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Ю. Лаучюте

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LIETUVIŲ TERMINOLOGIJA LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA Ю. ЛАУЧЮТЕ TERMINOLOGIE DER HOLZBEARBEITUNG (ENTLEHNUNGEN AUS DEN BALTISCHEN SPRACHEN INS SLAVISCHE) In alten Zeiten war das Handwerk neben Ackerbau und Viehzucht eine der wichtigsten Beschäftigungen der Menschheit. Über die Kultur und den Lebensstandard von Stämmen und Völkern vor der Epoche schriftlicher Denkmäler lässt sich anhand archäologischer, ethnografischer und linguistischer Daten urteilen. Dies betrifft selbstverständlich vor allem die Tatsachen der materiellen Kultur; für diese ist der Entwicklungsstand des Handwerks von großer Bedeutung. Was Archäologie und Ethnografie betrifft, so liegt die Bedeutung dieser Wissenschaften für die Rekonstruktion der Geschichte des Handwerks auf der Hand. Auch die Sprachwissenschaft kann hier ihren bescheidenen Beitrag leisten, insbesondere bei der Untersuchung der Handwerksterminologie. Linguistische Untersuchungen zur Handwerksterminologie sind gleichermaßen wichtig für die Sprachgeschichte wie für die Geschichte des Volkes. Erstens bietet dieser Wortschatz, der in der Regel auf eine recht alte Epoche zurückgeht, reichhaltiges Material sowohl unter phonologischen als auch unter wortbildungsmorphologischen Gesichtspunkten. Interessant sind auch seine semantischen Beziehungen und Veränderungen. Zweitens ist der Wortschatz des Handwerks gewöhnlich auch aus etymologischer Sicht von Interesse. Die Herkunft bestimmter Wörter zeugt sowohl von der ursprünglichen Verwandtschaft zweier oder mehrerer Sprachen als auch von der Eigenständigkeit der Kultur des jeweiligen Handwerks und schließlich von Kontakten zwischen Stämmen und Völkern, die sich in der Sprache in Form von Lehnwörtern oder gemeinsamen Neubildungen niedergeschlagen haben. Besonders wichtig sind sprachliche Zeugnisse aus dem Bereich des Wortschatzes der Holzbearbeitung, da dieser Wortschatz gewöhnlich archaischer ist als der Wortschatz anderer Handwerke. Außerdem ist das archäologische Material in diesem Bereich, anders als bei der Töpferei oder Schmiedekunst, aus bekannten Gründen äußerst spärlich. Im Bereich des mit der Holzbearbeitung verbundenen Wortschatzes treten einige Besonderheiten sowohl der alten als auch der späteren Sprachkontakte im baltisch-slawischen Gebiet besonders deutlich hervor. Ziel dieser Untersuchung ist es, jenen Teil des Wortschatzes der Holzbearbeitung zu ermitteln, der von den Slawen aus den baltischen Sprachen entlehnt wurde1. Dabei werden das Verbreitungsgebiet der Entlehnungen und der Zeitpunkt der Entlehnung berücksichtigt (sofern das Wort 1 Entlehnungen aus den slawischen Sprachen ins Baltische sind in den Arbeiten von A. Brückner, P. Skardžius, W. I. Kostelnicki und anderen hinreichend ausführlich (wenn auch nicht immer überzeugend) untersucht worden. 10. Lietuvių terminologija 145 in schriftlichen Denkmälern belegt), die Herkunft des entlehnten Wortes in den baltischen Sprachen selbst (berücksichtigt wird die Möglichkeit einer baltischen Vermittlung bei Entlehnungen in die slawischen Sprachen). Als Quellen für die Bestimmung von Baltismen dienten Wörterbücher (Erklärungs-, Dialekt- und etymologische Wörterbücher) der russischen, belarussischen, ukrainischen, polnischen und litauischen Sprache, die Monographie von K. Jablonskis2, die Dissertation von A. A. Verzhbovsky3 sowie zahlreiche Artikel und Untersuchungen zur slawischen Lexikologie und Ethnographie4. Im Folgenden werden der Wortschatz zur primären Holzbearbeitung (Vorbereitung des Rohmaterials, Zimmermannsarbeiten, Personen, die Holz bearbeiten, Werkzeuge u. a.) sowie Bezeichnungen für Erzeugnisse des holzverarbeitenden Handwerks (Hausrat, Bauwesen, Fortbewegungsmittel usw.) behandelt. I. BEZEICHNUNGEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER PRIMÄREN HOLZBEARBEITUNG Rohmaterial und seine Vorbereitung Poln.: waszować „einen Baumstamm beim Holzflößen aus dem Wasser ziehen“ (SJP). Vgl. Belar.: вашчаваць „in Stücke reißen; zerfetzen“ – Wolkow., Swisl., Grodn. (Rozwadowski); вашчаваць, ваўчаваць „schwer arbeiten“ – Djatlow.; „heben, wälzen, etwas Schweres tragen“ – Mostowsk. (Arashonkava). – Lit. važoti „zerreißen, zerren (mit einem Haken)“, zu važãs „Haken“. Rozwadowski 19; Urbutis 52. Poln.: g’enać „Äste abschneiden“ – Białystok (Kudzinowski). – Lit. genėti „Äste abschneiden“. Kudzinowski 223. Poln.: dziegieć „Teer“. Belar.: дзёгаць. Russ.: дёготь. Ukrain.: деготь, діготь, дьоготь. Alt-tschech.: dehet. Slowak.: deht. – Lit. degùtas „Teer“, vgl. Lett. deģuts, deģuots dasselbe, zu lit. dègti „brennen“ (= lett. degt). Vasmer I, 493; KESRJa 122; Sabaliauskas 85; Nepokupnyj M 6,33; Urbutis 55 u. a. Hier werden bisweilen verwandte Bildungen angenommen (Trautmann 49, Brückner 109 u. a.); diese Ansicht fand jedoch keine Anerkennung. Russ.: (об)жергать „Blätter von den Zweigen abreißen“ – LitSSR (Skuratov). – Lit. žerti „streuen, (Blätter) zusammenharken, zusammenrechen“. Der Laut г- im russischen Wort könnte analog zu einem anderen Baltismus entstanden sein: (об)жергнуть „einen Schritt über etwas hinweg machen“ (←lit. žergti „die Beine spreizen; sich rittlings setzen“). Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1590 mawkna, mowkna, takna „Bast, Bastleder“. Belar.: in schriftlichen Denkmälern seit 1590 мавкня, мовкна dasselbe. – Lit. táukna „dicke Baumrinde; Bast“. Jablonskis 128. 2 К. Jablonskis, Lietuviški žodžiai senosios Lietuvos raštinių kalboje, I dalis, Kaunas, 1941. Сокращенно: Яблонскис. 3 A. A. Vjaržbovski, Belarussisch-litauische lexikalische Wechselbeziehungen, Kandidatendissertation, Minsk, 1960. Abgekürzt: Verzhbovsky. 4 Siehe das Abkürzungsverzeichnis am Ende des Artikels. 146 Poln.: plesyś „abreißen, (Rinde) abziehen“ — Białystok (Kudzinowski). — Lit. plēšuti, Iterativum zu plēšti „reißen, abreißen“. Kudzinowski 224. Poln.: szakal, szakalik, szakaluк „kleiner Span; Stück eines fein gespaltenen Holzscheits“ — Wilna, Sejny (SPG, Turska, Zdancewicz); šakal „Holzscheit“ — Białystok (Kudzinowski). Weißruss.: шакалі „Späne“ — Woronowo (Cyhun). Russ.: шакали „dürre Äste, Stöcke“ — Litauische SSR (Nemtschenko). In russischen und weißrussischen Dialekten ist dieses Wort mit der Bedeutung „Schale; Kleie“ weiter verbreitet. — In der Bedeutung „Span, Stock“ ist das untersuchte Wort unmittelbar aus lit. šakalys, Pl. šakaliai „Kienspan; Späne“ entlehnt (= lett. sakali). Otrębski JP 83; Zdancewicz LP 349 u. a. Poln.: šlokšni „lange Streifen aus Weidenzweigen zum Flechten von Körben“ — Sejny (Zdancewicz). — Lit. slúoksna „Faser, Band“; slúoksnis „Schicht, Lage“. Zdancewicz LP 349. Poln.: šypul „längliches Stück gespaltenen Holzes; Stock; Span“ — Sejny (Zdancewicz). Weißruss.: шыпу́ль „dünner Span“ — Zelwa (Stetsko); шыпулька „Span; Nadel“ (Vidugiris). — Lit. šipulys „Span, Stäbchen“. Zdancewicz LP 50; Vidugiris, 237. Werkzeuge zur Holzbearbeitung Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1563 wediga „Axt zur Herstellung von Trögen“. Weißruss.: in schriftlichen Denkmälern seit 1633 ведека dasselbe. — Lit. vedega dasselbe. Jablonskis 249. Weißruss.: in schriftlichen Denkmälern seit 1590 кошшена „Werkzeug zur Holzbearbeitung“. — Lit. kaišena „gekrümmter Hohlbeitel, Schnitzmesser zur Herstellung von Trögen u. Ä.“, zu kaišti „schaben“. Jablonskis 295. Poln.: skaptuk „Messer zur Herstellung von Holzlöffeln“ — Sejny (Zdancewicz). — Lit. skaptūkas, Diminutiv zu skāptas „Hohlbeitel, Schnitzmesser“. — Zdancewicz LP 348. Poln.: sklut, sklud, Schlud „Axt, Beil“ — dialektal (SJP). In schriftlichen Denkmälern seit 1614: skliut, skliud, szklut (Jablonskis). Weißruss.: склюд „Beil“ — literarisch (BRS); скялот „Dechsel“ — nordwestlich (Hrinblat), „große Axt zur Holzbearbeitung“ — Witebsk (Kasp.); шклюд „Beil“ — Hluszk (Jank.); шклюот dasselbe — südlich (Matsk.). In schriftlichen Denkmälern seit 1599: склют, склут (Jablonskis). Russ.: склют „Tischlerwerkzeug; Dechsel“ — Pskow (KPOS); склюд „breite Axt zur Holzbearbeitung“ (KSRNG). Ukrain.: шклюд „große Axt zum Behauen von Holz“ — Schytomyr, Kiew (Lysenko, Nepokupny). In schriftlichen Denkmälern seit 1552: склют (Nepokupny). — Lit. skliūtas, skliuta „Beil, Dechsel“, vgl. lett. slute, šļute „eine Axtart“. Fraenkel 811; Wierzbowski 700—702; Nepokupny M b, 36; Nepokupny 34; Urbutis 152—153 u. a. Unzutreffend ist die Auffassung von J. Karłowicz, der das litauische Wort für eine Entlehnung aus den slawischen Sprachen hielt (O języku, 150). Poln.: in schriftlichen Denkmälern skult „Zimmermannswerkzeug“ (Jablonskis, II). Weißruss.: in schriftlichen Denkmälern скулт dasselbe (Jablonskis, II). — Lit. skūltas dasselbe (nach dem Manuskript der Dissertation von A. Wierzbowski zitiert). 10* 147 Bezeichnungen für Personen, die sich mit der Tischlerei befassen Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1561: dojlid, dojlida „Holzhandwerker; Tischler“ (Jablonskis). Weißruss.: dojļid „Baumeister“ — veraltet (BRS); „Tischler“ — selten (N). In schriftlichen Denkmälern seit 1450: daulida, doulid, do(u)lida (Jablonskis); dovlidə (Kornitz). Ukrain.: in schriftlichen Denkmälern дойлидъ (Nepokupny). — Lit. dailidē „Baumeister, Tischler“. Fraenkel 79; Vasmer I, 522; Wierzchowski 242—247; Sabaliauskas 85; Urbutis 56; Nepokupny 30 u. a. Poln.: in schriftlichen Denkmälern skultodojlida „ein mit einem Skult arbeitender Tischler“ (Jablonskis, II). Weißruss.: in schriftlichen Denkmälern скултодойлида dasselbe (Jablonskis, II). Siehe die Wörter скулт und дойлидо(а). Poln.: in schriftlichen Denkmälern ratodaila „Wagenbauer, Radmacher“ (Jablonskis, II). Weißruss.: in schriftlichen Denkmälern ратодашла dasselbe (Jablonskis, II). Lit. ratadāila „Radmacher; Werkbank eines Radmachers“ (nach dem Manuskript der Dissertation von A. Wierzchowski angeführt). Unter Berücksichtigung der neuen Etymologie von J. W. Otkupschtschikow kann auch das folgende mutmaßliche Baltismus-Wort dieser Gruppe zugerechnet werden: Altruss.: *ремесь, ремесъ (→ russ., weißruss., ukrain. ремество, russ., ukrain. ремесло, vgl. poln. rzemieslo, tschech. řemeslo usw.). — Lit. remēsas „Handwerker“, lett. remesis „Tischler“. Otkupschtschikow, Aus der Geschichte, 123—128. II. ERZEUGNISSE DES HOLZVERARBEITENDEN HANDWERKS Gegenstände des häuslichen Gebrauchs Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1650 werpel’, werpelia „Bierfässchen“. — Lit. verpelė „Fässchen“. Jablonskis 290. Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1563 undera, wądera, wondera, wundera „Fass zur Aufbewahrung von Getreide“. Weißruss.: in schriftlichen Denkmälern seit 1592 вондера, вундера dasselbe. — Lit. underė „Fässchen“. Jablonskis 267. Poln.: žlukta, žlukto „auf Füßen stehendes Fass zum Einweichen und Dämpfen von Wäsche“ — dialektal (SJP); Augustów, Wilna, Chełm (SGP, Otrębski): žłokło „Fässchen“ — Litauen (SGP); žlukt, žluktas, zlukta, zlukto „auf Füßen stehendes Fass zum Waschen der Wäsche“ — Białystok, Sejny (Zdancewicz). In schriftlichen Denkmälern seit 1617: žlukt, žlukta, žlukto, žlokto, žlókto, zlukт, zlukta, zlukto (Jablonskis). Weißruss.: жлукта „Bottich zum Einweichen“ — literarisch (BRS). In schriftlichen Denkmälern seit 1600: (für) жлукчен’я (Jablonskis). Russ.: жлук, жлукта, жлукто „Bütte zum Waschen der Wäsche“ (D), Smolensk (Dobr.); „Gefäß zum Dämpfen der Wäsche“ — Gebiete Brjansk, Kursk, Orjol (KSRNG); жлук, жлукто „Bütte oder Bottich, in dem Wäsche gedämpft wird“ — Gebiete Brjansk, Pskow, Smolensk (KPOS, KSRNG); жлукто dasselbe — Gebiete Kursk, Krasnojarsk (KSRNG); жлук, жлукта dasselbe — Gebiet Kursk (KSRNG); жлукта dasselbe — Dongebiet (KSRNG). Ukrain.: жлукто „bodenloser Bottich, aus einem einzigen Stück Holz ausgehöhlt, zum Einweichen von Wäsche oder Leinen“ (Gr.). — Lit. žlīktas, žlīktis, žlūgtas „Fass zum Einweichen und Dämpfen von Wäsche; Wäschewaschen; eingeweichte, zum Waschen vorbereitete Wäsche“; žlūkti „Wäsche einweichen“, vgl. lett. zlaukts „trogförmiger Bottich zum Durchseihen“. Fraenkel 1318; Vasmer II, 58; Būga I, 320; 148 II, 685—688; III, 641; Otrębski JP 84; Wierzbowski 312—318; Zdancewicz ZPSS 292—304; Непокупный M 6, 36; Urbutis 60 u. a. Poln.: klumpie „Damenschuhe; Schuhe mit Holzsohle“ — Augustów-, Suwałki-Dialekt (SGP); klampie, klompie, klompie, klumpie — dial. „Schuhe mit Holzsohle“ (SJP); klump, klump, klump’a, klumpi dasselbe — Białystok-, Masowien-, Sejny-, Tykocin-Dialekt (Zdancewicz, Kudzinowski, Gloger). Weißr.: клумба „Stiefel mit Holzsohle“ — Witebsk-Dialekt (Kasp.); клумб, клумп dasselbe (Mat.). Russ.: клумба „Stiefel mit Holzsohle“ — Pskower Dialekt (KPOS); клумпи dasselbe — Litauische SSR (Nemčenko). — Lit. klùmpė, klùmpis, klùmbė, klùm-bis „Schuh mit Holzsohle oder ganz aus Holz“, vgl. lett. klumpas dasselbe. Fraenkel 275; SJP II, 373; Wierzbowski 458—460; Zdancewicz LP342; Urbutis 61 u. a. Die baltischen Wörter gelten ihrerseits als Entlehnungen aus ostpreuß. (dt.) klompe, klumpe „Holzschuhe“; Fraenkel, loc. cit. Poln.: kusz, kousz — veraltet, kowsz „Kelch; Schale; hölzerne Wasserschöpfkelle“ — dial. (SJP, Karłowicz Słownik); „hölzerne Schöpfkelle mit Griff“ — Litauen (SGP). In schriftlichen Denkmälern seit 1537: kawssy, kowsz (Jablonskis). Weißr.: койцы „Schöpfkelle“ (BRS). Bedeutungsvarianten in den Dialekten: „Suppenkelle“, „große Kelle für heißes Wasser im Badehaus“, „Gefäß, mit dem Mehl geschöpft wird“, „Getreideschaufel“ u. a. In schriftlichen Denkmälern seit 1486: ковшь (Jablonskis). Russ.: ковш „hölzerne Schöpfkelle mit Griff, Koretz“; in den Dialekten: „Schöpflöffel“. In schriftlichen Denkmälern von 1357—1359: ковшь (Sreznevskij). Ukrain.: ківш „Schaufel zum Aufschütten von Getreide und Mehl; Suppenkelle, Schöpfkelle“ (Hrinčenko). In schriftlichen Denkmälern seit 1552: кови (Непокупный). — Lit.: káušas „Suppenkelle; großer Löffel“, vgl. lett. kauss „Schädel; Schale, Löffel“. Fraenkel 231; Vasmer II, 273; Sławski III, 22; Wierzbowski 391—398; Sabaliauskas 86; Urbutis 62; Непокупный 35; Otkupščikov V 185—192 u. a. Nicht überzeugend sind die Annahmen einer ursprünglichen Verwandtschaft der baltischen und slawischen Wörter (KÈSRJa Heft I, 154) sowie einer umgekehrten Entlehnung aus den slawischen Sprachen ins Baltische (Trubačev 302). Weißr.: in schriftlichen Denkmälern seit 1584: крося „großer Stuhl“. — Lit. kràsė „Lehnstuhl“. Jablonskis 107. Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1598: kraycz „Fass“ (siehe unten krayczkubilis). — Lit. kraitis „Mitgift“. Jablonskis 107. Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1751 krayczkubilis „Fass (für die Mitgift)“. Lit. kraičkubilis dasselbe. Jablonskis 353. Poln.: kurp, kurpie, kurpiel „Bastschuh; geflochtenes Schuhwerk, alter Stiefel“ (SJP); kurp’ „Schuhe aus Lindenbast“ — Sejny-Dialekt (Zdancewicz). Weißr.: курпы „eine besondere Art von Schuhen“ (Karski). Russ.: курпы „Birkenrinden- und Hanfbastschuhe, Krupzy“ — Pskower, Twerer Dialekt (D, KPOS). — Lit. kùrpė „Schuh, Schuhwerk mit Holzsohle; Pantoffeln“; lett. kùrpe „Schuh“, altpreuß. kurpe dasselbe. Fraenkel 918, Vasmer II, 428; Karłowicz O języku 325; Unbegaun 346—349; Zdancewicz LP 343; ZPSS 293, 306; Wierzbowski 458—459; Sabaliauskas 87; Urbutis 63—64 u. a. A. Brückners Ansicht, dieses Wort sei aus den slawischen Sprachen ins Baltische entlehnt worden, ist falsch (Brückner 284). 149 Poln.: plompie „eine Art Schuhwerk aus einem einzigen Stück Erlenholz“ — Augustów-Dialekt (SGP). — Dieses Wort ist das Ergebnis einer Kontamination zweier litauischer Wörter: lit. klūmpės (→ poln. klumpie, siehe oben) und lit. plium̃pis, Plural plium̃piai „viel zu großes, vom Fuß fallendes Schuhwerk“. Zu dieser Wortgruppe lassen sich bedingt auch einige Bezeichnungen für hölzerne Gegenstände zählen (gewöhnlich aus dem bäuerlichen Haushalt). Weißr.: in schriftlichen Denkmälern seit 1599 жомб, жонб, жуми „Pflug“. Lit. žambis dasselbe. Jablonskis 270. Weißr.: корста „Trog mit Deckel; früher anstelle eines Sarges verwendet“ — Witebsk-Dialekt. Russ.: корста „Sarg; Totenlade“ — veraltet (D); vgl. керста „Sarg“ — Archangelsk-Dialekt. — Lit. kārstas „Sarg“. Vasmer II, 338; Werchobskij 381—387; Otkupščikov 211—212; Kazlauskas 145; Karaliūnas 179—180. Die Annahmen einer umgekehrten Entlehnung aus den slawischen Sprachen ins Baltische (Fraenkel 223; Būga II, 193—194 u. a.) sind nicht überzeugend, vor allem wegen des Fehlens einer Etymologie dieses Wortes auf slawischem Boden. Poln.: psěkorr „Getreidespeicher zum Aufbewahren von Korn, aus einem einzigen Stück Holz ausgehöhlt“ — Sejny-Dialekt (Zdancewicz). — Lit. prākartas „Viehkrippe, Trog“. Zdancewicz LP 347. Das holzverarbeitende Handwerk fand im Bauwesen stets die weiteste Anwendung. In diesem Bereich ist das intensivste Eindringen von Begriffen litauischen (baltischen) Ursprungs in die slawischen Sprachen zu beobachten. Entlehnt wurden sowohl Bezeichnungen für ganze Gebäude als auch für verschiedene Gebäudeteile (diese Gebäude waren in der Regel Bestandteile eines bäuerlichen Haushalts). Bezeichnungen von Gebäuden Poln.: arud, harud, (h)orud „Getreidespeicher, Kornkasten“ — Wilnaer Gebiet (Otrębski). In schriftlichen Denkmälern seit 1599: orod, orud, horud (Jablonskis). Weißruss.: аруд „Kornkasten“ — regional (BRS). In schriftlichen Denkmälern seit 1583: оруд, орудо (Jablonskis). Russ.: аруд „Kornkasten, Getreidespeicher“ — westlich (D). — Lit. arūodas „Kornkasten, Getreidespeicher“. Vgl. lett. arūds dasselbe. Fraenkel 18; Vasmer I, 90; Otrębski JP 82, 84; Blese 8; Werchowski 63—64; Sabaliauskas 85; Urbutis 47—48 u. a. Poln.: jawia „Raum, in dem Getreide getrocknet wird“ — Augustów (SGP). In schriftlichen Denkmälern seit 1554: jawia, jawga, jawia, jawgia, yawia, jewia, jewia, jewnia, iowia, jowia, iownia, jownia (Jablonskis). Weißruss.: ёўня — literarisch, ёўня — dialektal „Darre, Raum in einer Darre zum Trocknen von Garben (meistens Flachs)“ (BRS); ёўня — dialektal (Stankewitsch). In schriftlichen Denkmälern seit 1540: евга, евга, евъя, евъя, евля, евня, еива, явга, явъя, явъя, явя (Jablonskis). Russ.: евня „Darre, Scheune“ — westlich (D); „Darre“ — Pskow (KPOS); „Getreidetrockner besonderer Bauart“ — Smolensk (Dobr.); евняй „Trockengestell ohne Decke; unterer Teil der Darre, in dem die Garben getrocknet werden“ — Smolensk (Blomkow). Ukrain.: евня (Nepokupny). — Lit. jauja „Darre“. Fraenkel 192; Otrębski SI Oc 474; Blese 13; Werchowski 268—282; Sabaliauskas 86; Nepokupny M 6, 33; Smułkowa 66—61; Urbutis 58—59 u. a. Nicht überzeugend ist die Auffassung von M. Vasmer, der den baltischen und slawischen Wörtern in Übereinstimmung mit E. Berneker und anderen gemeinsame ererbte Herkunft zuschreibt (Vasmer II, 6), 150 Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1583: klaim, klaym, kloim, kloym „Tenne, Scheune“. Weißruss.: in schriftlichen Denkmälern seit 1579: клаим, клоим dasselbe. — Lit. kláimas, klojtimas dasselbe. Jablonskis 86. Poln.: klunia, klonia „Scheune aus Kiefernstämmen; Schlafplatz“ — dialektal (SJP); „Scheune; Raum, in dem Getreide gelagert wird“ — Białystok (SGP). Als spätere Entlehnung ist die Form kłūonas belegt — heute (Zdancewicz). In schriftlichen Denkmälern seit 1535: klunia, klunia, klonia (Jablonskis). Weißruss.: клу́ня „Scheune, Dreschscheune“ — regional (BRS); „Tenne“ — Mogiljow (Jank.); „Heuschuppen“ — Witebsk (Kasp.); клунья, клюня „Schuppen zur Lagerung von Stroh und Getreide (seltener Heu); Dreschscheune“ — südwestlich (Urbutis). In schriftlichen Denkmälern seit 1503: клоня, клуна, клоня (Jablonskis). Russ.: клунья „Dreschscheune, Dreschschuppen; Spreuschuppen, Spreuspeicher“ — südwestlich (D); in den Gebieten Woronesch, Ostkasachstan, Kursk, Nowosibirsk, Tambow, Tomsk (KSRNG); „kleiner Stall, Schuppen“ — Pskow (KPOS); „großer Schuppen“ — Kursk (KSRNG); „Gebäude zur Lagerung von Garben“ — Rostow, Swerdlowsk (KSRNG); клуна, клунь „Dreschscheune; Schuppen“ — Dongebiet (KSRNG). Ukrain.: клунья „Dreschscheune; Tenne; Darre“ (Hrinchenko). In schriftlichen Denkmälern seit 1590: клунья (Jablonskis); seit 1570: клоня (Nepokupny). — Lit. klūonas „Tenne; Bleichplatz hinter der Scheune; Schuppen“ (= lett. klūōns „Tenne; Dreschplatz“). Vasmer II, 255; Sławski II, 276; Werchowski 357—365; Zdancewicz ZPSS 289, 300; Smułkowa 60—61; Nepokupny M 6, 35; Sabaliauskas 86; Urbutis 61—62 u. a. Die Annahmen eines ererbten slawischen Ursprungs des untersuchten Wortes (Berneker I, 522 u. a.) sind falsch. Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1606: lepty, lipty „Anbau am Haus“. Weißruss.: in schriftlichen Denkmälern seit 1591: лепъты, липты dasselbe. — Lit. liptai, liepiai „Treppe (gewöhnlich zu einem anderen Stockwerk des Hauses)“. Jablonskis 118. Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1603: namogol, numagal, numogal, nomogol „Raum am Ende des Hauses; hinterster Teil des Hauses“. Weißruss.: in schriftlichen Denkmälern seit 1584: намокал, намакал, намокал, нумогол, нумгал dasselbe. — Lit. natagalis, natugalis. Jablonskis 135. Poln.: pita „Haus“ — dialektal (Safarewicz). In schriftlichen Denkmälern seit 1562: pat, pot, pit(a) (Jablonskis). Weißruss.: in schriftlichen Denkmälern seit 1597: ном(ъ), нумъ „Haus“ (Jablonskis). — Lit. pāmas „Haus“. Safarewicz 242 u. a. Poln.: paszura „Futterlager“ — Augustów (SGP). Russ.: пашура „Überdachung für landwirtschaftliche Geräte, Brennholz, Futter usw.“ — Litauische SSR (Nemchenko). — Lit. pašiūrė ← šiūrė „Überdachung, Schuppen“ (← dt. Scheuer „Scheune“; Fraenkel, 993). Russ.: перть „bewohnte karelische Blockhütte“ — archaisch (D); altruss.: пърть „Bad“ (Buga). — Lit. pirtis „Bad; Darre zum Trocknen von Flachs“ (= lett. pirts „Bad“). Möglicherweise vermittelte das Finnische die Entlehnung aus den baltischen Sprachen in die russischen Mundarten; vgl. finn. pirtti, karel. pertti — Buga II, 516. Die Auffassung, das litauische Wort sei aus finno-ugrischen Sprachen entlehnt (Knabe 67), ist angesichts der ererbten baltischen Etymologie des untersuchten Wortes nicht haltbar. Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1634: pirkaitia, pirkayta „Häuschen“. Weißruss.: in schriftlichen Denkmälern seit 1596 пиркоита dasselbe. — Lit. pirkaitė, Diminutiv von pirkià „Bauernhaus“. Jablonskis 168. 151 Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1581: pirtikia, pirtyka, pyrytkia „Bad“. Weißruss.: in schriftlichen Denkmälern seit 1578: пиртиля, пиртылка, пиртилка, пертика dasselbe. — Lit. pirtikė, Diminutiv von pirtis „Bad“. — Vgl. Jablonskis 168. Hierher gehört auch die sekundäre Diminutivbildung vom selben litauischen Wort pirtis > pirtikė > pirtikaitė → altpoln. pirtykayta, pirtykaycia (seit 1601), altweißruss. пиртикаита (seit 1687). Jablonskis, 319, 347. Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1574: primien, prymien, prytnia, przetnia, przymna, przymnia „Anbau“ (Jablonskis). Weißruss.: прымень, прымень, прывен „Vorhalle“ — nordwestl. (Grinblat), прымян dasselbe — Wolkowysk (Stankewitsch); примн, примень „Wirtschaftsgebäude“ (Karski). In schriftlichen Denkmälern seit 1521: примен, применъ, примн, примън, прымень, прымн (Jablonskis). Ukrain.: in schriftlichen Denkmälern seit 1552 примен (Nepokupny). — Lit. prietemė „Vorhalle, Vorraum; Diele“. Karski 131; Werzbowski 594—599; Grinblat 532; Urbutis 68; Nepokupny 34 u. a. Weißruss.: проворок „Vorraum vor dem Badehaus“ — Braslaw (Nepokupny). — Lit. dial. (östl.) prāvaras „Vorraum vor dem Badehaus“. Nepokupny M 3, 23. Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1722: przywntok „Anbau an ein Haus“. Weißruss.: in schriftlichen Denkmälern seit 1602: прынамок dasselbe. — Lit. prienamis dasselbe. — Vgl. Jablonskis 135. Poln.: punia (puńka) „kleiner Holzschuppen; Heulager“ — dial. (SJP), Litauen (SGP). Weißruss.: пуня „Heuschuppen“ (БРС). Dieses Wort ist besonders weit im Nordosten, stellenweise auch im Südwesten Weißrusslands verbreitet. Seltener sind folgende Bedeutungen belegt: „Schuppen für landwirtschaftliche Geräte“, „Anbau an einen Schuppen“, „Stall“, „Schafstall“ (Smulkowa). In K. Jablonskis’ Buch ist dieses Wort nicht als Litauismus verzeichnet, kommt aber in polnischen (seit 1598) und weißrussischen (seit 1516) Schrifttexten vor. Russ.: пуня, пунька „Scheune, Schuppen; Heuboden; separate Kammer; Flechtwerkverschlag, in dem allerlei Zeug aufbewahrt wird“ — Kaluga, Nowgorod, Orjol, Rjasan, Smolensk, Tambow, Twer (D), Lettische SSR (Sinitsa). — Lit. pūnė „Schuppen; Scheune; Stall; Bude“ (lett. pūne „Saatgutschuppen; Schutzdach“). Vasmer III, 407; Būga II, 622; Karski 135; Urbutis 68; Sabaliauskas 40—44 u. a. Es wurde auch die Annahme einer umgekehrten Entlehnung aus den slawischen in die baltischen Sprachen geäußert (siehe Fraenkel 667), fand jedoch bei der Mehrheit der Forscher keine Zustimmung. Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1611 reia, reje, reya, riya, riga, ryia, ryga, ryja „Darre, Stallraum“. Weißruss.: рея „Darre, Scheune“ — Grodno, Minsk (M); рэя dasselbe — Witebsk (Kasp.). In schriftlichen Denkmälern seit 1612: рига (Jabl.); A. Werzbowski führt folgende phonetische Varianten an: регия, рэя. Russ.: рей, рэя „Darre, Scheune“ — westl., Pskow (D); рэя dasselbe — Lettische SSR (Sinitsa). — Lit. dial. rejā, rijā „Darre, Scheune“ (lett. rija dasselbe). Fraenkel 716; Vasmer III, 463; M—E III, 523; Blese 19; Werzbowski 632—634; Urbutis 150—151 u. a. Die baltischen Wörter wiederum sind aus den finnischen Sprachen entlehnt; siehe Fraenkel, loc. cit. Poln.: swiren, świren, świron, dial. świrna, świrnia „litauische Getreidekammer; Speicher; Vorratskammer“ (SJP). In den nordöstlichen Mundarten (Białystok, Sejny, Wilno) sind folgende phonetische Varianten belegt: śf’iren, śf’ironek, ś’v’eronek, świrnia, świronek, śv’irnas, śv’irnalis, śv’irn[uk]as 152 u. a. (Kudzinowski, Zdancewicz, Otrębski, Turska). In schriftlichen Denkmälern seit 1535: swieran, swierzonek, swiren, świren, swirenek, swironek, swirzen (Jablonskis). Weißruss.: сøран „Speicher“, Diminutiv свіронак — literarisch (БРС); „Kammer, Vorratsraum“ (N). Das Wort ist besonders weit in den westlichen Mundarten verbreitet, wo folgende phonetische Varianten belegt sind: сверан, свырань, свьверен, свьверонак u. a. (Smulkowa, Stejko). In schriftlichen Denkmälern seit 1499: сверень, свирен, свиренок, свирень(б), свиронек, свиронок; seit 1489: свирененны (Jablonskis). Russ.: свирен, свирон „Speicher“ — westl. (D); свирен „Gutshofsgebäude, in dem Lebensmittel aufbewahrt werden“ — Smolensk (Dobr.); свирна „Gebäude zur Lagerung von Getreide, Spreu, Garben, Heu; Speicher“ — Pskow (KPOS). Ukrain.: in schriftlichen Denkmälern seit 1539 свирен, свирень, свьрень „Wirtschaftsgebäude“ (Jablonskis, Nepokupny u. a.). — Lit. svīrnas, svīrna „Speicher, Getreidekammer“. Fraenkel 955; Brückner 537; Potebnja 99; Karski 135; Werzbowski 662—679; Sabaliauskas 88; Zdancewicz ZPSS 288—289; Smulkowa 62—63; Urbutis 152; Nepokupny 34 u. a. Weitere Angaben zu diesem Wort siehe Vasmer 579. Poln.: in schriftlichen Denkmälern szalina „Heuboden“ (Jablonskis II). Weißruss.: in schriftlichen Denkmälern шалина dasselbe (Jablonskis II). — Lit. šalinė „Heuboden; Spreukammer“ (zitiert nach dem Manuskript der Dissertation von A. Werzbowski). Bauelemente Poln.: atrama „in Wohnhäusern ein niedriger Balken, der zur Abstützung der übrigen Balken dient, auf denen die Decke verlegt wird“ — polnisch-belarussisches Grenzgebiet (Cyhun). Belaruss.: атрама dasselbe — lettgallisch, Witebsk (Kasp., Epimach-Sypila), vgl. атраміна „Querbalken, Kreuzbalken im Haus“ — Witebsk (Kasp.). — Lit. atramà „Stütze, Halt, Pfeiler (einer Brücke)“, otat-rénti „stützen, abstützen“. Cyhun 50. Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1583: giegnia „Dachsparren“. Belaruss.: in schriftlichen Denkmälern seit 1644: кгекгӗне dasselbe. — Lit. gėgnė „Sparren“, Pl.: gėgnės „Dachsparren“. Jablonskis 75. Poln.: grabiasto, drabiasto „an den Dachsparren befestigte Stangen, auf die das Dachstroh gelegt wird“ — dial. (SJP); grabiasto „Stangen auf dem Dach, auf denen das Stroh liegt“ — Litauen (SGP). In schriftlichen Denkmälern seit 1581: grebest (Jablonskis). Belaruss.: грабёст „Stangen zum Vergittern des Dachs entlang der Sparren“ — Witebsk (Kasp.); драбёст „Dachlattung“ — regional (BRS). In schriftlichen Denkmälern seit 1603: грабясны, гребясны, греблясты, кгребесты (Jablonskis). Russ.: гребёс-т(а), гребязо(а) „Schwarte; Leiste, die quer über einem Sparren liegt; Dachlatte“ — Litauische SSR (Nemtschenko). Ukrain.: (при)хребестити „ein Strohdach fertig eindecken“ — mittleres und östliches Polesien (Nepokupny). — Lit. grebėstas „Dachlatte“, Pl.: grebėstai „Dachlattung“. Nemtschenko 172; Nepokupny 39—41 u. a. Poln.: krejga „First; Dachfirst“ — Augustów, Litauen (SGP); krejga dasselbe — Sejny; kraja, kreigas, krejga „Längskante; Dachfirst eines Strohdachs“ — Suwałki (Zdancewicz); krejka dasselbe — Wilna (Wierzbowski). Belaruss.: крэйка „Dachfirst, wo die Dachflächen zusammenlaufen; Ende; First“ — Grodno (Stan- 153 kiewicz). — Lit. kraigas, kreigā, kreigas „Dachfirst“. Karlowicz Słownik 311; Westphal 157; Wierzbowski 872; Zdancewicz LP 342; ZPSS 289—290; Urbutis 64. Poln.: polendy „Schwellen, Balken (z. B. unter einem Fußbodenbelag)“ — nordöstlich (Zdancewicz). — Lit. palindai „Decke, hölzerner Boden im Speicher, auf dem Getreide und Heu gelagert werden; hölzerne Decke im Keller, in einer Grube“. Zdancewicz MS (239). Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1752: sklaut „Gewölbe“. — Lit. skliautas dasselbe. — Jablonskis 355. Russ.: шпа́ры „Dachsparren“ — Lettische SSR (Sinitsa). Lett. spāre, spāra dasselbe (← mnd. spare M—Э III 987). Sinitsa 34. Poln.: szulo, dial. szula „hölzerner Pfosten in einer Wand oder einem Zaun, an dem Querlatten befestigt werden“ (SJP). In schriftlichen Denkmälern seit 1583: szvl, szul, szula (Jablonskis). Belaruss.: шу́ла, шуло́ „Pfosten in einem Gebäude oder im Garten; Torpfosten“ — literatursprachlich (BRS); шулина dasselbe — Witebsk (Kasp.); шуль, шулка, шулле „Pfosten“ (Sabaliauskas). Russ.: шуло „Zaunpfosten“ — westlich (D); шула „Eckständer in Gebäuden; Block“ — Pskow (KPOS), Smolensk (Dobr.); шулы „Türnuten“ — Pskow (KPOS); „Pfosten“ — Litauische SSR (KSRNG). Ukrain.: шуло „Pfosten in einem Zaun oder einer Holzwand“; вовшу́ла, вушу́ла, овшу́ло, ушу́ла dasselbe — Schytomyr (Lysenko). — Lit. šūlas, šūlē „Pfosten (im Zaun, in der Hauswand); Torpfosten; Türpfosten; Ständer; Schindel“. Buga II, 620—622; Otrębski Sławia 476; Skardžius SL 18; Nepokupny M 6, 33; Wierzbowski 840—848; Sabaliauskas 88; Urbutis 156 u. a.; vgl. Vasmer IV, 484—485. A. Brückners Annahme einer Entlehnung der slawischen Wörter aus dem Deutschen und des litauischen Wortes aus dem Polnischen ist falsch (Brückner 557). Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1671: uzły „Stangendecke eines Blockhauses“. Belaruss.: in schriftlichen Denkmälern seit 1602: ужълы dasselbe. — Lit. ižlos dasselbe. Jablonskis 246. Eine besondere Art der Holzverarbeitung ist die Herstellung von Fortbewegungsmitteln — verschiedener Arten von Wagen und Booten. Auch hier gibt es eine gewisse Anzahl von Wörtern, die aus den baltischen Sprachen in die slawischen entlehnt wurden: Poln.: wicina, veraltet wycina „Flussschiff mit Dach, das auf dem Neman fährt“ (SJP). In schriftlichen Denkmälern seit 1582: wicina, wicyna (Jablonskis). Belaruss.: віціна „altes flachbodiges Flussschiff“ (Wierzbowski). In schriftlichen Denkmälern seit 1538: витина (Jablonskis). Russ.: витина „gängiges flachbodiges Schiff auf dem Neman und dem Prypjat“ — Grodno, Kowno, Minsk (D); витим „Art von Lastkahn auf dem Neman“ (Vasmer). — Lit. vytinė, vytinė, vytinė „langgestrecktes Flussschiff“, veraltet; vgl. lett. vitens „Bootsseite“. Fraenkel 1267—1268; Wierzbowski 175—179; Urbutis 53 u. a. Siehe auch: Vasmer I, 321—322. Die Annahme, das litauische Wort sei aus den slawischen Sprachen entlehnt (Brückner 153) oder mit ihnen ererbten Ursprungs (Brückner 613), ist falsch. Belaruss.: грынджалы, крынджалы „Art von Schlitten zum Transport schwerer Lasten“ — Gomel (Wierzbowski); крынджалы „Vorrichtung“ — östliches Mogiljow (Bjalkev.). Russ.: кринджолы „Schlitten“ — südrussische Mundarten der Oblast Chmelnyzkyj (Nikitenko); „kleine Schlitten“ — südwestlich (Vasmer). Ukrain.: керинджо́лы „Schlitten“ (Potebnja). — Lit. grįžulas, grįžalas „Deichsel; Dreh- 154 „Kreis“. Potebnja III, 99; Wierzbowſki 416; W. W. Martynow (aus einem Vortrag auf dem Symposium über baltische Entlehnungen im Belarussischen 1969 in Minsk). Eine Entlehnung aus dem Polnischen ist unwahrscheinlich (Vasmer III, 377). Belaruss.: эльбки „ungünstige Schlitten“ — Wilnaer Gebiet (Kirkor). — Lit. slidēs „Skier“ oder lit. dial. slēdēs „Schlitten“. Die lautliche Gestalt des belarussischen Wortes könnte durch Analogie zu Wörtern mit dem Stamm з(о)л- beeinflusst worden sein. Russ.: ка́ра „großer Wagen mit hohen Seitenwänden zum Heutransport“; кары „Schlittenanhänger zum Transport von Baumstämmen“ — Litauische SSR (Nemč. DL). — Lit. kāras (Plural: karai) „Schubkarre, Karren“. Vgl. auch russ. карю́ки „Schlittenanhänger zum Transport von Baumstämmen“ — Litauische SSR (Nemčenko); aus lit. kariūkai entlehnt, Diminutiv zu karai (Nemčenko DL 64). Belaruss.: лайба „Lastkahn“ — Witebsk (Kasp.). Russ.: лайба „riesiges Boot“ — Smolensk (Dobr.); лайва dasselbe — Wolkowysk, Nowgorod, Polozk, Pskow (KSRNG); лова „Schiff bei den Nowgorodern, Deutschen und Kareliern“ (Srezn.). — Lit. laivas, laivė, lett. laiva „Schiff, Boot“. Blese 14; Wierzbowſki 466—470. Die Auffassung, dass das untersuchte Wort baltischen Ursprungs sei, ist nicht allgemein anerkannt und bedarf weiterer Begründung. Poln.: lubna „große bemalte Truhe aus Brettern mit Sitzplätzen, die für festliche Fahrten auf den Schlitten gesetzt wird“ — Sejny (Zdancewicz). Russ.: лубни „Ausflugsschlitten“ — Litauische SSR (Skuratov). — Lit. lūbnios „Schlitten mit auseinanderlaufenden Kufen; breiter Schlitten mit aufgesetzten Sitzplätzen“. Zdancewicz LP 344. Poln.: in schriftlichen Quellen seit 1595: perga „Kahn“. Belaruss.: in schriftlichen Quellen seit 1589: перкаа, перга dasselbe. — Lit. pérgas „Kahn, Boot“. Jablonskis 163. Poln.: ragucie „Schlitten zum Holztransport“ — dial. (SJP); raguci „Schlitten“ — Wilnaer Gebiet (Turska). — Lit. rogūtės, Diminutiv zu rōgės „Schlitten“. Fraenkel 685; SJP V, 467; Karłowicz O języku 324; Wierzbowſki 884. Russ.: ратка „zweirädriger Wagen“ — Petersburg (Vasmer). Das Wort ist aus lit. rātas „Rad“, Plural rātai „Wagen, Fuhrwerk“ entlehnt, und zwar über die Vermittlung finno-ugrischer Sprachen (finn. ratas, liv. ratas „Rad“, Plural rattaat „Wagen“). Zum baltischen Ursprung der finnischen Wörter siehe Fraenkel 703; zum finnischen Ursprung des russischen Wortes siehe Vasmer III, 447. Poln.: szlaje „Schlittenart“ (Karłowicz); szlajki dasselbe — Wilnaer Gebiet (Otrębski); šleje „altes Geschirr“ — Tykocin (Gloger). In schriftlichen Quellen seit 1749: szlaie, szlaje, szlajki (Jablonskis). Belaruss.: шлайки „kleine Schlitten“; шланки, шлаи dasselbe — dial. (Wierzbowſki). Russ.: шлан „Pferdeschlitten für den Transport von Holz und Baumstämmen“, шлайки „leichte Ausflugsschlitten“ — Litauische SSR (Nemčenko). — Lit. šlãjos „Schlitten, Holzschlitten“, Diminutive šlãjikės, šlãjukės. Fraenkel 998; Karłowicz O języku 324; Wierzbowſki 804—806; Nemčenko 171 u. a. Zu derselben Wortgruppe gehören auch die Bezeichnungen für Teile von Fortbewegungsmitteln: Poln.: dugnina „Brett am Boden eines Fuhrwerks“ — nordöstliches Suwałki-Gebiet (Zdancewicz). — Lit. dugnine dasselbe, zu dūgnas „Boden“. — Zdancewicz Sprawozdania 76. 155 Russ.: капы „Teile des Schlittens, mit deren Hilfe die Kufen miteinander verbunden werden“ — Litauische SSR (Nemčenko). — Dieses Wort gilt als Entlehnung aus lit. kaitras „Winkel“ (Nemčenko DL 64). Wahrscheinlich war die Entlehnungsquelle jedoch lit. kāтpa „Querbrett im Schlitten; hölzerner Sitz im Schlitten“. Zu den alten Arten der Holzbearbeitung zählt gewöhnlich das Flechten (aus Zweigen, Ruten). Neben den oben angeführten Baltismen, die Flechtmaterial bezeichnen, lassen sich noch einige Entlehnungen anführen — Bezeichnungen geflochtener Gegenstände. Poln.: bucz „kegelförmiger, mit einem Netz überspannter Korb zum Fang kleiner Fische; Reuse; Fischreuse“ — dial. (SJP), Augustów, Litauen (SGP); in schriftlichen Denkmälern seit 1670: bucz „Fischereigerät“ (Jablonskis). Weißruss.: буч „Reuse“ (BRS); буча „stationäres Fischereigerät“ — Witebsk (Nikif.). In schriftlichen Denkmälern seit 1667: буч „Fischereigerät“ (Jablonskis). Russ.: буч „Reuse; geflochtenes Fischereigerät“ — westl. (D); Litauische SSR (Nemčenko). — Lit. būčius, būčis, būčas „Reuse aus Netz oder Zweigen“. SJP I, 225; Zdancewicz LP 337; Urbutis 51–52 u. a. Poln.: warża „geflochtener oder hölzerner Fischbehälter“ — Litauen (Otrębski). Weißruss.: ваража „hölzerner Behälter zur Aufbewahrung lebender Fische“ — Dryswiaty, Snudy, Naratsch (Laumane). Russ.: варжа „geflochtener oder hölzerner Fischbehälter“ — lettgallisch (Laumane). — Lit. vārža „Reuse“, östl. „geflochtener oder hölzerner Fischbehälter“. Otrębski JP 83; Laumane 17. Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1700: kiescie „Körbe zum Tragen von Heu, Stroh“. — Lit. kėstės „Tragbahre“. Jablonskis 86. Poln.: in schriftlichen Denkmälern seit 1804: kresc’ „Körbchen“. — Lit. dial. krėštis dasselbe. Jablonskis 107. Zu dieser Gruppe gehört höchstwahrscheinlich weißruss. гёгли, гёгли „Fischereigerät — eine Kriga“, Braslaw, Miadel (Laumane), aus dem Litauischen entlehnt, vgl. lit. gėgnės „Dachsparren“, dial. „Fischereigerät“ (Laumane 16). Was weithin bekannte Baltismen wie poln., russ., weißruss., ukrain., bulg. вентерь „Fischereigerät“ oder poln., weißruss. резины, russ. резвины/розвины „Netz zum Tragen von Heu, Futter“ betrifft, müssen sie außer Betracht bleiben, denn die entsprechenden Sachverhalte haben sich erheblich verändert; infolgedessen ging wahrscheinlich die ursprüngliche Verbindung mit Holz (Ruten, Zweigen) als Rohstoff zur Herstellung dieser Gegenstände verloren (üblicherweise handelt es sich um Seilnetze). * * * Alle oben angeführten Baltismen gehören zu jenem Bereich des holzverarbeitenden Handwerks, der die Arbeit eines Menschen mit bestimmten Fertigkeiten auf diesem Gebiet erfordert. Unberücksichtigt bleibt der Bereich der primitiveren Verwendung von Holz und Holzgegenständen in der Landwirtschaft (gemeint sind Bezeichnungen für Erzeugnisse aus Holz, wie weißruss., russ. dial. жагины, жегины „Vorrichtung aus Stöcken zum Trocknen von Heu, Klee u. Ä.“ ← 156 Lit. žaginÿs „gestellartige Trockenvorrichtung“; russ. dial. brūnklя „ein Holzbrettchen mit Löchern an beiden Enden zum Anbinden von Kühen im Stall“ ← lit. brunklys „Knebel; Drehvorrichtung“ u. a.). Aus der Übersicht ausgeschlossen sind auch Bezeichnungen für hölzerne Arbeitsgeräte (oder deren Teile), die für andere Handwerke spezifisch sind (Weberei, Spinnerei usw.; beispielsweise poln. dial. rateluki „Kreis in einem Stickrahmen“ ← lit. rateliūkai „Kreise“, poln. dial. truść „ein Holzstäbchen im Webkamm“ ← lit. strustis „Weberkammblatt“ usw.). Die nachgewiesenen Entlehnungen aus den baltischen Sprachen in die slawischen Sprachen im Bereich der Holzbearbeitung bilden eine vergleichsweise große Wortgruppe (über 70, selbst wenn man zweifelhafte Baltismen wie лайба u. a. nicht mitzählt); die meisten davon sind in Mundarten und der Umgangssprache gebräuchlich, während nur ein kleiner Teil ausschließlich in Denkmälern der polnischen und belarussischen Schriftsprache belegt ist. Ihrem Ursprung nach ist dieser Wortschatz überwiegend baltischen Ursprungs und spiegelt Besonderheiten der baltischen Holzbearbeitungskultur wider. Ausnahmen bilden lediglich drei Wörter, die aus dem Deutschen (климбы, шпары) und dem Finnischen (рига) in die baltischen Sprachen entlehnt wurden. Charakteristisch für diese Gruppe von Baltismen ist, dass viele Wörter nicht nur in einer slawischen Sprache (oder Mundart), sondern in zwei oder mehr belegt sind und ihr Verbreitungsgebiet somit das Verbreitungsgebiet der baltischen Sprachen um ein Mehrfaches übersteigt (vgl. die Wörter щупло, склют, дёготь, клуня, евня, свирон u. a., die in Mundarten von vier oder mehr slawischen Sprachen bekannt sind). Dieser Umstand zeugt erstens von der Intensität der Entlehnung im Bereich der Holzbearbeitung und zweitens von einem vergleichsweise frühen Entlehnungszeitpunkt. Schriftdenkmäler der slawischen Sprachen belegen, dass einige baltische Lehnwörter spätestens im 14. Jh. (ковш und möglicherweise ремесь), im 15. Jh. (дойлид, клуня, свирон) oder im 17. Jh. (евня, жлукто, прымен, пуня, склют, щупло) in die slawischen Sprachen gelangten, also deutlich vor der Petrinischen Epoche, als beispielsweise Wörter germanischer Herkunft in großer Zahl in die russische Terminologie der Holzbearbeitung eindrangen. Außerdem ist hervorzuheben, dass die Entlehnung nicht auf einen bestimmten Spezialzweig der Holzbearbeitung beschränkt war, sondern nahezu alle Bereiche dieses alten Handwerks erfasste: Bauwesen, Böttcherei, Flechtarbeiten, primäre Holzbearbeitung, Werkzeuge, Fortbewegungsmittel usw. Die Vielfalt des entlehnten Wortschatzes, zusammen mit seinem weiten Verbreitungsgebiet und dem frühen Zeitpunkt der Entlehnung aus den baltischen in die slawischen Sprachen in diesem Bereich des materiellen Lebens der baltischen und slawischen Völker, zeugt von einem recht hohen Entwicklungsstand der Holzbearbeitungskultur bei den alten Balten5. 5 Es sind auch andere Auffassungen zu der untersuchten Frage bekannt; vgl. beispielsweise die Schlussfolgerung, dass „der Entwicklungsstand der Kultur … der Holzbearbeitung bei den Slawen im Vergleich zu den Balten relativ höher war“ (О. Н. Трубачев, Ремесленная терминология в славянских языках, М., 1966, стр. 167). 157 Verzeichnis der Abkürzungen Sprachen, Dialekte, Mundarten август. — augustowisch арх. — archangelskisch белост. — białystokisch блр. — belarussisch болг. — bulgarisch брянск. — brjanskisch вильн. — Wilnaerisch вит. — witebskisch Wolkowysk. — wolkowysker Woron. — woronescher Glussk. — glussker Gomel. — gomeler Grodno. — grodnoer Don. — donischer Drisw. — driswätischer altpreuß. — altpreußisch alttsch. — alttschechisch Djatlow. — djatlowischer Schytomyr. — schytomyrer Selw. — selwener Kalug. — kalugischer Kiewer. — kiewer Kown. — kownischer (kaunasischer) Kursk. — kurskischer Lettische SSR — Lettische SSR latgal. — lettgallisch liv. — livisch Litauische SSR — Litauische SSR lit. — litauisch lett. — lettisch masow. — masowisch minsk. — minskisch mogil. — mogiljowisch mostowsk. — mostowskisch mjadelsk. — mjadelskisch dt. — deutsch nowgor. — nowgorodisch nowosib. — nowosibirskisch orl. — orjolisch peterh. — peterhofisch poln. — polnisch psk. — Pskower rost. — Rostower russ. — russisch rjasan. — rjasanisch sverdl. — swerdlowskisch swisl. — swislotschisch sejn. — sejnisch slaw. — slawisch slawk. — slowakisch smol. — smolenskisch snud. — snudisch mndn. — mittel-niederdeutsch suwalk. — suwalkisch tamb. — tambowisch twer. — twerisch tykoc. — tykocińisch ukr. — ukrainisch finn. — finnisch chełm. — chełmisch tschech. — tschechisch Wörterbücher, Monographien, Aufsätze Araszonkowa — A. Ў. Araszonkowa, E. Ў. Hrynavieckene, Ў. P. Kavaltschuk, J. F. Matsekevitsch, J. M. Romanowitsch, L. A. Schatalawa, Z leksiki bielaruskich havorak zachodniaj zony, „Весці АН БССР“, serija hramadskich nawuk, 4, 1969, S. 123—134. Бернекер — E. Berneker, Slavisches etymologisches Wörterbuch, Heidelberg, 1908. Blese — E. Blese, Alcuni rapporti fra il bianco russo e le lingue baltiche, „Studi Baltici“, V, 1935—1936, S. 1—29. Брюкнер — A. Brückner, Słownik etymologiczny języka polskiego, Warszawa, 1957. Būga — K. Būga, Rinktiniai raštai, I—III, Vilnius, 1958—1962. Бялк. — І. К. Бялькевіч, Краёвы слоўнік усходняй Магілёўшчыны, Мінск, 1970. Vidugiris — A. Vidugiris, Rez.: Baltarusių-rusų kalbų žodynas, „Lietuvių kalbotyros klausimai“, VIII, 1966, S. 235—237. Gloger — Z. Gloger, Słownik gwary ludowej w okr. tykocińskim, „Prace filologiczne“, IV, 1893, Heft III, S. 793—904. 158 Гр. — B. Hrinčenko, Wörterbuch der ukrainischen Sprache, Kiew, 1908—1909. Гринблат — M. Ja. Grinblat, Belarussen. 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