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Afrikatų „č“, „dž“ raida kaltinėniškių šnektoje

Sigita Jankauskaitė

Full text

1997 Sigita JANKAUSKAITĖ AFRIKATŲ č, dž RAIDA KALTINĖNŲ ŠNEKTE Die Afrikaten d, dž der allgemeinen Sprache werden in vielen semitischen Schnekten vor dem Enden t< *tja, d< “dja wiedergegeben. Diese Aussprache wurde vor * 4 eingeführt. Dieses kurze a nach iot haben die Semgalen umgeworfen und in e umgewandelt, noch bevor die Afrikaten „erschienen sind (Zinkevičius 1966: 141). In D. Poškos "Schriften" gibt es keine Afrikata vor a, *a, *an, *an, z.B. pauksztey, meldemos, norintem, szirde, pate. Das heißt, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als noch kein Einfluss der allgemeinen Sprache vorhanden war, war die Verwendung von £> *tj, d< *dj im südöstlichen Dialekt offenbar regelmäßiger (Grinaveckis 1973: 291). V. Grinaveckis hat festgestellt, dass in den Liedern von S. Stanevičius (Viduklė), S. M. Slavočinskis (Nemakščiai- ), S. Valiūnas (Raseiniai) Afrikata nur vor dem kurzen Endteil -2 nicht verwendet werden (Grinaveckis 1973: 291). Gemäß Y Grinaveck], haben die westlichen Schnekten der südlichen Semiten keine Afrikaten vor Air *a, *an, *an, ebenso wie die Mittelsemiten (Telšiai, Žarėnai, Nevarėnai, Luokė, Rietavas, Tvėrai, Vainiai, Pavandenė, Laūkuva, Kaltinėnai, Šilalė, Kvėdarna, Švėkšna, Gafdamas), z.B.,mé-d’e <*m edja (~médzio), so patė<*patja (—~supacid)und so weiter. V. Vitkauskas, der die Sprache der Schriften von S. Stanevičius untersuchte, die in Mittellitschisch geschrieben wurden, verzeichnete afrikanisch « Čč dZnebuvimg vor ¢, ei (<*ia,*1ai): pantey (~pdnciar), rupestei (~ripesciai), Zem ay tey (~Zemaiciai), pauksztems(~pauksciams), didem (~didzidm), s t a ts (~stacias) nu p u t (~nopucia), praleid (~praléidzia) usw. (2. Auflage 1995). In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war also in Viduklés-Nemaksc¢iy Snekta die afrikanische Aussprache von Čč, dž £, d noch unverändert, und jetzt, so V. Vitkauskas, ist dieses Gesetz sehr verschlechtert, weil eine solche Aussprache aufgezeichnet ist: pau. kš'č'ei, gaidž'ė; S. 4. u dž' (Vitkauskas 1992: 59). P. Jonikas bemerkte und bewies anhand von Beispielen, dass bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Gebiet des Pagramantis-Schnecks die Antwort der Verbindungen *dj,*tj ziemlich verwirrt war, z.B. mit d'įSXEn’J eyd ide n’fe “mit der großen”, karesSd. Auf’sesfkartén’s’es “karcigsias” (Jonikas 1939: 24). KaltinéniSkyy Snekta in afrikanischen Čč, dZ Antwort £, d vor S§ Ende der älteren Menschen ist noch oft erhalten. In dieser Snekta gibt es in den Pluralformen der Substantive als Nomen, Numen und Adjektiv häufig keine Afrikanen, z.B. jd ute, ja.utems, ja ut’ es (~jduciai, bučiams, bučiais), gaid’ é, gaid é ms, gaid és (hähnen, hähnen, hähnen mit), m’ é d’ e* (~médzai), m’ é d’ em’s (~médzams) m’é d es (—médziais), p au. 2. Auflage, Bd. kš't'e ms (~paiksciams), paukš tes (—pavsciais). Vertreter der jüngeren Generation sprechen neben den genannten Beispielen aufgrund des Einflusses der allgemeinen Sprache oft analoge Wörter mit Afrikata, z.B. f 4. u ¢’e ms (für —Jauchzen), m’é d' Ž' e m s (für ~Metzen), gaid Zz’ és (für ~Gäuzen). 206 Zusätzlich zur Afrikatis ¢ wird die Singularform von jokamienischen Wörtern mit der Endung -fas kaltinisch ausgesprochen, z. B. t'r’ é ¢ (~trédas), st ac (-stacias), p'.f esc (~péscias). Désningai ¢, anstelle des allgemeinen Afrikanischen Čč, dZkaltinéniSkie verwenden auch in den Substantiv-Adverbien, z.B. st at’ e: (~Station), skr a-d’ e: (~Flugzeug), gr au. d’e-(~graidzZiai). In Kaltinéniskiy $nekto sind, wie im größeren Teil des Semitischen Dialekts, die /o-stamm-- Verben in o-stamm-- Verben umgewandelt, z.B. 4ud (—webt), ga.u. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 100, 101, 102, 102, 103, 104, 105, 106, 107, 108, 109. Z. Zinkevičius behauptet, daß die Semiten, nachdem sie den kurzen Vokal der III. Person verloren hatten, die Formen von jair akamienų zusammengeschlagen haben, vgl. 4 ud ("webt") und v'č. r d (—werda).“ Aus diesem Grund haben sie mit der Zeit die gesamte Personifizierung des Stammes überarbeitet, indem sie 2 Stammenden einführten“ (Zinkevičius 1966: 142). Kaltinėniškių šnektoje £, d vietoj bendrinės kalbos ¢& dž -io-kamieno vardažodžių vienaskaitos kilmininke ir 7akamieno vardažodžių daugiskaitos vardininke, pvz., jd. ut' í (~jducio) pau. kš't' į (—-paūgės), au. ks t’ 1 (~aiikscio), m’é d’1 (~médzio- ), g a.i. d'i (~gaidZio- ), pa-t’es (~pacios), ma.r.t’ es (~marcios), sk au. des (~schaidzios). Dennoch scheint es, dass mit Afrikata d, dEher geneigt zu verwenden; Pluralnominativ von 3-stammigen Wörtern, da neben den erwähnten Formen p a-#’es, mat. * t’es, sk au. d’es kommt häufiger in Formen mit Afrikata vor: pa-c’es, maT. Dieser Skin ist dZes. Kaltinéniskiy $nektoje Afrikatat behält immer Schuldwörter, z.B. bazZn i ¢e (~baznycia), cesn aks (~Knoblauch). Afrikata werden immer in Substantiven des Ju-Stamms ausgesprochen, z.B. sua kč' us (~sukcius), ra-c¢’us (~racius), p éčius (~pécius), sowie in Adverbien, z.B. barzduo. c’us (~barzdocius), kar’s’i n.’c’ us (~karsiacius). In Wörtern, in denen Afrikata nicht vor dem Ending stehen, bleiben sie auch erhalten, z.B. d’Z’a’u. k smas (~Lied), pa.'n'č'uot'i (~pdncioti). In lauten Wörtern wird der Afrikat auch kaltinéni$ki ausgesprochen, z.B. ¢’d. ud’iet’] (~cidudėti), ¢’ILT. 1, S. 141f., 142f., 143f., 144f., 145f., 146f., 147f., 148f., 149f., 150f., 151f., 152f., 153f., 154f., 155f., 156f., 157f., 158f., 159f., 160f., 161f., 162f., 163f., 164f., 165f., 166f., 167f., 168f. Taigi kaltinėniškių šnektoje £f< *tj, d< *dj vietoj bendrinės kalbos afrikatų Č, dž prieš žodžio galo *a ir *4 dar gana sistemingai išlaikoma, ypač senosios kartos atstovų šnektoje. Die jüngere Generation spricht in den genannten Positionen schon häufiger den Afrikaten ¢, dz. Das heißt, dass im Kaltiner Sprachgebrauch, wie in den meisten Sprachen des Parib, das genannte afrikatische Gesetz aussterbt. 1986: Texte der südlichen Semiten 2, Varniškiai, Vilnius. 1973: Die Geschichte der tschechoslowakischen Sprache, in: Die Sprache der tschechoslowakischen Sprache. 1939, S. 39. Pfarrbuch für die Pfarrgemeinde. LKA II —Lietuvių kalbos atlasas 2, Fonetika, Vilnius: Mokslas, 1982. 1992: Die Sprache der Schriften von Simon Stanevičius und die Verluste der Mittellitauischen Sprache. Artvaris 3, 55-59. 207 Zinkevičius Z. 1966: In: Litauische Dialektologie. ENTWICKLUNG DER AFRIKATEN č dž IM DIALEKT DER REGION KALTINĖNAI Zusammenfassung Die Afrikaten č dž werden im Standardlitauischen vor den Endungen *a, *ain in einer Reihe von samogitischen Dialekten als ¢< *tja, d< *dja ausgesprochen. Die berühmten modernen Wissenschaftler V. Grinaveckis, P. Jonikas, V. Vitkauskas, Z. Zinkevičius und andere haben die Existenz dieses Gesetzes im 19. und 20. Jahrhundert beschrieben. Es wurde beobachtet, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts das oben genannte Gesetz der Afrikaten seine Wirksamkeit verlor. Nur die Vertreter der älteren Generation, die den Dialekt der Region Kaltinėnai sprechen, sprechen ¢<*#z, *tja, d< *dja, *dja vor den Enden *a, *a anstelle der allgemeinen Sprachaffrikaten ¢, dZ aus, während die Vertreter der jüngeren Generation die Afrikaten d, dZ in derselben Position ziemlich oft aussprechen. Infolgedessen ist das oben genannte Gesetz der Afrikaten im Dialekt der Region Kaltinénai sowie in der Mehrheit der Randdialekte flexibler geworden. 208