Naujasis „Rusų–lietuvių kalbų žodynas“
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Hätte er die Geschlechter der Ortsnamen berücksichtigt, wäre seine Arbeit wesentlich kompakter und präziser ausgefallen. Einzelne Unterkapitel und Abschnitte hätten verständlicherweise eine ganz andere Gestalt angenommen.
Als weitere kleinere Mängel und Ungenauigkeiten lassen sich zweifelhafte Etymologien anführen, die insbesondere dann vorkommen, wenn ein Ortsname mit einem Suffix unmittelbar von einem Gattungswort abgeleitet wird. So werden aus slawischen Gattungswörtern põpas, patašas (< dt. Pottasch), randas (< poln. rząd „Macht, Vorstand …“), šabalas, táboras, važnyčia die Ortsnamen Papiškės, Papiškiai (S. 55), Patašinė (von J. Princas ungenau als Patašynė geschrieben), Patašiškės, Patašiškė (S. 55), Rándiškė (S. 55), Sabališkėnai, Sabališkės (S. 56), Tabarai, Tabarauskai (S. 56), Vazniškiai (Gudeli ai; von J. Princas ungenau als Vážniškiai), Vazniškiai (Liudvinavas; S. 57) abgeleitet, und zwar mit dem Suffix -išk- von den Personennamen Pãpas, Patašius, Rándis, Sabalys, Tábaras, Tabarauskas, Vaznis, Vaznỹs, Vážnius. Eine andere Frage ist, ob ein Teil dieser Personennamen slawischen Ursprungs sein könnte.
Der Dorfname Demeniškiai (S. 44) ist nicht vom russischen Демьян oder poln. Dominik abzuleiten, sondern vom litauischen Seenamen Dėmenas.
Die Ortsnamen Pakūonis (poln. Pokojnie) und Salåperaugis (poln. Salopirogi) sind eindeutige Beispiele für Substitution (Deutung); der Autor erwähnt sie jedoch nur im Abschnitt über die Slawisierung der Endungen.
Es gibt Fälle, in denen der Vergleich der litauischen und der slawischen Form eines Ortsnamens noch nicht ausreicht, um festzustellen, welche davon älter ist. So behauptet der Autor bei seiner Erörterung der Veränderungen von Suffixen und Endungen, die polnischen Formen der Ortsnamen Alšėnai (S. 65, 126; Garliava), Barsūkai (S. 164; Liudvinavas), Bundoriai (S. 166; Alytus), nämlich Olszany, Borsuki, Bondary, seien älter und die litauischen Entsprechungen davon aus dem Polnischen umgebildet. Eine solche Behauptung bedarf jedoch eines Beweises, genauer gesagt: Es bedarf einer Geschichte des Ortsnamens. Denn der Ortsname Barsūkai könnte beispielsweise später entstanden sein, als das Gattungswort barsukas ins Litauische gelangte. Folglich könnte er aus dem litauischen Wort (Lehnwort) barsūkas entstanden sein. Dann wäre die polnische Ortsnamensendung -i lediglich ein Gegenstück zur litauischen -ai, nicht umgekehrt, wie J. Princas behauptet.
Am Ende des Buches fügte der Autor eine Karte des ehemaligen Gouvernements Suwałki hinzu. Das ist eine sehr nützliche Beigabe; auf der Karte hätten die Ortsnamen jedoch auch in ihren litauischen Formen angegeben werden können, zumindest die Namen der eindeutig litauischen Orte.
Gelegentlich finden sich kleinere Ungenauigkeiten bei den Zitaten, zum Beispiel: In L. 23, S. 1 steht Likiškėlio, während J. Princas Likiškėliai; Sabeliškeniai angibt (die korrekte Form lautet Sabališkėnai); Jokūboniai steht in L. 23, S. 281, nicht S. 218.
A. Vanagas
DAS NEUE „RUSSISCH-LITAUISCHE WÖRTERBUCH“
Russisch-litauisches Wörterbuch. Unter Verwendung gedruckten und handschriftlichen Materials zusammengestellt, das J. Baronas gesammelt hatte. Bearbeitet von V. Baronas und V. Galinis. Redigiert: A-II von Prof. B. Larinas, K-H und T-Я von J. Macaitis (verantwortlicher Redakteur), O-C von K. Musteikis. „Mintis“, Vilnius, 1967 (Bd. I 569 S., Bd. II 622 S.).
Žinomas pedagogas ir leksikografas J. Baronas (1873–1952) savo „Rusų-lietuvių žodyną“ išleido 1924 m. Antroji jo žodyno laida, žymiai papildyta ir pa-
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Die überarbeitete Ausgabe erschien 1933.1 Auf der Grundlage dieses Wörterbuchs und des umfangreichen erhaltenen handschriftlichen Materials wurde ein neues Wörterbuch erarbeitet, das aus zwei gewaltigen Bänden besteht — etwa 200 Druckbogen. Das Wörterbuch umfasst über 75.000 Wörter. Ein derart umfangreiches russisch-litauisches Wörterbuch hatten wir bisher nicht.
Die Wörterbuchverfasser haben gut daran getan, das gedruckte und handschriftliche Wörterbuchmaterial von J. Baronas zu verwenden. Dieser Lexikograf hat, wie bekannt, eine recht tiefe Spur in der litauischen Lexikografie hinterlassen. Sein „Russisch-litauisches Wörterbuch“ ist sehr reichhaltig — es enthält nicht nur zahlreiche Wörter aus der gesprochenen Volkssprache und aus verschiedenen Schriften, sondern auch von ihm selbst geschickt gebildete Neologismen. Durch J. Baronas’ Wörterbuch gingen solche heute bekannten Wörter in die litauische Literatursprache ein wie: apžavai, gaisravietė, gembinė, links-muolis, niekalas (Ausschuss), niršulys, niršus, nuoraudis, nuožvalgaus, pastriūbomis, pašnekovas und andere.
Das neue Wörterbuch ist zwar auf der Grundlage von J. Baronas’ Wörterbuch erstellt worden, ähnelt ihm jedoch kaum, allenfalls hinsichtlich des Reichtums des Wörterbuchmaterials. Sowohl seinem Umfang als auch der Wortauswahl und ihrer lexikografischen Bearbeitung nach ist es ein neues Wörterbuch, das nach den Prinzipien der sowjetischen Lexikografie zusammengestellt wurde. Es enthält in erster Linie Wörter der heutigen russischen Literatursprache, doch wurden auch in der neueren russischen Literatur häufiger vorkommende mundartliche Wörter sowie veraltete Wörter keineswegs streng ausgeschlossen. Das Wörterbuch enthält zahlreiche wissenschaftliche und technische Fachausdrücke. Bei russischen Wörtern wird erforderlichenfalls ihre Verwendung charakterisiert — es wird angegeben, welchem Sprachbereich sie angehören und welche stilistische Färbung sie haben. Die Wörter werden nach Bedeutungen ausführlich gegliedert und durch Anwendungsbeispiele veranschaulicht. Danach folgen, durch ein bestimmtes Zeichen (eine Raute) gekennzeichnet, zahlreiche kreativ ins Litauische übersetzte Redensarten, Sprichwörter und phraseologische Wortverbindungen. Hier einige davon: врёт как по писанному — lügt wie gedruckt; буйная головушка — Draufgänger, Tollkopf, Kühner; дать винта — sich aus dem Staub machen; дёшево да гнило — billiges Fleisch wird von Hunden gefressen; молчать в тряпочку — den Mund halten, nichts Unnötiges sagen; не сносить головы — den Kopf verlieren, sich den Hals brechen; они друг друга стоят — beide sind gleich schlimm, zwei von derselben Sorte; после ужина горчица — Senf nach dem Essen; пуганая ворона и куста боится — wer einmal gebrannt hat, bläst auch auf kaltes Wasser; сделать из мухи слона — aus einer Mücke einen Elefanten machen und andere.
Das Wörterbuch ist in vielerlei Hinsicht lobenswert zusammengestellt. Doch wie bei jeder umfangreichen Arbeit finden sich auch hier der eine oder andere Ungenauigkeit oder Mangel. Wir führen einige Kleinigkeiten an, die uns aufgefallen sind.
1. Wörter werden mit zahlreichen Synonymen (lexikalischen, wortbildungsmäßigen, morphologischen) ins Litauische übersetzt, z. B.: дрожь — drebulys, virpulys, virpesys, virpčiojimas, drebėjimas, kratulys, šiurpulys, šiurpas, žvarbis; кропулуѕ; дубина — 1. vėzdas, pagalys, brūklis, strypas, strampas, kuoka... 2. vėpla, vėplys, baslys, mulkis, kvailys, dulbis, stuobrys, kiauladirža. Ziemlich viele Bedeutungs- und Stilsynonyme findet man bei fast jedem Wort mit breiterer Bedeutung. Der reichliche Gebrauch von Synonymen ist zweifellos eine positive Eigenschaft des Wörterbuchs, denn nicht immer lässt sich für ein Wort der einen Sprache genau ein einziges Äquivalent in einer anderen Sprache finden. In einem Kontext kann ein Äquivalent besser passen, in einem anderen ein anderes. Andererseits jedoch kann die allzu reichliche Angabe von Synonymen — und mitunter auch von Wörtern, die keine Synonyme, sondern bedeutungsmäßig recht weit entfernt sind — für ein Wort der anderen Sprache
1 Im Vorwort und im Verzeichnis der lexikografischen Quellen des neuen Wörterbuchs (1967) wird ungenau angegeben, die zweite Ausgabe sei 1932 erschienen. Tatsächlich ist auf der letzten Seite der zweiten Ausgabe, unmittelbar nach dem Wörterbuchtext, das Datum 7. Februar 1933 abgedruckt. An diesem Tag war der Druck des Wörterbuchs offenbar abgeschlossen. Auch die „Kleine litauische Sowjetenzyklopädie“ nennt das Jahr 1933.
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žodžiu išversti, — kliudo jį suprasti reikiama reikšme. Imkim, pavyzdžiui, šio žodyno žodį гуляка, kuris į lietuvių kalbą verčiamas šiais atitikmenimis: dykinėtojas, bastūnas, šlaitas; padauža, plūdungis, užautojas, ūžikas, puotautojas, lėbautojas, girtuoklis; ночной гуляка — naktikovas, pabalda, naktibalda, kildašas. Kaip matome, čia vienam rusiškam žodžiui pateikti gana skirtingos reikšmės lietuviški atitikmenys. Rusų kalbos žodynai žodį гуляка aiškina taip: „тот, кто праздно и разгульно живёт“2; „тот, кто любит гулять“3. Jei pirmieji trys žodžiai (dykinėtojas, bastūnas, šlaitas) daugiau ar mažiau išreiškia žodžio гуляка turinį, tai padauža — labiau atitinka rusų посева, plūdungis — ветренник, užautojas, ūžikas, puotautojas, lėbautojas — кутила, girtuoklis — пьяница; naktikovis (=naktikovas?) — retas tarminis žodis, reiškiantis naktibaldą. Visiškai nesuprantamas ir nežinia, iš kur paimtas kildašas (akad. „Lietuvių kalbos žodyno“ V t. jis neįrašytas).
Das Wort балда („большой тяжёлый молот“) wird ins Litauische mit kūjis, kuoka, vėzdas übersetzt. Es handelt sich jedoch um Wörter mit unterschiedlichen Bedeutungen: kūjis ist ein eisernes Werkzeug, während kuoka, vėzdas hölzerne Werkzeuge sind und dem russischen Wort дубина eher entsprechen.
бог — Gott, Gottheit; Götzenbild. Kaum nötig ist hier das Götzenbild (russ. идол, истукан).
петух — Hahn, skėtronas. Tatsächlich ist skėtronas, ebenso wie kakarikonas lediglich ein Spitzname für einen Hahn und kein Synonym mit nominativischer Bedeutung.
2. Einige russische Wörter werden ins Litauische mit seltenen, unverständlichen, von J. Baronas oder anderen Autoren gebildeten Wörtern übersetzt, zum Beispiel: обрезгун — dygeklis (im II. Band von J. Baronas’ Wörterbuch stand dyguoklis), neapsivėžėlis, išvingėlis, magašius, šlelkštuolis. Unklar ist, woher die Wörter dygeklis und magašius stammen; im akademischen „Wörterbuch der litauischen Sprache“ sind sie nicht zu finden.
Für das Wort бунт werden folgende Entsprechungen angegeben: ryšulys, gniutulas, gezulas, kypa. Anstelle des Wortes gezulas wäre es besser gewesen, kezulas zu verwenden. Dem Wort kypa wird im „Wörterbuch der litauischen Sprache“ die Bedeutung „Haufen, Reihe“ gegeben, nicht aber „Bündel“.
буревал wird übersetzt als: vėtralaūža, vėjalaūža, griaumedis, išvartos, lūžtvė, sankrytos, išlaužos, išgulos, lūžtis, kirma, griaumenys. Das Wort kirma ist nur in diesem Wörterbuch belegt. Neben dem weithin bekannten lūžtvė wird das seltene lūžtis zunehmend überflüssig.
Wahrscheinlich sind aus A. Juškas Wörterbuch seltene Wörter wie byjus „Furcht“ (боязнь), blizgas „Blinker“ (блесна), dyksmilė „Flugsand“ (сыпучий песок), dotalas, dotas „Geschenk“ (подарок), rūtis „Keller“ (погреб) in dieses Wörterbuch übernommen worden.
Nur bei J. Baronas und in diesem Wörterbuch finden sich folgende Wörter: girdyklas „Trank“ (пойло), spiegura „krėnelė, krėna“ (плена), blastūnas „Intrigant“ (интригант), gamus „produktiv, fruchtbar“ (производительный), nuogarpustys „Flugsandgebiet“ (сыпучие пески), gydvietė „Kurort“ (курорт), geltymas „Eigelb“ (желток), sėdis „Sitzung“ (сеанс), plikšys „Fledermaus“ (летучая мышь).
Es scheint, dass das Wörterbuch ohne sie völlig hätte auskommen können.
3. Im Vorwort weisen die Autoren darauf hin, dass sie bei der Wiedergabe der Bedeutungen russischer Wörter auch „in Ausnahmefällen sogar weiter verbreitete Fremdwörter“ nicht meiden. Zu solchen „Ausnahme-
2 Siehe Словарь русского языка. Verfasser S. I. Ожегов, 4. Aufl., М., 1960.
3 Словарь русского языка. Сост. Институтом языкознания Академии наук СССР, т. I, М., 1957.
4 Siehe das Wörterbuch von S. I. Ožegov.
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Zu den Fällen von „nu“ könnte man die Wörter bliūdas (блюдо), balana (лучина), bizūnas (камча), karčiama (корчма), rėčka (бадья), gryčia (изба) usw. zählen; kaum nötig für ein Wörterbuch sind jedoch solche Germanismen wie etwa ronas „Baumstamm, Wandbalken“ (бревно), spangis „Wanne, kleines Fass“ (бадья), šnapsas „Wodka“ (шнапс), tynė „Bad“ (ванна).
Einige im Wörterbuch verwendete Wörter werden der Schriftsprache heute nicht mehr empfohlen, z. B.: atmirti „sterben, verschwinden, aufhören zu existieren“ (отмереть), rašytojinis „der Schriftsteller“ (писательский), chuligan yti „sich wie ein Rowdy benehmen“ (хулиганить), kinietis „Chinese“ (китаец).
4. Im Wörterbuch finden sich zahlreiche Fachbegriffe aus unterschiedlichen Wissenschaftsgebieten. Die meisten davon werden angemessen verwendet und ins Litauische übersetzt. Dennoch kommen terminologische Ungenauigkeiten und Inkonsistenzen vor. Einige zusammengesetzte Eigennamen werden im Wörterbuch unterschiedlich geschrieben, z. B.: Gegužės pirmoji (in den Einträgen майовка, май, шестое und Gegužės Pirmoji (in den Einträgen первомай, первомайский, предмайский); Paukščių takas (in den Einträgen млечный, путь), aber Raudonasis Kryžius (im Eintrag крест). Man sollte sich an die „Grammatik der litauischen Sprache“ halten und bei diesen sowie ähnlichen zusammengesetzten Namen die zweiten Bestandteile großschreiben. Im Eintrag героиня steht motina didvyrė, im Eintrag мать dagegen dieselbe Wortverbindung als motina-didvyrė. Der Bindestrich ist hier unnötig. Im Eintrag заяц steht vaistinis smidras (Asparagus offic.), im Eintrag спаржа—smydras (Asparagus). Empfehlenswert wäre, der „Wörterbuch der modernen litauischen Sprache“ zu folgen und smydras zu schreiben. Ebenso sollte man nicht покелinis tabakas (Eintrag почечный), sondern pakelinis tabakas schreiben. Auch bei der Betonung von Fachbegriffen gibt es Abweichungen, z. B.: žioveinis (Eintrag зев) und žioveinis (Eintrag львёнок), būlpinigiai (Eintrag издержки) und būlpinigiai (Eintrag судебный), vaštaka, Fulica atra (Eintrag курочка) und vaštaka, Fulica atra (Eintrag лысун), bulvinė saulėgrąža (Eintrag груша) und bulvinė saulėgrąža (Eintrag земляной), dešimtainė trupmena (Eintrag десятичный) und dešimtainė trupmena (Eintrag дробь), nendrinė vištelė (Einträge водяной, курица) und nendrinė vištelė (Eintrag камышник) usw.
Im Wörterbuch finden sich außerdem veraltete und ungenaue Fachbegriffe. Die charakteristischsten davon seien hier erwähnt.
Im Eintrag обезжиренный finden wir die litauischen Entsprechungen nuriebintas, nuriebinimas (Wolle entfetten, Präparate mit Spiritus entfetten usw.). Das ist ein grobes Missverständnis. Diskutieren kann man lediglich über die Korrektheit der Wörter nuriebalinti → nuriebalinimas (vgl. nuvandeninti→nuvandeninimas, nužeivinti→nužeivinimas usw.) und ihre Eignung, die durch eine nominale Verbalwurzel bezeichnete allgemeine Bedeutung des Entfernens von Stoffen auszudrücken⁶; für diesen Zweck dürfen jedoch keinesfalls Verben verwendet werden, die von Adjektiven abgeleitet sind, oder die davon gebildeten abstrakten Substantive.
Das Wort копейка wird im Wörterbuch mit den litauischen Entsprechungen krūtinė, krūtingalis wiedergegeben. Man sollte entweder die beiden Bedeutungen dieses russischen Fachbegriffs angeben oder nur nugarinė übersetzen, wie im „Russisch-litauischen polytechnischen Wörterbuch“ vorgeschlagen (Vilnius, 1959). Im Glossar der Tierzuchtfachbegriffe wird копейка so erklärt: „спинная или поясничная часть свиной полутуши“⁷. In der heutigen russischen Literatursprache-
⁵ Auf die uneinheitliche Schreibweise russischer Fachbegriffe wird in dieser Rezension nicht eingegangen, obwohl sie ebenfalls vorkommt, z. B.: Млечный путь (Eintrag путь) und Млечный Путь (Eintrag млечный), лебедь-кликун (Eintrag лебедь) und лебедь-кликун (Eintrag клика́ть) usw.
⁶ Näheres dazu siehe „Kalbos kultūra“, 7, Vilnius, 1964, S. 29.
⁷ Энциклопедический словарь-справочник по животноводству, М., 1960, p. 219.
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Das Wort копейка wird zunächst ausschließlich in dieser Bedeutung verwendet⁸. In den firmeneigenen Fleischgeschäften der Stadt Vilnius wird копейка ebenfalls nur als Rückenspeck bezeichnet.
Im Wörterbuchartikel непена́д wird als hydrotechnischer Fachbegriff das Wort перпуолис vorgeschlagen (многоступенчатый непена́д — mehrstufiger перпуолис). Fachleute für Melioration übersetzen den russischen Terminus непена́д mit dem litauischen Wort slenkstis (многоступенчатый непена́д — mehrstufiges slenkstis)⁹.
Die Suppe селянка ist im Wörterbuch auf Litauisch ebenfalls selianka genannt. Köche bezeichnen diese Suppe schon seit Langem mit dem litauischen Wort šiupininė. Diese Bezeichnung findet sich inzwischen auch in Speisekarten. Sie ist wesentlich geeigneter als das oben erwähnte Lehnwort.
Im Wörterbuchartikel двуручная steht двуручная пила — zweihändige Säge, im Artikel пила dagegen — поперечная (двуручная) пила — Zweizugsäge. Der Terminus волк wird mit jūrinis vilkas (žuv is), Anarhichas lupus, übersetzt, im Artikel волк finden wir jedoch vilkutis, Anarhichas lupus. Im Artikel заяц wird angegeben, dass заячья капуста — didysis šilokas, Sedum maximum, ist; im Artikel капуста wird derselbe russische Terminus hingegen mit kiškio kopūstai, Oxalis acetosella, übersetzt. Alle oben genannten litauischen Termini sind zwar nicht zu beanstanden, hätten in demselben Werk aber dennoch vereinheitlicht werden müssen.
Im Wörterbuch finden sich uneinheitlich verwendete lateinische Termini aus Botanik und Zoologie. Zum Beispiel:
Лебедь кликун—Singschwan, Cygnus cygnus (Art. лебедь), aber лебедь-кликун — Singschwan, Cygnus musicus (Art. кликунь). In den Werken von T. Ivanauskas, M. Valius und anderen Ornithologen wird dieser Schwan Cygnus cygnus L. genannt.
Морской лев — Seelöwe, Otaria Stelleri (Art. лев), Seelöwe, Otaria stelleri (Art. морской), aber jūrų liūtas, Phoca leonina (Art. суву). Uneinheitlich sind nicht nur die lateinischen, sondern auch die litauischen Entsprechungen.
Пасюк — žynė (Graue Ratte), Rattus norvegicus, aber крыса — žynė (graue), Mus decumanus. In den Werken von T. Ivanauskas, S. Maldžiūnaitė und anderen Zoologen wird diese Ratte auf Latein Rattus norvegicus genannt.
Орлан — Seeadler, Haliaeetus, aber морской орёл — Seeadler, Haliaetus albicilla (Art. морской). In den Werken von T. Ivanauskas wird dieser Adler auf Latein Haliaëtus albicilla genannt.
Клуша — Dohle, Colenus monedula, aber галка — Dohle, kiaukė, kovukas, varnelė, Coleus monedula. Im „Wörterbuch der litauischen Sprache“ sowie in den Werken von T. Ivanauskas und S. Mast auskas lautet die Bezeichnung für Dohle: Coleus monedula.
Wir führen noch Korrekturfehler bei der Wiedergabe von Termini dieser Art an, die Leser in die Irre führen können und im dem zweiten Band beigefügten Verzeichnis der festgestellten und korrigierten Fehler nicht enthalten sind. Zum Beispiel: выхухоль — musk u s i n ė žiurkė, kurmėnas, Desman moschata (=Desmana moschata); голубь: лесной голубь — Waldtaube Coenas (=Columba oenas arba C. oenas); красный: красный гусь — Flamingo, Phoenicopterus (=Phoenicopterus), vgl. фламинго—Flamingo, Phoenicopteri (=Phoenicopterus); свинка: морская свинка — Meerschweinchen, Clavia cobaya (=Cavia cobaya), vgl. морской: морская свинка — Meerschweinchen, Cavia cobaya; сапсан — Wanderfalke, Falco peregrinus (=Falco peregrinus); конский: конский щавель — Sauerampfer, gudažolė, Rumex hyd-
8 Siehe Словарь современного русского литературного языка, т. 5, М., 1956.
9 Žr. J. Čeičys, Melioracijos terminų žodynas, Vilnius 1960, p. 154.
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rolopathum (= Rumex hydrolapathum), vgl. щавель: конский щавель – Fluss-Ampfer, Gudazolė, Rumex hydrolapathum; колонянка – Hänfling, Hanfhänfling, Acanthis (Carduelis) canabina (=Acanthis cannabina), vgl. реполов – Hänfling, Acanthis cannabina.
5. Sowohl die russischen als auch die litauischen Wörter sind mit Akzentzeichen versehen, außer den kursiv gedruckten. Bei der Akzentuierung litauischer Wörter wird versucht, den in der Literatursprache etablierten Akzentuierungsregeln möglichst nahe zu bleiben, obwohl diese noch nicht überall gefestigt sind. Das alte Wörterbuch von J. Baronas war in dieser Hinsicht besonders mangelhaft. Viele Wörter wurden nach dem östlichen Dialekt akzentuiert, dessen Vertreter der Autor selbst war. Besonders misslungen war die Akzentuierung der Internationalismen. Diese Fehler sind im neuen Wörterbuch nicht mehr vorhanden.
Es wurden nur sehr wenige Akzentuierungsfehler festgestellt: besiilstantis (=besiilstantis) – стр. отдыхающий, karaliūnas (=karaliūnas) – королевич, liūnas (=liūnas) – трясина, nenudžiūvo (=nenudžiūvo) – стр. молоко, septynmetis (=septynmetis) – семилетие, šindra (=šindrā) – бутерляк. Beim Wort Europa werden zwei Akzentvarianten angegeben – Europà und Eurōpa, obwohl andere ähnliche Wörter einheitlich akzentuiert werden: Bonà, Romà, Onegà. Damit wollten die Wörterbuchverfasser offenbar eine neue Akzentuierungstendenz für Wörter dieser Art aufzeigen, die jedoch kaum zu rechtfertigen ist.
K. Gaivenis ir A. Lyberis