scieee AI-readable full text Open interactive document viewer

Dėl esamojo laiko neveikiamųjų dalyvių vartojimo

V. Ambrazas

Full text

LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, IV LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA ZUR VERWENDUNG DER PASSIVPARTIZIPIEN DES PRÄSENS V. AMBRAZAS Für die Passivpartizipien des Präsens sind nahezu alle grundlegenden Verwendungstypen der litauischen Partizipien charakteristisch. In Verbindung mit den finiten Formen des Verbs sein können diese Partizipien zusammengesetzte Zeiten des Passivs bilden, z. B.: das Buch wird geschrieben, der Weg wurde repariert, die Häuser wurden gebaut usw. Sie können eine Nebenhandlung bezeichnen und im Satz als Temporal-, Modal- und andere Adverbialbestimmungen auftreten, z. B.: gelobt, bilde dir nichts ein, getadelt, sei nicht traurig Švnč; während wir noch immer beschossen wurden, gingen wir viele Stunden Cv R III 232. Mit Substantiven und Pronomen im Nominativ sowie reflexiven Verben bilden sie häufig die sogenannte Konstruktion des Nominativus cum participio und treten als Bestandteil des zusammengesetzten Prädikats auf, z. B.: er selbst drängte sich dazu, beauftragt zu werden, die Gruppe zum Angriff zu führen Vencl R III 443; der Mensch begreift nicht, dass er verspottet wird Šts. In all diesen Fällen haben die Passivpartizipien des Präsens passive Bedeutung, d. h. sie bezeichnen eine Handlung, deren direktes Objekt das Subjekt des Satzes ist. Eine besonders große Vielfalt der Verwendung weisen attributive Passivpartizipien des Präsens auf. Sie bezeichnen Eigenschaften von Dingen und Erscheinungen, die sich aus der durch den Verbalstamm des Partizips bezeichneten Handlung ergeben, z. B.: zu kochende Speise, zu schreibender Brief, zu lesendes Buch usw. Attributive Passivpartizipien des Präsens weisen spezifische Merkmale auf, die sie von anderen Passivpartizipien unterscheiden. Obwohl bereits die Autoren der wichtigsten litauischen Grammatiken des 19. Jahrhunderts darauf hingewiesen hatten¹ und J. Jablonskis sowie K. Būga die Bedeutungsvielfalt der Passivpartizipien des Präsens durch zahlreiche Beispiele aus der gesprochenen Volkssprache und den alten Schriften veranschaulicht hatten², ist der Gebrauch dieser Partizipien dennoch nicht eingehender untersucht worden. Dieser Artikel möchte charakteristischere Verwendungsfälle attributiver Passivpartizipien des Präsens herausarbeiten und erläutern. § 1. Attributive Passivpartizipien des Präsens können eine konkrete passive Bedeutung haben. In solchen Fällen bezeichnen sie Eigenschaften von Dingen, die sich aus dem im Satzprädikat (oder in der gesamten Satzsituation und dem Kontext) bezeichneten Vorgang ergeben, der zur angegebenen Zeit stattfindet, kon- 1 Žr. A. Schleicher, Litauische Grammatik, 319—320, Prag, 1856; F. Kurschat, Grammatik des Littauischen Sprache, 413, Halle, 1876. 2 Žr. J. Jablonskis, Rinktiniai raštai, 1, 301—302, 304—308, Vilnius, 1957; K. Būga, Rinktiniai raštai, 1, 531—536, 543, Vilnius, 1958; 2, 117—118, Vilnius, 1959. 93 (des Textes) angegebenen Zeitpunkt stattfindet. Das vom Partizip näher bestimmte Wort ist das direkte Objekt dieser Handlung, z. B.: In der Stube ist es noch dunkel, nur an der gegenüberliegenden Wand schimmern die Reflexe des befeuerten Ofens Balt PV I 9. Im Zimmer duftet es nach gebratenem geräuchertem Fleisch Sim R VI 150. Er tobt wie ein Ziegenbock, auf dem Weg zum Markt gefahren Krk. Die geladenen Gewehre knackten, doch niemand glaubte, dass der General befehlen würde, auf eine unbewaffnete Menge zu schießen Myk-Put S 340. Die Brachflächen, die während des Krieges mehrere Jahre lang nicht gepflügt worden waren, waren mit Disteln und Beifuß überwuchert Vencl R II 49. Nacheinander gingen in den Bauernhäusern Lichter an, Rauch stieg aus den Schornsteinen, die geöffneten Türen knarrten Baltr PS 44. Was sagte der Hopfen, der auf das Leichentuch gelegt wird? DŽ II 513. Tiefer an der Wand des Onkels stand ein Bett mit einem nur selten gewechselten Laken Vaižg RR I 103. Der gehörnte Widder stößt die nicht gesäugten Lämmchen beiseite Dr. Passivpartizipien des Präsens mit konkreter passiver Bedeutung können, ebenso wie die entsprechenden Verben, mit Adverbien und obliquen Kasus verbunden werden, die verschiedene Umstände der durch den Verbalstamm des Partizips bezeichneten Handlung angeben. Ist der Ausführende dieser Handlung genannt, steht er im Genitiv (sog. genetivus auctoris), z. B.: Die vom Wind knarrenden Türen ließen nicht schlafen ŽR (DŽ III 338). Wieder setzte sich der Wagen in Bewegung, von einem Kläffen gezogen, und verschwand rasch hinter dem abgebrannten Mauerwerk Vencl R II 56. Woher konnte der Schlachter wissen, dass der von uns aufgeladene Besitz tatsächlich Elenas Kindern zufallen würde? Krv R 56. Mykoliukas versinkt in den eigenen hervorgebrachten Tönen Vaižg RR I 43. Konstruktionen der Passivpartizipien des Präsens mit dem Genitiv des Agens sind nicht sehr verbreitet. Passivpartizipien des Präsens mit passiver Bedeutung werden gewöhnlich dann verwendet, wenn der Ausführende der durch ihren Verbalstamm bezeichneten Handlung dem Sprecher entweder unwichtig oder unbekannt ist, verallgemeinert wird oder sich aus dem Kontext von selbst versteht und aus stilistischen Gründen nicht erwähnt werden muss. Passivpartizipien des Präsens mit konkreter passiver Bedeutung werden von transitiven Verben gebildet. Darüber hinaus können sie auch von solchen Verben (warten, wollen, wünschen usw.) gebildet werden, die den Genitiv regieren, der die Bedeutung eines direkten Objekts hat, z. B.: Behalte deine Tochter bei dir, bis die … ersehnten Schwiegersöhne kommen JV 256. Ungebetene Gäste sind beim nächsten Mal teurer als erwartete Dov. Überall war er ein willkommener Gast Krv R 87. Die Gäste kommen, die Erwarteten und die Gescholtenen Mrc. Diese Partizipien können ebenfalls mit dem Genitiv des Agens verbunden werden (vgl.: der von uns erwartete Tag, der von den Eltern gewünschte Gast usw.); in ihrer grammatischen Bedeutung unterscheiden sie sich nicht von Partizipien, die von Verben gebildet sind, welche den Akkusativ regieren. Im Allgemeinen werden attributive Passivpartizipien des Präsens, die eine konkrete passive Handlung bezeichnen, die zeitlich mit der Haupthandlung des Satzes zusammenfällt, im heutigen Litauischen vergleichsweise selten verwendet. Sie werden nur von imperfektiven Verben gebildet und sind vor allem für die Schriftsprache charakteristisch. § 2. Am häufigsten bezeichnen Passivpartizipien des Präsens Eigenschaften, die sich aus andauernden oder unter bestimmten Umständen stets stattfindenden Handlungen (Zuständen) ergeben, z. B.: 94 Wie lebt dort die Mutter, der geliebte Freund, die Schwester? Nėr R I 332. Rapolas geht, eilt auf bekannten Pfaden durch den Sumpf und wundert sich Vaižg RR I 54. Da ich den bekannten Weg nicht fand, verirrte ich mich in der stockfinsteren Nacht sehr IM 1862 18. Jenseits des Weges erstreckten sich im Schatten unbekannte Felder Myk-Put S 270. Am Ende des Gartens zogen unbekannte Leute schreiend davon Ds. Auf dem Bahnsteig des Bahnhofs versammelten sich zahlreiche bekannte Journalisten Vencl GD 446. Wer war er: der Knecht der Mutter oder des Vaters, der Großvater oder ein zu pflegender Tagelöhner? Cv R III 7. Bei der Tante und ihrem ruhigen, ausgeglichenen Mann wimmelte es auch von verbotenen Druckschriften aus Tilsit Vaižg RR I 270. Gestreichelt geht das Kind hinaus, um das Gras für die Hunde zu mähen Grž. Im Unterschied zu den im vorigen Abschnitt erwähnten Beispielen bezeichnen diese Partizipien mehr oder weniger beständige Eigenschaften von Gegenständen und haben eine ausgeprägte qualitative Bedeutung. Ein bekannter Mensch ist nicht nur ein Mensch, der gerade jetzt oder zu der vom Verb bezeichneten Zeit bekannt ist, ebenso wie ein bekannter Weg nicht nur ein Weg ist, von dem man nur im jeweiligen Augenblick weiß – vielmehr handelt es sich um Eigenschaften, die den besprochenen Gegenständen eigen sind. Da diese Partizipien keine konkrete Zeitbedeutung haben, haben sie die Kategorie des Genus bewahrt und lassen sich mit Adverbien zu verbalen Konstruktionen verbinden, vgl.: mein Bekannter oder ein gut bekannter Weg. In festeren Wortverbindungen mit Substantiven besitzen die Partizipien des Präsens Passiv mit verallgemeinerter Bedeutung diese verbalen Merkmale jedoch nicht und werden als bestimmte klassifizierende Attribute verwendet, z. B.: Ein kleines Mädchen mit schmalen Schultern trat ein, in hochhackigen geschnürten Schuhen Balt PV I 181. Wo ist mein angelegtes (d. h. festtägliches, aber bereits abgetragenes) Kopftuch? Rdm. Er lag nach dem Mittagessen in einem zusammenklappbaren Stuhl Vencl R II 58. Sieh da, Karpis... hat heute immerhin eine angestellte, aber billige Arbeitskraft Myk-Put S 85 (vgl. auch: ansteckende Krankheit, eingehende, ausgehende Schriftstücke usw.). § 3. Partizipien des Präsens Passiv haben oft eine M ö g l i c h k e i t s bedeutung, d. h. sie bezeichnen eine Eigenschaft, die aus einer möglichen Handlung hervorgeht, z. B.: Der Frühling naht. Die Wege werden immer schwerer begehbar und befahrbar Vencl R III 455. Im hinteren Teil des Vorraums putzte Kazimieras den Herd, die Leuchter und andere zu putzende Gegenstände Ciurl R III 101. Ja, es war ein Buch des Lebens – aufgeschlagen und doch schwer verständlich Bil R I 220. Jetzt bekommst du sogar für dreißig ein leidliches Pferdchen Kp. Dort auf dem Platz sind kaum das Dach und der Turm der kleinen Kirche zu erkennen Myk-Put S 590. Dieses Jahr lässt sich der Hafer sehr gut dreschen Mrs. Ich habe einen Fluss, den man durchwaten kann, und einen Hügel, den man erklimmen kann; ich werde den Fluss nicht durchwaten und den Hügel nicht erklimmen End (vgl. auch: erschwingliche Preise tsp, ein umgehbarer, „kleiner“ Kiefernwald Rd, ein ausziehbarer Tisch Klp, ein durchsichtiger Nebel Balt PV I 269 usw.). Besonders häufig haben negative Formen der Partizipien des Präsens Passiv eine Möglichkeitsbedeutung. Bemerkenswert ist, dass die meisten in der heutigen litauischen Sprache verwendeten Partizipien des Präsens Passiv mit dem Negationspräfix ne- die Unmöglichkeit der durch den Verbalstamm ausgedrückten Handlung bezeichnen, z. B.: Unzählbare Herden von Vieh weiden auf neuen Weiden Vencl TB 187. Sowohl rechts als auch links der Landstraße breiten sich unermessliche Felder aus Sim R VI 325. In einem unaufhaltsamen Strom flossen die Worte der gekränkten Frau Vaižg RR I 132. Seit jenem Tag wurde Poviliokas beinahe unwiedererkennbar Balt PV I 257. Und wo das Gras endet, da stürzt man in unpassierbare Dickichte 95 von Heidelbeer-, Rauschbeer- und Brombeersträuchern Balt Pv I 57. Der Tod gab beiden unversöhnliche Feinde Myk-Put S 588. Das Gefühl, lebendig zu sein, bereitete mir... unbeschreibliche Freude Cv R III 234. Sie wird die Webstühle bringen, nicht zu hebende, und Leinen einziehen, das nicht zu weben ist Rš. Die großen Aussteuertruhen sind nicht zu transportieren, die braunen Pferdchen nicht zu halten JV 72. Die Tage der Jugend sind nicht zurückzubringen, der Rautenkranz ist nicht zu entflechten Skp. Partizipien des Präsens Passiv mit Möglichkeitsbedeutung haben keine eindeutige passivische Bedeutung. Dies wirkt sich auch auf ihre syntaktischen Beziehungen zu anderen Wörtern aus. Diese Partizipien verbinden sich nicht mit einem Agens im Genitiv, sondern – ähnlich wie Adjektive – mit einem Dativ, z. B.: Zur Zeit der feudalen Ordnung war das litauische Buch für die einfachen Menschen aus dem Volk nahezu unzugänglich Kors LKr 38. Erbsenmus mit Öl war nicht jedem zugänglich Myk-Put S 69. Mykoliukas lächelte der anderen Welt zu, mit der er auf eine für andere unsichtbare Weise verkehrte Vaižg RR I 39. Die Worte Glück und Gleichheit waren ihm verständlich und teuer Bil R 224. Die Türen stehen allen offen (alle können hindurchgehen) Pc. In den ersten beiden Sätzen ist eine Konstruktion mit dem Genitiv völlig ausgeschlossen. In den übrigen Beispielen würde der Ersatz des Dativs durch den Genitiv die Bedeutung ändern: Die Partizipien des Präsens Passiv verlören ihre Möglichkeitsbedeutung und bezeichneten Eigenschaften, die aus einer passiven Handlung hervorgehen (z. B. Türen, durch die alle gehen – das sind Türen, durch die alle hindurchgehen, während Türen, die allen offenstehen, solche sind, durch die alle gehen können, aber nicht unbedingt gehen müssen). Die Dativkonstruktion zeigt die Nähe der Partizipien des Präsens Passiv mit Möglichkeitsbedeutung zu den Adjektiven (vgl. Türen, die allen offenstehen, er ist allen angenehm usw.). Bemerkenswert ist, dass sich auch einige der in § 2 behandelten Partizipien des Präsens Passiv mit verallgemeinerter Bedeutung mit dem Dativ verbinden können, z. B.: All diese Dinge sind Joniukas unbekannt und ungesehen Bil R I 160. Viele Partizipien des Präsens Passiv, die in den alten Denkmälern der litauischen Sprache verwendet werden, haben eine Möglichkeitsbedeutung (besonders mit einer Negation), z. B.: Dawe... fünf unveränderliche Kleider (=odmien­ne szaty) ChB I Moz 45, 22. Espeiemas cžonai jra klojojmas Manicheu MT 11₁₁. Deshalb, nach der geringen Hoffnung auf die Antwort der Schüler, / befahl er den Leuten, sich zu setzen DP 125₁₈. Das Wort... ist für /verständige Menschen verständlich SE 104₂₂. Szodeis ischmanomais... kalbėia BrP I 244₃. Du wirst dort... Dinge aus Gold finden, die nicht aufzuwiegen sind MT XIX₁₉. Dort sind unzählbare Krieger jener, die Leiden erduldet haben (=niezliczone Wojska) DP 543₃₇. Wahr und unbeugsam ist die Wahrheit MT 36₁₂. Nicht erträglich ist das Leiden (=nieznosna) Dp 310₂₆. Dem Herrn war eine unbezahlbare Schuld entstanden MK 150₁₉ (vgl. auch: plauk iama „schiffbarer Fluss, spustny, navigabile flumen“ 350; išmanomas „geistig verständig, comprehensibilis, facilis ad intelligendum“ SD 268; perpučiamas „dem Wind offen, perflabilis“ SD 395; negeriamas „nicht trinkbar, non potabilis“ SD 180). § 4. Gelegentlich können Partizipien des Präsens Passiv auch eine Notwendigkeitsbedeutung haben, d. h. eine Handlung bezeichnen, die an dem vom Bezugswort benannten Gegenstand ausgeführt werden muss, z. B.: 96 Was soll man denn einen nicht lobenswerten (d. h. nicht zu lobenden) Gegenstand loben? Pg. Wirst du für eine solche Arbeit nicht geschlagen (d. h. zu schlagen)? Skn. Auf unserer Brigade wird der Roggen bereits geschnitten (d. h. ist zu schneiden) Skn. In der einen Scheune wird eine Maus gemästet, in der anderen eine Ratte aufgezogen JV 589. So viel Heu ist zu harken und abzufahren, und auch der Klee ist schon zu schneiden ŽR II 329. Ähnliche Fälle kommen auch in Schriften des 16.–17. Jahrhunderts vor, z. B.: Reykia ne pápeykemo giwenimo SP II 136₁₇. Kiti wel... bilo | iog yra daiktas abéioiamas DP 193₃₇. Vgl. auch die folgenden Gegenüberstellungen von K. Sirvydas: Niepewny Incertus, dubius, ambiguus Abeioiamas, abeioitinas SD 180. Przedayny. Vendibilis venalis. Parduotimas (sic!) parduodamas SD 293. Solche Partizipien Präsens Passiv sind ihrer Bedeutung nach den Notwendigkeitspartizipien verwandt. Daher werden sie in Dialekten, in denen Notwendigkeitspartizipien nicht gebraucht werden, häufig durch Partizipien Präsens Passiv ersetzt. Bemerkenswert ist, dass im Lettischen, wo die Notwendigkeitspartizipien mit dem Suffix -tins bereits ausgestorben sind, die Partizipien Präsens Passiv viel häufiger eine Notwendigkeitsbedeutung haben³. In der litauischen Literatursprache sind die Partizipien Präsens Passiv offenbar nicht im Begriff, die Notwendigkeitspartizipien zu verdrängen. § 5. Das Partizip Präsens Passiv bezeichnet häufig die Zweckbestimmung eines Gegenstands oder seine Eignung zur Ausführung einer bestimmten Handlung, z. B.: Bald leuchtete die ganze Fläche zwischen dem Wald und den Ackerfeldern weiß auf wie ein See Myk-Put S 277. Wie viel Ackerland habt ihr in eurem Kolchos? Rgv. Futterrüben sind viel holziger als Speiserüben Dsm. Geh, Dummkopf, geh und säe jedes zu besäende Stück Dn R 38. Zosikė... ging oft in den zu tragenden Kleidern aus dem Haus Žem R II 215. Diese Partizipien bezeichnen die Zweckbestimmung von Gegenständen und grenzen sie dadurch zugleich von anderen ähnlichen Gegenständen ab und weisen ihre Art aus. Wie die meisten Artattribute der Literatursprache stehen sie gewöhnlich in der pronominalen Form und werden zur Bildung von Fachbezeichnungen verschiedener Bereiche verwendet, z. B.: Speiserübe, Trinkwasser, Mastschwein, Milchkuh, Webwolle, Zuführgabeln (für Heu, Getreide), Weidewiesen, Mähwiesen, Ackerland u. Ä. Der mit Partizipien Präsens Passiv in Zweckbedeutung verwendete Genitiv eines Nomens oder Pronomens wird nicht mehr als Genitiv des Urhebers (genetivus auctoris), sondern als Genitiv der Zugehörigkeit (genetivus possessivus) verstanden, z. B.: Unsere Speiserüben sind ganz erfroren Plm. Dieses Jahr ist unser Mähfeld klein Skp. § 6. Partizipien Präsens Passiv mit Bedeutungen der Möglichkeit, Notwendigkeit und Zweckbestimmung werden wie bestimmte aus Verben gebildete Adjektive verwendet. Sie bezeichnen dauerhafte Eigenschaften von Gegenständen und geben zugleich das Verhältnis des Bezugswortes zur durch die Partizipialwurzel ausgedrückten Handlung an. Dieses Verhältnis ist in den oben angeführten Beispielen objektbezogen: Das Bezugsnomen bezeichnet das direkte Objekt der durch das Partizip ausgedrückten Handlung (vgl.: ein Buch verstehen — ein zu verstehendes Buch; Wasser trinken — Trinkwasser; das Land bearbeiten — bearbeitetes Land u. Ä.). Durch die objektbezogene Beziehung zum Bezugswort sind diese Partizipien mit den in § 1 erwähnten Partizipien Präsens Passiv passivischer Bedeutung verbunden. Doch ³ Siehe J. Endzelīns, Latviešu valodas gramatika, 999, Rīgā, 1951; Latvijas PSR ZA Valodas un literatūras institūts, Mūsdienu latviešu literārās valodas gramatika, 1, 646, Rīgā, 1959. 7. Kalbotyros klausimai, IV 97 Die Partizipien Präsens Passiv mit der Bedeutung von Möglichkeit, Notwendigkeit und Zweck haben keine Zeitbedeutung und keine weiteren verbalen Merkmale und können keine für das Passiv charakteristischen syntaktischen Konstruktionen bilden. Zwischen attributiven Partizipien Präsens Passiv und den Substantiven, mit denen sie verbunden werden, bestehen neben Objektbeziehungen oft auch andere Arten logischer und modaler Beziehungen. a) Das Substantiv, auf das sich die Bestimmung bezieht, bezeichnet das Mittel, mit dem die durch die Partikelwurzel ausgedrückte Handlung ausgeführt wird, z. B.: Sie wollte mir nicht glauben, dass ich die Zeitung auf Wickelpapier gedruckt hatte! Gud-Guz KIT 206. Das Wort ist heute seine Angriffswaffe Myk-Put S 505. Die Gebgabeln (für Heu, Getreide) waren dreizinkig Sts. Den Trinkbecher... nennt man aus alter Gewohnheit noch immer mit dem Wort „taurė“ Dauk R 179. Und dort beginnt die Mähmaschine, wohl eine der ersten, bereits das Sommergetreide zu schneiden Sim R VI 363. Partizipien Präsens Passiv, die den Begriff eines Mittels bestimmen, werden etwas seltener auch von intransitiven Verben gebildet, z. B.: Hier gab es auch eine ganze Herde Schafe und einige Pferde sowie einen Ausritt-Hengst Balt PV I 186. Er hat Reit- und Fahrpferde K II 129. Unten schneidet ein Loch zum Herausfliegen aus (d. h. ein Loch, durch das die Bienen hinausfliegen können) BK 21. In diesen Sätzen zeigt das Partizip Präsens Passiv, ebenso wie in den in § 5 erwähnten Beispielen, an, für welche Handlung das vom Substantiv bezeichnete Mittel bestimmt ist; zwischen den Begriffen des Partizips und des Substantivs besteht jedoch kein direktes objektives Verhältnis. Solche Partizipien Präsens Passiv, die den Zweck des durch das Substantiv bezeichneten Mittels angeben, sind im heutigen Litauischen sehr produktiv und werden häufig zur Bildung von Bezeichnungen verschiedener Werkzeuge und Geräte verwendet, z. B.: Näh-, Schneid- und Druckmaschinen und dergleichen, Pfluggeschirr, Hobel-, Web- und Drehmaschinen und dergleichen, Schusswaffe, Schneidmesser, Brandgeschosse, Schere zum Schneiden, Zeichenbrett, Schreibmaschine, Schlag- und Blasinstrumente (Musik), Backofen und dergleichen. Die substantivierten bestimmten Formen dieser Partizipien gehen in der Schriftsprache in die Terminologie vieler Wissenschafts- und Handwerksbereiche ein. In der Umgangssprache und gelegentlich auch in schriftlichen Texten werden zur Bezeichnung eines Mittels auch nicht-substantivierte Partizipien verwendet, z. B.: Webspindel Lš, Eggenpeitsche Ds, Eggengeschirr Pl, Vergrößerungsglas Ds, Arbeitspferd Pnd, Trinkbecher Lš, Kopftuch Sim R, Fahrgeld (d. h. für die Fahrt bestimmtes Geld) Nm, Reit-, Fahrpferd Ds, N 39, 74, Reithosen K II 129 und dergleichen. Die Verwendung von Partizipien Präsens Passiv zur Bestimmung des durch Substantive bezeichneten Mittels ist eine alte Erscheinung der litauischen Sprache. In älteren Sprachdenkmälern begegnen zahlreiche solche Partizipien Präsens Passiv, z. B.: Wir zeigen es... ispeiemais Baumstämme DP 260₄₈. Du wirst machen... ein Waschgefäß aus Kupfer (=wannę miedźianą) ChB II Moz 30, 18. Ein Kupfer-Waschgefäß ChB II Moz 30,17. Mit lakiojemoiseis Flügeln VEE 150₁₆. Vgl. auch folgende Beispiele aus Milkes Wörterbuch: Méžemojį szákė 'Mistgabel' II 207; Rászoma szilksna 'Pergamen' II 369; Popėrus raszomas 'Schreibpapier' II 424; plunksna iászoma 'Schreibfeder' II 424; giérams rykas 'Trinkgefäss' II 476; jautis árams 'Zugochse' II 561. 98 b) Das Bezugsnomen gibt die Zeit oder den Ort der durch die Partizipwurzel bezeichneten Handlung an, z. B.: α) Drei Hähne bedeuten die früheste Aufstehzeit im Herbst und Winter Stn D 26. Als die Schreckenszeit kam, sträubten sich mir die Haare Lnk. Man spürt die Aufstehzeit und wacht auf Užv. Gestern war für uns ein guter Weidetag Rm. Die Zeit des Sterbens kam, und der Maulwurf stirbt Jabl RR I 304—305. Damals war Annahmetag Šrv. Der Arbeiter verrichtet seine Arbeit an Arbeitstagen JŽ (DŽ II 390). Am Fastentag sah ich mich um, nachdem ich Brei gegessen hatte Ss. Gerade diese beiden Jahre, die Übergangsjahre, müssen wir richtig nutzen Myk-Put S 87. Es war schon Schlafenszeit, als sie ankamen JŽ I 488. Dort blieb ein zorniger und weinenswerter Tag zurück DD 77. Warum haben sich diese Dummköpfe so lange hingezogen, bis die Einreichungsfrist abgelaufen war! (d. h. die Zeit, in der man Dokumente einreichen kann) Siehe II 90. Vgl. noch aus alten Schriften: Atejs wel dirbana (d. h. Arbeitstag — V.A.) BrP I 97₁₄. Ant Vžgavimõsiosios Seredõs. Sakimas DP 111₃₉. Sėjams cziesas 'Saatzeit' MŽ II 398. β) Andrius sieht aus der Tiefe des Gartens zwischen den Bäumen das rote Dach von Tutkaus Wohnhaus hervorragen Vencl R II 69. Der Bär hat hinter dem gut geeggten Tor einen Durchschlupf BM 69. Weideflächen nennen wir gewöhnlich Weiden Jabl RR I 305. Es gibt viele Weidewiesen OG 408. Stehplätze im Theater sind immer billiger Jabl. Ein schrecklich beweglicher Weg Trs. Wo sich in einer Stube zwei Bänke am Tisch treffen, nennt man es „Krikštsuolis“, d. h. die weinende Ecke JŽ (siehe „krikštsuolis“). Ähnlich auch in alten Schriften, z. B.: Er lag auf seinem Bett in der Schlafkammer ChB II Sam 4,7. Kamara gulima 'Bettkammer, Schlafzimmer' SD 136. Mėgamoji kammara 'Schlafkammer' MŽ II 414. Wissi mes turime buti apreiǯkchti pokimis sudijemoia sosta MT 247 b. Sedose ant sudijemoia sosta VEE 172₂₁₃. Ant Dreschtenne ChB Rut 3,2. Zur Bezeichnung der von Substantiven markierten Zeit und des Ortes werden Präsens-Passivpartizipien heute meist in festen Wortverbindungen verwendet, z. B.: Wohnmoment; Annahmestunden (Tage); Verbotszeitraum (als die Presse verboten war); Raucherwagen; Schlaf-, Arbeits-, Empfangs-, Esszimmer usw.). Sie werden sowohl von transitiven als auch von intransitiven Verben gebildet. c) Die Beziehungen zwischen dem Präsens-Passivpartizip und dem Bezugsnomen können noch freier sein. Manchmal bezeichnet das Partizip eine Handlung, mit der der vom Substantiv ausgedrückte Begriff nur mittelbar verbunden ist, z. B.: tödliche Krankheit Nm, d. h. eine Krankheit, an der man stirbt (vgl. tödliches, ohnmachtserregendes Gift DŽ I 89); Anfallskrankheit (Anfallskrankheit) 'Epilepsie' Mos, Kv, N 296; Saatwind 'leichter warmer Wind, der zur Aussaat geeignet ist' Tv; Liegebrot 'Brot, das man durchs Liegen erhält, umsonst' Prng; eilbedürftige Arbeit 'Arbeit, die dringend zu erledigen ist' PT 38; Zwangspflichten 'Pflichten, die unter Zwang erfüllt werden' Vaižg RR I 43; Gesangbücher 'Bücher, aus denen gesungen wird' KGr 413; Schlussbemerkungen 'Bemerkungen, mit denen ein Werk oder eine Rede beendet wird' usw. Solche Präsens-Passivpartizipien bilden mit Bezugswörtern häufig ebenfalls recht feste Wortverbindungen, die die Rolle bestimmter Termini einnehmen. Dazu gehören auch zahlreiche sprachwissenschaftliche Termini, z. B.: Wunsch-, Befehls- und Möglichkeitsmodus, Aktiv, Präsens, Schrift- und Umgangssprache usw. 99 Die Freiheit und Vielfalt der Beziehungen zwischen Partizip und Bezugsnomen ist auch in Denkmälern des 16.—17. Jahrhunderts deutlich zu erkennen, vgl.: nusidėjimas mirsztamas DP 510₁₁; waystą ir gedigą /ir sópamą prieme DP 55₂ (ähnlich 421₄₃); apie grieką bluszniema MT 60a₁₄; tatái tad’ žėklas tikras/ o ne apsirikamas DP 458₇; wadina mus/ ant’ didės ir smurtūiemes kowós DP 107₂₆ usw. § 7. Präsens-Passivpartizipien, die Mittel-, Zeit- und Ortsbeziehungen ausdrücken und von transitiven Verben gebildet sind, werden gelegentlich mit dem Genitiv eines Substantivs verbunden, der eine genauere Bestimmung des Bezugsworts ermöglicht, z. B.: Bodenbearbeitungsarbeit Vaižg RR I 156, Baumpflanztag Slnt, Miststreugabel Jabl RR I 305, Wasserfiltergefäß Jabl RR I 305, Schafschere Grž, Nadel zum Nähen von Zuggeschirr JŽ I 3, Roggenfeld Jabl R IV 90, Bierbraukessel Jnšk, Kalvarat-Schmierfett Slnt, Kartoffelpflanzhimmel (klar, mit gerippten oder federförmigen Wolken) Grž, Flachsbrechzeit Jabl RR I 306, Flachsbrechmaschine Jabl RR I 306, wissenschaftliche Forschungsarbeit usw. und Ähnliches. Aus alten Schriften vgl.: pluszūkum as... gottverächtlich ’Bogu brzydliwa’ DP 224₄₆; gėl mė s jėszkomas Szwin nas ’ein Blew wurf’ MŽ I 81; peilis... Galwiju pja u jams MŽ II 413; sklylėlė Schweißloch ’Schweißloch’ MŽ II 430; kujėlis Stimmhammer ’Stimmhammer’ MŽ II 457; adata Spicknadel ’Spicknadel’ MŽ II 445; skėpeta Schweißtuch ’Schweißtuch’ MŽ II 430. In diesen Beispielen hat der Genitiv des Substantivs eine ganz andere Bedeutung als der Genitiv des Agens (genetivus auctoris), der bei Passivpartizipien steht, welche eine passive Handlung ausdrücken (vgl. § 1). Hier vertritt er den Akkusativ des direkten Objekts in der entsprechenden verbalen Konstruktion und wird als eine Art unflektiertes Attribut verwendet. § 8. Die Beziehungen zwischen Präsens-Passivpartizip und Bezugsnomen können auch völlig entgegengesetzt zu denen in Passivkonstruktionen sein. In der heutigen litauischen Sprache kommen häufig Wortverbindungen vor, in denen das Bezugsnomen das logische Subjekt der durch die Partizipwurzel bezeichneten Handlung angibt. In solchen Fällen drücken die Partizipien Eigenschaften aus, die sich aus der Handlung oder dem Zustand des Bezugsgegenstands selbst ergeben. Sie können sowohl von transitiven als auch von intransitiven Verben gebildet werden, z. B.: Danach bestrich (Meškausis) die ausgeschnittene Stelle mit heilendem Wasser VoL 335. Pranas ging nach Papilė und brachte heilende Salbe mit LM 1959.XI.14. Man konnte ihn nur mit einer liebevollen Anrede rufen: Mykoliuk Vaižg RR I 37. Als sie Andrius sah, blickte sie ihn mit einem bösen, fragenden Blick an Vencl R II 44. Sein Brief wurde an das Exekutivkomitee gesandt tsp. Die Legislative und die Exekutive lagen dort in einer Hand tsp. Die ganze Kolchose arbeitet in der freien Stunde am Bau, aber du lässt dich nicht blicken Avyž P 100. Hast du keine Bücher übrig? Ds. Sofort ergossen sich ununterbrochene Wasserströme vom Himmel Myk-Put S 401. Er zog die nötigen Schlüsse Gud-Guz KIT 613. Anelė wird mit schmerzendem Rücken den Roggen packen und ihn zu schweren 100 Fußspuren Vencl R II 71. Ich schlug auf den schmerzenden Finger Nm. Die Hochzeitszeit erwies sich als sehr passend Myk-Put S 562. Ein für Antworten zuständiger Mensch Rm. Eigenschaften, die sich aus der durch das Bezugsnomen bezeichneten Handlung oder dem Zustand ergeben, werden durch das Partizip Präsens Passiv häufig auch in den alten Sprachdenkmälern ausgedrückt, z. B.: Idant mūs išmokitų... nė nuplėšt ne vienam prideramos garbės jo DP 2028. O paskui to wel’ klausit balso prideramojo piemenės savo DP 24750. Nei kokių kitų ne prideramu keliu DP 24712. Reikia... šaukt su šitaije minia /per karštą ir nė paldūiamą maldą DP 523. Teypag ir rąstlas szwėtas... tikimėmus katholikámus/ yra ant prikelimo DP 5054. Eimi ir atwadinu Ebraischka Moteri... szindamą BrB II Moz 2, 7. O toksai lobis kuris mumus neteip nūdemais iau priwalams/ bet kaip ir atliekams ira BrP II 3263. Kiek wel yra nusideimu šaukiamu paklupdymo? AK 8316. Neabejagjhimu weru reikia tiketi WP 28824. Twanas prasideda... nelaujamu dyzdziu lietumi ChB I Moz 7,1. Afierawojo degamas afieras ChB I Moz 13,20. Naturai pritinkama daikta sant saka MT 227 b. Sėjamas ira kunas pagendamas, o bus prikelts ne pagendamas NT Kor 15,424. Auf der Grundlage der Daten aus den alten Schriften und den verwandten Sprachen stellte K. Būga fest, dass Partizipien Präsens Passiv mit diesen Bedeutungen bereits in der urbalttischen Zeit verwendet wurden und für die Literatursprache zu empfehlen sind⁵. Viele Beispiele solcher Partizipien Präsens Passiv aus der Umgangssprache finden sich in J. Jablonskis Grammatik von 1922⁶. Da neben diesen Passivpartizipien bisweilen die entsprechenden Aktivpartizipien verwendet werden, wurde auch die Frage nach ihrem Bedeutungsverhältnis erörtert. J. Jablonskis forderte, in Wortverbindungen wie eine Arbeit, die beantwortet, eine quietschende, piepsende, weinende, weinende Stimme, eine singende Gegend, ein aufreizendes Artikelchen und Ähnlichem, die Aktivpartizipien durch Passivpartizipien zu ersetzen (eine zu beantwortende Arbeit, ein zum Kreischen gebrachter, zum Piepsen gebrachter, beweinter und beklagter Gesang, eine besungene Gegend, ein angefachtes Artikelchen)⁷. Später kam man nach dem Vergleich einer größeren Zahl von in verschiedenen Dialekten verwendeten Partizipien Präsens Aktiv und Passiv zu dem Schluss, dass beide Partizipien in den genannten Fällen durch Dialektbelege gestützt sind und zum selben Zweck verwendet werden können – zur Bezeichnung von Eigenschaften, die sich aus der Handlung (dem Zustand) des Bezugsgegenstands ergeben⁸. Ein Parallelismus zwischen Partizipien Präsens Aktiv und Passiv ist jedoch nur in bestimmten, recht seltenen Fällen zu beobachten. Die hauptsächlichen Tendenzen beim Gebrauch der Partizipien Präsens Aktiv und der Passivpartizipien mit „aktiver“ Bedeutung in der heutigen litauischen Sprache sind unterschiedlich. Mit Partizipien Präsens P a s s i v werden eher dauerhafte Eigenschaften ausgedrückt, die den Charakter der Bezugsnomen kennzeichnen, z. B.: lim- ⁴ Beispiele aus späteren Schriften des 18.–19. Jahrhunderts siehe K. Būga, Rinktiniai raštai, 1, 533 ff., Vilnius, 1958. ⁵ K. Būga, Gesammelte Schriften 2, 117, Vilnius, 1959. ⁶ Siehe J. Jablonskis, Rinktiniai raštai, 1, 304 ff., Vilnius, 1957. ⁷ Siehe J. Jablonskis, Rinktiniai raštai 2, 71, 76, 153–154, 307, 327 sowie die Anmerkung des Herausgebers J. Paionis auf S. 520. ⁸ Siehe „Švietimo darbas“, 1926, Nr. 396–400; 1927, Nr. 11, 1237–1239. 101 pama liga Sv, atliekami pinigai Kp, Rm, degamos dujos Jabl, nejudamas turtas Al, žindamas veršis Prn usw. Außerdem haben Partizipien Passiv Präsens, wenn sie eine aus der Handlung (dem Zustand) des Bezugsnomens hervorgehende Eigenschaft ausdrücken, häufig auch die Bedeutung einer Möglichkeit oder Bestimmung (Eignung), z. B.: mirštama 'sterblich' Herzchen JD 1142, degamos 'die brennen können' Sümpfe Ds, negrūvami Hügel, nedžiūvami Birken Jabl, nedegamas Dach Jabl, negrįžtama Vergangenheit T 1953 49, neplyštamas Gegenstand, nenušedžiamas Mensch Ds, derami Speisen Up, für Gerste tinkama dirva Boden Nm, netinkami Erscheinungen Vd usw. Die attributiv gebrauchten pronominalen Formen der Partizipien Aktiv Präsens, die beständige Eigenschaften von Dingen bezeichnen, werden häufig zur Bildung neuer Begriffe und Termini verwendet, z. B.: grįžtamoji šiltinė, atsakomasis redaktorius, vykdomasis komitetas, pereinamoji Rote Fahne usw.9 Diese Bedeutungen sind den Partizipien Aktiv Präsens nicht eigen. Sie bezeichnen meist Eigenschaften, die sich aus einer konkreten oder verallgemeinerten Handlung (einem Zustand) ergeben, die gleichzeitig mit der Haupthandlung des Satzes stattfindet. a) Der Handlungsbegriff ist konkret: Manchmal blickte Andrius am späten Nachmittag, auf dem Hügel sitzend, auf lekiančius debesis Vencl R II 21. Algirdas Boreika stand an die Werkbank gelehnt und folgte mit seinem Blick der tolstančią Ingenieurin, Baltr PS 142. Ein scheues und krintantis Blatt erschreckt Rt. Niemand greift nach dem brennenden Ende Vžns. Lukošiūnas schob die sėdinčius Männer beiseite Krv R 214. Die Einheiten des litauischen Korps der Roten Armee kämpften Tag und Nacht gegen die puolančiais Deutschen Cv R III 231. Tomas lief barfuß mit einem Bündel in den Händen über den grūojantį Acker Avyž P 32. b) Der Handlungsbegriff ist verallgemeinert: Vom Hügel aus weitet sich der Blick bis zum Wald, der rechts am Rand mėlynuojančio schimmert Myk-Put S 18. Noch ganz Kind, geriet Ona in ein reiches Haus mit spindinčiomis Veranden Cv R II 29. Petras schwang die Sense,... und legte eine makellose Reihe, das knisternde, kvepiantį Getreide nieder Balt PV I 94. Weder raues Wetter noch wilde Tiere konnten sie davon abhalten, sich in den traškančiose Wäldern niederzulassen Dauk. Einen Sergantį Menschen muss man trösten Sg. Erst wenn sie die Zeitbedeutung und andere verbale Merkmale vollständig verloren haben, können Partizipien Aktiv Präsens zu semantischen Entsprechungen der jeweiligen Partizipien Passiv Präsens werden, z. B.: degantis Arbeit Slnt, atsakantis Arbeit Skp, spiegiantis Stimme Kp, pasiturintis Mensch und vgl.: degamas, atsakomas Arbeit, spiegiamas Stimme, pasiturimas Mensch. In diesen Wortverbindungen bezeichnen sowohl die Partizipien Aktiv als auch die Partizipien Passiv beständige, den jeweiligen Dingen eigene Eigenschaften. Somit wird in der Literatursprache neben den Partizipien Passiv Präsens mit „aktivischer“ Bedeutung nur eine geringe Zahl substantivierter Partizipien Aktiv Präsens verwendet (Partizipien Aktiv Präsens werden in der Literatursprache vergleichsweise selten adjektivisch). In anderen Fällen unterscheidet sich der Gebrauch dieser Partizipien: Partizipien Passiv Präsens bezeichnen 9 Aus alten Schriften geht hervor, dass auch das Partizip ištikimas mit „aktivischer“ Bedeutung gebraucht werden konnte, z. B.: Povilas s. perlaidžia giwent wirui išzilikimam (d. h. einem Glaubenden — A. V.) su neiszilikima DP 97¹⁹. Doch bereits im 16. Jahrhundert wurde dieses Partizip meist wie ein gewöhnliches Adjektiv verwendet, losgelöst vom Verb ištikėti (Beispiele siehe DŽ IV 245). In ihrer Bedeutung ähnlich von Verben getrennt sind auch die Adjektive tariamas, galimas, teigiamas, neigiamas (vgl. taremoghi jednones affiera MT(PM)₅₂₃). 102 beständige Eigenschaften, die die Beschaffenheit der bezeichneten Dinge charakterisieren, während Partizipien Aktiv Präsens Eigenschaften bezeichnen, die aus Handlungen oder Zuständen hervorgehen, die in der Gegenwart oder zu der vom Satzprädikat angegebenen Zeit andauern. Einige aus transitiven Verben gebildete Partizipien Passiv Präsens können mehrdeutig verstanden werden: mit aktivischer und passivischer Bedeutung, z. B.: žinomas žmogus10 'einer, der weiß, sich auskennt' Ds, suprantamas žmogus 'einer, der versteht' Pn, griaunamas vėjas 'ein Wind, der einen Menschen niederstreckt' Trk, kandamos musios 'stechende Fliegen' Ds, vagiama giminė (vgl.: Aš geriamo, bet ne vagiamos giminės Sv) usw. Dieser Umstand schränkt den Gebrauch von Partizipien Passiv Präsens mit „aktivischer“ Bedeutung ein. In der Literatursprache werden in solchen Fällen meist Partizipien Aktiv Präsens verwendet (suprantantis, žinantis žmogus, griaunantis vėjas, kandancios musės usw.). Es ist zu sagen, dass in den Dialekten Äußerungen vorkommen, in denen Partizipien Passiv Präsens mit „aktivischer“ Bedeutung Eigenschaften bezeichnen, die auch mit konkreten, zu der vom Prädikat angegebenen Zeit stattfindenden Handlungen (Zuständen) verbunden sind, z. B.: Degama ugnis 'ein Feuer, das noch brennt' lässt sich nur schwer löschen Ds; Dvi buvo mergiotės augamos Vb; Sie versammelten sich und sammelten für sich patinkamus Dinge Grdn; Hör nicht, Bursche, auf den pučiamo Wind und das Bellen der Nachbarhündchen JD 465. Solche Wendungen sind für die Literatursprache untypisch und kommen nur mit dem Partizip Passiv Präsens einiger weniger Verben vor (z. B.: Sie hat beinahe niemanden, dem sie ihre bestehenden und nicht bestehenden Sorgen anvertrauen könnte Sim VK I 158—159). § 9. Viele attributive Partizipien Präsens Passiv haben nicht nur Adjektivbedeutung, sondern weisen auch für Adjektive typische morphologische Eigenschaften auf. a) Sie können Komparativ- und Superlativformen haben, z. B.: Im Hof, im Windschatten der Häuser und Bäume, an den sonnigen Stellen längs der Grenzzäune und Hecken schien der Frühling regimesnis als auf dem offenen Feld Myk-Put S 95. An Užeinamesnėse Stellen gibt es noch ein anderes Ende des Hauses, das Seklyčia genannt wird LT II 426. Die užgaunamesnis Beschimpfung durch einen Nahestehenden schmerzt mehr als die eines Fremden rš (DŽ III 185). Er ist geliebt, aber dieser noch mylimesnis Jabl RR I 306. Sie gingen los, um einen besseren, gyvenamesnės Ort zu suchen Sim (DŽ III 374). Der Vater wird jetzt noch nesukalbamesnis sein als früher Myk-Put S 549. Das Heu hier ist nicht sehr schmackhaft, die Schafe brauchen ėdamesnio Š (DŽ II 838). Vitkaus Brunnen wurde mit der Zeit nicht nur für die Mädchen, sondern auch für die Dorfjungen zum mėgstamiausia Ort Cv R III 223. Am nächsten Morgen versuchte er, sich über sein mylimiausio Kind lustig zu machen Gud-Guz KIT 198. Asien ist der gyvenamiausia Teil der Welt DŽ III 374. Auf Ihrem Gut, Herr Skrodski, ist ihr (d. h. der Bauern — V.A.) Leben nepakenčiamiausias Myk-Put S 294. Bei Doktor Mastaitis gab es für Karolis das ruhigste, am tinkamiausias gelegene Eckchen Gud-Guz KIT 183. Das Geheimnis von Uršulės Art kannten im Städtchen nur einige patikimiausių Menschen Cv R III 159. b) Aus ihnen werden reichlich Modaladverbien mit der Endung -ai gebildet, z. B.: Langsam von der Tribüne herabsteigend, überblickte Ignotas den Saal tiriamiai Gud-Guz KIT 799. Vanagėlis spuckte nur paniekinamai aus Gud-Guz KIT 228. 10 Vgl. auch die Bedeutung des Partizips nežinomas in diesen Sätzen: Mit einem Unwissenden (d. h. jemandem, der nicht weiß) kann man sich Sn. herumstreiten. Jedem Beliebigen, einem Unbekannten (d. h. jemandem, den man nicht kennt), gibt man nichts Sn. 103 Marta ist so neapsakomai ruhig, dass er hier ist Sim R VI 79. Es ist unerlässlich, dass wir unermüdlich nenuilstamai Kritik und Selbstkritik entwickeln Šimk Al 53. Ich habe mir die Beine auf dem Stoppelfeld schon genug aufgescheuert Gs. Adomas begann kaum girdimai zu kichern Vencl R (DŽ III 330). Es gibt genug Laken Brs. Alles ist mirštamai langweilig und gleichförmig angeordnet Vaižg RR I 70. Die Frauen wandten sich geradezu beleidigend von Anė ab Sim VK I 29. Mažrimas nickte pritariamai mit dem Kopf Avyž P 45. Was braucht man für die Krivulė, sagte er išmanomai Dn D 90. Sie werden ihm erzählen, wie die Wälder noch vor 60, 70 Jahren in Žemaitija aussahen atminamai Dauk R 166. Sie haben mir hier den Wald atminamai abgeholzt JŽ I 136. Die Pferde sind neatlaikomai auf die Wiesen davongelaufen BsV 184. Ariamai habe ich die Rüben gesät (d. h. ich habe das Feld eingesät und gepflügt) JŽ I 106. Auch in älteren Schriften findet sich dies, z. B.: Das ist zuerst regimai gezeigt worden MT (PM) 23₁₄. Lass die Lampe nelaujamay leuchten ChB II Moz 27,20. Stark, o neatmainomay so sehr MP 135 b₁₅. Neischkalbamaj viel Lärm WP 221₁₂. Der Dampf riecht iškinčiamay übel SP 256. Diese Adverbien werden ihrerseits manchmal gesteigert, z. B.: Man muss prieinamiau schreiben, damit es suprantamiau verständlich wird (DŽ II 786). c) Aus Partizipien Präsens Passiv können in der Literatursprache abgeleitete Substantive gebildet werden. Am häufigsten werden sie mit dem Suffix -umas gebildet, z. B.: tinkamas — tinkamumas, regimas — regimumas, skaitomas — skaitomumas, girdimas — girdimumas, paperkamas — paperkamumas, nenugalimas — nenugalimumas usw., vgl.: gražus — gražumas, baltas — baltumas. Bemerkenswert ist, dass diese abgeleiteten Substantive häufig die Möglichkeitsbedeutung bewahren, die viele Partizipien Präsens Passiv haben. Aus Partizipien Präsens Passiv werden auch Substantive mit dem Suffix -ybė gebildet, z. B.: galimas — galimybė, nežinomas — nežinomybė, tikimas — tikimybė. Substantivische Ableitungen aus Partizipien Präsens Passiv haben abstrakte Bedeutung und sind kennzeichnend für die literarische Schriftsprache, insbesondere die Publizistik und wissenschaftliche Werke. § 10. Partizipien Präsens Passiv können auch ohne Bezugswort verwendet werden, z. B.: Hab Bier sowohl für den bijomam, ir mylimam Jabl (DŽ I 93). Und wenn ich die norimosios nicht bekomme, warte ich auf die heranwachsende Sch (43). In solchen Fällen werden pronominale Partizipien Präsens Passiv bisweilen s u b s t a n t i v i e r t. Es ist bemerkenswert, dass die Partizipien Präsens Passiv, die den Adjektiven am nächsten stehen, stärker zur Substantivierung neigen als alle anderen litauischen Partizipien. Mit pronominalen Partizipien Präsens Passiv in Substantivfunktion werden gewöhnlich Maschinen bezeichnet (kertamoji, kuli amoji, pjaunamoji), Zimmer (valgomàsis, mie gamasis, priimamàsis), manchmal auch andere Gegenstände und Personen (teisiamàsis, kaltinamàsis, mylimàsis und so weiter), z. B.: Motiejus, nachdem er seine Faulheit abgelegt hatte, arbeitete sich seit dem frühen Morgen im valgomajame am Buffet ab Myk-Put S 319. Bald darauf betraten die nepažįstamieji die Felder am Straßenrand Cv R III 123. Die Kuli amoji besuchte in jenem Herbst zum ersten Mal das Tal der Ungarin Cv R III 34. Wenn ich mir die sėdimąją aufscheuere, werde ich mich lange daran erinnern Ds. Und hast du viele mokamųjų? Balt PV I 262. Pranaitis ist ein leidenschaftlicher Jäger und Liebhaber der šaunamojo Myk-Put S 6. Du wirst nicht lange bestechen können; im Nu wird nichts Bestechliches mehr übrig sein ŽR II 406. Die Wohnräume des Königs sind nicht so riesig, dass sie eine solche Menschenmenge aufnehmen könnten Sim VK I 12. 104 Unter den nicht flektierten Partizipien hat in der Literatursprache nur das Partizip pažįstamas Substantivbedeutung, z. B.: Wir sprachen über die gemeinsamen pažįstamus, die weit entfernt, in der vom Feind besetzten Heimat, zurückgeblieben waren Cv R III 257. Die Dienstmagd begegnete ihm nun freundlich, wie einem alten pažįstamą Vencl R II 57. In den Dialekten und in alten Schriften kommen gelegentlich auch weitere zu Substantiven gewordene nicht flektierte Partizipien vor, z. B.: kándamas „gegessenes Brotstück“ Švn, Lp, Rdm, Iš; pakabinamas „Kleiderbügel“ Rm; vėldamas „Herrscher“ DP 49, 8542, 48444, 49713, 49844, 4991, vgl.: Kiti karalus pralobsta /ižg grįnumo savūiu wėldamu „solcher Untertanen“ DP 49. Wieszpatauia... ant' wėldamų sawųių „über seine Untertanen“ DP 49713. Iemus iu wėldamiei... tur padėti WP 2699. § 11. Die Übersicht über die Bedeutungen der attributiven Präsenspassivpartizipien zeigt zwei unterschiedliche Tendenzen ihres Gebrauchs. Einige Präsenspassivpartizipien haben passivische Bedeutung und bezeichnen Eigenschaften, die aus einer passivischen Handlung hervorgehen. Sie werden von transitiven Verben oder von Verben gebildet, die einen Genitiv in der Bedeutung eines direkten Objekts regieren. Andere Präsenspassivpartizipien, die sich formal nicht von den oben erwähnten unterscheiden, werden wie Adjektive gebraucht. Sie bezeichnen dauerhafte Eigenschaften von Dingen, die in verschiedener Weise mit einer Handlung zusammenhängen, und können sowohl von transitiven als auch von intransitiven Verben gebildet werden. Diese Präsenspassivpartizipien haben weder Genus- noch Tempusbedeutung. Obwohl sich die genaue Grenze zwischen den Partizipien mit der einen und der anderen Bedeutung manchmal nur schwer ziehen lässt, ist ihr Unterschied im Litauischen gut spürbar. Adjektivisch gebrauchte Präsenspassivpartizipien sind in ihrer Bedeutung oft erheblich von den entsprechenden Partizipien entfernt, die Genus- und Tempuskategorien aufweisen. Zum Beispiel bezeichnet im Satz „Dieses ariamae Traktorland wird bald grün“ das Partizip ariama eine konkrete, in der Gegenwart stattfindende passivische Handlung, im Satz „In unserem Dorf gibt es Hunderte Hektar ariamos Landes“ dagegen wird es bereits als Adjektiv gebraucht, das die Art des Landes näher bestimmt. Dasselbe Partizip mit adjektivischer Bedeutung kann unterschiedliche Beziehungen zum Bezugswort ausdrücken, z. B.: Wo sind die ariami Zugstränge geblieben? Er. Pasogelis gab hellbraune Ochsen zum ariamu, gesprenkelte Tauben zum Loslassen Vrn. Bis zum Feldende wird es ein ariamas Gespann geben Kp. Es war schon die ariamas Zeit Jabl (vgl. auch: täglich geriamas Wasser und ein geriamas Glas, ein geriama diena). Äquivalente mit konkreter passivischer Bedeutung können nur Präsenspassivpartizipien haben, die von transitiven Verben (oder von Verben gebildet werden, die einen Genitiv in der Bedeutung eines direkten Objekts regieren). § 12. Die Doppelheit im Gebrauch attributiver Präsenspassivpartizipien ist das Ergebnis einer langen historischen Entwicklung. Die litauischen Präsenspassivpartizipien sind mit dem Präsensstamm des Verbs und dem Suffix -mo- gebildet und haben unzweifelhafte Entsprechungen im Lettischen sowie in der slawischen Sprachfamilie, vgl. lit. vėdamas, lett. vedams, altkirchenslaw. vedomъ; lit. nešamas, lett. nesams, altkirchenslaw. nesomъ. Im Altpreußischen finden wir im Enchiridion von 1545 ein Partizip ähnlicher Bedeutung, poklausimans (stawīdas madlas | ast... enimmewingi bhe poklausimans „solche Bitte sind... angenehm und erhört“ ASpr 3919), das häufig mit dem Griechischen verglichen wird- 105 ischen und indoiranischen medialen Partizipien mit dem Suffix -m(e)no-, vgl. gr. φερόμενος, skr. bháramāṇaḥ ’getragen’, av. barəmna — ’getragen, reitend’. Da die Lautverbindung mn vor Vokalen in bestimmten Fällen zu m¹¹ geworden ist, wurden auch die Präsens-Passivpartizipien des Litauischen, Lettischen und der slawischen Sprachen von den oben erwähnten medialen Partizipien mit dem Suffix -m(e)no- (-mo-<*-mno-) hergeleitet, deren Bedeutung im Griechischen und Indoiranischen als die älteste und für die indogermanische Grundsprache kennzeichnende galt¹². So wurde das Suffix -mo- der litauischen Präsens-Passivpartizipien als andersherkunftig angesehen als das gleichlautende Suffix in Nomina wie dūmas, kiemas, šėmas u. Ä.¹³ Bei der Behandlung der Präsens-Passivpartizipien der baltischen und slawischen Sprachen versuchte man, ihre „mediale“ und passive Bedeutung als ursprünglich herauszustellen; die übrigen nominalen Bedeutungen wurden als Ergebnis der Adjektivierung der genannten Partizipien erklärt¹⁴. Diese Hypothese zwingt jedoch dazu, Partizipien und Nomina mit demselben Suffix recht künstlich in zwei Formengruppen unterschiedlicher Herkunft aufzuteilen, und ist durch morphologische und semantische Daten nicht hinreichend gestützt. Zunächst findet sich in den altpreußischen Sprachdenkmälern nur ein Beispiel eines Partizips mit dem Suffix -mano- (das oben erwähnte). Die übrigen altpreußischen Nominalformen, die gelegentlich von medialen Partizipien hergeleitet werden, lassen sich auch anders interpretieren. Von den von J. Endzelīns vorgeschlagenen Korrekturen des Adjektivs enimumne ‘angenehme’ ASpr 57₃₂ (*enimāmne, *enimamnē und *enimamen)¹⁵ kann die dritte auch als Ersetzung der Endung *-men durch -mne- unter dem Einfluss des ähnlich klingenden deutschen Wortes angenehme erklärt werden; in diesem Fall hätten wir hier ein Präsens-Passivpartizip mit dem Suffix -mo. Das Substantiv schumeno ’drot’ (Schustergarn) ASpr V 507 (Wurzel siū-)¹⁶ ist wahrscheinlich ein Substantiv mit konsonantischem Stamm auf -men- (vgl. skr. syū́man ’Band, Naht’) und einer Endung des o-Stamms, vgl. lit. akmuo Rm, Kv, máumenas Rdd, stúomenas Srv. Das Substantiv poadamynan ’sußemilch’ ASpr V 695, in dem ebenfalls eine Variante des Suffixes -m(e)no- vermutet wurde¹⁷, kann mit dem Suffix -in- gebildet sein, wie lit. ariaminis ’womit man pflügt’ DŽ I 242 und lett. (mundartlich) aramine ’Ackerland’¹⁸. Wenn man außerdem alle genannten Formen als von Partizipien mit dem Suffix -m(e)no- abstammend auffasste, müsste man anerkennen, dass diese Partizipien im Altpreußischen sogar vier verschiedene Suffixvokalismen hatten: -mano-, -meno-, -mino- und mno-, was kaum glaubhaft ist. Auch hinsichtlich des Partizips poklausimanas wurden Zweifel geäußert. ¹¹ Žr. J. Schmidt, Kritik der Sonantentheorie, 87 tt., 93 tt. 151, Weimar, 1895; K. Brugmann, Vergleichende Laut-, Stammbildungs- und Flexionslehre der indogermanischen Sprachen, 1, 347, Strassburg, 1897; 2. 1, 230, Strassburg, 1906. ¹² Siehe J. Schmidt, a. a. W., 101, 142–143; K. Brugmann, a. a. W., 2. 1, 230 ff.; A. Мейе, Общеславянский язык, 269, Москва, 1951. ¹³ Vgl. K. Brugmann, a. a. W., 2. 1, 230 ff., 245 ff. ¹⁴ Vgl. W. Vondrák, Vergleichende slavische Grammatik, 2, 139–140, 400, Göttingen, 1928; A. Мейе, a. a. W., 268–269. ¹⁵ Siehe J. Endzelīns, Senprūšu valoda, 128, 168, Rīgā, 1943; Altpreussische Grammatik, 195, Riga, 1944. ¹⁶ Er wird von J. Endzelynas mit Partizipien mit dem Suffix *-m(e)no in Verbindung gebracht; siehe J. Endzelīns, Senprūšu valoda, 128; ZfslPh 18, 107. ¹⁷ Siehe J. J. Mikkola, AfslPh 39, 12 ff.; J. Endzelīn, St. balt. 4, 139 ff.; E. Fraenkel, Die baltischen Sprachen, 37, Heidelberg, 1950. ¹⁸ Siehe J. Endzelīns, Senprūšu valoda, 228–229; Altpreussische Grammatik, 195. 106 E. Benveniste betrachtete es als ein Partizip Präsens Passiv des Neutrums mit dem Suffix -mo- (poklausiman), an das die Endung -as fälschlich angefügt worden sei, um es mit dem Substantiv madlas19 in Kongruenz zu bringen. Obwohl diese Vermutung später kritisiert wurde20, kann doch die Vermischung von Formen unterschiedlicher Genera (enimmewingi und poklausimanas) im erwähnten Satz sowie das Fehlen entsprechender Partizipien in den übrigen baltischen Sprachen und in der slawischen Sprachfamilie weiterhin Zweifel an der Authentizität des prußischen Suffixes -mano- wecken. Andererseits gibt es, selbst wenn es in der baltischen Ursprache einst tatsächlich Partizipien mit dem Suffix -mano- gegeben haben sollte, dennoch keinen Grund, sie als Prototypen der litauischen und lettischen Partizipien Präsens Passiv mit dem Suffix -mo- anzusehen. Bildungen mit diesen beiden Suffixen gehen in den indoeuropäischen Sprachen nicht auseinander hervor, sondern können in derselben chronologischen Periode verwendet werden. So finden wir beispielsweise in den tocharischen Sprachen, die viele gemeinsame Merkmale mit den baltischen und slawischen Sprachen verbinden, Partizipialformen mit den Suffixen toch. A -mām, toch. B -mane, die den medialen Partizipien des Griechischen und der indoarischen Sprachen entsprechen und dieselbe Ablautstufe des Suffixvokals aufweisen wie das Altpreußische poklausimanas, z. B.: toch. A kālpnāmām, toch. B kalpaskemane vom Verb kālp- ‚erreichen‘, toch. B klyausemame von klyaus- ‚hören‘ und dergleichen.21 Neben diesen Partizipialformen wurden in den tocharischen Sprachen auch Verbaladjektive mit den Suffixen toch. A -mo, -m, toch. B -mo verwendet, z. B.: toch. A pākṇāmo, toch. B pākṇamo ‚beabsichtigend‘, toch. A kuypam ‚wollend‘22. Bemerkenswert ist, dass viele dieser Verbaladjektive sowohl in der Bildung als auch in der Bedeutung ungefähr den litauischen Partizipien Präsens Passiv entsprechen, vgl.: toch. B wāskamo ‚beweglich‘ von der Wurzel wāsk- ‚sich bewegen‘, ynamo ‚gehend, begehbar‘ von i- ‚gehen‘, toch. A cāmpam, cāmpamo, toch. B cāmpamo ‚wohlhabend, reich‘ von cāmp — ‚können‘. Neue indoeuropäische Sprachdaten (insbesondere aus dem Anatolischen und Tocharischen) haben die traditionelle Auffassung von der Archaischheit der Bedeutung der griechischen und altindischen Partizipien erheblich verändert. Die mediale Bedeutung der Bildungen mit dem Suffix -m(e)no- ist offenbar ebenfalls nicht die älteste. So ist sie beispielsweise den oben erwähnten tocharischen Partizipien mit dem Suffix -mane- (-mām-)23 völlig fremd. Wahrscheinlich sind Bildungen mit dem Suffix -m(e)no- aus nominalen Wörtern mit dem konsonantischen Stamm -men- hervorgegangen, die durch das Formans -o-24 erweitert wurden, und haben die Bedeutung medialer Partizipien erst in einzelnen Gruppen indoeuropäischer Dialekte erhalten. Von Verbaladjektiven mit dem Suffix -nt-, 19 Siehe E. Benveniste, Le participe indo-européen en -mno-, BSL 34, S. 5 ff. Dieser Auffassung stimmte A. Meillet zu (siehe A. Meillet, a. a. O., 269), zunächst auch E. Fraenkel (siehe E. Fraenkel, Die baltische Sprachwissenschaft in den Jahren 1938—1940, 18, Helsinki, 1941), der später davon abrückte (siehe E. Fraenkel, Die baltischen Sprachen, 34, Heidelberg, 1950). 20 Žr. J. Endzelin, St. balt. 4, 140 tt.; Altpreussische Grammatik, 195; Ch. Stang, Das slavische und baltische Verbum, 207, Oslo, 1942. 21 Siehe B. Краузе, Тохарский язык. — Тохарские языки, Sammelband, im Folgenden — ТЯ), 68, Moskau, 1959; И. А. Мельчук, Краткий очерк морфологии тохарских языков, ТЯ 171, 178, 193, 200, 201. 22 Siehe B. Краузе, a. a. O., 70; И. А. Мельчук, a. a. O., 194. 23 Siehe Э. Бенвенист, Тохарский и индоевропейский, ТЯ 97. 24 Vgl. E. Benveniste, Le participe indo-européen en -mno-, BSL 34, 14; Э. Бенвенист, Индоевропейское именное словообразование, 146, 149, Moskau, 1955. 107 die aus transitiven Verben gebildet werden, die passive Bedeutung in den anatolischen Sprachen25, ihr Verhältnis zu Nomina mit demselben Suffix26, die Genusneutralität der toch. Partizipien mit dem Suffix -u27 sowie andere ähnliche Tatsachen legen die Annahme nahe, dass die der idg. Ursprache zugeschriebenen Aktivpartizipien (ebenso wie die Verbaladjektive mit den Suffixen -to und -no-) einst ebenfalls keine Genuskategorie besaßen28. Je weiter wir in die Vergangenheit zurückgehen, desto enger erscheinen uns die genetischen Beziehungen zwischen Partizipien und Nomina. Am wahrscheinlichsten ist also, dass auch die litauischen Präsens-Passivpartizipien in erster Linie nicht mit den medialen Partizipien des Suffixes -m(e)no-, sondern mit den Nomina des Suffixes -mo- in Verbindung zu bringen sind, die einst nicht nur vom Präsensstamm, sondern (in noch älterer Zeit) auch von Verbalwurzeln gebildet wurden, z. B.: lit. dūmai (Subst.), dūmas (Adj.), lett. dūmi, aksl. dymъ, ai. dhūmāḥ, gr. θυμός „Geist, Verlangen“, vgl. aksl. dujo „ich blase“, gr. φύω „ich blase, rauche“29; ai. gharmāḥ „Hitze“, gr. θερμός „heiß“, lat. formus „warm“, vgl. aksl. gorěti „brennen“30; ai. bhīmāḥ „furchtbar“, vgl. lett. bitìes, lit. bijótis31; ai. pra-stīmāḥ „zusammengedrückt, zusammengepresst“, vgl. lit. styroti (Wurzel sti-)32 usw. Im Laufe der Zeit wurde die Bildung dieser Nomina vom Präsensstamm verallgemeinert. Die Präsens-Passivpartizipien der litauischen, lettischen und slawischen Sprachen waren anfangs wahrscheinlich ebenfalls Verbaladjektive, die sich später dem Verbalsystem annäherten und die für Partizipien charakteristischen Genus- und Tempusbedeutungen erhielten33. § 13. Diese Annahme wird auch durch den Gebrauch der Präsens-Passivpartizipien bestätigt. Wir haben gesehen, dass die Präsens-Passivpartizipien im Litauischen meist verwendet werden als 25 Žr. J. Friedrich, Hethitisch und „kleinasiatische“ Sprachen, 32, Berlin—Leipzig, 1931; И. Фридрих, Краткая грамматика хеттского языка, 146—147, Москва, 1952; H. Kronasser, Vergleichende Laut- und Formenlehre des Hethitischen, 210, Heidelberg, 1956. 26 Žr. Э. Бенвенист, Индоевропейское именное словообразование, 157 tt.; G. R. Solta, Gedanken über das nt- Suffix, Wien, 1958; B. B. Иванов, О значении хеттского языка для сравнительно-исторического исследования славянских языков. — «Вопросы славянского языкознания», 2, 17, Москва, 1957. 27 Žr. B. Krause, Тохарский язык, ТЯ 68; Э. Бенвенист, Тохарский и индоевропейский, ТЯ 97. 28 Plg. Э. Бенвенист, Индоевропейское именное словообразование, 156—157; Тохарский и индоевропейский, ТЯ 97. 29 Žr. A. Walde, J. Pokorny, Vergleichendes Wörterbuch der indogermanischen Sprachen, 1, 835 tt., Berlin und Leipzig, 1930; E. Fraenkel, Litauisches etymologisches Wörterbuch, 110, Heidelberg, 1955 tt. 30 Siehe K. Brugmann, a. a. O., 2. 1, 246; A. Walde, J. Pokorny, a. a. O., 1, 687—688. 31 Siehe A. Walde, J. Pokorny, a. a. O., 2, 125; E. Fraenkel, a. a. O., 43. 32 Siehe A. Walde, J. Pokorny, a. a. O., 2, 125. Weitere ähnliche Beispiele siehe K. Brugmann, a. a. O., 2. 1, 246 ff.; W. Vondrák, Vergleichende slavische Grammatik, 1, 552 ff., Göttingen, 1924; A. Meillet, Общеславянский язык, 285, Москва, 1951. 33 Auch B. Havránek bringt in seinem Buch „Genera verbi v slovanských jazycích“, 1937, die slawischen und baltischen Präsens-Passivpartizipien mit den Nomina auf -mo- in Verbindung (siehe E. Fraenkel, Die baltische Sprachwissenschaft in den Jahren 1938—1940, 16, Helsinki, 1941; das genannte Buch von B. Havránek war dem Verfasser des Artikels nicht zugänglich); vgl. außerdem T. Lehr-Splawinski, Cz. Bartula, Zarys gramatyki języka staro-cerkiewno-słowiańskiego na tle porównawczym, 89, Wrocław—Kraków, 1959. 108 Adjektive, die Möglichkeit, Zweck und Erfordernis bezeichnen und instrumentale, temporale sowie lokale Beziehungen ausdrücken. Sie können aus intransitiven Verben gebildet werden; auch wenn sie aus transitiven Verben gebildet sind, haben sie oft keine Genus- oder Tempusbedeutung. Ein solcher Gebrauch der Präsens-Passivpartizipien lässt sich nicht durch Adjektivierung und den Verlust der oben genannten grammatischen Kategorien erklären. Er ist nicht nur für die ältesten Denkmäler der litauischen Sprache, sondern auch für verwandte Sprachen kennzeichnend. Auch im Lettischen können Präsens-Passivpartizipien aus intransitiven Verben gebildet werden und eine Eigenschaft bezeichnen, die aus der Handlung (dem Zustand) des Bezugsgegenstands hervorgeht, z. B.: lipama sērga ‚ansteckende Krankheit‘ mirstams cilvēks ‚sterblicher Mensch‘ plīstamas lietas ‚zerbrechliche Dinge‘ usw.34 Mit Bedeutungen der Möglichkeit und des Zwecks drücken lettische Präsens-Passivpartizipien ebenfalls häufig instrumentale, temporale und lokale Beziehungen aus, z. B.: skutamais nazis ‚Rasiermesser‘, šaujams pulveris ‚Schießpulver‘, jājams kumeliņš ‚Reitpferdchen‘, šujama adata ‚Nähnadel‘, sējams laiks ‚Aussaatzeit‘, mirstamā diena ‚Sterbetag‘; dzīvojama vieta ‚Wohnort, Wohnung‘, guļama istaba ‚Schlafzimmer‘ usw.35 Im Altslawischen können Partizipien mit dem Suffix *-mo- ebenfalls nicht nur zur Bildung des Passivs verwendet werden, sondern auch als Adjektive, z. B.: vъsi znъemii ego Luk 23,49 ‚alle seine Bekannten‘, učenikъ... taimъ Jon 19,38 ‚der Jünger... verborgen (=geheim)‘36; einige von ihnen sind vom Präsensstamm der entsprechenden Verben unabhängig, vgl.: питомъ ‚gemästet, fett‘ und питаје, питѣје (Infinitiv питати, питѣти ‚füttern‘)37. Präsens-Passivpartizipien haben im Altslawischen ebenso wie im Litauischen und Lettischen sehr häufig Bedeutungen der Möglichkeit und Eignung (besonders mit Negation), z. B.: видимъ ‚visibilis, sichtbar‘, неразлѫчимъ ‚untrennbar‘, непобѣдимъ ‚unbesiegbar‘ usw. (vgl. russische Verbaladjektive mit dem Suffix -м-: незримый, непобедимый usw.). Außerdem können diese Partizipien auch eine „aktive“ Bedeutung haben (z. B. vědomъ ‚wissend, gelehrt‘, vgl. lit. žinomas žmogus ‚ein bekannter Mensch‘) und aus intransitiven Verben gebildet werden, z. B.: dvizimъ ‚beweglich‘, visimъ ‚hängend‘ (vgl. russ. зависимый), ležimъ ‚liegend‘. Die Übereinstimmung der Grundbedeutungen im Litauischen, Lettischen und Altslawischen zeigt, dass der adjektivische, hinsichtlich des Genus indifferente Gebrauch der Präsens-Passivpartizipien ursprünglich ist38 und ermöglicht es, ihren Zusammenhang mit den oben erwähnten indogermanischen Adjektiven mit dem Suffix -mo- semantisch zu begründen. Diese Adjektive bezeichneten mit einer Handlung verbundene Eigenschaften von Dingen, verfügten jedoch nicht über verbale Kategorien. Offenbar wurde ein Teil dieser aus transitiven Verben gebildeten Adjektive später in das System der verbalen Kategorien von Genus und Tempus aufgenommen. 34 Weitere Beispiele siehe K. Būga, Rinktiniai raštai, 1, 535—536; J. Endzelīns, Latviešu valodas gramatika, 999—1000, Rīgā, 1951. 35 Siehe J. Endzelīns, a. a. O., 998—999, sowie K. Būgas Manuskript „Medžiaga neveikiamiesiems dalyviams“, VVU Rankraščių skyrius, Nr. D 464 (RŠ 773). 36 Siehe А. Вайан, Руководство по старославянскому языку, 273, Москва, 1952. 37 Siehe А. Вайан, a. a. O., 273; A. Meillet, a. a. O., 269; W. Vondrák, Vergleichende slavische Grammatik, 2, 140, Göttingen, 1928. 38 Das Archaische des adjektivischen Gebrauchs der Präsens-Passivpartizipien zeigt auch der Vergleich mit altrussischen Belegen; siehe Б. А. Ларин, Из заметок о русско-литовских соответствиях. — «Научный бюллетень Ленинградского гос. университета», 11—12, 30—31, Ленинград, 1946. 109 stamm auf und erhielten Tempus- und Genusbedeutungen. Viele von ihnen wurden jedoch weiterhin aus intransitiven Verben gebildet und als Adjektive gebraucht. Damit erklärt sich die Doppelfunktion des Gebrauchs der Präsens-Passivpartizipien, die sowohl im Litauischen als auch im Lettischen und Altslawischen zu beobachten ist. SCHLUSSFOLGERUNGEN 1. Nur ein Teil der attributiven litauischen Präsens-Passivpartizipien bezeichnet Eigenschaften, die aus einer passiven Handlung hervorgehen, und besitzt Tempusbedeutung. Ein anderer Teil der Präsens-Passivpartizipien drückt weder Genus noch Tempus aus. Diese Partizipien können sowohl aus transitiven als auch aus intransitiven Verben gebildet werden. Sie werden wie bestimmte Adjektive gebraucht und bezeichnen beständige Eigenschaften von Dingen. 2. Präsens-Passivpartizipien haben meist Bedeutungen der Möglichkeit und des Zwecks (der Eignung). 3. Attributive Präsens-Passivpartizipien, die beständige Eigenschaften von Dingen bezeichnen, werden zum Ausdruck instrumentaler, temporaler, lokaler und weiterer Beziehungen verwendet. Sie sind produktiv und eignen sich zur Bildung neuer Begriffe und Termini. 4. Einige Präsens-Passivpartizipien bezeichnen Eigenschaften, die aus der Handlung (dem Zustand) des Bezugsgegenstands hervorgehen. In bestimmten Fällen können diese Partizipien parallel zu Präsens-Aktivpartizipien gebraucht werden. Die allgemeinen Gebrauchstendenzen der Präsens-Passiv- und Aktivpartizipien unterscheiden sich jedoch. Mit Präsens-Passivpartizipien werden gewöhnlich beständige, charakteristische Eigenschaften von Dingen ausgedrückt, die die bezeichneten Dinge von anderen ähnlichen Dingen unterscheiden. Die entsprechenden Präsens-Aktivpartizipien hingegen bezeichnen meist Eigenschaften, die aus Handlungen (Zuständen) hervorgehen, die in der Gegenwart oder zu der vom Satzprädikat angegebenen Zeit stattfinden, und nehmen nur selten eine adjektivische Bedeutung an. 5. Die Nähe der Präsens-Passivpartizipien zu den Adjektiven zeigt sich auch in ihren morphologischen Eigenschaften. Sie können gesteigert werden; von ihnen werden Adverbien und Substantive abgeleitet. In seltenen Fällen werden sie substantiviert. 6. Der adjektivische Gebrauch der Präsens-Passivpartizipien im Litauischen ist altertümlich und wahrscheinlich aus einer Zeit überliefert, als die von Verben mit dem Suffix -mo- gebildeten nominalen Formen noch nicht in das System der verbalen Genus- und Tempuskategorien aufgenommen waren. Abkürzungen A — Auszra. Tilsit 1883—1886. AfslPh — Archiv für slavische Philologie. Berlin (seit 1876). AK — Katechismas aba pamokimas wienam kvriamgi kriksczionivy reykiamas... Vntrukárt išspąustas WILNIVY... (Anoniminis 1605 m. katekizmas, cituojamas pagal leidinį: Der polnische Katechismus des Ledesma und die litauischen Katechismen des Daugsa und des Anonymus vom Jahre 1605... interlinear herausgegeben von Ernst Sittig. Göttingen, 1929). 110 Al — Alytus. ASpr — Die altreussischen Sprachdenkmäler. Einleitung, Texte, Grammatik, Wörterbuch von Dr. Reinhold Trautmann. Göttingen, 1910. ASpr V — Elbinger Glossar, zitiert nach ASpr. Avyž P — J. Avyžius, Palikimas, Vilnius, 1951. Balt PV — J. Baltušis, Parduotos vasaros, I, Vilnius, 1957. Baltr PS — A. Baltrūnas, Pavasario srautas. Vilnius, 1953. Bil R — J. Biliūnas, Raštai, I—II, Vilnius, 1954. BK — Naudinga bitių knygele... paraszyta par G. D. Settegast, Petropilie 1848. BM — Litauische Mundarten, gesammelt von A. Baranowski, Band I: Texte aus dem Weberschen Nachlass herausgegeben von Dr. Franz Specht... Leipzig, 1920. BrB — Biblia tatai esti Wissas Schwentas Raschtas Lietuwischkai perguldytas per Jana Bretkuna. Lietuvos Plebona Karaliaucziuie (1579—1590. Zitiert nach der Fotokopie der Staatlichen Universität Vilnius). BrP — Postilla tatai esti Trumpas ir Prastas Ischguldimas Euangelu... Per Jana Bretkuna... Karaliaucziuie... 1591. Brs — Barstyčiai, Kreis Seda. Brt — Batnininkai, Kreis Vilkaviškis. BSL — Bulletin de la Société linguistique de Paris (seit 1869). BsP — Verschiedene litauische Märchen. Gesammelt von Dr. J. Basanavičius, I—IV, Chicago, 1903—1905. BsV — Iš gyvenimo vėlių bei velnių. Surinko Dr. J. Basanavičius, Chicago, 1903. ChB — Biblia tatey ira Rasztas Szwętas... perguldytas Lietuwiszkai liežūwin užmariose nog Samuelies Bagusławo CHylinska (Bibel von Chilinskis, 1660). Cv R — P. Cvirka, Werke, I—XI, Vilnius, 1949—1953. Čiurl R — S. Čiurlionienė-Kymantaitė, Rinktiniai raštai, I—III, Vilnius, 1956. Dauk R — S. Daukantas, Rinktiniai raštai, Vilnius, 1955. DD — S. Daukantas, Darbay senuju Lietuwiu yr Žemaycziu, 1882, Kaunas, 1929. DnD — Christian Donalitius. Litauische Dichtungen.... herausgegeben von G. H. F. Nesselmann, Königsberg, 1869. DnR — K. Donelaitis, Raštai, Vilnius, 1950. Dov — Dovilai, Kreis Klaipėda. DP — Postilla Catholicka... Per Künigą Mikaloiv Davkszą Kanonłką Médnikų iż Įkęsiszko perguldita... Wilniui... 1599. Dr — Darbėnai, Kreis Kretinga. Ds — Dusėtos. Dsm — Dūsmenys, Kreis Daugai. DŽ — Wörterbuch der litauischen Sprache, I—V. Institut für litauische Sprache und Literatur der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR, Vilnius, 1941—1959. End — Endriejavas, Kreis Rietavas. Er — Eriškiai, Kreis Ramygala. gr. — Altgriechisch. Grdm — Gardamas, Kreis Šilutė. Grg — Gargždai, Kreis Klaipėda. Grž — Grūžiai, Kreis Joniškėlis. Gs — Geistarai (Didvyžiai), Kreis Vilkaviškis. Gud-Guz KIT — A. Gudaitis-Guzevičius, Kalvio Ignoto teisybė, Vilnius, 1952. IM — L. Ivinskis, Kalender oder Jahrbuch (1846—1877). Jabl — Zettel von J. Jablonskis in der Kartei zu DŽ, in denen die Quelle nicht angegeben ist. Jabl RR — J. Jablonskis, Ausgewählte Schriften, I—II, Vilnius, 1957—1959. Jabl R — Schriften von Jablonskis, I—V, herausgegeben von J. Balčikonis, Kaunas, 1932—1936. 111 JD — Litauische Lieder, aufgezeichnet von Antanas Juškevičę, 3 Bände, Kasan, 1880—1882. Jnšk — Joniškėlis. JV — Lietuviškos svotbinės dainos, užrašytos par Antaną Juškevičę... Petropylė, 1883. JŽ — Литовский словарь А. Юшкевича с толкованием слов на русскомъ и польскомъ языкахъ, I—III, Петропрадъ, 1897—1922. Mit demselben Zeichen werden Wörter aus dem nicht gedruckten Teil des Wörterbuchs von A. Juška gekennzeichnet. K — F. Kurschat, Littauisch-deutsches Wörterbuch, Halle a. S., 1883. K I—II — F. Kurschat, Deutsch-littauisches Wörterbuch, I—II, Halle a. S., 1870—1874. KGt — F. Kurschat, Grammatik der littauischen Sprache, Halle a. S., 1876. Klp — Klaipėda. Kors LKr — K. Korsakas, Literatūra ir kritika, Vilnius, 1949. Kp — Kupiškis. Krv R — V. Krėvė, Raganius, Vilnius, 1958. Kv — Kvėdarna, Rajon Šilalė. KZ — Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung auf dem Gebiete der indogermanischen Sprachen, begründet von A. Kuhn (nuo 1852 m.). lat. — lettische Sprache. LCh — E. Volteris, Litauische Chrestomathie, I—II, Санктпетербург, 1903—1904. liet. — litauische Sprache. LM — Literatur und Kunst. Herausgegeben vom Schriftstellerverband der LSSR. Lnk — Lenkimai, Rajon Skuodas. lot. — lateinische Sprache. Lš — Liškiava, Rajon Veisiejai. LT — Das litauische Volk. Schriften der Litauischen Wissenschaftlichen Gesellschaft, I—V, Vilnius, 1907—1936. Myk-Put S — V. Mykolaitis-Putinas, Sukilėliai, I, Vilnius, 1957. MK — Naujos labay privalingos ir Duzoms naudingos Maldu knygeles... išdūtos nūg M. Danijelo Kleino o Karalauczuje... MDCLXVI. MLLG — Mitteilungen der Litauischen Litterarischen Gesellschaft, I—VI, Heidelberg, 1883—1912. Mos — Mósėdis, Rajon Skuodas. MP — Postilla Lietuwiszka... iżduota... Wihniwy per Iokubą Morkuną... Metuose... 1600. Mrc — Marcinkónys, Rajon Varėna. Mrs — Miroslavas, Rajon Alytus. MT — Margarita Theologica, Collecta et conscripta à M. Adamo Francisci... o nu: Lietuwischkai jra perguldita per Simona Waischnota... Ischspausta Karaliaucziuje Prusu per Jurgi Osterbergera, mētusą... 1600. MT(PM) — Ape popieszischaike missche (Įrišta kartu su MT). MŽ — Littauisch-deutsches und Deutsch-littauisches Wörter-Buch... von Christian Gottlieb Mielcke... Königsberg, 1800. N — Wörterbuch der Littauischen Sprache von G. H. F. Nesselmann, Königsberg, 1851. Nér R — S. Nėris, Raštai, I—III. Vilnius, 1957. Nm – Kudirkos Naumiestis. NTS — Norsk Tidsskrift for Sprogvidenskap. Oslo (seit 1928). OG — Jan Otrębski, Wschodnolitewskie narzecze twereckie, I, Gramatyka, Kraków, 1934. Pc — Pociūnėliai, Rajon Šeduva. Pg — Pagiriai, Rajon Ramygala. Pl — Palėvenė, Rajon Kupiškis. Plm — Palomenė, Rajon Kaišiadorys. Pn — Panevėžys. 112 Pnd — Pandėlys Prn — Prienai. Png — Paringys, Rajon Ignalina. PT — Belehrung über den Anbau von Tabak, die D. Strukov auf Russisch verfasst und Jonas Girdenis ins Žemaitische übersetzt hat. Petropilie 1847. R — Littauisch-Deutsches und Deutsch-Littauisches Lexicon... von Philipp Ruhig... Königsberg... 1747. RD — Die Lieder von Liudas Rėza. 3. Ausgabe des ersten litauischen Liederbuchs, I—II, Kaunas, 1935—1937. Rd — Radviliškis. Rdd — Raudondvaris, Rajon Kaunas. Rdm — Rudaminà, Rajon Lazdijai. Rg — Ragainė. Rgv — Raguva, Rajon Troškūnai. Rk — Rokiškis. Rm — Ramýgala. Rš — Rimšė, Rajon Dūkštas. Sch — Litauisches Lesebuch und Glossar von August Schleicher, Prag, 1857. SD — Dictionarium trium linguarum, In usum Studiosae Iuventutis, Avctore... Constantino Szyrwid... Quinta editio... Vilnae... M.DCC.XIII. SE — Summa Abā Trumpas iszguldimas Ewangeliu... Kiedaynize... 1653. Sim R — I. Simonaitýtė, Werke, I—VI, Vilnius, 1957—1958. Sim VK — I. Simonaitýtė, Vilius Karalius, I—II, Vilnius, 1956. s. ind. — altindische Sprache. Skp — Skapiškis, Rajon Pandėlys. Slnt — Salantai. Sn — Seinai. SP — Punkty Kazań... Przez... Konstantego Szyrwida... w Wilnie... (I—1629, II—1644). Srv — Surviliškis, Rajon Dotnuva. Ss — Siesikai, Rajon Ukmergė. s. sl. — altkirchenslawische Sprache. St. balt. — Studi baltici. Rom (seit 1931). StnD — Daynas Žemaycziu surynktas yr yšzdutas par Symona Stanewicze... Wylniuje... Metuose 1829 (cituojama pagal J. Lebedžio 1954 m. fotografuotini leidimą). Sub — Subačius, Rajon Kupiškis. Sv — Svėdasai, Rajon Anykščiai. Š — Lietuvių ir rusų kalbų žodynas. Sudarė D-ras J. Šlapelis, Vilnius, 1921. Šimk AL — J. Šimkus, Apie literatūrą, Vilnius, 1956. Škn — Šakyna, Rajon Žagarė. Šts — Šatės, Rajon Skuodas. Svn — Šventežeris, Rajon Lazdijai. Švnč — Švenčionys. T — Tiesa. Organ des ZK der KP Litauens, des Präsidiums des Obersten Sowjets der Litauischen SSR und des Ministerrats der Litauischen SSR. Trk — Tirkšliai, Rajon Mažeikiai. Trs — Truskava, Kreis Ramygala. tsp — sowjetische Presse. Tv — Tvėrai, Kreis Rietavas. Up — Upyna, Kreis Skaudvilė. Užv — Užventis. Vaižg RR — Vaižgantas, Gesammelte Schriften, I—II, Vilnius, 1957. Vb — Vabalninkas. Vd — Vydūnas (Vilius Storasta, 1868—1953), seine Schriften. VEE — Evangelies bei Epistolas... perguldytas ant Lietuwischka Szdodzia per Baltramieju Willenta... Ischspaustas Karalauczui... Metu M.D.LXXIX. 8. Kalbotyros klausimai, IV 113 Vencl GD — A. Venclova, Gimimo diena, I, Vilnius, 1959. Vencl — A. Venclova, Raštai, I—III, Vilnius, 1955. Vencl TB — A. Venclova, Taikos balandžiai. Vilnius, 1952. WP — Išguldimas Evangelių per wisws Mettvs, surinktas dalimis isch Davgia Pastillv... (Anoniminė 1573 m. postilė, saugojama Volfenbiutelio bibliotekoje). Vm — Varėna. ZfslPh — Zeitschrift für slavische Philologie (nuo 1925 m.). ŽR — Žemaitė, Raštai, I—VI, Vilnius, 1956—1957. ZUM GEBRAUCH DER PASSIVISCHEN PARTIZIPIEN DES PRÄSENS В. И. АМБРАЗАС Zusammenfassung Im Litauischen hat nur ein Teil der attributiven Partizipien des Präsens passivische Bedeutung. In solchen Fällen werden sie von transitiven Verben des imperfektiven Aspekts gebildet und können in Verbindungen mit einem Genitivus auctoris auftreten (genetivus auctoris). Attributive Partizipien mit konkreter passivischer Bedeutung sind für die literarische Schriftsprache charakteristischer; in den Dialekten kommen sie vergleichsweise selten vor. Die meisten attributiven Partizipien des Präsens drücken weder Tempus noch Genus verbi aus und werden als von Verben abgeleitete Adjektive verwendet, die beständige Eigenschaften der bezeichneten Gegenstände benennen. Oft haben sie eine Möglichkeitsbedeutung (z. B.: suprantama knyga „ein verständliches Buch“, neapsakomas džiaugsmas „unbeschreibliche Freude“) und eine Bedeutungsnuance der Bestimmung oder Eignung (z. B.: geriamas vanduo „Trinkwasser“). Zwischen diesen Partizipien mit qualitativer Bedeutung und den von ihnen näher bestimmten Substantiven bestehen instrumentale (z. B.: jojamas arklys „Reitpferd“), lokale (z. B.: gyvenamas namas „Wohnhaus“), temporale (z. B.: priimama diena „Sprechstundentag“) und nicht selten auch noch freiere Beziehungen (z. B.: puolamoji liga „Fallsucht“, skubinamas darbas „Eilauftrag“). Passivische Partizipien des Präsens können auch eine Eigenschaft ausdrücken, die mit einer Handlung oder einem Zustand des bezeichneten Gegenstands selbst verbunden ist, z. B.: gydomas vanduo „heilkräftiges Wasser“, spiegiamas balsas „schrille Stimme“, pasiturimas žmogus „wohlhabender Mensch“. Von den Aktivpartizipien des Präsens unterscheiden sich diese Passivpartizipien durch ihre qualitative Bedeutung sowie durch das Fehlen der Kategorien Tempus und Genus verbi. Mit Adjektiven sind viele passivische Partizipien des Präsens auch morphologisch verbunden: Sie können Steigerungsformen- 114 Ohne Vergleich werden aus ihnen Adverbien und Substantive gebildet, und manchmal werden sie selbst substantiviert. Der Gebrauch von Passivpartizipien als deverbalen Adjektiven ist eine alte Besonderheit des Litauischen und kann nicht durch einen Prozess der Adjektivierung dieser Partizipien erklärt werden. Die Übereinstimmung der grundlegenden adjektivischen Bedeutungen der Passivpartizipien des Präsens im Litauischen, Lettischen, Altkirchenslawischen und Altrussischen sowie ihre morphologische und semantische Verbindung mit den entsprechenden Formen anderer indoeuropäischer (insbesondere tocharischer) Sprachen weisen auf den primären Charakter der qualitativen Bedeutung dieser Partizipien und ihre Verbindung mit indoeuropäischen Nomina auf -to- hin (vgl. skr. bhīmaḥ ‚schrecklich‘).