Dieveniškių tarmė
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LIETUVIŲ KALBOS GRAMATINĖ SANDARA LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA
DER DIEVENIŠKIAI-DIALEKT
J. LIPSKIENĖ ir A. VIDUGIRIS
Wichtige Angaben zum Dialektgebiet und zur Geschichte seiner Erforschung
§ 1. Der Dieveniškiai-Dialekt wird traditionell als Dialekt der Umgebung des Städtchens Dieveniškės bezeichnet. Dazu gehören die Ortschaften Poškoniai, Jurgelionys, Pagaujėnai (Šarkaičiai) und Dieveniškės im ehemaligen Kreis Ašmena, heute im Rajon Eišiškės; sie bilden einen eigenartigen Ausläufer in der Südostecke der Republik Litauen.
Die litauischsten Dörfer liegen in der Mitte dieses Ausläufers, beiderseits des Flusses Gauja: Valatkiškės, Kmelniškai, Padvarės, Poškonys, Siaurimai, Lastaūčikai, Didžiuliai, Gr ybiškės, Rimšiai, Stalgonys, Bečionys, Kaziūliai, Šaltiniai, Skrai čionys, Dieveniškės und Versekà. Etwas weiter auf beiden Seiten des Flusses Gauja liegen noch recht litauische Dörfer: Senieji Miežionys, Žižmai, Mačiūčiai, Siudainys, Ramoškos, Milkūnai u. a. In den Dörfern am Rand (z. B. Pavydonys, Skaivonys, Siliai, Pagaujėnai, Dvariškės, Kalviai, Pliustai, Zabieliškės u. a.) wird überwiegend gemischt gesprochen: Litauisch und im örtlichen weißrussischen Dialekt, der sich stärker auf der Ostseite des Ausläufers durchgesetzt hat (z. B. Vaškėliai, Vaišutkiemis, Vėžiakiemis, Daulėnai, Antaniškės). In einigen Dörfern haben von klein auf überwiegend nur die älteren oder ältesten Einwohner Litauisch gesprochen. Die Jugend, die heute eine polnische Schule besucht, oder Angehörige der älteren Generation, die diese früher besucht haben, können auch Polnisch; Polnisch ist hier jedoch für niemanden die Muttersprache.
Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ausschließlich Litauisch nicht nur im genannten Gebiet um Dieveniškės gesprochen, sondern auch noch auf dem heutigen Gebiet von Belarus um Surviliškės, Kauleliškės, im nördlichen Teil der Umgebung von Geranainiai, um Armoniškės, fast durchgehend in den Rajons Varenavas und Rodūnia sowie im Rajon Įvija um Lazūnai1.
1 Vgl. Das Gebiet der litauischen Sprache im Gouvernement Wilna, „Materyaly antropologiczno-archeologiczne i etnograficzne“, Bd. 3, Krakau, 1898, S. 60—61; J. Rozwadowski, Erläuterungen zur Karte der litauischen Sprache im Gouvernement Wilna, „Materyaly i prace komisyi językowej Akademii umiejętności w Krakowie“, Bd. 1, Krakau, 1904, S. 89—93 und seine Karte.
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Die Verhältnisse blieben nahezu unverändert fast während des gesamten ersten Viertels des 20. Jahrhunderts bestehen. Über den Gebrauch der litauischen Sprache in den Kreisen Ašmena, Lyda u. a. zeugen die damalige litauische und polnische Presse2.
Frühere Angaben, ungefähr aus dem dritten Viertel des 19. Jahrhunderts, zu den Grenzen des Gebrauchs der litauischen Sprache in den damaligen Kreisen Ašmena und Lyda sind nur annähernd, ungenau, oft widersprüchlich und daher nicht alle zuverlässig. Dennoch spiegeln sie zumindest teilweise die damaligen ethnografischen Grenzen der Litauer3 und zugleich die komplexen Veränderungen jener Zeit wider, die mit dem Entstehen des nationalen Bewusstseins der Menschen einhergingen.
Die Verbreitung der litauischen Sprache und ihr Verhältnis zu anderen Sprachen zeigt wohl am besten der 1863 von Erkert erstellte ethnografische Atlas4. Die von Erkert gezogene ethnografische Grenze mit Prozentangaben zur Zahl der Litauer zeigt jedoch nicht überall genau die Orte, an denen damals noch Litauisch gesprochen wurde. In dieser Hinsicht weist die 1861 von A. Koreva gezogene, wenn auch ebenfalls ungenaue ethnografische Grenze der Litauer gewisse Vorzüge auf5. Sie verläuft östlich von Grauž iškiai, Klevyčia und Norviliškės (Rajon Ašmena), jedoch nördlich von Geranainiai und Kaulelškės (Rajon Varenavas) sowie Žirmūnai (Rajon Lyda) und lässt im äußersten Südosten Lazūnai hinter sich. Lazūnai bleiben auch außerhalb der von Pr. Kojalovičius gezogenen Linie im 1865 erschienenen Werk der Archäographischen Kommission6; diese verläuft weit südlich von Dieveniškės und Geranainiai7.
Aus dem 1851 von P. Kėpenas8 herausgegebenen schematischen Atlas lässt sich schwer entnehmen, wie weit südöstlich von Dieveniškės die Grenze des Gebrauchs der litauischen Sprache verläuft.
2 Žr. J. Š-klys, Prie statistikos Vilniaus gubernijoje, „Varpas“, 1903, Nr. 2, p. 36; Lietuvių padėjimas Vilniaus vyskupijoje, „Viltis“, 1908, Nr. 104, 115—125, 130, 132, 133; 1913, Nr. 23; plg. Lietuvos žemėlapį su etnografijos siena, „Lietuvos ūkininko“ bendrovės leidimas (be datos); Ze stosunków litewsko-polskich, Warszawa, 1907; M. Römer, Stosunki etnograficzno-kulturalne na Litwie, Kraków, 1906, p. 3—35; A. Doritsch, Beiträge zur litauischen Dialektologie, „Mitteilungen der litauischen litterarischen Gesellschaft, t. 6, Heidelberg, 1912, p. XVI—XVII; K. Werbelis, Russisch-Litauen. Statistisch-etnographische Betrachtungen, Stuttgart, 1916; J. Zaremba, Stosunki narodowościowe w województwie nowogródskim, Warszawa, 1939, p. 138—146.
3 Den Begriff „ethnografische Grenzen“ verwenden wir mitunter im Sinne der Grenzen des Gebrauchs der litauischen Sprache, weil die Grenzen in vielen russischen ethnografischen Atlanten des 19. Jahrhunderts anhand des Sprachgebrauchs gezogen wurden.
4 Siehe Этнографический атлас Западно-русских губерний и соседних областей, hrsg. von Р. Ф. Е р к е р т о м, СПБ, 1863; Atlas Ethnographique de provinces habitees en totalité ou en partie par des polonais, von R. D’Erkert, St. Petersbourg, 1963.
5 Žr. Материалы для географии и статистики России, Виленская губерния, сост. А. К о р е в а, СПБ, 1861; plg. „Vairas“, 1914, Nr. 16, p. 6.
6 Žr. Документы объясняющие историю Западно-Русскаго края и его отношения къ России и Польшѣ, СПБ, 1965; plg. „Vairas“, 1914, Nr. 16, p. 7; K. Werbelis, min. veik., p. 68; P. Klimas, Lietuva, jos gyventojai ir sienos, Vilnius, 1917, p. 45.
7 Es sei daran erinnert, dass Dieveniškės damals noch eine Filialkirche der Pfarrei Geranainiai war; siehe Executori um decretum de limitibus dioecesis Vilnensis, Vilnae, 1854, p. 28.
8 Žr. Этнографическая карта Европейской России, составлена П. Кеппеном, СПБ, 1851.
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Die Angaben anderer Ethnografen und sogar von Sprachwissenschaftlern zu den südöstlichen Grenzen des litauischen ethnografischen Gebiets sind noch weniger genau. A. Kirkor9, A. Ritichas10 und sogar J. Karlovičius11 zusammen mit F. Kuršaitis12 ließen außerhalb der Grenzen des litauischen ethnografischen Gebiets nicht nur Lazūnai und Žirmūnai, sondern auch Dieveniškės und Norviliškės.
Genauere Angaben zur Verwendung der litauischen Sprache hatte zwischen 1867 und 1880 J. Kuznecovas gesammelt, Mitglied der Russischen Geographischen Gesellschaft, der eine genaue ethnografische Karte Litauens erstellen wollte. Die von ihm genannten Orte, an denen die meisten Menschen noch Litauisch gesprochen haben sollen, reichen bis Surviliškės, Geranainis und Žirmūnai. Nur die große litauische Sprachinsel um Lazūnai, Bokštai, Jurotiškės, Dūdos und Lygomovičiai stand nicht mehr mit den litauischsprachigen Gegenden um Geranainiai und Dieveniškės in Verbindung13.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde noch in einem größeren Gebiet Litauisch gesprochen. Der gute Kenner dieser Gegend, der Historiker M. Balinskis, nennt zusammen mit T. Lipinski an, dass im westlichen Teil des Kreises Ašmena um Graužiskės, Velbutai, Klevyčia, Norviliškės, Surviliškės, Dieveniškės, Geranainis und Lipniškės, im Amtsbezirk Bokštai, in der Pfarrei Trobai, um Takoriškės, in der gesamten Pfarrei Įvija und um Lazūnai Litauisch gesprochen wurde14. Dass man damals von Dieveniškės und Geranainis durchgehend bis Įvija, also auch bis Lazūnai, Litauisch sprach, bestätigt ein 1827 ausgefüllter Fragebogen der Pfarreien des Bistums Vilnius zur Verwendung der litauischen Sprache15.
Der heutige Ausläufer von Dieveniškės (des Gebiets der litauischen Mundart), der an eine Halbinsel erinnert, ist demnach ein Teil des einst viel größeren litauischen ethnografischen Gebiets16. Bis heute gibt es um Lazūnai sowie in vielen Dörfern des Bezirks Varenavas (Balatna), insbesondere des Bezirks Rodūnia, Menschen, die Litauisch sprechen oder sprechen können17.
§ 2. Die Mundart von Dieveniškės hat aufgrund ihrer geografischen Lage wie auch ihrer seltenen sprachlichen Merkmale schon seit vergleichsweise langer Zeit die Aufmerksamkeit von Sprachwissenschaftlern auf sich gezogen. Bereits 1886
9 A. Kirkor, Ein ethnographischer Blick auf das Gouvernement Wilna. Ethnographische Sammlung, СПБ, 1858, S. 120—121.
10 Этнографическая карта Европейской России, сост. А. Ф. Риттихом, СПБ., 1875.
11 Siehe J. Karłowicz, O języku litewskim, 1875, p. 250.
12 Žr. F. Kurschat, Grammatik der littauischen Sprache, Halle, 1876, žemėlapis.
13 Siehe Ю. Кузнецов, Литовский народ, его расселение и численность, Archiv der Russischen Geographischen Gesellschaft in Leningrad, Bestand 11, Verzeichnis 1, Nr. 18, p. 12, 13.
14 Siehe M. Baliński i T. Lipiński, Starożytna Polska, t. 3, Warszawa, 1846, p. 251.
15 Žr. Ведомости о костелах и монастырях Виленской епархии, 1827, Lietuvos TSR Centrinis valstybinis istorinis archyvas, fondas 694, aprašas 1, byla 769, p. 5.
16 Siehe Lietuvos TSR Mokslų akademija, Istorijos institutas, Lietuvos TSR istorija, hrsg. J. Žiugžda, t. I, Vilnius, 1957, p. 64—65; vgl. J. Jakubovskis, Tautybių santykiai Lietuvoje prieš Liublino uniją, Kaunas, 1922, p. 5—6; vgl. W. Wielhorski, Litwa etnograficzna, Wilno, 1928, Karte Nr. 15.
17 Näheres dazu siehe „Lietuvių kalbotyros klausimai“, t. 2, Vilnius, 1959, p. 195, 215, 242—243; t. 3, Vilnius, 1960, p. 177, 191; vgl. das für den Atlas der litauischen Mundarten gesammelte Material im Institut für litauische Sprache und Literatur der Akademie der Wissenschaften der Lietuvos TSR.
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Ein bekannter Sprachwissenschaftler und Ethnograf, damals noch Privatdozent an der Universität Petersburg, E. Volteris, war gekommen, um diesen Dialekt zu untersuchen. Auf demselben Ausflug sammelte er Material in der Umgebung von Žietela, Lazūnai und Benekainys. Auf Anregung von E. Volteris schrieb der Lehrer der Grundschule von Dieveniškės, G. Ausiukas (Avsiuk), einige litauische Dialekttexte (Lieder, Rätsel u. a.) auf und sandte sie ihm im folgenden Jahr nach Petersburg.
Zum zweiten Mal hielt sich E. Volteris hier (in der Umgebung von Dieveniškės und Lazūnai) im Jahr 1893 auf. Das während dieser beiden Ausflüge gesammelte Material — die charakteristischen Merkmale des Dialekts von Ašmena (d. h. von Lazūnai und Dieveniškės), eine Sammlung von Texten (Lieder, eine Erzählung sowie ein Dutzend Rätsel) und ein Glossar seltenerer Wörter — veröffentlichte er 1895.18 Doch die von E. Volteris aufgezeichneten Texte weisen aus heutiger Sicht viele Mängel auf: Die Wörter und ihre Formen sind ohne Akzentangaben wiedergegeben und zudem bisweilen ungenau aufgezeichnet; die Vokallänge ist nicht gekennzeichnet, die Vokale e, ė, werden nicht unterschieden, und bisweilen auch uo und o; die Verhärtung der Konsonanten ist uneinheitlich wiedergegeben. Daher ist E. Volteris’ Material heute nur noch für historische und vergleichende Zwecke von Bedeutung.
Um 1906 besuchte K. Būga die Umgebung von Dieveniškės. Das aufgezeichnete Material verwendete er umfassend in verschiedenen seiner Schriften, doch über diesen Dialekt schrieb er nicht gesondert19. Sein gesammeltes, wenn auch nicht umfangreiches Material ist sehr wertvoll, da es hinsichtlich der Genauigkeit der Aufzeichnung sämtlichen Anforderungen der heutigen Dialektologie entspricht.
Eine Sammlung vergleichsweise guter Texte des Dieveniškės-Dialekts mit Kommentaren veröffentlichte der estnische Sprachwissenschaftler P. Arumaa, der hier um 1928—1929 Material sammelte.20 Seine Arbeit ist bis heute die wichtigste breiter zugängliche Quelle zum Dieveniškės-Dialekt. Doch auch P. Arumas Werk vermittelt kein vollständigeres Bild dieses sehr interessanten Dialekts.
E. Frenkelis verwendete Material des Dieveniškės-Dialekts recht umfangreich, als er 1936 über die litauischen Dialekte des damaligen Gebiets von Vilnius schrieb21. Er stützte sich hauptsächlich auf von anderen gesammeltes Material und war offenbar selbst nicht im Verbreitungsgebiet dieses Dialekts gewesen.
Die litauischen Sprachwissenschaftler konnten mit einer eingehenderen Erforschung dieses Dialekts erst in den Jahren der Sowjetherrschaft beginnen. 1952 und 1964 kamen vom Institut für Litauische Sprache und Literatur organisierte dialektologische Expeditionen, um diesen Dialekt zu untersuchen. Außerdem besuchen einzelne Sprachwissenschaftler und Heimatforscher der Republik den Ort nahezu jedes Jahr.
18 E. Volter, Zur litauischen Dialektkunde, „Mitteilungen der litauischen litterarischen Gesellschaft“, t. 4, Heidelberg, 1895, p. 173—186.
19 K. Būga, Užrašai, Vilniaus Valstybinio V. Kapsuko vardo universiteto Mokslinės bibliotekos rankraštynas, signatūra D. 545, p. 26.
20 P. Arumaa, Litauische mundartliche Texte aus der Wilnaer Gegend mit grammatischen Anmerkungen, Dorpat, 1931, p. 19—30, 61—64.
21 E. Fraenkel, Der Stand der Erforschung des im Wilnagebiete gesprochenen Litauischen, „Balticoslavica“, t. 2, Wilno, 1936, p. 14—107; Apie Vilniaus krašto lietuviškų tarmių ypatybes (reti slavų žodžiai ir konstrukcijos šiose tarmėse), „Lietuvių tauta“, t. 5, Vilnius, 1935, p. 257—262.
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Das Material, auf dessen Grundlage dieser Artikel verfasst wurde, stammt größtenteils aus der Expedition von 1964²² und wurde in den oben genannten (siehe § 1) Dörfern gesammelt. Einzelne Sätze und Formen wurden außerdem in den Dörfern Dailidžiai, Paginiai, Jokūbiškės, Ūreliai (Urlionys), Jurgelionys, Pajurgelionys, Medinai, Pũlkiai, Šarkaičiai, Gedūnai, Šiurkščiai, Prabaščiškiai, Rūdnia und anderen aufgezeichnet.
Phonetische Merkmale
Vokalismus
§ 3. Der Ausläufer von Dieveniškės gehört zum Gebiet des dzukischen Dialekts und trennt die westlichen von den östlichen Dzūken. Auf der Westseite des Ausläufers werden bis zur östlichen Grenze der Umgebung von Dieveniškės die gemischten Diphthonge am, an, em, en auf zweierlei Weise ausgesprochen: Neben brunktėlis²³, kumpas, lungas, runkà, grindzi·mas, pinkólika, peč’a dínkscis, žintas hört man häufig auch branktėlis, lángas, lañkas, lankà, rankà, pėmpė, pėnktas, žėntas und Ähnliches. Das Wort vandũo wird hingegen neben vánduo sowie den Formen des Partizips Präsens ãinanc’, važ’úojanc’ überhaupt nicht anders ausgesprochen.
Es mag scheinen, dass die Formen mit am, an, em, en hier unter dem Einfluss der Literatursprache entstanden sind, da in früheren dialektologischen Karten die Grenze zwischen den westlichen und östlichen Dzūken weiter westlich gezogen wurde²⁴. Vermutlich wurde diese Grenze auf Grundlage des Materials von E. Volter eingezeichnet, denn in der Einleitung zur Beschreibung des Dialekts von Ašmena bemerkte er, dass sich die Dialekte der Umgebungen von Dieveniškės und Benekainiai in nichts unterschieden, und beschrieb anschließend ausschließlich Dialektfakten aus Dieveniškės und Lazūnai²⁵.
Dass diese Diphthonge in der Umgebung von Dieveniškės schon seit Langem auf zweierlei Weise ausgesprochen werden, zeigt auch das von K. Būga Anfang des 20. Jahrhunderts aufgezeichnete Material, z. B.: duñkst(s)jo, inkúndo, lúngu·, púntsis, úntsis, pinki, aber auch grambuolýs, ántsis, rankà, vándenjo²⁶. Die in den gedruckten Texten von E. Volter konsequent belegten Formen ausschließlich mit i, u+m, n zeigen, dass er das Material größtenteils im östlichen Teil des Dieveniškės-Dialektgebiets sammelte, nämlich in den Dörfern der Umgebung von Norviliškės, wo auch heute die alten Einheimischen die genannten Diphthonge nicht anders aussprechen²⁶. Demnach muss die Grenze zwischen den westlichen und östlichen Dzūken über Dieveniškės verlaufen.
§ 4. Die Diphthonge uo, ie werden sehr unregelmäßig monophthongiert, z. B.: dúoda, kluoni·nà, ju·stà, ri·šėlis, švi·sù, važ’úc’ neben klúonas, píenas, važiuoja. Diese
²² Einzelne Belege stammen aus den 1951–1952 von J. Dovydaitis aufgezeichneten Volkskundesammlungen, die im Folklorebereich des Instituts für Litauische Sprache und Literatur aufbewahrt werden.
²³ Verwendet wird die vereinfachte Transkription des „Programms zur Sammlung von Materialien für den Atlas der litauischen Sprache“ (2. Aufl., Vilnius, 1956, S. 105–118).
Die Länge betonter Vokale wird nirgends bezeichnet; ihre Länge wird durch das Intonationszeichen angezeigt. Die Länge unbetonter Vokale wird nur bei a, e, i, u bezeichnet.
²⁴ Siehe „Archivum Philologicum“, Bd. 4, Kaunas, 1933; Wörterbuch der litauischen Rechtschreibung, Kaunas, 1948, S. 123; ferner vgl. J. Šukys, Charakteristische Merkmale des Dialekts von Ramaškonys, „Fragen der litauischen Sprachwissenschaft“, Bd. 3, 1960, S. 178–179.
²⁵ Siehe E. Volter, a. a. O., S. 177.
²⁶ Der Name des Dorfes Antaniškiai in der Umgebung von Norviliškės hat den Diphthong an vermutlich unter dem Einfluss der slawischen Sprachen bewahrt; vgl. polnisch Antoniszki, belarussisch Антанишки, denn selbst in der Umgebung von Dieveniškės sind Ortsnamen mit um, un häufiger, z. B.: Kumpas „Feld des Dorfes Didžiuliai“, Lūnkos und Lankos „Wiesen des Dorfes Valatkiškės“, Undriškė „Wiese des Dorfes Dailidžiai“ und Ähnliches.
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Diese Dialekteigenschaft ist nicht neu, denn sie wurde sowohl von E. Volteris (vgl. justiati josiotu 186, užužialio dvaran 187) als auch von K. Būga (mikė, snikc’, klūninā, vūlakčis, migūstas neben miegakulis „Faulpelz, Schlafmütze“, Trakūosnan, važ’úoc²⁷) verzeichnet. Beispiele für eine solche Monophthongierung dieser Diphthonge kommen auch anderswo vor, besonders in den Randgebieten der westlichen dzūkischen Dialekte in der Belorussischen SSR, z. B. bei Ramaškonis, Bilius, Bieliūnus, Lietuva (Rajon Varenavas), Plikius, Sklodonis, Paditvys, Pelesa, Kargaudai, Kivonys (Rajon Rodūnia), Azierkai, Pervalka (Rajon Gardinas). In der außerordentlich deutlichen Monophthongierung von le, uo werden alle diese Dialekte vielleicht nur vom litauischen Dialekt von Zietela übertroffen, der keine dzūkischen Merkmale aufweist.
§ 5. Einzelne Sprecher des Dialekts sprechen anstelle des Vokals u manchmal einen palatalisierten Laut der mittleren Reihe i aus, der einem velarisierten i ähnelt (aber ein anderer Laut als das belarussische bl ist), z. B.: ažgiedėjo „sang an“, lieživi, nivėdė „führte weg“, pamitekėjo „heiratete“, pasikorisi „erhängte sich“, siko „drehte“, siksū „werde drehen“, sisukė „drehte sich“, sivėdė „aß auf“²⁸.
§ 6. Andere vokalische Merkmale des Dialekts von Dieveniškės sind in einem größeren Gebiet der dzūkischen und allgemein der ostaukschtaitischen Dialekte bekannt, z. B.:
a) Nasale ą, ę und am Wortende verkürzte akzentuierte a, e (aus an, en entstanden) werden als u’, i’; u, i ausgesprochen, z. B.: galūsc’, izgūzdzino, ku-snelaičis, tūososi, tisc’, kāti, pifk’u’; su biti, marc’u, pūodi.
b) Anstelle eines anlautenden e wird a ausgesprochen, z. B.: aina, apušė ūr zino, āžerų, až’a, ažis.
c) Der betonte Vokal e wird, unabhängig davon, welche Silbe oder welcher Konsonant folgt, stark verbreitert ausgesprochen, z. B.: gi’vėnc’, kāl’as, mēdz’as „Wald“, nepadė gi citėlėlis. Dieses Merkmal haben auch alle früheren Erforscher dieses Dialekts bemerkt und verzeichnet (allerdings mit anderen Schriftzeichen): E. Volteris (atkialk 183, v’aidu 183, žirgialis 184), K. Būga (Banālis 26, tākis 26) und P. Aruma (parn’āški 19, sā’ nas 19, tā’kants’ 20, vīnā’l’o 21).
d) Der betonte Vokal é wird manchmal leicht diphthongiert, z. B.: g’ėrė sekm’ė „Märchen“, turėjau. Soweit beobachtet wurde, diphthongieren auf diese Weise vor allem zweisprachige oder dreisprachige Menschen, und zwar nicht nur im Dialekt von Dieveniškės, sondern auch in anderen litauischen Dialekten.
e) Die erste Komponente des fallend betonten und des unbetonten Diphthongs au wird meist recht stark von der zweiten assimiliert und mit einer o-Färbung ausgesprochen, z. B.: darāū, dāūgel’, lāūkuosā.
f) Die erste Komponente der betonten, steigend betonten gemischten Diphthonge i, u+l, m, n, r ist stets gedehnt, z. B.: gīrtas, pīlc’, kūlc’, pūlc’, žīnda.
§ 7. Die unbetonten langen Vokale i, u, ē, o werden sehr unterschiedlich und unregelmäßig gekürzt. Dieselbe Person spricht sie in ein und demselben Wort einmal weniger gekürzt, nahezu lang oder halblang, ein andermal nahezu kurz aus. So schwanken sowohl die Stamm- als auch die Endungsvokale im Wortak-
27 Siehe K. Būga, a. a. O., S. 26; in den Texten von P. Aruma ist dieses Merkmal nicht belegt.
28 Dieses Merkmal ist von Sprachwissenschaftlern im litauischen Dialekt von Zietela sowie bei Asava (Rajon Varenavas) belegt worden; vgl. O. Broch, Zum Litauischen südlich von Vilna, „Nors Tidskrift for Sprogvidenskap“, Bd. 19, 1960, S. 1—71.
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Die Aussprache der langen, betonten Vokale. Die Vokale ė, o bewahren auch bei Kürzung im Wortstamm ihre Qualität (z. B.: tėvális, obuolis); in der Endung sind sie dagegen wesentlich offener, an ihrer Stelle hört man a, o, e (z. B.: gãne, p’jõve, būva, sãka). Diese unterschiedliche Qualität des unbetonten ė, o im Wortstamm und in der Endung deutet darauf hin, dass die Wortendung hier früher zu kürzen begann als der Wortstamm.
Gelegentlich sind betonte kurze a, e, i, u gedehnt, z. B.: mãšk, nėšvietė, pašėkiau, būvo, visì.
§ 8. 1. Es gibt zahlreiche Beispiele für den Ausfall eines kurzen Vokals (Synkope), z. B.: brõkai<burokai, kãtr’as <keturias, mẽndlis<mendelis „Buckel“, nedarnėjo<nedarinėjo, priemnė „Schürze“29. Besonders häufig fehlt der Rückbezugspartikel der Vokal i, z. B.: ažuslaidė „glitt hinunter“, nėzdavė „misslang“, nusmaino „verändert sich“, paskėls’u, pazdz’ãūk’, suskrãusi. Zu den Wörtern mit nicht ausgefallenen Vokalen gehören auch ańtaras „zweiter“, pusańtaro, vėlinas „Teufel“.
2. Wörter mit zusammengezogenen Vokalen oder Silben gibt es weniger, z. B.: dvėtas<dvejetas, praicinis „vergangen“, padà<pagadà „heiteres Wetter“, pažmìršó<pažmiršo „vergaß“, prẽi, nãjo<nuãjo und weitere.
3. Mit ausgefallenem Vokal ist ãušarð „Morgenröte“ aufgezeichnet. Das Wort talakà „Gemeinschaftsarbeit“ ist höchstwahrscheinlich eine direkte Entlehnung aus dem Belarussischen, vgl. талака.
4. Der Diphthong al erscheint gelegentlich als au, z. B.: Stãugóni·s und Stalgóni·s, kãuniėr’us „Augenring“.
Konsonantismus
§ 9. In der Umgebung von Dieveniškės sind beide Merkmale des „Dzūkisierens“ bewahrt, anhand derer der Dzūkische Dialekt abgegrenzt wird.
a) Anstelle der Affrikaten č, dž (<tj, dj) werden durchgängig c, dz gesprochen, z. B.: ãudz’a, gaidz’o, plãc’os, svec’ū. Nur in Lehnwörtern oder Wörtern, die aus der Literatursprache übernommen wurden, kommen č, dž vor, z. B.: pãč’us, medž’óc’. Dass in den Wortformen bit’u, rãgut’u „Schlitten“, ãud’ãu „ich webte“, ažukint’âu „ich ertrug“, gáud’ãu, stat’ãu Affrikaten c, dz auftreten, wurde möglicherweise durch andere Paradigmenformen verhindert, in denen keine Affrikaten vorkommen.
b) Die Konsonanten t, d werden allein und zusammen mit dem Konsonanten v vor i, y, į, ie sowie vor ausgefallenem i, ie der Endung als c, dz, cv, dzv gesprochen, z. B.: atkazdzinėja, ciesė „rechte Seite“, dzvìlika, miẽkci „schläft“, šalikáici, ci·léc’. Nur vor i, į, die aus *en entstanden sind, sowie in einzelnen Lehnwörtern bleiben t, d unverändert, z. B.: su biti, púodi, tinkúoc’. Manchmal sagt man jedoch cī<ti „dort“, ci·nai „dorthin“ und sogar ci·évas „Vater“, vi·cėla „Rute“.
Unter dem Einfluss der Literatursprache gehen die genannten Merkmale des Dzūkisierens, insbesondere das zweite, relativ rasch zurück. Daher hört man zunehmend: ait’, gani·, tik(tai). In Wörtern, die aus der Literatursprache übernommen wurden, werden die Konsonanten t, d gewöhnlich nicht in die Affrikaten c, dz umgewandelt: dirpt’, darbãdienis.
29 Ob dieses Wort einen Vokal e gehabt hat, ist fraglich; vgl. E. Fraenkel, Litauisches etymologisches Wörterbuch, Göttingen, 1955—1962, p. 653.
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§ 10. Wie in der Wortwurzel, so tritt auch am Wortende vor hinteren Vokalen nicht selten ein erhaltenes j nach den Konsonanten p, v auf, z. B.: aujú „Schaf“³⁰, davjau, lápju (manchmal auch lápja „Fuchs“), p’jov’au, pjūti, šláp’ja (vgl. šlapijú „ich wasche die Hände“), šlap’jóka.
§ 11. Für den Dialekt ist die Verhärtung einiger Konsonanten charakteristisch. Der Konsonant t wird nicht nur vor e, ė verhärtet (vgl. ažilank’au, klába, láidž’a, lájo ~ lejo „goss“; galéi, gulėjau, kalbėk, stráublė „Regenbogen“, velėč’), sondern auch vor i, in (<*en), z. B.: lingüvas, lintų, lintá’ų; pérlindo, suslinkis „gekrümmt“, bùklo: „in der Lage, das Leben“, su kauli.
Vor vorderen oder palatalisierten hinteren Vokalen tritt häufig ein verhärtetes r auf, z. B.: apgróvi, karážom, (s)kráždė, krislas, neturù, rag’ù, pagerėc, skránda „läuft“, tùrim. Seltener treten verhärtete š, ž, c und andere Konsonanten auf, z. B.: nešoja, šaudžikles, šiva, rasižóc’ „den Mund weit aufsperren“, važávo, žirnei, žù’réc kráca, tracà, izdžuvo, minutėlė, aršális „Kalb“.
§ 12. Die älteren Dialektsprecher sprechen weder den Konsonanten ch noch h aus. Anstelle des entlehnten ch sprechen sie k: kóc „wenigstens“, nekói „soll doch“, sukáitos „Schwindsucht“, vgl. belarussisch хоўб, нехай, сухоты. Den frikativen g-Laut aus Entlehnungen, die aus dem Belarussischen oder über das Belarussische ins Litauische gelangt sind und wie h ausgesprochen werden (den die Belarussen gewöhnlich mit γ transkribieren), geben sie meist mit v wieder (z. B.: авúркас „Gurke“, lenč’u’vėlis „kleines Brett“, paprúoa „Sattelriemen“, pasóvas „Mitgift, Anteil“, plúvas „Pflug“, vódzina „Schlange“, vgl. агурок, ланцуг, папруга, паса́, гáдзiна) oder lassen ihn ganz weg (vgl.: ciónas „Zigeuner“, piéaršč’os „Handvoll“, samaonkà „Selbstgebrannter, hausgemachter Schnaps“, vgl. belarussisch цыган, прыгороты, самагонка).
§ 13. Die Konsonanten beeinflussen und assimilieren einander häufig:
a) Der erste Konsonant assimiliert den auf ihn folgenden Konsonanten, z. B.: minkščimas, muščiš, piřščinės, rakščis „Sarg“.
b) Häufiger sind Beispiele, in denen der zweite Konsonant den ersten assimiliert, z. B.: am_pėč’aus; nurìngdzinėja „(auf)sammelt“. Durch Assimilation verschwindet der erste Konsonant häufig ganz, z. B.: adárė „öffnete“, àdavė „übergab“, apìlė „übergoß“, àvertė „umwarf“, avìlk „zieh an“, asnìgo < ažšnìgo „es schneite“.
§ 14. Die Bewohner einiger Dörfer in der Umgebung von Dieveniškės (Grybiškės, Bėčionys, Skraičiionys, Kaziuliai, Valatkiškės u. a.) ersetzen die Konsonanten t, d vor ė, e, i, y durch k, g (manche häufiger, andere seltener), z. B.,
d>g: bungėlė „Brötchen“, àpgėda „legt auf“, dzígelis „groß“, dugénc’ „brummen, sprechen“, gėgė „Onkel“, girgėjo „hörte“, „gigi:kis „heile dich“, gīrvos „Äcker“, pragėda „beginnt“, pavargė „Nachname“, vángen’o „Wasser“, ži’gė³¹;
t>k: bikìnis „bitinis“, dùkeris „dukteris“, ìkeipo „šitaip“, kelùbas „teliukas“, kiėvas „tėvas“, ki’nai „tenai“, merg’óki „mergiote“, pasikìnkma <pasitìnkma „pasitinka“, pastakìk „pastatyk“, pérverkė „pervertė“.
30 Die Form aujú ist bei den westlichen Dzūken viel weiter verbreitet, weil j notwendig wurde, um einen Hiat zu vermeiden, nachdem ao zu au geworden war.
31 Hervorzuheben ist das in den litauischen Dialekten vergleichsweise weit verbreitete Wort degùžė „Mai“, dessen d vermutlich durch Dissimilation entstanden ist.
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Es sei erwähnt, dass mit so veränderten Konsonanten nicht selten auch neue, aus der Literatursprache übernommene Wörter ausgesprochen werden, z. B.: gekinė „Wodka“, pirmā-gienis „Montag“, šingie „heute“. Manchmal werden die genannten Konsonanten so weich ausgesprochen, dass es schwierig ist, t, d von k, g zu unterscheiden32.
Andere Konsonantenveränderungen kommen nur in einzelnen Wörtern vor, z. B.: g>d: derklālà „kleiner Hals“; k>g: sāgė „folgte (einem Schicksal)“; b>p: kimpa „beißt“, plākutės „Wanzen“ usw.
§ 15. 1. Häufig werden Konsonanten angefügt: Vor dem wortanfänglichen ie, ė, i, e wird j hinzugefügt (z. B.: jievà, jėda, ježūkas „Igel“, jīlgas, jimč’), und vor dem wortanfänglichen uo, u wird der Konsonant v hinzugefügt (z. B.: vuodegà, vūodz’a, vūogos, vūpė).
Am Anfang von mit Konsonanten beginnenden Wörtern tritt ein hinzugefügtes s(z) auf, z. B.: skràgždė „Schwalbe“, zdairosi „schaut sich um, sieht“.
Bei der Endung von Wörtern, die auf den Diphthong uo enden, wird gelegentlich ein j angefügt, z. B.: akmuoj, sesuoj, tešmuoj.
2. Fälle der Konsonanteneinschiebung sind selten. Die zwischen einem auf einen Vokal endenden Präfix und dem Stamm von mit den Vokalen i, u (uo) beginnenden Wörtern gesprochenen j, v (z. B.: nepajimš, sūvuodė) lassen sich als zur Vermeidung eines Hiats eingeschobene Konsonanten auffassen, aber auch als hinzugefügte, aus Wörtern ohne Präfix stammende Konsonanten. Der Konsonant t ist zwischen s und r in den Wörtern apinastris, nastrai eingeschoben: „Mund eines Menschen oder Maul eines Tieres“.
3. Vertauschte Konsonanten (Metathese) finden sich in den Wörtern: liminis „Wollstoff“, datù<dadù „damals“, ruškīnės „Rauferei“, sėmbertas „Johannisbeere“, sīmblas<sīnplas „schwach“.
Morphologische Merkmale
Substantiv
§ 16. Wortbildung. Die meisten zusammengesetzten Substantive der Mundart enthalten einen Verbindungsvokal; vgl. die charakteristischeren Beispiele: arklāžirvė „Teil des Pflugs“, arklāruškinei „Sauerampfer“, bėržalapis, devī-nabrōlė „Schwester mit neun Brüdern“, galōdžirvis, miegakū-lis „Schlafmütze“, peč’adinhštė „Ofenklappe“, pirmākarti „zum ersten Mal“, pupōlakscei „Sumpfdotterblumen“, saulšėtekis „Morgen“, šilagėlės „Leberblümchen“, tarpūpedzei „Seitenschuhe“, varnākōja „Klette“. Bildungen ohne Verbindungsvokal sind selten: rātpedzei „Speichen“.
§ 17. Unter den präfigierten Substantiven kommen am häufigsten Bildungen mit dem Präfix pa- vor, seltener mit api-, at-, ažu-. Die meisten Substantive mit ehemals a-, ia-Stamm wechseln nach der Präfigierung in den ėStamm, z. B.: pakaklė,
32 Diese Erscheinung findet sich vor allem in den westlichen dzūkischen Mundarten (in der Umgebung von Dubičiai, Kabeliai, Azierkai, Druskininkai, um Rodūnia und Pelesa sowie vereinzelt auch andernorts); vgl. J. Senkus, Nauja medžiaga apie lietuvių kalbos tarmes, „Lietuvos TSR Mokslų akademijos Darbai“, Serie A, Bd. 1, 1955, S. 151; J. Otrębski, Gramatyka języka litewskiego, Bd. 1, Warszawa, 1958, S. 354—357; Ю. Довидайтис, О некоторых явлениях в южных и юго-восточных диалектах, „Lingua Posnaniensis“ Bd. 7, Poznań, 1959, S. 341; E. Grinaveckienė, Nauji dzūkų tarmės tyrinėjimų duomenys, „Literatūra ir kalba“, Bd. 5, Vilnius, 1961, S. 603—608.
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pakelė, palaukė, palungė, pamėdė „Waldrand“, papadė, pasvirnė, pašilė. Nur das eine oder andere mit einem Präfix gebildete Wort des a-Stamms gehört zum ia-Stamm, z. B.: ažūlkumpis, apinastris, pakraštys. Den ia-Stamm haben auch einige Substantive, die durch Präfigierung von Wörtern des u- oder o-Stamms gebildet sind, z. B.: padungis, padz irvėi, patvoris. Andere Wörter behalten auch mit Präfix ihren Stamm unverändert, z. B.: ažūnis, pakėjos.
§ 18. Am produktivsten ist die s u f f i g a l e Wortbildung. In der Mundart sind Suffixsubstantive mit Diminutivbedeutung sehr häufig. Sie werden vor allem mit folgenden Suffixen gebildet:
a) -aitis, -aitė, z. B.: avitaitė, bernaitis, kamolaitis, katāitė, k’aulaitė, ku’snelaitis, vuodegaitė, zilaitė. Die Diminutivbedeutung ist in den Wörtern bobātė „Hebamme“, lopinaitis „Tüchlein“, vištaitė „Henne“ nicht mehr spürbar;
b) -elis, -elė. Der Vokal e in diesen Suffixen wird nicht immer gleich ausgesprochen. Meist ist er lang und offen, z. B.: aslālė, ausālė, brolālei „Waisen“, dugnėlis, jungėlis, mintėlė, šienėlis. Manchmal sprechen dieselben Mundartsprecher diesen Vokal jedoch viel kürzer und geschlossener aus, fast wie ė, z. B.: alksnėlis, beržėlis, beržėlis, dunksčėlis „Dächlein“, kalnėlis, paršėlis, vaikėlei, vuosėlis. Möglicherweise sind die Ableitungen mit diesem Suffix wegen der unterschiedlichen Aussprache sowohl bei E. Volteris (vgl.: aglate 184, justiali 183, lakštial’o 185, tėvielio 183, žirgialis 184 und karvėlė 184, pūdeli 184, dzienietas 186), als auch bei K. Būga (vgl.: Banalīs tetātė und karvjeljai, rišelis, vištel jai 26) auf zwei verschiedene Arten aufgezeichnet;
c) -ėlis, -ėlė werden an mehrsilbige Wörter angefügt. Ihr Vokal ist meist lang und geschlossen, z. B.: galu·stuvėlis, lopinėlis, malūnėlis, niekotėlė „Schüsselchen“, šermukšnėlės „Fingerkräuter“ (daneben hört man bisweilen auch Formen mit dem kürzeren Suffixvokal ė, z. B.: o kišk’ėlis, v a r g i n i ė l i s be kepūrės šoka; m a l u · n’ė l i s bīvo).
d) -ikė, z. B.: bobikė, kalikė, viščiķė „ein bestimmter Pilz“;
e) -(i)ukas, -(i)ukė. Es gibt sehr viele Bildungen mit diesen Suffixen. Eine Regelmäßigkeit, wann vor diesem Suffix ein palataler und wann ein nichtpalataler Stammendkonsonant steht, ist nicht festzustellen; vgl.: arklūkas, bobūkė, danc’ūkas, galūkas, jērūkai, kac’ūkoi, k’aul’ūkai, kumelūkas, ku·snūkas, lazdūkė, linc’ūkė, linūkai, miežūkas, pagallūkai, pel’ūkė, pul’ūkai „Küken“, rac’ūkai, sklimutūkai „kleine Scheiben“, vištelūkas „Küken“, žvirblūkai;
f) -ulis, -ulė, z. B.: bobūlis, dziedūlis, dzievūlis, ku mula, lie’tūlis, sesūla, vaikūlis;
g) -utis, -utė, z. B.: akūtė, cviekūtis, gurūcei „Krümel“, krukūcei „Käfer“, ku·mūte, langučis, mergūtė, oškūtė, pirkūtė, ragūcis, sniegūte „Schneegestöber“, tėvūtis, vaikūcis. Die folgenden Ableitungen mit dem genannten Suffix haben keine Diminutivbedeutung mehr: blākutės, bisweilen plākutės „Wanzen“, rāgutės „Schlitten“, traukučis „Krampf“, trupūcis, turkūcis „ein bestimmtes Insekt“.
§ 19. In der Mundart gibt es ziemlich viele Suffixsubstantive mit einer gleichsam abwertenden Bedeutung. Unter den charakteristischeren Suffixen sind folgende zu nennen:
-ėkas, -ėka, z. B.: arklėkas „mageres Pferd, Klepper“, bernėkas „Junge“ (vgl. die von diesem Wort abgeleiteten Formen mit diminutiver, liebevoller Bedeutung
192
bernekūcis, bernekūlis), kumelėka „schlechte Stute, hielt ein Fohlen“, medžėkas „schlechtes Wäldchen“, paršēkas „Halbschwein“, vaikēkai; -ystė, z. B.: durcištė „Tochter“, mergištė „Mädchen, Göre“, (vgl. mergiškaitė; außerdem sagt man gelegentlich auch mergiščė sowie mergišč'a, vgl. und es blieben zwei Kinder zurück: ein Mädchen und ein Junge).
§ 20. Erwähnenswert sind verschiedene Substantive mit abstrakter Bedeutung, von denen die meisten Feminina sind. Ihre charakteristischeren Suffixe sind:
-yba, z. B.: geriba, jauniba, pikčiba, seniba. Neben abstrakter Bedeutung können diese Wörter auch konkret gebraucht werden, z. B.: seniba išmirė, jauniba paišvaž'avo „die Alten starben aus, die Jugend zog weg“. Neben -yba wird gelegentlich das Suffix -ybė verwendet, z. B.: kalčibė;
-ysta, z. B.: senistà „Alter“ (man sagt senistai ger'aus'a in žemės sėdėc');
-uma, z. B.: aklumà, degumà „Hitze“, drabnumà (Hybridbildung) „Kleinkram, Kleinheit“, gailumà, gilumà, gražumà, piktumà, platumà, riebumà, ša-usumà, senumà, šlapumà, tamsumà, tankumà, vėlumà.
§ 21. Es gibt auch zahlreiche Substantive anderer Bedeutung mit den Suffixen:
-ėjas (-ėjis) -ėja: Weberin, Müller, Schnitterin (Schnitterinnen gibt es nicht; einen Schnitter stellte man an);
-iena. Mit diesem Suffix gebildete Substantive bezeichnen: a) das Fleisch von Tieren oder Vögeln, z. B.: jauciena, k’áulienà, viščienà, žu’sienà; b) einen Ort, an dem bestimmte Getreidearten wachsen, z. B.: avižienà, grikienà, rugienà (rugienõs, rugienõ, in rugienų, rugienas);
-ikas, z. B.: karikas kàro, tupikas tùp’a;
Mit dem Suffix -imas gebildete Wörter bezeichnen eine Handlung, das Ergebnis einer Handlung oder konkrete Gegenstände, z. B.: dudėnimas neben kalbėjimas, gręndzimas „gestampfter Scheunenboden“, priunkimas „Gang“, prizdėjimas „ebenso“, ti-simas „Abszess“;
-ynas, z. B.: aglinas (agli:ni, agli:nà), beržinas, kvarkalinos „Kaulquappen“, lazdinas „Haselnüsse“ (vgl. lazdà „Haselstrauch“), mendri:nai, skruz-dėlinas, žolinas „Blume, Blumen“;
-(in)ykas, z. B.: aviinikas „Schafhirt“, darbinikė, jaucini-kas „Ochsenhirte“, naktigoni-kas „Nachtweider, der nachts hütet“, naminikac „Hauswächter, Hausherr“;
-iškis, -ė. Mit diesem Suffix werden Wörter gebildet, die die Herkunft von Personen nach ihrem Ort bezeichnen, z. B.: miež’oniškis, -ė, skauroniškis, -ė, skraiči’oniškis, -ė; vgl. die zahlreichen Ortsnamen mit diesem Suffix: Dalgiškė „Bach“, Dāubutiškės „Dorf“, Klaniškė „Wiese“, Trainiškės „Feld und Wald“; Ži:džiškės „Wiesen“;
-ojas. Mit diesem Suffix werden Bezeichnungen für die Stängel bestimmter Pflanzen gebildet, z. B.: bul’bojei „Kartoffelkraut“, grikojei, pupojei, vu’gojei (manchmal auch vu’ganojei);
Substantive mit dem Suffix -tojas, -a bezeichnen Handelnde, z. B.: artójas (manchmal artójis), sáugotojas;
-ulys: kosulis, kvėpulis „Geruch“, miegulis „Schlafmütze“ riebulei „Fett“, sopulis, spirulis „Starrkopf“;
13. Lietuvių kalbos gramatinė sandara
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-tuvas, -tuvė sind überwiegend Substantive, die Werkzeuge bezeichnen und von Verben abgeleitet sind, z. B.: galąstuvas, klascituvė „Flachshechel“, kultuvė, mintuvai, muš tuvai, setuvė, šautuvė „Gewehr“.
§ 22. Flexion. Die meisten Substantive werden sowohl im Singular als auch im Plural flektiert: pasailas „Wachs, Riemen“, pasailai, vištaitė, vištaitės, žibtūkas „Streichholz“, žibtukai. Der Dual ist nur noch in Resten vorhanden, siehe § 32. Nur im Singular kommt das Substantiv málka vor. Außerdem wird der Anschaulichkeit halber im Dialekt häufig der Singular anstelle von Pluralformen verwendet, z. B.: páris tovei (perbrendo) jãu įjùvas; c’a miežis neàuks, bùl’ba neàuks; bùs ir miežuko ir rugẽlo „es wird Gerste und Roggen geben“, várpa rasipùtė, grūdas bira „die Ähre ist aufgegangen, die Körner rieseln heraus“.
§ 23. Im Dialekt gibt es etliche interessante Kasusformen:
1. Der Dativ Singular des Maskulinums hat sogar drei verschiedene Formen. Im Dialekt werden überwiegend Formen mit der Endung -u verwendet: bérnu, sūnu, tēvu. In Verbindungen mit den Präpositionen lig, ik, po, pri(e)g kommt bei Substantiven mit konsonantischem Stamm die verallgemeinerte Endung -i vor, z. B.: šókom ik vãkari; po arimi akėjo; prabuvàu vis prig dárbi. Während der Expedition von 1964 wurden auch Formen mit der Endung -o aufgezeichnet: árk’lo dúoda avižų: bóba sáko kišk’o; ašmiršáu póno pasakic’. Letztere Dativformen des Singulars kommen häufiger in der Sprache der älteren Generation und in der Folklore vor. In der Alltagssprache sind sie seltener33.
2. Der Dativ Plural aller Stämme hat die Endung -mu, z. B.: akimu sveika; mėtamu samdo; reik’a tomu visómu trimu mergištému; reik’a dovanóc sesùtėmu, bról’amu; vaikámu aina kap iš dúmo „den Kindern (die Arbeit) gelingt sehr gut“; seniemu žmonėmu reik’a pasilséc34. Bisweilen (vielleicht unter dem Einfluss der Standardsprache oder anderer Dialekte) kommen auch die Formen mergóm, vaikám vor.
3. Die älteren längeren Formen des Instrumentalis Plural mit -mi haben überwiegend nur Substantive mit i- und konsonantischem Stamm bewahrt, z. B.: akimi įnėrėme in mani; su trim akimi; ir tas griauža dancimi, ir tas; išėjo su dukterimi; šlaunimi vadzina. Der Instrumentalis Singular dieser Stämme ist in den ia-Stamm (Substantive männlichen Geschlechts) beziehungsweise in den io-Stamm (Substantive weiblichen Geschlechts) übergegangen, z. B.: ak’u negalėj žuréc; su dùkter’u búvom; dunc’ù griež’a.
4. Der Inessiv Plural hat die Endung -sa, z. B.: tu mán žal’à aki·sà; ašarosa buvau; pac’uosà, geresn’uosà daiktuosà; o kas tuosà kalnuosà?; vienuosà namuosà pãmuse tėvu’; vaikuosà (kartu su vaikais) gi’vèna nu’nai; žūsi’s būna vandenuosà
33 Zu den Dativformen des Singulars mit o und ihrer Verwendung siehe J. Lipskienė und A. Vidugiris, Apie vieną dzūkų tarmės daiktavardžių vienaskaitos naudininko formą, „Lietuvos TSR Mokslų akademijos Darbai“, Serija A, t. 1(20), Vilnius, 1966, p. 205—208.
34 Im benachbarten Dialekt von Ramaškoniai (Bezirk Varenava, Belarussische SSR) ist die Endung -mu nur in Formen mit i- und konsonantischem Stamm erhalten geblieben; vgl. J. Šukys, Būdingesnės Ramaškonių tarmės ypatybės, „Lietuvių kalbotyros klausimai“, t. 3, Vilnius, 1960, p. 481.
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wenig, ich bin in Miežonys geboren. Formen des Singulars desselben Kasus sind: mėdzi· „Wald“, pilvi, pirk’oji, pusėi, šali.
5. Die üblichen Formen des Pluralillativs enden auf -na: akišna, kapuosna, trušošna, šitošna, pirk’ošna. Vielleicht wird n(a) nach dem Singularillativ (vgl. rañkon, šulniñ, prašosi nakciñ „zur Übernachtung“, unksnėn) oder auch sonst bisweilen an den Pluralillativ angefügt, vgl.: inliñdo mā namuosnan; užliñdo spal’uosnan ir pramiegójo; šalísnan aina, sustāto tok’ósnan at’ósnan; atvaž’ūosi sveč’ūosnan; stāto vartūosnan.
Manchmal werden Illativformen anstelle des Inessivs verwendet (z. B.: tañ pulkālīn (ir pulkēli·) mā rādnas brȯlālis; rudenīñ atvaž’āu; mā pači karč’mōn gār’a; sēdz’ lape namēl’uosna ir sāko), und Inessivformen mit illativischer Bedeutung (z. B.: ais’ū dar Bieč’onisā „ich werde jetzt nach Biečionys gehen“; dar tūžguosa nevaž’uoja).
In bestimmten Fällen werden Illativformen auch anstelle anderer Kasus verwendet, z. B.: āusīsna šālta; kōrtosna grōja.
6. Von der Singularadesivform ist nur ein Beleg aufgezeichnet (tiēvip būvo su·nūs), während es mehr Singularallativformen gibt, z. B.: kap aš nuveinu Butrimóp, tai apdairāu (apžiūriu) itū·; galóp dagais „bis zum Ende wird er gelangen“; ir net galópi (bis zum Ende); prieng’a vaikų krikštóp; sududēna, kap skaudz’āu krikštóp „sie verständigen sich, einigen sich (das Kind zur Taufe zu bringen), wie man am schnellsten zur Taufe gelangt“.
§ 24. 1. Die Formen der konsonantischen und i-Stämme variieren stark. Die alte Endung der genannten Stämme bleibt häufig noch im Singulargenitiv erhalten, z. B.: dukterės, seserės, šunės neben dukterės || dukterės, || dukrės, seserės || sesuvōs, stūomen’o, šunies, vānden’o.
Die Endung -es bewahrt häufig auch der Nominativ Plural dieser Wörter, z. B.: dūres, duntes, sāseres, šunes, žūses, žmones neben žmōni·s. Durchgängig haben Ortsnamen mit dem Suffix -ones diese Endung bewahrt: Beč’ones, Miež’ones, Pošrōnes, Skaivōnes, Skraič’ones. Mit der Endung -es wird häufig auch der ganz andersstämmige Ortsname Rimāšes „Rimašiai“ ausgesprochen. Andere Wörter werden allerdings häufiger bereits mit einer (i)a-Stammendung verwendet: akmenai, ašmenai, duntai, piemėnai, smegenai, stuomenai, vagei.
Auch die Formen der übrigen Kasus der genannten Stämme variieren, vgl. Singular Nominativ: duk-tėl||dukrė||dukra, duncis||duncis, debesis, mėnesis, sesuvā, sesuōi, stuomuōi; Plural Instrumental: su sā duktēm||dukterimi usw.
2. Der (i)u-Stamm ist stark beeinträchtigt worden. Neben den alten Formen (z. B.: medūs, su·nūs, žmogūs, medaũs, sūnu·s) setzen sich zunehmend neuere Formen stärkerer Stämme durch (z. B.: karāl’o, mādo, žmōgo, pietai, su·nai, su·nais, turguosa, turguosna).
3. In der Mundart gibt es auch zahlreiche Wörter anderer Stämme, die sich durch ihre Stammbildung von den entsprechenden Wörtern der Literatursprache oder anderer Mundarten unterscheiden, z. B.: blakscinis „Wimper“, cibul’a „Zwiebel“, jurginā „Dahlie“, liepas „Linde“, riešucis „Haselnuss“, tulžis „Galle“ usw.
§ 25. In der Mundart gibt es zahlreiche Einzelwörter oder Formen, die anders betont werden als in der Literatursprache, vgl.: netoli kaim:na’i; ir dar blizga kau-
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Fleisch ohne Knochen; mir ist es gleich (egal), ob jener Litauer oder Lette ist; die Decke ist im Pflug; er gab einen solchen Flachsstrang, und wo sind jene Schlüssel; meine Spanne ist groß; im Garten sind Blumen: Er hatte ein Gewehr und zerschlug es; wie wird er mit dem Gewehr schießen; beide Eltern; die Eltern werden da sein; gekaufte Stühle, einer hat ein Loch; im vollen Laden Spatzen.
Die Formen des Vokativs Singular von Ableitungen mit Diminutiv- und Kosebedeutung tragen gelegentlich den Akzent auf dem Stamm, wie auch in anderen westdzukischen Mundarten, z. B.: brólukai, gáidulė, súnulį, vaikeli; kárveli (=kalveli), méistrelį, nukalk lenc’ų-želį.
Gelegentlich wird nach dem Muster von Substantiven mit Zirkumflex im Stamm auch der Akkusativ Plural mit Zirkumflex im Stamm auf der Endung betont, z. B.: aguonàs, ark’lus, galvàs, grūdùs u. a.
Adjektiv
§ 26. Wortbildung. Charakteristische Adjektivsuffixe sind:
-ėlis, -ė z. B.: ažusmigėlis (schläfrig) Kind; patrūkėlei (zerrissen) Kleider;
-ickas, -a, gelegentlich -uckas, z. B.: balcickį (sehr weiß, weißlich) die Ferkel laufen herum; atāj įjuodzickas (sehr schwarz geworden, schwarz) nug dárbo; ein kleines Höfchen; sehr schmale Wiesen; kurze Liedchen singt sie (seltener sie ließ die kleinen Kinder zurück, wie Mist). Adjektive ähnlicher Bildung sind auch aus litauischen Mundarten in der Belarussischen SSR häufiger belegt, etwa aus der Gegend von Rodūnia (vgl. núogickas, pilnickas), Lazūnai (vgl. mãckas, simplickas „schwächlich“), Zietela (vgl. gãritkas, grinitkas, žãlitkas u. a.35
-(y)kščias, -ia, z. B.: ažuperni-kšč’as; bulikščėi (alt) Arbeiten, das sind keine von heute; kadáinikšč’os (alte, frühere) Geschichten (vgl. die Menschen von damals lebten anders); von vorigem Jahr; den Alten kann ich nicht folgen; Milch von gestern;
-inis, -ė (gelegentlich -ienis), z. B.: Haferspreu; Haferstroh; vorgerichtete Minze; dann Minze aus Stein; aus der Mühle; und er trank aus dem Trog saure Milch; Rinderfutter; Hanfstrick; Feldkuh; leinene (hölzerne) Schöpfkelle; litauisches Lied; und steckt ihr Tonscherben hinein; die Eltern empfangen sie zu Hause; vorderes und hinteres (vgl. ažac’a „Hinterteil“) Rad; im vergangenen Jahr starb das alte Mütterchen; damals war es selbstgemacht; ein altes Wort; schräger Stock; Augen aus Glas; Strohhut;
-ingas, -a, z. B.: dėdzinga (eine ordentliche) Henne; und er liegt den ganzen Tag nemirš- činga; anā nesumaninga bùvo; anā labai pasakinga (sie war eine gute Erzählerin); mergáitė labai rankinga;
35Zur Herkunft und Wortbildung dieser Ableitungen siehe P. Skardžius, Lietuvių kalbos žodžių daryba, Vilnius, 1943, S. 123—124; J. Otrębski, Gramatyka języka litewskiego, Bd. II, Warszawa, 1963, S. 273.
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-iškas, -a, z. B.: itai gūdžiškas (nichtlitauisch) žōdzis; juōkiškas (weder dies noch das, lächerlich) dárbas;
-uvas, -a, z. B.: anksčiuvas||unksčiuvas; rūpeslīvas „fürsorglich“, vė- livas;
-(i)okas, -a, z. B.: senōkas, senōka „ziemlich alt“, šlap’jōka;
-okis, -ia, z. B.: vienōkis (gleich, ähnlich) dárbas; itai nevienōkos kalbos;
-oktas, -a, z. B.: nevienōkta galvà „(Menschen mit) ungleichen Fähigkeiten“; č’a visur vienōktas daiktas „hier sind überall gleiche Orte“; dvējōkta, trejōkta žēmė;
-otas, -a; -uotas, -a, z. B.: barzdōtas, kuprōtas, lapōtas, pilvōtas; akmeniuōta, gisliuōta, vižiuōta;
-ukas, -ė: mažūkas, mažūke, mieliukas, nedzidūke, vgl. auch mažukūl’ūke (ein ganz kleines) būvo viena dukrė;
-(i)ulis, -ė, z. B.: dzidz’ulis; karvėlė mā margūle; vgl. auch tókīs mažūkulīs būvo vīras;
-uostas Das Suffix findet sich nur im Wort miegūostās paskėlė;
-ūklis, -ė, z. B.: žmogus būvo gēras, ci(g) girtūklis; itas bērża svirūklis;
-utis, -ė, z. B.: jaunūcis, gražūcis, nedzidūcis, sveikūcis, sveikūtė;
-u(i)tinis, -ė, z. B.: paskuicinė, pirmuicinis, viršucinis;
§ 27. Flexion. Der Komparativ der Adjektive wird wie in der Literatursprache gebildet: jaunēsnis, plonesni, senēsne, skaudēsnis „schneller“, storesni, strukēsne „kürzer“, tolimesni, viresnis, viresnė (mit erhaltenem Akzent der Grundwörter tōlimas, vīras).
Der Superlativ wird auf unterschiedliche Weise gebildet. Am häufigsten sind die Formen mit dem Suffix -iausias, -ia: dzidz’aus’as, ger’aus’as, miel’aus’as, vīr’aus’a. Nicht selten werden diese Formen zusätzlich durch das Pronomen pats oder die slawische Partikel nāi: pāc dzidz’aus’as, pāc sen’aus’as, pāci sen’aus’a; nāi ger’aus’as, nāi skaud’aus’as „am schnellsten“ verstärkt. Manchmal werden auch Komparativformen von Adjektiven mit dem Pronomen pats (z. B.: aš pāc vīresnis; tōi būba pāci senēsne) im Sinne eines Superlativs gebraucht, ebenso kontaminierte Formen, z. B.: geresn’aus’as (vgl. pac’uosū geresn’aus’ūosa daiktuosa gi’veno pōnai).
§ 28. Reste der pronominalen Adjektivformen finden sich vor allem in der Folklore, besonders in Liedern. Seltener werden pronominale Formen verwendet, um Tiernamen und Feldbezeichnungen zu kennzeichnen, oder in der Alltagssprache. Am häufigsten sind die Nominativformen im Singular; Formen anderer Kasus sind selten, z. B.: Aštrāsai kālnas, ciesiōj rankā „rechte Hand“, Dzidzīsai pūšinas, dzidesnīsai aina aštuntōn klāsen, o jaunēsnisai, ketvirtōn; Gilāsai „Graben“, jāunesnēj prirīnko skaudz’āu; kair’ō rankā; Keršōj „Kuhname“, Margōj „ebd.“; Jurgēli, gi tu grāžasai; mielasai bernēlis; nevērk, mā mielōj; Platāsai „Graben“, Plac’ōj „Acker“, sunk’ōj ligā kap niūemė; tai mā brolāl’o šivasai žirgēlis; o tōj trec’ōjoj – mā radn’aus’oj mergēle; viresnēj turēj, o
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die Jüngere schlachtete, meine Schwägerin, mein alter Vater: dann warf die Mutter über die rechte Schulter, und der Vater warf über die linke Schulter
§ 29. Bei den Kasus ist die Instrumentalform des Femininums Singular zu erwähnen, die eine maskuline Endung -uom aufweist, z. B.: su jaunūom (mit der jungen Frau) aina põdrūškė (Brautjungfer); paci apsiuvers’ū (auf dem Kopf) margūom degužėli, o dukrēbli karčiūom apušėli (manchmal hört man es wie mergūm, karčūm). Nur gelegentlich werden Formen mit -uōi verwendet: jū margūōi vadžink.
§ 30. Einige Adjektive oder einzelne ihrer Formen haben Endungen anderer Stämme als in der Literatursprache, z. B.: pagirdė gardū (mit süßem) Wasser: drūti (starke) Hände; die Ernte wird kurz, scharf (treffsicher) sein; wo sind jene neuen schwarzen Pelze?
Numerale
§ 31. Wortbildung. Die Ordinalzahlen unterscheiden sich in ihrer Bildung in dieser Mundart von den entsprechenden Zahlen der Literatursprache, z. B.: dū, dzu; aber añtaras, antarā. Anstelle von añtaras, -ā wird häufig das Pronomen kitas, -ā verwendet, vgl.: Wie viele Jahre? — kici „zweite“; im dreißigsten Jahr geboren. Die übrigen Ordinalzahlen werden überwiegend aus Kardinalzahlen mit dem Suffix -tas, ta gebildet, z. B.: piñki: piñktas, -ā; šešti: šeštas, -ā; sepcini: sepcītas, -ā; aštūoni: aštūontas, -ā (häufiger aštūntas, ā); dešims: dešīmtas; vienūolika: vienūoliktas, -ā; dzūlika: dzūliktas, -a; piñk’ōlika: piñk’ōliktas, -a; dzūidešims: dzūidešimtas. Die Zahlwörter trātas neben trāc’as und ketvirtas sind offenbar aus den Kollektivzahlen gebildet, vgl. traji, ketveri (mit Vokalwechsel im Suffix).
Kollektivzahlen „5—9“ werden gewöhnlich mit dem Suffix -eli gebildet: penkeli, šešeli, sepc’neli, aštūoneli, devi’neli. Das Suffix -eri haben nur ketveri, kėtver’os. Mit dem Suffix -eji (nach verhärteten Konsonanten -aji) gibt es dvejį, dvėjos, traji, trājos; vgl. die erstarrten Neutrumformen dieser Zahlwörter: skirkis, žēme, ingi dvēja, o tu, dungāu, ingi trāja.
Sammelzahlwörter werden gewöhnlich aus Kollektiv- oder Kardinalzahlen mit dem Suffix -(e)tas (manchmal -atas) gebildet, vgl.: dveji: dvātas (< zwei), trāji: trājatu· Kinder hat; es gab vier Pferde und acht Karren; piñketu· Kinder ließ er zurück (ließ zurück).
Von den Bruchzahlwörtern mit pus- lassen sich nennen: pusāntro, pusantarōs, pusantarū, puspiñkto, puspiñktū und andere.
Andere von Zahlwörtern abgeleitete Bildungen haben adjektivische Bedeutung, z. B. mit den Suffixen -okis, -oktas, siehe § 26.
§ 32. Flexion. Die Kardinalzahlen du, dvi haben, ebenso wie abudū, abidzū, dazu beigetragen, dass auch Dualformen anderer Wortarten erhalten blieben. Von diesen Zahlwörtern wird überwiegend der Akkusativ verwendet, z. B.: ich habe schon zweihundert Enkel; jene beiden Nächte verbrachte ich; zwei Nächte und zwei Tage tanzten, tranken und sangen sie; ich führte die beiden Kinder hin. Nominalformen mit Dual-Nominativendungen kommen viel seltener vor, selbst mit den Zahlwörtern du, dzi (oder abudū, abidzū), z. B.: zwei Töchter starben; oft-
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…: weiß nicht, was sie noch machen sollen: „a b u d ū v a i k a i; a b i d z v i d ū k t e r e s penktan“ (und in die fünfte Klasse) geht.
Die Genitivformen der Zahlwörter „zwei“, „drei“ sind häufig verkürzt, z. B.: „in dzviei bus namas; dar aš ais’u až trieji kalnėlu greta paprašė dzvieju, triju žmon’u“. Die Form „triej“ (und nicht *„trij“, vgl. „trijų“) ist vermutlich nach „dzviei“ entstanden, vgl. „dvieju“.
Die Plural-Akkusativformen verschiedener Zahlwörter im Maskulinum haben meist die Endung -is, z. B.: „trejis, keturis, penkis, sepcinis, aštuonelis, devinelis“. Formen mit der Endung -us sind selten: „aš dvejus metus pas jų veilk’du; šeš’us šimtus prabuvaū“ (ich gab aus).
Neben den nicht adverbialisierten Plural-Inessivformen („audž’a dzviejuosa daiktuosa; trijosa pišk’osa buvaū“) werden sehr häufig adverbialisierte Formen verwendet: „tai ani·s išai dzviesa; dzviesa trisa gano árbl’us; visi draugėi: pink’uosa, šeš’uosa“. Formen mit derselben Bedeutung, aber von anderem Typ, sind erstarrte Formen: „senei dzvieju“ (zu zweit) būna; „ani·s ti· triju“ (zu dritt) būna.
Für die Mundart sind temporale Illativformen (sowohl von Zahlwörtern als auch von Nicht-Zahlwörtern) sehr charakteristisch, z. B.: „giū šeš’ósna, sepcin’ósna ūarom gànevon“ „das Vieh treiben wir um sechs, sieben (Uhr) auf die Weide“, vgl. „atvaž’ūn ne-dėl’on“.
Pronomen
§ 33. Wichtigere Merkmale der nichtgenerischen Pronomen „ich, du“ und des Reflexivpronomens „sich“:
1. Die Genitivformen im Singular der nichtgenerischen Pronomen „ich, du“ sind zweifach: „sakīk, nėra mani namie“ neben „in (ant) tavi tėvālīs guli, o in (ant) mani ràgena“. Auch die Formen des Reflexivpronomens sind zweifach: „dāu nok savi; atvarinēja nok savi; terpui savi dudēna“.
Anstelle der standardsprachlichen Formen „jūsų, mūsų“ gibt es in der Mundart kürzere Formen: „jūs, mūs“, z. B.: „ar tai jūs dvuratis; oi, koki jūs dėgus (karšti) blinai; č’a mūs kiemas (kaimas); o kam mūs piemenai negāne“. Manchmal sagt man auch „mūs“, z. B.: „tu ne mūs mūcina, tu vilkas“.
2. Die Dativformen im Singular der nichtgenerischen Pronomen „ich, du“ und des Reflexivpronomens lauten „mán, táu, sáu“.
Im Plural gibt es zwei Dativformen. Häufiger sind die mit dem Formans -mu, z. B.: „brūngei mùmu aps eid zis (kainuos) alektrà; aš jāu jùmu tu· giesmi· giedōjau; nieko mumù nepadarė; mamaitė mùmu nepāsa-koj; kam mùmu ėsė, kam mùmu gārcė“; seltener sind Formen mit -mi: „padenā-sim mės visās bēdās (nuostolius) jùmi; aš jumi prigamins’u gardz’āu; kadù mùmi minė lintis“. Ferner ist festzuhalten, dass verwandte Pronomen mit -mi nicht belegt sind; alle haben nur -mu: „ir ti: vėl, karvėlis jiemu gieda; gražū pazdairic’ ir kici·mù parōdzic’; tōmu visōmu trimu mergištemu, tōmu mergōmu nėra kur dēcic; ir mùmu paciemu reik’a“.
Manchmal wird auch die kürzere Form verwendet: „ciem ož’ūkam liepė nieko namō nelāisc’“.
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3. Der Akkusativ Singular der Personalpronomina aš, tu und des reflexiven Pronomens hat meist einen kurzen Endungsvokal: nuvešk ir manį; ãnas ir dudėna: ataidžikit pas manį; tavį panešõs (der Großvater). Manchmal werden auch verkürzte Formen gebraucht, z. B.: kūgi ažūveikė (verdiente) dukte pas tãũ; vienas ingi sáu, kitas ingi sáu tįs’a; mań sesula pap’jóvė ažu višogų kupkėlį. (puoduka): šešis pas mań.
Die Akkusativformen des Plurals sind ebenfalls zweifach: aš jùs pažināũ; mùs niuvezė Šal’č’nį kan tadù; du pas mùmìs nakvój.
4. Die Instrumentalformen des Singulars haben die Endung -im: su manim nieko nebuvo; su savim vadž’ója; der Instrumental des Plurals hat die Endung -mi: su jumi vaikšč’oi, dár ir mergáitė.
5. Die Lokativformen (Inessiv und Illativ) dieser Pronomina im Singular sind nicht belegt. Am häufigsten kommen die Pluralformen des Allativs vor, die in der Bedeutung des Adessivs gebraucht werden, z. B.: žmonės musum dudėna prastai; jù sumūp miškas, o musum mādžas vadžinase; ataidžinėja musumūp; mu-sumūp uisaipe žmonės mūka (sprechen). Es kommen auch andere Formen dieses Kasus vor, z. B. ohne -p: c’a musum gudai (Weißrussen) aplinkui; ohne -m-: buvo atāji: mūs up, a jùsumūp nebuvo. Der Akzent kann auch auf dem Stamm liegen: strol’ū (Drosseln) būna mūsum||mūsum. Manchmal wird auch der Adessiv Singular gebraucht, z. B.: būvo manim susirinki; manim i-rà žmon’ū; manip i-rà širdzis kuarā (unwohl); manim sepcin’os dūš’os (Personen). Eine dem Adessiv Plural ähnliche Bedeutung haben manchmal auch die Dativformen des Plurals mit -mu, z. B.: būvo viso mūmu.
§ 34. Anstelle der Personalpronomina der dritten Person der Literatursprache jis, ji, jie, jos werden im Dialekt gewöhnlich die Nominativformen ãnas, anà, ãni·s (seltener ãries, ãni), ãnos gebraucht: ãn as ne tep dūmoja; anà nieko nebij’o; ãni·s visi c’à būna.
Eine von der Literatursprache abweichende Intonation haben die Dativformen des Femininums Singular: jei aš nieko nesak’āu; nedūk tu tai mergistei nieko. Die Dativformen des Maskulinums Singular kommen manchmal mit -i vor: jãmi tai c’à gerai; ãni·s ir tãmi (dem) šipulukus drož’a; häufiger jedoch: jām, tām.
§ 35. Viele Demonstrativ-, Determinativ- und Relativpronomina haben noch pronominale Nominativformen bewahrt (oder solche mit der betonten Partikel -ai), z. B.: su kiom anasai važ’ūos; a anie i ti· kur’ ažusturėj; o kur’ cie i raktėlei; ir paždarė tój paci dukrėla; tai ir tusai (tasai)³⁶ sakė: ti· icia i³⁷ mūs lūkai; kurisai ataina žmogus galvón; kur’óji itep sakė; kurie i Vil’ni būna, ciemu gerai; šitój mergáitė labai rankinga. Manchmal kommt auch noch das Femininum des Personalpronomens vor.
36 Die Form tūs „jener“ ist im westlichen dzukischen Gebiet um Alytus, Lazdijus, Veisiejus, Daugus u. a. weit verbreitet.
37 Bei den Formen itas, ita, itokis, die von vielen Ost- und Westdzuken gebraucht werden, bildet das zweite Glied das Pronomen tas, ta, toj oder tokis, toks, tokia, das erste hingegen das Pronomen is „er“, das auch heute noch ohne angefügtes i um Lazdijus, Rudamina, Šventežeris u. a. gebraucht wird; zur Wortbildung der Formen itas, itokis vgl. auch J. Endzelīns, Latviešu valodas gramatika, Rīgā, 1951, p. 537. Zu einer anderen Erklärung der Herkunft dieser Formen siehe E. Fraenkel, Der Stand der Erforschung des im Wilnagebiete gesprochenen Litauischen, „Balticoslavica“, t. 2, p. 25.
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Die flektierte Nominativform des Singulars jōi (neben anà): jōi dar sērga; kūr jōi pragaišo.
Häufiger sind jedoch die nicht flektierten Formen der Pronomen (mit Ausnahme von anasài, anói): ti. įtos naminės bitės į-sivedė; kok’à būicis, tokis dárbas; oi, mani gāne nežin’à kas tokis; džienu· tók is, vakarì kitókis; aš pàc būwàj ti· vit visos (alle bis auf eine) sind Hennen; kap kuris žōdzis tokis pac; kokiẽ perēdai būvo.
Der Instrumental Singular beider Genera hat oft unterschiedliche Formen: eine einfache und eine flektierte, z. B.: įtuom keliù (beim Gehen) kiēmas in kiēmo; šītum kelù aikite; visi išdžāugė juōi (die Burschen); kuri pirmā pri-rinksite (Beeren), su tūoj žēni’s·uos.
§ 36. Im Dialekt werden häufig die Nominativformen der Possessivpronomen mānas, tāvas, sāvas verwendet, die auch die Funktion des Vokativs übernehmen, z. B.: c’a mānas tēvėlis; o kur tavà momà? tēvėli mānas, radnàsai mānas, pasėki line’lūs ant manōses žemēlas; rutēles mānos, žal’ōs’os mānos, kas jus c’ā sėjo, kas jus ravėjo; mani vaikēlei, savì vargēlei; vūsvēli mānas, stēnasai tēvėli.
Die Possessivpronomen mano, tavo, savo sind seltener und kommen gewöhnlich in der Volksdichtung vor, z. B.: māno ūlnu· dērp’a, māno mėsù vērda; tāvo momōs neprasīš’u (neben tavōs momōs).
Bei Substantiven werden im Nominativ und in den übrigen Kasus meist die Formen der Possessivpronomen ma, sa, ta verwendet, z. B.: prižadėjai, ka būsi, mā žino-nà; mā tēvas be sā momōs augo; anà padarē gražū linù sā dukterei; aš tā motkù ragėjau; su mā su’nùm blogai būvo; džieve mā.
§ 37. Anstelle der Possessivpronomen der Standardsprache jūsiskis, mūsiskis oder der Formen jūsų, mūsų werden im Dialekt andere Formen verwendet, vgl.: ir jūsis kap kuris žōdzis kap mūsis; mūsis ir buc’ nebūvo; mūsis nùlekė labai smagēi; ir mūsis (der Sohn) raucht nicht. Die Nominativform des Singulars Femininum ist flektiert: mūsēj ūṭarka (die Sprache) nei šōk’a, nei tōk’a. Von den Formen dieser Pronomen in den übrigen Kasus sind weniger Belege aufgezeichnet; vgl. Nominativ Plural mūsei vaikai nepažįsta (verstehen nicht) lietuviškai; Lokativ Plural mūsen kiemi negieda. Im Übrigen werden häufiger die Kurzformen jūs, mūs verwendet: aš nevālgi’s’u jūs duonos; mūs karvės būvo pririštos.
§ 38. Einige Personalpronomen des Dialekts haben neben den Formen für Maskulinum und Femininum auch Neutrumformen, z. B.: ānas visa susrinko ir išivėžė; c’a vic visa (alles restlos) izdž’uvo.
Erwähnenswert sind die Relativpronomen kiekas, tiekas und ihre weiteren Formen, vgl.: kiekas mātu· c’a bu·nù; kiek in dangāūs žvaigždāl’u·, tai ciekas in žēmēs ski·lāl’u·; kiekù būvo (gesät), paizdž’uvo vic visa; anà cиеku neažuveiks, kiekù ānas.
Verb
§ 39. Wortbildung. Bei einigen Verben des Dialekts unterscheiden sich die Bedeutungen der Präfixe von denen der Standardsprache. Außerdem gibt es im Dialekt einige wenige Präfixe, die in der Standardsprache überhaupt nicht verwendet werden.
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Im Dialekt sind Verben mit dem für die ostlitauischen Dialekte charakteristischen Präfix ažu-, seltener až-, sehr häufig. Das Präfix až(u)- ersetzt das standardsprachliche už-, z. B.: Die Frauen flogen zusammen (liefen zusammen) und trieben die Wölfe in die Flucht; das Schaf jagte den Wolf weg; sie zerstreuten die Kleinen; aus dem Stall brannte es ab; sie lief nach Hause. Manchmal wird das Präfix ažu auch anstelle anderer standardsprachlicher Präfixe (ap-, nu-, pa-, pra-, pri-, su-) verwendet, z. B.: sie weinte heftig; und der Alte machte sich daran, die Aale zu braten; er fuhr den Flachs mit zwei Pferden weg; sie schöpfte einen Eimer Wasser; das Fräulein begann zu weinen; sie wollte ihm in die Augen spucken; sie wollte den Hund und diese Äpfel zurückhalten; ich bin nicht oft krank geworden. Das Präfix už- ist viel seltener, z. B.: sobald er aufgestanden war, ging er auch schon an die Arbeit.
§ 40. Erwähnenswert sind auch die von der Standardsprache abweichenden oder selteneren Bedeutungen anderer Präfixe, z. B.:
ap-: er mästete das Schwein; kratz es für mich aus; sie war ungeschickt und blieb hilflos zurück; die Wolken ziehen zur Erde hinab; trink nicht, sonst kochst du den Wolf; ich werde den Zaun umstürzen;
at-: alles ist erzählt, mehr gibt es nicht; ich saß die Beine wund;
in-: es regnete mich ordentlich nass; am Morgen stand die Hausfrau auf; sie flog in ein anderes Land; wo hast du sie (die Kleider) so beschmutzt; die Pilze muss man gut kochen;
iš-: erblickte einen Star; ich kann mich nicht erinnern; wer von beiden hat den anderen besiegt; es wird zum Schreiben reichen, man muss zur Arbeit gehen; alle freuten sich über ihn; er setzte ihn auf das braune Pferd; vgl. eine ähnliche, von E. Volter aufgezeichnete Form: und wir legten es in den Kopf (184). Das Präfix iż- wird anstelle von už- manchmal auch in Lazūnai und Zietela verwendet;
nu-: er erschlug ihn bis zum Tod; der Alte wechselte seine Kleider; ich überlege, wo so viele Menschen hingekommen sind; der Hase zog sich zurück und will nicht mit ihnen sprechen;
pa-: wir wären beinahe verbrannt; der Wolf fraß die Zicklein auf; die Kinder hörten, was der Vater sagte; das Feuer war erloschen; sie legten sich hin; der Alte und die Alte starben; schon sind auch seine Knochen verfault; er grub die Milch aus; sie setzten sich in den Schatten; die Burschen prügelten sich;
pra-: das Kind erwachte; der Regen vertrieb uns; man kann es nicht durchlesen;
pri-: das Euter wird anschwellen; wie sie sich gewöhnt haben, so ist es gut; es schwillt an, dann tut es weh; und der Roggen ist auch ausgegangen;
su-: so muss man leben (miteinander auskommen); dort kehrte er seine Pferde um; alle Pferde wurden lahm; wer sich hier alles merken wird, dem kann ich es nicht aufzählen; man muss schärfen
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dalgi·: du legst die Sense weg „sie einigten sich, besprachen die Heirat“; vaikas jau subūdo (wachte auf); anà susvėikino (begrüßte) bróli; Außer den genannten werden im Dialekt noch Präfixe slawischen Ursprungs verwendet: da-38, raz-, pad- (sehr selten), z. B.: hu·nai sunku dabūc’ (bis zum Ende überleben); cie k negerumės mumi dadarė (tat); dadęgino (brannte nieder) in ugnieš: daėjo ingi krūmu·; daėjo (kam heran) ingi mar’as; nun, dapāsakojo (erzählte weiter) jei anà; und daródė (zeigte) jiemu; und das Wasser d asiek’am (erreichen wir); die Ziege daskrido nach Hause; rasākėm (erzählten wir) alles; die Kinder razbėg’ójo (liefen davon, fuhren davon) in die Stadt; rāzvertė (schüttete um) alle Bücher; raskaitic’ (durchlesen, zusammenzählen) kannst du; der junge padāugo mēdž’as „ein junger Wald ist gewachsen“.
§ 41. Für den Dialekt ist sehr charakteristisch, dass das Präfix pa- auch an präfigierte Verben angefügt werden kann, unabhängig davon, welche Präfixe diese bereits haben, vgl.:
ap-: alle Jungen haben geheiratet; at-: es waren litauische Ankömmlinge; ažu-: draußen pflanzte er (setzte) medž’u (im Wald); in-: der Wolf kroch hinein (drängte sich hinein, kroch hinein) pirk’on; iš-: alle waren zur Arbeit hinausgegangen (gingen hinaus); paišarė (pflügten um) die Wiesen; paiždžūvo (trockneten aus) die Brunnen; der Wolf paišgaudė (fing) alle Zicklein; paiškirto, paišvežójo mēdžu „er fällte den Wald und fuhr das Holz weg“; der Fuchs paišmėtė (warf hinaus) den Hering; alle paisigūndo ir paišbēgo „erschraken alle und liefen davon“; all diese Lieder paišrāšė; nu-: von hier verstreuten sie sich (verliefen sich, gingen auseinander); panukirto (schlug ab) den Kopf (am Kopf); die Jungen panūlekė pól’šč’un „die Jungen liefen auseinander und fuhren nach Polen“; sie panumētė visūs (die Garben); mē dž’u panuriṅko „sie fällten und verwüsteten den Wald“; panūsegė, panutrāukė drabuž’el’us „sie hängten die Kleidchen ab und zogen sie aus“; pa-: papāarė (pflügten um) die Felder; ciekas budinkų· papādegė „so viele Häuser brannten nieder“; die Alten papām irė (starben); sie papapirki· pirk’as; visūs papārišė (banden zusammen); per-: ich habe sehr viele kennengelernt „ich kannte sehr viele“; pri-: sie sammelte sich eine Last Moos zusammen (sammelte sich); papriv ežė (die Sommerfrischler) aus Poškon’ų, aus Padvar’ų; raz-: sie sammelten sich und gingen auseinander (zerstreuten sich); su-: alle kommen zusammen (versammeln sich, kommen zusammen); die Alten, die Kleinen, alle kommen zusammen; dann gab sie ihnen (gab ihnen); ich möchte einen mit der anderen zusammenbinden „ich möchte den einen mit der anderen verbinden“.
Es wurde lediglich kein Beispiel dafür festgehalten, dass pa- an Verben mit den Präfixen pra-, da- angefügt wäre. Das eine oder andere Beispiel ist auch mit einem zusätzlich angefügten zweiten Präfix pri- verzeichnet: pripamiršāū (ich vergaß), neateina
38 Zur Herkunft des Präfixes da- siehe В. Мажюлис, Происхождение приставки da- в балтийских языках, „Вопросы славянского языкознания“, т. 3, Москва, 1958, S. 127 ff.
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skāudž'ei (schnell) galvōn. Im genannten Beispiel können die Präfixe pri- und pa- ihre Reihenfolge auch vertauschen.
Das zweite Präfix ist im Dieveniškės-Dialekt vermutlich mechanisch nach dem Vorbild der slawischen, insbesondere der belarussischen Sprache hinzugetreten, und fungiert als formales Perfektivierungsmittel39.
Einige der angeführten präfigierten Verben sind morphemweise Lehnübersetzungen aus slawischen Sprachen, z. B.: ažusiškc’, apriškc’, praskaicic’; vgl. entsprechend belarussisch: захвараць, абабраць, прачытаць; russisch: заболеть, оборвать, прочитать usw.
§ 42. Zu den charakteristischsten und im Dialekt am weitesten verbreiteten Suffixverben gehören die Ableitungen mit den Suffixen -inėti, -dinėti und -dyti. Meistens stehen sie mit Präfixen.
1. Ableitungen auf -dinėti:
a) Infinitiv: kišk’ei ėmė veick’, atkadzīnėc’ dziedo (diedui) duris; imsi išgerdzinėc’ ir išlaidzīnėc’, tai nebusi (negyvensi); prisprė vargas, tai pamirždzīnėc’ reik’a giesmelas; reik’a pradedzīnėc’ kū kalvėk veick’ „man muss anfangen, etwas zu tun“;
b) Präsens: apmirdzinėju paci ir širdzis; dasiekdzinėju (sorge mich um) pinigų; susirgdzinėju dažnai; kur isirinkdzinėji -dzikelėn kel’ōnen; kam mani pamezdzinėji (verlassen mich); žmogus prapuldzinėji luosą medzuosa; vaikas sepcintas mėnas, ale apmirdzinėja; tėvas pasicikdzinėja su duonu ir drusku; išveždzinėjam, būlo, šienu; in žiemōs pamezdzinėjam (lassen wir zurück) bitėmu medāus; kur jūs prabudzinėjat (wohnt ihr)?; aklei (blinde Bettler) vėl’ėi atgiedodzinėja; jau pradėdzinėja židėc’ ānos; svečei sėsdzinėjasi už dem Tisch; āni:s stodzinėjasi pir’koi.
c) Präteritum: und vėl’ ažuveikdzinėjau (verdiente ich) und aduodzinėjau (gab ich zurück) diesem Menschen; būl’bas išringdzinėjau; also beweinte ich das Kind; pripamirždzinėjau alle Mi:s’lus; als der feine Regen palaizdzinėjo; wie sie prabudzinėjo (lebte); zuerst hatten wir die Stoffe auf der Wiese iščiesdzinėjom; sie kamen zu uns; die Brüder ažudroždzinėjo die Stöckchen; früher lebten die Menschen anders „früher lebten die Menschen anders“;
d) Futur: aš pradėdzinė’s’u; ich werde euch Mi’s’lūs in Erinnerung rufen; tekė’s’u, dass... dieses jāuc’o nicht verkaufen wirst; geh nach Vilnius, dann wirst du besser verdienen; ažuveikdzinėsim nu’nāi daugės; die Erde wird (vielleicht) razdalidzinės;
e) Imperativ: tu padėdzinėk mạn ažumin’c’; darikit, ažuveikdzinėkit, vis pinigų daugės gausit;
f) Partizip: būna iš vieno, būna ir sudėdzinėta (gedrechselt); rūčkos krešlan sudėdzinėta;
39Verben mit den Suffixen -inėti, -dinėti, die zwei Präfixe haben, sind im Zietela-Dialekt belegt, vgl. „Lietuvos TSR Mokslų akademijos Darbai“, Serija A, t. 2(11). Vilnius, 1961, p. 229.
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g) Halbpartizip: und der Hase hüpft immer wieder, dabei mit den Augen zwinkernd (blinzelnd); die Leute gingen immer wieder vorbei und baten um Hilfe.
2. Ableitungen mit -inėti:
a) Infinitiv: Brot selbst zubereiten: Ich weiß nicht, was erzählen (erzählen) bedeutet; er begann, über die Kinder zu erzählen (über);
b) Präsens: aus der Hand der anderen nehme ich nichts (Fremdes will ich nicht); er fühlt sich schon lange nicht wohl (ist krank); die Erde bekommt Risse (trocknet aus); jeder holt an seinem Tag wieder Kraft (holt wieder Kraft); schälen Kartoffeln „schälen Kartoffeln“; die Leute sehen sich schon um (sehen sich um); er setzt sich an die Seite und spricht an (spricht an); jetzt treibt er alles zusammen (treibt zusammen) zu einem Ding;
c) Präteritum: was ich euch erzählte (erzählte); die Schwester knabberte; das Brot bekam Risse (bekam Risse); wir gaben alles her (gaben alles her); erzählte (sagte, pflegte zu sagen), hier soll Geld vergraben sein;
d) Futur: ich werde vertreiben (werde vertreiben); werden wir uns am Abend Kartoffeln zubereiten; die Kinder werden vertreiben (werden herbringen, beaufsichtigen) die Kühe;
c) Imperativ: „nur schau nicht zurück“; sagt es nicht (sagt nicht), wie er es nennt.
3. Ableitungen mit -dyti:
a) Infinitiv: man muss sich gut mit dem Kätzchen vertragen (sich benehmen); der Teufel kam aus der Grube herausgekrochen; es gibt nichts, um Gedanken auszuwählen;
b) Präsens: ich bleibe bei kleinen Kindern; ich beschäftige mich nicht mit dem Reden (ich beschäftige mich nicht mit Gesprächen), geht hinaus; ich bringe den Fuchs herein, er kam in den Laden; er kommt immer zu uns herein (kommt herein); so viel (von der Mitgift, der Aussteuer) fällt an (kommt hinzu); sie kam mir als Tante zu: „sie ist da, meine Tante kommt zu mir“; der Vater kam und nahm an (nimmt, nimmt an) von den Patenkindern; am Samstag kommen wir zurecht (machen wir alles fertig); wir gehen aus dem Litauischen fort; wir scheiden uns von den Teufeln; die Frauen versammeln sich alle an einem Ort; alle machen sich fertig (machen sich zum Aufbruch bereit) beim Bräutigam; nach dem Waschen steigt er aus dem Wasser; nach der Hochzeit versammeln sie sich (kommen zusammen), um zu fahren; sie schütten auf Holzscheite in die Reihe; sie versammeln sich, kommen zusammen (kommen herein, versammeln sich) die Gäste;
c) Präteritum: sie kam herein, und ich ging hinaus (ging hinaus); und ich nahm die Kinder an (ich war Großmutter); der Wolf kam herein; er nahm den ganzen Laden ein (nahm in Besitz); als er herankam, sah er; sie nahm die Seile vom Hals ab; Gal’š’ā nahm an (kaufte auf, kaufte Flachs auf); dann gingen wir schlafen; am Abend fanden wir uns alle an einem Ort zusammen; sie raubten kräftig, sie nahmen viel weg, die Deutschen „die Deutschen plünderten heftig“; die Nachbarn kamen herein; die Schlangen sammelten sich;
d) Futur: wie: „ich werde auswählen“, „ich werde kommen“; „du wirst auswählen“, „du weißt“; „wir beide werden auswählen“ (wir werden überlegen, auswählen) „wir werden überlegen“; „unsere Brüder haben die Elektrizität ausgeschaltet“;
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e) Imperativ: ataidžik kas ūkaras; neiseidžik (geh nicht hinaus), du Bruder, aus dem Haus; gut, ataidžikite, alė nunai išeidžikit.
Aus den angeführten Beispielen ist ersichtlich, dass die Ableitungen mit allen genannten Suffixen sowohl eine wiederholte (oft in bestimmten Zeitabständen wiederkehrende) als auch eine einmalige, ausgedehnte Handlung und deren Dauer ausdrücken können40. Bemerkenswert ist, dass -dinėti unter diesen Suffixen am häufigsten vorkommt.
§ 43. Von den übrigen derivationalen Verbalsuffixen seien noch -ėti, -erėti, -auti, -inti erwähnt.
1. Ableitungen auf -ėti:
a) Infinitiv: ažusėmk man vanden’o pagerėc’ (etwas trinken); gāli gerickai palijėc’ (kräftig regnen); nórim pamėžėc’ pasėjėc’ (ein Stück gehen) ist nicht nötig; man muss pavargėc’ (müde werden); kitas negāli paverkėc’ su elementu (mit Worten ein wenig weinen);
b) Präsens: kap pamėžėji (du pinkelst), tai dúoda vālgi’c’.
c) Präteritum: marci pabėgėji; palilėjo kiek (es regnete ein wenig); anā palukėji ir inėjo; bernai kap pametėji (warfen, schleuderten), da flog es bis ans andere Ende des Hauses; lāpė patisėji (zog hin) ažū to š’āudo; meškā paverpėji, und es dröhnt; die Kinder wuchsen heran;
d) Futur: gāli aic’, aš pakepė’s’u (ich werde braten); gāl panėšėsi mergišti; kap ānas atsejės (wird sich erholen); aimā, pajėdėsim (wir werden etwas essen) nedāūgi (ein wenig);
e) Imperativ: palukėk (warte), tuojū ateis’ū; ku’mila, pevėžėk mani; tin pasiejėkit, ti rāsit senū; po itai šālei pasiejėkit (geht ein Stück weiter).
2. Ableitungen auf -er(ė)ti (werden gewöhnlich von Ideophonen gebildet und bezeichnen eine kurze, momentane, intensive Handlung):
a) Präsens: sūpter’a (schält) in diŗuos; aus der Ecke fliegt ein Stein; die Tür knarrt; wenn es plötzlich hinter dem Ofen knallt; jemand zischt, sodass die Hähne dünn werden (mager); unterhalb der Bank in mani žūlkteri; wenn er mit dem Fuß aufstampft (schlägt), staubt das Sieb auf; wenn er weit weg einen Teller auf den Balkon schleudert, geht er dabei zu Bruch;
b) Präteritum: ich erschrak sogar vor Angst; als er sich umdrehte, schlug er mit einem Stein gegen die Ecke; das Vögelchen pickte mit dem Schnabel; es glitzerte am Vögelchen; er versetzte dem kleinen Kerl einen Stoß (es knackt) — es wird nass, so ist es eben; er tauchte die Löffel ins Wasser; als er so plötzlich zuschlug, knallte die Tür; und er schlug mit der Faust auf die Holzscheite; der Junge schlug mit der Rute; die Katze nieste dreimal; er schlürfte alles auf einmal; alle Federn des Vögelchens raschelten; er trat in den Laden, blieb stehen und ging wieder hinaus, um sich umzusehen; da kam ihm etwas in den Sinn; er warf es in den Herdwinkel; die Mutter — sie rührte sich überhaupt nicht;
40 Näheres zu Verben dieser Art siehe „Lietuvos TSR Mokslų akademijos Darbai“, Serija A, t. 2 (11), Vilnius, 1961, S. 219—231.
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c) Futur: arklis kap virpters (wird sich schütteln);
d) Imperativ: kilstėrk mán in pečú maišu; lūkterk trúpuci; stėpterk (hör auf zu schreiben), ažumiršáu;
e) Partizip: aš butáu klàsterėjus (nachdem ich geschlagen hatte) kok’ù lazdù per gálvù;
f) Konjunktiv: (ich fürchte), kad neblīkstertų: ugnėlė. Augenblicksverben kommen häufiger in der Folklore vor, in der Alltagssprache werden sie dagegen seltener verwendet (etwas häufiger sind die Imperativformen).
3. Ableitungen mit -auti: gribáuc’ (gri-báuna, gri-bávo); gudáuna „spricht und verhält sich auf belarussische Art“; plūkáuna žùsis in vánden’o; jáu šienáuna pievù; kàs ti miedzi šúkàuna, ant pirštù vaikščáuna (daneben wird auch vaikščioja verwendet); kič’ gražéi vėrkáuna (lobt, beklagt); žuváuna.
4. Ableitungen mit -inti: tu ji ažudùsintai; negražinitas (nicht kastriert) Kalb; pakirinc’ (ärgern) den Hund; išėi pava dzinc’ (einladen) die Leute; man muss pavalginc’ (zu essen geben) den Kindern.
Mit dem Suffix -uiti (vermutlich slawisch) ist nur das Verb pietúic’ belegt (manchmal wird auch pietūt; papietùsim ausgesprochen).
§ 44. Flexion. Am häufigsten wird die verkürzte Infinitivform verwendet: aic’, láidzi’c’ (melken), turėc’, žvinkc’. Daneben werden jedoch, besonders bei älteren Sprechern des Dialekts, nicht selten auch längere Formen verwendet: badzìce, bárce, dùsàuce, ganìce, gérce, p’jáuce, pùsce, vėdíoce, žinóce, žìsce ar dúoce, ėsc gérc’e, gulìce, pir̀kcie, šáuk’cie.
§ 45. Im Dialekt finden sich Reste athematischer (konsonantischer) Verben. Am häufigsten kommen Formen der dritten Person Präsens vor: liekci vienas, ažumiekc’, ir mieķc’ sau; uògos ažuliėkc’; jáu nekósci.
Daneben kommen auch kontaminierte oder analogisch gebildete Formen vor, z. B.:
1. Pers. Sg.: lieķmù namiė; kadù aš jáu mieğmù, nelìsk pas mani;
2. Pers. Sg.: vãsara, o tu mieğmi; lendì, kur pramieğni; kap ažùmieğmi (man sagt auch ažùmieğmi), tai guli; kū dudemi „was redest du“;
1. Pers. Pl.: pirk’oj mieğmame; mieğmam visi;
3. Pers. Sg. und Pl.: kap liėkma namiė, tai cik ir mieğma; mán pacìnkma (gefällt) auf Litauisch dudėnc’; ãnas mani pasikiñkma (pasitiñkma „begrüßt“); mėsà pritùñkma (verdirbt); vėima (besichtigt) pašù pašas; tēvas vėima, vėima (sucht), um zu finden; daneben: liekna, mieğna, miegnù, isimieğni, mieğnam (wahrscheinlich nach būna, p’jáuna).
§ 46. Viele Verben der Literatursprache, die im Präsens einen o- oder i-Stamm haben, gehören im Dialekt zum ia-Stamm:
a) z. B.: gidž’a, kiñk’a, pakìnk’a, mink’a (duónu); mók’a(si), rodž’a, neprìžindz’a „hat nicht gestillt“;
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b) z. B.: gùl’a, nór’a, stóu’a, tråps’a „trepsi“, tùp’a, tùr’a, žìdz’a. Möglicherweise sind diese Formen aus dem i-Stamm in den ia-Stamm erst vor kurzem in der Mundart übergegangen, denn auch heute sagt man nicht selten: gùli, rågi „regi“, tùri, žìdzi. Außerdem sind auch verkürzte Formen häufig: kas nór vàlgo; ne visa gìfd und ne visa ràk (<regi); ãnas visa ràk; nèrag niéko; jãm niékas nerūp; acisėdo und sėc’ (<sėdz <sėdi); bėginėja, nesėc’, stóu acistójis; stóu šakės; anà tùr sąvu kàrvi.. Dass die i-Stammformen älter sind, darauf deuten auch die Formen der ersten und zweiten Person Plural hin; nórim, tùrim, gírdít.
Von den Formen mit der Endung a werden am häufigsten die Verben ir, nèr verkürzt, seltener dúod (daneben: i·rà, nè·rà, nei·rà, dúoda).
Nicht selten wird die Verbform i·rà auf alle Personen des Präsens verallgemeinert, vgl.: aš i·rà skaivoniškis (aus dem Dorf Skaivonys); iš kur tù i·rà?; tu i·rà karalaitė; mès i·rà lietuǫvei (daneben: tràc’as mėnesis kap a·sù u. a.).
Einzelne Präsensformen des ia-Stamms der Literatursprache sind in der Mundart a-stämmig, z. B.: kvãna, sãma.
Einzelne Verben, die in der Literatursprache als sekundär, d. h. als suffigiert, bekannt sind, werden in der Mundart ohne Suffix verwendet, z. B.: priepala (avis) bėga, viša balà lìnga (schaukelt); meitėli svėla (versengt) ãni·s.
Im Unterschied zur Literatursprache haben folgende Präsensformen einen kurzen Stammvokal i: gìja, lìja, rìja, šìja.
§ 47. Die Formen der dritten Person des Präteritums haben nach den Konsonanten j, v meist keinen Endvokal o, seltener ė, z. B.: ãj, atėjì bijòj (seltener bi jau, vgl.: vàlin’as bòbos bìjâu), galėj, ištekėj, neš’òj, stoj (vgl. kadù kiemas stój negal’ù gerai žinòce), veizdėj; parvažiãj, važ’ãj, dãj (<gab⟧), nedãjau, pàdãjau.
Zahlreiche Verben, deren Präteritumsformen in der Literatursprache dem o-Stamm angehören, sind in der Mundart ė-stämmig, z. B.: ãplupė, apsìgrìžė, ãtrišė, ìnkišė, atšìpė „stumpfte ab“, gõvė „bekam“, pagõvė, pãrisė, prikìšė, sùrisė. Gelegentlich sagt man jedoch auch: kap palàido, būvo geràu.
Außerdem verwendet man in der Mundart neben den üblichen suffigierten o-Stammformen, z. B.: tùštino, žìbino, auch kürzere ė-Stammformen, z. B.: ištùštė (lapė ìštùštė minkščìmu:), žìbė (momà pli·šin žìbė „Mama leuchtete in den Spalt hinein“).
§ 48. Vom Präteritum Frequentativum kommen nur erstarrte Formen bùlo ir bùlâu „pflegte zu sein“ vor, z. B.: išveždinejàm (aus dem Sumpf), bùlo, šienu·in lotàl’u; bùlo, anksci ãjom; bùlâu, dudėna visi, bùlâu, pàsakoja seni.
Im Übrigen werden die Funktionen der Formen des Präteritum Frequentativum in der Mundart von Bildungen mit den Suffixen -(d)inėti, -dyti und anderen Ableitungen übernommen.
Eigenartige Präteritumverben kommen in der Volksüberlieferung der Mundart vor, z. B.: nepažìns tavì devìni bròlei: indù·kavãi, inrù·kavãi viėšù kel’ù važ’ùodama, vgl. Partizipien ähnlicher Bildung: tù inrùkalus, indùkalus, nespràušk.
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§ 49. Die Formen der 1. und 2. Person Singular des Futurs von primären Verben mit kurzem und zirkumflektiertem Stamm haben den Endungsakzent bewahrt, z. B.: aisiu, aisi, mirsiu, negrišiu, neliksi, nuausi, primsiu, suvesiu, veiksi, veiksiu. Analog zu diesen Formen treten auch bei Verben mit akutiertem Stamm gelegentlich Formen mit Endungsakzent auf, z. B.: busiu, gersi.
Bei sekundären Verben ist der Vokal des Suffixes -yti in der 3. Person verkürzt, z. B.: apsėdžis, „apseis, elgsis“, rinkis, kratis, rašis, varis (wohl auch pasnekės nach diesen).
In der indirekten Rede wird das Futur häufig anstelle des Präsens verwendet, vgl. anà pasakis: neduós’u paragáuc; ita rãgena sakis (sako); anà ji susitiks ir prašis.
§ 50. Die zweisilbigen Formen des Konjunktivs tragen überwiegend den Endungsakzent:
Sg. 1. Pers.: aitáu, bu·táu, duotáu, nesumintáu (ich würde mich nicht erinnern), išáustau, suverptáu; seltener būtáu.
Sg. 2. Pers.: bu·tái, neštái, rastái, pasektái, sugáutái; selten šáuktai.
Sg. 3. Pers.: aitų, bu·tų, numestų, skristų neben den verkürzten Formen: būt, ait, ažušalt, veikt.
Pl. 1. Pers.: apartum, bu·tum, duotum, rastum neben sugáutum.
Pl. 2. Pers.: bu·tūt, duotūt, neštūt, nepereitūt.
Gelegentlich wird die Form der 2. Person Singular im Sinne der 1. Person Singular verwendet, vgl.: ich skūbintais aič, ale nèr kadù.
Sekundäre Verben behalten meist eine feste Akzentstelle bei, vgl.: galėtáu, sėdėtai, ka tu nekarótai, tai ir aš netupėtáu; ka turétum, tai duotum; kad k’àulàs ganitu; kad lietūlis palidzinėtu; nor’u kad atvažiuotáu ir rastáu, kad tavo pirk’a būt graži; kad aš žinotáu, kur’ų dzenėlb’· akmenėl’ūs nurinktáu. Die Formen der 3. Person sind überwiegend verkürzt: drebėt, išbálcit, išvaž’jot, pasėdėt.
§ 51. Der Imperativ wird meist mit dem Formans -k gebildet: aik válgi·c’; akši, mòm; neveik, neveik, mã mi·lój; ažužiep k ùgni; išaidžikite, màn nieko nereik’a. Formen mit den Endungen -kie, -ke, -ki kommen häufiger in der Folklore vor: kap suėsi, vėl ataikie; atrakinkie durelàs; ažugráuskie, kmorėla (debesėli); daskirkie gi màn dalalbi; aikie medžin; dopraskinkie man rutėlu; do nupinkie vainikėli; donuvėškie man skri·mėlbu; do padūokie man rankəlėp’; do pakėlkié tù galvèlb· ir ataikie tu pas mani; papenėki mani; pasėkie màn linel’ūs in plac’os dirvalės; pašildzikie žeməlbu; sakėu, būke dár (vgl. die von E. Volter aufgezeichnete Form: paklóke man patalėlį 187); atrakinki gi žeməlbu; pašildazikie tu žolalbu; atstok i nob mani; paragduki, paždairki, ar geri?; vėski tu, dukrā, ganic’ oži; vėski tu ganic’ pac: ti inkiški sā vuodegu.
Neben den genannten Formen werden, besonders in der Folklore, häufig auch Imperativformen ohne das Formans k verwendet, z. B.: acidarai, darai durəlàs „öffne die Tür“; adčioj (gib) màn žuvis; duoj pasōvu „gib
14. Lietuvių kalbos gramatinė sandara
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„Mitgift“; dúo (gib) mán vál’gi·c’; aik ùpen ir inlīs; kiṁš (kišk) úodegu· ùpen; nèš dziėdo „bring es dem Großvater“; nòrs pò pėklu tūsai (damals); aimà, pajėdėsim nedaugì; aimè zdairicis. In einzelnen Äußerungen haben auch andere Formen die Bedeutung des Imperativs (oder Optativs), z. B.: kel’amės, tevėlei; liktut sveiki (neben likit sveiki).
§ 52. Die Formen des Optativs werden meist mit der slawischen Partikel nekoj gebildet (vgl. polnisch nechaj): nekoji aina; nekoji būs. Manchmal werden jedoch auch Formen mit te gebildet: tebūi kap sáro; tebūn, nieko nedaris’u, oder mit tegu, z. B.: tegu aina, paskui ragės’u; tegu juo-k’as; tegu ànas sau būna.
§ 53. Bei reflexiven Verben weisen vor allem die Formen der dritten Person Präsens und Präteritum das ungekürzte Partikelchen -si (<*-sie) auf: brižginasi, gaminasi, grinuojasi (ist nackt) uodegà; nėšasi, stātosì, turėjosì, vadžinosi. In allen anderen Fällen steht dieses Partikelchen gewöhnlich ohne i: dėtaus, juokeis; jām nóris aic’; kėl’amės, dairikitės, norėtus, dairicis, mokì·cis. Neben Formen mit -si kommen ziemlich häufig auch Formen mit -se vor: dė-dase balnėlis; d’zāūgėse k’áulaitės; vaikai m ó k’ a s e; nega lv ó-jase nu·nài; kap anà vadžinase; sùpėse žāmė.
Mit dem Reflexivpartikel wird häufig das Wort klausti, „fragen“, verwendet, z. B.: ir ānas kláus’asi vis; kláusėsi pas óži; àni·s kláus’asi mōmu. Reflexivformen ersetzen nicht selten Passivpartizipien, z. B.: vėdaras iš būl’bu· lājase (wird aus Kartoffeln gemacht); ita pieva šienàunase. Manchmal werden Reflexivformen auch dort verwendet, wo man in der Standardsprache gewöhnlich ohne sie auskommt, z. B.: lāpė žuvis édas; stou kárvė ir lāidose dzieškon (in den Melkeimer).
§ 54. In der Mundart sind zahlreiche reflexive Formen mit Endungsbetonung erhalten, z. B.: atėji· sėdasi ir sėc’ (sitzt); tadū radosi tokis ponas; ir sėdosi lāpė in ragutėl’u; iš kárto stojosi ponū; daneben gekürzte Formen: go v’āūs (ich packte, griff zu) - ažu lanc’ūgo; kap už mād’o (Honig) govės (griff, stürzte sich darauf); radōs vocis; sėdāūs neprašitas; lāpė sėdōs in rãgut’u: skrido, skrido ir stojōs (hielt an) pači (kar-vė); ir stojōs (wurde) dukra; paskui sėdomės ir parvažāvom; jūs vėl stojotės vaikais.
§ 55. Partizipien. Nicht alle Partizipialformen werden in der Mundart verwendet. Häufiger vorkommende aktive Präsenspartizipien sind: Nominativ Singular stóvinc’as vandūo; vgl. die aufgezeichneten Formen anderer Kasus, z. B.: stātė papadēm in skaruadōs (Pfannen) dāgunc’os; gēmstancei (dem Säugling) nieko nedarāu; anà gėlazė· dāgunc’u· in rañkos. Die einzige gehörte alte Form des Nominativs Singular des aktiven Präsenspartizips, degūs (<degas) „heiß“, ist adjektiviert: aš tai mi-l’ū, kai degūs pienas; Nominativ Plural dāgus blinai; vgl. die aus diesen Formen abgeleitete Neutrumform degū „heiß“ neben degū, die wahrscheinlich nach den Neutrumadjektiven pigū, tamšū entstanden ist; vgl.: dar degū, gi·lei kramcis.
Die aktiven Präteritumpartizipien sind besser erhalten, z. B.: vaikas miega pilvū· ištācīs; jāū mētai, tėvas kap numīris; buvūu vienas likis;
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ta kárvė atskridusi (herbeigeflogen) búvo; insispráudus ir guli; oi, kap gãne, oi kap girdė, kad būt priėdis ir acigėris (der Ziegenbock). Anstelle der Singular- und Pluralformen beider Genera wird manchmal eine verallgemeinerte maskuline Plural-Nominativform verwendet41, z. B.: bu·táu ažušávi (erschossen), jei nebútáu ažbėgi· (entlaufen); jū duktė iš Rimaš’u· (ist) atvažãv’i; išvaž’ãv’i· dukteri·s; ungli·s bú-vo jáu pagisi·; mergà apsirėdi gražei; išdãgi· kiėmas (Hof); dár nesláidi· sáula búvo; búvo klúonas pripùvi· (vermodert, angefault); dagi lápai nèra sprógi·.
§ 56. Von den Präsensformen der Passivpartizipien wurden nur einige gehört, z. B.: láidoma (gemolken wird) kárvė; sėdz’ ilga (sitzt lange) und apgula-mõs (Feiertage, Ruhetage) nebúna. Viel häufiger sind die Präteritumformen, z. B.: baltà vištà tuorõn inkištà; jei neižgrãžintas (nicht kastriert) — veršis, o jei grãžintas — jáucis; rito (am Morgen) nẽštas vánduo, jáu nenáują, cik pajáuninta pirk’à. Besonders häufig ist das Neutrum dieser Partizipien, z. B.: šátros viršui ažudėta; trīs ažušáuta guli; peilis širdziñ invérta; skãpc’us (Gemüsebeet), kuris ižgrãžinta; šilas pavadzinta; krósnis, kur akmenai sukráuta.
§ 57. Halbpartizip. Die Halbpartizipformen sind in der Mundart vergleichsweise selten. Außerdem sind sie stark abgeschwächt und werden verwechselt. Das zeigen die nachstehenden Beispiele: kám aš jáunas búdami žẽni·jaus; ir pãc’os vis to-l’ãu aina vuogáudami; ãnos aina vuogáudami; neždamo nekalba, cik àpneša triskart (während sie zauberte); inru·kavai, indu·kavai viešū ke-l’ù važ’uodama. Manchmal werden Halbpartizipformen im Sinne aktiver Partizipien verwendet, vgl.: ir rádo sėdėdama (sitzend) pa(s) stãlu· tũ kunigáikšti.
§ 58. Adverbialpartizip. Häufiger werden nur die Präsensformen des Adverbialpartizips verwendet, z. B.: kap pradėji lic’ ainanč’; gãnanč’ ažudūžė pérūnas; jiemu važ’uojanč’; vilkas ažuskrido.
Es kommen adverbialisierte Formen des Adverbialpartizips vor, vgl.: nórinč’ nenõ-rinč’ (ob man will oder nicht) búvo atėji·.
Präteritumformen des Adverbialpartizips sind nicht aufgezeichnet, außer einer nicht ganz klaren Äußerung: ẽmė kãčinas nẽšt tóm lopóm apsikabinus (umklammert?). Mit der Bedeutung dieses Adverbialpartizips werden Neutrumformen aktiver Partizipien verwendet, z. B.: vakarì (gegessen) dioda sutėmi· vel’, net po dvūliktai.
Adverb
§ 59. Wortbildung. Viele Adverbien sind erstarrte Kasusformen von Substantiven, z. B. Singular Nominativ: dzienà pakcìs sópa „es tut die ganze Zeit weh“; ganà mán bús „das wird mir genügen“; vařgo ganà (genug) mo-t’ãu; Singular Genitiv: rito nẽštas vándu·; liepė anksci rìto nebūdzinč’;
41 Der Form nach handelt es sich wahrscheinlich um den Singular Nominativ des Neutrums; siehe J. E n d z e l y n a s, Baltų kalbų garsai ir formos, Vilnius, 1957, S. 205; J. E n d z e l i n s, Latviesu valodas gramatika, S. 343.
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jeden Morgen (jeden Morgen) der Hase geht zur Großmutter; am Peterstag (am 29. Juni) kommt er aus Vilnius zurück; Singular, Dativ: umsonst (gratis) ein wenig; Singular, Akkusativ: ein wenig, was man isst; Singular und Plural, Instrumental: zusammen (gemeinsam) die Krähen flogen hoch; während des Krieges brannte es nieder; morgens, als sie es abends herbrachten; wir gehen ein-, zweimal, er kommt her; alter Singular, Illativ: zusammen, als Freund „gemeinsam“, zu Hause, weit weg; vermutlich aus dem Singular-Inessiv entstanden und danach; Singular, Illativ: unten am Pflaumenbaum, oben auf dem Apfelbaum; barfuß ging sie; geh nach vorn oder nach hinten (nach hinten); Singular, Allativ: und bis zum Ende (bis zum Ende); nach Hause, vgl.: schon am Abend werde ich zu Hause sein; (selten) nach Hause hin.
2. Es gibt zahlreiche Zusammensetzungen und Wortverbindungen unter den Adverbien, deren zweiter Bestandteil ein verkürztes Substantiv ist, während der erste im Kasus einer anderen Wortart steht, z. B. Pronomen, Plural Nominativ: šiemet; Zahlwort, Singular Instrumental: antrudzien, antrukart, pirmukart; Zahlwort und Pronomen, Akkusativ: kazdien, dūkart (manchmal dūkārt); keliskart, šīmet, š'ūmet, trac'udzien; triskart, tu'kārt, vienu-kart; Pronomen, Singular Instrumental: tiokart, t ū o m k a r t u m b ū v o; tuom-čės „damals“. Ebenfalls zu erwähnen sind die Adverbien: atgalō (zurück) ažužvingė ark'lei; atgalōn reik'aic'; in ritōjāus ataēdo vilkas; aus kaīto, iškaīrt, iš toli, iš tōlimo; per pus'au, peržiem, po keliskart.
§ 60. Adjektivische Adverbien, die auf verschiedene Weise entstanden sind:
1. Mit verschiedenen Formantien, z. B.:
mit -(i)ai:
a) von nicht abgeleiteten Adjektiven: atōkei, gerai, reik'a patōgei (ordentlich, gut) ažuminč' mi'sl'us; kap ūlari pilnai (aufrichtig, mutig); sāusai, senei, skraūdzei, neskāūdzei (nicht schnell) ājo; smagei; nesmagei (nicht schnell) bėgi; stacei (wirklich), kiek aš abgin'au; sta-čei „geradeaus“, stiprei (sehr) girtas; žalei (böse) ž'ur'ù; die Adverbien labai, nu'nai „heute“ haben keine entsprechenden Adjektive; pārnai;
b) von abgeleiteten Adjektiven (oder Adverbien): gūdziškai „auf Weißrussisch“, ju'rkiškai (lustig) išēido; lietuviškai, senōviškai dudēna; nedabarikščei, anà varginai (armselig) gi'vėna ankstičkai „sehr früh“, artičkai „ganz nahe“, gerickai (ziemlich) dāug išnaikino; gerickai tur'u mētu⁴²; toličkai (ziemlich weit) aic'; žemickai;
mit -yn (unklarer Herkunft): arcin, aukščin; ragutėlas kreivin, kreivin; tolin, žemin.
2. Von erstarrten Adjektivkasus kommen folgende vor: Neutrum, Singular Akkusativ: dāugi, jilga „lange Zeit“; lūkterk nedāugi (ein wenig); Singular und Plural Instrumental: tilu (leise) ani's nuskrido; būvom pēsc'ōm; Plural Inessiv: dāugisà (<*daugiesa?) wer weiß „viele wissen“.
3. Von Adjektiven abgeleitete Adverbien mit Präfixen und Präpositionen, z. B.: ažūpernei, bemāž „fast, nahe“; pamāžū mažū (allmählich),
42 Die gleiche Bedeutung und Form hat das Dialektadverb ovickai „ziemlich viel, viel“ (mētu jāu) neben ōvei „ziemlich“ (mētu), das wahrscheinlich aus Interjektionen entstanden ist; vgl. E. Fraenkel, Litauisches etymologisches Wörterbuch, S. 519.
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kùpc’âu, grók; p a n e d ã ū g i (nach und nach) haben wir vergessen; es ist leicht; sie zertrampelte mich p a s k e r s õ s (quer); das Haus steht p a s k e r s õ s; quer (der Balken quer); nuog mažų „von klein auf“. Nach dem Vorbild der slawischen Sprachen sagt man manchmal: p o d a b a r i k š č’ų heißt es; p o k a d á i k š č’ų (veraltet) dudėna (spricht), p o k a d á i k š č’ a m u p o n ū(n) nėra sveikatos (seit jeher bis jetzt gibt es keine Gesundheit).
§ 61. Auch die Zahladverbien sind unterschiedlicher Herkunft.
1. Erstarrte Kasusformen einzelner Zahlwörter, z. B. Pl. Iness.: nu’nái žmoni:s devì’nosą gaidži: p’jãuna; dzùiesą gãnem; ketu’ruosą šienãuom; trisą ir būvo; aus diesem Kasus sind wohl auch mẽz dzùieju cig būnam; ãnas cig dzùieju būna; ãni:s ti: trijuo būna hervorgegangen; Nominativ und Genitiv des Neutrums des Ordinalzahlworts: pirma. Das Zahlwort vienas bildet mit der Wiederholung einer weiteren Form zusammengesetzte Adverbien, z. B.: anà vienuñm vienà būna (wie auch kartùm); vienū vienà gi:venãi.
2. Andere Adverbien mit einer Zahlwortwurzel sind nicht alle klarer Herkunft, z. B.: pavieni (einzeln, separat) neina kãltuvos; vienaipõ (auf eine Weise) dudãna. Am wahrscheinlichsten sind aus Zahladjektiven die Adverbien entstanden: v’ūt, v’ūt vienók (gleichmäßig) šūùk’am; c’ù vienókei šãko: ažuspirk spiralù; viéntarai (gleichmäßig, auf eine Weise) tep vadzinase; iš viéntaro (die ganze Zeit) meškų kìrto; vis viéntara (immer noch) kap pavadzinasi. Von derselben Art sind auch die Adverbien: dvejōktai „auf zweierlei Weise“, nevienōktai „auf unterschiedliche Weise“, trijōktai, vienōktai; früher lebten wir vienōdai (auf dieselbe Weise), und noch anders (auf andere Weise).
§ 62. Pronominaladverbien sind sehr unterschiedlicher Herkunft.
1. Erstarrte einzelne Kasusformen von Pronomen, z. B.; visa, woraus auch vis entstanden ist und vermutlich auch vic (vgl. vic visos; vic visi būvo; vit visi panūjojo); cieka, cieką, cieku (woraus auch ciek entstanden ist); kiekas, kieku (aus diesen Formen ist auch kiek „bis“ hervorgegangen, vgl. kiek ana gi·va būvo); kuo „womit“, suvisù || sùvisu, sùvis, selten sùvis.
2. Pronominaladverbien mit Formantien, z. B. mit -ur: kuŕ, niėkur, visur; mit -du ~ da: kadù (früher) kitėp dudãno (manchmal auch kadui, vgl. kadui būvo dzidelis mãdž’as (Wald); kadùm, vgl. kartùm), tadù; mit -ai, oder -(i)aip(o), (i)ap: c’anãi, cìktai, icenai, itai, itep, kai, kãp „wie“, kitaipõ; kitãp, šėp „irgendwie“, tai, tėp „so“, šėp tėp, teipõ || taipõ, visai || visai, visaipõ.
3. Pronominaladverbien werden häufig auch mit Präpositionen (Präfixen) oder mit anderen Adverbien verwendet, z. B.: ażutatai „deshalb“, dėltoji „trotzdem“, dren tō „deshalb“, ing ši „hierher“, iš šiči, kap kadù „bisweilen, manchmal“, kōl’ (<warum?; vgl. kōl’ neatejei?), nug ic „von hier“, tei pãc’a || tep pãc’a, und tep bet kap „irgendwie, so oder so“, suvis „ganz“ || suvisù, nesuvisu „nicht ganz“, vis viéntara, vis ciek, vic visa „ganz, absolut alles“. Nach dem Vorbild der slawischen Sprachen sind auch entstanden: pa jūsišku „auf eure Weise“, pa mūsemu „auf unsere Weise“.
§ 63. Gesondert sind einige Adverbien unklarer Herkunft zu erwähnen, die sich ohne einzelne Kommentare oder Untersuchungen nur schwerer mit einer bestimmten…
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…hier ein Redeteil. Ihrer Struktur nach stehen einige von ihnen den pronominalen Adverbien und Partikeln nahe, z. B.: c’a, cenāis, ic „hier“, jāu, šic, ši ~ še „hierher“, ti ~ tę „dort“, sin, tū: argi „auch, ebenfalls“ (tōj žmona argi varginai gi·vēna), dar „jetzt“ (dar visi gerai būnam) usw.
Es ist unklar, ob die Adverbien eine Verbal- oder Nominalwurzel haben: aplinkai važ’avo; aplinkōs käl’as geresnis.
§ 64. Flexion. Die Komparativformen der steigerbaren Adverbien enden gewöhnlich auf -iau, z. B.: anks’c’āū ne tēp gi·vēnom; arš’āū (schlechter) negāl’ būc’; pupā aukštū aukšč’āū; graž’āi; maž’āū; nāc’āu (anders?) utārīj; pirmāū, sāus’āū; skāudz’āū (schneller) bēk; smag’āū „schneller, heftiger“. Nicht selten kommt daneben noch eine alte adverbialisierte Form des Komparativs von Adjektiven im Neutrum vor: daugės, daugėsne neben daug’āū, vgl. dāugēs niēko neturėjom; ānas dāugēs žino, kap as; dāugēsne (mehr) niēko nežināū, nemōkū. Bemerkenswert ist, dass Komparative von Adverbien mitunter sogar aus einzelnen Substantiven gebildet werden, z. B.: kal’n’āū (höher) geresnis jāvas; lob’āū „tiefer“ (lobas „Tal, Senke“).
Manchmal drücken auch verschiedene Ableitungen mit Suffix den Grad des Vorhandenseins einer bestimmten Eigenschaft aus und unterstreichen ihn, z. B. neutrale Adjektive mit dem Suffix -(i)okas: daugōka, šlap’jōka „ein wenig zu nass“; Adverbien mit -ickai: gerickai „ziemlich, sehr viel“, žemičkai „sehr niedrig“.
Die Superlativformen der Adverbien und die Neutrumformen der Adjektive im selben Grad sind identisch – mit dem Suffix -iausia, z. B.: arš’āus’a (am meisten) isigūndo; āš dāug’āus’a (am häufigsten) namō bū’nū; ger’āus’a (am besten) namiē būc’. Mitunter wird der Superlativ mit dem Pronomen kuo(m) oder der slawischen verstärkenden Partikel -nai ausgedrückt, z. B.: bū’bu- kuo dāug’āus’a tai būc’ ger’āus’a; kuo gil’āus’a (sehr tief) inlindo; kūom nāi plac’āus’a ti būvo.
Erwähnenswert ist die vom Ordinalzahlwort pirmas gebildete Form mit -ul-iausia: pirmul’āus’a (zuerst) aina Dzievēniškėsa.
Partikeln
§ 65. Die charakteristischsten und am häufigsten gebrauchten Partikeln sind folgende: ānē, ani „nicht wahr“ (ānē āni·s židz’a, ānē āni·s kū; ani paci ēda, ani kitam dioda); ar (ti ar veiki — ta paci nauda, ar neveiki — niēko nēr); až „da“ (až in tinai aina); bēt „wenn nur“ (senām bet dziena prabic’); būk lai „als ob“ (būk tai, sāko, po tai ligai išmirzdinėj žmones); cik „nur“ (ježukas cik, cik juda); dāgi „noch“ (dāgi lāpai nērā sprōgi); dārgi „noch“ (dārgi māža); dūr (kur vaikas? dār miēgci); do „ja, auch“ (bū’nū, do ir bū’nū); gi (jo būba gi iš Gedūnū; pirmāū gi visi lietuviškai dudāno); jāū (jāū vienu pūsti pamūšė; jāū dār (jetzt) visiemu ger’āū; ar jāū isimēži); kas gi „was denn“ (kas gi pabrūngo sēnas žmōgus jiemu); mažū „vielleicht“ (reik’a gražei ažumindzic’, mažū ir skaicis); mōj „vielleicht“ (itai mōj c’a anā aina); net (pupa išāugo net lubōsna); nē (neatsun’c’a nē lākšto, nē niēko); niaugi „etwa“ (< nejaugi (n’āugi āni·s ne-
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nór; n’ąūgi tu aklà būsi, ka nemacìsi); ot „da, hier“ (òt, aš taip ir pasakotàu); ùn ak „da“ (ùn ak nãmas ragéc’); vis (ti ažìmdo vis Dzievenišk’u parãpija); vūn „da, hier, dort“ (vūn ūpė). Einige der hier aufgeführten Partikeln (ar, anė, nė usw.) können auch als Konjunktionen fungieren.
Präposition
§ 66. Die Präposition an kommt im Wechsel mit un vor, z. B.: atājom an grinų namų (in die kahlen, nicht eingerichteten Häuser), tai dar neprazbūvi (noch nicht zu Wohlstand gekommen); visi un darbo paišāji būvom; ažū·li ir suši·li an darbo; pùina un runkų; gimus an to dãikto. Insgesamt ist die Präposition an(un) in der Mundart jedoch selten; an ihrer Stelle wird häufiger in verwendet, siehe § 71.
§ 67. Die Präposition až oder ažu wird mit Genitiv und Akkusativ in folgenden Bedeutungen verwendet:
a) eines Ortes, der sich hinter etwas befindet, z. B.: tadù añi·s pascìko až ūpės mus; bernai priėmė rãgenų· ažu stãlo; ažu kalnãl’o dzirvà; ažu-skrido ažu dùrų;
b) eines Zeitraums, während dessen oder nach dessen Ablauf etwas geschieht, z. B.: ažu mẽ-tu· papãmirė; jaučis ažu nakciės cìelu· klãnų· ūnden’o išgėrė; dár ažu sáules parėjom namó;
c) des Grundes, z. B.: mañ (mich) sesūla pap’jovė ažu viogu· kup-kėlėli· ažu gražu· kupcėlėli·; ažu ito degūto, visi vaikai pa-s’ūto;
d) einer Vergeltung, z. B.: dėkui ažu gãru· žõdzi·;
e) des Objekts einer Handlung, z. B.: riša (obuolius) pas óbelbl· ažu koč’ūku·; vienas jėmė ažu runkos, kitas ažu kitõs; ažu ausiės— aik pas bóbu·; dziedas lãpi· ažu vuodegós ir vežiman insimetė; dziedas kiški· pàkar’a ažu ausiės, ažu ito gribùko; ir visos nór aici’ ažu jō.
§ 68. Die Präposition be wird mit dem Genitiv verwendet, z. B.: be rūbų· negarai; be lópino (Kopftuch) šalta; išėjo be kãro; prapuolė be žin’ū.
§ 69. Alt und hauptsächlich aus den alten Schriften und einzelnen Randmundarten bekannt ist die Präposition dren, seltener drin. Sie wird mit dem Genitiv verwendet und bezeichnet einen Zweck oder einen Grund, z. B.: cieb vaũgo dren itok’o nieko; pãmirė dren vuogẽles; skaičius, drin mokšlo ainat.
Manchmal wird auch die Präposition dėl(ei) verwendet: nunėšk uklonėl’us (Glückwünsche) dėlei savo dziedùlo ir dėl’ savo sesùl’u:
§ 70. Die Präposition ik(i) wird neben lig(i) hauptsächlich mit dem Dativ, seltener mit dem Genitiv in folgenden Bedeutungen verwendet:
a) der Zeit, z. B.: jau iki vakari namõ (zu Hause) būs’u; šokom iki vakari; lik pãrai (bis zu einer bestimmten Zeit) rei’ėa būc’; ik pernikš-č’amu mẽtamu būs; ik vėlūmai dudėno; nok mažų mėtų ik nūdzienai tep sako;
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b) Ort, Grenze, Menge, z. B.: fünf (Kilometer) bis Dzievėniškei; bis zu diesen Sachen reicht es; bis zum Fuß des Hügels⁴³; Bohnen bis zur Decke hinauf; bis Dailidz'u sind es vier Kilometer;
c) Grad, Art und Weise, z. B.: ik smeŕci nūdauže „tödlich erschlug“; es war bis zum Ende; vom Boden ragte eine Ähre bis nach oben.
§ 71. Die Präposition in wird im Dialekt anstelle von ant, seltener anstelle von į verwendet. Ihre Konstruktionen mit Genitiv und Akkusativ bedeuten:
a) den Ort oder Gegenstand, an dem sich etwas befindet oder auf den die Handlung gerichtet ist, z. B.: sie saßen in der Hütte und gingen, und singen; sie arbeitet (arbeitet) auf dem Feld; auf meinem Feld sind nur Steine; er ging ins Dorf; im Gegenstand dreht sich das Schaf und frisst; jener ist im Gegenstand geboren; (die Ochsen) wurden im Hirtenschuppen ausgespannt; wir gehen zum Friedhof: (zur Totenwache); in sāulālaidž'u (im Westen) Ažūraisčis; und sie führten sie auf die Wiese: die Patin, wir gehen zu dir; man braucht hier in der Sonne (an einen sonnigen Ort); die Steine: legt sie auf seine Nase:; alle gehen zur Arbeit; er ließ sie mit seinem Vater im rāgut'u: Baum zurück.
b) die Art und Weise, z. B.: der Schwanz einer Ziege ist eine Spanne lang; er teilte es in Teile; sie fliegen mit den Flügeln; sie geht auf den Zehen; der Garten war gemeinsam angelegt; du bist vergeblich gekommen; sie lernen gemeinsam zu fünft:
c) die Zeit, z. B.: alle versammelten sich noch im alten Haus; am Morgen begann es; am nächsten Abend wird er kommen; in einem Tag (muss man) dreimal geben; am dritten Tag werde ich es sagen;
d) das Mittel, z. B.: sie brachten es auf zwei Pferden (transportierten es); ich ritt auf einem Pferd;
e) die Menge, Eigenschaft, z. B.: das Haus hat zwei Giebel; sie ist älter als vier Jahre;
f) das Objekt, z. B.: wechseln wir zu Wagen; sie kommt nicht zum Brot; gieße auf die Hafer;
g) den Zweck, z. B.: in beiden Höfen je vier Pferde; sie hat keine Zähne, kann nicht am Körper zunehmen (fett werden); sie ruft laut nach ihnen;
h) den Ort oder Gegenstand, an dem ein Zustand oder eine Eigenschaft zum Ausdruck kommt, z. B.: sie versank in den Wolken: sie ist auf einem Auge blind; das Korn ist zu schwer, denn es gibt keines von ihm.
§ 72. Die Präposition ing(i), die vor allem „in, zu“ bedeutet, wird mit dem Akkusativ und seltener mit dem Genitiv verwendet. Die wichtigeren Bedeutungen der Konstruktionen mit ing(i) sind:
a) Richtung, Grenze, z. B.: auf diesem Weg; sie brachte den Korb zum Brunnen; komm nicht zu nahe an die Sonne; wir gingen zum Fluss; man kann nicht mehr zum Wasser gehen; die Bohnen wuchsen bis zur Decke hinauf. Diese Bedeutung bleibt auch erhalten, wenn eine Person eine andere anspricht, z. B.: sie spricht mit mir auf Weißrussisch, ich mit ihr auf Litauisch; sie sagt zu ihr, und sie schaut sich um wie eine Taube;
b) Art und Weise, z. B.: die Augen sind seitwärts gerichtet; teile dich, Erde, in zwei Teile, und du, Himmel, in drei;
c) Zeit, z. B.: alle Pferde waren bis zum Frühjahr abgemagert; ich werde Radieschen und Rüben pflanzen; als es bei uns Winter war;
43Hier kann es sich auch um einen Dativ Singular und nicht um einen Genitiv handeln, vgl. § 23, 1.
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d) ungefähre Menge, z. B.: kėl’o moža (gal) iņgi dū kilomeṭru (bus); iņgi pustrač’o šimto galū; gilumā iņgi du metrų; e) Zugehörigkeit, Zweckbestimmung, z. B.: ašis jau iņgi ratūs priguli; iņgi brōli. Tǟuruli· mergėla gieda.
§ 73. Die Präposition iš wird mit dem Genitiv gebraucht und bezeichnet:
a) den Ort oder Gegenstand, von dem etwas ausgeht oder an dem eine Handlung stattfindet, z. B.: iš klūono ažuždegė; atājom iš kair’ōs šalies; bažnic’u· iš Nōvilišk’u· parvežė Galš’on; iš mādž’o aina, medž’an dairosi; brōlis pakėlė sǟseri· iš (nuo) žėmės; ir lāuko išveikė (išdirbo) iš mādž’o (miško);
b) die Zeit, z. B.: atāido anksci iš rīto; iš mažū dzienū ānas tokis: iš pirmū mētų· būvo gēras;
c) den Grund, z. B.: numirė iš senistos;
d) die Art und Weise, z. B.: iš visās (jėgos) rėkė; iš žėmės gi·venom.
§ 74. Mit dem Genitiv wird auch die Präposition nuog (ausgesprochen nok, nuk, nuok) gebraucht. Sie bezeichnet folgende Beziehungen:
a) den Ort, Gegenstand oder die Person, von denen sich etwas trennt, ausgeht oder besteht, z. B.: itas brōlis liko nog momōs; gurūcei (trupiniai) nugrūvo nūg stālo; nugic dzvilika kilometrų; nūok mūs namū pinki metrai; nōk asū ātrišė akmenį; ātvogė nōk jō vaikų; negāli acimc nōk mani itū· āšarų;
b) die Zeit, z. B.: nūok rito marci nieko neveik’a; nūok to laiko prāminė šepetinė; nūok maženū acimena; kėl’a visūs nūok dzviejū mētų;
c) den Grund, z. B.: dzīevas žino, no kō asidegė; nuk senistos pagaišo kāruvė; ir nōk tēvū strōkas (baimė) ir nōk karāļ’aus sarmatā; paskavōj nōk to lietāūs;
d) den Zweck, die Zweckbestimmung, z. B.: nok kōsul’o gerai; juos šucina nuo kōs’ul’o;
e) Zugehörigkeit, Bedingung, z. B.: ir nōg žmogāūs priguli; nūok virū. paāido (priklauso);
f) die Art und Weise, z. B.: visōk’os pāsakos nuo gālo gālu· (iš pradžios iki galo) pašnekės;
g) die Quelle, Herkunft, z. B.: nuog bobūt’u· acimena sekmės; Dzievėniškės irā vārdas duōtas nuog dzievū; Jurgelāvīč’o mēdzis nuok pavardės.
§ 75. Die Präposition pas wird mit dem Akkusativ verwendet und bedeutet:
a) einen Ort oder Gegenstand, auf den etwas gerichtet ist oder an dem sich etwas befindet, z. B.: jāucis žėlei pririšė nosį; pas vāndenį; irā pas jāknās ir kasā; pririšė pas tvōrų; plāukus rāuna ir riša (obuolius) pas obelb· ažu koč’ukų; nuvažiuotau až pas sūnų; ānos išėjo pas upēlb·; anā pās žižmū kǟl’u· būna; pas vūogas sēdz’; pas kasās pririšė akmenį; pas veršėlį prilipo;
b) den Zweck der Äußerung, die Anrede an jemanden, z. B.: klāus’a pas jūs vilkas; paprašīkit pas mōcinų; gaidzis klāus’a pas ōžį; vis vientara, ar pas pāc’u· vūtar’ik, ar pas pāc’u·.
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§ 76. Die Präposition per wird mit dem Akkusativ verwendet und bezeichnet:
a) einen Ort, an dem oder durch den etwas geschieht, z. B.: per viduribales iškinta; runku sopa per riešėli; per mādzi- aina, netraš-kina, pēr ūāndeni- — nečebulškina; per Dzievēniškes reik'a važiuoc'; per tuoru- pér lindo; dziėdas per pūpu- nulindo dungun;
b) eine Entfernung, z. B.: per ūpi- ir Sabal'ūnai; va, č'a, per vienu- cik valaku-;
c) eine Zeitspanne, z. B.: per naktēlbi nemiegójau;
d) die Art und Weise, z. B.: smilgu párdurė per pus'āu.
§ 77. Eine der archaischeren Präpositionen ist pie, pi „um, bei“. Sie wird gewöhnlich mit dem Akkusativ verwendet und bedeutet:
a) einen Ort, z. B.: ānos pie budin'ku- židz'a; jū pie namūs būna; pie Dievėniškes kitēp vadzinasi; pie mādzi- būna: anā pie kumpū- kap dāvēi ir ažūdauže.
b) eine ungefähre Menge, z. B.: pie pin'k'ōlika būs daiktū; pie pin-k'ās susėkem (wir sammelten Pilze); mit ihnen noch pie šeši vyrai; ažu-mokėjo pie penk'ās kapeikās;
c) eine Zeitangabe, z. B.: pie visašuenti- būs du mētai (für das Kind), pie dzuvalandi musėsi;
d) ein Objekt oder das Verhältnis einer Person zu einem bestimmten Objekt, z. B.: pie órati (Pflügen, Pflugzeit) pasakīsū: pie tuos raštūs dudēno pie akėc'as medž'aginės dār (ich erzählte); rūpinasi pie dārbu-; sekmė pie tris sāseris; sekmė pie ošku; anā suvis pie mān' pamiršo.
§ 78. Die Präposition po kommt mit Dativ, Instrumental und Akkusativ in folgenden Bedeutungen vor:
a) Ortsangabe, z. B.: apsistābdēm (wir hielten an) net po Rigū; vienas su-nūs tipo Vil'n'ū būna; po šalis lija lietūs; Žąslai po Skaivonimi; Žvirgždės po Ureleis; nakūojo po kampū (draußen); palīndo po klūono (Dativ), spāl'uosna; tas žuvis po vežimi suvalgēm; vė veršelis nuvējis po tuārtu gieda; telīkas smūkst po pėč'um; āni's ēmė ir pōk ituom aglī paskaudjo nok to lietūs (<pog< pogi? pagal nok);
b) Richtung, z. B.: aik ti po kairei; trāc'as nāmas po ciēsei; mās pavīrtom po tūo? pusī (auf dieser Seite der Grenze der Republik);
c) der Zeit, z. B.: nach dieser Krankheit starben sehr viele Menschen; sie starben nach den Kindern (nach der Geburt); nach dem Pflügen eggte man; nach der Hochzeit machte man sich auf den Heimweg;
d) der Zugehörigkeit, z. B.: wir blieben unter den Deutschen zurück (Dat.); wir waren unter Deutschen;
e) des Zwecks, z. B.: in den Wald zu den Eltern; morgen in den Wald zu den Eltern;
f) des Grundes, z. B.: wegen des Alters (als) warum sie es wegnahmen.
§ 79. Die Präposition prieg (prig, prik) wird mit dem Dativ verwendet, um auszudrücken:
a) den Ort, z. B.: der Kuhmist liegt beim Tor; es tropft irgendwo beim Bach; die Krähenbeere wächst am Teich;
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b) die Person, bei der etwas geschieht, z. B.: bei den Kindern setzt sich das Mädchen; welches Kälbchen bei der Schwester; sie wachsen bei mir auf; wir gaben es dem Vater;
c) die Beschaffenheit, z. B.: die Erde ist lehmig;
d) die Art und Weise, z. B.: ich verbrachte die ganze Zeit bei der Arbeit.
§ 80. Die Präposition prieš (manchmal priešei) wird mit dem Akkusativ in folgenden Bedeutungen verwendet:
a) der Zeit, z. B.: vor der Ernte: wir gingen schlafen; es war schon vor einem Monat;
b) des Ortes, z. B.: die Dürre (die sich befindliche) vor dem Dorf (dem Dorf), nannte man Sėdzimos; er ging an mir vorbei; gegenüber mir blieb er stehen.
§ 81. Die Präposition pro wird mit dem Akkusativ verwendet, hauptsächlich um die Richtung einer Handlung auszudrücken: a) durch etwas hindurch, z. B.: ich bin direkt vor ihren Augen herausgekommen; ich bin durch das Tor entkommen; b) an etwas vorbei, z. B.: der Weg führt am Haus vorbei.
§ 82. Die Präposition su verlangt den Instrumental und wird hauptsächlich verwendet, um gemeinsames Dasein, Zusammen-sein auszudrücken (mit verschiedenen weiteren Bedeutungsnuancen – Umgang, Gegenüberstellung, Eigenschaft), z. B.: wir beide sind mit dem Mädchen zusammen; die Rollen sind mit Wachs; sie binden die Ochsen aneinander; man möchte gern mit ihm plaudern, man weiß nicht, wer sich mit wem schlägt; ein Schwein mit vier Ohren; ein Badehaus mit Vorraum.
§ 83. Die Präposition už kommt im Dialekt selten vor, z. B.: sie binden die Ochsen immer mit den Schwänzen aneinander.
§ 84. Im Dialekt kommen auch einige Konstruktionen mit zwei Präpositionen vor, vgl.:
von oben: wie ein Haar; ein Rasiermesser – aus Holz und scharf; aus dem oberen Teil des Busches lockte er es hervor; aus dem oberen Teil des Baumstumpfs spaltete er den Stein;
von unten hervor: Der Hase sprang unter dem Busch hervor; von unter der Stirn zu mir ins Gras;
bis unter: bis nach dem Feiertag war es;
entlang: zog die Hand entlang des Fußes;
seitlich: an den Seiten des Wassers entlang; die Kuh seitlich am Schnitt entlang melkt; seitlich umgürte das Wasser; nimm mir den Hals seitlich;
§ 85. Von den neueren Präpositionen werden am häufigsten die folgenden gebraucht:
ringsum: rings um den Hof, als du anfingst zu gehen;
nahebei: wir sind noch nahe beim öffentlichen Weg;
zwischen (seltener terpuì): As’uklė zwischen den Bäumen, terpuì die Töne; vgl. das von E. Volter aufgezeichnete Beispiel: tarpui kalnu, tarpu lobu černuškele židze 185;
inmitten: inmitten des Marktes ein Kind; E. Volter schreibt: vido kalno, vido lobo černuškeles židia, 185 (die Endung vido o anstelle von -ui kann denselben Ursprung haben wie der Singular-Dativ männlicher Substantive, siehe § 23,1);
obenauf: auf dem Baumstumpf die Tonne (Brotbacktrog) raucht.
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Lautmalende Wörter
§ 86. Viele lautmalende Wörter, die mit verschiedenen Bewegungen verbundene Geräusche nachahmen oder Bilder ausdrücken, die während einer Handlung entstehen, enden auf den Konsonanten c, manchmal t, z. B.: bóba c’ùpc’ gaidżi ažù vuodegòs; d’zùpc’ paukštėla galvón ir l’vonėlis atgijo; ãnas kišc’ nósi’ pirk’on; tėvas klãs c’ eidùj pirk’os maišù; kãrvė limšc’ ir suverpė, limšt’ ir apmetė, limšt’ ir išaudė, limšt’ ir išbal’čino; gaidùkas ốpc’, ốpc’, inlindo lazdõn; ãnas srùbc’ ir acigėrė; ažùglòstė gražei ir šùsc’ pẽc’un.
§ 87. Es gibt zahlreiche lautmalende Wörter, die auf einen Vokal, einen Diphthong oder einen anderen Konsonanten enden und die Geräusche plötzlicher Handlungen ausdrücken oder die Laute von Vögeln, Tieren oder Dingen nachahmen. Im Satz werden sie meist gruppenweise verwendet, z. B.: avìs bė bė in pievos; br’ukū br’ukū dešimta sesùo; ãnas tep kap gaidżis in pìrštù vaikšć’una, c’àp, c’àp paspùcis, pašiŕdżis; cìk, cìk, kàs mán būs; c’ùku, c’ùku gaidżùku: c’ùku, c’ùku po pirkùtį; dzìn, dzìn, dzìn dar gi’va; fė, fė, fė, sãko ožis; praėjo vilkas šònan pirk’os ir ėmė pùsc’ie: fùk, fùk, fùk; o Jonėlis fùrr nuskri̇do; gũã, gũã, žaľci, balci, sãko vàrna; koŕ koŕ, džiedzo gaidżis bóbos vištai aki: iždaužė; k’àule krùk krùk dabėgo ingi ižuolu: mū, mū, mū, paskõrė Iuonėlis, džiedzo su’nus ir bóbos sunùs; sikrù, tu bobùle; slėp varšùkas ir pargrùvo; c’àũ, r’ãũ, r’ãũ nesprãusk, sãko kalãitė; kukū, kukū devini broliukai; ita dudėlė tu l’u l’ū.
§ 88. Verschiedene lautmalende Wörter ersetzen im Satz sehr häufig ein Verb; z. B.: rag’ù bámc’ ir bámc’, galvón ir galvón gaidżis mūs susiedo gaidż’o; anà c’ùpc’ c’ùpc’ — šun’ùkas; kap ani’s ateina, delnùosna p’làukšć’ ir šòka čik vieni razbàini-kai (plėšikai); anà šmùkšć’ pẽc’un ir paska-võja; kùr buvi, kùr nebùvi; c’ùuc’ do c’ùpc’; pirk’ą k’àulait’ù ne trėršč’; ataido vilkas: stùk, stùk lungàn; tãp tãp kãcinas per pirk’ù; tėvas glėsc’ lazdõn, paskõris Iuonėlis; ãnas kišt’ galvù; lãpė kàpt’; pikšć’ kap rózas ir pataikė tū merginù; cik plìksc’ ir nẽrà (nušovė); mergìštė plùmc’ pelitei ir negi’và; anà šl’ùkšć’ akis-na ir išvirino; anà šmùkšć’ pẽc’un ir miẽgće; dzeŕ, dzeŕ dzeŕ tėvas kàulus dukterìės pirk’òn.
Aus lautmalenden Wörtern ist der Großteil der Verben des Dialekts mit dem Suffix -erėti gebildet, siehe § 43, 2.
Wie aus den Beispielen ersichtlich, werden im Dialekt überwiegend lautmalende Wörter verwendet, die Bilder und Geräusche ausdrücken. Seltener kommen lautmalende Wörter vor, die verschiedene Empfindungen wiedergeben, z. B.: man cik smìlkt širdżìn, vaiko nėra.
Bemerkenswert ist, dass lautmalende Wörter überwiegend in der Folklore verwendet werden. In der Alltagssprache sind sie seltener.
Interjektion
§ 89. Häufiger im Dialekt verwendete Interjektionen sind: à, ai, ajajái, àk, oi, òch, òt; vgl.: aĩ, kap mumì ãnas nepaćiko, tóks miegùlis; aĩ, tadù buvò sunkù gi’vénc’; ajajái, kok’à vėpucìne; ajajái, kap sópa gálvu’; àk, tėvėli mánas, radnasai mánas; oi, džiedùkai, álkanas, aš álkanas; oi,
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„Ich bin schon alt geworden“: Ach, ich bin sogar zusammengezuckt; ach, wir hatten Angst, siehst du, und die Sonne schien auch uns nicht; ach, die Bienen führten uns nicht „ach, das Leben wollte nicht gelingen“; ach, jene erzählte noch weiter; ach, was für eine Sorge.
Manchmal wird dieselbe Interjektion zweimal gesagt oder im Satz mehrmals wiederholt, z. B.: a i, a i, káp àni·s mumi ėdė; o i, o i, koki jūs dėgù·s blinai; ò c h, ò c h, dar (jetzt) padarìsme piĩ’ku· ir vìlkas nesu-gr’ãũš; à, klumpei jūs, à, š’okìe, à, tokìe jūs; gãne, gãne, o i, káp gãne, o i káp girdė; ò t, cinginìs, ò t, pradėjo cingin’úoc’ mã vaik as; ànis, ò t, badùoja, ò t, netùri ko vãl’gi·c’.
Mit einer Interjektion wird manchmal eine Verneinung verstärkt, z. B. o i n’ė! neėdzis, negėris. Gelegentlich werden in einem Satz zwei verschiedene Interjektionen verwendet, z. B.: a i, brúngus dziedùkai, o i, mani gãne, nežìn’à kas tokìs.
S c h l u s s f o l g e r u n g e n
§ 90. Dieveniškės Mundart ist für die Wissenschaft von der litauischen Sprache in vielerlei Hinsicht wichtig.
Aufgrund ihrer geografischen Lage und auch verschiedener historischer Ursachen hatte die Dieveniškės Mundart eine Zeit lang keinen engeren Kontakt zu anderen litauischen Mundarten und war keinem größeren Einfluss der Literatursprache ausgesetzt; bis heute hat sie zahlreiche archaische Erscheinungen bewahrt, vgl. die Dativformen des Plurals von Substantiven und Pronomen mit der Endung -mu (tõmu visõmu trùmu mergìs-tėmu); die Dativformen des Singulars maskuliner Substantive mit der Endung -o (bóba sãko kišk’o); die Adessiv- und Allativformen im Singular und Plural mit der Postposition -p(i) (t’ėvip, gaiõpi, namõpi, ju’sùmp, mu’sùmp); Adjektive mit bewahrter alter Akzentstelle (ùiresnė, ùir’aus’a); verschiedene Überreste athematischer Verben (vãsa ra, o tu m i e g m i); Imperativformen ohne das Formativ -k-: (k i m š, úuodegu· ùpen; a d ú o i mán žuvis); Formen reflexiver Verben mit Akzent auf der Endung (sėdasi, sėdãus, radosi, stojosi, govės, radõs, sėdõs, stojõs, stojotės); einzelne Adverbien (dãugės, seltener dãugėsne; nu·nai); einzelne Präpositionen und deren Konstruktionen (a ž u m ė t u· papãmirė; sušlùbo uisi ark-lėi i n g i p a v ã s a r i; n u o g b o b ù t u· acìmenam; jù p i e n a m ù s būna; ãnos p i e b u d z i n k u· žìdz’a; k’ãul’u· migis p r i k t u ã r t i).
Aufgrund enger Kontakte zu den slawischen Sprachen (insbesondere dem Belarussischen, in geringerem Maße dem Russischen und Polnischen) sind in der Mundart zahlreiche verschiedene Hybridbildungen und Lehnübersetzungen aus diesen Sprachen entstanden. Besonders stark ist der slawische Einfluss auf die Wortbildung des Verbs, vgl. die präfigierten Verben (ažusìrk’, pras̀kaic’) und insbesondere Verben mit dem sekundären Präfix pa- (ùsi bernai p a a p s i v e d ė; seni jau p a p ã-m i r ė).
Unter slawischem Spracheinfluss sind auch einzelne Präpositionalfügungen entstanden (po kadàikšč’amu, noch nach Sonnenuntergang kamen wir nach Hause; miš’os p o t i e v ã m u).
Die Herkunft einiger interessanter Mundarterscheinungen ist unklar, z. B.: d>g, t>k, vgl. dãug v a n g e n ù (der Gewässer) i rà; mãno gėgė (Onkel) pãmirė; p ė r-
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wein (übersetzte) das ganze Haus; dankėlei (Zähnchen) gut; pasikiko kėvukas „pasitiko tėvukas“.
Durch das Gebiet des Dieveniškiai-Dialekts verläuft die Grenze zwischen den ost- und westdzukischen Dialekten. Aufgrund der häufigeren Wandlung der gemischten Diphthonge am, an, em, en zu um, un, im, in steht dieser Dialekt den Ost-Dzukern näher. Es gibt jedoch mehr phonologische und morphologische Merkmale, die den Dieveniškiai-Dialekt enger mit den West-Dzukern verbinden.
ДЕВЯНИШКИСКИЙ ГОВОР
И. ЛИЛИПСКЕНЕ и А. ВИДУГИРИС
Резюме
Der Artikel beschreibt charakteristische Merkmale des litauischen Dialekts, der sich im äußersten Südosten des Kreises Eišiškės in der Litauischen SSR, in der Umgebung des Städtchens Dieveniškės, befindet.
Der litauische Dialekt von Dieveniškės zieht seit bereits 80 Jahren die Aufmerksamkeit von Sprachwissenschaftlern auf sich. Zu den Forschern dieses Dialekts zählten so bekannte Linguisten wie E. Volter, K. Būga, P. Arumaa und andere.
Da der litauische Dialekt von Dieveniškės am Rand des heutigen ethnografischen Gebiets der litauischen Sprache liegt, haben sich in ihm viele archaische Merkmale erhalten.
Alle Substantive und Pronomen im Dativ Plural haben die Endung -mu: bról’amu, tōmu visōmu trīmu mergištemu; seniem žmōnemu. Die Formen des männlichen Geschlechts im Dativ Singular haben neben der Endung -u auch die Endung -o (bōba sāko kiš’k’o) oder -i in Präpositionalkonstruktionen (kāruvės sālik pilū i plaukė).
Gelegentlich kommen noch Adessiv- und Allativformen mit der Postposition -p(i) vor: tieup, galopi, ju· simp, mu· simp.
In der Folklore kommen neben den Imperativformen aik, būkie auch Formen ohne das Suffix -k vor: a dúo i man žuvīs; k i m š vuodegu· špen.
Einige reflexive Verben haben die Betonung auf der Endung bewahrt, z. B.: sėdasi, sėdaus, radosi, govės, stojos. Für den Dialekt sind die Adverbien daugės neben daugėsne nu·nai sowie einige Präpositionen charakteristisch, z. B.: ažiū, dren, ingi, nuog, pie, prieg.
Der litauische Dialekt von Dieveniškės steht seit Langem in engem Kontakt mit den slawischen Sprachen (insbesondere mit dem Belarussischen, weniger mit dem Russischen und Polnischen). Infolge dieser Kontakte sind im Dialekt viele neue Wörter entstanden, die nach dem Vorbild der slawischen Sprachen gebildet wurden. Der Einfluss der slawischen Wortbildung zeigt sich besonders deutlich beim Verb, vgl. präfigierte Verben (ažusirc’, praskaicic’) und besonders zahlreiche Formen mit dem sekundären Präfix pa- (paapsivedė, paisigāndo, papamire).
Unter dem Einfluss der slawischen Sprachen sind im Dialekt auch einige Präpositionalkonstruktionen aufgekommen (vgl. po kaddikšč’amu, po mūsemt; dār ažiū sāulės parėjau namō; miš’os potėvāmų).
Darüber hinaus sind für den Dialekt eigenartige phonologische Erscheinungen charakteristisch, deren Ursprung noch nicht geklärt ist; vgl. d>g und t>k vor vorderen Vokalen: dankālei (дэнтеляи), gėgė (дедё), pasikiko kėvukas (паситико тёвукаѕ), vangen’o (ван- денио).
Aufgrund der doppelten Aussprache der Diphthongverbindungen am, an, em, en (als am, an, em, en sowie als um, un, im, in) ist der Dialekt von Dieveniškės als Übergangsdialekt zwischen den westdzukischen und ostdzukischen Dialekten der litauischen Sprache anzusehen.
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