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S. Daukanto pastabos dėl G. Neselmano žodyno

J. Kruopas

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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, V LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA S. DAUKANTAS’ ANMERKUNGEN ZUM WÖRTERBUCH VON G. NESELMAN J. KRUOPAS Im Zusammenhang mit S. Daukantos lexikografischen Arbeiten wurde erwähnt, dass er G. Neselmans „Wörterbuch der littauischen Sprache“ (1851) benutzte und mehrere Dutzend Seiten mit Anmerkungen zu einzelnen Wörtern Neselmans versah1. Diese umfangreichen Anmerkungen sind eine interessante Quelle für die Erforschung der Entwicklung des Wortschatzes der litauischen Literatursprache. Nachdem ihr Anfang (S. 1–4) in Bd. IV der „Fragen der litauischen Sprachwissenschaft“2 veröffentlicht worden ist, werden hier die übrigen Seiten (S. 5–36) publiziert. [5] Pałəs, Stück oder Teil eines Leinentuchs, zwei V drei Pałų zusammenlegen / Susti, ein mageres Kind, schläfrig sein wollen / sùsties traurig werden / Puškas, wasserbläschenförmige Ausschläge am Körper / pùszkùti pusteln, Bläschen an der Hand / Popute Ausschlag an Händen oder Beinen / Papautas, Schwielen an Händen oder Beinen / Dünke pis / Szaszas Kruste von Schorf / Mitukas Czaprak / Stute Gręgel, Stutes Musztė / Riauszis V blutig / Kramas pl. Kramaj lebender Park / żydas nukramis / Kramùtas nukramti abhobeln / Krame Kopf eines Reptils / Dederwine Flechte / Strazdanotas sommersprossig / kiperšuti czwal fahren / Pakirda Kinder /... nichtcz [Der erste Buchstabe des Wortes ist unleserlich: möglicherweise – priderme] / eržinti wajkej Mädchen aufwiegeln, eržėn / urdieti, szu urd / Kresnas V brutzeln, Reste des ausgeschmolzenen Fetts / nuwiesi ahus nuwiesis / kedenti Wolle kämmen / Patemėnkas [der zweite Buchstabe des Wortes ist unklar – ähnlich a oder o] / ermas Monstrum / ermùties Monster erschaffen / Podis Ei / Podielis / Sùsis, ein Pferd, das abmagert / Susti / Gelžgalis altes Eisen / Kiriejus / Plienas / Gejszis / Skarda / Gelambie / Pawilne / Bukti stumpf werden, die Axt wird stumpf / Bukis / Krumszlys / Lekis vor / Pikczùs / Itartic Verdacht, itaremas verdächtig / Itarti, Verdacht hegen / imajsyti Brot vermischen / imajsžimas / iszmajszyti / sumajszyti / Pamajszyti / Pagires / pagirioti / Walktis Mist des Ochsen / Siebierże / Brukstie / iszwepti / kuksznis / skrešti, schmutzig werden / suskrešti, schmutzig werden, es wird schmutzig / Brešti reifen / Brinsti vertrocknen / z. B. žiame nubirnda pradėja žiame brinsti / Blakczoti das Feuer flackert / Blijkterieti / Twaskieti das Feuer lodert mit großer Flamme / Bubnoti das Feuer knistert / Spejgas Frost / Spejgùti frieren lassen, spejgùta žiema / Spiginti sehr frieren / Žildinti Milch erwärmen / Žildyti / Žildinej sużila pienas / Rieszutauti / obùlauti / ùgaunti / grybaùti / grybinieti / obelinas / Gruszynas / Sliwinas / awietynas / Serbentynas / miszyti durcheinander mischen / miszinys / Aszoklynas [Gestrichen: Kugis] Pakùge / Brùdis / grybinieti / [6] spragis einmal eine Öffnung im Zaun, ein andermal eine Raupe / spręnkti, sprankstyti spragi uszprankstyti / ardimas Öffnung, Schlitz / atardyti auftrennen, den Zaun öffnen / ardaj, arkitaj / Dauba Senke / P. Nesel. kaž. pisa seli Saliklinykas ich weiß nicht warum / stijgaras für Fuchstabak oder anderes, bei jungen Gänsen / dyglys Dorn / dygterieti stechen / prasilukszti, der Ring hat sich bereits geöffnet / łukszyties der Ring öffnet sich / iżyti Bohnen, Erbsen quellen lassen / iżinas / Rieszutų kiawahaj / rupesnis-nie rupestis / Aglas ungehobelt, grob / Skiemù, pl. Skieminis / Adwerniszkaj / Adwerniszka kalba / Rukszła Maszczka / Rukszłotas Gesicht mit Runzeln / Rukszłoti / Žambas Pflugland / Kastinys eine Art Butter / Kùkole Nasenschleim / Aszminys Schneide / Parugas dünne saure Milch / Pasùkas Buttermilch / Kerna Gefäß, in dem Butter geschlagen wird / Kernoti tadeln, verderben / Dwidugne Gefäß / Apsalti sich einnisten / Stauris Mensch 1 Žr. J. K r u o p a s, S. Daukanto leksikografiniai darbai, „Lietuvių kalbotyros klausimai“, t. 4, Vilnius, 1961, p. 301—317. 2 Žr. ten pat. 227 „Ungehobelt“ / Kogalwej / Kogalwes / Kruczkas / Adatinyczia / Agūninas agūningas / Akas žemajtisze, / cketys / adatas bulis ne akis / Knospe heißt nicht „auge“, sondern „Knospe“ / nicht ant akiu pazinti, sondern nu akiu pazinti, ant akiu nupulti heißt „an den Augen erkranken“ / Aklei heißt nicht nur Bremze, sondern akle bedeutet „das Auge bedeckend“ / Lielis ist eine Nachtrabe, nicht ein blinder Rabe / Anksztumas heißt Enge; bei den Žemaiten bedeutet es gedrückte Sztime winseldes hundes / iszparpti kaklas iszparpis / Ant antaj, tam, bei den Žmud. auch den noch, nikszt destoweniger / Anksztauți, anksztūti, bites anksztū, zwiadi pczuł opatrują miejsca / Anksztara, nicht aksztira / Ansa, Handgriff / Gajgalas / Antrinikaĭ heißt „Getreide vom zweiten Feld“ / Akminynas ist ein Ort, wo viele Steine sind / stiegaras, akstinas hervorkommende Federn / akstyniczia, Orte, wo akstys abgelegt werden / Aktowas, nicht aktawa wie bei Neselman, der achte Tag nach dem Fest / akwata, statt ukata / akwatus, fröhlich / aladzios, plincej, auf Žemaitisch, auf Russisch oladi / [7] Nūwolas, a, keilförmig (Sz) / Wocziotas, a, mit Geschwüren behaftet / T / Tadū, daher, also (Sz) / Talorus, aus, m. ein Thaler (Sz)/Suraszimas veikalų tapusių metose (Sz) / Tapalas, o, m. (3) Papier / Tarma, os, f. Rede (3) / Tarme, es, f. dass (3) / Nutartinnes kningas, eine Schmähschrift (3) / Patąrle Sprüchwort (3) / Prėsztarninkas Widersacher (3) / Tarpintojis, o, m. der Hä́scher, Gerichtsdiener (S) / Taworus daryti, ein Lager aufschlagen (S), Taworelis, o, m. ein Zelt (3) / Taworine, es, f. ein Kramladen (3) / Aptaisalas, o, m. Teppich, ein Vorhang (S3) Kortyna / Taizkius, i (?) ansehnlich, stattlich, (3) Okazaly / Tau (3) / Tauszkojis, klappenschüssig (3) klapnogi / in 3 aber findet man doch Te / Itakas, o, m. Mündung eines Flusses (3) / Telinga karwe eine tragende Kuh (3) / Teletina os m Kalbfleisch (3) / Apsitelinu, inau, isu Kalben (3) / Patekte (3) / Terliczia ein irdenes Becken (3) eine Reibenapf / Terp für Tarp (3) / Nuteru ertragen, erhalten, nicht loslassen / Tiesū kningas, Gerichtsakten / (3) Tiesas numan̨as. ein Rechtskundiger (3) / Tėsus waraftig recht (3) / Tėsadaris der Richter (3) / Užtėstuwe, eine Bettdecke (3) / Tetiwa die Sehne, cięciwa (3) / ukelis, nutruka / [9] Da ist eine untrennbare Präposition; eine solche Präposition gibt es in der litauischen Sprache nicht. P. Nesselman, es ist das polnische „do“, eingeführt bei den Preußen; bei uns wird es durch prie, nu, zamiast ersetzt. / Das Wort dabinu kommt ebenfalls aus dem Polnischen: „zdobię, ozdobie“; bei uns heißt es gražinu, išpušti, pūšties, bei den Preußen dabinties. / Daboj, ich passe auf; dabok żūsys, awys, sagen Jäger gewöhnlich; dabok tu szmōtu iszejs wilkas. Daher das Wort daba, es bedeutet das Bewachen von etwas; dies ist bei den Litauern und Letten üblich. / Bei uns nicht daglas, daglūs daglis, sondern degłas deglus, deglis. / Dagūs ist eine ungenaue Aussprache für dajgūs, padaigas, dygus; dagus aber bedeutet brennbar, was sich schnell entzündet. / Nicht dakaniju, „verantworten“; sondern dakanoju, patraszę, z. B. wanagas wisztą sudakanojo. / Nicht dakaś, sondern takas, sawo takū ejti; bis heute ein Sprichwort. / Nicht dakotas, ein Dukaten. Bei uns raudonasis, denn dakotas und dakutas versteht man bei uns nicht. / Statt daktaras sagt man gydytojas, wajstytojas. / Bei Nesel. Padalgė, bei uns Pradalge. / Nicht dalinū, sondern dalijū, „ich teile“; nicht dalinū, sondern dalijūš, „ich teile mich“. / Nicht donis, sondern dūnis, Abgabe, Zins. / Nicht žuvys izdaryti, sondern ežehus [erželus] oder kujlus, tekuis izdaryti statt iszromyti. / Padaryste, nedaryste; einen solchen Ausdruck finde ich weder im Žemaitischen noch im Litauischen. / Perdarau V Pardau bedeutet „ich ziehe mich um“, nicht „umarbeiten“. Susidarau bedeutet „ich kleide mich an“; einige Kleidungstücke, so sagt man: susidaryk gėraj, kad nesuszałtumi. / Nicht smarstwas, sondern smakswas, / zwischenzeitlich darbūjus, ich beschäftige mich mit etwas; es aufgeben / Nicht darga, sondern dargana sagt man für schlechtes Wetter. [10]. Uždirbimas, der Verdienst; außerdem gibt es Uždarbe, Verdienst. Uždirbimas passt eher zu irgendeiner Einfriedung oder Umzäunung, z. B. ar tejp rejkieja awims garda uždirbti; am häufigsten sagt man statt dessen užtjasysti. Apsidirbti bedeutet, dass wir fertig sind: Wir haben alle Feldarbeiten erledigt, das Heu gemäht, Roggen und Sommergetreide eingebracht und den Roggen gedroschen; das heißt apsiderbom. / Dawadas, bei uns rieda pariedimas / bei uns nicht dažas, sondern dažive, Farbe / bei uns nicht dažytojis, sondern daživininkas; dažyti bedeutet auch, Lichter aus Talg oder Wachs zu machen: Das wiederholte Eintauchen in Talg nennt man žwakes dažyti. / Padažas bedeutet bei uns einen dünnen Brei aus Hirsemehl, der in süßer Milch gekocht und reichlich mit Butter versehen wird; in diesen Brei tunkt man mit einem Löffel, vom Wort dažyti, „eintauchen“. / Nicht dagis, sondern dajgas, / dajgus bedeutet, was keimt, und dygus, was sticht, dygi erszkėtej. / Nicht dajldiziskas, sondern dajlidinis. / Dajniczia heißt bei uns milžtuwe; daugėlis nicht menge, sondern dasselbe wie tuli, / daugnora, V daugnoris / dauba bedeutet Schlucht, dūbe Grube, / bei uns sagt man nicht dužėtas, sondern szukietas, und so sagt man szukietas dantis, szukietas sklejniczia. / Dužiš bedeutet nicht „Bruch“, sondern „Schlag“. / Bei uns nicht debrūs, sondern vebrūs, Biber. / Großvater sagt man bei uns boczius, nicht dědas; proboczius heißt Urgroßvater, / nicht dederwinas, „flechten“, sondern dederwine, Flechte, / nicht pradiedas, sondern proboczius, / destis bedeutet bei uns Ereignis, Zufall. / dietuwas pl. waj (dietuwaj) heißt bei uns spaustuwaj. Nach Zem. BgrābiB nicht iszdiejimas, sondern ladojimas. / Pasidieti bedeutet, sich bei jemandem einzuquartieren; wedų esau pasidiejusis pas Pona Smugleciu. [11] Dėdūk heißt bei uns Diewedūk, / degloju oder dagioju bedeutet mir wohl dasselbe, z. B. / Der Küster sagt in der Kirche dagiok zwakės: nicht eine Kerze, sondern viele Kerzen, dagiok. / Degas heißt bei uns gajsras. / Degnis heißt bei uns degie- 228 …, bei uns degsnis, die Pflanze potentilla tormentilla; bei uns nicht Nedėnis „unglücklich“, sondern nelajmingas; nicht dėna, sondern dieni; karwe, dieni kumele; dėndėnu bedeutet bei uns „bildīnu“. tonen donnern, z. B. Perkunije subildėja, die Brücke tönt beim Überqueren. Nie „Vorhang“, sondern užhajdine. / Pridaryste – ein solches Wort gibt es bei uns nicht, denn es stammt von daryti, z. B. rejks deszras daryti. / Nesuderme „Empörung“, sondern niezgo da. / Nie sudara, sondern sādāras, „Eintracht“ [Im Folgenden im Manuskript durchgestrichen: Waffenstillstand]. Derwa ist nicht Kienhols, sondern smala, z. B. derwingas medis, „harziges Holz“. / Nicht dešėtine, sondern deszimtine. / Nicht dešėtkajs, sondern deszimtimis. Nicht dešėtnykas, sondern deszimtynykas. Deszimts V deszimtas, nicht indeclin, sondern bedeutet „der zehnte“. Nicht deszimtina dalis, sondern deszimtoie dalis. Nicht Deška, sondern minkytuwis. / Detšėkas – ein solches Wort gibt es nicht. Nicht diewajcziu „Verehrung“, sondern Diewajcziu poseijimas. / Nicht Deiwe, „Gespenst, Nachtgeist“, sondern Wicle. / Diewieti bedeutet „Kleidung tragen, benutzen“. / Nicht dewinos deszimtis, sondern dewines deszimtis. / Dewintines bedeutet nicht „Fronleichnam“, sondern „Gedenken an einen Verstorbenen am neunten Tag nach dem Tod“. / Deže gibt es bei uns nicht. / Nicht dyba, sondern dybas, daher dybawoti „bei pregerża üben“. / Didžiulis bedeutet nicht „ein Große“, sondern dummy „prächtig, aufgeblasen“; daher didžiuties „sich brüsten, stolz sein“. / Nicht didžiauj u, sondern didžiūjus. / Nicht didzturis, sondern didzturtis. / Dyge, żuwis heißt bei uns pūkis; / Nicht dygle, sondern dyglýs bedeutet „stechen“. / Padajgas heißt bei uns stiegaras. / Dygūs „kitzeln“, dygejimas „Ekel“, dygieli „kitzeln“. / Dyselis heißt bei uns grūžulas, diszel. / Nicht Dywas „Wunder“, sondern stebuklas, daher stebieties „sich wundern“. / Nicht Dywžajslis, sondern moninykas, daher monioju „ich täusche vor, erfinde“. / Nicht dobė, sondern dūbe. / Nicht dokuczoju, sondern szyzinu. / Nicht doleris, sondern musztinis. / Nicht dūttas, sondern bei uns dowinas. / [12] Dūsnus, dosningas bedeutet bei uns „freigebig“, nicht „reich“. Er sagt selbst später dūsn umas „Freigebigkeit“. / Nicht dadūmi, sondern pridūmi. / Nudūmi bedeutet nicht „beim Verkauf etwas anpreisen“, sondern „abgeben“, z. B. nudūmi sawa dukterį už bajorą, už pilonį; sogar in einem Lied heißt es: „tejp tolij žadieta, tejp tolij nudūta dd.“ Nusidūmi bedeutet nicht „sich stellen“ oder „sich verstellen“, sondern „sich ereignen, geschehen“, z. B. tejp man nusidawia, „so ist es mir zugestoßen“. / Padūtuwes – ein solches Wort gibt es nicht; vielleicht könnte es auf einen Arrestanten bezogen werden: „asz jam to jest urzędnikowi, padawiau i rankas“, sowie auf ein Verlobungsmahl. Nudūtuwes. / Nicht iszpadūmi „ausliefern“, sondern isz dūmi V padūmi; iszpadūmi – ein solches Wort gibt es nicht. / Nicht pardūtimas, sondern pardawimas; das Wort pardūtimas gibt es nicht. / Ebenso gibt es die Wörter Pardūszke, Pardūszkej „der Verkauf“ nicht, sondern pardosas, Pl. pardosaj „Verkauf“. / Nicht pradūkas, sondern bei uns pradotkas. / Sudūtuwes könnte „Beitrag“ bedeuten, und zwar im Singular sudūtuwė, nicht „Verlobungsmahl“. / Nicht uždawimas „Verpachtung“, sondern isznumojimas. / Nicht dūjej „Daunen, Flaumfedern“, sondern pūkaj. / Dūninykas ist eigentlich nicht „Bäcker“, sondern dunkėpis, das heißt „Bäcker“. / Dūjoju bedeutet eigentlich, dass ein sehr feiner Regen fällt; daher heißt ein solcher Regen wikdūjis. Bei einem solchen Regen schlachten die Wölfe gewöhnlich Vieh. / Duka bedeutet nicht „ein Tor“, sondern „Wahnsinn“, wie er selbst sagt: dukti „tollen, rasen“. Dukas gibt es bei uns nicht. / Ein anderes Mal heißt dukas „übler Geruch“; bei uns sagt man dwokimas, dwokti bedeutet „stinken“. / Nicht dukaunas, sondern dwasizkas. / Bei uns nicht duksas, sondern tukłas, von tukti; daher sagt man stūtūkis. / Iszduktere – ein solches Wort gibt es bei uns nicht; die Pflegetochter heißt bei uns augintine. / Unsere Kartoffeln sind ne dule, sondern dulis bedeutet bei uns eine große Birnensorte. / Nicht uždudziu „ein Fundament legen“, sondern pamatauju, vom Wort pamatas „Fundament“; oder man sagt pamatus dedū swirnuj, griczej. / Nicht dulkti, sondern dulketi, freg. „sich seiner Natur entsprechend abmühen“, denn man müht sich ständig und ungleichmäßig ab. / [13] Dulkėna – ein solches Wort gibt es nicht. Vielleicht dulkinas, dulkina, dūna bedeutet „mit Mehl bestäubtes Brot“. / Bei uns bedeutet dūmi, dumti, wenn man Fische mit einem Netz fängt und sie zum Ufer treibt; es gibt also pakriausza oder lozniak am Ufer. Dann springt ein Fuß im Wasser unter dem lozniak hervor, als wäre ein Fisch herausgesprungen; wenn das dort geschieht, bedeutet es bei uns dūmi, dumti. / Ein anderes Mal bedeutet dumples dumti „den Blasebalg drücken“, nicht „ich bin in dem Wahne“; bei uns bedeutet swajtieji „ich bin in dem Wahne“, swajtieju „ich bin in dem Wahne“. / Ein drittes Mal bedeutet dumiu dumti „Sand aufschwemmen“, z. B. upe abdumia smiltėmis łankas V piewas. Už dūmia bedeutet gerade, dass das alte Flussbett mit Sand zugeschüttet und ein neues gebildet wurde. / Nicht dungstu, sondern dungsnoju „ich klopfe auf den Boden“. / Dunklaju – ein solches Wort gibt es nicht. / Bei uns sagt man nicht szirdis sint ne dundą; eine große Fliege brummt bei uns dun dun, von dundeti „brummen“. / Durnas heißt bei uns mulkis. / Dur- nauju heißt bei uns mulkinū. / Galwadurejs heißt bei uns kulwertejnis. / Dusas heißt bei uns dusulys „schwerer Husten“. Dusu, dusieti „schwer husten“. / Dranaras heißt bei uns pranaras „Maserholz“. / Draska „Eisenschuppe“ heißt bei uns plostakė. / Drąsa – ein solches Wort gibt es nicht, sondern drąsybe „Kühnheit, Mut“. Nicht drastus, drastej, sondern drąsus, drąsej. / Nicht drawis, sondern drewe „Bienenstock“. / Bei uns sagt man nicht draubinu, sondern wizginu, z. B. szu ūdegą wizgen. / Padraubelis, padraubele – solche Wörter gibt es bei uns nicht; ich glaube, sie sind aus padraugelis, padraugele gebildet, vom Wort draugas „Freund“, aus dem Russischen. / Drauczius heißt bei uns ragotine. / Sudrausti bedeutet „bedrohen“. / Nicht draugalas, sondern svetmoris; bei uns heißt es auch nicht draugala, sondern swetmoterie; davon kommt das Wort swetmoterauti. / Drėbeles heißt bei uns žlaugat. / Drebulė heißt bei uns apusze. Drebulynas heißt bei uns Apuszrotas. / Draugėlie bedeutet bei uns „Sommermist der Kuh“. / Bei uns nicht Drėžle, sondern … 229 grieže, „Drescher“, und Wachtel heißt bei uns putnełke. / Drejóju bedeutet nicht „glatt streichen“, sondern „in Streifen führen“, wie sie driežas, die Eidechse, hat; daher heißt ein gestreifter Hund drėjainis, držiokas, wenn er kariert ist, marginis. / Drejnelieju – ein solches Wort gibt es nicht. / Nicht drybau [4] boja, bosu, dryboti, sondern drėbiu, biau, siu; / drėbti bedeutet, einen nassen Gegenstand zu werfen, z. B. driebiau szlapę sermėgą i szali. / Drimbu, dribau, dribsiu, dribti bedeutet, dass nasser Schnee in großen Klumpen fällt, z. B. szłapdraba drimb, kiaura diena szłapdraba driba. Ein anderes Mal bedeutet es, schwer und hilflos zu sein, außerstande, sich selbst zu beherrschen: etwa ein Betrunkener driba i łową, oder ein Kranker, der gehen will, aber zu schwach ist und auf den Boden fällt: ligonis eidamas driba i asłą. Dasselbe gilt, wenn jemand sehr schläfrig ist und sich kaum noch beherrschen kann, z. B. tiewas nuwargis driba i łową. Davon abgeleitet sind sudribti, padribti; man sagt also sudribis esu, padribis esu, das heißt: „Ich kann mich nicht mehr beherrschen“, wobei man versteht, dass er Ruhe braucht. Es gibt auch das reflexive Verb pasidrebti: Wenn jemand erschöpft irgendwo niederfällt und dort einschläft, sieht ein Vorübergehender, dass er sich an einem ungeeigneten Ort hingelegt hat, und sagt: o tas kami pasidrebis? Daher heißt „liegen“ auch dribsoti, z. B. fragt der Hausherr: kame Jonas? onska dribsa prisżinykės asfoj; arba dribsa po klewų po wobeli. / Es gibt noch ein häufig verwendetes Wort, drabstau, tiau, tysiu, drapstyti, z. B. rudini tekinej drabsta purwus ant ratų; ferner die Zusammensetzungen sudrabstia, apdrabstia, nudrobstia, z. B. drabužej nudrabstyti purwajs oder sudrabstyti purwajs. Also nicht „an etwas hängen“ und nicht „herabhängen“. Ebenso kann man nicht sagen debesıs dryba, es sei denn kawał debesies nudriba. Gewöhnlich sagt man bei uns, wenn irgendwo schwarze Wolken stehen: debesis nikusa, padribusos akys „triefende Augen“ sagt man nie; vielmehr žlibas akys, das Substantiv žlibis bezeichnet jemanden, der auffällige Augen hat. Alle seine Zusammensetzungen sind falsch erklärt, wie du aus den obigen Grundformen leicht wirst erkennen können. / Nicht Drygere; bei uns heißt es tekorius, und tekinti bedeutet „drechseln“. / Nicht Drigna „ein Hof um den Mond“, sondern wogulys apej mienęsi oder Ogulys. / Drigne ist nicht dasselbe, sondern drigne, Pl. [dr]ignes, ist eine Pflanze, mit der man Speisen würzt; sie ist bei uns allgemein bekannt. Man sagt saka bene drigniu ab-sjedis, „ob du nicht zu viel gegessen hast“, während er mit kolo „Ring“ um den Mond meint; er irrt sich also schon sehr weit. / Nicht driju, sondern [Gestrichen: dręsų] drensų; Neselman vertauscht die Formen stellenweise. / [15] Nicht drowiùs, sondern drowiùs. / Druczkoju heißt bei uns trisnoju, von triesti „sich erleichtern, scheißen“. / słapdrugis heißt bei uns Szłapdrugis. / Drugis heißt bei uns plęsztęke „Mottenraupe“, vom Wort plęsdeti oder plasteti „mit den Flügeln schlagen“. / Drumstas bedeutet nicht „Bodensatz“, sondern „trübes Wasser“, drumstas wandù. / Drunù, sondern trunù, z. B. sutruniejis drabuzis „verrottete Kleidung“, sutruniejusi drobe „verrottetes Leinen“. Eigentlich heißt es truniejų, natürlicher, denn es geschieht nicht sogleich, sondern über längere Zeit. Bei Bäumen sagt man treszti, bei allen Woll- und Leinenstoffen trunieti. / Nicht sustowieti drutaj, sondern sustoti drutai, denn sustowieti bedeutet, viel Mist zu machen, z. B. musu kar-wes szi meta daug miesztu sustowieja. / Bei uns sagt man außer drutas für einen runden Gegenstand auch druk tas, a, z. B. drukti rūstaj, dukti kažilaj, druk tas wołas, druk tas żmogus „ein dicker Mensch“. Wenn es um Dicke geht, sagt man storas muras, stora plita, storas stogas, stora siena, storas stiklas. / Drutine deszra heißt bei uns skrandis, nicht „maciek“, sondern „Pansen“. / Bei uns druktinù „ich mache dick“. / Padwarija heißt bei uns kicmas. Padworie ist ein russisches Wort. / Nicht dwasas, sondern dwasia. / Bei uns nicht dwasauju, sondern dwie-kuju „ich atme“; deshalb zieht man bei uns offenbar Zähne, um es von dwasioju zu unterscheiden, was „häufig sterben“ bedeutet, z. B. musù kialues iszdwągia, dwesų „ich sterbe“. / Bei uns nicht atsidiwestu, sondern atsidweśu, häufiger sagt man dwase atgaunu. / Bei uns nicht neidwesu, sondern ikwiepù „anhauchen“. / Bei uns nicht nudwestu, padwestu, sondern nudwesu, padwesu „ich sterbe“. / Dwaljiu bedeutet bei uns „Pferde nebeneinander zusammenbinden“; man sagt dwajłus sudiejau arklus oder sudwaljiau. Jszdwajliju bedeutet „ich binde los“. / Bei uns sagt man nicht dwejste, sondern dwejiba. / Nicht dwejoksaj, sondern man sagt dwejokaj. / Bei uns sagt man nicht dwinys, sondern dwinaj, Pl. „Zwillinge“; einen Singular gibt es nicht: dwinus pagimdias, wienas isz dwinù miria. [6] Ich würde meinen, dwigymis bedeutet „Hermaphrodit“, nicht „mit zwei Gesichtern“, denn bei uns gibt es das Wort dwivej-dis. / Bei uns bedeutet dwylas nicht „schwarzköpfig“, sondern „dunkelkastanienbraun“. / Es gibt auch Zusammensetzungen des Wortes Cypu: cypinu, z. B. kate pełę sucypina, nucypina; das bezieht sich auf Hunde, Katzen und Mäuse. Für Ratten sagt man bei uns zu Kindern klykłti, z. B. kudikis klyk; wenn es nicht weint, sondern vor Freude, sagt man klykautu, nelejsk wajka kad klykautu. Cz Bei uns sagt man ketwergas, nicht czetwergas / Czÿstas heißt bei uns grinas, ebenso ketwirtas, nicht czetwirtas. / Bei uns sagt man nicht czaksznoju, sondern czeksznoju, z. B. kiaułe czekszno. / Bei uns sagt man czarnyłas, doch jūdylas. / Bei uns sagt man nicht czarniste, sondern zawietes Schwage Kunst, / Bei uns sagt man nicht Czarninykas, sondern zawietinykas, Bur-tinykas. / Bei uns sagt man nicht czartas, sondern Welinjas, Welnias. / Nicht czaudmi, czaudu, sondern man sagt cziadmi, cziудu, czekam, / Cziaupaus öffnet oft angemessener den Mund, als wolle er sprechen, und schließt dann wieder die Lippen, z. B. nekalb, tiktaj cziaupos. / Nicht czauszkiu, sondern cziauszku; bei uns sagt man am häufigsten laksztingata gied ne cziuszk; zu anderen singenden Vögeln [-ptakow] sagt man cziuszk. / Bei uns sagt man nej 230 cze, nej tin, nicht nejcz nej te. / Bei uns sagt man beim Überreichen einer Sache tie oder sze tau. / Czebūtis scheint mir czebatis zu sein, denn das Sprichwort man czebūtis, tau dyglutis erklärt es: mir ein Schuh, dir ein Barfußschuh; mir schmerzen die Schuhe nicht, ihm aber die nackten Füße. Um mit czebatis einen Kadenzreim zu bilden, hat man czebūtis daraus gemacht; zumindest scheint es mir so. / [17] Bei uns sagt man nicht Czeczka oder Czyczka, sondern Kąkorieżis, Tannenapfel. Ebenso heißt Czeczka bei uns kapociūš, Hackmesser. / Czediju sagt man bei uns astankaj łajkau. Bei uns bedeutet Czedieju „ich mag“, z. B. cziediju kopustus, „ich mag Kohl“; ein andermal bedeutet cziediju bei uns taupyti. / Czekas arklys heißt bei uns dułas arklys. / Bei uns sagt man nicht czekis, sondern bezeichnet es mit żyme, zeichen oder ženklas. / Czeklis bedeutet bei uns „stattlich“, paczeklyti „ein Pferd herrichten“: ihm die Mähne striegeln, den Schweif flechten, die Hufe schwärzen; so sagt man czckūs arklys, „ein stattliches Pferd“. / Bei uns sagt man nicht Czekiju, sondern żimeju oder ženklinu. / Bei uns sagt man nicht Cżekżstas, sondern sziekżstas, z. B. wągi i sziekżsta idjeti. / Bei uns sagt man nicht Pacżelinu erganžen, sondern papilau. / Bei uns sagt man nicht Czeledinykas, sondern darbinykas. / Bei uns sagt man nicht Czemerej, sondern czemeryczes. / Bei uns sagt man nicht Čenė, sondern baras. / Bei uns sagt man nicht czėnawojų, sondern branginu. / Cžeplýczė heißt bei uns Pirtis. / Czeraj sagt man bei uns burtis, žawietis. / Czerasłas heißt bei uns czeresna, piningu czeresna. / Bei uns sagt man nicht čzerauju, sondern gromulu. / Bei uns heißt ęehrung gromulys. / Bei uns sagt man nicht czerepaka, sondern ropuže. / Bei uns sagt man nicht Czeresna Kirschen, sondern wieszne. / Czerka heißt bei uns taurele, taurie oder stikklélis. / Bei uns sagt man nicht czerpe Ofenkachel, sondern pudine, und Dachziegel nennt man stiegele. / Czerulnykas heißt bei uns kraunlejdys. / Cżesas heißt bei uns tajkas. / Czesnis heißt bei uns pota oder gierwe. / Cżestis Ehre heißt bei uns góda. / Cżestis heißt bei uns godingas. / Nėcżestis heißt bei uns nelajma. / Cżestnawojų heißt bei uns wajszinų, raginu. / Cżėtra želt heißt bei uns szietra. / Bei uns sagt man nicht Czimpu stumpf werden, sondern szypū, z. B. atsżypis pejlis. / Bei uns sagt man nicht czyńczibieraj Kranigs augen, sondern kilczibierius. / Czyras Lietuwis heißt bei uns tikras Lietuwis. / Bei uns sagt man nicht czytas, sondern [18] Cziukuras. / Czole heißt bei uns smałos oder derwos wandū oder paderwes. / Czopju heißt bei uns Cziupu, „ich greife“, z. B. jis jį nůciūpia, „er hat ihn gepackt“. / Czożiniejų sagt man bei uns cziužiniejų; es bedeutet „ich gehe durch Tau oder Regen“; daher nůcziużis „nass“, po rasas nůcziużis „vom Tau durchnässt“. / Cżószke wažoti sagt man bei uns blukę wilkti. / Czudas heißt bei uns stebūklas. / Cudziùs sich wundern heißt bei uns stebūs. / Nicht czulba eine Drobel, sondern Cziubutis sagt man; cziubieti bedeutet „singen wie eine Drossel“. Cziuba Cziubutis wird in litauischen Liedern häufig erwähnt. / Nicht czulka, sondern bei uns sagt man żekė. / Nicht czulpiu, saugen; sondern sulpū, žindu bezieht sich nur auf die Brust. / Bei uns sagt man nicht czulpu, sondern szwiłpū. / Cżurksznoju heißt nicht saugen den Saft, sondern upalis V upelis: cżurkszno „ein Bächlein fließt leise murmelnd“; daher kraujas cżurkszliū tek. / Cżustas sagt man bei uns burtis, nicht cżustas. / Cżustininkas sagt man bei uns żynys. / Nicht Cżustu, niesem, sondern bei uns cżiaudu. / Nicht cżaudau, dziau, dysu, dytl, sondern cżiaudu cżiaudian diesiu, cżiadieti. / Bei uns sagt man statt czui, czyu, pfui, we, z. B. wekakas. / Czwelkkis heißt bei uns winis, gelżies winis, media winis. / Cżwerjūs sich verstellen sagt man bei uns pasimesti, z. B. mulkiū pasimetis ateja. / Bei uns sagt man nicht czwoliju hoch achten, sondern girū oder godoju. / Nicht dzaugiu, sondern dziaugūs „ich freue mich“; dziuginti bedeutet „unterhalten“. / Bei uns heißt es nicht Dzóla, sondern puszka, zweifellos nach pauksz, oder puksz, benannt. / Nicht [Dzauju] Dzowjau, sondern dziaunu, dziowjau, dziąsiu bedeutet „zum Trocknen auslegen oder aufhängen“. Dziustu „ich trockne“, dziutis „Schwindsucht“. Nicht Dżuawa, sondern dziowa „Dürre“. Dziowiniczia Małgdare heißt bei uns Salikinikas. / [19] Pamuszas „Futter“. / Nicht pripampu, sondern pripamstu, denn es ist ein intransitives Verb; ebenso nicht užpampu, sondern užpamstu, intransitiv. / Nicht pantiju pflanden, sondern užstatu; nicht iszpantiju, sondern isz wadžiu; daher wadas „Pfand“, eine Sicherheit gebende Verpfändung. / Paldenikas gibt es in Samogitien nicht; bei uns heißt Montag panedelis. / Ebenso nicht pampu, sondern pamstu. / Nicht Gwołta Gewalt, sondern man sagt warra: waras szauksiu, wara, nekuszink; selbst in Milkės Grammatik finde ich es. Daher stammt das Wort waryti „treiben, zwingen“, gywolus waryti, daher auch durū waras, parwaras. / Pakala Rücken – wozu pakalas? Das steht doch schon als mein Nominativ Singular im ersten Fall. / Bei uns sagt man nicht Paliepe unter dem Dache, sondern pastogė. / Nicht Pałocius, sondern gewöhnlich rumas; im Plural sagt man rumaj, z. B. kas tie par rumaj, „was ist das für ein Palast?“ / Nicht gwołtiju, sondern iżsżarginu. / Am Festtag prijęa statiniu bażnicze; das heißt, die Kirche war so voll, dass man weder knien noch sitzen konnte, sondern nur stehen. [Durchgestrichen: Parugas; syrowatka gibt es bei ihm nicht]. Raugieju „ich rülpse“. / Rūba bedeutet bei uns „Linie“, z. B. rūbą westi „eine Linie durch ein Feld oder einen Wald ziehen“; ein beim Ausmessen von Grundstücken gebrauchtes Wort. / Bei uns sagt man nicht Szwołkeję, sondern Aszoklej „Johannisbeeren“. / Stembras heißt bei uns Sitowie, das, was bei uns im Fluss wächst; stimberis ist eine im Herbst blattlose łodiga, z. B. [Gestrichen: notrinu] dilgelu wieni stimberėj belika, łapaj nuszała; oder bulbių wieni stimberėj belika łapams nuszałus. / Stiebas bedeutet łodiga, wenn das Kraut lebt.— / Gaszus „stattlich, elegant“, gaszawoties „sich schmücken“. / Stoju bedeutet „eintreten“, z. B. stosu i kunegus. / Pristoti „einen Dienst antreten“, z. B. pri dajilidia pristojau, pri gaspadoriaus. / Rune, ein Meeresfok. Ne buvo nej łajdū—Kas belajdojis numerilius: „Es gab weder Räuber noch—wer sollte die Toten begraben?“ / [20] Bei ihm bedeutet tinu, niau, tinsiu, tintį aufschwellen; ein zweites Mal bedeutet es tinu dalgi „ich flache die Schneide mit dem młokiem ab“; anders sagt man auch kapinti dalgi, / ich denke, die weiße Katze liegt beim Vieh — die Milch im Stall balta kate pij- 231 setipsa./Rukszoti, Falten machen, aktiv. Subst. rukszłas, gemachte Falten. Daher runku starzeje, bekommt schon Falten, neutrum. / Skiatę, bedeutet ein zweites Mal, einen Randstreifen von Tuch oder Leinwand, z. B. sermiega isz skiautiu susiuta, kepure isz skiautiu pasiuta. / Satek lis oder santeklis, Zusammenfluss zweier Flüsse. / Bei ihm nur Myżu, es gibt kein majżoti, z. B. szu akmini apmażioja, pelo apmażiojota duna, / myżterieti, einen kleinen Schwall lassen, z. B. wieną kartą kirstas myżteriejau. / Myżsčioju, oft myżinti, z. B. numyżink kudiki. Miżoju, jau, siu, miżoti bedeutet, junge Linden für Stöcke zu schälen; ein zweites Mal bedeutet miżoti, von Würmern zerfressen zu werden, z. B. kirmys sumižoja szuni padwiesusi, kiszki padwiesusi. / Miżas bedeutet Lindenrinde, die von einem Stock abgeschält wurde. Nicht eingeweichte abgeschälte Rinde heißt łunkaj, eingeweichte płauszas, / das Wort bajłauti ließ er aus; kuriogi asz bajłauti turiu, bei Dauksza, fol. 79: wen soll ich fürchten? / Bei Dauksza Pent, heute apent, wieder; bei Nes. fehlt es. / Szwilpis, Gil, Vogel, fehlt bei Nes. / Papéntis, vom Rand eines Brotlaibs das erste abgeschnittene Stück; ein zweites Mal bedeutet papéntis opolka. /— Szratas, ein großes Stück von etwas, z. B. mesos szratas, ein Stück Fleisch. / Szrūtas, Pl. szrūtaj, szrat für ein Gewehr, / Pakėlie, ein Haus mit Unterkunft für Gäste am Weg, wo ein Reisender einkehren kann, z. B. mes turem gėrą pakėle. / Pakėlys, Unterknie. / Rażsis V Rūszis, ein Nussknacker-Vogel, rażna von Sajka [21] [Išbraukta: Mąkszinti, etwas Hartes weicher machen, z. B. odą mąkszinti, żirgą makszinti.] Dziowa ist eine Bildungsform, z. B. sergu, ich bin krank, sirginėju, ich bin oft krank, sargalojū V sargajlojū, ich werde von Zeit zu Zeit krank, sirgterū) sirgteriejau, riesiu, sirgterieti, kurz krank sein, z. B. kėles dienas pasirgteriejis ir miria, nachdem er einige Tage krank gewesen war, starb er. / Sarginu, ich pflege und betreue einen Kranken. / Miegpuwis, einer, der ständig schläft. / miegūstas V miegąlotas, schläfrig [Išbraukta: das gibt es bei Niesel nicht.].Malone Pona Diewa to dar neprastoja, arba garbie Diewu, kad jo dar neprzwelgia. Ūks, miks, ni sioje, ni toje, V ani be, ani me, aufhören, auslassen, prażwelgti dasselbe. / Gajdigste-o kurach, sollte gajdigste heißen, ist aber verkürzt. / Żiulpis, Blinder, / aklis, völlig blind; spiritis sieht etwas, aber sehr wenig, daher das Wort spiritinėti, wie ein Blinder gehen. / Żlibis, dem die Augen tränen;/ wajdinteis, erscheinen / Auslinda, Maikäfer oder Käfer / Łajdoju, ich begrabe einen Toten; noch ein heidnischer Ausdruck, gemäß der damaligen Vorstellung, als ob man den Toten in den Himmel entließe, denn die Priester ligusonys sagten, sie sähen ihn auf einem Pferd in den Himmel reiten; daher das Substantiv łajde, Pl. łajdes, Totengräber, ein denkwürdiges Wort aus der Zeit der Pest / bei Nes. fehlt es. Łapyne ist eine Suppe aus Blättern, łapine aber ist eine Hütte aus Laubholz, in der man während des Jahrmarkts Bier und Wodka verkauft. / Paliepa, eine Krankheit, Fußgicht. / Kulkśznis ist ein Knöchelchen am Fuß, kulnis aber ist der Absatz; bei Nesel. umgekehrt / powiecki wokaj, Pl. blakstienaj, Wimpern an den Augen, antakej, Augenbrauen. / [22] Mażawjkis, ein Mensch, der sich wie ein Kind benimmt, also mażas wajkas. / Niekdziugis, einer, der sich mit Unsinn beschäftigt. / Mergwajkis, Bastard, das gibt es bei Nes. nicht. / Nicht pusmirkis, sondern pusmerkis; es stammt von mergiti, nicht von mirgti, sich im Wasser einweichen; pusmirkis bedeutet halb eingeweicht, z. B. linaj pusmirkęj./Wajkis ist dasselbe wie bernas, Knecht, m. z. B. wajki sąmdyti, einen Knecht dingen. / Bei Nesel. sind smaugu und smogiu dasselbe, verfen, [Išbraukta: zacią] schleudern; smaugū, ich würge jemandem die Seele aus, z. B. mażne mani pasmaugia, beinahe hätte er mich erwürgt; daher nusmaugti, pasmąguti. / Nicht sasmoga, sondern sansmoga, Meerenge, doch marangé; das heißt mares anga, daher machten die Deutschen daraus Närungen zwischen Königsberg und Memel, weil es vor 1304, also vor dem Erdbeben, an dieser Stelle viele Öffnungen des Meeres gab; später aber verschwanden sie durch dieses Erdbeben. / Gajda bedeutet nicht Sänger, sondern eine gute Stimme, z. B. Gajdys gėras gajdas; Sänger bedeutet giedotojas, Sängerin Giedotoja. Das ist das Traurigste an Neselman: Er setzt den ersten Fall des weiblichen Plurals als eigenes Wort an und bedenkt dabei nicht, dass in Preußen früher auch der erste Fall des weiblichen Plurals auf as endete, nicht auf os wie heute. Weil er in Wörterbüchern oder Schriften auf as endende Formen fand, glaubte er, dies sei der Fall im männlichen Singular; doch irrte er sich sehr. Bis heute sagt man z. B. tas gajdys tur gėra gajdą, to ne reijk pjauti, oder tos mergajtes arba tie wajkai tur gėras gajdas, jog tej grażej gied arba dajniu, oder tū mergajtiu yra gėras gajdas, kad taip ilgaj gaj giedoti./ Skėrsis bedeutet eigentlich Kreuz; daher bedeutet skėrskiale Kreuzweg, das heißt, einer schneidet den anderen. Skėrsaj bedeutet über Kreuz. / [23] Mace, bei uns gale, galybe, z. B. Diewa galybe. / Macnus, bei uns galis; Macnumas bei uns [Išbraukta: stark, z. B. starkes Ruderboot] Stärke, z. B. kas tas stiprumas worielkas. / Macziju, ich helfe, beziehe es nur auf Arzneien, z. B. niek metas nemaczija, und die Pille half nicht./ Pamaczius, bei uns paszalpa. / Pamaczncykas, bei uns pripadietojas, padietojas, z. B. padiek mums szięną pjauti. / Magus, bei uns szirdis kùkczio. Magoju, bei uns szelpu, ich helfe. / Magztas, bei uns Mazgas. / Majėtnastis, bei uns Tiewiszke V – weldieme, / Majeronaj, bei uns Mejronaj. /Makaris, bei uns Makaras: eine Zigeunerpeitsche, aber Grosse Stab heißt bei uns brukłys, also Keule. /Makinu, Mekinu, bei uns Miknoju. Subst. Miknius. / Makna, bei uns kutaj, Pl. / Maknotas, bei uns Gaurūtas, płaukūtas, kudłotas, szwabałdūtas. / Makśzna, bei uns Makśztis. / Mildus, bei uns Diewabimgas. / Nicht Numaldoju, sondern numaldaūju. / Malczius soll Zuckerbäcker heißen; besser wäre Smalkczius, weil Süßigkeiten smakłasnumaj heißen. / Malniczia heißt bei uns mancherorts patmała, gleichsam pati mal; allgemein mel- 232 nicze. / Malinys bedeutet nicht einen Scheffel, sondern die Getreidemenge, die zum Mahlen bestimmt ist, z. B. sagt die Hausfrau: „poras malinių dar lika. / Wejmalunis, bei uns Wieja patmala oder wieja melniczia. / Manau, bei uns pojmuję, ich begreife / Menu V minu, bei uns minu, ich trete, z. B. antminia żalti, minioju ziame, minu moli, ich trete Ton, minu linus. / Menu, bei uns minu, ich erinnere mich, z. B. kaj żmogus gal minieti, wie kann ein Mensch sich erinnern. / Miniejimas bedeutet bei uns Erinnerung, / Minietinas, bei uns erinnerungswürdig / Minietojis, derjenige, der sich erinnert, / Minawoj, bei uns wspominam, ich erinnere jemanden, / Misłys, bei uns Mysle, Rätsel, / Menūs gibt es bei uns nicht, sich verstehen auf etwas; bei uns sagt man parsima nyti / Nesimuną, bei uns neparsimańus. / Atmenu, bei uns przypominam, ich erinnere; atmenūs oder atmenąs, erinnernd. / Atmana, bei uns minawone. / Atmoną, bei uns żemsta, Rache, z. B. atmonysiu asz tau, ich werde es dir vergelten, bedeutet. / Mintu bedeutet bei uns Wintervorrat verbrauchen, was zum Leben notwendig ist, z. B.: Szi meta prastaj mitau par visa meta mesos neskoniejau arba nekasz tawo jawu, / mitulis, ein Jährling. / [24] Apmaudą atgietżi V atgijzti, den Zorn stillen, / Atmintinai bedeutet bei uns, dass man sich auch künftig erinnern wird, z. B. kada płaksiu, tada płaksiu atmintinaj, daher atminsi gintūję dieną. / Jszmanau, bei uns pojmuję, ich begreife, ersinne. / Jszmanymas, bei uns Begriff. / Iszmanūs, verständig, z. B. Jszmania medzia puszkas dirpti. / Jszmintis, bei uns Weisheit. / Klug, auf Deutsch, bei uns bukłūs, verständig. / Numanus wurde treffend mit einsichtig übersetzt. / Nūmone, bei uns Vorstellungen, / numanau, ich begreife, nenumanau, ich begreife nicht, z. B. ligonis nenusimana, der Kranke begreift schon nicht mehr / Sumanau bedeutet bei uns, ich kann etwas tun, z. B. sumanau ratus dirbti, trobesius statyti; sumanus żmogus bedeutet ein Mensch, der beinahe ein Meister ist. / Użmanau gibt es bei uns als Wort nicht. / Užmenu, bei uns užminu, ich trete darauf, z. B. užminiau kibirkšti, ich habe den Funken ausgetreten. / Nicht Ussiminamas, sondern issiminamas bedeutet Erdichtung, Anschlag, z. B. Nežinau, każika issiminaria dirbti. / Mandalas, bei uns Migdolas. / Mandrus, bei uns Jszmintingas. / Mangalis, bei uns Magles arba koczio-ne; koczio­ti bedeutet bei uns Wäsche auf dem Waschbrett walken; daher heißt die Rolle, auf die die Wäsche gewickelt wird, bei uns koczielas. / Mantelis, bei uns kiriejus. / Bei uns Pl. nicht Jures, sondern Juras. Margas, bei uns margis, ein Landmaß. / Margimas, Somersprossen, bei uns atżelas, atwaszes, wenn sie nicht auf Bäumen, sondern aus der Erde wachsen. / Margaloju, bei uns mirgulūju, mir wird vor den Augen bunt; ich sehe nicht gut, z. B. mana akys mirgulū. / Margalawimas, bei uns mirgulawimas. / Pamarginu, ich mache bunt, / strefig machem bedeutet drżintin; stref heißt drūzę. / Matika, bei uns lopeta, Schaufel, / Maczius, bei uns ein Maß für Korn und für Flüssigkeiten, sajkas in der Länge, mastas oder ūlektis. / Mażinykas, bei uns Mażutis, / Mazgas, bei uns Knoten, nodus. / Maskas, bei uns Maż kas, wenig, ein bisschen; bei uns gibt es das Wort możietes, bedeutet wenig von etwas haben, z. B. mo-ziūs dūnų. / Mażkalba gibt es bei uns nicht. / Pamażi, bei uns Pamażej. / Majtinu, über den Winter halten, sustentare, z. B. Ar daug bandos majtini? Das heißt: hältst du viele Tiere über den Winter? / Pawargielis, heruntergekommen / Atlyżti, den Zorn verrauchen lassen. / [25] Wenn es mezgu heißt, dann muss es mezgzycza heißen, nicht Mazgzycze, ebenso wenig Mazgitywe, sondern mezgtuwe. / Mazgoja magzinus, plaanu kojaś, trenku awys. / Mazginys bedeutet bei uns nicht Aufwaschwasser; vielmehr heißt diese Arbeit mazginys, z. B. man dar mazginys nemazgotas. / Mazginej, Pl., bei uns Tischgeschirr. / Majgas, bei uns krajkas, wenn damit ein Haufen gemeint ist, sagen wir kugis, żagas, / Majgau gibt es bei uns nicht; wir sagen krauti kugi, krauti żaga. / Wiermajnis, bei uns atskalunis / Majszas gibt es auch bei uns, aber bisweilen kulis, daher kołyta. / Majsznoju, bei uns musznoju. / Majsze ist nicht dasselbe wie Majszas. Majsze bedeutet: aus [Isbrankta: breiten] zwei großen Leitern geflochten, in die man Heu für drei oder vier Tage für ein Pferdepaar auf der Reise stopft; das nennt man Majsze. / Majtinu bedeutet bei uns füttern, z. B. ar daug bandos majtini? Es stammt von Misti, Subst. mitas, Nahrung. / Mauda Sorge gibt es bei uns nicht. / Maudżiu, bei uns apmaudauju, ich bin zornig. Apmaudas, Zorn, weder Sorge noch Mühe. / Mauju, streifen, bei uns maunu oder Mauju, z. B. maunu kepurę, mauk kepūrę, setz die Mütze auf; pamowia ant baslo kaukole. Bedeutet hindurchgehen, z. B. iszmowia par girę, er ging schnell durch den Wald; antmauk kajlinius, zieh den Pelz an; parnowę ragotini, durchbohre ihn mit der Säge. Užmow [a], bei uns Rankialka. / Maukiu, bei uns mauku, ich trinke mit einem Zug aus, z. B. wisą izbona iszmaukia; daher małkas. / Mieklinu, bei uns mieklinūs, ich betrachte. / Mīkūnu, bei uns Mīknoja, / Mielas, bei uns Gypsas, Gips, / Mieras bedeutet auf Russisch Kreide. / Mielinas bedeutet bei uns Gros-blau, Blau aber źdrydas. / Mielyne bedeutet bei uns ein blaues Mal, Mielene aber Blauberre, / Melus, bei uns Blewosas / Miemi Pamiemi, Pamiędmi gibt es bei uns als Wörter nicht: Mienajuu bedeutet bei uns erreichen, ein Versprechen ankündigen, / Mienesininka [s] gibt es bei uns nicht. / Mente, bei uns Petiomente; Mente ist bei uns ein hölzernes Schäufelchen zum Kartoffelgraben. / Biksztinti, ermuntern, zu etwas bewegen. / Nicht drowiūs, sondern drowiūs, ich heirate. / Durinu, ich gehe ziellos umher. / Durinieti, gleichsam nach etwas suchen. / Antsidurti, unverhofft finden, wonach man gesucht hat. / [26] Anstelle dieser Majsze haben andere eine ebensolche Tasche, nur aus dicken Stricken geflochten, so dick wie der kleine Finger; sie ist auf die Art eines Netzes geflochten und heißt regtis. / Mantelis Kiriejus. / Mentūre, bei uns mentūris, womit man den Brei umrührt. / Miera, bei uns Sajkas, sejkięti. / Mieris, bei uns cielus oder sykis, sichi, reichen. / Mierininkas, bei uns pejlis. / Miernas, bei uns widutinis. / Mieri- 233 tojis bei uns sejkje tojis. / Merginūs, bei uns erzinu. / Merkiu bei uns Merku: moczę, mirkau oft; Merkiu mit den augen winken. / Zdami się nie Trimirka, lecz Primirka, denn das Wort primerkti bedeutet bei uns sumerkštau, susimerku. / Mernas feücht, bei uns dregnas. / Mersziu bei uns merdėju oder mirsztu. / Messinin-kauju gibt es bei uns nicht. / Mestoj u, bei uns mastuju. / Mestwaldis bei uns Piļeswiras. / Pamiestis bei uns Papilis. / Meszkoj bei uns sterinu, V styrinu. / Mėszunkis bei uns mieszalunkis, Krampf. / Mieta bei uns Mietra. / Metas bei uns stuļpas. / Kas met, bei uns kas meta. / Szimet bei uns szi meta, / Tūmet bei uns tū metū. / Metele bei uns metyle. / Metkasz gibt es bei uns nicht. / Mentlikas gibt es bei uns nicht. / Metra bei uns Wiele, Szmiečka, vom Wort szmajytiės, erscheinen wie ein Schatten. / Metmenis bei uns Mesmenis. / Metūs bei uns Metas, arklys; und metūs bedeutet, sich einzurichten: Ziurkes jisimetia, bites metas i obeli rając się. / Mitinas bei uns Metimas. / Metykle Schleuder bei uns Swilknis. / Metmenei bei uns Mesmenei. / Atmatas, brachliegendes Feld als Wiese, Singular Atmata. / Pamatas bei uns nicht Schweilbalken, sondern Fundament, z. B. swirnuj pamatus padiejau, gemeint ist ein neues. / Nicht pamatuwej wardaj, sondern pamatinej wardaj. / Pasimetu bedeutet bei uns, sich als etwas auszugeben: ožiu pasimetis. Ožiu pasimetis, sich als Ziege ausgebend. / Twaniju sagt man, wenn jemand viel Wasser trinkt, gleichsam eine Überschwemmung in sich verursacht. Asz szenden twaniju tą wandenį. / [27] Samplata kennt man bei uns nicht, sondern sagt upe isz grewos oder isz wagos iszeja. Samploj u, bei uns sagt man małką kėrtu, ar rantau. / Sandalipa Todtenbahre bei uns morinas, Pl. Sąnosza, bei uns sąno-sza, Sing. sąnoszas, Pl. / Samata [Sarmata] bei uns gieda. / Sartas bei uns raudas arklys. sartukas bei uns raudelis arklys. / sawizorius verwalter, bei uns uriedas. / Sajdis Schnitgras bei uns trejnej-tiszkoje žole. / Sajtaj Gefängniß, bei uns Kalinyczia, Vszieksztas. / sajtaj bedeutet bei uns Fesseln; sajt as ist das, was zum Binden dient. / siaubiu, Possen reissen, bedeutet bei uns splondrawać, Pronczuj nusiuabia wisą paswiet. / Saubyklą Gespenst, bei uns wiele oder szmiekłas, vom Wort szmajytiės, undeutlich erscheinen; V szmežiti, z. B. kas tinaj szmežu, szmajzos, V szmeksza. / Saukiu klingen sagt man bei uns skambu. / Sausa Trockenheit bei uns Sausra. / Sauswėdis bei uns iszdurbis medis. / Pasas bei uns Pasasaues, ausgetrocknete Bäume im Wald. Szccias sitzend, bei uns besiedis. / Sodas bedeutet bei uns im Plural Dörfer: ein sodas, viele sodas; bei uns sagt man sodnas, Obstgarten. / Sodyba ist bei uns der Ort der Gebäude, also der ganzen Wohnstätte. / Apsodinu bei uns apdajkstau. / Sieklinynkaj batwinei, kopustaj, die blühen und Samen hervorbringen. / Sieminijis, ein Vogel, ein Siewchen. / Nicht pasiejis, sondern bei uns pasiele, was der Bauer für einen Knecht oder Sohn an einem Stück Land aussät; daher heißt er pasielinykas. / Sėklis ist im Fluss eine flache Stelle, bei uns seklima. / Sajkėzuju bei uns sajkoju. / Selėzenis bei uns Gajgalas, ein Enterich. / Bei uns nicht sienys, sondern primine sienie. / Nicht Sienojas, sondern bei uns sijes, Balken zum Binden. / Sienausis bei uns Senjausis. / Serdecznykas bei uns szerdesas, sworzen. / atsarga Schild, bei uns skyda; +atsarga bedeutet bei uns Vorsicht. [28] / Taj burbulaj szok, kad lin su burbulu lin. — Ar werd wandū? Jau kunkulū, jau met kunkulji. / Nū diek kiauszius i katilajti ir kalbiek, swejka Marya. / Bei uns bedeutet ślesnas flach, z. B. ślesnas torielus. / Bei ihm ist ślesnas Knöchel, Gelenk am Fuß; bei uns nennt man es lenkminys, z. B. pażejdia sau kojes lenkminį, rankas V kėla— bei uns śliepsna, Sing. Leiste; Pl. śliepsnas. / Bei uns Sżukas, Pl. Kamm. / Jėgžlys, der Kaulbars, bei uns Pūkis. / Jeknas Leber bei uns kėpenas. / Nicht Jenku, V Jenkstu, jėksau, jėksu, jėkti, sondern jenku, jekau, jeksju, jekti. / Nicht apiekes, sondern apiekis. / Nicht Jegėrė, sondern medycje, und das Sprichwort: ne wisū mediejū kumpi trubaj. / Daher mędžioti, jagen; / mędžiokle, die Jagd. / Jędros Masenn bei uns Blusines. / Jent ar as bei uns Gintaras, Bernstein, a Gentar po rusk[u]. / Bei uns nicht Szleakū Lispele, sondern szwelpu, piau, siu, szwelpti. / Ebenso sagt man anstelle von Szleakis Lispeler bei uns szwelpis. / szlaužū žiau, siū, szlaužti; „ich krieche“ sagt man zu Kindern, z. B. mana sunūs par asłą jau parslauž. Ein andermal sagt man saniona jechać; szlaužti, z. B. mes it geraj nuslaužiem i bažniczę. / Szlūžiojū, jau, siu szlūzioti, hohes Gras niedertrampeln, z. B. žūsys piewas nuszlūžiojuses; szlūžinieti bedeutet dasselbe, z. B. wisi paupej nuszlūžineti nievežautojū, die Krebse fangen. / Wiežauti, Krebse fangen; / wiežys, Krebs. / Sultekis, Birke, Ahorn, saftreich. / súlingas, saftig. / Myž sū kampinu, kapinas. Kraus tek sū kepinū. / Saladiu, āžen, bei uns siundau, pjudau. / Salawa Fisch Morāne, / bei u na[s] Selawa. / Saladzei dajktaj. / bei uns saldi V saldzi dajktaj. / Saldžiausias, bei uns saldziausis. / Bei uns sagt man statt lubiju cziediju. / Nicht Salunka, sondern druskine baczka. / Samanos ist Moos zum Bauen, kérpes Pl. sind Flechten auf Bäumen und Steinen. / Samata Sammet bei uns aksomas. / Wenn ich einen Menschen anstelle, sage ich samdau; wenn aber ein Haus oder Land, sage ich numoju. / Die Bezahlung für Haus oder Land heißt nūma, z. B. rejk nūmą užmokieti. / [29] Sulpū nicht saugen, sondern smogłam; saugen heißt bei uns žindu, und das sagt man nicht nur zu Menschen, sondern auch zu Tieren und Vieh, die saugen. Z. B. Žindau kudiki, werszys žind karwę. / Sultis nicht Birkenwasser, sondern silkiū, sultis, mesos sultis; Birkenwasser heißt sula, nur im Singular. / Das Wort sun-czius gibt es bei uns nicht, / sundau gibt es ebenfalls nicht. Chyba siundau, cz wam. / Sunkju, aber bei uns sunku, jau, siu, sunkti: medu sunku, ich presse Honig; alieju sunku, taukus sunku. / Nicht sunka Safi, sondern sywaj, alles, was flüssig und dick ist. 234 / Nicht sunklej, sondern bei uns Cimbohaj. / Sunkuś, wenn etwas Dickflüssiges durchseihert, z. B. smała V degutas isz tekiniu sunkas. / Suppa bei uns putra. / Nicht supokle, sondern sūpykle Schaukel, V sūpyne. / Surgoju bei uns, trusu, szihuś. / Surgu wünschen, bei uns wajtoju. / Surma gibt es bei uns nicht, sondern es gibt sukielis, bypine. / Bei uns nicht surus, sondern suras, salzig. / Bei uns nicht susta, / das Thoben, Wüthen, siutyns. / Nicht sautu, sondern sautu, bedecken oder verhüllen, z. B. ansiausk mani kušku siaustuwu, pioluszką, womit man ein Kind einwickelt. / Zdami sich, dass siaubimas das Thoben sein wird. / Nicht pussutis, sondern pussiutis, albern. / Nicht sutas, sondern siutas. / Nicht suwu, sondern siuwu, nähen. / Nicht sutinis, sondern siuwinys, was genäht werden soll. / Skabu bei uns skobů, und das bezieht sich auf Holzschnitzerei, z. B. isskobk man szauksztą; sumti [samti], ein Gefäß, heißt skaptas. / Skalbinej nicht Menstrua, sondern zum Waschen bestimmte Wäsche. / Nicht skaltuwe, sondern kultuwe, Waschholz. / Skalsa nicht Mutterkorn, sondern Vorrat, z. B. skalsi dūna, ein Brot, von dem man lange zehren kann. / Skanskanis Leckerbissen bei uns smalkstas, Pl. smalkstaj. / Pusiauskardzej ist ein gutes Wort, denn auch das Wort skardyti existiert: zerkratzen, z. B. Wilkas kumeli apskardia; wanagas wisztas sagt man noch, wenn sie ein Huhn getötet, aber nicht gepackt hat; daher räuberisch: skernagis, skerdnagis. / Bei uns sagt man skanskanus, sehr schmackhaft. [30] / Sżerys, Pl. Szerej, Borsten, nur bei Schweinen; Sprichwort: Tas sawa sżeri pastatia nadałsie. / Serkołas bei uns Żelkorius. / Serojimas gibt es bei uns nicht; sarioti, sarjojimas bedeutet, bei Tieren umherzustreifen, z. B. wilkaj sario po girę. / Sėta bei uns jūsta. / Sietuwa bedeutet bei uns eine tiefe Stelle; denn dort, wo es seicht ist, entsteht eine Strömung, und wo das Wasser steht und gleichsam gar nicht fließt, dort ist es tief und heißt sietuwa, Sing.; sietuwas, Pl., ist dagegen nicht „die Mitte im Fluß“. / Bei uns heißt eine Krankheit sejliegeris: Speichel fließt; vielleicht dasselbe wie sejlietekis. Andere sagen sejliegeris bedeute Bandwurm, aber das weiß ich nicht. / Bei uns gibt es eine Krankheit, die stark Speichel treibt, und man sagt riemu pjaun; merkwürdig, dass der erste Kasus auf ū endet. / Sejniju, dieses Wort gibt es nicht, nur das Adverb sej­ne, genug. / Bei uns Szikszna, nicht Siksżna, bedeutet gegerbte Haut. / Sillis bei uns gėlda. / — Bei uns nicht Singanos, Gehim, sondern Smaginė, so sagt man im Plural. / Sypnas bei uns smukus, smuki miłtaj. / Nicht sosiju, sondern sūšu, zum Beispiel: sūsties, verdrießlich sein, in schlechter Stimmung, z. B. wajkas sūšas nor miegą. / Nicht suboju, sondern siubuju. Nicht sudijimas, sondern sudymas, das Einsalzen; sudijimas bedeutet Gericht, von sudau: apsudau, persudau, isudau; dagegen nicht apsudiju, persudiju, isudiju; diese Wörter beziehen sich auf das Richten. / Noch einmal: sudau „nähen lassen“ gibt es bei uns nicht; man sagt siudinu, wie alle causativa und Verben, die auf [lšbraukta: kończą] inu enden, z. B. dirbinu, sarginu, szankinu; also auch siudinu, nicht sudau. / Sugiu heulen, bei uns Staugiu, z. B. wilkaj staug. / Nicht Sugszcziu, sondern szukszču; Adverb: szukszču nekuszink, man darf nicht stören, sich nicht rühren. / Nicht Sukstas, sukstu sich umwölken, sondern ukties, sich bewölken; nicht Apsuksta, sondern apsiułkia, es hat sich bewölkt; / ukanas, a, bewölkt, z. B. ukana diena, ein bewölkter Tag. / Sukinys, eine Drehkrankheit bei Schafen. / Apsukalhas, Thirangel bei uns kėngė. / Nicht siuliujęs, sondern siūtaus. / Nicht pasisiuliojimas, sondern pasisiulojimas. / Nicht Suława, Insel, sondern sala. [31] / Bei uns apskarda, nicht apskardas. / Skastu bei uns szokinėju. / Skawiejimas bei uns zlibiejimas, das Tränen der Augen. / Skajdulis bei uns pieka oder plijka. / Skajczius bei uns Skajtłus. / Skiadu bei uns Cziaudu, niesen. / Skaugė, Neid; / skaugieti, beneiden. / Skaurada bei uns skauragę. / Skėcziu bei uns łapojų. V sprogsłu, z. B. medej sprogsta, medej łapo; bei uns pumpuraj luksztos, besonders bei Blüten. / Skėldu bei uns skėlu, ich spalte einen Span. / Nicht skillu spalten, platzen, sondern skilstu, tau, skłisiu, skili; Skliu bedeutet, Feuer zu schlagen, daher skłituwaj, Feuerstahl. / Skėlsu nicht gedeihen, sondern von etwas reichlich haben, z. B. man szienas skėlsa, mein Heu reicht lange. / Skalsūs, reichlich, skalsūs szienas, reichliches Heu. / Skelu bei uns skolingas esu arba skolį. / skandorius bei uns skėndinys. / Paskęstu heißt nicht ertrinken, wenn etwas unter Wasser gerät: akmū, paskędą. / Lewonskepete bei uns ikapes, Pl. / skėramedis bei uns atkaksznis. / Skerble bei uns skrejetas, Schob. / Skėtura bei uns skėteras, z. B. parsza skėteras, der Schweinenacken. / Skeidieti bei uns skėldieti V plejszieti, z. B. rankas nuskėldiejuses, V nuplejsziejus. / Skylitis nicht ein kleine Quaste Weißkohl, sondern bei uns Skiltis: akminies skiltis, ridika, sietinia. / Skilwis der Magen der Menschen; bei uns bedeutet Skilwis den Nabel bei Vögeln, also den Magen; bei Menschen und Tieren piłwas. / Skipka bei uns Drugys. / Skirstinelis, bei uns kerstelis, Lancet. / Skaistwaris bei uns Załtawys. / Skubrus bei uns skudrūs. / Skudaunus bei uns menkas, auf Russisch schudny. / Skudrūs bedeutet nicht scharf, rauh, sondern lebhaft. / Skuja bedeutet nicht Tannzafen und auch nicht Fühten apfel, sondern Kiefer- oder Tannennadeln; Tannzafen heißen bei uns kąkoriezej, Pl., und im Singular kąkoriezis. / Nuskunda bei uns miłaszirdiste. / Paskundinu verdammen, nicht verurteilen; bei uns Pasmerku. / Paskundinimas bei uns Pasmerkimas. / Skunė bei uns stoginė. / Skupas bei uns szyksztas. / Skupumas bei uns Szyksztumas. / Skupiju bei uns szykstauju. / skup heißt auf Russisch szyksztas, geizig. / szyksztuklis bedeutet bei uns Geizhals. / Skura bei uns oda V kajlis. / Nuskęręs bei uns nuskaris. / skuska Taschentuch bei uns skepetas. [32] Skutna bei uns plikgalvis. / Skutykilis bei uns Skuteklis. / Skuzdinu bei uns skłutinu. / Skutule ist dasselbe wie szata. / Skuzbedzalis bei uns Pumpotaukszlis. / Pasklanda bei uns nusklanda. / Skleczis bei uns Bałżienaj, ekie- 235 tio bałzienaj. / Sklempiu, bei uns sklepmbu. / Sklepas heißt bei uns Rusysis. / Skłindas heißt bei uns skłastis. / Sklydu heißt bei uns sklendu, z. B. usskėnsk [uszkłensk] durys. / Sklypas wird nur für ein Stück abgespaltenen Steins oder ein Stück harten Erdreichs gesagt. / Skluta heißt bei uns skłutas. / Skraidus heißt bei uns graudus. / Skrajdau bedeutet bei uns, schnell zu laufen, nie rauh werden, z. B. kami skrajoje? wo bist du gelaufen. / Skrebline heißt bei uns brylūs kapelusz. / Skrebju heißt bei uns skrabu, und das bedeutet nicht trocknen, sondern zittern wie eine ausgetrocknete Sache, z. B. kajlinej sudziuwi skrab. / Bei uns heißt es nicht skroblus, sondern skrobła. / Skradiju heißt bei uns skrōdu. / Das Wort Skrundzinus gibt es bei uns nicht. / Skwalma[s] heißt bei uns in der Form Skwarma. / Skwerbiu heißt bei uns ùrbinù. / Das Wort Skwetas gibt es bei uns nicht. / Slardau gibt es bei uns nicht. / Statau heißt bei uns najraus. / Słaudżiu heißt bei uns spaudżu. / Słaužiu heißt bei uns słaužiu pelzam. Słędnas heißt bei uns ślesnas. / Słoga ist eigentlich ein Katarrh, nicht Angst. / Słoginti bedeutet, einen Katarrh zu verursachen, zu erkälten, slŭgūti aber bedeutet beschweren, z. B. eldije stūgūti./Slŭgūtojas ir słogintois, ein großer Unterschied. / Preśloga ist eine Krankheit, Preślūga aber bedeutet beschweren. / Slepu heißt bei uns slepu. ślepūjus heißt bei uns ślepūs. / Słapaus heißt bei uns słapstaus. / Słapdrugis heißt bei uns szłapdrugis. / Sleptėru heißt bei uns żłebteru, reden. / Sleiktuwe heißt bei uns bude V Gude. / Słobju heißt bei uns szłopu. / Śūgsnis heißt bei uns śłuksnis, eine Erdschicht, z. B. cze ziame śłukśnota. / Susismalojū heißt bei uns susismalinu. / Smałktas heißt bei uns Smałka, z. B. smałkos medis, ein sehr von Harz durchtränkter Baum im Dickicht. / Smaigiu heißt bei uns smeginu. / Smajgas heißt bei uns apinwರ್ಪtis, vom Wort werpti, / bei uns Smegjūs, ich erreiche etwas. / [33] Smełus heißt bei uns swełus, / Pasmelys heißt bei uns Paswilys / Smerdju heißt bei uns merdėju. / Smerkiu heißt bei uns Smerku, ich verdamme den Schuldigen; pasmerktas heißt verdammt. / Smurt nas heißt bei uns smurtas. / Smukszt heißt bei uns szmuksz. / Smulkej bedeutet bei uns fein, z. B. smulkej malti, skmulkytelėj, sehr fein mahlen. / Bei uns sagt man auch Smulkmes: Kleinigkeiten, Reste. / Smutniju heißt bei uns łustu, z. B. nuludau zasmucilemsię. / Snarglys heißt bei uns bald Snarglis, kurz ausgesprochen; / ein andermal smurgis / snaigyti heißt bei uns snigti; man sagt snignoti, snignoti, snajgulieti. / Snėginne heißt bei uns Snėgina. / Snėgynas heißt bei uns wieputinis. / Snaigala heißt bei uns Snajgule. / Snokas heißt bei uns skepetas. / Snukukotas wird bei uns snukūtas gesagt. / Spakas heißt bei uns szpakas. / Spalas heißt bei uns Spalis; man sagt es stets im Plural: spalej. / Spange heißt bei uns wiedras, semtiwas. / Sparas heißt bei uns kazilas. / Sparis heißt bei uns Jūdoie pledzinga. / Margspanas heißt bei uns margsparnis, Rudsparnis. / Spartas heißt bei uns ryszys, saitas. / Sparus heißt bei uns skakśus. / Spawėde heißt bei uns Spawiedne. / Spauda heißt bei uns spaudyne. Presse, Spaustuwe, Spaustuwaj bedeutet „ich drücke zusammen“. / Specziu heißt bei uns spietu; / spėczūs gibt es bei uns nicht; man sagt spiełtisys, Spiellus, 4. Pers. Pl.; / nicht Spėtas, sondern Spiekas MuBe. / Speclezius bedeutet bei uns einen Rahmen für eine Brust oder ein Fenster. / Spėloju heißt bei uns spyloju. / Bei uns bedeutet spengū, auf einem Hühnerknochen zu pfeifen, um Haselhühner anzulocken; daher heißt die Knochenpfeife spenglys, spenglelis. / Spingulieti: ausys spingulie, die Ohren pfeifen oder singen. / Spenys heißt bei uns papas, z. B. laumės papas. / Spykė heißt bei uns Skreples, spiaudalas, / Spinginis heißt bei uns momune, / Spintris heißt bei uns spitris. / Jszspirgiju heißt bei uns isspirgau. / Atspirtis heißt bei uns atsparas / [34]. Spitù uminge sagt man bei uns apstoja oder apsiautu. / Spullūs heißt bei uns skrubinas. / Spullėju heißt bei uns skrubinu. / Spunta heißt bei uns kłakas oder szpuntas. / Spłėcziu heißt bei uns pletu, / Splendu heißt bei uns platinu / Spłesnoju heißt bei uns plasnoju, wasnoju, ich schlage mit den Flügeln. / Nicht spragas, sondern spragis. / Spragu heißt bei uns spragczioju, z. B. krusza sprakcżio i łanga. / sprandu heißt bei uns sprendū V sprendziu. / Spraunas heißt bei uns schnell. / Nicht sprogū, platzen, spalten, sprossen, ausschießen, sondern sprogtu, ausschießen, sprossen, z. B. medeij sprogst, / sprogu heißt sterben, z. B. arklys nusproga, bedeutet auch platzen. / Sproga heißt bei uns sprogymė. / Sprogita heißt sproginitiej. / Sprogałas heißt bei uns atžėlas, atwaszes. / Sproklis: unersättlich; sprogakis: gierig. / Sprugštu, entwischen, heißt bei uns sprunku. / Srowe heißt bei uns sriautas, / sraubju V srėbju heißt bei uns Sriaubu V sriūbu und srebu, / Srūba heißt bei uns sriuba. / Srėgas heißt bei uns žwyna. / Srūga heißt bei uns Sriūga. / Stabdau heißt bei uns stabau V stabdau. / Staganas heißt bei uns bei Kohl ein Strunk. / Stakėtas heißt bei uns Statinys. / Stakoteris heißt bei uns Sakas. / Staldas heißt bei uns Stalne V stelingis. / Stamanczoju heißt bei uns atkachkaju, / atkachus bedeutet hartnäckig, / Stambas heißt bei uns stimberys. / Statey bedeutet bei uns einfach, etwa ważjuk statej. / Jstatymas heißt bei uns Gesetz. / Pastate heißt bei uns tūmas. / Das Wort Pastatuwe gibt es bei uns nicht. / Pristatas [Išbraukta: u nas weldiejs] heißt bei uns pristowas. / Statala heißt bei uns stadala, / Stawicznas heißt bei uns tūintimpinis, / stawaris bedeutet bei uns, dass ein Baum trocken wird; eine Beule, ein Astknoten heißt bei uns pranara, pranarotas medis. / Stajbus heißt bei uns kühn. / Stajbumas heißt bei uns Kühnheit. / Nustabinu: ich lasse anhalten. / Stajgūs bedeutet bei uns plötzlich, z. B. stajgiu smertiu miria, stajgėj numiria; stajgū bedeutet dasselbe. / [35] Narglinu, nunarglinu, Panarglinu heißen bei uns klejdu, paklejdu, iszklejdu. / Strawa heißt bei uns eine Wegzehrung, die man dem Reisenden mitgibt. / Strūga heißt bei uns strūga, / strugas heißt bei uns strubas. / Strujus heißt bei uns boczīus. / Struna heißt bei uns styga. / Strungas bedeutet bei uns einen Kohlstrunk, ein andermal einen Strick. / Swagu heißt bei uns żwangu. / Swambas heißt bei uns swimbakas. / Swambalou heißt bei uns swimbaloju. / Swatiju heißt bei uns ropoju, / swajczioju heißt bei uns swajtu, fantasieren. / Swajgiu heißt bei uns swajkstu: mir ist schwindelig; daher nicht swajgulis, sondern swajginys. / Swajtaus heißt bei uns Szwajtaus: ich leuchte mit einem Kienspan oder einer Fackel und suche etwas. / Swelis heißt bei uns slenkstis. / Swėtyba heißt bei uns gierine oder pūta. / Swetże- 236 misu heißt bei uns praszalė jis, sazdra. / Swecziju heißt bei uns ważsżinu. / Jsżswięteju heißt bei uns išztremu; / bei uns bedeutet tremtinys „Verbannter“. / Swidūs ist ein gutes Wort; bei uns heißt es spindąs. / Swikłas heißt bei uns batwinis./Rugėj jau swyli”, sagt man bei uns rugėj jau sużwili: Der Roggen ist schon gleichsam vom Regen zu Boden gedrückt, / nicht Swirna, sondern Swirnas. / Swotas heißt bei uns pirszlys. / Swogūnatis heißt bei uns swogūnų ląžskaj, / swodba heißt bei uns Hochzeit. / Szakė heißt bei uns Žekė, / isiszakinju heißt bei uns isikėru. // Saksinis: Südwestwind. / Szaktarpis heißt bei uns zwischen die Beine oder szakumas (.). / Szalczias heißt bei uns szaltis, Kälte, / Szalna heißt bei uns Spätfrost; Reif heißt bei uns Szarma. / Szolis gibt es bei uns nicht, und ich kann es selbst nicht erklären. Das Sprichwort lautet allgemein: menka V błoga warszkie kelamos karwės. / Nicht užszalinu, sondern užszaldinu. / Szambas heißt bei uns Žambas. / Szancas heißt bei uns pyła. / Szandau heißt bei uns giedinu. / Szarkutis heißt bei uns piedpuse, / Szaudas heißt bei uns Sziaudas. / Szėbjūs heißt bei uns szėpłus, / Szienwėże ist ein Zuggerät, mit dem man Heu fährt und niederdrückt. / Szienweżys ist derjenige, der Heu fährt. / Nicht Sziepas, sondern sziepas. / Szieporiūs: Eikquotojas. / Szeras heißt bei uns szerys, Pl. szerej. / Szerotas heißt bei uns szeriūtas. / seriūs heißt bei uns Szerūs. / Bei uns sagt man Spalej, nicht Atszūtis Trespe. / Szworta heißt bei uns papentis. / Szutas heißt bei uns Ergła, / szutiju heißt bei uns ergłojus. Szutas ist ein russisches Wort: szut, szutit; „scherzen“ heißt bei uns jūkūti, / „scherzhaft“ heißt bei uns jūk darys. / Neru bindet, neru żekę pirsztinę. / [36] Wiralas, m.: Gemüse, / Szlamasztaj ist ein Haufen aus zusammengetragenem Stroh, Spreu, Mist, Erde und Laub; Nūszławas, Pl. f., ist der Kehricht, den man aus dem Flur oder der Küche zusammenkehrt. Wenn dieser Szlamasztaj zu einem Haufen zusammengeschüttet wird, heißt er śmiezi nis; daher das Wort mieżti: etwas verschmutzen, insbesondere in Bezug auf Gebäude. Wenn etwa jemand eine Hütte oder ein Haus mit Spreu oder Stroh bedeckt, sagt man primieżia trobą, primieżia, klėti, numą, klūną. [Išbraukta: Nūszławas nazy] / stajgus bedeutet bei uns plötzlich, z. B. stajgej numiria, / nicht Stebau, aufhalten, sondern stabau; daher stabdau. / Stebiūs heißt bei uns: ich wundere mich; daher stebukłas, ein Wunder. / Was bei ihnen stebiūs heißt, ist bei uns stiepūs, stiepimas. / Stirta heißt bei uns kugis. / Nicht styrų, styriejau, sondern styrstu. / Stobas heißt bei uns wara, / stodas heißt bei uns pijas. / Stoju bedeutet, dass ich einen bestimmten Stand annehme, z. B.: stosiu i kunegus, karejwiu pastoja. / Nicht stowiūs, sondern stojūs. / Prėstolis heißt bei uns pristowas. / Prėstotis heißt bei uns Hilfe, Beistand. / Storas heißt bei uns Stūre Stōr. / Storas bedeutet dick im Sinne von klumpig; storas audekłas oder ein anderes Gewebe. / Sturplas heißt bei uns sturplis; der obere Hinterteil des Pferdes. / Straja heißt bei uns krajkas, strajis, strajė; im Plural bezeichnet man damit bei uns die männlichen Hoden bei Tieren und Menschen. / Strajou heißt bei uns skrajou. Nestraka heißt bei uns nerieda, sumisimas. / Strangas heißt bei uns strungas, ein Strick. Strajge heißt bei uns Srajgė. / Strieła heißt bei uns wilicze. / Strykas heißt bei uns brauktuwas, / Strykoju heißt bei uns brauku. / Striktas bedeutet bei uns Köder. / Stripinis ist ein Holzstück, das man aus der Hand nach einem Rind und meist nach einem Hund wirft; Sprichwort: stripinis netolij nu szunies gul; dasselbe bedeutet strypas. / Stropnus heißt bei uns Skūdrūs. / Szwentgrauduline heißt bei uns Gramices, Pl. Nirstu: ich werde störrisch, z. B. arklys apnirtą. / Kłujka oder Kłujkszis: ein Mensch ohne Gedächtnis; klokti, pakłoti, wajkscio kaj pakłokis zdamiśe, wohl abgeleitet von klysti, denn ein Mensch, der nicht weiß, was er tut, ist eine Art Narr. Die hier vorgelegten Anmerkungen S. Daukantos zum Wörterbuch von G. Neselman sind sehr vielfältig. Es empfiehlt sich, sie in Ruhe gründlich zu untersuchen und zu bewerten. Dann wird deutlich, welche von ihnen für die Wissenschaft von der litauischen Sprache, besonders für die Geschichte der Literatursprache und die Dialektologie, von Bedeutung sind und welche unbegründet, subjektiv und belanglos sind. Schon bei der ersten Beschäftigung mit den Anmerkungen S. Daukantos zeigt sich, dass sie reichlich Material bieten, um den Wortschatz und weitere Besonderheiten der Sprache litauischer Schriften in Ostpreußen und Litauen zu beleuchten. Denn seit den Anfängen des litauischen Schrifttums sind bei der Herausbildung und Entwicklung der litauischen Literatursprache in Ostpreußen und Litauen im Wortschatz der Schriften und in anderen Bereichen Unterschiede entstanden, die auf verschiedene Dialekte zurückgehen oder aus dem Polnischen, Belarussischen, Russischen, Deutschen und Lateinischen entlehnt wurden. Einige Anmerkungen Daukantos geben eindeutig an, welches Wort (z. B. draugalas, drugys, įdvėsti, dvigymis, čerpė, palėpė, gaidas usw.) in ostpreußischen Schriften verwendet wird und welches (svetmoteris, plėstekė, įkvėpti, dviveidis, stiegelė, pastogė, giedotojas) dem litauischen Schriftsteller Daukantas bekannt ist. Daukantos Anmerkungen enthalten reichlich dialektalen Wortschatz (z. B. kastinis „eine Art Butter“, žagas „Heuhaufen“ usw.), der bei der Erstellung eines regionalen Wörterbuchs des žemaitischen Dialekts verwendet werden kann. 237 Daukantas führte auch Neubildungen an (z. B. marangė ‚Landenge‘, semtuvas ‚Eimer‘, spaudynė ‚Druck, Druckerei‘), die S. Daukantas’ Bemühungen zeigen, den Wortschatz der Literatursprache zu bereichern, manchmal allerdings mit wenig Erfolg. An vielen Stellen setzte Daukantas statt Lehnwörtern litauische Wörter ein (z. B. čystas — grynas; čerka — taurelė, stiklelis; gvolta — vara; mėra — saikas; padvarija — kiemas; pamačius — pašalpa usw.), um so zur Läuterung des Wortschatzes der Literatursprache beizutragen. In Daukantas’ Anmerkungen finden wir auch seltene Wörter (z. B. aglas ‚rau, grob‘, malkas ‚Schluck‘, patmala ‚Mühle‘, veldėmė ‚Heimat‘, vara ‚Zwang‘), auf die Lexikologen aufmerksam werden dürften. Somit bieten S. Daukantas’ Anmerkungen zu den von G. Neselmanas angeführten Wörtern und Formen interessantes Material für sprachwissenschaftliche Untersuchungen und sind daher einer gründlichen Analyse wert. ANMERKUNGEN VON S. DAUKANTAS ZUM WÖRTERBUCH VON G. NESSELMANN „WÖRTERBUCH DER LITTAUISCHEN SPRACHE“ (1851) И. КРУОПАС Zusammenfassung Der Artikel präsentiert Archivnotizen von S. Daukantas zum Wörterbuch von G. Nesselmann „Wörterbuch der Littauischen Sprache“ (1851), die für die Erforschung der Geschichte der litauischen Literatursprache und für Dialektologen von Interesse sind.