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Būdingesnės Ramaškonių tarmės ypatybės

J. Šukys

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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI. III LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA CHARAKTERISTISCHE MERKMALE DES DIALEKTS VON RAMAŠKONYS1 J. ŠUKYS Ramaškónys ist das litauischste Dorf einer kleinen litauischen Sprachinsel auf dem Gebiet der Belarussischen SSR, die den östlichen Teil des Rajons Varanavas (Balatnõs2) einnimmt. Im westlichen Teil des Rajons Varanavas (um Nevėžiai) und insbesondere im Rajon Ródūnia gibt es noch weitere litauischsprachige Dörfer. Etwa 8 km nördlich von Ramaškónys verläuft die Grenze der Litauischen SSR; im Osten grenzt das Dorf an die Umgebung von Dievėniškės. Auf der Sprachinsel Ramaškónys selbst findet man litauisch sprechende und verstehende Menschen in einem Dutzend Dörfern auf einem Gebiet von etwa 12–15 km Länge (von Norden nach Süden) und 6–8 km Breite (von Westen nach Osten). Die meisten leben in den Dörfern Ramaškónys, Tūsamoniai, Dainava, Stanišiai, Bieliūnai und Biliai. Nach Aussage der Ortsansässigen war die litauische Sprache hier vor etwa 50 Jahren vorherrschend („džiadas „senelis“ tai nemokėj gudiškai pusės žodžo pasakyt“). Heute ist Litauisch jedoch auch in diesen Dörfern keine Alltagssprache mehr. Es gibt nur wenige Familien, die zu Hause Litauisch sprechen, obwohl fast alle Ortsansässigen dieser Dörfer über 30 Jahren Litauisch können oder zumindest verstehen. Die litauische Sprache kann auf der hier beschriebenen Sprachinsel derzeit kein vollwertiges Kommunikationsmittel mehr sein, denn die Beziehungen zwischen den Menschen sind sehr viel enger geworden, Mischehen kommen häufiger vor, den Jugendlichen stehen die Türen der Schulen weit offen, und Presse und Radio haben weite Verbreitung gefunden – all dies stärkt den Einfluss der belarussischen Sprache. Nur in Kirchdörfern und ehemaligen Gutshöfen hat sich die polnische Sprache stärker durchgesetzt; ansonsten sprechen die einst litauischen Dörfer des Rajons Varanavas heute Belarussisch. Die eingehendere Erforschung des Dialekts der Umgebung von Ramaškónys begann erst in der Sowjetzeit, und zwar 1952. In jenem Jahr führte eine vom Institut für Litauische Sprache und Literatur organisierte dialektologische Expedition, die sich in mehreren Dörfern der beschriebenen Sprachinsel, darunter auch in Ramaškónys, aufgehalten hatte, dialektologische Texte auf und beantwortete einen Teil der Fragen aus dem „Programm zur Sammlung von Materialien für den Atlas der litauischen Sprache“. Weiteres Material sammelte eine 1957 vom selben Institut organisierte Erkundungsexpedition. Die Untersuchung des Dialekts wurde während der dialektologischen Expedition von 1959 abgeschlossen. Der Artikel stützt sich auf das von dieser Expedition gesammelte Material, das der Verfasser überwiegend bei Sprechern des Dialekts im Dorf Ramaškónys aufgezeichnet hat. Das bei früheren Expeditionen gesammelte Material unterscheidet sich nicht von dem der Expedition von 1959. 1 Über die phonetischen und morphologischen Merkmale des Dialekts von Ramaškónys hielt der Verfasser 1959 auf der dialektologischen Konferenz einen Vortrag. 2 Die litauischsprachigen Einwohner verwenden anstelle des offiziellen Namens Varanavas meist die Bezeichnung Balatnã. 12. Kalbotyros klausimai, III 177 Der Artikel beschreibt anhand einer kontrastiven Methode die charakteristischen phonetischen, morphologischen, syntaktischen und lexikalischen Merkmale dieses aussterbenden Dialekts, ohne näher auf ihre historische Entwicklung und ihre Verbreitung in anderen litauischen Dialekten einzugehen. Phonetik Vokalismus. Eines der zuerst ins Auge fallenden Phänomene des Vokalismus im Dialekt von Ramaškónys ist die Monophthongierung der Diphthonge ie, uo zu i˙, u˙. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Diphthonge betont oder unbetont, mit Stoßton oder Schleifton gesprochen werden, im Wortstamm oder am Wortende stehen, ob das Wort einheimisch oder entlehnt ist – in der Sprache der jüngeren Dialektsprecher werden sie gewöhnlich monophthongiert, z. B.: p˙i˙nas, svi˙tas, ki˙mi, klu˙nas, ju˙kas, kurdėlis. Dialektsprecher über 50–60 Jahre sprechen, wenn auch undeutlich, häufig auch den zweiten Bestandteil des Diphthongs aus; dieser müsste ähnlich notiert werden, wie es in P. Arumas Texten aus der Umgebung von Zietela der Fall ist3, z. B.: Savclėnė (Familienname), n˙ėkas, dž˙ievilis, džio-na, pi˙emuo, uo˙gauč. Die älteste Dialektsprecherin des Dorfes Ramaškónys, die nahezu hundert Jahre alt ist und aus dem benachbarten Dorf Dainava stammt, monophthongiert die Diphthonge ie, uo überhaupt nicht, z. B.: paucieni˙ „kiaušinienė“, džievvas, kiemi, svečiosna, dióonos, kuodėlis. Demnach hängt die Aussprache der Diphthonge ie, uo mit wenigen geringfügigen Ausnahmen merklich vom Alter der Dialektsprecher ab und ist fakultativ (mitunter spricht derselbe Sprecher dasselbe Wort unterschiedlich aus). All dies zeigt, dass dieses phonetische Phänomen recht neu ist. Die Monophthongierung der Diphthonge ie, uo zu i˙, u˙ oder i˙e, uo kommt auch in anderen südlichen litauischen Sprachinseln auf dem Gebiet der Belarussischen SSR vor: besonders häufig im Dialekt von Zietela4, selten und unregelmäßig im Dialekt von Lazūnai5, und in unbetonter Stellung in den litauischen Dörfern des benachbarten Rajons Rodūnia, z. B. in Pelesa und Kargaudai. Die übrigen Diphthonge unterscheiden sich nicht von den unter 1 genannten; zu erwähnen ist lediglich die Aussprache des schleiftonigen und unbetonten Diphthongs au: Sein erster Bestandteil wird stark an den zweiten assimiliert und mit deutlich hörbarer o-Färbung ausgesprochen, z. B.: làũkas, dàũk, gàncũ, audėjà, raspi˙làu. Bei den gemischten Diphthongen muss zunächst auf die Diphthonge am, an, em, en, eingegangen werden, nach deren Aussprache die Dzūken in westliche und östliche eingeteilt werden. A. Salys zog auf seiner Karte6 die Grenze zwischen den westlichen und östlichen Dzūken – vermutlich weil ihm nicht genügend Material vorlag – über Trakai und Eišiškės in Richtung Lyda und durch das gesamte heutige Rajon Varanavas; Ramaškónys rechnete er somit den östlichen Dzūken zu. Auf diese Ungenauigkeit machten J. Senkus und V. Grinaveckis 1952 aufmerksam und korrigierten den Grenzverlauf7. Tatsächlich findet sich das für die östlichen Dzūken kennzeichnende Puntininkas-Merkmal von Ramaškónys bis Biliai selbst in der Sprache der ältesten Dialektsprecher nicht. Die Diphthonge am, an, em, en bleiben überall vollständig erhalten, z. B.: sámcis, páncis, kàmpas, rañkos, kampẽlis, rankà, lantà, pẽmpė, g˙venč, peñktas, peñk. Offenbar verlief die Grenze zwischen den westlichen und östlichen Dzūken zwischen Ramaškónys und Dieveniškės, denn in Dieveniškės, wie 3 Žr. P. Arumaa, Litauische mundartliche Texte aus der Wilnaer Gegend, 41—53, Dorpat, 1930. 4 Siehe P. Arumaa, a. a. O., ebenda. 5 Siehe J. Senkus, Kai kurie Lazūnų tarmės ypatumai. — Lietuvos TSR Mokslų akademijos darbai, serija A, 185, Vilnius, 1958. 6 Siehe die der Archivum Philologicum, 4, Kaunas, 1933 beigefügte Karte. 7 Siehe J. Senkus und V. Grinaveckis, Kai kurie dialektologijos klausimai mokykloje. — „Tarybinė mokykla“, 9, 16, 1952. 178 wie das vom Institut für Litauische Sprache und Literatur gesammelte dialektologische Material zeigt, werden am, an, em, en bereits zu um, un, im, in. Anders ist das Schicksal der alten an, en, denen im Litauischen der Schriftsprache (lk) ą, ę entsprechen. Im Ramaškonys-Dialekt wie auch im gesamten Dzūkija-Gebiet stehen hier u˙; i˙, z. B.: kù˙snis, šù˙la, žù˙sės, mẽrgu, tì˙sc, kárvi˙, šì˙ ~ sen, tì˙ ~ ten. Aus den alten endständigen *á˙n, *é˙n, die sich zu un, an entwickelt hatten, entstanden im Dialekt nach dem Schwund des Konsonanten n die kurzen u, i, z. B.: su mergù, su paklotáiti „kleines Bettlaken“, pūodì, tvàrti, kaũ. Bei den erstbetonten gemischten Diphthongen il, im, in, ir, ul, um, un, ur wird das erste Glied gedehnt, z. B.: Vi˙lñus, sod˙nč, bū˙lù; indá˙rė. Die Vokale des Ramaškonys-Dialekts unterscheiden sich nur wenig von denen der litauischen Schriftsprache. Das e des Dialekts, besonders unter Betonung, ist sehr offen, z. B.: mãtai, ri˙talis, pẽmpė. Charakteristisch für den Dialekt ist die Ersetzung durch kāp, tēp, visāp, kitāp, šēp, tēp, itep. Die Vokale ė, o werden gelegentlich, besonders von jüngeren Dialektsprechern, fast wie die Diphthonge ie, uo ausgesprochen, z. B.: niẽra, tiẽvas, diẽd˙nė, nemiõku, muotkà. Im Vokalismus am Wortende des Dialekts kommen unregelmäßige8 und schwer erklärbare Erscheinungen vor. Am Ende unbetonter Wörter tritt neben ė (das manchmal halblang ist oder an ie erinnert) häufig auch ein kurzes e auf, z. B.: mõke, vẽrpste, dãre. Auch in der Endung des Akkusativs Singular, die bekanntlich stets unbetont ist, kommt neben dem langen auch ein kurzer Vokal vor, z. B.: ùžsu, kùški. Am betonten Wortende verlängern jüngere, stärker von den slawischen Sprachen beeinflusste Dialektsprecher die kurzen Vokale, z. B.: tùrù, galù˙, miegmì˙, dartì˙, während sie den Vokal a in diesem Fall als eine eigentümliche kurze ė aussprechen, z. B.: Dainavė, rankė, narė „Höhle“. Unter den Vokalen in Verbindung mit anderen Vokalen ist für den Dialekt die Synkope am charakteristischsten. Besonders typisch ist die Synkope des Vokals im Reflexivpartikel, z. B.: ažùzdegė < ažùsdegė, nuzbùdo, pašbōrė, ȧpsėmė „übernahm“, pašėmė „nahm sich“. Die Synkope veränderte auch die Form der Präfixe apɨ-, ati-, z. B.: abárstė < apbárstė < apibárstė; aduotáu < aduotáu < atiduotáu; adārė „öffnete“, atrù˙ko „schlug zurück“. Synkope kommt auch außerhalb der Präfixe vor, z. B.: prièmė, šùrni̇n, andererseits tritt sie aber nicht dort auf, wo sie in einem größeren Teil der litauischen Dialekte bereits eingetreten ist, z. B.: vãlinas „Teufel“, ãntaras „zweiter“. Konsonantismus. Unter den Merkmalen des Konsonantismus im Ramaškonys-Dialekt ist die Dzūkisierung am charakteristischsten. Die Affrikaten der litauischen Schriftsprache č, dž, die aus tj, dj entstanden sind, werden durchgängig als c, dz ausgesprochen, z. B.: svẽco, gaidžãu, aũdža, sveči˙, gaidžù˙, kùrcas, negirdžù. Es gibt hier jedoch eine regelmäßige Ausnahme: Wenn in der Paradigmatik alle übrigen Kasus oder Personen kein c, dz aufweisen, dann steht auch in jenem Kasus oder jener Person, die in der Schriftsprache č, dž hat, statt der erwarteten c, dz ein t, d, z. B.: kaĩtù, raidù˙, rankù˙, gì˙rdau, šuntáu (vgl. katė, katės, katei, katį, katį, katėj, katės…, gì˙rdau, gì˙rdei…). Diese Ausgleichsbildung ist vermutlich durch Analogie entstanden9. Die Konsonanten der litauischen Schriftsprache t, d werden vor i, y, į, ie als c, dž ausgesprochen, die Verbindungen tv, dv als cv, džv, z. B.: kãcinas, nakcìs, atvažuodzinėjo, kvì˙cìna „Hühnerfleisch“, džìevàs, šaudži-klė, buteláici (Akk. Sg.), bù˙c, cvìnkė, dzèvìlika. In diesem Fall ist die Regelmäßigkeit jedoch nicht konsequent. Man hört auch didelis, didelo, sod˙nč, apkvaitinšu „ich werde betäuben, benommen machen“, pardu˙dinėc, nekrikšči˙ta, ebenso wie Formen mit sehr schwacher Dzūkisierung, z. B.: d(ž)t- 8 In den Fällen, in denen die Phonetik des Dialekts nicht rein und regelhaft ist, werden die Beispiele im Artikel überall so wiedergegeben, wie sie aufgezeichnet wurden, ohne jegliche Vereinheitlichung. 9 Siehe: Lietuvių kalbos tarmės, Lietuvių kalbos rašybos žodynas, 124, Kaunas, 1948. 179 delis, atvažiuod (≈) inėc. Manchmal spricht derselbe Dialektsprecher dasselbe Wort unterschiedlich aus, obwohl insgesamt c, dz eindeutig überwiegen. t, d bleiben jedoch vor i, das aus dem alten Auslaut *-ėⁿ hervorgegangen ist, und in neueren Lehnwörtern stets unverändert, z. B.: su kari, su kaladį, tvārti, piōdi, išinkavōta, tikēc. Die Verbindungen šť (žd) sind vor i, y, į, ie durch Assimilation zu šč (ždž) geworden, z. B.: suvėdšč, ru’kščis, višč’na „Hühnerfleisch“. Ein weiteres charakteristisches Merkmal des Ramaškonys-Dialekts ist die Verhärtung von Konsonanten. Der Konsonant l wird vor e, ei, en, ė stets verhärtet. Nach verhärtetem l werden e, ei, en zu a, ai, an, z. B.: lādas, lāka, pālamus, lāisk, lānda „schlendert“, sūlankos „biege sie“, lāngva, lantēla; der Vokal e wird zu ɛ, z. B.: ci’lēc, lēke, rasplēše, ski’lē, pęlē. Am unbetonten Wortende, wo die Standardsprache ė hat, wird im Dialekt nach l jedoch nicht nur ɛ gesprochen, z. B.: kāūle, akāles, sondern auch a, z. B.: kāūla, sāūla, impī’la. Offenbar wurden im unbetonten Wortauslaut des beschriebenen Dialekts schon seit Langem parallel sowohl ė als auch e anstelle des standardsprachlichen ė verwendet, denn die Verbindung la kann nur aus le entstanden sein. Aus dem alten Wortauslaut *-ėⁿ entstand nach verhärtetem l b’, z. B.: kum’ēlb; sāūlb’, während aus dem alten *-ėⁿ bl hervorging, z. B.: su kumelbl, su sāūlbl. Unter den übrigen Konsonanten, die häufiger, wenn auch unregelmäßig, verhärtet werden, ist r zu nennen: Es wird manchmal vor e verhärtet, z. B.: rātas „Sieb“, rači, ragį, rāka, manchmal vor e, z. B.: turēsu, inturējęi „ich hielt aus, ertrug“, mitunter sogar vor ė, z. B.: parb’nko „stahl, nahm weg“, varbsti, grāūsc „donnern“. Gelegentlich tritt sporadisch eine Verhärtung von š, ž, m, d auf, z. B.: nešōjas, nuvāžu, nežbūno, menesō, pecadēn kšte. Offenbar neigen jüngere Dialektsprecher eher dazu, Konsonanten zu verhärten. Lehnwörter aus dem Belarussischen werden meist mit Verhärtung übernommen, z. B.: pažbīc (balt. пазбычь), gaspadinė (balt. гаспадыня). Bemerkenswert ist, dass die Dialektsprecher keine Scheu haben, für das Litauische untypische Konsonanten wie f, h, ch auszusprechen, z. B.: fābrikas, fundamentas, bu(h)āteras, hī’mnas, cholērija, chōras, chlōpčas „Bursche“, nechōj „lass ihn“. Das ist zweifellos auf den Einfluss der slawischen Sprachen zurückzuführen. Die Einheimischen scherzen, dass die Alten vor einigen Jahrzehnten diese Konsonanten nicht aussprechen konnten und sogar beim Sprechen auf Belarussisch statt хата „Hütte“ kata sagten. Für den Dialekt ist die Hinzufügung des Konsonanten v vor anlautendem uo (u*) charakteristisch, z. B.: vū’gos, vū’sis, vūodas, pavū’sci’k, vuodega, ebenso die Hinzufügung des Konsonanten j vor anlautendem ė, i, ie, z. B.: jēsc, jēda, jīma, nejilgā, jieva. Gelegentlich werden Konsonanten, insbesondere t und s, eingeschoben, z. B.: strāba „schlürft“, strū’ptęra, roīškčais, auštrēla (im Lied), apī’nastris, daṅktis, pecadēn kšte. Akzentuierung. In der Akzentuierung einiger Substantivsuffixe unterscheidet sich der Dialekt von der Standardsprache. Bezeichnungen für Handelnde lauten im Dialekt -ējā statt standardsprachlich -ėja, z. B.: audējā, pjovējā (im untersuchten Gebiet ernten überwiegend Frauen das Getreide). Für Bodenbezeichnungen wird statt standardsprachlich -ėna die Endung -ienā verwendet, z. B.: rugienā, kvī’č’nā, avižī’nā. Auch für Fleischbezeichnungen wird statt -ėna -ienā verwendet, z. B.: kāūlienā, višč’nā, žū’sienā. Die Akzentuierung der Verben im Futur und im Konditional unterscheidet sich von der Standardsprache. Im Singular des Futurs ist bei allen primären Verben mit zirkumflektiertem oder kurzem Stamm ein einheitlicher Endungsakzent verallgemeinert, z. B.: aiš, miršū, nešū, aiši, mirši, prilaksi (vgl. die akutierten bū’su, adū’si). Im Konditional ist der Endungsakzent sogar bei primären Verben mit akutiertem Stamm verallgemeinert, z. B.: bu’tāu, bu’tāi, bū’ti, bu’rum, bu’uti, bū’t. Nur im Plural- 180 meniai veiksmažodžiai tariamojoje nuosakoje kirčiuojami priešagoje ar šaknyje, pvz.: nemėltau, darbūtai, sod’ntum (dg. I a.). Veiksmažodžiai sėdos, stojos, rados visose formose kirčiuojami galūnėje. Apžvelgus svarbesnes tarmės fonetines ypatybes, galima padaryti išvadą, kad Ramaškonių tarmės fonetinė sistema kai kuriais atvejais ne visai dėsninga, pvz., nenuoseklus ie, uo > i, u, nenuosekliai t, d prieš i, y, į, ie > c, dz, nekirčiuotame žodžio gale ė || e ir t.t. Kai kurių svyravimų priežastis, tur būt, yra gyventojų dvikalbiškumas. Pagal pagrindines ypatybes — džūkovimą ir pantininkavimą — Ramaškonių tarmė priklauso vakariniams dzūkams. Morphologie Von der Morphologie werden nur einige wichtigere Wortarten betrachtet, die sich in der Ramaškoniai-Mundart stärker vom Litauischen der Schriftsprache unterscheiden. Substantiv. Die Dativ- und Instrumentalformen des Plurals weisen vielerorts die aus litauischen Mundarten bekannten dualen Endungen auf, z. B.: vīram, kāūlom, su bitēm, su rankom. Der i- und der konsonantische Stamm haben in diesen Kasus in der beschriebenen Mundart jedoch die Endung -mu, z. B.: akimū, dukterimū, šunimū; su akimū, su dukterimū, su šūnimū. In der beschriebenen Mundart gibt es zwei Lokalkasus: den inessiven (Inessiv) und den illativen (Illativ). Der Adessiv und der Allativ werden heute nicht mehr verwendet; statt der allativischen Form rudenóp wird beispielsweise die illativische Form parudenin. Vielleicht könnte das Pronomen mumim nur in Wendungen wie žemės tai nebūvo mumim, als Relikt des alten Adessivs gelten, wobei die postpositionale Partikel -p(i) abgefallen ist. Interessant ist die Inessivendung des Plurals, in der nach s nicht der Vokal e, sondern a steht, z. B.: rūguosa, ki’muosa „in den Dörfern“, Ramaškoni’sa, mėtųsa, Navasi’du’sa, Pārabiškėsa. Da die beschriebene Mundart das s vor e gewöhnlich nicht palatalisiert, lässt sich diese Endung kaum als phonetischer Wandelⁱ⁰ erklären. Der Illativ hat im Singular die bereits verkürzte Postposition -n, z. B.: darbań, mėdzan, Li’don, rankon, ūpeń, šulniń, im Plural dagegen -na, z. B.: krikščī’nosna, svečiosna, Ramaškoni’sna. In der beschriebenen Mundart ist wie auch in anderen litauischen Mundarten eine Mischung der Stämme zu beobachten. Einige Kasus der schwächeren Stämme (i-, u- und konsonantischer Stamm) haben ihre Endungen bereits von den stärkeren Stämmen übernommen. So ist etwa der Singularinstrumental der i-Stamm-Substantive zum io-Stamm übergetreten, z. B.: su akū, nōsu, usnū, ugniū, šī’r dzu; der Pluralnominativ des u(iu)-Stamms ist zum a(ja)-Stamm übergetreten, z. B.: li’tai, turgai, sū’nai, pi’tai „Mittagessen“, spi’čai „Schwärme“; der Singulargenitiv des konsonantischen Stamms ist zum ia-Stamm übergetreten, z. B.: vandėno, akmėno, pi’meno, tašmėno, der Pluralnominativ des konsonantischen Stamms dagegen zum a-Stamm, z. B.: pi’menai, tašmenai, rudenai. Doch auch die schwächeren nominalen Stämme haben in einigen Kasus alte Endungen bewahrt. Besonders hervorzuheben ist das Femininum des konsonantischen Stamms, dessen Singulargenitiv in der Mundart dukterės, seserės und dessen Pluralnominativ dūkterēs, sēseres lautet. Die alte Endung des Pluralnominativs des konsonantischen Stamms haben jene i-Stamm-Substantive, die, ¹⁰ Siehe A. Laigonaitė, Vietininkai dabartinėje lietuvių kalboje, Filologijos mokslų kandidato disertacija, 15—16, Vilnius, 1955, Vilniaus Valstybinis V. Kapsuko vardo universitetas, rankraščių skyrius. 181 Wie die Härte des Konsonanten vor der Endung im Genitiv Plural zeigt, waren sie früher tatsächlich Konsonantenstämme, z. B.: dãnės, šù-ses, ãžves, pìšes (vgl. aus historischer Sicht die eigentlichen i-Stämme, deren Nominativ Plural in der Mundart ãvì-s, ãkì-s usw. lautet). Bei der Wortbildung der Substantive sind das für die Literatursprache untypische Suffix -ysta (Standardsprache -ystė, -ãtvė) zu erwähnen, z. B.: senì-stà „Alter“, jáunì-stà „Jugend“, drãugì-stà „Freundschaft“, ferner einige sehr verbreitete Diminutivsuffixe der Mundart, etwa: -aitė, z. B.: karvaitė, galvaitė „kleines Küken“, kojaitės, bulbaitė; -ulis, z. B.: žmogùlis, lietùlis, ponùlis, Bronùlis; -ūtis, z. B.: langùtis, lapùtis „Blättchen“, kampùtis, Ludvikùtis. Pronomen. Anstelle der standardlitauischen Personalpronomen jis, ji werden anàs, anà verwendet. Im Plural sind jedoch häufiger mès, jù-s (Dativ mùmim, jùmim, Instrumental — mumìm, jumìm). Anstelle der standardlitauischen Demonstrativpronomen šitas, šita, šitoks werden ìtas, itòj, itokìs verwendet. In der Mundart sind flektierte Possessivpronomen weit verbreitet, z. B.: diesvėlau mã-nas mielas! mana bùicis suvãrė „hat mich fertiggemacht“ mãnì; mãnas tai mažai parvažiãja, jù-sis tai dažnai. Daneben werden auch unflektierte Possessivpronomen verwendet, gewöhnlich in verkürzter Form, z. B.: mã motinù pasamãdė ažu mergù tarmalù; jō tėvas ir mã motkà tai búvo radni „Verwandte“; sã namì žẽnijaus. Das Femininum der Demonstrativpronomen hat eine sonst für die Mundart untypische¹¹ pronominale Form, z. B.: itòj namė darbou turì, tòj vaikščioja Balatnòn. Verb. Verben im Präsens weisen Reste einiger athematischer (konsonantischer) Verben auf; die Personalendungen dieser Verben sind jedoch bereits von den thematischen Verben entlehnt, z. B.: mì-gmi, miegmì, miegmà; palìẽkma. Da in der Mundart eine Präsensform mit dem stammschließenden Konsonanten n sehr verbreitet ist, z. B.: bù-na, pjãuma, grì-bàuna, vaikščàuna (aus vaikščauč), lãndžàuna (aus lãndžàuč), dürfte dieser stammschließende Konsonant in die oben erwähnten kontaminierten Formen der konsonantischen Verben eingedrungen sein und in der Sprache der meisten Mundartsprecher, insbesondere der jüngeren, das in das Suffix -m übergegangene Element bereits verdrängt haben, z. B.: lì-kna, palì-knì, mĩ-gna, mì-gni, mi-gni. Andererseits ist das Präsens des alten und in vielen Mundarten bewahrten athematischen Verbs būti in der beschriebenen Mundart neu und meist unflektiert, z. B.: ò, kokà tù žmònì zìrà. Im Präteritum sind die Verben kìšė, knìšė, šùvė Verben des ė-Stamms. Das frequentative Präteritum wird fast nicht verwendet. Das Futur unterscheidet sich von der Standardsprache nur durch die Betonung (siehe „Phonetik, Betonung“). Die Personalendungen des Konditionals sind dieselben wie bei den meisten Dzūken, z. B.: bu˙tau, bu˙tái, bu˙t, bu˙tùm, bu˙tù˙t, bu˙t. Die Form der 3. Person Singular und Plural wird gewöhnlich verkürzt verwendet, z. B.: kãd sužinõt, taĩ ir atãit. Der Imperativ hat nur eine Form, nämlich mit dem Formans -k, z. B.: ne-bėdži˙k „jammere nicht“, jìmkim. Der permissive Modus wird mit dem aus dem Belarussischen stammenden Partikel nechòj gebildet, z. B.: nechòj gaĩšta, nechòj dúoda, nechòj stãto, nechòj atsìgefa. Weitere morphologische Besonderheiten der Verbtempora hängen mit deutlichen lautlichen Veränderungen der Endungen zusammen, insbesondere mit dem Ausfall kurzer Vokale. In allen Tempora 11Die attributive Form der Adjektive der Mundart ist nur im Ortsnamen Igda belegt, obwohl alle anderen Ortsnamen ähnlichen Typs nicht attributiv flektiert sind, z. B.: Jilgūla ~ Ilgūlė, Platūla ~ Platėlė, Šaurūkai, D(a)idžūlis kalnas. 182 In der 1. und 2. Person Plural fällt e meistens weg, z. B.: pjāunam, išėdem, galė j ot, obwohl manche, besonders ältere Sprecher, dieses e bisweilen beibehalten, z. B.: dudāname „wir reden“, būvome, nemókate. In der 3. Person des Präteritums werden neben den vollständigen Endungen häufiger unvollständige verwendet, z. B.: nemokėj < nemokėjo, nuvėj, paskavój, dāu < dāv < dāvē, nuvaždau. In Einzelfällen fällt der Endvokal auch in der 3. Person Präsens von i-stämmigen Verben weg, z. B.: stóu < stóvi, sėdz. Die Infinitivendung ist stets kurz, z. B.: pjāuc, rāsč, ažujūdinc. Bei der Betrachtung der Wortbildung der Verben in der Mundart muss man zunächst auf die für sie sehr charakteristischen intensiven iterativen (frequentativen) Verben eingehen. Sie werden gewöhnlich aus perfektiven Verben gebildet, meist solchen mit Präfix12, indem die Suffixe -dinėti oder -dyti angefügt werden, z. B.: pradėjom mėdu· perdėdinėc; anā pas Vaišiū· ataido. Diese intensiven iterativen Verben drücken in der beschriebenen Mundart gewöhnlich die Wiederholung einer Handlung aus, können dies aber in bestimmten Fällen auch nicht tun. Verben des generalisierten Präsens, die eine beständige Eigenschaft des Handelnden bezeichnen, haben eine iterative Bedeutung, z. B.: anā ažusimdo „sie pflegt sich zu beschweren“ zababōnais visókāis; jū·s Zošā atimdo „sie pflegt wegzunehmen“ pienu· (wirft ihr vor, sie koste davon); ir ti·nai turgai susiringdo „sie kommen zusammen“; vērpste, kū· ākmeni· pakeldzinėja „hebt die Steine“. Wenn Verben dieses Typs jedoch eine gerade jetzt stattfindende konkrete Handlung bezeichnen, haben sie gewöhnlich keine iterative Bedeutung, z. B.: jāu pritemdzinėja „es wird dunkel“; kažū· kōl nerazgindzinėja „irgendwie kommt es nicht in Gang“ — nūgi mušasi; li·tūs susiringdo „der Regen zieht auf“, jāu ataido „kommt schon“ gālas; auch wenn sie einen bestimmten beständigen Zustand bezeichnen, haben sie keine iterative Bedeutung, z. B.: aš jām dēdē priseidāu „ich gehe weg“. Diejenigen intensiven iterativen Verben, die die Wiederholung einer Handlung ausdrücken, ersetzen in der Mundart erfolgreich das Präteritum Frequentativum, wenn sie im Präteritum stehen, z. B.: balatniškis kunigas atvažiuodinėja „kam regelmäßig zu Besuch“ svečuosna; vūogas parduodzinėjāu ir prabudzinėjāu „ich verkaufte regelmäßig Beeren und blieb dort“. Das eigentliche Präteritum Frequentativum wurde nur einmal in dem Satz ti·nai vėlinai pristodinėja, ti·nai žmonės bjōdavo vakarais aic gehört. Offenbar kommt das Präteritum Frequentativum nur bei solchen Verben vor, die wie das Verb bjōti durativ sind und aus denen man keine intensiven iterativen Verben bildet. Unter den weiteren Besonderheiten der Verbalbildung fallen die Verbpräfixe ins Auge. Einige Verbpräfixe der Mundart sowie auch ihre Verwendung unterscheiden sich stark vom litauischen Standard. ažū- (až). Dieses Präfix entspricht dem litauischen Standardpräfix už-, z. B.: nūneša ir ažūrakina; kūrgi ažudarbuosi? kāminas ažūndegė. Manchmal kann es den Beginn einer Handlung bezeichnen, z. B.: aš kēp ažūverkāu „ich brach in Tränen aus“; aš ažūsirgāu „ich wurde krank“; bisweilen kann es auch das Ende einer Handlung bezeichnen, z. B.: ažūsātās „sie sind ganz abgenutzt“ kadū jus; kad suveit ašaros, ažū svī·ru ažuplāu „ich habe sie mit den Tränen fortgeschwemmt“. Vor Vokalen oder stimmhaften Konsonanten wird nicht das Präfix ažū-, sondern až- verwendet, z. B.: ažėdė, ažlīndo. da-. Die Bedeutung dieses Mundartpräfixes lässt sich schwer bestimmen; meist handelt es sich um ein Ergebnis slawischen Einflusses, z. B.: jēglo dādeda „fügt hinzu“; diktē nedapāise „hat nicht aufgepasst“; darōdi·kit „zeigt vor“, kūr druskos pirkc; šēp tēp dabū·su „werde irgendwie durchkommen“; duonos ku·snēlo dabū·c „ein Stück Brot bekommen“ ist schwierig; kadū aš dasklauščiau „wie sollte ich hinkommen“; kū· aš ne tēp pasakān, tau ani·s dasmano „was ich nicht so gesagt habe, das denkt sie sich aus“. 12 In der Mundart wurden nur zwei Beispiele für Verben dieses Typs ohne Präfix aufgezeichnet: žū·ses aido „geht“ pirmin; kas per žmogus razdinėjas „taucht auf und verschwindet“. 183 pa-. Dieses Präfix bezeichnet meistens den Abschluss einer Handlung, ähnlich wie die Präfixe su-, nu-, im litauischen Standard, z. B.: parbėko „stahl“ čàs baronkàs, paėdė „aß auf“; ratùs palaužė „zerbrach“; pàmirė „starb“ tùoj kruvàuku kvarabù „an der ‚blutigen Krankheit‘“; sparnùs pakapoja „hackt ab“; pùodų pamušė „zerschlug“; vaikùs paauklėjau „ich zog die Kinder groß“ ti'nai. raz-. Dieses Präfix stammt aus dem Slawischen, und seine Verwendung in der Mundart entspricht derjenigen in den slawischen Sprachen (meist entspräche es dem litauischen Präfix iš-), z. B.: razàūšo „es wurde hell“ (vgl. russ. рассвело); kūpetù raìka razlaìsc „auseinanderlassen, entfalten“, kàd iżdžùt; káušiniùs raspì·lau „ich verschüttete“ kàp bū·bas; pažabàrs kadù i razàis „wird auseinandergehen“; mẽs i razbėgom „wir liefen auseinander“; dabàr razlì·ta „ausgelaufen, durchnässt“ balà. Bisweilen handelt es sich einfach um Lehnübersetzungen, z. B.: Ich stand eine Weile da, hörte zu — nieko nerazrinkáu „ich konnte mir keinen Reim darauf machen“ (vgl. russ. не разобрался); anà vĩsa rasakinėjo „sie erzählte alles“ (vgl. russ. рассказывала). Ein Überblick über die wichtigeren morphologischen Besonderheiten der Mundart zeigt, dass der Einfluss der slawischen Sprachen stärker in der Wortbildung der Wortarten zu spüren ist, während die Flexion diesem Einfluss gegenüber recht widerstandsfähig ist. Syntax Es lassen sich einige interessante Fälle des Gebrauchs der Kasus im Dialekt anführen. Im Dialekt wird häufig der Nominativ mit dem Infinitiv verwendet, z. B.: raìka aĩc pamėdėn „zum Waldrand“ rugùż pjáuc; aĩc tvàrtas ažurakìnc; raìka dù mẽtai padarbùc; dar raìka dù lakštaĩ „Briefe“ nùšù·sc. Mit einigen Präpositionen wird der Dativ verwendet, z. B.: sėdž prìk pẽči; nė prìk tėvi bù·nam, alẽ prìk patėvi; ažùsėme ik dignì; pa vi'nai gãne Interessant ist, dass die maskulinen Substantive des Dialekts in diesen Präpositionalfügungen meist eine ungewöhnliche Endung -i aufweisen, die der alten Dativendung der konsonantischen Stämme entspricht. Der Instrumental des Merkmals wird stets mit der Präposition su ausgedrückt, z. B.: žuvaitė su nedidùkėm akim, der Instrumental des Mittels dagegen meist ohne Präposition, z. B.: ò, kokàis rãtais važùoja. In Ramaškonys wird, wie bei allen westlichen Dzūken, der Gebrauch des Inessivs (des gegenwärtigen inneren Lokalkasus) und des Illativs (des gerichteten inneren Lokalkasus) vermischt: Der Illativ wird gelegentlich dort gebraucht, wo der Inessiv stehen sollte, z. B.: anàs kamaròn „im Zimmer“ ažù katùko „der Kiste“ ažìlidos; rankovėsna „in den Ärmeln“ raženė; oder umgekehrt wird der Inessiv dort gebraucht, wo der Illativ stehen sollte, z. B.: atlai­dùrsa „zu den Ablässen“ vaikščàuna. Diese Vermischung ist für die Bewohner von Ramaškonys jedoch nicht besonders charakteristisch. Wahrscheinlich werden sie von der unmittelbaren Nachbarschaft der östlichen Dzūken beeinflusst, die den Gebrauch von Inessiv und Illativ niemals vermischen. Der Dialekt von Ramaškonys hat alte Präpositionen bewahrt, deren Gebrauch in einzelnen Fällen ebenfalls recht interessant ist. ažù (ãž). Wird anstelle von litauisch už verwendet, z. B.: ažù kū· pirksi? pasamùdė ažù mérgu; až vĩeno nuvė́j — nedabùvo „überlebte nicht“, až kito negalėj bù·c. in. Dies ist eine sehr verbreitete Präposition des Dialekts, die meist anstelle von litauisch ant verwendet wird, z. B.: vìšta in kaùšinu·sėdž; mã arklas in laùko galì; laùk in laùko, in vàlos, taĩ bùs gerà. Die Konstruktion in mit dem Genitiv wird im Dialekt auch in Fällen verwendet, in denen im Litauischen ein Kasus ohne Präposition stehen würde, meist der Instrumental, z. B.: vė́rpa in karavàto „mit dem Spinnrad“; pėrvertė in gudù „mit Buchweizen“; aẽi tavì vi·rėsne in devìni·tu· mẽtu „im Alter von neun Jahren“; in bù·bu· „für Kartoffeln“ trìs šimtais dàdavėm. 184 Manchmal wird in auch in noch anderen Bedeutungen verwendet, z. B.: in „wegen“ druskos kokis buvo vargas; svītas palismonu atvede in „zu“ manį; in „nach“ manį paįso. įngi (vgl. die Dialektform in, die Formen der alten Schriften ing, ingi). Es wird anstelle des standardlitauischen į verwendet, z. B.: įngi dėdi padabną „ähnlich“; plāčkes storos, plāčos, įngi silkės panāšos; įngi darbų įngi vīsa anā nuzdāvus. Manchmal wird įngi auch in der Bedeutung der Präposition pas verwendet, z. B.: našlės įngi našlb’ vaikščavo. Die Präposition įngi ist im Dialekt vermutlich deshalb erhalten geblieben, damit sie nicht mit der Präposition in mit der Bedeutung „auf“ zusammenfällt. nuog (nūg.), nūg (vgl. nuogi, nuog, nug in den alten Schriften). Es wird anstelle des standardlitauischen nuo verwendet, z. B.: čā tolāu nuog mūs lietuviškai kalbanco žmogaus nėrā; mažė man nug dūl-kur’ dūchu „Geruch“ vāro; nuk tēvo likāi mažas; anas paskavoj nuk jūs. prieg (prīg), prig (vgl. prieg, prieg, prig in den alten Schriften). Es wird anstelle des standardlitauischen prie verwendet, z. B.: priek šāu neturū; prīk tēvi āre jautais; dār kāp prīk sveikātai, tai gerāi. Erwähnenswert sind einige charakteristische Konjunktionen zur Einleitung von Nebensätzen. Attributsätze werden vielerorts in den litauischen Dialekten mit dem nicht mehr gebräuchlichen Relativpronomen kuris angeschlossen, z. B.: beržas, kuris paskēlbos viršūn, žvirškas, o kuris žemīn — moteriškas: kāsos paslaidī. In kurzen Attributsätzen jedoch, besonders in solchen, die den Zweck eines Gegenstands bestimmen, wird meist der Akkusativ des Relativpronomens kas verwendet, z. B.: žebā, kū šoka „Frosch, der hüpft“; šākes, kū pūodus kāla; veči-kle, kū vėto grūdus; kū duris ažuspirdenėja, tai žāperka „Schleie“. Der Akkusativ des Relativpronomens kas wird manchmal auch zum Anschließen von Subjekt- und Objektsätzen verwendet, z. B.: tai nepraudė, kū džiāvas irā; pasākė, kū nepernēs; skaitė, kū pinigų dāuk. Zum Anschließen von Temporalsätzen wird häufig die Konjunktion kāp „wie“ verwendet, z. B.: kāp cīk saulā paska vōjo, tai ir šalcāi jau. Außerdem wird kāp „wie“ auch zum Anschließen von Kausalsätzen verwendet, z. B.: kāp mūs sūsu itie pieskāi, tai žolė nedūga. Im Dialekt wird das Neutrum der Partizipien des Passivs im Präteritum und der Pronomen sehr häufig verwendet, z. B.: ažupjauta ravėlis ir dirželi pririšta; karbijos „Körbe“ iš šāudų nupinta; būvo namai kūrvais statīta; vīsa nuvėję liepsnā; vīsa rāka pīrkė; aš nežināu, kas itai būs iš to šalco. In der Syntax des Ramaškonių-Dialekts ist auch der Einfluss der slawischen Sprachen stark zu spüren. Vor allem zeigt sich dieser Einfluss bei den Konjunktionen zur Einleitung von Nebensätzen. Zum Anschließen von Konzessivsätzen wird häufig die slawische Konjunktion kòc (kōt) verwendet, z. B.: kòc nemōkita, alė tū manį dār neapšukūosi „du wirst mich nicht betrügen“. In Konditionalsätzen wird neben kad auch die slawische Konjunktion ježėli verwendet, z. B.: kām pristōc, ježėli tū nedūmoji mērgu jīmė? Zur Bildung von Fragesätzen wird neben gal manchmal auch das slawische Partikel mōj verwendet, z. B.: mōj mā telīčāiti vāro? In Finalsätzen verwenden jüngere Sprecher häufiger den Infinitiv statt des Konjunktivs, wie in den slawischen Sprachen, z. B.: dūbi kāsa, kāt instūmė, nuāpīc „ertränken“. Anstelle von aš turiu, tu turi … werden häufiger slawische Konstruktionen verwendet: pas mane yra, pas tave yra …, z. B.: pas man karvēla būvo „ich hatte ein Täubchen“, tai in dienos irs viedrīs pieno dāv; Zošā, a nerā pas tavį kvakūkės ažšos (kommt, um sich eine auszuleihen, fragt). Der Gebrauch der Kasus im Dialekt ist weniger stark von den slawischen Sprachen beeinflusst. 185 Lexik Im Wortschatz des Ramaškoniai-Dialekts gibt es interessante alte litauische Wörter, aber auch viele Slavismen – bedeutend mehr als in den Dialekten der Litauer, die in der Litauischen SSR leben, z. B.: jaunėsnis chłopcas nāto už tarli'vas „ein jüngerer Bursche, sehr gesprächig“, bōba aina būvo tokā klapatīva, kriklīva „übertrieben fürsorglich, lärmend“; vesēlas čėsas, alē ne žēdinam „eine fröhliche Zeit, aber nicht für jeden“. Die Fülle an Slavismen ist durchaus verständlich: Der unmittelbare und anhaltende Einfluss der slawischen Sprachen (Belarussisch, Polnisch) hinterlässt seine Spuren zuerst im Wortschatz des Dialekts. Selbst heute lässt sich beobachten, wie das Wort kovà im Dialekt das Wort pušis verdrängt, das Wort kmarā das Wort debes's, das Wort padābnas das Wort panašus usw. Bei diesen synonymischen Paaren wählen die jüngeren Dialektsprecher meist das slawische Wort. Alte litauische Wörter, die sich von Ik unterscheiden, hängen oft mit Bezeichnungen für Speisen, Geräte und Ähnliches zusammen. So heißt ein Kartoffelbrei hier gru·dzils, ein süßes Getränk aus Roggenmehl saldzinis und dasselbe Getränk, jedoch vergoren, rugini's; Stangen, die mit einem Seil zusammengebunden sind und dazu dienen, etwas nach oben zu heben, heißen kābinės usw. Auch gewöhnliche litauische Wörter haben im Dialekt oft eine andere Bedeutung als in Ik. Auf die Frage, wo der Wolf lebt, lautet die Antwort zum Beispiel medī (mēdzas — Wald), und auf die Frage, wo das Eichhörnchen lebt, antwortet man mādžagoj (mēdžaga — Baum; vgl. cik vinā mādžaga āuga in lāuko). Unter den charakteristischen Substantiven des Dialekts seien folgende genannt: draugė — Familie, z. B.: sunkū prabū·c, kāp didela draugē; kiēmas — Dorf, z. B.: mū's kiēmas mažas; klūpsc'is — Knie, z. B.: kelinēs pali klūpsc'i apru·džiji „bräunlich geworden“; krósnis — Steinhaufen, z. B.: terpūkelej krósnis; kvakūkė — kleines Entenküken, z. B.: kvakūikē kvākši; lāškas — Brief, Blatt, z. B.: nī·ko nerāšo: ani vī·no lāškto negavāu; lopinīkas — Kopftuch, z. B.: raīka lopinukū apsirišē; rezgē — Korb, pēdžos — Innenpfosten der Tenne; pradzinī·kas — Hirte, z. B.: kāp āš ganāu, sēnas tokis būvo pradzinī·kas; skarā — Wäsche (vgl. das zusammengesetzte Ik-Wort skar-malas — „Wäscherand“, ein Waschsudrest), z. B.: skarās išvelejau; terpūpē-dzīs — der Abstand zwischen einem Seitenwandpfosten („pēdžios“) und dem nächsten. Auch für abstrakte Begriffe verfügt der Dialekt über schöne litauische Wörter: beduonē — Brotmangel, z. B.: nebūvo aršāu „es war nicht schlimmer“, kāp beduonī; ki·sc; buicis — Leben, z. B.: ītai buicis žmogāus jaunos dalā — Glück, z. B.: vis ītai žmogāus nedalā; krapštulī·s — Kleinarbeit, z. B.: daži nā dāžnōn irā kokis krapštulī·s. Gelegentlich begegnet auch das eine oder andere interessante Adjektiv: grīnas — nackt, kahl, z. B.: ažu grīno ažānco insideda ir nešiojas tū· uōdžinu „Schlange“, mi·nkštas — fein, z. B.: druskā bū·na rupī ir minkštā; savadarbis — selbst gemacht, hausgemacht, z. B.: ā pas jūs savadarbī miltū audžā? širdžī·tas — böse, z. B.: alē gi ir širdžī·tas: ani ažujūdinē nemōžna; žilas — grau, z. B.: alē koki žili debesē aina — gal lītūs būs. Dialektale Verben und davon abgeleitete Wörter sind recht zahlreich: apsisēkc — sich anziehen, z. B.: ir pavālgī·c, ir apsisēkc, ir apsāuc raīka; ažuveikc — verdienen, z. B.: kī· ažuveika berniukai, mūmim gand; brīnkc — lange schlafen, z. B.: kī· tū brinksci tēp ilgai? dairī·tis — beaufsichtigen, z. B.: dabar nera kám manī dairī·tis; dukterēs neadvotāu tolī: kadū abdairī·si „du wirst sehen, wirst zu Besuch kommen“, tolī adāvus? māžu priseis 186 apžodairìc „sich sehen, sich treffen“: Wirst du dich mit meiner Tochter treffen? dudenc — sprechen, z. B.: iš pa pólsku, iš pa lietuviškai dudena; gùrinc — schlagen, prügeln, z. B.: sugùrinau alkù-ni; insidarì:c — sich beschmutzen, sich bekleckern, z. B.: ot sutrà bóba: anà jáù labai insidá-fus; kárć — aufhängen, z. B.: spirgùci „ein Stück Speck“ über dem Feuer aufhängen und braten; lùpć — zerreißen, z. B.: vánagas in višłos sėdós, vištù lùpė, tai ir sugóžė itù vãna-gù šùovą; avìžas vištos išlùpė; paginéc — beenden, z. B.: kožnài vienài pàukštei, káp cik vaikai išėjo „ausgebrütet“, und die Lieder verstummten; páisić — schauen, z. B.: tój senė páiso, kù: tù imsi; parbùnkė — wegnehmen, stehlen, z. B.: vùsa parbùnkó; privìrsc — herunterfallen, z. B.: privirto obuolù pakirmijusù; skraidì:c — herumlaufen, z. B.: kadù gi jái susbraidì:c ir su karvėm, ir su avimì; žìbinc — leuchten, z. B.: senas jáù, negirdžù niėko, ir àki:s nežìbina. Erwähnenswert sind auch einige interessante Adverbien und adverbiale Partikeln des Dialekts, z. B.: bemàž — beinahe, daugės(t) — mehr, nedàugi — ein wenig, nekadù — einst, nu:nài — jetzt, pirmùlàusa — zuerst. Auch interessante Redewendungen kommen vor, z. B.: òt, tai kì:mo šliota „eine Frau, die grundlos durchs Dorf läuft und Klatsch verbreitet“; káp iškastas Bronùlis „Bronul sehr ähnlich, wie aus dem Gesicht geschnitten“; ne galvóji dainùoc, káp vargèlis paspìrė „die Not hat einen bedrängt“. Im Allgemeinen stimmt der grundlegende Wortschatz des Dialekts nahezu mit dem grundlegenden Wortschatz der lk überein. Wie aus den angeführten Beispielen hervorgeht, handelt es sich bei den Ramaškoniai-Dialektwörtern meist um Wörter, die auch in der Standardsprache bekannt sind, jedoch eine mehr oder weniger abweichende Bedeutung haben. Ein Überblick über die wichtigsten Merkmale des Ramaškoniai-Dialekts lässt den Schluss zu, dass dieser Dialekt eine Fortsetzung des westlichen Dzūkischen ist, denn seine charakteristischen Merkmale stimmen größtenteils deutlich mit denen des Dialekts der westlichen Dzūkier überein, die auf dem Gebiet der Litauischen SSR leben. Dieser Dialekt weist nicht so viele archaische Züge auf wie die Inselmundarten Lazūnai¹³ und Zietela¹⁴, die am weitesten von der Litauischen SSR entfernt liegen. CHARAKTERISTISCHE MERKMALE DES RAMAŠKONYSER DIALEKTS И. Л. ШУКИС Zusammenfassung Der Ramaškonyser Dialekt, der zu den dzukischen Mundarten gehört, ist eine litauische „Insel“ in der Belorussischen SSR, im östlichen Teil des Rajons Voronava. Sprecher des Dialekts, die das Litauische gut beherrschen, gibt es in mehr als zehn Dörfern. Gegenwärtig ist die im Alltag in diesen Dörfern am häufigsten gebrauchte Sprache nicht mehr das Litauische, sondern das Belorussische. In den Gebieten ehemaliger Gutshöfe und in größeren Dörfern dominiert die polnische Sprache. 13 Plg. J. Senkus, Kai kurie Lazūnų tarmės ypatumai. — Lietuvos TSR Mokslų akademijos darbai, A, 1, 185, Vilnius, 1958. 14 Plg. P. Arumaa, Litauische mundartliche Texte aus der Wilnaer Gegend, 41—53 ir 68—75, Dorpat, 1930. 187 In diesem Artikel werden die charakteristischsten phonetischen, morphologischen, syntaktischen und lexikalischen Merkmale dieses Dialekts behandelt. Hinsichtlich der Aussprache der Diphthongverbindungen am, an, em, en gehört der Ramaškonyser Dialekt zu den westlichen Dzukern, die diese Diphthongverbindungen nicht verändern, z. B. páncis, kañpras, rémpe, penkì. Wie alle Dzuker palatalisieren sie jedoch ą, ę>u, i, z. B. mẽrgu·<mẽrga, tìsc>tẽsti. Beachtenswert ist auch die Monophthongierung der Diphthonge ie, uo, z. B. mi·gas, klú·nas, pi·rmū·. Vermutlich handelt es sich dabei um eine sehr neue Erscheinung. Die ältesten Sprecher des Dialekts sprechen noch klú·nas, pi·rmū· und sogar klúonas, pietuõ aus. Im unbetonten Wortauslaut werden parallel è und e verwendet, z. B. lùpė, móke, kãùle<kiaùle, sáula<sáule. Im Bereich des Konsonantismus haben die Sprecher dieses Dialekts wie alle übrigen Dzuker, allerdings mit einer gewissen Unregelmäßigkeit, Affrikaten anstelle von d, t, dv, tv (vor i, i, y, ie)>dz, c, dzv, cv, z. B. pakcìs, dziẽvas, dzvì·lika; außerdem den Übergang č, dž>c, dz, z. B. svãčko, áudza. Im Bereich der Morphologie ist bei Substantiven der Übergang einiger Kasus schwacher Stämme (auf i, u und auf Konsonanten) zu starken Stämmen (auf a, o) charakteristisch, z. B. su akù, akmenai, ākmefio. In diesem Dialekt kommen jedoch auch einige ältere Kasusformen schwacher Stämme vor, z. B. Nominativ Plural sãseres, Genitiv Singular seserès, Dativ und Instrumental Plural akimù, seserimù. Von den Diminutivsuffixen werden am häufigsten -áitė, -ìtis, -ùlis verwendet, z. B. karvaitė, kampliùcis, žmõgulis. Für den beschriebenen Dialekt sind intensive iterative Verben mit den Suffixen -dinėti, -dyti sehr charakteristisch. Sie werden gewöhnlich von perfektiven Verben mit Präfix gebildet und können sowohl eine wiederholte als auch eine einmalige Handlung bezeichnen, z. B. vúogas parduodzinėjau ir prabu·dzinėjau; niekur neiseidáu aš; li·tus susirĩgdo. Die Form des einmaligen Präteritums dieser Verben ersetzt häufig die Form des Präteritums der wiederholten Handlung, z. B. kùnigas atvažiuodinė́jo „atvažiuodavo“ svečuosna. Es finden sich Reste athematischer Verben, deren Endungen von thematischen Verben übernommen wurden, z. B. miegmi||mi·gni, palìekma||palì·kna. Unter den Verbalpräfixen, die sich von der Literatursprache unterscheiden, ist ažu- (až-) zu nennen, z. B.: ažujùdinč „užjudinti“, ažlìndo „užlindo“, ferner die Präfixe slawischen Ursprungs da-, z. B.: dãdeda „prideda“, raz-, z. B.: razaũšo „išaušo“. Das Präfix ра- bezeichnet in diesem Dialekt meist den Abschluss einer Handlung, z. B. ratùs palaužė „sulaužė“. Einige Präpositionen sind im beschriebenen Dialekt bis heute so geblieben wie in den Schriftdenkmälern des 16.–17. Jahrhunderts, z. B.: priẽg||prig (priek sáu netui); nuõg||nùg (nuk tévo likàù mãžas); ìngi (ìngi dẽdi· padabna). 188 Im Bereich der Syntax zeichnet sich dieser Dialekt, wie alle westlichen Dzūken, durch eine inkonsequente Verwendung des Inessivs und des Illativs aus, z. B.: rankóvēsna „rankovese“ razneše; atlaidusā „i atlaidus“ vāikščāuna. In Sätzen kommen häufig das Neutrum bestimmter Partizipien und Pronomen vor, z. B.: tvōros strackais tvārta; visa nuvāč liepsnā. Die Präpositionen priēg|| prig, ик werden mit dem Dativ verwendet, z. B.: sēdz prīk pāči; āzusēmē ik dūgni. Im Wortschatz finden sich neben zahlreichen Slawismen, die infolge des alltäglichen und unmittelbaren Einflusses der slawischen Sprachen entstanden sind, auch einige interessante Dialektismen, z. B.: kiēmas „kaimas”, drāugē „šeimyna” mādzas „miškas”, mādžaga „medis”, lopiniukas „skarelė”, pāisi˙c „žiūrėti”, dudēnč „kalbėti” usw. Der Dialekt von Ramaškonys ist ein Überrest der Randdialekte der westlichen Dzūken, und die charakteristischen Merkmale dieses Dialekts stimmen ganz überwiegend mit den Merkmalen der in der Litauischen SSR lebenden westlichen Dzūken überein.