Kai kurios lietuvių kalbos tarmių ypatybės (iš 1961 metų dialektologinių ekspedicijų)
Full text
LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, V LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA
EINIGE BESONDERHEITEN LITAUISCHER MUNDARTEN1
(aus den dialektologischen Expeditionen des Jahres 1961)
E. GRINAVECKIENĖ
I. BESONDERHEITEN DER MŪŠA-BECKENMUNDARTEN
Phonetik
1. Betonung
Bei der Untersuchung des westlichen Teils der Mundarten des Mūša-Beckens wurde eine allmähliche Zunahme der Akzentzurückziehung und der Verkürzung der Wortendungen festgestellt, wenn man das Mundartgebiet von Südwesten nach Nordosten durchquert.
So wird am Erhebungspunkt Kirbaičiai (Bezirk Šiauliai, Gemeinde Kairiai, Nr. 164, untersucht von G. Galnaitytė), etwa 10 km östlich von Šiauliai, der Akzent regelmäßig nur von einer kurzen Endung auf die lange vorausgehende Silbe zurückgezogen, z. B.: kõrus ~ koriùs2, peĩku ~ peikù, rõnka ~ rankà, šaukù ~ šaukìu, drabužė́lus ~ drabužėliùs. Hier wird der Akzent auch von einer kurzen Endung auf eine kurze Wurzel zurückgezogen (gãna, grãžus, šnẽku, tǫšti), doch ist eine solche Zurückziehung nicht regelmäßig: Neben diesen Beispielen gibt es weiterhin zahlreiche parallele Fälle, in denen der Akzent am Wortende erhalten bleibt (esù, pačiù ~ pačiù, senà, takù, trẽčė ~ trečià; dvarè, galè, miškè), besonders wenn das Wortende geschlossen ist (bitès, metùs, miškùs, ratùs, rugùs ~ rugiùs, šakàs, trėnùs). Auf eine kurze vorausgehende Silbe mehrsilbiger Wörter wird der Akzent
1Der vorliegende Aufsatz behandelt dialektologisches Material, das 1961 für den „Atlas der litauischen Sprache“ aus dem Gebiet der mittel- und ostoberlitauischen (Mūša-Becken-) sowie der nordwestoberlitauischen Mundarten gesammelt wurde. Während der Expeditionen wurde viel wichtiges und wertvolles dialektologisches Material aufgezeichnet; aufgrund seiner Fülle ist es jedoch unmöglich, es hier vollständig zu analysieren oder auch nur anzuführen. Der Aufsatz behandelt nur den Teil des gesammelten Materials, der entweder die Fälle einzelner zuvor festgestellter Erscheinungen präzisiert und ergänzt oder völlig neu ist.
2Die Mundartbeispiele werden im Aufsatz in phonetischer Transkription wiedergegeben, die im „Programm zur Sammlung des Materials für den Atlas der litauischen Sprache“, 2. Aufl., Vilnius, 1956, S. 105—118, festgelegt wurde; lediglich die mittlere Intonation kennzeichnet die Halblänge betonter Laute. Außerdem wird hier die Intonation langer Vokale und der Diphthonge ie, uo unterschieden; vgl. E. Grinaveckienė. Der Zusammenhang zwischen der Erweichung der Konsonanten und der Verkürzung der Endungen in der Mundart von Stegvilai (im Folgenden — Prieb. mink.), „Fragen der litauischen Sprachwissenschaft“ (im Folgenden — LKK), Bd. 4, Vilnius, 1961, S. 180. Das Lautzeichen ę bezeichnet hier einen kurzen Laut, der zwischen ę und e liegt. Das aus dem Diphthong ai am Wortende entstandene ę ist klanglich nicht identisch mit ę nach einem verhärteten l; es ist etwas offener als letzteres und ähnelt stärker einem e, weshalb es in der phonetischen Transkription wie auch ę mit ę bezeichnet wird. Der Laut ǝ liegt hier zwischen o und a. Er ist stets kurz und offener als das standardlitauische o.
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unverschoben, z. B.: batelùs ~ bateliùs, balzgàną, daržėlius ~ daržėliùs, išeidamà, jurgìnis, kepaliùkis ~ kepaliùkis, negalì ~ negalì, pakurà, paliktà, ridikùs, sėnafve, sparneliù ~ sparneliù, tekìni, viščiùkis ~ viščiùkus. Sporadisch wird der Akzent hier bisweilen auch aus einer langen offenen Endung mit fallender Intonation zurückgezogen (außer im Genitiv Plural), z. B.: gėrè ~ gerai, ląbė ~ labai „sehr“, nebòv ~ nebuvau, šakò ~ sakiai; bei Beispielen dieses Typs liegt der Akzent jedoch meistens weiterhin am Wortende: gerę, labę, buvò, sakò.
Geht man von Kirbačiai etwa 10 km nach Nordosten, wird am Ort Narušaičiai (Raj. Šiauliai, Bezirk Narušaičiai, Nr. 135, untersucht von B. Grakauskaitė) der Akzent regelmäßig aus einer kurzen Endung auf die unmittelbar vorausgehende kurze Silbe zurückgezogen, z. B.: (auf die Wurzel) bàla, dvėjus, kėlis, kròtu, mėtus, mėškus, nàmūs, rātus; (auf das Suffix) afimėnę, baràkus, kubilòkus ~ kubilìukus, kiaušėnius ~ kiaušiniùs, meščòkė ~ miestùkė, šveikata, sesòtes ~ sesutės, tekėnius ~ tekìnius. Der Akzent wird hier in den folgenden Fällen ebenfalls regelmäßig aus einer langen offenen Endung auf die unmittelbar vorausgehende lange oder kurze Silbe zurückgezogen:
a) im Nominativ Plural, z. B.: arklę ~ arkliai, ežerę ~ ežerai, karę ~ karai, kraštę ~ kraštai, ląnkę ~ lankai, mėškę ~ miškai, vaikę ~ vaikai, žògę ~ žiogai;
b) in der 1. und 2. Person Singular, z. B.: bėjà ~ bijau, bòvò ~ buvau, gànò ~ ganiau, gvàldò ~ gvaldau, iširòngò ~ išsirangiau; ištenè ~ ištinai, palòkė ~ palikai, paskàitė ~ paskaitai;
c) in Adverbien mit der Endung -ai, z. B.: gèrė ~ gerai, ląbė ~ labai, mažę ~ mažai, retę ~ retai.
In allen übrigen Fällen bleibt der Akzent in der langen offenen Endung erhalten, z. B.: duktė, teš-muò; arklių ~ arklių, trobų ~ trobų, varlių ~ varlių. Hier wird der Akzent auch aus einer geschlossenen Endung mit fallender Intonation überhaupt nicht zurückgezogen, z. B.: arklìs ~ arklỹs, drugìs ~ drugỹs, genìs ~ genỹs, kaplìs ~ kaplỹs, našlìs ~ našlỹs, dėnòs, dėmės, valdžòs ~ valdžiòs, naktìes, žuvìes; alaũs, medaũs; sparnės ~ sparnàis, velnės ~ velniais.
Weitere 10 km nordöstlich, am Ort Beinoraičiai (Raj. Pakruojis, Bezirk Lygumai, Nr. 107, untersucht von D. Čekanauskaitė), wird zusätzlich zu allen zuvor genannten Fällen der Akzentverschiebung der Akzent der langen, endbetonten Silbe in allen Fällen auf die unmittelbar vorausgehende Silbe zurückgezogen, z. B.: (vom offenen Wortende) dòkte ~ duktė, tešmù ~ tešmuò; àkò ~ akių, giẽsmò ~ giesmių, kãpo ~ kapų, švẽčo ~ svečių, šẽšo ~ šešių, vaĩko ~ vaikų, žõlo ~ žolių; (vom geschlossenen Wortende) bòrnos ~ burnõs, õgnės ~ ugnìes, àls || alaũs ~ alaũs, doñgaus ~ dangaũs; arklìs ~ arklỹs, gaidìs ~ gaidỹs-drògìs ~ drugỹs; arklès ~ arkliais, geinès ~ geiniais, õžės ~ ožiais, vakarès ~ vakarais.
An allen hier genannten Orten (Kirbačiai, Narušaičiai, Beinoraičiai) wird der Akzent aus einer Endung mit steigender Intonation nicht zurückgezogen, z. B.: gražòm, mergòm, šakòm (Kirbačiai); arklėm, ievàm, žmònėm (Narušaičiai), vaikàm, žentàm, arklėm (Beinoraičiai)³.
3Im Dialekt des Mūša-Flussgebiets kommen Fälle vor, in denen bei Substantiven und Pronomen im Dativ Singular und Plural (Dual) am Wortende, anders als im Litauischen der Schriftsprache und in anderen Dialekten, nicht der Akzent mit steigender, sondern der mit fallender Intonation ausgesprochen wird; siehe Prieb. minkšt. 180; ferner das Material des Atlas der litauischen Sprache aus Nem. Radviliškis, Stegvilai, Gaižūnai, Registrierungsnr. 429, 603, 678 u. a. Das vorgelegte Material aus den Orten Kirbačiai, Narušaičiai und Beinoraičiai zeigt, dass hier in diesem Fall der Akzent mit steigender Intonation ausgesprochen wird; siehe das Material des Atlas der litauischen Sprache, Registrierungsnr. 600, 679, 683.
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Geht man von Beinoraičiai weiter nach Osten, wird am Erhebungspunkt Juknaičiai (Rajon Pakruojis, Gemeinde Vilūnaičiai, Nr. 136, untersucht von D. Brūzgaitė) neben den Fällen einer allgemeinen Akzentzurückziehung (balta, akìs, vaikė ~ vaikai, šokęs ~ sukiesi, kãktos ~ kaktõs, ãrklis ~ arklys, àls ~ alaus, tẽsmų ~ tẽsmuõ, kãte ~ katė)der Akzent auch von der Endung des pluralischen Dativs zurückgezogen, z. B.: žõsim dãvę lãsti; tõkiem vaikėm, laũkem, gaĩdžem, pàčom, mar̃žom.
Geht man von Juknaičiai nach Norden, wird am Erhebungspunkt Norvaišiai (Rajon Pakruojis, Gemeinde Vilūnaičiai, Nr. 108, untersucht von A. Žygytė) der Akzent ganz wie in Juknaičiai zurückgezogen; hier sind jedoch alle alten steigenden Akzente der Wortendvokale und -diphthonge geschwunden, z. B.: diẽn ~ dienà, šãk ~ šakà, tvõr ~ tvorà; kãt ~ katė, kãrv ~ karvė, kiẽm ~ kieme, õr ~ õre, vežẽm ~ vežime; mar̃t ~ martì, pàt ~ patì, gẽr ~ gerì, sèn ~ senì; vaik ~ vaikù, sen ~ senù, vẽs ~ visì, per̃k ~ perkì, pẽrk ~ perkù; bẽtės ~ bitės, kẽls ~ kelìas, par̃šoks ~ paršiukùs, vaikẽls ~ vaikelius.Geschwunden ist hier auch das fallende y am geschlossenen Wortende: ãrkal̃s ~ arklys, gaĩd̃s ~ gaidỹs, õžs ~ ožỹs; das unbetonte u am offenen Wortende <un ist reduziert, z. B.: ãrklo ~ arklių, grūdõ ~ grūdų, šiaudõ ~ šiaudų.Ganz ähnlich wie in Juknaičiai verhält es sich mit der Akzentzurückziehung und der Kürzung der Endungen auch an den übrigen untersuchten Orten im Einzugsgebiet der Mūša: Gaižūnai (Rajon Pakruojis, Nr. 77, untersucht von E. Grinaveckienė), Guostagalis (Rajon Pakruojis, Nr. 78, untersucht von K. Vosylūtė), Gailioniai (Rajon Pakruojis, Gemeinde Lumbeliai, Nr. 110, untersucht von K. Vosylūtė).
Das gesamte hier vorgelegte Material bestätigt die Aussage, dass sich die Akzentzurückziehung und die Kürzung der Endungen, ausgehend vom Zentrum dieser Erscheinungen in den ostaukštaitischen Mundarten — dem Einzugsgebiet der Mūša (Linkuva — Pasvalys)⁴ — auf dem Weg von Nordosten nach Südwesten allmählich und gleichmäßig abschwächen; zugleich veranschaulicht es dies anschaulich durch konkrete Beispiele, die die Aussage erweitern und ergänzen.
2. Qualitative Veränderungen der kurzen Vokale i, u
In der Mundart des nördlichen Teils des Rajons Pakruojis, des ehemaligen Rajons Linkuva (Gemeinden Gaižūnai, Guostagalis, Vaškai, Bardiškiai, Šulaičiai, Pašvitinys, Megučionys und Lumbeliai)⁵, ist eine qualitative Veränderung der kurzen Vokale i und u zu anderen Lauten zu beobachten, sowohl einzeln als auch in Diphthongen mit l, m, n, r. Der Vokal u öffnet sich hier etwas und wird zum Vokal o, einem Zwischenlaut zwischen o und a. Vor einem harten Konsonanten ist dieses o offener, vor einem palatalisierten enger. Der Vokal i öffnet sich vor einem harten Konsonanten und wird weiter hinten artikuliert; wie u wird er zu o. Vor einem palatalisierten Konsonanten öffnet er sich lediglich und wird zu e, einem Zwischenlaut zwischen ė und e. Die neuen Vokale e und o entstehen ausschließlich aus den kurzen i und u der Mundart. Kurze i und u kommen in der Mundart nur in den folgenden Fällen vor:
a) Im letzten Wort- bzw. Silbenauslaut mit altem Akzent betont, z. B.: bòs ~ bùs, dù ~ dù, dvė ~ dvì, įgrs ~ įgrìs, įkròs ~ įkrìs, ilõs ~ ilìs, išõs ~ išsiùs, jòs ~ jìs, lòps ~ lįps, mǫ̀s ~ mùs, nulõs ~ nulùs, nupõs ~ nupùs, nutrõks ~ nutrùks, padarõs ~ padarỹs, pagadõs ~ pagadìnės, pašõs ~ pasiùs, pataisõs ~ pataisỹs, rasõs ~ rasỹs, sakõs ~ sakỹs, sò ~ sù, sugrõs ~ sugrìs, šòks ~ šùks, sukirmõs ~ sukirmỹs (supus), surõks ~ surùgs, tò ~ tù, įrõs ~ trīs.
4 Vgl. V. Grinaveckis, Galūnių trumpėjimas lietuvių kalbos tarmėse, „Vilniaus Valstybinio Pedagoginio instituto mokslo darbai“, Bd. 8, Vilnius, 1959, S. 101, 103.
5 Möglicherweise ist das Verbreitungsgebiet der erwähnten Erscheinung größer als hier angegeben. Das werden künftige Expeditionen in den umliegenden Rajons zeigen.
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Die hier angeführten Vokale konnten sich qualitativ verändert haben, weil sie nur in diesem einzigen Fall, wenn sie mit dem alten Akzent betont waren, kurz geblieben sind, während sie in allen anderen Fällen bis zu halblangen Vokalen gedehnt wurden (: kišė ~ kišė, muš ~ mušą, ligė ~ ligą, šūk ~ šūk, viso ~ visą, višto ~ vištą, žūv ~ žūvi). Außerdem könnte auch die assimilatorische Wirkung der harten wortauslautenden Konsonanten, die sich mit ihnen in derselben Silbe befinden und auch für viele andere litauische Dialekte charakteristisch ist, ihre qualitative Veränderung beeinflusst haben⁶.
Die Beispiele ilò, išõs, mulõs, mupõs, padarõs, rasõs... zeigen, dass ihr i, u sich vergleichsweise erst vor Kurzem zu ǫ entwickelt hat, nach der Kürzung der alten langen wortauslautenden Vokale, denn hier gilt i, u < ī, ū.
Die Vokale i, u verändern, wenn sie mit dem alten Akzent betont sind, ihre Qualität auch im fallenden Diphthong, z. B.: ilõnida ~ ilìnido, imõntrõ ~ imìnt rìa „seltsam, unerhört“, jõni ~ jì, kònka ~ kìnko, kòr ~ kùr, krõnti ~ krìnta, lõnkavõ ~ Lìnkavą, mõrs ~ mìrs, paõnik ~ paùnika, põršto ~ pìršta, sõrk ~ sìrk, smõlkst ~ smìlksta, šõlts ~ šìltas, sõmìs ~ šìmìtas, võršom ~ vìršum; ìžgèrst ~ išgìrsti, kèrvė ~ kìrvis, rėnki ~ rìnkti, svėrpãl ~ svìrpì; bòrbols ~ bùrbulas, drõngans ~ druìngnas, põlks ~ pùlkas, stòlps ~ stùlpas; drõmžlės ~ drumžlės „Trübe“, gõli ~ gùlti, gõrklė ~ gùrkliai, kòrčės ~ kùrčias, kòrk ~ kùrkia, šòrkščiõs ~ šiùrkščios.
Der steigend betonte Diphthong bewahrt in diesem Fall seine Qualität, z. B.: pìlns ~ pìlnas, dùlkst ~ dùlksta. Daraus wird deutlich, dass auch das i, u in fallend betonten Diphthongen sich aufgrund seiner Kürze qualitativ verändern konnte.
b) Mit zurückgezogenem Akzent betont, z. B.: àvǫž ~ avìžų, kõš ~ kišų, kòt ~ kitą, lõno ~ linų, lõg ~ ligą, lõp ~ lipù, mergõčk ~ mergìčkà (Mädchen), stipõnė ~ stipinai, tõkrė ~ tikrai, võs ~ visą, võšt ~ vištą, võšts ~ vištas; lõp ~ lupų, mõš ~ mušų, plõt ~ plutą, põt ~ putą, sõk ~ sukì, sõl ~ sulà; kėš ~ kiši, kėi ~ kiti, mėšk ~ miškė, plėk ~ pliki, vės ~ visi; gòl ~ guli, kròt ~ kruti, sõk ~ suki, tòr ~ turi.
Für die qualitative Veränderung der Vokale i, u dürfte auch in diesem Fall ihre Kürze ausschlaggebend gewesen sein. Die harten Konsonanten, die sich mit ihnen in derselben Silbe befinden, bewahren diese Veränderung besser als die weichen; dies gilt besonders für den Vokal i.
Die Diphthonge i, u+l, m, n, r werden im Dialekt, wenn sie mit zurückgezogenem Akzent betont sind, mit fallender Intonation ausgesprochen. Ihr erster Bestandteil ist ebenfalls kurz und hat seine Qualität wahrscheinlich aus diesem Grund (der Kürze) verändert, z. B.: kelõni ~ kelìntą, negėrõng ~ negėrìngą (nicht in der Lage, alkoholische Getränke zu trinken), nukõrst ~ nukìrsta, nusipõrk ~ nusìpirkau, paìlg ~ paìlgą, pèlni ~ pìlni, pèlv ~ pìlvė, pèrtiš ~ pìrtis, rõmtė ~ rìmtai, sõrgã ~ sìrgau, šėrėds ~ šìrdìs; bòrnõs ~ burnõs, čõmp ~ čiùmpa, põrv ~ purvė, sõnk ~ sunkù.
c) Unbetont. Nicht jeder unbetonte kurze Vokal i, u wird zu ė, ǫ. Unbetontes i, u bleibt in vortonigen und offenen Silben stets unverändert, z. B.: apsùkimõs ~ apsùkimas, bičkõrėlė ~ bičkõrėliai, kìtiem, kukìodava ~ kukìodavo, nukùstėję ~ nukùstėjo „ging weg“, nutùka ~ nutùko, prìkiba ~ prìkibo, prìlipa ~ prìlipo, surìšim ~ surìšim, susilėžùvìot ~ susilėžùvìoti, susisùks ~ susìksus. Unbetontes i, u verändert im Dialekt seine Qualität nur dann, wenn es vor einem wortauslautenden oder stammschließenden Konsonanten steht und sich mit ihm in derselben Silbe befindet, z. B.: apsùnkõn ~ apsùnkina, àvǫžs ~ àvižas, bùrtinõks ~ bùrtinykas, čìėpõt ~ čìėpyta
6 Vgl. E. Grinaveckienė, Mituvos upyno tarmės fonetika, LKK, t. 1, Vilnius, 1957, S. 159—161.
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„geimpft“, dėdõn ~ dėdyną „Tante (Ehefrau des Onkels)“, įpõls ~ įpilas „Trichter“, kárkọn ~ kárkina, kãjons ~ kãtinas, knìtọn ~ knìtina „kitzelt“, nuskau̇dõn ~ nuskau̇dina, pãlokts ~ pãliktas, ródos ~ ró̇dys, sukirmìdos ~ sukirmýdins „wird verrotten lassen“, švė̇kõk ~ švė̇kink, tėkons ~ tė̇kinas, viršinõks ~ viršinýkas; čiėpėt ~ čiėpyti „impfen“, kárkẹn ~ kárkini, knìtẹn ~ knìtini, išnáikėt ~ išnáikinti, išmókėt ~ išmókyti; bė̇rštõls ~ Bė̇ržtulis (Bach), kė̇tǫrs ~ kėtúris, nedė̇gõls ~ nedė̇gulis, šáutovs ~ šáutuvas.
Auch die Beispiele bū̇rtinõks, švė̇kõk… weisen auf eine jüngere Entwicklung zu ę, ǫ hin; ihr i entwickelte sich nach unbetontem i, įn zu ę, ǫ.
In diesem Fall dürfte die qualitative Veränderung der Vokale i, u durch ihre Kürze und dadurch bedingt sein, dass sie infolge der Kürzung der Endung in einer finalen geschlossenen Silbe auftraten. Die Geschlossenheit der Silbe könnte in dieser Mundart möglicherweise ebenfalls zur qualitativen Veränderung der betreffenden Vokale beigetragen haben. In den Fällen, in denen die unbetonten kurzen i, u in einer nichtfinalen und offenen Silbe stehen, entwickeln sie sich, wie wir gesehen haben, nicht zu anderen Lauten.
Doch nicht in allen Mundarten dieser Gegend verhalten sich die unbetonten kurzen i, u so. In den Mundarten der Umgebung von Lygumai (Erhebungspunkt Beinoraičiai) hat sich das i jeder unbetonten Silbe zu ę entwickelt, das u zu ǫ, z. B.: ãvežas ~ ãvižas, čuõžū ~ čiuožū, didelės ~ didelis, dõkterėla ~ duktėrėlė, gimėnęs ~ giminės, gė̇rdėję ~ girdėjo, ešmóketøy ~ išmókyti, ešnáikė̇t ~ išnáikinti, jė̇mė ~ imti, kętóriem ~ keturiem, kápas ~ kapūs, Lygumõs ~ Lygumus, márškėnõs ~ márškinius, mū̇žėka ~ mūzika, negálo ~ negaliū, nǫvargės ~ nuvargęs, nǫėję ~ nuėjo, ǫžėję ~ užėjo, sǫgávo ~ sugávo, sǫgíde ~ sugýdė, sǫrišim ~ surišim, sǫsėdūrė ~ susidūrė, sǫsėdráške ~ susidraš-kė, sǫsėkė̇rta ~ susikirto, sǫsėtika ~ susitiko, šėštė ~ šešti, trau̇kėnūka ~ traukinūka, ū̇kenėko ~ ūkininką, vė̇šė ~ visi.
Eine derartige unterschiedliche Veränderung der betreffenden Vokale in der Mundart der Umgebung von Linkuva einerseits und in der von Lygumai andererseits hängt möglicherweise zumindest teilweise auch mit der unterschiedlichen Kürzung der Endungen in diesen Mundarten zusammen.
Auch die Qualität des ersten Bestandteils von Diphthongen aus unbetontem i, u + l, m, n, r, die infolge der Kürzung der Endung ans Wortende gelangt sind, hat sich wie bei den Monophthongen verändert, z. B.: ãžondas ~ ãžindas, avikėrpės ~ avikirpės (Pl. Akk. — avikirpės), kū̇nongs ~ kūningas „Priester“, liė̇tongs ~ liėtingas, piñongs ~ pinigas „Geld“, šáutovs ~ šáutuvas.
Morphologie
1. Flexion
a) Akkusativ des Duals
Bei der Untersuchung der Dialekte des Mūša-Flussgebiets wurde eine interessante und seltene morphologische Erscheinung festgestellt. Im Gebiet Pašvitinys — Nemunėlio Radviliškis — Biržai — Pasvalys — Joniškėlis — Pakruojis — Linkuva wurde erstmals der Gebrauch von Dual-Akkusativformen mit dem Zahlwort „drei“ belegt, z. B.: rãdǫ trõs dǫbilėl po kė̇tǫrs lapelės ~ ich fand drei kleine Kleeblätter mit je vier Blättern; trõs glėbėl malko sukūrėna, kur neiškėps ~ sie heizten drei Armvoll Holz an, wo es nicht durchbrennen wird; sǫdėjǫ trõs šauj apinǫ ~ ich legte drei Armvoll Hopfen zusammen; atnešk trõs bačk ~ bring drei Fässer; bãts panesėjo trõs dien ~ ich trug die Schuhe drei Tage lang; bìts šiemet láidė trõs spiė̇č ~ die Bienen schwärmten dieses Jahr dreimal; gavǫ trõs kelmė̇l jurginǫ ~ ich bekam drei kleine Dahlienstöcke; mūs brigad turi trõs piemen ~ unsere Brigade hat drei Hirten; tǫr trõs dėd i trõs tetǫl ~ ich habe drei Onkel und drei Tanten;
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trõs paršõk mažõt šimēt augīn ~ drei kleine Ferkel hat sie dieses Jahr aufgezogen7 usw. Ähnliche Fälle des Dualgebrauchs mit dem Zahlwort „drei“ finden sich auch im Lettischen8.
Außerdem wird im gesamten genannten Gebiet der Dual-Akkusativ nur mit den Zahlwörtern du und trys gebraucht; Fälle des Dual-Akkusativgebrauchs mit den Zahlwörtern keturi, penki… wurden hier nicht beobachtet.
Der finale Konsonant des Dual-Akkusativs der o-Stämme im Dialekt wird, wie die Beispiele zeigen, hart ausgesprochen: dvę, trõs bačk, diēn, tetõl. Wie lässt sich diese Endung erklären? Nach dem Schwund des auslautenden i < ie9 dieser Formen war der am Wortende stehende Konsonant zunächst zweifellos weich, wie er es auch heute noch in vielen litauischen Dialekten ist. Später verhärtete er sich in den untersuchten Dialekten. Die Verhärtung des finalen Konsonanten könnte hier durch die Analogie zu den übrigen Kasus beeinflusst worden sein (diēn ~ diēna, diēns ~ diēns…), die das Paradigma ausgeglichen hat. Der finale Konsonant könnte sich auch aufgrund der seit alters bestehenden Tendenz zur Verhärtung weicher Konsonanten am Wortende in diesen Dialekten verhärtet haben10.
Maskuline Nomina und Partizipien, deren Stamm auf den Konsonanten t oder d endet, weisen im Dual-Akkusativ neben der üblichen Form häufiger eine Form ohne Affrikate in der Endung auf, z. B.: dõ, trõs mažõj paršõk, gaid, jaut, med, svēt, perkõnči11 usw. Bei solchen Nomina und Partizipien fehlt die Affrikate am Wortende meist auch im Singular-Nominativ, -Dativ und -Instrumental sowie im Plural-Akkusativ11.
b) Dativ und Instrumental des Duals
Anders als im Litauischen und in vielen anderen Dialekten sind in diesem Gebiet auch Dativ und Instrumental des Plurals und des Duals. Der Plural-Dativ unterscheidet sich hier überhaupt nicht vom Dual-Dativ. Es gibt in diesem Fall nur Formen mit auslautendem -m. Diese sind wahrscheinlich, wie im Lettischen, als Dual-Dative anzusehen12, die verallgemeinert auch zur Bezeichnung des Plural-Dativs verwendet werden, z. B.: akīm || akīm, beržēm || beržēm || beržām „den Birken“, gaidžēm || gaidžēm || gaidžēm „den Hähnen“, jaučēm || jaučēm „den Stieren“, jaunom || jaunõm || jaunõm „den Jungen“, karčēm || karčēm || kartiem „den Karren“, katēm || katēm || katēm „den Katzen“, lūpom „den Lippen“, marčõm || marčõm „den Bräuten“, mergõm || mergõm „den Mädchen“, naktīm || naktīm „den Nächten“, pēm- pēm „den Wasserläufern“, pardūodõnčēm || pardūodõntēm „den Verkaufenden“, perkõnčēm || perkõntēm „den Kaufenden“, penkõm || penkõm „den Fünfen“, piētum || petūm || piē- tēm || pietēm „den Mittagszeiten“, pīrtīm || pīrtīm „den Bädern“, saldžēm || saldēm „den Süßen“, sē- nõm || senõm „den Alten“, stalēm || stalēm || stalām „den Ställen“, sūnum || sunum || sū- něm || sunēm „den Söhnen“, švečēm || švečēm || švečēm, šakõm || šakõm „den Schwägerinnen“, vagīm || vagīm || vagēm || vagēm „den Dieben“, varlēm || varlēm „den Fröschen“, vežīkem || vežīkam, vī- rēm || vīram; viščiūkem || viščiūkam (der Erhalt des Endungsakzents bei Wörtern mit Endungsbetonung ist eher für den nordöstlichen Teil dieses Gebiets charakteristisch — Biržai und Nemunėlio Radviliškis; anderswo werden beide Formen parallel gebraucht, obwohl die Form mit zurückgezogenem Akzent häufiger ist). Der Gebrauch dieser Formen kommt im Satz am deutlichsten zum Ausdruck: (Gaižū-
7 Die Beispiele stammen überwiegend aus den Orten Gaižūnai, Gailioniai und Guostagalis im Rajon Pakruojis; siehe Registrierungs-Nr. 678, 686, 687.
8 Siehe J. Endzelynas, Latviešu valodas gramatika (im Folgenden — J. Endzelīns, Gr.), Rīgā, 1951, § 314.
9 Žr. J. Endzelynas, Baltų kalbų garsai ir formos, Vilnius 1957, § 215.
10 Vgl. Prieb. minkšt., S. 172.
11 Siehe Prieb. minkšt., S. 170, 176.
12 Siehe J. Endzelīns, Gr. § 231.
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nai) gib den Düngemitteln gut, den gleichen Feldern, sie werden wachsen „gib den gleichen Feldern guten Dünger, sie werden wachsen“; solchen kleinen Kindern erlauben die Eltern alles zu tun „solchen kleinen Kindern erlauben die Eltern, alles zu tun“, wenn du gibst, gib beiden Kindern „wenn du gibst, gib beiden Kindern“; (Guostagalis) wenn du zum Abendessen etwas isst, muss man auch den Feen etwas bringen „wenn du zum Abendessen etwas isst, muss man auch den Feen etwas bringen“; (Nem. Radviliškis) dieser Regen ist auch gut für die Gärten „dieser Regen ist ebenso gut für die Gärten“, wie viel für Roggen verlangt wird „wie viel für Roggen verlangt wird“, wie viel für Mehl gezahlt wird „wie viel für Mehl gezahlt wird“, was zum Frühstück „was zum Frühstück“, Milch für zwei Male „Milch für zwei Mal“ und Ähnliches. Die angeführten Beispiele zeigen, dass die Formen des Dativs Plural und Dual vollständig zusammenfallen.
(i)a — kamienių daiktavardžiu, kaip pavyzdžiai rodo, lygiagrečiai vartojamos dvejopos dgs. (dv.) naud. formos: su galūne -ėm (po kieto priebalsio): daržėm || daržėm; -ėm (po minkšto priebalsio): švėčėm || švėčėm ir tokios kaip lk. (daržām, švėčēm ~ svečiam). Formos, sutampančios su lk., tarmėje retesnės. Galūnę -ėm greta kirčiuotos -iėm turi ir vyr. gim. būdvardžiai, skaitvardžiai, įvardžiai, dalyviai, pvz.: didelėm „dideliam“, mažėsnėm „mažesniam“, karčėm „kartiem“, pačėm „patiem“, pardūodọčėm „pard uodantiem“, stačėm „statiem“, trėčėm „tretiem“ (greta: gyvėm, mažėm, karčėm, pardūodọtėm). Tačiau kaip paaiškinti formų daržėm || daržėm, arklem || arklem, didelėm, plačėm kilme? Visų pirma formos daržėm || daržėm, gaidžėm || gaidžėm… savo kilme negali būti tapatingos su formomis daržām, gaidžēm… jau vien ir dėl to, kad jos abi tarmėje vartojamos greta. Be to, skirtingos šių abiejų formų galūnės nėra ir fonetiškai tapačios: galūniniai -ėm, -ēm šiose tarmėse fonetiškai negali būti išriedėję iš redukuotų -am, -iam, nes žodžio galo -am, -iam, kaip daugumas pavyzdžių rodo (pavyzdžiai daugiausia imti iš šiaurinės Pakruojo rajono dalies — Linkuvos, Gaižūnų, Stegvilių, Guostagalio, Gailionių punktų), redukuodamiesi gali išvirsti tik į -am, -em, pvz.: baltam, didelėm, juodam, naminėm, sōtam, surūgusėm ~ baltām, dideliam, juodam, naminam, sōčiam, surūgusiam (Gaižūnai); aukštam, brangam, drūtam ~ aukštām, brangiam, drūtām (Stegviliai). Iš kitos pusės, garsą ę čia gali atliepti tik lk. ai, o ę — ie, ei, iai, pvz.: sākę ~ sakai, vaikęs ~ vaikais, nešęs ~ nešies, nešeis, sākę ~ sakei. Turėdami tai galvoje, galėtume manyti, kad formų gaidžėm, plačėm ir t. t. galūninis -ėm fonetiškai galėtų būti kilęs ir iš galūnės -iem, būdingos gretimos latvių kalbos dgs. (dvs.) naudininkui ¹², nes toks -iem > ēm šiose tarmėse fonetiškai, kaip matėme, yra įmanomas (dar plg. latvių plašiem, pašiem, tūkstošiem). Tokiu būdu išeitų, kad minima šių formų galūnė (-ėm) galėtų būti aiškinama ir kaip fonetiškai pakitęs latvių kalbos morfologinis skolinys. Tuo atveju ją turėtume laikyti įsigalinu šių tarmių morfologiniu naujadaru, vartojamu šalia įprastinės dgs. (dv.) naudininko galūnės. Galūnė -em, kuriai atitikmenų latvių kalboje nėra, galėtų būti fonetiškai kilusi iš -ien, o tik vėliau sukietėjusi dėl visos a-kamienių daiktavardžių paradigmos išlyginimo (plg. daržs ~ daržas, daržūs; daržę ~ daržai ir pan.). Ar ši prielaida teisinga, parodys tolimesni ir išsamesni šios srities tyrinėjimai.
Genau dieselben Formen wie der Dativ Plural hat in diesem Gebiet meist auch der Instrumental Plural. Dies gilt beispielsweise vor allem für Substantive mit (i)o-, ē-, ī-, (i)u- und konsonantischem Stamm sowie für feminine Adjektive, Zahlwörter, Pronomen und Partizipien, z. B.: sų galvōm || galvōm „mit Köpfen“, gėrklėm || gerklėm „mit Kehlen“, marčōm || marčōm „mit Schwiegertöchtern“, žėvėm || žėvėm „mit Rinden“, ākim || akim, ausīm || ausim „mit Ohren“, nāktīm || nāktim „mit Nächten“, vāgīm || vagīm, sūnum || sunum „mit Söhnen“, gyvōm || gyvōm „mit Lebenden“, frūm, tiem, dešimtīm. (i)a-stämmige
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Substantive und maskuline Adjektive, Zahlwörter, Pronomen und Partizipien auf (i)a-Stamm weisen im Instrumental Dual eine Form auf, die vollständig mit der in diesen Dialekten verwendeten Dativform des Plurals (und Duals) übereinstimmt, z. B.: žosūke lāk šo spārnem „die Gänschen fliegen mit den Flügeln“; šo tieni ākinēm kęp tik artī nemātat „mit diesen Brillen sehe ich in der Nähe gerade nicht“; tōi vārga šo tiem dvėim (trīm) telūkėm (bet: ketuores telūkės) „ich habe Mühe mit diesen zwei (drei) Kälbern (aber: mit vier Kälbern)“; jiė sėdž po tiem dvėim (trīm) beržem, klėvem, medžem, uosem (bet: po tiem || tęs didelės medžes, uoses, klėves, beržes) „sie sitzen unter diesen zwei (drei) Birken, Ahornbäumen, Bäumen und Eschen (aber: unter diesen großen Bäumen, Eschen, Ahornbäumen und Birken)“; ān mōtōn šo dvėim (trīm) vaikėm (bet: šo ketuores, ōses vaikės) „die Mutter geht mit diesen zwei (drei) Kindern (aber: mit vier, allen Kindern)“. Der Instrumental Plural hat gewöhnlich seine eigenen Stammendungen, obwohl gelegentlich auch neben ihnen Dativformen des Duals verwendet werden, z. B.: sėdėję po tiem medžem „sie saßen unter diesen Bäumen“; labę pavargę šo tęš švėčės „ich bin mit diesen Gästen sehr müde geworden“.
Aus dem angeführten Material ist ersichtlich, dass Formen wie galvōm || galvōn, žievēm || ževeri, ākim || akim, sūnum || sunum, dešimtīm, spārnem || sparnēm || sparnām, vaikēm || vaikēm || vaikām usw. alte Dativformen des Duals sind. Sie konnten sich im Instrumental auf genau demselben Weg herausbilden wie im Lettischen¹³ oder sogar nach dem Vorbild benachbarter lettischer Dialekte.
c) Pronominale Formen
Die pronominalen Adjektive, Zahlwörter, Pronomen und Partizipien der Dialekte im Gebiet Joniškėlis — Linkuva — Pašvitinys — Lauksodis — Vaškai — Pasvalys weisen bei einzelnen Kasus unterschiedliche Endungen im Vergleich zum Standardlitauischen auf. Dies zeigt, dass die Entwicklung der alten Laute am Wortende hier anders verlaufen sein dürfte als im übrigen Gebiet der litauischen Dialekte. Die Unterschiede bei einzelnen Kasus der pronominalen Adjektive, Zahlwörter, Pronomen und Partizipien treten im Paradigma besonders deutlich hervor. Dieses wird hier nun angeführt:
Singular
Nom. storāšę brāngasę didisę storōj || storō Gen. storāję didžōję storōšęs Dat. storājēm didžājēm storājė Akk. storāj didžēj storājō Instr. storūoj || storūo didžūo storōj Lok. storājō
Plural
Nom. storēj || storė didie stórāsōs Gen. storūjō Dat. storiesēm stórāsōm Akk. storūōs Instr. storāisēs stórāsōm
Die adjektivischen, u-stämmigen Adjektive, Zahlwörter, Pronomen und Partizipien haben in der Endung des Singularnominativs das verallgemeinerte Formans -asai, z. B.: gerāšę ~ gerāsai, muš tāšę ~ muš tāsai, saldāsę ~ saldāsai „saldusai“ (süß), während die ia-stämmigen
13 Siehe J. Endzelīns, Gr. §§ 233, 367.
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-ysai, z. B.: virašnīse ~ vyresnīysai, gerešnīse ~ gerešnīysai. Das Formans -ysai haben neben -asai bisweilen auch die Adjektive jaunas, mažas, senas, z. B.: jaunīse ~ jaunīysai „der junge“, mažīse ~ mažīysai „der kleine“, senīse ~ senīysai „der alte“. In den übrigen Kasus stimmen die Endungen aller Stämme überein. Die alten, auf dem ersten Bestandteil betonten, unbetonten Wortauslautverbindungen der pronominalen Formen -*jā, -*jie, -*juo sind in der Mundart meist, wie auch im Lettischen¹⁴, geschwunden, z. B.: (Sg. Nom.) didžō, gerō, virašnō ~ didžōja, gerōja, vyresnijōja; (Sg. Instr.) didžō, piktō, savō ~ didžōju, piktōju, savōju; (Pl. Nom.) gerīe, naujīe, savīe ~ gerīeji, naujīeji, savīeji.
Die feminine pronominale Form im Pluralakkusativ stimmt mit der maskulinen Form des Pluralakkusativs überein, z. B.: išvalś storuōsś žārns „ich habe die dicken Därme gereinigt“, išrōnkō geruōsś sėkls „ich habe die guten Samen ausgewählt“. Wie storuōsś, geruōsś, hat die Endung -uos auch der Pluralakkusativ der Pronomen ta, jī, ana, z. B.: tuōs dōrs „jene Türen“, tuōs gīrns „jene Mühlsteine“, tuōs kāts „jene Katzen“, tuōs mergōcks „jene Mädchen“; juōs vōss „sie alle“ usw.
Das Auftreten eines kurzen a in der Endung des ersten Glieds pronominaler Formen (Sg. Akk.: stōraj „den dicken“; stōrājō „die dicke“; Sg. Lok.: stōrājō „in der dicken“; Pl. Nom.: stōrasōs „die dicken“; Pl. Dat., Instr.: stōrasōm „den dicken, mit den dicken“), ist zweifellos ebenfalls das Ergebnis der unterschiedlichen phonetischen Entwicklung und Kürzung der Endsilben in diesen Mundarten. In einigen der hier angeführten Kasus wird das kurze a auch in benachbarten lettischen Mundarten gesprochen¹⁵.
2. Wortbildung
Diminutiv- und Kose-Suffixe
1. -aičia. Wird an alle Stammformen von Vatersnamen angefügt und zur Bezeichnung der Familiennamen erwachsener unverheirateter Töchter (Mädchen) verwendet, z. B.: báikaič ~ Báikaiťia (Baikaitė < Baika), beinōraič ~ Beinōraičia (Beinoraitė < Beinoras), krivickaič ~ Krivickaičia (Krivickaitė < Krivickas), lapšaič ~ Lapšaičia (Lapšaitė < Lapšas), lingaič ~ Lingaičia (Lingytė < Lingis), monkūnaič ~ Mankūnaičia (Mankūnaitė < Mankūnas), murauckaič ~ Murauskaičia (Murauskaitė < Murauskas), poželaič ~ Poželaičia (Poželaitė < Poželė), šimelūnaič ~ Šimelūnaičia (Šimelūnaitė < Šimelūnas).
Familiennamen mit festwurzeligen Erstsilben, die dieses Suffix erhalten, behalten den Akzent an seiner ursprünglichen Stelle; in allen anderen Fällen wird das Suffix betont. Dieses Suffix ist in der Mundart nicht sehr häufig. Weiter verbreitet ist es nur bei der älteren Generation. An seine Stelle tritt zunehmend das hier häufiger verwendete Suffix -iukė, siehe S. 158. Einige wenige Ableitungen mit diesem Suffix sind Substantive mit der allgemeinen pejorativen Bedeutung, z. B.: plērpaič ~ plērpaīčia „eine, die sich durch ihr Lachen bemerkbar macht“.
2. -aitis, -aitė. Ableitungen sind selten, z. B.: kumelaitė ~ kumelaitė, mergaitė ~ mergaitė, obelaitė ~ obelaitė, ponaitis ~ ponaitis (hat auch die Bedeutung „Teufel“). Betont wird das Suffix, der Akzenttyp ist der Stoßton. Das Wort žemaitis ~ žemaitis wird hier mit Stoßton ausgesprochen und hat keine diminutive Bedeutung.
3. -ėkas. Ableitungen sind selten und haben auch eine pejorative Bedeutung, z. B.: pužbernēks ~ pus-bernēkas „Jugendlicher“.
4. -elis, -elė. Ableitungen sind sehr häufig, z. B.: ašēla ~ ašēlė, begēls ~ begēlis „Kälbchen“, brūkšnēls ~ brūkšnēlis „kleines Ruder“, brōlāls ~ brōlēlis, dēnēla ~ dienēlė,
14 Vgl. J. Endzelīns, Gr. § 321.
15 Vgl. J. Endzelīns, Gr. §§ 321, 322.
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galvėla ~ galvėlė, genėls ~ genėlis, glebėls ~ glebėlis, gerėls ~ gerėlis „Lämmchen“, grudėls ~ grūdėlis, gronėla ~ grandėlė „eiserner Ring, Schnalle“, gurklėls ~ gurklėlis, kalnėls ~ kalnėlis, kelāls ~ kelėlis, klugėlė ~ kliugėlai „Ruten“, kresnėla ~ kresnėlė „Süßkirsche“, kripšāls ~ kripšėlis „Krümchen“, kuinėls ~ kuinėlis, lingėla ~ lingėlė, lonėlta ~ lentėlė, ligėla ~ ligėlė, medėls ~ medėlis „Spänchen“, mojėla ~ mojėlė „Mütterchen, Mutti < moja“, paukštėlė ~ paukštėliai, pedėls ~ pedėlis, plumkšnėles ~ plumkšnėlės, rėbėls ~ rėbėlis „geflochtener Käfig zum Fangen von Spatzen“, roštėla ~ ruoštėlė „Vorbereitung“, ropikėla ~ rankėlė, saulāla ~ saulėlė, senėls ~ senėlis, senėla ~ senelė, skarėla ~ skarelė, skiltėla ~ skiltelė, slonkšnėls ~ slenksnėlis „Schwelle“, sprōndėls ~ sprandelis, šakėla ~ šakelė, ōrelā ~ uorėlė „Wägelchen“, upėls ~ upėlis, tačkėls ~ tačkėlis „Pünktchen“, vadėles ~ vadėlės, virvēla ~ virvelė, žabėlė ~ žabėliai, žaunėla ~ žiaunelė.
Es gibt Ableitungen mit diesem Suffix, die Gegenstände, Objekte usw. mit einer spezifischen Funktion oder einem bestimmten Zweck bezeichnen, z. B.: avėla ~ avėlė „Schaf“, daržēls ~ daržēlis „Blumengarten“, enėlės ~ ienėlės „Schenkel des Spinnrads“, karvēls ~ karvēlis „Taube“, ōžēls ~ ōžēlis „Gewitterziege, Heuschrecke“, panēlēs ~ panēlēs „Stäbchen des Spinnrads“, sesēla ~ sesēlė „Schwester“, žmogēls ~ žmogēlis „Mann, Ehemann“, žvirblāls ~ žvirblēlis „kleiner Wirbel in einem Kettenring, damit sich die Kette nicht verdreht“, varlāla ~ varlēlė „zwei gekreuzte Stöcke, die auf den rėkezys gelegt werden. Beim Spiel besteht die Aufgabe darin, den Frosch mit einem Stock herunterzuschlagen“.
Mit diesem Suffix werden auch Orts- und Personennamen gebildet, z. B.: kirvėls ~ Kirvėlis (ein Tümpel im Dorf Gaižūnai), plikėlė ~ Plikėliai (Dorf im Rajon Pakruojis, im Amtsbezirk Gaižūnai), pūdels ~ Pūdelis (Hundename), šilāla ~ Šilėlė (Gebüsch im Dorf Gaižūnai), trakēlė ~ Trakēliai (Gebüsch am Ende des Dorfes Diržiai), trakēlų miškas ~ Trakēlių miškas (50 ha großer Wald östlich des Dorfes Gaižūnai), tīrels ~ Tȳrelis (sumpfiges Moor im Wald Kūkai), dūčo tīrels ~ Dūčių Tȳrelis (170 ha großes Moor südlich des Dorfes Gaižūnai). Ableitungen mit diesem Suffix gehören meist zur Akzentklasse II.
5. -ėlis, -ėlė. Ableitungen mit diesem Suffix sind im Dialekt sehr zahlreich. Sie kommen nicht nur in Liedern, sondern auch in der Alltagssprache vor. Das Suffix wird an einfache und zusammengesetzte Wörter angefügt, z. B.: ančakėlė „Augenbrauen“, apsukēls ~ apsukēlis „kleine runde Fläche“, daržinēla ~ daržinēlė, grēžinēls ~ griežinēlis „Brotscheibe vom Rand des Laibs mit Ober- und Unterkruste“, grōžgalvēla ~ gražgalvėlė „ein Vögelchen, das den Kopf dreht, ein gražgalvė“, jōdumēla ~ juodumėlė, kirstojēls ~ kirstojėlis „kleiner Holzfäller“, košvirēls ~ košvirēlis „bauchiger Tontopf“, kuliņēlė ~ kūlyņēliai „Büschchen“, nabašnikēls ~ nabašnikēlis „Verstorbener“, padaikšēlė ~ padaikšēliai „Keimchen“, patinēls ~ patinēlis, pevokšnēls ~ pevokšnēlis „Wiese“, pušmergēla ~ pušmergēlė, ronkenēlas ~ rankenēlės, samanēlas ~ samanēlės, seniukēls ~ seniukēlis „Großvater“, vaikeseēls ~ vaikeseēlis „Junge, Knecht, vaikesas“, velanēls ~ velenēlis, verdēnēla ~ verdenēlė „Quellchen“, vidurēlė ~ vidurēliai, virbalēls ~ virbalēlis, viršunēla ~ viršunēlė, vognēla ~ vagonēlė „quaderförmiges hölzernes Gefäß mit Deckel, in das dem Hirten Essen für das Feld gepackt wird; vagonė“, žaburēlė ~ žaburēliai „kleine Gabeln zum Aufspalten von Holz“.
Es gibt Ableitungen mit diesem Suffix, die einem spezifischen Zweck dienen und Gegenstände oder Objekte mit bestimmten Eigenschaften bezeichnen (eine diminutiv-affektive Bedeutung scheinen sie nicht zu haben), z. B.: ašarēla ~ ašarēlė „rosa Blümchen, das im frühen Frühjahr blüht“, bitinēla ~ bitinēlė „Bienenkönigin“, bruzdukēls ~ bruzdukēlis „Drehknopf zum Anheben oder Absenken des Mühlsteins“, dagilēla ~ dagilēliai „eine Art stechender
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Gräser sowie solche kleinen, bunt gefiederten Vögel“, dilginėla ~ dilgynėlė „Brennnessel“, motinėla ~ motinėlė „Bienenkönigin“, paminėlas ~ paminėlės „Fußstützen des Spinnrads“, statinėls ~ statinėlis „Stange, an der der Flachsbündel befestigt ist“, šakumēla ~ šakumėlė „Gabel am Sensenbaum zum Mähen von Sommergetreide“, voverėla ~ voverėlė „Pfifferling“.
Einige wenige Ableitungen mit diesem Suffix haben eine diminutiv-pejorative Bedeutung, z. B.: kabalėla ~ kabalėlė „ein Flickstück“, keraužėls ~ keriaužėlis „kleiner, unscheinbarer Kerl“.
Ableitungen mit dem Suffix -ėlis, -ėlė können bisweilen auch eine abschwächende Bedeutung haben und anzeigen, dass der Gegenstand oder das Objekt nur sehr wenige der genannten Merkmale aufweist, z. B.: tie ėbole dar so kartumėł, dar neprinokę ~ diese Äpfel sind noch etwas bitter und noch nicht reif.
Adjektivische Ableitungen mit diesem Suffix sind im Dialekt nicht zahlreich, z. B.: bičkorėlė ~ bičkorėliai „gedreht wie eine Wabe“; mažukėlis, -la ~ mažiukėlis, -lė „winzig: mažukėls vaikels“, tvorinėla ~ tvorinėlė „zum Zaun gehörig: galu lauka daržinėla ir ta pat tvorinėla (l. d.)“, jodberėls ~ juodberėlis: vai ėre ėre, mana mielas ėre: vienu širmu žirgu, ontru jodberėliu (l. d.).
Es gibt Ableitungen mit diesem Suffix, Substantive beider Genera, die aus der Form des Partizips der einfachen Vergangenheit mit Präfix gebildet sind. Solche Ableitungen bezeichnen Personen und Handelnde, meist mit abwertenden Eigenschaften. Das Suffix selbst scheint in diesem Fall keine abwertende Bedeutung zu haben; diese liegt meist in der lexikalischen Bedeutung des Verbs selbst. Daher haben nicht alle verbalen Ableitungen mit diesem Suffix eine abwertende Bedeutung, z. B.: padėgėls ėžols ~ Padėgėlis ąžuolas (ein verbrannter Eichenstamm im Wald Stegviliai bei Stukai, auf dem die Hirten zu Pfingsten Bier tranken), pali̇̀nkėls beržėls ~ Palinkėlis beržėlis (eine krumme Birke in Stukai, an der die Hirten bei ihren Nachtwachen Feuer machten), apsiminėls -la ~ apsimynėlis, -ė „jemand, der schmutzig ist“, prasikaltėls ~ prasikaltėlis, padūkėls, -la ~ padūkėlis, -lė, pajūodėls, -la ~ pajūodėlis, -lė, išvirkėls, -la ~ išvirkėlis, -lė, nusprógėls, -la ~ nusprógėlis, -lė „jemand, der vertrocknet und mager ist“.
6. -ėsė. Die Ableitungen sind selten und haben eine abwertende Bedeutung, z. B.: mergėsė ~ mergėsė „Mädchen: tę mergęsė palika nāms ~ diesem Mädchen blieb das Haus“.
7. -ička. Die Ableitungen sind selten und haben möglicherweise einen leicht abwertenden Beiklang, z. B.: mergõčk ~ mergičkà „Teenagerin“.
8. -ylis, -ylė. Adjektivische Ableitungen mit diesem Suffix sind im Dialekt selten. Sie werden aus Adjektiven gebildet und mit hervorhebender Bedeutung wie pronominale Adjektive verwendet, z. B.: jaunīls, -la ~ jaunýlis, -lė, mažīls, -la ~ mažýlis, -lė. Die diminutiv-affektive Bedeutung dieser Ableitungen liegt wahrscheinlich in der lexikalischen Bedeutung ihrer Wurzeln.
9. -inis. Die Ableitungen sind sehr selten. Wahrscheinlich sind es Entlehnungen aus dem Lettischen, z. B.: tėvinš ~ tēvinis „Väterchen“.
10. -iokas, -iokė. Ableitungen mit diesem Suffix sind im Dialekt selten. Sie werden von den Nachnamen der Väter mit beliebigen Stämmen gebildet und bezeichnen die jugendlichen Söhne und Töchter einer Familie, z. B.: baikščioks, -ė ~ Baikščiokas, -ė (< Baikštys), klušõks, -e ~ Klusiokas, -ė (< Klusas), lapšiõks, -e ~ Lapšiokas, -ė (< Lapšys), lopečõks, -e ~ Lopečiokas, -ė (< Lopeta), požėlõks, -e ~ Požėliokas, -ė (< Požėlė).
Es gibt einige wenige affektive Ableitungen mit diesem Suffix, die aus Gattungsnamen gebildet sind, z. B.: kačiõks ~ kačiokas „Kätzchen“, senõke ~ seniõkė „Großmütterchen“, virõks ~ vyrõkas „Männchen“.
11. -ytis, -ytė. Mit diesem Suffix werden im Dialekt meist Kosebildungen des Femininums gebildet, doch ist das Suffix nicht besonders produktiv, z. B.: avitė ~ avytė,
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ausitės ~ ausytės, akitės ~ akytės, dulkitė ~ dulkytė, lupitės ~ lūpytės, mergitė ~ mergytė, mojitė ~ mojytė, tutitė ~ tutytė (< tutė „Tante“), višitės ~ vi štytės. Maskuline Bildungen sind erheblich seltener, z. B.: kripšlitis ~ kripšlytis „Splitterchen“, ragįs ~ ragytis „Hörnchen“, žosįts ~ žasytis. Viel häufiger werden an ihrer Stelle Bildungen mit dem Suffix -elis verwendet, vgl. S. 155–156.
Einige wenige Bildungen mit diesem Suffix kommen in Ortsnamen vor, z. B.: viršis ~ Viršytis (ein Bach, der in den Beržtulis mündet).
Selten sind auch die daraus gebildeten Adjektive, z. B.: mažītė, -ė ~ mažytis, -ė, trumpītis, -ė ~ trumpytis, -ė.
Das Suffix -ytis, -ytė wird auch an abgeleitete Substantive angefügt, die bereits eine diminutive Kosebedeutung haben. In diesem Fall erhält die Bedeutung der Neubildung einen noch stärkeren Beiklang von Kleinheit, Zärtlichkeit und Feinheit, z. B.: butelītės ~ butelytės, dulkelītė ~ dulkelýtė „Staubkörnchen“, kutelītė ~ kūtelýtė „kleiner Stall“, laždelītė ~ laždelýtė „Stöckchen“, mažutītis, -ė ~ mažutytis, -ė „winziges Kind“, muselītė ~ muselytė, senelītė ~ senelytė, šaudelītis ~ šaudelytis, žmonelītė ~ žmonelytė „Frauchen“.
12. -okšnis. Die Bildungen sind äußerst selten, z. B.: upokšnis ~ upokšnis „Bächlein“.
13. -uiītis, -uiītė. Das Suffix wird nur an Stämme angefügt, die Tierjunge bezeichnen, z. B.: gegutiītis ~ gegutiītis „Kuckuckskind“, karveliūtis ~ karveliūtis „Taubenkind“, kregždžiūtė ~ kregždžiūtiai „Schwalbenjunge“, kumeliītis ~ kumeliūtis „Fohlen“, pečlindžiūtė ~ pečlindžiūtiai „Junge des pečlinda“, pempuītis ~ pempuītis „Brachvogeljunges“, pūzgegutuītis ~ pūšgegutuītis „junger Kuckuck“, silkūtės ~ silkūtės „Heringchen“, siratuītis ~ siratuītis „Waise“, starkūčė ~ starkūčiai „Störchlein“, špokūčė ~ špokūčiai „Starjunge“, varnūītis ~ varnūītis „Krählein“, žurkūčė ~ žiurkūčiai, žvirblūtis ~ žvirblūtis „Spätzchen“.
Die Bildungen haben einen festen Akzent; die Intonation ist stoßend.
14. -(i)ukas, -(i)ukė. Das Suffix ist im Dialekt lebendig und häufig. Seine Bildungen sind:
a) Diminutive Koseformen von Gattungsnamen, z. B.: akmenūks ~ akmeniūkas, avinūkė ~ aviniūkai, burbulūks ~ burbuliūkas, beržūks ~ beržiūkas, daržūks ~ daržiūkas, dončiūkė ~ dančiūkai, dobilūks ~ dobiliūkai, gėrūkę ~ geriūkai „Lämmer“, kailinūkė ~ kailiniūkai, kūilūks ~ kūiliūkas, muilūks ~ muiliūkas, oškūkė ~ ožkiūkai, ožolūks ~ ąžuoliūkas, paukščūkis ~ paukščiūkas, paršūks ~ paršiūkas, pilvūks ~ pilviūkas, seniūks ~ seniūkas, snapūks ~ snapiūkas, telūks ~ teliūkas, ošūks ~ uosiūkas, varlūks ~ varliūkas, velnūks ~ velniūkas, viščiūks ~ viščiūkas, žosūks ~ žąsiūkas, žvirblūks ~ žvirbliūkas.
b) Gattungsnamen mit einer unterscheidenden spezifischen Bedeutung, z. B.: kapstūks ~ kapstūkas „Werkzeug zum Jäten und Hacken von Gemüsebeeten“, kvečiūkė ~ kviečiūkai „Sommerweizen“, smakūkė ~ smakiūkai „Löwenmäulchen, solche Blumen“.
c) Diminutivische Kindernamen, gebildet aus den Stämmen sämtlicher Elternnamen, z. B.: bajelūks, -e ~ Bajeliūkas, -ė (< Bajelis), beinorūks, -e ~ Beinoriūkas, -ė (< Beinoras), baikščiūks, -e ~ Baikščiūkas, -ė (< Baikštys), balčiūnūks, -e ~ Balčiūniūkas, -ė (< Balčiūnas) dulevčiūks, -e ~ Dulevičiūkas, -ė (< Dulevičia), dumbrūks, -e ~ Dumbriūkas, -ė (< Dumbra), gaigalūks, -e ~ Gaigaliūkas, -ė (< Gaigalas), klušūks, -e ~ Klusiūkas, -ė (< Klusas), lapšiūks, -e ~ Lapšiūkas, -ė (< Lapsas), pakalnūks, -e ~ Pakalniūkas, -ė (< Pakalnis), peželiūks, -e ~ Peželiūkas, -ė (< Peželis), poželiūks, -e ~ Poželiūkas, -ė (< Poželė), šiliūks, -e ~ Šiliūkas, -ė (< Šilka). Bei den Familiennamen der Jugend ist das Suffix -iukas, -iukė besonders produktiv und setzt sich im Dialekt zunehmend durch
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anstelle der Suffixe -aičia, -iokas, -iokė, siehe S. 155. Außerdem wurde festgestellt, dass neben den Suffixen -iukas, -iukė in den Familiennamen junger Menschen allmählich immer häufiger auch die im Litauischen verwendeten Suffixe -aitis, -aitė, -ytis, -ytė Fuß zu fassen beginnen (obwohl sie für den Dialekt noch nicht charakteristisch sind).
Bildungen mit diesem Suffix kommen auch in Ortsnamen und Spitznamen des Dialektgebiets vor, z. B.: martinaitis našliuks ~ Martinaitis Našliūkas, tirele kelūks ~ Týrelio keliūkas (der Weg von Gaižūnai zum Dučių Tyrelis).
Das Suffix -iukas, -iukė wird im Dialekt auch an abgeleitete Substantive angefügt, die bereits eine Verkleinerungs- oder Kosebedeutung haben, z. B.: lapelūke ~ lapeliūkai, nagelūke ~ nageliūkai, virbalūke ~ virbaliūkai.
Eine oder zwei seltenere Bildungen mit diesem Suffix sind Adjektive, die wie die pronominalen Adjektive eine hervorhebende Bedeutung haben, z. B.: graičūke žirne ~ greičiu-kai žirniai „frühe Erbsen“, mėlyniūke žirne ~ mėlyniūkai žirniai „blaue Erbsen“, juodžūke vōšt ~ juodžiūkė višta, raudžiūke kārve ~ raudžiūkė kārvė, žalūke kārve ~ žalūke kārvė, jaunužūke kāune ~ jaunužiūkė kiāunė.
15. -iūkštis, -iūkštė. Die Bildungen sind selten, z. B.: berniākštis ~ berniākštis, vočiūkšte ~ vočiūkštė „kleines Läppchen“.
16. -ulis, -ulė. Die Bildungen sind selten, z. B.: pundūla ~ pundūlė „veraltet: ein mit Birkenrinde umwickelter Tontopf zum Aufbewahren von Federn“, tetūla ~ tetūlė „Schwester des Vaters“, tātula ~ Tātulė (ein Tal im Dorf Stegviliai), pirmula ~ Pirmulė (Name einer Kuh), krigūls ~ krigulis „Windung“, skridūls ~ skridulis „Kreis“: obole skridūls, dubūls ~ Dubūlis (ein Bach, der in den Beržtulis mündet).
17. -ušis, -ušė. Bildungen sind selten und kommen in Volksliedern vor, z. B.: tetūš ~ tetūšis „Väterchen: raši mani jāuno tetūše dvareli“.
18. -utis, -utė. Das Suffix wird meist an Adjektive angefügt, z. B.: jaunūtis, -e ~ jaunūtis, -ė, laibūtis, -e ~ laibūtis, -ė, mažūtis, -e ~ mažūtis, -ė, nedidūtis, -e ~ nedidūtis, -ė, neaukštūtis, -e ~ neaukštūtis, -ė.
Einige dieser diminutiven Adjektive sind im Dialekt substantiviert, z. B.: bērūtė ~ Bērūtė (die Braune), gerūtė ~ Gerūtė (Name einer Kuh), rainūtis ~ Rainiūtis (Name eines Katers).
Etwas seltener kommt dieses Suffix bei diminutiven Kosesubstantiven vor, z. B.: galvūtė ~ galvūtė, gegūtė ~ gegūtė, bačkūtė ~ bačkūtė, alūtis ~ alūtis, nagūtė ~ nagūčiai, slegūtis ~ slėgūtis „Kummer“.
Mit diesem Suffix werden auch Orts- und Personennamen gebildet, z. B.: gedūčo mińks ~ Gedūčių miškas (ein Wald, der bis an das Dorf Gedūčiai heranreicht), lapūte ~ Lapūtė (Name einer Kuh), šilūte ~ Šilūtė (ein drei Hektar großer Sumpf im Dorf Gaižūnai).
Syntax
1. Der Ausdruck einer hypothetischen Handlung
In zusammengesetzten Satzgefügen wird die hypothetische Handlung in diesen Mundarten häufiger nicht durch die Formen der III. Person des Konjunktivs, sondern durch die Formen der III. Person des Präsens ausgedrückt, z. B.: (subjektive Nebensätze) mān parūpa, kat nemūsaun jā; ke ōms lābe špiri, bais, ka kārve nepāršpiri vēdra ir: tik bais, ka ta vēter nāmo neapvērsto; (Objektsätze) bijōje, kat jū nemūžda; žurēk, ka ta kilp tik neistrūkst; bējo, ka tas šōv pamētęs nemūlāk; bējo, kat neuzmiēg visai; kō gal žinō: tōks sens žmōgs, kat nenumarist; žurēk, kat neiškrent ōgaņs; žurēk, kat nesusilkūoji aš tāmsē tō stiklinē; ain i grīv, ain i grīv: bējo, kat galvo
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neprasiškė; (adverbiale Temporalsätze) lig tik jōn būtų sudāvus, būčō netilėjęs; lik tik man pamatīto, ōmto verkti, lik tik izgerto stikline āls i susōrkto; (adverbiale Kausalsätze) áidavo so šviēs ing nāms: bijōdavo, kat neprādėd ṗonāičē (velniai) vedzōt; āš skūbinos āī, ka tās šoferēs nepāmet man; mās klāusēm tāmstos, kat nenupjāunam sēklīno āvōžo; mēsk ing pēčo, kat neusikrec; vālgikim silkō, kat jōs nepasēnst; žurēk, susitvārīk, kat neprapōl taū kas; reik užgesit, kat neusideg; uždārō kiētē, kat neiškrent; nusigrēž ing mārō, kat par lāngō kas nepažīžūr; āš skūbōn vīf, kat nepasiveluoj piētō ir: so šlūot suslāuk grīds, kat šāudgalo nebūtō; skērsmēdže padēt, kat akēčps neisiklukito; pāsk sēkdav, kat ne- pamatīc givātēs; (adverbiale Konditionalsätze) kat māšon būtō prisēst žmōnō, tē neteip mētos; kat nelīo liēts, galētumim āī ing miškō; kat norētō, tē turētō; kat negērō, tē gērē giventō; kat nebūtō buvęs tīnginīs, būtō sēne bagōts buvęs.
Aus den Beispielen geht hervor, dass die hypothetische Handlung im Nebensatz nur dann durch das Präsens ausgedrückt wird, wenn das Prädikat des Hauptsatzes in einer Form des Indikativs oder Imperativs steht und die Handlung von der dritten Person ausgeführt wird (es kommen Fälle vor, in denen die Handlung auch von anderen Personen ausgeführt wird, z. B.: reikės mān pasispāusfi, ka tō manēs nepraleńk).
Ähnliche syntaktische Konstruktionen sind im Lettischen sehr lebendig, z. B.: man bailė, ka viš neatbrauc; man bailė, ka viš nenomirst, vgl.: mān bais, kat jōs neatvazō; mān bais, kat jōs nenumīrst „ich habe Angst, dass er nicht kommt; ich habe Angst, dass er nicht stirbt“.
Unsere Mundarten des Flussgebiets, besonders ihr nördlicher Teil, haben diese Besonderheit des Lettischen wahrscheinlich übernommen, da sie an der südöstlichen Grenze des lettischen Sprachgebiets liegen.
2. Zum Gebrauch der Kasus und Präpositionen
In diesen Mundarten wurden auch Fälle eines vom Litauischen abweichenden Gebrauchs von Kasus und Präpositionen beobachtet. So verlangt das Verb mokėti hier stets den Nominativ anstelle des litauischen Akkusativs mit der Präposition už, z. B.: septīņ šōmtē būva mōkēts šāutovs; kiek mōk tāva kārvē; kiek mōk tōks švarkūks. Das Verb tikėti verlangt in der Sprache älterer Menschen hier durchgehend den Genitiv, z. B.: jōn tū būrtō tik, doch wird neben dem Genitiv bei jüngeren Mundartsprechern (wahrscheinlich unter dem Einfluss des Litauischen) der Akkusativ mit der Präposition ing, z. B.: āš tēk ing diēve i vēlnē neīšžad. Der Akkusativ des direkten Objekts mit dem Halbp participium ist hier sehr lebendig, z. B.: ōmkīt, kō pasiekdamos; prašōm vālgīt, kō matīdam; nēšēm, kō nuvērdamos. Die Präposition ligi verlangt im Singular hier nur den Instrumental, z. B.: lig sāules laid ravēj; lig trēc valond pāršidauže; kātra susilaika lig laik, tōj gēr meig; atēje vānd lig tvōr; ibroda ing vāndēn lig kakl; atēje skaudōls lig širō, und im Plural nur den Genitiv, z. B.: mōss ikōnda lig kraujō; mu kūtēs lig kulino. Die Verbindung kas per verlangt stets den Akkusativ, z. B.: kas tau par vargo „was für eine Mühe“, kas par rūpestī „was für eine Sorge“, kas par gērimo „was für ein Getränk“, kas par paukši „was für ein Vogel“, kas par grāje „was für ein Spiel“ usw. Wahrscheinlich nach lettischem Vorbild wird hier häufig der Dativ der Eigenschaft anstelle des Genitivs gebraucht, z. B.: apuōk galv kē katēs, jam kōjōs apžēle, jam snapūks sulēnkes ~ apuōku galvā kaip katēs, jam kōjōs apžēle, jam snapūkas sulinkęs ir pan
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II. BESONDERHEITEN DER NORDWESTLICHEN HOCHLITAUISCHEN DIALEKTE
Phonetik
1. Akzent
Im Gebiet der nordwestlichen hochlitauischen Dialekte um Lūpaičiai (Raj. Šiauliai, Gemeindebezirk Meškučiai, Nr. 106, untersucht von J. Keliotytė), Valdomai (Raj. Šiauliai, Gemeindebezirk Gruzdžiai, Nr. 104, untersucht von Ž. Urbanavičiūtė und P. Katinaitė) und Bridai (Raj. Šiauliai, Nr. 105, untersucht von Ž. Urbanavičiūtė und P. Katinaitė), das zur Zone des allgemeinen Akzentrückzugs gehört, ist nach dem Zurückziehen des Akzents, wie auch in den žemaitischen Dialekten, am Wortende noch ein Endakzent deutlich zu hören. Besonders ausgeprägt ist er in einer langen Endsilbe und am Ende des zweiten Gliedes zusammengesetzter Wörter, z. B.: dėrmės juosta „Regenbogen“, našlės ~ našlýs, rùduõ ~ ruduõ, rùgū̃ ~ rugiũ, sakãu ~ sakãu, vaikũ ~ vaikũ, varškė ~ varškė, vėžys ~ vėžỹs, žaltis ~ žaltys, žinai ~ žinai, Nōrupis ~ Norupỹs (Bach), vienakart, vōrtinklis ~ vōrtinklys. Schwächer ist der alte Akzent in einer kurzen Endsilbe zu hören mãžà, pùti, rùsà, šakà. Fast ganz unmerklich ist er in dem Fall, dass der Akzent aus einer kurzen Endung auf die vorangehende lange Silbe zurückgezogen wird juõda ~ juodà, rankà ~ rankà, trumpùs ~ trumpùs.
Durch diese Besonderheit nähern sich die genannten nordwestlichen hochlitauischen Dialekte den žemaitischen Dialekten an.
Das gesammelte dialektale Material aus den nordwestlichen hochlitauischen Dialekten präzisiert vor allem die Isoglossen der Verbindungen le, lė. In jüngster Zeit wird die Verbindung lė (mit Ausnahme der Partizipialformen) sporadisch auch östlich der Linie verhärtet: Skaistgirys (Raj. Žagarė, Nr. 22, untersucht von A. Jonaitytė), Kyburiai, Taliočiai (Raj. Joniškis, Gemeindebezirk Tali o čiai, Nr. 50, untersucht von A. Jonaitytė), Valdomai, Bridai, Šapnagiai (Raj. Šiauliai, Gemeindebezirk Ginkūnai, Nr. 134, untersucht von I. Erm anytė), z. B.: klė́tis || klėtis, lė́kti || lėkti ~ lė́kti, plė́šti || plėšti ~ plėšti, pelės || pelės, kaũlas ~ kiaũlės, avėlas ~ avėlės, vaĩla ~ varlė, jerubėla ~ jerubėlė. Östlich dieser Linie wird auch die fremdsprachliche Verbindung lė verhärtet, z. B.: blėka, kalėdas, kalėjims. Daraus lässt sich schließen, dass die Verhärtung der Verbindung lė hier ein relativ neues Phänomen ist, das sich von Osten nach Westen ausbreitet.
Die Verbindung le wird östlich der erwähnten Linie ebenfalls sporadisch hart ausgesprochen, z. B.: lãda || lėda ~ ledà, lắk || lėk ~ lėkia, lãs || lės ~ lesa, lạšt || lėst ~ lėsti, nusiláide || nusilėide ~ nusilėidė. Die Verbindung le (< *lē) im Wortstamm und (< *lē ~ lē) am unbetonten Wortende wird sporadisch im westlichen Teil des nordwestlichen hochlitauischen Dialektgebiets bis Žagarė (Nr. 7, untersucht von A. Jonaitytė), Dilbinai (Raj. Žagarė, Nr. 21, untersucht von A. Jonaitytė), Dameliai, Juškaičiai und Tali o čiai verhärtet. Hier sagt man zum Beispiel: laišė || lėišė, laš || lėst ~ lėsti, laigvas ~ lengvas, lạc || lėc ~ ledas, lañta ~ lentà; kumėlė ~ kumėlė, mergėla ~ mergėlė, sáula ~ sáulė, kañlem ~ kiaulėm, kaũlas ~ kiaũlės, aber: išlėkė, lėlė, negalėje, tilėje.
Das vorgelegte Material zeigt, dass die für die mittellitauischen Dialekte charakteristische Erscheinung – die Welle der Verhärtung der Verbindungen le, lė – nach Westen vorgedrungen ist und sich im nördlichen Teil des Gebiets der nordwestlichen hochlitauischen Dialekte ausgebreitet hat.
2. Aussprache der Diphthonge ei, ou (au)
Im nordwestlichen Hochlitauischen, in der Umgebung von Smalininkai im Rajon Jurbarkas, werden im Wortstamm – mit Ausnahme des Diminutiv- und Kose-Suffixes -ėlis, -ėlė (motinėlė ~ motynėlė, kepurėlė ~ kepurėlė, šileinėlei ~ Šilenėliai (ein solches Dorf), vainikėlis) – überhaupt nicht
11. Lietuvių kalbotyros klausimai, V
161
anzutreffen sind die standardlitauischen Vokale ė, o. An ihrer Stelle werden hier regelmäßig die Diphthonge ei, ou ausgesprochen, z. B. (betont) bėiga ~ bėga, dėive ~ dėvia „trägt“, gėirims ~ gėrimas, išėida ~ išėda, kėilau ~ kėliau, meisa || mėsa ~ mėsa, pusėt inai ~ pusėtinai, sėiklas ~ sėklas, apsiėridės ~ apsirėdės, šėinis ~ šėnis „Schlittenkufe“, žėibe ~ žėbė „mit Schale gekochte Kartoffeln“, žėibiti ~ žėibinti „mit Schale kochen, ungeschält“, apžėlė ~ apžėlė; bėiris ~ Bėris (Pferdename), galbrastėine ~ galbrastėnė (aus Galbrasčiai), lubėinai ~ Lubėnai (Dorfname), šilėinai ~ Šilėnai (Dorfname), trapėingiris ~ Trapėngiris (Waldname); brōškštas ~ brōkštas, dvėjōpū ~ dvėjōpų, kōsuli ~ kōšulė, kōušė ~ kōšė, nōuksta ~ nōksta, žōubris ~ žiōbris „ein solcher Fisch“, dōuyidiene ~ Dōvydienė (Dovydo Ehefrau), dvīlōuje ~ Dvylōja (Kuhname), Dōuvas ~ Dōvas (Name), Oūbras ~ Obras (Name), šventōuje ~ Šventōja (Flussname); unbetont: leikīks ~ lėkikas „Flugzeug“, meinītis ~ mėnutis „Mond“, meisa ~ mėsa, seīdėisu ~ sedėsiu, sākėiva ~ sākėva „wir beide sagten“, švėirėjis ~ svėrėjas, teivīne ~ tēvynė „Heimat“, teivū ~ tēvų, veisūms ~ vėsūmas; beigūne ~ Bėgūnė (Kuhname), milkėirūks ~ Milkėriūkas (Milkerios Sohn); atōduogei ~ atōdogiai „Sommerroggen“, boubāusei ~ bobāusiai, koupūštai ~ kopūštai, šōkinėk ~ šōkinėk, īriobū ~ triobū, žmounā ~ žmōnā, soukācėi ~ Sokāčiai.
Wie aus den Beispielen hervorgeht, werden die Diphthonge ei, ou anstelle der Vokale ė, o im Wortstamm hier nicht nur unter dem bisher behaupteten Umstand ausgesprochen, dass sie in einer betonten Silbe mit fallender Intonation stehen, sondern auch in einer Silbe mit steigender Intonation oder in einer unbetonten Silbe, sowohl vor als auch nach dem Akzent.
Die Diphthonge ei, ou kommen im Wortstamm anstelle von standardlitauisch ė, o verhältnismäßig selten vor. Diese Erscheinung ist bekanntlich nicht nur für den untersuchten Dialekt charakteristisch. Beispiele für solche Lautwandlungen, wenn auch wenige, sind aus dem heute ausgestorbenen Striukiai-Dialekt, der an den Smalininkai-Dialekt angrenzt, sowie aus der Gegend von Viešvilė¹⁶ belegt. Anderswo ist eine solche Lautwandlung nicht festgestellt worden, obwohl in seltenen Fällen bei Jurbarkas (nordwestliches Hochlitauisch) und Sudargas, Kiduliai (Veliuona-Dialekt) vereinzelte Beispiele vorkommen, in denen anstelle des üblichen o ou (au) ausgesprochen wird, z. B.: bauboužis || baubažiš ~ baubōžis, broukštėlis || braukštėlis „Butterfass“, koupūštai || kaupūštai ~ kopūštai, toūli ~ toli, saukācėi ~ Sokāčiai.
In sehr seltenen Fällen wird der Diphthong ou anstelle von o auch im litauischen Zietela-Dialekt¹⁷ ausgesprochen.
Das Auftreten der Diphthonge ei, ou anstelle von ė, o lässt sich wahrscheinlich durch die weitere Entwicklung der Vokale ė, o in diesen Dialekten erklären.
Bei den betonten wie den unbetonten Diphthongen ei, ou sind beide Komponenten deutlich hörbar. Die erste Komponente des Diphthongs ou scheint nach dem Höreindruck weniger gespannt zu sein als standardlitauisch o, außerdem ist sie offener und breiter. Ihrer Klangfarbe nach nähert sie sich gewissermaßen dem Vokal a an. Daher entsteht bisweilen der Eindruck, dass der Diphthong ou eher au als ou ähnelt. Besonders deutlich ist dies in Wörtern wie barzdōuts ~ barzdōtas, kōuts ~ kōtas, oulā ~ olā, ōura ~ ōro, skoulā ~ skolā, vīžōuc ~ vīžōtas usw. zu hören, in denen auf den Diphthong ein harter Konsonant folgt.
Der Diphthong ei (< ė) unterscheidet sich in seiner Aussprache gewöhnlich in keiner Weise von standardlitauisch ei; steht er jedoch vor dem Halbvokal j, ist er etwas enger und weniger deutlich hörbar, z. B.: nou-rėjėi ~ norėjai, pašisnėkėjom ~ pasišnekėjome, sėijims ~ sėjimas, sėjau ~ sėjau,
16 Vgl. Lietuvių žvejų tarmė Prūsuose, zusammengestellt von J. Gerulis und Chr. Stangas (im Folgenden — LŽTP), Kaunas, 1933.
17 Siehe A. Vidugiris, Kai kurios Zietelos tarmės ypatybės (im Folgenden — Ziet. t. yp.), LKK, Bd. 2, Vilnius, 1959, S. 198.
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véjie ~ vėjo, vėja. In diesem Fall wird nur der verengte erste Bestandteil deutlich ausgesprochen, während der zweite gewissermaßen mit j verschmilzt.
Manchmal wird der Diphthong ei auch anstelle von lk. e ausgesprochen (vor allem in Wörtern fremder Herkunft), z. B.: adeile ~ Adėlė (Adelė), amėirika ~ Amėrika (Amerika), pakėita ~ pakėtą „das Paket“, sibėrijė ~ Sibėrija (Sibir), štakėtai ~ štakėtai „ein solcher Zaun“; ėisam ~ ėsame „wir sind“.
Die Diphthonge ei, ou im Wortstamm werden auch anstelle der unbetonten lk. ie, uo ausgesprochen, z. B.: deigėlei ~ diegėliai, geidoujims ~ giedojimas, keimėlis ~ kiemėlis „Dörfchen“, keimūs ~ kiemūs „Dörfer“, pasileiktū ~ pasiliektū, šėinavė ~ šienavė, veináip ~ vienaip, veinókuei ~ vienókie, žėiminei ~ žieminiai, leibgirei ~ Leipgiriai (Dorfname), leipalóta ~ Leipalóta (Wiese), vitkeimei ~ Vitkiemiai (Dorfname); dounūtė ~ duonūtė, noudai ~ nuodai, noudū ~ nuodų.
Eine solche Entsprechung der genannten Diphthonge könnte sehr alt sein.
Die Diphthonge ei, au (in diesem Fall nicht ou, sondern deutlich hörbares au) werden in diesem Dialekt auch anstelle der alten *an, *en im Wortstamm von Wörtern mit ursprünglich fallender Intonation ausgesprochen, die im Litauischen ę und en entsprechen (letzteres vor d, t), z. B.: áužuols ~ ą́žuolas, aužuolū ~ ą́žuolų, aužuolijė ~ Ąžuoliją (Dorf), įkáus ~ įkãs¹⁸, spáustai ~ spą́stai, sáunarūs ~ są́narius; gabėiti ~ gabėnti, gabėis ~ gabéns, givėidava ~ gyvėndavo, givėiti ~ gyvėnti, givėikie ~ gyvėnkie, givėikite ~ gyvėnkite, kūrėis ~ kūréns, kūrėiti ~ kūrėnti, mekėiti ~ mekėnti.
Der Wandel des alten fallend intonierten Diphthongs an zu au in diesem Dialekt ist erstmals belegt. Ein solcher Wandel war in den litauischen Dialekten bisher nicht festgestellt worden. Bislang war außer ą nur sein Wandel zu ai bekannt¹⁹. Die Daten der gegenwärtigen Untersuchungen zeigen eine weitere neue Variante des Wandels des alten an zu au, die für die Sprachgeschichte und Dialektologie von Bedeutung ist.
Der Wandel des alten fallend intonierten Diphthongs en zu ei ist ebenfalls eine relativ seltene, nur noch an wenigen Orten anzutreffende Erscheinung der Dialektphonetik²⁰.
Solche Entsprechungen der alten Diphthonge an, en im Wortstamm sind wahrscheinlich beim Schwund des zweiten Bestandteils der Diphthonge an, en entstanden und bis in unsere Zeit erhalten geblieben.
An, en ursprünglich fallender Intonation sind im Wortauslaut, wie auch im Litauischen, in allen Fällen zu kurzen a, e geworden, z. B.: su rankà, su kárve, šakàs, pelès.
Der alte Diphthong an mit ursprünglich fallender Intonation im Wortstamm ist wie im Litauischen zu ā (ą) geworden, am Wortende jedoch unbetont zu kurzem a gekürzt, z. B.: anādien ~ anādien, tāšik ~ tāšyk, žāsū ~ žąsų; bālta ~ bāltą, vaika ~ vaiką, vīra ~ vyrą.
Der alte Diphthong en mit ursprünglich fallender Intonation hat im unbetonten Wortauslaut dieses Dialekts drei verschiedene Entsprechungen. Gewöhnlich ist das alte unbetonte en am Wortende hier zu kurzem e geworden, z. B.: kāte ~ kātę, kārve ~ kārvę, medine ~ medinę; in der offenen Wortauslautstellung von Partizipien ist es jedoch zu ie geworden: būvie ~ būvę, apāugie ~ apāugę, rādie ~ rādę, turėjie ~ turėję, apžėlie ~ apžėlę, in geschlossener Stellung dagegen zu e: ārės ~ āręs, āugės ~ āugęs, dirbės ~ dirbęs, givėnės ~ gyvėnęs, išsimokūnės ~ išsimokęs, pėrsitikridavęs ~ pėrsitikrindavęs. Ein enges e wird auch in der Genitivendung des Singulars der reflexiven und Personalpronomen ausgesprochen: manės || manės || monės „meiner“, tavės „deiner“, savės „seiner/ihrer selbst“.
18 Beim Futur III der Verben wurde keine Akzentmetatonie festgestellt.
19 Siehe LŽTP, S. 11; Žiet. tr. yp. S. 198, Fußnote 7.
20 Siehe LŽTP, S. 9.
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Der Wandel des alten zirkumflexbetonten Diphthongs en, der in einer unverkürzten offenen Wortendsilbe steht, zum Diphthong ie und im geschlossenen Auslaut zu ė war ebenfalls bis heute noch nicht beschrieben worden. Während der dialektologischen Expeditionen von 1959 wurde im Kreis Šilutė sein Wandel zu ei21 erstmals festgestellt; die diesjährigen Dialektuntersuchungen liefern zwei weitere neue Varianten der Entsprechungen dieses Diphthongs. Dies ist vermutlich ebenfalls das Ergebnis des Schwunds des zweiten Bestandteils des Diphthongs en.
Morphologie
1. Präteritum frequentativum
Im Dialektgebiet zwischen Bridai, Valdomai, Lūpaičiai, Narušaičiai und Kirbaičiai wurde eine unveränderliche Form des Verbs im Präteritum frequentativum mit dem Suffix -davai festgestellt (reflexiv -davaisis), z. B.: (Bridai) kas megėjės, gaudavai izgėrį; į briką sudėdavai friždėšimt įris gūbas; aš šėnberniu skaičau, ale toks virūks nėka būdavai; nōns į nepatogūs būdavai tie sijōnai, ale ka māda, tai i grāžu; męs pasigaudavai žōgą i sakīdavai: žōgai žōgai, dūk degūta, kat nedūosi sūksim rāga; (Valdomai) mūdu su vīru dainūodavai: aš viena pūnkta, jis kita; mergaites māni vaišīdavai; mūsu senūte nusakīdavai apė lāžus; jie māni mīldavai; ateidavai lig to klōjima, pastōv pastōv švėsikes; (Lūpaičiai) sūknės pirmą nepakėldavai: pākulnė iššausdavai i dėvėdavai, vilkdavāsis sijōnai: kat išėdavai rugū rišt, nepērībdavai par pēda; (Narušaičiai) jie būlbu nepļaudavęs; žuvies sugāudavę daugenibė; kė jaunī būvam, šōkdavę, gērdavę, balavōdavę; (Kirbaičiai) aš kāda nueidavę, tāda i veikdavę; kė pradėdavę čir, niēks neprīžiūrėdavę tū vaikū; nēšdavę i skarūtė bātus susirišę.
Das Suffix -davai (reflexiv -davaisis) besteht wahrscheinlich aus dem Suffix des Präteritum frequentativum -dav- und der Postposition -ai(-aisis). Ein solches zusammengesetztes, unveränderliches Suffix wird, wie die Beispiele zeigen, an alle Personen des Singulars und Plurals des Präteritum frequentativum angefügt. Im genannten Gebiet kann die Postposition -ai auch an den Stamm des Präteritum simple angefügt werden, z. B. jam nerūpėjėi ritėlį kėlti, žirgėlį šėrti usw. (Bridai). In den benachbarten žemaitischen Dialekten (Kreis Kelmė) und anderen nordwestlichen aukštaitischen Dialekten (südlicher Teil des Kreises Šiauliai) wird die Postposition -ai häufig an alle Präsensstämme angefügt, z. B.: (Pakapė, Kreis Šiauliai, Nr. 196, erhoben von D. Skurkaitė) giestai „singt“, išbirnai „zerfällt“, nenūrai „will nicht“, pākėlai „hebt“, sūrisai „salzt“, stūovai „steht“, tūrai „hat“²². Im nordwestlichen aukštaitischen Dialekt um Šakyna und Žagarė kann die Postposition -ai an alle flektierbaren und unflektierbaren Wortarten angefügt werden²³.
Syntax24
1. Die Stellung des Prädikats im Satz
Im Dialekt der Umgebung von Smalininkai hat das Prädikat in Aussagesätzen, anders als im Litauischen und in anderen Dialekten, eine feste Stellung am Satzende. Dies gilt besonders für die Verbindung zusammengesetzter und abgeleiteter Prädikate, z. B.: māna darbai atlikti irā; viskas išārdita tāpo; jau
21 Siehe E. Grinaveckienė, Tarmių medžiagos rinkimas lietuvių kalbos atlasui, LKK, Bd. 3, Vilnius, 1960, S. 195—196.
22 Siehe auch LKK, Bd. 3, Vilnius, 1960, S. 198.
23 Siehe A. Jonaitytė, Šakynos tarmė, Kandidatendissertation, Vilnius, 1962 (Manuskript), S. 266—268.
24 Im Syntaxabschnitt werden nur einige charakteristische syntaktische Konstruktionen der Dialekte von Smalininkai (Kreis Jurbarkas) angeführt.
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jetzt ist alles anders geworden; der Splitter ist schon aus dem Baum herausgekommen; das Märchen stammt aus uralter Zeit; die Birke ist sehr wackelig:
Eine solche feste Stellung des Prädikats ist höchstwahrscheinlich unter dem Einfluss der deutschen Sprache entstanden, die den Menschen an diesen Orten lange Zeit als Amtssprache diente. Für das Deutsche ist gerade ein solches freies Prädikat charakteristisch.
Außerdem wird in diesem Dialekt fast immer die Kopula im Präsens yra verwendet, die im Litauischen und in anderen Dialekten gewöhnlich ausgelassen wird, z. B.: strážas „Drossel“ ist ein Zugvogel: Im Herbst verschwindet er, im Frühling taucht er wieder auf.
2. Der Akkusativ bei Negation
In diesem Dialekt wird der Genitiv bei Negation überhaupt nicht verwendet. Er wird hier in allen Fällen durch den Akkusativ bei Negation ersetzt, z. B.: sie hatte nicht einen einzigen Zahn; ich habe das Auto überhaupt nicht gesehen; Mutter, als sie es aufschrieb, verstand diese Wörter nicht; sie konnten das nicht erfüllen.
Auch dies ist zweifellos unter dem Einfluss der deutschen Sprache entstanden.
3. Instrumental des indirekten Objekts mit Präposition
Anstelle des Instrumentals des indirekten Objekts wird hier sehr häufig nach deutschem Vorbild das Instrumental des indirekten Objekts mit der Präposition „su“ verwendet, z. B.: alles ist mit Bäumen bewachsen; diese Berge sind mit großen, prächtigen Wäldern bewachsen; der Maulwurf fängt Käfer und ernährt sich von ihnen.
4. Die Konjunktion o
Zum Verbinden gleichrangiger Satzglieder wird hier anstelle der Konjunktion ir weithin die Konjunktion o verwendet, z. B.: jie gėire ou linkšminousi; lakštingãlas mažas ou pilks; vakar bùva apšùkusi ou veisi; pėrnai ou šìmet jis pas ją gyvenà; tas ant laũka dirbà ou valga pietùs; meškinis (degtinė su medumi) susided į galvà ou į kóujes.
5. Die Präposition prim
Die Präposition prim wird mit temporaler Bedeutung anstelle der Präposition prieš verwendet. Sie verlangt den Genitiv und ist in der Mundart häufig, z. B.: tas prim tūkstančė metų bùva; jie isigėrs prim pinigų dalinimà; prim toũ važáva vienc bagoũc poũnc.
6. Ką anstelle von kiek
Anstelle des Pronomens kiek wird hier der Akkusativ ką des Interrogativpronomens kas verwendet, z. B.: ką kaštùo svārs cūkraus; ką prékeva rugėi turguj; ką sveikàtas mana ištraukė tie darbai.
7. Die Präposition į mit dem Akkusativ
Anstelle des Inessivs wird hier häufig, wahrscheinlich nach deutschem Vorbild, die Präposition į mit dem Akkusativ verwendet, z. B.: senóuvė gėrdava paščiūkų (Bier zweiter Sorte) į šilumà; kóujes šiltas bùdava į višas.
EINIGE BESONDERHEITEN DER LITAUISCHEN MUNDARTEN
(Auf der Grundlage des Materials, das von dialektologischen Expeditionen im Jahr 1961 gesammelt wurde)
Э. ГРИНАВЕЦКЕНЕ
Zusammenfassung
Dialektologisches Material für den „Litauischen Sprachatlas“ wurde 1962 aus den Mundarten der östlichen, mittleren und nordwestlichen Aukštaiten gesammelt. Das gesammelte Material ermöglicht es, einzelne zuvor festgestellte Erscheinungen genauer zu beleuchten und die Grenzen ihrer Verbreitung zu präzisieren. Einige Besonderheiten der oben genannten Mundarten wurden erstmals entdeckt.
1. a) Bei der Untersuchung der Mundarten der östlichen und mittleren Aukštaiten in den Kreisen Pakruojis und Šiauliai wurde festgestellt, dass sich in diesem Gebiet von Südwesten nach Nordosten die Akzentzurückziehung und die Kürzung der Endungen allmählich verstärken. Am deutlichsten ausgeprägt sind diese Erscheinungen im Kreis Pakruojis, in der Umgebung des Städtchens Linkuva. Das im Artikel angeführte Material spricht für die Auffassung, dass diese Orte Zentren sind, von denen die oben erwähnten phonetischen Besonderheiten ausgegangen sind und sich anschließend im litauischen Sprachgebiet verbreitet haben.
Im nördlichen Teil des Kreises Pakruojis wurden einige qualitative Veränderungen der Vokale i, u festgestellt. Es wurde beobachtet, dass die Vokale i, u qualitativen Veränderungen nur unterliegen, wenn sie kurz sind und in Diphthongverbindungen unbetont stehen oder unter Betonung mit steigender Intonation ausgesprochen werden. Ihre qualitativen Veränderungen hängen auch von ihrer Stellung im Wort ab: Wenn ein solches i (allein oder in einer Diphthongverbindung) seit jeher in der letzten Silbe oder in einer Silbe steht, auf die eine Silbe mit einem Hinterzungenvokal folgt (oder folgte) (a, o, u), verwandelt es sich stets in den Vokal o, der zwischen den Vokalen a und o liegt, z. B.: fròs, lit. Sprache tris „drei, drei (Gen.)“, rašòs, lit. Sprache rašỹs „wird schreiben, werden schreiben“, ilȯnda, lit. Sprache ilindo „stieg ein, -stieg ein (f.), -stiegen ein“, šȯlts, lit. Sprache šiltas „warm“, lõpo, lit. Sprache linū „Flachs“, võsts, lit. Sprache vištas „Hühner“, nusipirko, lit. Sprache nusipirkau „ich kaufte (m./f.)“; wenn sich ein solches i in einer Silbe befindet, auf die ein Vorderzungenlaut folgt (oder folgte) (i, y, e), verwandelt es sich stets in den Vokal e, der zwischen den Vokalen e und ė liegt, z. B.: mėšk, lit. Sprache miškė „im Wald“, plėk, lit. Sprache plikì „nackt (Pl.)“, vėš, lit. Sprache viši „alle“, šėrdas, lit. Sprache širdàls „Herz“, pėrìs, lit. Sprache pirtis „Badehaus“, šmòkėi, lit. Sprache išmokyti „lernen, sich aneignen“. Der kurze Vokal u verwandelt sich unter den Bedingungen qualitativer Veränderung stets in den Vokal o, z. B.: nulõs, lit. Sprache nulùs „wird zerbrechen, werden zerbrechen“, põlks, lit. Sprache pulkas „Regiment“, gõlt, lit. Sprache gulti „sich hinlegen“, põt, lit. Sprache putà „Baumstumpf“, sõk, lit. Sprache suki „du drehst“, bõrnos, lit. Sprache burnõs „Mundes“, põrvì, lit. Sprache purvė „im Schlamm“, kėtõrs, lit. Sprache kėtūris „vier“.
In dem Artikel wird die Annahme vertreten, dass die erwähnte qualitative Veränderung der kurzen Vokale i, u eine relativ späte Erscheinung ist, die in den untersuchten Mundarten nach der Kürzung der unbetonten alten langen Vokale ī, ū. eintrat.
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b) In den Kreisen Pakruojis, Pasvalys und Biržai wurde erstmals im Gebiet zwischen Pašvitinys–Nemunėlė Radvilškis–Biržai–Pasvalys–Joniškėlis–Pakruojis–Linkuva der Gebrauch von Akkusativformen des Duals mit dem Zahlwort „drei“ festgestellt, z. B.: mús brigãd tùf fròš piemẽn, in der Literatursprache múšu brigadã tùri tris piemenis „in unserer Brigade gibt es drei Hirten“. Ähnliche Fälle des Gebrauchs von Akkusativformen des Duals sind auch im Lettischen belegt.
Im selben Gebiet fallen die Dativformen des Plurals mit den Dativformen des Duals zusammen. Auf der Grundlage des Vergleichs mit dem benachbarten Lettischen wird in dem Artikel die Vermutung angestellt, dass die in diesem Gebiet gebrauchten Dativformen des Plurals aus den entsprechenden Dativformen des Duals hervorgegangen sind, die auf die Bedeutung beider Numeri verallgemeinert wurden. Substantive mit Stämmen auf a, ia, alle Adjektive, Numeralia, Pronomen und Partizipien des Maskulinums haben im Dativ Plural und Dual neben der üblichen Endung häufig auch Formen mit den Endungen -ėm (nach einem harten Konsonanten) und -ęm (nach einem weichen Konsonanten), z. B.: daržėm, in der Literatursprache daržam „den Gemüsegärten“, svėčėm, in der Literatursprache svečiam „den Gästen“, karčėm, in der Literatursprache kartiem „den Bitteren“, pãčėm, in der Literatursprache patiem „den Eigenen“, trėčėm, in der Literatursprache tretiem „den Dritten“, pardūodopn-čėm, in der Literatursprache pardūodantiem „den Verkaufenden“.
In dem Artikel wird die Auffassung vertreten, dass sich die erwähnten Endungen, wie auch in den benachbarten lettischen Mundarten, phonetisch aus der Endung -iem entwickelt haben könnten.
Die in den untersuchten Mundarten im Dativ Plural verwendeten Formen werden auch im Instrumental Plural und Dual gebraucht; nur Substantive mit Stämmen auf a, ia behalten diese Formen hier lediglich im Dual bei, während sie im Plural häufiger Formen wie in der Literatursprache haben.
Pronominale Adjektive unterscheiden sich durch ihre Formen und auch durch ihre Herkunft von der Literatursprache und nähern sich teilweise den Formen der pronominalen Adjektive im Lettischen an.
In den untersuchten Mundarten wurden 18 Suffixe mit diminutiv-affektiver Bedeutung erfasst. Ein Teil dieser Suffixe kommt in der litauischen Literatursprache nicht vor oder wird in anderen Bedeutungen verwendet. Zu jedem Suffix werden als Beispiele nicht nur Appellativa aus den Mundarten angeführt, sondern auch Eigennamen: Personen- und Tiernamen, Familiennamen und Spitznamen sowie geografische und hydronymische Bezeichnungen u. a.
c) Eine hypothetische Handlung in zusammengesetzten Satzgefügen wird hier meist nicht, wie in der Literatursprache, durch den Konjunktiv, sondern durch das Präsens des Indikativs ausgedrückt, wie auch im benachbarten Lettischen, z. B.: mãn baisu, kad kárve neparšpìr viėdra, in der Literatursprache: mãn baisu, kad kárve neparšpirtų viėdro „ich fürchte, dass die Kuh den Eimer umstößt“. Hier wird auch ein gewisser Unterschied im Gebrauch der Kasus und Präpositionen festgestellt: Das Verb tikėti „glauben“ verlangt hier meist den Genitiv (jōn tū bùrto tīk, in der Literatursprache: jì tiki burtais „sie glaubt an Zauberei“,
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Die Präposition ligi „bis“ verlangt im Singular den Instrumental, im Plural hingegen den Genitiv) atėję vandu lig tvorõ, in der Literatursprache atėjo vanduõ ligi tvorõ „das Wasser stieg bis zum Zaun; įbrõd ing vánden lig kėlių, in der Literatursprache įbridai į vándeni ligi kėlių „du bist bis zu den Knien ins Wasser gewatet“ u. a.
II. a) In den Mundarten der Nordwestaukštaiten im nordwestlichen Teil des Kreises Šiauliai, d. h. im Gebiet des vollständigen Akzentrückzugs, wurde festgestellt, dass beim Zurückziehen des Akzents von der Endung auf vorhergehende Silben am Wortende neben dem Haupt- bzw. Retraktionsakzent auch ein Neben- bzw. Endakzent ausgesprochen wird, wie auch in den benachbarten žemaitischen Mundarten. Besonders deutlich tritt er in einer langen Endsilbe und in der Endung des zweiten Bestandteils zusammengesetzter Wörter hervor, z. B.: žáltis, in der Literatursprache žaltys „Natter“, võftãklis, in der Literatursprache vorãtinklis „Spinnennetz“.
Das bei Expeditionen im Kreis Šiauliai sowie in den Kreisen Joniškis und Žagarė gesammelte Material präzisiert auch die Isoglosse der Verhärtung der Verbindungen le, lė. Die Verhärtung der Verbindungen le, lė ist bekanntlich ein charakteristisches Merkmal der mittelaukštaitischen Mundarten. Die zahlreichen inzwischen gesammelten Materialien zeigen, dass die Verbindung lė sporadisch auch im Gebiet der Nordwestaukštaiten hart ausgesprochen wird, westwärts bis zur Linie Skaistgirys (Kreis Žagarė)–Kibūriai–Toličiai (Kreis Joniškis)–Valdomai–Bridai–Šapnagiai (Kreis Šiauliai); die Isoglosse der Verhärtung der Verbindung le reicht noch weiter nach Westen und verläuft bis zur Linie Žagarė–Dilbinai–Dameliai–Juškaičiai–Toličiai. Das westwärts gerichtete Vordringen der Welle der Verhärtung der Verbindungen le, lė im Gebiet der Nordwestaukštaiten ist ein von uns erstmals festgestelltes Phänomen.
In den Mundarten der Nordwestaukštaiten, die die Akzentstelle der Literatursprache bewahren (im Kreis Jurbarkas, in der Umgebung der Stadt Smalininkai), kommen im Wortstamm (mit Ausnahme der Suffixe) die Vokale ė, o der Literatursprache nicht vor. An ihrer Stelle treten regelmäßig die Diphthonge ei, ou auf, z. B.: béiga, in der Literatursprache bėga „er/sie läuft, sie laufen“, mėita, in der Literatursprache mėta „Minze“, kõušė, in der Literatursprache kõšė „Brei“, žõubris, in der Literatursprache žióbris „Aland“, teivine, in der Literatursprache tėvynė „Heimat“, žmounà, in der Literatursprache žmona „Ehefrau“, Trapėingiris, in der Literatursprache Trapėngiris „Wald in der Umgebung von Trapenai“, Õbras, in der Literatursprache Obras „männlicher Vorname“, Beigūnė, in der Literatursprache Bėgūnė „Name einer Kuh“.
Aus den angeführten Beispielen ist ersichtlich, dass die Vokale ė, o hier zu den Diphthongen ei, ou werden, und zwar nicht nur unter dem Akzent mit fallender Intonation, wie in einigen inzwischen ausgestorbenen benachbarten litauischen Mundarten festgestellt wurde, sondern auch unter dem Akzent mit steigender Intonation und in unbetonter Stellung.
Die Aussprache der Diphthonge ei, ou anstelle der ė, o der Literatursprache ist ein äußerst seltenes Phänomen. Am ehesten lässt es sich durch die weitere Entwicklung der Vokale ė, o in diesen Mundarten erklären.
Die Diphthonge ei, ou kommen im Wortstamm auch anstelle der unbetonten Diphthonge ie, uo vor, z. B.: keimài, in der Literatursprache kiemai „Dörfer, Höfe“, dounùtė, in der Literatursprache duonìtė „Brotlaibchen“, noudài, in der Literatursprache nuodai „Gift“, Vitkeimei, in der Literatursprache Vitkiemiai „Dorfname“. Diese Entsprechung der genannten Diphthonge kann auch sehr alt sein.
Die Diphthonge au, ei werden in der untersuchten Mundart anstelle der alten starkanlautenden diphthongischen Verbindungen án, én ausgesprochen (in der Literatursprache q; en vor
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t, d), z. B.: āžuols, lit. Sprache āžuolas „Eiche“, aužolijė, lit. Sprache Ąžuoliją „Dorfname“; įkāus, lit. Sprache įkās „beißen“, givėikie, lit. Sprache gyvėntkie „lebt“, kūrėiti, lit. Sprache kūrėnti „heizen“. Die Verwandlung der alten starkanlautenden diphthongischen Verbindung an in au haben wir erstmals festgestellt. Im Artikel wird die Annahme vertreten, dass eine solche Verwandlung der genannten diphthongischen Verbindungen während des Verschwindens ihres zweiten Bestandteils eingetreten sein könnte und so bis in unsere Tage erhalten geblieben ist.
Die alte diphthongische Verbindung en (lit. Sprache ę) wird am Wortende in den untersuchten Mundarten gewöhnlich zu einem kurzen e; bei Partizipien ist jedoch, anders als in der Schriftsprache, ein anderes Phänomen zu beobachten: Am offenen Wortende wird sie zu der diphthongischen Verbindung ie, am geschlossenen Wortende zu einem engen Monophthong ė, z. B.: bùvie, lit. Sprache bùvę „gewesene“, bùvės, lit. Sprache bùvęs „gewesener“. Auch dieses Phänomen wurde erstmals dokumentiert. Im Artikel wird es als Ergebnis eines vom Standardlitauischen abweichenden Verschwindens seines zweiten Bestandteils erklärt.
b) In den Mundarten des Bezirks Šiauliai, die das Gebiet zwischen Bridai—Valdomai—Lupaičiai—Narušaičiai—Kirbaičiai einnehmen, kommen Verben der iterativen Vergangenheit anders als in der Schriftsprache und in anderen litauischen Mundarten in unveränderlicher Form mit dem Suffix -davai vor (Reflexivform -davaisis), z. B. pākulnė išāusdavai i dėvėdavai, vilkdavaisis žemė sijonai: kat išėdavai rugių rišti, nepėrlibdavai per pėda, vgl. Schriftsprache pākulinio išāusdavo ir dėvėdavo, vilkdavosi žemė sijonai: kad išėdavo rugių rišti, nepėrlipdavo per pėdą „Das Leinentuch war gewebt worden und wurde getragen, die Röcke schleiften über den Boden: Wenn man hinausging, um den Roggen zu binden, konnte man nicht über die Garbe steigen.“
c) In der Mundart des Bezirks Jurbarkas, die in der Umgebung von Smalininkai verbreitet ist, steht das Prädikat anders als in der Schriftsprache und in anderen Mundarten gewöhnlich am Satzende, z. B.: tà pāsaka nou senóvės laikù irà vgl. Schriftsprache tà pāsaka vrė senóvės laikù „Diese Sage stammt aus alten Zeiten.“ Dies hängt wahrscheinlich mit dem Einfluss der deutschen Sprache zusammen.
Hier werden auch einige andere syntaktische Besonderheiten festgestellt. Zur Hervorhebung gleichrangiger Satzglieder wird anstelle der Konjunktion ir „und“ häufig die Konjunktion o „aber“ verwendet, z. B.: jiė gėrė ou liūksminosi vgl. Schriftsprache jiė gėrė ir liūksminosi „Sie tranken und vergnügten sich“ u. a.