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Stilistinis žodžių apibūdinimas „Lietuvių kalbos žodyne“

Klementina Vosylytė

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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XXXV (1995) LIETUVIŲ LEKSIKOLOGIJOS TYRINĖJIMAI Klementina VOSYLYTĖ STILISTISCHE CHARAKTERISIERUNG VON WÖRTERN IM „LITAUISCHEN WÖRTERBUCH“ §1. Die stilistische Klassifikation des Wortschatzes wird in Wörterbüchern gewöhnlich durch bestimmte stilistische Markierungen angezeigt. Eine stilistische Markierung definiert die stilistische Qualität eines Wortes oder seiner Bedeutung. Mit diesen Mitteln lässt sich die stilistische Modalität eines Wortes jedoch nicht immer genau wiedergeben. Dies ist ein Problem aller Wörterbücher. Auch die Verfasser und Redakteure des LKŽ stehen vor diesem Problem. Dass die Grundlage für die Einteilung stilistisch konnotierter Lexik im LKŽ sehr unterschiedlich ist, nur einige wenige Wörter stilistisch charakterisiert werden und die von Lexikografen verwendeten stilistischen Markierungen sehr verstreut und uneinheitlich sind, hat J. Pikčilingis (1975:10—11) festgestellt. Ziel dieses Artikels ist es, das System der stilistischen Markierungen im LKŽ zu überblicken und seine Mängel sowie die uneinheitliche Verwendung der Markierungen aufzuzeigen. Hinsichtlich der stilistischen Klassifikation des Wortschatzes herrscht weder in theoretischen Arbeiten zur linguistischen Stilistik noch in lexikografischen Arbeiten völlige Einigkeit. Die Ursachen dieser Meinungsverschiedenheiten hat E. Petriščeva in einem Buch zur stilistischen Analyse russischer Wörter erörtert (Петрищева 1984:3—14). In den allgemeinsten Fragen der stilistischen Klassifikation des Wortschatzes gibt es gewöhnlich keine grundlegenden Meinungsverschiedenheiten. Die Verfasserin dieses Artikels stützt sich vor allem auf die stilistische Differenzierung des Wortschatzes durch den litauischen Stilisten J. Pikčilingis (Pikčilingis 1975:8—22). Dass manche Wörter stilistisch neutral, andere dagegen stilistisch konnotiert (markiert) sind, erkennen alle Stilisten an. Stilistisch neutral sind Wörter, die weder emotionale, bildhafte noch andere stilistische Nuancen aufweisen, wie sie für die Umgangs- oder die Schriftsprache kennzeichnend sind. Stilistisch konnotierte Lexik benennt Dinge, Erscheinungen oder Eigenschaften nicht nur, sondern charakterisiert sie auch und vermittelt zusätzliche stilistische Informationen. Ein stilistisch konnotiertes Wort wird Konnotat genannt und bildet den Gegensatz zum Denotat, d. h. zu einem Wort ohne jegliche stilistische Nuance. Die stilistische Konnotation eines Wortes setzt sich aus funktionaler sowie emotionaler und expressiver Konnotation zusammen. Unter Berücksichtigung des Verwendungsbereichs und der Funktionsbedingungen eines Wortes werden in Wörterbüchern gewöhnlich Wörter mit umgangssprachlicher Färbung und Wörter mit schriftsprachlicher Färbung markiert. §2. Betrachten wir zunächst, wie im LKŽ Wörter wiedergegeben werden, die im Hinblick auf die Umgangssprache konnotiert sind. Die Markierung šnek. wird in der Anleitung zum LKŽ folgendermaßen erläutert: ”ein umgangssprachliches Wort, seine Bedeutung oder eine Wendung mit deutlicher Färbung einer freien, ungezwungenen, bisweilen spöttischen, etwas groben Sprache” (LKŽ instrukcija 1980:35). Vor allem ist unklar, ob als umgangssprachliche Wörter solche der Volkssprache (Dialekte), der standardsprachlichen Umgangssprache oder beide gelten. Außerdem scheint die unbestreitbare Feststellung, dass umgangssprachliche Wörter stärker als Wörter der Schriftsprache durch Expressivität, Emotionalität, Anschaulichkeit und ein wertendes Element gekennzeichnet sind, 180 genügt offenbar nicht als Kriterium zur Definition des umgangssprachlichen Stils. Expressivität, Emotionalität sowie eine spöttische oder grobe Färbung gehören in den Bereich der emotionalen und expressiven Konnotation von Wörtern. Als Beispiele zur Veranschaulichung der Markierung šnek. führt die Anleitung zum LKŽ folgende Wörter an: išverstաբambis, -ė, bebekas und knabė, 2. Bedeutung ’Nase’. Leider ist diese Markierung im Wörterbuch selbst nur bei der 2. Bedeutung von knabė hinzugefügt; išverstաբambis, -ė und bebekas sind ohne jegliche stilistische Markierungen aufgeführt. Im selben Absatz der Anleitung findet sich eine Anmerkung, die dem oben in der Anleitung Gesagten und hier bereits Zitierten völlig widerspricht. Sie lautet: ”Da den größten Teil des Wörterbuchs Wörter, Bedeutungen und Wendungen der volkstümlichen Umgangssprache bilden, von denen viele eine gewisse Lockerheit gegenüber den Normen der Literatursprache aufweisen, werden, um das Wörterbuch nicht mit Markierungen zu überladen, mit der Markierung šnek. nur Wörter gekennzeichnet, die für den Stil der standardsprachlichen Umgangssprache charakteristisch sind” (LKŽ instrukcija 1980:35). Hier wird also bereits zwischen Wörtern der volkstümlichen und der standardsprachlichen Umgangssprache unterschieden. Die Auffassung, dass die Markierung šnek. nur Wörter kennzeichnen sollte, die für den Stil der standardsprachlichen Umgangssprache charakteristisch sind, wäre nur für ein Wörterbuch der Standardsprache passend. Wie die Markierung šnek. im LKŽ selbst umgesetzt wird, lässt sich anhand der angeführten Beispiele erkennen. Mit ihr werden beispielsweise folgende Wörter markiert: rabantuoti, atsirabantuoti, įsirabantuoti, nusirabantuoti, užsirabantuoti, rabanuotis, įsirabanuoti, rabazdinti, rabazduotis, parsirabazduoti, susirabazduoti, rabždintis, rabiza, sie fehlt jedoch bei Wörtern mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung und gleichem Verwendungsbereich: išsirabантinti, rabeti, rabinti, rabuotis, atsirabuzdinti. Als umgangssprachlich gelten: raira, raireti, rairone, rairuoti, rairūnas, -ė, 1 rairuoti, während Wörter aus einem vergleichbaren Verwendungsbereich wie 2 rairokas, -ė, 2 rairuoti, rarokas, rareti, rarinti, raruoti nicht als solche gelten. Das Adverb repečkomis und die Verben repečkoti, repečkuoti, riūtinti tragen die Markierung šnek.; bei den Verben rėplioti, rėplinėti ist sie nur bei der 3. Bedeutung angegeben; die Verben roblinėti, roblinti, robloti sowie das Adverb roblomis haben keine stilistische Markierung, während rioglinti, rioglioti, roglinti, roglinėti nur mit der Markierung menk. versehen sind und somit bereits unter einem ganz anderen Gesichtspunkt stilistisch charakterisiert werden. Die Wörter ryžintis, ryžtauti, ryžius, ryžutis sind mit šnek. markiert, ryzmenė, 1 ir 2 ryzuoti dagegen ohne Markierung. Die Verben rumžti, runtinti, runtyti werden im LKŽ mit der Markierung šnek. aufgeführt, das ähnlich bedeutende und gebrauchte Verb ruobti und das Substantiv runtulis hingegen ohne stilistische Markierungen. Als umgangssprachlich gelten auch folgende Verben oder ihre Bedeutungen: ruopštinėtis, riūtėti, riūtinti, riūtuoti, sliūkinėti, sliūkinti (sliūkoti — ohne Markierung šnek.), smurgsoti, 2 smurgti (mit derselben Bedeutung smursti — ohne stilistische Markierung), snapinėti, snarpsoti, snopsoti, sominėti, 1 sominti (2 sominti, somti — ohne Markierung), stenėti, 3., 4. und 5. Bedeutung, stybinti, stybrinti, stimpluoti, stingčioti, 1 styrinti, striūginti, striūblinėti, striūlinti, sygnuoti, šamantinėti, šamatyti, šamatuoti, šanatyti, 2 šapuoti, 1 šarpuoti (šapenti, šapėti — ohne šnek.), šlamšnoti, šlamšti, 4. und 5. Bedeutung (warum sind die übrigen nicht šnek.?), šlapakčioti, šlerkinėti (šlepsėti, šlepšinėti — ohne šnek.), šlerkuoti, šlerpinti, šlerpoti, šlerpti, šlerpinti, šlervoti, šlevedrineti, šlevedruoti, šlevendroti (šliominti — nur mit der Markierung menk.), ebenso folgende Substantive: 1 šešpėlis, 7. Bedeutung (warum sind die übrigen nicht šnek.?), 1 šakaras, šakarna, 181 šakarnudel is, -ė, šlerkius (šlernius — be šnek., o šlerva — tik niek.), šlerkos, šlervokas, šlevendra. Sind dies Wörter der allgemeinsprachlichen Umgangssprache? Die Quellen und die Ortsangaben zeigen, dass es sich in der Regel um Wörter der volkstümlichen Umgangssprache (Dialekte) handelt. Vergleichen wir Wörter, die im LKŽ ohne jegliche stilistische Kennzeichnung aufgeführt sind: sniaukroti, snūstinė­ti, spogčioti, sryguoti, stab arinti, stiրմoti, stripuliuoti, striubuliuoti, stulpčiuoti, stupuliuoti, stursinėti, suinitys, susikuitėlis, -ė, susikumpėlis, -ė, susilaižėlis, -ė, susineržėlis, -ė, susisukėlis, -ė, susitupėlis, -ė, sutrius, -ė, sužlibėlis, -ė, svaimėti, šalameikis, šalataika, šapnagis die 1., 2. und 3. Bedeutung, šatragonas, šemeklinėti, šemeklis, šemelioti, šemeliotis, šemerioti, šemintinėti, šemšioti, šinkyti, škabalda, škabarda, škervinti, škiobrinti, šlaitinėti, šlamštauti, šlamštokas, -ė, šlapad r aila, šleivakojis, -ė, šleivioti, šleivoti, šleivys, -ė, šleketuoti, šlepenti, šlepsėti, šlioti, šlitiniuoti, šlytinti, šliudrinėti, šliūkštinti und dergleichen. Hinsichtlich ihrer funktionalen Konnotation scheinen sich diese Wörter nicht von den mit šnek. gekennzeichneten zu unterscheiden. Beide Gruppen weisen eine ausgeprägte emotionale und expressive oder bildhafte Färbung auf (leider im LKŽ häufig nicht vermerkt). Die meisten von ihnen werden jedoch in der volkstümlichen Umgangssprache und nicht in der allgemeinsprachlichen Umgangssprache verwendet. So drängt sich der Schluss auf, dass die Kennzeichnung von Wörtern oder Bedeutungen im LKŽ mit šnek. sehr subjektiv und uneinheitlich ist und daher sowohl in der Anleitung als auch in der praktischen Wörterbucharbeit überarbeitet werden sollte. Neben der Kennzeichnung šnek. verwendet das LKŽ auch die Kennzeichnungen dial., dz., r., suv. und ž. In der Anleitung wird ihre Verwendung für unregelmäßige phonetische und morphologische Dialektformen sowie zur Kennzeichnung bestimmter dialektaler Bedeutungen vorgesehen (LKŽ instrukcija 1980:29—30), mit anderen Worten zur Kennzeichnung phonetischer, wortbildungsmäßiger und semantischer Dialektismen. Dialektwörter werden, wie in der Anleitung ausgeführt, mit diesen Kennzeichnungen nicht versehen; in welchem Dialekt sie gebraucht werden, geht aus den Belegquellen oder der Ortsangabe hervor. Die Anleitung enthält auch einige Beispiele für die Verwendung der genannten Kennzeichnungen: kap (dial.), gydrus, -i (ž.), gamin kla (ž.), antjoti (ž.), prigauti 3. Bedeutung (dial.). Die Wörter gydrus, -i und gaminkla sind im LKŽ dennoch mit dial. statt mit ž. gekennzeichnet. Blättert man das LKŽ gründlicher durch, findet man noch das eine oder andere Wort, das mit dial., dz., r., suv. oder ž. markiert ist. So steht die Kennzeichnung dial. bei den Wörtern klėbys, lėzas und bei der zweiten Bedeutung des Verbs esti, doch aus irgendeinem Grund fehlt sie bei den Wörtern skinstas, šaltenis, šašėlis, šešėli, šiulma, surusvas, -a, sužalias, -ia und vielen anderen wortbildungsmäßigen, phonetischen und semantischen Dialektismen. Außerdem dienen diese Kennzeichnungen nicht der Herkunftscharakterisierung von Wörtern, sondern der Kennzeichnung des funktionalen Stils. Bei Dialektismen, die in Wörterbüchern der Standardsprache aufgeführt werden, könnte man die Kennzeichnung dial. (oder die Kennzeichnung des konkreten Dialekts) auch als Herkunftsangabe auffassen. Die Kennzeichnungen šnek. und dial., dz., r., suv., ž. sind als Verhältnis zwischen Konnotationszentrum und -peripherie (oder zwischen Gattung und Art) zu verstehen. Die Definitionen der durch šnek. und dial. bezeichneten Begriffe sind daher zu präzisieren, denn solche Unstimmigkeiten in der Anleitung spiegeln sich in der praktischen Arbeit am LKŽ wider. Im LKŽ werden noch weitere Kennzeichnungen für den umgangssprachlichen Stil verwendet: flk. (außer den in der Anleitung mit dieser Kennzeichnung angegebenen gavėnas und der 3. Bedeutung von 2 kanapinis werden damit auch die Wörter rait ojėlis, suvedėlis u. a. gekennzeichnet), die anzeigt, dass ein Wort oder seine Bedeutung ausschließlich in der Folklore gebraucht wird, sowie Kennzeichnungen, die konkret angeben, 182 in welcher Folkloregattung ein Wort oder seine Bedeutung gebraucht wird, z. B. d. (damit sind etwa rultupis, spurgouėlis, spurgonėlis gekennzeichnet), ms. (damit werden Wörter aus Rätseln gekennzeichnet, z. B. die 2. Bedeutung von rangė sowie šakotynas, šalbažeda, šarangė, šarankaitė, šašė), ps. u. a. Die Verwendung dieser Kennzeichnungen im LKŽ dürfte wohl kaum Anlass zu größeren Einwänden geben. Dennoch gibt es auch hier Inkonsistenzen. So tragen die Substantive spurgouėlis und spurgonėlis die Kennzeichnung d., während raitulėlis, raituonėlis, raitutėlis, sūpuzė, supuonėlis, -ė ohne jede Kennzeichnung aufgeführt sind. Zur Peripherie der umgangssprachlichen Konnotation zählen auch Wörter der Kindersprache, die im LKŽ mit vk. gekennzeichnet sind. In der Anleitung wird diese Kennzeichnung aus irgendeinem Grund den Kennzeichnungen zugeordnet, die eine emotionale und expressive Färbung des Wortes, seiner Bedeutung oder Wendung anzeigen (LKŽ instrukcija 1980: 38). §3. Wörter mit gehobener Färbung werden im LKŽ mit der Kennzeichnung kng. versehen. In der Anleitung zum LKŽ wird diese Kennzeichnung folgendermaßen erläutert: ”ein buchsprachliches Wort, seine Bedeutung oder Wendung, die sich in der Sprache nicht weiter durchgesetzt hat und ihr in ihrer Wortbildung oder Bedeutung oft fremd ist” (LKŽ instrukcija 1980: 35). Auch in der Einleitung zum LKŽ heißt es ähnlich: ”ein buchsprachliches, konstruiertes Wort, seine Bedeutung oder Wendung, die sich nicht weiter durchgesetzt hat und für die es Entsprechungen in der Literatursprache gibt” (LKŽ I, XIII). Aufgrund dieser Erläuterungen wären die Wörter raštynyčia, rykė ’Staat, Königreich’, rykys, -ė ’König, Herrscher’, saupažintė, saupažintis, slygiūnas und slykūnas ’Drache’, šalaujis, -ė ’Ausländer’, širdgilingas, -a, širdgilus, -i u. a. offenbar mit kng. zu kennzeichnen, da sie alle buchsprachlich sind, sich nicht weiter durchgesetzt haben und Entsprechungen in der Standardsprache besitzen. Im LKŽ ein mit kng. gekennzeichnetes Wort zu finden, ist nicht leicht, denn in jedem ganzen Band gibt es nur wenige davon. In Arbeiten zur linguistischen Stilistik versteht man unter buchsprachlichem Wortschatz gewöhnlich offizielle Wörter, Bürokratismen, Fachwörter und Termini, die üblicherweise in amtlichen Schriftstücken, im Publizistikstil, in Zeitungsberichten sowie in spezieller Literatur zu Wissenschaft, Kunst, Technik u. Ä. verwendet werden, d. h. Wörter, die ihrer Herkunft und ihrem Verwendungsbereich nach buchsprachlich sind. Die Kennzeichnungen kng. und agr., anat., astr., biol., bot., chem. u. a. stehen auch hier zueinander im Verhältnis von Konnotationszentrum und -peripherie. In der Anleitung zum LKŽ wird dieses Verhältnis nicht berücksichtigt: Die Kennzeichnung kng. ist den Kennzeichnungen zugeordnet, die die Zugehörigkeit eines Wortes zu einer bestimmten stilistischen Schicht des Sprachwortschatzes anzeigen, während die Kennzeichnungen für wissenschaftliche Termini in einem anderen Abschnitt gesondert behandelt werden. Offenbar werden Termini nicht zum buchsprachlichen Wortschatz gerechnet. Ungeachtet der Inkonsistenz der Anleitung werden die Kennzeichnungen für wissenschaftliche Termini im Allgemeinen relativ konsequent und systematisch verwendet. §4. Die stilistische Charakterisierung von Wörtern in Wörterbüchern sollte vom jeweiligen Wörterbuchtyp und den damit verfolgten Aufgaben abhängen. So ist I. Šmelëva der Ansicht, dass ein erklärendes Wörterbuch der Literatursprache den buchsprachlichen Wortschatz nicht kennzeichnen muss, weil dieser im Kontext buchsprachlicher Stile neutral ist; Kennzeichnungen seien jedoch für Wörter der umgangssprachlichen Schicht erforderlich, die im buchsprachlichen Stil und in der schönen Literatur gewöhnlich als stilistische Mittel verwendet werden (Шмелева 1974:182—186). Das LKŽ umfasst Wörter, die in allen funktionalen Sprachstilen verwendet werden, d. h. Wörter, die aus Dialekten, aus Werken der schönen, wissenschaftlichen, politischen und sonstigen Literatur, aus der periodischen Presse, aus Folklore-Sammlungen, aus allen bedeutenderen Wörterbüchern der litauischen Sprache und aus den wichtigsten älteren Schriftquellen gesammelt wurden. Da der umgangssprachliche und der buchsprachliche Wortschatz im LKŽ am stärksten vertreten sind und, wie es in der Anleitung und Einleitung heißt, 183 Da das Wörterbuch nicht mit Markierungen überladen werden soll, wäre es dann nicht ratsam, auf die Kennzeichnungen des Zentrums der umgangssprachlichen und buchsprachlichen Konnotation, šnek. und kng., zu verzichten und nur die Wörter der Peripherie zu kennzeichnen, deren stilistischer Charakter am wenigsten Zweifel und Unklarheiten aufwirft? §5. Zur Kennzeichnung der emotionalen und expressiven Konnotation sind in der Liste der Abkürzungen und in der Anleitung des LKŽ folgende Markierungen vorgesehen: euf., fam., iron., juok., keik., malon., menk., niek., vlg. (dass in der Anleitung unter diesen Markierungen auch die Markierung vk. aufgeführt ist, wurde bereits erwähnt). Beim Durchblättern des LKŽ fällt zunächst auf, dass stilistisch konnotierte Wörter gewöhnlich nur unter einem Gesichtspunkt beschrieben werden – entweder hinsichtlich der funktionalen oder der emotionalen und expressiven Konnotation –, obwohl in einem Wort recht häufig beide Konnotationen zusammentreffen. Wie bereits erwähnt, sind emotionale und expressive Färbungen für Wörter des umgangssprachlichen Stils charakteristischer. Daher könnte ein Wort sowohl die Markierung šnek. als auch menk., niek. oder eine andere tragen. Das LKŽ kennzeichnet gewöhnlich nur, dass ein Wort umgangssprachlich ist, oder nur, dass es abwertend, verächtlich, vulgär oder Ähnliches ist. Auffällig ist auch, dass Wörter mit sehr ähnlichen oder völlig gleichen emotionalen und expressiven Färbungen teils die Markierung menk., teils niek. und recht häufig gar keine Markierung tragen, z. B.: rukšna ist mit menk. gekennzeichnet, rukata, rukena, rukna und rukšla, 4. Bedeutung, dagegen ohne stilistische Markierung; rukšmyžoti ist mit niek. gekennzeichnet, rukšmyžė und rukšpūžė dagegen ohne Markierung; rupėčka, 2. Bedeutung, rupkė, 2. Bedeutung, mit niek., rupūžė, 2. Bedeutung (über eine Person), dagegen ohne Markierung; šašius, -ė trägt die Markierung menk., šašna dagegen keinerlei stilistische Markierung, während šašnys, 1. Bedeutung, mit menk. und die 3. Bedeutung mit niek. gekennzeichnet ist; šatrakojis, -ė und šatramazgis, -ė sind mit menk. gekennzeichnet, šatrausis dagegen ohne Markierung; šavalką ist mit der Markierung menk. versehen, šavedrala dagegen stilistisch nicht bewertet; suburbėlis, -ė, subuvėlis, -ė, sučiūrėlis, -ė, surūkėlis, -ė, susiunkelnis, -ė und sušutėlis, -ė sind mit menk. gekennzeichnet, susidrėbėlis, -ė mit niek., sudrebtuvos, sudribėlis, -ė, sudriskėlis, -ė, sudubėlis, -ė, sudžiūtrietis, -ė, sugniaužėlis, -ė, sugrubnagis, -ė, sugrubelėlis, -ė, suverukšlis, -ė, suirelis, -ė, sukepėlis, -ė, sukliopklyvis, -ė, sukriošėlis, -ė, surūgėlis, -ė, suskretėlis, -ė und susuktanosis, -ė dagegen ohne jegliche stilistische Markierung; šunadvokatauti, šunadvokatis, šunagalys, -ė und šungalis, -ė, 1 šunakis, -ė, šunalakis, -ė, šunapentis, -ė, šunbalis, šunbernis, šunbranktis, šunbrolis, šunburniauti, 1 šunburnis, -ė, 2. und 3. Bedeutung, šundaktaris, -ė, šundvaris, šuneika, šuniamalkė, šunmilčiauti, šunmokslis und šunpalaikis, 1. Bedeutung, sind mit menk. gekennzeichnet; šunagarys, -ė, 2 šunakaklis, -ė, šunaponis und šunponis, 1 šunbiza, 3 šungalvis, -ė, 2. Bedeutung, šunmeistris, šunmurza, šunpalaikis, 2. Bedeutung, šunpautis, -ė, šunprūšis, -ė, šunrajys, -ė, šunskumpis, -ė, šunsnukis, -ė, 2. Bedeutung, šunsparnis, -ė, šunšaipa, šunuodegiauti, šunuodegiautojas, -a und šunuodegis, -ė, 2. und 3. Bedeutung, sind mit niek. gekennzeichnet; 2 šunakis, -ė, šunbajoris, -ė, šunbarzdė, 3 šungalvis, -ė, 3. Bedeutung, šuniadantis, -ė, šuniašlektis, -ė, šunmilčiai, šunpranašis, -ė und šunsnukiuoti werden als stilistisch neutrale Wörter aufgeführt, d. h. ohne jegliche stilistische Markierung. Aus den hier angeführten Beispielen geht hervor, dass Wörter oder Bedeutungen mit abwertender oder verächtlicher Färbung im LKŽ stilistisch uneinheitlich beschrieben werden und die Markierungen menk. und niek. ohne klarere Kriterien verwendet werden. Um Verwirrung und Uneinheitlichkeiten zu vermeiden, wäre es offenbar ratsam, diese Wörter und ihre Bedeutungen nur mit der einen Markierung menk. zu kennzeichnen und ganz auf die Markierung niek. zu verzichten. 184 Die Erläuterungen der stilistischen Markierungen iron. und juok. in der Anleitung des LKŽ unterscheiden sich kaum, obwohl sie mit anderen Worten formuliert sind. Die Markierung iron. wird folgendermaßen erklärt: „ein ironisches, mit Ironie und spöttischer Färbung versehenes Wort, seine Bedeutung oder Redewendung“ (LKŽ instrukcija 1980: 37), die Markierung juok. dagegen als „ein belachtes, scherzhaft geäußertes Wort, seine Bedeutung oder Redewendung“ (LKŽ instrukcija 1980:38). In der Liste der Abkürzungen des LKŽ wird die Markierung juok. ebenfalls ähnlich erläutert: „ein belachtes, scherzhaft“ geäußertes Wort, seine Bedeutung oder Redewendung. Somit wird vorgeschlagen, mit beiden Markierungen Wörter, ihre Bedeutungen oder Redewendungen zu kennzeichnen, die eine scherzhafte oder spöttische Färbung haben. Darüber hinaus wird im LKŽ und im „Wörterbuch der gegenwärtigen litauischen Sprache“ (1993) nur das Verb juoktis, d. h. ohne Präfix wird dieses Verb nur in reflexiver Form angegeben. Daher sollte man die Markierung juok. nicht mit den Wörtern „Lachen, scherzhaft“ erläutern. Eine präzisere und klarere Erklärung der Markierung juok. wäre meines Erachtens beispielsweise folgende: ein im Scherz, scherzend geäußertes Wort, seine Bedeutung oder Redewendung. Wörter, ihre Bedeutungen oder Redewendungen, die vertraut oder vertraulich verwendet werden, sollen laut der Liste der Abkürzungen des LKŽ und der Anleitung des LKŽ (1980: 37) mit der Markierung fam. gekennzeichnet werden. Dennoch ist es nicht leicht, eine solche Markierung im LKŽ zu finden. Daher sollte man entweder auf diese Markierung verzichten oder sie einführen und verwenden. Mit dieser Markierung könnten beispielsweise auch Bedeutungen oder Färbungen folgender Wörter gekennzeichnet werden: mama „Ehefrau, Gattin (so nennt ein Mann seine Frau, wenn sie Kinder hat)“, tėvas „Ehepartner einer Frau, Ehemann“ und Ähnliches. Zur emotionalen und expressiven Konnotation gehört auch die bildhafte Lexik, für deren Kennzeichnung es im LKŽ keine besondere Markierung gibt, z. B. stypčioti, stypinėti, stupinti, styplinėti, styplinti (1 styrinti – trägt die Markierung šnek.). Die bildhafte Information und die bildhaften Färbungen solcher Wörter werden durch ein Synonym mit einer analogen stilistischen Konnotation oder durch eine entsprechende beschreibende Erläuterung wiedergegeben. Beispiele für bildhafte Lexik könnten außerdem etwa die Verben šlepen­ti, šlepsėti, šlitiniuoti, šlytynti sowie lautmalerische Verben und Ähnliches sein. Auch lautmalerische Wörter und Interjektionen, die ausschließlich eine emotionale und expressive Funktion erfüllen, werden nicht mit einer besonderen stilistischen Markierung versehen. LITERATŪRA LKŽ — Lietuvių kalbos žodynas 3—15, Vilnius, 1956—1991; II leid. 1—2, 1968—1969. LKŽ instrukcija — Lietuvių kalbos žodyno instrukcija, Vilnius: Lietuvos TSR MA Centrinės bibliotekos rotaprintas, 1980. P i k č i l i n g i s J. 1975: Lietuvių kalbos stilistika 2, Vilnius: Mokslas. П е т р и щ е в а Е.Ф. 1984: Стилистически окрашенная лексика русского языка, Москва: Наука. Ш м е л е в а И.Н. 1974: Принципы стилистической характеристики слова в общем словаре литературного языка (на русском материале). — Всесоюзная научная конференция по теоретическим вопросам языкознания (11—16 ноября 1974 г.). Тезисы докладов секционных заседаний, Москва, 182—186. STILISTISCHE KENNZEICHNUNG DES WORTSCHATZES IM ”WÖRTERBUCH DER LITAUISCHEN SPRACHE” Zusammenfassung Im Aufsatz wird das System der Angaben zum Stil im ”Wörterbuch der litauischen Sprache” untersucht. Abgesondert wird die Kennzeichnung des Wortschatzes 185 vom Standpunkt der funktionellen stilistischen und expressiven emotionellen Konnotation aus betrachtet. Manche funktionellen Angaben zum Stil (z. B. šnek. ”umgangssprachlich”) und die Angaben zur Kennzeichnung des Wortschatzes mit einer emotionellen Färbung (z. B. menk. ”abwertend” und niek. ”verächtlich” werden im ”Wörterbuch der litauischen Sprache” sehr subjektiv und inkonsequent verwendet. 186