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Kai kurie nauji žemaičių dounininkų tarmių fonetikos dalykai

B. Rokaitė

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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, IV LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA EINIGE NEUE PHONETISCHE BESONDERHEITEN DER ŽEMAITISCHEN DONININKAI-DIALEKTE B. ROKAITĖ I. Akzent und Intonation in den nördlichen küstennahen žemaitischen Dialekten1 1. Akzent § 1. a) Der Dialekt von Mosėdis weist Hauptakzente – den ursprünglichen und den zurückgezogenen –, Nebenakzente – den zurückgezogenen, den verlagerten und den finalen – auf, die auch für andere žemaitische Dialekte mit allgemeinem Akzentückzug charakteristisch sind2. b) Die Stärke der zurückgezogenen Akzente im beschriebenen Dialekt ist dieselbe wie in anderen žemaitischen Dialekten3. Der verlagerte Akzent unterscheidet sich im Dialekt vom verlagerten Akzent anderer žemaitischer Dialekte sowohl durch seine Stärke als auch durch seine Position und insbesondere durch die Variation der Intonationen; deshalb wird er hier ausführlicher analysiert. § 2. a) Den Nebenakzent auf einer verlagerten Silbe erhalten im Dialekt: a) Lange nachtonige Silben: klùmpė ~ klùmpiai „Holzschuhe“, mònė ~ mãnie, šãukùo ~ šãukoja „sie rufen“, vėžãm ~ vėžame, aplinkộu ~ aplinkuo „ringsherum“. Da alle langen nachtonigen Silben einen verlagerten Akzent erhalten, haben Wörter häufig mehrere verlagerte Akzente: pármùokiejė ~ pérmokėjai, kùovarnė ~ kóvarniai „Saatkrähen“, pársėldaukėm ~ pérsilaukėme „wir haben auf etwas gewartet“. 1 In diesem Abschnitt werden charakteristische Fälle von Akzent und Intonation in den nördlichen küstennahen Donininkai-Dialekten beschrieben. Als Grundlage diente der Dialekt der Kleinstadt Mosėdis (und der umliegenden Dörfer Naujočkai, Šaukliai, Įgariai, Bakščiai, Nevočiai, Miesto Kalniškiai und Šerkšniai), die im nordwestlichen Winkel der Litauischen SSR im Kreis Skuodas, 13 km südlich des Kreiszentrums liegt. Dieser Dialekt unterscheidet sich hinsichtlich Akzent und Intonation kaum von den anderen nördlichen küstennahen Donininkai-Dialekten; siehe J. Aleksandravičius, Akzent und Intonation des Dialekts von Kretinga. — „Lietuvių kalbotyros klausimai“, 1, 97—106, Vilnius, 1957. In der Arbeit wird die phonetische Transkription verwendet, die im „Programm zur Sammlung von Materialien für den Atlas der litauischen Sprache“, 2. Aufl., Vilnius, 1956, angegeben ist; lediglich die Länge von betontem e, o (<i, u) und ū mit fallender oder gleichbleibender Intonation wird nicht markiert: Sie wird durch das Intonationszeichen angezeigt (pẽlns~pìlnas, kìmb~kìmba). Bei Diphthongen mit betonter sekundärer gleichbleibender Intonation werden beide Komponenten als halblang gekennzeichnet (rõ.n.kà~rankà), obwohl die erste Komponente etwas länger als die zweite ausgesprochen wird. 2 Siehe V. Grinaveckis, Der Akzent in den nordwestlichen Donininkai-Dialekten. — „Lietuvių kalbotyros klausimai“, 1, 109—117, Vilnius, 1957. 3 Siehe V. Grinaveckis, Phonetische Besonderheiten der nordwestlichen Donininkai-Dialekte und ihre Entwicklung (im Folgenden: Phonetische Besonderheiten der Švdt). — „Vilniaus Valst. pedagoginio instituto (im Folgenden VVPI), Mokslo darbai“, 11, § 10—26, Vilnius, 1960. 141 β) Eine kurze Silbe zwischen Silben mit Haupt-altakzent und Neben-nachverlagertem Akzent in einer langen Silbe: àtnesė ~ ãtnesei, mintova ~ mintuvai, pàkūrams ~ pàkuramas ‘zum Heizen’, kálnėskė ~ kalniškiai ‘am Berg wohnende Menschen’, òšpakalis ~ užpakalis. Wenn auf den Haupt-altakzent in der Mundart nur kurze Silben folgen, sind sie alle unbetont: ãtnesė ~ ãtnesė, mintuvus ~ mintuvus. γ) Die Vokale a, e, ę, ǫ < a, e, i, u (siehe § 10). b) Der nachverlagerte Akzent ist in der Mundart besonders stark. Der stärkste nachverlagerte Akzent tritt in Wörtern auf, die den Haupt-altakzent auf einer kurzen Silbe haben: dàba ~ dàbar ‘noch’, šòkàm ~ šùkame, mãžàsis ~ mãžasis, įjūdėna ~ judino. Liegt der Haupt-altakzent auf einer langen Silbe, ist der nachverlagerte Akzent etwas schwächer, aber deutlich hörbar: lýtùoc ~ lýtotas ‘regnerisch’, nukalniòu ~ nùkalniu ‘talwärts’, vėikė ~ vėikiai ‘schnell’. Gibt es in einem Wort mehr als einen nachverlagerten Akzent, ist der stärkste von ihnen der letzte oder der am Wortende stehende: ekietęverbalìs ~ ekėtvirbalis, mąsùoju ~ mūsuoju ‘dem Unseren’. c) Der Neben-nachverlagerte Akzent kann bis zu vier Intonationen aufweisen: kurz, gebrochen, primär fortlaufend und in einzelnen Fällen mittel (Näheres dazu siehe §§ 6, 7c, 10, 12). § 3. Im Allgemeinen sind alle Wörter der Mundart betont; beim Sprechen werden jedoch einsilbige Wörter meist an betonte Wörter angelehnt. Als Proklitika und Enklitika fungieren in der Mundart Konjunktionen, Präpositionen, Adverbien und Pronomen, z. B.: dàbà pàkòše | uo_jau_aštùnta varàu ~ dabar ‘noch’ pàkašu ‘ich gehe los’, o jau aštunta varau ‘ich gehe’; a_kõžna vàkara važiūji pri_mãmā ~ ar kožną ‘jeden’ Abend fährst du zu Mama; ka_bòva lėgiondėnė | e_pradėjo tus_làiskus làidîte ~ als sie im Krankenhaus war, begann sie, diese Briefe zu verschicken; uo_dėlku deshalb will er/sie nicht fahren; kūo_ce pìkst ont_vàka ~ worüber ärgerst du dich hier über das Kind. 2. Der Akzent § 4. Die Mundart weist folgende Akzente auf: Kurzintonation (˘), Stoßintonation (˄), primäre und sekundäre Fortdauerintonation (ˇ), fallende Intonation (ˊ) und mittlere Intonation (ˋ)4. Kurzintonation. § 5. a) Die Kurzintonation kommt, wie auch in anderen žemaitischen Mundarten mit zurückgezogenem Akzent, in kurzen Silben vor, die aus den Vokalen a, e, i, u, ę, ǫ bestehen, und zwar in folgenden Fällen: α) in einsilbigen Wörtern: kàs, nẽs, rẽs ~ ris, lõps ~ lùps (ebenso in Wörtern, die auch in der Mundart einsilbig geworden sind: làps ~ lùpas, rẽc ~ rėtas, sòh ~ sùka, žėb ~ žiba); β) mit zurückgezogenem Akzent betont: àkmõu ~ akmuõ, svẽtės ~ svečiais, pìli ~ pilì, lùpì ~ lupi, kẽtė ~ kiti, lõpò ~ lupù; 4Hinsichtlich der Intonation unterscheidet sich die beschriebene Mundart von den übrigen žemaitischen Mundarten vor allem durch die Kurzintonation des Hauptakzents (des alten Akzents) in Wörtern mit verlagertem Akzent (§ 5b), die primäre Fortdauerintonation auf e, o< i, u (§ 9), die Kurzintonation des sekundären verlagerten Akzents (§ 6), die Stoßintonation (§ 7c) sowie die primäre Fortdauerintonation (§§ 10–12) und die steigende Intonation des zurückgezogenen Akzents (§ 14); vgl. V. Grinaveckis, Švdt fonetinės ypatybės, §§ 45–93. Hier werden die genannten Fälle der Intonationsaussprache ausführlicher beschrieben. 142 γ) mit sekundärem Endakzent betont: mẽr.gà ~ mergà, kàtės ~ katės, vìnis ~ vinis (Pl. Gen.), gã.i.dùs ~ gaidžius, pẽ.r.štų ~ pirštų. b) Mit Kurzintonation werden in der Mundart a, e gesprochen, die den im Litauischen standardsprachlichen zirkumflektierten a, e entsprechen, in zwei- und mehrsilbigen Wörtern mit verlagertem Akzent, z. B.: làpė ~ ląpei, žádám ~ žádame, ràšòm ~ ràšant, kàtė ~ kàtei; nẽšęs ~ nẽšinas, kėlõu ~ kėliau ‘keliui’, sènė ~ sėnei, vėdėns ~ vėdinas. § 6. In der Mundart kann auch eine kurze Silbe Kurzintonation erhalten, wenn sie den verlagerten Akzent bekommt (vgl. § 2a), z. B.: dėdėlė ~ dideliai, išnešiau ~ išnešiau, kàtėnų ~ kàtinų ‘katinui’, lópėtą ~ lópėtai, óndėnėi ~ vandenie ‘vandeniui’, pàvedai ~ pavėdžiau, sèšerėi ~ sèserie ‘seseriai’. Eine kurze Silbe erhält unter denselben Umständen auch in anderen dounininkai-Mundarten den verlagerten Akzent (und die Kurzintonation), etwa: pàžastė ~ pažastiai, kòbėlõu ~ kūbilu ‘kubilu’ (Grūšlaukė), šòlinė ~ šūlinėje (Kulai I, Raj. Skuodas), àpkaklėms ~ àpkaklėms ‘apikaklėms’ (Seda), òždòralis ~ užduralis ‘vieta už durų, kiemas’ (Alsėdžiai), pàvakarė ~ pavakarė (Gadūnavas, Raj. Telšiai). Stoßintonation. § 7. Die Stoßintonation entspricht dem litauischen Akut; mit ihr werden in der Mundart, wie auch mit dem litauischen Akut, lange Vokale und Diphthonge gesprochen, z. B.: lìkst ~ lygsta, lùpa ~ lūpa, šlūta ~ šluota, tiẽls ~ tėvas. Außer in dem genannten Fall werden in der Mundart mit Stoßintonation außerdem gesprochen: a) Sekundäre Diphthonge, die aus a, e, ę, ǫ + l, m, n, r, i, u infolge der Kürzung der Endung entstanden sind, z. B.: stàls ~ stālas, šlàm ~ šlāma, tvàns ~ tvānas ‘potvynis’, gārs ~ gāras, kẽl ~ kẽla ‘kelia’, sēm ~ sēma ‘semia’, sēns ~ sēnas, kẽrs ~ kẽras, pẽl ~ pila, žẽls ~ žilas, vežẽms, ~ vežimas, mẽn ~ mina, kòl ~ kūla ‘kulia’, stòm ~ stūma ‘stumia’, kòr ~ kūra ‘kuria’, klẽus ~ klėvas, lẽi ~ lėja ‘lieja’. Anstelle der Stoßintonation der Mundart werden a, e in diesem Fall im Litauischen mit Zirkumflex, i, u dagegen mit Kurzintonation gesprochen, da sie im Litauischen mit den Konsonanten zu verschiedenen Silben gehören. b) Lange Silben in den Personenendungen der Verben (anstelle der litauischen Zirkumflexintonation), z. B.: radāu ~ radāu, skaitāu ~ skaitāu, žẽnā ~ žinai, nešẽ ~ nešėi, rašẽs ~ rašys, skaitīs ~ skaitys; ebenso die 3. Person des Futurs (anstelle der litauischen Kurzintonation), z. B.: lìs ~ lŷs ‘lis’, gīs ~ gŷs ‘gis’, būs ~ būs ‘bus’, džūs ~ džiūs ‘džius’, lūš ~ lūš ‘luš’. c) Lange Silben, meist mit verlagertem Akzent, z. B.: brõngė ~ brāngiai, dáilė ~ dailiai, dẽrbā ~ dirbai, šūokā ~ šōkai, tīlēm ~ tyliame ‘tylime’, vàkõu ~ vaikuo ‘vaikui’, pàbẽngė ~ pabengė ‘pabaigė’, pàplūotis ~ paplotis ‘paplotis’, àprùmba ~ āprumbą ‘sijono juosmenį’, pàršūove ~ pāršovė, pavàlgìsi ~ pavalgysi, mùosiedie ~ Mósėdėje ‘Mosedyje’, plāukiuosēm ~ plaukiosime, ràtpiedē ~ rātpėdžiai ‘stipinai’, sòt rēnkies ~ sutrenkės ‘susitrenkė’, vàkščiuodams ~ vaikščiodamas. d) Die Vokale a, e in lautmalerischen Wörtern, z. B.: màkt ~ mākt, bākst ~ bākst, bāpt ~ bāpt, klẽpt ~ klēpt. Primäre Fortdauerintonation. § 8. Die primäre Fortdauerintonation entspricht dem litauischen Zirkumflex und kommt in der Mundart in denselben Fällen vor wie der litauische Zirkumflex, z. B.: kùods ~ kuōdas, mālė ~ mālo ‘malė’, rūktė ~ rūkti, sėgė ~ sėgė, tīsti ~ tįsti, trūmps ~ trūmpas, tẽršč ~ tirštas. 143 Wie auch in einigen anderen žemaitischen Dialekten werden hier mit diesem Akzent die Vokale a, e ausgesprochen (anstelle der kurzen Vokale der 1. Akzentklasse): a) in den Präfixen von Verben und in ursprünglichen Infinitiven, z. B.: ãtvėdė ~ àtvėdė, nėlęs ~ nelesa, lākte ~ lākți, vėšte ~ vėšti. b) in Possessivpronomen: tãvo ~ tàvo, sãvo ~ sàvo. c) im Suffix von Adjektiven im Komparativ steht der Vokal e (außer in dem Fall, in dem e infolge regressiver Vokalassimilation verengt und mit mittlerem Akzent ausgesprochen wird, siehe § 15 c), z. B.: jaunėsne ~ jaunėsne, mažėsne ~ mažėsne. § 9. Mit ursprünglichem fortlaufendem Akzent werden im Dialekt die Vokale ę, ǫ ausgesprochen, wenn sie mit dem Haupt- bzw. altererbten Akzent betont sind und den kurzen, mit kurzem Akzent gesprochenen Vokalen i, u der 1. Akzentklasse entsprechen. Solche ę, ǫ kommen in Wörtern ohne zurückverlagerten Akzent vor, z. B.: lėpa ~ lipo, kėba ~ kibo, šešėra ~ iširo, nutėka ~ nutiko ‚geschah‘, palėka ~ paliko, pražėla ~ pražilo, snėga ~ snigo, blėzgė ~ blizgė, nudrėškęs ~ nudriskęs, kėštė ~ kišti, rėštė ~ rišti, abūdo ~ abūdu, adbōka ~ atbuko, bōva ~ buvo, pōva ~ puvo, šōta ~ siūto, dōgnos ~ dūgnas, smōkte ~ smukti. Der ursprüngliche fortlaufende Akzent der Vokale ę, ǫ ist, wie bei a, e, aus dem kurzen Akzent hervorgegangen, als diese Vokale sich zu langen dehnten. In anderen žemaitischen Dialekten sind ę, ǫ in diesem Fall halblang und werden mit mittlerem Akzent gesprochen. § 10. Der ursprüngliche fortlaufende Akzent kann im Dialekt auch bei Silben auftreten, die lang gesprochen werden und einen zurückverlagerten Akzent tragen5. Der ursprüngliche fortlaufende Akzent bei zurückverlagertem Wortakzent wird wie folgt ausgesprochen: 1. Anstelle des altererbten fallenden Akzents: a) in der Wurzel: àtkàlte ~ àtkalte ‚Abtragung‘ (: kalti ‚hauen‘), ėžgóustis ~ išgąstis (: išsigąsti ‚erschrecken‘), pašárdis ~ pašardis (: žaizdas ‚Wunde‘), pagrūóvis ~ pagrūovis (: griovi ‚Graben‘), paláukis ~ paliaukis (: liaukos ‚Drüsen‘), patálkis ~ patalkis (: talką ‚Gemeinschaftsarbeit‘), pavėržis ~ paviržis (: vi̇ržti ‚geben‘), paláukė ~ Pàlaukė (Dorf im Rajon Skuodas) (: laukás ‚Feld‘), pərlėke ~ pérėkė (: lėkti ‚fliegen‘); b) in den Suffixen: rūkštinė ~ rūgštynė ‚Sauerampfer‘, nūotrine ~ nōtrynė, rūpūže ~ rūpūžė, pąrąmbūotis ~ Pàrambuotis (Ackerfläche in der Umgebung von Mosėdis) (: Rambuòtis ‚Familienname‘); c) in der Endung des ersten Gliedes: gėrūoje ~ gėrojo, gėrōji ~ gėraji, mažūosės ~ mažosios, mažōje ~ mažąją. 2. Anstelle des altererbten steigenden Akzents: a) in der Wurzel: pàmūote ~ pāmotė (: motė ‚Mutter‘), pàtėvis ~ pātėvis (: tėvas ‚Vater‘), pàlūpis ~ pãlūpis (: lūpa ‚Lippe‘), pàšėnis ~ pašienis (: šiena ‚Heu‘), pàšūostė ~ pašostė (: šostas ‚Wärmflasche‘), pòšpūrė ~ pùspūrė (: pūras ‚Scheffel‘); b) im Suffix: pēiškūne ~ Paeiškūnė (Dorf im Rajon Skuodas) (: der Fluss Eiškūnas, Rajon Skuodas); c) in der Endung des ersten Gliedes: gėrājė ~ gērajai, pėrmōjuoju ~ pirmuojuoju ‚dem ersten‘, mūsōjuoju ~ mūsųoju ‚dem unseren‘ (Grūšlaukė); dėrbōntūosiems ~ dirbančiosioms, dėrbōntējė ~ dirbantieji, ētōntējė ~ ēinantieji (Kretinga)6. 5 Silben mit zurückverlagertem Akzent und ursprünglichem fortlaufendem Akzent werden auch in anderen donininkai-Dialekten so ausgesprochen. Bei der Beschreibung wurde auf Beispiele aus dem Material der Dialekte von Grūšlaukė, Kartena, Kulai I km. (Rajon Skuodas), Seda und Alsėdžiai zurückgegriffen, das sich in den dialektologischen Sammlungen des Instituts für litauische Sprache und Literatur befindet. Der Ort wird nur dann angegeben, wenn die Aussprache im Dialekt von Mosėdis abweicht. 6 Vgl. J. Aleksandravičius, Kretingos tarmės veiksmažodis. — „VVPI Mokslo darbai“, 8, 138, Vilnius, 1959. 144 3. Bei a, e, ė, o < a, e, i, u: a) im Nominativ Singular der pronominalen Formen: gėrãsis ~ gėrasis, mažãsis ~ mažasis, pàštarãsis ~ paštarasis, pėrmãsis ~ pirmasis, mònãsis ~ manasis; b) in präfigierten und zusammengesetzten Wörtern: àpkãklė ~ ãpkaklė ‚Kragen‘, àpnãšris ~ ãpnašris, pàvakàrė ~ pavakarė, pàrsãkė ~ pėrsakė, pàrdarė ~ pėrdarė ‚überstrich‘, pàréję ~ pėrėjo, pùsesėrė ~ puseserė, pùšmėrgėlė ~ pušmergelė, pàrė.sa ~ pėrišo, pàrlė.pa ~ pėrlipo, pàršp.ka ~ pėrsuko (ebenso in Wörtern mit dem Suffix -alis: ǫždùralis ~ užduralis, ekietvėrbàlis ~ ekėtvìrbalis, òšpãkãlis ~ užpakalis); c) in den Verbalsuffixen -av-, -in-, -ij-, -ur-: baltãva ~ baltavo, òugãva ~ úogavo, jọdėna ~ judino, èšmalagėna ~ išmalagino, paklàbėna ~ paklàbino, vàrgė.na ~ vargino, kãulė.je ~ kaulijo, gràjėje ~ grąžijo, sovìtõ.ra ~ suvyturo ‚wickelte ein‘. § 11. Die Fälle, in denen der zurückgezogene Akzent in der Wortwurzel liegt7 und einen ursprünglichen Zirkumflex aufweist, treten am deutlichsten im Flexionsparadigma hervor: Singular Plural N. pãtàlkis ~ pãtalkis pãtàlkė ~ pãtalkiai G. pãtàlkė ~ pãtalkio pãtàlkų ~ pãtalkių D. pãtàlkõu ~ pãtalkiuo pãtàlkėms ~ pãtalkiams A. pãtàlkį ~ pãtalkį pãtàlkùs ~ pãtalkius I. pãtàlkõ ~ pãtalkiu pãtàlkės ~ pãtalkiais L. pãtàlkie ~ pãtalkėje pãtàlkùs ~ pãtalkiuose Substantive femininen Geschlechts haben den zurückgezogenen Akzent mit ursprünglichem Zirkumflex auch im Nominativ Plural (vgl. pãmõtes ~ pãmotės, pàšùostės ~ pašùostės). Liegt der ursprüngliche Zirkumflex auf den Vokalen a, e, o (àpnãšris ~ ãpnašris, šùlėnė ~ šùlinė, àpõšė ~ apušė), so erhalten die Formen des Instrumentals Singular und des Akkusativs Plural keinen zurückgezogenen Akzent, z. B.: Singular Plural N. àpkãklė ~ ãpkaklė àpkãklės ~ ãpkaklės G. àpkãklės ~ ãpkaklės àpkãklų ~ ãpkaklių D. àpkãklė ~ ãpkaklei àpkãklėms ~ ãpkaklėms A. àpkãklę ~ ãpkaklę àpkãkles ~ ãpkakles I. àpkãkle ~ ãpkakle àpkãkliems ~ ãpkaklėmis L. àpkãklie ~ ãpkaklėje àpkãklės ~ ãpkaklėse Im Paradigma der pronominalen Formen, die den ursprünglichen Zirkumflex des zurückgezogenen Akzents am Ende des ersten Gliedes aufweisen, wird dieser in folgenden Kasus ausgesprochen: Nominativ Singular Maskulinum (ursprünglicher Zirkumflex auf a), Genitiv, Akkusativ sowie Akkusativ Singular und Nominativ Plural Femininum, z. B.: 7Bei Wörtern mit zurückgezogenem Akzent im Suffix steht der ursprüngliche Zirkumflex des zurückgezogenen Akzents in denselben Kasus wie bei Wörtern mit zurückgezogenem Akzent in der Wurzel. 10. Kalbotyros klausimai, IV 145 Einzahl V. geràsis ~ gẽrasis geróji ~ geróji K. gerũoje ~ gẽrojo gerũosės ~ gerõsios N. gerõjûu ~ gẽruoju gerãjë ~ gẽrajai G. gerõji ~ gẽraji gerõję ~ gẽrają Įn. gerõjo ~ gerúoju gerõje ~ gerãja Vt. geramẽje ~ geramẽje gerũjoje ~ gerõje Mehrzahl V. gerẽje ~ gerẽji gẽrũosės ~ gerõsios K. gerũjų ~ gerũjų gerũjų ~ gerũjų N. gerẽsėms ~ gerẽsiems gerũosėms ~ gerõsėms G. gerũsus ~ gerũsius gerũoses ~ gerõsias Įn. gerãsės ~ geraisiais gerũosiėms ~ gerõsėmis Vt. gerũsūs ~ gerũsiųse gerũosėse ~ gerõsėse In den Mundarten von Kretinga und Grušlaukė tritt der ursprüngliche fortlaufende Akzent am Ende des ersten Bestandteils des verschobenen Akzents auch anstelle des alten stoßenden Akzents auf (vgl. § 10). § 12. a) Der fortlaufende Akzent des verschobenen Akzents in von Natur aus mit fallendem Akzent versehenen Silben ist in den Dounininkai-Mundarten zweifellos aus alter Zeit bewahrt worden, ebenso wie der fortlaufende Akzent des zurückgezogenen Akzents (siehe § 13) und der geschobene Akzent (siehe § 14). b) Die fortlaufende Intonation in ursprünglich akutierten Silben mit zurückgezogenem Akzent kann in vielen Fällen durch Metatonie entstanden sein, vgl. pašùostę ~ pašostė und litauisch pasõstė: sóstas. c) Endsilben mit zurückgezogenem Akzent haben stets die gebrochene Intonation. d) Liegt der ursprüngliche Hauptakzent auf einer langen Silbe, so sind die Vokale ę, ǫ mit zurückgezogenem Akzent halblang und werden mit mittlerer Intonation ausgesprochen: várgę.na ~ várgino, kaũlę.je ~ kaũlijo, páršǫ.ka ~ pérsuko; liegt der ursprüngliche Hauptakzent hingegen auf einer kurzen Silbe (die aus den Vokalen a, e, ę, ǫ oder i, u besteht), so sind die genannten Vokale mit zurückgezogenem Akzent lang und werden mit fortlaufender Intonation ausgesprochen: sǫšlà-pėna ~ sušlapino, ápǫšė ~ ápūšė. Sekundäre fortlaufende Intonation. § 13. Diese Intonation weisen nur lange vorletzte Silben mit zurückgezogenem Akzent auf, wenn die Endung kurz ist, z. B.: gõ.r.bė ~ gurbė ‚im Hühnernest‘, kẽ.ž.i.mė ~ kiemė, kél.i.n.tà ~ kelintą, pàbõ.n.gà ~ pabangą ‚Ende‘, prìgì.m.tà ~ prigimtą ‚angeboren‘, sù.n.ki ~ sunki, šã.u.kǫ ~ šaukiu ‚ich rufe‘, tùorà ~ torà ‚Zaun‘. Stoßintonation. § 14. Wörter mit zurückgezogenem Akzent haben Stoßintonation. Mit ihr werden ursprünglich akutierte Vokale und Diphthonge ausgesprochen, z. B.: aukštã ~ aukštai, gálvą ~ galvą, jáunų ~ jaunų, káltną ~ kaltinai, káilėnė ~ kailiniai, kūokį ~ kokį, pláuką ~ plaukai, plúonų ~ plonų, pėmdėlė ~ pemdėlė, sélpnin ~ silpnyn, stúorās ~ storais, žiobėlės ~ obelės, žáltīs ~ žaltys. Mittlere Intonation. § 15. Mit mittlerer Intonation werden im Dialekt ausgesprochen: a) Vokale und Diphthonge mit zurückgezogenem Akzent, der aus einer zirkumflektierten Endung auf die zirkumflektierte vorletzte Silbe zurückgezogen wurde, z. B.: dọ.ubė ~ duobė, lá.ukū ~ 146 laukų, kȯ.rtȯs ~ kurtȯs ‚Taube‘, mã.žãs ~ maišais, vã.rlȯ ~ varlė, žvã.igždė ~ žvaigždė. b) Vokale und Diphthonge mit zurückgezogenem Akzent in der drittletzten oder einer noch weiter vom Wortende entfernten Silbe mehrsilbiger Wörter (außer in dem Fall, in dem diese Vokale oder Diphthonge von Natur aus zirkumflektiert sind, vgl. § 14), z. B.: liežuvìs ~ liežùvius, rėištȯvȯs ~ riestuvùs, šaldėnùs ~ saldinių, dùmblėna ~ dumblina, rù.kštėnȯ ~ rūgštinių, šàukȯntȯs ~ šaukànčios ‚rufende‘, brãuktȯvė ~ brauktuvė. c) Von regressiver Vokalassimilation beeinflusste e, i, u, die den ursprünglichen Akzent tragen, z. B.: kėlì ~ kėli, pìeti ~ pėti, mù.sis ~ mùsys ‚Fliegen‘, vì.nis ~ vynys, aber: kėlė ~ kėlio, pėte ~ pėčio ‚des Fußes‘. II. Veränderungen der Diphthonge an, en (> lit. ą, ę, a, e) in den nördlichen Dounininkai-Dialekten § 16. Die alten Diphthonge an, en, aus denen lit. ą, ę hervorgingen, wurden in allen nördlichen Dounininkai-Dialekten zu ǫ, ę; diese sind im Laufe der Zeit an einigen Orten dieses Gebiets diphthongiert und zu ǫu, ęi geworden. Diphthonge ǫu, ęi dieses Ursprungs finden sich bei den nördlichen Dounininkai an der Küste (Skuodas, Mosėdis, Ylakiai, Salantai8, Grūšlaukė, Darbėnai) und im nordöstlichen Winkel des Dounininkai-Gebiets (Klykoliai, Viekšniai, Akmenė, Papilė)9. § 17. a) Im genannten Gebiet kommen die Stammdiphthonge ǫu, ęi, die lit. ą, ę entsprechen, sowohl betont (mit Anfangs- oder Endbetonung) als auch unbetont vor, z. B.: α) mit ursprünglicher Hauptbetonung: kȯunsis ~ kąsnis, ǫužȯuls ~ ąžuolas, žȯusla ~ žąslai, galȯustė ~ galąsti; drȯusė ~ drąsiai (Klykoliai); spȯusla ~ spąslai „Fallen“, ǫušȯs ~ ąsas „Haken“, skłȯustis ~ skląstis, spręstė ~ spręsti, paspęistė ~ paspęsti, tęiūs ~ tėvas „schlank, dünn“ (Mosėdis); skęište ~ skęsti, gręištė ~ gręžti (Grūšlaukė); β) mit zurückgezogener Betonung: rȯ.u.stùs ~ raštus, drȯ.u.šȯs ~ drašus, grȯ.u.š-tùs ~ gražtus; žȯusė ~ žąsė „Gans“ (Akmenė); ȯ.ušù ~ ašų (Viekšniai); skę.i.s-tȯ ~ skęstų, grę.i.žȯ ~ gręži (Grūšlaukė); γ) unbetont: drȯusȯms ~ drašumas, žȯusiena ~ žąsiena; grȯužėn ~ gražina (Klykoliai); tęišėms ~ tęšimas, gręižėms ~ gręžimas; tęivȯms ~ tėvūmas (Mosėdis). b) Den Diphthong ǫu im Wort ąžuolas haben auch einzelne Dialekte, in denen an, en zu < ǫ, ę geworden sind, z. B.: ǫužȯls ~ ąžuolas, ǫužùlìns ~ ąžuolynas (Židikai); ǫužȯuls ~ ąžuolas, ǫu-žȯulėlis ~ ąžuolėlis (Stro peliai und Dupułčiai, Kreis Kretinga); ǫužȯuls ~ ąžuolas (Tickinai, Kreis Rietavas), aber: kȯunsis ~ kąsnis, galȯustė ~ galąsti usw. § 18. a) In Ylakiai sind infolge regressiver Vokalassimilation der anlautbetonte Diphthong an sowie der anlaut- und endbetonte en über ǫn, ęn > ǫ, ę zu u˙, i˙ geworden: kansnis > kȯnsnis > kȯsnis > kùsnis, brensi > bręnsi > bręsi > brisi, skensi > skęnsi > skęsi ~ skįsi; die Assimilation des endbetonten Diphthongs an wirkt nicht, z. B.: žȯusis ~ žąsys, žȯ.usė ~ žąsėje „in der Gans“. Diese unterschiedliche Aussprache des anlaut- und endbetonten an 8 Über Ylakiai und Salantai gilt nur lit. ą ~ ou, und lit. ę ~ ė. 9 Dieses Kapitel beschränkt sich auf die Veränderungen der alten Diphthonge an, en im genannten Gebiet der nördlichen Dounininkai-Dialekte und gibt die Verbreitung der untersuchten Phänomene an. 147 lässt vermuten, dass auch in den anderen beschriebenen Mundarten die Assimilation der Vokale an bei Stoßton früher betroffen war als bei Schleifton. b) In den westlich von Ylakiai gelegenen Mundarten von Skuodas und Mosėdis, in denen die regressive Vokalassimilation recht stark ist, bleibt nicht einmal das stoßtonige ų < an unbeeinflusst; offenbar veränderten sich ųn und en hier früher, und die einsetzende Vokalassimilation konnte sie nicht mehr verengen. Darauf deutet auch hin, dass in diesen Mundarten infolge der Assimilation der erste Bestandteil des stoßtonigen Diphthongs an verengt wird (vgl. § 34 g). § 19. Am Wortende werden ou, ei < ąñ, eñ in folgenden Fällen ausgesprochen: a) Am betonten Wortende: α) im Akkusativ Singular der Pronomen kas, tas, anas, katras, tatras (Korrelativpronomen zu katras): kõu ~ ką, tõu ~ tą, ānõu ~ aną, kàtrõu ~ katrą, tàtrõu ~ tatrą; β) im Nominativ Singular und Plural der Partizipien Aktiv Präsens Maskulinum: biėgõus ~ bėgąs, bènėšõu ~ benešą, dērbõus ~ dirbąs, krìokõu ~ krioką „kriokia“, nèdērõu ~ nederą, sãkõus ~ sukąs, šã.ukõus ~ šaukas „šaukias“, tràškõus ~ traškąs; nèlõubõus ~ neliuobąs (Grušlaukė). b) Am Ende des ersten Bestandteils pronominaler Formen, z. B.: gẽrõuji ~ gerąjį, pẽrmõuje ~ pirmąją, mū̃sõuji ~ mūsųjį, pẽgõuji ~ pigiają „pigųjį“ (Grušlaukė). Bei Mosėdis und Salantai ist jedoch bereits o zu hören: gẽrõji ~ gerąjį, mažõje ~ mažąją, jōudõji ~ juodąjį. § 20. In der Gegend von Klykoliai, Akmenė, Viekšniai und Papilė entspricht dem lk ą am betonten Wortende ul oder u’, z. B.: tū̃u || tū̃~tą, ānũ ~ aną, kàtrũ ~ katrą, jāunũji ~ jaunąjį (Klykoliai); kũ ~ ką (Akmenė, Viekšniai); šã.ukõus ~ šaukąs „šaukias“, vė.rkũ ~ verką „verkia“ (Papilė). § 21. a) Am unbetonten Wortende entspricht dem lk ą im Nominativ Singular und Plural der Partizipien Aktiv Präsens Maskulinum o, z. B.: dãros ~ darąs, ētos ~ eitąs „einas“, ē̇sos ~ ęsąs, sãko ~ saką, neprimãtos ~ neprimątąs, rãšo ~ rašą, sotiņko ~ sutinką10. b) In Nomina hat das schleiftonige -an das -n verloren und sich verkürzt, z. B.: dėina ~ dieną, mažā ~ mažą, ōntra ~ antrą, pẽlva ~ pilvą, sēna ~ seną, vẽina ~ vieną. Nur in der nordöstlichen Ecke (Klykoliai, Akmenė) gibt es bei Nomina anstelle des alten schleiftonigen -an zwei Formen: mit -a und mit -o. Man sagt hier: ẽlga ~ ilgą, rōnka ~ ranką, tėva ~ tėvą sowie: lãzdo ~ lazdą, pẽjūkoko ~ pijūką „girtuoklį“, rōnko ~ ranką, vẽino ~ vieną. § 22. a) Der alte schleiftonige Diphthong en (> lk e) ist in unbetonten Endungen, wie auch in anderen žemaitischen Mundarten, in denen en > eñ11, zu e geworden. Der Vokal e < eñ kommt vor: α) im Akkusativ Singular der Nomina: pẽlę ~ pėlę, sēnę ~ sėnę, žẽmę ~ žemę, žõlę ~ žolę; β) im Nominativ Singular der Partizipien Präteritum Maskulinum: rãšęs ~ 10 Den Diphthong ou in betonter und o in unbetonter Endung der Partizipien Aktiv Präsens Maskulinum sprechen auch einige Mundarten aus, die anstelle von lk ą, ę wurzelhaftes o, e aufweisen (Mundarten entlang der Grenze, in denen lk ą, ę ~ ou, ei), z. B.: blėzgõu ~ blizgą, aber: bãdos ~ badąs (Kalnalis, Kreis Kretinga); kėlõus ~ ketąs „žadas“, aber: barõmstos ~ berąmstąs (Stropliai, Kreis Kretinga). 11 Siehe V. Grinaveckis, Švdt fonetinės ypatybės, §§ 144, 168. 148 rãšęs, zūręs ~ vãręs, jáojęs ~ jójęs; nusprúogęs ~ nusprógęs, prisiedęs ~ prisėdęs (Klykoliai). b) Hervorzuheben sind die Nominativformen des Plurals der Partizipien des Präteritums Maskulinum. In Klykoliai, Akmenė und Viekšniai werden zwei Formen dieser Partizipien verwendet: mit den Endungen ę und ęi, z. B.: biegę || biegęi ~ bėgę, nėšę || nėšęi ~ nėšę (Viekšniai), prikėpę || prikėpęi ~ prikėpę, bō.vę ~ būvę, nusepęrkę ~ nusipirkę, gėmęi ~ gimę (Klykoliai). In einigen Mundarten der nördlichen Küstendounininker (Kretingos¹², Mosėdis) weisen reflexive Partizipien Formen mit -ęi auf. § 23. Am offenen Wortende wird anstelle des alten betonten und unbetonten festintonierten an ǫ oder a ausgesprochen. Der Vokal -ǫ < -án kommt in einem größeren Gebiet der nördlichen Dounininker und in einer südwestlichen Ecke vor. Die Grenze zwischen -a und -ǫ < -án könnte ungefähr eine Diagonale bilden — Klykoliai, Akmenė, Alsėdžiai, Gargždai. Nordwestlich davon wird án in offener Endsilbe zu ǫ. Hier heißt es im Instrumental Singular: gálvo ~ gálva, lãzdõ ~ lazdã, jáunõ ~ jáuna, mažõ ~ mažã, šãkõ ~ šakã, mãšino ~ mãšina, plõtõ ~ plutã, plūnksno ~ plūnksna; rǫ.n.ko ~ rankã (Klykoliai). Durch die Festintonierung von -an > -ǫ sind in diesen Mundarten die Instrumentalformen Singular Femininum und Maskulinum lautlich zusammengefallen; daher werden sǫ mažõ vãkõ (~ mit kleinen Kindern) und sǫ mažõ gálvo (~ mit einem kleinen Kopf) genau gleich ausgesprochen. Die erwähnte Diagonale, die -án > -ǫ von -a trennt, verläuft ungefähr parallel zur südöstlichen Grenze von am, an, em, en > om, on, em, en; dies ist ein Argument dafür, dass der Wandel der genannten Diphthonge, der im Norden begonnen hatte, nach Südosten vordrang. Als der Diphthongwandel diese Linie erreichte, muss das auslautende -n des Diphthongs -an bereits geschwunden gewesen sein; deshalb konnte das allein übrig gebliebene -a sich nicht zu -ǫ verändern. § 24. Am Wortende wird das alte betonte und unbetonte festintonierte en zu ę > ę. Der Vokal ę < én kommt vor: a) im Instrumental Singular und im Akkusativ Plural der Feminina mit dem Stamm auf -ę-: sėnę ~ senę, kãtę ~ katę, kãtęs ~ katės, kãrvęs ~ kárves; b) im Lokativ Singular: pǫudę ~ pūode, lã.u.kę ~ laukę, męšę ~ miškę, dǫgnę ~ dugnę. Im ersten Fall (Instr. Sg. und Akk. Pl.) wird das festintonierte -en am östlichen Rand, im Gebiet um Klykoliai, Akmenė und Papilė, nicht zu -ę. Folglich war im Ostteil das auslautende -n in -én > -ęn bereits geschwunden. III. Regressionelle Vokalassimilation in den dounininkischen Dialekten § 25. Der Vokalismus einiger dounininkischer Dialekte wurde von der regressiven Vokalassimilation erfasst. Diese regressive Vokalassimilation erstreckt sich über ein ziemlich großes Gebiet der dounininkischen Dialekte: Die Grenze, die nahe der lettischen Grenze bei Kulu I km (Rajon Skuodas) beginnt, verläuft über Mosėdis, umgeht Salantai östlich, erreicht im Süden Plungė, Žarėnai, Pavandenė 12Siehe J. Aleksandravičius, Kretingos tarmės veiksmažodis. — „VVPI Mokslo darbai“, 8, § 73, Vilnius, 1959. 149 (sie erreicht sogar die nördlichen dunininkischen Dialektsprecher), verläuft über Luokė (ohne den Ort zu erreichen), über Raudėnai und Papilė bis Klykol ių. Im genannten Gebiet sind infolge der regressiven Vokalassimilation die mittleren Wortvokale enger geworden (im Fall von e, ę ~ ė, ė ~ a) oder nicht weiter geworden (im Fall der kurzen i, u). Die regressive Vokalassimilation zeigt sich in folgenden Fällen: a) vor wortfinalem i < į, im, iš; b) vor wortfinalem u < un, uo (in geschlossener Wortendstellung); c) vor i, ie, uo, im. Die Vokalassimilation wirkt jedoch nicht überall im genannten Gebiet in allen Fällen; sie ist nicht überall gleich: mancherorts ist sie stärker, andernorts fällt die Vokalverengung geringer aus. In diesem Kapitel wird versucht, einen Überblick darüber zu geben, was für die regressive Vokalassimilation charakteristisch ist und wie sich durch Assimilation einzelne Vokale in verschiedenen dounininkischen Dialekten verändern. 1. Der Vokal e § 26. a) Der Vokal e wird durch Assimilation im gesamten Gebiet verengt, jedoch nicht in allen genannten Fällen. e wird stets verengt, wenn das Wort den Akzent auf der ursprünglichen Stelle trägt und e unmittelbar vor einer Silbe mit i < į, im, ie, steht, z. B.: mė.dis ~ mėdis, še.nis ~ šėnis, mė.di ~ mėdi, še.ni ~ šėni (Kulai I, Rajon Skuodas, Skliaustė, Rajon Mažeikiai); miedis ~ mėdis, šienis ~ šėnis, miedi ~ mėdi, šieni ~ šėni (Seda, Makščiai, Umgebung von Alsėdžiai); rietis ~ rėtis „Flickstelle“, liežgis ~ lėžgis „Schuhzunge“, iežis || ė.žis ~ ėžis, gienis ~ gėnis „Specht“, puodelis ~ puodėlis, kaiškelis ~ kaišeklis „Schaber“, kieli ~ kėli „den Weg“, trieti ~ trėti „den dritten“, miesi ~ mėsi, oštieksi ~ užtėksi (Mosėdis); liepšis ~ lėpšis „eine Pilzart“, šonielis ~ šunėlis, pieti ~ pėti, jauniesnis ~ jaunėšnis, nunieši ~ nunėši (Pap ilė); pamėsi ~ pamėsi, bevėši ~ bevėši (Tryškiai); skaniėšnis ~ skanėšnis, parviėši ~ parvėši (Girininkai, Umgebung von Raudėnai); darbiė.lis ~ darbėlis, laukieli ~ laukėli (Klykoliai). b) Wenn e unbetont ist oder einen zurückgezogenen Akzent erhält, wird es nicht verengt, z. B.: vėži ~ veži, nėši ~ neši, gėri ~ geri (Mosėdis, Seda). § 27. a) Vor u < un verengt sich der Vokal e nur dann, wenn er betont ist und u auf einen palatalisierten Konsonanten folgt, z. B.: mė.du ~ mėdžių, še.nu ~ šėnių (Kulai I, Skliaustė); miedu ~ mėdžių, šienu ~ šėnių (Seda, Makščiai); miedžu ~ mėdžių (Papilė); mielėniu ~ mėlēnių „Blaubeeren“ (Tryškiai); kielu ~ kėlių (Girininkai); žiemu ~ žėmių, trė.pu ~ trėpių „Treppen“, lentielu ~ lentėlių, aber: trėpės ~ trėpės, žėmės ~ žemės, lentėlės ~ lentėlės (Mosėdis). b) Vor u < un wird der Vokal e nicht verengt: α) Wenn er unbetont ist (oder einen zurückgezogenen Akzent erhält), z. B.: kėlių ~ kelių, šešių ~ šešių, pečių ~ pečių, pelių ~ pelių (Mosėdis); gėrėšniu ~ geresnių (Papilė); aber: gerėšniu ~ geresnių (Mosėdis). β) Wenn die folgende Silbe mit einem nicht palatalisierten Konsonanten beginnt, z. B.: mėtu ~ metų (Seda), pėtru ~ Petrų (Mosėdis). Es scheint, dass der Vokal e nicht von u < un, sondern von einem palatalisierten Konsonanten beeinflusst wird; dagegen sprechen jedoch Fälle, in denen ein palatalisierter Konsonant den Vokal e nicht verengt (vgl. kėlę ~ kėlio, mergelė ~ mergėlė). Folglich sind in diesem Fall sowohl der Einfluss von u < un als auch der eines palatalisierten Konsonanten erforderlich, um den Vokal e zu verengen. Andere Vokale (u, ė) werden auch vor einer Silbe assimiliert, die mit einem nicht palatalisierten Konsonanten beginnt und aus dem Vokal u < un besteht (siehe §§ 31, 33b). § 28. Nicht überall werden der Vokal e durch u < uo (in geschlossener Wortendstellung) und ie. In den meisten Fällen bleibt e unverengt; nur weiter nördlich gelegenen Dia- 150 In der Endung -mėse (Kulai I, Židikai, Vieksniai) wird e zu ę; man sagt: mėdžius ~ medžius, šėnius ~ senius, mėdūs ~ medžiu̇se, šėnūs ~ seniu̇se, mėdie ~ mėdėje, šėnie ~ šėnėje. § 29. Manchmal wird der betonte Vokal e auch in einer weiter vom Wortende entfernten Silbe verengt, die nicht unmittelbar vor einer Silbe mit i(ė) < ī, in steht, z. B.: ṡieserę ~ seserį: pas am̃nios ṡieserę tarnavau (Girininkai); ḋiebesis ~ ḋėbesės: ḋiebesis kūoks įoudžausis ūuo li̇.taus kēlę laša nukrė.ta (Papi̇lė); ṡieseręs ~ seserys: mėna dvę ṡieseres (Tryškiai); ṡiepeti ~ šėpeti: ṡiepeti mọn padėrpiomęt (Klykoliai). § 30. Der verengte Vokal e wird auf zwei Arten ausgesprochen: e und ie. e ist im nördlichen Teil zu hören (Kulai I, Ylakiai, Skliaustė, Vieksniai), weiter südlich (Mosėdis, Seda, Papilė, Tryškiai, Alsėdžiai) dagegen ie. Eine schärfere Grenze lässt sich nur schwer bestimmen, da häufig im selben Gebiet sowohl e als auch ie zu hören sind (Mosėdis, Klykoliai). Der verengte, mit altem Akzent betonte Vokal e wird mit mittlerer Intonation ausgesprochen. 2. Vokale ɔ ~ ą, ę ~ ę § 31. Die Vokalassimilation betrifft auch ɔ (< ɔn < an) ~ ą, ę (< ęn < en) ~ ę. a) ɔ ~ ą verengt sich infolge der Assimilation stets und wird zu u̇; ausgesprochen wird: žu̇sis ~ žąsys, žu̇si ~ žąsi, kȧsnis ~ kąsnis, ku̇sni ~ kąsni, žu̇su̇ ~ žąsų, ku̇snius ~ kąsnius, ru̇stu ~ rąstų, ru̇stus ~ rąstus (Seda, Skliaustė); žu̇.sie ~ žąsėje, žu̇.sies ~ žąsėse (Seda). An den Orten, an denen ɔu ~ ą auftritt, wird es im überwiegenden Teil des Gebiets (Mosėdis, Kulai I, Vieksniai) auch so ausgesprochen (žu̇usis ~ žąsys, ku̇snis ~ kąsnis). Ylakiai bildet eine Ausnahme: Dort wird der Akut verengt, der Zirkumflex jedoch nicht assimiliert; man sagt: ku̇snis ~ kąsnis, ku̇sni~kąsni, ku̇snius ~ kąsnius, aber: žu̇se ~ žąsi, žu̇.usie ~ žąsėje. Offenbar wurden der Akut und der Zirkumflex von an >lk ą durch die Assimilation nicht gleichzeitig beeinflusst. Siehe auch § 18 a. b) Die Verengung von ę ~ ę ist in Ylakiai und der Umgebung von Židikai festzustellen. Der Vokal ę ~ ę wird auch durch uo (< ā) am Wortende assimiliert, z. B.: sk̇iṡte ~ skėsti, sk̇iṡe ~ skėsi, sk̇iṡčio ~ skėščio, u̇ṡčio ~ tęščio (Ylakiai); sk̇iṡti ~ skėsti, sk̇iṡi ~ skėsi (Skliaustė). So verengen sich ɔ ~ ą und ę ~ ę infolge der Vokalassimilation im mittleren nördlichen Teil des genannten Gebiets. 3. Vokale i, u § 32. Aufgrund der regressiven Vokalassimilation bleiben die kurzen i, u, wie bereits früher gesagt (§ 26), ungesenkt. Bemerkenswert ist, dass die Assimilation von i, u manchmal nicht eintritt, obwohl der Vokal e in diesem Gebiet verengt wird (Šaukliai, Umgebung von Mosėdis, teilweise Tryškiai); andererseits werden i, u auch in unbetonter Stellung oder bei Rückverlagerungsakzent nicht gesenkt, d. h. in demselben Fall, in dem e nicht assimiliert wird (vgl. §§ 26 b, 27 b). § 33. a) Die kurzen i, u werden konsequent vor einem auslautenden i(ę) < ī, in, ie nicht gesenkt. Mit Ausnahme von Tryškiai (hier sagt man ḋu̇ręs ~ duris, šu̇nęs ~ šunis) und Šaukļai haben wir im gesamten Gebiet ungesenkte i, u, z. B.: ki̇.bis ~ kibis, pli̇.kšis ~ plikšis, pi̇.gi ~ pigį pigų, li̇.ksi ~ liksi, nupli̇.ksi ~ nupliksi, ki̇ši ~ kiši, ku̇.kštis ‘Heuhaufen’, žu̇.ži ~ žūži, lu̇.psi ~ lūpsi, du̇ris ~ duris (Mosėdis); vi̇.ni ~ vinį, vi̇nis ~ vinys, pu̇.sni ~ pūsnį, pu̇snis ~ pusnis 151 (Gen. Pl., Kulai I, Skliaustė, Ylakiai, Seda, Makščiai); pili ~ pili, krūpis ‘Kröte’, šūni ~ šūni, lūpi ~ lupi, sūki ~ suki (Vieksniai); ikišė ~ ikiši, rū-rė ~ turi, krū.pi ~ krūpi, mū.sis ~ mūsis ‘Fliegen’ (Papilė); mi.ge ~ migi, bi.tes ~ bitys, aveiži.nes ~ avižinis (Tryškiai); pali.kse ~ paliksi, neb-mi.kse ~ neb-migsi, snū.ke ~ snūki, ū.gne ~ ūgni, sprū.kse ~ sprūksi (Girininkai). Auch werden i, u manchmal in einer weiter vom Wortende entfernten (betonten) Silbe nicht gesenkt, z. B.: rū.denį ~ rudenį, aber: rodenelis ~ rudenėlis (Mosėdis, Papilė); dū.kteres ~ dukterys (Rudupiai, Rajon Telšiai), rū.dimi ~ rudenį (Viekšniai), di.deles ~ didelis (Tryškiai). b) Sowohl vor einem betonten als auch vor einem unbetonten auslautenden u(ə) < um, uo (im geschlossenen Wortauslaut) werden die kurzen i, u infolge der Assimilation meist nicht gesenkt, z. B.: vi.ku ~ vikių, ki.bu ~ kibų, muosedi.šku ~ mosėdiškių, kriu.pu ~ kriūpių, pi.gū ~ pigū, biči ~ bičių, gjū ~ giu, rugūš ~ rugiūs (Mosėdis); viniu ~ vinių, pūsniū ~ pusnių, pūsū ~ pušų, žūvū ~ žuvų (Kulai I, Skliaustė, Ylakiai, Seda, Makščiai); pū.su ~ pusių (Papilė); ū.pi ~ ūpį, dū.rū ~ durų, lū.bo ~ lūbų (Tryškiai); rū.blo ~ rūblių (Girininkai). Nur in den Mundarten von Mosėdis und Papilė wird das kurze u in unbetonter Stellung (oder bei Rückverlagerungsakzent) vor u < um, uo gesenkt und zu o, z. B.: pōšū ~ pušų, ōtū ~ utų, blōšū ~ blusų, ōsnū ~ usnų (Mosėdis); mdsū ~ mušų, šōnū ~ šunų, rōgū ~ rugių (Papilė). In Papilė wird der Vokal u auch vor ie gesenkt, z. B.: pōšie ~ pušyje ‘in der Kiefer’, dōktie ~ dukte, pōšie ~ pušėje; in den übrigen Orten hingegen stehen in diesem Fall i, u: pūsnie ~ pusnėje, pūšie ~ pušėje, ūgnie ~ ugnėje, žūvie ~ žuvėje (Kulai I, Ylakiai, Skliaustė, Seda); migie ~ migėje, duktie ~ dukte (Mosėdis). c) Im nordwestlichen Teil des Untersuchungsgebiets (Kulai I, Ylakiai, Seda) werden i, u auch vor einem auslautenden uo ~ o (<ɑ) nicht gesenkt; hier finden sich: palkčiuo ~ palkčio, riščio ~ riščio, lūpčio ~ lūpčio (Ylakiai); lūpčio ~ lūpčio, aber: likčio ~ likčio (Kulai I); vor ou ~ uo (Seda): riščou ~ riščiuo, lūpčou ~ lūpčiuo. Wir sehen, dass i, u im gesamten Gebiet am konsequentesten vor i (< ī, im, ie) nicht gesenkt werden, in allen Fällen jedoch im nördlichen Teil. 4. Diphthonge und Diphthonge § 34. Die regressive Vokalassimilation beeinflusst die ersten Bestandteile von Diphthongen und Diphthongen (meist betonten) (e, ę, o, i, u) unter denselben Bedingungen wie einzelne Vokale (siehe § 25), z. B.: a) ei — pėilis ~ peilis, pėilu ~ peilių, pėili ~ peili (Mosėdis, Seda, Viekšniai auch: pė.i.lius ~ peilius); mažėiku ~ Mažeikių (Viekšniai); pėiksi ~ peiksi, lėsi || lėsi ~ leisi (Mosėdis); b) ui — zūikis ~ zuikis, kūilis ~ kūilis, zūiku ~ zuikių, zū.i.kūs ~ zuikius, kūilu ~ kūilių (Kulai I, Skliaustė, Ylakiai, Seda, Viekšniai); knūisis ~ kniuisis ‘uodas’, knūisi ~ kniuisi, knūisu ~ kniuisių (Mosėdis). Weiter südlich (Makščiai) geht ui > in oi über, z. B.: zōikis ~ zuikis, kōilis ~ kūilis, kōili ~ kūili; c) el, er — vėlsi ~ vėlsi (Seda); nėrsi ~ nėrsi, vėrsi ~ vėrsi, siergi ~ sergi (Mosėdis); 152 d) und — birsi ~ birsi, mirsi ~ mišsi, dirbi ~ dirbi, pirti ~ pirti (Mosėdis); šir.dė ~ širdėję (Kulai I, Skliaustė, Ylakiai, Seda, Makščiai); žirnios žirnius, žvirbli ~ žvirblį, oždirpse ~ uždirpsi (Papilė); piršle ~ piršlį (Rudupiai); e) ul — kūlsi ~ kūlsi, pulsi ~ pulsi, mulkis ~ mulkis (aber: mólko ~ mulkiu), smulki ~ smulkį ‘smulkų’ (Mosėdis); bülbu ~ bülbių (Papilė); f) ur — jürgis ~ Jürgis, lürbis ~ liurbis, smürglis ~ smürglis ‘snarglys’, kюрmi ~ kюрmi, kюрmiu ~ kюрmių, kюрksi ~ kюрksi, bürgi ~ bürgi ‘murmi, burbi’, aber: lór.bo ~ liurbíu, kór.mo ~ kюрmiu (Mosėdis). g) Erwähnenswert ist, dass sich infolge der regressiven Assimilation auch der erste Bestandteil der Diphthonge om, on, em, en (o, e) verengt. In Seda und Skliaustė assimilieren die i-Varianten am Wortende (< ī, in, ie) und u (< un, und uo am geschlossenen Wortende) den ersten Bestandteil von om, on stets, z. B.: pūntis ~ pántis (aber: pónčio ~ pánčiu), pūnti ~ pánti, pūntie ~ pántėje, pūntu ~ pánčiu, pūntus ~ pánčius; rúnku ~ rañkų, dú.n.tū ~ dantų, žūmbis ~ žambis, rümstis ~ ramstis. Ähnlich verengt sich vor u < un auch der erste Bestandteil der Diphthonge em, en, z. B.: pĩ.n.kų ~ penkių (Židikai, Ylakiai); gĩmbu ~ gémbių, miã.kų ~ ménkių, mi.n.čiū ~ menčių (Seda). Im nordwestlichen Teil des Untersuchungsgebiets (Ylakiai, Mosėdis, Kulai I) verengt sich infolge der Assimilation nur der erste Bestandteil eines fallenden Diphthongs; hier sagt man: pūntis ~ pántis, pūnti ~ pánti, pūntie ~ pántėje, pūntu ~ pánčiu, pūntus ~ pánčius (auch: sām.tis ~ sámtis in Mosėdis), aber: rō.n.ku ~ rañkų, dó.n.tū ~ dantų. am, an, em, en gingen durch den Einfluss von n, m in om, on, em, en über; infolge des engen Vokals der folgenden Silbe entwickelten sich om > zu um, on > zu un, em > zu im, en > zu in. § 35. Hier wurden Fälle erwähnt, in denen der Vokal der Endung assimilierend wirkt (§ 25—34). Es kommt vor, dass an einigen Orten des Untersuchungsgebiets nicht nur der Vokal der Endung, sondern auch der Vokal oder Diphthong des Suffixes assimiliert, z. B. in Seda: ī — kunkulinė ~ kankulynė ‘pieniška sriuba’, bulbìnė ~ bulbynė, pūsninė ~ pusnynė, lumditę ~ landyti, grūnditę ~ grandyti; ie ~ ē — kintietę ~ kentėti (kī.n.ti ~ kenti, kintie-jāu ~ kentėjau, aber: kę.n.tọ ~ kentų), kūndietę ~ kandėti, skumbiete ~ skambėti; uo ~ o — rúnkiotę ~ rankioti, krumsniotę ~ kramsnoti; in — virpinte ~ virpinti, smirdinte ~ smirdinti, pabrunginte ~ pabranginti, didinte ~ didinti, dulkintę ~ dulkinti, dirbintę ~ dirbinti. § 36. Betrachtet man die regressive Vokalassimilation im genannten Gebiet der Dounininkai-Dialekte, so zeigt sich, dass alle Vokale (e, ə ~ ą, e ~ ę, i, u) im nördlichen Teil — um Seda, Židikai und Ylakiai — von der Assimilation betroffen sind. Hinsichtlich der Stärke der Wirkung (e > ie und e > ẹ) hebt sich stärker der mittlere Teil ab — Mosėdis, Seda, Papilė, Tryškiai, Alsėdžiai, wo e > ie. Bei den einzelnen Vokalen wird der Vokal e am weitesten verbreitet und am stärksten von der Assimilation beeinflusst; stellenweise wird er sogar zum Diphthong (ie). Eine erhebliche Rolle (besonders im Fall des Vokals e) spielt die Betonung: Betonte Vokale neigen zur Verengung (wenn auch nicht immer). § 37. Die regressive Vokalassimilation ist keine sehr alte Erscheinung. Darauf deutet die Verengung des Diphthongs ei hin: In der Wortmitte wird ei zunächst monophthongiert und verengt sich erst danach unter dem Einfluss der Vokalassimilation und geht in ẹ oder ie über: parėsi > parėsi > parėsi; pakreikši > pakreikši > pakreikši; išskleisi > ešklėsi ~ ešklėsi; lėsi > lėsi > lėsi. Da man davon ausgeht, dass der Diphthong ei nach Mažvydas zu monophthongieren begann, dürfte die regressive Vokalassimilation eine Erscheinung jüngerer Zeit sein. 153 EINIGE NEUE DATEN ZUR PHONETIK DER DOUNININKER-MUNDARTEN DER ŽEMAITEN Б. П. РОКАЙТЕ Zusammenfassung I. Im ersten Teil dieses Artikels werden charakteristische Fälle der Betonung und Intonation der Mundart von Mosėdis beschrieben. In dieser Mundart gibt es, wie auch in anderen küstennahen žemaitischen Mundarten, fünf verschiedene Betonungstypen: die ursprüngliche Hauptbetonung, die zurückgezogene Hauptbetonung, die zurückgezogene Nebenbetonung, die finale Nebenbetonung und die vorgezogene Nebenbetonung. Besonders stark ausgeprägt ist in der Mundart die vorgezogene Nebenbetonung. Die vorgezogene Nebenbetonung erhalten alle langen nachbetonten Silben (veikē ~ veikiai „bald“) sowie kurze Silben, wenn sie zwischen einer Silbe mit ursprünglicher Hauptbetonung und einer langen Silbe mit vorgezogener Nebenbetonung stehen (dėdelē ~ dideliai „sehr“). In einigen Fällen erhalten auch nachbetonte a, e, ẹ, ǫ (gėrasis ~ gėrasis „gut“, pãrėję ~ pérėjo „ging über“, grãjėję ~ grãjijo „spielte“, pãršǫ.ka ~ pérsuko „verdrehte“) die vorgezogene Nebenbetonung. In der Mundart gibt es fünf Intonationen: die kurze, die fallende, die unterbrochene, die steigende und die mittlere. Der Artikel beschreibt ausführlicher diejenigen Fälle der Verwendung von Intonationen, die für diese Mundart charakteristisch sind und in anderen žemaitischen Mundarten fehlen, und zwar: 1) wenn die Vokale a, e in Wörtern mit vorgezogener Nebenbetonung eine kurze Intonation haben (rãtã ~ rãtai „Wagen“, šenė ~ šenėi „der alten Frau“); 2) wenn die Vokale e, ǫ < sowie i, u eine steigende Intonation haben (bǫva ~ bùvo „war“, kėba ~ kibo „klammerte sich fest“); 3) wenn Vokale und Diphthonge oder diphthongische Verbindungen unter vorgezogener Nebenbetonung eine kurze, unterbrochene oder steigende Intonation haben (ėšnėšiau ~ išnėšiau „trug hinaus“, dẽrbã ~ dirbai „arbeitete“, pãmtuǫce ~ pãmotė „Stiefmutter“); 4) wenn Vokale, Diphthonge und diphthongische Verbindungen unter zurückgezogener Betonung eine fallende Intonation haben (gãlvà ~ galvà „Kopf“). II. Im zweiten Teil des Artikels wird die Entwicklung der alten diphthongischen Verbindungen an, en in den nördlichen dounininkischen Mundarten beschrieben. Die alten diphthongischen Verbindungen an, en entwickelten sich in den nördlichen dounininkischen Mundarten zu ǫ, ẹ, die mancherorts ǫu, ẹi ergaben. Im Wortstamm kommen die Diphthonge ǫu, ẹi (in der Literatursprache ą, ę) sowohl betont als auch unbetont vor (drǫusė ~ drąsiai „mutig“, drǫsǫms ~ drąsumas „Mut“, gręištė ~ gręžti „bohren“). Am Wortende entsprechen an > ǫu und en > ei unter Betonung sowie in Pronominalformen (kǫu ~ kã „was, wen“, dẽrbǫus ~ dirbãs „arbeitend“, gėrǫuji ~ gėrąji „gut“, dẽrbėi ~ dirbė „die gearbeitet hatten“). In unbetonter Stellung entspricht en > e (bǫ.vęs ~ bùvęs „gewesen“, kãte ~ kãtė „die Katze“); an > entspricht ǫ in Partizipien Präsens (ėtos ~ ėitas „gehend“). In anderen Fällen entspricht an > a (rǫnka ~ ranka „die Hand“). 154 Die ältere diphthongische Verbindung -án > -o oder -a. Die diphthongische Verbindung -án > -o im größten Teil der nördlichen Dounininkai-Dialekte. Die diphthongische Verbindung ên (mit Ausnahme von Klykoliai, Akmenė und Papilė) > ẹ. III. Im dritten Teil wird die für einen Großteil der Dounininkai-Dialekte charakteristische Assimilation der Vokale beschrieben. Infolge des Assimilationseinflusses wird in diesen Dialekten der Vokal e > zu ẹ oder ie; e (in der Literatursprache e) > zu i, o (in der Literatursprache a) > zu u (mėdis || mė.dis ~ mēdis ‘Baum’, ski̇sti ~ skesti ‘du gehst unter’, žąsis ~ žąsys ‘Gänse’), während die Vokale i, u nicht, wie zu erwarten wäre, offener wurden, sondern ihre alte Form bewahrten (vi.nis ~ vinys ‘Nägel’, Nominativ Plural, šu.ni ~ šuni ‘Hund’, aber: vėnėis ~ viniės ‘Nägel’, Genitiv Singular, šōniō ~ šuniū ‘mit dem Hund’). Bei der Beschreibung werden die Verbreitungsgrenzen jedes einzelnen Falls angegeben und einige Beispiele angeführt, in denen sich unter dem Einfluss der regressiven Vokalassimilation die erste Komponente des Diphthongs oder der diphthongischen Verbindung verändert (pėilis ~ pėilis ‘Messer’, pūntis ~ pāntis ‘Wege’) und in denen der Vokal, Diphthong oder die diphthongische Verbindung des Suffixes die Vokale der vorangehenden Silben assimiliert (kunkulīne ~ kankulȳne ‘Milchsuppe aus Mehl’, skumbiete ~ skambėti ‘klingen’). Die regressive Vokalassimilation tritt besonders deutlich im nördlichen Teil der Dounininkai-Dialekte hervor (Mosėdis, Ylakiai, Židikai, Seda, Vieksniai).