Dėl keleto lietuvių kalbos skolinių
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IŠ LITAUISCH Lexikologie IR Lexikographie LITAUEN TSR WISSENSCHAFTEN Die Akademie aa ÜBER KELETO LITAUISCH SPRACHEN Schulden S. KÖNIG Bekanntlich konzentrierte sich die traditionelle etymologische Forschung der indoeuropäischen Sprachen vor allem auf die Suche nach Entsprechunį gen in anderen Sprachen. Sprachen, um die archaischste Ide zu betonen. Innovative Lexika, die mehrere ar Gruppen verwandter Sprachen umfassen. Die Wörter, die in anderen Ide entsprechen. in den Sprachen nicht zu finden waren, wurden als späte, für historische Rekonstruktionen unnütze Neuerungen beiseite gelassen. Lexika, die oberflächlich betrachtet in einem Sprachsystem su isoliert zu sein schienen, aber in anderen Sprachsystemen leicht zu finden waren. (ide. ar Nein.) In vielen Fällen wurden sie als Fremdwörter betrachtet. Dass Objekte der materiellen Kultur durch ir die Worte, die sie bezeichnen, von Nation iš zu Nation bzw. von į Land zu Land reisen. iš Sprachsį prache ist ein bekanntes Phänomen (z. B. Straße, Pfeffer, Seide, Markt usw.). ir Dies ist jedoch ein extralinguistisch- — er Faktor, der selbstverständlich nicht ausreicht, und es ist nicht jo zweckmäßig, allein auf dieser Grundlage festzustellen, ob ein Wort ein Eigenwort ist, obwohl es eine ar kulturelle Realität bezeichnet. ar ir In letzter Zeit, nachdem die Aufmerksamį keit auf die Stellung der lexikalischen Elemente der Sprache im System, auf jų die su Beziehungen zu anderen ir Elementen geschärft wurde, nachdem die Bemühungen um die Etymologie des Lexikons vor allem unter Verwendung der Daten des ir Sprachsystems selbst zugenommen haben, wird häufig die neu überarbeitete Frage der Lehnwörter aufgeworfen. Antai J. Otkuptschikow widerspricht auf der Grundlage der Fakten der baltischen Sprachen der Ansicht, dass lit. kafstas ist ein über die Slawen gekommenes finno-ugrische Wort, belegt sehr argumentiert die Baltizität: ir jo „Il0CKOJIbKY B JIATOBCKOM s3blKe yepeloBaHue kefstas/kafstas ,,rpo0“ Oktober 2012 CoOBNaJI2eT C uyepelloBaHHeM kefstas|kai'stas ,,3eMyepoiika®, MOMKHO BEICKA3aTh npeanoJoxeHHe O Ga/ITHACKOM NPOUCXOXKAEHHH Jh. keFstas ,,rpoG* H JITIL Rocks. ConocraBjieHHE JIT. kei-s-tas „Tpo6“ c kef-s-las „pnonoron “-Kreuzung ,,py6uTh, BbipyOnBaTb“ B JIOCTATOYHOH Mepe Das ist ein großer Fehler. Popma c orsiacokoii o (Hrsg. kaf-s-tas) COBMAjaeT no CBOE Danke, Danke, a Danke, Danke! B IlIaHe C JIT. Pra-kar-tas - Ich weiß. (= "Blauer Himmel" (Hrsg.): Kojiojia. DrTHMOJIOTHS Jitin. SKifsts NpOSICHSETCS IPH CONocTaBJIEHHH C Jh. Schlacht ‚pe3arb‘; B CEMAHTHYECKOM K€ acneKTe Biene NpUBeJIeHHbIe GaJITHHCKHE CJIOBa MOryT OkbITb Das ist eine C Frage der Zeit. Koa00a „Tpo6“,,,- KOpHITO JOJISI Das ist 12* 179
der Fall. - Du. kalti,Boipon6usBath“!, ebenso wie V. Urbutis, der sich auf eine ganze Reihe von in den Dialekten gefundenen gemeinsamen Wörtern stützt, ganz zu Recht den Gedanken aufwirft, dass lit. ūčiū, aciu, ūčiuo und andere, die von E. Fraenkeli als Slawismus*? angesehen werden, eigene, litauische Zodziai® sein könnten. Auf der Grundlage der hier genannten methodologischen Prinzipien wird in diesem Artikel versucht, einige von den Forschern einstimmig als Leihwörter der litauischen Sprache angesehene Wörter (dėka, kūbilas, posnia, šišava*) zu untersuchen, indem das bisher ignorierte entsprechende Material der baltischen Sprachen hervorgehoben wird, das zeigt, dass es keinen notwendigen Grund gibt, die untersuchten litauischen Wörter als Leihwörter anzusehen. 1. Dank duokia, duokė, duoti „vorhersagen, welche Arbeit zu tun“ LKŽ II 612, die eine Variante mit dem Wurzelende-Adverb -ghat, vgl. nūduogia- ,„,numano“ Išlaužas, bezieht sich auf die Substantive dudgas „Verstand, Vernunft; Vielėliškis, Kuktiškės, Linkmenys, Subačius, Vidiškės, duoga „t. p.“ Kiaukliai, Panevėžys, dudgis, dudgius „Mensch des geringen Verstandes“ Daugėliškis, siehe. LKŽ II 611, Duck „ein Mann mit schwachem Verstand; Vöpla, Narren, Dummkopf“ Ignalina, Kirdeikiai, Kuktiškés, Linkmenys, Tauragnai®. Mit dem Vokalismus der Wurzel o sind dokia, doké, dokti „verstehen, durchdenken* LKZ II 412 sowie sein dokia,,freiwillig, aus gutem Willen“ R II 149, M II 196. Ihm gleicht der Satz durch seine Dankbarkeit, plg. Roggen kreuzen er und seine Dank (seinen Willen, ungefragt) kommt LKZ II 262 hat bereits ė Vocalismus. Das Substantiv déka (und dank),,dékojování, Dank; Gnade; Wille“ in LKŽ II 262 wird sowohl in Dialekten als auch in alten Schriften weit verbreitet verwendet, vgl. auch dékas, „dékojimas, danka“ in LKŽ II 262, ihre Nominative dankyti, dėkūti „danke sagen“ in LKŽ II 264 sowie die Adverbien dėkui, dėku, dėkuo in LKŽ II 264 (letztere sind ihrer Herkunft nach wahrscheinlich Nutzungsformen des Singulars des Stammes o, vgl. dėkas). Besonders wichtig ist die Tatsache, dass im Lettisch auch ein Segment mit dem Wurzelvokalismus ė vorkommt, vgl. lat. dank „freier Wille; Das Naturell, die Charaktereigentümlichkeit“ ME I 46, dessen spezifische Bedeutung es nicht zulässt, es als eine Entlehnung weder aus dem Litauischen noch aus den slawischen Sprachen zu betrachten. Vielleicht kann man hier auch die lat. daga (dial. Düse) unterscheiden. „zum Nutzen oder Vorteil“ (loc. sing.) ME I 461, EH I 318. Da der Kontrast zwischen d und t in der litauischen Sprache einen phonematischen Status hat, z.B. dėgti: tėkti, daryti: tarti, und da die hier untersuchten Worte der Wurzel nicht zum expressiven Lexikon gehören, in dem die klingenden und stummen Konsonanten oft ihre Unterscheidungsfunktion verlieren, werden wir die erwähnten Wörter als zu einer eigenen Wurzel gehörend betrachten und sie nicht mit solchen Worten verbinden, die ihnen phonetisch und semantisch ähnlich sind. Litau. karstas, lat. škirsts in alten baltischen Wörtern wurde bereits 1911 auch von K. Būga verwendet, s. K. Būga, RR, I, S. 308 bis 309. Leider hat er diese Meinung später zurückgezogen, siehe. K. Būga, RR, II, S. 192-4. * E. Fraenkel, LEW, S. 1. 3 V. Urbutis, —Baltistica, V(1), 1969, S. 48—9. 4 Zr. E. Fraenkel, LEW, S. 86, 304, 641, 990 bis 991 und die dort zitierte Literatur. 5 Dubkas könnte man sonst nicht von dvakas „,quaiša, puskopvis* LKZ II 663, dvakti,,vadétis, dūksoti, kvéptis; kvailéti, kvaišti“ LKZ II 664 (wegen des Vokalismusverhältnisses der Wurzel vgl. apvalūs und apuolius), aber ihre Verwendungsgebiete stimmen nicht ganz überein: dvdkas wird nördlich (Biržai, Dusetos, Kupiškis u. a.) vom Verwendungsgebiet von dudkas verwendet, was es ermöglicht, sie zu unterscheiden. 180
mit Wörtern wie tudkas „Verstand, Vernunft“, (nu)tuoti „denken, verstehen, fühlen“ usw. * Wurzel, um zu putzen ir Ta (su -kiš -gvor tenues), Duft, Docti, Dank, Dank, lat. Dank könnte gehören, ist ide. *Dag- „packen“ Pokorny 183, vertreten hat. Tékan „Jiesti“ (gefragt. In: s. Scandal. Taka (engl. take) „nehmen- “, toch. B Technologie „Jiesti“ (gefragt. Texas su Wurzel Vokalismus č ar o). Inhaltsplan-Segmente „‚(an)nehmen‘ ir ,,denken, denken, denken; Denken, Intelligenz, Verstand“ genetische s Ide. In anderen Sprachen ist es gut belegt, z.B. deutsch. annehmen „annehmen, zustimmen; manyti“ greta nehmen „nehmen- “; Gr. In: Jon. déxopar „annehmen, empfangen“: Soxew „ich denke, ich denke“, Séfu „Meinung“, Soxel-Topf „Ich glaube, (t. y. für mich akzeptabel)“. Iš Im Inhaltsverzeichnissegment „denken, denken, denken usw.“ kann das Segment „danken“ erscheinen, z.B. Ich hab's. Backen, s. Backen. Höhe. In: s. denken, angl. Benzan „denken“, iš von dem Substantive abgeleitet sind. s. Höhe. Danc (Vol. In: engl. s. Panc (Engl. Danke), habe ich. Packstücke „Dankbarkeit, Dankbarkeit“ (Bd. Vor allem s. in der englischen Sprache. panc Bedeutungen: "denken, glauben, denken; Anmut, Freundlichkeit; Freude, Vergnügen, Fröhlichkeit; Dankbarkeit, Dankbarkeit- “). Daher Dankbarkeit, Dankbarkeit wird als „das in gedenkender Gesinnung sich duBernde In: plg. Vok. Danke wissen ir pranc. Danke „sein dékingam (t. y. kennen dékingumą)“. Im Allgemeinen wird der primäre Vokalismč, o us als abgeleitet angesehen — 4. Es entsteht ein Widerspruch: Segmente mit sekundärem Vokalismus manifestieren das primäre Segment des Inhaltsplans "denken, denken", Segmente mit primärem Vokalismus o iSvestinj das su Segment des Inhaltsplans é — „ein Déking sein; dékingumas, dank“. Da das Content-Plan-Segment „nehmen; berühren“ in baltischen Sprachen ist nicht palid, man muss annehmen, dass die Wurzel *Dag- (-kvor tenues) in der baltischen Sprachgemeinschaft bedeutete „denken, glauben, erkennen“. Iš Sie erzeugte die Substantive duogas, dudkas „Verstand, Vernunft“, die zur Entstehung von Verben mit Vokalismus dienten, vgl. su uo Duck, duck, duck. Substantive können jedoch gebildet werden, ir ohne den Vokalismus der Wurzel zu ändern, z.B. Lied. slégri : sléga, Druck (neben der Schlucht, Schlucht- ). Das Verb *deeg- (-k-) Die „denken, denken, erkennen“-Regularsubstantive waren auch dank, dank, dank, deren etwas modulierte Bedeutung sich auf die Bedeutung des Basisverbs bezieht, wie das germanische su Substantiv got. pagks-Wert —mit dem Basisverb got. pagkjan Bedeutung". 2. Kubil - Ja, das ist es. Kübel wird einstimmig in den slawischen Sprachen gehalten (Bd. s. Russisch. keobols) mit dem kommenden Germanismus (Bd. Vok. Kiibel „Statische“, vgl. Ich bin s. noch da. Höhe. Miluh-Chubili „pieno statiné“s), Liet. Kübel hat eine breite Palette von Bedeutungen: „ein Fass mit breitem Boden zum Gießen von Mehl, Getreide, Gärung von Gemüse, Aufbewahrung von Flüssigkeiten; Ein geschlossenes Fass * Jų Etymologie siehe E. Fraenkel, LEW, p. 1141. * Die alten Schriftformen danku, dankujam „Danke, wir danken“, z.B. einer M. Ich danke dir Dieb 20 | Dass mich fche Nacht faugojei INNuog fkadu wiffu und prigadu, iš könnte wirklich Slavismen sein (Bd. s. Baltar. Oxxyro, daxyan). 8 Dieses Wort aus der deutschen Sprache wird wiederiš um als ein entlehntes lat. Capella „Statinette- “, siehe A. Walde — J. B. Hofmann, Lateinisches etymologisches Worterbuch, I, Heidelberg, 1938, p. 310; plg. Fr. Kluge, Etymologisches Wörterbuch Worterbuch der deutschen Sprache Sprache, 17. Aufl., Berlin, S. 1957, 408. 181
Lagerung von Tieren; Schneebesen; ausgegrabener großer Holzbehälter mit gefalteten Boden, Grube; Brotbeutel, Brotbehälter, Brotbackofen; Betonbogen des Brunnens; ein großes Fass, in der po Mühle mit Mühlen gelegt; ein solcher litauischer Volkstanz; Spiel von jungen Männern, ähnlich wie Speerwurf; Schlaginstrument, das einer Trommel ähnelt (Boden und Seiten aus unterschiedlichem Holz und Bretter mit unterschiedlicher Dicke)“ LKZ VI 749—750. Es wird im gesamten litauischen Sprachraum gesprochen — ir In den ir Dialekten von Žemaitija und Vysočina. Es ist sowohl in alten Schriften (z.B. M. Daukšos „Postilla Catholicka, p. 170), Sowohl in ir Wörterbüchern (P.) Ruigio ir Kr. Milch). Er ist in der Volksliteratur weit verbreitet (z. B. in den Liedern, die von A. Juška gesammelt wurden). Aus ihm wurde eine Vielzahl von Namen gebildet: Kubilas (20 Familien), Kubilius (361 Familien), Kubilis (12 Familien), Kubilénas (4 Familien), Kubilinas (2 Familien), Kubiliūnas (39 Familien), Kubilavicius (2 Familien), Kubilėvičius (5 Familien), Kubilinskas, Kubilinskis Familien), Kubilskis, Kubilskas Familien), Kubilnikas (2 Familien). All dies lässt die Frage berechtigt aufkommen, ob der (20 Kumpel tatsächlich eine Schuld (4 ist. Zunächst sollte beachtet werden, dass es mehrere Varianten dieses Wortes gibt. ir P. Ruigio und Kr. In Milkaus Wörterbüchern ist die Form kubilis aufgeführt: Kubbilis, lo „ein [tehend offenes GefaB; Ein Kiefen“ R I 69, Kubillis, lio, Kubilas, lo „ein offenes BottcherGefäB, ein Kiefen zum Bier“ M I 133, o F. Neselmano žodyne, be Kubilis, io „ein Kiibel, ein offenes Bottchergefil, das oben an der Öffnung enger ist als am Boden“ N 206, Wir ir finden eine seltsame io Form Kublulis, „ein aus einem Stiicke Holz gehohltes GefaB“ (Ragnit) N 207, das möglicherweise von der Kleinform *kubilulis oder *kubululis mit ausgefallenen i und u abgeleitet ist. Iš Der Begriff ist eine to Variante des Begriffs Kugelschreiber. LKŽ VI 748 (Wenn hier e nicht die im zemgalischen Dialekt i, weit ausgesprochenen gemeint sind). Eine einzige Wurzel mit dem Wort kūbilas könnte sein: lit. kub-drka, „hölzerner Behälter, Schachtel; abrinas, vogonė“, kubarkis „medinis kibiras“ LKŽ VI 748 (gal būt, su slaviška priesaga -ka iš *kub-ara, plg. kaukara „kalva, kaubrys“, kūkštara „kupra; tarpumenté; našta“), kūbikas ,,molinis medinis indelis“, kubikė „medinė sviestinė“, kūbikis „indas kruopoms, miltams laikyti; ar Kochtopf mit zwei Öfen“ LKZ VI 749, kubilké „hölzerner Behälter zum Einlegen von Butter“ LKZ VI 750 (wahrscheinlich von kübilas mit dem litauisierten slawischen Suffix -ka), kuboré, „großer hölzerner Löffel zum Aufnehmen von Butter“, kaborka, „hölzerner Behälter, Schachtel“; abrinas, vogonė“ LKŽ VI 751 (möglicher Gegenstand, von kuborė mit dem slawischen Suffix -ka; wegen der Suffixe -arir -orkaitos in den Wörtern kub-ara und kub-orė vgl. kaūkaras „,Hügel, Hügel, Hügel“: kaiikoras „u. a.“), kubūrka „hölzerner Behälter, Kiste; abrinas, vogonė“, kuburké „t. p.“ LKŽ VI 754 (möglicherweise von *kub-ura| *kub-urė mit slawischem Suffix -ka, wegen der Wechselwirkung der Suffixe -ara: -ura vgl. kaūkaras: kaūkuras), kubūlkė, kubulkė, kubulkis „hölzerner Behälter, Schachtel; 753 (von *kubula| *kub-ulė, vergl. lat. kubuls; wegen der Suffixe -ul-: -ilkaitos in den Wörtern *kub-ula| *kub-ulė und kūb-ilas vgl. juiid-ulas: jurid-ilas „der sich ständig bewegt; nenuorama, padauža“, vgl. auch kib- -uras: kib-iras „kleiner trockener Zweig“). Außergewöhnlich variiert das lit. kūbilas Entsprechung im Lettisch, vgl. lat. kubls „der Kiibel, Bottich“ ME II 297, kublis, kubla EH I 666. Diese Formen haben zweifellos ein synkopiertes u, vgl. die vollständige Form in lat. dial. Würfel ist der Würfel EH II 666. Einen synkopierten Vokal besitzt auch die Kleinform des lateinischen kublitis, kublinš „ein aus Holz verfertigtes Gefūss zur Aufbewahrung von Milch, Grūtze““ ME II 297, vgl. vollständige Form kubulinš ibid., was wohl durch das Litauische bestätigt wird. 182
ir Abstammung iš *Kubilulis ar *Kubulul. Be Suffixe -ulis, in der lettischen Sprache verwendet -als (Bd. Kubal EH I 665), -els (Bd. Deminutiv kubelelis „ein kleiner Kübel“ EH I 665) bei -ils (Bd. J. Kurmin Wörterbuch Form kubils®). Die gleiche Wurzel wie kubils, ist offensichtlich in ir lat. Kubus ,.eine grosse ciba (ein solches Gefäß); ein holzernes Trinkgefiiss; ein mit einem Deckel versehenes Gefiss aus Birkenrinde, worin man Beeren sammeln od. Tabak bewahrt“ ME II 297. In der litauischen ir Sprache gibt es folgende Varianten: kabilas/kubuls (Formante -il-|-ulkaita sind ziemlich häufig), kūbikis|kubucis (Beispiel: -ik~[-ukkaustausch plg. Durook „was drückt“ neben „drückt“) mit dem gleichen ir su ta Adjektiv kubel|kubel-elis. Das Basisverb dieser zahlreichen Konstruktionen kann als liet angesehen werden. Kübti „Jinkti (am Boden)“: Ich schlage, ich schlage schon (Großherzogtum) LKŽ VI 753, Jahre. Kubinat „decken“ ME II 297, ap-Cubinat „umlegen“ um : den Kopf des ap Schals herum „,sich umdecken“ ME I 96 (für jų semantische Beziehungen vgl. Lied. Gaūbti „umhüllen, bedecken, legen, umhüllen; benkti, riesti“ LKŽ III Diese Verben 159). sind weiterhin mit ide verbunden. su Wurzeln *keu-b|bh- ,,biegen“ Pokorny 589, gehören gr. xdrrTo „Ich schwinge, ich beuge mich“, xvpo - Ich fahre. Dass die Lexika, die verschiedene Holzgefäße bezeichnen, häufig mit Wurzeln verbunden sind, die Biegen, Rollen, su Aufhäufen bedeuten, ist ein relativ häufiges Phänomen, z.B. Lied. Weißkopf-Spitzmaulwurf „ein aus Holz geschnitztes Gefäß“ LKŽ III guodbti 736: „zu graben, zu schöpfen, zu schaufeln“ ibid. ; Bogen „ein Suppentopf, der tiefer ist als ein Teller“ LKŽ II 549 : Dübti „sinken, fallen, beugen“ LKŽ II 547; Gruben „ausgehobener Holzbehältsu er mit gefaltetem Boden“ LKŽ II 609: dudbti „eine Vertiefung vornehmen; skobti, skaptuoti“ LKŽ II 610: Knoblauch „Behältiš er für be Holzeichenmilch“ LKŽ III 692 : Gubbio „zweifeln, neigen“ LKŽ Maskera691; de III „ein Holzbehälter zum Zerkleinern von Speck; Mühle, gepresst; Holzbehälter zur ar Aufbewahrung von Fett und Speck“ LKŽ V 424 : Kükti | lehni, svirti, klupti, kumpti“ LKŽ VI 808; s. Eingang. Kumbhdh „Krug, Krug“, gr. x0dp. P0c „indas, rykas“: engl. Buckel „kupra“, Lot. Cumbo „Bett“ (< „enktis“ bzw. „Riesling“- ); Lot. Zuppa „Badewanne, Fass“ :s. Eingang. Kolah „Grube, Höhle“, verbundsu en mit id. Wurzeln *keu-p-* „zu schlagen, zu schlagen, zu schlagen“. Besonders schwer wiegt das Argument, dass Lit. Kübel, lat. kubls können baltische Wörter sein, man muss berücksichtigen, dass für Indus, Rykas im Litauischen die normale Variante der Wurzel-Kub-- ti-Vokalverir änderung mit dem Wurzelvokalismus aw verwendet wird, der Wurzel, der su wir — Hier haben wir gerade zugeordnet ir liet. Kübel, lat. Badewanne, plg. Lied. Cowboy, Cowboyrė „Holzgeschnitzter Behälter, Holzschale“ Siehe hierzu. LKŽ V 417. - Ja, das ist es. Kübilas ir lat. kubls, als semantische ir Verbindung der späteren indischen, rykischen Namen mit dem Verb kúbti su „neigen“ wäre durchaus verständlich, weil die ursprüngliche lit. Die Bedeutung von ir Kubil war offensichtlich „großer Holzbehälter mit ausgehöhltsu em Boden“, mit dem er befestigt ist iš Siehe hierzu. LKŽ VI 750. * J. Kurmin, Wörterbuch Polnisch-Lateinisch-Lettisch, Vilnius, 1858, p. 233. — Über seine Authentizität bezweifelt J. Angelus, siehe hier. K. Miihlenbach—J. Endzelin, Lettisch-deutsch Worterbuch, II, p. 297 s. v. Würfel. 183
3. Posnia Wenn man sich mit den su entsprechenden Daten der litauischen Sprache, — anderen Varianten dieses Wortes in Dialekten, Aussprache, Bedeutung besser — vertraut macht, ar entsteht Zweifel, ob es wirklich fremd ist. Der Zweifel wird durch die Tatsache verstärkt, dass dieses Wort, to, relativ leicht etymologisierbbe ar ist. Zunächst kann man feststellen, dass liet. 100 mg ir 2-mal täglich 1-2 Wochen lang * Pašnja, von iš dem das litauische Wort vermutlich stammt, hat nicht alle identischen Bedeutungen. Be die Bedeutung von „Ackerbau; das geschlossene Feld; Korn“, z. B. rus. Du hast noch „Brot, Roggen; Honigbringen, Waben im Bienenstock, Bienenarbeit“*?. Das bedeutet so viel. Sie haben keine Scheide. - Ja, das ist es. posnia Wertebereich ist deutlich größer, z.B. Poschnid (acc. Singen. Pésniq) „Gartenfelder“ Liškiava (Bd. aber Poschnia Die Papiere. Dorf), Posten „Herrenhausfelder“ Punsk, Seine (Bd. aber Der Wald von Seirijų ir Wald von Simno Gemeinde), pdsnia „Herrenhausfeld“ für Lazdijai (Barčiai), Posten (acc. Singen. 10 mg/ kg Körpergewicht „das Feld, wo früher die Weiden des Gutshofs waren“ Gudeliai, Kalvarija, pochnia ‚Feld, Boden‘ Kazlų Ruda, Salakas, Überschwemmung „Pflanzen“ Schildkröten „,summerly“ Strūnaitis „Getreide“ Daugai, Kuktiškės, Linkmenys, Palūšė, Ramaškonys, pošnia (acc. Singen. pėšnią) „gėrybė, turtas“ Dusetos, posnia (acc. Singen. pdsniq) "Güter" (acc. Singen. pdsniq) „Ort, an dem gereinigtes Getreide gegossen wird“ Onuškis. Dieveniškėse (Bd. pdsnis ,,pasélai®) ir in Šimonyse (Bd. pdsnis „‘ūkis’) wird die Form i-kaminė verwendet. A. In der Handschrift des Yushka-Wörterbuchs iš Die Verstorbenen finden wir aufgezeichnet: Pdsmé „wielkošė pola“: Der Unterton ist die Feldgröße = Lila. Hier haben wir also bereits das Suffix -m-, in ir diesem Fall, wenn man lit. Frau Slawismus, die Substitution ar des slawischen Adjektivs -n ist kaum zufriedenstellend zu erklären. In den litauischen Dialekten wird die i-kaminė Form dieses Wortes verwendet, die im Allgemeinen das Substantivflexionssystem aktiviert į (Bd. poschnid, poschne, poschni ir musia, musa, musis), widerspricht auch der Auffassung, dass das to Wort slawisch ist. Schließlich kann man noch die akute Präposition des Sprechwortes hinzufügen, die für die slawischen lietuviy-Borgen, mit Ausnahme eines anderen Falles (vgl. biesas aus *bésv), nicht charakteristisch ist. - Ja, das ist es. posnia, pésmé su priesakomis -n-, -mar -sn-, -sm- (weil das Suffix - und -m auch Wurzellose Wörter haben können, z.B. barnia, barné, barnis und baimė LKZ 12 661; bégsnis, bėgsnė und bégsmé LKZ 12 724; dognis, dogsnis und dogmė LKZ II 411) wird aus der Wurzel gebildet, die in den Verben pėšti (-ija, -ijo) „pflügen, arbeiten“ Breslau, „eifrig arbeiten, plušėti“ Rokiškis, Šimonys, pošinti „fühlen, verderben“ Lazdijai, Šėta, nach dem Vorbild kopnia: klettern, smuknia: schlagen usw., krosnis: lat. krat usw. Man kann beobachten, dass sich die Bedeutung von lit. pošnid von der scheinbar ursprünglichen Bedeutung „Boden, Feld“ bis zu „,Gut, Reichtum- “, „Bauernhof“ und sogar bis zu „viele“ ändert (vgl. „viele“ in den Dialekten der südwestlichen Hochlausitzer). Die Verbindung von Semem „Erde, Feld“ und „pflügen, arbeiten“ ist leicht zu verstehen, vgl. pflügen: drti; Boden: Erde usw. Das Verb pėšėti|pdšinti hat in der Wurzel den Vokalismus o, der der verlängerte Grad des normalen Wurzelvokals ist. Der normale Vokalismus a findet sich in den Verben ípūšti (-ija, -ijo),.iarti, įdirbti“: Žemė gera, tik reikia ją inpūšyt, tai ir der richtige Ausdruck für Tverečius, pasyti,kedenti (Wolle) Rimšė und, zweifellos, im mit ihnen verwandten pasyti (paso, passé) „tragen, keden (z.B. Wolle, Leinen, Pappeln usw.); Mischen (über Karten)“ DLKZ 556. Das Verb pasyti von pasyti unterscheidet sich in der Flexion (die erste ist 10 B. Jlaas, TojikoBbili cJioBapb »KHBoro BeJukopycckoro si3biKa, III, 1955, S. 25. 184
Einschneiden des Stammes) und die Stelle des Einschneidens. Die etymologische Identifizierung dieser Verben stellt keine größere Schwierigkeit dar, da sowohl die Flexionsals auch die Deklinationsschwankungen recht häufig sind, vgl. pasyti, -ija, -ijo| pasyti, paso, -ė ir Iopyti, -ija, -ijo| Idpyti, -o-, -ė LKZ VII 651, Iiūodyti, -ija, -ijo] lūodyti, -o, -ė LKŽ VII 690 ir kt. ; dėl kirčio vietos plg. pasyti| pasyti ir maigyti| mdigyti, mangytis| mdngytis. Da die Verbindung von pasyti mit dem ursprünglichen Verb pėsti völlig offensichtlich ist, folgt daraus, dass die Verben pasyti „,kedenti (Wolle); nahe, arbeiten- “, posyti „nahe, arbeiten; fleißig arbeiten, plušėti“, pdsinti „brechen, verderben“, pašinti Liškiava, pošinti Sventežeris,,maiSyti (über Karten)“ (: pašyti,,maiSyti (über Karten)“) sind ebenfalls Veden des Primärverbs pėsti. Für die semantisch-derivativen Verbindungen des Substantivs posnia mit pésyti, pasyti, pašiti und schließlich mit pėsti kann man eine Parallele aus dem Lettisch ziehen. B. Jégers zeigte, dass das lateinische Däsums „Waldplatz abholzen, abholzen, begleiten“ aus dem Verb pūost „reinigen, sdubern, fegen, aufriumen“ hergestellt wurde; Wurzeln; Putzen, schmiicken etc.“ (Bd. dar puost,,einen Baum beschneiden; roden“: Kuchen aus „aushauen“ EH II 347), dem in der litauischen Sprache puėšti, puošti, „dekorieren, verschönern“ entspricht; dressen, anziehen- “, und dass lateinisch pūost, also auch lit. pudsti, schmücken, weiterhin mit lit. pėsti „haare, Federn, Heu usw. pflügen, ziehen“ verbunden ist*. Es ist auch zu beachten, dass die Inhaltssegmente „Waldflächen abholzen, Holzernte, Begleitung“ mit den Segmenten „Erde“ und „Pflanzungen, Boden“ verbunden sind. Diese Bedeutung hat auch der lit. Dialekt. Verzierung (ohne Akzent) „Einsamer, verlassener Ort“: Die Klette wächst in den Ornamenten. Da, wie hier bewiesen werden wollte, lit. pošnid, pošmė wahrscheinlich auf dem Boden der litauischen Sprache entstanden ist, sind die slawischen Wörter rus. ndiursa, dial. Namus, baltar. namnf (vgl. auch russ. pašonja) bildet eine typologische Parallele. Auf typologisch ähnlicher, aber genetisch unterschiedlicher Grundlage (vgl. lit. pasyti, p Ošinti, abgeleitet von pėšti, und sl. pachate, hier mit sl. pasti „weiden- “, hier mit pachdto,- ,véduoti; fegen“?, hier mit dem tschechischen para ti „rauben“ *) entstanden durch die geographische Berührung der baltischen und slawischen Sprachen, durch unmittelbare Kontakte und durch eine gewisse Konvergenz der baltischen und slawischen Grenzdialekte in diesen Sprachen neue semantisch und funktional ähnliche Lexika. Diese Konvergenz äußert sich nicht nur in der Bildung paralleler Gemeinschaften, sondern scheint auch durch den dominierenden Einfluss einer Dialektgruppe auf die andere zu erfolgen: So könnte beispielsweise die litauische sprichwörtliche Bedeutung „Hoffeld“ durch die im Hof verwendete slawische Sprache gefördert worden sein. 4. šišava Nachdem ich in der Beschreibung des Tverečiaus-Dialekts von J. Otrembski das lit. šišava,,zbiorowisko małych dzieci“ gefunden hatte! *; F. Specht betrachtete ihn in einer 1951 veröffentlichten Anmerkung als ein tief altes Erbe: „Lit. šišavd ist eine regelrechte Ableitung aus einem u-Stamm *šišus, der genau ved bedeutet. Sisu-,,Kind, jugendlich“ entspricht*“!5, In einem ein Jahr später erschienenen Artikel meinte E. Fraenkel dagegen, dass das lit. *šišis, aus dem šišava hergestellt wurde, über die slawischen Sprachen (vgl. russisch wu „Walle“) in die ugrofinnischen Sprachen gelangt sei. 11 B. Jėgers, Verkannte Bedeutungsverwandtschaften baltischer Worter, K Z, 80, 1966, S. 13 ff. 12 M. Vasmer, Russisches etymologisches Wörterbuch, II, Heidelberg, 1955, S. 326—7. 13 Georg Y. Shevelov, Eine Vorgeschichte des Slawischen, Heidelberg, 1964, S. 133. 14 J. Otrebski, Ostlitauische Twerische Namen, I, S. 166. 15 Fr. Specht, Litauisch šišava, KZ, 69, 3/4, 1951, S. 184. 185
Wort (vgl. estnisches siss „Räuber- “)! *, Es besteht kein Zweifel, dass sich E. Fraenkel mit dieser Annahme auf das,,Wörterbuch der lettischen Sprache“ von K. Mühlenbach und J. Endzelyn stützte, wo es heißt: „Sisis,,1) ein Morder, Rūuber etc. ; 2) ein kleines Kind“; Im Bett. 1 direkt oder durch r. www,,Vagabund, Franctireur“ aus estn. "Rūuber- ", wie ist es hier wirklich? Litauisch šišava (acc. sing. šišavą) „Kinder“ wird nur in einem kleinen Gebiet des östlichen Litauens (Mielagėnai, Paringys, Tverečius, Vidiškės) verwendet. Dies ist jedoch noch keine Grundlage, um es als fremdes Wort zu betrachten. Es hat eine klare kollektive Bedeutung. Das zeigt sich schön aus den Daten des Mielagėnų Dialekts: ein ungezogenes, unruhiges Kind wird hier mit dem Wort šiSas bezeichnet, und ihre Gruppe —šišava, vgl. die analoge Bedeutung Sunava,,- Sunes*, velniava „Teufel“, žydava „Juden“ Tverečius, bernava „Knaben“ Ceikiniai, Daugėliškis usw. *3 So ist šišava eine klare Ableitung des Substantivs šišas „Kind“, vgl. das bereits erwähnte šišas „böses Kind, unruhig“ in Mielagėnai. Das Substantiv šišas hat noch weitere Bedeutungen, z.B. šišas „,Mädchen, Hirte, schwacher Mann, Frosch“: Kožnas šišas überall kišas Troškūnai, šišas,,unnachgiebiger, böser Mann“: Solch ein šišo überkalbési Lyduokiai, šišas,,Padikimas, siutas; Kreative Inspiration“ DLKZ 810. Diese Substantive, vgl. auch šišus „böse, niurzgus“ (ohne Akzent) Tauragnai, šišūs „geschlagen, geschlagen (über Lehm)“ Gegužinė, sind weiter mit den Verben šišti, šįšta|šįša, šišo (ohne Akzent),,- pykti, dūkti, siautėti“ Tauragnai (könnte auch šyšti, šyšo sein, da aufgrund der Verlängerung der akzentuierten Vokale die Menge des Vokalismus der Wurzel unklar ist); šišti, šįštū „excandesco, užsidega, užpykstu“ Kvėdarna (K. Jauniaus bezeugt) und noch weiter, offenbar mit šįšta „beginnen zu schasti“ Bg II 244, šišti, šyštū, šišaū,,šašti“ NdZ IV 501, (nu)-šišęs „grindig, raudig“ N 520, K 278, 429. Die Inhaltsplansegmente „,zürnen, wüten, rasen, dücken“ und „,schnappen, schnappen, faulen“ (vgl. lit. šūšas, „schnappen, schmerzen“ Upyna, lat. sasi „kleine Geschwiire; eiternde Driisen (hauptsūchl. im Genick)“ ME III 745) ist die Manifestation in einem Segment der Ausdrucksebene durchaus möglich, vgl. lit. didėti „,bartis, rietis, vaidytis, nesugyventi“, slov. jad "Würze, Wut; „Vergiftung“, jdditi, „Übelkeit, Ärger, Ärgernis- “: s. dt. Höhe. eiz,,Schmerz, Geschwür, eitrige Schwellung“, eitar „Eiter“, gr. otdoc „Geschwür, Schwellung“: lat. idra, idrs „das faule Mark eines Baumes®; s. l. gnėvo „Zorn, Bosheit, Wut“: s. rus. bažn. gnévs „fäulnis- “, s. sl. gniti „pusten, gestikulieren“. Die erwähnten litauischen Wörter haben weiterhin dieselbe Wurzel wie lit. šūšas „Kruste, die sich auf der Oberfläche einer Wunde oder eines Geschwürs gebildet hat usw.“ und lat. sass, „Schorf auf einer halbverheilten Wunde usw.“ ** und, offensichtlich, lat. šešti, „ohne Grund wütend sein, Anklagen suchen, knisti“ (ohne Akzent) Tauragnai. Die litauische Wurzel ist šišresp. Im Wortsteckplatz haben wir die Inhaltsplansegmente „sprühen, stinken, faulen; „Schasch“:,(unartiges) Kind; Weißkopf, Milchschnabel, schlanker Mann“-Konfrontation. Das ist ein semantisches Phänomen, das Parallelen auch in anderen Fällen hat, wo diese Segmente der Inhaltsplanung ebenfalls in einem Segment der Ausdrucksplanung manifestiert werden, z.B. in shasha-- walkis „meprireif Apfel oder unreifer Mensch, Kind“ Biržai, wo die erste Komponente zweifellos der Haufen ist (vgl. noch letzteres 16 E, Fraenkel, Zwei Nachtrüge. 2) Ostlit. Sifava,,Schar kleiner Kinder“, K Z, 70, 3/4, 1952, p. 240; plg. LEW, S. 990-991. 17 K. Miihlenbach — J. Endzelin, Lettisch- -deutsches Worterbuch, III, p. 849. '* Weitere Informationen siehe. P. Skardžius, Die Wortbildung der litauischen Sprache, Vilnius, 1941, S. 379 usw. 19 Plg, E. Fraenkel, LEW, S. 966. 186
Bedeutung: „schlanker Mensch, Milchschnabel“ (LD50 798); Busch „Krätze, Akne; ein Schurke, ein Bösewicht; vaikagalys“ LKZ VI 409; vgl. auch gėbenė (und gebėnė (?), gebenė) „Blase, Pickel, Ausschlag; 1931: Kleine Geschichten, 1931. Die auffälligste Parallele zu dieser semantischen Konfrontation bildet das litauische šašavd,,- kleine Kinder“ Mielagėnai, das zweifellos die kollektive Bedeutung des Substantivs šūšas bezeichnet, wie das lateinische sass, das neben vielen anderen Bedeutungen auch die Bedeutung „ein Kind, ein Jüngling (verūchtlich)“ EH II 450 hat, die mit,,Schorf auf einer halbverheilten Wunde“ koexistiert. Also, schematisch zusammengefasst, kann festgestellt werden: "Schachtel": "(unartiges) Kind" Busch + + Sasas + + (Sasava) la. sass + + šišas 0 + (Schnitzel) Anstelle der Null (0) erfordert die Symmetrie des Schemas die Eintragung des Semes „šašas resp. šašti“, das genau das Lexikon šišti hat, Das heißt, das hier vorgelegte Material erlaubt es, lit. šišava „Kinder, ihre Gruppe“ als ein Wort der litauischen Sprache mit kollektiver Bedeutung zu betrachten und es mit lit. šišas „ein ungezogenes Kind, unruhig; Vaikėzas, Hirte, unbedeutender Mensch, Frosch etc.“, šišti „,schwärmen“, šešti, „ohne Grund wütend werden, Anstöße suchen, schreien- “, §@sas, lat. sass u.a. Sehr unklar lat. sisis,,Mo6rder, Rūuber etc. ; verichtliche Leute; Ursprung von „ein kleines Kind“. Es gibt keinen ernsthaften Grund zu behaupten, dass es aus dem Estnischen entlehnt wurde, vgl. est. siss, sissik „Räuber, Raubtier- “, allerdings ist auch die ugrofinnische Herkunft dieses estnischen Wortes und seines finnischen Entsprechungswortes sissi, sissika, „excursor militaris in silvis, latro, praedo silvestris“ nicht ganz sicher: J. Mikkola hält sie für russisch. In: „Süddeutsche Zeitung“ (Süddeutsche Zeitung). Auf der anderen Seite kann man nicht mit Sicherheit davon ausgehen, dass es auch baltisch ist, obwohl einige Umstände (siehe unten) dafür sprechen. Das lateinische Wort sisis könnte morphologisch dem litauischen šišis, „SykStuolis“ für Alsėdžiai, Žilinas entsprechen (vgl. auch šišė „schykštuolė“ J I 405), obwohl ihre Bedeutung weit entfernt ist. Das lateinische Wort sisis in der Bedeutung „ein kleines Kind“ kommt besonders dem litauischen šišava, „Kinder, ihre Schar“ und šišas, „Kind, Hirte, kleiner Mensch, Frosch“ nahe, was als ein gewichtiges Argument für seine baltische Herkunft angesehen werden kann. Seine Bedeutung ist,,Morder, Rūuber; Marodeure“ könnte auch auf dem lettischen Boden entstanden sein, vgl. die Bedeutungen, die lit. šašvalka „Nenaudler, Walkata“ in Baisogala, Kuršēni, Skirsnemunė, Upyna, Sasvalka „Walkata“ in Tver hat. Wie das lateinische Wort sass (= Haufen) zeigt, konnte das Lettische früher auch Formen mit e-Vokalismus haben, neben denen ganz leicht, besonders durch Interjektionen, auch Formen mit i-Vokalismus entstehen konnten, ähnlich wie im Litauischen. K BONPOCY O HEKOTOPbIX 3AHMCTBOBAHHSX JIMTOBCKOTO S3bIKA C. KAPAJIIOHAC Pesiome IlpuBojįjuTCS51. HOBbIK MATEpHAJI JIATOBCKOTO H JIATbILICKOTO SI3bIKOB, YKa3bIBAIOMMHA HA TO, 4TO HET JIOCTATOYHOrO OCHOBAHHSA JMT. Dank „OjaronapuHocTs“, kūbilas,uaw, Kanab, KanKa“, posnia „HHBa, nammsi; XJIeOa, >xHTO H Ap.“, šišava,,Barara (netefl)“ cuHTaTLb 3aHMCTBOBAHHAMH. 20 J. J, Mikkola, Beriihrungen zwischen den westfinnischen und den slavischen Sprachen. I. Slavische Lehnworter in den westfinnischen Sprachen, Helsingfors, 1894, p. 167. 187
