Lietuvių rašomosios kalbos ir tarmių santykis XVIII a. Rytų Prūsijoje
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LITAUISCH KALBOTYROS FRAGEN XXXVIII (1997) Jonas PALIONIS Das Verhältnis der litauischen Schriftsprache und der Dialekte im 18. Jahrhundert in Ostpreußen l1.Einleitende Bemerkungen. Das Verhältnis der Schriftsprache zu den Dialekten ist eines der wichtigsten, grundlegenden Probleme der Geschichte der Schriftsprache jeder Periode. Denn von dem Dialekt oder den Dialekten, auf deren Grundlage sich die Schriftsprache bildet und entwickelt, hängt sowohl ihre Struktur als auch ihre Entwicklung in einer bestimmten historischen Periode sehr stark ab. Aus der linguistischen Analyse der früheren, ältesten Periode der litauischen Schriftsprache ist bekannt), dass dieses Verhältnis bis zum 17. Jahrhundert ziemlich kompliziert war. Im preußischen Zweig der litauischen Schriftsprache wurde anfangs noch keinerlei Dialekt strenger befolgt, aber später (angefangen mit dem Gedicht von Jan Rēza von 1625) setzte sich hier der westpreußische Hochdeutsche Dialekt durch, der in den Grammatiken von D. Klein endgültig verankert wurde. Nach dem Erscheinen dieser Grammatiken wichen die Autoren der litauischen Schriften des 18. Jahrhunderts, die in Ostpreußen (im Folgenden: RP) schrieben, im Allgemeinen nicht mehr von diesem hochzeitlichen westlichen Weg ab. Ein etwas anderes Verhältnis zwischen der litauischen Schriftsprache und den Dialekten gab es bis zum betrachteten Jahrhundert im Großfürstentum Litauen (im Folgenden: GRL). Hier unterschieden sich in Bezug auf dieses Verhältnis zwei Zweige der Schriftsprache: der mitteleuropäische und der östliche (genauer gesagt — der dschukische und der östliche). Letztere hatte ältere Traditionen, aber im 18. Jahrhundert erlangte der mit ihr korrelierte mediterrane Zweig eine festere Position. Diese stärkere Position hat wahrscheinlich dazu geführt, dass in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts der östlich-zukische Dialekt durch den mitteleuropäischen verdrängt wurde, während in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts der samogitische Dialekt immer stärker zu wirken begann, vor allem in den Bereichen der Phonologie und Morphologie. Die mittelalterlichen Geschlechter wurden in der 1737 gedruckten anonymen Grammatik „Universitas Linguarum Litvaniae“ verankert, während die selbständigen Geschlechter in diesem Jahrhundert noch keine grammatische Kodifizierung erfuhren. Im Folgenden wird versucht, die Sprache der bedeutendsten Autoren des 18. Jahrhunderts im Hinblick auf ihre dialektische Grundlage auf der Grundlage der aktuellen Daten der litauischen Dialektologie und Dialektographie sowie der vergleichenden Analyse der Schriftsprache des 18. Jahrhunderts genauer zu untersuchen. Die Untersuchung wird sich hauptsächlich auf die Bereiche der Phonologie und Morphologie beschränken, da diese die Unterschiede zwischen den Dialekten am deutlichsten widerspiegeln. ! Palionis J. Litauische Literatursprache XVI-XVII a., Vilnius: Mintis, 1967, 51-91. 38
$2. Danieliaus Kleinsche Grammatiken. Nors XVIII a. RP Autoren von litauischen Schriften, wie erwähnt ($ 1.), ėjo D. Kleins Grammatiken, stützte sich auf die Grundlage t. y. des preußischen Westhochdeutschen Dialekts, aber aus der Sicht der Geschichte der litauischen Schriftsprache ist es wichtig festzustellen, in welchem Ausmaß diese Grundlage damals verwendet wurde. Ar wurden nur die grundlegenden Merkmale dieses Dialekts, die in D. Kleino Grammatiken ar festgelegt ir wurden, berücksichtigt, ohne enge Dialektiken zu vermeiden? Wenn enge Dialektiken nicht vermieden wurden, in welchen Gleichheiten jų befinden wir uns dann ir hauptsächlich, wie sie von den Schriftstellern jener Zeit behandelt wurden? Dies sind Fragen, die į wir anhand ir der vorliegenden Daten weiter zu beantworten versuchen werden. Wie bekannt, die preußischen Westhochdeutsch (wie die ir westlichen Hochländer im Allgemeinen) war der Dialekt nicht homogen. Ji war in drei Räte į (nördliche, südliche) gespalten, von denen jede noch ir ihre eigenen Schnecken, Schnecken hatte?*. In Anbetracht der Tatsache, dass D. Klein stammte aus iš In der Grammatik von Tilžė, das zum Gebiet der westlichen Hochlauter gehört, könnte man eine Reihe von jo Merkmalen des Tilžėner Schnabels erwarten: [uo] ir [o], [ie] ir [ė] Verkürzung, Verkürzung der unverkürzten Gliedmaßen, Bewegung [a] Auspuff, festen Anfang Diphthong [Ai], [au], [chi] Monophonie Fälle. Das ist jedoch nicht der Fall: D. Klein wählte nicht den Dialekt seiner Heimat, sondern den, der ihm für die Festlegung der Grammatikgesetze und -regeln der litauischen Sprache als „der beste aller Dialekte“ erschien, nämlich den Kauner Dialekt: „Hanc Caunenfium Dialectum fegvimur in Ducatu Prufiae, utpote omnium optimam et commodipBimam“ (GL XVI). Daher wurden in D. Kleins Grammatiken nicht die nordpreußischen, sondern die südlichen Dialekte der westpreußischen Hochlauter, die dem „Kaunas-- Land“-Dialekt nahe stehen, mit normativen Geschlechtern dargestellt, vgl. : 146, S. 146 f. (Hrsg.) 2 Ss. Duk t. p. 61, S. 100 ff. M. Piemū..., praes. 1 Ss. Ich laufe GL 83, vorbei. 3 /edėjo t. p. 5, inf. fėti Comp. 5, Bd. 146, S. 146, Bd. /awo, tawo t. S. 147, praes. 3 f/ako t. p. 112, finno t. p. 115.., ¢) n. sg. m. Gutes Comp. 107, Schönheit GL 66, Juden, Jucken usw. S. 8, d) düdam//dūdams usw. S. 119, segėdamas/| regėdams usw. S. 110... e) a.n.g. m. diktas GL 2, Aukštas t. p. 24, inf. /čifti Comp. 55, Bd. JEy t. p-35... Vergleicht man die Geschlechter der kleiniSkasischen Phonetik und Morphologie mit denen der entsprechenden Schriften des 18. Jahrhunderts, so zeigt sich, dass in letzteren bei weitem nicht immer die in Kleins Grammatiken kodifizierten südlichen Normen beachtet wurden. Das gilt insbesondere für das „Neue Testament“ von Samuel Bitner aus dem Jahre 1701, in dem aufgrund des bewussten Wunsches seiner Herausgeber, dem Leser der Übersetzung sowohl in der RP als auch in der LDK zu gefallen, mehr als in anderen Schriften jener Zeit allerlei dialektale Mischungen enthalten sind. $3. Das Testament von S. Bitner. S. Bitner (ca. 1632-1710), wie der Name schon sagt, war nicht *Salys A. Schriften 4. Berlin: Deutsche Akademie der Wissenschaften, 1992. 39
Litauisch. Litauisch lernte er, als er als reformierter (kalvinistischer) Priester in Biržai und Kėdainiai ir tätig war. Da die früheren (XVI-XVII Jh.) Die litauischen kalvinistischen Veröffentlichungen stützten sich auf den mittelhochdeutschen Dialekt (hauptsächlich auf den ir Dialekt der Umgebung iš von Kėdainiai)“, so dass er bei der Übersetzung des Testaments aus dem griechischen Original die Hauptmerkmale dieses Dialekts berücksichtigte. Dies zeigt, auf iš der einen Seite, oft vorgesc7 hrieben [e], [ė] Vokale, o iš Zweite — regelmäßig verwendete Geschlechter in su Volkssilben [am], [an], [em], [en] mit den Nasen ir [a], [ę]: praet. a) 3 Baukiejo Pov. 1. Tim. 5, 10, iBteide Ap. d. 4,23, g. pl. Fantu Ap. d. 27, 44, n. sg. Feta - Nein, das ist es nicht. 1. 1,9, Nicht gekürzt I Pov. 1. Rhythmus. 7, 3, /aufe - Jon. Apr. 6, 12, g. pl. dfaktū t. p. 21,17 ...,b) inf. /famdit Mat. 20, 1, n. sg. wam3jdis I Pov. 1. Kor. 14, 7, praep. Ameise Mat. 7, 26, n. sg. Pafbite Mork. 16, 16, a. sg. f. Campingplatz Mat. 27, 48, Imperium. 2 sg. Perjenk Mat. 5, 27 ..., ¢) a. sg. Gaffū Mat. 13, 20, Mifta Ap. d. 21, 5, Großer Schneckenschwanz t. p. 10, 11, Tulpe Mork. 9, 14... Aber denken Sie daran, dass S. Bitner wurde bei der Übersetzungsarbeit noch von Jonas Božimovskis der Jüngere unterstützt (er lebte ir in Kėdainiai, in Vilnius anderswo)® ir Friedrich Suster (RP Priester, der in Būdviečiai gearbeitet hat)“. Sie Komplizen, be Zweifel, haben auch ihre Spuren in der Sprache der Übersetzung hinterlassen, insbesondere die letztere. Václav Biržiška schreibt, dass „den größeren Teil der Übersetzung Bitner selbst durchgeführt hat, insofern er Jonui Bozimovskiui dem Jüngeren und P. Z. Šusteri bei der Anpassung an Kleinlitauen geholfen hat“. Wie viel und wie J. BoZimowski an der Übersetzung und Bearbeitung des „Neuen Testaments“ von 1701 mitgewirkt hat, kann man nicht sagen. Aber über die sprachliche Bearbeitung durch F. Suster, den Ludwik Rėza „Revizorium“ (Revizor)* nannte, lässt sich schon aus seinem eigenen litauischen Vorwort, das der Übersetzung beigefügt ist, einiges entnehmen. Hier schrieb er: „Und da die Litauer Großlitauens keine Dinge in solcher Sprache schreiben, wie die Litauer im Königreich Preußen in meinem Verständnis nicht schreiben, haben wir es so gemacht, dass wir die Wörter der Litauer im Königreich Preußen in solchen Wörtern schreiben, wie sie auf dem Pfahl stehen: Die Litauer des Großlitauens faken: Giria [tow ore; Aber die Königin von Preußen spricht: Pufčia stow laukė““. Aus diesem Zitat geht hervor, dass F. Schuster, um die Übersetzungssprache für die Menschen in der RP zugänglicher zu machen, bestimmten Übersetzungswörtern in Klammern für diese Gegend üblichere Entsprechungen zugeordnet hat, z.B.: g. sg. alijwos (Öl) Luk. 10, 34, Teil. Kont. Behandeln (beschenken) Mork. 9, 46, praes. 3 3Biržiška V. Aleksandrynas 1, Chicago: Vereinigte Staaten von Amerika LB Kulturstiftung, 1960, 356. *Palionis J. Im selben Band, S. 71-79. 1, S. 357. Biržiška V. A/eksandrynas 2, Chicago; LB Kulturstiftung der USA, 1963, 15. "Ibid., 1, 357. 8 R hesa L. Geschichte der litauischen Bibel, Königsberg 1816, S. 30. Das Neue Testament in Litauisch. Neues Testament Lietuwifkas..., Karalauczuje, 1701, pratarme. 40
iBdergia (Macht sich schmutzig) Mat. 15, 11, Die Straßen schütteln Mork. 27, 39, Nutranke Marmelade (säge ihn) usw. 27, 44, g. sg. Pitwo (Zwischenruf) Pov. 1. Tim. 5, 13, Fafparos (Eckstein) Mork. 12, 10. Schon diese iš Beispiele zeigen, dass Schuster sich nicht nur auf FE lexikalische Entsprechungen beschränkte: manchmal war er zusammen mit der su Zuordnung einzelner Wörter gezwungen, die syntaktische Konstruktion ir zu ändern, um anstelle eines be einzelnen Wortes ein synonymes Wort einzutragen. (RP typischer) Wortverbindung. Es gibt auch Anlass zu der Annahme, dass Schuster bei der Anpassung der Übersetzungssprache an den preußischen E Gebrauch einige phonetische ir und morphologische Geschlechter verändert haben könnte, und zwar insofern, als in vielen Fällen die Testamentsschrift an ir 1701 m. den preußischen Gebrauch angepasst wurde. Es ist jedoch unmöglich, ir ohne die Handschrift festzustellen, wie viele Veränderungen er an diesen o Gleichungen vorgenommen haben ir könnte und gleichzeitig zu einer gewissen phonetischen und morphologischen Geschlechtervielfalt in der Testamentssprache beigetragen haben könnte. Man kann nur die Existenz einer solchen Vielfalt ir feststellen, indem man die Ursachen ihres Auftretens hypothetisch betrachtet. $4. Die Unterschiede zwischen phonologischen und morphologischen Geschlechtern im Bitner-Testament. Die phonetische und morphologische Vielfalt der Geschlechter im Testament von 1701 wird durch folgende Fakten belegt: a) gelegentliche Abwechslung von [uo] und [0], besonders in Wortwurzeln und -enden, vgl. Vergangenheit. 3, 2. Auflage, 8. Auflage, 2. Auflage. Namūp Mork. 5, 19, praes. 3, S. 9, 18, Lk. 19, 29, a. pl. m. raudūjančius Mork. 5, 38... und Pr. 3 weiße Jon. 4, 35, Teil. fortg. ; Matthäus 25, 14, d. sg. Mr. FoBam Mork. 43, Nr. 3, S. 9. viele Matthäus 28, 16...; b) eine noch seltenere Abwechslung von [ie] und [¢]: a. sg. m. mieBfą Luk 14, 35 || i. sg. m. méBfu t. p. 13, 8, d. pl. f. padangiems t. p. 17, 24 || giminems Mat c) relativ seltener Wechsel von [0] und [a] im ungeschriebenen Wortende: praet. 2, S. 19–20, Bd. 6, 44, Präs. 3 Kfz-Kennzeichen. 8, 8...“ ir: praes. 3 Siehe Matthäus 26, 23, Kapitel 22, S. 40, und Fina Mork. 13, 32...; d) häufiger Wechsel von verkürzten Geschlechtern (mit abgefallenen kurzen Enden -¢, -7) und entsprechenden unverkürzten Geschlechtern, vgl.: in. sg. In: Die Tageszeitung „Die Morgendämmerung“. 11, 12 wiffoj’ Bfowej' Luk. 12, 27... und: im Wald Matthäus 3, 1, in der Wildnis S. 4, 21; Imper. 2. Lest 24, 14 ...; Matthäus 10, 8, geht hin, S. 10, 6... und schaut euch S. 10, 7 an, geht hin, S. 10, 8... an; inf. dūt s. 10, 34, rugot (bart) s. 11, 20... und elgetduti (bereichern) Luke. 16, 3, tuf/kenti Apg. d. 12, 16; e) gelegentliche Wechsel der Geschlechter mit und ohne,,beweglich® [a]: n. sg. 20, 21 || ne wiens s. 10, 29, katbédamas s. 26, 42, mokjdamas s. 26, 55, vorėdamas s. 1, 19 || kalbédams s. 26, 48, Luk. 9; 38; 22, 9... 10 In Präteritum wird regelmäßig -o geschrieben. 41
Das ist es, was es ist. (Und andere) phonetische und morphologische Geschlechtervariationen können auf viele Arten erklärt werden. Erstens, der bereits erwähnte Wunsch, zwei zu harmonisieren Zweige der schriftlichen Sprache, die auf unterschiedlichen Dialekten basieren. Bei der Vereinheitlichung konnten bestimmte ir phonologische und morphologische Geschlechter nicht vereinheitlicht werden. Zweitens könnte ein gewisser Anteil solcher Ähnlichkeiten aus früheren Schriften iš geerbt worden sein (wie oben erwähnt) jų ir D. Kleins Grammatik). Drittens schließlich könnten einige Ähnlichkeiten aufgrund der ir individuellen Einstellung ar der Übersetzer, der į Lektoren, bestimmter Geschlechter, der Schuld der ir Druckerei usw. entstanden sein. Nebenwirkungen. Aber im Allgemeinen, 1701 m. Testament Sprache in Bezug auf die dialektale Grundlage unterschied sich nicht viel von Die 18. a. preußische Schriftsprache. Dies war nicht nur ne auf die Nähe der ir Dialekte des mittleren Westen der Highlands ir zurückzuführen, sondern auch auf bewusste Bemühungen, diese Dialekte zu harmonisieren. $5. Die Rückkehr zu den alten Normen 1727 erschienen. Testamente. Selbstverständlich noch näher an der früheren preußischen Schriftsprache Tradition, von J. Reza Zeiten stützte sich nur auf preußischen West-Hochdeutsch, war Jono Quanto (Quandt, 1686-1772) eine Initiative vorbereitet 1727 m. Das Neue Testament. Er verzichtete auf die Idee der Harmonisierung der Dialekte und kehrte zu den kleinischen Normen zurück, da die Ausgabe von 1701 den Litauern in Bezug auf die Sprache nicht gefiel und als „Kėdainiai“ bezeichnet wurde! Die Ausgabe von 1727 wurde ursprünglich von Pfarrer Reinhold Rozenberg aus Tilžė und Pfarrer Kristopas Rebentišas aus Gumbinė vorbereitet, und nach deren Tod (1724) von Pfarrer Hiobas Naunynas aus Ragainė und Pfarrer Pilypas Ruigys aus Valtarkiemis." Alle, mit Ausnahme des letzten, waren keine Litauer, aber offensichtlich hatten sie die litauische Sprache gut gelernt, wenn sie mit einer solchen Aufgabe betraut wurden. Zweifellos beherrschte Pil das Litauische am besten. Ruigys, dessen Muttersprache Litauisch war und der vermutlich den größten Beitrag zur Ausgabe von 1727 geleistet hat." 1930 Der Vater. Biržiška hat festgestellt, dass diese Leute nur die Übersetzung von 1701 korrigiert haben, wobei sie sich vor allem bemüht haben, die letztere der deutschen Übersetzung anzunähern, und sich dafür ein wenig der Handschrift von J. Bretkūnas und des Psalmbuchs von J. Rēza von 1625 bedient haben. Die gleiche Behauptung hat er auch 1953 wiederholt.“ Tatsächlich unterstützt der Vergleich dieser beiden Ausgaben des „Neuen Testaments“ die Behauptung von V. Biržiška, dass die Herausgeber der Ausgabe von 1727 die Übersetzung von Bitner nicht neu übersetzt, sondern nur korrigiert haben. Beide Ausgaben enthalten zahlreiche vollständig übereinstimmende Texte, obwohl es unterschiedliche U Rhesa L. Geschichte der litauischen Bibel, 28. 12 ibid., S. 33. 25,5 m², 2. Obergeschoss: 2.500 m². Biržiška V. Merkmale der Geschichte der litauischen Bücher, Kaunas: 70. Spaudos fondas, 1929-1930, Biržiška V. Geschichte der alten Schriften 1, Chicago, 1953, 151. 42
Auch sprachliche Unterschiede sind reichlich vorhanden. Ohne auf eine į detaillierte tų Analyse der Unterschiede einzugehen, werden hier nur diejenigen hervorgehoben, die die dialektische Grundlage der Korrekturen widerspiegeln, die Bemühungen 1727 m. der Herausgeber, die mediterrane Sprache zu verwestlichen. 1701 m. Geschlecht der Genehmigung. Im Bereich der Phonetik vielleicht am deutlichsten zeigt diese Bemühungen die mittelalterlichen su Geschlechter in der festen [t] vor [e], [ė] Ersatz durch westliche harte Konsonanten, vgl.: be to part Kont. Schnabeltiere BT Mat. 27, 3 ir Braten. 3 Geißblatt KNT p., t. adv. Kofay BT - Jon. 9, 5 ir Koley 100 mg/ t. Tag Biofay BT - Jon. 5, 17 ir ikBioley In: KNT T.P., Praet. 3 Pfeife BT Jon. 11, 32ir piile KNT p., pl. t. G. Turkfeli BT Luke. 2, 24 ir Kurklelū KNT t.p. Im Allgemein7 1727 m. en ist das Graphem in der Ausgabe ein seltenes Phänomen, das den Wunsch der Herausgeber dieser Ausgabe zeigt, sich von Bitners Testament ne nur Phonologie, aber ir Grafiken (in einigen ne Fällen) /könnte durch unsachgemäße sižiūrėjimo ar Verpackung entstanden sein, z.B. Karalyfte KNT - Jon. 3, 5). Ein weiterer, auch leicht wahrnehmbarer Wechsel der phonetisch- — en Natur der Geschlechter su „beweglich“ [a] Abkürzung, z.B. sg. n. m. Gywas BT - Jon. 4, 51 > Gyw's KNT S., t. Teil. Kont. Unterricht BT Mat. 26, 55 > Mokidam's KNT p., t. sg. n. m. Famdnik - Jon. 10, 13 > Samdinink’s KNT p., t. Früchte BT - Jon. 3, 17 > Swiet's KNT t. p., Wiener BT Jon. 6, 71 > Wien's KNT u. a. … Wie man sieht, wird die Ausgabe des „beweglichen“ [a] im Testament von 1727 regelmäßig grafisch mit einem Apostroph gekennzeichnet, der bereits 1685 in J. Ricovies Gesangbuch besonders häufig für denselben Zweck verwendet wurde. Ob in allen diesen Fällen die Aussprache der sogenannten „striukiski“ RP-Schnekten berücksichtigt wurde, oder ob hier eher auf die frühere Tradition der Gemeinen dieser Gegend zurückgegriffen wurde, ist heute schwer zu sagen. Auf dem Gebiet der Morphologie können die Bemühungen um die Verwestlichung durch den Austausch der Formen der 1. Person Singulars mit -čia durch Formen mit -c7au (vgl. gėrčia BT Mat. 26, 53 > gėrčiau KNT usw., iBpildicia BT Jon. 4, 34 > Ich würde gerne KNT usw. ergänzen, hier BT Jon. 4,15 > Ich wünschte, ich hätte GNT usw. … Allerdings muss hinzugefügt werden, dass eine solche Veränderung kein unbestreitbarer Indikator für die Verwestlichung ist. Vor allem deshalb, weil die Formen mit -cia im 16.-17. Jh. nicht nur von den Autoren des mittelalterlichen Zweiges (Kėdainiai- ), sondern auch von den Autoren des RP (neben -io und den vergleichsweise selteneren Formen mit -dfau) verwendet wurden. In Kleins Grammatikparadigmen wurden sie sogar auf den ersten Platz gesetzt (regécia || regéčiau GL 109, šinnočia || čiau usw. 115...). Bei der hypothetischen Unterscheidung von -cia > -crau zu den Fällen der Verwestlichung ist zu berücksichtigen, dass die Formen mit -c7au besonders regelmäßig in den Schriften von Autoren verwendet wurden, die aus dem südpreußischen Westhochdeutschen Gebiet (,,baltsermegiai“) stammten (z.B. in den Schriften von K. Donelaitis nur mit - Hier. Ein Beispiel für die Verwestlichung im syntaktischen Bereich ist die recht regelmäßige Ersetzung des Illativs durch die Präpositionskonstruktion „in+Ende“, z.B.: kuriofna tiktay namūjfna BT Luk. 9,4 > wo in welchen Nammus KNT usw., karoblin Bt Luk. 17, 27 > in Akritas KNT t. p., handofna BT Jon. 3, 35 > in Rankas KNT usw. Der GL-Ilativ und die Konstruktion „in + Endling“ von D. Klein wurden als eine gewisse Nähe bezeichnet und sogar dem Ilativen als einem „eleganteren“ Ausdrucksmittel Vorrang eingeräumt- !“. 43
Diese Präferenz ist jedoch in der Grammatik nicht konkret begründet. Es ist möglich, dass hier ein erhebliches Gewicht stilistischer Ansatz: D. Für Klein, den berühmten Übersetzer und Schöpfer religiöser Gesänge seiner Zeit, konnte das Ilativum nur als ein kürzeres, aber klangvolleres ne Mittel zum Ausdruck der Richtung ir erscheinen. Glauben, dass die Präferenz für das Ilat wurde durch die höhere Verbreitujo ng der westlichen RP Highlands (besonders in den südlichen) Dialekt, gibt es keine feste Grundlage: dies widerspricht, außerdem, be schon von Ende des 17. a. Jahrhunderts zeigt sich ein kontinuierlich- „į + er Trend zur allgemeinen Verbreitung der RP Konstruktion „Gärtner“ in den Schriften. (diese Konstruktion war vorherrschend ir K. (In den Schriften von Donizetti). Am einfachsten ist es, Fälle von Verwestlichung im lexikalischen Bereich zu identifizieren, weil 1701 m. Der Testamentstext in den gewölbten Bögen, wie erwähnt, wurde eine Reihe von westlichen (genauer gesagt, mehr typisch für den preußischen Zweig der geschriebenen Sprache) Wörter, von denen die ir į 1727 m. meisten übertragen wurden, nachdem sie in „Kėdainiai“- -Entsprechungen. Beispiele für die Verwestlichung des Wortschatzes in dieser Ausgabe sind die folgenden: Wörter wie Dromedare [a. sg f. 14: i. sg. m. Druggiu KNT t. p. ], blasčia [in. sg. f. girėje (puBčzoje) BT Mat. 3, 1: PuBčioje KNT u. p.], lesen [g. sg. f. Liter (Erhitzt) BT II Pov. 1. Kor. 3, 6: n. sg. f. Leser KNT p.], t. Beschwerdeführerin [a. pl. Klöne (fkunes) BT Luk. 12, 18: Skunes KNT t. p. ], Betteln [inf. betteln (betteln) BT Lukas 16, 3: eddagauti KNT usw.], Türen [broma (Warten) BT Matthäus 7, 13: Wartai KNT p.] t. ir kt Die Verwestlichung des Wortschatzes beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Übertragung der in Klammern stehenden Wörter Zodziy in die Ausgabe von 1727: eine Reihe von Wörtern, die ansonsten für die westlichen Hochdeutschen ungewöhnlich waren, wurden durch Wörter ersetzt, die für die Vertreter dieses Dialekts und insbesondere für den damaligen Gebrauch der preußischen Schriftsprache gebräuchlicher waren. Im Testament von 1701 wird beispielsweise Gerd Mork verwendet. 13, 7 wurde in der Ausgabe von 1727 in den Ruf, Dr. Luke ersetzt. 5, 31 —in likoriy, idant Jon. 11, 57 — 1 jéib, iskala „Schule“ Apg 6,9 — i Sile, stütze dich auf Mark. 2, 21 —| den alten, vezdeti Apg. D. 3, 5—4zu sehen, Zucken, Luk. 4, 5, 6. Auflage. Somit ist die Verwestlichung in allen Sprachbereichen des Neuen Testaments von 1727 erkennbar. Und das zeigt die Bemühungen der Verfasser dieses Testaments, seine Sprache für den Leser des RP verständlicher zu machen, näher an die frühere Kleenische Tradition. Die hier und da auftretenden Abweichungen von dieser Tradition lassen sich sowohl mit den individuellen Ansichten der Herausgeber zu einzelnen sprachlichen Phänomenen als auch mit ihrem Wunsch, die Veränderungen im Gebrauch der litauischen Schriftsprache in der nachkleinischen Periode zu respektieren, erklären. Im Testament von 1727 kommt es häufig auch zu [0]- und [uo], [ė]- und [ie]-Splitterungen, vgl. : In: Diwanot II Petr. 1. 1, 4, in der Nähe von Jon. 21,3ir /Ingotti Pov. 16. Auflage. 1. Auflage, Berlin: Verlag für wissenschaftliche und technische Literatur, 1957. 44
1. Wirkung. 4, 14; g. sg. m. Giido „godumo“ Pov. l. Rhythmus. 1, 29 ir a. pl. m. LoBus „Loošus“ Mat. 15, 30; In. pl. wiffu/e Daiktofe 1 Pov. 1. Tests. 5, 18 ir Wiffiife Wietiifa I Pov. . Tim. 2, 8 ...; b) n. sg. m. Snégas - Jon. Apr. 1, 14 ir g. sg. f. Giedos Jud. 1. 1,22; a. pl. f. Jawhem „Ražienas“ I Pov. 1. Kor. 3, 12 ir n. pl. m. Ja/Nein - Jon. 4, 35 ... Solche Verwirrube ngen, Zweifel sind schon ein direkter Widerspiegel der preußisch- -hochdeutschen Nordischen Schnecke. $6. 1735 m. „Neu Die Sprache des Testaments. Nuo 1727 m. Erlaubnis unterscheidet sich kaum ir 1735 m. „Neu Die Sprache des Testaments. Dies ist ir verständlich: Letzteres wurde von H. Naunynas ir Pfeil. Ruigys, die hauptsächlich buprispievo dal zu 1727 m. Berechtigung zur Bearbeitung. Die Unterschiede zwischen den beiden Ausgaben beschränken sich meist auf die ir phonetischen Ähnlichkeiten der Schreibweise, obwohl es ir gelegentlich einige Änderungen in der Morphologie, Syntax und Lexik gibt. Zum 1727 m. Beispiel me werden allgemeine Substantive häufiger großgeschrieben, es gibt mehr Alliative, Adjektive, die 1735 m. In der Ausgabe oft schon durch Präpositionskonstruktionen, ältere Satzmodelle ersetzt. $7. Versuch, den „reinen“ Dialekt in 1735 m. der Bibel zu halten. 1735 m. wurde veröffentlicht ir Die Übersetzung des Alten Testaments, die zusammen su „Naujom Testament“ umfasste die gesamte Bibel ),,Biblia, tai efti Wiffas S3wentas RafBtas Sinus ir Neu (S. 10.) Wie man Deutsch iš sieht Jono Die Quanten-- Reden, die dieser ersten vollständigen Bibelausgabe beigefügt sind, be H. Naunyno ir Phil. Ruigio, das Alte Testament noch übersetzt Christoph Stimmer, Abraham Lüneburg, Fabian Kalau, Adam Pilgrim und Christopher Sperber ir du Adamas Šimelpenigai (älterer ir jüngerer), o beaufsichtigte die gesamte Übersetzungsarbeit Jonas Berentas ir Petras Milkus (mit einem ir Schnitt durch die Korrektur). Das Übersetzungsmanuskript, das von einer so großen Gruppe von Menschen erstellt wurde, konnte sprachlich nicht ganz einheitlich sein, zumal die Übersetzer iš aus verschiedenen, dialektisch ar mehr oder weniger unterschiedlichen Orten stammten. (z. B. H. wurde Naunynas geboren Ragainėje, Milkus P. — In Tilžē, K. Štimer, — Iesrutē, A. Lüneburg — Er arbeitete lange Zeit in Klaipėda. In der Ausgabe von 1735 gibt es jedoch keine großen sprachlichen Unterschiede, weder zwischen den einzelnen Teilen des Alten Testaments, noch zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. Das lag zweifellos vor allem daran, daß die Herausgeber dieser Ausgabe, insbesondere die Redakteure (vor allem der rücksichtslose J. Berent), versucht hatten, der früheren, von S. Bitners Testament abgewichenen, kleinistischen Tradition zu folgen und auf der Grundlage dieser Tradition die Sprache der Ausgabe zu vereinheitlichen. Dass die Herausgeber der Ausgabe von 1735 die frühere (nicht nur kleinische, sondern auch vorkleinische) Tradition nicht wirklich ignoriert haben, lässt sich sowohl aus dem bereits erwähnten Vortrag von J. Quantus schließen, in dem über die Bibelübersetzungen von J. Bretkūn und S. Chilinski geschrieben wird- "Biržiška V. A/eksandrynas 2, 10 usw. 45
timus, so besonders iš jo 1730. I. 3 UnterrichRP tung der Behörden über den Stand der Ausarbeitung der neuen Genehmigung. In dieser Mitteilung wurde angegeben, dass für die neue Genehmigung verwendet wurde: ir J. Die Bibel übersetzen (von jo früheren Windnamen übernommen), aber viele Vorteile iš to Keine. Nicht aufgrund der Tatsache, dass J. Die Übersetzung von Bretkūnas beruhte auf Der Dialekt von Labguva, der „reinen“ Įsruties, Ragainės ir Für die Litauer des Bezirks Tilžė war es unverständlich, inakzeptabel: ir ir „Sie [d.h. J. Die Übersetzung von Bretkūnas, — J. P.) ist aber nach der Labiauschen Mundart, so mit der Curischen Sprache verbunden ist, geschrieben; Darin sind sie von den Reinen Littauern ir der Insterburg-Ragnit-und Tilsitschen Aemtern, die doch die weitlauftigsten sind, weder verstanden noch angenommen werden kann und einer durchgangigen Verbesserung von Wort zu Wort bedarf.“- “'** §8. Die Tendenz zur Verwestlichung in der Bibelausgabe von 1755, in den Übersetzungen von A. Pilgrim, K. Lovynas, V. Régés. Die 1755 von Adam Schimmelpenninck der Jüngere (1699-1763) erstellte und gedruckte Neuauflage der ganzen Bibel unterscheidet sich hinsichtlich der Dialektgrundlage nicht wesentlich von der Ausgabe von 1735. Das ist auch verständlich: Diese Ausgabe war eigentlich nur eine leicht überarbeitete Version der anderen. Dennoch zeigt er eine Tendenz, die Sprache durch die Redaktion zu verdünnen. So werden beispielsweise in der Ausgabe von 1735 an einigen Stellen nicht-afrikanische Geschlechter durch afrikanische ersetzt (vgl.: adv. ap/tey B' I Mose 3,10 > apBczey B)*; 1. Teil. Akt. n. g. f. pagimdufi t. p. > pagimd3uJfi; pamatufi t. p. > pamacjufi; Präs. 3. Auflage, 4. Auflage. 14, 26 uffigeids- ’), das „striukische“ Geschlecht der Gegenwartsform der Verben im 3. A. —,,nestriukiSkomis* (vgl.: banda B' Hiob 4,2 bando B? barfta Ps 15,7 barfto; klaufa Markus 4,9 klaufo; walga u. a. S. 14, 18 walgo). Die Tendenz zur Verwestlichung kann auch durch die Änderung einiger Wörter in der Zodziy-Ausgabe von 1735 deutlich werden (z.B. apfukar Sal. pam. 9, 14 > um, iBkiey Jon. 11, 14 > aiBkiey, fut. 1 sg. pabengfu Rut. 3, 2 > pabaigfu, g. sg. m. pakalo Jes. 30, 6 > zurück, g. pl. pawer/fmi Job. 8, 2 > Baltinni). Ausgehend von der Lokalisierung dieser Wörter im Großen Wörterbuch der Litauischen Sprache (LKZ) sowie aus den Schriften von K. Donelaitis (DR) müssten die westlichen Hochlatein-Südschnecken die Ersetzungen der Ausgabe von 1755 charakteristischer haben. Die westlichen südlichen Geschlechter dominieren auch in den von Adam Pilgrim, dem Priester von Isruti, übersetzten Interpretationen von J. Hübners biblischen Geschichten „J6/kir/tyti [...] Nuffidawimai JB Séno bey Naujo Teftamento.. (1742). Hier werden in den meisten Fällen die vollständigen Enden verwendet, außer der Substantiv-Endung -as, die häufig in der für die preußische Schrift typischen apostrophen Weise abgekürzt wird: n. sg. Adom’s 15, 20, Pon’s Diew’s 57,5, wert’s Daikt’s III, 15, wiens nelab’s 15, 21... (obwohl es auch vorkommt: Diewas 77, 2, Welinas 12,18, Wyras 48, 18...). BFalkenhahn V. Der Ubersetzer der litauischen Bibel Johannes Bretke und seine "Helfer", Königsberg und Berlin: Ost-Europa-Verlag, 1941, 238. 46
Da die Gebetsbücher, wie bereits erwähnt, zusammen mit den Liederbüchern herausgegeben wurden und außerdem meist von denselben Autoren gedruckt wurden, konnten sie sich aufgrund ihrer dialektischen Grundlage nicht mehr von den letzteren unterscheiden. Einige Unterschiede in der Sprache der Verwandten (z.B. häufigere Abkürzungen der Gliedmaßen) könnten auf die Bedürfnisse der Reihenfolge zurückzuführen sein. Aber das bedarf besonderer Untersuchungen, auf die wir hier nicht eingehen werden. Genremäßig stehen den Gebetsbüchern auch die Agenden nahe, d.h. Bücher, die Gebete und kirchliche Riten beschreiben. Das vielleicht erste Buch dieser Art, das in der RP erschienen ist, ist das Buch von John Berent,,- Dawadnas Pamokinnimas kaipo wiffi Lietawuje [...] Prienigai kaip Diewo Tarnai tur elgtis [...] Karalduczuje Mete MDCCXXX*. Da Berentas ein Einsrutier war (er war in Einsruti geboren und hatte dort lange Zeit als Priester gedient), konnte er sich in seinen Schriften nicht weiter vom Dialekt seiner Heimat entfernen, obwohl er bereits seit der Zeit von D. Klein in der schriftlichen Tradition der Republik Polen verankert war. Daher hielt er sich in seinem „Dawadne Pamuinime...“, ähnlich wie in den biblischen und Liedtexten, eher an die dialektale Grundlage der westlichen Hochland- -Südländer (er benutzte das Geschlecht mit den unverkürzten Enden der Substantive -(r)o, -(7)os, -€, -és, manchmal auch mit dem „beweglichen“ Steinvokal am Ende -as). Aber wahrscheinlich, weil die Umgebung von Įsrutis zur sogenannten „Jacken- “-Gemeinde gehörte, vermeidete Berentas in seiner Agenda auch nicht, die Enden zu verkürzen: er ließ das „bewegliche“ [a] weg (budam’s 2, 16, gyw’s 11, 36, Kuaing’s „Priester“ 2, 23, Pon’s 11,16, Salmon’s „Salimonas“ 12, 17... //Klebonas 9,20, Powilas 11,6, Ponas Diewas 11, 27...), ließ das -e der Substantive vnsk. weg. inesyve (Bédojy’ 2, 2, JBmintij’ 31,8, Laiwėlij’ 3,25, Maloney’ 31,9, tykoj’ Petnycioj’ 38, 2... /| Danguje 4,12, Pakajuje 3,26, odie 11, 9...), ließen -e, -7 an der Verbendeutung fallen (inf. Ziept’ 10,12 //versprechen 10, 13, praes. 3 nor 13,4, pen’ „Penny“ 11, 16, fed’ „sitzt“ 516 //erhält 12, 18, findet usw., imper. 2 pl. imkit 7,7, walgikit 7,8... //wachst 14,22, dekawokite 6, 26...). Es ist auch zu beachten, dass es in der Agenda auch Fälle der [uo]/[o], [ie]/[€]-Verschmelzung gibt, vgl.: in. 10, 20, wiffufa S3aliffa 21, 31, adv. 39,5 //niemals 27,11, d. pl. Bednems 8, 12, inf. pakwefti 9, 11... Das ist schon ein typisches Merkmal der Tilzéner, das sich auch in einigen anderen RP-Schriften der damaligen Zeit widerspiegelt. Von der Berents Agenda unterscheidet sich hinsichtlich der dialektischen Grundlage auch die fast ein halbes Jahrhundert später erschienene Agenda von Gottfried Ostermeyer (1775) nicht wesentlich. In seiner Grammatik von 1791 schrieb er, dass die reinsten litauischen Dialekte die ziemlich verwandten Ragnitsche, Jnsterburgische und Gumbinische Dialekte seien („Der Ragnitsche, Jnsterburgische und Gumbinische Dialect stimmt ziemlich, und wird fiir den reinsten gehalten- “, S. 130). Und tatsächlich überwiegen in seiner 1775 erschienenen „Agenda“ die westlichen südlichen Geschlechter mit den Endungen -(/)o, -(1)OS;, -6, -€s; -ys (g.sg. Adam 3,18, ewig 4,6, mein 43,3, tawo 2,16, fawo 3,2, Mēd3šio 34,10, große 6,10, große 51,19...; n. g. 8, 12, 14, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 80, 81, 82, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90. Ehre 3,10, Liebe 4, 20...; n. pl. Aufys 61,11, S3irdys 39, 9...) mit dem „beweglichen“ [a] (n. sg. Ewig 42,14, Versorgung 2,26, Vogelhaft 15,26, Bennett 10, 8, Bitt 20,3 (betir kitts 32,2), gebetet 42,11, verehrt 4,2...), mit dem Präfix -+ (imper. 2 Ss. Apripik 58, 4, erneuern 68, 15, erfrischen 67,9, 53
Padrutik 17, 4, Platik 58, 8, Cond. 3 Ftipritu 28, 7..., aber auch: imper. 2 sg. [tipprink 29, 21, Cond. 3 padruttintu 7, 13-14, Pagarbin 25,4 [Drucken] 5, 10...) und andere. Wo wo ne In der „Agenda“ ir gibt es a. Geschlechter-SG. m. Waddotat 1,7, n. sg. m. Pralet 30,9, a. sg. f. Weta „Ort“ 32, 22, a. pl. m. Zedus „Ringe“ 31, 22, Braten. 2 sg. Lepra 50, 12, a. sg. m. rg 60, 11; 66, 23, die mit der tilzény-Ssu prache in Verbindung gebracht werden können, sofern sie nicht die Aussprache des Autors widerspiegeln oder einfache Fehler der Druckerei sind. Es ist bedauerlich, dass wir kein Ostermeyer-Liedbuch aus dem Jahre 1781 haben, das die Ursachen für die Entstehung solcher Geschlechter erleichtern würde. $11. Die Vorherrschaft der kleinlichen Normen in den Katechismen. Im 18. Jh. wurden nicht nur biblische Texte, Liederbücher und Gebetsbücher, sondern auch Katechismen herausgegeben (sowohl als einzelne Büchlein zu Beginn des Jahrhunderts als auch als Beilagen zu Gebetsbüchern – in der Mitte und in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts). Interessant, dass noch Im 17. Jh. wurde hier, offensichtlich im Hinblick auf die multiethnische Zusammensetzung der Bevölkerung dieses Landes, begonnen, einen viersprachigen — deutschen, lateinischen, polnischen und litauischen — Katechismus herauszugeben: „D. Martini Lutheri Catechismus minor, Germanico-- Polonico-Lithvanico-Latinus“ (mit der vorangestellten Reihenfolge der Sprachen). Die von den Bibliographen genannten Ausgaben dieses anonymen Katechismus von 1670, 1683, 1696, 1700, 1709, 1720 und 1751 (über das Datum der letzten Erscheinung zweifeln wir)? **. Die Bibliothek der Litauischen Akademie der Wissenschaften Mikrofilme, kann man sofort feststellen, dass sie weder inhaltlich noch sprachlich (mit Ausnahme einiger Schreibfehler) unterscheiden sich nicht, so dass die spätere eine Neuauflage der früheren ist. Die litauische Übersetzung dieser beiden Ausgaben ist in vielen Fällen näher an der polnischen Übersetzung, so dass es Grund zu der Annahme gibt, dass der Übersetzer sich mehr an letztere gehalten hat, vgl. : Ausgabe von 1709 (1720 in Klammern) Vokiškasis Lotyniškasis Lenkiškasis Lietuviškasis Text Text Text Text 1. Unfer täglich Panemnostrūguo-- Chleb nal powBed-- Dūną mufu dieDer Herr, der uns gesandt hat, hat uns gesandt, und wir haben ihn gehört. Das ist nicht gut für uns. Sie. [S.20, 9-11] Stunde. [p.20, 8-11] [p.21, 8-10] [p.21, 10-12] [Ding mud dieniBka dik mum’s, ib.] 24. Auflage. LTB 1, 228-229; Ergänzungen zu diesem Band, 1990, 44. 54
2. Du Jolt keine Non habebis Deos Habe keine anderen Ich will nicht, dass du mich mit anderen Männern vergleichst. Götter nach meinem Geschmack Diewu pagal maben neben mir. [S.30,. S. 13-15] 31, 32. 14-16] [S.31, [S.30, 13-14] [Habe keine 13-15] Angst Gott nach mir, ib.] Vokiškasis Lotyniškasis Lenkiškasis Lietuviškasis Text Text Text Text 3. Du Jolt nicht Non loquéris con-Nie mow falBywego Ne-luddik ne-teifalfch ZeugniB retra proximum tušwiadectwa prieciw [ausluddimo prieB den wider deinen um falfum teftimo-Blisniemu twemu. Einen nahe gelegenen Taw. [S.39, Nechften. [S.38, nium [S.38, 21-23] [S.39, 26-29] 23-25] 20-23] [Nicht-luddik nicht-typisches Spielen in der Nähe von tawa, ib.] Die Geschlechter des litauischen Teils des Viersprachigen Katechismus (1709 und 1720) sind im Allgemeinen westliche südliche Geschlechter, die in vielen Fällen mit denen übereinstimmen, die in den Grammatiken von D. Klein kodifiziert sind, nämlich: a) mit unverkürzten -(f)0, -6, -as, -es Enden (Vergangenheit 3 Zeit K 45,18, g. sg. Diewo 7,5, lobjo'75, 12, mano 27,10, fawo 57,17//Jawa 27,3...,n.sg. NaBle 129, 11, g. sg. ewiges Leben 83,19, TewiBkas DeiwiBkas Güter 51, 11-12...), b) mit unverkürztem „beweglichen“ [a] (n. sg. DeBimtas 11,7, Diewas 11,16, gywas 9,8-9, gywenimas 99,3, kunas und sanguinias 87, 8-9...), c) mit unverkürzten Gebotsendungen (2 pl. Geht 23,13, Nehmt und trinkt 27,18—-19, lehrt 23, 14-15, walgiete 27, 5...), d) mit häufig unverkürzten vnsk. und dgsk. Inesiv-Endungen (z. B. in der Düne 87,11, im Gebet 69, 2, in der Nacht 25,13, in der Blow 35, 28, in der Theif 85, 9..., aber auch: Himmel 63,11, in der wahren Kirche 59 6-7...)%. Auf der anderen Seite aber, schon in Abweichung von den in den Paradigmen von D. Klein dargelegten Normen, werden im viersprachigen Katechismus häufig Geschlechter der Gegenwartsform mit ausgefallenen Enden verwendet: 3 a. gauBin „reicht an“ 67, 2, gywen 129, 16, Jlauš „fühlt“ 67, 2, myl 13,14, mokin 63, 12; 113, 14, perwerc3 117, 23-24...; 1 pl. atleidiam 71, 5, gywenam 65,9, tikkim 65, 8... Der viersprachige Katechismus erfüllte offenbar nicht die Bedürfnisse der kirchlichen Prälatur der RP, deshalb wurde über die Ausarbeitung eines neuen, zweisprachigen (deutsch- -litauischen) Katechismus nachgedacht. Vor allem eines, das für die litauische Gesellschaft in diesem Gebiet Standard wäre. Mit der Vorbereitung dieses Katechismus begann H. Lysius, der eine Zeit lang Schulund Kircheninspektor der RP gewesen war. * Da die Ausgabe von 1720 mit der Ausgabe von 1709 und der Seitennummerierung übereinstimmt, wird hier nur die Seite und die Zeile der letztgenannten angegeben. 55
Aufgaben des Direktors **. Das jo Manuskript der Übersetzung, das durch 1719 m. gemeinsame Anstrengungen erstellt wurde, wurde jedoch nicht gedruckt, 0 1722 m. erschienen G. Eine überarbeitete Ausgabe dieses Manuskripts von Engel. G. Angel in der angepassten „Mažame Es gibt erhebliche Unterschiede sowohl in der Sprache als auch im Text. Einige Teile des Textes sind freigegeben, andere erweiter- — t, das, be reichlich ir (a) phonetisch, (b) lexikalisch und (c) syntaktische Korrektua) ren, z.B.: praes.3 fdko LK 12, 8 ir /aka EK 6, 8; Präs. 1 sg. ¢/mi LK 12,9ir ¢/mi EK 6,9; Präs. 3 patenk“ LK 36,5 ir Patenka EK 56, 12; a. sg. f. Evangelium LK 37,13 ir Wangelyd EK 58,27, Imperium. 1 pl. Klaufykim“ LK 54,18 ir Klaufykem“ EK 83, 13...,b) Rückwand Piktenybe LK 12, 11 ir Atfankas Griechisch EK 6, 13— 14; AB Bedingt griffig Mann LK 29,11 ir AB Bedingt wagging 3mogus EK 40, 4; adv. Kodel LK 33,1 ir kam EK 51, 3..;; ¢) ... Bittoje In der Nacht gab es einen Bdut. LK 27,12-13 ir ... Bitoje In der Nacht im Brennstoff sollte iBditas sein EK 11, 5-7; Sie haben die Möglichkeit, sich dort anzumelde- |...) n, wenn Sie Wi-Fi haben. LK 30, 7-8 ir Andere Fehler | beim Herstellen von WLAN Der |...) Christentum ist zurückgekehrt. EK 48, 1-6; Argi trys Die Götter. LK 30,13 ir Ar Drei sind Diewai? EK 48, 16... Wie bereits aus den iš hier gegebenen Beispielen G. hervorgeht, ist Engel ein wenig korrigiert ir Das Manuskript von Lysias ba (manchmal ohne Verdoppelung von Konsonanten, insbesondere r, be (z.B. durch Veränderung der Silbentrennung). Allerdings deutlichere dialektale Unterschiede von der LK und der Viersprachige Katechismus (mit Ausnahme eines anderen nordischen EK Geschlechts) nicht zu sehen. Second G. Die Engel-Ausgabe des Katechismus, wie man glaubt®, erschien über Ob er sich vom ersten unterschied, ist schwer zu sagen, da er bisher nicht gefunden wurde. Aber die dritte, 1730 m. die Ausgabe ist in ihm ir erhalten geblieben, su im Vergleich zur ersten, gibt es verschiedene Unterschiede, vgl. : Kldufimai Luteraus Zum ersten Mal auf Gero [udawaditi | fu Atfakimais EK 42,6-10ir Kldufimai Luthers | an den Tisch Gottes gehen | fu jū Atfakimais MLK 43,9-12; Ar nufimanaifi ir Finaifi Einen griechischen Epha? 11, 12–13, 14–15, 16–17) und der „Großen“ (Apg. S. 43, 13. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Ausgabe von 1730 nicht von G. Engel, sondern von jemand anderem erstellt wurde; Es gibt aber auch einige Unterschiede im Text (z.B. sind am Ende nach dem Katechismus und den Kapiteln „NaBlems“ und „Wiffiems iB weno“ einige Psalmen Davids eingefügt worden, die in der Ausgabe von 1722 nicht vorkommen). Auch hinsichtlich der dialektischen Grundlage sind in den Ausgaben von 1722 und 1730 keine deutlichen Unterschiede zu erkennen. In den Bibliographien werden noch die Ausgaben des „Kleinen Katgismus“ von 1750, 1751, 1780 erwähnt, aber sie sind nur aus schriftlichen Quellen bekannt, so dass über ihre dialektale Grundlage und über die Sprache im Allgemeinen nichts entschieden werden kann. Eine andere Sache sind die Katechismen, die als Beilagen zu den Gebetsbüchern („Gebetsbüchern“) herausgegeben werden. G. Ostermeier**, der erste dieser Art 1, S. 96 ff. BOstermeyer G. Erste littauische Liedergeschichte, Konigsberg, 1793, 144. 2% Weitere Informationen finden Sie hier. Heinrich Johann Lysius. Kleiner Katechismus... (vorbereitet von Pietro U. Dini), Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 1993, 8-11. 56
Anhang gedruckt 1740 m. Freundin su J. Bernd Malmberg. Iš 1744, 1748 ir 1753 m. Vergleiche solcher Katechismen zeigen, jų dass die dialektale Grundlage ist die gleiche wie ir tų Gebetsbücher, zu denen sie hinzugefügt wurden. Das ist ir verständlich: Katechismus wurde von denselben Leuten übersetzt, die auch die Gebetsbücher druckten. ir Sowohl für die dialektale Grundlage, als auch im Allgemeinen für die Sprache ist besonders erwähnenswert Jono Joskaud (Jaskowd), ein Jesuitenprediger, der arbeitete Tilžėje ir In Karaliaučius, Litauen 1770 m. Veröffentlicht ,,KrikBéioniBkas Katholische Kirche Katechismus“. Da der Verfasser dieses Katechismus vermutlich stammte aus iš Palanga Umgebuno g, studierte Kražiuose- ?, so dass man in den Schriften eine größere jo oder kleinere ar Schicht der Unterschicht erwarten könnte. Aber das ist nicht der Fall: offensichtlich, um den į Katholizismus zu ergreifen Landkreis Tilsit ir Königslitauisch, er musste sich an die Normen der schriftlichen Sprache RP anpassen, die auf den im preußischen Westhochdeutschen Dialekt kodifizierten ir D. Kleinsche Grammatik. Ir iš Der eigentliche Joskaud-Katechismus beherrscht die westlichen Geschlechter der Phonetik und Morphologie, die für viele andere 18. a. Auflage, Bd. : a) g. sg. Am3ino gywénimo 13,11, Blut 40,16, Liešuwjo 56,26, Düna 56,4, Funkos Iliggos 58, 12, praes.3 daro 51,15, [ako 4,3, praet. 3 war 7,8, erlitt 6, 22, ging 7,4...,b) n. sg. Liebe 21,2, Moteryfté 35,24, Théké 15, 25, vergangen. 3 nahm 42,15, machte 19,10, g. sg. Gentyf/tės 41,9, Kumyjftės 41,10, matonés 16, 12, šėmės 9, 21...,c) n. sg. Griechisch 37,7, PraBimas 15,9, Wiener Satz 5,18, part. cont. 13,9, 10, 10, 49, 5..., d) in. sg. In der zweiten Puffe 19,19, in der ersten Regime 59,2, in der zweiten Regime 41,25, im Himmel 9,11,in. 14,5, RaBtūfe 119, Tēf/tamentūfe 3,9..,€) praes.3 atléidsia 63,13, braucht 43,2, werkia 83, 4, cond. 1 Ss. Ich wäre 53, 10 usw. Andererseits stellt der Katechismus von Joskau in einigen Besonderheiten, insbesondere in der „stricken“ Abkürzung der Gliedmaßen, eine Verbindung zu den Sprechweisen der nordischen Westpreußen her, vgl. das oft ausgeworfene „bewegliche“ [a]: n. sg. gers 49,4//gutas 13, 13, nieks 40, 25, Pirms 15,9, wiens 4,4, vyrs 41, 3, part. cont. /iepdams 70, 2, werkdams 71, 25... und eine ziemlich häufige Verwendung der Enden -a, -e, -/ in der gegenwärtigen Zeit: 7mm 3 5, 7, nenufimin,nenusimena‘ 13, 8, wadinn 36, 19, praBom 15,13, negal 12, 12... Wie viel Einfluss hier sein gebürtiger Semitischer Dialekt haben konnte, wie viel die Sprache der Tilzer, wie viel die frühere preußische Schrifttradition, ist jetzt natürlich schwer zu sagen. Man kann nur hinzufügen, dass solche Abkürzungen auch in seinem 1770 erschienenen Büchlein „Praftas Pamokl|tas...“ vorkommen, das man zum Teil auch als Katechismus bezeichnen kann, weil darin in Form von Fragen und Antworten verschiedene katechetische Dinge erklärt werden, nur noch mit Gebeten, vgl.: n. sg. Wiens 3, 12, neutr. Wiff 5, 2, praes. 3 aptur 18,13, gal 8,25, gird 11, 19, mirSt 11,22 //mirBta 11, 26 (häufiger), ne futtar 10, 15, perm. te laupfin 9 Mehr über sein Leben siehe. S. 152. Alexander II.. 57
23, 17. Į Nachfolgende Ausgaben dieses Heftes (1772, 1797 m.) Viele solcher verkürzter Geschlechter wurden ebenfalls übertragen. Aber in der erweiterten Ausgabe 1797 m. werden die verkürzten Geschlechtsendungen oft mit einem Apostroph gekennzeichnet, z.B.: a. neutr. w/ff PrPTM5, 2ir wiff“ PrP“ 9, 12, Präs. 3 mirBt PrP“ 11, 22, mirBt PrP"*16, 6 ir mirBt“ PrP 22,18, g. sg. f. Frauen PrP“ 17,17 ir Moter’s PrP“ 39, 12. Be Dazu ist zu beachten, dass einige der früheren Ausgaben verkürzte Geschlechter 1797 m. In der Lizenz durch vollständige Abkürzungen ersetzt, vgl.: sg. n. m. Rajums PrP“ 53, 21 ir Rajzumas PrP“ 105, 7, In. sg. m. Dang[u]j PrP"*,21,12ir In der Luft PrP“ 37, 8, Präs. 3 yr PrP27,6 ist vorhanden. PIP“ §, 25. Im Allgemeinen 1779 m. ,,Prafto Es ist ein...Mehr Die Ausgabe ist nur erheblich ne erweitert (neue gesungene Maldeliy, erweiterter Frage-Antwort-Teil usw.), aber deutlich überarbeitet in Bezug auf die Rechtschreibung ir ir (Polonismen wurden an einigen Stellen durch litauische Entsprechungen ersetzt, die Bezeichnung ygreku ilgasi [i] wird regelmäßiger als in früheren Ausgaben verwendet usw.). Im Vergleich zu einigen anderen religiösen Schriften des späten 18. Jahrhunderts (z.B. die Übersetzungsbücher von Wilhelm Rege) Joskaudo ,,Prafto Pamokjto...“, wie ir jo ,,,KriBcioniko Katholische Kirche Kateki3mo“, die Sprache ist ziemlich rein. Dies scheint zu bemerken, ir S. Daukantas, der in einem Brief vom 5. April 1846 an M. Valančius schrieb, dass Pfarrer Barauskas in der Bibliothek von St. Petersburg den litauischen Katechismus der Jesuiten gefunden habe, der 1770 in Karaliaučius gedruckt worden sei und dessen Sprache die reinste sei („język naiczytszy Litewski- )®. Natürlich wäre es heute nicht richtig, Joschauds Sprache als die „reinste“ zu bezeichnen (sie enthält auch epochentypische Fremdwörter wie asaba, pekla, sūdati, viera usw.), aber sie ist in der Tat reiner, besonders in Bezug auf die Syntax, als die Sprache vieler anderer Übersetzer religiöser Schriftar en jener Zeit. $12. Die Dialektische Grundlage von Christijonas Donelaitis. Das südliche Südlietuvių ist die dialektale Grundlage der Schriften von Donelaitis. Dies wurde hauptsächlich durch den Geburtsund Arbeitsort des Schriftstellers bestimmt: Wie bekannt, wurde er im Dorf Lazdynėliai, in der Nähe von Gumbinė, geboren und arbeitete den größten Teil seines Lebens in Tolminkiemis, also in den Grenzen des westlichen Hochland- -Südlichen (sogenannten baltsermėgių) Dialekts. Auch die frühere schriftliche Tradition, insbesondere die Bibelsprache von 1755, die der Herausgeber an die südlichen Dialekte angeglichen hatte, konnte ihm hier nicht unerheblich zusagen. Die südliche Grundlage der Sprache von Donelaičio Schriften zeigt: a) die regelmäßige Geschlechterbildung mit den unveränderten Enden -(/)0, -(i)os;, -€, -és; Verwendung von -ys und -ūs (z.B. vergangene Zeit). 11, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 100, 101, 102, 102, 103, 104, 105, 106, 107, 108, 109, 110. diddelio Pulko t. p. 3,27, fzalto Pajfzalio t. p. 3,13, n. pl. Kdfos ist auch 30 Siehe. Die Briefe von Daukanto / veröffentlicht von A. Janulaitis. —Mūsų senovė 1, Band 4/5, Kaunas, 1922, 787. Im gedruckten Text des mündlichen Briefes ist ein Fehler eingedrungen: statt 1770 wurde 1740 Vac gedruckt. Biržiškas behauptet, dass solche Fehler in Daukantos Brief nicht enthalten waren, siehe seinen A/eksandryną 2, 155. 58
Die t. p. 23, 10, Schmerz- ... hafte Wahrheit DR 258, 12, Augen DRr 26, 10, Wagys t. p. 30,29, Fett t. p. 36,41, /kanūs t. p. 16, 38); b) ziemlich regelmäßig, obwohl ir ne be Ausnahmen, Geschlechtsu erpräpositionen -£, Verwendu- (< ng von -ėim, en) (z. B. : inf. Tumoren DRr 26, 35, buddjt t. p. 41,11, Pafirupjt t. p. 15, 40, Imper. 2 sg. atfimyk t. p. 9,33, 2 pl. Skubjkimes t. p. 12, 31, Teil. Kont. n. sg. nufimjdams t. p. 15, 19, n. pl. Erfrischt. p. 3, 5..., end aber auch: inf. Gywent t. p. 30, 41, pafikdkint t. p. 6, 21,cond.3 nugabéntu t. p. 14, 38); c) Geschlecsu ht iSlaikytu Gliedmaßen -(7)a Verben sind. Zeit in 3 der Person (z. B. : buddina DRr 5, 4, Reinheit t. p. 5,2, Nedryfta t. p. 30,18, nufidid t. p. 5,36, /kalbja t. p. 9, 25, werpja S. 35, 36..., aber auch: pa/ilink/- min S. 9,1, prifiartin’ S. 28, 9, Bweplén’- ). Als südlich gelten auch die Geschlechter, die in den Schriften von K. Donelaitis mit dem sogenannten „beweglichen“ [a] vorkommen: n. sg. m. Gandras DRr 4, 3, grybas u. s. 35,18, linkfmas u. s. 4,3, Stalas u. s. 39,24, Weikals u. s. 22, 28... In seinen Gedichtwerken werden jedoch viel häufiger (hauptsächlich aufgrund der Anforderungen der hexametrischen Metrik) Geschlechter mit dem entlassenen kurzen Vokal verwendet (die Entlassung wird oft mit einem Apostroph gekennzeichnet: kitt’s DRr 3, 36, Snieg's u. s. 3,4, Wyr's u. s. 3,4). 4, 17...). Natürlich kann man nicht davon ausgehen, dass die häufige Freisetzung des beweglickurių kitų galūnių trumpinimas (pvz.: trumpojo -a numetimas veiksmažodžių hen [a] wie und wenn wir sind. Zeit in der 3. Person, kurzes -/Auslassen in Verb-Gemeinschaft oder wir werden. Zeit in der 3. Person usw.) In den Schriften von Donelaitis bezieht sich ausschließlich auf die Bedürfnisse der Poesie seiner Werke. Hier könnte sich noch der Einfluss der benachbarten Jackenschnecke und der früheren schriftlichen Tradition widerspiegeln (z.B. finden sich in den Bibeltexten von 1735 und 1755 auch zahlreiche Geschlechter mit verkürzten und mit Apostrophen gekennzeichneten Enden: n. sg. M. Nakwins I Moz. 24, 54, Nelab’s Sal. Pam. 16, 29, pien's 11 Moz. 3, 17, Tėw's Wien's Jon. 10, 30..., präs 3 min’ Jon. 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 100, 101, 102, 102, 103, 104, 105, 106, 107, 108, 109. 20, 12..., in, sg. F. dwilinkoj' 1 Moz. 25, 9, trėc30j' II Moz. 19, 1...). $13. Dialektische Besonderheiten der Kanzleischriften: Im Allgemeinen ist das westliche Südliche auch die dialektische Grundlage der Kanzleischriften des 18. Jahrhunderts. Aber in ihnen, wie auch in den anderen Stilen der schriftlichen Sprache dieser Gegend, treten mehr oder weniger auch Merkmale auf, die für die westliche Hochland- -Nordländer-Sprache („striukių“) charakteristisch sind. Neben dem recht häufigen „beweglichen“ Absetzen von [a] findet man in fast allen preußischen Regierungsbeschlüssen sowohl das Absetzen von [0] —[uo], [ė] —[ie] als auch das Absetzen der nicht ausgesprochenen kurzen Enden -a, -e, -7 der Verbformen, vgl. : a) Karteninformationen PVG 77, 7//siehe auch S. 110, 3 und Wajoti S. 314, 16; wartoti S. 97, 8 und vorangegangene Ausführungen. 3 wartūjo t. p. 97,16; n. sg. m. kiem’s t. p. 198, 28, in. pl. Kiemūj/e, S. 175, 9 und in. sg. Kėme t. p. 109, 28, g. pl. Kemi t. S. 101, 22; d. pl. m. efantiems t. p. 299,17ir minnétéms t. p. 236, 2; wiffems piktiems t. p. 73, 8...; b) neutral. Ger t. S. 105, 3, menk t. S. 253,16 wiff’ t. S. 262, 3, praes.3 apfed t.p. 222,15, Jahr t.p. S. 110, 111, 112, 113, 114, 115, 116, 117, 118, 119, 120, 121, 122, 123, 124, 125, 126, 127, 128, 129, 130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139, 140, 141, 142. 153, 16. Auflage. 59
t. p. 60, 32...; 1 pl. darom t. p. 109, 10, Düdam u.ä. 109, 9, Norim t. p. 324, 5, Fadam t. p. 109, 22; Braten. 1 pl. Wir haben es geschafft. t. p. 152,21, jeBkojom' t. p. 152,19, iBtyrém' t. p. 149,5; Fuß. 1 pl. Gurē/im t. p. 233, 18, In. sg. Vierzehn Tage t. p. 66, 19, lenkiBkoj In der Sprache t. p. 321,26, Tam-Patim Kante t. p. 141, 20-21, wienam“ t. p. 250, 21, inf. aber“ t. p. 158, 21, Darryt t. p. 101, 3, fėt' t. p. 272,1, Präs. 3 gal t.p. 70, 13, gelb t.p. 237,19, nér t.p. 97,9, Tur t. p. 113, 4... Aber in vielen Preußische Regierung kanceliariniy Briefe sowohl uo o/ und é/ fe Sowohl das Schütteln als auch die Verkürzung der Gliedmaßen waren unregelmäßig, oft nur be sporadisch, des für die nördlichen Jackenschnabel typischen stark anfänglichen Diftongs [4i], [au], [éi] Monophonie ist in dieser Schrift nicht beobachtet worden. $14. Abschließende Bemerkungen. Die Beziehung zwischen den Dialekten der litauischen ir Schriftsprache in allgemeinen Zügen untersucht XVIII a. RP, können die am Anfang ir į dieses Kapitels aufgeworfenen Fragen beantwortet werden. Die Analyse des schriftlichen Sprachgebrauchs zeigt, dass in der Sprechzeit von vielen Autoren die grundlegenden Merkmale des preußischen westhochdeutschen Dialekts befolgt wurden, die in D. Kleinsche Grammatik. Ausnahmen in dieser Hinsicht sind: S. Bitners 1701 m. Testament, in dem versucht wurde, zwei auf etwas unterschiedlichen Dialektgrundlagen basierende Zweige der Schriftsprache künstlich miteinander in Einklang zu bringen. ir Diese künstliche Vereinigung war jedoch nicht zukunftsfähiRP g: sie fand keine breitere Zustimmung, hier wurde ir schnell zur früheren, kleinischen Tradition zurückgekehrt. Obwohl diese Rückkehr so leuchtend reflektie1727, rt wird 1735 ir 1755 m. Bibelausgaben, kann jedoch nicht behaupten, dass sie konsequent befolgt wurden D. Kleins Grammatiken kodifizierten die „kauniečių“ Dialektnormen. Dies gilt insbesondere für 1727 m. Das Neue Testament, in dem die Geschlechter in der su typischen westpreußirų schen nordischen Schneckensprache [0] ir [uo], [ė] ir [ie] Knistern, ne selten übertragir į 1735, 1755 m. ene Berechtigungen. Bet K. In Donelaičio literarischen Werken wurden solche Geschlechter nicht bemerkt, jo obwohl in einer Broschüre über den Nutzen der Trennung (im gedruckten 1769 Jahr) Gelegentlich Esama jų ir In den Kanzleischriften der preußischen Regierung, die wahrscheinliiš ch von RP Menschen verschiedener Dialekte geschrieben wurden. So wurden im Gebrauch der preußischen litauischen Schriftsprache des 18. Jahrhunderts (besonders in ir den phonologischen und morphologischen Ausdrücken) die kleinschen Normen streng nicht eingehalten, manchmal wurden auch bestimmte Dialektizmen nicht vermieden, gegen die Mykolas Merlinas* zu Beginn dieses Jahrhunderts seine Stimme erhoben hatte. Allerdings wurden schmalere phonologische und morphologische Dialektizmen, die nur für einen bestimmten Schnekta charakteristisch sind (z.B. Labguva) und weniger im westpreußischen Hochdeutschen verbreitet sind, trotzdem vermieden. 3 Maciūnas V. Maz Das Projekt der Reform der litauischen Kirchensprache zu Beginn des 18. Jahrhunderts. — Archivum philologicum 6, Kaunas, 1937, 80. 60
Ap. d. B? BG BT Comp. DR DRr GG? MLK Mork. Moz. Peter. 1. Pov. Artikel 1 Pov. In: RIM. — Pov. 1. Auflage. — Pov. 1. Tim. "Prp"? Prp? ? "Prp"? Ps. PVG RG RM RS Ruth. Sal. Pam. Sal. Ausf. SG Siggy? SiG’® A. 1776 šiG? ! ABKÜNDIGUNGEN Die Apostelgeschichte (Bibel) Die Bibel, das ist es Wissas Szwentas Rasztas ... 1735 Die Bibel, das ist es Wissas Szwentas Rasztas ...1755 J. Berento Isz neu gestaltet verbessert ir Giesmū Bücher ... 1747 S. Bitnerium Neu Testament ... 1701 D. Kleino Compendium Lituanico-Germanicum ... 1747 K. Die Schriften des Donizetti ... 1977 K. Manuskripte von Donizetti ... 1955 G. Engelium Klein Katgismas ... 1722 E. Glazerio Andere neue Giesmes ...1748 D. Kleino Grammatik Litvanica ...1653 Das Buch Jesaja (Bibel) Die Bücher Hiobs (Bibel) Das Evangelium nach Johannes (Bibel) Offenbarung des Johannes (Bibel) D. Martini Luthers Katechismus minor ... 1709 J. Ouandto Neu Das Testament...1727 H. J. Lysias Klein Die Verzweiflung...1719 Litauen Bibliographie der TSR Das Evangelium nach Lukas (Bibel) Das Evangelium nach Matthäus (Bibel) Kleine Verleumdungen von D. Mertin Luther...1730 Das Evangelium nach Markus (Bibel) Die Bücher des Mose (Bibel) Brief des Petrus (Bibel) Paulusbrief an die Epheser (Bibel) Paulusbrief an die Römer (Bibel) Paulusbrief an die Thessalonicher (Bibel) Paulusbrief an Timotheus (Bibel) J. Joskaudo Bad Die Predigt...1770 Die schlechte Predigt von J. Joskaud...1772 Die schlechte Predigt von J. Joskaud...1779 Psalmen Davids (Bibel) Die Frau mit dem roten Haar... J. Ricœur's Neue... Liederbücher... 1685 V. Die Wissenschaft der Unterweisung... 1788 V. Gleise Lesebücher... 1788 Die Bücher von Ruth (Bibel) Salomon der Prediger (Bibel) Die Weisheit Salomos (Bibel) F. Susters Liedbuch von 1705 A. Šimelpenigio Jsz neu gezeichnete und verbesserte Gesangbücher... 1755 Šimelpenigio Jsz neu überarbeitete und verbesserte Gesangbücher... A. Šimelpenigio Jsz neu gezeichnete und verbesserte Gesangbücher... 1791 61
BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DER LITAUISCHEN Schriftsprache UND DEN MUNDARTEN IN OSTPREUBEN IM 18. JAHRHUNDERT Zusammenfassung Im der vorliegenden Artikel wird auf Grund einer eingehenden phonetischen, morphologischen, zum Teil auch syntaksischen und lexikologischen Analyse der Belege aus den Sprachdenkmalern des 18. Jahrhunderts. Jahrhunderts (aus biblischen Texten, Gesangbiichern, Gebetbiichern, Katechismen wie auch den Werken von K. Donelaitis und kanzleisprachlichen Urkunden) die Mundartliche Basis der litauischen Schriftsprache in OstpreuBen untersucht. Diese Untersuchung hat gezeigt, daB der groBte Teil der damaligen Autoren sich an den siidwesthochlitauischen Dialekt hielt, dessen Eigenschaften in den Grammatiken von Daniel Klein kodifiziert wurden. Eine Ausnahme bildet das, Neue Testament“ von Samuel Bitner (1701), in dem ein Versuch vorliegt die preuBische sowie mittellitauische Abzweigung der Schriftsprache zu verbinden. Aber eine solche Verbindung hatte keine Perspektiven: im OstpreuBen kehrte man sehr bald zur Kleinischer Tradition zuriick. Die Kleinische Tradition blieb in der Ausgabe des,,Neuen Testaments 1727 wie auch in den Ausgaben der ganzen Bibel 1735 und 1755 erhalten. In diesen Ausgaben werden jedoch die Normen der Grammatik von D. Klein nicht konsequent angewandt: in ihnen liegen auch manche charakteristische Eigenschaften des nordwesthochlitauischen Dialekts (die Vermischung /0/und /uol, /é/und /ie/u.a.) vor. Sie treten auch sporadisch in den damaligen kanzleisprachlichen Urkunden auf. In den belletristischen Werken von K. Donelaitis fehlen indessen solche nordwesthochlitauische Elemente. 62
