Šakynos tarmės daiktavardžio kaityba
Full text
LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, III
LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA
DIE SUBSTANTIVFLEXION DES DIALEKTS VON ŠAKYNA1
A. JONAITYTĖ
1. ALLGEMEINE BEMERKUNGEN
Genus. Im Dialekt werden drei Genera der Substantive unterschieden: Maskulinum, Femininum und gemeinsames Genus. Substantive des gemeinsamen Genus gibt es im Dialekt nicht sehr viele.
Abgesehen von Substantiven, die Bezeichnungen für Personen und handelnde Figuren darstellen, z. B.: grėbėjas, grėbėja; krėklis, krėklė „Schreihals, -in“; piemuo, piemenė; senis, senė; šaltmiris, šaltmirė „jemand, der sehr kälteempfindlich ist“; viligis, viligė..., sowie Bezeichnungen für einige Haustiere und Vögel, z. B.: kalakuc, kalakutė; ožis, oška usw., bei denen das grammatische Genus dem natürlichen männlichen oder weiblichen Geschlecht entspricht, ist das grammatische Genus aller übrigen Substantive eine rein formale grammatische Kategorie.
Maskulinum haben alle Substantive mit a-, ia-, u- und iu-Stamm (dā’irc, birvis, lītus, sōdžus), ausgenommen sesuva und dūktė; alle Substantive mit konsonantischem Stamm (rāumuo, taēšmuo), die i-Stämme dantis, vagis sowie jene Substantive mit o-, io- und ē-Stamm, die männliche Personen bezeichnen, z. B.: dėde, tėtė „Papa“, viršila; Familiennamen: karpā’viče, lā’pe, maže’ika, pāuga, no’rutā’viče... Es ist anzumerken, dass Familiennamen mit dem Suffix — avyčia || -ėžvyčia im Plural neben dem Femininum auch das Maskulinum haben können, z. B.: jeckē’vičes || jeckē’vičei, karpā’vičes || karpā’vičei... Die maskulinen Formen sind häufiger. Auch Familiennamen mit o-Stamm neigen dazu, in den a-Stamm überzugehen, z. B. heißt es neben daugē’la, nō’reika, nō’r vaiša, rā’duila auch daugē’ls, nō’reiks, nō’r vaišas, raduīls.
Femininum haben Substantive mit o-, io- und ē-Stamm (gē’rve, marī, ūoga, vāldže), ausgenommen dāntis, vāgis; alle Substantive mit i-Stamm (ā’nkstis, nāktis) sowie die Substantive mit konsonantischem Stamm dūktė und sesuva.
Das Genus der entsprechenden Substantive im Dialekt und im Litauischen stimmt nicht immer überein, z. B.: ābgama „Muttermal“, blakstiens „Wimper“, dē’na „Handfläche“, ēketis „Eisloch“, mō’rks „Möhre“, pō’ris „Paar“, skālkei „Kalk“, valnarē’žis „Klette“.
Wenn das Genus eines Substantivs im Dialekt nicht mit dem Genus des entsprechenden litauischen Substantivs übereinstimmt, stimmt es meist mit dem Genus in benachbarten samogitischen (z. B. im Dialekt von Kuršėnai) oder aukštaitischen Dialekten überein.
1 Dieser Aufsatz ist Teil einer umfangreicheren Arbeit über den Dialekt von Šakyna, die derzeit verfasst wird. Verwendet wird dieselbe phonetische Transkription wie in dem auf den Seiten 109–130 des II. Bandes der „Lietuvių kalbotyros klausimai“ veröffentlichten Aufsatz „Šakynos tarmės kirtis ir priegaidė“. Lediglich bei den gemischten Diphthongen ui und iu sowie bei u + l, m, n, r wird der konsonantische Akzent hier nicht mit (ˊ), sondern mit (ˋ) bezeichnet. Mit Ausnahme seltener Fälle werden die Dialektbeispiele nicht in die litauische Standardsprache übertragen.
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In der Mundart gibt es auch solche Substantive, die sowohl maskulines als auch feminines Genus haben, z. B.: cibìlis || cibùle „Zwiebel“, grì:ba || grì:ps, lìepa || lìeps, rū:ta, doch im Plural neben rū:tas auch rū:tai, spìrga || spìrks, súodis ~ súodys || súodžei (häufig), žãba || žã:ps (häufig), žìlvitìs || žìlvite (selten).
Wörter des gemeinsamen Genus sind Substantive, die gleichermaßen auf Personen männlichen und weiblichen Geschlechts (manchmal auch auf verschiedene Tiere) angewendet werden können. Die meisten Substantive des gemeinsamen Genus gehören zum o-Stamm, doch gibt es auch solche mit anderen Stämmen (a, ia, ē, iu), z. B.: avė:pìza „Dummkopf, -köpfin“, drambìla „großer, unbeholfener Mensch“, ìštiža, ìžarga ~ išžarga „Maulaufreißer, -in“, klìuka „Dummkopf, -köpfin“, làmata „Wrack, -wrack“, liežūnėša „Klatschmaul, -maul“, lãrva „Schludrian, -in, Laffe, -in“, nævalá, nævalėìka „Schludrian, -in“, nævalga, nuòspò:ga „Aas“, pakarìla „Raufbold, -in“, pamì:va, pà:mpla „Tölpel, -in“, pikčiūrna, plìkata „unernster Mensch“, rūkata „Miesepeter, -in“, slòpsna „Dussel“, snarglėda „Milchbart“, sprō:gena „Dussel, Aas“, sūkata „verdrehter Mensch, -in, Miesepeter, -in“, taradėìka „jemand, der gern viel und laut redet“, và:lkata, galvãčas „Schlaumeier, -in“, gargáras „Lange, -e“, kànčas „Geizhals und Nörgler“, lū:žas „Faulpelz, -in“, makã:rs „hinterlistiger Mensch“, plūrpal̇s „Schwätzer, -in“, salì:klus „leicht kränkbarer, launischer Mensch“, snačas „zerstreuter Mensch“, stūlbis „ungeschickter, grober Mensch“.
Vergleicht man die Beispiele, scheint es, dass Substantive des o-Stamms seit alters zum gemeinsamen Genus gehören, während Wörter anderer Stämme wohl erst später in das gemeinsame Genus übergegangen sind. Dies wird teilweise auch durch eine solche Erscheinung der Mundart bestätigt: Jedes Substantiv männlichen oder weiblichen Genus geht in das gemeinsame Genus über, wenn jemand damit charakterisiert wird, z. B.: tas biàurì:be tikras šùrbė:lė; nèma:te to: jaunìke, sà:ke, kó:ks pelė:da; ale gi, tas tai bēnt kàule; nùveik pas pèlkìsiene, àna gera iškalbò:čus „redet gern“.
Allen Substantiven des gemeinsamen Genus ist eine Eigenschaft eigen: Sie haben sämtlich eine verächtliche, abwertende Bedeutung. Als Ausnahme sind jedoch auch solche Wörter des gemeinsamen Genus zu erwähnen, die keine negative Bedeutung haben, z. B.: ligó:nìs (sà:ka, ka, ligó:nìs jau į kà:muoli sutrãkta; ligó:nìs sà:kanti…; jau sa ré:jus jau šenei ligó:nìs), tūlmo:čus „Übersetzer, Erklärer, -in“ (âns tė: bùva par tūlmo:ču; a jau tūlmo:čaus prìtrū: kai (über eine Frau gesagt)).
Kasus. In der Mundart gibt es dieselben 7 Kasus wie im Litauischen. Die alten postpositionalen Lokalkasus sind verschwunden. Adessiv und Allativ sind spurlos verschwunden; Reste des Singular-Illativs kommen nur in adverbialisierten und meist verkürzten Formen vor, z. B.: sà bū:da „treibt den Hund hinaus“; tàu vis rèik ēit į kàndin „du musst immer hinterhergehen“; làuka || làuko || làukuton „hinaus“, vgl. das Niederlitauische von Kuršėnai làuko und das von Klaipėda làuko; slėta ~ sietan „so treibt man die Kühe im Stall an ihren Platz“; ėik šalin; mąsk žėme „auf die Erde“.
Diese postpositionalen Lokalkasus sind durch Präpositionalkonstruktionen verdrängt worden, z. B.: mìška pàukštis į mìška įžū:rį; ižėje į píevas; pas motìnąte viesa valà:te „bei der Mutter ist es für die Kinder am besten“; vàžiūj pas bró:li.
Manchmal, wenn auch sehr selten, kommen Fälle vor, in denen der einfache Lokativ mit der Bedeutung eines Illativs verwendet wird, z. B.: kàntminius nuvà:re vėrsius „nach Kantminiai trieb man die Kälber“. Diesen Beleg als Rest des alten Illativs anzusehen und ihn mit Konstruktionen des verkürzten Plural-Illativs im östlichen Hochlitauischen zu vergleichen, wie etwa: dar namùos atvežė (bei Varėna); jūs atvažiavosit svečiuos (Lazūnai), ist wohl nicht möglich, da es in der Mundart nirgends irgendwelche deutlicheren Spuren, selbst adverbialisierter Plural-Illative, gibt.
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Das wird höchstwahrscheinlich eine ganz neue Erscheinung sein, nämlich eine Erweiterung der Bedeutung des einfachen Lokativs2.
Wann die alten postpositionalen Lokalkasus in der Mundart verschwanden, lässt sich schwer genau feststellen. Es scheint jedoch, dass dies schon vor langer Zeit geschehen sein muss, denn diese Lokalkasus fehlen nicht nur in der Šakynaer Mundart, sondern auch in allen benachbarten nieder- und hochlitauischen Mundarten.
Im Allgemeinen entsprechen die Kasusendungen der Mundart fast überall den Kasusendungen der entsprechenden Stämme im Litauischen und sind mit ihnen gleichen Ursprungs. Fast alle Unterschiede bei den Kasusendungen der Mundart sind auf eine phonetische oder morphologische Kürzung der Endungen zurückzuführen3. So haben, mit Ausnahme des a-Stamms, Substantive aller Stämme eine verkürzte Singular-Lokativendung, z. B.: gō’vi, miškē’li, gálvo, liepo, dáržinē, pálubē, pē’či, viduj, vándeni…
Die Endungen des Plural-Dativs und, mit Ausnahme der Substantive der a- und ia-Stämme, des Plural-Instrumentals sind ebenfalls verkürzt. Diese Endungen werden jedoch nicht im gesamten Mundartgebiet gleichermaßen verkürzt. An der Grenze zum Niederlitauischen (Kruopiai, Dilbinai, Šakyna) begegnen Formen auf -s, besonders unter den Angehörigen der älteren Generation, sehr viel häufiger als weiter entfernt vom niederlitauischen Sprachgebiet, z. B. Plural-Dativ: akūms, bō’bums, pō’nā’ms, sē’nā’ms, žmo’nīms, žō’lūms „den Gräsern“…, Plural-Instrumental: d̄ienums „mit den Tagen“, nāktims, pušē’lē’ms, žī’cūms „mit den Zündhölzern“. Aber auch an der niederlitauischen Grenze sind Formen mit -s bereits deutlich seltener als solche ohne -s, z. B. Plural-Dativ: arklām, bā’tām, lā’vē’m, mō’terim…, Plural-Instrumental: māldum „mit Gebeten“, raudē’m, pūšim. Der Anstoß zum Schwund des -s scheint, wie man annimmt4, von den Dualformen ausgegangen zu sein.
Aufgrund des Litauischen und alter Schriftquellen (Vilentos Katechismus und Evangelien) lässt sich vermuten, dass in der Mundart zuerst und schon vor langer Zeit die alte Endung des Plural-Dativs verkürzt wurde, während die Endung des Plural-Instrumentals, die im Litauischen bis heute erhalten ist, erst wesentlich später gekürzt wurde, z. B.: akimis, rankomis. Den gleichen Quellen zufolge scheint die Singular-Instrumentalendung zugleich mit der Plural-Instrumentalendung verkürzt worden zu sein.
Bei der Erörterung der Plural-Dativ- und -Instrumentalkasus müssen die Endungen -um(s) des Plural-Dativs und -Instrumentals der femininen Wörter aller flektierbaren Wortarten behandelt werden, z. B.: to’kūm(s) susivē’lusum(s) žīlum(s) galvūm(s) (Plural-Dativ); sū’cīso’kūm(s) sēnum(s) kūlamum(s) mašīnum(s) (Plural-Instrumental). (Siehe auch die Paradigmen der einzelnen Stämme.)
Diese Endung ist fast allen nordwestlichen Hochlitauern und einem beträchtlichen Teil der Niederlitauer bekannt. Nach dem derzeit für den Litauischen Sprachatlas gesammelten Material reicht die Endung -ums nach Westen bis zu folgender Linie: Papilė, Tryškiai, Kuršėnai, Kelmė, Adomaičiai, Pagramantis, Žygaičiai, Lauksargiai, Rugaliai, Eičiai; weiter ostwärts dringt sie vor und erreicht bei Jurbarkas den Nemunas. Noch weiter westlich von dieser Li-
2 Vgl. Б. А. Серебренников, О некоторых возможных причинах происхождения иллативного значения у латышского локатива, Rakstu krājums veltījums akadēmiķim profesoram dr. Jānim Endzelīnam viņa 85 dzīves un 65 darba gadu atcerei, 243, Rīgā, 1960.
3 Zum morphologischen Kürzen von Endungen siehe ausführlicher: Vl. Grinaveckis, Galūnių trumpėjimas lietuvių kalbos tarmėse. — Vilniaus valstybinio pedagoginio instituto Mokslo darbai, 8, 97—98, Vilnius, 1959; J. Kazlauskas, Daiktavardžių (i) u linksniavimo nykimas. — Lietuvių kalbotyros klausimai, 2, 26, Vilnius, 1959.
4 Näheres siehe J. Endzelīns, Latviešu valodas gramatika, 405, Rīgā, 1951, und die dort angegebene Literatur.
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Die Endung -ums des Dat. Pl. der Stämme ist in Veiviržėnai aufgezeichnet, z. B.: šakoms, vėsoms usw.
In Pakapurnis (Rajon Raseiniai), Joniškė (Rajon Tauragė), Viduklė (Rajon Raseiniai), Nemakščiai (Rajon Skaudvilė) und Didvėjye (Rajon Raseiniai) wurde die Endung -ums nur im Instr. Pl. aufgezeichnet. Im Dat. Pl. haben die Feminina aller Stämme ihre eigenen alten Endungen bewahrt. Ein Vergleich älterer Quellen ergibt, dass das Vorkommen der Endung -ums nur im Instr. Pl. entweder eine ganz neue Erscheinung oder ein Fehler der Aufzeichner ist, denn in den Schriften von S. Stanevičius⁵, der aus Nemakščiai und Viduklė stammte, findet sich die Endung -ums sowohl im Dat. Pl. als auch im Instr. Pl., z. B.: Padyrbdynsnu laywele, plauksiu jurirms marelums (S. 26)⁶; …munes graudey w erky graudžiums aszarelums (S. 34); Mes pasysamdisme Rigos sliesorely, mes prydyrbdynsme skriniums jurinėles (92); Asz pasērsu savo žyrgūžely ney rugēleys, ney mižēleys, grinumus awyžēlums (122); …kurys tum layku būdamas Wylniuje, mun yr muna daynams išrašdy tą teyksma jog daināžimes parašy (132).
Weder die 1829 veröffentlichten Lieder Stanevičius’ noch das große Verbreitungsgebiet von -ums erlauben es, diese Endung als sehr neue Erscheinung anzusehen. Wie die angeführten Beispiele zeigen, begegnet die Endung -ums in den Schriften Stanevičius’ bei Substantiven der o-, io- und ē-Stämme; sie kann also auch dort nicht völlig neu sein, denn sie müsste zunächst in nur einem Stamm aufgetreten sein, wahrscheinlich im (i)o-Stamm, und sich erst danach auch in andere Stämme ausgebreitet haben. Zuerst müsste sie in den e-Stamm eingedrungen sein, da die Kasusendungen der wurzelbetonten Substantive der ē- und io-Stämme in den žemaitischen und nordwestlichen hochlitauischen Mundarten gleich sind, mit Ausnahme des Lok. Sg. und Pl. sowie des Dat. und Instr. Pl. Das genaue Alter der Endung -ums lässt sich vorerst nicht bestimmen. Allerdings finden wir in den Evangelien des Vilentas, eines nordwestlichen Hochlitauers aus Preußisch-Litauen: priewaisdum̄is (Ev. 25) und paslapūmis (Ev. 30). Weitere ähnliche Fälle finden sich jedoch in den gesamten Schriften Vilentas’ nicht, und es ist unklar, wie diese Beispiele zu erklären sind: als Instrumentalformen mit -umis oder als Druckfehler. Außerdem könnte das erste Wort irrtümlich als u-Stamm verwendet worden sein, das zweite aber eine gewöhnliche žemaitische Form sein, wie sie in Vilentas’ Schriften recht häufig vorkommt.
Da in den heutigen litauischen Mundarten und in älteren Quellen (Stanevičius) nirgends ein Instr. Pl. mit der Endung -*umis belegt ist, ist anzunehmen, dass die Endung -ums entstand, als die alten Endungen des Dat. und Instr. Pl. verkürzt und angeglichen wurden, und dass die neue Endung -ums sofort für beide Kasus verallgemeinert wurde.
Früher wurde die Endung -ums als Entlehnung aus der Mundart von Veliuona angesehen. Dieser Auffassung widerspricht jedoch das außerordentlich große Verbreitungsgebiet von -ums, das nicht nur fast das gesamte nordwestliche Hochlitauen, sondern auch einen beträchtlichen Teil Žemaitijas umfasst und sich von der Grenze der Litauischen SSR bis zum Nemunas erstreckt.
-ums kann auch nicht als regelmäßiger, einfacher Fall der Verkürzung und des Schwunds der unbetonten Endung -om(s) angesehen werden, denn dem widerspricht die Tatsache, dass man schon seit Langem in jenen
5 Siehe S. Stanevyčia, Pasakėčios, 5, Kaunas, 1948.
6 Pavyzdžiai imami iš S. Stanevičiaus, Dainos Žemaičių, Vilnius, 1954. Perrašant Stanevičiaus tekstą, pakeistas raides ž rašymas.
Einige dieser Beispiele werden auch von E. Grinaveckienė angeführt. Siehe E. Grinaveckienė, Mituvos upyno tarmė, Dissertation zur Erlangung des Kandidatengrads der Philologie, 305, Vilnius, 1955, Typoskript.
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In den Dialekten, in denen die Endung -um(s) vorkommt, ist sie aus der Endung -om (< -ome) der 1. Person Plural des Verbs entstanden, z. B.: darom, sakom, kirtom wird sie nirgends zu -um, obwohl die Endung des Dativs-Instrumentals Plural und die Endung der 1. Person Plural des Verbs schon seit Langem phonetisch ähnlich sind. Eine Ausnahme bilden nur einige wenige Beispiele: prašum „bitte“ (Šakyna, Kuršėnai) und žinum „natürlich“ (Šakyna, Kuršėnai). Wie man sieht, haben sie sich bereits vom allgemeinen Verbalsystem gelöst.
Doch in einigen nordwestlichen hochlitauischen Dialekten hat auch der Akzent eine gewisse Rolle bei der Entstehung von -um(s) gespielt. So weisen beispielsweise im Dialekt des Mituvos-Flussgebiets (um Jurbarkas) im Dativ und Instrumental Plural nur Wörter mit Stammakzent die Endung -um(s) auf, z. B.: rankum(s), ūgum(s)7…
Ebenso kann -um(s) nicht als aus den u-Stamm-Substantiven übernommen angesehen werden, denn überall, wo sie vorkommt, wird die Endung -um(s) ausschließlich bei Substantiven weiblichen Geschlechts verwendet; litauische weibliche u-Stamm-Substantive, die später in einen anderen weiblichen Stamm übergetreten wären und dabei zugleich die Endung -um(s) mitgebracht hätten, gibt es nicht. Außerdem stimmt bei den u-Stamm-Substantiven selbst – mit Ausnahme des Genitivs Plural – keine Kasusendung mit der Kasusendung eines weiblichen Stammes überein; eine einfache Analogie kann daher ebenfalls nicht vorgelegen haben.
Adverbialisierte Formen des Instrumentals Plural mit -umis finden sich im Lettischen, z. B.: retumis „selten“, mazum(is) „nach und nach“, milzumis „sehr viel“, vietumis „stellenweise“ usw.8 K. Mühlenbach erklärt diese Formen als Instrumental Plural von Ableitungen mit dem Suffix -uma9. Die litauischen Formen mit -um(s) lassen sich damit jedoch nicht erklären.
Somit bleibt die Herkunft der Endung -um(s) unklar. Vielleicht könnte man annehmen, dass hier der Instrumental des Pronomens kas eine entscheidende Rolle gespielt hat. In den Dialekten dieses Gebiets lautet die Instrumentalform des Pronomens kas fast überall kum < kuom < kuomi, wie aštuntas < aštuontas. Dieses Pronomen wird auch mit dem Instrumental Plural weiblicher Substantive verbunden, z. B.: su kum? — su rankom(s). Später könnte sich analogisch su-kum? — su rankum(s) entwickelt haben.
Im Gebiet des Šakyna-Dialekts selbst wird die Endung -um(s) nicht überall gleich verwendet. Am lebendigsten ist sie nahe der žemaitischen Grenze (Kruopiai, Šakyna, Dargaičiai, Dilbimai, Žagarė), doch ist sie beispielsweise um Skaistgirys bereits seltener, besonders bei ė, i-Stämmen. Dort sind die alten Endungen einzelner Stämme bereits häufiger. Weiter östlich (Daunorava, Joniškis) ist sie schon nicht mehr belegt10.
Die Lokativendung des Plurals wird im Dialekt ebenfalls verkürzt, z. B.: aūžio's, laukuos, namuos. Der Lokativ Plural wird jedoch nicht so regelmäßig verkürzt wie der Singular, und neben den verkürzten Formen werden häufig auch die Vollformen verwendet, z. B.: laukuose, miestuose, trō·bo·se… Außerdem ist die Verkürzung bei Substantiven verschiedener Stämme nicht einheitlich. Am stärksten wird sie bei Pluralformen von Substantiven der a-, iā-Stämme vorgenommen.
7 El. Grinaveckienė, Mituvos upyno tarmė, filologijos mokslų kandidato laipsnio disertacija, 294–295, Vilnius, 1955, mašinraštis.
8 J. Endzelins, Latviesu valodas gramatika, 602–603, Rīgā, 1951.
9 K. Mühlenbach, Das Suffix -uma- im Lettischen, Indogermanische Forschungen, XVII, 412–413, Strassburg, 1905.
10 Das Material zu Daunorava und Joniškis stammt aus der Kartei zum Atlas der litauischen Sprache des Instituts für Litauische Sprache und Literatur der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR.
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Lokativformen, weniger bei den o-, io- und ē-Stämmen und am wenigsten bei den i- und konsonantischen Stämmen der Mundart; die Lokativformen des Plurals dieser Stämme werden nahezu überhaupt nicht gekürzt.
Die stärkste Kürzung der Lokativendungen im Plural von Substantiven der a-, ia-Stämme ist nicht nur für die Šakynos-Mundart und andere nordwestliche Hochlitauische Mundarten (z. B. des Mituvos-Flussgebiets) charakteristisch11, sondern, wie das Material des Dialektologischen Atlas zeigt, auch für die kapsai-zanavykai (die den Lokativ Plural anderer Stämme überhaupt nicht kürzen)12 und die Mundarten ihrer Nachbarn, der veliuoniškiai.
Numerus. Das Substantiv der Mundart hat nur zwei Numeri: Singular und Plural. Der Dual ist im Allgemeinen verschwunden. Einige wenige seiner Reste kommen noch im Akkusativ Plural von maskulinen Substantiven der a- und ia-Stämme sowie anderer Stämme vor, wenn sie mit „zwei“ oder „beide“ gebraucht werden, z. B.: valà˙kuos būvau pasisėjęs dù centneriu, dù pareiškimu raštu, su spràgilu kūlė par maišą abu galu. Bet tokiais atvejais lygiagrečiai vartojamos ir daugiskaitos formos, pvz.: atėin pralė̇ides dù mė̇nesus;...kurė̇nãl dù pė̇čius diena į nȧkti; dù šimtus atė̇me. Visur kitur dviskaita išnykusi, jos vietą užėmė daugiskaita, pvz.: nebeduod piena tie dù spė̇ne; ṧe tuoj į sk̇lė̇pa, dvi bačkas aukščių išdžina...;...dvi bačkas tūrem į ḋã˙ maiša; nežina, kas če bus pasiżnamas to's dvi. Die Reste des Duals im Akkusativ Plural der a- und ia-Stämme lassen sich durch die Analogie der Zahlwörter „zwei“ und „beide“ erklären. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass genau solche Dualspuren für viele andere Mundarten charakteristisch sind, in denen der Dual der Substantive ebenfalls bereits nahezu verschwunden ist, z. B. für die Mundarten der kapsai-zanavykai13, der südlichsten nordwestlichen Hochlitauer (Jurbarkas)14 und der östlichen Hochlitauer (Linkmenys)15.
Der Dual hat auch im Dativ Plural aller Stämme Spuren hinterlassen und, mit Ausnahme der a-, iaStämme, im Instrumental Plural16, wo unter dem Einfluss des Duals begonnen wurde, das auslautende -s wegzulassen, z. B.: jau dviem vaikam atė̇me karīnus dukūmentus; amėrika prįṡume prancūżãm; piena dāve vėršā˙m.
Wann die Mundart den Dual verlor, lässt sich schwer sagen.
Der Numerus bezeichnet nicht nur die Anzahl der Dinge, sondern mit seinen grammatischen Formen sind bisweilen auch verschiedene lexikalische Bedeutungen verbunden, z. B.: dviratis „Fahrrad“ und dviracei „Vorderachse eines Fuhrwerks mit Rädern und Deichseln“, gražìbe „Schönheit“ und gražìbes „Schmuckstücke; schöne Gegenstände“, leḋc und ledai „Hagel“, mė̇dis und mė̇džei „Brennholz“, nò˙sis und nò˙sis „Nasenlöcher“, rìc und rìtai „Himmelsrichtung“ usw.
Wie im Ik und in anderen litauischen Mundarten haben manche Substantive der Šakynos-Mundart bisweilen nur einen bestimmten Numerus: entweder nur den Plural oder nur den Singu-
11 Vgl. El. Grinaveckienė, Mituvos upyno tarmė, 292, 299, 307, 311—312, Vilnius, 1955, Typoskript.
12 Vgl. die Probeatlanten zu Frage 290 des „Programms“ zur Sammlung des Atlasmaterials, Vilnius, Institut für Litauische Sprache und Literatur, Manuskript.
13 J. Senkus, Merkmale der Deklination der Substantive in den Dialekten von Kapsai und Zanavykai.— Arbeiten der Litauischen SSR-Akademie der Wissenschaften, Reihe A 2 (9), 157, Vilnius, 1959.
14 El. Grinaveckienė, Charakteristischere Formen von Genus, Numerus und Kasus im Dialekt des Mituvos-Flussgebiets. — Fragen der litauischen Sprachwissenschaft, 2, 181, Vilnius, 1959.
15 J. Kardelytė, Die Flexion des Substantivs im Dialekt von Linkmenys. — Fragen der litauischen Sprachwissenschaft, 2, 166, Vilnius, 1959.
16 Siehe J. Endzelīns, Latviešu valodas gramatika, 405, Rīgā, 1951 und die dort angegebene Literatur.
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Zählung. Z. B. Singularia tantum: balti̇·be, dė·jims, kareivije, krėida, piens, švi̇ns usw.; Pluralia tantum: bȧltinei, ekė·čes, lȧšinei, miėles, mi̇ltai, mi̇t·bas, mušči̇·nes, niu̇obaigas, pakaši̇·nas, pru̇šnas „Schnauze“, smȧ·genas, ni̇ežai, rȧudes „Rotlauf“, niu̇okulstas „Abrieb“, pȧ·biras, pȧmazgas || sȧmazgas, bȧrkštei, vė·darai usw.
Stamm. Die Nominalstämme des Dialekts sind dieselben wie im lk (a, ia, o, io, ė, i, u, iu und konsonantische), aber:
1. Der Stamm einzelner Dialektnomina stimmt nicht immer mit dem Stamm der entsprechenden lk-Nomina überein, z. B.: ȧbgama, bi̇tis, blakstiens, dȧine, dėbeši·s, dė·na, kišė·nis, nȯ·sini·s, ȯ·baela, pȯ·ris „Paar“, smȧ·genas, ši̇rša, viėšnė, žu̇·ri·s… Einige Wörter haben zwei Stämme, z. B.: gri̇·ba || gri̇·ps, su̇odžei || su̇odis ~ su̇odys, ži̇lvitis || ži̇lvite, ėketi·s || ėketė, žȧba || žȧ·ps usw.
2. Nicht alle Nominalstämme des Dialekts sind gleich gut erhalten. Am besten erhalten sind die Stämme a, ia, o, io und teilweise der Stamm ė; die Stämme i, u, iu und insbesondere die konsonantischen Stämme sind wesentlich schlechter erhalten und schwächen sich sogar noch heute immer weiter ab, da ständig neue Wörter aus ihnen in andere Stämme übertreten: Maskulina in die Stämme a, ia, Feminina in die Stämme o, io und manchmal auch in die Stämme ė. Außerdem dringen einzelne Kasus oder sogar ganze Numeri aus den häufigeren Stämmen in diese schwindenden Stämme ein; so werden beispielsweise u-, iu-stämmige Substantive im Plural durchgehend nach den a-, ia-Stämmen flektiert. Im Singular dringt in den Instrumental Singular der u, iu-Stämme die Form der a-, ia-Stämme ein, z. B.: su alėju, su cukru, su trākto·ru. In den Dativ und Instrumental Plural der Feminina mit ė, i- und konsonantischen Stämmen sind Formen mit -um(s) eingedrungen, z. B.: Dativ Pl. akūm(s), ka·r’um, mo·taerum „Frauen“; Instrumental Pl. dilgī·num „mit Brennnesseln“, du̇ktaerum „mit Töchtern“, ši̇rdžum „mit Herzen“… Die Instrumental-Singular-Form der io-stämmigen Substantive ist auch in feminine Substantive mit i-Stamm eingedrungen, z. B.: su ake, no·se, ža·se usw. Die konsonantischen Stämme sind am schlechtesten erhalten: Die Flexion der Substantive dieser Stämme ist völlig durcheinandergeraten (siehe Paradigma):
Obwohl die Stämme i, u, iu schwinden, dringen einzelne ihrer Kasusformen manchmal in Wörter mit den Stämmen ia, ė ein, z. B.: Nom. Sg. kȧtis „Katze“, kū·tis „kutė“, mo·ki·tojus „Lehrer“, raš·tojus „Schriftsteller“, ūpis „Fluss“ usw.
Einige Substantive mit io-Stamm sind in den Stamm ė übergetreten, z. B.: gū·nė, jȧ·uje (Lok. jȧ·ujė ~ jāujėje), skri·ne (Lok. skri·nė ~ skrẏnėje), viėšnė ~ viešnė, u̇ž·sne ~ vẏšnė (Lok. u̇ž·snė ~ vẏšnėje). Der Grund für diesen Übergang war, dass im Dialekt die meisten Kasusendungen mit den entsprechenden Kasus der ė-Stämme zusammenfielen (unterschiedlich sind nur der Lokativ Singular, der Lokativ Plural und teilweise Dativ und Instrumental, sofern nicht die Endung -ums in sie eindringt).
Abschließend ist noch hervorzuheben, dass der Stamm eines Dialektnomens dort, wo er nicht mit dem lk übereinstimmt, meistens mit dem Stamm des entsprechenden Nomens in benachbarten niederlitauischen und hochlitauischen Dialekten (Kuršėnai u. a.) und manchmal auch in benachbarten lettischen Dialekten (Bukaiši, Mežamuiza) übereinstimmt (vgl. lettisch akmins, kalki, pāris usw.).
Akzentuierung. Die zweisilbigen Substantive des Dialekts weisen dieselben vier Akzentparadigmen auf wie im lk; lediglich der Lokativ Singular der Substantive mit a-Stamm und Akzentparadigma III wird nicht wie im lk auf der Endung betont (z. B. beržė, darbė), sondern auf dem Stamm, z. B. be·ržė, da·rbe usw., wie auch in anderen nordwestlichen hochlitauischen und niederlitauischen Dialekten.
Mehrsilbige Substantive unterscheiden sich vom lk dadurch, dass sie nur drei Akzentparadigmen haben: I (z. B. akūoc, pavȧ·saris), II (z. B. kȯ·pu·sc, paklȯ·de) und III (z. B. kȧmuo-
7. Kalbotyros klausimai
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li·s, riešuc, sprā·gils). Außerdem wird der Singular-Lokativ der mehrsilbigen a-stämmigen Substantive der dritten a-Akzentklasse auf dem Stamm betont, ebenso wie bei den zweisilbigen Substantiven der III. Akzentklasse desselben Stamms, z. B.: a·žuole, riešute usw.
Die Betonung einzelner Substantive stimmt nicht mit der Betonung der entsprechenden lk-Substantive überein. Näheres dazu siehe bei den Paradigmen der einzelnen Stämme.
2. DEKLINATION
a-Stamm
Singular
I II III IV V. kā·uls, pirš·, kae·lms, lāuks K. kā·ula, piršta, kae·lma, lāuka N. kā·ului, pirštui, kae·lmui, lāukui G. kā·ula, piršta, kae·lma, lāuka Įn. kā·ulu, pirštu, kae·lmu, lāuku Vt. kā·ule, piršte, kae·lme, lāuke Š. kā·ule, piršte, kae·lme, lāuke
Plural
Nom. kā·ulai, pirštai, kae·lmai, lāukai Gen. kā·ulų, pirštų, kae·lmų, lāukų Dat. kā·ulá·m¹⁷, pirštá·m, kae·lmá·m, lauká·m kā·ulá·ms, pirštá·ms, kae·lmá·ms, lauká·ms Akk. kā·ulus, pirštus, kae·lmus, lāukus Instr. kā·ulais, pirštais, kae·lmais, lāukais Lok. kā·uluos, pirštuos, kae·lmuos, lāukuos kā·uluose, pirštuose, kae·lmuose, lāukuose Vok. kā·ulai, pirštai, kae·lmai, lāukai kae·lmai, lāukai
Anmerkungen. Deklination. Singular-Lokativ. Im Dialekt begegnet gelegentlich eine recht ungewöhnliche Singular-Lokativform, z. B.: bl·džūkuo, daždžūkuo, laukūkuo (Šakyna) kalnūko (Dilbinai). Diese Form kommt nur bei Substantiven mit dem Diminutivsuffix -ukas vor. Diese Lokativform ist aus benachbarten žemaitischen Dialekten entlehnt (vgl. das kuršėnische kalnūkuo, suodžūkuo, svižnūkuo… In diesem Dialekt ist sie recht lebendig). Interessant ist jedoch, dass im Dialekt von Šakyna die phonetischen žemaitischen Formen nicht mehr immer korrigiert werden. Diese žemaitische Endung stammt vom Singular-Lokativ der o-stämmigen Substantive¹⁸. Singular-Vokativ. Der Singular-Vokativ mehrsilbiger a-stämmiger Substantive hat sehr häufig eine verkürzte Endung, z. B.: ā·vin, kā·tin, pā·tin, vā·buol „Käferchen“, žā·sin usw. Die Singular-Vokativform von Eigennamen ist nicht-
17 Bei Kasus mit konkurrierenden Formen steht zuerst die häufiger gebrauchte Form, danach die seltenere.
18 Vgl. den Singular-Lokativ der lettischen a-stämmigen Substantive mežā, tevā. Zur Herkunft siehe J. Endzelynas, Die Laute und Formen der baltischen Sprachen, 106, Vilnius, 1957.
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haben keine Endung -e, sondern nur das Formans -ai, z. B.: bǐčužai (Familienname), janká'uskai (Familienname), jō'nai, mā'rti'nai, pẽ'trai usw. Unter den Appellativa weist im Vokativ Singular nur das Wort „Vater“ stets dieses Formans auf – tē'vai. Bei den übrigen Appellativa kommt dieses Formans nur sehr selten vor, z. B.: žō'gai, žō'goi, dúok degūta (Dargaičiai). Die Formen des Vokativs Singular bei Eigennamen im Plural (Personennamen) werden sehr häufig auch verkürzt, z. B.: jō'kim, lẽ'vo'n „Leonai“, stanislau, vā'cilau10.
Pl. Vokativ. Die Mundart verwendet bei zweisilbigen Substantiven der Akzentklassen III und IV anstelle des Pluralvokativs bereits häufiger den Pluralnominativ (vgl. die Paradigmen).
Akzentuierung. Einige a-stämmige Substantive des Dialekts werden anders akzentuiert als im litauischen Schriftsprachstandard20.
Im Dialekt werden wie in der Akzentuierungsklasse I akzentuiert: àmarninks, ameríkō'ns, dvārininks, kelà'minks, pabī'klas „Gerät, Werkzeug“, prō'c, pūrsłas, skō'lininks, sā'vininks, stebū'klas, ū'ps, žvī'rs, gīntars, kā'rininks, krā'uklas „irgendein alter Gegenstand“. Mit der Akzentuierungsklasse I werden auch fast alle Substantive mit dem Suffix -ūnas akzentuiert, z. B.: alei'ns (Familienname), bijū'ns, keikū'ns, lakū'ns, pasalū'ns, perkū'ns, ratū'naī (Dorf), sargū'ns (Familienname), taučū'nai (Dorf), vijū'ns usw., aber alū'ns, kāltū'ns, mā'lu·ns, pālatru'ns „eine in Gärten angebaute Gewürzpflanze“.
Im Dialekt werden wie in der Akzentuierungsklasse II akzentuiert: drīžas, gāurai, jūnks, līeknas, līūkšča, māldai „Schilf“, rīkmas, rī'mai, rūnks ~ rūngas, rōžas, vāistai.
Im Dialekt werden wie in der Akzentuierungsklasse III akzentuiert: kūoc ~ kūodas, māigai „Rechen“, mūškuls, pūocs, smā'iks, žā'ips, žā'gnc.
Im Dialekt werden wie in der Akzentuierungsklasse IV akzentuiert: kānc ~ kāitas, mūils, nērus, vērks ~ vērgas.
Einige a-stämmige Substantive werden auf zwei oder sogar drei Arten akzentuiert, z. B.: akuōc in I und III, àtklastai in I und III b, jezmīns und jē'mins in I, II und IIIb, pavālkai in II und pā'valkai in I, māurai in II und mā'urāi in I.
ia-Stamm
Singular
I II III IV V. stūobris, mē'dis, rū'pesti's, kē'ls K. stūobre, mē'dže, rū'pešče, kē'le N. stūobru, mē'džui, rū'peščui, kē'lui G. stūobri, mē'di, rū'pesti, kē'li Įn. stūobru, mēdžū, rū'peščū, kē'lu Vt. stūobri·, mē'di·, rū'pesti·, kē'li· Š. stūobri, mē'di, rū·pesti·, kē'ls kē'li·
10 Zur Herkunft der Singular-Vokativformen siehe J. Otrębski, Gramatyka języka litewskiego, 3, 15, Warszawa, 1956. J. Endzelynas, Baltų kalbų garsai ir formos, 106, Vilnius, 1957.
20 Als Akzentuierungsnorm für Wörter im Litauischen dient das „Dabartinės lietuvių kalbos žodynas“, Vilnius, 1954.
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Plural
I II III IV
V. Š. stúobrei, mēdžei, rūpeščei, kēlei
K. stúobru, mēdžu, rūpešču, kēlu
N. stúobram, mēdžām, rupeščām, kelām
stúobrāms, mēdžāms, rupeščāms, kelāms
G. stúobrus, mēdžus, rūpeščus, kēlus
Įn. stúobreis, mēdžeis, rūpeščeis, kēleis
Vt. stúobruos, mēdžuos, rūpeščuos, kēluos
stúobruose, mēdžuose, rūpeščuose, kēluose
Anmerkungen. Deklination. Singular Akkusativ. Die Substantive kē‘ls, vē‘jes, vē‘lns haben im Singular-Akkusativ im Dialekt die Endung -i: kē‘li, vē‘ji || vē‘je, vē‘lni. Diese Endung findet sich auch in benachbarten žemaitischen Dialekten (z. B. Kuršėnų vē‘Ini, kē‘li, u̯ēni). Sie entstand durch Analogie zu den Singular-Akkusativformen jener iā-Stamm-Substantive, die im Singular-Akkusativ regelgerecht -i haben (siehe Paradigmen).
Singular Lokativ. Im Dialekt begegnen, besonders nahe der Grenze zum Niederlitauischen, gelegentlich aus benachbarten niederlitauischen Dialekten entlehnte Formen des Singular-Lokativs, z. B.: grō‘vie, kēlie, lō‘vie, mē‘die, tī‘relie „in Tyrelis“ usw. (Vgl. Kuršėnai luō‘psie, muo-lie, viejie … Hier ist überall der Singular-Lokativ der iā-Stämme regelmäßig durch den Singular-Lokativ der ē-Stämme ersetzt worden.) In diesen Entlehnungen stellt der Dialekt, ebenso wie in den entlehnten Formen des Singular-Lokativs der a-Stämme, die phonetischen Niederlitauismen nicht wieder her (im Šakyna-Dialekt müsste es * grō‘vie, *lō‘vie usw. heißen).
Akzentuierung. Im Unterschied zu den iā-Stamm-Substantiven mit Akzentuierungsklasse 1k lassen sich folgende nennen.
Im Dialekt werden mit Akzentuierungsklasse I akzentuiert: bēprō‘tis, bēsō‘tis, džē‘snis, jaunā‘vedis, kaminšluostis, kē‘imaris, lē‘lis „Vogel Caprimulgus europaeus“, naujā‘kuris, ni‘kštis, stúobris, tvinksnis, vijō‘klis, virvagalys, žvīlksnis. Außerdem werden alle Substantive mit der betonten Ableitungssilbe -uoklis mit Akzentuierungsklasse I akzentuiert, z. B.: girtuōklis, sapniuok-lis „Träumer, Zerstreuter“, svī‘riuoklis.
Im Dialekt werden mit Akzentuierungsklasse II akzentuiert: āklis, kūžlis, spīglis, spī‘ris „Stütze“, žemkēntis. Ebenso alle Substantive mit dem Suffix -ē‘jis, z. B.: dirbē‘jis, ge‘rē‘jis, metē‘jis, pjō‘vējis.
Im Dialekt werden mit Akzentuierungsklasse III akzentuiert: bō‘tkō‘tis, kō‘šūvis, rū‘pestis, užvalktis, vō‘kietis.
o-Stamm
Singular
I II III IV
V. pieva, rānka, gālva, šāka
K. pievas, rānkas, gālvo’s, šāko’s
N. pievai, rānkai, gā‘lvai, šā‘kai
G. pieva, rānka, gā‘lua, šā‘ka
Įn. pieva, rānka, gā‘lua, šāka
Vt. pievo‘, rānko‘, gāluo‘, šāko‘
Š. pieva, rānka, gālva, šāka
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Plural
I II III IV V. Nom. pievas, rãnkàs, gãlvas, šãkas Gen. pievų, rãnkų, gãlvų, šãkų Dat. pievum(s) 21, rãnkum(s), gãlvum(s), šãkum(s) pievom(s), rãnkom(s), gãlvom(s), šãkom(s) Akk. pievas, rãnkàs, gãlvas, šãkas Instr. pievum(s), rãnkum(s), gãlvum(s), šãkum(s) pievom(s), rãnkom(s), gãlvom(s), šãkom(s) Lok. pievo˙s(e), rãnko˙s(e), gãlvo˙s(e), šãko˙s(e) pievuos(e), rãnkuos(e), gãlvuos(e), šãkuos(e)
Anmerkungen. Deklination. Sg. Vokativ. In der Mundart ist er mit dem Sg. Nominativ zusammengefallen. Wäre die alte Vokativform mit dem alten Akzent auf dem Stamm bewahrt worden, hätte in der Mundart das alte unbetonte kurze auslautende a schwinden müssen22.
Zum Sg. Lokativ sowie zum Pl. Dativ und Instrumental siehe den Abschnitt „Kasus“ in den „Allgemeinen Anmerkungen“.
Pl. Lokativ. Die Plural-Lokativformen der o-stämmigen Substantive der Mundart auf -uos(e), z. B. pievuos(e), rãnkuos(e) usw., lassen sich auf zweierlei Weise erklären:
1. Sie kann in der Mundart selbst durch Analogie nach solchen Substantiven entstanden sein, die in der Mundart sowohl a- als auch o-stämmig sind, z. B. Pl. Nom.: grìbas || grìbai, krūopas || krūopai, lìepas || lìepai, rū˙tas || rū˙tai, slì˙vas || slì˙vai usw.
Allerdings kommt diese Endung außer bei o-Stämmen auch in Feminina mit io-, ē-, i- und konsonantischen Stämmen vor, z. B.: ãkuos „in den Augen“ (Šakyna), jã˙ujuos „in der Scheune“ (Dargaičiai), pū˙suos „auf den Seiten“ (Dilbinai). Doch auch hier könnte sie durch Analogie nach zweistämmigen Substantiven der Mundart entstanden sein, z. B.: cibãlis || cibùle „Zwiebel“, èketìs || èketė, siõdžei || siõdis ~ siõdys (Pl. Nom.), žìlvitìs || žìlvite usw. Außerdem kann hier seinerseits auch die Analogie neuer o-Stammformen mitgewirkt haben.
2. Ebenso wie in der Šakynaer Mundart die Plural-Lokativendung der a- und ia-stämmigen Substantive in den Plural-Lokativ der o-, io- und ē-stämmigen Substantive eingedrungen ist, findet sich dies auch in vielen žemaitischen Mundarten (Kuršėnai, Kaunatava, Šaukėnai usw.), z. B.: runkuosi || runku˙si (selten), vestùvės (selten) (Kuršėnai).
Somit könnte rãnkuos(e) der Šakynaer Mundart entweder unter dem Einfluss der gemischten Plural-Lokativformen benachbarter Žemaiten entstanden sein oder schlicht aus dem žemaitischen runkuosi entlehnt worden sein (vgl. die entlehnten žemaitischen Formen des Sg. Lokativs der a- und ia-stämmigen Substantive, die nicht an die Mundart angepasst wurden).
Akzentuierung. In der Mundart werden auch ã˙traiža, džõ˙va „Tuberkulose“, lèčpìra „weiße Wiesenweihe“, lì˙guma, pãkaba, sló˙gas, žã˙rna nach Akzentklasse I akzentuiert.
In der Mundart werden auch ieva, jūra, krãunas, lã˙stas, lùbas, lū˙šna, plūta, stì˙ga, šẽiva nach Akzentklasse II akzentuiert.
21Die eingeklammerte Endung ist seltener. Siehe auch Fußnote 17. 22Zum litauischen Sg. Vokativ siehe J. Endzelynas, Baltų kalbų garsai ir formos, 114, Vilnius, 1957.
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Im Dialekt werden auch gãinava, lètėna, nùgara. mit Akzentklasse III betont. Mit Akzentklasse IV wird im Dialekt das Wort próga. betont. Unter den doppelt betonten o-Stamm-Substantiven des Dialekts lassen sich nennen: brùna mit II und IV, sàmanas mit I und III.
io-Stamm
Vienaskaita
Nom. ko·je, telì·če, àpače, vãldže Gen. ko·jes, telì·čes, àpačõ·s, vãldžõ·s Dat. ko·jei, telì·čei, ã·pačei, vãldžei Akk. ko·je, telì·če, ã·pače, vãldže Instr. ko·je, telì·če²³, ã·pače, vãldže Lok. ko·jo, telì·čo, àpačò, vãldžõ
Daugiskaita
Nom. ko·jes, telì·čes, ã·pačes, vãldžes Gen. ko·ju, telì·ču, àpačù, vãldžù Dat. ko·jum(s), telì·čum(s), apačùm(s), valdžùm(s) ko·jo·m(s), telì·čo·m(s), apačõ·m(s), valdžõ·m(s) Akk. ko·jes, telì·čes, ã·pačes, vãldžes Instr. ko·jum(s), telì·čum(s), apačùm(s), valdžùm(s) ko·jo·m(s), telì·čo·m(s), apačõ·m(s), valdžõ·m(s) Lok. ko·jos(e), telì·čo·s(e), apačõ·s(e), valdžõ·s(e) ko·juos(e), telì·čuos(e), apačuõs(e), valdžùos(e)
Anmerkungen. Die Kasusendungen der io-Stamm-Substantive sind, abgesehen von phonetischen Veränderungen, dieselben wie bei den o-Stämmen. Im Dialekt hat neben màrti, pàti im Singular-Nominativ auch das Lehnwort põni „Dame“ die Endung -i. Offenbar wurde es im Dialekt von Anfang an an „marčios“ und „pačios“ angeglichen und behielt auf diese Weise seine alte Singular-Nominativform bei (vgl. polnisch pani).
ė-Stamm
Singular
V. Š. kã·uge, piẽne, gíesmė, žõ·lė K. kã·uges, piẽnes, gíesmės, žõ·lės N. kã·ugei, piẽnei, gíesmei, žõ·lei G. kã·uge, piẽne, gíesme, žõ·le Įn. kã·uge, piẽne, gíesme, žõ·le Vt. kã·ugė, piẽnė, gíesmė, žõ·lė
23Zur Betonung mehrsilbiger Wörter der II. Akzentklasse siehe A. Jonaitytė, Šakynos tarmės kirtis ir priegaidė. — Lietuvių kalbotyros klausimai, 2, 113, Vilnius, 1959.
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Plural
V. ká·uges, pīenes, giēsmes, žō·les K. ká·ugų·, pīenų·, giēsmų·, žō·lu· N. ká·ugum(s), pīenum(s), giēsmūm(s), žō·lūm(s) ká·ugē·m(s), pīenē·m(s), giēsmē·m(s), žō·lē·m(s) G. ká·uges, pīenes, giēsmes, žō·les Įn. ká·ugum(s), pīenum(s), giēsmum(s), žō·lūm(s) ká·ugē·m(s), pīenē·m(s), giēsmē·m(s), žō·lē·m(s) Vt. ká·ugē·s(e), pīenē·s(e), giēsmē·s(e), žō·lē·s(e) ká·ugųos(e), pīenųos(e), giēsmųos(e), žō·luos(e)
Anmerkungen. Deklination. Vok. Sg. Der Vokativ Singular ist im Dialekt mit dem Nominativ Singular zusammengefallen.
Zur Endung -um(s) des Dativs und Instrumentals Plural -um(s) siehe den Abschnitt „Allgemeine Bemerkungen“ unter „Kasus“.
Zur Endung - uos(e) des Lokativs Plural siehe die Anmerkung zum Lokativ Plural der o-Stamm-Substantive.
Betonung. Im Dialekt werden auch ã·dgires „Pflanze Lycopodium Selago“, gūote „Pilz Hygrophorus“, šli·kšti·ne „Scheusal“, tá·rški·ne mit Akzentklasse I betont. Im Dialekt werden auch ãikšte || ēikšte, glēives, kē·de, lāime, lāisve, mēnte, srāige, tūlpe. mit Akzentklasse II betont.
Mit Akzentklasse III wird drō·bulē. betont.
Das Wort žūrke wird, mit Ausnahme des Nominativs und Genitivs Singular (žūrke·s), in allen anderen Kasus mit Akzentklasse I betont.
i-Stamm
Femininum
Singular
I II III IV V. Š. á·nkštis, ãnglis, širdis, ãusis K. á·nkšties, ãnglies, širdies, ãusies N. á·nkšči, ãnglei, širdžēi, ãusei G. á·nkšti, ãngli, širdi, ãusi Įn. á·nkšče, ãngle, širdže, ãuse á·nkštim (1. ret.), ãnglim (1. ret.), širdim (1. ret.), ãusim (1. ret.) Vt. á·nkšti·, ãngli·, širdi·, ãusi· á·nkštie (ret.), ãnglie (ret.), širdie (ret.), ãusie (ret.)
Plural
V. Š. á·nkštis~á·nkštys, ãnglis~ãnglys, širdis~širdys, ãusis~ãusys á·nkštės, ãngles, širdes, ãuses K. á·nkščių·, ãnglių·, širdžių·, ãusų· N. á·nkštim(s), ãnglim(s), širdim(s), ãusim(s) á·nkščūm(s), ãnglūm(s), širdžūm(s), ãusām(s) ãusīm(s)
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G. áṅkštis, ánglis, širdis, ausis áṅkštės, ánglės, širdės, ausės Instr. áṅkštim(s), ánglim(s), širdim(s), ausim(s) áṅkštum(s), ánglum(s), širdžum(s), ausum(s), áušum(s) Lok. áṅkšti·s, ángli·se, širdi·se, ausi·se áṅkščuos(e), ángluos(e), širdžuos(e), ausuos(e) áṅkšties(e), ánglies(e), širdies(e), ausuos(e), ausies(e)
Maskulinum
Singular Plural
Nom. dántis Nom. váǵis Nom./Akk. dántis~dantys, vá·gis~vagys dánti·s Gen. váǵies Dat. váǵei Gen. danties Akk. vá·ǵui Gen. dántu·, váǵu· Akk. dánče Dat. vá·ǵi Nom. dántim(s), váǵim(s) Nom. dánčiu Instr. váǵu váǵá·m(s) Gen. dánti váǵim (1. Form) Gen. dántis, váǵis Instr. dánčiu Lok. váǵi· váǵus dántim(1. Form) váǵie Instr. dántim(s), váǵim(s) Lok. dánti· Vok. váǵi váǵeis dántie váǵie (1. Form) Lok. dánti·se, váǵi·se Vok. dánti dántuos(e), váǵuos(e) dánti· dánties(e), váǵies(e) dántie (1. Form)
Anmerkungen. Deklination. Mit Ausnahme von dantį und vagį sind in der Mundart alle i-stämmigen Substantive Feminina. Früher gab es auch das maskuline pėti·s, doch inzwischen ist es, abgesehen von der Singular-Genitivform pėties, in den ia-Stamm übergegangen. Wie sich aus dem maskulinen Paradigma ergibt, gehen auch dantis und vagiu bereits in den ia-Stamm über: Viele Kasusformen des ia-Stamms sind in die Deklination dieser Wörter eingedrungen.
Der wichtigste Grund für den Übergang maskuliner i-stämmiger Substantive in den ia-Stamm ist die Vereinfachung des Deklinationssystems der Mundart. In der Mundart gibt es nur sehr wenige maskuline i-stämmige Substantive, während der ia-Stamm sehr zahlreich vertreten ist. Außerdem sind die Endungen einiger Kasus des ia- und des į-Stamms seit alters her in der Mundart zusammengefallen (z. B. Singular Nominativ, Akkusativ, Plural Genitiv und Akkusativ); nach ihrem Muster drangen auch die Formen anderer Kasus des ia-Stamms sehr leicht in die Deklination maskuliner i-stämmiger Substantive ein.
Endungen einzelner Kasus. Singular-Dativ. Seit alters her ist in der Mundart, wie auch im Litauischen (lk.), die Singular-Dativform femininer i-stämmiger Substantive aus dem io-Stamm entlehnt, die maskuliner aus dem ia-Stamm. Welche Endung die Mundart früher hatte, ist unklar. Auch die benachbarten žemaitischen Mundarten verwenden im Singular-Dativ heute Formen der ia- und io-Stämme (á·ke·, žóuse·, Papilė; duńču·, auše·, á·ve·, Kuršėnai).
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Singular Instrumental. In der Mundart sind, wie auch in vielen anderen litauischen Mundarten, in den Singular-Instrumental des i-Stamms Formen der ia- und io-Stämme eingedrungen. Die Instrumentalform des io-Stamms scheint bereits seit Langem auch in die femininen Substantive des i-Stamms eingedrungen zu sein, denn ihre Anfänge finden sich schon in den Schriften von Vilentas, einem nordwestlichen Hochlitauer aus Preußisch-Litauen. Dort begegnet neben der alten femininen Singular-Instrumentalform des i-Stamms, z. B.: ugnimi (Ev. 84), bereits, wenn auch selten, eine Form des io-Stamms, z. B.: akie (Ev. 183), Ischmincße (Ev. 168). Wann die Formen des ia-Stamms in den Singular-Dativ der maskulinen Substantive des i-Stamms einzudringen begannen, lässt sich nicht feststellen.
Singular Lokativ. Neben den alten Formen des i-Stamms begegnen entlang der gesamten Grenze zu Samogitien gelegentlich auch aus dem Samogitischen entlehnte feminine Formen des ē-Stamms, z. B.: ākie, pirtie usw. Hier ist, wie auch bei den Lokativformen anderer Stämme, charakteristisch, dass die phonetischen samogitischen Merkmale erhalten bleiben.
Singular Vokativ. Der Singular-Vokativ der femininen Substantive ist in der Mundart durch den Singular-Nominativ ersetzt worden. Beim Maskulinum wird neben den sehr selten gebrauchten alten Vokativformen des i-Stamms der Vokativ des ia-Stamms verwendet.
Plural Nominativ und Akkusativ. Neben den alten Formen begegnen entlang der gesamten Grenze zu Samogitien in femininen Substantiven gelegentlich auch aus dem Samogitischen entlehnte Formen des ē-Stamms [vgl. úntes, širdes (Nom. Akk.), Kuršėnai].
Plural Genitiv. In der Mundart behalten Wörter, die wie in 1k und anderen Mundarten aus konsonantischen Stämmen in den i-Stamm übergegangen sind, im Plural-Genitiv vor der Endung -u einen harten Konsonanten²⁴ bei, z. B.: āusu, dāntu, dūru, nōsu, šāknu, žāsu usw. Dieses Merkmal ist jedoch nicht mehr in allen Wörtern erhalten, die früher konsonantischen Stämmen angehörten; vgl. žūvu, nākču || nāktu.
Plural Dativ und Instrumental. Feminine Substantive des i-Stamms haben in diesen Kasus neben der alten Endung auch die Endung -um(s). Wörter, die aus konsonantischen Stämmen in den i-Stamm übergegangen sind, haben wie im Plural-Genitiv vor der Endung -um(s) dieser Kasus einen harten Konsonanten, z. B.: Plural-Dat. ausūms(s), dūrum(s), šaknum(s), ža:sūm(s); Plural-Instr. āusum(s), durum(s), šāknum(s) usw. Gelegentlich tritt jedoch bereits auch ein weicher Konsonant auf, z. B.: āusūm(s) (Dat.), dūrum(s) (Instr.).
Plural Lokativ. Neben der alten i-Stamm-Endung werden bei femininen Substantiven auch Formen mit -uos(e) verwendet (zur Herkunft siehe die Anmerkungen zum o-Stamm). Wie im Plural-Genitiv, -Dativ und -Instrumental bewahren aus konsonantischen Stämmen übergetretene Substantive auch vor dieser Endung gewöhnlich einen harten Konsonanten, z. B.: āusuos(e), dūruos(e) usw. Dasselbe Phänomen findet sich auch bei maskulinen Substantiven, z. B. dāntuos(e). Neben diesen beiden Plural-Lokativ-Endungen -i’s(e) und -uos(e) begegnen entlang der gesamten Grenze zu Samogitien gelegentlich auch aus benachbarten samogitischen Mundarten entlehnte Formen des ē-Stamms, z. B.: ākies(e), ā’nkšties(e) usw. Hier bleiben, wie auch bei anderen entlehnten Lokativformen, die phonetischen samogitischen Merkmale erhalten.
Akzentuierung. In der Mundart gibt es fast keine i-Stamm-Substantive der Akzentklasse II mehr. Erhalten geblieben ist noch das Wort „dūris ~ dūrys“. „ānglis ~ ānglis“ wird bereits auch nach Akzentklasse IV akzentuiert, ušnis nach II und IV.
24 Zum Übergang von Wörtern mit Wurzelkonsonantenstämmen in den i-Stamm siehe J. Kazlauskas, Lietuvių kalbos daiktavardžių linksniavimo sistemos paprastėjimas, Dissertation zum Kandidaten der Philologiewissenschaften, 48–59, Vilnius, 1958, Typoskript.
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u-, iu-Stamm
Singular
I II IV V. á·mžus, tūrgus, sō·džus, lī·tus K. á·mžaus, tūrg aus, sō·džaus, lī·ta us N. á·mžui, tūrgui, sō·džui, lī·tui G. á·mžu, tūrg u, sō·džu, lī·tu Įn. á·mžum, tūrgum, sō·džum, lī·tum á·mžu, tūrg u, sō·džu, lī·tu Vt. á·mžui, tūrgui, sō·džui, lī·tui Š. á·mžau, tūrgau, sō·džau, lī·tau
Plural
V.Š. á·mžei, tūrgai, sō·džei, lī·tai K. á·mžų', tūrgų', sō·džų', lī·tu· N. á·mžd·m(s), tūrgd·m(s), sō·džā·m(s), lī·tām(s) G. á·mžus, tūrgus, sō·džus, lī·tus Įn. á·mžeis, tūrgais, sō·džeis, lī·tais Vt. á·mžuos(e), tūrg uos(e), sō·džuos(e), lī·tuos(e)
Anmerkungen. Deklination. Der u-Stamm ist im Dialekt sehr selten; der iu-Stamm ist deutlich häufiger als der u-Stamm, aber dennoch nicht sehr häufig. Im Plural sind sowohl die u- als auch die iu-Stämme in die a- und ia-Stämme übergegangen.
Das aus einem Konsonantenstamm hervorgegangene žm·gus ist im Plural im Dialekt, wie auch in den anderen benachbarten hochlitauischen und niederlitauischen Dialekten, in den i-Stamm übergegangen: žmō·ni·s (Plural Nominativ), žmō·nim(s) (Plural Dativ) usw.
Als Rest des u-Stamms im Plural kann im Dialekt das aus dem Plural-Lokativ hervorgegangene Adverb pietuse genannt werden. Vom iu-Stamm im Plural gibt es keine Spuren mehr. Es wird angenommen, dass die u- und iu-Stammnomen im Plural in die a- und ia-Stämme übergingen, aufgrund der Analogie der zusammengefallenen Genitiv- und Akkusativformen im Plural der a-, ia- und u-, iu-Stämme25.
Auch im Singular der u- und iu-Stämme gibt es bereits Spuren eines Übergangs zu den a- und ia-Stämmen. Dazu gehört der Singular-Instrumental, der neben seiner alten Form bereits eine recht häufig vorkommende Form des a-, ia-Stamms aufweist (siehe Paradigmen). Diese Form ist inzwischen nicht nur im Šakynos-Dialekt, sondern auch in vielen anderen litauischen Dialekten verbreitet26. In einzelnen Fällen kannte sie bereits Vilentas, z. B.: sunu (Kat. 27).
Akzentuierung. Im Dialekt gibt es überhaupt keine u-Stammnomen der Akzentklassen I und III. lītus und sū·nus werden nach Akzentklasse IV akzentuiert; der Singular von žmō·gaus wird nach Klasse IV, der Plural nach Klasse III akzentuiert.
Im iu-Stamm gibt es keine Nomen der Akzentklassen III und IV.
25 Siehe J. Kazlauskas, Das Schwinden der (i)u-Deklination der Substantive. — Lietuvių kalbotyros klausimai, 2, 20—21, Vilnius, 1959.
26 Näheres dazu siehe J. Kazlauskas, a. a. O., Lietuvių kalbotyros klausimai, 2, 22—30, Vilnius, 1959.
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Konsonantische Stämme
Konsonantische Stämme sind im Dialekt ebenso wie in vielen anderen litauischen Dialekten²⁷ am stärksten vermischt.²⁸ Abgesehen von den Wörtern diktė und sesuva sind alle Substantive des Dialekts mit konsonantischen Stämmen männlichen Geschlechts. Feminine Wörter sind in den o-Stamm übergetreten, z. B.: āˑšmenas, pūtmenas „Lungen, Schwellung“, sēˑmenas, skūtmenas „Schabsel, Abschabungen“ usw.
Auch die Substantive männlichen Geschlechts mit konsonantischen Stämmen weisen kein einheitliches Deklinationssystem mehr auf. Sie alle, mit alleiniger Ausnahme des Wortes āˑkmenis || āˑkmuo, zeigen eine deutliche Tendenz zum Übergang in den ia-Stamm, werden aber fast alle auf ihre eigene Weise dekliniert, da bei manchen von ihnen mehr, bei anderen weniger Formen des ia-Stamms vorkommen. Eine ganz eigene Paradigmatik hat das Wort šuva.
Die Substantive āˑkmuo, vāˑnduo, Gen. Sg. āˑkmens, vāˑndens || vāˑndene... usw. haben in allen Kasus Nebenformen: Nom. Sg. āˑkminis, Gen. Sg. āˑkmina, vāˑndine, Dat. Sg. āˑkminui, vāˑndinui usw. Dasselbe Phänomen ist auch in den benachbarten žemaitischen und lettischen Dialekten zu beobachten, z. B. im kuršėniškischen Žemaitischen Gen. Sg. tēšmens, Dat. Sg. tēˑšminu „dem Euter“, Akk. Sg. tēšmini, ūndini „Wasser“; im Lettischen: akmins „Stein“, dibins „Boden“, tesmens „Euter“ (Bukaiši, Mežamuiza)²⁹.
Dieser Wechsel von in und en wird auf zweierlei Weise erklärt: K. Būga hält ihn für ein rein phonetisches Phänomen³⁰, während J. Kazlauskas in seiner Dissertation, gestützt auf Daten aus den litauischen Dialekten und alten Schriften sowie auf das Lettische und Alt-Slawische, ihn als Relikt von Substantiven mit n-Stamm deutet, die die schwache Stufe des Suffixes verallgemeinert haben³¹. In einzelnen Fällen können im Dialekt i und e vor n, m jedoch auch außerhalb konsonantischer Stämme wechseln, z. B. rēibinei || rēibene „Reibiniai, Dorf“, gimbūˑčei || gembūˑčei „Gimbūčiai, Dorf“, pāgimbūte || pāgembūte „Pagimbūtė, Feld im Dorf Reibiniai“ (die Beispiele wurden in der Umgebung von Skaistgirys aufgezeichnet).
Deklination der Substantive männlichen Geschlechts mit konsonantischen Stämmen
Singular Plural Nom. tēšmuo Nom. tēšmenei Gen. tēˑšmenē Gen. tēšmenų tēšmens tēšmenų Dat. tēˑšmenui Dat. tēšmenāˑm(s) tēšmenim(s) Akk. tēˑšmeni Akk. tēšmenus Instr. tēˑšmenu Instr. tēšmeneis tēšmenim(s) Lok. tēšmeniˑ Lok. tēšmeniuos(e) tēšmenie
²⁷ J. Senkus, Daiktavardžių priebalsinio kamieno linksniavimas kapsų ir zanavykų tarmėse. — Lietuvos TSR MA Darbai, Serija A 2 (7), Vilnius, 1959; J. Kardelytė, Daiktavardžių kait ymas Linkmenų tarmėje. — Lietuvių kalbotyros klausimai, 2, 172—176, Vilnius, 1959.
²⁸ Zu den Ursachen des Verschwindens der alten konsonantischen Deklination im Litauischen siehe ausführlicher J. Kazlauskas, Lietuvių kalbos daiktavardžių linksniavimo sistemos paprastėjimas, 4—10, Vilnius, 1958, Typoskript; J. Senkus, im genannten Artikel, S. 167—168.
²⁹ Žr. L. Bičolė, Mežamuizas izloksne. — Filologu biedrības raksti, XII, 12, 17, Rīga, 1932.
³⁰ K. Būga, Lietuvių kalbos žodynas, 1, 42, Kaunas, 1924.
³¹ J. Kazlauskas, Lietuvių kalbos daiktavardžių linksniavimo sistemos paprastėjimas, 61—63, Vilnius, 1958, Typoskript.
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Anmerkungen. Wie tašmuo werden flektiert: juosmuo, rāumuo, rīduo, stūomuo, ž̃elmuo. Das Substantiv ā̃šmenas || ā̃šmenei ist im Dialektgebiet männlichen und weiblichen Geschlechts. Als Maskulinum wird es ebenso wie tašmuo flektiert. Ebenso wird auch das Wort vānduo flektiert, nur wird es im Genitiv Singular auf der Wurzel betont: vā́ndens, wie auch in den benachbarten žemaitischen Dialekten (Kuršėnai, Papilė). Das Substantiv lĩemuo hat im Nominativ und Akkusativ Plural auch die alten Formen bewahrt: liemenis ~ liemenys || lĩemenei, liemenis || liemenįs; im Dativ und Instrumental Plural sind die alten Formen des konsonantischen Stamms häufiger: liemenim(s), lĩmenim(s), während die Formen des ia-Stamms seltener sind: liemenā́m(s), lĩmeneis. P̃iemuo, skĩemuo haben im Nominativ Plural nur die alten Formen piemenis ~ piemenys, skiemenis ~ skiemenys; im Dativ und Instrumental Plural hat pĩemuo neben den häufigeren alten Formen des konsonantischen Stamms auch seltenere Formen des a-Stamms: piemenim(s) || piemenā́m(s), pĩemeni̇m(s) || pĩemėnais. Im Akkusativ Plural wird neben dem häufigeren piemenįs auch piemenis verwendet.
Skĩemuo bewahrt im Dativ Plural die alte konsonantische Form: ski̇emenim(s); im Instrumental Plural begegnet neben der alten Form skĩemenim(s) auch die ia-stämmige Form skĩemeneis. Im Akkusativ Plural werden sowohl die konsonantische als auch die ia-stämmige Form verwendet: skiemenis || skieme-ni̇s. Im Lokativ Plural wird die ia-stämmige Form skĩemėnuos(e) verwendet.
Ākmeno ist, abgesehen vom Nominativ und Genitiv Singular, die jeweils benachbarte Formen aufweisen: ā̀kmuo || ā́kmins, ā́kmens || ā́kmina, in allen übrigen Kasus vollständig in den a-Stamm übergegangen, z. B. Dativ Singular ā́kminui, Nominativ Plural ā́kminai usw.
Mė́nuo ist, abgesehen vom Nominativ Singular, wie auch im Litauischen, in den ia-Stamm übergegangen.
Wie aus dem Paradigma und den Anmerkungen hervorgeht, ist die Flexion der maskulinen Substantive mit konsonantischem Stamm stark mit den ia- und teilweise mit den a-Stämmen vermischt. Die Formen des ia-Stamms drangen, so könnte man sagen, regelmäßig ein: Zunächst drangen Formen des i-Stamms in die konsonantischen Stämme ein; als dann maskuline Substantive des i-Stamms in den ia-Stamm überzugehen begannen, drangen die Formen dieses Stamms analogisch auch in die konsonantischen Stämme ein.
Das Eindringen von Formen des a-Stamms lässt sich durch die Analogie zum Genitiv Plural erklären, vgl. a-stämmiges bā́lnu- und konsonantstämmiges pĩemenu-; entsprechend entstehen auch weitere Pluralformen mit hartem Konsonanten: Dativ Plural piemenā́m(s), Instrumental Plural pĩemenais usw.32
Die Lokativformen im Singular tęšmenie, vā́ndenie sind, wie auch bei den i- und ia-Stämmen, aus dem Žemaitischen entlehnt.
Ganz eigentümlich wird im Dialekt ši̇va flektiert.
Singular
Plural
N.Sg. ši̇va G. šūnies D. šūnei (Šakyna, Dilbinai, Dameliai, Skaistgirys u. a.) šūnui (Skaistgirys) Akk. šūni Instr. šūnim (Šakyna, Dilbinai, Dameliai, Skaistgirys u. a.) šūnu (Skaistgirys) Lok. šūni šūnie
N.Pl. šūnis ~ šūnys G. šūni- D. šūnim(s) Akk. šūnis Instr. šūnim(s) šūneis (selten, Skaistgirys) Lok. šūnuos(e)
32 Vgl. J. Kazlauskas, Lietuvių kalbos daiktavardžių linksniavimo sistemos paprastėjimas, 31, Vilnius, 1958, maschinenschriftliches Manuskript.
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Somit wird šuva33 fast durchgehend nach dem ī-Stamm flektiert. Die Form des Singulars Dativs ist schwer zu erklären; wahrscheinlich ist sie jedoch aus dem Niederlitauischen entlehnt (vgl. das dounininkische šånei ~ šūnie der Einwohner von Papilė), wobei die niederlitauischen phonetischen Besonderheiten im Dialekt nicht beseitigt wurden (vgl. auch die entlehnten niederlitauischen Lokativformen). Dafür spricht auch die Tatsache, dass diese Form nur an der Grenze zum Niederlitauischen verwendet wird und weiter östlich (Skaistgirys) allmählich verschwindet. šūnei als Dativ Singular Femininum von *šuniai aufzufassen, ist wohl nicht möglich, denn abgesehen von den aus dem Niederlitauischen entlehnten und seltener verwendeten Lokativformen werden die Kasusformen der maskulinen und femininen Substantive im Dialekt selbst niemals vermischt.
Deklination der Substantive mit konsonantischem Stamm im Femininum
Singular Plural Nom. duktė, sesuva Nom. dukteris~dukterys, šešeris~šešerys Gen. dukters, sesers dukteres, šešeres duktės, seseries Gen. dukterų, šešerų Dat. dukterei, šešerei Dat. dukterim(s), seserim(s) dukterum(s), seserum(s) Akk. dukterį, šešerį Akk. dukteris, šešeris dukteres, šešeres Instr. duktere, šešere Instr. dukterim(s), seserim(s) dukterim(1.ret.) dukterum(s), seserum(s) Lok. dukteri, seseri Lok. dukteruos(e), seseruos(e) dukterie, seserie dukterie, seserie dukteries(e), seseries(e)
Anmerkungen. Die Nominativform des Singulars sesuva ist wahrscheinlich in Analogie zum Nominativ Singular des o-Stamms entstanden, weil „Schwester“ im Dialekt das einzige feminine Substantiv mit der Endung -uo war. Im Genitiv Singular beginnt sich beim Wort duktė bereits die ė-Stammform nach dem Vorbild des Nominativs Singular durchzusetzen. Im Lokativ Singular sowie im Nominativ, Akkusativ und Lokativ Plural kommen entlang der gesamten Grenze zum Niederlitauischen auch niederlitauische ė-Stamm-Endungen vor (vgl. das šešeres von Kuršėnai und dukteres, šešeres von Papilė). Zur Plural-Lokativform dukteruos(e), seseruos(e) siehe die Anmerkung zum Plural-Lokativ des o-Stamms.
Reflexive Substantive
Reflexive Substantive sind nicht sehr häufig. Im Dialekt weisen sie zwei Endungen auf, -is und -ies, z. B.: drà·skimd·sis || drà·skimd·sies, šà·udimd·sis || šà·udimd·sies. Die Herkunft der Endung -ies ist unklar. Manchmal, besonders an der Grenze zum Niederlitauischen, kommen auch rein niederlitauische Formen vor, z. B.: ãrdimo·s „Zorn, Sich-Raufen“ usw. Charakteristisch für den Dialekt ist, dass reflexive Substantive nicht flektiert werden: Für alle Kasus wird die Form des
33Zur Herkunft dieser Form siehe J. Kazlauskas, a. a. O., S. 64.
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Nominativs verwendet, z. B.: čė ša'udimā'sies nebūva girdēti „hier war das Sich-Beschießen nicht zu hören“; ōi tù kada, nòns usidārpsi us, ta. lō'jo'imā'sis „ach, du wirst irgendwann für dieses Sich-Anbellen büßen“; ka, tù pasistum su sava daužimā'sies „dass du dich mit deinem eigenen Sich-Prügeln vorwärtsbewegst“
Reflexive Substantive werden nicht nur im Šakynos-Dialekt, sondern auch in benachbarten Dialekten, z. B. im Dialekt von Kuršėnai und anderen, nicht flektiert.
DAS SUBSTANTIV IM ŠAKYNA-DIALEKT
А. П. ИОНАЙТИТЕ
Zusammenfassung
Der Artikel untersucht die Besonderheiten der Deklination der Substantive im Šakyna-Dialekt. Es werden folgende charakteristische Merkmale der Substantivflexion festgestellt:
1. Der Verlust des Duals. Anstelle des alten Duals wird im Dialekt der Plural verwendet, z. B.: dù ā'rklei ‚zwei Pferde‘, dù sù'nai ‚zwei Söhne‘, dvǫ gā'lvas ‚zwei Köpfe‘ usw. Reste des Duals sind im Akkusativ der Substantive mit den Stämmen auf a, ia erhalten geblieben, sofern diese Substantive zusammen mit den Zahlwörtern dù ‚zwei‘, àbu ‚beide‘, àbùdu ‚beide‘ stehen, z. B.: dù a'ǝRklu ‚zwei Pferde‘, àbu gàlu ‚beide Enden‘.
2. Die Kasusendungen der Substantive des Dialekts sind im Wesentlichen dieselben wie die Kasusendungen der entsprechenden Stämme der Literatursprache; im Dialekt haben sie jedoch eine phonologische oder morphologische Kürzung erfahren. Einige Kasusformen sind mit den Formen benachbarter žemaitischer Dialekte identisch, z. B.: der Lokativ Singular der Diminutivsubstantive mit dem Suffix —ukas: da'fàikuo ‚im Gärtchen‘, ǫuodėžiuo ‚im Töpfchen‘; der Lokativ Singular der Substantive mit Stämmen auf ia, i und auf einen Konsonanten: gėr'ioie ‚im Graben‘, dántie ‚im Zahn‘, vǫndenie ‚im Wasser‘; der Lokativ Plural der i-Stamm-Substantive: àkies(e) ‚in den Augen‘, dánties(e) ‚in den Zähnen‘; der Nominativ und Akkusativ Plural der femininen i-Stamm-Substantive: Nom. ā'kes, Akk. àkes ‚Augen‘, àuses ‚Ohren‘. Als žemaitischen Einfluss sollte man wahrscheinlich auch das Eindringen von Lokativformen maskuliner Substantive in den Lokativ Plural femininer Substantive erklären: àusios(e) ‚in den Ohren‘, šàkuos(e) ‚in den Ästen‘, žō'lios(e) ‚im Gras‘.
Dem Dialekt sind auch Dativ- und Instrumentalformen im Plural aller femininen Stämme mit der Endung —um(s) eigen: bǫ'bum(s) ‚den Großmüttern und mit Großmüttern‘, gė'rum(s) ‚den Kranichen und mit Kranichen‘, ā'nkšćum(s) ‚den Schoten und mit Schoten‘ usw. Die Herkunft dieser Formen ist unklar. Nach Ansicht der Autorin könnten diese Formen analogisch entstanden sein
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aus der Instrumentalform des Pronomens kas ’wer, was’, kum? ’mit wem, womit’, die mit dem Instrumental Plural femininer Substantive gebraucht werden kann, z. B. sù, kum? su mĕrgom(s) ’mit wem? mit den Mädchen’> sù kum?—su mergum(s).
3. Die Stämme der Substantive im Dialekt sind dieselben wie in der Literatursprache; es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass nicht alle Stämme im Dialekt gleich gut erhalten geblieben sind. Am besten erhalten sind die Stämme a, ia, o, io, ē sowie feminine Substantive des Stammes i, z. B.: ākis ’Auge’. Maskuline Substantive des Stammes i sind fast vollständig zum Stamm ia übergegangen. Substantive des Stammes u (iu) sind im Plural zu den Stämmen a, ia übergegangen, z. B.: sū’nai ’Söhne’, sō’džei ’Dörfer’. Am schlechtesten erhalten sind im Dialekt die Substantive mit konsonantischem Stamm. Fast jedes Wort mit konsonantischem Stamm wird im Dialekt unterschiedlich dekliniert, da unterschiedlich viele Formen von Substantiven des Stammes ia (manchmal auch a) in das Deklinationssystem jedes einzelnen Wortes eingedrungen sind.
Wenn der Stamm eines einzelnen Substantivs nicht mit dem Stamm des entsprechenden Substantivs der Literatursprache übereinstimmt, stimmt er fast immer mit dem Stamm des entsprechenden Substantivs in den žemaitischen Dialekten und oft auch mit dem des lettischen Substantivs überein.
4. Reflexive Substantive werden im Šakyna-Dialekt ebenso wie in den benachbarten žemaitischen Dialekten (z. B. in Kuršėnai) nicht dekliniert.
5. Mit Ausnahme einiger im Artikel genannter Ausnahmen weisen die Substantive im Dialekt dieselben Akzentparadigmen auf wie in der Literatursprache.