243–244):
241) Man muss es in puncto Sauberkeit mit einem Deutschen aufnehmen und ihn an Einfallsreichtum übertreffen rš (s. išmonė).
242) Die deutschen Höfe waren wie aus Glas49 L dvn (s. ūkė).
243) Mein Mädchen ist groß und schlank, weiß und schön wie ein deutsches Mädchen (Lied.) Grl (s. vokietaitis).
244) Die deutschen Frauen kleideten sich schön – wie Puppen DūnŽ (s. 1 vokytis).
Im LKŽₑ wird noch ein weiteres herausragendes Merkmal der Deutschen erwähnt. Sie waren ein Volk von Wissenschaftlern, Schriftstellern und Musikern. Die Belegbeispiele stammen zumeist aus schriftlichen Quellen und nicht aus der gesprochenen Sprache:
245) Wegen der Abwesenheit der gelehrten Deutschen vertagte der König die Versammlung auf das nächste Jahr M. Valanč (s. neatvykimas).
246) Diese Frage hatte sich einmal auch ein deutscher Wissenschaftler gestellt J. Jabl (s. užduoti).
247) Als die Deutschen sich mit allem Möglichen beschäftigten, kamen sie auch auf die litauischen Lieder zu sprechen A1884, 249 (s. užkliudinti, triūsinėti).
248) Die Deutschen lernen von Kindesbeinen an und lernen bis ins hohe Alter Pls (s. 1 senė).
249) Die russische und die deutsche Literatur waren die wichtigsten Vermittlerinnen, durch die die Stimmen ferner Zivilisationen nach Litauen gelangten rš (s. tarpininkas).
48 ‚Fleisch eines prielaidis‘, und prielaid as – ‚ein im Frühjahr aufgezogener Ferkel, der bis zum Herbst gemästet wird‘, vgl. prielaidiena, prielaid as LKŽₑ.
49 ‚sehr schön, sauber‘, vgl. stiklinis LKŽₑ.
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250) Wir haben die Hitlerfaschisten niemals mit dem alten und talentierten deutschen Volk gleichgesetzt, das der Menschheit viele herausragende Köpfe geschenkt hat rš (s. sutapatinti).
251) Sorgfältig glatt rasiert spielt50 der Deutsche Geige, während Leiba Šepetys ihn melodisch auf dem Kimbolai begleitet Mair (s. kimbolai).
ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die semantische Analyse von etwa 650 illustrativen Belegen aus dem LKŽe, die mit dem Konzept DEUTSCHER verbunden sind, ergibt ein sehr detailliertes und vielseitiges Bild davon, wie die Litauer laut dem untersuchten Wörterbuch von den ältesten Zeiten bis zum Ende des 20. Jahrhunderts ihre manchmal näheren, manchmal ferneren deutschen Nachbarn sahen. Dieses Bild ergibt sich aus Informationen, die in Schriften und in verschiedenen Dialekten (in ganz Litauen) aus unterschiedlichen Zeiten gefunden wurden und Eingang in den LKŽe fanden. Natürlich sind einzelne illustrative Sätze, die lebenden Menschen mündlich abgenommen wurden, subjektiv und oft emotional; in ihrer Gesamtheit formen sie jedoch ein einheitliches, präzises Weltbild des Wörterbuchs. Dass die Deutschen den Litauern bestens bekannt waren, zeigt auch die große Zahl der im LKŽe verzeichneten Stichwörter, die mit Deutschen zusammenhängen, vgl.: vokietaitis, vokietelka, vokietėlis, vokietis, vokietka, vokietpalaikis, vokietukas, vokietutis, ookytaitis, ookytalis, ookytelis, ookytelka, ookytinas, ookytis, ookytka, ookytikė, ookytpalaikis, vokytukas, vokiečiokas, vokis; vokietauti, vokietėjimas, vokietėti, vokietybė, vokietynė, vokietinimas, vokietininkas, vokietinis, vokietinti, vokietintojas, vokietuoti, vokietmetis, vokietystė, vokietišius, vokietiškai, vokietiškas, vokiečiavimas, vokiečiuoti, vokiečiuotojas, vokiečkapiai, vokiečkapis, vokytauti, vokytėti, vokytinis, vokytinti, vokytkapiai, vokytmetis, vokytumas, vokytuoti, vokyčiuoti, katvokietis, katvokytis. Diese Wörter bezeichnen nicht nur Sachverhalte, die mit der Nationalität zusammenhängen, sondern haben sich auch auf andere Lebensbereiche ausgedehnt; einige von ihnen können auch Teufel oder Pilz, Tanz oder Honigkuchen und anderes bedeuten.
50 Dieser Satz veranschaulicht auch die zuvor erwähnte Ordnungsliebe der Deutschen.
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So lässt sich allein anhand der illustrativen Belege aus dem LKŽₑ ein Bild von den Deutschen gewinnen, selbst wenn man die historischen Fakten nicht kennen würde. Vor allem waren die Deutschen Feinde⁵¹. Seit alters her fielen sie in großen Scharen über die Litauer her und schonten deren Leben nicht. Dabei kamen verschiedenste Waffen zum Einsatz – Rammböcke, Bajonette, Gewehre, Granaten, Maschinengewehre, Mörser und Flugzeuge. Man könnte vorsichtig annehmen, dass die Deutschen ihren Gegnern in vielen Fällen möglicherweise auch technisch (im Hinblick auf die Kriegstechnik) überlegen waren, denn in den Belegen des LKŽₑ werden die Waffen der Litauer wesentlich seltener erwähnt.
Im untersuchten Material wird erwähnt, dass die Deutschen nicht nur gegen die Litauer Krieg führten; zu ihren Feinden zählten auch die Preußen, Letten, Esten, Russen, Polen, Engländer, Dänen, Norweger, Belgier, Franzosen und Amerikaner. Die Deutschen kämpften auch untereinander. Somit waren die Deutschen ein sehr kriegerisches Volk.
In den Belegen des LKŽₑ sind auch Orte in Litauen festgehalten, deren Einwohner mit den Deutschen in Berührung kamen. Zunächst waren dies die Bewohner Kleinlitauens und Samogitiens; später verbreiteten sich die Deutschen über ganz Litauen – entlang der Nevėžis und der Memel, in Užnemunė sowie in Richtung Šiauliai, Pasvalys, Ukmergė und anderswo.
Wie die illustrativen Sätze des LKŽₑ zeigen, schädigten die Deutschen die Litauer sowohl auf ihren Durchzügen durch Litauen als auch während längerer Aufenthalte (und in Kleinlitauen lebten die beiden Völker ohnehin nebeneinander): Sie nahmen Vieh, Getreide, Futter und Lebensmittel weg und transportierten Bäume und anderes Eigentum nach Deutschland. Wenn sie es nicht wegnahmen, zerstörten sie das Eigentum der Litauer: Sie brannten Häuser, Brücken und Mühlen nieder, zertrampelten die Saaten, erschossen und schlachteten das Vieh und verschonten weder Hunde noch Bienen. Sie bürdeten den Einheimischen verschiedene Verpflichtungen und Steuern auf und verschleppten sie zur Arbeit nach Deutschland; weder kleine Kinder noch gebrechliche Menschen verschonten sie.
51 Vermutlich sollte nochmals daran erinnert werden, dass hier von einem Bild die Rede ist, das in einem bestimmten Wörterbuch festgehalten wurde und in Einzelfällen nicht unbedingt mit der historisch dokumentierten Wirklichkeit oder den in anderen Quellen widergespiegelten Bildern übereinstimmt.
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Aus den genannten Gründen fürchteten sich die Litauer vor den Deutschen und versteckten sich vor ihnen. Die Deutschen erschienen den Litauern grausam, böse, eingebildet, wählerisch und verlogen, manchmal aber auch dumm und unansehnlich, meist dick und mit großen Bäuchen. Auch die deutsche Sprache klang für das litauische Ohr hässlich und unverständlich.
Beispiele, die all dies veranschaulichen, finden sich im LKŽₑ am häufigsten. Dieses Weltbild hat jedoch auch eine andere Seite: Es sagt viel über die Litauer selbst aus. Aus dem untersuchten Material geht hervor, dass sich die Litauer den deutschen Eroberern, soweit sie konnten, widersetzten und in früheren Zeiten erbittert mit ihnen kämpften, ohne ihr Leben zu schonen. Später, als sie sich ihnen beugen mussten, versteckten sie ihren Besitz und unterwarfen sich den Besatzern zumindest in ihren Herzen nicht – sie hassten und verachteten die Deutschen, machten sich über sie lustig und verurteilten ihre Landsleute, die sich mit dem Feind einließen.
Andererseits sahen die Litauer auch positive Eigenschaften der Deutschen; allerdings gibt es im Wörterbuch wesentlich weniger Material, das dies veranschaulicht (nur etwas mehr als 60 illustrative Beispiele). Die Deutschen waren nicht nur Soldaten, sondern auch Handwerker und Händler, die die Litauer mit einigen bis dahin unbekannten Dingen vertraut machten – mit bestimmten Handwerksberufen, fertiger Kleidung, Saccharin, Weihnachtsbäumen und Ähnlichem. Sie waren fleißig und fürsorglich, manchmal auch gastfreundlich und erwiderten Gutes mit Gutem; ihre Frauen waren schön und elegant gekleidet. Aus der im LKŽₑ erfassten Schriftsprache geht hervor, dass die Deutschen auch ein Volk von Wissenschaftlern, Schriftstellern und Musikern waren.
Das im LKŽₑ durch illustrative Beispiele vermittelte Bild des Deutschen ist also nicht eindeutig, doch ist es erheblich häufiger negativ als positiv. Natürlich muss man bedenken, dass bei der Erstellung des Wörterbuchs in der Sowjetzeit aufgrund der Zensur die Auswahl mancher Beispiele tendenziös gewesen sein könnte. Es ist anzunehmen, dass die Bewertung der Angehörigen dieser Nationalität in der Zeit der Unabhängigkeit häufiger positiv als negativ ausgefallen wäre; darauf deuten auch die in den einleitenden Anmerkungen dieses Artikels besprochenen weiteren Untersuchungen zum Konzept VOKIETIS hin.
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QUELLE
LKŽe – Lietuvių kalbos žodynas, Bd. 1–20, 1941–2002 (elektronische Ausgabe), Chefredakteurin G. Naktinienė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2005. Online verfügbar unter: www.lkz.lt.
LITERATŪRA
Anglickienė Laimutė 2000a: Kitataučiai lietuvių folklore: daktaro disertacijos santrauka, Kaunas.
Anglickienė Laimutė 2000b: Vokietis lietuvių tautosakoje. – Liaudies kultūra 2(71), 25–27.
Anglickienė Laimutė 2005: Etnonimų vartojimo lietuvių kalboje ir folklore ypatumai. – Vārds un tā pētišanas aspekti 9, 7–17.
Anglickienė Laimutė 2006: Kitataučių įvaizdis lietuvių folklore, Vilnius: Versus Aureus.
Anglickienė Laimutė 2007: Tautosaka apie kitataučius: etnostereotipų ir siužetų migracija. – Rytų Europos kultūra migracijos kontekste: tarpdiscipliniai tyrimai, Vilnius: Versus aureus, 445–454.
Bandoriūtė Salomėja 2015: Tradicinis anekdotas: iš ko juokėsi XIX a. pabaigos–XX a. vidurio lietuvis. – Tautosakos darbai 49, 105–122.
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GERMAN IN THE WORLDVIEW OF THE
DICTIONARY OF THE LITHUANIAN LANGUAGE
Summary
The image of the German in the eyes of a Lithuanian has been scrutinised by ethnologists, folklorists, historians, linguists. However, their studies in that regard have so far omitted our largest linguistic tract, the Dictionary of the Lithuanian Language, which can be approached as some kind of a chronicle covering material from our first writings dated 1547 until 2001.
A semantic analysis of roughly 650 illustrative examples associated with the German has revealed a very thorough, many-sided image of how Lithuanians have looked at Germans – their neighbours, sometimes close, sometimes not so – since ancient times until the end of the 20th century. This image is not just some biased opinion of a group of people: it consists of information that can be found in written texts, various dialects across Lithuania, and at different times. Of course, individual illustrative sentences recorded from the lips of living people are subjective and often emotional; however, taken together, they form an accurate homogeneous worldview. That Lithuanians knew Germans very well, has evidence in the ample quantity of headwords available in the Dictionary of the Lithuanian Language: with reference to Germans, such words total a massive 52. These words not always have to do with nationality: sometimes they can also refer to the devil or a mushroom, a dance or a gingerbread cookie, and so on.
To begin with, according to the Dictionary, Germans were always enemies. Their cohorts would assault Lithuanians since ancient times, sparing no lives. They would do so
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with a variety of weapons, from rams to bayonets to rifles, grenades, machineguns, mortars, and airplanes.
Germans would not only fight with Lithuanians alone: they also had enemies in Prussians, Latvians, Poles, Englishmen, Norwegians, Belgians, Frenchmen, Americans; Germans were not immune to in-house squabble either.
Among the Lithuanian people, it was the residents of Lithuania Minor and Samogitia that first came into contact with Germans; later, Germans spread all over Lithuania.
Both as they marched across Lithuania and having settled there for an extended stay, Germans would do Lithuanians harm, taking away their livestock, grain, feed, food, shipping timber and other property off to Germany. What they would not take, they would destroy out of spite: houses, bridges, mills would be burned down, crops trampled, livestock shot or slaughtered; neither dogs nor bees would be spared. The people would be burdened by various obligations, even taken away to work in Germany, sparing neither the children nor the sick.
As a result, Lithuanians feared Germans and would try not to attract their unwanted attention. Lithuanians considered Germans a cruel, evil, arrogant, picky, lying bunch, but sometimes they would be regarded as foolish, unsightly, often fat and pot-bellied. The German language would ring foul and incomprehensible to the Lithuanian’s ear as well.
Lithuanians would oppose Germans for as much as they could, fighting them ferociously in the old times without sparing their own lives; later, when they were forced to surrender to such power, they would secretly stash their property away, harbouring resistance towards the invaders, if only in their hearts: Germans would be hated, despised, mocked; fellow Lithuanians who made bedfellows with the enemies, frowned upon.
On the other hand, Lithuanians saw positive traits in Germans as well, even though material pointing to that is much scarcer. In addition to warriors, Germans were craftsmen,
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merchants who introduced Lithuanians to some of the things the country had never known before. They were hard-working, careful, and sometimes welcoming; they would return favours and their women were pretty and well-dressed. The language of texts recorded in DLLe shows that it was a nation of scholars, writers, musicians.
KEYWORDS: dictionary, semantics, illustrative example, worldview, German.
DANUTĖ LIUTKEVIČIENĖ
Lietuvių kalbos institutas
Petro Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius
[email protected]
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