S. Ambrazas. „Daiktavardžių darybos raida (lietuvių kalbos veiksmažodiniai vediniai)“
Full text
S. Ambrosius. Die Entwicklung der Substantive (Verben) in der litauischen Sprache. Vilnius, 1993, 296 S. Dies ist ein umfangreiches Buch, das die Wortbildung in der litauischen Sprache untersucht, wobei hier "die Hauptaufmerksamkeit dem bedeutungsvollen (semantischen) Aspekt der Wortbildung gewidmet ist, der bisher am wenigsten erforscht wurde" (S. 4). Natürlich nimmt der Autor diese Arbeit nicht aus dem Nichts in diesem Aspekt auf — er hat vor Augen das Buch von P. Skardžius "Die Wortbildung der litauischen Sprache" und die Untersuchungen von Prof. V. Urbutis, auf die er sich hier wunderbar stützt. S. Ambrazas sammelte viel Material aus verschiedenen schriftlichen Quellen, insbesondere aus dem LKŽ und seiner Kartothek sowie aus den Bänden des LKA, versuchte es zu zusammenzufassen und zu analysieren. Der Autor hat ein interessantes Buch geschrieben, wo er sein eigenes originelles und gewichtiges Wort gesprochen hat. Die meisten Aussagen des Autors sind gut durchdacht, die verschiedenen Fakten werden hier angemessen dargestellt und zielgerichtet interpretiert. Es wurde viel Arbeit investiert und manchmal bedauern wir die Ungenauigkeiten, die die Leser irreführen können. Leider fehlt es nicht an Beispielen. In vielen samogitischen Sprachgemeinschaften werden Substantive mit dem Suffix -imas, die aus Verben mit der Wurzel tvirtapradės entstanden sind, in der Wurzel ausgesprochen: lūžimas, dirbimas usw. regelmäßig —Krš, Rdn, Eig, Trš, Tl, PJ, Lkv, Sl usw., und nicht "apraiškų randame" ip. 26). Ich weiß. tarnsėtje) ist in vielen Semiten ein dunkler Pronomenpronomen (S. 33), wie auch mėd'ie, k'ėl'ie, vaZie usw. Das Wort malda bedeutete eine Bitte nicht nur für M. Daukša (S. 37), sondern auch heute noch für die Semgalen im Sprichwort g':va malda pra:ša Rdn u.a. Aus irgendeinem Grund werden dem -čia-Suffix nicht kalčia, kerčia, verčia, grįžčia "grįžtė" usw. zugeordnet (S. 48) —die entsprechenden Beispiele wurden nicht gesucht. Das Adjektiv risčia kažin hat nichts mit dem Suffix -čia zu tun (nicht schulden- ?) —S. 48. Straumé Plng stammt aus den sogenannten kurischen Dörfern, und das ist kein Reichtum der litauischen Sprache (S. 56). Aus dem Adverb birleşingiu DP168 das Substantiv birleşgynés (S. 64) zu machen, ist ziemlich schüchtern (vgl. LKZ IV 64). Warum smdrvé von *smdrdvé (S.72), wenn diese Form im Osten gehört wird Litauisch – Ukm, Ln – Gespräche. In Karklėnai gibt es die Form ajū:t'emejūtė, nicht ėjūtė (S. 82). Warum i von allen -gné (bk. -iéné)-Derivaten im Semitischen nur kritynė (das Verhältnis von -yné und -iėnė ist nicht gezeigt) für die Bezeichnung von Speisen genommen wurde —S. 96 (und das ist keine Suppe, sondern zerfallene, zerbrochene Kartoffeln, eine Unterart von Bratkartoffeln). Der Name leitet sich von dem Wort „Land“ ab. Es muss noch bewiesen werden, und es ist vorbehaltlos gegeben —p. 94. Tryškių griūženos (LKŽ III 627) ist eine unsichere geschriebene Form —die Sprache hat keine Sammlung von -rtūLauten (nur -rū-). Dieses Wort wird vns gemacht. Er stürzt und wird selbst geschlagen (S. 95). S.B. Chilinskis stammte aus Schwentezers, das konnte kein Mittelhochdeutsch sein (S. 113) — heute gibt es auch keine solche Dialektabteilung mehr. In Veiviržėnai, Kaltinėnai ist die Form kriokla||kriokla~krdkla nicht kridkla (S. 118). Das Wort pakardila wird in Papilyjé verwendet, nicht in Papile (S. 123). Ganz unklar ist das Wort isméizena Zd (S. 126). Welche Wurzel hier ist, woher dieses Wort kommt, ist schwer zu sagen! Das Suffix —ina (neben -ena) erfordert im Semitischen noch allgemeinen Beweis und Diskussion (wie bei aditos) —p. 127. Es kann nicht sein, daß barškinė Klp, Tl, Užv (S. 128) ist —überall, wo ich dort war, hörte ich nur barškynė (bar’s’k’i’- n’e). Dusmenų krausééius (S. 132) ist eine nicht existierende Form aus dem sogenannten Lügner "Fonds", außerdem wurde kranksécius(!). Nirgendwo ist bewiesen, daß das Deminutiv- -Suffix -ikė das paarige Entsprechungswort -ikas 226 08 Ela Salia =
gehabt hat (die Beispiele aus dem Preußischen können den Stamm oder gar das Vorhandensein kaum unterstützen) —p. 137. Bei den Beeren gibt es die Form kišttūkas, nicht kištūkas (S. 138). Das Wort Kvėdarnos ėjūoks ist transponierbares ejėkas, nicht éjokas (S. 141). In Jurbarkas heißt es sudž'u-vūt'is, was bk geschrieben wird. Austrocknen, nicht austrocknen —p. 142. Das Adjektiv -inykas (S. 146) haben die Semiten (KI, Slnt, YI) heute nicht mehr. Merūnas (S. 149) ist ein ganzes Leihwort, kein -ūn-Suffix (es sei daran erinnert, dass der Schlitz Rmč (S. 149) — ein falsch geschriebenes Wort, nur ein Schlitz ist). Šiaulėnai ist die Sprache der westlichen Hochlauter, daher ist die Bezeichnung pakarūkliai (S. 156) nur für die Lauter nicht geeignet. Das Wort paistuéklis aus Sd, P1 (LKZ IX 124) musste nicht ins Semitische (Sd, KI) übertragen werden (S. 156). M. Valančiaus girtuklis (S. 157) ist zweifellos eine Umschreibung des Wortes girtūklis aus vielen samogitischen, sogar preußischen litauischen Wörtern Krš, Užv, Rdn, Pvn, TI, Plt, Klp, Sg, StngŽ. Dglš (S. 159) ist nicht sudera. Warum die gesetzliche a+e=a durch das Hiato als unbezeugtes Beispiel der Antike angesehen wird, nepaitiwas < *nepaeituvas (S. 160), ist schwer zu sagen. Im Süden der Dschuken (Nč, Knv, Rtn, Drsk) gibt es das Wort bad kills mit L, nicht budikslis (S. 178), sondern žem. kaiséklis (S. 174) muss als kaiséklis geschrieben werden, da hier die durch regressive Assimilation betroffenen Vokale é.~¢& vorkommen. Das im Dialekt (Vk3) geschriebene déglas "fakelas" ist ein Neologismus (vgl. LKZ II! 1948, S. 247. IKK XXVI 15), von Menschen während der Feste gelernt. Dasselbe gilt für den Schmuck aus Kairiai und Baisogala (S. 192). Solche Neuerungen sollten in der historischen Forschung kaum berücksichtigt werden. Das Wort atašlina (S. 195, 231) ist zweifellos nicht die einzige präsentierte Ableitung von -ina —wenn die Wurzel nur -š£ wäre (denn ata ist ein Präfix). Das zweisprachige Wort der Bewohner der Region Vilnius dengéja "Werkzeug zur Dachbedeckung" wie auch fischer vedėja kann kaum ein Grund sein, um an den Misstrauen der Suffixe -ėjas, -a an Werkzeugoder Gegenstandsnamen zu zweifeln (S. 202, 230). Der Name des Teils der Kuršėnų Mühlen pd.rvara ist unwiederbringlich pervara (S. 204). Fast aus einem Grūžis geschriebenes adgklis (aus der Aussprache ad*t.kl'/- s) (S. 229, 230) wird von den Wörterbüchern wohl nicht in untransponierter Form freigegeben. Die Form augintūvė (S. 211) findet man nicht in Tryškiai, Pavandenė und anderswo — es gibt nur augtūvė, und sandėlis, sandélys Uzv, VI (S. 216) ist völlig neu (50 Jahre alt), hat nicht einmal das phonetische Gesetz Užv an> on, was für die Geschichtsforschung kaum von Nutzen ist. Die Aussprache der Formen ist sehr fehlerhaft, oft unhistorisch und verletzt wichtige Gesetze. Die historische alte Schreibweise ist šlauga, nicht šilūgė (S. 9). Seltene, neue Aussprache von suvéizdéjo, pavčizdėti (vielleicht sogar aus den Schriften von Žemaitija bekannt) über Marijampole (S. 23, 101 u. a.); o geerbtes selbständiges veiz(setzen, véiz(d)a, --(d)éjo; išdūkenia (S. 65) = isdukienia (selbe Form zu korrigieren); Teilmengen (S. 70) = pdrüberschuss Rsn; ldisvas (S. 72) = frei; Türen (p. 79) = Türen; girnkelis (S. 80) = ein Sägeblatt; gniūžtė (p. 90) = gntūžtė; plėsti (S. 93) = erweitern (wenn das nicht ein Schreibfehler ist); afklas (S. 153, 171, 173, 207, 292) (Stadtbewohner, entfernt von Dialekten, neu gelernt) = = drklas; Tv (S. 155) = Angler; kerékšla (S. 156) = Kerékšla; pakartūvė (S. 160) = Unterziehen; lebeida (!) (S. 161, 227) = Aufzeichnung von Lügen, nicht existierende Tatsache; chiupeiza (S. 163, 227) = chiupchiza; nemetgša (S. 167) = nicht mächtig; mūgšis (S. 166) = magsis (regressive 227
Assimilation von Vokalen) Kl u.a., nakviša (!) (S. 167) = nakviša; bėris dkt. (S. 170) = Birke; ifklas (S. 172, 207) = Ruder; doklas (S. 172) = Behälter; Scheiben (S. 173) = Scheiben; Malz (S. 177) = Malz; salykla (S. 176) = salykla; (S. 186) = tragen; Bohrer (S. 189) = Bohrer; Kolben (S. 188) = Kolben; Ortsname Upytė (S. 197) = Upytė; dažyvė (S. 198) = dazijvé; preikalas (S. 203) = = preikūlas; skiedra (S. 223) = Schiefer; Tribut (S. 223) = Tribut; terlitiza (!) (S. 227) = terliuz; kramuila (!) (S. 228) = krammeln; pakarikla(!) (S. 228) = aufgeschnallt; 229) = turékla ar gal tureklé ir kt. (1) (S. 229) = turékla ar gal tureklé ir kt. (S. 229) = turékla ar gal tureklé ir kt. Das größte Hindernis ist die Missachtung des Saussureschen Gesetzes in einigen Beispielen, die viele jüngere Forscher irreführen können. Es gibt noch weitere, bisher unbekannte Falle, z.B. sūnui (S. 36) = Sohn; dtstogos (S. 84) = Urlaub; Dünger (S.:98) = Dünger; spjaudalas (S. 99) = Spucken; pyliava (S. 101) = pyliava; Dezember (S. 104) = Hagel; Getreide (S. 104) = Getreide; Schnecke (S. 107) = Schnecke; rieké (S. 107) = = riekė; gimdijvė (S. 135) = die Mutter; rot (S. 138) = rot; Spitzen (S. 150) = Spitzen; Satellit (S. 15: 3) = Satellit; Begleitung (S. 153) = Begleitung; valdévas (S. 153) = Herrscher; 164, 229) = schädlich; Niederschlag (S. 202) = Niederschlag; Tirmantas (S. 234) = Turmantas; Musketier (!) (S.) 290) = Mutschka oder Muscheika; retten (S. 290) = retten; lebeda (S. 291) = Löwe; Landijnė (S. 294) = Landijnė; trosta (S. 294) = sdsta usw. Fehlerhafte Rechtschreibung: atgražtys (S. 48) = atgrąžtys; biurti (S. 49) = bjurti; Verluste (S. 50) = Verluste; perzutis (S. 50) = Vernichtung; nicht wachsen (S. 126, 156, 163) = nicht wachsen; nudvėselis (S. 133) = Nackt; Všk, Vdk (S. 162) = Weide; smalyžius (S. 162) = smaližius; Wachs (S. 200) = Wachs; Lager (S. 211) = Lagerhaus usw. Der junge Wissenschaftler arbeitete viel, nahm viel von der Literatur seines Lehrers Professor V. Urbutis, aber widmete weniger Aufmerksamkeit den Fakten, und dadurch litt das analysierte Material und seine Interpretation an vielen Stellen. Vytautas Vitkauskas 228
