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A. Kašarausko leksikografiniai darbai

J. Kruopas

Full text

LEKSIKOS TYRINĖJIMAI LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA A. Kašarauskas’ lexikografische Arbeiten J. KRUOPAS A. Kašarauskas (1821–1882), der auf Polnisch mit Kossarzewski unterzeichnete, war ein Mann von sehr umfassender Bildung und weitreichenden Ambitionen. Er trat als autodidaktischer Naturforscher, Heimatforscher und Archäologe, als Sammler folkloristischen Materials und sprachlicher Daten, als Mitarbeiter im Pressewesen und überhaupt als bedeutender Kulturträger hervor. Er interessierte sich für die Beziehungen der litauischen Sprache zu den anderen indoeuropäischen Sprachen, schrieb über die Bedeutung des Litauischen für die vergleichende Sprachwissenschaft, rief dazu auf, die litauische Literatursprache zu pflegen und zu bereichern, sammelte Wörter, Ortsnamen, Familiennamen und weiteres sprachliches Material und interessierte sich für die litauische Lexikografie. Nach seiner Verbannung infolge des Aufstands von 1863 nach Sibirien hatte A. Kašarauskas keine Möglichkeit, sich auf dem Gebiet der Erforschung der litauischen Sprache zu betätigen. Doch hinterließ er mit seinen früheren Bemühungen, den lexikalischen Reichtum zusammenzutragen, ein russisch-litauisches Wörterbuch zu erstellen und die Arbeiten anderer Lexikografen hervorzuheben, bedeutende Spuren in der litauischen Lexikografie, auf die hinzuweisen sich lohnt. Zur Beschäftigung mit der litauischen Sprache, zu Veröffentlichungen über ihre Bedeutung für die Wissenschaft und die Notwendigkeit, eine nationale Literatur zu schaffen, wurde A. Kašarauskas vor allem von ausländischen Sprachwissenschaftlern angeregt, die die Bedeutung des Litauischen für die vergleichende historische Sprachwissenschaft hervorhoben, in ihren Arbeiten häufig Beispiele aus der litauischen Sprache verwendeten und selbst die Sprache mehr oder weniger erforschten. A. Kašarauskas verfolgte die ausländische linguistische Literatur und interessierte sich für jene Arbeiten ausländischer Linguisten, in denen von der litauischen Sprache die Rede war oder ihre Daten herangezogen wurden. In seinen in der polnischen Presse veröffentlichten Artikeln „Znaczenie języka litewskiego w względzie naukowym“ [„Die Bedeutung der litauischen Sprache für die Wissenschaft“; im Folgenden mit I. bezeichnet.]1 und „Rzecz o litewskich słownikach i ogólny pogląd na kraje litewskie“ [„Über litauische Wörterbücher und ein allgemeiner Überblick über die litauischen Länder“; im Folgenden mit II bezeichnet]2 zitiert oder erwähnt er A. F. Pott, J. Grimm, A. Schleicher, Bugge, Chavee und andere berühmte Sprachwissenschaftler jener Zeit. Besonders bewundert er A. Schleichers Reise nach Litauen, dessen Erlernen der litauischen Sprache bei einfachen Bauern und seine in deutscher Sprache in Prag herausgegebene „Grammatik der litauischen Sprache“ (1856), die für die gesamte linguistische Welt das grundlegende Werk zur Kenntnis der litauischen Sprache war. Über die litauische Sprache und das Interesse ausländischer Sprachwissenschaftler an ihr schrieb A. Kašarauskas: „Jeśli każdemu narodowi, choćby niewiele pretensyi mającemu do sławy, wolno upomnić swój język, używając go w literaturze jako cząstki od Boga mu danej: cóż dopiero mówić o języku Litewskiem, który w stosunku do tamtich nie karłim, ale olbrzymim jest prawdziwie; który śmiało nazwać można Sanskrytem wszystkich języków, ile ich jest nam znanych; który od tąd nie samemu Litewskiemu służyć ma narodowi, ale sądzę, iż nieodbicie potrzebny będzie w nauce dla 1 Pismo zbiorowe Wileńskie na rok 1859, Wilno 1858, p. 163—175. 2 Ten pat, 1862, p. 133—222. 189 wszystkich Europejskich, a nawet Zaeuropejskich oświecenszych ludów? Dziwno jest rzeczą, iż język tak ważny, jeden najszlachetniejszy w Europie, tak późno poznanym został przez obcych, tak mało u nas cenionym jest dotychczas; jeszcze dziwniejsza, iż pierwszymi głosicielami jego zalet byli nie Litwini ani Polacy, ale Niemcy nasi sąsiedzi, za nimi Francuzi, Anglicy, Włosi, na ostatku Słowianie“ (I, p. 164). [Wenn es jedem Volk, auch wenn es nur geringe Ansprüche auf Ruhm hat, gestattet ist, seine Sprache zu bewahren und sie als einen von Gott gegebenen Teil in der Literatur zu verwenden, was soll man dann erst von der litauischen Sprache sagen, die im Vergleich zu den anderen kein Zwerg, sondern wahrhaftig ein Riese ist; die man kühn als das Sanskrit aller uns bekannten Sprachen bezeichnen kann; die von nun an nicht nur dem litauischen Volk dienen soll, sondern, wie ich meine, für die Wissenschaft aller gebildeten Völker Europas und sogar jenseits Europas unabdingbar sein wird. Es ist erstaunlich, dass eine so bedeutende, edle Sprache Europas so spät von Fremden erkannt und bei uns bis heute so wenig geschätzt wurde. Noch erstaunlicher ist, dass ihre ersten Verkünder nicht Litauer oder Polen, sondern unsere Nachbarn, die Deutschen, waren, gefolgt von den Franzosen, Engländern, Italienern und zuletzt den Slawen.] Das Interesse von Menschen anderer Nationalität an der litauischen Sprache weckte A. Kašarauskas’ patriotische Gefühle und stärkte seine Liebe zur Muttersprache. Er wurde zum Verteidiger und Lobredner einer Sprache, die vom Adel und den höheren Ständen vergessen, verachtet und verfolgt wurde, und bemühte sich übertrieben, sie unter den anderen indoeuropäischen Sprachen an einen möglichst bedeutenden und ehrenvollen Platz zu erheben. So preist A. Kašarauskas an anderer Stelle seines Artikels über die Bedeutung der litauischen Sprache für die Wissenschaft das Litauische: „...język Litewski, będąc jednym z najdawniejszych i najdoskonalszych, jest najbliższym pierwotnego, a tém samém jakby świętym, rytualnym, zasadniczym dla dalszych. Przewyższa on swą dawnością i pierwotnością nietylko wszystkie Europejskie, ale nawet stary Indyjski język, którego wielka liczba pierwiastków jest tylko skróceniem i zepsuciem Litewskich rdzeni. Same nawet klasiczne, tak słynące w starożytności, tak zawołane dzisiaj języki, jakiemi są Łacinski i Grecki, mniej mają wartości od Litewskiego“ (I, p. 166). [Die litauische Sprache, eine der ältesten und vollkommensten, steht der Ursprache am nächsten und ist daher gleichsam heilig, rituell und Grundlage der späteren Sprachen. Aufgrund ihres Alters und ihrer Ursprünglichkeit übertrifft sie nicht nur alle europäischen Sprachen, sondern sogar die alte indische Sprache, deren zahlreiche Wurzeln lediglich Verkürzungen und Verformungen litauischer Wortstämme sind. Selbst die klassischen Sprachen, die in der Antike so berühmt waren und heute so hoch gepriesen werden – Latein und Griechisch –, sind weniger wertvoll als das Litauische.] Da A. Kašarauskas die litauische Sprache als Schlüssel zur Erkenntnis anderer Sprachen (I, p. 167) und zur Erklärung der Herkunft von Wörtern ansah, stellte er mitunter nicht verwandte Wörter in Beziehung zueinander und schuf kühn unbegründete, naive Etymologien, obwohl er selbst schrieb, dass „wer etymologische Schlussfolgerungen ziehen will, sich auf das Wesen der Sprache stützen muss und die Wege und Gesetzmäßigkeiten des Wandels, die im Laufe der Jahrhunderte auf die Sprache eingewirkt haben, gut kennen muss“ (I, p. 170). Mit seinen Auffassungen über die litauische Sprache und seinen Etymologien war A. Kašarauskas einer der Vorläufer der romantischen Sprachverehrung und unbegründeten Etymologien der „Aušra“. Er dürfte für andere Patrioten und Liebhaber der litauischen Sprache (A. Baranauskas, Pr. Viksva, K. Kairys) eine Autorität gewesen sein3. Diese übertriebene und naive Erhöhung und Verherrlichung der litauischen Sprache missfiel einigen polnischen Sprachwissenschaftlern, insbesondere J. Karlowicz, der sich in seiner Untersuchung der litauischen Sprache „O języku litewskim“ (1875) über die erwähnten Artikel A. Kašarauskas’ folgendermaßen äußert: „Leider finden wir weder in dem einen noch in dem anderen Beitrag Kritik noch eine Kenntnis der Sprachgeschichte, S. 3 P. Jonikas, Die litauische Sprache und ihre Wiederbelebung vor „Aušra“. – „Mūsų senovė“, Bd. III, Nr. 1 (10), Kaunas, 1940, S. 25. 190 K[ašarausko]-Artikel“ (S. 200). „Es passt tatsächlich nicht in den Kopf, wie ein Autor, der Schleicher, Pott, Grimm, spezielle Berliner sprachwissenschaftliche Zeitschriften und viele andere Größen zitiert und wiederholt eine völlig richtige Ansicht geäußert hat, sogleich in einen derart ungeheuren Unsinn verfällt, wie ihn nicht nur ein Philosoph, sondern auch der einfachste Sterbliche nicht einmal träumen würde“ (S. 195)4. A. Kašarauskas betont mehrfach, dass die litauische Sprache nicht nur für die vergleichende Sprachwissenschaft wichtig ist, sondern dass sich auch die Forscher der Geschichte, Archäologie, Geografie und anderer Fachgebiete Litauens auf sie stützen müssen: „Uns Litauer sollten vor allem die litauische Nationalität und Sprache interessieren, die selbst unter anderen Nationalitäten und Sprachen den wichtigsten Platz einnehmen. Heute kann man nicht mehr ohne die litauische Sprache auskommen, denn wir sind fest davon überzeugt, dass Archäologie, Geschichte und alte Geografie so lange keine sicheren Grundlagen und keine geklärte Terminologie haben werden, bis uns bei unseren Forschungen der ganze Reichtum der litauischen Sprache zugänglich ist; denn bislang herrschen in unseren wissenschaftlichen Studien, insbesondere den etymologischen, in der Tat große Verwirrung und Unordnung; manchmal muss man geradezu Mitleid empfinden, wenn man sieht, wie Gelehrte mit umfassender Gelehrsamkeit sich abmühen und tausend Vermutungen anstellen, wo die Sache ganz einfach und für unseren Bauern leicht zu erraten ist“ (II, S. 148). [Uns Litauer sollten vor allem die litauische Nationalität und Sprache interessieren, die selbst unter anderen Nationalitäten und Sprachen den wichtigsten Platz einnehmen. Heute kann man nicht mehr ohne die litauische Sprache auskommen. Wir sind fest davon überzeugt, dass Archäologie, Geschichte und alte Geografie so lange keine sicheren Grundlagen und keine fundierte Terminologie haben werden, bis uns bei unseren Forschungen der ganze Reichtum der litauischen Sprache zugänglich ist. Bislang herrschen in unseren wissenschaftlichen, etymologischen Forschungen in der Tat große Verwirrung und Unordnung; manchmal ist es geradezu bedauerlich zu sehen, wie Gelehrte mit umfassender Bildung sich abmühen und tausend Vermutungen anstellen, wo die Sache einfach und für unseren Bauern leicht zu erraten ist.] A. Kašarauskas hob zu Recht hervor, dass die Sprache eine wichtige Quelle für die Erforschung der Vergangenheit ist und dass man sie in verschiedenen Untersuchungen sachkundig nutzen muss. Es ist jedoch bedauerlich, dass auch er selbst sich oft zu unbegründeten Etymologisierungen und Spekulationen hinreißen ließ, ohne sich strikt an die Gesetze der Sprachgeschichte zu halten, und sich sehr häufig von der oberflächlichen Ähnlichkeit von Wörtern und Eigennamen verschiedener Sprachen leiten ließ. A. Kašarauskas ging es nicht nur darum, die Bedeutung der litauischen Sprache für die Wissenschaft hervorzuheben, sondern auch darum, sie wiederzubeleben und zu fördern sowie eine litauische Literatur zu schaffen. Er wendet sich gegen die Geringschätzung der litauischen Sprache, gegen die Scham, sie zu sprechen, und gegen ihre Vermeidung; vielmehr ruft er dazu auf, die Muttersprache zu pflegen und die litauische Literatur zu bereichern: „Inzwischen möchten wir unsere Landsleute bitten, alle Vorurteile und Befangenheiten abzulegen und sich mit vereinten Kräften ans Werk zu machen, um unsere Nationalliteratur zu erweitern, die der Allgemeinheit so großen Nutzen verspricht. Bedeutende Talente auf dem Gebiet der Literatur in dieser Sprache, sogar der schönen Literatur, bereiten sich bereits vor, wie etwa Herr Akielewicz, Fräulein Proniewska, Pater Baranowski, Herr Zagórski, Herr Malinowski und viele andere, die ich nicht erwähne. Wir haben also keinen Grund, über einen Mangel an Schriftstellern und an denkenden Köpfen mit höherer Bildung und Einsicht zu klagen. Haben wir etwa nicht den hochwürdigsten Herrn Bischof Maciej Wołonczewski, unseren verdienten Herrn Symon Dowkont, Pater Otto Proniewski, Pater Hieronym Raczkowski, den seligen Pater Ambroży Pabreż, die durch ihre umfangreichen, wenn auch nur teilweise gedruckten Arbeiten unvergänglichen Ruhm hinterlassen?“ (I, S. 173). [Inzwischen bitten wir 4 P. Jonikas, ebenda. 191 ihre Landsleute, nach Ablegung verschiedener Vorurteile und Befangenheiten mit vereinten Kräften daran zu gehen, unsere Nationalliteratur zu bereichern, die unserer Gesellschaft großen Nutzen verspricht. Dafür bereiten sich bereits bedeutende Talente in der Literatur dieser Sprache, auch in der Belletristik, vor, zum Beispiel: Akelaitis, Praniauskaitė, Baranauskas, Zagorskis, Malinauskas und viele andere, an die ich mich nicht erinnere. Wir haben keinen Grund zu beklagen, es fehle an Schriftstellern und Menschen mit umfassender Bildung und Einsicht. Haben wir etwa nicht Bischof Motiejus Valančius, den uns hochverdienten Simonas Daukantas, Otonas Praniauskas, Jeronimas Račkauskas und den seligen Ambroziejus Pabrėža, die mit ihren großen, wenn auch nur teilweise veröffentlichten Werken unvergänglichen Ruhm hinterlassen? Da sich A. Kašarauskas für die litauische Sprache interessierte und über ihre Bedeutung für die vergleichende Sprachwissenschaft und andere Wissenschaften schrieb, musste er auch mit den Wörterbüchern der litauischen Sprache vertraut sein, die für ihn wichtige Quellen zur Erforschung des Litauischen und zur Hervorhebung seiner Bedeutung für die Sprachwissenschaft sein konnten. Welche Arbeiten auf diesem Gebiet A. Kašarauskas kannte, wie er sie beurteilte und was er mit den von ihm hinterlassenen Sammlungen litauischer Wörter bezweckte, die für die litauische Lexikografie von Bedeutung sind, geht deutlich aus dem erwähnten Artikel A. Kašarauskas’ über die Wörterbücher der litauischen Sprache hervor. Darin führt er an, welche Wörterbücher benötigt werden und zusammengestellt werden müssen: „Es ist unser Anliegen und unser inniger Wunsch, dass gebildete und die Wissenschaft unterstützende Menschen sich auf irgendeine Weise daran beteiligen, drei große und außerordentlich wichtige Werke zu verfassen, nämlich: 1) ein Wörterbuch der gemeinsprachlichen litauischen Wörter; 2) ein Wörterbuch der Personen- und Familiennamen; 3) ein Wörterbuch der Eigennamen von Orten, also der geografischen Namen“ (II, S. 147). [Es ist unser Anliegen und unser inniger Wunsch, dass gebildete und die Wissenschaft unterstützende Menschen sich auf irgendeine Weise daran beteiligen, drei große und außerordentlich wichtige Werke zu verfassen, nämlich: 1) ein Wörterbuch der gemeinsprachlichen litauischen Wörter, 2) ein Wörterbuch der Vor- und Familiennamen, 3) ein Wörterbuch der Eigennamen von Orten oder der geografischen Namen.] Zunächst spricht A. Kašarauskas über die Bedeutung eines Wörterbuchs der litauischen Gemeinsprache und die Bemühungen, ein solches zusammenzustellen. Aus seinen Angaben geht hervor, wer auf dem Gebiet der litauischen Lexikografie tätig war, welche Aufgaben er den Verfassern des Wörterbuchs stellte und in welchem Umfang er selbst zu dieser Arbeit beitragen konnte. Diese Bemerkungen A. Kašarauskas’ sind für die Geschichte der litauischen Lexikografie sehr wichtig; daher empfiehlt es sich, sie vollständig zu zitieren: „Nichts belebt und steigert den Wert toter Erinnerungsstücke so sehr, wie wenn wir in lebendiger Rede von ihrer Bedeutung hören, ihre Namen kennenlernen, uns mit ihren ersten Besitzern vertraut machen und ihre Sprache näher kennenlernen. Der erste und innigste Wunsch eines jeden Literaten hier in Litauen, der die Dinge gut versteht, ist es, einen Schatz der Volkssprache* zu besitzen, das heißt ein Litauisch-Polnisches Wörterbuch nach dem Vorbild von Linde, Grimm oder in irgendeiner anderen Gestalt, vollständig ausgearbeitet. Viele Litauer schreiben bereits und arbeiten auf dem Gebiet der Lexikografie; unter anderem müssen wir die Herren Szymon Dowkont, Kajetan Niezabitowski, die Professoren I. W. Juszkiewicz und Ugiański, M. Akielewicz, W. Lwiński, K. Dauksza, Pater Miężyłowicz, S. Przyalgowski und Pater Juszkiewicz nennen, ganz zu schweigen vom früheren Pater Syrwid und den vor kurzem verstorbenen Wörterbuchverfassern, zu denen vor allen anderen Szymon Staniewicz, Dyonizy Paszkiewicz, der Dominikaner Pater Sutkiewicz und Pater Pabreż, ein Sammler botanischer Wörter, gehören. Ihre Arbeiten sind jedoch teilweise, verstreut- * In dieses Wörterbuch sollten keine neu gebildeten wissenschaftlichen Wörter aufgenommen werden (diese sollten ein eigenes Wörterbuch haben), sondern ausschließlich Wörter, die aus dem Mund des Volkes geschöpft sind; denn nur sie sind das wahre Eigentum der Nation. 192 … zusammengestellt, nicht einem Einheitssystem untergeordnet; vorläufig können wir von ihnen keine allgemeine vollständige Sammlung erwarten. Wir haben auch einige bessere litauische Wörterbücher in deutscher Sprache, etwa die von Haack, Ruhig und Mielcke, doch sind auch dies nur Kompendien, aus denen sich kein Bild vom Reichtum der Sprache gewinnen lässt. Wenn, wie wir hoffen, bald eine zweite Auflage von Nesselsmanns litauisch-deutschem Wörterbuch erscheint, werden wir eine etwas vollständigere und recht umfangreiche Wörtersammlung haben; dennoch wird darin gewiss noch nicht einmal die Hälfte der litauischen Sprache zu finden sein. Gut wäre es, wenigstens dieses aus dem Deutschen ins Polnische zu übersetzen, solange es an einem umfangreicheren Werk fehlt. Außer Herrn Akielewicz setzt Herr Stanisław Mikucki bei uns die größten Hoffnungen als Lexikograf; bei der uns bekannten Gelehrsamkeit und eisernen Arbeitsamkeit verfügt er über einen beträchtlichen Wortschatz und eine große Fülle verschiedener Wendungen, sodass er allein Nesselsmanns Sammlung, wenn nicht verdoppeln, so doch mindestens um die Hälfte vergrößern könnte. O, wenn sich doch ihre edlen Bestrebungen und so verdienstvollen Arbeiten irgendwie vereinen ließen! Was uns betrifft, so hatten und haben wir wegen unserer schwachen Gesundheit und der Zerstreuung unserer Aufmerksamkeit auf viele Gegenstände nicht vor, uns einer so gewaltigen Arbeit zu widmen, die unablässigen Fleiß erfordert; daher haben wir unsere Wörtersammlungen, die wir in freien Stunden zusammengetragen hatten, ohne sie selbst zu ordnen, Freunden und Bekannten überlassen. Von überallher treffen gegenwärtig die erfreulichsten Nachrichten über die Bemühungen ausländischer Gelehrter ein, bis hin zu ganzen Vereinigungen, die der Erweiterung sprachwissenschaftlicher und lexikografischer Kenntnisse dienen sollen — überall zeigen sich in dieser Hinsicht Bewegung und Tätigkeit. Gelehrte würden gern nicht nur in den europäischen, sondern in allen Sprachen der Welt sprechen, schreiben und drucken. Dieses Bedürfnis entspringt dem Sprachvergleich; daher erscheinen jährlich zahlreiche Lexika unterschiedlichen Umfangs und Materialien dazu, sodass manche das gegenwärtige Jahrhundert bereits das Jahrhundert der Wörterbücher nennen wollen. Bei uns ist auf diesem Gebiet bislang wenig geleistet worden, und es wäre Zeit, ernsthaft darüber nachzudenken und nach und nach beizutragen, damit aus Kleinem etwas Großes werden kann“ (II, p. 135 – 136). [Nichts belebt und erhöht den Wert lebloser Denkmäler so sehr wie Erzählungen, lebendige Worte über ihre Bedeutung, wenn wir ihre Bezeichnungen verstehen, mit ihren ersten Besitzern vertraut werden und ihre Sprache näher kennenlernen. Der erste und heißeste Wunsch eines jeden Literaten hier in Litauen ist es, einen Schatz der Volkssprache zu besitzen,* das heißt ein litauisch-polnisches Wörterbuch wie das von Lindė, Grimm oder ein anderes, ähnlich umfassend angelegtes Werk. Viele Litauer arbeiten bereits auf dem Gebiet der Lexikografie; unter ihnen müssen wir Herrn Simanas Daukantas, Kajetonas Nezabitauskas, die Professoren I. V. Juškevičius und Uogianski, M. Akelevičius, L. Ivinskis, K. K. Daukša, Pfarrer Miežitavičius, S. Prialgauskas und Pfarrer Juškevičius nennen, ganz zu schweigen vom früheren Pfarrer Širvydas und den erst kürzlich verstorbenen Wörterbuchverfassern, zu denen vor allem Simanas Stanevičius, Dionizas Paškevičius, Pfarrer Sutkevičius sowie der Dominikaner und botanische Wortsammler Pfarrer Pabrėža gehören. Ihre Arbeiten sind jedoch Teilstücke, verstreut und nicht systematisch geordnet; eine gemeinsame Sammlung können wir von ihnen vorläufig nicht erwarten. Wir haben auch einige bessere litauische Wörterbücher in deutscher Sprache, etwa die von Hako, Ruhig und Mielcke, doch sind auch dies nur Zusammenfassungen; anhand ihrer lässt sich der Reichtum der Sprache nicht ermessen. Wenn die zweite Auflage von Nesselsmanns litauisch-deutschem Wörterbuch bald erscheint, werden wir eine etwas vollständigere und recht umfangreiche Wörtersammlung haben, * Hierher gehören keine neu geschaffenen wissenschaftlichen Ausdrücke (für die ein eigenes Wörterbuch erforderlich wäre), sondern nur aus dem Mund des Volkes gewonnene Wörter, denn sie sind gerade Eigentum des Volkes. 13. Leksikos tyrinėjimai 193 die jedoch nicht einmal die Hälfte des Wortschatzes der litauischen Sprache umfassen wird. Da es kein anderes umfangreicheres gibt, wäre es gut gewesen, wenigstens dieses aus dem Deutschen ins Polnische zu übersetzen. Als Lexikograf setzt neben Herrn Akelevičius Herr Stanislovas Mikuckis bei uns die größten Hoffnungen. Neben der uns bekannten Gelehrsamkeit und eisernen Arbeitsamkeit hat er einen beträchtlichen Wortschatz und eine Vielzahl sprachlicher Wendungen gesammelt; somit kann er allein Nesselsmanns Sammlung, wenn nicht verdoppeln, so doch wenigstens um die Hälfte vergrößern. O, wenn sich doch diese so edlen Bestrebungen und so verdienstvollen Arbeiten irgendwie vereinen ließen! Was uns betrifft, so hatten und haben wir wegen unserer schwachen Gesundheit und der auf viele Dinge verteilten Aufmerksamkeit2 nicht vor, uns einer so gewaltigen Arbeit zu widmen, die konzentrierte Aufmerksamkeit erfordert; deshalb gaben wir unsere Wörtersammlungen, die wir in unserer freien Zeit zusammengetragen hatten, ohne sie zu ordnen, Freunden und Bekannten. Gegenwärtig treffen von überallher erfreuliche Nachrichten über die Bemühungen ausländischer Gelehrter ein, die sprachwissenschaftlichen und lexikografischen Kenntnisse zu erweitern. Überall zeigt sich in dieser Richtung ein Aufbruch: Gelehrte möchten gern nicht nur in den europäischen, sondern in allen Sprachen der Welt sprechen, schreiben und drucken. Dieses Bedürfnis wird durch den Sprachvergleich gefördert; deshalb erscheinen jährlich unzählige Wörterbücher unterschiedlichen Umfangs und Materialien dazu, sodass manche dieses Jahrhundert das Jahrhundert der Wörterbücher nennen wollen. Bei uns ist auf diesem Gebiet wenig geleistet worden; es wäre an der Zeit, ernsthaft darüber nachzudenken und nach und nach Material beizutragen, damit aus Kleinem etwas Großes entstehen kann.] Neben einem allgemeinen Wörterbuch der litauischen Sprache lag A. Kašarauskas auch die Erstellung eines Wörterbuchs der Vor- und Familiennamen am Herzen. Er schreibt: „Um irgendeine alte Bezeichnung zu erklären und zu deuten, sei sie nun geographisch oder historisch, muss man zuerst nach den ältesten Personennamen suchen. Und solche älteren und ursprünglicheren finden wir gewiss nirgends in solcher Fülle wie bei unseren Litauern. Ihre Sprache ist ein altes Denkmal — ihre Familiennamen aber sind noch älter. Jeder, der sich gründlich mit alten Überlieferungen befasst, braucht daher unbedingt eine allgemeine Sammlung litauischer Namen, das heißt ein Wörterbuch der einheimischen Eigennamen mit allen Varianten und Synonymen, sowohl aus historischen Zeiten als auch aus der Gegenwart. Der Nutzen davon wird groß und bedeutend sein“ (II, p. 137). [Um irgendeine alte Bezeichnung zu erklären, sei sie geografisch oder historisch, muss man zunächst nach den ältesten Personennamen suchen. Solche ältesten und ursprünglichsten finden wir nirgends in so großer Zahl wie bei den Litauern. Ihre Sprache ist ein altes Denkmal, ihre Namen aber sind noch älter. Jeder, der sich eingehend für alte Denkmäler interessiert, benötigt unbedingt eine allgemeine Sammlung litauischer Namen, das heißt ein Wörterbuch der einheimischen Eigennamen mit allen Varianten und Synonymen, sowohl historischen als auch gegenwärtigen. Der Nutzen davon wird bedeutend und groß sein.] A. Kašarauskas behauptete wiederholt, dass alte litauische Eigennamen bei Vergleichen von Orts- und Personennamen in der ganzen Welt eine wichtige Rolle spielen würden (II, p. 136), und stellte häufig unbegründete etymologische Verbindungen zwischen litauischen Eigennamen ohne jeden Zusammenhang und ähnlich klingenden Namen aus anderen Sprachen her (z. B. Margis, Mylus, Rainis, die er mit den isländischen und deutschen Marger, Müller, Rainer in Verbindung bringt; II, p. 137—138). Mit solchen Etymologisierungen von Eigennamen schmälerte A. Kašarauskas in gewissem Maße auch die Bedeutung des Vorhabens, ein Wörterbuch der Vor- und Familiennamen zusammenzustellen, obwohl dieses sehr wichtig und aktuell war. Wer die Arbeit an einem solchen Wörterbuch übernehmen könnte und wie sie auszuführen wäre, darüber schreibt A. Kašarauskas nicht. Ausführlicher und konkreter geht er auf die Frage ein, von wem und wie das dritte der von ihm erwähnten Wörterbücher — das geografische Wörterbuch — zusammengestellt werden sollte. 194 A. Kašarauskas weist darauf hin, dass es in der litauischen Sprache außerordentlich viele geografische Namen gibt. Jeder Bach, jeder Berg, jede Pfütze, jede Wiese, jeder Wald usw. hat seine volkstümliche Bezeichnung. Dieses umfangreiche und wichtige Material muss gesammelt und genau aufgezeichnet werden: „Ani na jedną jotę nie godzi się przekształcić nazwiska, ani zpolszczać, ani zruszczać, jak to u nas dla jakiegoś niby to uszlachetnienia w metrikach kościelnych i w spisach parafjalnych często napotykać się daje; ale zapisywać tak, jak lud sam siebie wzajemnie w potocznej rozmowie nazywa“ (II, p. 140). [Nicht um ein einziges Jota darf man einen Namen verändern: Man darf ihn weder polonisieren noch russifizieren, wie es bei uns wegen einer vermeintlichen Standeserhöhung in Kirchenmatrikeln und Pfarrverzeichnissen häufig geschieht; man muss ihn vielmehr so aufzeichnen, wie das Volk sich selbst im alltäglichen Gespräch nennt.] An konkreten Beispielen (Girgžduta, Lukštas, Žemaičiai) zeigt A. Kašarauskas, wie ein geografisches Objekt beschrieben werden sollte, wie Karteikarten zu einzelnen geografischen Namen aussehen sollten und wie daraus ein geografisches Wörterbuch erstellt werden sollte (II, p. 147). Er kann sich gut vorstellen, dass dies eine umfangreiche Arbeit ist, die nur gemeinschaftlich geleistet werden kann. Deshalb appelliert er an die litauische Intelligenzija, überzeugt davon, dass „es unserem Land nicht an Schriftstellern und Fachleuten mangelt; es bedarf nur der Ermutigung, der Zustimmung und eines guten Vorbilds“. A. Kašarauskas nennt sogar die ihm bekannten und für diese Arbeit geeigneten Personen, nämlich: Kontrimas, Ivinskis, Akelaitis, Mikuckis, Griškevičius, Smigelskis, Knapskis und Juzumavičius (II, p. 143). Einige der genannten Personen, darunter auch Kašarauskas, sammelten Vor- und Ortsnamen, stellten jedoch keine umfangreicheren Sammlungen zusammen und hinterließen auch keine. Bedeutsam ist schon der Umstand, dass Mitte des 19. Jahrhunderts die Erstellung von Wörterbüchern der Eigennamen (Vor- und Familiennamen sowie geografische Bezeichnungen) gefordert und propagiert wurde. Einer der Pioniere und engagierten Befürworter solcher Wörterbücher war A. Kašarauskas, der davon träumte und darüber schrieb, ein großes Wörterbuch der litauischen Volkssprache zusammenzustellen, in das keine neu gebildeten Fachwörter aufgenommen werden sollten (für sie sei ein eigenes Wörterbuch erforderlich; II, p. 135). A. Kašarauskas beabsichtigte selbst nicht, ein Wörterbuch der litauischen Volkssprache zusammenzustellen; er schrieb jedoch Wörter aus verschiedenen Quellen ab, sammelte sie und hinterließ uns einige bedeutende Wörtersammlungen. Sie sind für die litauische Lexikografie und Sprachwissenschaft wichtig. Vier davon veröffentlichte K. Būga in der Publikation „Medžiaga lietuvių kalbos žodynui ir šnekoms tirti“5, ausgenommen die umfangreichste und bedeutendste Wörtersammlung – Auszüge aus K. Daukšas handschriftlichem Wörterbuch (dessen Manuskript bis heute nicht gefunden wurde), Ivinskis’ Wortregister aus der Königsberger Bibel und A. Kašarauskas’ Auszüge aus Hako’s Wörterbuch (1730). All diese Wortlisten (37 Blätter in 8°) befinden sich in A. Kašarauskas’ Materialsammlung „Litvanica“, die heute in der Handschriftenabteilung der Staatlichen Republikanischen Bibliothek der Litauischen SSR aufbewahrt wird (Signatur RD59). Wir werden diese Wörtersammlungen (mit Ausnahme von 1 č) in der Reihenfolge betrachten, in der sie in A. Kašarauskas’ Manuskript erscheinen, und dabei die Blattnummern sowie ihre Seiten mit den Buchstaben a und b in Klammern angeben. ● [1.] Litauische Wörter aus der Sammlung von Herrn Ivinskis. [Litauische Wörter aus L. Ivinskis’ Sammlung.]: [a] aus Wiekszn [aus Vieksniai]. Diese Sammlung (32 a—b) enthält mehr als 200 nicht alphabetisch geordnete Wörter (K. Būga führte sie in der genannten Publikation alphabetisch auf) sowie 5 Sprichwörter und Redensarten. Die litauischen Wörter werden durch polnische, gelegentlich russische oder deutsche Entsprechungen erklärt; an einigen Stellen werden die Bedeutungen der Wörter kurz auf Polnisch erläutert. 5 „Tauta ir žodis“, Bd. I, Kaunas, 1923, S. 334—372 13* 195 …entsprechungen; an einigen Stellen werden die Bedeutungen der Wörter kurz auf Polnisch erläutert. Hier folgt der Anfang dieser Wörtersammlung, in unveränderter Orthografie (wie auch in den folgenden Beispielen zur Veranschaulichung). Aus dem Bauern entkommt er, aber den Edelmann holt er nicht ein. – Grąbūs, geschickt, bequem, z. B. grąbuš katilas. – Rītina oder twiega oder àpauga, z. B. ritinà àpriti. Paszieles isz paczium szaknun. – pratremti, vertreiben; pratraminti, zerstreuen, z. B. eine Wassersucht. – Mūszkieta, Muskete. Mirta, Myrte. – Banka, Bett, Pritsche usw. Die meisten Wörter der Sammlung sind allgemein bekannt, z. B.: apeiti, aprajsztiti, Apsidrumzdes [Himmel], apsikietėti, atsiklausti, biauribe, bradinis, dajus usw. Ein Teil der Wörter ist dialektal, žemaitisch und von L. Ivinskis in Viekšniai oder anderswo aufgezeichnet, z. B.: Apenczui [„wieder, von Neuem“] (32b), Burniuoti (23a), būczinas [„Reusenfalle“] (32a), Gōmarine [„Kinnkette“] (32b), Graumines [=Knorpel] (32b), Jedimajtis [„Speise“] (32), Jūodinis [„eine aus Blut und gebrühtem Mehl zubereitete Speise“] (32a), Kisimas [„Scheune, Tenne“] (32b), Kraukszlai (32b), Kliurmakas oder Wakartis (32b), Nugis [„jetzt“] (32b), Sziurnus [„reich“] (32b), Trēmtuwas [„Trompete“] (32a), Wepenas [„Lippen“] (32a) u. a. Mitunter werden, mit oder ohne Verweise, Wörter aus verschiedenen Dialekten und Quellen als Synonyme nebeneinandergestellt, z. B.: Ritina [=Rolle], oder [=siehe] twiega oder àpauga (32a), Szunėlej oder trajinė (trajinja) trejnine (32a), Užkuris oder anczkuris (32a), Takiszis, tupta, pėrsieda (32a), Pakala, kuprine oder nūgara (32b) usw. Manche Wortvergleiche scheinen unbegründet, da diese Wörter, soweit sich aus dem Zettelkatalog schließen lässt, keine Bedeutungsverwandtschaft aufweisen, z. B.: Ripsas oder Smōgis (32b), Straipsnis oder Szi asztajnis, Pantas (32a) usw. Neben einheimischen Wörtern finden sich Entlehnungen aus dem Deutschen und den slawischen Sprachen, z. B.: Bile oder barta (32b), Damas (32a), Liambumas (32a), czujnus (32a), Nārgliti (32a), weczere (32a), Liveruoti (32a), Gōwenas oder gōwedas (32a), ipsas (32b). Ein oder zwei Wörter sind vermutlich lettisch, z. B.: Kiupelis, Kipelė (32a). Manchmal wird von einem Lehnwort auf ein litauisches Wort verwiesen oder umgekehrt, z. B.: Szlipkes oder roges (32b), Ūrksztas [deutsch die Wurst] oder wiedaras (32b) usw. Es kommen Wörter oder Wortbedeutungen vor, die bislang in anderen Quellen nicht belegt sind, z. B.: Banka, łowa, tapczan (32a), Motis [„Patenjunge“] (32a), Mote [„Patentochter“] (32a), Māgūhas [„viele“] (36b), Pimpkus, pėmpūs = tulowaty (32b), Prikārsta [?] oder kalada = Klotz zum Behauen (32a), prikulinis, ė = verzaubert, a (32a), petdienis [petudienis?] (32a), Zewerna, Zewerīna = Gespräch (32b) usw. Somit enthält diese von L. Ivinskis abgeschriebene Wortliste Wörter unterschiedlicher Herkunft, nicht nur solche, die in der Umgebung von Viekšniai aufgezeichnet wurden. Ob A. Kašarauskas alles vollständig von L. Ivinskis abgeschrieben oder etwas ausgelassen beziehungsweise hinzugefügt hat, lässt sich schwer sagen, da sich eine ähnliche Wortliste im handschriftlichen Nachlass von L. Ivinskis, der sich am Institut für Litauische Sprache und Literatur befindet (F₁ – 640, 641, 649), nicht gefunden hat. Aus der Orthografie und den diakritischen Zeichen (ʌ, ı, –) ist lediglich zu erkennen, dass A. Kašarauskas der Orthografie von L. Ivinskis folgte6. Mit den Wörtern dieser Liste wurde das große „Lietuvių kalbos žodynas“ bereichert; darin finden sich Wörter, die nur aus dieser Sammlung ins Wörterbuch aufgenommen wurden, z. B.: Žiz [„Uferböschung eines Flusses“] (32b), Māgūtas [„viele“] (36b) usw. [b] Aus der Pfarrei Zwingowskiej [aus der Pfarrei Žvingiai]. Diese kleine Sammlung (32b–33a) ist sehr knapp und umfasst nur 42 Wörter: Kriauszes =Birnenfrüchte. Pastumdelis, ein Faulpelz. Krieklus [krėklis], in Lumpen gekleidet, ein Bettler usw. Unter den interessanteren Wörtern sind zu nennen: Giwaliuoti (32b), Ikłotuwes [„Totenbeigaben“] (33a), 6 Vgl. J. Kruopas, L. Ivinskis’ lexikografische Arbeiten. – „Lietuvos TSR Mokslų akademijos darbai“, Reihe A, 1(8), 1960, S. 193. 196 Majtas [„Nahrung“] (33a), Paszwitas [„festliche Kleidung“] (33a), Wazma [= važma? „Transport“] (33a), Zigowas (33a) usw. [c] Aus Wiekšn (dem zweiten) [aus Viekšniai (dem zweiten)]. Dieses kleine Konvolut (33a–33b) beginnt mit den Wörtern: Jminamas, magący być wycieranym (o lnie) (32a), apsikietėti zacierpieć się (32a), Skājka, szakapa sucha schechła, chuda (32a), Dažives wszelka kara farbująca (32a) usw. Insgesamt enthält es, einschließlich 4 Präfixen, 48 Wörter. Die meisten davon sind allgemein bekannt; einige sind žemaitische Wörter, z. B.: Griaustine (33a), Grustine (33a), Juodwergis (33b) usw. Denktlietūwis [„Regenschirm“] (33a) ist, wie K. Būga angab, eine Neuschöpfung von L. Ivinskis selbst, die die Bewohner von Viekšniai nicht verwenden konnten7. Bistokles vel swirtes (33b) – das erste Wort (bistoklis?) ist unklar und nur aus den Manuskripten von A. Kašarauskas belegt. [č] Žemaitische Wörter, vorwiegend aus der Umgebung von Viekšniai, diktiert von Herrn Wawrzyńca Jwinskiego. Diese kleine Wortliste (40a) steht nach den Auszügen aus dem Wörterbuch von Jumskis (36a–39b), doch der Reihenfolge halber erwähnen wir sie als Erste, vor den übrigen Wörtern aus Viekšniai. Sie umfasst 62 Wörter; sie beginnt mit: Wółąjinis, kielb’ ryba. – pagajksztis ozog. Szlatars machajho niezgrabny. Płudunkis trzpiot. Blerbieti. Atądija wielka izba w Szyleskiej paraf. i w Hiszpanji. Wałkata, бродяга usw. [d] Aus der Königsberger Bibel8. Diese Abschrift von A. Kašarauskas (33b–35a) enthält etwa 300 Wörter und Wortverbindungen mit polnischen Entsprechungen, die vermutlich L. Ivinskis hinzufügte, als er Auszüge aus der Königsberger Bibel anfertigte. Die Liste wurde von K. Būga nicht veröffentlicht; ihr Anfang lautet: Erod. 23. Sudagawimas zbieranie, suwailiti zebrać, Szirszlis, Szerszen’, Erod. 25. Aukawimas, aukawima afiera, podarek. Ubszras [obšras] = Barsuk. Skidelis napiersnik. Kauszas, Czasza, Szolele iszgesinanti, kaganek do gaszenia. – Erod. 26. Łausti, haftować. Sudawaditi spręć złączyć. – Ansele uszko antaba [ausele?] usw. Beim Abschreiben aus der Königsberger Bibel notierte L. Ivinskis vermutlich seltenere, ihm unbekannte Wörter, z. B.: Bingus (35a), Kenkti (34b), Matuoti (34b), Majsztas (34b), Nakwinas (34b), Nuobuoda (35a), Skrejuste (35a), Skunda (35a), Swajnis (35b), Tarditi (34b) usw. Einige Wörter sind unklar, möglicherweise sogar entstellt, und aus anderen Quellen nicht bekannt, z. B.: Arbė szarancza (34a), Łausti, haftować (33b), Tāna [=tanas? „Schwellung“] (35a) usw. [2.] Seltenere Wörter aus Jumskis polnisch-litauischem Wörterbuch [seltenere Wörter aus Jumskis polnisch-litauischem Wörterbuch]. Diese Wortliste (36a–39b) ist interessant und wichtig, weil sie einen gewissen Einblick in Jumskis bislang unentdecktes polnisch-litauisches Wörterbuch ermöglicht, aus dem mehr als siebenhundert Wörter mit polnischen Erklärungen exzerpiert wurden: Gialžastis, metal. Wiriszkkis, Wiriszkasis mężczyzna – Wiriste, Wiringumas = Męstwo – Wiringas, Twirtas stiprus, męski. – Kraują małkas, męczarnia. – Gurbas, mendelis, mędel. Gudroczus, mędzrec. Terszte Nerszte, Mazgać usw. Jumskis war wohl Niederlitauer, wie die phonologischen Merkmale der aus seinem Wörterbuch entnommenen Wörter zeigen, z. B.: Skrustai [=Skruostai], sułas [=suolas], Likas [=liekaś] usw. Über 7 „Tauta ir žodis“, Bd. I, S. 346. 8 Žodžiai išrašyti, greičiausiai, iš L. Rėzos Biblijos (1816), kurioje yra daugiausia panašių žodžių. 197 darüber schrieb K. Būga, als er die Exzerpte von A. Kašarauskas aus Jumskis Wörterbuch veröffentlichte⁹. Außerdem ist ein beträchtlicher Teil der Wörter niederlitauisch, was ebenfalls die Vermutung bestätigen kann, dass Jumskis Niederlitauer gewesen sein könnte. Hier einige Beispiele niederlitauischer Wörter: Anczgrauža (36a), Ingis [„Faulpelz“] (36b), Lasznis [„Tropfen“] (37a), Lajtuote [„kleben“] (37b), Lugnas (36b), Lagamín’s (36b), Pārda [„Verkauf, Liquidation“] (36b), Pārantis (37a), sūste [=suosti „Sorge bereiten“] (37a), pierą [=pėra „Überquerung“] (39b), Sintis [„Atemnot“] (39a), Trinka (37a), Tumie [=tumė „Abfälle“] (37b), Tāksizis (38a), Urksztine [„Höhle“] (36b), užžandes (38a), Wāgaras (38a), Žiaudriete [„grausam sein“] (39a) usw. Die Exzerpte aus Jumskis Wörterbuch wurden veröffentlicht, in die Zettelsammlung des großen „Wörterbuchs der litauischen Sprache“ aufgenommen und werden als wichtige Quelle genutzt. K. Būga ließ das Wort Busibe, istiennie (37b), aus, sodass es nicht ins Wörterbuch aufgenommen wurde. Es ist anzunehmen, dass būsybę „Sein, Dasein“ eine Neubildung Jumskis (eine Lehnübersetzung) ist. Weitere derartige Wörter finden sich ebenfalls, z. B.: Rudkasīs = gomik (38b), Wadaute [=vadauti „führen“] =hetmanić (38a), Wadiste Wadowiste = hetmanstwo (38a) usw. [3.] Wyrazy wyjęte rękopiśmiennego słownika litewskiego na polski Kazimierza Kryštofa Daukszy nauczyciela parafialnej szkoły w Brżach. [Wörter aus dem handschriftlichen litauisch-polnischen Wörterbuch von K. Daukša, Lehrer an der Pfarrschule in Biržai.] Diese Wortauswahl (41a–60b) ist die umfangreichste, reichhaltigste und bedeutendste. Sie enthält etwa 4.000 Wörter mit polnischen, gelegentlich russischen und deutschen Entsprechungen. Sie wurde bislang nirgends veröffentlicht und ist die wichtigste Quelle, die einen gewissen Einblick in das bislang unentdeckte handschriftliche litauisch-polnische Wörterbuch von K. Daukša ermöglicht. Aus den Exzerpten von A. Kašarauskas wurden Wörter für die Zettelsammlung des akademischen „Wörterbuchs der litauischen Sprache“ ausgewählt; nur einige wurden versehentlich ausgelassen. Bis zum Buchstaben L wurden ein gutes Dutzend solcher Wörter festgestellt, nämlich: Atpėntuotie [=atpėtuotie (?) „vergelten, zurückzahlen“] (41a), Baude(a)lis, v. kotas (41b) [= budelis (?)]; Budealis, katmistrz (41b)]; Drožiklas, hebel, strug (42b), Drimbti, deptać, pec-kać (42b), Eajwis [=eivis „Wanderer“] (43a), Gruža v. Pugžlis (44b), gr’ausmus, grozny (44b), Gredos, drągi (44b), Graudulis, grom (44b), Glajwędinti [= gleivėdinti (?)], kazać, pozwolić (44a), Inus, sadż, czac (иней russ.) (45a), Jiemus, Jiemingas, bierny [= imus (?) „Blutegel“] (45a), Klejka v. Klejkea, szkapa (46a), Khumpuris v. Župsnis, szczubiec, szczypła (46b). Dutzende Wörter (nach Durchsicht bis zum Buchstaben L) gelangten ausschließlich aufgrund der Exzerpte von A. Kašarauskas ins „Wörterbuch der litauischen Sprache“, z. B.: apus (41a), Avgstivapa utie [=aukštivapauti] (41a), Āžar’t’os (41a), Be(a)de(a)las (41b), bluvus, i (41b), Blodus (41b), Bumu (41b), Dawingas arba Davus (42a), Digtisi (42a), Drunga (42b), Dukһus (42b), Dū-beti (42b), ’D’ugis [=džiūgis], trijunf (43a), Gajwulis (43b), Gama (43b), Gavžea (43b), Géadulus (43b), Gimdituwe (44a), glibti (44a), Globstas (44a), Gre(a)tas (44b), Gribaužis (44b), Gribztas (44b), Gr’aužinas [= griaužynas] (44b), pagrimti (44b), Grižalas (44b), Junklas (45a), Juot, Juoteasgi (45a), Keavelis (46a), Kewealu(o)ti (46a), Kewelauti (46a), Kibal’a (46a), Kimbeti (46a), Knaukšėti [= kniaukšėti] (46a), Komiti (46b), Kuwis (47a) usw. 9 „Tauta ir žodis“, Bd. I, S. 352–354 198 Da K. Daukša aus dem Osten stammte, finden sich in den Auszügen aus seinem Wörterbuch Wörter aus ostlitauischen Mundarten, z. B.: Birgintie(a) [= birginti „sparen, geizen“] (41b), Blindus, i (41b), Blodetie [= blodėti „eigenmächtig handeln, ausschweifen“] (41b), Bu(o)ngus (41b), Dukanas (42b), Dr’ukseti (42b), Ekstus (43a), Galwokas (43b), Gars’uoti (43b), Giesuoti [= gėsuoti „sehr begehren“] (44a), Girdalas (44a), Gleboti (44a), Glitea [= glitė „Rotz“] (44a), Grenea [= grienė „Haut, Schicht“] (44b), gribštauti (44b), Grinda (44b), Gun’oti (44b), Gudas (44b), Kajrinti (45b), Kauksoti (45b), Kleajoti (45b), Keapszeti (45b), K’austi (45b), kikoti (46a), Kirbinea [= kirbynė] (46a), Najguris (44a) und so weiter. Es kommen auch Wörter aus alten Schriften vor, insbesondere aus dem Wörterbuch von K. Širvydas, z. B.: Gintuvea [= gintuvė „Festung“] (44a), gidituvea [= gydytuvė „Krankenhaus“] (43b), Kiekibea [= kiek ybė] (46a) usw. Wegen des Reichtums, der Vielfalt und der Bedeutung der Auszüge aus K. Daukšas Wörterbuch geben wir sie bis zum Buchstaben L vollständig wieder, damit dieser Teil des bedeutenden Wörterbuchs den Sprachwissenschaftlern zugänglich ist und künftigen Generationen erhalten bleibt. [41a] Ag, wahrlich; Ag ir nugi przypominam sobie – „Agaras, Wassernuss – Ajł’a, Reihe, Linie; Ajman, leider! Ajmana, Verzweiflung; Ajmanūtė v. ajman’otie verzweifeln; ajmaningas verzweifelt – Ajris, Sumpfporst – Ajrinas v. ajrine(a) Sumpfporstsammler; Ajrinis, e(a), Sumpfporst-; – Alnis (aus Alinis) Hirsch Alne(a), Hirschkuh – alitie, jagen; ahjimas, das Jagen. – Almetie atmejaw almu(o), tröpfeln, langsam fließen, durchsickern; almejymas, das Tröpfeln, Durchsickern. – Ahudis, Biergefäß; Alwenikas, Handaufguss. – Amalas Rost – Anaj, wieder. – anot, gemäß. – aplomis, übermäßig, sehr. – Aplumas Übermaß; aplus, übermäßig. – aprit’naj v. skirimaj. – Apuszaj, Vorstöße. Apvalajsmis, Rundholz – Apvi’ d’a lies apwdzia, Hopfengarten. Išara, Pflugschar arbagi, arbag, oder doch. Ardway, geräumig – paardwau, ich habe mich ausgebreitet; ardwetie ardwu(o), ardvejau, geräumig werden. ardvintie, ardvinu(o), ardvinau, ausbreiten; ardvibe(a) Geräumigkeit; ardvuma, Raum; ardvumas, Weite; ardvus geräumig, weit, ausladend, langsam. – Armide(a)ris v. ermide(a)ris. – Arunda v. pasumda. Asis, Wald-Schachtelhalm. – asiuklis, Wasserschachtelhalm. – Asz, aszen, aszenaj, ich. – Aszeris, Barsch. – Aszis, Achse, Klafter Holz asztuonelio (rio)pas, Achter. Atasieja, Otosa oder Odosa. Atpetutie atpetuoj(o), atpetav, vergelten, entschädigen, erwidern. Aturietis, Pl. aturie’t’aj, Sommerweizen. Avdaklas, Leinen. Avdra, Schmerz mit Juckreiz; Awdretie avdr’uo avdrejav, mit Juckreiz schmerzen; Nieavga, Zwerg. Avgstinis, Rauchfangaufsatz. Avgstivapas; Grobian; Avgstivapautie v. augstivapuotie, sich wie ein Grobian benehmen. – Avgus, üppig. – Avka, Opfer. – Avme(a)n’uotie, nuoju(o), niavav, verzweifeln; aume(a)niotie nioju(o), niojav, verzweifeln; awmeniawimas v. aumeniojymas Verzweiflung. – Avmuo, me(a) nies Verzweiflung, Kummer. – Avrie, dort; Anavrie, weiter dort drüben. Azar’t’os, auf einer Anhöhe. – Badamiris Leckermaul (vgl. Balamir) [41b] Baile(a) v. bajme, Furcht. Bajlingas, ängstlich, furchtsam, scheu. – Bakanas v. klepas, Laib. – Barbtie, barbietie klirren. Barbintie klappern; barbymas, barbie-jymas, Klirren. Bav v. jaj. – Baude(a)lis v. kotas. – Bavże(a) v. gavze(a) v. galwa. Be(a)de(a)łas ausgegrabene Sache (vgl. Bdelium); be(a)stie, graben; bedejas Gräber; be(a)diklas, Grabstock. be(a)-diklis Arbeiter und manchmal Grabstock. Avksilas, Malergold. Benj, i (?) Be(a)rg ż’al’as v. bergż’d’as, unfruchtbar. Bila, Sache. Bławiete(a), Burg. Bimbeti, erstarren. Bingti, verzehren, schlagen. Prabanga, pra-bingte(a), Überfluss. Bingus Bu(o)ngus, schrecklich, grimmig. – Birgintie(a), sparsam verwenden. Birginymas, sparsamer Gebrauch. – Birż(e) Hasel. – Bindinietie atpomas laufen, fliehen. Bledis, Pl. Unrecht 140 S. v. b. – Bleka v. plastake(a). – Bleidnas, blass. Blinas, Pfannkuchen. Blistie v. tiemt i, bliestu, blindav (vgl. blind. deutsch). Blistiesi es bewölkt, daher blindżiosi, blindžiausi; prie-blinde(a) oder prieblindis, Dämmerung; Blindumas Bewölkung. Blindus, i bewölkt. – Blistus v. Blindus, bewölkt. – Błodżiaj, ausschweifend. Błodus, ausschweifend (блудь, russ.); Blodetie, ausschweifen, davon błodu(o), błodejav. – Bluktie, blūksłu, blūskav schwinden; išblūky s, ausgezehrt. – Bluwus, i, geschwätzig, redselig, plappernd. – Bradas v. brasta. – Brāuna, Kante; briauna pe(y)ło Messerrücken. Brindas, Pl. Kringel (vgl. Bryndza, Familienname). Bro(o)du(o)łas v. Brindutas, Kern, Stein. – Brinktie, anstoßen, anschwellen. Brinkymas, das Anschwellen, das Schwingen. Brolenas, Neffe. Broma 199 vel Uonga. Brožtie brožų(o) brožiau, mutig sein, verletzen. Brun ktas kleiner Korb; Brusas, Balken, Kantholz. — Brusgalis, brusgolis, Klotz, Knebel; Bruvis vel Un’t’akis Bružas, Stirn (vgl. Familienname). Bublis v. Baublis Rohrdommel (vgl. Familienname). Budealis, Scharfrichter. Budrus, wachsam, aufmerksam. Bugti, betrübt sein; pabugys betrübt v 150. Buginti, betrüben. Bujlis, Möhrenkraut. Bukłaj, unbedingt, notwendig. Bukłas, war Buklus, beständig. Buklea, Fülle, Erbe. Bumeanis vel Bumuo, Anwesenheit (Vieh). Bu(o)nda, Abbruchkante. Bundinikas, der eine Abbruchkante hat. Bunditisi, eine Abbruchkante haben. Bungas v. Wilnis, Bungio-ti, bungiojau… Burbti, burbstu burbâu, schuppig werden. Burbti b’u, b’av, brummen; lallen, blöken. Burb eti, buo, vel b’u(o) bejaw schuppig werden; brummen. Burbėjimas Schuppigwerden, Brummen. Burblienti, brummen (vgl. Purplis) — Burbolea, Kugel. [42a] Burbul’ukas Staubkorn. Bur d ijau, Burditi, beschädigen. Buris vel gardas, Herde. Buwealis, Gewohnheitsbesucher, miabuwealis, seltener Besucher. Dabar dabartel dabar telos dabar’t’os jetzt; Dabariks’t’as, Dabarikstis, Dabarinis gegenwärtig. Dagelis, Zeisig. Dagilis, Klette. — Dal’aj, künstlich, geschickt, wohlgeformt, kunstvoll. Dala, dalis, Teil, Glück. Dalgea Sense. Dalba, Hebel. Dargana, Unwetter (vgl. Ukana). Dargus, hässlich, schmutzig, ruchlos (vgl. Dargis Familienname), Darus vel daringas tätig (vgl. Darius, Name des persischen Königs). Dar mea vel dear mea, Eintracht (vgl. Darma, in der indischen Mythologie (Darva vel dearwa. Davgalis, viel, eine Menge (vgl. Daugas, Vorname). Davingas arba Davus großzügig (vgl. Davi, Name eines Volkes). Padauža, Schurke. Deageasis, Staub. Deageas’aj, Brandstelle, Verbrennung. — Deagu t’us Teerbrenner (vgl. Deguczej, Orts- und Personenname). Deavineal(r)i neun, neunerlei; Deavineal(r)opas neunfach. Deavin’olikintas v. deavinioliklis neunzehnter. Dej vea, dievea, Göttin. Demea Zeichen, Niederlegung; nupodemea Sünde, Vergehen. Dedanardzis, Viehhof. Dienagalis, hinfällig. Dieneti neju(o) nejev, dienen, arbeiten. Dieneji-mas, Dienst (tageweise). Digtisi, sich messen, sich ekeln, widerlich sein. Dikinis, Faulenzer (vgl. historischer Name Dikeneus). Dilbti, nach etwas trachten, lauern. — dilti aufpassen; Dildimas, das Aufpassen. Dilimas Aufmerksamkeit. Dilinti, dildinti, veranlassen, sägen. Dilis, Diel. Din’a, Kürbis, Flaschenkürbis. Dilgŝieti, lägsia, siejo, schlägt der Puls. dilgsterieti, der Puls schlägt. Dilgsejimas dilksteriejimas Pulsschlag. Direanti, dirinti, dirianti, stechen. Dirgti, dirgstu, dirgau, sich beschmutzen, sich besudeln. Dirwonas, Brachland, dyrwan; Dirva ni va, Ackerland. Diwas v. stebuklas v. pra javas. Diwinas vel stebuklingas. Do, da, dar, noch (der deutsch). Dora, Anstand. Doras, geeignet, würdig, tauglich, ehrlich. Doribea, Eignung. doristea v. doribea. Dorinti, tauglich machen. Doroti, oju, ojau, ordnen, aufräumen. Drajłiti, mit Draht durchstechen; Drajlis, Draht. Dra j k’t’us v. klajdunas, Vagabund. D ramasguoti sich mit jemandem abgeben, Umgang pflegen. D ramasgavimas Umgang, Verkehr. Draug, zusammen, gemeinsam. Drautinikas, Lanzenträger (vgl. die Velites bei den Römern). Drautis, draut’u s, (Lanze, Spieß. — Drebtu was, Hirte. Drebulis, Schüttelfrost (vgl. in der litauischen Mythologie Drebkulis). [42b] Atodregis, Tauwetter, Schneeschmelze. Dregti, gst u, gav, feucht werden, feucht sein, weicher werden. Dregnu v. dregnai, feucht (Dregnu sagt man von einem Ort). Drekstinea linta, Schindel. Driekti ausdehnen. Drieżłas, Eidechse. Drignea, Schlick. Drikti, drienku, drikaw sich verwickeln. Drimbti, m’b’u, b’aw, stampfen, treten. Drimblinti, unbeholfen gehen, drimblinieti, unbeholfen umhergehen. Drimbimas Stampfen. Drimbliniejimas unbeholfenes Gehen. Drimbloti, unbeholfen gehen, sich schleppen, z. B. wie ein Bär; daher das Substantiv drimbło jimas. Drin vel deal, del, dla… Drożikas Hobel, Putzhobel. Dro-żėas Hobelspäne, Späne. Drugis Schmetterling. Drugis Fieber. Dr’ukseti, s’u sich hindurchschlängeln, ebenso dr’uksoti, Dr’uksojimas. Drukte(a)rejau ju(o), ti hindurchschlüpfen. Drumsheas trüb. Drunga, Sommerwärme. Drungus, sommerlich, lau. Druniti, ju, jau welken, vermodern; Drunijumas, das Welken. Drusus, kühn, mutig, furchtlos (vgl. Drusus, römischer Name). Drutaj, dick, stark. drutu, dick; Drutuma, Dicke; drutowność Dicke. Duba, Hütte (vgl. lat. Dubienus für dominus). Dubl’aj Eingeweide, Gedärm. Duburis, Kern, Holzmitte. Dudaunikas, Dudinikas, Dudorius; Dudelsackspieler. Dudenti dröhnen, donnern. Dugn is, Boden. Padujos, Überreste. Dujoti, dujti, anfangen zu erblinden. Du, dujeaj, dujean, dujeanai, zwei, zwei, zwei. Dukanas vel sartus dunkelfarbig, kastanienbraun. Dukas, Narr. Dukti verrückt werden, den Verstand verlieren. Dukinti, ziellos gehen. Duklus, geräumig, locker (von Kleidung). Duksoti, unaufmerksam stehen oder sitzen. Dulba hinfälliger alter Mensch, hinfällig; a. Padulbaw ich bin hinfällig geworden. Dulbeti hinfällig werden. dulbinti hinfällig gehen; dulbeti, hinfällig umhergehen. Dułsoti, hinfällig stehen, sitzen. Duleti schwach werden. Dulejimas Schwächerwerden. dulinti unaufmerksam gehen, dulinieti unaufmerksam umhergehen. Dulis Rauchfang. Dułoti, sich winden, sich drücken. Dułojimas das Sich-Drücken. Dułsus, schwerfällig; dusl iaj, schwerfällig; dulsumas, Schwerfälligkeit. Duma, mis-lis, mustis, Gedanke. Dunga, Kleidung. Dungtis, Dach. Dungujejis, v. dungiszkas, himmlisch; dungu-jejis in der verkürzten Form dungujis; diese Wörter werden nur in feierlicher Rede verwendet. Dunkseti, klopfen; Dunkstiti, die Zähne einsetzen. Duobas, Baumstumpf. Dubti, durchlöchern, aushöhlen. duobimas, das Aushöhlen, Durchlöchern. Paduobis, Grube. Duolis hornlos, ohne Hörner — [43a]. Duoloti duoloti statt da-winieti. Duohumas ohne — Verschiedenheit. Duongintisi in den Wald hineinfahren, über Sumpf und umgestürzte Bäume hinweg. Duorti, 200 rstu, rau weiden. Duosł(n)ibea. Duosł(n)ingas, duosł(n)us, freigebig, großzügig. Durpale(o)ti, durst-titi, zusammenfügen. Durpale(o)imas, durstimas, das Zusammenfügen. Dusas, Atemnot, Hufrehe. Dūžas, groß. Dusulis Atemnot, Hufrehe. Dwajinti vel dvajilti verdoppeln. Dwajlin(i)imas, Verdoppelung. Dwa(o)kas, Dummkopf, unachtsam. Dwokinti, nu, nau v. ziellos, unaufmerksam umhergehen. Twaras vel dwa-ras. – Dwearti, rstu, rau, Walze. Dweslina, dürres Tier. Dwidesi(m), (ms) (mti) mtis zwanzig. Dwikartea, zweifach (dwilinks). Dwīlas, braun, dunkelbraun (vgl. den römischen Namen Duilius). Dvilikintas, dvīlikis, der zwölfte. Dwokas vel dwakas (Mensch) unaufmerksam, ziellos. vgl. Wokietis. Dwa(o)ki-neti, dwokinti, ziellos, unaufmerksam gehen; Dwoksoti ziellos und unaufmerksam schauen. Dᶜ’ugis, Triumph (Džu-gas, Name). ᶜD’ugulis, Spaßvogel, весельчак. Dzida v. ragotinea. Eajebea, Verwirrung, Chaos. Eajbeti, aju (o), ejaw, Verwirrung stiften. Eajdinikas, Tölpel (vgl. Familiennamen und Ortsnamen Ejdiniki). Eajagstis, eaji-mas, Gang, Gehen. Eajkštea Anblick, äußere Erscheinung. Eajunas, Eajvis, daher ateajimas, ateajwis, iszejajunas, iszejavīs, Ankömmling, Auswanderer, Emigrant, užeajunas Nachfolger. Ealgitsi, giuosi, kletternd, steigend. Ealgeata, Bettler. Ealgeatuoti betteln. Earžti, žu, žaw, wiehern. Earželas v. Drygontas. Earžymas, Wiehern. Edrauti, herumstöbern. Eduo, io (uonies) Haarsträhne. Ekas v. n’akuris irgendeiner. Ektšaj, zart, sorgfältig. Ekštumas; Zartheit, Sorgfalt. Ekštus, zart, sorgfältig (beim Futter für Vieh: wenn es etwas schlechteres Futter erhält, wird es gleich unruhig). (vgl. lat. Sixtus, Name; lit. Sizksz-tas). Em’aw, imu imti v. Jem’aw. – Gabana, Last. Gabea(e, i)anti übertreffen, überwältigen. Gajdis, Hahn, Gockel, Kokot (daher kokosz), Stubenhocker. Atsigajeti, wieder lebendig werden; azsigajeti, sich aufreiben. gajgoti an Futter Mangel haben. Gagojimas, Futtermangel. Atagaja, Widerruf. Gajmuris, Schwächling. Gajmuroti krächzen (vgl. Chimera). Gajstras v. gajsras, Feuersbrunst. (vgl. aušra; auštra) gajsti, verenden. Gajsžint giwenimu kawęczyć, sich abmühen, sich quälen. Gajšlus, sugajšlis, Plage. Gajwale(o)tisi, wieder lebendig werden. At-gajwaw v. atsigajejaw. Gajvas, Element, Lebenskraft (vgl. Chaos). [43b] Gajwulis, armer Kerl – Geschöpf. Gajvus, kräftig. Gajžus, herb, säuerlich. Gālwanos, Leinköpfe. Gafwokas Kappe. Ga-ma, roda przyroda, Natur. Gamas, Geschlecht; apgamas, angeborenes Zeichen, Muttermal; ažga-mas Sprössling; iszgamas, Missgeburt; nuogamas, Nachkomme; užgamas (tevuta, tauta) Volk. Gaminti vorbereiten; nugaminti, herrichten. Garbus, ruhmreich. Gardas, Pferch, Gehege; apigardea, Kreis, Umgebung. Gardus schmackhaft; gardu schmackhaft. Gardumas, Geschmack; gardulis, Leckerbissen, feuchte Brühe zu Speisen. Gardis v. kartis. Gargalus, der da röchelt, schluchzt. Gargti, … Gargožea, Rinne. garmeti verkrusten, verkommen, versumpfen; garnis, Reiher. Gars’uoti, etwas gewohnheitsmäßig gebrauchen; gars’avimas, der gewohnheitsmäßige Gebrauch von etwas. Garsus laut, deutlich, berühmt, erhaben. Garsvīt’a v. garstvīt’a, Senf, Mostrich. Garšva, Distel. Gavbti bedecken. Gavdēsis, … (vgl. den Namen Gaudezsius). Gavžti-si, žu’nosi ž’avsi, sich neigen. Gavzea v. galwa. geasti verderben, daher pageadas, Nichtsnutz, pageada, Makel. Geadeti Trauer tragen, in Trauer sein. Geadejimas, Trauer, das Tragen von Trauer. Geadulai, laj, lingaj, trauernd. Geadulus, łas, lingas, traurig. Geadula, geadulea, listea, Trauer. gezeugółka pol. zlit gege, gegele. Geabti, stu(o), bav, ohnmächtig werden. Geałaznikas, Kiefer. Gealta, gelbes Wollgarn; geantis v. gintis. – Gearbti, b’u, b’av, meinen, behaupten; prigearbti, im Verdacht haben. Gear-bimas, Meinung. Geardas p 14 v. 3, Nachricht, girdalas. – Geardavti, feiern (scherzhaft). Geardini-kas Spaßmacher. Gearklugas, Prozessierer, Streithahn. gearu, gut. Gearvea, Kranich (Vogel); 2) Bach im Wald. Gebale(o)ti, ju(o), jav, pflegen; Gebale(o)jimas, Pflege (vgl. Gebeleizys, ein Gott der Geten). Gelas, süß, z. B. gelas pienas, süße Milch (vgl. lett. jells). Geabti trockenen Schmerz haben bzw. stechenden Schmerz. Geałažonis Tränen, russ. железа. Gehuo, geluonīs, Stachel. Geras, Lamm v. Eras; gerealis, Lämmchen; geringen awis, ein gewisses Schaf. Geris, derjenige, der getrunken hat. Geris, Getränk. Gisti, gistu v. genstu gesav v gea-sav, erlöschen. Gisti, gist(o) gǐdav, beginnen, singen. Geartuvea Schenke =gidituvea, Lazarett. Gidi(e)mas Heilung; giedru, heiter. Giedrus, heiter (daher der Familienname Giedrus). Giedrumas, heiteres Wetter (Heiterkeit), daher der Familienname Giedrymas. Gieteeas, Schlüsselblumen. [44a] Giesuoti, suoju(o), sich aufdrängen (biržaische erste Person; die Endung der Gegenwartsform entspricht dem lateinischen o, z. B. amo statt amu(o)). Giesavimas, Drängen, Fordern. Giesti, gienstu giesav v. geasav, erlöschen. Gietra v. cetra, Zelt, Taterb. Gieżti žstu, žav, Ekel empfinden. giežimas Ekel; pagieža ew. 59. Abscheu. giežimas, Widerwillen. gihu, tief. Gilbti – pagilbti 226. ewang. v 27. Gilis, gzyk. Gimdytuvea, Entbindungsheim. Gimis, Porträt, Wappen (Person). Gimtis, gimtistea, v. gintis, gintistea wie żimkłas und żenkłas. Gintuwas mit einer Waffe versehenes Gerät, z. B. ein Wagen, der mit Sensen ausgerüstet ist. Gintuvea, Verteidigungsturm (Festung, Fort). Gimdituwas Entbindungsbett oder Geburtsstuhl, und Gimdituvea, Entbindungshaus. Girdalas, Nachricht. Girinikas, Girnikas, Waldbewohner (daher Girniki, Dorf und Berg nahe Kurtowiany). Giris, Lob. Giriszks einsiedlerisch. Girklas, Getränk. Girtavav, avnu, avju, uoju, auti, uoti sich betrinken, sich berauschen. Girtuoklea, Säufer, Trunkenbold. Girunas Prahlhans, lca 201 (kajp giruno puodas. Gir'us, Prahlerei. Giwąsakejai Harz (vgl. lit. siwaj Saft, Flüssigkeit). Giwis, Insekt. Giwomis, lebendig. Givonis, Lebewesen; giwoninis, lebendig; giwulis, kleines Tierchen. Gizas, Quälgeist; giži, säuern. apgižis, bildhaft; Giž(ea)(i)(ie)nti jemanden belästigen, aufdringlich sein; giesuoti v. gizuoti, sich aufdrängen; gizawimas v. giesawimas Drängen, Forderung. Glajvėa, Schleim, Schlamm. Glajvedinti befehlen, erlauben. Glajvėti schleimig werden, erstarren. Gląžnas, głaźnus, arbeitsunfähig, kraftlos. Glèbti, bstu, schleimig werden. Glebotis, glemoti, kneten. glibti, mbu, bav, schleimig werden, zerfallen, daher glibdinti (vgl. gribas, krumblis). glitu, glitschig; glituma Glitschigkeit. Glitea v. sn'urg lis. Globstas Schutz. Gludus ghuotnas, nus, glatt. Gn’užtis, Knäuel. Gnižas, Quälgeist, Plagegeist. gniž'eal[i][ie]nti, lästig sein, aufdringlich sein. Gn’usas v. Najguris; Godas, habsüchtig; atsigosti, atsigodoti, erraten. Godoti, sich bemühen. Godulis, lista, Habgier, Gefräßigkeit. Gamuris, Gaumen. Goptoti, ju/o/, jav, schützen, retten, behüten (vgl. Gopło, See). Goruoti, ruoju/o/, verlangen, eilen, begehren; goravimas, Verlangen, Wunsch, Eile. Grajtisti, stau, s’t’av, etwas begreifen. Grajstimas etwas begreifen, ein scheinbares Begreifen (etwa durch Sehen oder Hören). Grajtas, schnell. [44b] Graksztas v. gražus. Grasiti, drohen. Gr’audulis, Donner; gr’audulinis, donnernd; gr’audulinea świętea, Donner; gr’ausmas, Donner, Donnerschlag. gr’ausmus, furchterregend. gr’austinis, Donner. Graužas, Kies, Steinchen. Gr’aūžinas/ea/, kiesiger Ort, Kies. Gr’āzulis Galan, Schönling. Gre/a/tus, vereint. Grea’t’aj gemeinsam. Greatea, Nähe. Gredos, Balken, kleine Balken. Grejimas, Rahm auf der Milch. Grenea Häutchen /auf/ einer Flüssigkeit oder eine dünne Schicht, z. B. Schnee auf der Erde. Gresti, su, verbieten, untersagen. Gribea, Pilz. Griblausis, Glotzer. Gribsz-tas, Kleindieb; gribštavti kleine Dinge stehlen. Grimti, stu pagrिमti, kam in Gebrauch, in Mode. Grinas bedeutet bei manchen fett, zart, bei anderen mager, unzart. Grinda, Bohlenbelag, eine zum Pflastern bestimmte Diele. Grižalas, Deichsel. Grižulas, Rad, mit dem Pferde zum Laufen trainiert werden. Grot, ju/o/ jav spielen (vgl. russ. грачь, Vogel). Groti, gróju, grójav v. Krunk’av. Grosdaj, Laden, Kramladen; Grosdojimas Handel; Grosdoti Handel treiben. Grum, /ea/ /i/ /ie/enti drohen, murren. grums-da, grosba, Drohung. Grumsdu, bedrohlich, rutschig. Grunda v. grinda, Bohlenbelag, Diele zum Pflastern. Grumtas, Erdklumpen. – Grusdai, Trümmer. Gruža Drehung. Gružá v. Pugklis Wurst, uk. Gružalas v. grižalas, Deichsel. Guburis. Gudrus, geistreich, schlau. Gudumas nakties, Finsternis, Mitternacht. Gołetuvea, Schlafkammer. Gulta Schlafkammer; Gultinikas, Schlafkammerdiener. Gumbas, Beule, eine bestimmte Art von Krankheit durch Überessen, z. B. sagt man „gumbas nea mego“. Gumbažalea, rote Bitterpflanze, nämlich Tausendgüldenkraut; Gumbingas voller Beulen und von der oben erwähnten Krankheit befallen. Gumbuotas, knotig, voller Beulen. Gung’s’titsi, tausi, v. Kejoti. – Gun’oti, aufscheuchen; gun’ojimas, Aufscheuchen. Guoba, gabina /Baum/. Guodas, Gefäß, Verstand. Guotas, Ball, Gesellschaft, Herde; Guotea, Reizker (Pilz), vielleicht vom vorigen Wort. Gurbas v. Kutea. Gurždeti v. girždeti, knarren. gurinti entkommen /nach einer Annäherung/. Gurksnis, Schluck, Zug. Gurklis, Kinn, Unterkiefer (daher der Familienname Gurklewicz). Gurnas, vorstehender Knochen. Gurneti rollen, kullern, von oben herabfallen. Gustis daher iszgustis das Verschlucken, daher der Familienname Gustis. Guwus, geschickt beim Fangen. Gužeti, žu, /schreien, z. B. sugužejo, sie kamen lärmend herein. Gūžis, Kohlkopf/; gužetas, kopfig /vom Kohl/ – gužta Nest; gužineti Verstecken spielen, gužtati sich einnisten. Gužetaėreti, guž’t’oti sich winden. [45a] Wörter aus Daukszas Wörterbuch. Gwiežtisi, ž’uosi, ž’ausi, sich beeilen; pasigwiežti sich beeilen. leng v. ing. Ierbea, Haselhuhn. Iewa, ieva-ra, gebraucht. Ilgajniuj, bald. Ilsus, schwach. Ing, in, i; in, nach. Inkilas, v. Awilis, aulis, Bienenkorb, Bienenstock. Inksteti zu stottern beginnen. Jnkstiras, Zecke /Wurm/. Inkstulis, Stotterer, stotternd. Intea, Schwägerin. Inus, Reif /russ. иней/. Ipatus besonders, eigentümlich /Hipaciejowski/. Ira, iraj, ir; ist. Irejas, Steuermann. Jrti, steuern, mit dem Ruder arbeiten. Jrkłas, Ruder. Irmedea, Übelkeit. Irmedeti, übel werden. Iwajrus, Iwi-jas schlängelig, sich windend, gewunden. Izas Eiszapfen, Eiszapfen. Jadra, Masern. – Jaj, wenn. Jaknos, Leber. Jaukus, i, y, sumiśis. Jāwkta /jungkti/ Riemen, um den Ochsen am Joch festzubinden. Jaunas jung /daher die Namen Jaunius, Jaunutis/. Jaunamartea junge Frau. jaunaweadis Bräutigam. Jaunasaj, Bräutigam. Jaunauti sich töricht benehmen. Jegti, g’u/o/, g’av etwas wissen, nuojega, Kenner. Jegimas Wissen. Jetis, Pfeilspitze, Spieß, Soldatenspeer (vgl. lat. Velites). Jetinis, mit einer Spitze versehen; jetinikaj/s/, Spießträger. Jiemus, jiemingas, passiv. Justi, jundu/o/, judav, beginnen, sich bewegen, sich regen. Judis, Bewegung /sujudis, Aufruhr/. Judra, Gras im Flachs; Judreatea, Brunnenkresse. Junkłas v. Junkikłas, Netz, Netz; juodimas, schwarzer Faden. Juot, ja sogar, selbst; Juoteasgi, ja durchaus. Iursta/u/s, schmutzig, trüb, unrein. Jutus, empfindsam, aufmerksam. Pojutis, Gefühl. Kablis, Haken, Bootshaken, Krähe /daher der Familienname/. Kadaj wann, z. B. kadaj buwaj, wann warst du. Kadaj ka’du, wann denn, vor sehr langer Zeit. Kadokoti gackern; kadokojymas, Gackern. Kados, kadu, z. B. kadu busi, wann wirst du sein. Kadu/o/n-gi, weil, da. Kagienti schnattern. Kaj, wenn. Kajkuomet, manchmal. Kajmas v. kiemas, kajmea v. 202 so’d’us. Kajmene/a/, Vieh. Kajn’oti, flicken /auch pajnioti/. Kajnojimas, das Flicken. Kajp, kajpo, kajpomis, wie. Kajtulis, Gehirnentzündung. Kakti, ku/o/nku, irgendwohin streben, sich irgendwohin begeben. Kake/a/łe/a/ Brustwarze. Kał’ėdos, kał’edaj, Christi Geburt. Kaleti, tu, te, jaw. [45b] betäuben. Kalejymas, Betäubung. Kałmogaj, Kałamashka. Kałpokas v. galvokas. Kalsti v. Kaustiti. Kamuoti, mouju, mavav, quälen, peinigen. Kamavymas, Quälerei, Verwirrung. Kamienis 2. Pflanze. Kartoffelstängel. Kanika Amarant. Kanikas ländliches Büfett. Kapanoties, sich bewegen. Kapinis, Häcksel. Kapi-nis, Grab-. Kapas 1. Grabstein; kapaj Gräber. Kardas Schwert /Waffe/, Geräusch, Echo, Klang. Kar-’d’aj, klangvoll, widerhallend. Kardinti, anmelden. kardintiesi sich anmelden, erscheinen. Kardus klangvoll, widerhallend; kardumas, Klangfülle. Kajrinti reizen. Kajrin’ymas Reizung. Karka, Schulterblatt. Karkti, k’u,k’aw sich bewegen. Karkymas Bewegung. Karkle/a/s v. Kope’t’os. Karksoti, langweilig dastehen. Karmonas, Matełzak im Ewang. 248. Karoblis, Schiff. Kar’one/a/, Krieg. Karsis, ein bestimmter Fisch. Karta/o/klis, Buchinnereien. /daher charta lać/; Kartu zusammen, gemeinsam. Kas’a, Soszka, Kaś-kis v. Nieżas. Katil’or’us, Katilus, Kesselschmied /daher der Familienname Katel/, Katruj, Katrul, Katrur, wohin. Ka’t’ukstis, Kätzchen. Kawajtinti, sich schleppen. Kawaitineti herumstreifen, umherirren. Kawajtininmas, das Sich-Schleppen. Kauksoti, gaffen. Kavkseti, bellen. Kauksojymas, das Gaffen. Kiaukszejimas Bellen. Kiauksżti, bellen. Kiaukszimas, Bellen. K’avkutas, Schuppe. Kavs’ti, šstu, daher ika ušav podpilem. Kavśea Schranke. Kauśinti, nu/o/, isdž zgzybialė. Kavtimas, Sorge. K’aus-ti, k’autu k’autav, sich kümmern. Każis, Każis 2. v. Kumelis. Keajoti, umherirren; Keajojimas, das Umherirren. Keal’olika, ein Dutzend. Keal’olikintas, keal’olikis, der zwölfte. Keapszeti, ś’u, schlagen wie ein kleines Kind. Ke/a/ptuvas, Brotbackofen. Keaptuvea, Bäckerei. Keapurea, Mütze. Kearas, Strauch. Kearuoti, sich verzweigen, Ewang. 68. Keareti, r’u/o/, r’ejav, täuschen, bezaubern; nukeareti, verzaubern, beschwatzen. Kearpeti, verelenden. Kearvinti, unbeholfen gehen; kearvineti, unbeholfen gehen. Kearvinejimas, unbeholfenes Gehen. Kearvonas, Karawane. K’eaturis Quadrat. Keatvirtainis, Viereck, Quadrat. Kebl’aj, unbeholfen. Keblinti, gehen wie ein Bär, unbeholfen. Keblineti unbeholfen gehen; keblinejimas, unbeholfenes Gehen. Keblinimas, unbeholfener Gang. Kebłoti, isd’ unbeholfen, daher kebojimas, unbeholfener Gang[.] Kebtu, unbeholfen. Kebtus, unbeholfen. Keb-soti, unbeholfen sitzen. [46a], Kebszeti v. seabszeti, schlagen wie kleine Kinder. Keburoti spielen, /wie etwa ein Kind mit den Händen, herumfuchteln. Kedoti, oju/o/ dojav verstreuen. Kedojimas, das Verstreuen. Ketoti, oju/o/ ausbreiten, auseinanderlegen, schwingen. Kesti, kea’t’u ketav, spreizen, ausbreiten, auseinanderfalten, daher issikė-tęs, ausladend. Ketojimas Ausbreit /en/, Schwingen. Kevealis, Übersetzer, Herumtreiber. Kewealo/u/ti v. Kewełauti, umherziehen. Kewe/a/łojimas, Umherirren, Umherziehen. Kezęti, żu/o/ł bersten; Kezęjimas, das Bersten. Kezęti enu/o/, ejau, verleumden; Kezęjimas Verleumdung. Kibala 5, Unheil /Verderben/. Kibek-lis v. kablis. Kibi/u/rkštaviti v. tuoti v Kibi/u/rkšliti, Funken schlagen. Ki/u/burkštavimas v. Kibi/u/rkštijimas, das Funkenschlagen. Kibi/u/rkštis, Funke. Kiek, wie viel; kiekaj, einigermaßen; kiekas, wie viele; kiekibea, Menge, Anzahl. Kiekierz(u)oti, prahlen. Kiek/l/olika, ein Dutzend. Kiemas, Hof, Haus, z. B. buwaj kiemi, ich war zu Gast. Kiemineti, zu Gast sein. Kieminejimas, das Gastsein. Kiem’onea, Bäuerin, Dorfbewohnerin. Kiem’onis, Bauer, Dorfbewohner. Kiklikas, kleines Kissen, Schlüsselbein. Kikoti, wiegen. Pakil’a, Kanne, Schlauch. Kil’epas, Streitkolben. Pokilis, Festmahl, zanken, heben; kilojimas, das Heben. Kiltis, Familie. Kimti mustu, mav, heiser sein, stocken; apkimti, heiser werden; ažukimimas, Heiserkeit, ažukimis, heiser. Kimbti, bu/o/, mo’av, sich anlehnen Modl. 232. Kimbeti v. kabeti, hängen. Kirbas v. Kajlis, Schaffell. Kirbinea, Bündel, z. B. Kirbinea raktu. Kirkti, krächzen. Kisielis, kisielus, Kissel. Kiszka, Schienbein. Kłajdea, Irrtum, Falschheit. Kłajdus, wahnhaft. Kłajdunas, Irrender, Übersetzer. Kłajkus, ängstlich, bedauernswert, schöpferisch, Kłajkastis, Angst. Kłajkinti, erschaffen. Kłasta Streit. Pakłajko, es blieb ungeordnet. Kłausus, v. Kłaużadus, gehorsam. n’akłaużada, Schurke, ungehorsam. Kleabearis, Klapper. Kleabeti sich bewegen, langsam sein. Kleabea(i, ie)nti, klopfen, pochen. Klejka v. klej-kea, Klepper. Kłesti, ‘t’u, v. kłesteti, ‘t’u dick werden. Kłestiti peitschen, geißeln (хлестать). Kłest(e)j (y)-mas, das Dickerwerden. Kłestimas, Geißeln. Kłestumas, Dichte (bei Baumblättern). Kłestus dicht, z. B. kłestus łapaj me’d’o, dichtes Baumlaub. Kliedeti, im Fieber delirieren, wahnsinnig sein, herumstreunen, nachts umherirren, daher kliedejimas Umherirren, Wahnsinn, Herumstreunen. Klijas, Leim, Kleister. Kli-uoti kleben. Klikti, rufen. Klimpti, versinken. Klineti, verkeilen. Klingea, Klinke. Klintis 7. Felsen, Klippe. Kripti v. Klipti, pstu, pav. pod. fallen, umstürzen, verarmen. Kliszas, Kliwas, Klivis, hinkend, lahm, krummbeinig. Klivinti klivineti, hinken, lahm gehen. Klodas, Schicht, pakłodea, Bettlaken. Kłustineti ausbreiten, kłustimas, das Ausbreiten. Kłotas, kłotinis, salzig, salzen. [46b] Klu-diti treffen, stoßen (antasten). Kludimas Treffer. Kluga, Rute. Klukinti herumtrampeln. Klukseti pilwie, im Bauch gluckern. Klumbea(i, ie)nti, klopfen. Klumbinti, klumbineti, klopfend gehen. Khum- 203 pa, klumpinea, klumpuma, Untiefe, Schlamm. Klumpu, schlammig. Klumpus, schlammig. Klupuris v. Z’upsnis Splitter, Prise. Kl’ur kseti, krerać. gearvea klurk’sa, Kranich krera. Kl’utea, Klutis 7. v. Kl’autis 7. Hindernis, Anstoß, Verhinderung. Kn’agas, Schreihals. Knajbiti, bohren. Knajbimas, Bohren. Knak(p)sojav otistać. Knatas, Docht — knaukseti, schreien. Kneazeti, zerschellen. Kneażinti, zerschlagen. Kneażejimas das Zerschellen; kneażinimas das Zerschlagen. Knebo ti, sich zanken: knebojimas Zank. Kneksejimas v. Kn’auksejimas. Knekšeti v. Kn’avkšeti: Kne(i)binis, Kunst. 2. Kniboti, bohren. Knibojimas Bohren. Kniebti, kniembu, arba, bstu, herabhängen, fallen (cnf. Nimbus). Knebimas Herabhängen, Herabfallen. Knirkti, k’u(o) zischen. Knisti, knintu arba knitu v. kniteti, tu(o), ärgern. Knitejimas, knitimas, Ärgernis. Atsiknoti (von knoti), sich lösen, sich abschälen. Kn’okti, schreien, brüllen. Kn’okimas, Schreien, Schrei, Geschrei. Kn’oklis Schreihals, Schreier. Knopa, Griff am Hufeisen. Knopinti, knopineti, stolpernd gehen, pakonpstomis, stolpernd. Knopsoti, unbeholfen dastehen. Kn’ubti, kn’umbu, bav, aufs Gesicht fallen, herabhängen. Kn’ubsoti, beharren. Kn’ubs’t’as, auf dem Gesicht liegend. Sukn’ugždav, ich begann zu zischen (von kn’ugzti kn’ungzdu). Kn’ugždėti, zischen. Sukn’užav, ich habe mich zerschlagen (von kn’užti kn’unžu arba Kn’užstu,). Kn’užeti sich zerschlagen. Kn’užinti, zerschlagen. Koloti, schmähen, entehren (verleumden). Komiti v. Kamuoti, quälen, peinigen. Komijimas vel Kamavimas. Kopti, v. lipti. Pe(a)rkoris, von korti, durchtr. Wurst. Korinti, korineti, gehen, herumgehen, durchtr. Wurst. Kovas v. V’epla Dohle. Krajg’oti, hin und her schwenken, krajg’ojimas, das Schwenken. Krajtealea, Schachtel. Krajtealea pinta, Körbchen. Kraj tis 2. Kiste, Ausrüstung. Krajpintas v. Keasealis, Korb, Tragkorb, Korb. Kras’a, Hocker. Kr’avseti, räuspern. Kr’avkutas, varlu kr’avkutaj Masse aus Luft wie ein Schaum. Krawpas, rau, rauh. Kr’avsis Meeresufer und kravtis,... Krea jda, Kreide. Kreajwokšl(i)n’is, krumm. Kreap’sea, Kiste, kreapśis, Korb. Kreasnus, geronnen, gedrungen. Kreaseti, gerinnen. Kreasnumas Gerinnung, Gedrungenheit. Krifjas, Rand. Krikti, quaken (von einer Ente). Krikle, Krickente. Kriuoti, schwanken. Krilavimas, das Schwanken. [47a] Krimslea, Knorpel. Kr’ogas, Schnarchen. Kr’oguoti, schnarchen, krokšti, schnarchen. Krógavimas Schnarchen, chrapanie, chrapanie. Kr’oglis, ein Schnarcher. Kr’okulis, Hammer. Kropti, betrügen, verspotten. Krumas, Strauch, Busch, Gebüsch, Plural krumaj, Gestrüpp, Wald, Buschwerk. Kruminas, Gestrüpp, Buschwerk. Kruminis, aus Gestrüpp; Kruminis duntis, Backenzahn. Krumplis, Knöchel, Fingergelenk. Krumpl’uotas, knöchelig. Krums lis, Kiesel. Kr unas, Atemnot, Schnarchen. Krunuoti, nuoju, husten, schwer atmen. Krunklis v. Varnas. – Krunkšti, krunkštauti würgen, sich verschlucken, husten. Kru(o)ntas, Ufer. Kru pti, mpu, upav, stechen, erstarren, unbeholfen werden. Krusnis 7. steinerner Topf, Steinhaufen. Krušinis Apfelwein 2. – Kubil’us v. Kubil’or’us Böttcher (cnf. das Dorf Kabilunaj). Kubris 2. Rücken, Nacken. Kudra, Schlamm, Schlick, Morast. K ujas Hammer. Stulbis v. kujnas. K ūlimas, durchsichtiges Frühlingsgras. Kulipka v. riduolea, Kugel. Kumpa, Krümmung. Kumpti, verfallen. Pakumpti verfallen. Kun’aveajkti, schänden. Kundea Motte. Kunigena, Pfarrerssohn. Kunka, Klammer. Kunkulas, kochendes Wasser, Blase, Wasserblase; kunku luoti, sprudeln. Kuntas v. swaras, Pfund. Kuntripčhas, Kontrypał, feines Zinn. Kuodis, Lerche. Ku oja, Zaun, Lattenzaun. Kuokas, Kegel, Keule. Kuokšta, Kosm. kuo, ku, im, womit. Kuo-tuo, womit und damit. Kuopa, Gemeinde, Volk, Getöse, Gedränge (daher lat. populus, daher das Fest Kupało). Kuopti aufräumen, reinigen. Kuoras, Turm, Festung. Kuosa, Dohle. Kupl’aj, üppig. Kupumas, Üppigkeit. Kupūs, üppig. Kupra Buckel (daher der Familienname Kupris). Kupris, bucklig. Kupsta, Haufen. Kosm, Hügel. Kupstuoti, sich aufbäumen; Kupstavimas Aufbäumen. Kurkea, Truthenne; Kurkinas, Truthahn; kurkitis truthahnartig; Kurkitur, anderswo. sukuštav, ich begann zu flüstern. Kusteti, flüstern. Kūstinti, benagen, anfressen, beißen. Kutuoti färben, das Gewand färben. Kusti, sstu(o), daher źlewe(a) kusta unt me’d’u, die Rinde liegt am Baum an. Kutealoti, kitzeln. K’utinti, langsam gehen. Kutriti, kutrinti ärgern. Kuweti v’u(o) vejaw, sich schämen, bereuen, Buße tun (daher vielleicht lat. Kuwento Kloster). Kuwejimas, Sich-Schämen. Kuwekseti, wimmern. Kunis 2.v. Sarmata, Scham. [47b] Kwakšeti, gackern. Kwarasiti schlagen. Kwarma v. tajsituwas, Form. Kwarsinti v. Pikrin tisi, sich bedecken. Kwatotisi, vor Lachen prusten, übermäßig lachen. Kwearkšlea, kwolzka. Kwe puoti, keuchen, Kwieslis, Herbeirufer der Eingeladenen. [4.] Litauisch-Deutsches und Deutsch-Litauisches Wörterbuch... 1730. Halle. Aus F. V. Hako sind mehr als eintausendvierhundertsiebzig Wörter exzerpiert (60–67 b): Abbejeip, beyderley; Abbejets, beydes; abbe jey, beyder bey adv; 204 Akkies-Wokas, o, Angenlīd; Akkies-Wyzdis, džio, augapfel; auklas móze od auka; Andaj; Ankstybas i Ankstrīwas, Annot wie dort; Antaj, dorten adv. monstr.; Apdangalas, to die Kleidung cnf. toga, lat. usw. Bei einigen Wörtern sind verschiedene Anmerkungen hinzugefügt, z. B.: Erytis, cio ein Lamm (Lammazwierż w Ameryce) (61a), Kammara ros Kammer, pro Kambala od kamba, kampas (61b), Prakartas, to, eine Krippe (u nas Prakartis) (63a) usw. [5.] Nektóre frazesa polsko-żmudzkie [einige polnisch-samogitische Redewendungen]. Nach K. Būgas Aussage sind die 34 Redewendungen (88a–88b) nicht von A. Kašarauskas’ Hand geschrieben; K. Būga veröffentlichte sie nach anderen Exzerpten10, z. B.: Kad stroks, tūkart pri Diewa – Wenn es donnert, tausendmal zu Gott; Yra tai garbie ant garbiu, turieti ležuwi už dantu – Das ist die Tugend über allen Tugenden: die Zunge hinter den Zähnen zu halten; Garbie ysz patjis burnas, atsydouod – Propria laus sordit usw. [6.] Wyrazy Żmudżko-Litewski [samogitische-litauische Wörter]. Nach K. Būgas Ansicht wurden auch diese nicht von A. Kašarauskas aufgezeichnet, sondern es handelt sich um von jemandem notierte Wörter aus verschiedenen Mundarten (samogitischen und oberlitauischen), die in seine Handschriften (89a–95b) gelangten. K. Būga veröffentlichte sie der Reihe nach und fügte Nummern hinzu (insgesamt 248)11. Hier einige Beispiele vom Anfang (98a): Inumis – Kumpnikas, Gasznus – puykus, Pakažnas – walnias, Skanu – gardu, Wins szuka – vienas puncziosi, Pakojes sukabinti – abudu supunczioti, Saykint – wiest prisiegon, Preykżus – Užkuris usw. A. Kašarauskas hat also Wortauszüge aus verschiedenen Quellen angefertigt und einiges [5, 6] von anderen erhalten. Es wird vermutet, dass auf seine Initiative hin jemand das Namenverzeichnis aus J. Pabrėžas Werk „Taislius auguminis“ abgeschrieben hat, das er später in Händen hielt12. A. Kašarauskas’ Wortlisten und seine gesamte Handschrift „Litvanica“ sind eine reiche und vielfältige Fundgrube an Material, die es sich lohnt, noch einmal sorgfältig durchzusehen und alles herauszuschreiben, was versehentlich übergangen wurde. A. Kašarauskas beabsichtigte, wie er selbst in seinem Artikel über die Wörterbücher der litauischen Sprache sagt, nicht, sich lexikografischer Arbeit und der Erstellung eines Wörterbuchs der litauischen Volkssprache zu widmen. Er begnügte sich damit, Wörter aus verschiedenen Quellen zu exzerpieren und Wortsammlungen anzulegen, die ihm beim Schreiben über die litauische Sprache nützlich sein konnten und seinen Freunden und Bekannten zugänglich waren. Dennoch hat die Kunde unsere Zeit erreicht, dass A. Kašarauskas als Verfasser eines russisch-litauischen Wörterbuchs hervortrat. Über diese Arbeit wurde in der Presse berichtet. So wandte sich Vaižgantas in „Tėvynės sargas“ (1896, Heft II, S. 21–22) an die Öffentlichkeit, um A. Kašarauskas’ russisch-litauisches Wörterbuch ausfindig zu machen: [21] „Wo befindet sich das ‚Russisch-Litauische Wörterbuch‘ des Priesters Ambr. Kossarzėvskis?“ Die Zeit des Bischofs Motiejus in Žemaitija könnten wir mit der Zeit Adam Mickiewicz’ in Vilnius vergleichen; wie dort, so entfaltete sich auch hier eine große literarische Bewegung. Geistliche und weltliche Samogiten lernten und schrieben gemeinsam. Viele ihrer Werke wurden gedruckt, 10 „Tauta ir žodis“, Bd. I, S. 367–368. 11 Ebenda, S. 368–371. 12 Darüber informierte S. Skrodenis, Leiter des Handschriftenarchivs der Staatlichen Republikanischen Bibliothek der Litauischen SSR, gestützt auf eine dort aufbewahrte Handschrift (PR 136). 205 Viele bleiben noch irgendwo liegen, obwohl es längst Zeit wäre, dass sie ans Licht der Sonne gelangen. So höre ich, dass ein berühmter gelehrter Mann, Mitglied der Archäologischen Gesellschaft, der Priester Ambražiejus Kossarževskis oder, wie die Žemaiten sagen – [22] Kašarauskas (1822–1880), von dessen Handschriften mehrere Bände in der Bibliothek des Kaunaser Priesterseminars liegen, ein russisch-litauisches Wörterbuch verfasst haben soll, etwa nach dem Vorbild des Wortes (des letzteren) „ogonščiki“. Nach seiner Verbannung 1863 aus Varniai, wo er als Moderator im Kloster der Rokiten wirkte, nach Sibirien sei seine Bibliothek an Verwandte in der Pfarrei Pavandenė gelangt; sie hätten sie im Pfarrhaus aufbewahrt, wo sich das Wörterbuch noch 1883 [?] befunden habe, sei aber zwischen 1872 und 1883 verschwunden. Wer es finden sollte, den bitten wir, es persönlich oder direkt an die Redaktion des „Tėvynės sargas“ zu übergeben, die es gern erwerben würde. Etwas später wurde in der litauischen Presse in Amerika nach diesem und anderen Wörterbüchern gefragt: „Wo sind die litauischen Wörterbücher?“ Von den Wörterbüchern der litauischen Sprache sind nur die von Nesselmann, Kurszaiczis und Miežinis erschienen; das wichtige Wörterbuch von Juszkewycziaus wird noch immer in Petersburg gedruckt. Doch wo sind die anderen? Es ist ja bekannt, dass Dijonizas Poszka ein žemaitisch-litauisches Wörterbuch hinterlassen hat, das bis zum Buchstaben P reicht. Auch Pocker hinterließ welche (Wörterbücher: litauisch-polnisch und polnisch-litauisch), Kajetonas Niezabitowskis (litauisch-polnisch), Pfarrer Sutkeviczius, L. Ivinskas (žemaitisch-litauisch), Simonas Staneviczius (žemaitisch-polnisch), Pfarrer Kosarzauckas und M. Akelaitis (diese beiden: polnisch-litauisch und ein vergleichendes litauisches). Wie man hört, verfasst Herr P. Kriaucziunas ein litauisches Wörterbuch. Abgesehen von diesen großen Wörterbüchern – wie viele kleine Wörterbücher werden wir finden, die jeder Liebhaber der litauischen Sprache für sich selbst geschrieben hat oder schreibt. Doch wo sind sie …?“ Das russisch-litauische Wörterbuch von Pfarrer Kosarzauckas befand sich noch 1883 bei seinen Verwandten in der Pfarrei Pavandenė, ist aber verschwunden. Das Wörterbuch von Dijonizas Poszka hatte Vincas Bialozor 1858 bei sich. Akelaitis’ Wörterbücher gingen in Paris verloren. Hält sie vielleicht die Želmens-Gesellschaft? Das litauisch-polnische „Wörterbuch“ von Pfarrer Sutkeviczius liegt ungenutzt in der öffentlichen Bibliothek von Vilnius. Und wo sind die anderen? Wir sollten sie alle zusammensuchen.“13 Auch später wurde in der Presse nach A. Kašarauskas’ Wörterbuch gesucht14, doch bis heute ist es nicht gelungen, es zu finden. Daher ist es heute schwer, etwas Sicheres darüber zu sagen. Man kann nur vermuten, zu welchem Zweck A. Kašarauskas ein russisch-litauisches Wörterbuch zusammenstellte, obwohl er selbst schrieb, dass in erster Linie ein litauisch-polnisches Wörterbuch benötigt werde. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren polnisch-litauische und umgekehrt angelegte Wörterbücher in Mode, während die russische Sprache in der litauischen Lexikografie noch ein neues Phänomen war. Einer der Ersten, der daran dachte, Russisch in ein in Arbeit befindliches litauisches Wörterbuch aufzunehmen, war A. Ugianskis (1816–1870), Professor am Lehrstuhl für klassische Sprachen der Universität Kasan. Er meinte, Litauer und Polen beherrschten Russisch ausreichend, für Russen seien polnische Entsprechungen fremd und ein litauisch-russisches Wörterbuch könnte aus staatlichen Mitteln herausgegeben werden15. Man kann annehmen, dass A. Kašarauskas, ein vielseitig interessierter und gebildeter Mann, durch seine Mitarbeit in der russischen Archäologischen Kommission von Vilnius und im Statistischen Komitee von Kaunas, durch seine Beiträge für die russische Presse zu botanischen und anderen Fragen sowie durch seine Beherrschung des Polnischen, Deutschen und 13 „Tėvynė“, 1898, S. 250. 14 Siehe „Žinyčia“, 1901, Nr. 1, S. 154. 15 „Tauta ir žodis“, Bd. VII, Kaunas, 1931, S. 330. 206 Neben den französischen Sprachen musste er auch gut Russisch lernen. Zu diesem Zweck sollte ihm und anderen litauischen Intellektuellen ein russisch-litauisches Wörterbuch zur Verfügung stehen. Das Wörterbuch musste eine Übersetzung sein, denn ein solches Wörterbuch lässt sich am einfachsten und schnellsten erstellen, indem man ein russisches Wörterbuch als Grundlage nimmt. Da das Manuskript fehlt und keine weiteren Angaben gefunden wurden, lässt sich über die Quelle des russischen Teils des Wörterbuchs nichts sagen. Dass A. Kašarauskas sich für Wörterbücher anderer Sprachen interessierte und nach ihnen suchte, geht aus einem Brief L. Ivinskis’ an eine unbekannte Person vom 15. März 1860 hervor, in dem diese gebeten wird, für den „genialen vergleichenden Erforscher der žemaitischen Sprache“ A. Kašarauskas Wörterbücher anderer Sprachen zu beschaffen.16 Für den litauischen Teil des Wörterbuchs konnte A. Kašarauskas Wörter verwenden, die er aus verschiedenen Quellen exzerpiert und in der Volkssprache aufgezeichnet hatte. Dazu dienten wohl teilweise auch seine Listen litauischer Wörter. Vielleicht hatte A. Kašarauskas bei der Erarbeitung des russisch-litauischen Wörterbuchs auch wissenschaftliche Interessen im Blick. Er schrieb ausführlich in der polnischen Presse über die Bedeutung der litauischen Sprache für die vergleichende historische Sprachwissenschaft. Von S. Mikuckis, in den er große Hoffnungen als Verfasser eines litauischen Wörterbuchs setzte, musste er erfahren haben, dass sich auch die russischen Sprachwissenschaftler I. Sereznevskis, F. Fortunatovas, J. Šachmatovas und andere für die litauische Sprache interessierten und auf ein Wörterbuch warteten, das ihnen einen Einblick in diese Sprache ermöglichen würde. Auch dies könnte A. Kašarauskas dazu bewogen haben, ein russisch-litauisches Wörterbuch zu erstellen, dessen Manuskript mit dem Wort „ogonsčiki“ endet. Das Manuskript des russisch-litauischen Wörterbuchs ist das einzige bekannte Wörterbuch, mit dessen Erstellung A. Kašarauskas begonnen hat. Als Lexikograf hätte er auch anderweitig Gelegenheit gehabt, sich zu betätigen, denn der Wilnaer Buchhändler und Verleger Zavadskis hatte ihm vorgeschlagen, eine gekürzte Fassung von Bobrovskis’ lateinisch-polnischem Wörterbuch zu bearbeiten. S. Kašarauskas, der sich den Naturwissenschaften widmete, lehnte diese einträgliche Arbeit ab.17 Neben den erwähnten lexikografischen Arbeiten (Wortlisten und dem russisch-litauischen Wörterbuch) trat A. Kašarauskas auch als Historiker der litauischen Lexikografie hervor: Er verfasste den von uns zitierten Aufsatz über litauische Wörterbücher, in dem fast alle bedeutenden Lexikografen vom Beginn des 17. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sehr kurz erwähnt werden. Da Kašarauskas sich für Sprachwissenschaft interessierte, die linguistische und sonstige Presse verfolgte und mit den Philologen, Persönlichkeiten und anderen Gebildeten seiner Zeit (M. Valančius, M. Akelaitis, L. Ivinskis, K. Daukša, S. Mikuckis und anderen18) verkehrte, musste er wissen, was in der litauischen Lexikografie geleistet worden war und woran gearbeitet wurde. Am Anfang des Aufsatzes werden die Lexikografen Litauens aufgezählt, nämlich: S. Daukantas, K. Nezabitauskas, J. Juška (Juškevičius), A. Ugianskis, M. Akelaitis (Akelevičius), L. Ivinskis, K. Daukša, M. Miežinis (Miežitavičius), S. Prialgauskas, A. Juška (Juškevičius); der allererste Lexikograf K. Širvydas sowie die kürzlich verstorbenen S. Stanevičius, D. Poška (Paškevičius), D. Sutkevičius und J. Pabrėža (als Sammler botanischer Wörter). Von den in unserer Literatur erwähnten beziehungsweise weiterhin erwähnten Persönlichkeiten, die lexikografisch arbeiten wollten oder es versucht hatten, ist von A. Butkevičius, L. Uvainis, J. Plateris und anderen nicht die Rede; ihre lexikografische Tätigkeit dürfte zu A. Kašarauskas’ Zeiten unbedeutend gewesen sein oder keinen größeren Bekanntheitsgrad erlangt haben. 16 „Tauta ir žodis“, Bd. VII, Kaunas, 1931, S. 342. 17 Prof. A. Dambrauskas, Kun. Ambroziejus Kašarauskas (1821–1882). – „Tauta ir žodis“, kn. III, Kaunas, 1925, p. 234. 18 Vgl. „Tauta ir žodis“, Bd. III, S. 234. 207. Unter den Lexikografen Ostpreußens erwähnt A. Kašarauskas am Ende seines Aufsatzes Hako, Ruigys, Milkys und Nesselmann. Die ersten beiden lieferten lediglich einen kleinen Teil des Wortschatzes, einen Auszug, während Nesselmann eine recht umfangreiche Wortsammlung zusammenstellte, die jedoch nicht einmal die Hälfte des litauischen Sprachschatzes erfasste. Unerwähnt bleiben die handschriftlichen litauisch-deutschen und deutsch-litauischen Wörterbücher Ostpreußens, insbesondere das zweiteilige Wörterbuch von J. Bradovskis, das sich durch seinen Reichtum an Volkssprache und Folklore auszeichnet und in den gedruckten Wörterbüchern von Milkys und Nesselmann erwähnt wird. Obwohl A. Kašarauskas im Vergleich zu anderen Quellen, die litauische Wörterbücher erwähnen, kaum etwas Neues veröffentlichte, verdienen doch schon die Erwähnung unserer bedeutendsten Lexikografen und seine kurzen Anmerkungen zu einigen Wörterbüchern Beachtung bei der Erforschung der Geschichte der litauischen Lexikografie. Nach einem Überblick über A. Kašarauskas’ Tätigkeit auf dem Gebiet der litauischen Lexikografie lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen. A. Kašarauskas hinterließ keine umfangreichen lexikografischen Arbeiten oder Wörterbücher, die für die litauische Lexikografie von großer Bedeutung gewesen wären. Als wichtigste Arbeiten wurden die Wortlisten, der Versuch, ein litauisch-russisches Wörterbuch zusammenzustellen, und die Anmerkungen zu litauischen Wörterbüchern genannt. Berücksichtigt man jedoch die damalige Lage der litauischen Lexikografie, die geringe Zahl der Lexikografen und die schwierigen Arbeitsbedingungen, so erweist sich A. Kašarauskas’ lexikografische Tätigkeit als weit bedeutender, als es zunächst den Anschein hat. A. Kašarauskas brachte neue Ideen und Vorhaben in die litauische Lexikografie ein, die, auch wenn sie unverwirklicht blieben, die Bemühungen um eine Bereicherung der litauischen Lexikografie durch neue Arbeiten aufrechterhielten und stärkten. Dazu zählen die Förderung der Idee eines Wörterbuchs der Volkssprache sowie das Eintreten für die Erstellung von Wörterbüchern der Personen- und Ortsnamen und der Fachtermini. A. Kašarauskas unterstützte, vertiefte und entwickelte die lexikografische Bewegung weiter, die sich in Litauen seit Beginn des 19. Jahrhunderts zu regen begann und deren Hauptaufgabe darin bestand, verschiedene Wörterbücher der litauischen Sprache zu erstellen, die dem Erlernen der litauischen Sprache, der Weiterentwicklung der Literatursprache und dem Schaffen litauischer Literatur dienen sollten. Er sah, dass die Arbeit an den Wörterbüchern nur sehr langsam vorankam und die Kräfte gering und zersplittert waren; deshalb bemühte er sich, die lexikografische Arbeit zu unterstützen, die Kräfte zu bündeln und andere dazu anzuregen, gemeinsam ein großes Wörterbuch der litauischen Sprache zu erstellen. A. Kašarauskas sammelte aus verschiedenen Quellen beträchtliches Material, das die Karteien von K. Būga, des großen „Wörterbuchs der litauischen Sprache“ und anderer bereicherte und heute für lexikografische Zwecke genutzt wird. Besonders wertvoll sind seine Exzerpte aus den Wörterbüchern von K. Daukša und J. Jumskis sowie die aus der Volkssprache aufgezeichneten Wörter, die sich im gesamten Text von A. Kašarauskas’ „Litvanika“ finden lassen. Die Exzerpte aus den genannten Wörterbüchern sind konkrete und verlässliche Zeugnisse, anhand derer wir uns zumindest ein gewisses Bild von den verschollenen und bis heute nicht wiedergefundenen Wörterbüchern machen können. A. Kašarauskas zählte die ihm bekannten Lexikografen auf und bezeugte ihre Tätigkeit; damit trug er zumindest ein wenig dazu bei, Informationen zur Geschichte der litauischen Lexikografie zu sammeln, festzuhalten und an künftige Generationen weiterzugeben. All dies verpflichtet dazu, auch A. Kašarauskas selbst als einen der wenigen Gebildeten des 19. Jahrhunderts in die Geschichte der litauischen Lexikografie aufzunehmen, die das Wörterbuch und die Grammatik der Muttersprache als Grundpfeiler des Fortbestands der Nation betrachteten. 208