Kapsų–Zanavykų tarmių priesaginės vardažodžių darybos bruožai
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LEKSIKOS TYRINĖJIMAI
LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA
MERKMALE DER SUFFIXALEN SUBSTANTIV- UND ADJEKTIVBILDUNG IN DEN DIALEKTEN DER KAPSEN UND ŽANAVYKAI
J. SENKUS
A. EINLEITENDE BEMERKUNGEN
Die Wortbildungslehre ist recht komplex und umfassend. Auch ihre Methoden können unterschiedlich sein.
Früher war in der litauischen Wortbildungslehre vor allem die Untersuchung der suffixalen Wortbildung nach der alphabetischen Reihenfolge der Suffixe bekannt. Auf diese Methode stützen sich hauptsächlich die Arbeiten von A. Leskyn, P. Skardžius und anderen1. In der Baltistik hat J. Endzelynas diese Methode etabliert2. Auch in der sowjetischen Sprachwissenschaft kommt man ohne diese Methode nicht aus3.
Nach dieser Methode untersuchen Sprachwissenschaftler die sogenannten konsonantischen Suffixe und die mit ihnen gebildeten Wörter, wie bereits erwähnt, anhand der alphabetischen Reihenfolge des Konsonanten im Suffix. (Es sei darauf hingewiesen, dass diese Reihenfolge in manchen Fällen relativ ist.) Man kann sagen, dass dies die traditionelle Art ist, die suffixale Wortbildung zu untersuchen. Sie ist nicht nur für den Autor praktisch, um umfangreiches Material zu ordnen, sondern auch für den Leser, der bei Bedarf rasch das Gesuchte finden kann. Auch die vorliegenden Merkmale der suffixalen Substantiv- und Adjektivbildung in den Dialekten der Kapsen und Žanavykai stützen sich weitgehend auf diese Methode. Siehe Abschnitt B. „Suffixe nach ihrem Konsonanten“.
Eine weitere Möglichkeit, die suffixale Substantiv- und Adjektivbildung zu untersuchen, besteht darin, Substantive und Adjektive sowie ihre Suffixe nach ihrer Bedeutung oder ähnlichen Kriterien einzuteilen. Diese Methode, die in der Wortbildungslehre bislang zwar nicht umfassend angewandt wurde, hat durchaus zahlreiche Vorteile. In dieser Arbeit wird sie jedoch nur teilweise genutzt: Am Schluss wird an einer Stelle wenigstens ein kurzer Überblick über die Bedeutungen einzelner Wortarten und der mit ihnen verbundenen Substantive und Adjektive gegeben (darüber hinaus gesondert über die Bedeutungen der Substantive). Siehe Abschnitt C. „Zusammenfassender Überblick über die Substantiv- und Adjektivbildung“. Der Wunsch, beide Methoden zu nutzen, führte zwangsläufig dazu, dass bestimmte Inhalte oder Materialien wiederholt werden. Die Wiederholungen wurden so knapp wie möglich gehalten.
Bei der Darstellung der suffixalen Substantiv- und Adjektivbildung nach der ersten wie auch nach der zweiten Methode müssen verschiedene Fragen der Wortbildung mehr oder weniger berührt und, soweit möglich, Angaben dazu gemacht werden, wie und woraus die suffixalen Substantive und Adjektive gebildet werden und Ähnliches. Wir müssen einräumen, dass diese Aufgaben in der vorliegenden Arbeit weder systematisch noch vollständig in Angriff genommen oder bewältigt wurden. Dies wird meist nur in den notwendigsten und praktikabelsten Fällen versucht. Die Hauptaufgabe dieser Arbeit besteht darin, das Material selbst mehr oder weniger systematisch darzustellen.
1 Plg. Bildung der Nomina im Litauischen von August Leskien, Leipzig 1891; P. Skardžius, Lietuvių kalbos žodžių daryba, Vilnius, 1941.
2 Plg. Lettische Grammatik von J. Endzelin, Riga, 1922, ir kitus jo veikalus.
3 Plg. Mūsdienu latviešu literaras valodas gramatika, I, Rīgā, 1959.
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In dieser Arbeit wird versucht, nur die suffixale Wortbildung der Nomina, nämlich ihre konsonantischen Suffixe, zu überblicken. Die sogenannten vokalischen Suffixe und die Wortbildung von Nomina mit ihnen bleiben unberücksichtigt, da Suffixe hier nicht in einem weiten Sinne verstanden werden – als Suffixe gelten im üblichen Sinne nur solche mit Konsonanten. Einige Aspekte der sogenannten vokalischen Suffixe werden im Kapitel über den Lautwandel der Monografie zu den kapsischen und zanavykischen Mundarten behandelt. (Außerdem wird die Bildung von Zusammensetzungen, Verben und Wörtern anderer Wortarten sowie reduplizierter Bildungen in den beschriebenen Mundarten vorerst ebenfalls nicht eigens untersucht.)
Wie bereits der Titel erkennen lässt, geht es hier nur um die suffixale Wortbildung der Nomina (vor allem der Substantive und Adjektive). Andere Wortarten werden nur in besonderen Fällen behandelt, wenn sie eng mit der suffixalen Wortbildung der Nomina verbunden sind; vergleichen wir etwa die Suffixe -tas (auch die passiven Partizipien werden erwähnt), -opas (auch Adverbien werden erwähnt).
Bei der Arbeit musste ich mich praktisch mit dem Begriff des Suffixes auseinandersetzen. Suffix wird hier aus der Perspektive des heutigen Litauischen verstanden, nicht historisch, obwohl ich mich stellenweise auch von der zweiten Perspektive leiten lassen musste; vgl. Suffixe mit dem Konsonanten j. Darüber hinaus ergaben sich Unklarheiten hinsichtlich des Verständnisses einiger einzelner Suffixe; vergleichen wir zum Beispiel die Suffixe -ena und -mena.
Neben den sogenannten einfachen Suffixen kommen häufig auch sogenannte zusammengesetzte Suffixe vor; vgl. -ėlis und -umėlis, -utėlis: baltumėlis, baltutėlis. Daneben gibt es auch sogenannte erweiterte Suffixe; so steht neben -klis auch -iklis (jauniklis). Sowohl zusammengesetzte als auch erweiterte Suffixe werden gewöhnlich zusammen mit den einfachen Suffixen gruppiert. Außerdem wird versucht, auch Suffixe zusammenzufassen, die einander unter anderen Gesichtspunkten näherstehen (vgl. -ynas, -ynė), doch ließ sich dabei keine strenge Einheitlichkeit erreichen.
Einige alphabetisch unterschiedliche Suffixe stehen in mehr oder weniger enger Beziehung zueinander. Es wird gelegentlich versucht, bei solchen Suffixen aufeinander zu verweisen, um sie miteinander zu vergleichen und dergleichen.
Viele der hier erwähnten Suffixe sind im gesamten Gebiet der beschriebenen Mundarten bekannt und unterscheiden sich kaum oder gar nicht vom Gebrauch in der Standardsprache. Es kommen jedoch auch Suffixe vor, die nur in einzelnen beschriebenen Mundarten, ihren Unterdialekten oder Sprechweisen gebraucht werden und sich mehr oder weniger von der Standardsprache unterscheiden. Auf solche Suffixe wurde, soweit möglich, besonderes Augenmerk gerichtet und sie wurden stärker hervorgehoben.
Es stellt sich die Frage, ob hier alle Suffixe der Nomina in den beschriebenen Mundarten und alle Fälle der Wortbildung mit ihnen behandelt werden. Darauf lässt sich antworten, dass versucht wurde, soweit möglich, möglichst viel Material bereitzustellen; natürlich war es jedoch nicht das Ziel, alles vollständig zu erfassen (wie schon der Titel zeigt), und außerdem wäre dies schwieriger gewesen. Einige weniger bekannte nichtlitauische Suffixe etwa wurden auch bewusst ausgelassen.
Die Suffixe werden hier mit den Endungen angegeben und, sofern vorhanden, meist für beide Genera. Das Femininum wird wie üblich neben dem Maskulinum angeführt; die Darstellungsweise ist jedoch je nach Material selbst oder aus ähnlichen Gründen unterschiedlich. Die üblichen, allgemein bekannten und selbstverständlichen femininen Entsprechungen, besonders bei Adjektivbeispielen, werden manchmal überhaupt nicht erwähnt. Es wird jedoch stets versucht, die abweichenden femininen Formen, die insbesondere bei Substantiven vorkommen, auf die eine oder andere Weise kenntlich zu machen: -uvienė, -ienė oder -ė (driskiuvienė, purvė, Balanienė || Balāniuvienė).
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Zur Veranschaulichung der Suffixe werden gewöhnlich Beispiele verschiedener Art angeführt: sowohl einzelne Wörter als auch Wortverbindungen und phraseologische Beispiele, die überwiegend aus dem pazanavykische Kapsai-Dialekt stammen, insbesondere aus dem nördlichen Teil des Rajons Vilkaviškis. Von hier stammen auch die meisten Beispiele für verschiedene unproduktive Suffixe. Bei den hierher entnommenen Wort- und Wortverbindungsbeispielen wird der genaue Ort häufig gar nicht angegeben oder nur in besonderen Fällen genannt. Der genaue Ort phraseologischer Beispiele wird stets mit Abkürzungen angegeben, die meist denen im „Wörterbuch der litauischen Sprache“ entsprechen. Die Abkürzung kpI bedeutet „Kapsai I“ (Nordwesten), kpII – „Kapsai II“ (Südosten). Phraseologische Beispiele werden gewöhnlich entweder dort angeführt, wo sie besonders nötig sind, um die Bedeutung eines Wortbeispiels zu veranschaulichen, oder dort, wo entsprechende Belege vorliegen, und Ähnliches.
Die Bedeutung der Beispiele wird dort erläutert, wo es dem Autor notwendig erschien.
Wortbeispiele werden gewöhnlich stets mit Akzentzeichen versehen. Außerdem werden sie auch in phraseologischen Sätzen oder Wortverbindungen akzentuiert. Andere Wörter phraseologischer Beispiele erhalten nur in besonderen Fällen Akzentzeichen. Auch Hinweise zur Akzentuierung von Wörtern mit diesem oder jenem Suffix werden nur bei besonderem Bedarf gegeben. Auch hier ließ sich keine klarere und strengere Ordnung einhalten.
Die Beispiele werden mit den Schriftzeichen der Literatursprache geschrieben; soweit möglich, werden zumindest die auffälligsten Merkmale der beschriebenen Dialekte sowie phonologische und ähnliche Erscheinungen festgehalten; vergleichen wir zum Beispiel die Schreibweisen vėjė, merškė, gaditojas und Ähnliches.
B. SUFFIXE NACH IHREN KONSONANTEN
I. Suffixe mit -b-
1. -yba. Die Einzahl der mit diesem Suffix gebildeten Substantive ist in den Dialekten seit Langem nicht produktiv – sie kommt häufiger bei neueren Wörtern vor, z. B.: gynyba kpI|| gynýba, sargýba, tikýba, žvejýba. Von den älteren Bildungen sind in der Sprache nur vereinzelte geläufig, z. B. sodýba: „Schon vor langer Zeit zogen die anderen ins Dorf, aber meine Großeltern blieben in sodýba wohnen“ Gs.
Wörter, die gewöhnlich im Plural verwendet werden, sind den Dialekten geläufiger, z. B.: derýbos: „Sie führen Verhandlungen“ – „sie verhandeln, beraten sich“ Vlkv., laižýbos || laižýbos: „Wir gehen zum laižýbos – wir werden sehen, wer gewinnt“ Gs., piršlýbos, radýbos: „Was du an radýbos gibst, das werde ich zurückgeben“ Pjv., šėrýbos: „Wir gaben sie zum šėrýbos“ Gs., ženýbos: „Sie ist jung, aber hat schon eine Mitgift für die ženýbos“ Vlkv.
Die Bildungen dieses Suffixes sind gewöhnlich verbalen Ursprungs und werden nach der ersten Akzentklasse akzentuiert.
2. -ybas, -a. Das Suffix -ýbas, Femininum -ýba || -ýba, wird bei Adjektiven anstelle des litauischen Literatursuffixes -yvas, -a verwendet. Mit diesem Suffix sind nur die Wörter ankstýbas, vėlýbas bekannt: „Dieses Jahr war der Frühling spät, der Winter früh“ Gs. In der Mundart der Kapsai aus Pãdzūkis werden Wörter mit beiden Suffixen verwendet: ankstývas, senývas || ankstýbas, senýbas Klvr. Vgl. XV 8b.
Das Suffix -ybas trägt einen fallenden Akzent. Das Femininum bewahrt nur gelegentlich den alten festen Akzent.
3. -ybė, -enybė. Das Suffix -ybė ist recht lebendig. Die damit gebildeten Wörter werden gewöhnlich auf dem Suffix betont und weisen, anders als in der litauischen Literatursprache, insbesondere im Kapsai-Dialekt einen fallend-steigenden Akzent auf und gehören zur zweiten Akzentklasse, mit Ausnahme der folgenden festgestellten Fälle eines steigenden Akzents –
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Akzentuierungs- und Beispiele der ersten Akzentklasse: galýbė, gérýbė, grožýbė und manchmal lýgybė. Häufiger ist die Akzentuierung lygýbė – so akzentuieren gewöhnlich nicht nur die Kapsai, sondern auch die Zanavykai.
Mit dem Suffix -ybė werden überwiegend adjektivische Substantive gebildet, z. B.: aukštybė, baisýbė „1. Schrecklichkeit, Ungeheuer, 2. große Menge“, bjaurybė, brangýbė, gilybė, kantrybė, lygýbė, piktybė, puikybė, sunkýbė, tuštybė.
Ableitungen mit -ybė aus Substantiven sind selten; bekannter sind lediglich: niekšybė „eine niederträchtige Tat“, ponýbė „viele Herren“: Die ganze Ponybė versammelte sich, Gs., šunýbė „eine schlechte, schädliche Tat“: Sie treiben üble Streiche, Vlkv.
Daneben kommt vereinzelt ein aus einem Adverb abgeleitetes oder anders gebildetes Wort mit dem Suffix -ybė vor, z. B.: daugybė, galýbė.
Bei einigen Wörtern adjektivischer Ableitung kann die Bedeutung des Suffixes -ybė unterschiedlich sein; am häufigsten bezeichnet es jedoch adjektivische Abstrakta, ist teilweise synonym zur Bedeutung des Suffixes -umas und kann bisweilen parallel verwendet werden, z. B.: tamsýbė || tamsumas, kartýbė || kartumas. Bjaurybė kann auch eine konkrete Bedeutung haben: Ach, du Scheusal! Grš.
Anstelle des Suffixes -ybė oder manchmal neben ihm wird, besonders in substantivischen Ableitungen, das Suffix -ystė verwendet, z. B.: brolystė || brolybė, draugystė, giminystė, kiaulystė, kvailybė || kvailybė. Vgl. XIV 20.
Mit dem zusammengesetzten Suffix -enybė kommt vereinzelt ein Substantiv adjektivischer Herkunft vor.
Das Suffix -enybė ist seltener als -ybė. In einzelnen Beispielen entspricht es in seiner Bedeutung manchmal -ybė, manchmal hat es eine gewisse Bedeutung von Konkretheit; die damit gebildeten Wörter werden häufiger im Singular verwendet, nur bei Wörtern mit konkreter Bedeutung ist der Plural üblicher, z. B.: brangenybė, sūnkenybė: Ein schrecklich teurer Gegenstand – man kann ihn sich nicht leisten, Gs. Pris kaufte allerlei kostbare Gegenstände, „wertvolle Dinge“, Gs. Dieses Kind ist für mich ein wahres sūnkenybė, „eine Last“, Plv. Wörter mit dem Suffix -enybė können auf dem Stamm oder auf dem Suffix betont werden.
II. Suffixe mit -č-
1. -inyčia. Wird gewöhnlich in Hybridbildungen verwendet. Bezeichnet meist einen Ort, an dem etwas aufbewahrt wird. Z. B.: druskinyčia „Salzbehälter“, kiaúlinyčia „Schweinebehälter, Schweinestall“ || kiaulinyčia „Ort voller Schmutz und Unordnung“, sūrinýčia „Käsebehälter“, sviestinyčia „Butterbehälter“, vilkinýčia „sehr kalte Hütte“: In dieser vilkinyčia kann alles erfrieren „festfrieren“ Plv.
Mit diesem Suffix gibt es außerdem noch einige erhalten gebliebene Wörter fremder Herkunft, z. B.: abrūšinyčia || abrūšinyčia „Abrūšinė, Vorrichtung zum Aufhängen eines abrūšas (Handtuchs)“, cigárnyčia (cigarinýčia?) „Mundstück“.
2. -inčius, -inčiu vienė. Mit dem Suffix -inčius kommen nur vereinzelt Wörter vor, z. B.: galinčius „jemand, der viel kann, leistungsfähig ist“, išminčius „jemand von großer Weisheit und Gelehrsamkeit“.
Die weiblichen Entsprechungen der Bildungen mit dem Suffix -inčius sind Wörter mit dem Suffix -inčiu vienė: galinčiu vienė, išminčiu vienė. Wo hast du denn gelernt, so eine išminčiu vienė zu sein? Grš.
3. -o čius, -o čiu vienė. Das Suffix -o čius bezeichnet eine Person mit bestimmten Merkmalen, z. B.: barzdačius „Mensch mit großem Bart“: Früher sah man bartačius nur in Patagrapijose: I(š) seniau tik patagrapijose barz-
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dočius, Plv., galvočius „Mensch mit klugem, gutem Kopf“, pilvočius „jemand mit großem Bauch“, ūsųčius „Mensch mit großem Schnurrbart“.
Neben einigen maskulinen Wörtern mit dem Suffix -očius gibt es entsprechende feminine Formen mit dem Suffix -očiu vienė, z. B.: galvočiu vienė, pilvočiu vienė. Diese pilvočiuvienė ist wirklich nicht hübsch Gs.
4. -uočius, -uočiu vienė. Dieses Suffix ist selten. Seine Bedeutung ähnelt teilweise der Bedeutung des Suffixes -očius. Z. B.: garbiniu očius „jemand mit Locken, ein Lockenkopf“: Unser Kind ist ein garbiniuočius – hübsch, Gs. Schon von klein auf war er ein garbiniuočius, Plv., guzikuočius „Mensch mit vielen oder großen Knöpfen an der Kleidung“, pinig uočius „jemand, der viel Geld besitzt“.
Manchmal wird auch das Femininum verwendet: garbiniu očiu vienė || garbiniu otė, guzi-kuočiu vienė, piniguočiu vienė.
5. Andere Suffixe mit -č-. a) -yčia: telyčia: Das Mädchen ist schon wie ein junges Rind, Alk., Kiaulyčia, -õs (3ᵇ) || Kiául yčia (1) „linker Nebenfluss der Bambena“ Dkš.
b) -enyčia: Raudenýčia Bach Klvr.
c) -učė: mergučė „Mädchen“: Diese mergučės treiben so viel Unfug, dass sogar der Boden knarrt Br. Fang nichts mit diesen mergučės an Būbl. Das Suffix -učė kommt häufiger im Zanavykai-Dialekt vor — die Kapsai kennen es so gut wie gar nicht.
III. Suffixe mit -d-
1. -da. Vor dem Suffix-d steht gewöhnlich noch eine Lautgruppe il, in, el, an… Zum Beispiel: kibilda ir klibinda „Hinkender, Mensch mit schiefem Gang“: Eina kap klibinda Žal., švebėlda „jemand, der undeutlich und lispelnd spricht, Lispelnder“, balánda „bot. Chenopodium“, pabálda „jemand, der herumtobt, unruhiger Mensch“.
2. -das. Hier haben wir Wörter unterschiedlicher Herkunft und Bildung, wie zum Beispiel: klõdas „Reihe, Schicht“, paklõdai „Stroh, das beim Einlagern des Getreides in der Scheune auf dem Boden ausgebreitet wird“.
3. -odas, -a. Su šia priesaga yra tik vienóds, -a: Brolei, o nevienódo būdo VIkv. Plg. kitų tarmių kitódas, -a, latvių vienāds, citāds.
4. -ėzdas; -ozdas. Mit diesen Suffixen sind die Wörter zu erwähnen: gremėzdas „jemand, der ungeschickt ist“: Ale i gremėzdas — kur eina, tę i griūva Gs., gramózdas „1. alter Gegenstand“: Pilni kampai visokių gramózdų Plv. „2. jemand, der ungeschickt und schwerfällig ist“.
IV. Suffixe mit -g-
1. -ga. Hier sind einige Wörter zu erwähnen, die mit der Wurzel -ei- und irgendeinem Präfix gebildet sind, zum Beispiel: išeiga „Ausgang, Abreise“, péreiga „1. Pflicht, 2. Herumtreiber“: Sugau-dysi tą svieto péreiga Plv., prieiga || pryéiga Gs. „Zugang, Vorbereitung“, sueiga „Zusammenkommen, Versammlung“, außerdem neu im Dialekt entstandene Wörter: ãpeigos „Zeremonien“, pareigà „Verpflichtung“.
2. -gas. Mit diesem Suffix gibt es nur das Wort padárgas „Werkzeug, Geschöpf, Machwerk“: Pilni kampai visokių padárgų Plv. Vielleicht ist hier auch žiõgas zuzuordnen: Strāksi kab žiõgas VIkv.
3. -gys, -ė. Mit diesem Suffix gibt es zwei Wörter, die im Zusammenhang mit dem Alter eines Tieres verwendet werden: dveigys, -ė „zwei Jahre alt“, treigys, -ė „drei Jahre alt“: Šokinėja, laksto, kap dveigė a treigė kumelaitė Gs. Pasiliko sau tik vieną dveigį Alk.
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4. -ingas, -a. Dies ist ein in den Dialekten weit verbreitetes Adjektivsuffix. Es gibt vor allem denominale Adjektive, die anzeigen, dass das bezeichnete Ding Eigenschaften des Gegenstands besitzt, von dessen Namen sie abgeleitet sind, z. B.: dékingas, Fem. dékinga, džiaukšmingas, gailestingas, kaulingas „mit vielen und großen Knochen“, kantringas „geduldig“: Kantryngas žmogus Dkš., lašiningas „fett, mit gutem Speck“: Lašininga kiaulė — bus ko valgyt Nm., lýingas || lytingas kpl || lietingas⁴ kplI: Lỹtinga diena VIkv., mìltingas: Mìltingos bulvės „gut, schmackhaft, zerfallend“ Gs., piningingas „viel Geld besitzend“, smalìngas: Ot, smalìngos malkos tai gerai dega Plv., vė́jingas „windig“: Vėjinga diena — gerai džiovina VIkv.
Eine ähnliche Bedeutung haben auch Adjektive wie teisingas, tvarkingas.
Bildungen dieser Art können neben der genannten Hauptbedeutung auch speziellere Eigenschaften ausdrücken, z. B.: iškalbingas „redegewandt“, melagingas „unecht, lügenhaft“: Melagingos šnekos greit paplinta VIkv., nagìngas „imstande, alles zu erledigen, geschickt bei Handarbeiten“: Nagingą vyrą gáu Gs., petìngas „breitschultrig“: Petingas vyras, tai i drúc Nm. Pakeleivingas žmogus apsinakvó KzR., širdìngas „gutherzig, aufrichtig“: Oi, kokia ji má širdinga — negaliu acdžiaukt Žal.
Einige Adjektive mit diesem Suffix können nicht nur von Substantiven, sondern auch von Adjektiven abgeleitet werden, z. B.: garsìngas — gaũsas, berühmt: Tai garsingi vyrai — visi juos žino VIkv., meilìngas — meilė, liebevoll, malonìngas — malonė, freundlich.
Das bekannteste Beispiel einer Ableitung von einem Adjektiv ist lediglich sumanìngas — sumanus „klug“, und von einem Verb — dėdinga (Henne).
Mit dem Präfix be- ist als Adjektiv mit dem Suffix -ingas lediglich bereikalìngas „unnötig“ bekannt: Kas iš to — bereikalìngas tik darbas Bgt.
5. Verschiedene Suffixe mit -g-. Hier sind weniger gebräuchliche Suffixe zu erwähnen, denen vor dem suffixalen -g- bestimmte Laute oder Lautgruppen vorausgehen.
Beispielsweise sind mit dem Vokal a vor dem suffixalen -g- folgende Wörter bekannter: medžiagà „Leinwand, Stoff; das, woraus etwas hergestellt oder gebaut wird“, mandagùs, -i, melãgis, -ė || melãgius, Fem. melãgiuvienė: Ką tu klausai tos melãgiuvienės Alk.
Mit e vor -g- ist zu erwähnen: vėdega || vedegà „eine bestimmte Axt, eine Axtart“: Vėdega geriausia tinka loviám iškapot Gs., vuodegà.
Vielleicht ist hierher beispielsweise auch zu rechnen: vertélga „Händler, Spekulant“: Menkas darbinykas iš tokio vertélgos Žal.
Auch von einigen Bildungen mit der suffixalen Lautgruppe ng (mit einem vorausgehenden Vokal) findet sich nur jeweils ein vereinzeltes Beispiel, z. B.: žabángai || žabángos „Fallen, Schlingen“, burliungis, Fem. burliungė „ein rundgesichtiger Mensch“, mėšlungis || mėšlungis „Krampfkrankheit der Muskeln oder Sehnen“ Kai užeina mėšlungis — negali paeít Gs., riebungė „dicke Frau“ Vink.
V. Suffixe mit -j-
1. -ju-. In den beschriebenen Dialekten sind substantivische Bildungen mit dem Suffix -ju-⁵ späterer Entstehung sehr gebräuchlich. Ihrer Bedeutung nach stehen sie den Wörtern mit dem Suffix -inykas || -iminkas nahe.
4Wie dieses Adjektiv betonen auch einige andere Adjektive mit dem Suffix -ingas überwiegend ältere Menschen auf der Stammsilbe.
5Obwohl dieses Suffix nach dem heutigen Sprachverständnis nicht konsonantisch ist, wird es hier als Ausnahme aufgenommen, da Bildungen mit ihm für die beschriebenen Dialekte sehr charakteristisch sind; außerdem soll damit zugleich ihr Femininum hervorgehoben werden.
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ihrer Grundbedeutung nahe. Das Femininum-Suffix dieser Bildungen, besonders der zweisilbigen, lautet meist -iuvienė, bisweilen aber -ė. Z. B.: blýnius, Fem. blýniuvienė „jemand, der Pfannkuchen gern isst“: Mūs vaikai visi dideli blýnei Vlkv., bulvius, bulvė „Kartoffelliebhaber“, blūsius „jemand mit vielen Flöhen“: Tas jų šuva tai tikras blūsius Alvt., drūskius „jemand, der gern salzig isst“, kailius „Pelzarbeiter“, kiaūlius „schmutziger, nachlässiger Mensch, jemand, der sich nicht wäscht“: Na, pamatysi, ką gaus per nagus ta kiaūliuvienė Gs., kerdžius kpl || skerdžius kpl: Skerdžius skerdė kiaulaitę, pasistatęs bortaitę Dkš., pienius „Milchliebhaber“, pyrāgius „Kuchenliebhaber“, puōdžius „Töpfer“, pū́rvius „jemand, der schmutzig ist oder sich beschmutzt hat; Feldarbeiter“: Nieko būtum mergaitė, ale ka tokia pūrvė Gs., rāčius „Wagenbauer; Zimmermann“, seilius „jemand, dem der Speichel aus dem Mund läuft“, snārgius „1. jemand mit laufender Nase, 2. Kindskopf“, skarmālius „jemand, der zerlumpt und in Lumpen gekleidet ist“: Šoko drisk(i)us su skarmālium Plv., skrandžius „jemand, der eine Schürze aus Leder trägt“, skudū́rlius „1. jemand, der zerlumpt ist, 2. Lumpensammler“, skūrždžius „jemand, der verarmt und mittellos ist und in Armut lebt“, spirgius „1. Liebhaber von Grieben, 2. kleiner Mensch“. Vgl. auch das Rätsel: Susipešė, susimušė kanapinius su lašiniu (Fastnacht — Beginn der Fastenzeit) Gs.
Von Adjektiven gibt es nur vereinzelte Bildungen dieses Typs, z. B. nuōgius „Nackter“. Bildungen wie etwa sùkčius (vgl. Suffixe mit -č-) können auch aus Passivpartizipien der Vergangenheit mit dem Suffix -ta- (suktas) gebildet werden. Gelegentlich kommen auch eigenartige Bildungen vor, z. B. garbinius, -ė „jemand mit gelocktem Haar“: A pažįsti tu tą garbinių? Alk.
Nicht sehr viele Bildungen mit diesem Suffix sind auch aus Verben gebildet. Man kann annehmen, dass es früher mehr davon gab. Ihre Bedeutungen sind vielfältig. Z. B.: lakiūs selten „Schwarm“, prietvarius „Verstopfung – Krankheit“, skaitlius || skaičius, skýrius, spiēčius.
Zu den Beispielen für nomina agentis und ähnliche Bedeutungen zählen: aūšlius „Schwätzer“: Aūšliau, ko oši kas nereik? Grš., drisk(i)us „zerlumpter Mensch“: Sarmata drauge eit su tai driskiuviene Gs., driūlius „jemand, der unbeholfen ist und herumliegt“ Grš., knisius „jemand, der gern wühlt und gräbt“, knipčius „jemand, der gern herumstochert oder herumfummelt“, smīlius „1. spitznasiger Mensch, 2. der Finger neben dem Daumen“, snūdžius „Schlafmütze, schläfriger Mensch“: Ką tie snūdžiai turės — vis iš kitų tyko Žal.
2. -ėjas, -ėja. Das Suffix -ėja (Fem.) ist seit alters her nur in einigen femininen Wörtern gebräuchlicher, z. B.: audėja || audėja, melžėja, rovėja (Flachs), verpėja. Das Suffix -ėjas, -a (pjovėjas, siuvėjas, šokėjas, šlavėjas, vedėjas ir kt.) ist im Allgemeinen jüngeren Datums und aus der Schriftsprache übernommen. Heute ist bei manchen Wörtern das Suffix -ėjas gebräuchlicher, bei anderen -ikas. Außerdem gibt es Beispiele, bei denen sich die Bedeutung dieser Suffixe unterscheidet, z. B.: gynėjas – vor Gericht, gynikas – bei Fußkämpfen, Schlägereien Ūt., kūrėjas – der Welt, kūr ikas – des Ofens Ūt.
Bildungen mit den Suffixen -ėjas, -a sind gewöhnlich nomina agentis und werden aus den Stämmen des Präteritums gebildet. Gelegentlich kommt auch die eine oder andere, besonders jüngere Bildung aus dem Präsensstamm vor, z. B. ginėjas: Tėvynės ginėjas Gs. Das Wort ravėja ist selten und kann in Gs., Vlk. eine analogische Form nach ravėtoja sein.
3. -ija. Mit diesem Suffix werden vor allem Substantive mit kollektiver oder ähnlicher Bedeutung gebildet, z. B.: kareivija „Soldaten, Heer“ Gs., Brt., KzR., ponija „viele Herren, die Herren“: Seniau visą poniją surydavo Alk., šunija „1. viele Hunde, 2. schlechte Gesellschaft“, velnija „teuflische Angelegenheit“, vergija „Sklaverei“, vyrija „Gruppe von Männern“.
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– Vereinzelt kommt auch ein Wort mit anderen Bedeutungen vor, z. B.: perkūnija, (v)uošvija „das Leben des Schwiegervaters“: Ich war bei den Schwiegereltern, da haben sie mich ordentlich bewirtet (mit Leckerbissen verwöhnt) Šn., žarija, Orija „der linke Zufluss der Gazda“ Klvr.
Nach diesen Gattungswörtern und den Bezeichnungen von Völkern und Ländern (Baltarusija, Gudija || Gūdija, Lenkija || Lenkija, Rūsija, Vokietija) wird das Suffix -ija meist neu auch für die Bezeichnung einzelner Teile der Litauischen SSR verwendet, z. B.: Aukštaitija, Dzūkija, Kaunija, Vilnija, Zanavykija, Žemaitija.
4. -ijas. Dieses Suffix ist in den beschriebenen Dialekten nicht verbreitet. Bekannt sind damit lediglich die folgenden Wörter: galvijas ir trainijas || trainija „Teil eines Fuhrwerks, Deichsel“.
5. -tojas, -a. Mit dem Suffix -tojas, Fem. -toja, werden Nomina-agentis-Bildungen verwendet. Wird es an den Stamm eines primären Verbs angefügt, entsteht in den beschriebenen Dialekten offenbar als einziges maskulines Wort artójas: árti „pflügen“. Bei sekundären Verben ist die Wortbildung mit diesem Suffix recht produktiv, z. B.: ardýtojas: ardý-ti, gadìtojas, grybáutojas, mokýtojas, prižiūrėtojas, rágitojas, važiuotojas. Von den letztgenannten Bildungen wird auch die feminine Form verwendet.
Einige Wörter haben in einzelnen Fällen, etwa im Singular-Genitiv, auch u-Stamm-Endungen, z. B. artójaus || artójo, lygítojaus: Wir hören auf Blindo Tadas, den Gleichsteller unseres Anführers (d., nj.) VIkv.
6. -auja. Mit diesem Suffix sind zwei Wörter bekannt: šunaujà „1. viele Hunde, selten; 2. einige schlechte Menschen“ (vgl. šunija): Gott bewahre, mit so einem Hundepack zusammenleben zu müssen Gž., vilkaujà „1. ein Ort mit vielen Wölfen; 2. ein kalter Ort, ein kaltes Zimmer, ein Wolfsbau; 3. ein Zufluss der Šeimena bei Vilkaviškis“.
7. -ojus. Bekannt sind mit diesem Suffix zwei Wörter: rytójus ir vasarójus: Meist sät man Roggen und Weizen, Sommergetreide jedoch wenig VIkv. Letzteres Wort hat neben seinem ju-Stamm auch einen ja-Stamm: vasarójus || vasarójas, vasarójaus || vasarójo, vasarójus ret. || vasarójei. Im Plural steht im Dativ nur vasarojam(s).
VI. Suffixe mit -k-
1. -ka. Eine weithin bekannte Bildung mit dem litauischen Suffix -ka ist oškà. Die Wortbildung von kiškà (z. B.: Ilgos kiškos „lange Beine“ Gs. Kėlinų kiškà) ist unklar.
Gesondert zu erwähnen ist das Wort mergìčkà „ein heranwachsendes Mädchen“, bei dem man das Suffix auch als -ička auffassen kann: Ich heiratete, als ich noch ein Mädchen war VIkv.
Mit dem nichtlitauischen Suffix -ka gibt es in den beschriebenen Dialekten ein gutes Dutzend hybrider Bildungen, meist mit zusammengesetztem Suffix. Z. B.: kaimynkà || kaiminkà „Nachbarin“, motkà: Den Vater setzt man auf die eine Seite, die Mutter auf die andere Ig., bobėlka „alte, nichtsnutzige Frau“, kumelkà „schlechte Stute“, vagìlka „Diebin“, mergélka „junges, aber nichtsnutziges Mädchen“. Wie man sieht, hat dieses Suffix eine gewisse pejorative und abwertende Bedeutung.
2. -kas. Dieses Suffix kommt möglicherweise nur in dem einen oder anderen bekannteren Substantiv vor, z. B.: sliekas, laiškas „Zwiebelblatt“ || laiškas „Brief“. Mit dem Suffix -kas ist auch das selten vorkommende Wort žélkas „Halm, Spross“ gebildet. Sie schält die Kartoffelkeime Grl.
Unter den besonders bemerkenswerten Bildungen sind zu nennen: pridėčkas „Beilage“, pridurkàs „der unten angefügte Teil eines Hemdes oder eines Rocks“: Schon ziemlich groß, aber immer noch an Mutters Rockzipfel hängend Gs.
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3. -kis, -ė. Mit dem Suffix -kis (genauer -škis oder -skis, Fem. -kė) sind folgende für den Dialekt charakteristische Wörter (Substantive oder Adjektive) zu nennen: dičkis, -ė, dručkis, -ė „Dickwanst“, juočkis, -ė „ein Mensch mit dunklem, schwarzem Haar oder dunklem Gesicht; ein schwarzes Tier, ein Rappe“: Būt nieko mergina, tik tokia juočkė KzR. Bó mūsų du šunes — vienas margis, kitas toks juočkis Gs. An pieno juočkė gera karvė Iš., raučkis, -ė „wer rot, rötlich ist“, riupkis, -ė „kleine Kröte“, sūskis, -ė „abgekommener Mensch“.
Gesondert sei noch das Wort striūpkis (striūbkis) „ein rundes, gewöhnlich kleines Stück Mist oder etwas anderem“ || striūpkis, -ė „wer klein, nicht groß ist“ erwähnt: Jų vaikai visi toki striūpkei Gs.
4. -(s)kus, -(s)kuvienė. Das Suffix -(s)kus, Fem. -(s)kuvienė, ist für die beschriebenen Dialekte recht charakteristisch. Es hat eine gewisse Neigungs- oder abwertende Bedeutung. Z. B.: ėskus, Fem. ėskuvienė „wer viel und ständig isst, ein Vielfraß“: Negali prišert — ale ir ėskuvienė! Gs. plėpkus „Schwätzer“, pirčkus || pirškus „Furzer“, šlapkus „Durchnässter“: Na, kur tu ir buvai, šlapkau, šlapkau? Plv., tūpkus „Herumhocker“.
Unter den genannten Bildungen sticht das Wort meitkus „mittelgroßes Ferkel“ hervor, von dem keine feminine Form gebildet wird.
5. -ikas. Dies ist ein recht produktives Suffix, das bisweilen auch parallel zum Suffix -ėjas verwendet wird; dieses ist jedoch viel seltener und kommt häufiger in neueren nomina agentis vor.
Mit dem Suffix -ikas werden überwiegend von einfachen Verben nomina agentis gebildet, deren Femininum das Suffix -ikė hat. Z. B.: bridikas: Bridikai brėda Snt., ėdikas: Žmonių ėdikas „Denunziant, Verderber“ Gs., čiuožikas, gyrikas: Ji buvo gerų žmonių gyrikė Kps., grėbikas, kasikas, keilikas: Duoda būtėlį tiems keilikams Snt., kulikas || kūlikas, mėžikas, ravikas, skundikas, šokikas. Einige davon, z. B.: kirtikas: Rugių kirtikai Gs. Jis jau netoli to kirtiko (kuris medį kirto) nuėjęs VŠR., lipikas ret, „wer irgendwo hinaufklettert“, patarikas „Ratgeber“, plėšikas, hat kaum eine feminine Form. Wie wir sehen, werden sie überwiegend aus dem Präteritum gebildet, einige wenige aber auch aus dem Präsens: minikas Grl., kulikas Vygr., kurtikas VIkv.
Zwischen den gelegentlich parallel verwendeten Wörtern mit den Suffixen -ėjas und -ikas besteht dennoch manchmal ein gewisser, schwerer zu erklärender Bedeutungsnuancenunterschied: So bezeichnet -ėjas in Būbleliai eine Person, die eine entsprechende Handlung oder Arbeit ausführen kann, während -ikas jemanden bezeichnet, der die Arbeit gerade ausführt, z. B.: Pareina pjovikai — das sind diejenigen, die mähen, doch bedeutet das nicht, dass sie ausschließlich diese Arbeit verrichten. Vgl. V 2.
Von sekundären Verben mit dem Suffix -ikas, Fem. -ikė, gebildet sind: kratikas „Schüttler“: Acirādo, mat, kratike (mėšlo) Gs., statikas „jemand, der geschnittene Roggen- oder Weizengarben aufstellt“: skalikas „ein bestimmter Hund, ein Windhund“ (Femininum nicht gebräuchlich). Außerdem vgl. das vermutlich aus schriftlichen Quellen bekannte Rätsel: Kat kabikas nekabėtų — ir tupikas netupėtų (aufgehängter Speck und eine Katze) VIкv.
6. -ikis, -ikė. Mit dem Suffix -ikis sind bekannt: jaunikis „Bräutigam“, laimikis || laimikis „1. Beute, 2. Gewinn“; außerdem der Familienname Eidikis || Eidikys und gelegentlich das substantivierte Adjektiv raudonikis, -ė „roter Mensch“. Es kommen auch Wörter unklarer Bildung vor, z. B. gābikis „der Böse, der Teufel; ein teufelsähnlicher Mensch“: Baisus kaip gābikis Gs. Duok per ragus tam gābikiui Plv. Duok tam gābikiui per guonę, ka nelistu Gs. Im Dialekt KpIIr ist das diminutive Substantivsuffix -ikė weit verbreitet, z. B.: kačikė, lovikė, pelikė, skarikė, suknikė, viščikė; Bobutė iškepa bandži-
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… den Becher der Stute hinreicht (ps.) Vv. In Pagirys wurde ein Häuschen errichtet Grl. Mit -ikė werden auch Adjektive oder Substantive mit adjektivischer Funktion gebildet, z. B.: mažikė, senikė: Mudvi su senikė žmona rovėm Grl. Hier findet sich dieses Suffix auch in den Familiennamen von Mädchen; solche Familiennamen werden besonders aus männlichen Familiennamen mit den Suffixen -ūnas, -ilius, -evyčia usw. gebildet, z. B.: Brundzikė, Daunorikė, Katilikė, Morkūnikė, Senkevyčikė, Vaitkevyčikė, Varkalikė, Venckūnikė, Žemaitikė⁶ (Brūndza, Daūnora(s), Katilius, Morkūnas, Senkėvyčia, Vaitkėvyčia, Varkalà, Venckūnas, Žemaitis).
7. -okas, -a, -okas, -ė. Mit dem Suffix -ókas, Fem. -óka, werden Adjektive gebildet, die einen bestimmten (höheren) Grad bezeichnen, z. B.: gerókas, mažókas, laibókas, lėtókas: Gers vaikinc, tik biškį lėtókas Gs. Da geriau, ka lėtóko būdo Gs., senókas, sunkókas. Die Bedeutung dieses Suffixes entspricht der Bedeutung von Adjektiven mit apy- (apvgeris, apvmažis).
Mit dem Suffix -ók as, Fem. -ókė, kommen nomina agentis abwertender Bedeutung vor, z. B.: sapaliókas „einer, der Unsinn redet, schwadroniert“, viliōkas „Verführer“. Mitunter wird auch das eine oder andere substantivum mobile verwendet, das aus Substantiven oder Adjektiven gebildet ist, z. B.: rupūžiōkas, Fem. rupūžiōkė „nichtsnutziges Kind oder Tier“, stačiōkas, -ė „Mensch mit grober, unhöflicher Ausdrucksweise“.
Das Suffix -ōkas, -ė wird zur Bezeichnung des Wohn- oder Herkunftsortes von Menschen verwendet, z. B.: kauniōkas, -ė V1kv., prieniōkas, -ė Ūt., vištyčiōkas, -ė (: Vištytis) Graž., Vygr. In dieser Bedeutung wird das Suffix -okas auch in slawischen Sprachen verwendet, vgl. poln. warszawiak, krakowiak.
Gesondert zu erwähnen sind maskuline Substantive unterschiedlicher Bildung und Bedeutung: paršiōkas „mittelgroßes Ferkel“, dvejōkai „Kleidung, die paarweise übereinander getragen wird“ (z. B. zwei Pelzmäntel) und der Familienname Naujókas; ferner vgl. das gemeinsprachliche Wort naujókas, -ė.
Wie aus den Beispielen hervorgeht, hat das Substantivsuffix -ōkas, -ė einen fallenden Tonverlauf, das Adjektivsuffix -ōkas, -a hingegen einen steigenden.
8. -ukas, -ukė; -uka. Das Suffix -ukas ist sehr weit verbreitet. Mit ihm werden wohl vor allem appellativische Substantive mit liebevoller und diminutiver Bedeutung gebildet. Der Konsonant vor dem Suffix-u kann palatalisiert oder nicht palatalisiert sein – eine klare Regelmäßigkeit ist hier nicht festzustellen. Der palatalisierte Konsonant t wird zu č. Z. B.: antūkas || ančiūkas, arkliūkas, aržuolūkas || aržuoliūkas: Aržuoliūkas, grižuoliūkas, devynšakis, baltalapis, viršuj menuo teka (linas žydi) Vv., garniūkas, kačiūkas || katūkas, kumeliūkas || kumelūkas Būbl., lapūkas „1. dim. lapas, 2. Fuchsjunges“: Pilvą perėžia lapės i randa lapukūs (ps.) Vv., namūkas, paršiūkas, paukščiūkas || paukštūkas, peilūkas || peilūkas, staliūkas || stalūkas, viščiūkas || vištūkas, žąsiūkas || žąsūkas, žvirbliūkas || žvirblūkas.
Aus der Gegend von Naujoji Ūta, Jiestraki und Pašlavantys (Rajon Prienai) wurde dasselbe Wort mit palatalisiertem und, seltener, mit nicht palatalisiertem Konsonanten oder mitunter nur in einer Variante gehört, z. B.: arkliūkas || arkliūkas, kačiūkas || katūkas, kumeliūkas || kumelūkas, staliūkas, paršiūkas, žąsiūkas, žvirbliūkas. Bei den Zanavyker wird es häufiger mit palatalisiertem Konsonanten ausgesprochen, doch kommt auch die Aussprache mit nicht palatalisiertem Konsonanten vor, besonders im Gespräch mit Kindern, z. B.: katūkas Grš., kumelūkas Būbl., paukštūkas Grš. Fast ausschließlich mit nicht palatalisiertem Konsonanten (arkliūkas, lašūkas, peilūkas, paršiūkas, viščiūkas) wird es im äußersten südlichen Zipfel des Kapsai-Gebiets (Kalvarija, Liubavas, Vygreliai …) ausgesprochen.
6 Vgl. M. Sapijanskaitė, Garliavos tarmė (Diplomarbeit, Manuskript), Staatliche Universität Vilnius V. Kapsukas, Fakultät für Geschichte und Philologie, Lehrstuhl für litauische Sprache, 1951.
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Das feminine Suffix (als einzelnes oder in zusammengesetzten Suffixen) -ukė ist etwas seltener als das maskuline Suffix -ukas. Die Erweichung des vor dem Suffix stehenden Konsonanten ist auch hier unregelmäßig, z. B.: avūkė Vlkv., ančiūkė Gs., Vlkv., dalūkė AžB., garbiniūkė: Früher steckte man garbiniūkės (kleine krause Rauten) ins Haar Gs., kumeliūkė Grl., kvestūkė: Die Frauen trugen Tücher auf dem Kopf, hinten zusammengebunden; die kvestūkės hängen über die Schultern Klvr., mokytojūkė Grl., netyčiūkė: Ihre ältere Tochter ist eine netyčiūkė: Sie kam kurz nach der Hochzeit oder vor der Hochzeit zur Welt Būbl., prielaidinūkė: Er lebte noch eine Weile mit einer solchen prielaidinukė (Konkubine) Grl., pušiūkė: Pušiūkės šitokutės Ūt., skiedriūkė KzR., spyniūkė Nm., viščiūkė Vlkv. || vištūkė Grl., || žąsiūkė || žąsukė selten Gs., Plv. Einige dieser Bildungen weichen in ihrer Bedeutung und bisweilen auch in ihrer Bildung mehr oder weniger ab (vgl. garbiniūkė, kvestūkė, netyčiūkė, prielaidinūkė).
Das Suffix -ukas wird auch häufig in den Familiennamen von Söhnen und Kindern sowie, in familiärer Rede, von unverheirateten Männern verwendet, sofern vor dem Suffix nicht die Konsonanten g, k stehen, z. B.: Abraitiūkas Plv., Brundžiūkas Grl., Bulotiūkas Dkš., Daugeliūkas Grl., Garboriūkas Būbl., Giedraičiūkas Dkš., Klimiūkas Grl., Vlkv., Kuraitūks Grš., Luisūkas Gs., Žal., Rimošaitūks Grš., Varkaliūkas Grl., Vosiliūkas Brt., Žieviūks Būbl. Vgl. die Familiennamen: Abráitis, Brúndza, Búlotą(s), Daugėla, Garbórius und andere. Gelegentlich kommt auch eine unregelmäßige Form vor, z. B. — Jablonečkiūks Plb.; wenn jedoch im Stamm oder am Stammende des väterlichen Familiennamens der Konsonant k steht, werden die Familiennamen der Söhne gewöhnlich mit dem Suffix -utis gebildet, z. B.: Bartkūtis Būbl.; Butkūtis ebd., Kamickūtis Vlkv., Senkūtis Gs., Šilingūtis Būbl., Šniečkūtis Nm. Vgl.: Bartkus, Būt kus, Kaminckas und andere.
Die Zanavyker und die Kapsai verwenden bei Mädchenfamiliennamen das Suffix -ukė, z. B.: Bernotūkė Grš., Braziūkė ebd., Deltuvūkė Pašl., Gelčiūkė Ūt., Kuraitūkė Grš., Būbl., Matulaitūkė Ūt., Rimošaitūkė Grš., Vaišn orūkė Būbl. Vgl. die Familiennamen: Bernota(s), Bražys, Deltuva, Gelčys (Gelčius), Kuraitis und andere. In der Redeweise der Kapsai wird dieses Mädchensuffix besonders dann verwendet, wenn der männliche Familienname auf -a endet und davor die Konsonanten -mp- stehen, z. B.: Šliumpūkė: Šliumpa, Trumpūkė: Trūmpa⁷. Das Suffix -ukė wird in der Gegend von Gris-kabūdis und anderswo meist dann verwendet, wenn von kleinen Mädchen die Rede ist, kommt jedoch auch vor, wenn über erwachsene Mädchen gesprochen wird.
Außerdem wird das Diminutivsuffix -ukas auch an ein anderes Diminutivsuffix angefügt, z. B. -elis; dann entsteht das zusammengesetzte Suffix -eliukas, z. B.: aukseliūkas Grl., grybeliūkas KzR.
Adjektive mit dem Suffix -ukas, feminin -ukė, werden gewöhnlich nur von Adjektiven des a-Stamms gebildet, z. B.: juodiūkas || juodžiūkas, mažiūkas, ploniūkas, siauriūkas, trumpūkas. Außerdem werden sie, besonders bei den Kapsai, auch von Adjektiven gebildet, die ihrerseits mit dem Suffix -utis von diminutiven Adjektiven abgeleitet sind; so entsteht ein zusammengesetztes Suffix, z. B.: baltučiūkas, geruč-iūkas, gražuč iūkas Grl., mažučiūkas KzR.
Mit dem Suffix -ukas kommen auch substantivierte Adjektive vor, z. B. greitūkas „1. Schnellzug“: Greitūkas hält nicht überall Vlkv. Ich bin mit dem Schnellzug gefahren Kps., „2. schnelles Kind“: Was bist du doch für ein Flitzer, Kindchen Ig.
Das Suffix -ukas dient auch zur Bildung deverbal abgeleiteter Substantive, z. B.: giržduk as „Knarren, Knarrlaut“: Ein girždukas hat sich in meine Hand eingegraben Žvr., plepikas, -ė „Schwätzer“, švilpukas „Pfeife“, žindūkas, -ė „1. gestilltes Kind oder junges Tier, 2. Schnuller“: Schon groß, und immer noch mit einem žindūkas im Mund Gs.
7 M. S a p i j a n s k a i t ė, Garliavos tarmė, 39–40.
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Außerdem kommen mit dem Suffix -ukas Wörter unterschiedlicher Bildung oder Bedeutung vor, z. B. brūzguliukai: „Hier sind (Webstuhl-)Brūzguliukai, mit denen die Webfäden laufen würden“ KzR., guobinūkas „ein aus Holz ausgehöhltes, unten mit einem Eisenreifen verstärktes Gefäß (für Mehl, Grütze usw.)“ Grl., jaunūkas, -ė „junger Mensch“: „Die Alten (Großeltern) werden arbeiten, und ihr Jungen werdet liegen?“ (iron.) Gs., mergautinūkas, -ė „Mädchenkind“, pagramdūkas „1. ein kleines Brot, aus Teigresten gebacken, 2. das jüngste Kind in der Familie“, skurdžiūkas, -ė „ein verkümmertes kleines Tier oder Kind“, tėvūkas „der Vater des Vaters, Großvater“: „Der Großvater ist alt, das Hemd kurz; wenn er sich bückt, spannt es sich“ (d.) Gs.
Bei Mädchennamen kommt bisweilen auch das Diminutivsuffix -uka (-ukė) vor, z. B.: Mariukà, Mariùkė Grš., Onukà: „Mariukà und Jonukas rauchen gemeinsam eine Pfeife“ (Hochzeitsrede) Ūt. „Sie hat ihren Onukà geheiratet“ Gs.
9. -tukas. Dieses Suffix ist selten. Erwähnenswert sind einige damit aus Verben gebildete Substantive, die meist Werkzeuge bezeichnen: grieptūkas „ein sichelförmiger Eisenbügel, der zum Zusammenrechen des Getreides (vom Schwad) verwendet wird“: „Einige Recherinnen rechen noch immer Roggen mit Rechen“ Brt., kauptūkas „Nebenform von kauptuvas (Hacke)“, kirstūkas „1. ein schnell herumhüpfendes, schlagendes heranwachsendes Kind“: „Kaum hat er noch ein Wort gesagt, schon ist er selbst ein kirstūkas“ Gs. „2. ein Tierchen, das einer kleinen Maus ähnelt“ Alk., peštūkas „1. ein Werkzeug zum Zupfen der Schweineborsten, 2. ein Mensch, der gern zankt“, plaktūkas „kleiner Hammer“. Letzteres Wort kann nicht nur vom Verb plakti, sondern auch vom Substantiv plàktas abgeleitet sein; vgl. auch graustūkas und graūštas.
10. -įnykas || -ininkas. -inykas || -ininkas ist ein sehr produktives nominales Suffix. In den beschriebenen Mundarten wird überwiegend -inykas ausgesprochen8.
Die Ableitungen mit diesem Suffix werden in den beschriebenen Mundarten meist von Substantiven gebildet und bezeichnen Personen (fem. -inykė), die sich dauerhaft oder über längere Zeit mit etwas beschäftigen, sich darum kümmern, etwas beherrschen oder dazu neigen. Z. B.: bitinykas, daininykas, darbinykas, daržinykas, kampinykas „Mieter“ Plut., kraininykas „einer, der die Aussteuer fährt“: „Die Aussteuerträger werden ausgestattet – ein Handtuch wird ihnen über die Schulter gelegt“ Ig., mėsinykas, pačtinykas, pagelbinykas, raštinykas, talkinykas Ūt. || talkinykas.
Gelegentlich kommen ein oder zwei Ableitungen dieser Art vor, die Menschen bezeichnen, die an einem bestimmten Ort leben, z. B.: girinykas, -ė „im Waldgebiet lebend“, laukininykas, -ė „Bewohner dort, wo es keine Wälder gibt – ein Feldbewohner“: „Um Kazlūs (Kazlų Rūda) herum sind es gir(i)nykai, um Pilviškiai herum dagegen laukininkai“ Alk.
Auch kommen mit diesem Suffix aus Substantiven gebildete Wörter vor, die einen Ort bezeichnen, an dem etwas (Vieh, Geflügel) gehalten wird, z. B.: kiaūlinykas „Schweinestall“, žąsinýkas „Gänsestall“.
Außerdem sind bei den nominalen Ableitungen weniger bekannte Wörter zu erwähnen: piršinykai „Teil des Pferdegeschirrs, der über die Brust des Pferdes auf Höhe der Vorderbeine verläuft“ Gs., kaklininykas (plg. kaklinis) „Teil des Pferdegeschirrs entlang des Halses“ Būbl.
Von den Substantiven, die mit dem Suffix -inykas || -ininkas aus Adjektiven oder einigen anderen Wortarten gebildet sind, gibt es nur wenige; zu erwähnen sind z. B.: aūtrinykas veralt. Gs. „Wir waren wie aūtrinininkai“ Būbl., branginykas, -ė „einer, der teuer verkauft“, pėkštinykas „Soldat einer Fußtruppeneinheit“, raitinykas, pirmìnykas, smarkinykas „ein heftiger Mensch“: „Sei nicht so heftig, sonst bekommst du selbst etwas ab“ Žal.
8 Die Kapsai verwenden meist nur -inykas (-ininkas ist hier die jüngere Form), während die Zanavykai neben dem häufigeren -ininkas auch -inykas (darbinyks, šeiminýks, ūkinyks) verwenden. Aus der Gegend von Naujoji Ūta ist auch -inikas (pulkinikas) belegt.
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Eigennamen finden sich bei Dorfnamen (gewöhnlich im Plural) und Familiennamen, z. B.: Navinykai || Naujin ykai Vlkv., Būdinykas Gs.
Bemerkenswert ist, dass in Ableitungen mit dem Suffix -inykas || -ininkas der Laut i oder die ganze Silbe ni ausfällt, z. B.: girnykai „Bewohner der Wälder“, kepūrnykas „Hutmacher und -verkäufer“ (veraltet), liežuvnykas „Schwätzer, Lügner, Plauderer“, malūnykas || malūninkas Būbl., vargōnykas, vestūnykas Gs. || vestūvininkas: Vestūvininkai parvažiavo Grš., trāktornykas, trobēlnykas (veraltet) „Kleinbauer, ein Bewohner, der nur eine einzige kleine Hütte besitzt“. Vgl. ferner baudžiāunykas < baudžiauvinykas.
Wie aus allen angeführten Beispielen ersichtlich ist, werden Wörter mit dem Suffix -inykas mit einigen Ausnahmen nach der bekannten Akzentuierungsregel der Literatursprache betont⁹.
11. -iškas, -a. Dies ist ein adjektivbildendes Suffix¹⁰. Mit diesem Suffix gibt es vor allem von Substantiven abgeleitete Adjektive. Diese Ableitungen bezeichnen meist eine bestimmte Zugehörigkeit oder Ähnlichkeit. Z. B.: bōbiškas „wie alte Frauen“: Ką tu klausai tų bobīškų šnekų Gs., čigōniškas žmogus „schlau, gewitzt“, kiaūliškas apsėdimas „unhöfliches, schlechtes Verhalten“, mēsiškas valgis „aus Fleisch oder mit Fleisch zubereitet“, pāsakiškas „märchenhaft“. Būdavo, prisiklausom visokių pasakiškų acitikimų Vlkv., senōviškos mados, šūniškas gyvenimas „schlecht, armselig“, žiēmiška kepurė „warme, im Winter getragene Mütze“. Hierher ließe sich vielleicht das Beispiel rechnen: „Sodžius“ — i žemaitiško ir iš giōgiško¹¹ Klvr.
Die Bedeutung der Zugehörigkeit zeigen besonders Beispiele wie: angliška medžiaga, vōkiška mada.
Mit dem Suffix -iškas kommen auch einige Wörter vor, die von Adjektiven oder anderen Wortarten abgeleitet sind, z. B.: vidutiniškas vyrukas, visiškas ligonis, pasiūtiškas šaltis, kazdiēniškas acitikimas, savōtiškas žmogus.
12. -iškis, -ė. Bei Gemeinwörtern wird das Suffix -iškis, Femininum -iškė, beispielsweise in folgenden Ableitungen verwendet: alytiškis „ein Mensch aus oder von Alytus“, jūsiškis „jemand, der mit Ihnen zusammenlebt, jemand von Ihnen“, mūsiškis, namiškis „Bewohner dieses Hauses“. – Kap kiti jūsų namiškiai laikosi? Vlkv. Das Suffix -iškis, -ė wird neben -ietis, -ė besonders in kpII verwendet: birštoniškis, kauniškis Pašl., prieniškis, sasnaviškis Jiestr., simniškis Dkš., vilniškis, virbališkis Vygr. Den Sprechern des Daukšiai-Dialekts scheint es, als gebe es zwischen den Suffixen -iškis und -ietis einen gewissen Unterschied; welcher Unterschied dies ist, ließ sich jedoch nicht herausfinden. Bei den Zanavyker sagt man: Parvažiavo šakiškei „diejenigen, die in Šakiai waren“ Būbl.
Gesondert zu erwähnen ist das Wort vyriškis „Mann“. Bō dvi moterys i vienc vyriškis Gs. Eine gleichartige Bildung wie vyriškis ist das mit dem Suffix -iškė gebildete Wort moteriškė „Frau“. Vis po biskį, vis po biskį pasidarė moteriškė (dainuška) Plv.
In den beschriebenen Dialekten gibt es mit dem Suffix -iškė das Wort tēviškė „1. Heimat – der Ort der Eltern, 2. selten, veraltet: Leibeigenschaft“, z. B.: Buvo tokios kumpanijos, ėjo žmonės i giedojo: Pone, per tavo malonę sugrąžik mums tēviškę Būbl.
Eigennamen – Siedlungsnamen mit dem Suffix -iškis, -iškė (im Singular oder Plural) – kommen häufiger vor als Gemeinwörter. Z. B.: Ałdriškei Dorf Žal., Būdžiškei Dorf Alvt., Juozūniškė Dorf Plv., Moziūriškės Dorf KzR., Pilviškėi Stadt, Plū-
9 Plg. A. Laigonaitė, Literatūrinės lietuvių kalbos kirčiavimas, Vilnius, 1959, p. 43–44.
10 Vereinzelt kommt mit diesem Suffix auch das eine oder andere Substantiv vor, z. B.: Neturi jokio nė gyvuliško Grl. Kitašyk mērgiškė nesimokė Būbl.
11 In der Umgebung von Kalvarija werden die Bewohner des Kapsukas-Gebiets žemaičiais genannt, während die Dzūken die Menschen aus der Umgebung von Kalvarija spöttisch giūogais nennen.
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tiškės Dorf, Vilkaviškis; Flussnamen: Bagžiškė Dkš., Dūdiškis Kps., Grįžiškis Igl., Kišliškė Šil., Kavoliškė Kps., Rudiškis Kps., Pabališkis Ss. Bemerkenswert ist, dass das Suffix -iškė zur Bezeichnung von Ortsnamen im Singular eher im westlichen und nördlichen Teil der beschriebenen Dialekte verwendet wird, während -iškės (Plural) im östlichen und südlichen Teil gebräuchlicher ist.
13. Verschiedene Suffixe mit dem Konsonanten -k-. a) -aka: ąšaka: Duonutė bė su ąšakom Gs.
b) -aika: nevaláika „ein nachlässiger, schmutziger Mensch“. Baisus nevaláika tas vaikščias Plv.
c) -auka: staučiáuka „Zaun aus Fässern“ Šil.
d) -ečkė: rupėčkė „Kröte“: Warte nur, rupėčke, ich werde es dir zeigen! (sagt man wütend zu einem unartigen Kind) Alvt.
e) -ėkas. Mit diesem Suffix gibt es einige Wörter unterschiedlicher Herkunft und Bedeutung, z. B.: kanabėkas „Werkzeug, um Mist aus einem Wagen zu kippen“, ponėkas „armseliger Herr“.
f) -eika: lindėika „jemand, der überall hineingeht“, mušėika || mušėikė „Raufbold, der gern prügelt“, Judrėika Bach VŠR., Mažeika Familienname VIkv.
g) -elka: tupėlka „jemand, der sitzt, hockt“: Na, tupėlka, los, spinnen Br.
h) -erka: pliumperka „jemand, der dick ist (meist über Frauen)“: Pliumperkos, anà, gōglina Br.
i) -urkė: čiūčiurkė „Mädchen, das sich einnässt“, pečiūrkė „Platz unter dem Ofen“.
j) -uška: dainuškà, peliuškos „schlechte schwarze Erbsen“, vakaruškos || vakaruškà „Tänze am Abend“, voveruškà „eine solche Pilzart“, Familiennamen: Andriuškà, Baltuškà, Bartuškà.
VII. Suffixe mit -l-
1. -(s)la, -(s)las. Mit dem Suffix -la gibt es ein Dutzend Ableitungen unterschiedlicher Bedeutung, meist verbale, z. B.: Schreckgestalt „Ungeheuer“, Zahnlücke „kleine Aussparung, Erhebung und Ausbruch; leerer Zwischenraum zwischen den Zähnen“: Sie spaltete sich die Lippe auf — und eine Zahnlücke blieb Plv., Dummkopf „Tölpel“, Dummkopf || Dummkopf „ein einfältiger, ziemlich törichter Mensch“, Langbein „langbeinig“: Jetzt kommt auch dieser Langbein Snt. Mit -sla ist nur Ader bekannt. Mit dem Suffix -las gibt es einige Substantive, z. B.: Ahle: Schwarz wie die Ahle eines Schuhs Gs., Eidechse „Eidechse“, Rauch, Faden. Bei den Adjektiven mit dem Suffix -las, Fem. -la, sind zu nennen: schlammig, flink. Mit dem Suffix -slas gibt es nur einige wenige Substantive, z. B.: Splitter < *kritslas, Mist < * *mežšlas, Wissenschaft, Ziel, Spielzeug Būbl. „Zügel, Gebiss“, Spielzeug nj. „Spielzeug“.
2. -(s)lys, -ė. Zunächst seien folgende nomina agentis mit dem Suffix -lys, Femininum -lė, genannt: burblys „1. jemand, der ständig brummt, 2. dickes Kind“, čirkšlys, -ė „quietschendes, weinendes Kind oder Mädchen“, šnypslys „jemand, der sich über etwas beugt und gleichsam schnaufend arbeitet“: Der Štaras pflügt, zwei Habichte hängen sich dran, und der arme Schnaufer trottet hinterher (der Pflüger) Alvt., šveplys „jemand, der lispelt und undeutlich spricht“, pyplýs „1. jemand, der pfeift oder piepst, 2. jemand, der dünn und mickrig ist“, veplys „jemand, der mit offenem Mund dasteht, Dummkopf“, žioplys „jemand, der gafft; jemand, der mit offenem Mund dasteht, Dummkopf“: Und wo willst du so eine dumme Frau finden? Alk.
Es gibt mit dem Suffix -lys Wörter verschiedener Bedeutungen, z. B.: baublys „zool. Botaurus stellaris“, dieglýs „stechender Schmerz, eine solche Krankheit“: Ein stechender Schmerz fuhr ihm in die Seite Gs., grėblýs, krumplýs „1. Fingergelenk, 2. Vorsprung am drehbaren Eisenrad, 3. kleiner, dicker Mensch“.
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Kein übles Mädchen, aber ich bekam nur so einen kleinen krūmplis Žal., kranklys „zool. Corvus corax“, padėlys „angebrütetes Ei“, siurblys „Werkzeug zum Pumpen von Wasser“, svirplys, Krioklys Bach Žal.
Mit dem Suffix -lė kommen Substantive mit konkreter Bedeutung vor, z. B.: družėlės „Abfälle vom Hobeln, Sägespäne“, grimzlė (4), meist im Plural, „Sediment“: Alle grimzlės sammelten sich auf dem Boden Gs., rauplės, siūlė, stemplė, žnyplės; Yglė Bach Ig., Karklė Bach Kbr.
Das Suffix -slė (nach k -slė) ist selten; dazu gehören die Wörter: gyslė || gyslė (4, 1) „Blatt des Trakučio, des Gyslalapis“: Leg das gyslė mit süßem Sahnehäubchen auf — dann wird das Ziehen des Überwuchses leichter Gs. Nimm die gyslės von der Hand Vrb. Ich werde eine Denksportaufgabe durch den Bauch, durch die gyslė geben, im Bauch ist Jahrmarkt Gs., kriaukšlė || kriaukšlė „Brotkruste“ Gs., mislė, pūslė, raukšlė.
3. -lius. Mit diesem Suffix sind nur folgende Wörter bekannter: derlius, skaitlius „Zahl“: Von der Zahl her haben wir nicht wenige Garben (Roggen) abgemäht, aber die Ernte ist nicht besonders (wir haben wenige Körner ausgedroschen) Plv.
4. -lus, -li. Mit diesem Suffix werden meist von Verben und manchmal von Substantiven Adjektive verschiedener Bedeutungen gebildet, z. B.: bailus, knislius „zum Wühlen und Graben geneigt“ Vlkv., keblus „verwickelt“: Hier ist die Sache verwickelt Vlkv., seklus „seicht“: Hier (im Fluss) ist eine seichte Stelle — man kann hinüberwaten Gs., vislus: Das ist eine sehr kinderreiche Verwandtschaft — sie bekommen ständig Prämien Plv.
5. -ala, -alas. Mit dem Suffix -ala gibt es nur vereinzelte Ableitungen, z. B.: griaušala „Taugenichts“: Was willst du mit diesem Taugenichts — du wirst Mädchen bekommen, die ihm nicht das Wasser reichen können Alk., sniegala „so ein Vögelchen“ Klvr., švėpala „Windbeutel; Dummkopf, Idiot“: Ich sagte doch, du sollst dich nicht mit diesem Idioten einlassen. Gs.
Mit dem Suffix -alas sind zunächst verbale Substantive zu nennen, die meist einen konkreten Gegenstand bezeichnen, z. B.: apvalkalas „Kleidung, Kleidungsstück“: Ich gab Jonukas zwei Garnituren Kleidung VšR, augalas, barškalas „Rassel“, gėralas „Getränk, Kwass“, lakalas, lėsalas, padažalas „Soße“, verpalai „Fäden, was versponnen ist“, užvalkalas. Es gibt auch einzelne Abstrakta, z. B.: pliauškalas „unschöne Reden“, tauškalas „unernstes Gerede; Geschwätz“.
Es gibt auch nomina agentis, gewöhnlich mit tadelnder, abwertender Bedeutung, denen einige der oben genannten Wörter (barškalas, tauškalas) ebenfalls zugeordnet werden können. Z. B.: bambalas „jemand, der brummt“, barškalas „Mensch, der viel redet“, pliūpalas „jemand, der plappert — so spricht“, smirdalas „jemand, der stinkt, Stinker“, tarškalas „jemand, der klapprig — schnell und laut — spricht“.
Es gibt noch vereinzelte andere Ableitungen, z. B.: reikalas, riebalai, šapalas „1. Halm, 2. Fischname“, vabalas.
6. -alis, -ė; -alius, -ė, -aliuvienė. Mit dem Suffix -alis, Femininum -alė, kommen Ableitungen von nomina agentis mit abwertender Bedeutung vor, z. B.: miegālis, -ė „jemand, der viel und lange schläft“, nuogālis, -ė „Nackedei, Nackter“; (nuogālė „Mangel an Kleidung“: Der Flachs ist nicht gewachsen, und so kam die Kleiderlosigkeit Gs.), snaudālis, -ė „jemand, der ständig döst“.
Neben der Form mit dem Suffix -alis wird für denselben Zweck vielleicht häufiger auch die Form mit dem Suffix -alius, Femininum -aliuvienė || -alė, verwendet, z. B.: bambālius „jemand, der viel brummt und lästig redet“: Sei still, du Nörglerin! Alk., bezdālius „jemand, der furzt“, miegālius, nuogālius, pirdālius, pliauškālius „jemand, der plappert und unschön redet“, snaudālius, spangālius, -ė „Blinder, Sehschwacher“: Während sie spann, fiel eine Flachskapsel ihr ins Auge, und nun ist sie eine Blinde (sie sieht nicht) VšR., staugālius „jemand, der heult“, tauškālius: Genė ist eine Schwätzerin Br., varvāl ius „kleines Kind“, abwertend: Sei still, du Rotznase, willst du mir hier noch die Augen auskratzen! Būbl.
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7. -elis, -elė, -intelìs, -ė; -elys. Das Suffix -elis, Fem. -elė, dient vor allem zur Bildung von Diminutiven und Koseformen; die maskuline Form (mit -elis) wird gewöhnlich von nichtdiminutiven zweisilbigen maskulinen Wörtern abgeleitet, die feminine Form (mit -elė) von femininen Wörtern. Z. B.: brolelis, dugnelis, paršelìs, senelis, tėvelis; galvelė, mergelė, pušelė, vyšnelė. Gelegentlich hat das Diminutivsuffix -elis einen abwertenden Beiklang: Gražu, kaip kalba tie dzūkeliai Snt.
Einige Wörter mit den Suffixen -elis, -elė sind keine echten Diminutive mehr, da sie eine bestimmte Sonderbedeutung angenommen haben, z. B.: berželis „der sechste Monat des Jahres, Juni“, gaidėlis „bot. Wegerich, Breitwegerich, Plantago media“: Gaidėlei daugiausia prastoj pievoj auga Gž. Gaidėlių nė gyvulei neda Šn., kūlėlis „eigens gebundene Strohgarben zum Decken des Dachs“; avėlė, bobėlė „Vorrichtung zum Dengeln einer Sense“, skarėlė.
Nach demselben Muster sind auch Familiennamen gebildet, z. B.: Medėlis, Stanėlis. Sie haben heute keine diminutive Bedeutung mehr.
Mit dem Suffix -elis gibt es auch nichtdiminutive Wörter mit abwertender Bedeutung, z. B.: góvelis „Tölpel, Dummkopf“, goželis „einer, der herumlungert; Tölpel“: Tas goželis po laukus gožinėja Nm. Kur dėsi tokią goželį Gs., vaikelis „Bengel“: Visokių vaikelų prisirinko į šoką Gs., vėpelis „Narr, Dummkopf“: Ką tu klausai to vėpelio Plb., žiopelis „Tölpel“. Den Unterschied dieser Bildungen gegenüber Wörtern mit diminutivem Suffix zeigt auch die Akzentstelle: Der Akzent liegt nicht auf dem Suffix.
Das gelegentlich vorkommende zusammengesetzte Suffix -intelìs, -ė drückt gleichsam einen bestimmten Grad von Adjektiven aus, z. B.: Baltìntėlis (ganz weiß) kap sniegelis Gs. Da jaunìntėlė žmona Būbl. Vienìntėlis vaikš Nm. Naujìntėlis žiponas Gs.
Gelegentlich kommt auch das Suffix -elys vor, z. B.: Neben vaikelis wird mit derselben Bedeutung auch vaikelys verwendet: Nesusidėk su tais vaikėleis Plv.
8. -ėlis, -ėlė; -utėlis, -ė; -umėlis. Das Suffix -ėlis, Fem. -ėlė, hat wie das Suffix -elis, -ė vorwiegend diminutive und kosehafte Bedeutung, wird jedoch nur an mehrsilbige Substantivstämme angefügt, z. B.: ąžuolėlis, dobilėlis, dolerėlis: Davė aukso cidabrėlį, muštą dolerėlį (d.) Alvt., piemenėlis, vainikėlis; dukterėlė, lelijėlė, seserėlė.
Aus Adjektiven mit dem Suffix -utis, -ė (baltutis) lassen sich Adjektive mit dem zusammengesetzten Suffix -utėlis, -ė bilden. Mit dem Suffix -utėlis, -ė werden vor allem in der Folklore solche diminutiven und kosehaften Adjektive verwendet wie: baltutėlis, -ė, gražutėlis, -ė, lygu-tėlis, -ė Grl., mažutėlis, -ė, naujutėlis, -ė. Daneben kommen auch Formen wie girtutėlis, -ė, greitutėlis, -ė. vor.
Ihrer Bedeutung nach entsprechen diese Adjektive mit den genannten Suffixen einer bestimmten Komparativ- oder Superlativstufe.
Diminutive und kosehafte Bedeutung haben auch solche Substantive mit dem zusammengesetzten Suffix -umėlis, wie: baltumėlis, brangumėlis, gražumėlis, skaistumė-lis, tolūmėlis.
Eine ganz andere Bedeutung haben die mit dem Suffix -ėlis, Fem. -ėlė gebildeten Verbalnomina, die vorwiegend Personen bezeichnen (gewöhnlich mit einer bestimmten negativen Bedeutung), z. B.: iždėkelis, nebūvėlis: Iš kur tas svečias nebūvėlis? „einer, der noch nie dagewesen ist, lange nicht dagewesen ist“ Gs., nugaišėlis, padėgėlis, pajuodėlis „einer mit dunklem Gesicht, dunkel geworden“, pamišėlis, pavaržėlis „Armer, Bettler“, suplūšėlis, užušėlis „Halbnarr“. Wie zu sehen ist, haben diese Ableitungen die Bedeutung des präfigierten Verbs übernommen, von dem sie gebildet wurden.
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und auf der Stammsilbe betont werden. Hier sind auch Wörter zu nennen, die aus reflexiven Verben gebildet sind, z. B.: aciskyrėlis, isigimelis, išsišėpelis „jemand, der die Zähne fletscht“: Hässlich – so ein išsišėpelis Ig. Mit so einem išsišėpelis will ich nicht einmal befreundet sein Žvr. Wer würde so eine išsišėpelė nehmen Ig., išilupėlis „etwas, dessen Oberfläche abgeblättert ist“: Diesen išilupėlis (ein Gefäß, dessen Glasur abgeblättert ist) kannst du aufs Feuer stellen – er fürchtet die Hitze nicht Kps., isižiojėlis „Schwätzer; Schreihals, Heulsuse; Dummkopf“: Das Kind von denen ist ein schlimmer isižiojėlis Kps. Eine schreckliche isižiojėlė: sie schreit, erzählt es anderen Gs., ištvirkėlis, pasileidėlis, susiraukėlis, usimėrkelis. Das Femininum wird mit dem Suffix -ėlė gebildet.
Es gibt noch verschiedene ausschließlich feminine Berufs- oder Tätigkeitsbezeichnungen (mit dem Suffix -ėlė), die vor allem Tiere, manchmal auch Pflanzen bezeichnen, z. B.: dilgėlė, kirmėlė, šiurbėlė „Blutegel“, skruzdėlė, utėlė, vėgėlė. Von den Verkleinerungsformen unterscheiden sie sich auch durch die Betonungsstelle.
9. -ėlius, -ėliuvienė, -ėlė. Mit dem Suffix -ėlius, Fem. -ėliuvienė || -ėlė, gibt es nur vereinzelte Wörter mit abwertender Bedeutung, z. B.: smirdėlius „Stinker“, Fem. smirdėliuvienė || smirdėlė || smirdėlė, utėlius „jemand, der Läuse hat“, Fem. utėliuvienė || utėlė.
10. -ila, -yla. Das Suffix -ila ist recht selten – mit ihm sind nur folgende Wörter zu nennen: barzdilė || barzdylą selten „bärtiger Mann“, vaidilą, Dabrilą Familiennamen.
Mit dem Suffix -yla ist das eine oder andere Nomen gemeinsamen Geschlechts zu nennen, z. B.: pliauškyla „Schwätzer“, staugylą „jemand, der heult, schreit“.
11. -ilas; -ylas, -a. Mit dem Suffix -ilas gibt es einige maskuline Substantive, z. B.: birbilas „schlechtes Bier“ Plb., brizgilas „Kopfstück mit Gebiss, um ein Pferd anzuschirren“, dóbilas, eržilas, sprāgilas.
Das Suffix -ýlas || -ýlas, Fem. -ylà, ist nur von diesen Adjektiven bekannt: akýlas || akýlas, -a (neben akyliūs, -ių) und ausýlas, -à selten.
12. -olius, -oliuvienė; -olė. Mit dem Suffix -olius, Fem. -oliuvienė, sind nur gurgolius, gurgoliuvienė „Schmutzfink, Schmutzbär, unsaubere Person“ bekannt: So einen gurgolį habe ich noch nie gesehen, wie dich Alk. Wie wagt es diese gurgoliuvienė, sich an den Tisch zu setzen? Alk.
Mit -olė ist nur gurgolė „Schnaps“ belegt: Wenn sie den gurgolė austrinken (sich betrinken), dann legen sie sich hin Gs.
Die Herkunft dieser Wörter sollte man vielleicht mit den Wörtern gūrgulas, gurgėti und Ähnlichem in Verbindung bringen.
13. -ula, -ulas. Mit dem Suffix -ula ist nur das eine Wort viesula || vėsula „Wirbelsturm“ zu nennen: Es dreht sich wie ein viesula Žal. Ein schrecklicher vėsula kam auf Gs.
Mit dem Suffix -ulas kommen einige Substantive unterschiedlicher Bedeutung vor, z. B.: bum-bulas „Scheibe, Kugel (eines Turms)“, burbulas: Es verschwand wie eine Seifenblase Gs., gėdulas || gėdulas nj., gniūtulas „Stück“, gūrgulas || gūrg(u)olas „verklumpter oder verworrener Stofffetzen“, viesulas nj.
14. -ulis, -ulė; -ulys. Mit dem Suffix -ulis, Fem. -ulė, wird das eine oder andere Adjektiv mit einer bestimmten individualisierenden Bedeutung verwendet, z. B.: didžiulis, -ė, gražulis, -ė selten, mažiulis, -ė. Als Substantive mit etwas anderer, bestimmtermaßen zärtlicher Bedeutung (männlichen oder weiblichen Geschlechts) sind folgende zu nennen: dėdulis, dievulis, tėvulis, pačiulė: Wo ist dein Hemd, pačiule? Alvt., svočiulė: Die svočiulė hat unterwegs eine Rose gepflückt Plv. Rück ein wenig, svočiule, hier werden wir uns setzen Gs., tetulė.
Zu nennen sind auch Substantive wie etwa: brūzgulis „eine bestimmte Art von Stock“, drobūlė „eine bestimmte Art von Tischdecke“: Ich habe allerlei drobūlių angenäht Vlkv.
Mit dem Suffix -ulis sind auch einige Familiennamen bekannt, z. B.: Gražulis, Mičiulis, Vaičiulis.
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Mit dem Suffix -ulys sind zuerst Nomina-actionis-Bildungen zu nennen, z. B.: drebulẏs, dusulẏs, godulẏs „Habgier“, nudulẏs „Trägheit, Schläfrigkeit“: Am Nachmittag überkommt einen solche Schläfrigkeit, Grl., riaugulẏs „Aufstoßen, Würgen“, snaudulys „Dösen, Schläfrigkeit“, troškulys.
Es kommen Wörter unterschiedlicher Bildung mit konkreter und bisweilen abstrakter Bedeutung vor, z. B.: gyvulys, juodulys „schwarzer Fleck, schwarzer Punkt, Schwärze“, kraustulys „kleiner beweglicher Gegenstand“, krušulys: Die verdorbene Milch gerinnt zu Klümpchen oder ist rötlich, Būbl., nuodegulẏs „verkohlter Holzscheit“, skaudulẏs: Ein schmerzender Knoten trat am Bein auf, Gs. Der schmerzende Knoten ist unerträglich, Grl., skritulys „Kreis“, triuškalys „Krümel“ Grš., užkandulys „Imbiss“: Er war kein Trunkenbold – er hatte immer einen Imbiss dabei, Būbl.
15. -aila. Seltenes Suffix. Es kommt in Substantiven des gemeinsamen Geschlechts und in Eigennamen vor, z. B.: krapāila „einer, der beim Gehen herumstochert“: Offenbar ist er betrunken – er geht wie ein krapāila, Gs., sapāila „Unsinnredner, Schwätzer“ Nm., strapāila „einer, der herumschlurft, strāpalīs“, Šipāila Familienname Grš. Dieses Suffix hat möglicherweise auch Entsprechungen in den slawischen Sprachen, vgl. sl. -ailo.
16. -áulė. Mit diesem Suffix ist aus den beschriebenen Dialekten bislang nur ein einziges Wort bekannt: makáulė „Kopf; Scheitel“ (abwertend): Für diese Studien ist dein Kopf zu klein, Gs. Er schlug (traf) mit dem Stock genau auf den Scheitel, Žal. In anderen Dialekten, z. B. den žemaitischen, und in der Standardsprache wird dieses Wort mit fallender Intonation betont12.
17. -uolius, -uolė; -uolys. Mit dem Suffix -uolis, Fem. -uolė, werden meist von Adjektiven abgeleitete Wörter gebildet, z. B.: drąsuolis, -ė, gudruolis, -ė, pavyd(u)olis, -ė: Der Geizhals – der Neidhammel fraß die Maus wie eine Stute (aus der Sprache der Hirten), Gs., stipruolis, -ė, šykštuolis, -ė, skenduolis, -ė, varguolis, -ė „Armer“.
Gesondert zu erwähnen sind žyžuolis „Rübe oder anderes Gemüse (Zwiebel, Steckrübe)“, raguolė „blau blühende Blume, die im Weizen wächst“, spanguolė botanisch „Oxycoccus quadripetalus, Sumpfpreiselbeere“.
-uolys ist kein besonders produktives Substantivsuffix. Allgemein bekannt sind nur die Wörter: branduolys, kamuolys, obuolys.
18. -(y)kla. Von den mit dem Suffix -kla aus einfachen Verben gebildeten Wörtern ist nur sėkla bekannt.
Durch Anfügen des Suffixes -kla an den Infinitiv sekundärer Verben der y-Stämme entstand das Suffix -ykla. Ableitungen mit diesem Suffix bezeichnen vorwiegend einen Ort, an dem etwas getan wird. Ältere Wörter sind nicht zahlreich. Z. B.: gulykla: Hier ist der Hasenliegeplatz (eine Stelle, an der gelegen wurde), Gs., knisykla „durchwühlter, durcheinandergebrachter Ort“: Ihr Bett ist wie ein Schweinestall, Plv., maudykla „Badeplatz“. Sowohl in der Literatursprache als auch in den beschriebenen Dialekten ist das Suffix -ykla heute sehr produktiv und lebendig. Vgl.: čiuožykla, kirpykla, mokykla, valgykla. Mit dem Suffix -ykla kommen auch Eigennamen vor, z. B. Žaidyklos „ein solches Moor“, KzR.
Gesondert zu erwähnen ist das Substantiv des gemeinsamen Geschlechts baidykla mit ganz anderer Bedeutung: „Vogelscheuche“: Daraus würde eine schreckliche Vogelscheuche, Grš. Mit diesem zerfetzten Kleidungsstück sieht er aus wie eine Vogelscheuche, AžŽB.
19. -klas. Mit dem Suffix -klas gibt es Wörter, die vorwiegend Werkzeuge bezeichnen und gewöhnlich von Verben abgeleitet werden, z. B.: gin klas, pjūklas. Ebenfalls hier zu erwähnen sind:
12 Vgl. Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache (verantwortl. Hrsg. J. Kruopas), Kaunas, 1954; P. Skardžius, Wortbildung der litauischen Sprache, S. 191.
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audeklas, pabūklas: Er schießt mit allen möglichen Geschützen Vlk., padėklas || padėklas „ein bestimmter unter etwas gelegter Stock“, vystyk las.
20. -klė, -klis, -klys. Mit dem Suffix -klė gibt es Substantive verschiedener Bedeutungen, z. B.: gerklė, pinklės „Fallen“, slaklės.
Vor dem Suffix -klė kann ein beliebiger Suffixlaut (Vokal oder Diphthong) stehen; dann haben wir die auf unterschiedliche Weise entstandenen sogenannten erweiterten Suffixe -yklė (damit gebildete Wörter bezeichnen meist Werkzeuge), -oklė, -uoklė, z. B.: baidyklė „Ungeheuer“, grumdyklė „hölzernes oder eisernes Gerät zum Waschen und Walken“ Grl., metyklė „Gerät zum Werfen von etwas, z. B. Steinchen“, laidyk lė, rodyklė (z. B. eines Weckers), supyklė „Schaukel“, šaudyk lė „Vorrichtung, in die beim Weben die Schützenspule eingelegt wird“, medžioklė; girtuoklė „eine der Heidelbeere ähnliche Waldbeere“, vaiduoklė: Papasakosiu tokią vaiduoklę „Ich erzähle ein Gespenstermärchen oder von einer Geistererscheinung“ Ot., žibuoklė „Leberblümchen“ Vlk., Nm.
Vor dem Suffix -klis kann ebenfalls ein Suffixvokal oder -diphthong stehen, z. B.: i, o, uo. Auf diese Weise entstehen die Suffixe -iklis, -oklis, -uoklis. Z. B.: jauniklis, -ė „wer bzw. was noch ganz jung ist“, Kiritiklis Beiname Dkš., klajoklis, -ė, girtuoklis, -ė, pakaruoklis, -ė, vaiduoklis.
Mit dem Suffix -klys ist lediglich arklys bekannt.
VIII. Suffixe mit -m-
1. -(s)mas. Mit dem Suffix -mas gibt es einige wenige Substantive mit konkreter Bedeutung, z. B.: jėšmas, kėlmas: Abžėlęs kap kėlmas „Überwuchert wie ein Baumstumpf“ Gs.
Bemerkenswert ist das mit dem Suffix -mas, Femininum -ma gebildete Zahlwort sėkmas, -a, das selten ist. Einigen älteren Sprechern der beschriebenen Dialekte ist noch das Zahlwort ašmas, -a bekannt. Sėkma und ašma waren bei häufigerer Verwendung eher aus der Gegend von Naujoji Ūta zu hören.
Mit dem Suffix -smas gibt es ein Dutzend verbaler Abstrakta und nomina actionis-Bildungen, z. B.: griausmas: O ka tave griausmas! „Was für ein Donner soll dich treffen!“ Gs., jausmas, klik s mas „Geschrei, Gekreische“, riksmas „Aufschrei, Rufen“, skausmas, šauksmas, trenk(s)mas, triukšmas (nach k hier -smas > -šmas), verk(s)mas.
2. -(s)mė. Das Suffix -mė wird beispielsweise in folgenden Wörtern verwendet: drėgmė, gelmė „Tiefe, tiefe Stelle“: Nelisk – tę pati gelmė „Geh nicht hinein – dort ist die tiefe Stelle“ Plv., linkmė „Richtung“: Nuė tai linkmė „Das ist die Richtung“ Gs., padermė „Sippe, Art“, tankmė „Dichte“.
Mit dem Suffix -smė sind lediglich die Wörter bausmė, drausmė, giesmė, grūsmė „Gedränge, Zusammenballung“ bekannt: Priejo tiek žmonių, kad bó didelė grūsmė „Es kamen so viele Menschen, dass ein großes Gedränge entstand“ Vlk., versmė „Strudel, Wirbel“.
3. -imas. Das Suffix -imas ist ziemlich weit verbreitet. Damit werden überwiegend aus Präteritalstämmen verbale Abstrakta gebildet, z. B.: bėgimas, ėjimas, gailojimas: O verkimas, o gailojimas — neit ma graudu pasidarė „Ach, das Weinen, das Jammern – mir wurde ganz traurig zumute“ Gs., gurgimas „Brummen“: Visą naktį girdėjosi mašinų gurgimas važiavimas „Die ganze Nacht war das Brummen und Fahren der Maschinen zu hören“ Kt., kirpimas, metimas, siuvimas, stovėjimas: Po šliūbo parvažiavoja, tai prasideda stovėjimas „Nach der Hochzeit kehren sie zurück, dann beginnt das Stehen“ Ig. Stovėjimas — pati veselija „Das Stovėjimas ist die Hochzeitsfeier selbst“ Ig. Stovėjime tai gražei koroja piršli „Während des Stovėjimas bewirtet die Brautwerberin den Freier schön“ Ig., užimas.
Einige der genannten Bildungen haben auch eine konkrete Bedeutung angenommen, z. B.: arimas meist im Plural „gepflügtes Feld“, klojimas: Jau porą klojimų iškūlėm „Wir haben schon zwei Scheunen ausgedroschen“ Gs., prariekimas „Anf-
11. Leksikos tyrinėjimai
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„ein von einem Brotlaib abgeschnittenes Stück“, sutvėrimas: Ale tai i sutvėrimas niekai vaikas! Plv., vežimas „Räder“.
In einigen Wörtern dieser Wortbildungsart verändert sich bei Entstehung einer neuen Bedeutung die Betonungsstelle; anstelle des Suffixes -imas wird meist -ymas ausgesprochen, z. B.: padėjimas „Handlung“ || padėjimas „Vorrat“: Ta bulvinė viskām geras padėjimas Žal., gėrimas „Handlung“ || gėrymas „Getränk“. Vgl. das Suffix -ymas.
Es gibt das eine oder andere mit dem Suffix -imas gebildete Substantiv, das von einem Adjektiv abgeleitet ist, z. B.: jaunimas, minkštimas, tirštimai.
Bei den Adjektiven mit dem Suffix -imas, Fem. -imà, sind zu nennen: svetimas, -à, artimas, -à, tolimas, -à; anstelle der letzten beiden sagt man häufiger artymas, tolymas.
4. -ymas. Das Suffix -ymas ist zusammengesetzt: -y-mas, z. B. sāk-y-mas.
Mit diesem Suffix sind zunächst die von Infinitiven mit v-Stamm abgeleiteten deverbalen Substantive zu nennen, z. B.: āydymas, gānymas, mātymas, klāusymas, sākymas. Es handelt sich überwiegend um Wörter mit abstrakter Bedeutung. Es kommen auch zweibedeutige Bildungen dieser Art vor, die eine Handlungs- und eine konkrete Bedeutung haben, z. B.: maišymas „1. Handlung, 2. angerührter Brotteig“, pūdmas „1. Handlung, 2. brachliegendes, zur Brache bestimmtes Feld“.
Mit dem Suffix -ymas werden auch Substantive von einfachen Verben abgeleitet; sie haben gewöhnlich konkrete Bedeutung, z. B.: gėrymas: Prisidarė visokių gėrymų Gs., grendymas || grėmdymas „Scheunenboden“, gūrgždymas „Leiste“. Jį pervėrė peiliu į patį gūrgždymą Kps., klāusymas: kláusti: Koks klāusymas, toks ir acakymas. VIkv.||klāusymas: zuhören, linkymas „Innenseite der Kniekehle oder der Armbeuge“, kūlymas: Jau prasidė kūlymai VIkv. Vgl. außerdem: gėrymas „1. Getränk, etwas Trinkbares, 2. Trinken“: Įpratęs į tą gėrymą, tai kap liga Žal., klāusymas „1. Handlung, 2. Bonpoc“ und klaustimas „Handlung“. Zur Betonungsstelle vgl. -imas.
Die Substantivbildung von Adjektiven mit dem Suffix -ymas ist nicht weiter verbreitet bekannt. Dieser Wortbildung lassen sich zuordnen: bāItymas „weißer Teil des Auges, des Eis …“, tūštymas „empfindlichste Stelle an der Seite, Flanke, Weiche“: Dūnkstelė į tūštymą, ir negyvas Gs., dvišākymas (: dvišakas) „Schritt, Zwischenraum zwischen den Beinen“.
Es gibt nur folgende Adjektive mit dem Suffix -ymas, Fem. -ymā: artymas, -à || artymas als Substantiv „Freund“, tōlymas, -à; seltener artimas, tolimas.
5. -uma. Mit dem Suffix -uma kommen Bildungen mit verschiedenen Bedeutungen vor (vielleicht überwiegend zur Bezeichnung eines Ortes), z. B.: aukštumà „hohe Stelle“: Užlipo į pačią aukštumą VIkv., gailumà „Scharfe“: Pačią gailumą nugėriau, o kas liko, tai tau Gž., gilumà „tiefe Stelle“, jaunumà „Jugend“: No jaunumoš lašinių nevalgau Gs., seklumà „flache Stelle (z. B. im Fluss)“, žemumà „niedrige Stelle“.
Außerdem sagt man: daugumà „die meisten“, šilumà, tuštumà: Vidūrvasarį pati tuštumà; tuščias metas — mažai tėra maisto Gs.
6. -umas. Dies ist ein recht häufiges Suffix. Damit werden überwiegend adjektivische Abstrakta gebildet, manchmal auch mit konkreter Bedeutung, z. B.: aiškūmas, baltūmas, gerūmas, gilūmas, kartūmas, riebūmas (auch riebūmai „Fett“), piktūmas: Piktūmas ‘Zorn’ ima į jį žiūrint Alk., sunkūmas, šviesūmas, tamsūmas. Wie die Beispiele zeigen, werden diese Wörter nicht nur von Adjektiven mit u-Stamm, sondern auch mit a- und ja-Stamm gebildet. Außerdem sagt man bisweilen neben žalūmas, didūmas auch žaliūmas Gs., Plv.: žalias, didžiūmas || didžūmà „die meisten, die Mehrheit“: Didžiumà jau nusikasė bulves, o jų dar stovi Nm.
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Gelegentlich findet sich ein einzelnes Gebilde mit -umas auch aus einem Substantiv oder einer anderen Wortart, z. B.: tinginumas: „Die Wärme macht mich schläfrig“ Gs., netikumas: „Aber auch netikumas ‚Nachlässigkeit‘ bei ihm“ Plv., daugumas „die Vielen“.
Bemerkenswert ist, dass bei einigen Bildungen mit dem Suffix -umas der Instrumental, adverbial verwendet, den Akzent auf der Wurzel trägt, z. B.: gėrumu, gražumu, piktumu.
7. Weitere Suffixe mit dem Konsonanten -m-. a) -amas: rūkamas „Teil eines Webstuhls“, selten, Gs.
b) -ymė. Mit diesem Suffix ist nur ein einziges Wort bekannt: kiaurymė „Loch“: „Ach, was für ein Loch hier!“ Gs.
c) -imis, -ė. Erwähnenswert ist nur das Wort penimis, penimė „das, was gemästet wird, gewöhnlich ein Ferkel oder Schwein“: „Wir haben ein gutes Mastschwein geschlachtet“ Plv. „Dieses Mastschwein werden wir verkaufen können“ Gs.
d) -umė. Mit diesem Suffix ist nur das Wort mažumė „Kindheit“ bekannt: „Schon von klein auf (häufiger mažumėlės) hat er sich ans Stehlen gewöhnt“ Plv.
IX. Suffixe mit dem Konsonanten -n-
1. -(s)na, -(s)nas. Bei dem Suffix -na sind zunächst vor allem Substantive mit konkreter Bedeutung zu nennen, z. B.: briaunà „Rand“, siena, šalnà, šutna „heiße, schwüle Luft“, žiaunos.
Mit dem Suffix -na gibt es auch geschlechtsneutrale Nomina agentis, z. B.: gleinà (4) „jemand, der schmiert, schmiert und kleckert“: „Ach, was für ein gleinà – man kann ihm kein Messer geben, damit er Fleisch abschneidet“ Žvr., klipnà: „So ein klipnà, und mit dem Prahlen nimmt es kein Ende“ Būbl., purkšnà „jemand, der schnell wütend wird und zu schimpfen beginnt“, skretnà „jemand mit schmutzigem, verdrecktem Mund, ein Schmutzfink“: „Dieser Fußgänger ist ein schrecklicher skretnà“ Gs.
Es kommen Wörter mit anderer Bildung oder verschiedener Bedeutung vor, z. B.: triznà „1. Durchfall, dünner Stuhl. 2. hitzköpfiger Mensch, Heißsporn“.
Mit dem Suffix -sna gebildete Wörter (Substantive) bezeichnen überwiegend Personen oder konkrete Dinge, z. B.: dusnà „jemand mit Atemnot“, džiūsnà „Vertrockneter“, rukšnà (nach k s > š) „mürrischer, jähzorniger Mensch“, skaursnà „1. Kargheit, 2. jemand, der verarmt ist“, lušnà, šerkšnà „Schindel“.
Das Suffix -nas dient zur Bildung von Adjektiven (fem. -na), z. B.: drėgnas, glėžnas „schlank“, liūdnas, pilnas, plonas, šilpnas, šaunas (häufiger šaunùs) „hervorragend, gut“ Žal.
Mit dem Suffix -nas gibt es zahlreiche Substantive mit konkreter Bedeutung, z. B.: dùgnas, kálnas, klùonas „Scheune“, spar̃nas, svìrnas Klvr., šérnas.
Vom Suffix -snas sind nur Reste erhalten. Neben dem häufigeren Wort šerkšnà sagt man auch šerkšnas (ks > kš). Außerdem wird (selten) das Adverb skursnai (: skursnas) Dkš., Vlkv. „armselig“ verwendet: „Sie lebten armselig, das sieht man ihnen gar nicht an“ Gs.
2. -(s)nis, -(s)nys. Mit dem Suffix -nis (Gen. Sg. -nies, Fem.) gibt es Substantive mit konkreter Bedeutung, z. B.: kriaunis: „Eine Schneide des (Messers) ist herausgesprungen“ Vlkv., kulnis, plėnis (gewöhnlich Plural plėnys) „verlöschendes und zu Asche werdendes Feuer“, skõbnis „kleines Fass, niedrige Tonne“: „Füll Wasser in die kõbnis“ Br., šaknis, šlaunis „Oberschenkel“, trãknys „verrottete Strohhalmenden“: „Von dem Stroh sind nur noch ein paar trãknys übrig geblieben“ Gs.
Das Suffix -snis (Gen. Sg. -snies) ist selten. Dazu sind pusnìs und krósnis zu nennen: „1. Steinhaufen“ Klvr., „2. Ofen“ Alk.
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ja Die Suffixvariante -snīs || -šnys des Stammes (Gen. Sg. -snio, m.) ist häufiger, z. B.: álksnis || élksnis zan., außerdem vgl. Álksnė || Élksnė upl. Alk., brūkšnys (ks > kš), gluosnis || gluosnys, kašnis || kašnys, sieksnis || sieksnys, žinkšnis || žinkšnys.
3. -(s)nus, -nius. Mit dem Suffix -nus werden überwiegend Adjektive gebildet (f. G. -ni), z. B.: lipnùs „klebrig“: Nõ medaus pasidaro lipnios rankos Gs. [Vom Honig bekommt man klebrige Hände], sraunùs „reißend“ (ein Bach), šãunùs „hervorragend, schön“: Tas Jone šaunūs vyruks Nm. [Dieser Jone ist ein toller Kerl], švelnùs „sanft“, tepnùs „leicht schmutzig werdend, leicht zu beschmutzen“ Žal., Nm.
Mit dem Suffix -snus || -šnus gibt es nur die Adjektive skursnùs „verarmt, arm“ (selten), lipšnùs „angenehm, sanft“: Prẽ vyrų visos jos (merginos) lipšnios Gs. [Vor Männern sind sie alle (die Mädchen) liebenswürdig].
Mit dem Suffix -nius, f. G. -niuv. ž. || -nė, sind zwei Wörter bekannt: mižniùs, f. G. mižniuvienė || mižnė „1. jemand, der sich im Liegen einnässt, 2. ein unseriöser Mensch“, triznius, f. G. trizniuvienė „1. jemand, der Durchfall hat, 2. ein hitziger oder unseriöser Mensch“.
4. -ana; -anas, -a. Das Suffix -anų wird zur Bildung von Substantiven verwendet, z. B.: dovanà || dõvana „Geschenk“, drãpana „Kleidungsstück“, gárbana „Ehrung“, liekana „Rest“, kãmanos „lederner Pferdezaum“, palūkanos „Zinsen“, plėiskana (gewöhnlich Plural plėiskanos), traiškana (gewöhnlich Plural): Tik acikėlė tai akys pilnos traiškanų Gs. [Kaum ist er aufgewacht, sind seine Augen voller Schlaf], ūkana „nebliges Wetter“.
Mit dem Suffix -anas, f. G. -ana, gibt es zwei Adjektive: álkanas, rùškanas „bewölkt; düster, böse“: Rudenį rūškanos dienos Plv. [Im Herbst sind die Tage trüb.] A nenutiko kas, ka toks rūškanas veidas? Vlkv. [Ist etwas passiert, dass du so ein finsteres Gesicht machst?] Hierher gehört auch das Adverb dovanai: *dovanas.
5. -ena, -mena. Das Suffix -ena wird häufig zur Bezeichnung von geschlechtsneutralen Nomina agentis mit abwertender Bedeutung verwendet, z. B.: aušena „Dummkopf, Halbidiot“: A pasisiūsi kur tokį aušeną? Gs. [Wo findest du wohl so einen Dummkopf?] dvėsena „halbtotes, elendes Geschöpf“, gaišena „jemand, der dahinsiecht – ein elender Mensch“: Ta kumelė jau tikra gaišena Vlkv. [Diese Stute ist schon ein richtiges Wrack.] Jokių valgių tam gaišenai neįtiksi Grl. [Mit keinem Essen kannst du dieses elende Geschöpf zufriedenstellen.] Argi su tokiais gaišenom važiuosi? Ig. [Willst du etwa mit solchen Wracks fahren?] geltena „krankheitsbedingt gelb gewordener Mensch“: Bene ilgai jis gyvens tas geltena Bgt. [Ob dieser Gelbe wohl noch lange lebt?] Kad būt mergą kap reik, tai da da, o čia tokia geltena Alk. [Wäre sie ein anständiges Mädchen, na ja; aber sie ist so eine Gelbe.] góžena „Tölpel“: Kur dabar tas góžena eina? Plv. [Wohin geht dieser Tölpel jetzt?] griùvena „jemand, der kaum noch gehen kann, ein gebrechlicher Mensch“, kiūtėna „Tollpatsch“: Matai, koks jis kiūtėna Šn. [Siehst du, was für ein Tollpatsch er ist?] Ką tas kiūtėna, bene jis moka ką Bgt. [Was kann dieser Tollpatsch schon?] kùitena „zerzaustes, verwahrlostes Wesen“, kvaišena „Dummkopf“, kvaitena „Benommener, Verrückter“, lūpena „vertrocknetes Geschöpf“, raũkena „verkniffener Mensch“, rùkena „jemand mit faltigem oder verkniffenem Gesicht, ein runzliger Mensch“, rùpena „Kröte (als Schimpfwort, abwertend)“, skurdėna „verarmtes, heruntergekommenes Geschöpf, armer Schlucker“, stipena „halbtotes, verendendes Geschöpf“, úitena „von allen schikaniert“, véltena „zerzaustes Wesen“.
Einige der aufgezählten Wörter haben auch eine andere Bedeutung, z. B.: dvėsena „Fleisch eines verendeten Tieres, Aas“, gaišena „Fleisch eines verendeten Tieres“, kvaitena „Benommenheit“, stipena „Fleisch eines verendeten Tieres“.
Erwähnenswert sind noch die Wörter: aušenos „Spreu“: Javus čystina, tai lieka aušenos Grl. [Wenn man das Getreide reinigt, bleibt Spreu übrig], muilenos „Seifenwasser“, pūvenos „Fäulnisreste“, rañkena, sėlenos „Kornspelzen“, skūtena „geschälte Kartoffelschale, Schälabfall“ Grl., svīltenos „Angebranntes“, Bambėna „Oberlauf der Dovinė“ Dkš.
Mit dem Suffix -mena gibt es einige Substantive, z. B.: smùlkmena „Kleinigkeit, kleiner Gegenstand oder Sachverhalt“, stambmena „großer Gegenstand“, trùkmena nj. „Bruchteil“. Hier sei vielleicht auch Šeimenà „Nebenfluss der Širvinta“ Žal. erwähnt.
6. -sena (-šena). Mit diesem Suffix sind vor allem folgende Wörter bekannt: eisena „Gangart“, kvėpsena „jemand, der kaum noch atmet, fast tot ist“: Neilgai jau gyvęs tas kvėpsena (apie žąsiuką) Plv. [Lange wird dieses kaum noch atmende Geschöpf wohl nicht mehr leben (über ein Gänschen)], baikšena (s > š) „am Ende, heruntergekommen“.
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7. -enė, -uomenė. Den Bildungen mit dem Suffix -enė lassen sich die Wörter piemėnė, pabaigėnė „Sonnenhut“ VIkv., Alk., priemenė || priemenia „Vorraum“ zuordnen.
Hier sind auch Wörter mit dem zusammengesetzten Suffix -uomenė zu erwähnen, meist neueren Datums, z. B.: didiuomenė „Adlige, Große, Herren“, jaunūomenė, kariuomenė || karūomenė, visuomenė.
8. -ėna, -ėnas. Das Suffix -ėna ist weithin nur im Wort velėna bekannt.
-ėnas ist ebenfalls kein häufiges Suffix. Zu erwähnen sind die folgenden Wörter: pelėnas selten „Mäusebussard“ Plv., tetėnas „Ehemann der Tante“, trakėnas, -ė „Pferd oder Stute dieser Rasse“, varmėnas „Star“.
9. -inas. Das Suffix -inas, Femininum -ina, wird in einigen von Substantiven abgeleiteten Adjektiven verwendet, die eine äußere Eigenschaft bezeichnen, z. B.: dūlkīnas „staubig“, dumbIinas „schlammig“, krūvinas, pūvinas.
Von den Verbaladjektiven gibt es nur: būtinas, kūpinas, mūrinas „vermauert, beschmutzt“, tėkinas.
Unter den Substantiven mit dem Suffix -inas sind zunächst jene zu erwähnen, die männliche Tiere bezeichnen, z. B.: avinas, bitinas, katinas, kurkinas, meškinas, žąsinas, außerdem gulbinas selten Gs., Plv. und Gulbinas „linke Nebenflüsse der Šešupė (Plv.) und der Sūduonė (Ldvn.).“
Mit dem Suffix -inas gibt es Substantive mit verschiedenen Bedeutungen, z. B.: ákštinas „Granne“, aūksinas „eine bestimmte Geldmünze aus alter Zeit“, kirmėnas „großer Wurm“, milžinas, paršinas „Ferkel“, pentinas: Gaidys kap raitelis — su pentinais VIkv., slibinas „Drache“, Slibinai k. Nm., vaikiinas.
10. -inis, -inė; -utinis, -ė. Mit dem Suffix -inis, Femininum -inė, werden vor allem denominale Adjektive gebildet¹³. Sie bezeichnen:
a) das Material, aus dem oder mit dem etwas hergestellt und gefertigt ist, z. B.: Avižinis kisielius gerai stingsta Gs., bulvinė || bulbinė košė Grl., Atrodo, kap gintarinei karielei Alvt. Lininei marškinei geriausia skalbiasi Nm.;
b) die besitzanzeigende Zugehörigkeit zu einem Gegenstand oder einer Art, z. B.: Antinei kiaušinei prasti Gs. Naujas vieno pryžakinis, kie užpakalinis ratas Plv.;
c) die äußerliche Ähnlichkeit eines Gegenstands, z. B.: Rankos kab geležinės „kietos“ Gs. Akys ledinės, lyg numirėlio „kalte, leblose“ Žal.;
d) den Zweck oder die Bestimmung für etwas, z. B.: Su dobiline (dobilams pjauti) mašina i pievas pjauna Gs.;
e) den Ort, aus dem jemand stammt oder an dem jemand ist und lebt, z. B.: Su káimineis žmonėm lengviau rast rodą, kai su miestiniais Alk. Suė į kolūkius i pašėšupinei gyvėtoj ei „prie Šešupės gyvenantieji“ Gs. -inis, -ė wird auch anstelle oder neben den Suffixen -ietis, -iškis verwendet: kalvarijinis žmogus Graž., pilviškinis mokytojas VIkv., šilavotinė marti „aus Šilavotas stammend“ Pašl.;
f) einen bestimmten Zeitraum, mit dem etwas verbunden ist, z. B.: auštrinis, -ė: Užteka žvaigždė auštrinė Klvr. Dovaninių (per vestuves dovanotų jaunajai) pinigų turėjo Klvr. Geriausia deda morčinės vištaitės „im März geschlüpft“ Gs.;
g) ein unterscheidendes Merkmal eines Gegenstands, z. B.: Pas mus yr akinės ir põninės kazyros Gs. Krūminei dantys jau kiauri VIkv.
13 Einige von ihnen können auch substantiviert sein. Vgl.: Pele pele, te tau káulini, duok má geležinį (ps.) Klvr.
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Adjektive mit dem Suffix -inis werden auch aus Adjektiven gebildet, z. B.: Sako, baistinei ąžuolai čia augo Ūt. Bergždine karvė nekąs, prasta Gs.
Es kommen auch mit dem Suffix -inis aus Zahlwörtern gebildete Adjektive vor, z. B.: Šešiolikine (ein sechzehnjähriges) Mädchen ist am flinksten Alk.
Es gibt auch Adjektive mit dem Suffix -inis, die aus Partizipien der Vergangenheit im Passiv gebildet sind, z. B.: Tokia drėptinė (ein dickes Mädchen) – wie ein Sack Gs. Leistine kukulaičė (Klößchen aus dünnem Teig) ma geriausia Vlkv.
Es kommt vereinzelt ein mit dem Suffix -inis gebildetes Adjektiv vor, das von einem Adverb abgeleitet ist, z. B.: Kazdieninei drabužei, o visur tinka Nm.
Hier sind auch einige Adjektive mit dem zusammengesetzten Suffix -utinis, Fem. -utinė zu erwähnen, z. B.: aukštutinis, viršutinis, galutinis, kraštutinis, paskutinis, paviršutinis, pirmutinis, vidutinis, žemutinis: A tai jau galutinis žodis? Vlkv. Aš visur turu būt pirmutinė i paskutinė pirmiausia pradėt ir ilgiausia dirbt Pjv.
Mit dem Suffix -inis gibt es auch Substantive. Dies sind substantivierte oder als Substantive verwendete Adjektive mit dem Suffix -inis; daher ist auch ihre Bildung dieselbe wie bei Adjektiven: Sie sind aus Substantiven und einigen anderen Wortarten gebildet, z. B.:
a) garinis „Teil des Ofens“: Nėra garinio – dūmų pilna pirkia Alk. Įsitaisyk garinį – lubos jau pradeda pūti Gs., gniauštinė „Schlag mit einer gniauštis“: Kirskim (derėkimės) iš dešimc gniauštinių Kt.;
b) pākulinis „schlecht, aus Werg gewebter Stoff“, prieigadinis „mit Treber gemästetes Schwein; liegt im Stall“, vilkaviškinis „Einwohner von Vilkaviškis“: Vilkaviškinė su mum nedraugavo Gs.;
c) aukštinis „Loch in der Decke, durch das der Rauch abzieht“, nuošalinis: Kat acirastų nuošalinių kokių (pašalinių žmonių), tai būt geriau Klvr., palaidinis „lockere, weite Jacke“, šaltinis;
d) mergautinis „Mädchenbursche“, suktinis „eine Art Tanz“;
e) vienuolikinis usw.: A vienuolikininu atvažiavot „seid ihr mit dem Zug um elf Uhr gekommen“? KzR.
Bei der femininen Suffixform -inė sind zunächst Substantive zu erwähnen, die meist einen Ort oder einen Gegenstand bezeichnen, an dem sich etwas befindet oder auf den etwas gelegt wird, z. B.: alinė „Bierstube, Bar“: Žiūrėk, i suka į alinę Vlkv., druskinė, gimtinė „Geburtsort, Heimat“, kapinės mėsinė, pintinė, statinė, šalinė (im Schuppen): Pilnas šalinės prikrovė Gs.
Zahlreiche Substantive mit dem Suffix -inė haben andere Bedeutungen, z. B.: aušrinė „Morgenstern“, bergždinė „unfruchtbare Kuh“: Kas mum iš tos bergždinės? Žal., giltinė, krūtinė, kūlinė „Maschine, mit der beim Dreschen auch die Garben gedroschen werden“, naginė, ráutinė „10 Handvoll“: Per dieną (linų) devyniasdešimt rautinių prirauni Grl., sėtinė „gesäter Wald“ Alk., šiltinė „eine solche Krankheit“, vėjinė „Windfahne; Brett am Dachgiebel, damit der Wind das Stroh nicht zerreißt“, taukinė „eingeschlafene Körperstelle“, žentinė „Tochter, für die ein Schwiegersohn genommen wird“: Žentinei viskas liks Plv.
Su priesagomis -inis, -inė yra ir upių bei upelių vardų, pvz.: Asinis Ss., Eglinis Brt., Ig., Kermušinis Kps., Dōvinė Dkš., Kastinė nj. Alvt., Meškinė Vv., Plaušinė Vv., Savinė || Sabinė Jnk., Vilktinis Krb.
Wie aus den Beispielen hervorgeht, ist die Betonung von Adjektiven und besonders Substantiven mit den Suffixen -inis, -inė sehr unterschiedlich. Dennoch wird diese Betonung zumindest teilweise durch die Betonung des Stamms und der Endung des Grundworts bestimmt.
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11. -inys. Mit dem Suffix -inys werden Substantive gebildet. Sie können von Verben (oder zumindest mit ihnen verwandt), Adjektiven und bisweilen auch von anderen Wortarten abgeleitet sein.
Wörter mit Verbalwurzel und dem Suffix -inys haben unterschiedliche Bedeutungen. Einige von ihnen haben neben der Ergebnisbedeutung auch eine Tätigkeitsbedeutung, z. B.: atlaidinys „Tauwetter, Schneeschmelze“. Pabō atlaidinys, i sutizo sniegas Vilkv., palaid-inys „Tauwetter, Schneeschmelze“, tinginys „Faulheit, Trägheit“: Ima mane tinginys tokiu oru Gs.
Es gibt auch nomina agentis (ihre feminine Form -inė), z. B.: mokinys, tinginys: Nereik má jos — paskutinė tinginė Gž.
Andere Substantive verbaler Bildung beziehungsweise mit Verbalwurzel und dem Suffix -inys haben konkrete Bedeutungen, z. B.: grindinys „etwas, das gepflastert ist; Pflaster“: Grindiniu eik — mažiau purvyno Vilkv., kratinys „Heu-Stroh-Gemisch“, mezginys „etwas, das gestrickt wird“, milinys „Stange zum Drehen von Mühlsteinen“, mutinys „ein Gericht aus gesüßtem Wasser mit hineingebröckeltem Brot“: Prūsų šmulkštė pratraidis, lenkų mutinys sutaisys Alvt., pakulinys || pakulinis, pirkinys „gekaufter Gegenstand“, radinys „gefundener Gegenstand“, rentinys „Brunnenwand oder eine andere aufgemauerte Wand“, tvenkinys „Damm“.
Bemerkenswert ist, dass für denselben Zweck bisweilen die Suffixe -inis und -inys verwendet werden können, z. B.: pašūkinis || pašūkinynys „Gewebe aus Werg“: Būdavo, įsiaudžiam kokio pašūkinio, i gerai Gs.
12. -yna, -ynas, -umynas, -ynė. Mit dem Suffix -yna gibt es einige Substantive. Einige von ihnen bezeichnen Lebewesen, gewöhnlich abwertend, andere – oder dieselben Wörter – haben verschiedene Bedeutungen, z. B.: kempyna „Vertrockneter, Dörrling“: Suvytes kap koks kempyną Žal., lupyna „1. Kartoffelschale, 2. etwas Vertrocknetes (Mensch oder Tier), 3. Schimpfwort“, lentyna, šeimyna.
Gesondert zu erwähnen sind einige analogisch oder fremd gebildete Wörter, z. B.: dvėšelyna „Leichenschmaus“, krikštynos, vakarýnos „Vorabend der Hochzeit, Junggesellinnenabschied“.
Das Suffix -ynas wird gewöhnlich in Substantiven mit kollektiver Bedeutung verwendet; einige bezeichnen bisweilen auch einen bestimmten Ort, z. B.: brūklynas „Weidengebüsch“: Mūsų pievoje yra didelis brūklynas Lkš., alksnynas || elksnynas žan., aržuolynas, eglynas, medynas „Wald, Forst“: Prie medynų gyvena Snt., pusnynas „Ort mit viel verwehtem Schnee“, skiedrynas „viele, ein Haufen Holzspäne“, žvyrynas „Ort mit viel Kies, kiesiger Boden“. Mit -ynas kommen auch Eigennamen vor, z. B.: Jurkūnas pvd. Brt., Barsukyno ežerėlis KzR., Kermušynas upl. Šil., Rūškynas upl. Jnk.
Das zusammengesetzte Suffix -umynas wird verwendet, um gewöhnlich konkrete Gegenstände zu bezeichnen, die mit einer Eigenschaft der Grundwörter zusammenhängen, oder eine verstärkte abstrakte Eigenschaft, z. B.: gardumynas meist Pl. „schmackhafte Sache“, gražumynas „1. schöne Sache, 2. große Schönheit“, saldumynas „1. süße Sache“: Pris pirko visókių saldumynų Vilkv. „2. große Süße“: Alė i saldumynas — gali liežuvį nurýt Gs., tankumynas „Dickicht“.
Adjektive mit dem Suffix -ynas, feminin -yna, sind lediglich mėlynas, mėlyna || mėlyna.
Mit dem Suffix -ynė gibt es Substantive mit verschiedenen Bedeutungen. Häufig wird dieses Suffix zur Bezeichnung von Personen des gemeinsamen Geschlechts verwendet, gewöhnlich mit negativer Bedeutung, z. B.: grasynė „widerlicher Mensch“: Ale tas zvoguója i zvoguója kai grasynė Būbl., lojynė „jemand, der hässlich spricht – bellt“, pliauškynė „jemand, der schwatzt, Unsinn redet“: Tokiam pliauškynėi, rodos, duotum per zapsàs, kat apsijukotų Gs., purškynė „jemand, der schnell zornig wird – sich aufregt“, staugynė „Heulkrähe“, tarškynė „Schwätzer(in)“: Tos bobos visos tokios tarškynės Šn.
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Einige Wörter der genannten Art bedeuten auch nomina actionis, z. B.: grūdýnė || grumdýnė „das Sichstoßen“. Es sind viele Leute da, eine schlimme Rauferei Gs., lojýnė „unanständiges Reden“, pliauškýnė „hässliche Rede, Geschwätz“, piūvýnė „Raufereien, Streit“: Es scheint, Brüder, als nähmen die Raufereien zwischen ihnen kein Ende Plv.
Wörter mit dem Suffix -ynė bezeichnen häufig Werkzeuge, z. B.: birbýnė „eine bestimmte Art von Dudelsack“: Wirf diese Birbynė weg – die Ohren werden sich erholen Gs., laidýnė „Schleuder“, padarýnė „Gerät“, stovýnė „eine bestimmte Vorrichtung, damit ein Kind stehen kann“, tarškýnė „so ein Klapperding – eine Rassel“.
Das Suffix -ynė wird auch häufig zur Bezeichnung eines bestimmten Ortes verwendet, z. B.: dilgėlýnė „Brennnesselbestand“, durpýnė „Torfmoor“, klampýnė „sumpfige Stelle“, kupstýnė „ein Ort mit vielen Hügeln, hügeliges Gelände“: Nach dem Krieg gab es hier nur noch lauter Hügel Kbr., lindýnė „ein Ort zum Verkriechen; eine armselige Hütte“, molýnė „Ort (Boden), wo es viel Lehm gibt, lehmiger Ort“.
Das Suffix -ynė wird besonders häufig zur Bezeichnung eines Ortes verwendet, an dem jemand gelebt hat oder noch lebt. Hier wird es gewöhnlich an Familien- oder Vornamen angefügt, z. B.: Dubickýnė „Ort, an dem Dubickas gelebt hat; ehemaliger Wohnsitz (Hof) von Dubickas“, Glytýnė „Ort, an dem Glytas gelebt hat“, Jakubauckýnė, Žilinkýnė, Antanýnė, Jonýnė, Justinýnė. Erwähnenswert ist der Name des Baches Kliokýnė KzR.
Es kommen auch Wörter mit dem Suffix -ynė mit anderen Bedeutungen vor, z. B.: gegužýnė nj. „Maifeier“, lupýnė Grl. || lupýna, mėlynė „1. blaue Beere“: Heidelbeeren oder Rauschbeeren – ist mir egal Gs. „2. eine geprellte und blau verfärbte Körperstelle“, riešutýnė: Er kletterte in den Nussbaum – den Baum, an dem Nüsse wachsen Ūt., rūškýnė Gs., Klvr. || rūkštýnė Gs.
13. -onas, -ona. Mit dem Suffix -onas gibt es mehrere nomina agentis verschiedener Herkunft und Bildungsweise, z. B.: šiaušiónas || šiaušiõnas „struppiger Kerl“: Aufgeblasen wie irgendein Struppiger Gs., nevidõnas (veraltet) „Übeltäter, Schurke“, galgõnas (veraltet) „Schwätzer“.
Konkrete Substantive (gewöhnlich von Substantiven und Verben gebildet) gibt es ebenfalls nur wenige, z. B.: dirvónas „brachliegendes [Feld“: Die bewachsenen Brachfelder stehen noch aus der Zeit vor dem Krieg Nm., márškonas „Leinentuch“, vilnonas „Wollstoff“: Wir haben allerlei Gewebe – Leinen- und Wollstoffe Gs., žiūrónas „Vorrichtung zum Schauen“, lavónas „Leichnam“.
Mit -onas kommen auch Familiennamen vor, z. B.: Āšmonas, Ārmonas VIkv., Čiaučionas Gs.
Es gibt nur zwei Adjektive: geltónas, raudónas, Fem. geltóna, raudóna || geltónė, raudoná.
Mit dem Suffix -ona kommen Ortsnamen vor, z. B.: Lieponà || Lieponūà selten „linker Nebenfluss der Alten Schirwinta“ Kbr., Jevonà selten || Jevónis häufig „linker Nebenfluss der Zanila“ Pjv.
14. -onis, -onė; -onius, -ė. Mit dem Suffix -onis, Fem. -onė, gibt es mehrere Substantive verschiedener Herkunft, z. B.: krikščiónis || krikščionis, ligónis, miestiónis || miestiónis, pagonis, velionis nj. Hier vermischen sich i- und ja-Stämme (Wörter mit i-Stamm haben gewöhnlich Endungsakzent). Es kommen, vor allem im Padūžkis-Dialekt der Kapsai, auch Familiennamen mit -onis vor, z. B.: Baniõnis, Masiõnis.
Adjektive mit dem Suffix -onis, Fem. -onė, gibt es nur wenige: márškonis „aus Leinen“, vilnónis „aus Wolle“: Ein Wollkleidungsstück ist wärmer VIkv. Hier ist auch das substantivierte Adjektiv gražiónis, -ė „Schöner“ zu erwähnen: Der junge Mann ist ein echter Schöner VIkv. Sie war so eine Schönheit, und keinen solchen hat er bekommen Gs.
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Bei den Substantiven mit dem Suffix -onė (abstrakter und bisweilen konkreter Bedeutung sowie unterschiedlicher Bildung und Herkunft) sind zu nennen: abejonė „Zweifel“, malonė, šarvonės: Vieną dalukę dėjo an durų, kitą užmetė an nabašnyko, o trečią užmetė an šarvonės Plut., vakarónės: Prieš veseliją būna vakarónės Ut. Iš vakaro (prieš vestuves) būna vakarónės Ig., vilionė „Verlockung, Verführung“: Usima su visokiom vilionėm – ka tik pinigą iš kitų ištraukė VIkv.
Mit dem Suffix -onius, -ė ist lediglich das Adjektiv geltonius, -ė belegt: Tas geltonius jurginas gražei auga VIkv.
15. -ūnas, -ūnė; -ūna. Mit dem Suffix -ūnas, Fem. -ūnė, werden überwiegend verbale Nomina agentis gebildet, z. B.: gėrūnas „jemand, der gern und viel trinkt, Trunkenbold“: Tokia gėrūnų giminė, tai nieko i neturi Gs., lepūnas „Verzogener“, rijūnas „Vielfraß“, pagyrūnas „Prahler“, pataikūnas „Schmeichler“, pavydūnas „Neider“: Nereik būt tokiam pavydūnui Žal., perėjūnas || perėjūnas, ristūnas „Pferdchen“ (Dim.) Plv., žinūnas „Kenner“. Von ihnen hebt sich malūnas nj. ab.
Unter den mit dem Suffix -ūnas, Fem. -ūnė, von Adjektiven oder Zahlwörtern abgeleiteten Substantiven sind die allgemein bekannteren zu nennen: dykūnas: Nieks nenor laikyt tų dykūnų Plv., drasūnas, pirmūnas nj. Bei diesen weicht die Akzentuierung von didžiūnas „Großgrundbesitzer“ ab. Eine substantivische Ableitung ist galiūnas: Įveikė didžiausius galiūnus Gs. Hier sind außerdem zwei gemeinsprachliche Wörter zu nennen: karaliūnas (ps.), perkūnas.
Das Suffix -ūnas ist bei Eigennamen (Familiennamen und von Familiennamen abgeleiteten Ortsnamen) weithin bekannt, z. B.: Dapkūnas, Gailiūnas Grš., Milčiūnas, Miliūnas, Tamošiūnas, Balčiūnai k. VIkv., Rėčiūnai k. Kbr. Wie zu sehen ist, werden sie mit stoßender Betonung akzentuiert, obwohl auch Fälle mit fallender Betonung vorkommen, z. B. Bradūnas pvd. Alvt.
Mit dem Suffix -ūnė sind zwei Substantive mit fallender Betonung belegt: alkūnė, viršūnė, aber galūnė.
Mit dem Suffix -ūna ist zvogūna scom. „Schwätzer, Klatschmaul“ belegt: Nusibosta má tas zvogūna Gs.
16. -ainas, -a, -ainis, -ainė. Mit dem Suffix -ainas ist lediglich das Adjektiv apvalainas, -à „rundlich“ bekannt: Apvalainas, kap žirnis VIkv.
Neben apvalainas sagt man bisweilen auch apvalainis, -ė.
Mit dem Suffix -ainis gibt es in der Mundart neu entstandene Substantive, z. B.: saldainis || saldainė, sausainis.
Mit -ainė sind zu nennen: ašakainė: Per karą gerai bo ir ašakainė duona su ašakomis Grš., molainė „Lehmstelle“: Aplink mus daugiau molainė Alvt., pakarainė: Tą jų mergaitė tikra pakarainė pajodžarga, visur karstosi Grl., plepatainė „Schwätzer“ Alk., šilainė „sandiger Boden (wo früher ein Kiefernwald war)“, Ragainė mst., telekainė „dick gewordene Suppe“: Šiandien tai jau visai iš kukulių telekainė pasidarė Būbl., žabažainė: Tur būt, negerai duoną nukepet – tokia žabažainė (bröckelig, geschmacklos) Gs. Wie aus den Beispielen hervorgeht, sind diese mit dem Suffix -ainė gebildeten Substantive substantivierte feminine Adjektivformen.
17. -iena, -ienas. Mit dem Suffix -iena werden überwiegend Substantive zur Bezeichnung von Tierfleisch gebildet, z. B.: antiéna, aviena, jautiena, paršiena, žąsiena. Hierher gehört auch: gyvulienė: Aš tos gyvulienos nė po akių nekenčiu Ss., žmogiena: Kas čia žmogiena smyrda? Vv.
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Auch wird das Suffix -iena häufig zur Bezeichnung eines Ortes verwendet, an dem Getreide wächst, z. B.: avižiena, dobilieną, kvietiena, rugiena.
Daneben gibt es auch Wörter mit -iena in verschiedenen Bedeutungen, z. B.: mėnesieną, naujieną, pirmieną „das erste Mal“, šviežieną „alles, was frisch ist; frisches Fleisch“: Jam bile tik šviežieną Gs., žardieną „Stelle, an der früher ein žardis stand“.
Alle hier angeführten Beispiele werden, wenn auch seltener, auch auf dem Suffix betont (avižiena, mėnesiena).
Mit dem Suffix -ienas gibt es nur die folgenden Substantive: balžienas, blakstienas, kamienas „Stamm (eines Baumes)“.
18. -ienis, -ienė. Das Suffix -ienis, feminin -ienė, kommt nur in einem einzigen seltenen Wort (Adjektiv) vor: draiskalėnis „zerlumpt, zerrissen“: Draiskalėnei marškinėi Vlkv. Apsiavus tokiom draiskalėnėm puspančekėm Gs.
Bei Substantiven ist das Suffix -ienė recht häufig. Es wird sowohl mit fallender als auch mit steigender Intonation betont. Das mit steigender Intonation betonte Suffix -ienė bezeichnet vor allem bestimmte Speisen und Gerichte, z. B.: bulvienė „Kartoffelsuppe“, gručkienė „gručkų-Suppe“: Gručkienė vienam kvėpia, kitam smirda Plv. Gručkienės privirė, o niekas jos nenor Gs., kruštienė „Grütze aus zerstampfter Gerste oder daraus gekochte Suppe“, lapienė „Blättersuppe“, obuolienė „Apfelbrei“, pautienė Gs. || pautienė: Früher sagte man „pautienė“, jetzt aber schon „kiaušinienė“ KzR., sausienė „ein Gericht aus getrockneten Kartoffeln“, tarkienė „Brei aus geriebenen Kartoffeln“, žirnienė „Erbsensuppe“.
Außerdem gibt es einige Wörter mit abwertender Bedeutungsnuance, etwa: gaiželienė || gaižalienė Alk. „saures Gericht, etwas Saures“: Jų duona vis tokia gaižalienė neišrūgus, neiškepus Brt. Tokia gaiželienė tas jos viralas Brt., grūdienė „Gedränge, dichtes Gedrängel“: Manai, ka per tokią grūdienę gali ką pamatyt Žvr. || grūdelienė: Negali prieit — baisi grūdelienė Kt., gurgulienė „schlechte Suppe“: Ka gurgulienės neprigurguliuoja, tai kap nevalgęs tas senis Gs., kamšalienė „Gedränge, Stau“: Tę tokia kamšalienė, ka nė eit nesinori Alk., maišatienė „Durcheinander“, makalienė „Matsch“ Gs., pairienė „Unordnung“ Brt., vakarienė.
Mit fallender Intonation wird das Suffix -ienė in einigen Wörtern verwendet, die Frauen und Ehefrauen sowie weibliche Tiere bezeichnen, z. B.: dėdienė, karalienė, vilkienė (ps.), Antanienė „Antanas’ Frau“, Jonienė, Petrienė, Bylienė, Kaminckienė. Weibliche Familiennamen, die von Männernamen der ersten Akzentklasse abgeleitet sind, werden nicht auf dem Suffix betont, z. B.: Dapkūnienė, Linkūnienė, Petraitienė.
Wird das Suffix -ienė an zweisilbige Wörter mit u-Stamm angefügt, entsteht meistens das Suffix -uvienė; bei Gattungswörtern, z. B.: dėdžius: dėdžuvienė, kailius: kailiuvienė, puodžius: puodžiuvienė, tūpkus: tūpkuvienė „eine, die herumhockt, sich duckt“; bei Familiennamen, z. B.: Balānius: Balāniuvienė || Balanienė, Būt kus: Būtkuvienė, Čėrnius: Čėrniuvienė Ūt., Seńkus: Seńkuvienė, Šalčius: Šalčiuvienė Grl., Šniečkus: Šniečkuvienė Būbl, Šaūkščius: Šaūkščiuvienė Ūt., aber Katilius: Katilienė Gs.
In KpIIr (N. Ūta, Pašlavantis u. a.) sagen ältere Leute auch in weiblichen Familiennamen anstelle von Ik -uvienė, -ienė die Form mit -e, z. B.: Mikušaukė, Paplauskė.
19. Verschiedene Suffixe mit dem Konsonanten -n-. Neben den bereits beschriebenen kommen vereinzelt auch Wörter mit anderen Suffixen mit dem Konsonanten -n- vor, z. B.:
a) -enys. Dies ist das Suffix einiger Pluralnomen, z. B.: kepenys, krėkenys „die fettreiche, dicke Milch einer Kuh unmittelbar nach dem Kalben“, smegenys.
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b) -uonys, -uonia. Das Suffix -uonys findet sich wohl nur in zwei Wörtern anstelle des seltener verwendeten -uonis: gyvūnys (gyvūnio) || gyvūonis, geluonys (geluonio).
Mit dem Suffix -uonia || uonė ist auch der Fluss Sūduonia || Sūduonė Ldyn. erwähnenswert.
c) -enija: nešėnija „Mode, nešėnė“. Nešėnijos verändern sich rasch Gs.
d) -ekšnis: ožekšnis botan. „Evonymus“: Ožekšnei wachsen wohl auf den Feldern Vilkv.
e) -ukšnis: šermukšnis: Wenn es Vogelbeeren gibt, wird es nächstes Jahr Weizen geben Plv.
f) -urna: pikčiurna „jemand, der sehr zornig ist, ein Miesepeter“: Leg dich nicht mit diesem Miesepeter an Gs.
g) -tena: rietenos „Streit, Zank“, sviltenos „Angebranntes“: Svíltenom riecht man schon von Weitem Gs.
h) -enčena: skrebenčena „ungepflegter, nachlässiger Mensch“: Schau, wie ungepflegt diese Haushälterin ist Br.
X. Suffixe mit -p-
-opas, -a. Dies ist ein adjektivisches Suffix. Es gibt nur einige wenige Beispiele damit; andere, obwohl sie dem Dialekt nicht fremd sind, kommen nur sehr selten vor. Bekannter sind beispielsweise lediglich: dešim-teriópas, -a „zehnmal so groß“: Sie prahlen damit, in Vilkv. die zehnfache Ernte eingefahren zu haben; dvejopas, -a „zweifach“: Sie gab zweierlei Speisen Gs. Außerdem vergleiche die Adverbien: Dvejópai schreibt sie — stehend und liegend Gs. Dešimteriópai i šimteriópai vergalt er Žal.
XI. Suffixe mit -r-
1. -ra, -(s)ras. Mit dem Suffix -ra gibt es das eine oder andere Substantiv verschiedener Bedeutung, z. B.: kaitrā „Hitze“, kimbra „vertrockneter, verkümmerter Mensch“: Diese Stute ist über den Winter zu einem richtigen kimbra geworden Būbl., skiedrā.
Das adjektivische Suffix -ras, Femininum -ra, ist im Schwinden begriffen und geht in das Suffix -rus über (siehe weiter unten). Bekannter sind lediglich diese Adjektive: gùdras, miškras, tikras, žydras. Außerdem gibt es noch das eine oder andere Beispiel aus anderen Wortarten mit dem Suffix -ras, z. B.: nasrai: Kat i nasrai — kap kokio žiovanasrio! „er schreit sehr laut“ Gs.
Mit dem Suffix -sras, Femininum -sra, ist bei den Adjektiven nur timšras bekannt: Timšrā kumelė „dunkelbraun und rot“ Gs. Auch Substantive mit -sras gibt es nur in einem einzigen Fall: gaisras.
2. -rus, -i. -rus, Femininum -ri, ist ein vergleichsweise recht lebendiges Adjektivsuffix, das das Suffix -ras verdrängt, z. B.: aitrūs, aštrūs, ėdrūs, gudrūs, judrūs (außerdem vgl. Jūd-rė upl. KzR), kaitrūs: Birkenholz ist ein sehr hitziges Brennholz Plv., kantrūs, sukrūs „gut gedreht“: Stark gedrehte Fäden halten besser Gs.
3. -ara, -aras. Mit dem Suffix -ara sind beispielsweise zu erwähnen: vāsara, žaīžara || žaīžaras Vilkv. || žiežera Gž. „jemand mit aufbrausendem, jähzornigem Wesen“: Fass das nicht an, du žaīžaros Gs.
Das Suffix -aras ist ebenfalls nicht zahlreich belegt. Zu erwähnen sind nur: stagaras „Stängel, Halm“: Die Kleeblütenköpfe sind abgefressen, nur die Stängel sind übrig Gs., stábaras „Stängel, Stoppel“: Warum stehst du da wie ein stábaras, steif und unbeweglich Gs., vākāras, žāgaras Gs., Vilkv. || žābaras Gs., Nm. „großer Frosch“.
Aus der Gegend um Naujoji Ūta habe ich von alten Leuten añtaras, katarās gehört, bei denen das Suffix möglicherweise -taras ist.
4. -eris, -erys. Mit dem Suffix -eris gibt es das eine oder andere Wort mit jp-Stamm verschiedener Bedeutung und Wortbildung, z. B.: plėperis „1. Schwätzer, redseliger Mensch“: Diese Alte ist eine schreckliche plėperis Gs. „2. ein derart klappernder Wagen“: Es ist peinlich, mit so einem plėperis zu fahren Alk.
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Mit -erys sind nur bekannt: ašerys KpII || ešerys zan., šemerýs: Kartus kap šemerýs VIkv.
5. -orius. Mit dem Suffix -orius kommt vereinzelt das eine oder andere Hybridwort oder ein Nomen agentis fremder Herkunft vor, z. B.: dainõrius „Sänger“, drūtõrius „Starker“: Drūtõrius vyras buvo Būbl., dūdõrius, giedõrius. Manchmal wird auch die weibliche Form verwendet: Acirado, mat, giedõriuvienė Gs.
6. -uras. Mit diesem Suffix gibt es einige Substantive, z. B.: pūmpuras „Knospenansatz“: Išsiskleidė ka pūmpuras VIkv., skūduras „Lumpen“, stūburas „Wirbelsäule“: Negaliu acitiest per stūburą Žal.
7. -urė, -erė. Mit dem Suffix -urė, -erė seien beispielsweise folgende Substantive erwähnt: kepūrė, kosurė Gs., Plv. || koserė VIkv. || goserė Lbv. „Kehle (meist abwertend)“, skiauturė || skiauterė selten: Raudonas kab gaidžio skiauturė Gs.
8. -urys. Mit diesem Suffix gibt es Substantive verschiedener Bedeutungen, z. B.: dūburys „kleiner tiefer See“, gomurys, smūdurys „Schläfrigkeit, Schlaf“: Šiltam kambary grėčiau snūdurys ima Plv., stimburys „haarloser Teil des Schwanzes“, šūkurys „Strudel“, ungurys, vyturys: Anksčiausia vyturei parlekią VIkv.
9. Verschiedene Suffixe mit dem Konsonanten -r-. Es gibt noch weitere Suffixe mit dem Konsonanten -r-, z. B.:
a) -ris, -rys: gūngris „gebogener Ast, der als Bootsgerüst dient“: Nedidelė valtis, tai tik su trim gūngreis VIkv., stuobris || stuobrys „Stamm eines abgebrochenen Baumes“: Ko stovi kap stuobrys? Gs., Vỹgris ėž. Klvr.
b) -era: klėdera „1. ein verbogenes Gerät, 2. ein schiefer Mensch“: Ką norėt iš tokio klėderos Gs.
c) -uris: mentūris „ein bestimmtes Gerät zum Umrühren von Brei“, smagūris || smagūrius „Naschkatze“: Duotum šaukštu į kaktą tam smagūriui, tegu nelenda Žal.
XII. Suffixe mit -s-
1. -sas, -sa. Von den Substantiven mit dem Suffix -sas sind zum Beispiel zu nennen: balsas, raupsai: Raupsai war eine schwere Krankheit VIkv.
Das Suffix -sas, Fem. -sa, kommt in einzelnen Adjektiven vor, z. B.: skersas, liesas nj.
Außerdem werden mit dem Suffix -sa Nomina agentis des gemeinsamen Geschlechts gebildet, z. B.: knėpsa „jemand, der wenig isst (z. B. ein Kind)“: Duotum, rodos, per nagus tam knėpsai (kad nevalgo, o tik knibinėja) Gs., murkša „jemand, der mürrisch und schweigsam ist“, vėpsa selten „Dummkopf, einfältiger Mensch“.
2. -sus, -si. Das Suffix -sus, Fem. -si, kommt in Adjektiven vor, z. B.: skalsūs: Es scheint, wir bekommen ziemlich viel, aber dieses Geld reicht überhaupt nicht VIkv., tamsūs: Sie haben alle dunkle Gesichter Gs.
3. -ėsa, -ėsai, -ėsis. Mit dem Suffix -ėsa ist plevėsa „Landstreicher, unzuverlässiger Mensch“ zu nennen: Sakiau, ka nesusidėk su tuo plevėsa Nm.
Mit -ėsai werden pelėsai VIkv., svilėsai „Anbrennen, angebrannte Essensreste“ Gs. bezeichnet (häufiger: pelėsei, svilėsei).
Mit dem Suffix -ėsis sind bekannt: gardėsis „etwas Schmackhaftes, eine schmackhafte Speise“: Žiūri, ka tik kokį gardėsį nčiupt Gs., griuvėsis, pelėsis, puvėsis. Diese Wörter werden häufiger im Plural verwendet. Vgl. auch: Pelėseis a puvėseis aciduoda — vis tas pac VIkv.
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4. -esys, -esis. Mit dem Suffix -esys sind folgende Wörter zu nennen: a) Abstrakta: bildesys „das Dröhnen“, elgesys, ilgesys; b) Bezeichnungen konkreter Dinge: debesys, triobesys „Bauernhaus, Gebäude“, aber ėdesis „Futter“: Was ist das für ein Essen – Schweinefutter Plv.
XIII. Suffixe mit -š-
1. -šė. Mit dem Suffix -šė kommen vereinzelt feminine Wörter mit einer bestimmten abwertenden Bedeutung vor, z. B.: bóbšė „Großmutter, altes Weib“, mer̆kšė „schlechtes Mädchen oder junge Frau“: Aber wie ungezogen diese merkšės sind Nm., nabā̆kšė (: sl. nabā̆gas) „arme Frau“: Was soll die arme Frau machen – sie muss gehen Vinkš.
2. -išius. Dies ist ein recht produktives Suffix, das auch für die beschreibenden Dialekte charakteristisch ist, insbesondere für die Kapsai. Es bezeichnet Personen mit einer bestimmten negativen Eigenschaft, z. B.: godišius „ein gieriger Mensch“: Man kann solche Gierhälse nicht satt bekommen Gs., mergišius „Mann, der Mädchen nachstellt“, kiaulišius „unhöflicher, nachlässiger, schweineartiger Mensch“, kvailišius „ziemlich dumm, halb dumm“, nuogišius „Nackter“: Wie frieren die Nackten denn nicht? Plv., vagišius „kleiner Dieb“. Vgl. auch die Nachnamen Juodišius Brt., Martišius Pjv.
3. Verschiedene Suffixe mit dem Konsonanten -š-. Es kommen noch, wenn auch selten, weitere Suffixe mit dem Konsonanten -š- vor, z. B.:
a) -šas: dripšas „kleiner Tropfen“, niekšas.
b) -šius: dripšius: Er geht wie irgendein dripšius Gs.
c) -aša: Lašāša „rechter Nebenfluss der Jiesia“ Šil.
Hierher gehört auch das Wort kundūšas unklarer Herkunft, „Bündel“: Wir stiegen alle mit unserem ganzen Kram aus dem Wagen Grš.
XIV. Suffixe mit -t-
1. -(s)tas, -(s)ta. Mit dem Suffix -tas, feminin -ta, sind zunächst die Ordinalzahlen zu nennen, z. B.: penktas, šeštas, devintas: „Er ist so verwandt wie das neunte Wasser vom Kisielius“ Vlkv.
Dieses Suffix wird häufig zur Bildung passiver Partizipien der Vergangenheit verwendet, z. B.: gautas, muštas, paliktas, palieptas, pakištas. Vgl.: Früher sagte man, dass man für einen Geschlagenen zehn Ungeschlagene gebe Br.
Mit dem Suffix -tas gibt es auch Adjektive, z. B.: baltas, lėmtas „nicht schlecht“: „Die Zeiten sind nicht gut geworden“ Gs., rimtas, rist as „Pferd“ (d.), šaltas. Viele Bildungen dieser Art sind zu Adjektiven gewordene passive Partizipien der Vergangenheit.
Mit dem Suffix -tas gibt es Substantive unterschiedlicher Bedeutung und Herkunft, z. B.: grāštas, kāltas, krañtas, liẽntas, plūoštas: „Ich bekam einen Haufen (viel) Geld“ Žal., rūoštas: „Von unserem Vorrat werden wir auch kosten“ Gs., sietas, šlaitas.
Das Suffix -ta dient zur Bildung femininer Substantive, z. B.: geltà „Gelbsucht“: „Ist sie etwa nicht an Gelbsucht erkrankt, dass sie so gelb aussieht?“ VIkv., juosta, lakta „1. Brett neben der Öffnung eines Bienenstocks oder Vogelnistkastens, auf dem die Tiere hinaus- und wieder hineinfliegen und landen, 2. Stangen, auf denen sich alle zum Schlafen niederlassen“, našta, plutà, srutà (gewöhnlich im Plural srūtos), Aistà „rechter Nebenfluss der Širvinta“ Brt., Pentà „rechter Nebenfluss der Nova“ Grš.
Mit dem Suffix -stas gibt es ein gutes Dutzend Substantive, z. B.: krauštas (gewöhnlich im Plural krauštai) „kleiner beweglicher, zu transportierender Gegenstand“: „Die Ecken sind voller allerlei Sachen“ Gs., kūpstas, pagrėpstai „zusammengerechtetes, auf den Feldern liegengebliebenes Getreide“: „Wir haben das Getreide eingefahren, nur die zusammengerechten Reste sind geblieben“ Alk.
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Nach k lautet das Suffix -stas, feminin -sta > -štus, -šta, z. B.: lūkštas: „Das Eis ist dünn wie eine Eierschale“ Žal., minkštas, -a.
2. -(s)tė. Mit dem Suffix -tė kommen einige Substantive vor, z. B.: gniūštė „geballte Finger; in der Hand zusammengedrückter Klumpen“: „Die Faust ist schon so groß wie die eines Mannes“ Vikv. „Er traf sie mit einem Schneeball direkt auf die Stirn“ Gs. „Eingetrocknet wie ein Klumpen“ Gs., grįštė „speziell gedrehter und gebundener Flachsbund“, kirptė „Mädchen mit kurz geschnittenem Haar“: „Oh, wie hässlich ist doch dieses kurzhaarige Mädchen“ Alk., pasóstė „Wagensitz“, prijuostė.
Mit dem Suffix -štė gibt es nur folgende Wörter: bõpštė || bõpšė „Weib (abwertend), Weibchen“, rėkštė „rekštė, rekštė“ Klvr., Laikštė „rechter Nebenfluss der Šešupė“ Kps.
3. -(s)tis. Das Suffix -tis wird überwiegend zur Bildung femininer Abstrakta (Genitiv Singular -ies) verwendet, z. B.: gaištìs „Verzögerung, Zeitverlust“, grauštìs „Kummer, Herzeleid“: „Wenn mich Kummer überkommt, weiß ich nicht wohin mit mir“ Bgt., grūstis „Drängen“, įtartìs „Verdacht“: „Da kam ein Verdacht über ihn“ Gs., kliūtìs „Stolpern, Hindernis“, klotìs „Glück“: „Man wünschte ihm viel Glück“ Vikv., mirtìs, papjūtìs „Not“, paspirtìs „Unterstützung, Hilfe“, pažintìs, pragaištìs „Sorge, Untergang“: „Nur Ärger mit diesen Hühnern“ Žal.
Mit dem Suffix -tis gibt es auch konkrete feminine Substantive, z. B.: gniáuštis || gniúštis: „Sie drückte es mit der Faust (mit der Faust) zusammen, als wären es Zangen“ Plv. „So kurz — nur eine Handvoll“ Gs., kártis, klėtis, nýtis (gewöhnlich im Plural nýtys), padėtis „Lage“: „Du hast viele Sachen, aber keine gute Lage“ Gs., péntis, skiltis, svirtis, žiótys „1. Maul, 2. Teil eines Webstuhls“.
Zu den maskulinen Substantiven (Genitiv Singular -čio) mit dem Suffix -tis gehören: dánktis, kàmštis, keltìs „die erhöhte Stelle auf dem Fußrücken“, lañktis „Vorrichtung zum Aufwickeln von Garn“, raikštis (< raĩštis), ramštis „Stütze, an die man sich anlehnt“, sámtis.
Mit dem Suffix -stis (-štis) gibt es nur einige feminine Substantive (Genitiv Singular -ies), z. B.: nuotarstis || nūotarstis Plv. „Verdacht, Verleumdung“, rūkštis, sprūstis „Gedränge, Sich-Zusammendrücken“: „Es sind viele Menschen da — ein furchtbares Gedränge“ AžB.
Bildungen dieser Art kommen gelegentlich auch als maskuline Substantive (Genitiv Singular -čio) vor, z. B. slėnštis.
4. -(s)tus. Das Suffix -tus kommt nur in vereinzelten Substantiven oder Adjektiven vor, z. B.: lytùs || lietùs Brt., glitùs, -i „klebrig, glatt“: „Diese Pilze sind so glitschig“ Plv.
Mit dem vor -tus eingeschobenen Konsonanten š, der nach k, g, p aus s entstanden ist, also mit dem Suffix -štus (< -stus), sind zu nennen: baikštùs „ängstlich“, baukštùs „ängstlich, furchtsam“, darpštùs „arbeitsam“, grakštùs „biegsam“, kruopštùs, rūkštùs, šmaikštùs: Šmaikštūs ka botas Gs.
5. -ata. Mit dem Suffix -ata gibt es etwas mehr geschlechtsübergreifende Nomina agentis, gewöhnlich mit abwertender Bedeutung, z. B.: pliaũškata „Schwätzer, Quasselkopf“, rizata „jemand, der kichert, lacht; Kicherer“: Nustok tu, rizata! Žal., šìpata „jemand, der sich ständig lustig macht“, žìbata „jemand, der ständig kreischt und laut herumtollt“: Jam patinka toki žibatos Gs.
Außerdem gibt es mit dem Suffix -ata einige feminine Substantive konkreter und abstrakter Bedeutung verschiedener Herkunft und Bildung, z. B.: ãdata, plìukata „Schlammloch“: Negali išbrist — baisi pliūkata Alvt., sveikatà, sarmatà.
6. -atis. Mit dem Suffix -atis (Gen. Sg. -ies) kommen deverbal gebildete feminine Substantive vor, z. B.: gaišatìs „Verzögerung“, maišatìs „Verwirrung, Durcheinander, Vermischung“: Užė karai, maišatìs, i tep likau Vikv.
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Gesondert zu erwähnen ist pilnatis, -ies (-čio) || pilnatys „Vollmondphase“: Jau pač pilnatys Gs.
7. -eta, -etas. Beim Suffix -eta sind zunächst Substantive konkreter Bedeutung zu nennen, z. B.: kūpeta „kleiner Heuhaufen“: Boba kap kūpeta ‘stora’ Gs., skėpeta „Kopftuch, Tuch“, šėrpeta „Fetzchen, Hautabschürfung“: No to vėjo rankos vienų šėrpetų Nm.
Das Suffix -eta findet sich auch in kollektiven Zahlwörtern dvėjeta, trėjeta, kėtvėrta, penkėta… ir kėleta, deren maskuline Formen lauten: dvėjetas, kėtvėrtas, trėjetas, penkėtas…, kėletas.
8. -ėtas, -a. Das Suffix -ėtas, feminin -ėta, wird zur Bildung von Adjektiven verwendet. Meist werden mit diesem Suffix Adjektive aus Substantiven des ē-Stamms gebildet; sie bezeichnen das Vorhandensein der im Grundwort genannten Eigenschaft, z. B.: duobėtas „mit Löchern“: Duobėtas kelias – kap tu ir išvažiuosi? Gž., košėtas Topf, kremzlėta || kremzliuota Fleisch, pūslėti Handflächen, raukšlėtas Gesicht, saulėta Tag, skrybėlėtos || skrybėliūotos Mädchen Nm., žolėti „mit Gras bewachsen“: Šįmet labai žolėti linai – nebus ko raut Plv.
Vereinzelt findet sich ein mit dem Suffix -ėtas gebildetes Adjektiv auch aus Substantiven anderer Stämme, z. B.: debesėtas || dažn. debesuotas || debesiuotas Himmel Vlkv., kaulėta Fleisch Grš., molėta „lehmig“ Boden, vasarėta „warm, schön“ Tag Gs.
9. -otas, -ota. Mit dem Suffix -otas, feminin -ota, werden hauptsächlich Adjektive aus Substantiven des o-Stamms gebildet, z. B.: barzdotas „mit großem Bart“: Dabar vėl į madą atė barzdoti vyrai Gs., galvotas „klugen Kopfes“ Person Gs., gyslotos || gysliuotos (selten) Hände Gs., kuprótas Kind, miglóta Tag, putótas: Smarkei važiuovam, tai net putótas „stark erhitztes“ Pferd Vlkv., rasótas Fenster, ūkanota Tag.
Auch aus Substantiven anderer Stämme werden Adjektive mit dem Suffix -otas gebildet, z. B.: dievótas „fromm, gottesfürchtig“, pilvótas „mit großem Bauch“: Kai pagirdai, tai pilvótas veršiuks Žal.
Gesondert zu erwähnen ist augalotas „groß, rasch gewachsen“: Augalotas tas jų vaiks Nm. Hierher gehört außerdem Laukščiotas „Nebenfluss der Jiesia“ Šil.
Das Suffix -ota kommt in Familiennamen vor, z. B.: Aūšrota, Būlota.
Mit dem fremdsprachigen Suffix -avotas, feminin -avota, kommen vereinzelt Lehnwörter oder Hybridbildungen vor, z. B.: durnavótas „halb verrückt, ziemlich dumm“, kiaul(i)avótas „schweineartig“: Na, ir kiaul(i)avótas tu! Gs. Im letzten Beispiel könnte es sich auch um ein zusammengesetztes Suffix einheimischer Bildung handeln. Vgl. das Suffix -ava.
Ähnlicher Herkunft und Bildung ist auch der Ortsname Šilavótas Prn., KzR.
10. -otė. Mit dem Suffix -otė sind folgende Substantive zu nennen: mazgótė „Lappen zum Abtrocknen von gespültem Geschirr“: Ta jų merga tai jau paskutinė mazgótė (labai pasileidusi) Gs., mergiõtė selten „Frau mittleren Alters“, nešiõtė „Kinderfrau – Trägerin“: Aš pas juos už nešiõtę buvau VIkv. Bei deverbalen Bildungen wäre es hier vielleicht genauer, das Suffix -tė anzusetzen.
11. -uotas, -a. Mit dem Suffix -uotas, Femininum -uota, werden vor allem Adjektive aus Substantiven des a-Stamms gebildet, z. B.: kalnúotas: Um Vištytis herum sind die Felder hügelig Vlkv., langúotas Gewebe, mėšliúotos Beine, miltiuotas Sack, sriestúotas Messer.
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Adjektive mit dem Suffix -uotas werden auch aus Substantiven anderer Stämme gebildet, z. B.: debesuotas Grš. ‖ debeciuotas Himmel, dederviniuotas Gesicht, ožiuotas „launisches“ Kind, skrybėliuota „mit einem Hut“ Mädchen, plunksnuotas „mit Federn übersäter“ Sack, skauduliuotos „mit Geschwüren“ Hände, vyžuotas: Früher ging man in Bastschuhen (vyžóti) in Vilkv.
12. -ytis, -ytė. In den beschriebenen Dialekten hat dieses Suffix meist einen vom Schriftlitauischen abweichenden Akzenttyp – den Zirkumflex, mit Ausnahme des Ortsnamens Vištytis.
Das Suffix -ytis wird gewöhnlich zur Bezeichnung sehr kleiner und junger Lebewesen oder kleiner Dinge verwendet, z. B.: antytis (häufiger ančiukas), bliūdytis, brolytís, plaukytis, šunytis, žąsytis. Das Suffix -ytis hat auch eine betont liebevolle Bedeutung. Diese Bedeutung tritt besonders deutlich in zusammengesetzten Diminutivsuffixen hervor.
Mit dem Suffix -ytis, Femininum -ytė, kommt vereinzelt auch das eine oder andere Adjektiv vor, z. B.: mažytis, mažutytis: Die Haare sind so sehr klein Alvt. (Hier liegt auch das zusammengesetzte Suffix -utytis vor.)
Zur Bildung von Substantiven im Femininum mit Diminutiv- und Kosebedeutung wird das Suffix -ytė verwendet, z. B.: akytė, mamytė, mamulytė (hier das Suffix -ulytė), mergýtė, žuvýtė.
Anderer Bedeutung und Bildung sind mazgýtė „Stäbchen, an das beim Beginn des Webens die Fäden gebunden werden“, važýtė selten „das Fahren (Vorgang)“ VIkv.
Das Suffix -ytė kommt mitunter auch in Eigennamen, besonders in Frauennamen, vor, z. B.: Marytė, Onytė. In Familiennamen wurde das Suffix -ytė in der Volkssprache der Kapsai früher nicht verwendet; vielmehr war vor allem das Suffix -ūtė gebräuchlich. Bei den Zanavykai kommt -ytė in einigen Familiennamen neben anderen Suffixen vor, z. B.: Kuraitýtė Grš., Rimosaiýtė ebda., Žiūrai-tytė Žvr.; es wird verwendet, um Töchter offiziell, förmlich und öffentlich zu bezeichnen.
13. -aitis, -aitė. Das maskuline Suffix -aitis ist zur Bildung von Diminutivsubstantiven nicht besonders beliebt – man sagt beispielsweise: aržuolaitis, grįžuolaitis: Aržuolaitis, grįžuolaitis, oben geht der Mond auf (der Flachs blüht) Ss., gaspadoraitis (veraltet), kepalaitis, vežimaitis.
Häufiger wird das feminine Diminutivsuffix -aitė verwendet, z. B.: eglaitė, kiaulaitė, kumelaitė, mergaitė, niekotaitė Būbl., obelaitė, pušaitė.
Wie aus den Beispielen ersichtlich, werden die Suffixe -aitis, -aitė in Bildungen dieser Art mit Zirkumflex akzentuiert und unterscheiden sich dadurch vom Schriftlitauischen. So akzentuieren heute die Kapsai und teilweise auch die Zanavykai. Die ältere Akzentuierung ist in den beschriebenen Dialekten überall noch in den Familiennamen von Männern (siehe unten) und in dem einen oder anderen Ortsnamen erhalten, z. B. Keklaitis „Nebenfluss der Jiesia“ Iš.: Keklyš „Nebenfluss der Rudė“ Vv.
Wörter mit dem Suffix -aitis, Femininum -aitė, die Zugehörigkeit oder andere Bedeutungen ausdrücken, sind zu erwähnen: aukštaitis, giminaitis, jaunikaitis (kein Femininum), karaliūnaitis (in Märchen), našlaitis, žemaitis.
Das Suffix -aitis wird besonders bei den Zanavykai auch in Familiennamen von Männern verwendet, z. B.: Jókūbáitis, Kalváitis ‖ Kálvaitis, Kuráitis, Vaičiuláitis. Es ist zu beachten, dass einige Familiennamen mit dem Suffix -aitis im Dialekt verkürzt werden, z. B.: Brazáitis — Brazýs, Mekšráitis — Mekšras, oder ein anderes Suffix erhalten, z. B.: Paršáitis — Paršiukas, Mergáitis — Mergėlis.
In Familiennamen von Mädchen und unverheirateten Frauen ist das Suffix -aitė in der Volkssprache nicht üblich – hierfür verwendet man gewöhnlich das Suffix -ūtė. Das heute neben anderen Suffixen vorkommende -aitė, z. B.: Bartkaitė (: Bartkus) Grš., Jablonckaitė VIkv., Juškaitė Nm., Kazlauckaitė Grš., wird in förmlicher, öffentlicher Anrede verwendet. Vgl. XIV 12.
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Mit dem Suffix -aitė sind gesondert die Wörter savaitė „Woche“ nj. und tarnaitė „Dienerin“ psn. zu erwähnen, die keine Verkleinerungs- oder Kosebedeutung haben.
14. -ietis, Fem. -ietė. Obwohl diese Form nicht sehr gebräuchlich ist, werden damit beispielsweise giminietis „Verwandter“ und kaimietis „Dorfbewohner“ gebildet. Zur Kennzeichnung der Herkunft und des Wohnorts verwenden die Kapsai und Zanavykai neben anderen Suffixen mit dieser Bedeutung auch -ietis, -ietė, z. B.: kaunietis, šakietis, vilkaviškietis, vilnietis „Einwohner der Stadt Kaunas, Šakiai, Vilkaviškis bzw. Vilnius oder ihrer Umgebung“.
Mit dem Suffix -ietis, -ietė sind auch die Wörter avietė „Himbeere“, vokietis || meist vokietys „Deutscher“ zu erwähnen: Vadinam: „vokietys“ i „prūsas“ Gs.
15. -utas. Mit dem Suffix -utas gibt es einige Substantive mit konkreter Bedeutung, z. B.: ąšutas „Haar aus dem Schweif oder der Mähne eines Pferdes“, degutas „durch das Brennen von Birkenrinde gewonnenes Pech“. Smirda kab degūtas Br., kalakūtas „Truthahn“, riešūtas „Nuss“: Kietas kap riešutas VIkv.
Mit dem langen Suffix -ū- gibt es den Dorfnamen Opšrūtai ~ Obsrūtai Plv.
16. -utis, -utė. Mit dem Suffix -utis werden einige Nomina agentis gebildet, meist solche des gemeinsamen Geschlechts, z. B.: barškutis „Klapperer, jemand, der klappert“: Nustok, jau nustok tu, barškuti! Plv., ieškutis „Suchender“: Ar jau pamatei tu, ieškuti? Gs., pliuškutis „alberner, leichtfertiger Mensch oder albernes Kind“, purškutis „jemand, der schnell wütend wird und schimpft“, taškutis „Schwätzer, Plauderer“, traukutis „zusammengeschrumpfter Mensch“.
Mit dem Suffix -utis gibt es auch Wörter mit anderen konkreten Bedeutungen, z. B.: barškūtis „Klapper, Rassel“: Vaikam tai bile tik koks barškutis Žal., likūtis „Rest“, pinūtis „Latte für einen Zaun aus Zweigen (pinučiai)“ || pinučė „Zaun aus Zweigen“, spurgūtis: Pravertė blakstienas, o vė spurgūčei, pūlių yra Būbl., sukūtis „Werkzeug zum Drehen von Stricken“, žibūtis „leuchtendes kleines Ding und Spielzeug“, traukūtis bot. „Wegerich, Breitwegerich“.
Hier sind auch zu erwähnen: kriūkūtis „verhärteter, geronnener Klumpen“, slogūtis „im Schlaf drückendes Gefühl der Beklemmung“, vasarūčėi „Sommerweizen“.
Das Suffix -utis, Fem. -utė, wird häufig mit Verkleinerungs- und Kosebedeutung verwendet (bei Substantiven und Adjektiven), z. B.: alūtis, kampūtis, lytūtis || lietūtis Ss., vaikūtis, zuikūtis; avūtė, dukrūtė Grl., galvūtė, girūtė, karvūtė, lapūtė, rankūtė, šakūtė; didūtis, -ė: Auk didūtis, būk greitūtis (zu einem kleinen Kind gesagt) Gs., gerūtis, -ė, greitūtis, -ė: Adbėga greitūtė (über eine Maus) Alvt., jaunūtis, -ė, mažūtis, -ė, silpnūtis, -ė, žemūtis, -ė. Vgl. ferner: Svočiūtė, pumpurūtė, graži tavo kepurūtė (Lied). Alvt. Buvo diedūtis ir bobūtė (Märchen). Alvt. Ainam polkūtę sušokt KzR. Nor laukūčių (nach draußen) ait mergelė VIkv.
Das Suffix -utis, -utė wird auch in den Nachnamen von Jungen oder unverheirateten Männern und Mädchen oder jungen Frauen verwendet, gewöhnlich dann, wenn der Nachname des Vaters auf einen Stamm auf -a, -o oder -u mit dem auslautenden Konsonanten k oder g zurückgeht, z. B.: Marcinkūtis Kbr., Mickūtis Dkš., Paplauc-kūtis Kps., Ramanauckūtis VIkv., Tarnauckūtis Grš. (: Marciñkus, Mičkus, Paplàuckas, Ramanáuckas, Tarnáuckas). So werden Kinder und familiär auch erwachsene unverheiratete Männer bezeichnet.
-utė wird vor allem im Dialekt kpllr (Pašlavantis, Garliava, Išlaužas) verwendet: Juockutė, Mickutė, Mikalauckutė, Peckutė, Repeckutė, Striupkutė¹⁴. Die Form kommt auch bei den Zanavykai vor, z. B.: Bartkūtė Būbl., Grš., Jablonckūtė Plb., Kazlauckūtė Grš.
14 Auf dem Friedhof von Naujoji Ūta stand 1957 auf einem Grabstein die Inschrift Mickevičiūtė.
12. Leksikos tyrinėjimai
177
Hier wird das Suffix -utė (und -ukė) hauptsächlich zur Bezeichnung kleiner Töchter verwendet, aber auch erwachsene Mädchen werden so genannt.
Mit dem Suffix -utė ist besonders zu erwähnen: bėdutė || bėda „zweirädriger Wagen“: Važiuosim su bėdute Br., imkutė „das Nehmen beim Nähen“. Imkutės reikėjo įsiūti, būtų gražiau stovėję Grš., žibutė „Leberblümchen“.
17. -ūtė. Das Suffix -ūtė mit einem davorstehenden weichen Konsonanten ist in den beschriebenen Dialekten typisch für die Familiennamen von Mädchen und unverheirateten Frauen, die aus Männerfamiliennamen aller Stämme gebildet werden, z. B.: Blažiūtė, Eidikiūtė, Glyčiūtė, Jakubauckiūtė, Luišiūtė, Šilingiūtė, Šniečkiūtė, Viltrakiūtė, Žiev(i)ūtė, Žukauckiūtė: Blažys, Eidikys, Glytas, Jakubáuckas, Lūšis, Šilingas, Šniečkus, Viltrakis, Žievys, Žukáuckas. An manchen Orten, z. B. in der Gegend von Daukšiai u. a., ist es das einzige Suffix für Familiennamen von Mädchen und jungen Frauen.
Bei den Familiennamen von Mädchen und unverheirateten Frauen sind die Suffixe -aitė, -ytė in den beschriebenen Dialekten nicht üblich und nicht volkstümlich; sie sind mehr oder weniger aus Dokumenten oder Schriften bekannt und werden für die öffentliche, offizielle Bezeichnung verwendet.
Gemeinsprachliche Wörter mit dem Suffix -ūtė, -aičiūtė (zusammengesetztes Suffix) wurden nur aus Märchen gehört: karalaičiūtė „Tochter eines Prinzen“: Sykį apsirgo karalaičiūtė Kps., karalaitė „Prinzessin“: Ta karalaitė jam i sako Kbr.
18. -astis, -astas. Mit dem Suffix -astis (Gen. Sg. -ties || -čio) sind zu nennen: gyvastis „Leben“: Nesigaili nė savo gyvasties, nė sveikatos Vlkv., nerimastis „Unruhe, Beunruhigung“: Kai viena lieku, nerimastis ima Gs., pykastis „Zorn, Ärger“.
Mit dem Suffix -astas ist gyvastas „Gesundheit“ zu erwähnen: Toks čia jau jo gyvastas Gs.
19. -estis, -estys. Das Suffix -estis (Gen. Sg. -ties || -čio) kommt in wenigen Wörtern (Substantiven) vor, z. B.: gailestis, lūkestis „Erwarten, Hoffnung, Sehnsucht“, mokest(i)s, rūpestis.
Mancherorts bilden ältere Menschen dieselben Wörter auch mit dem Suffix -estys, z. B.: Mokesčēi bó dideli AžB. Überflüssig ist nur rūpestỹs Pašl.
Die in den beschriebenen Dialekten gelegentlich vorkommenden Formen mōkesis, rūpesnis sind neu.
20. -ysta, -ystė. Neben dem Suffix -ystė wird in den beschriebenen Dialekten etwas seltener, gewöhnlich mit derselben Bedeutung, von älteren Menschen auch das Suffix -ysta15 verwendet. Wörter (Substantive) mit diesem Suffix werden aus Substantiven und Adjektiven gebildet.
Unter den aus Substantiven mit dem Suffix -ysta gebildeten Wörtern sind zu nennen: gaspadorystà (sl.): Plati gaspadory stā „große Kolchose“ Vlkv., martystà „Schwiegertochterschaft“, mergystà „Mädchenschaft“, našlystà „Witwenschaft“, šelmystà (sv.) „schlechte, schelmische Tat“, tarnystà „Dienst“, žmogystà „Menschengestalt“: Miega žmogystà „ein Wolf, der sich in einen Menschen verwandelt hat – als Mensch verkleidet ist“ (ps.) VšR. Acirado žmogystà „ein kleiner, armseliger Mensch“ Vlkv.
Beispiele für aus Adjektiven mit dem Suffix -ysta gebildete Substantive sind: dur-nystà (sl.), jaunystà, kvailystà, mažystà „Kleinsein, Geringfügigkeit“, senystà „Alter“: Ka nor an senystos ramei pagyvėčia Gs.
15 In der Gegend von Griškabūdis u. a. werden, soweit beobachtet, beide Suffixe annähernd parallel verwendet; nur einzelne Wörter weichen ab, z. B. wurde nur žmogystà „kleiner Mensch, armer Kerl“ gehört. In der Gegend von Pašlavantys sagt man jaunystė, draugystė, aber senystà.
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Das Suffix -ysta wird in der Mundart häufiger verwendet als das Suffix -ystė. Die Substantive mit diesem Suffix haben gewöhnlich eine abstrakte Bedeutung. Sie bezeichnen vorwiegend eine abstrakte Eigenschaft des Grundworts. Sie werden von Substantiven und Adjektiven abgeleitet.
Substantive mit dem Suffix -ystė werden vorwiegend von Substantiven abgeleitet, z. B.: draugystė „Freundschaft“, galvažudystė „Totschlag, Mord“: Während des Krieges kam es in Gs. zu Galgenmorden und allerlei Vergehen, godulẏstė „Habgier“, kaiminẏstė, kiaulystė „Schweinerei“, melagystė „Lüge, Lügerei“, moterystė: Prėmė moterystės stoną „heiratete“ Vlkv., tinginystė „Faulenzerei“, vaikystė „Kindesalter“.
Es kommen auch Substantive mit dem Suffix -ystė vor, die von Adjektiven abgeleitet sind, z. B.: jaunystė „Jugend“, puikystė „Hochmut, Eitelkeit“.
Von den Adjektiven mit dem Suffix -ingas abgeleitete Substantive mit dem Suffix -ystė kommen nur gelegentlich vor; belegt ist etwa milaširdingystė || mielaširdingystė „Barmherzigkeit, Mitgefühl“: Neturi jokios milaširdingystės Plv.
21. Verschiedene Suffixe mit dem Konsonanten -t-. Es gibt noch etwa ein Dutzend verschiedener Suffixe mit dem Konsonanten t, die jeweils nur in einzelnen Wörtern vorkommen, z. B.:
a) -atė: Natter: Das Mädchen ist eine richtige Natter Kt.
b) -etė: aketė kp. || eketė zan., raukėtė „mürrischer, übellauniger Mensch“: Neik arty prie tos raukėtės „piktos kumelės“ Alk.
c) -ėtis: Dornstrauch || Dornstrauch kpII.
d) -etys: reketys „ein bestimmtes Gerät zum Dreschen von Roggen“ Gs.
e) -yta: klipytà „Hinkender, Lahmer“: Eina kap koks klipytą Žal.
f) -itas: Ortsname Alvitas || Elvitas: Iš Elvito parsirito, iš Virbalio parsirado Gs.
g) -uotė: Fahrgespann: Ein schönes Fahrgespann „Wagen und Geschirr“ Vlkv.
h) -enta: Johannisbeere: Die Johannisbeeren sind teils rot, teils schwarz Alvt.
i) -intà: Širvintà „linker Nebenfluss der Šešupė“ Nm.
y) -ykštis, -ė || -ykščias, -a: pernykštis, -ė selten pernykščias, vakarykštis, -ė || vakarykščias16, -a, vaivorykštė „Regenbogen“.
j) -iščias || -ištis, -ištys; -iščia: vaikiščias || vaikištīs || vaikištis Grš., Vlkv. „Junge“, mergiščia Grš., Gs. „heranwachsendes Mädchen“.
k) -uistas: ligūistas, -a „ein wenig krank“, miegūistas, -a „verschlafen, benommen“.
l) -ūkštis: bjaurybiūkštis Dkš., vaikiūkštis selten VIkv., varliūkštis Dkš., velniūkštis Gs.
XV. Suffixe mit dem Konsonanten -v-
1. -(s)vas, -(s)va. Mit dem Suffix -vas gibt es einige wenige Substantive, z. B.: naṙvas, pil̇vas, plovai „Plova“ Ūt., pūrvas kpI (meist purvynas), stovai „Webstuhlseiten“: Stuk-stuk stovai – devintovai, oben krähen die Hähne (Orgel) Gs.
Etwas mehr Adjektive gibt es mit dem Suffix -vas, Fem. -va, z. B.: blaivas || blaivūs, gyvas, kreivas, lengvas, palvas, šleivas „schief, hinkend“: Hübsch, nur schief, krumm und bucklig (iron.) Plv.
Das Suffix -va dient zur Bildung femininer Substantive, z. B.: dirvà, džiovà „1. Austrocknung“: Weder Dürre noch gutes Wetter gibt es Būbl. „2. Tuberkulose“, galvà
16Um Griškabūdis und mancherorts sonst ist pernykštis gebräuchlicher, aber vakarykščias.
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krūvą, pievą, plovą „Sumpf, Morast“: Plovôm werden diese (verlandeten) Seen genannt Ūt., sparvą. Hier ist auch grėva scom. erwähnenswert: „ein schwerfälliger, plumper Mensch“: Wo dieser grėva auftaucht, wird es nichts Gutes geben Gs. Solche grėvos habe ich noch nie lebend gesehen Kt.
Zur Bildung von Adjektiven wird ferner das Suffix -svas, Fem. -sva, verwendet, das hier einen bestimmten Grad bezeichnet, der der Bedeutung des Präfixes apy- entspricht, z. B.: gelsvas, -à „gelblich“: Sie setzte ein Kränzchen auf gelbliche Zöpfe (Lied) AžB., juosvas „schwärzlich“, mėlsvas „bläulich“, raūsvas „ein wenig rot, rötlich“, rėšvas „leicht rosa“: Dieses Jahr sind die Roggenähren rosig Plv., rūšvas „ein wenig braun oder rot“, žàlsvas „grünlich“.
2. -(s)vė. Mit dem Suffix -vė sind folgende Substantive zu nennen: gérvė, plėvė: Wenn man Milch kocht, bildet sich danach eine Haut VIkv., smárvė, virvė.
Mit dem Suffix -svė gibt es nur das Wort làisvė: Die einen sagen „làisvė“, die anderen „liuosybė“ Gs., Raušvė „linker Nebenfluss der Šešupė“ Gž., Plv.
3. -vis. Das Suffix -vis ist nicht häufig. Es kommt in einigen älteren oder neueren Substantiven vor, z. B.: kálvis, kirvis, außerdem ateivis, -ė || meist ateivỹs, -ė: Hier gibt es viele allerlei Fremde Žal., kareivis.
4. -avas, -ava. Mit dem Suffix -avas, Fem. -ava, gibt es nur vereinzelt Adjektive, z. B.: linàvas, -à „von der Farbe der Leinenblüte, bläulich-hellblau“, möglicherweise nach fremdsprachigen Wörtern ružavas, -à, vyšniavas¹⁷, -à „kirschfarben“ entstanden, ferner Liubàvas Kleinstadt Klvr.
Mehr Bildungen mit dem Suffix -ava sind feminine Substantive, z. B.: baūdžiava, gãniava „Viehwirtschaft; Weide“: Wir geben die Schafe anderswo auf die Weide Gs. Auf dieser Wiese ist die Weide schlecht Žal., kiauliava „Schweinearbeit“, pàniava, pỹliava „Tribut“, velniava „Teufelszeug, teuflische Angelegenheit“. Außerdem sind hier auch die Ortsnamen Sasnàva, Garliavà zu erwähnen.
Hier sind auch einige Wörter mit dem Suffix /-/ vor -ava (mit dem Suffix -liava) zu erwähnen: riñkliava, mėzliava „Geldgabe, wenn für jemanden gesammelt wird, zum Beispiel früher bei Hochzeiten“.
5. -ovas, -ovė. Mit dem Suffix -ovas, Fem. -ovė, gibt es einige Personenbezeichnungen, z. B.: gėròvas „einer, der viel trinkt; Säufer“: Trink nur, trinkt nur, ihr Säuferlein (Lied) Alk., palydòvas „Begleiter, Geleitperson“, sugulòvas „illegaler Mann“, vadòvas, valdòvas, žinòvas.
Das Suffix -ovė kommt außer in den oben erwähnten Wörtern auch in einigen anderen Substantiven mit verschiedenen Bedeutungen vor, z. B.: daržòvė, rankòvė, senòvė, stipròvė „Festung“: In der alten Zeit war hier eine große Festung Ūt.
6. -tuvas, -tuva. Mit dem Suffix -tuvas gibt es einige Substantive zur Bezeichnung von Geräten und Werkzeugen, z. B.: grieptùvas „Werkzeug zum Greifen von Getreide, Greifer“: Mãre, warum hast du den Greifer nicht mitgenommen? Damit ginge das Greifen besser. VIkv., karštùvai „Maschine zum Krempeln von Wolle“, mintuvai „Gerät zum Brechen von Flachs“, purkštùvas nj., skíltuvas „Werkzeug oder Feuerstein zum Entfachen von Feuer“: Früher trugen die Männer Feuerstähle bei sich Bgt., šáutuvas.
Mit dem Suffix -tuvas kommt vereinzelt ein Substantiv für eine Person handelnden Geschlechts (nomina agentis) vor, z. B.: grauštùvas „Nager“: Geh, geh nur, du Nager! Plv., nepàeitùvas „jemand, der sehr unbeholfen ist – nicht gehen kann“, šiktùvas „jemand, der ständig alles beschmutzt“.
Mit dem femininen Suffix -tuva ist nur ein einziges Wort bekannt: sietuvà „breite und tiefe Stelle eines Flusses; Strudel“: Er geriet in den Strudel und ertrank Nm.
17 Vgl. P. Skardžius, Lietuvių kalbos žodžių daryba, S. 379.
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7. -tuvis, -tuvė. Das Suffix -tuvis kommt in Substantiven vor, die Bezeichnungen für Werkzeuge oder Gefäße sind, z. B.: grūstūvis „Stampfer“: Es gibt keinen Mörser, nur einen Stampfer Alk., koštūvis „etwas, womit etwas, zum Beispiel Milch, geseiht wird“, muštūvis || muštūvas Klvr. „Vorrichtung (Gefäß) zum Buttern“.
Das feminine Suffix -tuvė ist wesentlich weiter verbreitet. Mit diesem Suffix gibt es Wörter für Werkzeuge oder Haushaltsgegenstände, z. B.: bruktuvė, milstuvė || melstuvė, sėtuvė „Korb zum Säen von Getreide“. Vereinzelt kommen auch Wörter mit anderen Bedeutungen vor, z. B.: rietuvė „hoher Stapel von etwas, zum Beispiel Brennholz“ Alk.
Das Suffix -tuvės (Plural) wird häufig zur Bezeichnung von Festlichkeiten, Feiern oder sonstigen Zeremonien verwendet, z. B.: įkurtuvės, išleistuvės, keltuvės: Morgen früh gibt es keltuvės (bei einer Hochzeit) Ig. Der Bräutigam gibt Süßigkeiten und Schnaps, das zählt als jene keltuvės Ig. Nach den keltuvės geht man bald nach Hause Ig., lauktuvės „das Warten oder die dafür erhaltenen Geschenke“, pabaiktuvės, skerstuvės, sukaktuvės.
8. Verschiedene Suffixe mit dem Konsonanten -v-. Neben den aufgeführten kommen noch einige andere Suffixe mit dem Konsonanten -v- vor, z. B.:
a) -atvė: amžinatvė „Ewigkeit“: Jetzt glaubt kaum noch jemand an die Ewigkeit Vlkv., senatvė.
b) -yvas, -a: senyvas, -a Būbl., Vlkv., nevalyvas, -a „schmutzig, unordentlich“ Būbl., Žal., ankstyvas, -a || ankstybas, -a Pašl., velyvas, -a || velybas, -a Pašl. Vgl. 12.
c) -uva¹⁸: sesuvà kp II, šuvà, Valčiuvà „linker Nebenfluss der Sasna“ Ss., Igl.
d) -uvis: liežuvis, lietuvis, -ė nj., selten – häufiger lietuvỹs, -ė.
e) -lyvas, -a: dies ist ein slawisches Suffix, z. B.: gėdlyvas, -a selten || häufiger sarmatlyvas, -a, supratlyvas, -a „verständig“.
XVI. Suffixe mit den Konsonanten -z-, -ž-
Mit dem Konsonanten -z- kommt die eine oder andere seltene Endung mit mehr oder weniger abwertender Bedeutung vor, z. B.:
1. -erza: keverža „jemand, der klein und unbeholfen ist“ (Rätselwort): Kiūrza keverža visą lauką apkeveržavo Vlk., plepėrza „Schwätzer“ Gs.
2. -ėzas: vaikėzas „Bengel, Halbwüchsiger“: Prisirenka tokių vaikėzų = tuoj į pešasi Plv.
3. -ozas: vaikiožas „Bengel“, valkiožas Gs., Vlk. || valkiožas Grš. „jemand, der überall herumläuft, umherstreunt, ein Landstreicher“.
4. -ūzas: pilvūzas, -ė „jemand mit großem Bauch, ein Dickbauch“.
Mit dem Konsonanten -ž- gibt es nur das Suffix -uža || -užas mit negativer oder abwertender Bedeutung, und zwar im einzigen Wort raiguža || raigužas „ein leichtsinniges, unruhiges, temperamentvolles Mädchen“: Ko ta raiguža tę po medžius karstosi? Alk.
Mit dem Konsonanten -ž- gibt es das Suffix -užis, Fem. -užė, das bisweilen zur Bildung von Diminutiven und Koseformen bei Substantiven verwendet wird, z. B.: broliūžis, tėtiūžis || tėtušis, mergūžė selten || häufiger mergužėlė.
Wörter mit dem Suffix -užis kommen vor allem in der Folklore vor, z. B.: Aš dangūžy žibėsu Kbr. Te tau šūibužę, vyniok kojučės, duos dievulis gerus metus – pirksiu kurpūžės (d.) Alvt.
18 Zur Entstehung dieses Suffixes siehe P. Skardžius, Lietuvių kalbos žodžių daryba, S. 381.
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Andere Wörter mit dem Suffix -užis, die keine Verkleinerungsbedeutung haben, sind lediglich drabužis „Kleidungsstück“. Erwähnt seien hier außerdem die Wörter bažnytūžė „protestantische Kirche“ und kunigūžis „protestantischer Priester“, die ebenfalls keine Verkleinerungs-, sondern wohl eher eine gewisse abwertende Bedeutung haben19.
C. ZUSAMMENFASSENDER ÜBERBLICK ÜBER DIE SUFFIXALE SUBSTANTIV- UND ADJEKTIVBILDUNG
Nachdem wir die Wortbildung von Substantiven und Adjektiven in den Kapsai- und Zanavykai-Dialekten anhand ihrer Konsonanten mit Suffixen untersucht haben, wollen wir noch kurz einige Suffixe einzelner Wortarten sowie die damit verbundene Bildung von Substantiven und Adjektiven betrachten und zugleich einige Suffixe kurz nach ihrer Funktion klassifizieren. Dieser Überblick ist, so könnte man sagen, eine gewisse Zusammenfassung des vorangegangenen Kapitels. Hier werden nur einige Suffixe behandelt, die in den beschriebenen Dialekten weiter verbreitet sind. Viele von ihnen unterscheiden sich in nichts von den auch in der Standardsprache verwendeten Suffixen.
Zum Schluss führen wir einige Suffixe an, die in den beschriebenen Dialekten oder einzelnen ihrer Mundarten verwendet werden, der Standardsprache jedoch nicht eigen sind, und ziehen zugleich einige Schlussfolgerungen.
I. Einige Substantivsuffixe
1. Suffixe von aus Substantiven gebildeten Substantiven
a) -ukas, -ukė, -elis, -elė, -ėlis, -ėlė, -ytis, -ytė, -utis, -utė, -ūtė, -aitis, aitė, -užis, -užė
Mit diesen Suffixen werden aus Substantiven andere Substantive gebildet, die als Verkleinerungs- und Koseformen bezeichnet werden, z. B.: namukas, paršiukas, mokytojukė Grl., viščiukė VIkv. || vištukė Grl., vaikelis, dobilėlis, aguonėlė, šunytis, duonytė mergytė, vaikutis, laputė, vežimaitis, pušaitė, broliužis, kurpūžė.
Hierzu gehören auch zusammengesetzte Suffixe, z. B.: -eliukas, -eliukė, -užėlis, -užėlė: aukseliukas Grl., grybeliukas Grl., brolužėlis, mergužėlė.
Außerdem werden die Suffixe -ukė, -ūtė (nach einem palatalisierten Konsonanten) und möglicherweise die in diesem Fall neu entstandenen Suffixe -aitė, -ytė in den Familiennamen von Mädchen verwendet, z. B.: Šliumpūkė Grl., Trumpūkė Šil., Biliūtė, Luišiūtė, Senkiūtė, Bartkaitė selten, neu, Žiūr aitytė (: Šliumpa, Trumpa, Bilius, Luišis, Senkus, Bartkus, Žiūr aitis).
b) -iškis, -iškė, -ietis, -ietė, -inis, -inė, -okas, -okė
Substantive mit diesen Suffixen werden aus Ortsnamen gebildet und bezeichnen meist Personen, die aus einem Ort stammen oder dort leben, z. B.: alytiškis, -ė, kauniškis, -ė, vilniškis, -ė; kaunietis, -ė, vilkaviškietis, -ė; vilnietis, -ė; alksnėninis, -ė, didvyžinis, -ė, pilviškinis, -ė; kauniokas, -ė, prieniokas, -ė.
Manchmal werden zwei, drei oder sogar vier der hier genannten Suffixe ohne erkennbaren Bedeutungsunterschied verwendet. So sagt man beispielsweise über Pašlavantis (Rajon Prienai): kauniškis und kauniokas, prieniškis und prieniokas, šilavotiškis und šilavotinis.
Über Vygreliai (Rajon Kalvarija) wurden in einzelnen Wörtern vier Suffixe mit derselben Bedeutung gehört, z. B.: gražiškiečei, kalvarijiniei || kalvarijiečei, virbališk ei, višt yčio-
19Die beiden letztgenannten Wörter wurden früher im Zusammenhang mit der protestantischen Religion verwendet.
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kai. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass aus Ortsnamen mit dem Suffix -išk- (Pilviškiai, Plutiškės, Vilkaviškis) keine Substantive mit dem Suffix -iškis, -ė gebildet werden können.
Mit den oben genannten Suffixen kommen vereinzelt auch Substantive mit anderen Bedeutungen vor, z. B.: vyriškis, moteriškė, tėviškė, avietė, berniokas.
c) -ūkštis, -ūkštė, -ėzas, -ozas, -ūzas
Mit diesen Suffixen wird aus Substantiven vereinzelt ein Substantiv gebildet, das die Geringschätzung und Herabsetzung bestimmter Dinge oder Personen bezeichnet, z. B.: vaikiūkštis, varliūkštė, velniūkštis, vaikėzas, vaikiozas, valkiozas „Landstreicher“, pilvūzas „jemand mit einem großen Bauch“.
d) -inė, -ydė, -udė; -ynas, -ynė
Substantive, die mit den Suffixen -inė, -ydė, -udė aus anderen Substantiven gebildet werden, bezeichnen meist einen Ort, an dem etwas aufbewahrt, abgelegt o. Ä. wird, z. B.: drūskinė, mėsinė, arklidė, aludė || alinè, peludė.
Substantive, die mit den Suffixen -ynas, -ynė aus Substantiven gebildet werden, bezeichnen meist einen Ort, an dem es viele Dinge einer Art gibt. Z. B.: aržuolynas, pušynas, skiedrynas, dilgėlynė, kelmynė, molynė.
e) -ienė, -uvienė
Das Substantivsuffix -ienė hat gewöhnlich zwei Bedeutungen. Mit dem Akzenttyp tvirtapradė oder unbetont bezeichnet das Suffix -ienė Ehefrauen oder weibliche Tiere, mit dem Akzenttyp tvirtagalė hingegen Namen von Speisen und Gerichten, z. B.: brolienė, dėdienė, Jonienė, Paulauskienė, vilkienė (ps.); bulvienė, kiaušinienė, lapienė, obuolienė, žirnienė.
Substantive, die mit dem Suffix -ienė aus zweistämmigen Substantiven mit u-Stamm gebildet werden, nehmen die Form -uvienė an, die gewöhnlich angibt, wessen Ehefrau jemand ist, z. B.: kašliuvienė, puodžiuvienė, Būtkienė, Seikuvienė. Natürlich kommen Ausnahmen (in der Bildung und Bedeutung) vor, z. B.: darkąčiuvienė: Von ihr gibt es nur eine kleine Birne – eine echte darkąčiuvienė Gs.
2. Suffixe von Substantiven, die aus Adjektiven gebildet sind
a) -ybė, -enybė, -umas, -uma, -ysta, -ystė, -atvė
Mit einigen dieser Suffixe (-ybė, -ystė) können Substantive (galybė, draugystė) auch von Substantiven abgeleitet werden, doch werden sie überwiegend aus Adjektiven gebildet. Substantive mit diesen Suffixen bezeichnen Abstrakta, z. B.: saldybė, tamsybė, retenybė, saldumas, tamsumas || tamsuma, senystė, jaunystė || jaunystą, senatvė.
b) -imas, -uomenė
Die gelegentlich vorkommenden, aus Adjektiven mit den Suffixen -imas, -uomenė gebildeten Substantive bezeichnen eine Menschenschar oder -gruppe, ein bestimmtes Kollektiv o. Ä., z. B.: jaunimas, jaunúomenė.
3. Suffixe von Substantiven, die aus Verben gebildet sind
In der beschriebenen Mundart gibt es zahlreiche Suffixe, mit denen Substantive aus Verben gebildet werden. Die Bedeutung der aus Verben gebildeten Substantive hängt meist mit der Handlung des Verbs zusammen, von dem sie abgeleitet sind.
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a) -chen, -ler, -stätte, -stätten, -hain, -chen, -gerät, -gerät, -gerät, -gerät
Die mit diesen Suffixen aus Verben gebildeten Substantive bezeichnen meist Geräte und Werkzeuge, z. B.: akėčios, kūpėčios, taikiklis, laidyklė, šaudykklė, svarstykles, birbynė, švilpynė, plaktukas, skaptukas, dūrtuvas, mintuvai, koštuvis, muštūvis, bruktuvė, kultuvė || kūltuvė.
b) -ėjas, -ėja, -ikas, -ikė, -klys, -slys, -snys, -snė, -tojas, -toja, -vis, -vė
Mit diesen Suffixen werden Substantive teils vom Stamm des Präteritums, teils vom Infinitivstamm gebildet und bezeichnen nomina agentis, z. B.: audėja, gynėjas (seltener gynėjas), ėdikas, kūlikas (seltener kulikas), kirtikas (gelegentlich kirtėjas), ryklys, turklys, kviestys, reksnys, verksnys, verksnė, pilstytojas, pilstytoja, skaitytojas, praeivis.
c) -al, -nis, -esnis, -linge (-esis)
Die mit diesen Suffixen aus Verben gebildeten Substantive bezeichnen meist das Ergebnis einer Handlung, z. B.: jovalas „1. etwas, das durcheinandergebracht und verheddert ist, 2. Schweinefutterbrei“, viralas, grindinys, siuvinys, elgesys, liūdesys, griuvėsiai || griuvėsis, pelėsė || pelėsis.
d) -imas, -ymas
Substantive, die mit den Suffixen -imas, -ymas aus Verben gebildet werden, bezeichnen meist die Benennung einer Handlung oder die Handlung selbst; häufig haben sie auch eine konkrete oder andere Bedeutung.
Mit dem Suffix -ymas werden Substantive von Infinitiven mit dem Formans -y-ti (skaityti, taisyti) gebildet, mit -imas dagegen von allen übrigen Verben im Präteritum, z. B.: ėdymas, šakymas, maišymas „1. Handlung, 2. für das Brot angesetzter Teig“, pūdymas „1. Handlung, 2. brachliegendes, zur Brache bestimmtes Feld“; bėgimas, metimas, ūžimas, arimas „1. Handlung, 2. Ackerfurche“, vežimas „1. Handlung, 2. Wagen“.
II. Einige Adjektivsuffixe
1. Suffixe von Adjektiven, die aus Adjektiven gebildet sind
a) -okas, -oka, -ukas, -ukė, -ytis, -ytė, -utis, -utė
Diese Adjektivsuffixe sind diminutiv und affektiv; mit ihnen werden Adjektive aus Adjektiven gebildet, z. B.: šaltokas „ziemlich kalt“, trumpokas „ziemlich kurz“, juodūkas, -ė, mažiukas, -ė, mažytis, -ė, mažutis, -ė.
b) -isch (maskulin), -isch (feminin), -artig, -artig (feminin), -reich (maskulin), -reich (feminin)
Mit diesen Suffixen werden Adjektive meist aus Substantiven gebildet. Bei einigen dieser Suffixe kommen auch Adjektive vor, die aus Adjektiven gebildet sind, z. B. saldinis, -ė.
Das Suffix -inis, -inė hat mehrere Bedeutungen oder zumindest unterschiedliche Bedeutungsnuancen. Meist bezeichnet es, aus welchem Material etwas hergestellt ist (auksinis, medinis). Näheres siehe B IX 10.
Das Suffix -iškas, -a bezeichnet meist Ähnlichkeit, Eignung, Zweck oder Zugehörigkeit, z. B.: bobiškas, -a, pasakiškas, -a, vyriškas, -a, žiemiškas, -a, vokiškas, -a.
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Adjektive mit dem Suffix -ingas, -a drücken überwiegend aus, dass etwas reichlich vorhanden ist, sowie die Eigenschaft des Reichseins bzw. der Fülle, z. B.: gailestingas, -a, galingas, -a, laimingas, -a, miltingas, -a, naudingas, -a, pinigingas, -a.
2. Suffixe von Adjektiven, die aus Substantiven gebildet sind
-ėtas, -ėta, -otas, -ota, -uotas, -uota, -uistas, -uista
Diese Suffixe werden zur Bildung von Adjektiven aus Substantiven verwendet. Bemerkenswert ist, dass Adjektive mit dem Suffix -uotas, -a meist aus Substantiven mit dem a-Stamm gebildet werden, während solche mit dem Suffix -otas, -a aus Substantiven mit dem o-Stamm gebildet werden (vgl. plaukūotas, barzdotas); Adjektive mit dem Suffix -ėtas, -a werden meist aus Substantiven mit dem ė-Stamm gebildet (vgl. skylėtas), doch in allen drei Fällen besteht in den beschriebenen Dialekten keine klare Regelmäßigkeit.
Die mit diesen Suffixen gebildeten Adjektive bezeichnen äußerliche, sichtbare Eigenschaften. Grundlage dieser Eigenschaften sind jeweils die Dinge oder Sachverhalte sowie Begriffe, deren Wortstamm und Stamm zur Bildung des Adjektivs herangezogen wurden. Z. B.: duobėtas, -a, raukšlėtas, -a, kuprótas, -a, miglótas, -a, sviestúotas, -a, miežúistas, -a, ligiúistas, -a.
3. Suffixe von Adjektiven, die aus Verben gebildet sind
-tas, -ta, -onas, -ona, -svas, -sva
Mit diesen Suffixen werden Adjektive aus Verben gebildet. Sie bezeichnen meist Farbeigenschaften oder Temperatureigenschaften. Außerdem kennzeichnet das Suffix -svas, -a einen niedrigeren (geringeren) Grad als den durch den Positiv bezeichneten. Z. B.: báltas, -à, šáltas, -à, karštas, -à, šiltas, -à, geltónas, -a, raudónas, -a, juósvas, -à, gel̃svas, -à.
III. Einige charakteristische Bedeutungen der Nominalsuffixe
Hier werden wir, ohne auf die Wortbildung einzugehen, noch gesondert einige charakteristische Bedeutungen der Nominalsuffixe der beschriebenen Dialekte aufzählen. Nach der Bedeutung der Suffixe sind die Substantive der beschriebenen Dialekte beispielsweise:
1. Bezeichnungen für Geräte und Werkzeuge
-ukas: švilpukas „Pfeife“, žindukas
-tukas: peštukas „Werkzeug zum Auszupfen der Schweineborsten“, plaktukas
-lys: grėblys, kablys
-alas: barškālas „Rassel“, skambalas
-klas: Pflug, Säge
-ynė: birbynė, lazdynė, stovynė
-tas: grąštas, kaltas
2. Ortsbezeichnungen
-udė: aludė „Bierstube“, peludė
-ykla: Liegeplatz, Karderei, Badeanstalt
-mė: gelmė, tankmė
-uma: giluma, sekluma, žemuma
-inė: alinė, bulvinė, daržinė
-ynas: Eichenbestand, Weidengehölz, Baumbestand
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-ynė: durpynė, kupstynė, molynė
-iena: avižiena, dobilienė, kvietiena
3. Bezeichnungen für Handlungsergebnisse
-alas: jovalas, verpalai, viralas
-lys: padėlys, pašėlys
-ena: gaišena, skurdėna, stipena
-inys: grindinys, pirkinys, puvinys, radinys
-snys: kasnys, sieksnys, žinksnys
-ėsis: (ppr. dgs.) degėsei, griuvėsei, puvėsei
-tė: grįštė, gniūštė
4. Bezeichnungen für Abstrakta
-ybė: galybė, kantrybė, lygybė
-ulys: Leid, Durst
-umas: Weiße, Geduld, Helligkeit
-ata: sarmata, sveikata
-vsta, -vstė: Jugend || Jugend, Torheit || Torheit
-ava: painiava, velniava
5. Bezeichnungen für die Tätigkeiten von Personen
-inykas (-ininkas): Imker, Arbeiter, Schreiber
-orius: Sänger, Vorsänger
IV. Einige Schlussfolgerungen
Obwohl die beschriebenen Mundarten die Grundlage der Standardsprache bilden, kommen in ihnen dennoch Fälle vor, in denen Suffixe anders als in der Standardsprache verwendet werden. Einige Fälle unterschiedlicher Verwendung finden sich auch zwischen den beschriebenen Mundarten, Unterdialekten und Sprechweisen. Einige dieser Fälle unterschiedlicher Verwendung oder ähnliche Erscheinungen wollen wir hier aufzählen.
1. Anstelle des Suffixes -ininkas wird in den beschriebenen Mundarten häufiger -inykas ausgesprochen. Die Kapsai verwenden meist nur -inykas, während die Zanavykai neben -ininkas auch -inykas (darbinýkas) verwenden. Bei Naujoji Ūta sagt man auch -inikas (pùlkininkas).
2. Anstelle des Suffixes -yvas, -a bei Adjektiven der Standardsprache verwenden die Zanavykai und Kapsai auch das Suffix -ybas, -a (ankstýbas).
3. Bei einigen Substantiven mit ja-Stamm entspricht dem standardsprachelichen Suffix -snis in den beschriebenen Mundarten das Suffix -snys, z. B.: sieksnys, žinksnys.
4. Das standardsprachliche Suffix -imas, -a wird in den Adjektiven artimas, tolimas meist als -ymas, -a: ártymas, tólymas ausgesprochen.
5. In der östlichen Sprechweise II der Kapsai wird das Diminutivsuffix -ikė bei Substantiven häufig verwendet, z. B.: kačikė, pelikė, skarikė, višči̇kė. Dieses Suffix wird in der genannten Sprechweise auch in den Familiennamen von Mädchen verwendet, z. B.: Brundżikė, Varkalikė.
6. Die Zanavykai und die östlichen Kapsai II verwenden bei den Familiennamen von Mädchen häufig auch das Suffix -ukė, z. B.: Bernotukė, Kuraitukė, Matulaitukė, Šlimpukė.
7. Die Kapsai verwenden bei Familiennamen von Mädchen am häufigsten ausschließlich das Suffix -iūtė, z. B.: Byliūtė (: Bylà), Luišiūtė (: Lùisis), Senkiūtė (: Señkus), Žvirbliūtė (: Žvirblỹs).
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8. Viele der beschreibenden Dialektsuffixe sind hier seit alters her bekannt; nur einige wenige haben sich neu verbreitet; vgl. z. B.: -ykla (kirpykla, siuvykla), -ija (Aukštaitija, Kaunija, Zanavykija).
9. Im Allgemeinen sind die Suffixe der beschreibenden Dialekte litauisch; nur sehr wenige sind fremden Ursprungs, doch sind inzwischen auch diese unter Einfluss anderer Sprachen nicht mehr fest erhalten geblieben; vgl. z. B. -inyčia: langinyčia || langinė.
NOMINALE SUFFIXALE WORTBILDUNG IN DEN MUNDARTEN DER KAPSEN UND ZANAVYKER
J. SENKUS
Zusammenfassung
Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse der nominalen suffixalen Wortbildung in den Mundarten der Kapsen und Zanavyker, die die Grundlage der litauischen Standardsprache bilden. Charakterisiert werden Suffixbildungen mit den Suffixen -uva, -ybas(-a), -ybė, -enybė, -inyčia, -očius, -očiuvienė, -uočius, -uočiuvienė, -da, -das, -odas, -ėzdas, -ozdas, -ga, -gas, -gys (—ė), -ingas (-ė), -ju-, -ija, -ijas, -tojas(-a), -auja, -ojus, -ka, -kas, -kis(-ė), -(s)kus, -(s)kuvienė, -ikas, -ikė, -okas, (-a); okas(-ė), -ukas, -ukė, -uka, -tukas, -inykas || -ininkas, -iškas(-a), -iškė, -(s)las, -(s)lys (—ė), -lius, -lus(-i), -ala, -alas, -alis (-ė), -alius (ė), -aliuvienė, -elis(-elė), -intelis(-ė), -ėlys, -ėlis, (-ėlė), -utėlis(-ė), -umėlis, -ėlius, -ėliuvienė, -ėlė, -olius, -oliuvienė, ~olė, -ula, -ulas, -ulis (-ulė), -ulys, -aila, -uolius, ~uolė, -uolys, -(y)kla, -klas, -klė, -klis, -klys, -(s)mas, -(s)mė, -imas, -ymas, -uma, -umas, -(s)na, -(s)nas, -(s)nis, -(s)nys, -(s)nus, -nius, -ana, -anas(-a), -ena, -mena, -sena(-šena), -enė, -uomenė, -ėna, -ėnas; -inas, -inis(-ė), -utinis (-ė), -inys, -yna, -ynas, -umynas, -ynė, -onas, -ona, -onis (-onė), -onius(-ė), -ūnas, (-ūnė), -ūna, -ainas(-a), -ainis, -ainė, -iena, -ienas, -opas (-a), -ra, -(s)ras, -rus(-ri), -ara, -aras, -eris, -erys, -orius, -urė, -erė, -sas(-sa), -sus(-si), -ėsa, -ėsai, -ėsis, -ėsys, -esis, -šė, -išius, -(s)tas (-ta), -(s)tė, -(s)tis, -(s)tus, -ata, -atis, -eta, -etas, -ėtas (-ėta), -otas(-ota), -otė, -uotas(-a), -ytis, -ytė, -aitis (-aitė), -ietis (-ietė), -utas, -utis (-utė), -ūtė, -astis, -astas, -estis, -estys, -ysta, -yste, -(s)vas (-va), -(s)vė, -vis, -avas(-ava), -ovas, -ovė, -tuvas, -tuva, -tuvis, -tuvė, -erza, -ėzas, -ozas, -ūzas, -uža, -užis und andere.
Am Ende der Arbeit werden Schlussfolgerungen zur nominalen suffixalen Wortbildung in den Mundarten der Kapsen und Zanavyker gezogen.